Nr. 295. Montag, 27. Dezember 188«. 105. Jahrgang. Mtmcher Zeitung. vr««umn>atl!,»»prtl«: M!t Postvelstnbung: ganzjährig st, ll>, balbliihrig fi, 7,50. Im «omptolr.- t Dil „k^lbacher Zeitung" elschelnt tiigllch m!t «uOn^bme bei Gönn- und Ne!>lr> vr, .^cils « lr. >"'> e»»^,'i, Mlct'elbrlunqen pr. .^lil« » lr. V wl^btn l?»cht angenommtn nnd Manuscript« nicht znlilssslfiell« Mit 1. Jänner beginnt ein neues Abonnement anf die Daitmcher Zeitung. Die Pränumerations - Beding nngen bleiben nn verändert und betragen: Für die Versendung mittelst Post: ganzjährig.....15 st. — kr. halbjährig.....7 » 50 » vierteljährig.....3 » 75 » monatlich......1 » 25 » Für Laibach: ganzjährig.....11 st. — kr. halbjährig.....5 » 50 » vierteljährig.....2 » 75 » monatlich......— » 92 » Für die Zustellung ins Haus per Jahr 1 st. DWs- Die PränumerationH'Veiriiste wollen Porto« '"! zugesendet werden. )g. v. Rleinmayr K Fed. Vamberg. Amtlicher Weil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. Dezember d.I. dem mit dem Titel und Charakter eines Sectionsrathes bekleideten Hof- und MlUlsterial-Secrrtär im Ministerium des kais. Hauses und des Aeußern Di-. jui-. Gustav Ritter von Ohm« taxfrei den Orden der eisernen Krone dritter Classe, dem mit dem Titel und Charakter eines Haus-, Hof- nnd Staats-Archiuars bekleideten Concipisten erster Classe des Haus-. Hof- und Staats-Archives Dr. .M. Gustav Winter das Ritterkreuz des Franz.Joseph-Ordens uud dem Hof- uud Cabiuets-Eourier Ferdinand Z i m m erina u n das goldene Verdienstkreuz mit der Kroitt allerguä'digst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Merhöchjter Entschließung vom 17.Dumber d.I.über allerimterthämgsten Autrag des Präsidenten des gemeinsamen Obersten Rechnungshofes den mit dem Titel und Charakter eines Hofsecretärs bekleideten Rechmmgs lach Franz Möric zum wirklichen Hossecretär bei blesem Rechnungshöfe zu ernennen und dem Nechnungs- rathe Karl Wolf den Titel und Charakter eines Hofsecretärs allergnädigst zu verleihen geruht. - Der Ackerbauminister hat den Oberförster Joseph On schau zum Viceforstmeister im Bereiche der Forst-und Dl'mäucn-Directiou in Görz ernannt. Nichtamtlicher Weil. Dcr Exodus der Dcutschböhmeu. Wien, 24. Dezember. Knapp vor den Feiertagen, in einer Zeit, wo das politische Leben zu stocken beginnt, war es der deutschen Partei auf dem böhmischen Landtage beschieden. noch rasch eine sensationelle Wirkung hervorzubringen und in die öffentliche Discussion jene Aufregung hineinzutragen, die bei uns nur allzu oft das richtige Urtheil trübt. Die Sitzung des Landtages, in welcher der Autrag des Abg. Dr. von Plencr betreffs der Prazäl'schen Sprachenverordnung und der Sprachen, frage zur Verhandlung gelangte, hat sich zu einem Ereignisse gestallet, das für die weitere politifche Entwick-lung Oesterreichs nicht bedeutungslos erscheinen kann. Die Deutschen sind mit Ausschluss eines conservativ gesiuuten Abgeordneten aus dem Landtage ausgetreten, ulcht ohne vorher durch Dr. Schmeytal die Erklärung abgegeben zu haben, dass sie nur unter Gewährung bestimmter Bürgschaften zurückkehren werden. Der Vor-fall ist bedauerlich, wie allcs. was als Störung des mneren Friedens angesehen werden muss und was zur Verschärfung der vorhandenen Gegensätze führen kann. Dlc Frage ist. wer die Schuld an dieser Kr,egserklä-ruug tragt uud ob die Linke des böhmischen Landtages wohl daran gethan hat. von einem so extremen par« lamcntarischen Mittel Gebrauch zu macheu. Wer d,e Berichte über diese cutschcidungsvolle Sitzung des böhmische« Landtages sich gegenwärtig hält. wird zu der Ueberzeugung gelangen, dass die Regie« rung gänzlich außerhalb des Conflicts steht, außerhalb des Kreises gleichsam, in dem die kümpfcndm Parteien sich bewegen. Die Regierung nimmt iu der Sprachen frage den Standpunkt ein', der den Interessen des Reiches entspricht, und wenn es der Opposition auch m den Zweck passt, aus der Prazäk'scheu Sprache,,. Verordnung Capital zu schlagen, so lauu doch nicht zu-gcgebcu werden, dass diese Verordnung die für die Re- gierung maßgebenden Principien alteriert. Es ist aber bekannt, dass die Negierung die Bedeutung der deutschen Sprache für den öffentlichen Verkehr in Oesterreich in vollem Maße anerlennt. Es handelte sich in dieser Sitzung um die Ordnung der Sprachenfrage in Böhmen, um Angelegenheiten, auf welche der Landtag, l'eziehl.ugsweise die Majorität des Landtags, den groß« ten Einfluss auszuüben vermag. Der Conflict wurde durch eine erste Lesung hervorgerufen, wo naturgemäß die Fragen der formalen Behandlung in den Vordergrund treten. Die deutschen Abgeordneten rechtfertigen ihren Austritt damit, dass die Majorität es bedauerlicher« weise nicht einmal für angemessen hielt, den von deutscher Seite vorgebrachten Beschwerden eine ernste Behandlung angedeihen zu lassen. Das sind durchaus Dinge, auf welche die Regierung keinen Einflufs genommen hat und seinen Einfluss nehmen wollte, das sind Streitfragen zwischen den beiden großen Parteien des Laubtages. Vie Minorität