Irännmmlim - preisc: Für Laibach: GaazlLhrig . . . 8 fl. 40 It. Halbjährig . . . 4 „ 80 „ »««teljiihrig. . . 2 „10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. — K. HaldjLhrig . . . 5 „ 50 „ vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Für Zustellung in« Hau» viertel» jährig 85 tr., monatlich 9 kr. Wn|elne Nummern 6 kr. Laib ach er «tlttklioit »ahnhofgaffe Nr. lSSi. Tagblatt. Unonimc Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 284. Dienstag, 12. Dezember 1871. — Morgen: Luzia. -k»edilion tmb 3nfttalttr-ßnreatt: Kongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung »on 3. v.Kleinmahr 6 F. Bamberg). Änserlionspreise: Für die einspaltige Peiitzcile 3 kr bei zweimaliger Einschaltung L Skr r • dreimal 6, 7 kr. SnsertionSstempel jedeSmal 30 kr. Bei größeren Inseraten lind öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt 4. Jahrgang. Mn die verfassungstreue Wählerschaft der Städte und Märkte. Landtagswähler! Die Landtagswahlen in den Städten und Märkten finden Donnerstag den 14. Dezember 1871 statt. Zögert nicht, von Eurem kostbarsten Politischen Rechte Gebrauch zu machen. Erscheinet alle bei der Wahl und vereinigt einmüthig Eure Stimmen auf die Männer Eures Vertrauens. Vom Konstitut. Vereint in Laibach. Mitbürger, Parteigenossen! Ueberinorgen ist der Tag der Wahl in Laibach und in den Städten Krains. ES wäre ungerechtfertigt, wenn wir es unternehmen wollten, unfern Mitbürgern erst noch des langen und breiten die Bedeutung dieses Tages und dieser Wahl auseinanderzusetzen. Wer jetzt noch nicht begreift, um was es sich diesmal handelt, der schleiche sich beschämt aus unserer Mitte, beim ihm fehlt das Verständniß für das, was die bessere Hälfte unseres Daseins, die höchsten Güter.des Lebens, Freiheit, Bildung und Fortschritt ausmacht. Es ist dringend geboten, daß die Anhänger der Versassungs- und Rechtspartei in Oesterreich diesmal alle ihre Kräfte ausbicteii, um im Wahlkampfe nicht zu unterliegen. Man möge sich nicht in Illusionen wiegen, nicht allzu viel aus die Macht des eingetretenen Systemwechsels, ans die Wiederkehr der besseren Einsicht von oben bauen. Erweist sich die Verfassungspartei diesmal nicht thaikräslig und stark genug, so ist nicht abzusehen, wann wiederum so günstige Verhältnisse wiederkehren, wann wieder ein verfassungstreues Ministerium am Ruder sein wird. Unsere Gegner sind weit davon entfernt, die Köpfe hängen zu lassen, sie entwickeln jin Gegentheil ihre ganze gewohnte That-frast und Rührigkeit. Darum vor allem keine Vertrauensseligkeit, sondern eimniithige, energische, wachsame Wahlarbeit! Es ist die höchste Zeit, daß endlich auch in Oesterreich die Ueberzeugung zum Durchbruche komme, daß die politische Arbeit zunächst nicht in Vereinen allein, nicht im Landtage, nicht im Reichsrathe, sondern im Publikum selbst mitgethan werden muß. Und die wichtigste politische Arbeit für jeden Staatsbürger sind die Wahle». Durch sie nimmt er Theil an dein Wohl und Wehe des Vaterlandes, seine Stimme hilft mit entscheiden, ob wir. endlich aus dem politischen Wirrsale herauskommen, ob wir künftighin Ruhe und Ordnung im Lande, oder ob wir noch ferner den iniiern Zerwürfnissen, beit chaotischen Zustände» preisgegeben fein werden, die an unserer Wohlfahrt, a» unserem Lebensglücke zehren. Durch die Wahl recht- und ordnungsliebender Vertreter schützt der Bürger die Errungenschaften unserer Gesetzgebung, die Gesetze über die Schule, die allein einen materiellen Aufschwung des Landes ermöglichen, die einheitliche Gesetzgebung der Monarchie im Justiz-wesen, in Handels- und Verkehrssachen, die allein den geregelten Geschäftsverkehr ermöglichen. Der einzelne Wähler wird durch Ausübung seines Wahlrechtes zum Schiedsrichter über die Politik der Re- gierung. Durch die Berufung an die Wahlurne wird ihm die Frage vorgelegt, ob er unerschütterlich bei den Ideen des Fortschrittes und der Bildung, wie sie in,unserer Verfassung 311111 Ausdruck kommen, verharren, ob er ein imposantes Zengniß oblegen will für diese seine Gesinnungstreue, oder ob er die Fahne des Fortschrittes feige im Stich lassen und sich ins Lager der Czechenbündler und Römlinge flüchten will. Parteigenossen, Mitbürger! Euere Antwort auf diese Frage kann nicht zweifelhaft sein. Nur handelt es sich jetzt, daß jeder auch seiner Ueberzeugung energischen Ausdruck geben, daß er sich durch keinerlei Rücksichten von dem einmal als gut Erkannte» ab bringen lasse. Keiner zögere, jeder, Mann für Man» erscheine vor der Wahlurne. Der Fabrikant, der Handelsmann, der GewerbSmann, der Beamte, der Advokat tmb der Militär: sie alle haben bas gleiche Interesse, baß die Partei des Gesetzes und der Ordnung im Lande erstarke, daß die Geschicke Oesterreichs nicht noch einmal in die Hände von Abenteurern gerathen, die durch die Erneuerung der monströsen Fundamentalpolitik uns zum Gespötte der Welt machen. Damm hinweg mit jeder Lässigkeit ! wer ein Oesterreichcr ist, wer ernst und aufrichtig, nicht blos mit heuchlerischen Lippen zum Vaterlande hält, der erfülle feine politische Schuldigkeit. Jede Außerachtlassung, jedes Versäumnis} ist von Gefahr und kann der GesatniMheit, wie dem einzelnen von größtem Schaden sein. Der Gegner sind viele und entschlossene. Was ihnen an Intelligenz, an geistiger Kraft abgeht, ersetzen sic durch eisernes Zusammenhalten, durch die strammste Disziplin. Macht es ebenso! verdienen die edlen Ziele, für die ihr in den Kampf