^U O. Siebenter Jahrgang. I". Februar R863. Pas rasche Wort. A'as Wort, das rasche, fliichi'ge Wort bewache! Es gleicht denl Pfeil — gclütt tchrt er nicht wieder. ' ' ' Cr fliegt, er schwirrt und senkt ins Her; ticf nieder "" '' Dcil Schmerz der Wimde und das Gift der Nache. Dann kouimen sie herbei, die besser scheinen, Nur weil sir klüger, träger sind und glatter, Und schleichen, winden sich, nach Art der Natter — Wie züngeln, zischen schadenfroh die Feinen! Wie sitzen aufgebläht sie zu Gerichte, Und wägen ab drin schuldiges Vergehen, Sie, die vielleicht nicht werth, dir nah' zu stehen — I)aS ist dic altc ucuc Nechtsgcschichtr. Du aber bist gebeugt nun nnd gebrochen, Denn tief fühlst dn in deiner fcur'gcu Seele, Wie schwer der Mensch mit einem Wort ost fehle — ^ , hättest du dieß Wort nie aufgesprochen! Wer bleiche Vincenz. Eine Schmugglcrgcschichtc. Erzählt von K. G. M e y r r. t^in Jahre 183 . ward ich wichtiger Geschäfte willeil zu einer Reise an die böhmisch-sächsische Grenze veranlaßt. Unweit des Stadtchens K. . . am Fuße des Erzgebirges, warf der unvorsichtige Kutscher mich und den Wagen in den Straßengraben; meine Wenigkeit kam außer einigen Quetschungen mit heiler Haut 2ayon, desto ärger aber »rar der Wage», mitgenommen. Eine der Achsen war zerbrochen, das Dach der Kutsche duich eine hervorspringende Vau.il-wurzcl eingedrückt, das Geschirr und Niemwerk zerissen. Sattler, Riemer und Wagner dcr Abhilfe wegen berufen, erklärten einstimmig, die Arbeit kaum biö morgen Mittags beenden zu können, und so n-ar ich gezwungen, biö dahin zu warte». Der Zerstreuung wegei, schlendeite ich vorerst im Stadt« chcn herum, dessen etwaige Merkwürdigkeiten zu besehen, m,d ging sodann, als die>e !lil,schau beendet, und weder dcr Marktplatz mit seiücm hölzerne», Wasserbehälter, noch ! die mit grellen, Farbe« angcpi-iscltc Florianssiatne, oder die ! ! vier engen winklichten Gassen, mit ihren, dem Thurm zu ^ Visa ähnlich s:ch neigenden hölzernen Häusern etwas geboten ! hätten, was der Beachtung werth gen'esc» , gegen den Fluß hinunter, dessen heller Wasserspiegel mir im Widerscheine der Abendsonne so recht freundlich einladend cntgegcnglänzte. ! Der Hochsoinincr halte über Flur und Wald alle seine ! Pracht ausgebreitet, dcr Baume saftiges Grün und die in ^ mancherlei Nuancen sich salbenden Flüchte schillerten im ! Sonnengold auf der hinter dem Städtchen thalabwärts iich ^ hinziehenden Flache, an die sich einzelne, weit in den Fluß ! hineinragende Eanddünen angesetzt hallen, gegen welche diese ! leise dahingleitenden' Gewässer gelblichweiße SchainnfZocken i trieben, die hier an dem Ufer, dort an die überhangenden ' Weidenruthen sich anlegten, mitunter auch in die fast halb« ^ rnnde Bucht von den schaufelnde" Wellen hineingetragen ! wurden und dort die mir lose befestigten Kähne und leichten ! Fähren spielend umkreisten. Hier mochten die Gewässer eine bedeutende Tiefe haben; ! denn, wahrend weiter hinein des Flusses Wellen lauschend , über Steüigerölle hintan;ten und schäumend an die einzelnen ! Fclsenblöcke anprallten, wogte dic hiehcr gerichtete Strömung ! an die mit Erlen lind Weidengebüsche überwachsene Sand« ! diine ruhig hinan; man sal) deutlich, wie die in dcr Tiefe ! wieder rückwältösttömcnden Gewässer den mitgefübrtrn losen ! Sand stoßireise absetzten, wahrend die obere Fläche scheinbar ! ruhig blieb und nur manchmal merllich erzitterte, wenn ! irgendwo ein gold- oder silberschillerndcr Spiegelkarpfen aus ! seinem Lager in dcr Tiefe auftauchte, oder cin schlanker ! Wcissisch in mancherlei schnellen