Illyrisch es Blatt zum Nutzen und Vergnügen. Nro. V. Freitag den 25. Februar ,52a. Die stummen und weisen Lehrer, oder die Monathe. Nald trüb und rauh, bald licht und mild^ VW ich de5 Menschenlebens Vild. May. Vefungen werd' ich und geehrt; ENbst mem« Katzen hält man werth, I u n y. Die Vlum« brecht, der Freude lebt, GH' Zeit und Tod die Sense hebt.' I u I y. taßt bey me'men schweren Garben K^lne Hhrenleser darben. Au g u st. Nach nnr benennen — stolz bin ich »»» Gute, weise Zürstm sich. Septemher» Leben und leben lassen, -Seufzen vergebens die Hafen. O c t o b e r. Der att^ Wein gedeiht am unscheinbaren Stock; Manch braves Herzchen schlägt auch unter schlichtem Rock. November. Nlcht zum Vergeh'n, zum kurzen Schlummer nur, Entführt der rauhe Herbst die blühende Natur. December. Von den Kindern lernt, ihr Alten, Kleine Gabm werth zu halten. Mahomedanische Pharisäer, etwas über die FeZer des Rhamadan zu Konstantinopel. Es ist bekannt, wie strenge die Mahomedamr auf die Beobachtung der Nhaniadanfasten zu halten pflegen, und welche harte Mchenbuße emem bekannt gewordenen Bruch derselben folgen. Wenn diese Fasten zur Winterszeit faUcn, wenn die Tage kurz sind, so «stö noch zu ertragen; aber so viele lange hciße Som-mertagc ohne Speise oder Trank zuzubringen» ist ein wahres Marterthum; und cö ist daher wohl uerzcH-lich, wenn ein kluger Türke seinem gestrengen Iman, eine Nase zu drehen sucht, und zur Pharisäercy seine Zuflucht nimmt. Folgender Methode bedient man fiH hierzu in Konstantinopel. Gegen Mittag, wenn der l«««e Magen zu murren anfängt, und die vertrocknete Zunge am dürren Gaumen klebt, verläßt der fromme Türke seine Wohnung, um in einem Spaziergang Vurch die Strassen der Hauptstadt, wenigstens zum Theil der Schmerzen der Entsagung zu vergessen. Nach langem Wandeln nähert er sich endlich dem unhciligcn Pera, dem schmutzigen Quartiere der Griechen; hier sieht er sich sorgfältig nach allen Seiten um, und so» bald er sich unbemerkt glaubt, husch! ist er um die vcrhangnißvolle Ecke. Jeden sattgegcssencn Christen« Hunde, dem er hier begegnet, mürrisch anbrummend, trabt er hier vorwärts, bis cr an ciue Conditcrbude kömmt, wo er die ausgesetzte Leckerbissen von außen eine Zeitlang anstarrt; endlich abcr tritt cr dem Hause näher, und zuletzt überschreitet cr nachlässig dest sen Schwelle. Hier betrachtet er eine Eßwac.re nach der andern, nimmt eine jcdc in die Hand, fragt nach dem Namen dcrsclben, und wie man sie zubereitet, legt sie dann wieder nieder — und so gan^ vom For, schungsgciste hingerissen erreicht er nach und nach Hen Hintergrund des Ladens, und gau; gedankenlos ver: liert cr sich h>er in ein kühles Hinterzimmcr, wo ganz , zufällig ein erquickendes Mahl aufgetischt stehet. Eben so gedlUikcnloZ als der vom Fasten abgemattete Muselmann schließt nun derGrieche die Thüre hinter ihm ob, steckt den Schlüssel in die Tasche, und da ihm gerade einfällt, 'daß er in der Nachbarschaft etwas zu «errichten habe, welches keinen Aufschub leider, geht End ec forsacho allum A. Und ich entsage allen diaboleä wcrcum end Teufelowerken und Wor-wortum thuna cren de tcn, dcm Donnerer, dem vonden end sarcotc end Wodan und der Sachsen allum them unhaldum Odin, und allen Unholden, thc hira genotas sind. welche ihre Genossen siud. Fr. Gelodistu i>: Got al- Fr. Glaubst du an Gott den nicytiZan Fadacr , in «Umächtigen Vater, an Chvist Goteü suuo? Christum Gottes Sohn ? A. Ec gelobo. A. Ich glaube. Fr. In halgan Gast l Fr. A», den heiligen Geist Z Man sieht aus