geht, nicht dieselbe That-krast, denselben Opsermuth? Euer Kamps ist der Ieuisseton. Im Eisenbahn-Waggon. (Schluß.) Der alte Herr sah mit sehr bedeutsamem Stirnrunzeln den neuen Eindringling in seine angenehme Einsamkeit an, unb nachdem bas junge Mäbchen einen gleichgiltigen Blick auf benfeiben geworfen, zog das-felbe ein Buch aus ber Tasche unb fing an, darin zu blättern. Der Fremde hatte ihr gerabe gegenüber Platz genommen und entfaltete ein Exemplar des Standard, dessen Spalten er mit ernsthafter Aufmerksamkeit studirte. Der alte Herr, wohl einfehenb, bah seine herausfvrbernben Blicke vollständig unbeachtet blieben, zog sich nach einem Platze der ändern Ecke des Koup6's zurück und gab sich einer Ruhe hin, welche einem Mittelstand zwischen Wachen und Träumen glich. Der Expreß flog dahin schneller als der Wind; der Mann mit dem militärischen Aeußern vertiefte sich zwar immer mehr in den Text seiner Zeitung, aber er fand noch Momente genug, um in ziemlich kurzen Zwischenräumen forschende Blicke nach der jungen Dame zu richten. Diese schien ganz in ihre Lektüre versunken und nicht im geringsten zu vermuthen, daß sie der Gegenstand eiver detaillirten Musterung sei. Je länger er seine Beobachtungen fortsetzte, schien sich des Fremden eine lebhafte Aufregung zu bemächtigen; seine intelligenten bunklen Augen leuchteten, seine rechte Hand, bie tief th der Tasche seines Ueberrockes versenkt war, schien dort mit einem Gegenstanbe zu spielen, beffeit Natur zu errathen nicht gut möglich war. — Zwischen den Zähnen murmelte er: Die Gelegenheit gut. — Ja! Aber wenn ich mich irrte! Dann aber, als der Train nur noch einige englische Meilen von der nächsten Station war, schien er seinen letzten Entschluß unwiderruflich gefaßt zu haben. Gleichviel! ich setze meine Existenz auf bas Spiel — aber sei's brum. Unb er zog aus feinem lieberrock etwas heraus, baß dabei klink, Hink machte. Der alte Herr zuckte zusammen und öffnete die Augen. DaS junge Mädchen, bleich und entschlossen, richtete sich aus ihrem Platze gerade empor, aber eS waren bereits ein Paar Handschellen an ihren feinen Knöcheln befestigt. WaS ist bas? Was hat das zu bedeuten? sagte der alte Herr mit fast versagender Zunge, denn er glaubte einen Traumspuk vor sich zu haben. Darauf wanbte er sich zu dem Fremden uni) sagte zornglühend: Herr, wer sind Sie, ich muß sehr darum bitten! Ich bin ber Detectiv F— Beamter der Sicherheitspolizei von London war die Antwort. Und was hat diese Dame verbrochen? Ä, Sir, können Sie denn behaupten, daß das eine Dame ist? entgegnete der Geheimpolizist mit maliziösem Lächeln. Mein Gott, wer kann denn daran zweifeln? Ich doch, Sir, und meine, Sie können Ihrem Schöpfer danken; denn, daß ich durch Zufall in dieses Koupv kam, hat Ihnen sehr wahrscheinlich das Leben gerettet. Aber mein Gott, wie so denn? Betrachten Sie einmal diese Dame, wie Sie dieselbe zu nennen belieben, gleicht sie nicht irgend einem, der Ihnen nicht ganz fremd ist? Aber nicht im mindesten, durchaus nicht. Kampf des Fortschrittes gegen die Geistesknechtung, der Kamps der Ordnung und des Gesetzes gegen die Willkür und die Selbstsucht Weniger, der Kamps der Vernunft und der Bildung gegen Unvernunft und Unwissenheit, der Kamps der Freiheit gegen Pfafsenwirthschast und Jesuitismus. Nehmt ihn entschlossen auf und kämpft ihn wacker durch! Namentlich Ihr, Bürger der Landeshauptstadt, haltet Euch wohl in Erinnerung das Gebühren der letzten landtäglichen Versammlung, die nur durch die Kürze der Zeit im Vollzüge ihrer kulturfeindlichen Absichten gehindert worden ist. Haltet Euch gegenwärtig, wie 'sie namentlich dem Aufschwünge und den Interessen der Landeshauptstadt bei jeder Gelegenheit feindselig entgegengetreten ist, wie sie ihr die Mittel verweigert, gemeinnützige Anstalten zu gründen, Schulen zu errichten, für die öffentliche Gesundheitspflege und Verschönerung der Stadt zu sorgen, eine böswillige Verkennung des von der Zeit Gebotenen, ein blind wüthender Haß gegen allen Fortschritt, wie er nirgends in der Welt seines gleichen findet, wie ihn selbst der ultramontane tiroler Landtag nicht bekundet hat. Zeiget durch Eure Stimmabgabe, daß Ihr Protest einlegt gegen den Wahnwitz solcher Volksvertreter, daß Ihr nicht die Mitschuldigen abgeben wollet an dem Gebühren dieser Finsterlinge zu Eurem und Eurer Nachkommen Schaden._______________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 12. Dezember. Inland. Das jetzige Ministerium hat' sich bei den Wahlen von dem richtigen konstitutionellen Prinzip leiten lassen, daß die Krone über den Parteien stehen müsse, und demzufolge enthalten sich der Kaiser und die Angehörigen des kaiserlichen Hauses überall, wo sie als Großgrundbesitzer Wähler sind, der Theilnahme an der Wahl. Dieser Umstand wird nun von den Klerikalen weidlich ansgebentet, indem siel ein unwissenden Volke einreden, der Kaiser zeige dadurch, daß er das jetzige Ministerium nicht will. Dieser Blödsinn will besagen, Sr. Majestät sclbstgewählte Regierung werde von Sr. Majestät nicht unterstützt! Solchen wahnwitzigen Behauptungen sollte inan überall mit Energie entgegentreten; denn wohin wird es noch kommen, wenn in jenem Theil der Bevölkerung, den die Klerikalen zu ihren unlau< teren Zwecken am Gängelbande führen, der Glaube sich festsetzt, der Kaiser befinde sich mit seinen Räthcn in Widerspruch und warte nur den günstigen Moment ab, um den auserlegien Zwang ab-zuschütteln? Die