>' Nr. 293. PlHnumelatlon»p«el«: Im somptolr ganzj. fi. II. halbj. st. 5 »0, Fl!» die Zustellung «n» H«u« halbj. 50 lr. Mit d« Post «an,<, fi. 15, halb», fi. 7 !ic». Freitag, 22. Dezember. Instltl«»»,«»»«: Ulk Ne«»e Ins«»»« «» p, 4 Zlll» »5 ll., glöhne v« Z«»l« « l, , bel »fte«» wilbtlholullgln P»l Z«il« » ll. 1882. Amtlicher Theil. Gesetz vom 17. Dezember 1882, betreffend die Forterheb ung der Steuern und Abgaben, dann die Bestreitung des Slaatsaufwandes in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende März 1883. Mit Zustimmung beider Häuser des Reichsralhes finde Ich anzuordnen wie folgt: §1. Die Regierung wird ermächtigt, die bestehenden directen und indirecten Steuern und Abgaben sammt Zufchlägen nach Maßgabe der gegenwärtig gil-tigen Gesteuerungsgesetze. und zwar die Zuschläge zur Erwerbsteuer und zur Einkommensteuer in der durch das Finanzgeseh vom 29. März 1882 (R. G. Bl. Nr. 33) bestimmten Höhe, in der Zeit vom I. Jänner bis Ende März 1883 fortzuerheben. § 2. Die in der Zeit vom 1. Jänner bis letzten März 1883 sich ergebenden Ve,wallungsauslagen sind nach Erfordernis für Rechnung der durch das Finanz-geseh für das Jahr 1883 bei den bezügliche» Capiteln und Titeln festzustellenden Credite zu bestreiten. § 3. Mit dem Vollzuge dieses Gesetzes, welches mit 1. Jänner 1883 in Wirksamkeit tritt, wird der Finanzminister beauftragt. Gödöllö am 17. Dezember 1882. Franz Iofeph m. p. Taaffem. p. Ziemiatkowski m. p. Fallen« haynln. p. Prajäkm. p. Conrad m.p. Wel-sersheimbm. p. Dunajewskim. p. Pinom. p. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 18. Dezember d. I. dem Sectionsrathe im Justizministerium Dr. Emil S t e i n b a ch in Anerkennung seiner vorzuglichen Dienste den Titel und Charakter eines Ministerial, j rathes allergnädigst zu verleihen geruht. __________ Prajak m. p. Erkenntnisse. Da» l. t. Landesgericht Wien als Pressgericht hat aus Nntran der l. l. Staatsanwaltschaft erlaimt, dass der Inhalt des in der periodischen Druckschrift „Klopsholz" vom 10. Dezember 18«2, Nr. 1«, enthaltenen elften ArtilclS mit der Aufschrift „Im Zeichen der Ehre" in den Stellen von „Was ist an dem Schaden schuld?" bis „a.ea.en uns zusammenstehen", von „Nber ein anderes Motiv" bi« „der lla,sischcn Periode würdia, ist", von „Dem gegenüber mussten wir" bis „wenn wir uns schwach zeigten", sowie des aus Seite 6 mlhaltencn Aufsaßes mit der «lujschrist „Holzhausen am Heimwege von der Tribüne" in der Stelle von „Ist das ein Geist" bis „fix noch einmal" das Vergehen nach 8 302 St. G. begründe, und hat nach 3 493 St. P, O. das Verbot der Wciterverbrcitun« dieser Druckschrift ausgesprochen. Das t. l, Kandrsgericht Wien als Pressgericht hat auf Antrag der l. l, Staatsaiiwallschnst rrlamil, dass der Inhalt des in der periodischen Druckschrift „Trll-phon", Wochenblatt für das gesummte Volt, Budapest, Sonntag, den 10 Dezember 1882, Nr. 5. erschienenen ersten Ärtilels «it der Ucbcrschrift „Der Winter als Philosoph für die Reichen und Armen", sowie des vierten Artikels mit der Ucberschnft „Auch ein Wort über den Normalarlieilstaa," das Vergehen nach 8 302 St, G, begründe. u»d hat nach 8 493 St. P, O da« Verbot der Weiter» Verbreitung dieser Druckschrift »usgesprochen. Nichtamtlicher ^heil Se. Majestät derKaiser haben, wie die „Brünner Zeitung" mittheilt, der Pfarrgemeinde Popowih 200 st. zu spenden geruht. Se. k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Krön» prinz Erzherzog Rudolf hat, wie das «Präger Abendblatt" mittheilt, in Würdigung der humanitären Zwecke, welche anzustreben der Feuerwehr-Landes' Eentralverband für Böhmen mit dem Sitze in B>lin sich zur Aufgabe gestellt hat, übel dessen Bitte da« Prolectorat über diesen Verband übernommen. Zur Lage. Die „Wiener Nbenbpost" schreibt: Ein Wiener Correspondent der „Frankfurter Zeitung" gibt in der letzten Nummer dieses Blattes folgende — wie sagen wir doch geschwind — folgende Unqeniertheit zum Besten: „Die neulich im Vudqet.Ausschusse ge« pflogene Discussion über 5/n „unanständigen" Ton (?) ,der osftciösen Presse hat, wie es scheint, einen wohl» lhätigen Einfluss aus die Sprache der „Wiener Abend« post" geübt." — Da wir uns deffen nicht bewussl sind, je die Stilblüten des wackeren Mannes copiert zu haben, der in der „Frankfurter Zeitung" sein Licht leuchten läfst, so wussten wir nicht, wann und wo wir uns gegen den Anstand und den guten Ton ver-gangen hätten. Es hat auch unsere« Wissens im Budget.Ausschüsse lein Mensch die „Wiener Abend, post" in Discussion gezogen. Wir haben daher keinen Grund, den erwähnten „wohlthätigen Einfluss", der gewissen 8oi-äi8aut „unabhängigen" Blättern gegen« über jedenfalls mehr am Platze wäre, auf uns ein. wirken zu lassen. Die „Wehr-Zeitung" bespricht die Auslas. sungen des Abgeordneten Schösset gelegentlich der Debatte über da« Rekrutencontingent für !883 und erklärt, es sei lein Grund vorhanden, derlei pessimi» yische Anschauungen über die Nrmeereform zu hegen, wie der genannte Abgeordnete gethan. »Die neue Heeres-Organisation — so schreibt das Blatt —> vollzieht sich ganz anstandslos, der Uebergang ist mit den relativ geringsten Schwierigkeiten verbunden, und die Armee wird dadurch in ihrer Schlagfertigkeit durchaus nicht beeinträchtigt. Oefterreich'Ungarn ift ein Polyglotter Staat, und gewisse Eigenthümlichkeiten der einzelnen Länder erheischen bei uns auf unzähligen Gebieten Rücksichtnahmen, die wohl anderwärts nicht bestehen und auch nicht nothwendig find. Diesen österreichisch-eigenthümlichen Verhältnissen muss aber auch in militärischen Dingen Rechnung getragen werden, und da tritt stets der Fall ein, dass fremde Schablonen für unsere Zustände als ganz unbrauchbar flch erweisen. D es mag vielleicht auch ein Vrund gewesen sein, dass die beiden Abgeordneten Schöffel und Baron Hackelberg sich diesmal in ganz ungewöhnlicher Weise allarmiert zeigten - — Thatsache iobess^n ift ein ganz ruhiges und gefahrloses Abwickln der Heeresreformen, die ungeschädigte Schlagfestigkeit des Heeres und der ungetlüdt gute. vortreffliche Geist der mächtig sich fühlenden österreichisch.ungarischen Armee." Die „Gemeinde-Zeitung" bemerkt anlas», lich des Austrittes der Vertreter de« Landesaulschuffe« und der Wiener Gemeinde au« dem niederösterreichi-schen Landesschulrathe: „Wie wir über Abstinenz. Politik denken, ist längst bekannt. Solche Specialitäten finden wohl keine Analogie in einheitlichen Nationali-tälsstaaten und stellen den Parlamentarismus auf den Kopf. Folgerichtig gäbe es nie eine Minorität, hoch-stens eine eventuell beschlussunfähige Majorität. Da» ist dann der Tag des Absolutismus." Aus Budapest wird unterm 20. Dezember berichtet: In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses reichte der Präsident des volkswirtschaftlichen Ausschusses Baroh einen Ve-richt über die Vorlage betreffs der provisorischen Be« freiung vom Vetreidezolle für Tirol ein. — Im In-terpellationsbuche ist Gabriel Ugron mit einer Interpellation an den Ministerpräsidenten über die auswärtige Lage vorgemerkt. — Die Vorlage über die Bedeckung de« Deficites vom Jahre 1882 wird in dritter Lesung angenommen. — Es folgt die Debatte über da« Budgetgesetz pro 1883. llsanüby hält die gemeinsamen Angelegenheiten sür den Krebsschaben des Landes. — Präsident Pichy: Ich achte zwar die Redefreiheit, allein ich verüble e« einem lei» tenden Redner, wenn er sich unparlamentarischer Nu»- Jeuilleton. Literatur.