dieser kleinen Probe, wie sich die lateinische Sprache in die teutsche eindrängte, und schon damahl der Grund zu cincm herrlichenKuchellatein gelegt war. Es geht mit den Wissenschaften und Künsten, und eben so im Gleichschritt mit den Sprachen, wie mit dem Menschenleben. Auch sie haben ihre Kindheit, Rc,ft und Greisenalter, in welchem sie wieder zur Kindheit zurückkehren, und endlich in dcn Anstrengungen eines neuen Volkes, ciner neuen Sprache ganz zu Grunde gehen; bloß cm Vrbchcil für Gelehrte, die es gleich ei- nem Schatze immer wieder dett geistvollen Nachkommen überantworten; e'm Schatz, von dem jeder Hochgebildete öas Seine nimmt, und der doch nie erfchöpffwird. Reichthum und Luxus der Men. Nachdem Crassus dem Herkules die Hälfte seines Vermögens zum Opfer gebracht hatte, nachdem er all« Bewohner Roms an io,aaa Tafeln bewirthet, und einem jeden Bürger so viel Getreide, als er in Z Monaten verzehren konnte, geschenkt hatts, blieben ihm noch 700,0c»« Talente übrig. König Salomon gab zur Ausschmückung des Aller-heiligsten in dem Tempel üao Talente oder 28 Millionen Gulden. C'ine einzige .Flotte brachte ihm 45o Ta» lente Gold. Welche Reichthümer fand nicht Alexander nach Da-> rwsBesicgung! Was haben die römischen Generäle, wenn sie von ihren.Fcldzügcn heimkehrten, nicht alles bei ihren Triumphen an Gold und Silber nur zur Schau gestellt! Welche ungeheuren Summen haben nicht die Kaiserdcs alttn Roms verschwendet, und wie uiel ging nichtdurch die Hunnen, Gothen, Vandalen und andcre Barbaren zu Grunde? Türken, Tartarcn, Sarazenen vollendeten die Vernichtung, Städte und Dörfer ver^ brennend. D^e Oo^ - u^> Sildermincn der altcn Wclt rour-. den erschöpft, und was späterhin Mexico und Peru gc> liefert hatten, igmg auch nach und nach in Rauch auf, oder auf Schmuck verwendet, aus dem allgemeine Kreislauf. Man halt sich über den Luxus unserer Tage auf, aber wa» isidiescr im Vergleich mitdcr Vorweltl ^ottia Paulina hatte allein an 2 Millionen Werthes Schmucke und alle Damen Roms überhaupt, trugen sogar an den Mßen Perlen und Edelsteine. Der Luxus der Männer übersteigt allen Glauben, die Häuser hatten nur zwei Stockwerke, und Rauch" fänge ware^ bloß in deü Küchen augebeachk. I'^ btri Wohnzimmern bediente man sich tragbarer Ofen, od?s. Becken, in denen man eine Gattung Holz verbrannt?., die keinen Rauch gab. Auch erfand man Röhren, die m den Mauern eingeengt biH zu den höchsten Gemachern dieWirme leiteten^ und im Sommer dienten, frische Luft anfzufsngen, und die Gemächer zu kühlen. Aber eines erfand man auch bei den ältesten Vött kern nichte nähmlich die Kunst, glücklich zu leben; ein Jeder mußte sie erst, und oft mit bittern Erfahrunge« erkaufen. L'oLt 5.6!^ O0WM« nk«« N0ll<^ Anekdoten. In Paris gab es zu Anfang des vorigen IahrÄ-Hunderts «inen Perückenmacher mit Namen Karl An-drö auä Langräs gebürtig, der, wie der Tauben-nesttlftcchter Hiller, neben seincm Gewerbe auch die Dichtkunst betrieb. EnoUch kam er auf den Gedanken, eine Tragö« die zu schrc'bcn, welche er aufgeführt zu sehen wünsch, te. Er übergab daher die Handschrift dem französischen Theater. Nach seiner Versicherung war der Aus: schuß desselben, der die aufzuführenden Stücke prüft te, über fcia Trauerspiel entzückt, und sie bedauerten nur, dasz n. -'s wegen der mit der Aufführung ver-bm'.dcnen großen Kosten nicht auf die Bühne bringe« konu:cn, vorzüglich, wckl diese, nach seiner Vorschrift, gü«H in einen Abgrund versmlcn und das ganze Schau-spielhnuL wie durch ein Erdboden erschüttert