Windungen dem verfolgen« > den Hechte zu enlfliehen suchte und auf der Fläche einen , Kreis von Schaumperlcn bildete, die in immer weiter sich dehnenden Ningcn dahinschwammen, bis sie endlich in leisem Gezilter sich auslöste». Bot hier die Bucht und daS kleine sie umschlingende Eiland ein Vild der Nuhe, kräuselte der darüber hinstrci» chende Abendwind nnr wenig dic einzelnen Schanmstocken ! und nickte dort auf dcr Sanddüne kaum das schwanke Weiden« gezweig in leisem Lnstzuge, so zeigte sich drüben am jenseitigen Ufcr gerade dcr Gegensatz. Dort hatte dcr Fluß durch zerklüftete Felsenmassen sein Vett gerissen, rauschend und schäumend brach Welle auf Nclle an dcn einzeln bctvorragcnden Klippen und trieb in wilder Strömung breite Schaiilugüitcl hinaus, welche dle aus den Hochwäldern über die Verge herabstürzenden Wild« ^ Mche noch vermehrten. Dort rollte sich ein ganz anderes ! Landschaftögemälde auf. Schon gleich am Ufer strebten die ! Felsenmassen wild empor, von den Bergen herab schauten ! düstere Tannen « und Fichtenwälder und warfen ihre gigan- ! tischen Schatten bis weit in des Flusses Mitte hinein, über ! die in grotesken Formen zusammengedrängt die Abendwolken ^ hinzogen. Lange stand ich im Anblicke des so prachtvollen Rund» > gemaldes verloren — es war mir. dem Flachländer, Alles ! so neu — das Auge, an die Eintönigkeit der Ebene gewöhnt, ! irrte von Punkt zu Punkt aufwärts bis zu den nur noch , matt vom Tageslichte umsäumten Vergeshöhen, die den ! Hintcrgrnnd begrenzten, während es hier unten schon tief 5 dämmerte und das jenseitige Ufer mit seinen Wäldern und Felsengruppcn in völlige Nacht gehüllt nar. — Ich hatte die hereingcbrochene Dunkelheit nicht einmal bemerkt, und wollte mich nun eilig zum Rückwege anschicken, als drüben inmitten der Walder an einer Berglehne eine helle Feuer« säule hochaufloderte und weithin zuckende Funken vom Luftzüge getragen umhcrsprühtcn 1 dabei klangen die lang gezogenen Töne eines Glöckchens so schaurig wimmernd über den Fluß herüber, und diese beiden Erscheinungen waren es, welche meine Aufmerksamkeit fesselten, und dieß um so mehr, als von Seite des Städtchens her sich einzelne Menschenhaufen herandrä'nqten, die wahrscheinlich eben so wie ich die Feuersäule bemerkt, »'ich dicr über den Ort näher zu orien-tiren und zu Hilie eilen wollten, denn es war entschieden, nicht etwa ein Kohlenmeiler war irgendwo in Brand ge« rathen, nein, ein Ocbäude mußte in hellen Flammen stehen, dieß zeigten die vom Winde herumgrtiiebcnen feurigen Theile losgerissener Strohbüschel, mit welchen hierlands die Mehr« zahl der Häuser eingedeckt stnd. „Dcr Richtung nach ist es das Dorf Niedergrund, wo es brennt," rief Einer der ersten Antommlingc, »und ich werde mich kaum irren, wenn ich als eigentliche Feuerstatte daö Haus des ,bleichen Vinceuz« bezeichne, das, wie Ihr wißt. gerade unter dem Geieröfelsen liegt, der da mit seinen Klüften und Zacken so blntigroth herüberschimmcrt. Hört, wie wär's, wenn wir hinüberschifften und dann das Stünd« chen hinaufliefen? Viuceuz hat, wie Ihr Alle wüßt, ein Paar kleine Kinder, das Weib ist bettlägerig, cr selten zu Hause, scine Wohnung liegt so abseits, und die anderen Leute im Nicdergrund werden Alle mit sich selbst zu thun haben." Mai, war einstimmig mit diesem Vorschlage cinver« standen. Schnell wurden mehrere Nachen und Kähne gelöst — und ich, dem eine nächtliche Wasscl fahrt und Waldwanderung neu war, und der ich auch mein Schärflcin zur Hilfeleistung beitragen wollte, drängte mich unter die (5u>-schiffcnden. Wir befanden uns, ehe einige Minuten