* Die neue dreizehnte Auflage von Brockhaus' Conversations - Lexikon macht in jüngster Zrit besonder« rasche Fortschritte; sie gelangte bereit« bi« zum 45. Hefte und mit diesem zum Ende deS dritten Bande«. Alles Rühmliche, wa« von dem ersten und zweiten Bande gesagt werden konnte, findet auch in vollem Maße Anwendung auf den nun abgeschlossen vorliegenden dritten Band, da Text und Illustrationen wieder mit einander wetteifern, ebenfo Reichhaltige« Wie Vorzügliche« zu bieten. Die Illustrationen bestehen aus 27 Tafeln mit Hunderten wohlgewähller und anschaulicher Abbildungen, 5 Landkarten und sehr vielen in den Text gedruckten Holzschnitten. Von her-vorragendem Wert sind die in Buntdruck ausgesührten Tafeln, wie die Blutgefäße des Menschen und die Anfangsseite aus der sogenannten 42zeiligen Bibel, dem frühesten mit gegossenen Lettern hergestellten Buche. Der Text umfasst die Artikel Bibelgesellschaft bis Carlow, 4357 an der Zahl gegen 2112 im dritten Nande der vorigen Auflage; ihre Anzahl ist also um Mehr als das Doppelte vermehrt worden. Bei dieser 'v riesig angewachsenen Stoffülle, die übrigens ganz den, täglich an Ausdehnung gewinnenden Wissen un» lerer Zeit entspricht, ist e« natürlich nicht möglich, h'er irgendwie näher auf den Inhalt einzugehen. . * Me« in dieser Mubrll «naezelsste ist »u beziehen durch "« hiesige Vuchhanblun« Iß. v. «lei»«°,r H Fed. »amber». Unter den biographischen Artikeln wird der über Fürst Bismarck, eine nach durchaus authentischen Daten be. arbeitete Darstellung seine« Lebensganges, das allge. meinste Interesse auf sich ziehen. Reich vertreten sind wieder die naturwissenschaftlichen Fächer, desgleichen Kunst, Gewerbe und Technik in den Artikeln Biene. Vierbrauerei. Bijouterie, Bildnerei. Vimetallismus, Biskuit. Nluttstellung. Blut, Bohrmaschinen. Bor» säure. Börse. Brechung der Lichtstrahlen. Brennerei. Brot. Brücke. Buchdruckerlunst, Buchhandel. Butter-bereitung, Carbolsäure; ferner Erd- und Völkerkunde. Statistik und Geschichte. Ein willkommeneres literari. sches Weihnachtsgeschenk dürfte es kaum geben als die fertigen drei Bände der neuen Auflage von Brock» haus' Cunverslllions'Lexilon mit ihrem Reichthum an Vlldertafeln. Karten und Holzfchnitten und in den stattlichen Originaleinbänden, in welchen sie von der Verlagshandlung geliefert werden. (Ans Hartlcbens Verlag.) „Die Adria " von A. v. Schweiger'Lcrchenseld. Mit 200 Illustrationen. 18 technischen Figuren, 0 Plänen und einer großen Karte des Adriatischen Meeres. (A. H artl evens Verlag in Wien.) In 2bLieferungen ü, 30 kr. oder in zwei Halbbänden ü, 3 fl. 75 kr., complet geh. 7 st. 50 kr. oder in Original, Prachtband 9 fl. — Dieses von uns mehrfach hervorgehobene, prächtig ausgestaltete Werk llegt nun vollendet vor. Die letzten Lieferungen umfassen den Abschnitt «Venedig", — in welchem mit vielem Geschicke solche Themen behandelt werden, die sonst weniger Beachtung finden — und einen umfangreichen, sehr interessanten Anhang vor< wiegend maritimen Inhalte«. 2« war sicherlich ein glücklicher Gedanke des Verfassers, dem großen Pudli-cum die ihm wenig oder gar nicht geläufigen Themen, welche mit der See und dem Seewesen innig »usam-menhängen, in ansprechendem Gewände vorzuführen. Wir erhalten in diesem Anhange umfassenden Ausschluss über den Triester Hase bau, eine der bedeutsamsten hydrotechnischen Leistungen unserer Zeit, über die Arbeiten und das Arbeitsgebiet der Cenlral-See-behörden, über Schiffbau und Seefischerei und viele andere maritime Angelegenheiten. Unterstützt werden diese Auseinandersetzungen durch treffliche Zeichnungen und Pläne. — Wenn wir ein resümierende« Schlussurtheil über das mit Illustrationen überreich au«-qestattele Welk geben sollen, so möchten wir in erster Linie die glückliche Verschmelzung des historischen und culturgeschichtlichen Elemente« mit dem geographischen, und das feine Gefühl für landschaftliche Pelmlmalelei hervorheben. Nur auf diese Art. durch die Durch-geistigung des Stosses war es möglich, das Interesse de« Lesers von Anfang bis zu Ende rege zu erhalten. Wodurch sich aber das Werk auffallend von anderen Reisebeschreibungen unterscheidet, ist der philosophisch, speculative Ton des Vortraget in allen Angelegen« heilen, in denen es sich um die Wechselwirlungen zwischen Schauplatz und Geschichte, zwischen der Scholle und ihren B wohneri, handelt. Man nimmt allerorts wahr, dass der Autor gründliche Vorstudien gemacht hat, jeden Raum der geschilderten Gebiete aus eigener Anschauung kennt, und seine Bausteine zu einem soli« den Bau zusammengefügt sind. Da das Werk „Die Adna" so trefflich gerathen ift, wirb e« sicher eine Zierde auf dem heurigen Weihnachtstische werden. Laibacher Zeitung Nr. 293 25N6 22. Dezember 18«2. drück? bedient. (Heiterkeit.) — Csai'üdy erklärt, er sei lein leitender Redner und hab,' im eigenen Namen gesprochen. Er nimmt das Budgctgesch nicht an. — Präsident: Ich wollte den Vorredner nicht verletzen; ich habe indessen geglaubt, dass er im Namen seiner Partei spreche. (Unruhe auf der äußersten Linken.) — Helfy lehl'.t das Budgetgesetz ab, indem er und seine Partei kein Vertrauen in die Polink der Regierung haben. Szilägyi verweigert im Namen seiner Gesinnungsgenossen, welche die Politik der Regierung verurtheilen, das Budget. Madarüsz erklärt, dass sich scit dem Jahre 1878 die Lage d<>s Landes gegenüber der durch den 1867er Ausgleich geschaffenen Lage verschlechtert habe; die Regierung und ihre Partei legen Bresche in die Verfassung. Er verweigert das Budget. Ministerpräsident von Tisza erklärt, dass die Höhe des Deficites nicht der einzige Maßstab der finanziellen Lage eines Landes sei; dieselbe hat sich unstltltig gebessert. Die Nation hat bereits öfters unzweideutige Erklärungen ihres Willens abgegeben, und manifestieren die Abstimmungen des Hauses diesen Willen. Wenn sich die Mehrzahl zur Gegnerin der Negierung erklärt, werde er seinen Platz verlassen, im entgegengesetzten Falle aber denselben behalten und von demselben aus für die Interessen des Vaterlandes wirken. (Lebhafter Beifall rechts.) Das Budget-gesetz wird sodann mit großer Majorität angenommen. — Nach Annahme der Vorlage über die Kosten der FeuelsicherheitH«Mahregeln im National» Theater motiviert Ugron seine Interpellation über die auswärtige Lage. Ugron weist in Motivierung seiner Interpellation auf die allarmierenden Zeitungsnachrichten hin und ersucht die Regierung, zu erklären, ob dieselben wahr sind