glaubt sich von der Majorität ungerecht behandelt, und was sie unternommen hat, richtet sich ausschließlich gegen die Majorität. Bedürfte es für diese Auffassung noch eines Beweises, so ist er damit gegeben, dass die deutschen Abgeordneten, um im Landtage wieder erscheinen zu können. Bürgschaften von der Majorität, nicht aber von der Regierung verlangen. Ein Conflict der Parteien untereinander hat dazu geführt, dass die Deutschen in Böhmen ohne Vertretung im Landtage sind. dass die Abgeordneten eines so wichtigen Bevöllerungselements auf die Ausübung ihrer constitntionellen Rechte verzichten und von der Erfüllung ihrer constitutionellen Pflichten sich zurückziehen. Es wirft ein sonderbares Licht auf den Parlamentarismus in Böhmen, wenn die großen Parteien der Landesvertretuug sich nicht mehr miteinander vertragen können, wenn der Nationalitätenstreit dem Ma-joritätsprincip, auf dem das constitutionelle Leben bc> ruht. seine Kraft nimmt. Ist die deutsche Partei, indem sie zu diesem Schritte ihre Zuflucht nahm. sich selber treu geblieben; ist sie dadurch nicht in Widerspruch mit ihre,, eigenen Principien getreten? Die > Antwort wird verschiedenartig lauten, je nachdem man die verschiedenen Fractionen der deutschen Partei ins Auge fasst. Die Deutschen, indem sie die Abstinenz. Politik treibe,,, können sich nicht auf das Beispiel der Czech?,, und Polen im Reichsrathe berufen. Die Ver- Jemsseton Wie sollen wir unser Heim gestalten? «Der ist der Glücklichste, cr sei ein König oder ein Geringer, Dem im eigenen Hause Wohl bereitet ist.» Goethe. Wem schwebt bei dieser Frage nicht eine Braut Ker deren Eltern in ihren Ausstattungssorgen vor? Denn soll das Heim. das bestimmt ist. unser Theuerstes 5" bergen sich zu ciuem glücklichen gestalten so darf "an nichts dem Zufall überlasse.', sondern muss es stch selber ausbauen, und da gilt es zu prüfe», zu berechnen, zu. überleaen ^ Schon die Eiuricht.mg will mit Sorgfalt de» ^erhäUmssen entsprechend, gewählt W^ Selbst der ^ hinreichende Mittel M Verfügung stehen ha d ^it. dem Ort. der "' tragen; wem aber nur ein beche.den The.l zupfen ist. der thut wohl daran. Wünsche und Nei- ""qen seinem Besitz anzupassen "nd aNes wohl zu "erschlagen, damit nicht am Ende ein Destc.t als penn-sender Gast gleich mit in die neue Wohuung z'cht und °en Frieden stört. ^ . «, ..„ . Mancherlei siud die Vedürfnisse. tne be. Vegnln-"!"g rines Heims in Erwägung gezogen werden muM,, ^ man nun auch die Mode berücksichtigen oder for-> die Verhältnisse gar einigen Auswand oder Luxus, >°chsen dadurch die Schwierigkeiten. S.ch Mgemah ^ Praktisch uud dabei geschmackvoll emzurlchten 'st '"« große Knust, die mau mcht allzu häustg siudet. Hat man sich verleiten lassen, ein Stück Möbel oder einen Zimmerschmuck reich, elegant oder antik zu wählen, so will die ganze Auöstattuug dem angepasst sein. und ein prachtvoll ausgestalteter Salon, der nicht mit der allgemeinen Einrichtung in Harmonie steht, spottet der Verhältnisse. Ein gediegener Geschmack äußert sich am testen in pruukloser, einfacher Solidität. Das bunte Durcheinander von allen möglichen imitierten antiken Sachen, was man ost als stilvoll zu bezeichnen beliebt, was aber das gerade Gegentheil von Stil ist. die Ueberladruheit. die das Gepräge einer Schaustellung trägt, sie siud nichts weniger als schön und lassen kein Gefühl des Behagens und der Gemüthlichkeit aufkommen. Ost freilich spielen bei der Ausstattung noch an« dere Factoren als der eigene Geschmack und die Mittel mit. Da siud es gute Freunde oder edle Verwandte, die mit zu unserem Glücke beitragen möchten. Sie ^überraschen uns mit allerlei Geschenken, die au und j für sich kostbar, wertvoll, ja kunstvoll sein mögen, die sich aber als durchaus «„brauchbar uud unzweckmäßig erweisen, und die man. lim zarte Gefühle uicht zu ver- j letzen, dem Ganzen einfügen muss, wenn auch die Harmonie uud das eigene Behagen dadurch beeinträchtigt werden. Hierzu zählen auch die Mapvcu und Ständer, Schalen und Vasen, Decken und Dcckchen u. dgl. m., in allen erdenklichen Farben, die als Schmuck oder Schutz dienen sollen, die aber nur dazu da sind, das Gefühl dcs Wohlseins, der Gemüthlichkeit zu stören. Ziehen wir mm noch in Betracht, wie viel Arbeit es täglich erfordert, sie vom Staube rein und ordentlich ' zu erhalten. so müssen wir gestchen, dass die Freu^, au derlei Gescheuten oft eine sehr zweifelhafte ist. und dass ein durch Rücksprache angepasstes Geschenk beiweitem vorzuziehen wäre. Solidität, gediegene Einfachheit und Harmonie, das müssen bei Einrichtung unseres Heims die leitenden Principien sein. Sie zeigen sich aber erst in ihren, vollen Wcrt. wenn Ordnung und Sauberkeit mit ihnen verbunden sind. Ein nichtaufgeräumtes Zimmer — und sei es noch so schön ausgestattet — kann niemals anheimeln, während ein gut gelüftetes, gut durchwärmtes, fauberes Gemach, in dem alles an seinem Platze steht, klar, blank, wenn auch einfach, zur fröhlichen, gemüthlichen Einkehr einladet. Wer ein solches Heim sein eigen