S t a 11 h a l t e r e i s r a g e, das heißt die Entfernung mehrerer Hohenwart'schen Geschöpfe von ■ns»'! «üüj»1." j. ."i'-i'-J- :-------:„:i. . _ .r.::r\ i. Auch nicht einer Person, deren Signalement Sic irgendwo gelesen haben? Daß ich nicht wüßte! Mein Gott, Sic müssen doch ans dem Perron der London-Bridge-Eisenbahn den Steckbrief des Charles WintringhaM gelesen haben, auf dessen Ergreifung fünfhundert Pfund Belohnung ausgesetzt sind, weil er auf mehreren Eisenbahnlinien in letzter Zeit Morde begangen'? Ich habe den Anschlagzettel gelesen, wie jedermann, abet was kann das für eine Beziehung — Sehen Sie her, Sir, sagte der Polizist, und riß den'Damenhut nebst einer schwarzen Perrücke vom Kopfe des gefesselten Individuums, und die angebliche Dame zeigte einen hübsch frisirten blonden Männerkopf. Heilige Barmherzigkeit, jammerte der Reisende, und es ging ihm wie ein Dolch durch den Leib, sein Gesicht bedeckte sich mit Leichenblässe. Also ist diese Dame niemand anders als — ? Als Charles Wmtringham in Person. Sie begreifen nun, Sir, welcher Gefahr Sie entgangen sind. Brrr! machte der Herr und schüttelte sich vor Entsetzen. Mister Detectiv, ich werde nie in meinem Leben Ihnen meine Dankbarkeit genugsam betätigen können! ihren Posten und die Ersetzung derselben durch verfassungstreue Männer, war in einem jüngst ab-gehaltenen Ministerrathe Gegenstand der Besprechung; man entschied sich jedoch dahin, alle Personalfragen bis nach den Wahlen zu vertagen. Noch ist demgemäß kein Antrag diesfalls an die Krone gelangt. Nach den Wahlen sind allerdings sehr umfassende Veränderungen in dein politischen Verwaltungsdienst zu gewärtigen. Als ein schlechtes Wahlmanöver muß man es daher betrachten, wenn die reichsfeindlichen Parteien ans diesem Anlasse verkündigen, das Ministerium Auersperg stehe bereits am Vorabende seiner Entlassung. Solche Lügen der gewerbsmäßigen föderalistischen Spektakelmacher verrathen nur ihre verzweifelte Lage. Eine ähnliche Ratlosigkeit betimdet die Prager „Politik," wenn sie nun zum so und so-vielten male das k. Reskript vom l 2. September ab-drnckt und statt der Leitartikel „Erzählungen aus dem Morgenlande für Kinder" mittheilt, waö natürlich ungemein witzig fein soll. Aus Kroatien wird berichtet, der Banns v. BedekoviL habe seine Entlassung eingereicht und Gras Ladislaus Pejacevit sei bestimmt, ihn zu ersetzen. Ausland. Eine erfreuliche Nachricht — aus Mecklenburg! Das mittelalterliche Feudalwesen rüstet sich dort zum Abzug. In Folge des Beschlusses des deutschen Reichstages, daß in allen Bundesstaaten parlamentarische Einrichtungen geschaffen werden müssen, erließen die beiden Herzoge von Schwerin und Strelitz ein Reskript an den gemeinsamen Landtag, des Inhalts, daß sie in eine Acnderung der Verfassung willigen und die Stände ausfordern, Depntirte zu wählen. Ritterschaft und Landschaft sähen die Vergeblichkeit eines weiteren Widerstände« ein und erklärten sich damit einverstanden. Wie die neue Verfassung im Obodritcn-reichc ausfehen wird, darüber wird freilich nichts berichtet, aber jedenfalls ist der erste Schritt geschehen, um die barbarischen Zustände dieses Landes in menschenwürdigere zu verwandeln. Dem „Echo" von London wird von seinem Berliner Korrespondenten geschrieben, daß Feldmar-schall Mollke vor kurzem in einem Gespräch mit einem deutschen Fürsten über die Möglichkeit eines neuen französischen Krieges gesagt haben soll: „Ich bin überzeugt, daß die Franzosen, wenn sie sich stark genug fühlen, wieder Krieg führe» werden. Sie werden sicherlich geschlagen werden, denn Deutschland wird dann noch stärker sein, als in 1870, und wir wären sogar im Stande, wenn nothwendig, gegen Frankreich und seinen Alliirten zu kämpfen, voransgefetzt, daß es den Franzosen gelingen sollte, einen solchen zu finden. Aber die große Schwierig- Oh, ich habe nur meine Schuldigkeit gethan, erwiderte der Beamte. Dieser kleine Verbrecher (wer könnte glauben, daß ein solches Eugelögesicht einen Dämon verberge?) hatte wahrscheinlich die Absicht, ins Ausland zu fliehen, und c« hing nur an einem Haar, daß ihm sein Plan nicht geglückt ist. Daran ist nur der Zufall Schuld. Ich hatte im ersten Zuge, der vor diesem abging, mir einen Platz genommen, aber in Turnbridge, wo ich eine kleine Erfrischung eingenommen, blieb ich durch eigene Schuld und Unaufmerksamkeit zurück. _ Aber wie haben Sie diese . . . diesen Menschen erkennen, ihn unter dieser Verkleidung errathen können? fragte der alte Herr, während der Gefangene mit den Zähnen knirschte. Allerdings muß es schwierig, fast unmöglich erscheinen, beim ich muß selber gestehen, daß ein Mädchen wohl selten hübscher anssieht. Aber Sie dürfen nicht vergessen, daß mir in solchen Fällen eine sehr große Erfahrung zur Seite steht; verschiedene kleine Eigenheiten in seinen Bewegungen haben zuerst meine Aufmerksamkeit erregt und mein Verdacht steigerte sich von Minute zn Minute. Nun, und znletzt? "Der Geheimpolizist deutete auf das Kinn des Gefangenen. feit würde sein, was wir ihnen nach dem Kriege nehmen sollten. Wir brauchen keine anderen französischen Unterthanen oder fremde Eroberungen." Ans Bern wird berichtet, daß die Aktion der Bundesregierung gegen widerspenstige Geistliche bereits begannen. Im Jura nämlich wurden die Pfarrer von Eougenax und von Eourtedoux wegen Mißbrauchs der Kanzel suspendirt und die Sperre der Temporalien über sie verhängt. x Die nun vollständig vorliegende Botschaft