oder nicht. Die Interpellation lautet: Was ist Wahres daran, dass zwischen der Monarchie einer» seits und Deutschland andererseits ein Bündnis ge« schlössen wurde, und ist der Ministerpräsident geneigt, über dasselbe Aufklärungen zu ertheilen, auf wie viele Jahre dasfelbe geschlossen wurde und ob es für alle oder nur für gewisse Eventualitäten laute? Besitzt der Ministerpräsident Kennlins von kriegerischen Vor« bereitungcn an der nördlichen Grenze der Monarchie, und sind Vorkehrungen getroffen, denselben unter ollen Umständen wirksam zu begegnen? Ministerpräsident v. Tisza: Obgleich ich auf eine derartige Interpellation momentan nicht in Bezug auf jeden Punkt antworten kann, will ich dennoch, weil der Interpellant sich auf die allgemeine Beunruhigung berief, welche auch die geschäftlichen Bilanzen beeinflusse, erklären, dass die erwähnten Zeitungsnachrichten theils vollkommen unbegründet, theils übertrieben sind, und dass heute der Fliede Europas durchaus nicht gefährdet ist. (Zustimmung.) Ugron ist mit dieser Antwort nicht zufrieden, da er nicht weiß, ob die Ausdrücke „unbegründet" und „übertrieben" auf die Allianznachricht oder auf die Kriegsrüsiungcn Russlands zu beziehen sind. Eine offene Antwort wäre erwünscht; die Regierung könne, wenn das Vaterland von einem Angriffe bedroht sei, auf die Uebereinstimmung sämmtlicher Parteien rechnen. (Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident repliciert, er habe die Unmöglichkeit einer improvisierten Antwort auf eine derartige Interpellation bereits hervorgehoben und gleichzeitig bemerkt, dafs er blos zur Beruhigung der, wie der Interpellant fagte, allarmierten geschäftlichen Kreise seine obige Antwort abgab. Wcnn die» selbe zu unbestimmt schien, so formnliere er dieselbe dahin, dass ihm gegenwärtig nichts bekannt sei, was die bisherigen Friedenshosfnungen vermindere. Das von ihm gebrauchte Wort ..heute" bedeute durchaus nicht, dass heute nicht, aber morgen ja. Er wisse, dass, wie der Interpellant erklärte, bei gewissen Eventualitäten ganz Ungarn in einem Lager sei. (Leb' hafter Beifall.) — Ugron erklärt, dass er nach dieser Erklärung des Ministerpräsidenten befriedigt sei. Deutschland und Nussland. Die „Nordd. allg. Ztg." antwortet (wie telegraphisch gemeldet) auf einen Artikel des „Golos", der meinte, «es mache sich in Berlin eine gewisse Unzufriedenheit Nnssland gegenüber geltend, weil die russische Regierung nicht gesonnen sei, ihre eigenen handelspolitischen Interessen zugunsten der Interessen Deutschlands aufzuopfern". „Der „Golos" irrt sich — erwidert nun dn> ..Nordd. allg. Ztg." — Kein Politiker, der den Namen eines solchen verdient, wird daran denkm, dcr russi> schen Regierung zu verargen, dass sie Maßregeln znm Schutze russischer Boden- und Industrie-Erzeugnisse trifft; auf der anderen Seite werden russische Staats» männer es ebenso gerechtfertigt finden, wenn deutscher« seits analoge Mahregeln ergriffen werden. Von einer Unzufriedenheit unserer Staatsmänner über jene Erscheinungen auf handelspolitischem Gebiete kann daher nicht die Rede sein. Dagegen zeigt sich in Russland eine gewisse Unzufriedenheit mit Deutschland, deren Gründe mit den gegenwärtigen handelspolitischen Beziehungen nichts zu thun haben und in einer früheren Periode liegen. Es handelt sich um die Haltung Deutschlands auf dem Berliner Congresse, und dabei wird vollständig übersehen, dass Deutschland damals alle von Russland gestellten Anträge nicht nur unterstützt, sondern factisch durchgesetzt hat. — Deutschland hat bei jener Gelegenheit für Russland alles gethan, was Russland von ihm verlangte; es würde vielleicht auch weitere Forderungen oder Weigerungen Rußlands unterstützt haben, wenn letzteres selbst solche amtlich kundgegeben hätte. Mehr aber, als damals in St. Petersburg für gut befunden wurde, zu fordern, konnte Deutschland natürlich nicht unterstützen. Die russischen Angriffe auf die^, damalige deutsche Politik, welche 1879 ihren Höhepunkt erreichlen und bis heute fortdauern, sind daher ungerecht." Das „Journal de St. Pötersbourg", bezugnehmend auf den von der „Norddeutschen all« gemeinen Zeitung" reproducierten Artikel der „Mos-kauer Zeitung", sagt bezüglich der neuesten Aeußerun» gen auswärtiger Zeitungen über die Besestigungs- und Eisenbahnbauten: Es gehörte jederzeit zu den wesentlichsten Pflichten einer Regierung, die Grenzen in Verlheidiguligszustand zu setzen unter Benützung der neuesten Lehren der Wissenschaft und Erfahrung. Zu anderen Zeiten gefchah dies nicht weniger emsig als heute. Das Journal weist auf die Aeußerung der «Norddeutschen allgemeinen Zeitung" hin, dass die Interessen der beiden großen Nachbarvölker sich überall berühren, aber nicht kreuzen. Aus Paris wird unterm 19. d. M. gemeldet: In der Sitzung des Senates weist bei der Budgetdebatte Lion Say ans die begangenen Fehler hin, namentlich auf die über-mäßige Enlwicklung der ösfentlichm Arbeiten; er lobt das Cabinet, welches den Gedanken aufnahm, die Mithilfe der Piwatindustrie in Anspruch zu nehmen und mit den Eisenbahn-Gesellschaften zn verhandeln. Er hält die finanzielle Lage für besser, als sie Ribut schilderte. Von den verlangten Crediten dürften 85 Millionen gestrichen, die Ausgaben daher um die gleiche Summe vermindert werdcn. Die Schwierigkeiten der Lage rühren von einer Reihe mittelmäßiger Ernten, von Capitalsverlusten durch Svecuwtionen, endlich von der Lauheit in der Ein Hebung der Steuern her. Redner constatiert, dass die höher veranschlagten Beträge theilweisc nicht realisierbar waren. Die Situation sei demnach unangenehm, vorläufig aber wäre es nicht nöthig, zu nencn Steuern zu greifen. Man müsse indes der fortwährenden Steigerung der Ausgaben Einhalt thun und dieselben mit den Einnahmen in Verhältnis bringen. Er gibt der Regierung den Rath, mit den Pensionen und den An< forderungen für den öffentlichen Unterricht hauszuhalten und den Verschleiß geistiger Getränke zu reglementieren und einzuschränken. Redner schließt: Machen sie gute Finanzen und eine gute Politik; um das Land auf die Erneuerung der Gewalten der Kammern im Jahre 1885 vorzubereiten, darf man für diese Epoche nicht die Schwierigkeiten anhäufen. Aus Petersburg fchreibt man der „Wiener Zeitung" unterm 15. d. M.: Anfangs des vorigen Monats hat Se. Majestät der Kaiser befohlen, dem kaiferlichen Titel die Worte „Herr von Turkestan" und dem Reichswappcn den Schild von Tnrkestcm hinzuzufügen. Zum Wappenschilde wurde das Einhorn gewählt, also das Wappen der asiatischen Präfectur des römischen Reiches, welches zugleich mit dem Reiter (jetzt heil. Georg) und dem Doppeladler als Zeichen der auf Sofia Paläolog übergegangenen Erbschaft des byzantinischen Thrones von ihrem Gemahl dem Großfürsten Iwan III. Was-siljewitsch aufgenommen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde der vollständige Titel des Kaisers publiciert (Gesetzsammlung vom 15. November), aber in allen fremden Zeitungen