vergingen, in» mitten des Flusses, als ein furchtbarer Knall die Luft er« schüttelte, daß die Erde erbebte und die Gewässer auf- braussen, ssleich darauf ein zweiter Knall und unzählige Feuergarben durchkreuzten den Horizont der Brandstätte, man sah deutlich Balken, Stroh, Schindeln und Oiebelftücke fun'' kensprühend nmherstiegeu, und das Kreischen lind der Hilfe» ruf der unglücklichen Dörfler tönte durch Wald und Nacht bis zu uns herunter. „Seht Ihr, daß ich recht gehabt, wenn ick vorhin die Wohnung des bleichen Vincen; als die Brandstätte bezeichnete!" rief nun der Mann, welcher zuerst den Vorschlag zur Ueberfahrt gemacht; «ücher hat das Feuer auch die Voh-len ergriffen, die über die Schlucht gelegt find, «nid so die Thüre angebrannt, die zu dem Felsenkeller führt, wo Vin« ccnz scine Schmuggelwaren versteckt. Da bald die Jagdzeit eintritt, hat er gewiß bedeutende Verrathe an Pulver aufgehäuft, die sich entzündet und Alles zerstört haöen werden. ! Nun ifl's um so nöthiger, daß wir hinauf uns machen und l helfen, denn jedenfalls ist das Unglück groß — darum rasch ^ und scharf die Nudcr eingelegt, daß wir hinüberkommen!" ! Die Fähre flog — noch ehe ste das Ufer berührte, i drängte stch Jeder heraus, und unbekümmert um Schlamm i und Nasser waldein' und bergaufwärts. Schaurig leuchtete ^ durch der Bäume Dunkel aus der Schlucht her die rothe ! Gluth, einzelne Stamme und das niedere Gestrüppe am ! Waldessäume hatten Feuer gefangen, es war die höchste ! Zeit, daß Hilfe kam, sollte nicht der ganze Wald allbren» nen — an der Wohnung selbst war nichts mehr zu retten, ! dort war nur wilde Zcistörung, Gräuel und Verwüstung ! zu schauen. Aufgerufen durch die in allen umliegenden Dörfern ertönenden Feuerglocken waren deren Bewohner von fern und ! nah um so schneller herbeigeeilt, als der furchtbare Knall bei der Pulverentzündung ein schreckliches Unglück vermuthen ! ließ. Forstleute und Soldaten, die hier an der so nahen ! Grenze zur Verhütung des Schmuggels stationirt waren, I Bergbeamte und Grundbesitzer, Alle waren, ohne Unter« ! schied der Stände, mit Hacke, Schaufel und Haue eifrig ! beschäftigt, um durch schnelles Niederhauen einer Waldstrecke ! und Auswerfen ciues Grabens der vcrhcrend um stch grei» ! senden Glutl» Grenzen zu setzen, während die einheimischen und umliegenden Dorfbewohner die zunächstliegende« Ge« ^ bäude zu erhalten, und wo möglich aus der zur Gänze ! zerstörten Brandstätte jene wenigen Ucberbleibscl zu retten 5 suchten, welche durch die Kraft des erplodirenden Pulvers > weit hinausgeschleudert, rauchend und glimmend zwischen ! zerstörtem Gemäuer und niedergeworfenen Baumstämmen um, i Verlagen. ! . So war unter Helfen, Netten und steter Gefahr Stunde ! auf Stunde vergangen, Mitternacht bereits vorüber, und i wenn man auch des FenerS Meister geworden, hatte doch ! Niemand eine Spur der unglücklichen Bewohner des Hauses ! gefunden, und Icder gab sich der Hoffnung hin, daß dies«: ! beim Ausbruche des Feuers in die Wälder geflüchtet und so ihr Leben gerettet hatten, als auf einmal der Verghäuer Martin, welcher hier heimisch und mit der östlichen Lage genugsam bekannt. die Nachforschungen leitete und dem Zuge ! voranging, dort, wo die Waldgewässer tiefe Schluchten zwischen den Felsen ausgewaschen hatten, mit einem lauten Aufschrei die Suchenden zusammenrief. Grausenerregend war der Anblick! Zwischen halb ver« glimmtcm Gesträuche, umhergeschlcuderten Balkentrümmern und zersplitterten Fclsenmassen lag der fast verkohlte Körper i der unglücklichen Mutter, die noch in ärgster Todeönoth ihre