des Herrn Thiers konstatirt die täglichen Fortschritte in Bezug auf den auswärtigen Frieden und die innere Reorganisation. Um diese entsprechend zu würdigen, dürfe man niemals vergessen, ans welchen Stand das Kaiserreich Frankreich gebracht habe. Nach einer in der Geschichte beispiellosen Insurrektion könne man wohl sagen, daß die Summe des geleisteten Guten das gestimmte Unglück überrage. Unsere Beziehungen zu Europa sind friedliche und wohlwollende geworden; unsere Beziehungen zu Preußen sind vollkommen geregelt. Die Stenern fließen mit Leichtigkeit ein. Die Armee war in unserem Unglücke unser erster Trost. Die materielle Ordnung scheint vollständig hergestellt. Die Auflösung der Nationalgarde hat ju keinerlei Widerstand Anlaß gegeben. Die vollkommene Reor-ganisirung Frankreichs müsse man von der Zeit, von Gott und von allen jenen erwarten, die das Verständnis} der modernen Gesellschaft haben. Die Sachlage ist so gut, wie man sie nur immer nach einem so unheilvollen Kriege hoffen durfte. Die Politik Frankreichs ist die Politik eines dauerhaften und würdigen Friedens. Wenn gegen alle Wahrscheinlichkeit Ereignisse eintreten sollten, so würden diese nicht das Werk Frankreichs sein. Frankreich will wieder das werden, was es zu sein ein Recht hat und als das es zu sehen alle Staaten ein Interesse haben, Frankreich wird seinem feierlich gegebenen Worte nicht untreu werden, llcbrnjeiis find die Staaten, welche am Kriege betheiligt waren, ermüdet und die Zeugen sind in Wirklichkeit von Entsetzen erfüllt worden. Die Botschaft geht in die Details der Beziehungen Frankreichs zu den verschiedenen Staaten Europa's ein. Die englischen Blätter: „Times," „Daily News," „Morning Post" kritisiren in scharfer Weife die Botschaft Thiers, bedauern das vollständige Schweigen über die brennenden Fragen und finden, das Vertrauen auf den Erfolg der Finanzpläne sei ein illusorisches. — „Times" sagen: Die Repu- blik ist, wie das Kaiserreich, der Friede mit einer mächtigen Armee. Die Aussichten für die Zukunft sind: der Handel gelähmt, der Natioiiatreichthnm vermindert, die Ausgaben vermehrt, eine große Mi- Ach, sagte der alte Gentlemen, indem er aufs neue blaß wurde. Wahrscheinlich von der Hitze belästigt, hatte er die Bänder seines Damenhutes etwas locker gemacht, und als ich da dieses Mal entdeckte, schwand mir jedes Bedenken. Ich war meines Mannes sicher. Der Train war ans der Station, der ia) mich augenblicklich nicht erinnere, angekommen. Der alte Herr ließ in die Hand des Surveyors eine Banknote von 10 Pfund Sterling gleiten, stieg in einen ändern Wagen und floh diesmal die Einsamkeit, indem er sich in unser Koup6 setzte, das beinahe gefüllt war; er hatte nun die Lust verloren, allein oder höchstens mit einer Person reisen zu wollen. Der Beamte aber hieß seinen Gefangenen aus» steigen, um den Zug abzuwarten, der ihn mit demselben nach London znrücksührte; er überlieferte seinen Gefangenen dem Gefängnisse. Dieses Abenteuer habe ich von demjenigen, der es erlebte, selbst; ich fuhr mit demselben bis Birmingham und der Arme konnte sich von dem gehabten Schrecken auf der ganzen Tour nicht erholen, wo er jemanden einsteigen sah, blickte er ihn mit Mißtrauen an, und an mich schloß er sich förmlich, wie an einen alten Freund an; ich muß ihm doch nicht verdächtig geschienen haben. litärorganisation und, um den abschüssigen.Weg zu erleichtern, eine unmittelbare Vermehrung des Papiergeldes. Thiers schafft seinem Nachfolger eine ' geschickte Armee, aber ein unwissendes, überbürdetes Volk. Die Franzosen sind mit verantwortlich, wenn sie die vollständige Durchführung einer so verhäng* nißvollen Politik nicht hindern. In dem Zustand des Prinzen von Wales ist keine entscheidende Wendung weder zum Besseren, aber auch nicht zum Schlimmeren eingetreten. Die ^osfnnng, den Thronfolger zu retten, welche schon allseitig aufgegeben wurde, macht sich wieder, wenn auch sehr schüchtern, geltend, vielleicht nur, um sich schon in den nächsten Stunden als illusorisch zu erweisen. In England scheint man indessen von dem drohenden Todesfall in der königlichen Familie nicht sehr berührt zu werden. — Die Agitation für die Abschaffung der erblichen Peerswürde nimmt stets ansehnlichere Proportionen an. In einer Versammlung in Birmingham, die mit. einer großartigen Kenlerei zwischen den Anhängern Dilke's und seiner Gegner schloß, wurden drei Resolutionen beantragt und angenommen, in welchen das erbliche Prinzip in der Gesetzgebung als uuweise und ungerecht verworfen und erklärt wurde, daß die endgil-tige Entscheidung aller politischen Fragen der Volksvertretung anheimgestellt werden müsse. Auch die Berechtigung der Bischöfe, im Oberhause zu sitzen und an der Gesetzgebung theilznnchmen, wurde als unzeitgemäß zur Abschaffung empfohlen.