durchaus falsch übersetzt. Die „Indcvendancc Vclge" machte sogar den Kaiser zu einem „Fürsten der Samojeden!" Ganz unsinnig ist die Uebersetzung: „Kaiser aller Reussen". Es' gibt leine Reussen. „Imperator Wferos-siisky" entspricht dem früheren Titel der Zaren von Groß-, Klein-, Weiß - Russland, Ost, West- und Nurd-Nussland, der seit Peter dem Großen in „ganz Russland" zusammengezogen wurde. Das Fürstenthum Samogitieu, woraus die „Iudcftenoance Aelge" „Sa-mojeden" machte, ist ein Theil von Lithauen und von den Shmuden bewohnt, welche ihre besondere Sprache reden, die vom Lithauischen bedeutend abweicht. »Gos-sudar" ist der alte Titel der Großfürsten und Zaren, eigentlich „der Herr". Noch heute nennt das Voll den Kaiser „Gossudar". „Zar" entspricht dem Titel König und kommt aus dem Assyrischen (Nebukadne-Zar, Na-bupola-Zar u. f. w.). Die Titel der altrufsischen Pro- AdrianBalbis „Allgemeine Eidbeschreibung." Ein Hausbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Siebente Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Josef Chavanne. Mit 400 Illustrationen und 150 Karten. In 45 Lieferungen k 40 kr. oder in IX Abtheilungen k 2 fl. (A. Hart -leb ens Verlag.) Von diesem vortrefflichen Handbuche der Erdkunde sind soeben die Lieferungen 11 bis 16 ausgegeben worden. Den Inhalt diefer prächtig ausgestatteten, ungemein reich illustrierten 6 Hefte (sie enthalten nicht weniger als 28 Vollbilder, 18 halbseitige Illustrationen und 28 Textlarten) bildet nächst der Topographie der deutschen Reichslande Elsass-Lothringen, hauptsächlich die Staatenkunde der öster-reichisch'UNgarischen Monarchie, womit auch der erste Band des Wertes seinen Abjchlusö findet. Das geographisch-statistische Bild derselben ist, soweit ein solches in den Rahmen einer allgemeinen Erdbeschreibung passt, ein erschöpfendes. Namentliche Bereicherung haben die Abschnitte über die Aodengestaltung und das Flussnetz, über das Klima, über die Industrie des Doppelstaates erfahren. Alle Angaben über die Bevölkerung und Nationalitäten der Monarchie beruhen auf den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. Dezember 1880. Das vollständige Verzeichnis aller Ortsgemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern für Cisleithanien und jener mit mehr als 5000 Einwohnern für die jenseitige Reichshälfte bildet eine schätzenswerte Beigabe und ersetzt fast ein topographisches Lexikon. Von großem Werte sind die zahlreichen Texttarten, welche zumeist im Maßstabe der Generalstabskarte, jedoch übersichtlicher gehalten, die Hauptstädte der einzelnen Kronländer zur Darstellung bringen. An Oester-reich-Ungarn schließt sich das Fürstenthum Liechleu- stein, und als Nachtrag zum Deutschen Reiche enthält noch der I. Band die neue Gerichtsnrganisation in den Staaten Deutschlands. Den II. Band eröffnet die Landes- und Staatenkunde der schweizerifchen Eid« genossenschaft. Diese Lieferungen von Balbis Erd« beschreibung werden nicht verfehlen, dem ganzen Werke neue Freunde zu gewinnen. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Das soeben ausgegebene dritte (Dezember)-H e f t des V. Jahrganges dieser empfehlenswerten geographischen Zeitschrift (A. Hartlebens Verlag in Wien; jährlich 12 Hefte k 36 kr. Prä« numerations-Preis pro Jahrgang 4 fl. 25 kr.) bringt auf 48 Seiten mit 7 Abbildungen und einer Karte folgende interessante Artikel: Im Nordwesten des Aargaus. Von Dr. Wilhelm Goetz. Mit 2 Illustrationen. — Der Schwemmkegel von Innsbruck und die Grundwasser-Verhältnisse desselben. Von Karl v. Sonllar. — Ueber Landbildun« gen im Sundagebiet. Eine Studie von Josef Ritter v. Lehnert. Mit 1 Illustration und einer Karte. — Canada. Von Dr. Rob. S. Arndt. Mit 1 Illustra-tion. — Bilder aus Ost.Afrika. I. Von Karl Berghoff. Mit 1 Illustration. — Astronomische und Phy-sikalische Geographie: Der Barnard'sche und der große Komet vom Jahre 1882. Von Dr. I. Holelschel. — Ueber die Eintheilung der Inseln. — Politische Geographie und Statistik: Das Areal Europas nach I. Strel' bitzky. — Zur Statistik Finnlands. — Schweizerische Statistik. — Tabaksbau in den Vereinigten Staalen. — Viehftand der australischen Colonien. — Kleine Mittheilungen aus allen Erdtheilen. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende: Alfred R. Wallac.. Mit 1 Porträt. — Geographische Nelro« logie. Todesfälle: Emilie Plantamour. Mit I Porträt. — Geographische und verwandte Vereine. — Vom Büchertisch. Eingegangene Bücher, Karten lc. — Kartenbeilage: ii) Allgemeine Tiefenverbällnisse der Sunda-Region lc., d) Korallenbildungen m der Sibotu-Bai. Von I. v. Lehnert. Diese gediegen redigierte Zeitschrift will in populärer, oder besser gesagt in rein wissenschaftlicher Form die wichtigsten Neuerungen im Gebiete der Geographie besprechen und auch bereits Bekanntes in speciellen Schilderungen vertiefen. Sie führt daher dem gebildeten Publicum rasch und geordnet in fortlaufenden fesselnden Uebersichten die praktischen und wissenschaftlichen Erscheinungen, Thatsachen, Entdeckungen und Bestrebungen auf geographischem Gebiete in edel populärer, zugleich aber durchaus zuverlässiger Form vor, und wurde bisher von Heft zu Heft nur reichhaltiger und interessanter. Die „Deutsche geographische Rundschau" verdient es, aus dem Tische jedes Gebil-deten zu liege», zu eifrigem Studium ihres belehrenden und fesselnden Inhaltes. Möge der „Deutschen geogr. Rundschau" auch im fünften Jahrgange das allgemeine Wohlwollen erhalten bleiben, welches dieselbe heute in der Lesewelt genießt. P. K. Roseggers Ausgewählte Schriften. Wien, A. Hartlebens Verlag. Die eben genannte Ver-lagsfinua, eine der rührigsten in Oesterreich, hat sich m,t dcr Veranstaltung dieser billigen Ausgabe der gelungensten Schöpfungen eines unserer originellsten und beliebtesten Erzähler um die deutsch-österreichische Literatur ein entschiedenes Verdienst erworben. In dem nun ebenfalls vollendet vorlirgenden Supplement dieser Auswahl (Lieferung 60 bis 80) finden wir u. a. den Erstlingsroman des steirifchen Dichters: „Der Gott- t'ail,achcr Zeitnng Vlr. 293 25N7 22. Dezember lww. viozen kommen schon unter dem Großfürsten Iwan III. Wassiljewitsch vor. Der Titel lautet: „Durch Gottes hilfreiche Gnade. Wir. Kaifer und Selbstherrfcher von ganz Rufsland, Moskau, Kiew, Wladimir, Nowgorod, Zar von Kafan, Zar von Astrachan, Zar von Polen, Zar von Sibirien, Zar des laurischeu Chersonesus, Zar von Grusinien, Herr von Pjlow, Großfürst von Smolensk, Lithauen, Volhyn, Podolien und Finnland; Fürst von Ehstland, Liev-land, Kurland und Semigallen. Samogitien, Bjelostok, Karelien, Twer, Iugrien, Perm, Wjatka, Volgarien und anderer; Herr und Großfürst von Nowgorod des niederen Landes, Tschernigow, Rjäjan, Polohk, Rostow, Iaroslaw, Vylelosero, Udolien, Obdorien, Kondinien. Witebsl. Mstiflawsl und der ganzen nordischen Ge« gend Gebieter; und Herr von Iwerien, Kartalinien, des labardinskischen Landes und des Gebietes von Armenien; der