Nr. 43 Plän,lmrl«,tl0!!«plcis-. ^m Comvloir «>„>zj. fl. ,,. hnldj, ft. 5.50. Mr die ZustcNunss »is Hauv >',ilbj. 50 lv, Mit bcr Post ssninj. st. l5, balbj. fl. 7.0U. Mittwoch, >>3. Februar I»serl>on«gcl>ilbv bi« >0 Zeilcu : lmol «0 k., lim. »0lr., .'lm. > sl.; sonst pi. Zeile im. otr., lm. »lr., üm. Il) li. u. s. w. Insertionsftempel jlbesm. »H lv. 187«. Amtlicher Thei!. Je. t. und f. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom l^. Oebrum' d. I. dcl> Forstmeister i>, Görz Hermann Hradcczll) zum Fo,st-ralhc und Folstiifcrcntcn b,i der Stallhallcrei für Ti'ol und Poruill'Nl, allcrqnädigst zu ernennc» geruht. ! Bauhans in. i>. Mchtaintlicher Theil. Dohmischc Zujlindc.' ii. Prag, 8. Februar. Der Petardenftroceß ist also glücklich fiir das Publicum, für dns deutsche wenigstens, verloren. Die treffendste Illustration, die man sich nur wünschen mochte, hat zu den Vcmcrlungcn, dic ich über das Treiben in unseren Gerichtssälen machte, der Ver lauf der Verhandlung schon am nächsten Tage gegeben. Der Pression wegen, die das anwesende Publicum auf die Zeugen ausübte, wurde die Verhandlung für eine geheime erklärt, und die czechischen Vertheidiger sammt-j licher Angeklagten untersagte» cg ihren Clienten deutsche z Berichterstatter zu Vertrauensmännern zn wählen, so daß nur einige czcchischc Journalisten und einige czechi-schc Gühncnmitglieder der Verhandlung weiter beiwohnen dürfen. Ueber die Färbnng fernerer Berichte die in die Oesfcntlichlcit dringen, kann man sich also keinem Zweifel mehr hingeben. Nur noch einige Worte über den Zufall dcr diese Wendung herbeigeführt. Ich erwähnte bereits in meinem ersten Brief die große Vorliebe, welche die nationale Opposition für alles „Geheime" verspürt. Unsichtbare, unfaßbare Mächte sind die Hauptfacloren mit denen sie rechnet. Bei den Prcßproccsscn spielte, solange die Jury noch nicht völ-ligc Straflosigkeit verbürgte, gewöhnlich dcr „Ncdac-tionötisch" die Nolle des Hanplgravirtcn; dorthin war irgend ein Manuscript von unsichtbaren Händen aclcgt. von dort war cS in die Druckerei spedirt worden, lein Mensch wnßte wie. Die Gerechtigkeit hatte es mit cinem boshaft verstockten HnuSmöbcl und sonst mit lauter unschuldigen Häuptern zn thun; vcrurtheiltc sie nichtsdestoweniger den ..Verantwortlichen" und ließ den ominösen Tisch straflos ausgehen, so erhob sich alsbald ein Zetergeschrei über die „neue Galgen-Aera." Nun, Dank eben dieser neuen Aera, konnte der Rcdactionstisck in den Ruhestand versetzt werden, die nationale Iour- ^Vgl.^lr. 37 d. Bl. ^lllsll'llill. CulturNudien in dcn englische,, Gerichtshöfen. I. Zur Frauenemancipat ion. Gerade in diesem Augenblick entwickelt dcr „Nalio-„alvercin für weibliches Slimmrcchl" wieder eine leb' haste Thätigkeit, um seine Vorbereitungen für die dies' jährige ParlamentScampagnc zn treffen. Seine rede-und fcdcrgcwandtc Sccrelärin, Frl. P-cker, agitirt in Meetings und in Zuschriften an die sympathischen Iour? nale unermüdlich für die zwei großen Mahregeln, mit welchen auch heuer wieder der männlichen Tyrannei ta< pfcr z>: Lcibc gegangen und die ..Emancipation des weiblichen Geschlechts" angebahnt werden soll. Sie best«heu l. in dcr Wicdcrcinbringnng dcr im vergangenen Jahr vom Oberhaus vcrworfcncnVill, welche dcr verheirateten Mau das Recht cinränmt, neben ihrem Gallen Eigen yum und dic frcic Verfügung über dasselbe zu besinn, ^s^m'!,'! "!?' ^'cscuprtitiou, welche verlangt, daß das P7"'7'7's"^ W,l)lrecht einstweilen ans die nnver. ./>, l!./w^' m/""' Il.ngfranen und Witwen aus-^ N G r..?'' ''/ ^°"s die vom conservative.« Hei u R. Gurncy eingebrachte, vom Solicitor - General n.cht ,n se.ner a.ntlichcn Eigenschaft unterfing und ^/ "^?Ä""^' """ »'wissen Vorbc allcn cm-Pfohlenc B.ll Nr. 1 verwarfen, giugcn sie von dcr Än-stcht m,s- daß es gefahrl.ch fei. die ohnehiu gelockerten Vande dcr Ehe durch m.c Vermöa.cuslren,n,ng noch lnehr zn lockcllt und dem Manne Vermögensrechte zu "'liehen, ohne ihn seiner ans jenen Rechts» entsprin- nallwk verschinäht stolz die kleinlichen Ausflüchte, klopft sich an die Brnst und läßt sich uns Commando freisprechen. Nur bei Verbrechen, die vor den ordentlichen Gerichtshof kommen, bcnöthigt mau noch die geheimen ungrcifbarm Mächte. So gall es denn auch im Pc-tardcnproccß, den Nachweis zu führen, daß die scch? An-gcllaglen durch die Bant schuldlos nnd ganz andere, verborgene Triebfedern im Spiele fticn. Die Angeklagten hatten sich als dic «Männrr vom Älanit" gcrirl. nnd ihre Proclamations so nulcrzcichnet; als dcr Pro-ccß begann, galt es also zunächst den Olanbcu zu verbreiten: der eigentliche Gchcimbnno vom Blanit bestehe, von dcr Polizei uucnldeckt. noch ruhig sott, man pro ccssirc gcgen Unschuldige. Deshalb wurdcn jene Placate ausgestreut, übcr dercu Lluffindcn iu allen Gassen Ihncn seinerzeit telegraphisch berichtet worden: rohe Abzüge cineS mit chemischer Tinte gezeichneten Vildcs, Giskra. Herbst, und Hasncr am Galgen darstellend, mit dcr Unterschrift: „Die vom Glanil." Das Stückchen halte keinen anderen Zweck als den Vertheidigern beim Plai-doyer dic Behauptung zu ermöglichen: man habe cs nicht mit dem wahren Gchcimbundc zu thuu. In gleicher Weise beriefen sich die Hauplcingctlagtcn auf unbekannt!,', abwesende, namenlose Vculc. welche die eigentlichen Keiler gewesen seien. Einem dieser Unbekannten, einem gewissen Kornalik. ist man auf dcr Lpnr; dcr Patron hattc die Flncht ergriffen, nicht etwa hochucriälhischcr llnitricbc wegen, sondern weil cr ganz gemeinc Gauner-slückchcn verübt. Uhren und Ringe entführt halle u. dgl. Der saubere Vogel soll iu dcr Äocca. nach anderen Nachrichten vercilö in Ruhland sein. Eine Hauptrolle aber ließen die Angeklagten einen ^ Todten spielen, einen jungen Taugenichts. Namens Schaffner. der eine Zeitlang Schriftsetzer gewesen, dann seinen El. lern zur Vasl gefallen wa«. nnd. nachdem ein flühercr Scllislmortwlrsnch mißaliickt. sich endlich an cinem Na-ael anfliünatc und lMacn lilieb. Diesc» Selbstmord der ungefähr in dic Zeit des Pctardenallcnlals fiel, benutzten die Auqeklaglcn für sich, indem sie analen-besagter Schaffner fei der Pctardenlcgcr. Nun stellt cs sich heraus, daß dic meisten Angeklagten den Schaffner gar nicht kannten, daß cr nichts m,t ihncn zu thun gc> habt hat, und zur Zeit der Explosion ruhig daheim gewesen ist. Die Zeugenaussagen, welche dieS bestätigten, aaben dcr Verhandlung '.