nennt, der mag sich vor vielen glücklich schätzen, dem, leider wird es immer seltener hienieden. Das Sprichwort: «Eigener Herd ist Goldes wert» scheint seine magnetische Kraft verloren zu habe». Daran sind auch die modernen Lebensgewohn, heiten — und das nicht zum wenigsten — schuld. Auch sie werfen ihre Schatten in unser Heim. Das Haschen und Jagen nach Genüssen, diese ansteckende Krankheit, der so viele erliegen, sie sucht ihre Opfer auch unter denen, die das schützende Dach eines Heims deckt. Hier wartet die Gattin thränenden Auges ei», sam. lange — sie weiß. dass es nicht die Pflicht ist. die den Geliebten ihr fern hält; dort schmückt sich die Mutter der Kinder für die Gesellschaft, für Theater. Concerte, Bälle, während drinnen im Kinder- oder Krankenzimmer Fremde walten. Wo blieb des Hanscö guter Genius? Wer draußen sucht, was er daheim nicht findet, der ist beklagenswert; aber der Mensch schasst sich selber sein Schicksal. Aus dem Heim, der Stätte des Friedens, gestaltet er sich oft nur eine Her« berge, in der er ein selten glücklicher Gast ist. Uebel Laibacher Zeitung Nr. 295 2452 27. Dezember 15M. fassimgspartei hat sich stets als Staatspartei betrachtet, und der Deutsch-österreichische Club hält an dieser Tradition noch heute fest. Es ist ein logischer Wider spriich, wenn eine Partei, welche behauptet, ihre ganze Kraft sür den Staat einzusetzen, vor dem Mittel der Abstinenzpolitil nicht zurückscheut. Es ist gewiss ein Staatsinteresse, dass die deutsche Sprache gepflegt und geschützt werde, und die Verfassungspartei konnte bei ihrem Enthusiasmus für die deutsche Sprache sich rühmen, dass sie für die Bedingungen des staatlichen Lebens das richtige Verständnis besitze. Allein, es ist logisch schwer in Einklang zu bringen, wenn deutsche Abgeordnete in demselben Augenblicke, wo es gilt, die ganze Bedeutung der deutschen Sprache in Oestcr» reich hervortreten zu lassen, zu einem Mittel des Widerstandes greifen, das in die Logik nichtdeutscher Nationalitäten passen mochte, das aber nach den Grundregeln des Parlamentarismus sich kaum jemals rechtfertigen lässt. Anders stellt sich die Sache, wenn man an den Deutschen Club denkt. Die Mitglieder dieses Clubs haben ihre eigene Logik, sie achten nicht die Traditionen der alten Verfassungspartei, und in ihrer nationalen Einseitigkeit kümmern sie sich wenig um die Lebensbedingungen des Parlamentarismus. Es hat nun den Anschein, als ob der Deutsch-österreichische Club trotz anfänglichen Widerstrebens, als ob namentlich das Deutsche Casino in Prag mehr und mehr vor den von dem Deutschen Club ausstrahlenden Einflüssen zurückweiche. Im Interesse der Einigkeit der Deutschen bringt das Prager Casino Opfer, ohne dass der Deutsche Club sich seinerseits zu einem Zugeständnisse herbeiließe. Dr. Schmeykal hat die entscheidende Erklärung im Landtage abgegeben; aber die Abstinenz-Politik entspricht keineswegs ursprünglich seinen Ueber» zeuqungen. Der Glaube an die Zuverlässigkeit des Deutsch-österreichischen Clubs wird dadurch ins Schwanken gebracht. Man muss jederzeit fürchten, dass seine Mitglieder den Einflüssen, ja sogar dem Terrorism«« des Deutschen Clubs ausgesetzt seien. Mit der einseitig nationalen Richtung ist aber ein Frieden nicht zu schließen. Wie immer vor dem Ausbruch eines Krieges waren auch auf dem böhmischen Landtage beide Parteien bemüht, Versicherungen ihrer Friedensliebe zu geben. Namentlich Dr. Ernst von Plener hat sehr richtig an die bedrohliche äußere Lage hingewiesen und mit Berufung darauf die Nothwendigkeit des Friedens betont. Auch sagte er. dass der dentsch-czechische Streit die ganze Wohlfahrt des österreichischen Staates hemme und gefährde. Der eifrigste Ausgleichspolitiker könnte kaum anders sprechen. Dabei aber bezeichnete Dr. von Plener die Abgrenzung der deutschen Bezirke durch eine gesonderte Verwaltung als Mittel zur Herstellung des inneren Friedens, und er gab mit dem Lossteuern auf die Zweitheilung Böhmens der Majorität das Motiv an die Hand, sich gegen die Berathung seines Antrages erklären zu können. Gegenseitig anerkennt man die Nothwendigkeit des inneren Friedens, und doch genügt der geringste Anlass, um die nationalen Empfindlichkeiten hervorbrechen zu lassen. Die Minorität verlangte bei ihrem Austritte Bürgschaften für die sachliche Behandlung der deutschen Beschwerden. Es ist schwer einzusehen, wie eine parlamentarische Form für die Ertheilung solcher Zu- sichernngen gefunden werden soll. Die Czechen können nur das Ihrige thun, damit den Abwesenden nicht Unrecht geschehe, sie können im Landtage, wenn die Deutschen nicht in denselben zurückkehren, nur eiue unter den herrschenden Verhältnissen doppelt gebotene Mäßigung bekunden. Das ist das Beste, was wir in der gegenwärtigen Situation erwarten können. Politische Ueberlicht. (Die Landtage.) Sämmtliche Landtage haben ihre Verhandlungen unterbrochen. Ein Theil derselben, darunter die Landtage von Krain. Niederösterreich und Oberösterreich, weiden sich schon im Laufe dieser Woche wieder