beiden kleinen Kinder zu retten versucht hatte, aber schwach und krank, wie sie gewesen, von der Gluth erfaßt und vom Dampf erstickt worden war! Nun waren Mutter und Kin« der verstümmelte Leichen, halbverkohlte Gerippe! (Schluß folgt.) Ein Besuch auf dem Derge Athos. (Schluh. So weit geht die Beschreibung des türkischen Geogra» phen vom Athos. Manches darin paßt auch noch auf die Gegenwart, aber namentlich die Kanonen sollen jetzt dort ! fehlen, und auch noch heutzutage, wie einst wallen gläubige ! Seelen iu Andacht zu dicseu Wohnsitzen der Frömmigkeit. Außerdem hat auch der Ruf von dem Vorhandensein litera» rischer Schatze den Fuß manches europäischen Forschers in die heilige Wildnis; geleitet. Indeß scheint wenigstens so viel durch die genaueste» Untersuchungru dargethan zu sein, 5 daß für die Kenntuiß des griechischen Alterthums keine be« deutende Ausbeute auS den Bücherkammern der Alhosklöster zu erwarten sei. Dagegen finden stch dort für kirchliche und für slavische Literatur, so wie in Bezug auf die Geschichte aller Länder Süoost-Europa'6 die wichtigsten Urkunden und Handschriften, deren vollständige Sammlung und Vcröffent» > lichung eine Epoche iu der Wissenschaft begründen würde. ! Das mönchische Leben auf dem Berge Achos umfaßt drei Stufen und Grade der Vereinsamung und Absonderung. ,Der erste Grad ist der des Mönches, der zweite der des Anachoreten, der dritte der deS Asteten oder Klausners, aber sie aUe leben dort neben einander, ohne daß dadurch ! in ihren gegenseitigen Verhältnissen und Beziehungen ein < feindlicher Unterschied begründet würde. Im Gegentheil ! sollen diese einzelnen drei Kategorien einander ergänzen und innerlich durchdringen. Wer irgend von dem Getümmel und ! von den Betrübnissen der Welt heimgesucht ist und das Ve- ! dürfniß der Nuhe empfindet, also der Welt entfliehen will, ! dabei jedoch noch »o,, der Liebe zur Gesellschaft durchdrun- ! gen ist, der geht in ein Kloster, in welchem er zwar fern I . «on der Welt, aber doch im Umgänge mit andern Oleich« ! gesinnten u»d Gleichgestellten lebt, die durch denselben Geist ^ und Gleichheit der Pflichten mit einander verbuudeu stnd. ^ Wer dagegcu mit der Welt so weit zerfallen ist. daß der ! Zustand seiner irgendwie heimgesuchten und niedergedrückten ! Seele diese Art des gesellschaftlichen Lebens nicht vertragen kann, der zieht sich in irgend eine gemeinsame Besitzung (Zelle) des Klosters zurück und nimmt zwei oder drei Ge» fahrten mit stch. Ein solcher Mönch ist und beißt ein Zellen-bewohner und sein Verhältniß zum Kloster ist das eines Pächter«. Jeder Zellendewohner zahlt dem Kloster, zu dem die Besitzung gehört, eine festgesetzte Summe als Pachtzins und dafür hat er den Genuß des Gartens, Weinberg'?, der Oelbäume und alles dessen, was dort sich befindet u»d ;>l seinem Unterhalte dient, und was ihm zugleich hinlängliche Beschäftigung gewahrt. Zu einer solchen Zelle oder Anacho-retenwohnung gehört vorschriftsmäßig ein am Hause an« oder nahe hingebautes Gotteshaus mit Glocken, Gemüsegarten, Weinberg, Oeltrift, Wallnuß-, Mandel- nnd Kirschbäume. und der Anachorct hat für dieß alles in seinem Intcrefft selbstthätig zu sorgen und über die nutzbringende Verwaltung und die Benutzung jener Gegenstände frei zu schalten, übrigens sich, in allem was die Lebensweise betrifft, nach dcn dießfallsigen Vorschriften des Klosters zu richten, von denen er abhängt. Der dritte Grad des einsamen Lebens auf denl Athos ist der der Askcte, die schon durch ihren Namen die Sache bezeichnet, um welche es sich dabei handelt. Die Asketen müssen