„gleich jcnc oben srwä'.mlc Wendung. Schaffners Vater nnd Schwester haben näm lich obendrein das Unglück Deutsche und des czechischcn Idioms gar nicht mächtig zu sein; als sie nun vor dem Gerichtshof ihre Aussagen ablegten, brach dcr Unwille des Publicums los. nnd machten sich in Pfeifen. Zischen nud höhnendem Gelächter Luft. Der Vater des gendcn Pflichten zu entlassen. Nach der cuglischcn Gesetzgebung kann die 7v'.au überhaupt kein Vermögen besitzen, das iln nicht hciralsconlractlich anögcsetzt ist; alles, was sie sonst ererbt odcr crwirt't, gehört dcm Manne. Die Frau ist überhaupt leine rechtliche Person und kann auf dein Eivilwcg weder klagen noch verklagt werden. Das ist hart nnd führt oft zn Eonflictcn. deren Verhütung auf dcm Wege der Gesetzgebung uns ebenso sehr im Inlereffc dc« Mannes als in dcm dcs Wcib?s zn liegen scheint, Daß dcr Mann unter dcr Härte dcr bestehenden ehelichen Eigcrlthnmsgcsctzc zn' weilen empfindlich zn leiden hat. kann uns drr folgende, eben vor der Court of Common Plcas als Appellations» instanz entschiedene Fall zeigen. Ein in Kingston cinc elegante Villa bewohnender Elly'Kanfmann hattc da«? Unglück, daß seine Frau scinc täglichen Reisen nach dcr City bcnuhle, nm mit cincm andcrn verheirateten Mann ein ^icbcsvcihällniß anzu^ knüpfen nnd schließlich nach Devonshire durchzugehen. Das kommt freilich alle Tagc vor, ohne daß sich die Rechtspflege darnm zu bekümmern brancht. Im vorliegenden Fall waren die Umstände jedoch ziemlich nngc< wohnlich. Dci- Enifülncr stchöllc weder ;ur Classe der Reitknechte noch zn derjenigen dcr Hilfsgcisllichcn. welche, nach den Annalen dcs EheschcidungSaerichtS zu schließen, sür englische Ladies von zarter Empfindsamkeit unwiderstehlich sein müssen; sondern c, war nach übcrcinstim mcndcn Zcnqcnanssagcn cin roher Kerl, ein gemeiner d''t,ti!^'-ml!!> (professionirtcr Wetlni, welcher Ursache halle, seinen wirklichen Namen unter cincm angenom-menen zu verbergen, und, wie dcr Erfolg lehrte, wenig,r an die Gefühle als an die Sovereigns seiner Angcbclelcn dachte. Fran Haytcr verließ also ihren Gallen nnd ihre zwei Kinder nnd lieh sich von diescm Kerl nach Devon- ! Selbstmörders sagte in gedrückter, aber ruhiger Weise iaus: daß sein Sohn stets im Hause gelebt, mit den Angeklagten nic zu lhun gehabt, sich um Politik niemals in seinem ^cbcn gekümmert habe; schon er wurde schr mißfällig empfangen; der wahre ^ärm viach aber erst los, als die Schwester dcs Todten ihre ÄuSsagen machte. Als anch sie unbarmherzig verhöhnt ward, rih ihrem zwciundscchszinjährigen Vater die Geduld, und zum Präsidcntcnlisch gewendet rief cr halb klauend halb verwundert: „Ja, mein Gott, kann man denn nicht einmal vor Gericht die Wahrheit sagen ohne insultirt zu werden?" Auf diese Interpellation hin verwandelte der Gerichtshof die Verhandlung in eine geheime, und in dcr oben erwähnten Weise wurden die deutschen Ionrnalisten ausgeschlossen. Da haben Sie ein kleine« Pröbchcn, wie cS bci uns zu ^ande zugeht. Noch muß ich cineS gewaltigen Scandals Erwähnung lhun, zu welchem der Petardenproceß den nächsten Anlaß gegeben — eines Scandals, der innerhalb dcr czechischcn Partei sich abspielt, und seines gleicben in den Annalen dcr politischrn und dcr ^ileralur-Ge« schichte unserer Zeit fuchl. Das in Wien erscheinende Feudalcn-Oraan „Vaterland" brachte nämlich vor eini« aen Taacn line Coiicipondcnz aus Prag, in welcher aulählich des Processes Kcrber behauptet wurde: einer dcr Hauploertielcr dcr c^echischrn Literatur und Vewe-gung flehe als äßout iiwvocHttmr im Dienste drr Po» lizcibchörde, und habe gegen die fechS Angeklagten gra» vircndc Aussagen gemacht, nachdem er sie zuvor zu dcr Gcheimbundspielcrci selbst vcllcitet. Die tmsigen alt» czechischen Organe „Polrol" und „Politik" druckten dicsc Beschuldigung wörtlich nach; die junqczechischen „Narodni ^iny" traten für die Unschuld des solcherge» sialt Bcsckuldigteu in die Zchranken, uud der Compro« mitlirte selbst fordert öffentlich jenen Eorrefponder.ten anf. ^ll ciklürcn: ober ihn gemeint habe (darüber lann wahrhaftig lcin Zweifel sein. A. d. C ). und nähere Vt-wcisc beizutil innen. Dic Scnsul'cm, welche differ Hwischci'fall er-^cn.f, kann ich nnr dadulch drn Lesern im Aneland an, nähernd zu veranschnilichen suchen, daß ich sie bitte, sich vorznstlUc«: rS wä'e in Dculschland acuen Geidel odcr Freiligralh die Anklage e»hobcn worden, als Spion im Dienste der Geheimpolizei zu slchen. Und uch dieser Veralrich hinkt noch gewollia,. Denn bet aller warmen Veichrung und Wcrthschäyunq dieslr >ic>oolma,e»ocn Dichter dürfen wir nie vcr^rss^u, daß lici dcm N.ichlhum an piodnclion K'üflen unsere Li» lcratur schließlich, so namhast drr Einfl,>ß der Genannten anch qcwesen, doch auch ohne sie ihre Oe<' dculnng, ihrrn unoergänglichln Glanz behauptet hülle, shire entführen. Dort lebten sie mehrere Wochen in idyllischem ^icbcsglück. bis ihr Liebhaber, nachdem er das von idr milgcnommenc Geld durchgcbracht halle, er» faltete nnd sic siyen licß. Kurz nach ihrer Entführung liefen zwei Rechnungen bci ihrem Gatten ein, die eine sin 20 Pf. St. r>on eincm LufuSwaarenhändler und die anderc für !29 Pf. St. von cincm Seiden» und Putz-waarenhändler. Sie bildeten die okU8ä des Processes. Beide Klagen wnrdcn zunächst anhängig gemacht bei der Om,t.v-s'«m'i l3chuldge,ichl5hofj in Kingston. Herr Haylcr bcslrilt seine Verbindlichkeit, da die Schulden acgen sein Wissen nnd Willen gemacht worden seien und sich ans Gegenstände beziehen, die nicht als „nothwendige ^l'ensbcdürfnisse" (ii^- . betrachtet werden könnten. Er wies nach.'dni cr F'nu eine fixe und vollslänb!« genügende Summe fur ihre Garderobe ansgcsrtzt nnd jährlich bc,ahll - daß sie diese Schul-den zu dcm bestlmmten Zwcck ihrer ehcllckcn Untreue conlrahirt habe. um sich für die ,omant>schc Fahrt nach Devonshire glänzend zu eqnipi'c" und ,hrcm Liebhaber Gcscl'rnlc zn machen — daß sie drn größeren Theil der anf seinen Credit gekauften Seidenstoffe sogar noch un-g/»,achl mügenommcn nnd in Devonshire verseht hab?. Oic Ann>ä!lc bcr Kläger bcslrillcn diese Thatsachen nicht; abcr sic bestanden darauf, daß die von Frau Hayler auf oen Cicdil ihrcS Gallen genommenen Gegenstände „noth. wendige Vcbenobcdurfmssc" scicn und dahrr von diesem l'czahlt werden mühten. Auf der kleineren Rechnuncl fiqnlirtcn: cinc Guitarre, eine silberne Tabaksdose eine kostbare Cigarrcnbüchse. cinc Kiste tchlcr Havana Ciaar. rcn u. s. w. Alle diese Dinge hatlc die Dame crwi.scncr. maßen lhrcn' ehebrecherischen Liebhaber zum Mschcnse gemacht; aber dcr Klüger erklärte sie fiir mn""»">,', nnd verlangte einr ^>uy zur Entscheidung. Die O^ 293 daß sie nur zwei stolze Stämme mehr sind in einem Rlesenwalde, dessen melodischem Rauschen