tscherkefsischen und Bergfürsten und anderer erblicher Herr und Gebieter. Herr von Tur. lestan; Erbe von Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, Stormarn, Ditmarsen und Oldenburg, u. s. w., u. s. w., u. f. w." Bolgarien ist das Land an der Wolga, wo heute Nischny'Nowgorod liegt. Hier lebten die Bulgaren jahrhundertelang, gründeten den berühmten makarischen Weltmarkt und wanderten später, von den Russcu verdrängt, nach den Donau-Gebieten aus. Entgegen den Angaben gewisser Berliner Blätter ist der neue Gouverneur von Riga, Herr Kammer« Herr Dm. Schewitsch, durchaus lein Panslavift. sondern ein wohlwollender, achtbarer Mann, den Graf Tolstoi aus der großen Anzahl der Gouverneure ausgesucht hat, um in den Ostsee»Provinzen das Vertrauen wieder herzustellen. Herr Manassei'n ist nun auch in Mi tau angelangt, hat die Behörden empfangen und wird nun in der musterhaft veiwaltelen Provinz seine In» spection beginnen. Hoffentlich ist in kurzer Zeit seine Arbeit vollendet, und erwartet man mit Spannung deren Resultat. Der gerechte Minister des Innern hat bereits etklält, dass er die Besprechung der Via ^ nasseHn'schen Vorschläge nur mit Hinzuziehung von Deputierten der in den Ostsee-Provinzen bestehenden Behörden vornehmen werde. Uebrigens bemüht sich Graf Tolstoi mit lobenswertem Eifer, allen zu seinem Ressort gehörenden Ele» menten gerecht zu werdcu. und ist gegen den ernsten, würdigen Staatsmann nie eine Klage laut geworden. Was die geheime Verbindung junger Leute, an° geblich zum persönlichen Schuhe der kaiserlichen Fa< milie, betrifft, so benimmt sich die Regierung in dieser Hinsicht mit Vorsicht. Einerseits ist eine solche Verbindung ziemlich unnütz, da es die Pflicht eines jeden treuen Unterthanen ist, für seinen Kaiser und dessen Familie Gut und Blut herzugeben — dann aber ist die Idee dieser Geheimverb'llduna von Leuten ausgegangen, über deren eigentliche Absichten die Regierung noch im Dunklen ist. Herr v. Bunge wird seinen Posten erst nach Feststellung des Budgets für 1883 aufgeben. Unbe-greiflich ist es. wie bei einem Cassenbestande von mehr als 01 Millionen der Minister noch keinen Schritt gethan hat, um, dem Ukas vom l. Jänner 1881 ent> sprechend, die Operation der Verminderlmg unserer in zu großen Massen für die Zwecke des Krieges emit-tierten Eredilrubel zu beginnen! sucher« — ein Wert. das Aufsehen erregte und d,e Gemeinde seiner Verehrer noch vermehren wird. Wir empfehlen diefe Lieferungsausgabe der erzählenden Dichtungen Roseggers. seiner Reise- uud autowgra. Phischen Skizzen u. s. w. als ein sicherlich zedermann willkommenes würdiges Weihnachlsangebmde. Nr 11 des praktischen Wochenblatts« für alle Hausfrauen „Fürs Haus" (PreiS vierleliährlich 1 Mark) enthält: Formen un Haufe. - Das Nötigen be, Tische — Ich lobe mir mein Spinnrad hier. — Lehren, ein echt weiblicher Beruf. -.Erziehet die Töchter fürs Hau«! — Ueber weibliche Erwerbs-zweige. — Wie verbessert man die Zimmerluft? — Fischversandt. — Die Schlaflockfrage in Äreslau. — Gesundheit der Kinder. — Weihnachtsgeschenke. — Französische Romane. - Guter Rath. - Soll und haben — Winke für den Einkauf von Nahrungs-Mitteln. — Küchenamusamkeit. - Für die Küche. — hausgeräthe. — Silbcmächsel. - Fernsprecher. — Inserate. — Probenummer gratis in zeder Buch-Handlung. _________^ Hier darf wohl auch auf die geschmackvollen Pa. Peterien, die sinnreich ausgestatteten Mwt.5 (l6 corro-»!>0i!(iluleu", die in allen nur ersinnlichen Formen und Farben in höchster Eleganz hergestellten Briefpapiere der Firma Theuer ck Hardtmuth in Wien (1-, Ecke der Närntnerstrahe und Wechburggasse) hingewiesen werden, welche sich vortrefflich zu Weihnachtsgeschenken eignen. Jedem Sport, jeder Liebhaberei, jeder, auch der bizarrsten Geschmacksrichtung ist Rechnung ge-tragen, und der Herren- wie der Damenschreiblisch finden da ihre schönsten und originellsten Zierden. Die Pforte und Ostrumelien. Der „Pol. Corr." schreibt man aus Constantino p e l. 15. Dezember: Seitdem jenes Arrangement ins Leben getreten ist, durch welches Ostrumelien angewiesen wurde, seinen durch die internationale Com« Mission festgestellten Tribut an den VetwaltungKrath der öffentlichen Schuld zu bezahlen, hat die genannte Provinz durch drei Jahre im ganztn 246000 Pfund an die Ilaii(jU6 olwmanL für Rechnung der Bond-hvlders abgeführt. Sie bleib! daher mit dem Abschlüsse des Finanzjahres, nämlich mit Ende März 1883, noch 30'.'000 Pfund schuldig, obwohl sie vielleicht die Summe bis dahin durch einige kleine Ratenzahlungen reduciert haben wird. Der Verwallungsrath der Schuld ist geneigt, für die Vergangenheit, ohne in eine Schmälerung seiner Rechte zu willigen, jede mögliche Concession zu machen. Ostrumelien macht geltend, dass seine Eintünfle geringer seien, als die internationale Comnnssion angenommen habe, als sie die drei Zehntel des Jahreseinkommens, die nach dem Statute als Tribut abzuführen sind, mit 240000 Pfund fixierte. Eine officielle Forderung auf Herabsetzung des Tridiitfixums hat zwar dir ' ostrumelische Regierung bisher nicht erhoben; allein sie hat an alle bei der Frage interessierten Factoren, die Pforte. die Botschafter u. s. w. einen Finanzbericht adressiert, der dar. thuen soll. dass ihr wirkliches Einkommen die Höhe des berechneten nicht erreicht. Dagegen ist auch kaum etwas eiuzuwenden. nur frägt es sich, aus was für Grülide» das Einkommen geringer ist. Dies zu eruieren. bildet den Zweck der Reise des H. Vincent nach Phil,ppopel. Er soll daselbst den Nachweis liesern, dass Ostiumelicn durch die Umwandlung des Zcheuls in eine Gruudsteuer zeitweilig beinahe die Hälfte des aus biefer bedeutendsten Quelle geschöpften Einkommens verliert und dass in kurzem der Ertrag der Grundsteuer den des früheren Zehents mindestens erreichen wird. Herr Vincent will dann auch leine weitere Couccjsion machen, als die in der Vergangen» heil anfgelmlsene Schuld auf mehrere Jahre zu ver-theilen. Falls Ostrumelien Schwierigkeiten macht, beabsichtigt der Verwallungslath der Schuld, von jeder Fung Umgang zu nehmen und sich an die drei Zehntel des Einkommens zu halten, was nach seiner Ueberzeugung mit der Zeit einen höheren Betrag er-geben wird, als den fixierten. Hagesneuigkeiten. — (Deputation.) Nm 20. d. M. wurde von Sr. Excellenz dem Herrn Finanzmimster Dr. Ritter von Dunajewjli eine Deputation des PensionS-Unter-silitzunaSvrremes der Mitglieder der l l Hof. und Staatsdruckerei und der kais. «Wiener Zeitung" empfan. gen. Welche den Dank für die den, Vereine gewährte jährliche Subvention von 1500 st. aussprach, Seine Excellenz nahm die Danksagung freundlichst entgegen und sicherte dem Vereine auch fernerhin sein Wohlwollen zu — (Wiener Kün st l erhaus.) Am 18. d. M. wurde die Gobelin Saus st ellung im neuen Tracte des Wiener KünstlerhauseS eröffnet. Aufstellung und Decorierung der in ihrer Art so hochinteressanten Ausstellung geschah unter der Leitung des Malers Canoi, und deö