__________________ Zur Tagesgeschichte. — Kouvertiruug der Staatsschuld. Von den auf Grund des Gesetze« fern 20. Juni 1868 zu konvertircnden Effekten der allgemeinen Staatsschuld wurde»,, einer amtlichen Mittheilultg zufolge, auf Schuld-titel der einheitlichen Schuld umgerechnet, im Monate November 1871 konvertirt und als solche verbucht: 3,363.105 fl. in Noten und 190,515.135 fl. in Silber verzinslich, zusammen 22,378.240 fl. ö. W. Im ganzen wurden bis 30. November 1871 konven-lirt: 1.005,050,935 fl. 78 kr. in Noten und 926,152.467 fl. 66 kr. in Silber verzinslich, zusammen 1.931,203.403 fl. 44 kr. ö. W. Zu kon-vertiren sind noch 52,068.244 fl. 73'/, kr. in Noten und 49,334.327 fl. 97 kr. in Silber verzinslich, zusammen 101,402.572 fl. 70'/* kr. ö. W. — Ein Gimpelfänger. Man schreibt den „Fr. Stimmen" in Kl.: „Der Kaplan von Irschen, berüchtigt durch seine zwar erfolglosen Agitationen bei der letzten Wahlmännerwahl in der dortigen Gemeinde, will nun auf der Kanzel in Politik machen. So behauptete er in der Predigt, die er am 19. November l. I. in der Pfarrkirche zu Irschen abhielt, die Liberalen seien die schlechtesten Leute, sie hätten sich die Revolution als Ziel gesteckt, welche auch nicht mehr ferne sei. Sei nun diese ausgebrochen, dann würden die in den großen Städten wohnenden liberalen Häupter durch ihre Handlanger in Dorf und Markt sengen, rauben und morden lassen. Schon wären reiche Bürger und Bauern in eigenen Verzeichnissen ausgeschrieben, über diese gehe es zuerst loS. Diese Mordbrenner, daS folgerte der Herr Kanzelpolitiker, hätten das neue Schul- und Ehegesetz nur gemacht, um eben durch sie Schule und Familie zu eutchristlichen und so willige Werkzeuge für ihre Zwecke zu gewinnen. Schließ, lich wurde die Gemeinde gewarnt, ja bei der nächsten Wahl aufzupassen. Ob der Herr Friedensapostel durch solchen Blödsinn einen Gimpel sangen wird?" — Etwas geradezu Unerhörte« ist die von der französischen Nationalversammlung dem Deputirten Or-dinaire diktirte Ordnungsstrafe. Ein Seitenstllck zu diesem Attentate auf die Redefreiheit wird nicht so leicht aufzufinden sein. Di- Kammer entzieht, wie man telegrafirt, als wären die Diäten nicht eine Entschädigung für die dem Laude gewidmete Zeit, sondern eine Belohnung, dem Abgeordneten diese Bezüge für die Dauer eines halben Monats und läßt das Urtheil in feinem Wahlbezirke an die Straßenecken kleben. Herr Ordinaire hatte sich allerdings etwas ordinär ausgedrückt; er hatte die Gnaden-Kommission eine M ö r d e r - Kommission genannt; aber war dies so weit über da« Ziel Hinausgeschosse» ? Jedenfalls führte die Gnaden-Kommission ihren Rauten wie lucus a non lucentlo, sie war eben eine Kommission, die keine Gnade kannte. Mal- und Proviuzial-Anstelegenheiten. Original-Korrespoudenz. Nasscilsufi, 10. Dezember. (Vom Erdbeben.) Seit drei Tage» haben die Erderschütterungen zwar etwas nachgelassen, dafür aber dauert das unterirdische Getöse in nordöstlicher und südöstlicher Richtung fort und ist namentlich in den Sunden, wo früher die heftigsten Erderschülternngen statlfauden, deutlicher hörbar, so von 10 Uhr Nachts bis 7 Uhr Früh. So eben um 9 Uhr erfolgt wieder ein heftiger Stoß. DaS Getöse ist ganz so zu Horen, wie ferner Kanonendonner. Was wird das doch bringen? Alles um Nassensuß herum ist ruhig und nur hier in unserem Thalkessel dieser Schrecken! Der gestrige Markt war deshalb auch sehr schwach besucht, denn Einer hält den Ändern zurück vom Gange nach Nassensuß. Ich selbst fürchte — aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Einstweilen stocken hier alle Geschäfte und niemand wagt, allein irgend wohin zu gehen. Abends drängt sich alles in die kleinsten Hütten zusammen, wo die Erd-erschütterungen weniger fühlbar sind. Das ganze ist doch gewiß sehr wunderbar, noch nicht dagewesen, und doch kommt niemand, der in diesem Fache bewandert wäre, um Nachforschungen anzustellen. Daß alles offenbar mit elektrischen Erscheinungen Zusammenhänge beweist der Umstand, daß jeder stärkere Ruck vom Blitz begleitet ist. In der Atmossäre ist der Blitz und unter den Füßen der Donner; auch war das Wasser am 1. und 2. d. M. in auffallend stürmischer Bewegung. Wir schlafen gemeinschaftlich in einem Zimmer, stets angekleidet, und fliehen bei jedem Ruck in die eiskalte Nacht hinaus. Eine schrecklichere Existenz kann ich mir nicht denken. Wer immer in Naffenfuß etwas holen muß, will aus das schnellste bedient sein, um dem vielgeplagten Orte so schnell als möglich den Rücken zu kehren. Nur wir hängen an diesem Schreckensort unserer kleinen Habe zu lieb und warten, weiß Gott auf welch' schreckliches Ende. Gerade jetzt, wo ich dies Schreiben ende, halb 11 Uhr, erfolgt wieder ein Stoß. Wippach, 11. Dezember. (Pater Greuter d e r II.) Am 4. d. M. veranstaltete der hiesige „Sokol"» Verein zu Ehren Preöerns eine theatralische Abend-unterhaltuug, wobei von einem doppelten Mätmer-Ouarl^tt ein slovenisches Quodlibet sehr gut gesungen wurde. In diesem Quodlibet kam unter anderem auch das in Ärain allgemein bekannte alle Liebeslied vor: „Sim rajtal studirat, x " Sim rajtal bit’ far; Mi je ljub’ca branila: Moj dragi nikarl“ (Mein Hang ging »ach flubircn, Nach Pfarrerspfnind gar sehr. Doch Liebchen sprach: Mein Lieber, Das darfst tu nimmermehr!) Kaum hatten die Sänger die ersten Worte dieses harmlosen Liedes hören lassen, als sich aus dem Zuhörerraume der Kooperator von Wippach, Herr Johann Toma^iH, gleich einer wilden Furie erhob, zu schreien anfing: „Holt, holt, je ze zadosti, zadosti!“ Er versuchte auch zu pfeifen, doch sein aufgeregter Zustand versagte ihm den Dienst. Da sich aber die Sänger trotz dieses Lärmens nicht beirren ließen und aus de» Publikum mehrfacher Applaus vernommen wurde, er-griff dieser ungehobelte Kooperator den neben ihm sitzen-den willenlosen alten Herrn Dechant Georg Grabrijan am Arme und zerrte ihn, das durch Pater Greuter weltbekannte: „Pfui, pfui, pfui!" schreiend, ans dem Saale fort. Die Beuehmungsweife des Kooperators braucht keinen weitern Kommentar und wir überlassen den geehrten Lesern daS Urtheil, aus welcher Stufe der Bildung dieser geistliche Herr sich bewege. Zum Schluffe sei noch bemerkt, daß sich unter den Zuhörern sehr viele Leute aus dem Bauernstande befanden, welche über dieses tolle Treiben seitens deS benannten Psäffleins sehr indignirt waren; man hörte die Worte „von! von! von!