Mit» und Nachwelt hingerissen lauschen. Wie ganz anders bei den Czechen, wo als Koryphäe ein Mann gefeiert wird, der bei unS im nächsten Dccennium spurlos vergessen gewesen wäre. Hier hängt das Leben der Literatur an zwanzig Augen, beruht ihre Bedeutung auf acht bis zehn. Ein Meß-Katalog der Firma Hmrichs zählt ungefähr ebenso viele Bände auf, als die czcchische Literatur überhaupt umfaßt. Durch die vierzig Jahre, welche die czechische Literatur überhaupt erst wieder lebt, ziehen sich acht bis zehn Namen, an die sich alle Be< deulung des Geleisteten, aller Stolz des Vollsstammes knüpft. Und jetzt reißen Sie aus dieser spärlichen Zahl einen Namen heraus - - den Namen eines Mannes, der feit 1836 an der Spitze der literarischen, seit 1848 auch an der der politischen Bewegung steht; den Namen eines Mannes, der alt geworden und arm geblieben im unausgesetzten Dienste der Partei, der als Dichter, Literarhistoriker, VolkSredner und Journalist, nebenbei auch als nationaler Märtyrer, gefeiert worden; eines Mannes endlich, welcher gegenwältig unleugbar der bedeutendste Träger der schönen Literatur überhaupt ist. und auf diesen Mann werfen Sie die unauslöschliche Makel, daß er der besoldete Polizci'Ngent eben jener Regierung, jeiuö Systems sci, gegen das er seit fast zwanzig Jahren rastlos gelämpft. Bei dcr Offenheit, mit welcher die klägliche Sache hier verhandelt wird, kann ich den Namen des Angeklagten ruhig nennen: es ist Karl Sabina, der sich früher auch SabinSky genannt Daß Ihnen dieser Name vermuthlich giblonsty. Tyl ist er der ge daher bei ihren Verbieten von einem natürlichen o^rit äs corps geleitet werden, thaten wirklich den Ausspruch: daß die erwähnten LuxuSgegcnstände nothwendige Lebensbedürfnisse seien, und dcm Richter der ^'omitv-^ourt blieb daher nichts übrig, als den Beklagten zur Vezah« lung der kleineren Rechnung zu verurlhcilcn. Die Forderung dcs Seidcnwaarenhändlcrs erklärte er aus eigener Machtvollkommenheit für begründet, um dein Beklagten den Weg zur Appellation nicht abzuschneiden; denn gegen einen Iuryspruch lann nur Nichtigkeitsbeschwerde, aber keine Appellation erhoben werden. Die Verhandlungen vor dem oberm Gerichtshof waren, was der ?6imv-H>1illei- „sehr interessant" nennt, und reichlich mit den nicht immer sehr znrten und selten geistreichen Späßen gewürzt, die hier zum Handwerks, zeug der „Profession," der Richter und Advocate,,, ge< hören. Einer der Richter meinte: eS würde doch sehr hart sein, zu verlangen und durch einen gerichtlich ent« schiedenen Präccdcnzfall die Regel aufzustellen, daß ein Mann den Entführer seiner Frau mit Tadat und Rauch» Utensilicn zu versehen habe. Aber der Advocat des Gläubigers plaidirte: das Rauchen sei l,ci fashionable» Damen so sehr in der Mode, daß sein Client ein Recht habe, die betreffenden Gegenstände alc> „nothwendige Lebensbedürfnisse," für welche der Gatte aufkommen müsse, betrachtet zu sehen. Viel Gelächter und ein Kreuzfeuer von M zu wenig in die Verhältnisse eingeweiht; aber zwei Bemerkungen tonnen wir angesichts dieses Skandals nicht unterdrücken: vorerst, daß es, wenn auch nicht zu entschuldigen, so doch zu erklären wärc, wenn er wirtlich zu diesem Erwerbsmittel gegriffen hätte, für's zweite aber, daß — man täusche sich nicht — wenn Sabina wirtlich im Dienste der Poli^ci stünde und reden wollte, ganz an» derc Dinge ans Tageslicht kommen und ganz andere Persönlichkeiten compromiltir! erscheinen würden, als die sechs Opfer des Pctardenprocesses. Zur Charakteristik unserer Znständc aber ist diese unsaubere Skandal« geschichtc ein nicht zu unterschätzender Beitrag. Politische Uebersicht. «aibach, 22, Februar. Der „Pester Lloyd" enthielt im Abeubblatte Nr. 39 nebst einigen Mittheilungen über die Amtöwirtsamkeit dcs Grafen Rozwadowsti, ok Notiz, daß sich der Ackcrbamn'lnister sofort nach seinem Amtsantritte veranlaßt gesehen habc, den Rechnungsrath Held mit außerordentlicher Vollmacht behufs Einleitung einer Untersuchung nach Radautz zu scnd n. Diese Notiz cnt> hält nach der „Wr. Abendpost" Unwahres. Der Rech-nungsralh hat die Rcisc nach Nadautz lediglich zur Vornahme einer C^sscnscontrinmg und einer Revision der Rechnungsführung bei dem dorian Gestüte nntcr-nommcl,: eistcres, um cincn i» dcn bestehenden Normen begründeten Act regelmäßiger Coi'.trolc zu ül^n; letzteres, um an Ort und Stelle Information üb>.r die Zweckmäßigkeit aUfälliger Vereinfachungen in dcm Vcr-rcchnnnqswesen bei diescm Geslülc einzuholen. Ueber die Aufnahme deS Urtheils im Präger Hochoerrath s p rocesse, das vorigen Samstag Nachmittags gefällt wurde, liegt folgender Bericht in der „Bohemia" vor: Vor dem Thore dcs Strafgerichts-gedäudes hatte eine große Ansammlung von Personen stattgefunden, welche erwarteten, das; die Publication deS Urtheils öffentlich erfolgen wcrde. Eö war dasselbe Pu> blicum, welches durch scin unanständiges Benehmen sei» nerzeit den Ausschluß der Ocffcntlichteit von der Verhandlung herbeigeführt halte, und welches auch dieömal die Berichterslatler der deutschen Journale, als diesclbcn das Gebäude betraten, untcr Pfeifen und Gelächter pas-siren ließ. Als sich diele Mcnge, obgleich ihr bcdrntel wurde, daß sie nicht eingelassen würde, nicht entfernen wollte, mußte die SichcrhcitSwachc einschreiten, um den Platz frei zu machen. Die einzelnen Haufen zogcn sich darauf in einige Entfernung zurück, blieben aber bis ,um Einbrüche der Dämmerung dort. Buben, welche Pfeifchen bei sich halten, machten sich das Vergnügen, namentlich solche Personen auszupfeifen. die für Civil-wachmänner gehalten wurden. Ein junger Mensch, welcher der Aufforderung cincs Polizei'Commissärs, sich zu entfernen, nicht Folge leistete, fondern eine freche Antwort gab. wurde verhaftet. Im norddeutschen Reichstage hat die Adrcßfrage ihre Entscheidung gefunden. Es wird die Thronrede nicht beantwortet werden. Die Fraction der Fortschrittsp irtci hat einstimmig den Beschluß gc-faßt, bei der Berathung dcS Strafgesetzbuchs im Reichs tage dic Aufhebung der Todesstrafe zu bcan« tragen. Ueber das Concil bringen wir weiter unten die neuesten Nachrichten prima l'lioiu als nothwendige Lebensbedürfnisse einer respectable» Lady bctrachtcn könne, zumal wenn diese als Geschenke für einen Liebhaber bestimmt seien; daß der Spruch der Jury der Evidcnz widerspreche und dic Entscheidung daher einer andern Jury vor einem höher» Gerichtshof anheimnestcllt wcrden müssc. Was dagegen die Forderung des Seidenwaarenhändlers betraf, so wurde diese in der Appellationsinstanz einer Jury unterbreitet, und das Verdict der Geschwornen erklärte: daß die frag. lichen Seidenstoffe wirklich l!