Architekten Streit. Die decorative Ausstattung ist durchaus maßvoll gehalten, und hat man sich. um die Wirkung der aufgestellten Gobelins in leiner Weise abzuschwächen, wo möglich gehütet, irgendwo in Beziehung auf die Deeorierung durch die hiel'ei angebrachte, ziemlich reich vertretene Plastik oder durch Pflanzen und BlumenbouquetS Uel)crflüssige3 zu thun. Das Gesammt-bild der Ausstellung ist daher ein ebenso würdiges als elegantes. Der in den nächsten Tagen erscheinende Ka-talog wird dem Publicum bei den zur Schau gebrachten Schätzen ein erwünschter Führer sein. — (Internationales Künstlcralbum) In Lechners Hosbuchhandlung in Wien liegt gegenwärtig das ganze 40 Blätter umfassende Album auf. welches die sämmtlichen zu Nebentrefsern bei der Lotterie deS KünstlerhauscS bestimmten Zeichnungen enthält. Unter den hervorragenden Künstlern, welche an diesem Werke belheiligt sind. sind die österreichischen, darunter Ma-kart. Canon, Alt ,c, selbstverständlich in der Mehr. zahl vertreten, aber auch Deutschland und namentlich München hat ein starkes Contingent gestellt. Von Ma. lart sehen wir den ersten Entwurf zu seinem Einzüge Karls V., der wegen des Vergleiches mit dem fertigen Bilde alle. die dasselbe kennen, interessieren dürfte; von Canon sind zwei schöne Bilder, von Alt daS letzte Aquarell „Stiegenhaus im k. l. Belvedere" vervielfältigt, L'Allemand. Friedländer und Probst haben Sol« datenstücke, HanS Fischer zwei Bilder aus dem Orient. Nuß und Darnaut Landschaften geliefert. Durch Greil ist daS komische Genre in „AuSwelslos" vertreten; von Nnmpler sehen wir drei Vilder. Außerdem sehen wir Beiträge von Alois Schonn. Onken und Tina Vlau. Defreggcr hat die kernige Figur eines Tiroler Bauern« lnechtes gesendet, Vautier drei hübsche Mädchenbilder. Knaus gleichfalls ein folcheS. während F. N, Kaul-bach jenen schönen Fraurnlopf, der schon auf der Aus» stellung als Paftellbild Bewunderung Hervorries, wie cmch das reizende Kindergesicht, das wir gleichfalls schon in der Ausstellung gesehen haben, vervielfältigen ließ Zu dem completten Album hat die Lechner'sche Buch-Handlung Einbanddeckel, in verschiedenen Farben, für welche Architekt Giesel eine gefällige Zeichnung lieferte, herstellen lassen. Wir sind überzeugt, dass ein sehr großer Theil von Besitzern einzelner Hefte sich das ganze Allmm schon aus dem Grunde ergänzen wird, weil sich wohl schwerlich so leicht wieder eine Gelegenheit bietet, zu verhältnismäßig sehr wohlfeilem Preise ein Pracht-werk von dauerndem Werte zu erwerben. Das aus 40 Blatt bestehende komplette Album in eleganter Leinen» mappe lostet 22 fl 50 kr., in Ledermappe 30 si,. und kann durch jede Buch« oder Kunsthandluna bezogen werden. — (Ein Eldorado für Jäger.) Man meldet der ..N. fr. Pr." aus Dux in Böhmen: Georg Graf Waldstein besitzt in einem 6l)00 Joch großen Thiergarten und 13 000 Joch geschlossenem Walde im Erzgebirge einen Bestand an Hirschen. Rehen und Damwild in der Höhe von ungefähr 1500 Stück, im Duxer Fasanengarten 1200 Stück Fasanen, außerdem aber große wohlg-pflegte Reviere in der Umgebung von Dux. Der Graf hatte daselbst am 4,, 5. und 6. d. M. große Jagden veranstaltet, die wohl zu den ergiebigsten dieses Jahres in Böhmen gehören. ES wurden geschossen am ersten Tage 1032 Hasen. 110 Rebhühner; am zweiten Tage 297 Hasen, 132 Kaninchen. 455 Fasanen und 6 Rebhllhner; am dritten Tage W7 Hasen. 471 Kanin-chen. 57 Fasanen und 113 Rebhühner, zusammen also: 2326 Hasen, 003 Kaninchen, 512 Fnsanen und 229 Rebhühner, im ganzen 3670 Stück Wild. Gemietete Treiber waren 700. freiwillige Treiber 1200 beschäftigt. Verschossen wurden am ersten Tage 3275, am zweiten Tage 2320, am dritten Tage 3450,. zusammen 9045 Patronen von 12 Schützen, von denen jeder in den 12 Stunden Jagdzeit circa 750 Schüsse abgab; eil entfielen also für jeden Schützen in der Stunde nahezu 70 Schüsse, eine Jagd, wie sie von den meisten Jüngern des heil,g-n Huberts wohl manchmal geträumt, niemals aber erlebt wird. 15 Forstbeamte, ebenso viele Abjunc« ten und Heger und ein Obertreiber leiteten die Jagden iu vortrefflicher Weise. — (Theaterpanil.) Eine fchreckliche Theater-Panik gab es in diesen Tagen in Moskau. Am 10. d. entstand nämlich wahrend der Vorstellung der Posse „Im Reiche der Langeweile" im dortigen russischen Theater in den oberen Gallerien ein Geräusch, welches plötzlich unter dem zahlreichen Theaterpublicum eine solche Panik hervorrief, dass alles zu den Ausgängen hinausstürmte, viele Damen in Ohnmacht sielen und die auf der Vühoe gestandene Schauspielerin Frl Borosdina selbst vor Schreck besinnungslos zusammenstürzte. In dem fürchterlichen Gedränge wurden vielen Damen und Kmdern die Rippen gebrochen, und zwei Personen wurden sogar erdrückt. Das Unglück ware gewiss noch weit größer geworden, wenn nicht der Schauspieler Herr Anbrejew'Vulllll auf die Bühne getreten wäre und dem bestürzt hinauseilenden Publicum versichert hotte, das» lein Feuer auSgebrochen sei. Nur em kleiner Theil des Pulilicums ließ sich beruhigen, die Mehrzahl über lief auf und dllvoll. Es erwies sich. dass auf der letzten Gallerie drei ganz berauschte Theaterbesucher mit einander zu raufen anfiengen und den veihanssnievollen Lärm provoc,erten. Die Schauspielerin Frl. Borosoina war aber von ihrer Ohnmacht so ergriffen, dass sie nicht mehr Weitelspielen konnte und d«e Vorstellung daher abgebrochen werden musste. Hätte der Schauspieler Herr Anbrejsw'Vurlal nicht so viel Geistesgegenwart gehabt, um auf die Bühne zu treten und das Publicum zu beruhigen, fo hätte die Panik sicherlich die schrecklichsten Folgen nach sich ziehen können. Locales. Uns dem SllultätKberichte des Vaibacher Stadt-phyjikaleK für den Monat September 1882 entnehmen wir nachstehende Daten: I. MeteorologischeK. Lufttemperatur: Monat. Mittel 14.8" Celsius. Luftdruck: Monatmittel 734,0 mm. Dunstdnlck: Monatmittel 11,0 mm. Feuchtigkeit: Monatmittel 8« Procent. Äewiillnng: Monatmittrl 8,0 Procent, im Verhältnisse 1:10. Windiichll!ng:NO. 2mal, Ost 23mal, SO. l'.mal TW. 23mal, W. 2mal. NW. 5mal, Wmdstillr 29mal beobachtet. Niede, schlage. Regen, waren 19mal, in Summ» 215,3 mm.; das Maximum innerhalb 24 Stunden am 26. d. M. 29.6 min. Das Tagesmittel der Wärme war I5mal über, am 18. und 21. t>. M. gleich und 13mal unter dem Normale; an, differentesten am 5. d. M, -> 2,6" über uno am 28. d. M. 3,2" unter demfelben. II. Morbilität. Dieselbe war auch in diesem Monate sehr bedeutend, vorherrschend der entzündlich katarrhalische KlankhellKcharulter in den Nlhmun^z. und Verdauungüorganen, sehr häufig Pneumonien, Bron-chiliden nnd Darmlatanhe, DurchfäU,' und Brech. outchfälle sowie Verschl.mmieluna.el, der Tuberculose Laibacher Zeitung Nr. 293 25N8 22. Dezember 1882. mit letalem Nusgcmge zur Behandlung gelangend. Von den zymotischen Krankheiten traten die Blattern noch immer am meisten in den Vordergrund, ve>?M' zelt auch Keuchhusten, Typhus und Diphtheritis. III. Mortalität gegen den Vormonat in entschiedener Abnahme. Es starben 83 Personen (gegen 109 im Vormonate August und gegen 85) im Monate September 1881), davon waren 50 männlichen und 33 weiblichen Geschlechtes, 5,3 Erwachsene und 30 Kinder, daher das männliche Geschlecht um 17 Todesfälle mehr, die Erwachsenen mit 23 Todesfällen über wiegend an der Monatssterblichkeit participierten. Das Alter betreffend wurden todt geboren...... 