versammeln, während die meisten übrigen Lan-desoertretungen, darunter auch der steiermärlische, erst nach Neujahr ihre Thätigkeit wieder anfnehmen. (Zur Aufhebung des Trie st er Freihafens.) Die Triester Handelskammer wählte als Delegierte zu den Verhandlungen mit der Regiernng wegen Uebernahme des Baues und Betriebes der Docksanlagen auf dem Punto Franco die Kammerrälhe Teuschl lind Schadeloock. Der Triester Gemeinderath wählte zu dem gleichen Zwecke den Vicepräsidenten Dompieri und den Gemeinderath Rascovich. Die Offerten beider Cor-porationen inbctreff dieses Gegenstandes werden binnen wenigen Tagen der Statthalterei überreicht werden. (Reorganisation der Armee-Schießschule.) Wie das «Verordnungsblatt für das k. k. Heer» mittheilt, haben Se. Majestät der Kaiser eine neue Organisation der Armee-Schießschnle zu genehmigen geruht. Die bezüglichen organischen Bestimmungen werden demnächst herausgegeben werden. Die neue Organisation tritt mit Nenjahr 1887 ill Kraft. Die Bestimmungen für die jährliche Aufstellung und Auflösung der Curse an der Armee-Schießschule werden gleichzeitig mit den Bestimmuugen über die Organisation erscheinen. (Kroatien.) Wie die «Agramer Zeitung» erfährt, dürfte der Bericht der kroatischen Regnicolar-Deputation noch in der Februar-Session dem Landtage vorgelegt werden. (Deutschland.) Aus der deutschen Reichs' Hauptstadt wird die Rückkehr des Reichskanzlers Fürsten Bismarck nach Berlin angekündigt. Diese Rückkehr ist bedeutungsvoll für die Geschäfte des deutschen Reichstages. Man erwartet von Bismarcks Eingreifen in Sachen der Militärvorlage die Klärung der Sachlage dahin, dass der Reichstag entweder solche Beschlüsse fassen wird, welche die Heeresverwaltung annehmen kann, oder die Auflösung des Reichstages. Auch dic auswärtige Lage dürfte durch die Erklärungen des deutschen Reichskanzlers einige Beleuchtung erfahren. Und so sieht Europa erwartungsvoll dem Wiederbeginn der deutschen Reichstagssession entgegen, welche in parlamentarischen Formen die Arbeit fortsetzen soll. die von den Delegationen in Budapest begonnen wurde: die Beruhigung des Welttheils durch die imposante Machtentwicklung Mitteleuropas. (A us dem Vatican.) Anlässlich des Empfanges des Cardinal-CollegiumK. welches die üblichen Weih nachtswünsche darbrachte, antwortete der Papst auf die Ansprache des Doyens des heiligen Collegiums, indem er gegen die anticlericale Bewegung in Itallen protestierte und seinen Protest gegen die ihm bereitete Lage erneuerte. (England.) Die «Morning Post» bemerkt, der Rücktritt Chnrchills hänge nicht mit der äußereu Politik zusammen, bezüglich welcher keine Differenz bestand. Das bestehende Einvernehmen zwischen Großbritannien, Berlin und Rum bezwecke ausschließlich die Erhaltung des Friedens in Europa und hätte befrie« diqendere Ergebnisse gehabt, wenn die Pforte nicht eine vm> England missbilligte Politik eingeschlagen halte. -Morning Post» constatiert das Eintreffen günstigerer Constantinopeler Berichte. Die britische Regierung sehe Erklärungen und Handlungen der Pforte entgegen, welche Europa überzeugen, dass die Türkei nicht beabsichtige, die gegenwärtige beunruhigende Lage noch weiter zn verwickeln. — «Times» melden. Lord Salisbury unterhandelte mit dem Marquis of Hartington wegen dessen Eintritts in das Cabinet, eventuell wegen Uebernahme der Premierschast oder Bildung eines rein liberal-unwnistischen Cabinets. (Zur Lage inAulgarie n.) Aus Bulgarien wurde diesertage eine aufständische Bewegnng signalisiert. Nenesten Nachrichten znfolge reduciert fich die signals sierte Bewegnng auf einen Rummel in Sistouo. wo dic Malcontenten Sonntag und Montag erfolglos versuch* ten, sich der Polizeipräfectnr, der Mairie nnd des Telegraphen zu bemächtigen. Es wnrden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, darunter anch die des Deputierten Anev, welcher, als Haupturheber, als Gefangener nach Rnstschnk gebracht wnrde. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Briln-ner Zeitung» meldet, der Gemeinde Hüstopec zuM Schulbaue eine Unterstützung von 200 fl. zu spenden gernht. — (Neujahrsstratulationen bei Hofe) Die Neujahrsgratulationen für Ihre t. und k, Majestäten werden Freitag den 31. Dezember nnd Samstag den 1. Jänner, jedesmal zwischen 8 und w Uhr abends, in Wien entgegengenommen werden, und zwar: Für Seine k. und t. Apostolische Majestät durch Se. Durchlaucht den Herrn ersten Obersthofmeister, G. d. C, Prinzen zu Hohen-lohe. im Saalgebäude des k. k. Auqartens; für Ihre Majestät die Kaiserin und Königin durch Allerhöchstderen Oberst hofmeisterin, Ihre Excellenz Frau Gräfin Goes,, in der Hofburg. — (Die Cholera erloschen.) Da seit 8teM Dezember auch in der Stadt Gürz lein weiterer Fall sporadischer Cholera vorgekommen ist, ist die diesseitige Reichshälfte gegenwärtig ganz frei von dieser Krankheit- — (Ein sensationelles Gerücht.) I" Verlin war Samstag das Gerücht im Umlauf, der Zar hätte den deutschen Militär-Attache in Petersburg. V'l-lanmez, erschossen. Einer in Militärkreisen