<^c,88!iri^ seien. Herr Hayter wurde daher zur Bezahlung endgiltig vcrurtheilt. Die Proceßtostcn übersteigen jetzt schon den Betrag der streitigen Rechnungen, und werden, da der erste Fall nochmals vor eine Jury kommt, tioch steigen. Einstweilen ist nur entschieden, daß der Mann seine Frau zu einer Entführung standesgemäß ausstatten muß. Ob er auch die Geschenke, welche sie ihrem Liebhaber zu machen für gut findet, zn bezahlen habe. bleibt noch immer in der Schwebe; aber sowie wir die Gescllschaflsclassen kennen, aus welchen dic englischen Geschwornen genommen werden, zweifeln wir keinen Augenblick, daß auch diese Entscheidung gegen den unglücklichen Ehemann ans-fallen wird. Daß nnter solchen Umständen dic ehelichen Eigenthumsverhältnisse cincr Reform dringend bedürftig sind, muß jeder vernünftige Mensch zugeben; nur ist es sehr fraglich, ob die von Herrn Russell-Gurncy bereits wieder eingebrachte Bill so aus dem Parlament hervorgehen wcrde, wie die Cmancipationsdamen wünschen. Wenn sie Rechte beanspruchen, so müssen sie auch Pflichten überuehmcn, und die billigste dürfte sein, daß sie sich für romantische Abenteuer auf eigene Kosten cquipi-ren, und den Liebhaber nicht auf Rechnung des Gatten beschenken. Ein gewichtiges Araument, das die Frln. Becker, Aus Rom, 20. Fcwlar, wird gemeldet: Die Carnevalsfcstlichkeilen hcld.n begonnen. Die Polizei fand an dc>! Mancrn dcr Sludl Pasquille gegen die Unfehl» barkcit dcö Papstes. In Paris hält dic Fragc dcr Auflösung des gesetzgebenden Körpers dic Gcinüthcr in Aufregung. Der Kaiser ist derselben abgenagt, indem cr vermuthlich die von den Neuwahleu untrennbare Aufregung fürchtet. Ab.r auch die Minister sind gegen die Auflösung. Daö „Parlemcnt" cititt möitlich folgende Aeußerung OllivicrS: „Die Auflösung der Kammer wird im Gaiizc» nur von eincm Olitzcnd Journalisten verlang, welche cg nicht erwarten lönncn, in das Palais Vom-bon zu lammen. Wir bedauern sehr, der Einsicht dieser Herren beraubt zu sein, adcr wir können, wir dürfen und wir wollen nicht uns ihncu zuliebe der gegenwärtigen Kamme», berauben, dercn Majorität mit der Rc^ giernng Hand in Hand uchl. Was mich betrifft, fo bin ich aus dcr Majorität herumgegangen und wünsche, mit ihr zu lebcn und zu stcrben." Rochefort setzt von seinem Gefängniß von Saint Magic aus, den Kampf gcgcu das Kaiserreich fort. Die «Marseillaise" vom 18. d, uciusfentlicht folgenden Brief ihres Chef-Redacteurs: „Magie. 17. Februar 1870. Meinc licdcn Freunde! Wenn Ihr meinen Attitel nicht erhalten habt, so geschah dic»? lediglich. weil der Hcrr Poli-,ci-Präfect allen Gesehn z»m Trotz dieses lit'cra-rische Eigenthum confiscircn zu sollen geglaubt hat. Laßt ihn doch wissen, daß ich in meiner Wohnnng eine sehr schöne Stutzuhr Louis Xlil. habe nnd kein Grund vorliegt, daß er mir nicht auch diesc nehme. Bisb/r tonnten dic ihrc Gcfänssnißstrafe abbüßenden Iourna-listen ungehindert in die Blätter, denen sie angehörten, weiter schreiben. Allerdmgo waren sie nicht Volksvertreter. Mir, der ich ein solchcr bin, schließt man nicht nur den Mund, sondern ma» zerbricht mir auch die Feder in den Händen, indem man mir verbietet, an der „Marseillaise" mitzuarbeiten. Dergestalt, daß ich, wenn irgend ein DnaM d? la Dieudonncrie (Anspielung auf das Mitglied der äußersten Rcchte Dugu6 dc la Fauconnerie) sich wie neulich eine öffentliche Impertinenz gcgen mich erlaubt, weder auf der Tribüne noch in meiucm Blatt das Wort zu einer persönlichen Ve mcrlung verlangen kann. Es ist nicht mehr genug, die Abgeordneten einzukerkern, man hungert sie noch aus. Ich wciß wirklich noch nicht, wie ich mich aus dcr Affaire ziehen werde, ich, dcr ich lediglich von meiner Arbeit lcde, und dem man gleichzeitig seine Bezüge als Mitglied des «esehgebenden Körpers und seine Hilfsquellen a!ö Schriftsteller entzieht. Ich gehöre nicht, wic Fräulein Hortcnsc Schneider oder Herr Emile Ollivicr, ;um Hausc des Vicelönia,S von Eaypten. Ein vorsichtiger Revolutionär sollte sich immer einen Türken für die Stunde der Noth in Reserve halten. Wenn ich eS wagte, würde ich den Kaiser um dic besondere Gunst bitten, in den Wertstätten von Wlagie mit den Straf' lingen deS Hauses Strohschuhc anfertigen zil dürfen. Ich habe mir sagen lassen, daß cin kräftiger Mann, wenn cr gute fünfzehn Stunden arbeitet, es immerhin auf fünf Sous per Tag bringen kann. Aber werde ich diesc Erlaubniß erhalten? Ich habe so viel Feinde in den Tuilericn. Gleichviel, wenn dcr erste Bezirk sich mit der Art. wie man seinen Erwählten behandelt, nicht zufrieden zeigt, so ist cr, das muß man gestchen, ungeheuer empfindlich. Tausend Hündcdrücke. Henri Rochefort, Abgeordneter von Paris." Betsic Parker, Emily Faithful u. f. w. für die politische Gleichstellung des weiblichen Geschlechts in das Feld führen, ist dic aus dcr Criminalstatistik erhärtete Äc» hauptung: daß daS Weib im Punkte der Sittlichkeit dem Mann überlegen sei. Ohne Zweifel übersteigt die Zahl der männlichen Strafgefangenen dic dcr weiblichen um mehr als 5i<) Proccnt, und steht im Verhältniß von 3 zu 1. Ob dieS jedoch einen richtigen Maßstab zur Bc-urtheilung des sittliche« Werthes der beiden Geschlechter« abgeben könne, läßt sich auS guten Gründen bezweifclllM Ganz abgesehen von dcr sittlichen Verwahrlosung, ge< hört zur Begehung eines flagranten Verbrechens cin Grad von physischer Kraft und Energie, der dcm Weibe nicht gegeben ist. Charakter, Natur und gesellschaftliche Stel lung schließen eS von der Initiative dcr Handlung im guten und im bösen Sinn aus. Noch dazu ist die Fra» das verzogene Kind dcr englischen CriminalrechtSpflcge, und wird auch in den Gerichtshöfen mit einer Galan teric behandelt deren Vortheile dem härteren Geschlechte versagt sind. M ES gibt hier mehrere philanthropische Bcreine (^^ mlüc ?,'0w<:t.im! ttosü'nlil^), dic sich den Schutz des schwachen Weibes viel hartes Geld und viel zartes Gc< fühl kosten lassen, um das Wcib gegen dic Brutalität des Mannes zn schützen. Sie verfolgen auf Kosten dcr Gesellschaft in allen Fällen welche eine Mißhandlung des schwachen Weibes zu implicircn scheinen, und finden m den Polizei- und Criminalgerichtshöfen williges Gehör. An solchen Fällen der Brutalität fehlt cs in England leider nicht. Wenn dcr Mann cin Weib durchgeprügelt hat, so gibt cs leine mildernden Umstände, cr tann sich, namentlich wenn die gerichtliche Verfolgung von cmcr der Protectionsgesellschaften betrieben wird, auf mindc-stens sechs Monate Gefängniß gefaßt machen. Wenn 