werden müßte. A ndr or fcinem Perüctenladen, fast ganz Paris wollte em Gxemplae von diesem Meisterstück der Abgeschmacktheit besitzen und den Verfasste persönlich kennen lernen. Andrö empfing in seinem Laden diese Besuche und die »hm gemachte Lobeserhebung mit jener erkünstelten Bescheidenheit, wodurch der Eigendünkel noch greller zum Vorschein kommt. Er erhielt von'ailen Seiten Glückwünschungsschreiben, um ihn zu foppen, und «in Engländer -bat sich ein Exemplar feiner Tragödie «ms, um sie inä EnMche zg übersetzen und sie sodann -in London auf der'..dortigen Schaubühne aufführen zu lassen. Andr« ließ bey einer zweyten Aufläge seiner Tragödie alle diese Briefe drucken und erwählte m der Vorrede weitläufig, welche Huldigungen man ihm über sein Talent von nllen Seiten dargebracht habe. M In dieser Vorrede meldet er auch von sich Fob . gendes: „Unglücklicherweife war ich ein armer Schelm, »ich mußte also früh verzicht leisten, mich zu einem Gelehrten auszubilden und daü Perückenmacher-Haud-^werk ergreifen, das mir noch am meisten zusagte. ^Schon in meiner frnhstenjIngend leatc ich mich darauf, »kleme Lieder und fatyrischc Verse zu machen, die mir „aber manche tüchtige Tracht Prügel zugezogen haben. „Dieß hielt mich jedoch nicht ab, fortwährend einige »kleine minder satyrische Werke zu schreiben, welche „aber uie gcdruHt worden find." Ein Wihling in Paris bemerkte darüber, daß er, da er semer Angabe nach, Anlage zurSatyre g^ habt, ohne Zweifel deßhalb sich der Pcrück^nmacherlunst gewidmet hade, um wenigstens auf eine Art die Köpfe seiner IMbürger zurecht zu fetzen. — Zwey Schauspielerinnen, von welchen die jung? fte sehr galant war, machten Ansprüche auf dic erste RoUe in einem neuen Trauerspiel. Da der Intendant des Theatcrs keine zum Nachgeben be.vegen, konnte, s» sagte e«: >,Ich mach' Ihnen einen Vorschlag z,ur Sühne. , »Mudmn S« Bewe die Rolle ein, ,Eme nach dcr ^Andern mag darin auftreten und daö Publikum daM ' »entscheiden, wer sie fern-v spielen soll." '' -- Gegen dies Urcheil .W^Halb?'' fragte der Intendant. Wcgcn der vi<,len Vecwandschasien, die m«in< Nebeubuhlcrinn im Publikum hat. Räthsel. Wie heißt das Ding, das nur der VlldunA tigen^ Hinn'cd' so stauueuöwerthe Wunder wirkt< Und treulich kann dcm Vorwi.^ ^as verschweigen., Was selbes in dcm licft»: Nusen bu-gt^ Du wage nicht dcn Riegel zu verletzen. Der sich nngö um dab ounAe Weftu schlingt^ Es harren deiner Nache, Uü^i Entsetzen, Sobald dec Snäfiing Frey! cil sich errmgr. Es streifet kreuh imd a.uer !,'!N'ch Lander, Städte^ Bon Ost bis W^, voni kalten Noro bis Süd, Uud wcnu'6 die (Hrd ulniäuft, so wird's, ich wette^ Mi.t Nichten von dcc Kugclr^ise müd; Es hat ..och viele »Brüder, d'le mit ^»ehen ^ Sie gehen oft von cwem Punkte a.is, Boch Jedem ist > m cüid'l-er Zweck verlichen., Ei» Ied«r ivMt ein anders C'lillehrhauZ. Es hat ein einzig Aug, doch sieht eb A3eö, Es i'l oft winzig ricni, und uuügnch, Doch schlicßt das ^cMsal eiües Gr^enballeZ ^ In feinem cugen Nauinc trefflich sich^, Worin man «Ue an ertraul<'U'Güter Nach bmidcrt Jahren findet unverschrt. Und die mit Stolz des Stammes später Ritter Und Freyherr, Graf und Fürst wie Gold verehr!. Ja selbst der Meuschheic Seligstes — die Liebe Mit diesem Kerkerchen zu tändeln pflegt, Und einzusperren Wnn che, Hoffnung, Triebe, Und was im Busen Lüsternes sich regt; Aus Gold und Hilbcc baut sie d'rin Palläste, Umschafft die öde Flur zum Paradies, Gewahrt der Erdenseligkeitcn Größte, «« Si« macht das bitt're Kebeu nektarsüß. Dich«.