verbreiteten Version znfolge hätte der Zar den genannten Attache bloß geohrfeigt. An maßgebender Stelle in Berlin ist hierüber nichts bekannt. Das Gerücht wird als eine müssige Erfindung betrachtet. — (Zum Raubmorde aus Graz.) Wie uns aus Oraz geschrieben wird, ist zum Zwecke näherer Erhebungen über den von uns bereits gemeldeten Mord an dein Kaufmann und Hausbesitzer Rothgaßncr in St. Veit, der unweit des Thatortes bei St. Veit gelegene Teich abgelassen worden, da man vermuthet, dass der Mörder Laune und Unzufriedenheit haben oftmals ihre Wohnung darin aufgeschlagen. Harte Worte, Zank, Thüren-klapperu schallen hinaus, und der Vorübergehende bekreuzt und segnet sich, dass er in ein solches Heim seine Schritte nicht zu kehren braucht. Wie aber sieht es drinnen mit der Jugend aus? Hat nicht das Haus den allergrößten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder? Können wir erwarten, dass in einer ungesunden Atmosphäre gesunde, glückliche Men< schentinder fröhlich gedeihen? Die Lebensgewohnheiten sind eine ungeheuere Macht, die die Lebensansichten und den Charakter des Menschen formen. Von denen, die im Ueberfluss groß werden, können wir nicht Einschränkung, weises Einfügen in einfache Verhältnifse fordern. Wer nicht gewohnt ist, Rücksichten walten zu lassrn. der verliert sich gar bald selber; er achtet niemanden und ist nicht geachtet. Trotz alles Oenießens steht er einsam, ohne den inneren Halt, ohne das schützende Heim. das nur demjenigen Glück und Frieden aewcchrt. der in ihm sein Genügen findet. Ja, aller antzere Glanz vermag den inneren Bankerott nicht zu decken. ^ Die einfachsten Verhältnisse sind immer die gesundesten, besonders in der Erziehung. In einem Hause, das seinen Bewohnern ein wirkliches Heim, eine Stätte des Behagens und Friedens bietet, lernen die Kinder in dem Sonnenschein des häuslichen Glückes unbewusst. was ihre Lebensaufgabe, ihr Lebensglück bedingt. Hier wird die Saat gesäet, die später in ihnen Früchte treibt, welche am schönsten einst gezeitigt werden im eigenen Heim. Wohl denen, die ihr Haus so zu gestalten ver-mögen, dass es ein Heim für viele Erdenbürger wird, nicht nur für die eigenen Familienglieder, sondern anch für solche, die des Trostes oder Rathes bedürfe», wie auch für die Untergebenen, die sonst vielleicht leine Heimstätte haben auf Erden! Ihnen gestaltet sich das Heim reicher und schöner mit jedem Jahre. Inmitte der Hausgenossen herrscht der Hausherr, ein edler Menschenfreund, ein liebevoller Gatte und Vater, mit Ernst und Würde — die Hausfrau waltet und ordnet mit Fleiß und Treue in den trauten Räumen. Im Wohlsein anderer liegt ihr stilles Glück. Ueberall ist sie der Sonnenschein. Kinder und Mägde folgen freu« dig ihren Winken. Jedes Glied reiht sich dem anderen ein. Und auch von außen strömt dem Hause Lebenswärme zn. Um des Herdes «gesellige Flamme» sam» melt sich mancher liebe Gast und Freund. Nicht Ueber« fülle, Glanz und Reichthum erzeugen in ihm hier das Gefühl des Wohlseins und Behagens, sondern das stille häusliche Glück, das in der Gesinnung der Be« wohner wurzelt. Schöues, trautes Heim! Möchtest du kein Traumbild sein, sondern vielen in Wahrheit werden! Natalie Echo hl. Die Stimme des Herzens. Erzählung von hr "an kes Kind, dann verließ sie festeu Schrittes das GemaA In dem kleinen Salon trat ihr der Rlttmeli" lebhaft entgegen. ^ ,.«,« .Manuela, was soll das heißen? Warum have ich gesteru vergeblich gewartet?» Sie sah ihn mit einem stolzen Blicke an. «Weil ich nicht mit Ihnen gehen wollte,» M' sie langsam, «weil ich mein Unrecht eingesehen Y"" ' nnd weil ich »nein krankes Kind nicht verlassen wome- !'a,lil,clirl ^tttmiy i!tr. ^95 ^453 87. Dezember Ittxn. ^>as Mordwcrkzeug oder andere Gegenstände, deren er sich zu entledigen trachtete, bei seiner Flucht in den Teich geworfen. Auch glaubt man, eine dem Ermordeten nahestehende Person habe zu dem Mörder in näherer Beziehung'gestanden, — (Venedig in den Lüften.) Aus Savile nächst Udine wird der «Wiener allgemeinen Zeitung» geschrieben: Donnerstag wurde hier eine herrliche Luftspiegelung beobachtet. Äm Himmel zeigte sich plötzlich aus einem leichten Wollenschleicr hervor das Bild der Mceres-stäche, leichte Voote schaukelten auf deu Wellen, und ein Dampfer durchschnitt die wogende Flut, über welcher es wie leichter Nebel lag; doch dieses Bild verschwand bald und ein Häusermeer tam in die Erscheinung, immer deutlicher in seinen Umrissen werdend, bis man genau Paläste, Kirchen und Kathedralen erkannte, bis endlich die Marcuslirchc und der Marcusthurm allen Zweifeln ein Ende machte, wessen Vild die Lüfte widerspiegelten. Die Erscheinung machte einen überwältigenden Eindruck, in all ihrer Großartigkeit zeigte sich die Lagnnenstadt in Him-melshöhe; allmählich löste sich das Bild auf und zerflofs in Nebel. — (Das Kriegsrisico in der Lebensversicherung.) Die Erweiterung der gesetzlichen Wehr-Pflicht durch die Errichtuug des Landsturmes veranlasste, wie bekannt, die österreichischen Versicherungs-Gcsellfchaf-ten, die