294 Vom ökumenischen Concil. Immer wieder (schreibt der Correspondent der "Mg. Ztg.') tritt das Bild dcs von dcn Schlangen umwundenen kaotoon vor meine Seele; dann wieder meine ich dcn strategischen Künsten, dcn geschickten Evolutionen eines Feldherrn zuzuschauen, der mit seinem an Zahl überlegenen Heere eine lleine Oegnerschaar so zu umzingeln sucht, daß sie ohne Schwertstreich die Waffen strecken und sich auf Gnade und Ungnade crgc^ den muß. Die Ucbermacht auf der einen Seile ist ganz ungeheuer; obenan der Papst, dessen bloßer Name und Titel schon eine ganze Armee anfwiegt; dazu gerade ein Papst wie Pius, den man 24 Jahre lang mit Huldigungen, mit Schmeicheleien in einem Grade, wie es noch nie bei irgend einem Papste dagewesen, überschüttet hat - ein Papst, gewohnt, mit seinen Augenbrauen den römischen Olymp erbeben zu machen; sodann die Cardinäle, die Prälaten, der ganze geistliche Stab der Congregalioncn, der päpstlichen Famiglia, alle völlig einig und entschlossen, die 0 Bischöfe gerichtet. Aber wie soll es nun weiter gehen? Der Widerstand ist zäh und beharrlich. Jedes neue Schema trägt so unverkennbar das Gepräge entweder der jesuitischen oder der curialcn Interessen, daß die Bifchöfc immer vorsichtiger, bedenklicher, zurückhaltender werden müssen. Sätze von unermeßlicher Tragweite sollen sie votireu' z. B. den Satz, daß die kirchlichen Gesetze, alle so gut wie die künftig erst zu machenden, stets den bürgerlichen vorgehen und ihnen dcrogircn sollen, und damit nichts an der Deutlichkeit dcr Absicb' ten mangle, gcbcn dic Jesuiten in ihrcr officiosen ,.Ci» villä" gleich dcn praktischen Commcntar dc^u, daß etwaige Maßnahmen dcr Regierungen gcgen dic kirchlichen Uebergriffc in das bürgerliche Gcbict nnd gegen Anfruf zur Nübclttctling dcr VandcSgcsctzc die Gewissen de r U n tc rthanc n nicht vcrpflich ten würden. Das beigefügte Anathcm für jeden, welcher die Ent-lrüftnng dcr Civilgcsetze durch die kirchlichen (päpstlichen) Verordnungen nicht amlkcnncn wird, ist ein gar schwa« cher Trost für dic Bischöfe; dcnn die Erfahrung lehrl ab,c.v cinc Frau dcn Mann durchgeprügelt oder ucrwuu' det hat, nnd dieser klagt, so wird rr ansgelachl. und die Iran kommt gewöhnlich init dcr Ac,Pflichtnng ..frieden ;u halten gegen a!lc Nnlcrlhanen ^hrcr Majestät" davon. Uulcr den Molivcn des Verbrechen« steht in Eng-Md o.c Trunkenheit obenan. Dcr P0lizcnichlcr von Marlborough Street. Hr. Knor, hatte dieser Tage eincn ,M zn entschildcn. in welchem cinc inil ihrem Säug-Img im Arm betrunken medergesallcnc nnd aus dcr Htraßc aufgelesene Frmi als An-Magle Mniilc, Oa? Weib war dcm Polizeirichtcr bekannt, d^i er sic wcgcn ähnlicher Vorgänge unzähligemale zn n mahnen und zu bestrafen gehabt hatte. Ihr Gatte war ursprünglich ein wohlhabender und allgemein geachteter Bcwohncr des Districts. Das Weib war täglich bctrnntcn, und hatte selbst die Betten vcrfctzt, um sich Geld für Branntwein zu verschaffen; die Kinder wnrdcn von ihr zum Betteln und zum Stehlen angehalten, um ihre Mnllcr mit den ^tltteln zur Befriedigung ihres Hanges zn vcrschcn. ^er Mcum. dcr früher ciu wohlhabender Vadenhallcr gc Uin'^°I' "'!^ jetzt als Taglöhncr ein hartcö nnd d. ^ ^"' Dcr Polizcirichter schickte das Weib ^'s °^..7^"gmü, und erklärte wörtlich : ..Mcinc lange w^sm ^^^emG^ lältt mich zweifeln, ob ^.N. ^ d°« Laster dcr Trunkenheit nicht ns-^ ^<, ^V^" "blichen als nnter dem mäun-n .?^ l,abc ich nicht dcn ge- ringst nZwe.fel, aß es untcr dcn Frauen entsittlicht der wlrlt als uuter dcn Männcrn." Was sägen die Emanc.pat.onSdamen zu dieser ..Erfahrung" des ältesten Pollzc.nchwö m Londou ? Oder ist der nnler de.n weiblichen Geschlecht wnlhende Saufwahnsinu auch uns Rechnung der männlichen Tyrannei zu setzen? Ein Uhrmacher von Chertsey. Namens tte Roy, allzu häufig, daß Gerichtshöfe und Staatsbeamte überhaupt sich um die Excommunicalionen, mil welchen sie in dcr Erfüllung ihrcr Amtspflichten bclcgt werden, nicht zn kümmern pflegen. Dic Bischöfe sehen daher nur endlosen Collisionen und Reibungen mit den Staatsgewalten, mit ganzen Schichten dcr Bevöllcruug in ihrer Heimat entgegen, und wenn ihnen hier immer wieder die Jesuiten alS bewährte und siegreiche Mitstreiter empfohlen werden in dem Kriege, dcr gcgen Regierungen. Verfassungen und Gesetze geführt werden soll. so schütteln die meisten bedenklich und gar nicht so sicgcsfreudig dcn Kopf. Die 300 bischöflichen Pflcgesohne des Papstes losten täglich 25,000 Francs, nnd das macht die hübsche Summe von 1,500.000 Francs für zwei sterile Mo-»ate, in welchen diese wackeren Männcr zwar viel gesessen sind, aber noch nichts crscsscn haben — denn dcr alte kirchliche Spruch „kowäimg vineit goäsnäo" ist hicr einmal nicht eingetroffen. Dem Pupst w,rt> nun doch allgemach für diesen täglichen Aufwand bange, und nach Alt dcr großen Herren, welche das Mißlingen dcr eigenen Plane gern dcn verfehlten Ralhschlagen ihrer Untergebenen zur Last legen, sagte er dieser Taqc in einem Anfing von Verdruß.- „?sr 5uria äi kl-mi in-tMidil«, mi tariwuo l'Mro." sI„ ihrer W„lh. mich mfallibcl zu mache», machen sie mich noch fall,l.) ^ Die Veihandlnna/N dcö Concile sollen als» abgc-tüizt und beschleunig melden. Zugleich wird ihm nbcr uon dcm Stoffe, dcn es zu bewältigen nnd in Decre» ttn lind (5>ino»cs volilcn joll, inch's Geschenks. Dem» nach mnß dic Geschäftsordnung gläiitcll werden. Cardinal Antonclli s^gt nnn: ..es würden zu viele und zu lanac Reden gehalten, die Reden sollen also aanz ans hören und die Bischöfe blos ihre Bemcr» lnnacn der belassenden Commission der Pierundzwanzig (oder dcr Petitions Commission) sch riftlich ciureichcn." Ocn bittere» Traut sucht cr den Bischöfen dmch die ^ Bemclluna zu versüßen, rS sci zn il,',cnl eigenen Gesten so bcschlosscn; dcnn da sie dish > durch das l.u,,ic Titzcn und Anl'ölcn uon Reden so iniidc gcwordtn, miißt^n sie nun froh sein, dirsc, Vast ledig zu wcrdcn. Die Bischöfe empfinden indeß dieses srendige Gefühl nicht, sondnn fagcl,, damil sci alich noch dcr letzte Rest l'vn co n cil ia r isch c r Freiheit vernichtet. Mit schmerzliche, Sehnsucht gedenkt nun lnancker Bischof dcs Eoncils vonTlicnt, wo doch, wie arg anch der italicnischc Ucbermulh sich dort geberdctl', die Ora» lorcn del Nlounlchcn, der spanische, de> fran^ösifchc, dcn fren'dcn Pinlalen schützend znr Seite standen uu!> manch.