“ mid stürmisch wurde die Wiederholung des Liedes begehrt, welchem Wunsche auch von den Sängern mit Vergnügen entsprochen wurde. Lokal-Chronik. — (Die Landtagswahlen) haben heut§ mit den Wahlen in den Landgemeinden begonnen. Ueber den Ausfall derselben dürfen wir uns wohl keiner Täuschung hingeben. Angesichts der Kürze der Zeit, die der Wahlbewegung gegönnt war, und der maßlosen Agitation der Klerikalen läßt sich bisher ein Um-chwuug in den Anschauungen unseres irregeführten Landvolkes nicht erwarten und es dürften heute sicher die bisherigen ultramoutanen Abgeordneten der Landgemeinden in überwiegender Mehrzahl wiedergewählt werden. Dagegen ist cs desto mehr Pflicht der verfassungstreuen Wähler der Städte und Märkte, die übermorgen, Donnerstag, zur Wahlurne schreiten, sich in voller Zahl an der Wahl zu betheiligen, einstimmig für die Männer einznstehen, die sie, als aufrichtige Anhänger der Verfassung und wahre Freunde des Landes, ihres Vertrauens würdig erachten. Auch muß immer wieder betont werden, daß die verfassungstreuen Wähler, selbst wenn sie fürchten, an einem Wahlplatze in der Minderheit zu bleiben, doch keinesfalls versäumen dürfen, ihr Wahlrecht auszullben. Sie zeigen bann wenigstens, daß die Sache de« Fortschrittes und der Aufklärung, wenn sie auch noch nicht überall siegreich durchgedrungen ist, doch allenthalben im Lande bereits Wurzel gefaßt hat, und daß sie allerorts treue An. Hänger zählt, die entschlossen sind, für sie muthig einzustehen und ihr allmälig das vollständige Ueber* gewicht zu erobern. — (Der Wahlaufruf) des hiesigen konstitutionellen Vereines an die Wahlberechtigten Laibach« lautet: „Landtagswähler Laibachs! In einer sehr zahlreich besuchten Wählerversammlung sind die bisherigen Vertreter der Landeshauptstadt im Landtage: Dr Friedrich von K a l t e n e g g e r und Dr. Josef S u p p a n neuerdings mit Einstimmigkeit als Kandidaten für die bevorstehende Landtagswahl aufgestellt worden. Die Wahl findet Donnerstag den 14. Dezember 1871 statt. Mitbürger! Bei so vielen Wahlen schon habt Ihr Euch al« unabhängige Männer gezeigt, als Männer, die ein klares Verständniß, eine warme Hingebung für da» Wohl des Landes besitzen. Bewährt auch diesmal wieder Euere GesinnnngStüchtigkeit und gebt dem ganzen Lande ein neues glänzendes Beispiel von der po< litifchen Reife und Selbständigkeit der Bürgerschaft der Landeshauptstadt. Erscheint also vollzählig bei nächster Wahl und vereinigt alle Eure Stimmen aus die oft erprobten, durch reiche Kenntnisse, vielfältige Erfahrung und uneigennützigsten Patriotismus ausgezeichneten Männer, die als Kandidaten empfohlen sind." — (Ernennung.) Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Pfarrdechanten in Alt - Lack Matthäus Ko^uh zum Bezirksschulinspekwr für den Bezirk Krainburg ernannt. — (Besetzung landschaftlicher Aem -tcr.) In der gestrigen Landesausschußsitzung wurden die ausgeschriebenen Stellen, u. z. die eines landschaftl. Sekretärs dem bisherigen landschaftlichen Konzipisten Math. K r e c; die hiedurch erledigte Stelle eines Konzi« Pisten dem Sekretär Pfeifer bei der Bezirkshauptmannschaft in Sittaj, toie nenkreirte Stelle eines landschaftlichen Kanzlisten dem bisher beim landschaftl. Hilfsamte verwendeten Diurnisten Pfeifer, einem Bruder des vorigen, und zwei Praktikantenstellen den beiden Diurnisten P od m i l s ch a t und Toman verliehen. Zum SpitatSverwalter royrde an Stelle des pensionirten Verwalters Schutte der landsch. Offizial Kretn-zar und zum Adjunkten im Spital der Buchhaltungsbeamte Wilhelm UrbaS, zum Offizial im Spital an Stelle des nunmehr quieszirten Smukavec der dortige Diurnist Fl öre ernannt. Die bei der landschaftlichen Buchhaltung erledigten Stellen wurden im Bor-rückungswege den landschaftlichen BuchhaltungSbeamte» Hofmann und ?j$ete.«tet, und dir Stellen der beiden letzteren den Diurnisten Tertnik ctttb Om ejz verliehen. Die B^setzu'.ig der ausgeschriebenen Primararztstellen am hiesigen Spital,welche heute hätte stattfinden sollen, matte Äts auf weitere Entscheidung des Landtages über eine Vorfrage vertagt. — (Ki-ndeswrglegung.) Heute Morgens toULbe bei dem Kreuze vor der Franziskanerkirche ein ne'ügeborneS Kind, Mädchen, weggelegt; dasselbe, in einem mit Federn ausgepolsterten Kistchen befindlich itnd mit Laken vor Kälte geschützt, wurde sofort in las Spital überbracht und die behördlichen Schritte zur Aussindigmachung der Mutter eingeleitet. — (Erdbeben in Unterkra in.) AuS KlingenselS, südöstlich von Nafsensuß gelegen, wird uns geschrieben : Wir halten seit dem 2. Dezember viele Erschütterungen. In dem Augenblicke, um 33/4 Uhr Nachmittags den 10. Dezember, wird eine ziemlich starke verspürt. An den Gebäuden sind Mauersprünge bemerkbar. In St. Margarethen, St. Kanzian, Vördl wurden auch Erderschütterungen wahrgenommen, die meisten fanden Nachts statt und machten den Eindruck, als ob der Stoß von unten hinauf wirke. — (Wahlergebnisse.) Bis zum Schlüsse des Blattes sind uns nachstehende Wahlresultate der heutigen Wahlen in den Landgemeinden bekannt geworden. Bezirk Umgebung Laibach und Oberlaibach: Dr. Joh. Bleiweis und Dr. Jos. P okluf ar. Krainburg Neumarktl, i'atf: Dechant Franz Kraut a r und Landeshauptmann Dr. Jakob R a z l a g. Adelsberg, Planina, Senosetsch, Saas und Feistriz: Dr. Co st a und Math. Koren. Rudolsswerth, Landstraß, Gurkseld: Jos. Zagorc. Gottschec, Großlaschitz, Reisniz: Lukas Svetec und Peter Kosler. Tschernembl und Möttling: Martin Kramaric. Cingcsrndrt. Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte flehende Annonce der Herren £. Tteindeikcr & K'omp. in Hamburg besonders aufmerksam. Es handelt sich hier um Original-Lose zu einer fo reichlich mit Hauptgewinnen ausgestatteten Berlosnng, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr lebhafte Belheiligung voraussetzen läßt. Dieses Unternehmen verdient nm so mehr das volle Bertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch vorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung zahlreicher Gewinne allseits bekannt ist. Witterung. Laibach, 12. Dezember. Morgenroth. Sonniger Tag. Ostwind mäßig. Temperatur: Morgens 6 uhr — 13.6”, Nachmittags 2 Ult — 5.0" C. (1870 — 0.6", 1869 +■ 0.3°) Barometer iut Steigen 749.27 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 8.0' C., um 7.4" unter hem Normale. Theater. Heute: Zum Vortheile des GesangStomikers Karl Schlesinger, neu in Szene gesetzt: Unsere Lehrbuben. Original-Volksposse mit Gesang in 3 Akten von Berla. Musik ____________________von F. Stenzl.__________________ Angekommene Fremde. Am 11. Dezember. Elefant. Bilek, Kaufm., Brünn. — Matria, Fiume. Dübel, Wien. — Suppe, Fiume. — Koprivnikar, Pfarrer, Sava. — Hasser, Handelsreis., Wien. — Schaffer, Privat, Vorarlberg. Stadt Wien. Müller, k. k. Rittmeister, und Steinlin, Graz. — Eutz, Wien. Sternwarte. Grünhut, Triest. Telegramme. Wien» 12. Dezember. Die Offizielle Welt-ausstcllungs-Korrcspüiidcuz" dementirt entschiedenst die Gerüchte von einer beabsichtigten Vertagung der Ausstellung. Linz, 11. Dezember. Bei beit Öberösterreichischen Landgemeindewahlen wurden 17 Konservative und 2 Liberale gewählt. Frankfurt, 11. Dezember. Heute wurde die Zusatzkonvention zum Friedensvertrage zwischen den französischen und deutschen Bevollmächtigten abgeschlossen. London, 11. Dezember. Prinz Wales verbrachte eine sehr unruhige Nacht. 'Neuerdings zeigen sich die bedenklichsten Symptome, Zustand andauernd prekär. Telegrafischer Wechselkurs vom 12. Dezember. 5perz. Rente osterr. Papier 58.45. — 5perz. Reim österr. Silber 08.45. — 1860er Staatsanlehe» 101 50. — Bankaktien 808. — Kreditaktien 319.50. — London 117.80 — Silber 117 50. — St. k. Miinz-Dukaten 5 58. — Na-poleonsd'or 9.34._____ ____________________________ Verstorbene. Den 11. Dezember. Vinzenz Ucak, Taglöhner eon Laibach, bei 53 Jahre all, ist in der Krakauvorstadt Nr. 68 in einem Stalle ganz abgezehrt tobt gesunben und von da nach St. Christof Übertragen worden. — Michael Obranovii, Kaischlerssohn, alt 11 Jahre, im Zivilspital am Zehrfieber. ____________________ Gedenktafel über die am 14. Dezember 1871 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Pvnikvar'sche Real., Rndofovo, BG. Laas. -S. Feilb, Kavkii'sche Real., Sleniine, BG. Neumarktl. -2. Feilb-, Jpavc'sche Real.. Zirkniz, BG. Planina. -2. Feilb., Kogovsek'sche Real., Gereuth, BG. Planina. — ß. Feilb., Petkovsek'scke Real., Mebvebjeberbo, BG. Planina. Unterfertigte ertheilt Unterricht im Hlavicrupiele und Gesänge, in der l'ninziii*. Sprache und in welhllelien llamlnrlielteii. Nähere Auskunft Hauptplatz 9tr. 310, 1. Stock. (582—3) Friederike Leitner. öbrljcitsgctrtuc Ancrkcnlt»»» «In« i giiicii Saclic. Biese gute Sache betrifft nämlich die bekannte und berühmte Anatherin-Zahnpasta, welche in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2, von dem Zahnarzte Herrn Dr. Popp dargcstellt wird, dessen übrige Zahnmittel: Anathcrin-Mundwasser, Zahnpulver, sich auch überhaupt durch ganz besondere Vorzüge auszeichnen. Ich habe diese Anatherin-Zahnpasta wiederholt selbst geprüft und auch bei vielen Zahnleidenden, welche von dieser Zahnpasta Gebrauch gemacht haben, die Beobachtung gemacht, dass die Wirkungen derselben ganz ausgezeichnete sind und dass dieselbe daher nach meinen sorgfältigen Beobachtungen und Erfahrungen vor jeder ändern Zahnpasta unbedingt und in jeder Beziehung den Vorzug verdient. Insbesondere aber ist diese Anatherin-Zahnpasta das allervortrefflichste Reinigungsmittel für die Zähne und tritt dadurch gleichsam in den Rang eines höchst unentbehrlichen Gesundheitsmittels; denn eine gründliche Reinigung der Zähne ist das beste Mittel, dieselben gegen Fäulniss zu schützen, und kariöse Zähne erzeugen schlechte Verdauung und schlechte Ernährung, abgesehen von den ganz entsetzlichen und qualvollen Zahnschmerzen, welche durch verdorbene Zähne verursacht werden. Es muss somit der Wahrheit gemäss anerkannt werden, dass die Anatherin-Zahnpasta des Herrn Dr. POPP in Wien sich durch ihre grossen Vorzüge vor jedöm ähnlichen derartigen Mittel höchst vorteilhaft auszeichnet und dass dieselbe daher mit Recht zum allgemeinsten und ausgedehntesten Gebrauche empfohlen zu werden verdient, was ich hierdurch mit meines Namens Unterschrift und Siegel bescheinige und beglaubige, dem Herrn Ur. Popp es ganz überlassend, von diesem gewiss ebenso wahrheitsgetreuen wie unparteiischen Anerkenntniss jeden beliebigen Gebrauch zu machen. (10—3) Berlin. Ur. Johannes Müller, (L, s.) Medizinalrath. Zu haben in Laibach bei Vctriöic & l’irker, A. Itrisner, Josef