alö wahre Weltüberwinder und Kampfhelden gelten, denen Tugendmuth, Melancholie oder Fieiheitsliebe alle und jede menschliche Gesellschaft unter dem nämlichen Dach übe>flüssig und lästig macht. Die Klausen, in denen diese weltübcrwindenden Tugendhelden uild Beherrscher ihrer sinnlichen Leidenschaften sich aufhalten, stehen a'.if lieblich romantischen Punkten des immergrünen Waldes, an Wasserfallen, mitten im Dickicht luftiger Bergvorspri'mge, in sauf« ten Thaleinschnitten des laubigen Hochwaldes. Sie lcbcil nur von der Arbeit ihrer Hände, ohne Ackerland, ohne Weinberg zu ihrer Benutzung zu haben: vielmehr muß ihnen für ihren Lebensunterhalt cin kleines Bobnenfeld, Feigen, Kirschen, Kastanien mit Zmieback genügen. Diese Baum-fruchte, in Stücke geschnitten und in der Sonne getrocknet, ein Mal deS Tages mit trockenem Brot und Wasser genossen, dienen ihnen im Winter zur Nahrung. In gebet» und andachtsrcien Stunden stechten diese Einsiedler Stricke und Kleiderfransen aus Wolle, Matten und Sonnenschirme aus Binsen, schnitzen Löffel aus Holz, Kreuze, Rosenkränze und vielfaches Bildwerk aus Horn, bereiten Nosenöl und andere Essenzen aus den Kräutern des Alhoö, weben, stricken, nähen, malen Heiligenbilder, lind tauschen dann gegen diese Waren und Fabtikatc Zwieback, KleidunaMülke und andere Leibes- uud Lebensnothdurft cin. So weit wir während unseres Besuches in den sch^ii genannten Klöstern des Atbos und in eiina.cn underen, so wie in den dazu gehörigen Zellen und Klausen, an die «ir kamen, die vorstehend angegebenen Verhältnisse nicht selbst durch eigcntn Augenschein kennen lernen konnten, erfudrel» wir sie durch die Mittheilungen der freundlichen Mönche, mit denen wir dort zusammentreffen, oder wir benutzte» gewisse Quellen, die uns nach unserer Rückkehr nach Athen zugänglich waren, um daZ Vild von dem heilig?,, Berge ^ möglich»! ;u vervollständigen, das uns davon bei unserem ' Besuche desselben vor die Augen lind vor die Eecle ge« ^ trete»! rrnr. ! Ein neuer Deweis sur die Umdrehung der Erde. i Man hat schon seit einiger Zeit auf den Eisenbahnen, ! welche in ihrrr Hauptrichtung gegen Norden und Süden gelegen find, oder doch wenigstens merklich von Osten nach ! Westen abweichen, die merkwürdige Wahrnehmung gemacht, ! daß die Lokomotiven am häufigsten rechts aus den Echie« ! ncn sprii'gen, oder doch auffallend stärker gegen die rechte ^ Seite der Geleise drücken, und daß dieß Streben, die vor- -geschriebene Vadn zu verlassen, um so sichtbarer hervortritt, , je schneller die Züge beiregt weiden und je weniger der bc- ! lresfende Eisenireg von der Mittagslinie abweicht. Ain ersten ! lind deutlichsten stellte sich dieser Erfahrungösatz aus der ^ großen Westbahn Englands heraus. Spater beobachtete man ^ ihn eben so entschieden auf der Hnosonsbahn in Amerika; ^ und alö lttan erst ausmelksam daraufgemacht war, so fehlte ! dieselbe Wahrnehmung auch auf den meisten andern großen Eisenbahnen nicht. Jetzt fragte man nach der Ursache dieser ,' Erscheinung. In der Konstruktion der Lokomotiven und ^ der Äahncn konnte die Veranlassung nicht liegen, dazu war die Wirkung zu regeltest einfach, noch weniger ließen sich ! meteorologische Einflüsse in Betracht ziehen, auch ergab eine Vcrücknchtigung des Erdmagnetismus keinen erwünschten Aufschluß. Endlich, nach langem, vergeblichen Umhersnchen kam man aus den Gedanken, daß sich das Phänomen am Ende durch die Notation der Erde erklären, lasse. Die weitere Untersuchung führte auch wirklich zu einem sebr befriedigen» den Resultate, so daß sogar die Wahrnehmung auf der Eisenbahn