- Gewaltlhal dcr ^c^tc» v.lhindesllN. Jetzt vcr-sichcil Aütonclll jcdcm Diplo-lwtcn, dcr cin Wort nbcr duS ucisi^illlosc Bc,f^'l)lcl, nild Über dcn st^ittüfemdl'-chcn Ehulaktel ec, piopmiill^l! Bcschlüssc üußcrl, dicsc Dingc sci.'n »nil' theologisch zu nehiucn, fur die Schule und dic Theorie bestimmt; in dcr Praxis weide die päpstliche Cnlic sich weisci Mäßigung ^fleißigen nnd sich mit dm Rcgicrut'gcn auf freundschoftlichen Fuß stell cn. Soviel ich wuhlüehinen lann, besteht in dcu Kiei» scn dea römischcn Elc,»s nnd ihrcr bischöflichen Fieunde a>:ch j^tzt noch die Ueberzeugung daß i>n driüc» Schema das Unfchlbaltrils'Dogma in einer allenfalls clwaö gc> lnildcltcn, abl^r lcichl dcl'nbarcn nnd dcn hiesigen Be-düifnisscn völlig genügenden F»lM ^'om Eoncil werde lu^cncnmmn ivcrden, Z c s^g.'n: Wir l^sscn zücist ob- stand vor kurzem vor dem Gericht unter dcr Anllagc dcr grausamen Vergewaltigung, dic cr gcgcu scine Frau verndl habcu sollte. Wirk!ich halle der kunstfertige Mann cinc ciscruc Mnstc geluachl, n'clchc scinc Frau tragen mnßlc, nnd auch cincn mit Eiscnstäbcn vergitterten 5lä< sig. in wclchcu cr sic gelegentlich einsperrte. Dic Gc-schichte, wclchc dcr giausamc Mann von scincm ehelichen ^cbcn zll crzählcn. und durch glaubwürdige Zeugen zu evlMcn hatte, war leider cinc sehr gewöhnliche, abcr doch cinc ninndlich traurige. Er hattc allcö versucht um sciuc Frau zu vcrhindcru sich zu bclrinken. Allc scine Anstrengungen halten sich als vergeblich erwiesen. Wcnn er sie einschloß, so sprang sie aus dcm Fenster, um in das Wirthshans zu gelangen. Wcnn cr ihr lein Geld gab, so verschtc sie ihre und ihrcr Kinder Kleidung. Er glaubte nicht.' daß eö ihm möglich gewesen, sic seil drei Monaten cin einzigcn Tag nüchtern zu erhalten. Da endlich, in der Verzweiflung, kam er auf dcn Gedanken zu uerfuchcn, ob cr durch Maske nnd Käfig ctwas ausrichten könnc. Vergebens! Auch in dcr Maske wußte dic Frau vermittelst eines Strohhalms Branntwein zn schlürfen. Das Weib bekannte, daß alles ihic Schnld sci, und daß ihr Gallc sic liebevoller behandle, als sic verdiene. Maske und Käfig wurden confiscirl; abcr dcr Mann nnr verpflichtet, ..Frieden zu halten." An demselben Abend war das Weib wieder betrunken nnd schlug dic Fenster in ihrem eigenen Haus cin! Doch gcnng davon. Wir könnten diese Beispiele leicht vervielfältigen; aber der Gegenstand ist in dcr That zu ekelhaft, um ausgedehnt zu werden. Die Eman-lipationodamcn werden fich jedoch nach stichhaltigern Argumenten umsehen müssen, wcnn sie dcn höhern Grad dcr Sittlichkeit für ihr Geschlecht beanspruchen wollen. l'Allg. Ztg.) stimmen über die Opportunitätsfrage, darüber kann dle einfache Stimmenmehrheit ganz gut entscheiden; hat sie eigentlich mit 400 oder 410 Adrrßstimmen bereits cnt« schieden, so müssen dieser Enlschcidnilg die Bischöfe, selbst wenn sie mit Nein gestimmt haben, sich doch nach« her unterwerfen, müssen also zur Abstimmung über das Dvljma selber, d. h. zur E>llärung, ob sie persönlich den Papst für dogmatisch fchlbar oder für unfehlbar halleu, schreiten. Sobald dirs erreicht ist, cllvarle,» die Römer, wcrdcn nichl wsnige Bischöfe, vor allen der von Mainz und mit diesem hoffentlich noch viele be«: bishtligcn Rcmonstrantcn, zu ihnen herüberkommen und ihren Glauben an die päpstliche Unfehlbarkeit bekennen. In welcher Einllciduna. fie es thun mögen, ist am Ende filcichliillia. Schließlich wird uns eine tlcinc Schaar ohf stinatcr Prälaten noch übrig bleiben und wirb silolM' rcn; man wild sie reden lassen und dann mit einer ganz iibclwälligenden Mehrheit von vielleicht 700 Stimmen dtr Ncll verkündigen, daß sie infallib«l>stlsch gt» worden sei. Hagesneuigkeiten — (Uebertritt von d«m Riiu« eine? Kirche zu dem anderen) Die bischöflichen Ordinariate der drei katholischen Ritus in Galizien haben bei de« Ministerium fllr Cultus und Unterricht eine Vorstellung überreicht, in welcher mit Beziehung auf Art. 1b des Staatsqrnndgcsetzes vom 21. December 1867 über die all» gemeinen Rechte der Staatsbürger der Ueberlrm von einem katholischen Ritus zu dem anderen als eine innere tirch« liche Angelegenheit bezeichnet wird, für deren Behandlung nicht das Gefetz vom 25. Mai 16Y6, sondern die hierüber vereinbarlen kirchlichen Normen zur Richischnur zu dienen hallen, Uebcrdies werden in dieser Vorstellung die mehrfachen Unzukömmlichkeiten betont, die sich in Galizien ergeben würden, wenn behufs der Vewerkstelligung des Ueber, trittes von einem katholischen Ritus zu dem andern die He-stimmungen des Artikels 6 des Gesetzes vom 2b. Mai 18S8 in Vollzug gebracht wlirden. Der Erzbischof ritus lati'ui von Lembera, hat in einer Currende vom 18. September 1869 dem Elcrus seiner Erzdiöcese die Grundfähe der er» wähnleu Vorstellung als maßgebend fUr die Angelegenheit dcö ÄituSwcchscls bezeichnet. Hierilber eröffnete der Herr Minister fUr Cultus und Unterricht im Einvernehmen mlt dem Herrn Minister des Innern dem Leiter der l. t. Stalt-halterci für Galizien, daß die oben erwähnte Anweisung des Erzdischofs litug Iktini von Lemberg für das Ge» wissen Derjenigen, welche von einem Ritus zum anderen übertreten wollen, ihre Berechtigung haben wag, in wel, cher Richtung es den kirchlichen Organen anheimgestellt bleibt, die Vorschriften der in Rede stehenden Anweisung innerhalb der ihrer Wirksamkeit durch die Slaatsgrundgeseht vora.ezeichnete» Grenzen in AiisfUhrung zu bringen. Die laiserliche Neqieruna. mnß aber fin den Bereich ihrer dies, fälligen Amlswirtsamleit die geschlichen Bestimmungen zur Richtschnur nehmen, nach welchen Niemand zu einer tilch-lichen Handlung oder zur Theilnahme an einer kirchlichen ! Feierlichkeit gezwungen werden darf (Art. 14 des Staats« arunogesehes vom 21. December 1867) und nach vollen« oetem 14. Lebensjahre Jedermann die freie Wahl des Nc» ligionsbetennlnifses nach seiner eigenen Ueberzeugung hat und in dieser freien Nahl von der Behörde zu schUhen ist (Art. 4 des Gesetzes vom 25. Mai 1ZS8). Diesen gesetzlichen Anordnungen würden die Organe der Slaalsver» waltung zuwiderhandeln, wcnn sie den Angehörigen eine« talhvlischen Ritus zwingen wollten, bei demselben zu verbleiben, bis ihm der Uebertrilt zu einem anderen, gleich« falls katholischen Ritus von jenen gestaltet wirb, denen dies nach den kirchlichen Vorschriften zusteht. Wenn der Be-treffende verlangt, daß sein Austritt aus dem Nitus, zu dem er bisher zuständig war, gesetzliche Wirlungen habe, so bedarf cö hiczn nach der klaren Bestimmung deS Art. 6 deö Gesetzes vom 25. Mai 1668 nichts weiter als der Meldung seines Austrittes bei der politischen Behörde. Was aber dcn Eintritt in eine andere Kirche oder in einen anderen Ritus derselben Kirche betrifft, so verlangt das mehrcrwähnle Gesetz vum 25. Mai 1866 blos, daß der