Frage der ferneren Behandlung des Kricgsrificos in der Lebensversicherung in Erwägung zu zichcu und auf eine zeitgemäße Ungestaltung derselben bedacht zu sein. Diese Reform wird nun zuerst die Lebcnsversichcrungs-Anstalt «Ianus» durch die ehestens zu gewärtigcudc Kundmachung eines «Regulativs für Kriegsvcrsichcrung» einführen. Der neuen Kricgsversichcrungsform liegen, wie uns mitgetheilt wird, wertvolle kricgsstatistische und andere einschlägige Beiträge aus der Feder des militärischen Fachmannes Freiherrn von Horst zugrunde. — (Ein österreichischer Schiffscapitän) Man meldet aus Calcutta den Tod des österreichischen Lloydcapitäns Andrianic. Nährend eines furchtbaren Cyklons, welchen der Lloyddampfer «Melpomene > Ende November in del« indischen Gewässern zu überstehen hatte und wobei 22 Passagiere, sämmtlich indische Pilger, um-lamen, harrte Capital« Andrianu' auf der Commandobrücke aus, bis er von dem niederfallenden Mastbaume getroffen Wur5e und au Brust uud Armen schwere Verletzungen erlitt, infolge deren er iu Calcutta gestorben ist. — (Eisenbahn-Unfall.) In Meja, einer Haltestelle der Fiumaner-Karlstädter Bahn, ereignete fich Freitag nachts ein Zusammenstoß. Der Agramer Personenzug fuhr in einen Lastzug. Die Ursache soll Fahrlässigkeit des Weichenstellers sein. Ernste Verletzungen sind leine zu beklagen, da der Locomotivführer Contrcdampf gab. — (Ein praktischer Knabe.) Knabe (im Kaufmannsladen): Gut'n Morgen! Geben Sie mir doch für 10 Kreuzer Bonbons. — Commis: Hast du denn auch Geld? — Knabe: Nein! Ich will zu Neujahr die 10 Kreuzer abgratulieren.________________________ Local- und Provinzial-Nachrichteu. Krainischer Landtag. Sitzung vom 22, Dezrmber. (Schluss.) Abg. Kl un berichtet über das Ansuchen der Stadt-Gemeinde Krainbnrg um Bcwilliguug einer Bieraustage - und stellt namens des Verwaltungsausschusses den An- trag : Der hohe Landtag wolle beschließen: I.) Der Stadtgemeinde Krainburg wird für die Jahre 1887, 1888 und 1689 die Bewilligung zur EinHebung einer Auflage von 60 kr. von jedem in der Gemeinde verbrauchten Hektoliter Bier mit der Einschränkung jedoch ertheilt, dass die EinHebung dieser Auflage weder bei der Erzeu guug noch bei der Einfuhr von Bier platzgreifen darf; 2.) der Landesausschuss wird beauftragt, die Allerhöchste Sanction dieses Beschlusses zu erwirken. Abg. Luckmann spricht sich gegen diesen Antrag aus, hinweisend auf den vorjährigen Bcfchluss, dass nnr ausnahmsweise die Auflage nur für ein Jahr bewilligt werde. Für den Antrag sprechen die Abgeordneten Dr. Samec, Detela, Mur-nil und der Berichterstatter. In ihren Ausführungen wiesen sie nach, dass durch diese Austage das Brantwein-ch muss flirt.» Sie wollte sich von ihm losmachen, allein er hielt sie fest. «Manuela,» flehte er. sie mit glühenden Blicken betrachtend, «ich liebe dich z,, schr.» «Lassen Sie los oder ich rufe um Hilfe!» Wortlos gab er sie frei. Einige Secunden lang sahen sie einander ill die Aligen, sie stolz und kalt. er zornig und finster, dann wandten sie sich gleichzeitig znni Gehen. Manuela kehrte in das Krankenzimmer zurück. Der Rittmeister begab sich direct zum Bahnhofe, um mit dem nächsten Zuge die Residenz zn verlassen. Als Reinhardt am Abend von seiner Reise zu« rücklmu stürzte ihm Manuela entgegen. «Endlich, endlich,» rief sie mit thräncnersticktcr Stimme, sich fassmlgslos an den Hals ihres Galten werfend, «der Arzt hat foeben Hoffimna. gegeben.» Reinhardt umfafstc erstaunt die Schluchzende. Was war während seiner Abwesenheit vorgegangen? So war ihm Manuela noch nie entgegengekommen! Mit sanften Worten suchte er sie zü beruhigen. ,,nd so erfuhr er Elly's Krankheit und die glücklich über« standene Gefahr. Reiuhardt glaubte seinen Sinnen nicht trauen zu dürfen, welche Wandlung in Mannela's ganzem Wesen vorgegangen war! Wie zärtlich besorgt hütete sie ihr kleines Töchter« chen. mit welcher Liebe' hieng ihr Vlick an dem süßen Kindergcsicht. von dem die wilde Fieberhitze langsam zu welchen begann! Neckte ihn ein Traum oder sollte es immcr so bleiben? Die Lösunq des Räthsels ward ihm. als sie des Nachts beieinandel saßen, den Schlaf des kleinen Mädchens bewachend, denn Manuela, obschon sehr erschöpft, hatte sich entschieden geweigert, die Ruhe zu suchen lllld ihr Kind der Pflege anderer zu über» lassen. Süß und ruhig schlummerte ltlly in ihrem Bett« cheu. Der milde Schein der Nachtlampe beleuchtete ihr Gesicht, auf welchem die Blicke beider Eltern zärtlich hafteten. Rlche lind Friede lag auf dem sanften Kinder-gcsichte, und Ruhe und Friede zog auch in Mauurla's Herz; sie fand den Muth, ihrem Gatten alles zu sagen und seine Vergebung zu erbitten. Keine falsche Scham hielt sie zurück, wahr und offen geqen Reinhardt zu sein, denn sie fühlte, dass nur ein ehrliches Geständnis sie seines Vertrauens wieder würdig machen konnte. Als sie geendet, erfasste er mit sanftem Drucke ihre Hände. «Worum wolltest du von mir gehen, Manuela?» «Weil ich mich so einsam, so verlassen fühlte, weil ich wusste, dass du