5 Kinder und starben: im 1. Lebensjahre .... 15 „ vom 2. bis 5. Jahre . . 9 „ . 5. „ 10. .. . . 1 , „ 10. „ 20. „ . . 4 Personen „ 20. „ 30. „ . . 7 » 30. „ 40. „ . . 10 „ 40. „ 50. „ . . 10 , « 50. „ 60. „ . . 10 „ 60. „ 70. „ . . 8 „ 70. „ 80. „ . . 4 „ 80. „ 90. « . . 0 Summe . . 83 Personen. Die häufig st en Todesursachen waren: Tuberculose 18mal, d. i. 21,7 Procent; Lungenentzündung und Marasmus je 4mal. d. i. 4,8 Procent; Lebensichwäche, Blattern und Diphtheritis je 3mal, d. i. 3,5 Procent aller Verstorbenen. Nebst den Blattern gaben Brechdurchfälle 2mal und Keuchhusten Imal die Todesursache ab. Der Oertlichleit nach starben: im Civil-spitale 31, im Elisabeth'Kinderspitale 5. im städtischen Armenhause und im l. t. Strafhause auf dem Eastellberge je 3, im Siechenhause zum heil. Josef 1, in der Stadt und den Vororten 40 Personen. Letztere vertheilen sich wie folgt: Innere Stadt 12, Petersvorstadt 10, Polana 2, Kapuzinervorstadl 2. Gra-discha 2. Krakau 2, Tirnau 3. Karlstädtervorstadt 1, Hradetzlydorf 2, Hühnerdorf 4, Moorgrund 0. (Fortsetzung folgt.) — (Verleihung.) Se. l. und k. Apostolische Ma« jestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 16ten Dezember d. I. dem Verwalter der Mänuer»Strafanftalt in Carlau, Ferdinand Wilcher, in Anerkennung seiner stets pflichttreuen und sehr ersprießlichen Dienstleistung das goldene Verdienstkreuz mit der Krone allergnadigst zu verleihen geruht. — (Aus dem Gemelnderathe.) In der ge-strigen Sitzung, in welcher der Herr Bürgermeister Gras. selli den Vorsitz führte, waren 23 Gemeinderäthe an» wesend. Der Herr Bürgermeister theilte mit, dass das h. k. k. Landespräsidium anhcr eröffnet habe, dass Seine l. und k. Apostolische Majestät der Kaiser die Dankes-öußerung des Gemeinderathes wegen der von Sr. Ma» jestät vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Genehmigung angeordneten Erbauung des Gebäudes für die Lehrer« und Lehrerinnen-Vildungsanftalt um den Netrag von 165000 fl zur Allerhöchsten Kenntnis genommen habe. — In das städtische Festcomiti anlässlich der 600« jährigen Inbelfeier des Anfalles des LandeS Kram an das erlauchte Haus Habsburg wurden anstatt des Herrn Baurathes Potoknik und GR. Dr. Sup pan gewählt die GRR. Dr. Moschö und A. Dreo. In den Finanz, ausschuss wurde GR. Hribar, welcher aus demselben ausgetreten war, neuerlich gewählt. An Stelle des aus dem Gemeinderathe geschiedenen Herrn Baurathes Franz Potoönil wurde gewählt in die Bausection GR. Dr. Ritter von Vleiweis - Trstenisli, in die Polizei, section GR. Stupica und in die Stadtverschönerungs-Commission GR. Peterca. — GR. Luckmann re-ferierte namens der Finanzsection in sehr ausführlicher ziffermäßiger Weife über den Stand des Laibacher Lotterie-Anlehens; Redner bezeichnete denselben als einen günstigen und beantragte, der Gemeinderath mvge den Bericht dcr Finanzsection zur Kenntnis nehmen. Ueber diesen Antrag entspinnt sich eine längere Debatte, an welcher die GRR. Hribar. Dr. Suppan. Dr. Zarnil. Petriöit und Luckmann theilnahmen. Bei der Ab. stimmung wurde der Sectionsantrag mit 11 gegen 10 Stimmen angenommen, hingegen wurden die An-träge des GR. Hribar mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Hierauf wurde die Sitzung nach dreistündiger Dauer geschlossen. Einen ausführlicheren Bericht tragen wir nach. »x- — (Von der Laibacher Volksküche.) In. folge einer namhaften Spende der durch ihr eminent humanitäres Wirken ausgezeichneten Frau Jeanette Rech er. der Protectorin der Laibacher Volkslüche, ist die Leitung derselben in die angenehme Lage verseht, die Gäste am hl. Christtage unentgeltlich mit Po» tizzen bewirten zu können. — (Feuer) Wie aus Krainburg geschrieben wird. ist am 8. d. M. in der Stalluug des Grund» besitzet Alez. Be^mt zu Mitterdorf dutch unvorsich. tiges Gebaren mit einer Laterne durch die Gattin des Genannten «in F«uer zum Ausbruche gekommen, durch welches binnen kurzem obige Stallung, der Dreschboden und das Wohnhaus des genannten Besitzers sammt allen Getreide« und Futtcrvorräthen und den meisten Ein« richtungsstücken eingeäschert und ein Schad: von circa 700 bis 800 st. verursacht wurde. Alex. BerZnil war auf die abgebrannten Objecte nur mit 300 sl. versichert. — (Aus den Nachbarländern.) Die Klagenfurt er Handels« und Gewerbekammer hatte sich im Laufe des letzten Sommers an die Landesregierung von Kärnten mit dem Ansuchen um Erwirkung des Bezngs-rechtes des Haller Salzes für ganz Kärnten oder doch für den politischeu Bezirk Villach gewendet. Das k. k, Finanzministerium hat nun. wie die „Klagenfurter Zei» tung" mittheilt, der k k. Finanzbirection in Klagenfurt eröffnet, dafs es im Hinblicke auf die im laufenden Jahre über Tirol und Kärnten hereingebrochenen Ele-mentarereignisse leinen Anstand nehme, um die Bevölke« rung insbesondere in der Erhaltung ihres Nutzviehes, für welches angeblich nur verdorbenes Futter gefcchst worden, nach Thunlichleit zu unterstützen, ausnahmsweise zu gestatten, dass jenen Gemeinden des politi-schen Bezirkes Villach, welche durch die jüngsten Ueber« schwemmungen hart betroffen wurden, im Laufe dieses Winters und des nächsten Frühjahres, etwa bis Ende Juni 1883. der Bezug des billigeren Haller Salzes in den für diese Ieitperiode nothwendigen Mengen unter den diesfalls bereits festgesetzten Bedingungen ermöglicht werde. Aus Graz schreibt man: Zu den Weihnachtsfeier-tagen wird im Stadttheater das an überraschenden Bühneneffecten sowie drolligen Situationen reiche Zaubermärchen „Rübezahl der Berggeist", für die Kinderkomödie bearbeitet von Eugen Spork, zum erstenmale gegeben werden. Für eine reiche Ausstattung wird in gewohnter Weise gesorgt und der Augenweide unserer Jugend durch Einlage eines komischen Chinesen« Tanzes noch insbesondere Rechnung getragen. Diesertage hat im Stadttheater vor einem überaus zahlreichen Publicum die erste Kindervorstellung in dieser Saison stattgefunden. Aufgeführt wurde Görners an« muthiges Zaubermärchen „Schneewittchen". Die Darstellung war eine durchwegs erfreuliche und in allen Theilen die gute. zielbewußte Schule des Directors Lucs zu erkennen. Die Kinder sprachen fast ausnahms« los correct, sie spielten ungezwungen und ohne Ueber» treibung. Aus Graz wird weiters unterm 21. d.M. be« richtet: Gestern nachmittags ist der Hofrath, Universi» tätsprofessor Dr, Johann Blaschte im 73. Lebensjahre verschieden. Derselbe führte den Vorsitz bei einer judiciellen StaatKftrüjungtzcommWon und entfernte sich auf einige Minuten auZ dem Prüfungblocale. Als