Eintretende seinen beabsichtigten Eintritt 'in die neugewählle Kirche oder Religionsgesellschaft (Nitus) dem betreffenden Vorsteher oder Seelsorger perfönlich erkläre, woraus selbst, verständlich mit Rücksicht auf Art. 15, des Gesetzes vom 21. December 1867 nicht gefolgert werden lann, daß dl« ncugewählte Kirche oder Neligionsgenossenschaft gezwungen wnden könne, sich den au« einer anderen Kirche oder aus eiuem anderen Mus derselben K.rche Ausgetretenen bei-zugesellen. Derselbe wird vielmehr, bis er d« Ausnahme erlangt, angesichts der Staatsverwaltung als zu lemer Kirche oder Rcligionsgesellschaft gehörig zu behandeln sem. Nur auf diese Weise kann in der in Rede stehenden Angelegenheit dic durch die Staalsgrundgesetze jedermann ge. währlcistetc volle Glaubens- und Gewissensfreiheit mit der jeder gesetzlich anerkannten Kirche und ReligionSgenossen» schast durch diefelben Gesetze zugesicherten selbständigen Ord» mmg und Verwaltung ihrer inneren Angelegenheiten ver« cinbart werden. — (Zum Wiener Fetzerstrile.) Sonntag Vor. nlittag fand eine Cetzerversammlung statt. Es wurden sehr lebhaste Reden gefichrt und das Resultat roar, daß man ..ausharren" müsse. Von Verhandlungen' ist vorder. Hand leine Rede. 295 Locales. — (Das letzte Burgerkränzchen am nächsten Sonntag) kann, wie bekannt, auch in Maske besucht werden, und dürfte von dieser Freiheit, wie man hört, vielseitig Gebrauch gemacht werden. Das Vallcomitö hat beschlossen, um nach Möglichkeit die Controle ausüben zu können, daß an diesem Abend der Eintritt in den Saal sowohl als auf die Galerie durchaus nur gegen Vorweisung einer Eintrittskarte stattfinden darf, eine Demas-kirung dagegen beim Eintritt nicht stattzufinden habe. — (Sä ngerab end.) Kommenden Samstag veranstaltet der Männerchor der philharmonischen Gesellschaft auf der Schießstätte einen Sängerabend für die Gesellschaftsmitglieder, wobei durchgehends neue Chöre aufgeführt werden. — (Ernennung.) Das k. k. Oberlandesgericht fUr Steiermart, Kärnten und Krain hat den Rechts-pratnkanten in Laibach Toußaint Deu, zum nicht ad-julirten Auscultanten für das Herzogthum Krain ernannt. — (Theater.) Den Theaterbesuchern steht bereits am 5. März der Genuß bevor, den berühmten Hofschauspieler Lewinsky als „Franz Moor" zu bewundern. Das Konsortium wird es sich angelegen sein lassen, den Künstler auch für eine zweite Gastrolle zu gewinnen. In den nächsten Tagen kommt von einem heimischen Autor daS Schauspiel: „Blaues Blut" zur Aufführung, welches alle Freunde frischen Ideenganges, scharfer Charatterzeich-nunI und blühender Diktion unbezweifelt anziehen wird. Es dürfte zum Benefiz des braven Charakterdarstellers Paus er gewählt werden. Korrespondenz Aus Tberkrain, 22. Februar. Der gestern, den 21. d., von den Beamten der Kronpriuz-Rudolfsbahn in Radmannsdorf veranstaltete Ball war eines der schönsten Feste, die je in unserer Gegend gefeiert wurden. Aus allen Gegenden strömten die geladenen Gäste herbei, um in den prachtvoll decorirten Appartements der gräflich Thurn'fchen Herrschaft unter den Klängen Der Laibacher Militärmusitcapelle bis zum frühen Morgen dem edlen Vergnügen zu huldigen. Das Buffet entsprach den Anforderungen dcr exquisitesten Gourmands. Samstag den 19. d. starb in Gutenfeld, Pfarre Möschnach, Herr Lorenz Kocianöiö im Alter von 72 Jahren. Derselbe war als Jäger und Bergsteiger in ganz Overtrain und auch in Kärnten bekannt und hat in Düngern Jahren die höchste Spitze des Triglav mehrmal erklommen. Auch als Steinmetz im grünen Ottoler Stein florirte er in dcr ganzen Gegend. Er war der Vater des in Afrika verstorbenen Missionärs und Freundes Knoblechers, Johann Kocianö,«!, sowie Vater des in Graz domicilirenden Bild' Hauers und Sleinmctzes Alois Kociankiö. Oeffentliche Danksagung. Der Verein der krainischen Sparcasse hat in der Generalversammlung zur Unterstützung bedürftiger Schüler der hiesigen Lehrerbildungsfchulc den Betrag von Zweihundert, und für die Betheilung der die Sonntagsschule besuchenden Lehrjungen mit Schulrequisiten Einhundert Gulden bestimmt, fUr welche großmüthige Spende die gefertigte Direction im Namen der zu Betheilenden den verbindlichsten Dank ausdrückt. Direction der t. k. Lehrerbildungsschule, Vaibach den 22. Februar 1870. Wer sich bei einer grostartiqen Gcldverlosuua. ohnc grosic Kosten zu bclheiligcn Lust hat, dcn machen wir aus dic im heutige,, Blatt . Renette Post. In Betreff d, worauf die Ver. sammelten sich zcrstreulcn, Albe«! Nemcth intcrpcllirte den UnterhanSPrüsioenten Weste» delTrnppcnanfstcllnng. Dcr Präsident wies unter allseitigem Beifall die In» terpcllation als nnnchüriq zurück. Ncmcth wurdc von seiner Partei mit Vorwürfen überhäuft. In Betreff der Verhandlung mit Ungnrn bezüglich der Uebernahme einer S taat s sch ul d qu ote anläßlich dcr EiuucrlciblMli der Militär^,^!lze wird berichtet, daß dieselbe bisher kein Resultat hatlc. Das diesseitige Ministerium bestehe auf dcr Erhöhung d:r ungarischen Quote zur Zahlung der Staatsschuldcnzinsen. In Pest ist cin erheblicher Thcil der Schriftsetzer zur Arbeit zurückgekehrt. Aus Paris 21. d. wird berichtet, daß die Tags vorher stattgefundcne Hoftafcl iu dcu Tnilerien zu Ehrcn Sr. lais. Hoheit des Hcrru Er^l)cr^of,s Albrecht sehr glänzend war. Der Erzherzog saß zwischen der Kaiserin und dem Printen Napoleon. - Im gesetzgebenden Kör» per griff Jules Favre das Ministerium un und warf ihm vor, daß cö Blut fließen ließ. Daru erwiderte: Nicht wir haben Blut vergossen, sondern das Blut unserer Agenten floß. Favrc saalc darauf, daß daS Cabinet weniger liberal und tolerant sei nls die frühere persönliche Regierung. Auch dcr Friede sei nicht sse^ sichert. Nenn das Ministerium cin parlamentarisches sei, müsfc rs dic Kammer auflösen, dann werden seine Partei es unterstützen. Dcr ehemalige Minister Pinard sprach für das Cabinet, dessen Programm Ausbildung des allgemeinen Stimmrcchts durch Decentralisktion sein solle. Telegraphisch? Wecks»-lcc:nsr '.'am 22, Februar, 5pcrc. MelalliPicö 61.—. — 5perc. Metalliques mit Mai» imd November-Ziuse» 61.- , - 5pcrc. Natioual-Anlchcu 7<».85. — 1860er Staatstaulehen 96.—. Vanlactien 726. - Credit, Aclicn 266.50 — ^'l „dm, 184,10. - Silber 121,35. K, ! Ducats! 