mich nicht liebtrst.» kam es leiden, schaftlich von il.ren Lippen. «Du giengst so kalt an mir vorüber, ohne nur einen Versuch zu machen, dir mein Herz «Minnen zn wollen!» «Sieh' mich an!» Zagend hob sie den Vlick; was sie in seinen Aua/n las, was er in den ihren fand? Still neigte sie ihr Haupt an seine Brust, und seine Arme umschlossen fest ihren schlanken Leib. «Ich will um deine Liebe werben,» sagte er. valbacher Zeitung Nr. ?95 2454 27. Dezember !,^«. ^ Tage das angenehme Dasein eines behäbigen Rentiers gegönnt ist. Die schöne Illusion war ein Angebinde, das zum «Christkinds» jedermann von uns beschert worden ist. — (Unser Obsthandel.) Wie erhalten folgende Zuschrift: Der Obsthandel wird noch immer flott betrieben, und werden täglich große Mengen nach Trieft, Pola, Fiume, Alexandrien, Deutschland und Russland verschickt. Aus ganz Krain wurden nach unseren Informationen über zweitausend Waggons abgesendet, welche zum Durchschnittspreise des Most- und Tafelobstes von 4 fl. per 100 llss einen Gesammtwert von über 800 000 fi. repräsentieren. Die größten Quantitäten wurden in Laibach, ferner in Littai, Vischoflack, Gurlfeld, Lichtenwald — wohin das Obst aus dem Naßenfusser und Treffener Bezirle gebracht wurde — in Krainburg und Loitsch verladen. Bauern aus der Billichgrazer Gegend erzählten, dass dieselben in Dobrova, rather und Führer. Das Buch zerfällt in die Abtheilungen: Frauenart und Frauencharaktere. Was die Frauen wollen und nicht wollen. Wie man ssrauenherzen gewinnt und erobert. Physiologie der Liebeskunst. Erfahrungsgrundsäfte aus der Licbeswissenschaft. Allgemeine Regeln und Rathschläge. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Berlin, 26. Dezember. Die Zeitungsnachricht, dass die deutsche Regierung dem Wiener Cabinete vorgeschlagen habe, mittelst einer gemeinsamen Note den sofortigen Rlicktritt der bulgarischen Regentschaft, die Zustimmung zur Entsendung russischer Officirrc uach Bul« garien und die Annahme des russijchnscitK vorgcschla« genen Fürsten-Candidaten zu empfehlen, wird von der «Post» als eine Erfindung bezeichnet. Deutschland habe in Wien leine Vorschläge bezüglich Bulgariens gemacht und bekümmere sich überhaupt nicht um Bulgarien, weil es dort keine Interessen habe. Vern, 26. Dezember. Der Großrath des Eantons Freiblng bewilligte 2'/« Millionen Francs für die Errichtung einer katholischen Universität in Freiburg. Sofia, 25. Dezember. Die Verhandlung in der Junker-Affaire wurde gestern fortgesetzt. Der als Zeuqc ueruommcne Junker Aleznjakov hat sich in seinen Aus-sagrn derart verwirrt, dass er der Theilnahme an dem projectierten Complot dringend verdächtig erschien, in-folge desfen das Gericht den Vefchluss fasste, ihn in Anklagezustand zu versehen und sofort zu verhaften. Das Urtheil dürfte erst Montag verkündigt werden. Lissabon, 25). Dezember. Das englische Panzerschiff «Sultan» ist heute nachts mit dem französischen Dampfschiff «Pille Victoria» zusammengestoßen. Das letztere sank infolge dessen. Von den zweihuudertundfünfzig Personen, die es an Bord hatte, ist die Mehrzahl ertrunken. Lissabon, 26. Dezember. An Bord des Dampfers «Ville Victoria» befanden sich, als der Zusammenstoß erfolgte, nur gegen 6(1 Personen. landschaftliches Theater. Heute (gerader Tag): Boccaccio. Komische Operette in 8 Acten von Zell und Richard Genöe. — Musik von ss. von Suppö. Verstorbene. Pen A 3. Dezember. Maria Sluga, Arbeiters-Tochter, 10 I., Karlstädtcrstrahe 22, Meningitis. Den 2 4. Dezember. Felix Tlul. Arbeiters Sohn, :l'/, Monate, Karlstädterstraße 4, Fraiscn. volkswirtschaftliches. Ausweis über den Gcschä'ftsstand der l. t. vriv. wcchsclscitia.cn Arandschadtn-VersichmmlMlstalt in Maz nnt 30. November 1886. ^ersi, l>, !l !lli Weizen pr. Hcktolit. 6,82 ?!8(> Vultec pr. Kilo . . — 90 — — Korn » 471 6 30 Eier pr. Stück . . — 3------- Gerste » 4>22 4 90 Milch pr. Liter . . — 10 — Haser » 2,92 3 10 Rindfleisch pr. Kilo — 64 — — Halbsrucht .-------6,90 Kalbfleisch » —54------- Heiden » 3 74 5— Schweinefleisch » — 54-—-— Hirse » 4 7! 5 5 Schöpsenfleisch » —!30 — ^ Kukuruz » 4 87 5 40 Händel pr. Stück. — 45 — --Erdäpfel 100 Kilo 2 85-------Tauben » — 18------- Liilseü pr. Heltolit, 10------------Heu pr. M.-Ctr. . 2 68------- Erbse,, . 9------------Stroh . . . 2 85 — -Fisolen » ll)------------Holz, hartes, pr. ! Rindsschmalz Kilo - >90------- Klafter 6!50------- Schweineschmalz» —64-------— weiches, » 4 10 — ^ Speck, frisch, » - 56--------Wein.ro!h,,l00Lit.-------24 — — geräuchert » — 68--------— weißer, »-------20 ^ Ausselommenc Fremde. Am 25. Dezember. Hotel Stadt Wien. Ritter von Ilanor, Privatier, Trieft. — Zamparutti, Maurerpolier, Kaposvar. — Vranlar, Oberbau- meister, Neumarktl. — Ernst. Zimmerpolier, Neumarltl. ^ Ogmcl, l. k. Ger,-Adjunct, Egg. Hotel Elefant. Schneider, Kaufmann, Wien, — Ianisch. Pn> vaticr. Villach, — Neuwirth, Kfm.. Radlersburg. — Albrecht. l. k. Obcrlieutenant, Giirz. — Vertouec, k. t Linienschiffs" Lieutenant, Pola. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Schulz ssovst.Ingeiiieur. s. F"' milie, Sissel. — Koöevar, Vesiyer, Unterauerspcrg. — Groß, Lehrer, und Groß, Student, Terboi'ljc. Lottoziehuugcn vom 24. Dezember. Wien: 5« 67 1 72 65. Graz: 54 15 23 14 38. ^ottozichuna. vom 2?. Dczcmbcr. Prag: 51 85 77 9 27. Meteorologische Beobachtungen in ^nibach^___ e «^ 5Z2 5« m«nd ""ficht ?5Z z ^ ^? ß: be.v.«m." M x Z.5ß Z°_______________^ " Nl. 2cg. 73478 24.2 . N. 734,05 -4.4 W. schwach heiter 0,00 9 . Ab. 733,17 —7.0^ windstill heiter ^ ,. ?U.Mg. 728.81-4.6 SW. schwach bewölkt ' ^. 25.2 . N. 729,52 0.0 windstill heiter 0,00 ___0 .^ A. 733.01 —3.2 windsti ll_____bewölkt __^ 7U.Mg, 737,67 —^ windst'ilT 'Nebel ^, 26, 2 . N. 738.8? —4.0 W. schwach Nebel 0.00 9 . Ab. 740.20 —6.4 windstill Nebel Den 24. morgens Nebel, dan» heiter. Den 25. morgens Nebel, dann heiter. Den 26. dichter Nebel, den gauzeu Tag anhaltend. Pas Tagesmittel der Wärme an den drei Tagen — 7,1°, — 2.6° und — 5,1", beziehungsweise um 5.5" unter. 0,2° über und 2,3« unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. l----------------------- l l ssiir die rühreuden Vew.ise herzlicher Theilnahme « > anlässlich des Hinschrideus unsrer mwergessl,chen, > » zu früh dahingegangenen Schwester. l,ezichuugswe,se > » Tante und Schwägerin, des hochwohlgebormn Frau- > » lcins > Adelt Cdlc von Kanten » l,.sonders für das ehrende Gelei > statte u»d für die schöueu Kranzspenden sprechen allen > > den tiefstempfundenen herzlichsten Dank ans > » die ttlmmidcn Hintcrblicbcncu. l » Laibach am 26. Dezember 1886. l 2455 Course an der Wiener Börse vom 24. Dezember 1886. N°« d«. oMen«, «ou«^««. Well- lbai' Etants.Nnlthen. «rkenrrnte ....... «''70 K2O» Ei!l cl,rn,e ....... ^»'»^ l<>,', 4"/, etan,0l°»«!.! 5"/, ganze 500 » 137 »513? ?l, '»«<.«««/,. Mnflel wo „ '»»zs>ln»?l »»» klaalOlosl . . 10» « I«8ü5l«h75 >«k4cl ^ , , 50 „ Il!l< »o >l>? bl! somo.NtülcnlchtMt , , per Et. ^'»- ^'^ »"/« Q«ft.Go!brenl«, steuiilKi . >>« 3<"Il «t> 0«fttlr. lnolenlenle. ficuelsrei . ,00 »0,00.50 un«, Voit„nll <»/<, - - > . l03 9/,>l! . «'<«l!l>..Nnl.,l0«.ö.ll0.E. >5i5«i5«- . ofldahn.U-lioliläten . . M?l,10NIV . Slaal«.Qbl.(U»l,.Oftdahn)------li« - » „ „ vom :', !»?« . "»—'l«5v ».. P'ämien.Anl. k!l)«sl. ö. w, 1««50,21- lhc!H.Ncg.,>,'os« 4°/» ,00 U0 st 2 .M.) ^°/. böhmifche.......lO„------------ °°/° gaUzilche....... lv4 - w« ?l> b'/» mährische....... IVL l>« 10« l,c °°/o nitderofterllichischt . . 108 — 11« — ^ °/° ob«öfillrcich>jche ... 10475105 t» °°/o ftcirisch«....... 105 o« — — «'/»troatlsche und slavonljche . ,on b0ic>o °°,<. fiebtnbtllgisch»..... i«< —!i04 7b Veld Wax' 5«/o ItMtsn «anal . . . .104 — 104 75 5"',, u»gas>!che......104'—104 75 Vndtte öffentl. »lnlehen. ^cnal!.3>tg.»lo !gcm«inde Wien 10b «U lvb »< Ni,Iel.cn t^. Ktadlgrmcinb« Nie» (Eilb» und Void) .... 181 - — — 4«l«v,!cn.»»!l,t,Et>btnem.>l'««n I« b0I»5- Pf«ndbiiefe (sül 100 fl.) «'rtircr. »llg. öj!«l, 4'/,°/,, Volt. 124 7« 1« l» llo. in 50 , ^ 4>/, »/„ l00 4N I0I iw tto. b0i!>l'— t est,HyPoth^lcnb<>l.l Wj. 5'/,°/« »l>0?5101»5 Oll.»»»»«, ii'l>»l veil, 5°/„ . . IOl'10101 50 tlr, « d!l. „ 4>'/o . . «8 30 »8'70 !l»l>. all», Vottncrcbll,Actleugel. »> P in O.i«o» vcll. 5'/,«/o ^'-------— Priorilätb'Obligatione» (fiir 100 sl.) !il<z»Irjls.^— — — Vallz»!«:« i, E . >l V,"/(> - 100 3» 100 «(, Qcsi«r, i«c>,tUcstd»^ii . , . iub»o io«b« tzicl'<>>l>!!>>icr.......________>— Staat»b»hn I, «tmiffion . . 18» — »99 — küdb«hn^»°/,.....I57 5ul58- „ k 5°/».....I«»z<>1«»«0 Nnst.'galiz. Vahn.....100 »5 wo 7? Diverse ll«se (per Gtlltl). «rcdiliole 100 fl...... 179»»5 l79'75 «lwlY.Lo«« I8- L«,dach«Plämitn«Nuleh,zo sl. l<) 75 »1 «5 Ofenc, L°!e 4U s>..... 4« — 47— Palfsy.koje 4« «..... 4«-— 43- Nolhe» lereuz. «st. Ots.v. w f!. 14 8f> l^ ^<> Mudolj'l/ole 10 st..... I, ,5 19 7<> Salm.Lole 4u tt...... 57 50 b« 5V kt.'Vniois'Loj« 40 Waldfte!N»t!ose ^u sl, ... 8» - .»3 50 Wiiidllchglätz.iloje »0 fl. , . 45 — 4« — »llnl.Nctien (v« Stück). «lnglo»Ocfterr. Van! «00 cpostie»banl, Nllg.^uo fl. . i«3 —l,«z _ l. O,50"/, «es, Oefierr.500 sl. «M. . . . 383—385 — Dlau»I. (Vat.'Dl>.»Z.)«»«----------- 2lisabcth»vl»hn «00 fl, «M. . —-------— „ ^l»«Vudwei» Xi»0 fl. . —>— — — „ Sljb..T>l.lI1.5 — 1»5 »5 Taliz,«»rl»l!ubwlg>N,i«00fl.«!l«. —'-------— Vraz'«öslacher«..«,^>0fl,«.W.------------— ltablenbclg.Hisenbahn WU fl. .------— — »asHau.Odtrb.ltiscnb. 800!l. V. —----------- ^embelg'Vzelnowitz-Iafjy «isen» bahN'Vrslllschafl Kuu fl. ö. W. lziz — »53 50 «8 — b«»-Oefterl. Vlorbweftv. XW sl. Vilb, ih8^o ili9 — bto. (lit«) zwu j>. Kllb« . iß, >;„zo Plilü'Duler Hijenb. 150 ,7.^ Mud7l><^,»hn li(»0 sl. O>ld« . l»8-75l«» — biebeubüif,:» ^»jcnb. —- ^ Via»lec> l> w >l, «!. W. . zzy —!>l<> h» «ei» »«« Vübbahn x»a sl. Vllber , . , lo« 7z l«» »5 »üb«««rl>b.«erb..«.>i»«It5bah!l»..Vcih,, l. »u fl. 40al»in< »« — «5« Llog« «l!tN'Ind,.^e<. ,00 fl. .»»4». 17b — balgo.T^lj, « — Deoije». bcutlche PUitz«......«l 90 »j — London.........««,<»i»«l0 Pari» .........4» 7z 4» »<, Peltllbulg .......— ^ — ». v«l»te». Ducaten........ ü »7 z« «0.»l»l>c,.Vt«