der Commission das Fernbleiben zu lange dauerte, hielt man Nachschau und traf den Hofrath als Leiche. Herbeigerufene Aerzte constatierten dessen Tod infolge eines Schlag« flusses. Dr. Blaschke hat an der Grazer Universität das Handels- und Wechselrecht und das Verfahren außer Streitsache» gelehrt. Auf dem Gebiete des Wechselrechtes galt Blaschle als Autorität; sein Lehrbuch erfreute sich in Juristen- und Studentcnkreisen des besten Rufes. Blaschle ist erst vor mehreren Jahren in den Ruhestand zurückgetreten und bei dieser Gelegenheit mit dem Hofrathstitel ausgezeichnet worden. — (Theatern achricht.) Das für heute angekündigte Benefiz deS Frl. Hermine Ka dl eh findet, wie man uns mitzutheilen ersucht, erst nach den Feier, tagen statt. — (Landschaftliches Theater.) Gestein gab man vor leider sehr schwach besuchtem Hause den Ein. acter „Recept gegen Schwiegermütter", in wel< chem sämmtliche Mitwirkenden: die Frl, Klaus (Leon. cia). Esbuchöl (Dolores) und Kadletz (Marianna) und die Herren Tauber (Federico). H o rwi h (Rafael) und Röder (Don Eleto), recht brav spielten und die heiteren Situationen und Dialoge dieser Pii-ce zu beifälligst aufgenommener Geltung brachten. — Dem Lustspiele folgte Suftpis reizende Operette „Canneda3," in welcher namentlich wieder Frl. v. Wagner in der Titelpartie excellierte und Herr Ewald (Haushofmeister) durch sein so animiertes Spiel das Publicum in die beste Laune versetzte. Frl. Weutz, die im Terzett mit Frl. Ka. roly (Clairette) und Herrn Ewald einen hübschen Erfolg hatte, wurde im Duett mit „Cannebas" von der Prim Violin gar nicht unterstützt, da es letzterer an Stellen, wo Frische und Stärke am meisten vonnöthen. in der Regel daran vollends gebricht. Herr Oswald (Bigarel) sang nicht übel und fand auch Beifall, doch war er im Spiel zu wenig lebendig; auch war die Art, wie er feine Kopfbedeckung trug, keineswegs eine mi« litärische. — Die Chöre giengen exact, und hielt sich in deren Begleitung auch das Orchester ganz wacker. —eu. 4. Ausweis über die großmüthigen Beiträge für den Herz«IesN'ttirchcnbllN zu üaibach vom I.Mai bis Ende August 1382. (Schluss des 4. Ausweises.) Durch hochw, Herrn Canouicus Urbas: Frau Varoni» Hoche 2 fl,, Matthäus Lapncr 2 fl, Frl. Maria Knalii 10 fl,, uom Ungenannten 2 Ducaten, durch Frau Maria Zclal gcsam melt im Ticchenhause 4 fl. 74 lr,, Ovfcrslocl dcr P. P. Fran» ciscaner 19 sl, !i!1 lr., durch dcu Spitalsmcssncr l> fl, U4 lr,, Franz Windisch 1 fl,, Herr Josef Vcrahold 10 sl. der hochw, Herr Goaal, 10 fl.. Frau Maria Dermaslia 65 lr.. Irau Automu Millavlil 1 fl,. durch die „Zaodnja Daulca" 385 sl. .'l.'l lr,. Opfer slocl dcr Domlirchc 5 sl,. durch Frl. Mathilde Hubcr iu (Mi licsammclt 21fl. 10lr., durch hochw Herru Iastovcc, Missionär zu heil, Josef, vou dcu IuuAaucu i» Frasslau, St. Veit, heil, ziiupcrt 12 sl. 18 lr.; durch Herrn Prof, Ialob Prädica vom hochw. Herrn Pfarrer Svarovih bei St. Lorcuz Wujslo poljc) 2 sl,. durch hochw, Herrn Superior voll einem hochw. Hcrru b fl., durch hochw. Superior l fl. 20 lr.. durch Herr» Märn b fl., durch Hcrru NilolauS Potoknil 7 fl. 40 lr,, Opserstocl bei dcr Herz Jesu Statue 2 sl., durch hochw. Herrn Visitator Müngers' dorf 1000 sl,. durch ssrau Czcruy 4 fl, L.'i lr., durch Herrn Professor Kronbcracr 21 fl, 48 lr,. Uubclannt 5 sl., Fräulein Rosalia Outmacher 117 fl.. durch hochw. Hcrru Lanonicus Nrbas aus dem Opfcrstoctc dcr Domllrchc 5 fl.; durch hochw. Herrn Cauouicus ^amcjic (,,<'5goonja Dcmica") 62 fl,, 211 ft, 1!) lr. und 54 fl. W lr.; durch hochw. Hcrru Pfarrer Nozmau 14 sl. 7l) lr.. von Frl. Auua Porcnta 5 fl,, vom Hcrru N. Pesdir 5 sl., durch hochw, Herrn Pfarrer Iohauu Volöii 22 fl., durch hochw. Herrn Pfarrer in Klingcnscls 20 fl. — Summe 5459 sl 52 lr herz.Icsll'KirchcnbaU'Vcreill llaibach, am 31. August 1882. Der Vcrcinscassicr. Nü. Die im Ichtcn Berichte uutcr „Uussenannt" angeführleu 50 sl. hat Herr A. Samass» gespendet. Neueste Post. Original Course an der Wiener Börse vom 21. Dezember lNNL. (N°« dem °Meum «on«^^.) Olid Vare Staats-Nnlehen. Nclenrente.......75»0 76 15 k>!lberr»:nl<.......7« «0 ?« ?K i»54er 4"/„ Slaat«l°Ie . «50 ft. >,k- l,8 5>n IN««« <«/,, aan,c 50N „ il» 7b 130 z>s, l»«oer 4»/« Fünstel l«) « >»4 ?5 l«5 l,o l««4er Staatslose . , > « ,N7 — ,K7 bl! l8S4er , .. kli „ >»« —'s.7 — 2omo'Mentensche!nt . per St. 40 — 42- 4"/^ vest, «oldrente, »«uerfre« . »4 8N »5>— Orfterr, Notenrente. stcuerfrci . »0 lü 9L <0 l»»/» Ocst. Schahschein«. rilckzahl» bar i»»z!........ -^'— -'— Una. Voldrente 6»/, .... 118 111 118 3« 4"/« .... 8« 8» 85— Pavlerrentr 5"/„ . . , . 83 8^ 84 — ob»lösttl»eichijcht .... ,04 50 — — b°/, stlinsch«.......103 — !0K — b»/o kroatisch» nnb slavonisch« , 9l»'— I«« — Velk War« e«/, NeblNbilrgischt.....«7 85 98-. k«/„ Ttme»v»r»Vanatn . . »?bl W 5"/„ UNgarilchc......»7 75 98 2l> Andere össentl. Nnlehen. D°naU'Nt<,,.Lose b'/« ,00 fi. . ll3 7b 114,«.', dto. «nlcihc l«7», fteuelfrl< . 102 bb 10» 5l< »lnlehcn d. Sladtgcmlinbl Wien 105 ?b 101 75 Nnleyen d. Stadtaemeinbc Wien (Silbcr oder Void) . . . .-------— - Prami«n««nl.b.Etadtzem.Wi»n 1« l5 1«3 7l> Pfandbriefe fi.) Podcncr. allg. öfter«. <'/»'/, Void ill» - - n» 2si dto. in 50 „ „ L°/o . — —------- dto. in 5« „ „ <'/,'/<> »»»^ »» ll> bto. in 5U „ « 4«/,, . »3 80 »4 80 dto. Plämien.SchuIdverschr.3»/, 9»— 9» bc. Oeft. Hypotbelenbanl loj. b>/»'/« >on 5c ,c>i »c. Oest.'Ung. Vanl vnl. 5°/, . . l0l in ici «l> dto. , 4'/,«/,. . »3 55 »» 7l> dto. „ 4»/, . . »3- 93 !!<> Unz, llUa.Vodencrcdlt.«ct. «illsabelh.weftbnhn ,. «kmisfion «8 «5 »8 bl, st«dinand»»Noiddahn in Sill». Ib4 7b IO5 5<> stranz Ooscs'Vahn.....101 33 101 52 Oalizilchc «arl »Ludwig.Nahn !tm, It<«l 300N, S. 4>^»/„ . . 9»'<« »9 7« Oelb war« vester», «»rbwefibahn , . . . lbi 7b i«l — Siebenbillffer.......9c,— 9« l5 Staalsbahn 1. limlsfton . . . 175 ?5 17« 5s. SUbdahn «»»°/,......l»s 80 ,34X. , ^5"/«......,1».. l18'35 Nng..gaN, Vahn.....91,5 »1 bl> Diverfe Uofe (per Slüs). Lreditlolt I0<» fi......,73 75 I7< »5 « 50 Oscncr i?ose 4» fi..... —.— 3«, „, Palssh.rosc 40 fi.....' 54,z 1,4 7l. Nudols.kose 10 ft..... i9 __ 1,50 Salm.Lose 40 fi..... 5,...^ »» — St..Geno,»'^ose40fi. . , . 4,._ 47 — Waldftcin ^'^se «0 fi. . . . ,7_ ,750 WinblVclcllschasl, Wien» «w fi,____- — Banlvcrrin, Wiener, ion ff. , ,oe»40 ,N6 7l> Bdncr.°«nst„ Orft.livNfl, S.40«/« «lk ü(. «IS s,c »74 ?f> Nepofilenb.. »ll«, z»i» ft. . , . ,,,y ^ ,c>i — comvle.Ocs.^ »iicberöst, 5«>N, «4« — 86« — Hypothelcnb., oft. l!<«» ft. 25>>/„ 7„z,5 ,41'lk Oeld war« Nctieu von Transport» Unternehmungen (per Stil«), »lbrecht'Vahn »«> fi, Silber , — — — — »llb. 165 7b 1,8 »5 «lusfig.'TepI,0 ft, 171 — 173 — Dona» > Domvsschifiahrt» Ges. Otfierr. »ou ft. LIN.....57< — 575 — Dr»U'Uff,V,---------------- « i>>n,'Vud»ei» «00 fi. . . ,»7 .-,1»? <<<. blzb.Iirollll 0 sserdmands'^loidb, ,(«»0 fi. 2M ^n»?; >»,? , hranz^Iosel.Vahn l«»0 fi. Gild, 19» «'i I9l 75. 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