5»3>. Handel und Wolkswirlljschastliches. zlvainbura, "l Februar, :>l>if dem heuiicicu Äiarltr siud cischicnen: 66 Wagcü mit Oelreidc, :-< Waczen' mil Hcu und Stroh, 18 Wagen mit Holz, 9 Wagcu mit Speck, ^l ^'ücl Schweine von 16—24 tr. pr. Pfd. T> nrchschnittS-P reise._______^________ Wcizcu Pr. Metzru 5 4!) Äutter pr. Pfund , — 42 ,lior» „ 3 40 Graupen pr. Maß , Orrsl. „ - — Ei^r Pr. Stück . , - '^i Hafer ,. ^ 50 Milch pr. Mnsl > " l0 Haldsroch! „ 3 «0 Nludfleisch pr. Psd, - !9 Heiden „ 3 20 Kalbfleisch ,. - 22 Hirse ,, 3 30 Hchweiueflrllll) „ ii0 Kuluruh „ 3 1») HchüPsrüfleisch ,. Erdapfel „ , 70 Hilhudcl pr. S!i,6 — ij»i üillsm .. - — Tauben „ .. ,4 Erbsni ,. - - Hcu ftr. Zentner , , .10 ssisolcu ,. .l ^^ Stroh ,. . «(, Ruldsschmlllz pr. Pfd. — l><» >Vol,. harlci«, pr. >llsl 6 w Schweiucschmal; „ ^ 34 -- welche, „ 4 30 Spcct, frisch, ,. — ^ Wnu, rother. pr.Ein.sr -- - Speck, geräuchert. Pfd. -- .....wcifier „ - - Nudolfswerth, 2l. Februar. Die Durchschnitt« - Preist stellten sich auf dem heutigm Marlte, wie folgt: st- l'. ^st. lr.' Weizen Per Metzen 5 l0^ Butter Pr. Pfund . — 4^ Korn ,. 3 10 Eier pr. Stucl . . — I! Gerste ,. 8 5s. Milch pr. Maß . - . 1" Hafer „ 1 95) Niudfleisch pr. Pfd, - ^'^ Halbftlichl „ 4 l« Kalbfleisch „ — 26 Hciom „ 3 °L0 Schweinefleisch „ — ^ Hirse „ 2 ^^ Tchüpsenfleisch „ — ^ KuluriN, „ :^ Hähudcl pr, Stlllt — !><> Erdäpfr, „ 1 4l) Taubeu „ - 24 i.'iusc» ,. 4 80 Heu pr, Centner . 1 5.0 Erbsen „ 4 «<> Stroh „ . 1 ^ Fisolen ,. 3 U4 Holz, harte«, ftr. Klft. 6 5'0 Niud^schiualz pr, Pfd, — 45 — weiches, ,. — — Schweineschmalz ., - 40 Wein,rather, pr,Limer 6 59 Specl, slisch. „ — 30 weißer .. 5 ^ 50 Spcct, geräuchert, Pfd. — 3«', ^ Anftekom»,ene Fremde. Am 21, F.liruar. Ttadt Wien. Die Herren Hirist, Handlsn,,, uon Oberu -Hoceliar, Kaufn,., vou Oblal Schotter, Handelsm . uon Radencl-. . Ktalzer, Haudel^»!., von Gotischer. Almos' lechuer, uon Cilli, Breiudl, ^,!,l?nieur. vou Wien. Martin, Haudelsm., voll Purdeuoll,, - Dollenz, Gutübcs , vini Präwald. Dr. Spazapau, l, l. Notar, vou Wippach. Dr.o, Gulsbes,, von Treffen Oras Gustav Auereper^ vc>" Molrit,. (Elefant. Die Herrcn: Gu^> . s^utslies., vou Martmra,. -Kl)»cuiq, üooperator. vou PllNNüc,, -> Nachod, Reisender, u°>' Wien, Toma». Handel«!»,, uou Kraljeuica. Poto«n>!, Nahuliccunt., von ^'emuerss. Nahui«, Nlumeuhändlrr, >on Veuox, - Vcsser, Ksin.. vmi Lripziq - Orel, Ksm, von Cilli. Nruder, its,,,., von Wien, Bri, Buchhalter. uoil Plauin«'. Ärndaschni. Privatier, u^i, Seiscuberg. Tlnakcr. Heule! Das Peusiouat, Operette, und: Verwechselte Annonce», Vustspiel. ^^^Z 2 - ? t! ». ^ !l '' ^ ! " ^ ^"r, 6"U'Mg, '31tt"«9"'.'^ wiudftill '' Nebel'' ! ^3, 2 „ N. cl:»,<5 1' 1 , NW. z. starts, g bewöltt! 0.,,.' 10 M. r Wär,,,,' I 0 4°, nm l>-6" itber dem Normale. V,,aiililiortlicher Nedacleii!.' ^cznaz v. Kleinmay r. W H«h. Nep. Plautz, Hnndlleuiaun, gibt in seinem M « »»5 im Namlii seiner Eo!:„, Hohann, Julius. Al- W W ?.">' Ferdinand. Robert, Josef. Heinrich ""d W ^ Ludwig, fniu'lv Schwiesieriochlrr Pauline »»d (5u- W W ^." «'/."^. 6"lc'.lm"m die höchst delrlwcude Nachricht W W ?n, -'lulrdeii^ ^mcr niüiMelicbleu Gatlin, respective W ^ .'.'tutter, Schwiegermutter nud Großmutter, dcr Frau M > Zoseftue Uautz «cb. WoMsch > ^ welche „ach lurzem beiden, uerfchm mit dcu Tröstun- ^ ^ lM der heil, Rcligiuil, am 21, d. M. inn l Uhr Nacht« M ^ im 51. ^elieuöjahre sauft in, Herru cutschlafeu ist. M ^ Dai« ^iche!!l>lcjii. d. M. um 5 Uhr Nachmil' W ^ la^ vom Hause Nr, liii am nltcu Marlt statt. M ^ Die heil, Eeclmmessen werdeu i» dcr I)iesia.eu Stadt. W ^> Pfarrkirche zn St, Jacob sam?tag den 5», März gc- ^ ^> lescu wcrdcu. ^> ^ Die theuere Perblich^ue wird dem fronimen An- ^ ^W denleu empfohlcn. laibach, am 2!i. Februar 1^70. NiislpNllpsls^t Asien, 2l, Februar. Das heutige Vorgcschäft befolgte die schon gchcru nngetreteue steigende Richtung. Um 12 Uhr schlosscu: Credit 266.!>0, Aualo 330l. Napulcoüed'or I,,,^^»v»,^»»4/T. 9.9»^ Lombarden 243.40. Dic Bürse selbst brachte leine bemerkensmerlhe Aenderung hervor. Zur Erllarnngszeit shalb 1 Uhr) notirte man: Credit 266 70-90 Aualo 3M, Tramway 1l>:^, Napoleonsd'or U70-i>1. Lombard?» 243.50—70. . u H. ?lllstemeinc Staatsschuld. ssiir 100 fl. Gc'd Wn Einheitliche Gtaatsschuld zu 5 pCt.: iu Noteil verzins!. Mai-November 60.70 60,75 „ „ ,. ssebruar-Angust - .— -. - „ Silber „ Jänner-Juli . 70.75 70.80 « „ ,. Apnl-October, -..- -.-. Sltutraulehen rückzahlbar (^) -— —-^ kos« v,1.1839 . . . . ^. .232^-233!-„ „ 1854 (4 °/,) zn 250 fl. 90.- 90 25) ,. .. I860 zu 500 fl. . . 96.40 96.60 ,. „ 1860 zu 100 st. . . 1<>2.?5 1l>3.^ „ 1864 zu 100 ft. . .121 d() 121.90 GtaatslDomäuen-Pfandbricfe zu 120 ft. ü W. in TUber . . 125.— 125 o0 >l. v»runl»entlastungK'Vbligationrn< Filr 100 fl. ,,._. Geld Waare M«,^ - - - - ,u5pTt 9350 9450 Ganten.....5 74. 74.,,-, Nicder-Oeslerrcich. . "5" A50 .)« ' Ober-Oesterreich . . '.' ?. '/ ^?^ ^ ^ Siebenbi!ra.en ... „ 5 .. 7550 7«— Stelermail ... « 5 « ^5^ ^ ^, UnzaNl .... » b „ 7»,25 7v.7k>i O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Anglo-ästerr. Baul abgest, . . 33075 33l. Anglo-ungar. «ant .... 97. - 98.-Bodcn-^reditanslalt .... 328— 332.— Kreditanstalt f, Handel u. Gew. . 267.20 267.40 Kreditanstalt, ailgem. ungar. . 86 50 87.-Escompte-Gesellschaft, u. ü. . . 980. 986.--Frauco-österr. ^anl . . , . 111.50 112.- Gemralbanl.......65.50 66,— Nationalbanl. . . , 725 — 727.— Niederländische Vant , . . . l»3 -- 93.50 Vereinsbaut......92.50 93.-. VerlehrZbaul.......117-117.50 Wiener Nanl......70,- 71..- ». Actien von TvanHportunterneh, lllungeu. ^^'ld Waare Alföld-Fiumantr Bahn . . . 173.50 174.- Vühm. Westbahn.....23l.— 232.— Carl-Ludwig-Bahu.....235.25 235.75 Donau-Dampsschifff. Gesellsch. . 602.— 603 — Elisabeth-Westbahn.....192.50 193 - FerdiullndS-Nordbahll , . . 2120,50 2130. - Fuuflnchcu-Varcser-Bahu , . 181. - 181.50 ftrauz-Iosevh«,Bllb,n .... 187.50 188.- > Ltmv«g-C,Vahu .... 93.60 9380 O.TaU-Ludw.V.i.S.verz.I.Sm. 102. 10250 ! Geld Maalt Ocsien. Nordwestbahu , . . . 9490 l,4,l^ Sirbenb. Äahu in Silber vcrz. . l»s) ii5 90 ^ GtaatSb. 0.3"/« ^ 500 Fr. „l. Em. 142 — 14^ ,Si!db.G.3"«i.500ssn>. „ . . 12175 1'^ ' .Südb.-ÄonS 6«/, (1870 74) -> 500 str^e...... 247.25 247.?«' «. Privatlose lpcr Tlllck.) Crcditaustall f. Handel u. Gew. Gelb Waare zu 100 si. ö W......160 . 16"-''" Nudolf.Tllftuug zu 10 st. . . 15.50 U>.— N5echsel (3M«>u,) Geld Waare Augsburg für 100 fl, südd. W. 103.25 103.40 ssraulfurt a.M. 100 fl. dcttu 103 30 l03 l>0 Hamburg, silr 100 Marl Vauco 9l.60 91 ?.' iloudon, filr 10 Pfund Gterlmg 1241" l24.^.' Pnri«. s«r 100 Francs . . . 49,30 49 3) (5o«rH der Geldsorten Geld Waar' K. Münz-Dllcnie, . 5 fl. 82 lr. 5 st. A ". Napoieousd'or . . 9 „ 90 ., !' " ^ " Vcrciuöthalcr. . . 1 „ 82j.. l « »^ .. Silber , . 121 ^ 25 „ 12! „ 75 ,. Kramischc OruudenllaNnuy«!-Obli8llll°ne", l'' Y°,unt!tnu»: «6, - <3'ld. 94W°«'l