für einen neuen Beweis der Arenumdrehung der Eide zu nehmen ist. )HüiV m ^ Wie Möglichkeit eines Jusammen^oßes unserer Erde mit einem Kometen. Die, dilrch die allerdings wahrscheinlich sehr große Anzahl der Kometen entstandene, bereits öfters aufgeworfene Frage, ob es wohl möglich sei, daß einmal ein Komet mit der Erde zusammenstoße, ist von keinem der Astronomen zuverlässiger und beruhigender beantwortet worden, als von Olbers. Dieser hat durch mit gehöriger Kritik geführte, auf Rechnung bastrte Untersuchungen gefunden, daß, wenn von sämmtlichen Kometen, die der Sonne näher kommen können, als die Erde, jeder im Durchmesser nur halb so gros; als derjenige der Erdkugel wäre, von ihnen bloß einer und zwar erst in 140 Millionen Jahren, mit unserer Erde mil'.uttelbar zusammcutrcffe» nürde: daß ferner von den Kometen, deren Durchmesser mir 1 Fünftel von dem der Erde betrüge, ein solcher Zusammenstoß erst in 3l6 Millionen Jahren mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein würde, und daß endlich eine bloße, jedoch bedeutende Aonaberuyg eines Kometen an die Erde zwar bereits in 24.909 Jahren stattfinden könnte, daß aber dieser Komet alsdann immer noch 399.909 Meilen von uns entfernt bleiben würde. Giftigkeit des Tarus. Es ist eine unbezwcifclte Thatsache, daß manche Stoffe auf gewisse Thiere tödtlich wirken, indeß sie andern Arten durchaus nicht schädlich werden. Ich erinnere nur an die berüchtigte Tsetse-Flicge in Innern von Südafrika. Die« selbe tödtet bekanntlich durch ihren Stich jedes Rind, während weder Menschen noch Pferde u. s. w. davon arfizirt werden. , Ganz ähnlich verhält es iich auch mit dem Tarus oder dem Eibenbaum. Obschon man häufig seine Giftigkeit läng« nete, scheint dieselbe doch außer cllem Zweifel zu stehen; nur, daß eben nicht alle Thiere davon getödlet werden. So sterben die Pferde durch den Genuß von Tarus-Laub, während das Rindvieh dasselbe begierig sucht und ohne jeglichen Schaden genießt. Sonderbar genug, sollen auch die Ziegen von dem Tarus - Genusse getödtet werden, obschon ste doch wie daS Rindvieh zu den Wiederkäuern gehören und als Thiere bekannt sind, welche mancherlci Oiftkräiiter ohne be-^ sondere Beschwerde fressen, mindestcnS nicht davon sterben. ! Es scheint demnach, als ob die Mischung des Blutes jeder Thierart eine so verschiedene sei, daß diese giftigen Stoffe ^ sehr verschiedenartige Reaktionen auf dieselbe und in Folge ! davon ans den Gesainmtorganismus ausüben. Mindestens ! muß uns das vorsichtig machen, von den Wirkungen gewisser ^ Stoffe auf gewisse Thiere allgemeine Schlüsse auf die ge« sammle Thier- und Menschenwclt zu übertragen. ! Der Delphin. Der Delphin ist wohl der schönste Fisch des Meeres; ! er ist so schlank gebaut, daß, wenn man ihn im Wasser ! schwimmen steht, man nur eine Linie erblickt, Kopf und ! Rücken stnd so scharf wie ein Messer, könnte man sagen. ! Halpunilt, ändert er sterbend fortwährend sei»e Farbe, er ^ wird goldgelb, scharlachrotb, carmin, grün, himmelblau und ! silberfarben, und alle diese Farben sind so rein, wie sie ! nur gedacht werden können. Sein Fleisch ist wie das des ^ Vonnctfisches, sebr trocken, schmeckt aber, wcnu man lange ! Zeit nur salzige Speisen geno^en hat, sehr gut, jedoch darf i man durchaus nicht unterlassen, einige Silberstücke in den ^ Topf zu legen, worin er gekocht wird, da einige von diesen . Fischen sehr giftig stnd, in welchem F.ille das mitgckochte ! Silber sckwarz anläuft. Druck und Verlag von Ign. v. älleinn:ayr s> F. Vambcrss in Lail'ach. — Wcrantwrrtlichlr Ncdaclcur I. v. Klcinmayr. '