Karingcr, Johann Kraschowitz, bei. Mahr, F. M. Schmitt und E. Birsehitz, Apotheker; Krainburg bei F. Krisper und Scb. fschaunig, Apo-thekor; B 1 e i b u r g boi Herbst, Apotheker; Wa r a s d i n bei Maliter, Apotheker; Rudolfswerth bei D. Rizzoli, Apotheker, und Josef Bergmann; Guvkfeld bei Friedr. Bömclics, Apotheker; Stein bei Jahn, Apotheker; W i p-paeh bei Anton Depcris, Apothekerr; Görz bei Pon-toni, Apotheker, und J. Keller; Wartenberg bei F. Gallier; Adelsberg bei J. Kupferschmidt, Apotheker ; Bischoflack bei C. Fabiani, Apotheker; Gottschee bei J. Braune, Apotheker; Idria in der k. k. Werksapodieke; Littai bei K. Mühlwenzel, Apotheker ; Radmannsdorf in der Apotheke) von Sallochers Witwe. Man biete dem Glücke die Hand! 350.000 M. Crt. im günstigsten Fidle als höchsten Gewinn bietet die neueste jeroeme «elil - Verlosung, welche von der liolien Regierung; genehmigt und garantirt ist. Die vortheilbafte Einrichtung das neuen Planes ist derart, dass im Laufe von wenigen Monaten durch 7 Verlosungen 58 S.ttOO Gewinne zur sicheren Entscheidung kommen, darunter befinden sieb Haupttreffer von eventuell M. Crt. 2.1Ö.000, speziell aber 150.000, 100.000, 50.000, 40.000, 30.000, 25.000, 20.000, 15 000, 12.000, 10 000,8000, 0000, 5000, 3000, 102 mal 2000, 206 mal 1000, 256 mal 500, 13.200 mal 110 etc. Die luleliste erste Gewinnziehung dieser grossen, vom Staate garnnlirten Geld-Verlosung ist amtlich festgcstelll und lindet schon am 20. Dezember 1871 statt und kostet hierzu 1 ganzes Original-Los nur II. 3 1 halbes „ „ „ „ la/v 1 viertel „ „ „ 1 gegen Einsendung des Betrages in österreichischen Banknoten. Alle Aufträge werden sofort mit der grossten Sorgfalt ausgefiihrt und erhalt jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Original-Lose selbst in Händen. Den Bestellungen werden die erforderlichen amt liehen Plane gratis beigefügt, und nach jeder Ziehung senden wir unsern Interessenten, unaufgefordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-Garantie und kann durch direkte Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Platzen Oesterreichs veranlasst werden. Unser Debit ist stets vom Glücke begünstigt und hatten wir erst vor kurzem wiederum unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen 3 mal die ersten Haupttreffer in 3 Ziehungen laut offizieller Beweise erlangt und unseren Interessenten selbst ausbezahlt. (572—5) Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der MOlItlesten Basis gegründeten Unternehmen tibcniU auf eine sehr rege Belheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden ; man beliebe daher schon der nahen Ziehung halber alle Aufträge baldigst direkt zu richten an 8. Steincleckcr & Comp., Bank- und Wechsel-Heschäst in Kamburg. hin- mul Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Aktien und Anlehenslosc. 1*. S. Wir danken hiedurch für das uns seither geschenkte Vertrauen und indem wir bei Beginn der neuen Verlosung zur Belheiligung cinladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, durch stets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenheit unserer geehrten Interesseiden zu erlangen. 1>. O. Wiener Börse vom 11. Dezember. Staatsfonds, iDerc.Stent«, öst.Pa». bto. bto. öft.inSUd. iofe von 1864 . . . iofe von 1860, gan|e iofe Bor. 1860, giinft. vrämiensch. v. 1864 . Qrnndentl.-Obl. Stetermart ju 5 t>4t. Zürnten, ittaia u. Küstenland 5 „ tlngarn . . ju6 . Itroat. u. ©tau. 5 „ Biebenbitrg. „ 6 „ Aotlen. tiattonatbant . - -Union * »«nt . . - irebitanflalt . . . ft. ö. EScompte-Gef. knato-österr. Bank . Oefl. Bodencreb.-A. . Dcft. Hypoth.-Bant . Steiet. SlcomCt.-Bt. jjranto - Austria . . »aif. Ferd.-tNorbb. . Kübbahn-Sefellfch. . »aif.«tisabeth-«ahn. »arl-Lubwig-Bahn Stebenb. Eisenbahn. Staatsbahn. . . • ttatf. Franz-JosesSb.. »ünst.-Barcfer «k.-B. «Ifötd-Fium. Bahn . Pfandbriefe. Ration. ö.iB. eetlolb. ang. Brb.-Srebttanst. Lllg.ost.Bod.-Sreb». bto. ic asu.rud*. . Veld Ware 5S.f5 58.75 t 8 60 68 7C U3.(0 94.- JO 1.80 10i ~ U5.60 1:6.-- 140.25 14".r0 S0 60 92. - 85.75 86 — 78.80 79 50 «5 25 76 50 811-- 813 — 888.X5 $88.60 3X0.— 3X0.20 990. — 9t-5.- >88 40 188.60 263.— 2f5 — 91.- y*.— 250.— 155.— lfl2.80iiS3.— 2185 814G 203.30 203.60 I43.f0 »45.— S58.K5 it8.75 17».- U0.~ 3^6.— 397.- 212.25 212.75 180.60 :8i.— 185 - 185.25 89.— 89.20 88 50 8i 25 106.- 107.-- 86.50 87.- Oest. Hh-oth.-Bant. Prlorltäte-Obltg. <£tibb.=@ef. zu 600 gr. bto. Bon» 6 pSt. ütotbb. (100 fl. H3)l.) 6teb.-».(2oofl.ä.iD.) Staatsbahn Pr. Stück StaatSb. Pr. St. 188? Rnbolf»b.(»ooft.ö.w.) Franz-Iof. (200 fl.S.) Lose. Siebit 100 ft. C. 88. . Don.-DamPssch.-Bes. ju 100 fl. 6 Dt. . . IriefJet 100 fl. SM. . bto. 50 fl. S.W. . Ofener . 40 fl. S.W. Salm . „ 40 „ Palffh . „ 40 „ K'-ry . . 40 . 6t. @enoU„ 40 „ Mnbifchgriitz 80 „ walbstem . so „ RudoIfSsttst. lOä.W. Wechsel (SSRon.) Aug»b. lOOfl.fübb.to. Rrantf.lOOfi. , „ London 10 Pf. Stert. Pari« 100 Franc» . Münzen. flaif. »tüni«®ucaten. rS-FiancSstitS. . . tBereinSt Haler . . . Silber . . Betd ‘ 26ate 9» 76 95 60 118 76 113.— • 232.— 104 75 10-i.— 90 W 136.60 134.50 91 20 100.30 9tf.-136.-134. -90.70 ICO.10 192.5) 97.— 180.50 59.— 82.— 48.— 28.-86.-31.60 84.6V 12.--14.— 14 60 193.— 97.50 181.60 60.— 33.— 13.— 89.— 88.— 82.— 16.— 83.— 16.— 15.— 99.20 99.30 99.80 »9.40 Il7.es 117.86 46.15 46.35 5 58 6 k» 9.33 > 9.34 1.76>| 1 7ti 117.861 1-H- Druck Bon Jgn. v. Kleinmahr * geb. Bamberg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg.