iVr. 1. 1874. Samstag, K). Jänner Laibacher SCHDLZEITUNG. Erscheint am io. und 25. jedes Monats. Organ des krainischen Landes - Lehrervereins. iÄ>veiter «Tahrg-ang-. V’ereinsmitglieder erhalten das Blatt gratis. Pränumerazionspreise: Für Laibach: Ganzjähr. fl.2-60, halbjahr. 11.1-40. — Mit der Post: Ganzjähr. fl. 2'80, halbjähr. 11.1-50. Expedizion: Buchhandlung Ign. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, Kongress platz Nr. 81. Inserate worden billigst berechnet. Schriften und Werke zur Rezension werden franko erbeten. Ai ism licit äen LeArstaiäe aieirp Gimer nM Freiäe, die heuer entweder unterstützende Mitglieder unseres Vereins oder Abonnenten unseres Blattes waren, richten wir die ergebenste Bitte, dem Vereine auch im künftigen Jahre das bisherige Wolwollen zu teil werden zu lassen und unserm Unternehmen, das wol nur durch ihr freundliches Entgegenkom men ermöglicht wurde, durch ihre Unterstützung auch fernerhin hilfreich beizustehen. Es gilt in Krain diejenigen, die bisher Lehrer hiessen, von dem Drucke, der auf einem grossen Teile von ihnen noch jetzt lastet, zu befreien, sie den Feinden jedes freisinnigen und fortschrittlichen Strebens zu entwinden und sie zu dem zu machen, was sie sein sollen, zu wirklichen, freien, unabhängigen, selbständigen Lehrern! Laibach, am 25. Dezember 1873. Die Vereinsleitung. An alle Lehrer Krams. (Zum Neujahrsgruss.) Vor nicht langer Zeit gaben wir allen unsern geehrten Kollegen Gelegenheit, sich einer Petizion anzuschliessen, die eine Aufbesserung der Lehrergehalte durch den h. Landtag in Krain bezweckte. Dieselbe ging von unserem Vereine aus, und wenn die Bitte irgend ein nennenswertes Resultat haben sollte, so nehmen wir das Verdienst, der krainischen Lehrerschaft zu einer Erleichterung ihrer Lage verholten zu haben, für uns in Anspruch. Allein wir geben uns keiner allzugrossen Hoffnung hin, denn wir wissen, dass die gegenwärtige Majorität des krainischen Landtags sich für die neuen Schulverhältnisse nie erwärmen wird, und wenn, wie gesagt, die Petizion überhaupt einen Erfolg haben sollte, so werden die Gehalte höchstens in dem alten Verhältnisse zu denen in Steiermark verbleiben; ihnen gleich gesetzt werden sie gewiss nicht. Auf diesem Wege ist also für die Lehrer nicht viel zu richten. Dagegen schlägt unser Verein, der seiner Aufgabe, für die Verbesserung der materiellen Lage der Lehrer in Krain thätig zu sein, getreu nachlebt, wenngleich von klerikalen und nazionalen Fanatikern, die in dieser Hinsicht selbst nichts gethan haben, Mistrauen gegen ihn geschürt wird, einen andern Weg ein, der zur gänzlichen Aufhebung jedes Unterschiedes iu den Bezügen der Lehrer in den einzelnen Ländern, somit zur vollkommenen Gleichstellung der krainischen Lehrer in dieser Hinsicht mit den steierischen und österreichischen führt. Es handelt sich nemlich dabei um nichts geringeres, als darnach zu streben, dass Schule und Lehrerschaft der Gewalt der Gemeinden und der Landtage entzogen und rein nur von der Bei c h s v er t r e t u n g abhängig gemacht werden. Das neue Schulgesetz soll den freien Aufschwung der Völker Oesterreichs begründen. Deshalb wurde es auch von allen Freunden des Fortschrittes enthusiastisch begrüsst und trieb die Partei der geistigen Knechtschaft und Finsternis zur erbittertsten Gegenwehr. Ein Umstand aber steht der Erreichung des erhabenen Zweckes, der uns durch dieses Gesetz vorgesteckt wird, hindernd entgegen, der nemlich, dass die Verwaltung des freien Volksschulwesens den einzelnen Gemeinden und Ländern zugemittelt wurde. Durch die Heber-lassung der Selbstverwaltung der Volksschulen an die Landtage geht die Einheit im Erziehungswesen gänzlich verloren und kann auf diese Weise auch etwas geschaffen werden, das durchaus nicht im Sinne des Reichsvolksschulgesetzes liegt, ja den Intenzionen desselben gerade zuwiderläuft. Die freie Volksschule wird zum Spielball der jeweiligen Majorität des Landtags, insbesondere in Ländern mit gemischter Nazionalität, und sinkt zu einer Dienerin politischer Parteien, des nazionalen und ultramontanen Fanatismus herab, statt für das freie, allgemeine Volkswol zu wirken und dieses begründen zu helfen. Betrachte mau nur unser unglückliches engeres Vaterland, Krain, dessen Landtagsmajorität einer politischen Partei angehört, die der freien Schule nichts weniger als freundlich gesinnt ist, der es daran liegt, unser gesammtes neues Volksschulwesen ad absurdum zu führen und die eben deshalb weit davon entfernt ist, zum Wole derselben in irgend einer Hinsicht mitzuwirken, betreffe es nun die Schule selbst oder ihre Lehrer. Im Gegenteile wendet diese Partei alles an, um letztere von ihrem wahren Berufe abzulenken und sie theils ultramontanen, theils hipernazionalen Interessen dienstbar zu machen. Wir lasen unlängst in dem Organ der ultranazioualen Partei, deren Führer im Landtag sitzen, es sei ihre Pflicht, dahin zu wirken, dass man die Lehrerschaft auf die Seite der Partei locke, damit sie letzterer im politischen Kampfe eine bereitwillige, schlagfertige Armee liefere! Da der Staat die Verpflichtung, für das Wol und eine möglichst hohe Geistesbildung sämmtlicher Unterthanen gleiclnnässig zu sorgen, übernommen hat, so muss er auch darüber wachen, dass seine wichtige Aufgabe durch derlei schädliche Einflüsse nicht gefährdet, sondern wahr und treu ausgeführt werde. Bei der thatsächliehen föderalistischen Sonderstellung der Schule und dem Einflüsse der verschiedenen Landtage auf dieselbe ist als eine der nachteiligsten Folgen die un-gleichmässige Besoldung der Lehrer anzusehen. Während die besten Lehrer in jene Länder strömen, in denen ein günstigerer Gehalt in Aussicht steht, bleiben die Lehrstellen anderer Provinzen jahrelang erledigt oder werden sie oft von Individuen eingenommen, denen die dazu nötige Eignung gänzlich fehlt und die statt Bildung geradezu Verdummung unter dem Volke verbreiten. — Ein anderer Uebelstand ist der, dass die Gesetze das Wol der Schule ganz von den Gemeinden abhängig machen. Es gibt allerdings Gemeinden, die für ihre Schulen auch bedeutende materielle Opfer zu bringen sich nicht scheuen; die meisten aber verhalten sich indifferent und müssen mit der Zeit in ihrer geistigen Entwicklung weit hinter andern und noch weiter hinter dem erwünschten Ziele Zurückbleiben. Jeder Lehrer weiss dies selbst am besten; zum Ueberflusse aber verweisen wir nochmals auf die in unserm vorigen Jahrgange von geschätzten Lehrern auf dem Lande gebrachten Darstellungen dieses Verhältnisses. Weil es nun keineswegs im Interesse des Staates liegen kann, dass ein Land oder eine Gemeinde in geistiger Beziehung auf das höchste sich entwickele, während andere um so tiefer sinken, so erscheint es als notwendig, dass eine Zentralisazion des Einflusses auf sämmtliche Kronländer gleiehmässig angestrebt werde, damit die wahre allgemeine Bildung überall begründet würde. Diese Zentralisazion kann aber nur der Staat in die Hand nehmen; er muss die Volksschule zu einem Staatsinstitute erklären und sie als solche verwalten. Dadurch würde, durch eine gleiehmässig geregelte Dotazion der Lehrkräfte der Auswanderung derselben vorgebeugt, so die Volksbildung des einen Kronlandes nicht auf Kosten und zum Nachtheil des andern geschehen : das Schul- _3 geld durch eine entsprechende Steuerumlage aufgehoben; der Lehrer nicht dazu verurtheilt werden, monatelang auf seine von rechtswegen ihm gebührende Besoldung warten zu müssen; durch das Wählen dieses Berufes von jungen Kräften, weil die Existenz so sicherer wäre, der Lehrermangel bedeutend schwinden und der Lehrer in dem Bewusstsein als Staatsbeamter nicht der Gefahr unterworfen sein, bald von dem Lande, bald von der Gemeinde für sich requiriert zu werden, sondern eingereiht in die Kategorie der Staatsbeamten und ihren Normen unterworfen, auch viel strebsamer wirken können. Auf diese Gründe gestützt, wollen wir nun an das h. Haus der Abgeordneten die Bitte stellen: 1. dass das Volksschulwesen als eine Staatsangelegenheit erklärt, d. h. die Verwaltung der Schule von der Regierung übernommen, 2. dass der sämmtliche Aufwand auf die Volksschule aus Staatsmitteln bestritten und 3. dass den Volksschullehrern der Charakter „Staatsbeamte“ verliehen werde. Wenn es uns gelänge, dieses zu erwirken (und es ist sehr viel Hoffnung dazu vorhanden), dann wären Schule und Lehrerschaft in einen ganz andern Stand versetzt. Vor allem würden die Ortsschulräte verschwinden, die nach ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung nun in kurzer Zeit selbst für die bravsten Lehrer den Stein des gewaltigen Anstosses bildeten, und auch die bisherigen Bezirks- und Landesschulräte würden durch anders organisierte Behörden ersetzt werden. Für die geistigen und materiellen Bedürfnisse der Schule würde unstreitig besser gesorgt als dies bis jetzt der Fall war. Und endlich der Lehrer! Das Bewusstsein, dass er sich von nun an nicht mehr von dem Pfarrer (der bisher im Ortsschulrate meist noch immer die Seele war) und oft von den unwissendsten und rohesten Bauern werde kommandieren lassen und auch nicht mehr von der Partei werde abhängig sein müssen, die im Landtage dominiert, wird ihm das Gefühl der Sicherheit, der Selbständigkeit verschaffen. Es wird allerdings noch immer Behörden, wahrscheinlich noch strengere haben, allein Behörden, die das wahre Wol der Schule im Auge behalten und jeden rechtschaffenen Lehrer in seinem Wirken unterstützen, statt ihm, wie dies bisher bei den Ortsschulräten oft der Fall war, Hindernisse in den Weg zu legen. Weiters wird er sich als Staatsbeamte fühlen, sein Einkommen wird gesichert sein, niemand wird es ihm vorwerfen, er wird nicht, wie bisher im Landtag, stets das Jammern anhören müssen, welche entsetzliche Last die Lehrergehalte für das Volk seien und was dieses den leidigen Lehrern zuliebe alles zum Opfer bringe u. s. w. Und endlich wird er das beruhigende Bewusstsein haben, dass er für seine Mühe ebensoviel bezieht, wie jeder andere Lehrer im ganzen Reich, dass er nicht deswegen, weil er das Unglück hat ein Krainer zu sein, nur um den halben Preis ebensoviel thun müsse, wie z. B. ein Lehrer in Niederösterreich, und dass es ihm nicht mehr nötig sei, seine Heimat zu verlassen, wenn er sich seine Lage verbessern will. In Ländern, in denen die Landtage bisher in der That für eine gebührende Stellung ihrer Lehrer Sorge trugen, wie z. B. in den beiden Oesterreich, in Steiermark u. s. w , würde es, falls es zur Erhörung der Bitte käme, allerdings noch Frage sein, ob die Lehrer bei der allgemeinen Gleichstellung der Lehrergehalte gewännen oder nicht vielmehr verlören. Gewiss aber ist es, dass die Lehrer Krains, die jetzt zu den am schlechtesten gehaltenen zählen, unter allen Umständen nur gewinnen können und dass sie selbst dann bedeutend im Vorteil wären, wenn nur der durchschnittliche bisherige Gehalt als Normalgehalt für die Lehrer aller Länder angenommen würde. Dies wäre also das Wesen unserer Petizion, die wir beim hohen Abgeordnetenhause einbringen wollen, sobald die Majorität aller Lehrer in Krain derselben beitreten würde. Hie Zustimmung braucht nicht in der Unterschrift auf einem Bogen zu bestehen, sondern nur in der schriftlichen oder mündlichen Abgabe obiger Erklärung bei jenen unsern Ver- trauensmännern, die bei Gelegenheit unserer Petizion an den Landtag die Nanieusiiuter-schriften einsammelten. Wir ersuchen nun die betreffenden Vertrauensmänner höflichst, uns das Verzeichnis jener Herren Lehrer, die mit der Petizion sich einverstanden erklärt haben, bis längstens Ende dieses Monates einsenden zu wollen. Nicht nur wir, auch andere zisleithanische Lehrervereine werden gleichlautende Petizionen an das h. Abgeordnetenhaus abgehen lassen, und haben wir uns mit denselben zu diesem Zwecke bereits in Verbindung gesetzt. Eines jedoch müssen wir ausdrücklich bemerken. Die vorerwähnte Petizion widerstreitet den föderalistischen Anschauungen; sie kann also weder von der ultramontauen noch von der ultranazionaleu Partei gebilligt werden, da sie die Interessen beider bedroht. Beide werden also ihr möglichstes thun, um die einzelnen Lehrer von dem Beitritte zu derselben abzuschrecken; sie werden Lug und Trug anwenden, um das Unternehmen zu hintertreiben, was in der That geschehen würde, wenn wir die Mehrzahl der Namen aller Lehrer in Erain nicht bekämen. Kollegen, lasset Euch also durch niemanden, auch durch die Drohungen der uns feindlichen Blätter nicht einschüchtern und meldet Euch so zahlreich als möglich! Laibach, am 8. Jänner 1874. Die Vereinsleitung. Ueber die Einführung des neuen österreichischen Mass- und Ofewichtssistems in den Rechnungsunterricht der Volkssschule. Von Bertha Heinricher. Je mehr sich der Zeitpunkt der gesetzlichen Einführung des Metersistems in unserem Vaterlande nähert, desto mehr tritt an uns Lehrer die Notwendigkeit heran, nicht nur uns selbst mit demselben gründlich vertraut zu machen, sondern auch auf die geeigneten Mittel und Wege zu sinnen, durch welche unsere Schüler in das Verständnis desselben am leichtesten und besten eingeführt werden könnten. Ich will in dem Folgenden die Ergebnisse meines diesfälligen Studiums niederlegen und darzustellen versuchen, wie sich in bezug auf das neue Sistem und vor allem in bezug auf die bevorstehende Einführung desselben der Kechnungsunterricht in der Volksschule am vorteilhaftesten zu gestalten hat, speziell wieviel von der .Erklärung und Vorführung dieses Sistems jeder einzelnen Schulklasse an mehrklassigen Volksschulen zufallen soll. Die vorliegende Abhandlung macht durchaus nicht den Anspruch auf Tadellosigkeit der Darlegung, sie soll nur den Anknüpfungspunkt bieten, an welchen tüchtigere und erfahrenere Schulmänner die Erklärung ihrer Ansichten über diesen Gegenstand anschliessen mögen; sie soll nur einen Entwurf bilden zu den Plänen, welche an allen Volksschulen für den diesbezüglichen Vorgang jedenfalls werden gefasst werden müssen. Ich führe auch die Quelle an, aus welcher ich hauptsächlich Weisheit über den Gegenstand schöpfte. Es ist das Verkchen: ..Die neuen österreichischen Masse und Gewichte und das Rechnen mit denselben, mit besonderer Rücksicht auf die Schule dargestellt von Dr. Franz E. v. Močnik", ein Büchlein, dessen Anschaffung hiemit jedem Lehrer auf das wärmste empfohlen wird. Mir wenigstens behagt die Art und Weise sehr, in der Močnik das Rechnen darstellt. Ich war stets angenehm berührt von der Einfachheit und Natürlichkeit, gepaart mit der Klarheit und Gründlichkeit, die in seinen Methodenbüchern des Rechnens herrscht, und ganz einverstanden damit, wie er die Dinge veranschaulicht. Auch das erwähnte Büchlein hat mich vollkommen befriedigt, umsomehr, da ich schon vor dem Durchlesen desselben viel über die Einführung des neuen Massistems in die Schule nachgedacht, mir meine Meinung darüber gebildet hatte und nun meine Ansichten der Hauptsache nach in dem Werkchen bestätigt fand. Ich habe beim Studieren dieses Gegenstandes immer mehr die Ueberzeugung gewonnen, dass durch die Einführung des neuen Sistems dem Kechuungsuuterrichte in der Volksschule für eine Reihe von Jahren eine sehr wichtige, aber auch sehr schwierige Aufgabe zufällt. Ich sage für eine Reihe von Jahren und meine damit die Uebergaugsperiode von der altgewohnten, tief eingewurzelten Mass- und Gewichtsordnung zu der viel zweckmässigem neuen, welche, sobald sie, ich möchte sagen in Fleisch und Blut des Volkes eingedrungen ist, den Rechnungsunterricht in der Volksschule nur erleichtern wird. Wir werden uns eben die spätere Erleichterung durch harte und mühsame Arbeit erkämpfen müssen. Unsere erste Aufgabe wird es sein, die Schüler zur richtigen Auffassung des metrischen Sistems zu führen. In bezug auf diese wird sich uns zunächst das Bedürfnis fühlbar machen, mit den entsprechenden Lehrmitteln hinreichend versehen zu sein. War es schon bisher notwendig, den Schülern bei Erklärung der Masse und Gewichte diese in Wirklichkeit vorzuzeigen, so ist diese Forderung jetzt um so dringender, als es es sich um neue Masse und Gewichte handelt, bei welchen das Leben der Schule nicht nur nicht vorarbeitet oder wenigstens mithilft, sondern bei welchen umgekehrt von der Schule aus für Haus und Leben gesorgt werden muss. Močnik sagt: „Die Schüler müssen mit den Namen der neuen Masse und Gewichte auch die Vorstellung derselben in sich aufnehmen und diese so innig und lebendig mit ihrem ganzen Vorstellungskreise in Beziehung bringen, dass sie mit Leichtigkeit und Sicherheit jede räumliche Grösse nach ihnen zu beurteilen im Staude sind.“ Ich bin überzeugt, dass wir dies bei allen Schülern anstreben, leider vielleicht nicht bei allen erreichen werden. Močnik findet, dass neben den wirklichen Massen und Gewichten auch Wandtafeln vorhanden sein müssen, welche dieselben in natürlicher Grösse darstellen. Die Zweckmässigkeit dieser Wandtafeln, welche wenigstens in keiner höhern Schulklasse fehlen sollten, habe ich aus eigener Erfahrung bereits erpropt. Zur Veranschaulichung der Längenmasse brauchen wir den mit den betreffenden Unterteilungen versehenen Meterstab. Doch wird der Lehrer das Meter noch überdies auf der Schultafel vor den Augen der Schüler entstehen lassen müssen. Ferner soll man den Schülern auch ein Bandmass aus Metallblech von 2, 5 bis 10 Meter Länge vorzeigen, welches zum Ausmessen grösserer Längen benützt wird. Das Dezimeter als Grundlage des Hohl-masses und Gewichtes soll den Schülern besonders lebhaft eingeprägt werden, und Močnik beantragt, dass die Schüler es auch am Lineal verzeichnet haben sollen. Zur Veranschaulichung der Flächeumasse wird man benötigen: ein Quadratmeter, Quadratdezimeter und Quadratzentimeter, sämmtliche mit Quadrateinteilung und am besten auf starken Pappendeckel aufgezogen. Dieses Lehrmittel ist in Schulbücher-Verlagshandlungen schon vorrätig. Auch die Flächenmasse sollen überdies auf die Schultafel vorgezeichnet und die Quadrateintei-hmg ausgeführt werden, damit sie, vor den Schülern entstehend, ihnen noch klarer werden. Die Schultafel soll also die hiezu erforderliche Grösse haben. Das Ar kann nur im Freien veranschaulicht werden. Bei der Versinnlichung der Körpermasse wird das Kubikmeter wegen seiner Grösse nicht vorgezeigt werden können, wol aber das Kubikdezimeter und das Kubikzentimeter. Da würde sich besonders folgendes Versinnlichungsmittel, welches auch im österr. Schulhause auf der Weltausstellung nicht fehlte, empfehlen, um darzuthun, dass ein Kubikdezimeter wirklich 1000 Kubikzentimeter hat: ein zerlegbares Kubikdezimeter aus Holz, bestehend aus 9 Platten von 1 Dezimeter Länge, 1 Dezimeter Breite und 1 Zentimeter Höhe; ferner aus 9 quadratischen Säulen von 1 Dezimeter Länge, 1 Zentimeter Breite und 1 Zentimeter Höhe, endlich aus 10 Kubikzentimetern. Um die Ableitung des Liters und des Kilogramms vom Kubikdezimeter anschaulich zu erklären, ist auch ein hohler Würfel von Blech, der ein Kubikdezimeter Rauminhalt hat, unentbehrlich. Zur Versinnlichuug der Hohlmasse benötigt mau ein Liter, Halbliter, Deziliter als Flüssigkeitsmasse; ein Liter, Halbliter, Deziliter, ferner ein Hektoliter als Getreidemasse; endlich zur Versinnlichuug des neuen Gewichtes eine Wage mit den Kilogrammgewichten. Besonders förderlich, ja unumgänglich notwendig wird aber, neben den eben angeführten Lehrmitteln, zur Auffassung des neuen Massistems, namentlich zur Erkenntnis seines Aufbaues, die gründliche Einsicht in das Wesen und den Bau der Dezimalbrüche sein, weil das metrische Sistem eben streng dezimal eiugeteilt ist und die Verwandlungszahlen zwischen den einzelnen Benennungen, d. h. zwischen den Vielfachen oder Unterteilungen und den Masseinheiten, immer 10, 100 oder 1000 sind. Unsere zweite, gewiss nicht leichtere Aufgabe besteht darin, die Vorurteile zu überwinden, welche das Volk, und durch dieses beeinflusst unsere Jugend, den neuen Massen und Gewichten entgegenbringen wird. Es ist eine alte Thatsache, dass der Mensch mit dem Langgewohnten nur ungern bricht und dem unbekannten Neuen mit Mistrauen und Unbehagen begegnet. Darum soll das Volk mit der Einrichtung des neuen Sistems, mit seiner Zweckmässigkeit und Naturgemässheit, mit den Vorteilen, die es vor der alten Mass- und Gewichtsordnung besitzt, vertraut gemacht werden, noch ehe es bei seiner gesetzlichen Einführung, im Anfänge nur die Unbequemlichkeiten des Uebergangs erfahrend, so sehr gegen dasselbe eingenommen wird, dass es aller besseren Aufklärung unwillig das Ohr verschliesst. Die Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten des Ueberganges werden auch umsoweniger fühlbar sein, je vorbereiteter auf denselben das Jahr 1876 die Bevölkerung finden, je mehr sich die herauwachsende Jugend in dieses Sistem bereits hineingelebt haben wird. Bekanntlich waren es hauptsächlich drei Grundsätze, welche seinerzeit die französische Kommission bei der Ausarbeitung des neuen Sistems leiteten: 1. Sollten die neuen Masse und Gewichte nicht von der Willkür und von verschiedenen äusseren Einflüssen abhängig sein, sondern eine feste, unwandelbare, unverlierbare Grundlage haben. 2. Sollten der überwiegenden Vorteile wegen, welche die Dezimalrechnung vor dem Rechnen mit gemeinen Brüchen gewährt, alle Teilungen und Vervielfältigungen der auf-znstellenden Grundeinheiten nach der dezimalen Abstufung durchgeführt werden. 3. Sollten mit der einzuführenden Längeneinheit auch die Flächen- und Körpermasse, sowie die Gewichte auf die einfachste Art in Verbindung gebracht werden, auf dass ihre gegenseitige Unabhängigkeit leicht zu überblicken wäre. Dadurch nun. dass die aufgezählten Grundsätze im metrischen Sistem auch wirklich ihre Erledigung gefunden haben, hat dieses eben seine Bedeutung erlangt; daraus entspringen seine Vorteile, welche wir den Schülern nicht genug veranschaulichen können: denn durch ihre Erkenntnis schwinden alle Vorurteile. Wir werden den Schülern (ich spreche hier von denjenigen, welche schon die geistige Reife haben, das Sistem überhaupt aufzufassen) erzählen, dass dieses Sistem infolge seiner nicht zu verkennenden Vorzüge von den bedeutendsten Völkern Europas angenommen und auch in mehreren aussereuropäischen Ländern eingeführt worden ist; ja, dass es voraussichtlich in nicht gar ferner Zeit in allen Ländern Eingang finden wird. Denn nachdem Verkehr und Handel zwischen den verschiedenen Nazionen, begünstigt durch die immer grössere Ausdehnung und Verzweigung der Eisenbahnen und durch das Telegrahpenwesen, in stetem Aufschwünge begriffen sind, würde viel Zeit und Mühe erspart bleiben, vielen zufälligen Rechnungsirrungen und vorsätzlichen Uebervorteilungen vorgebeugt werden, wenn alle Staaten ein und dasselbe Massistein hätten. Aber auch schon die Uebereinstimmung so vieler bedeutender Staaten, die das neue Mass und Gewicht bereits angenommen haben, übt einen fördernden Einfluss auf Handel und Verkehr aus Dann werden wir die Schüler aufmerksam machen auf die einfache Gliederung und den leicht überblickbaren Zusammenhang der einzelnen Massgrössen, sowie auf den Umstand, dass dennoch die Vielfachen und Unterabtheilungen vollkommen genügen, um die grössten Messungen bis zu den kleinsten herab mit Sicherheit und Genauigkeit auszuführen. Wir werden die Schüler erinnern, dass statt der verschiedenen Längenmasse (Weg- und Werkmass, Schnittwarenmass, Rekruten- und Pferdemass) jetzt nur ein Längen-mass, das Meter mit seinen Vielfachen und Unterabteilungen; statt der verschiedenen Hohlmasse (Metzen fürs Getreide, Eimer, Mass, Seidel für Flüssigkeiten) jetzt nur ein Hohl-mass, das Liter mit seinen Vielfachen und Unterabteilungen; dass endlich statt der vielen Gewichte (Handelsgewicht, Zollgewicht, Apothekergewicht, Gold- und Silbergewicht, Juwe-lengewicht) jetzt nur eine Gewichtseinheit, das Kilogramm mit seinen Vielfachen und Unterabteilungen, sein wird. Wir werden ferner den Schülern zeigen, dass während die früheren Längen- und Hohlmasse und Gewichte in keinem oder nur schwerfälligem Zusammenhänge waren, sie hier auf die einfachste Art von einander abgeleitet sind, indem das Liter den gleichen Rauminhalt mit einem Kubikdezimeter hat und das Kilogramm gleich ist dem Gewichte eines Kubikdezimeters destillierten Wassers. Auch auf die einfache Bezeichnungsweise der neuen Masse und Gewichte werden wir die Aufmerksamkeit der Schüler lenken, denn während wir bei den alten Massen und Gewichten 25 Bezeichnungen nur für die verschiedenen Grundeinheiten und wenigstens ebensoviele für die Vielfachen und Unterabteilungen hatten, brauchen wir jetzt nur 4 Namen für die 4 Hauptarten der Masseinheiten, nemlich : Meter, Ar, Liter, Gramm. Diese Namen bekommen auch die Vielfachen und Unterabteilungen, nur werden sie mit Zahlwörtern zusammengesetzt. Infolge ihres innigen Zusammenhanges mit dem Grundmasse können wir für alle 4 Masseinheiten die gleichen Zahlwörter: Miria, Kilo, Hekto, Deka, Dezi, Zenti, Milli — zur Zusammensetzung mit den Grundeinheiten benutzen und so mit 11 Wörtern alle Massglieder des metrischen Sistems unzweideutig benennen. Selbst darin liegt ein wichtiger Vorteil, dass gerade das Griechische und Lateinische, also todte Sprachen, die Namen für die neuen Masse und Gewichte hergegeben haben, dass diese Benennungen somit für alle Völker gleich bleiben können, ohne dem Selbstgefühl irgend welcher Nazion zu nahe zu treten. Endlich werden wir die Schüler zum Erkennen des grössten Vorteiles leiten, den das neue Sistem bietet und dessen Herausfindung ihnen überhaupt nicht schwer fallen dürfte. Ich meine den. der in der vollständigen Uebereinstimmung der dezimalen Abstufung der neuen Masse und Gewichte mit der Einrichtung unseres Zahlensistems liegt und das Rechnen so wesentlich erleichtern wird, umsomehr, da wir auch ein dezimales Münzsistem haben. Mit einem Worte, wir werden die Kinder lehren, es den Eltern begreiflich zu machen, dass die neuen Masse und Gewichte kein Unsinn, kein dummes überflüssiges Zeug sind, wie sie wahrscheinlich oft genannt werden dürften; dass sie nicht aus mutwilliger Laune, dem Volke zur Plage anbefohleP worden sind, sondern dass ihre Zweckmässigkeit sorgfältig geprüft worden ist und dass man durch die gesetzliche Einführung derselben nur das allgemeine Wol, den volkswirtschaftlichen Nutzen berücksichtigt hat. (Schluss folgt.) Ueber das Studium der Geschichte. Von J. Killer. „Die eigene Erfahrung ist immer mangelhaft. Wir werden zu spät geboren, um den Anfang, und wir sterben zu früh, um den Ausgang vieler Dinge zu sehen. Die Geschichte hilft diesen beiden Mängeln ab.“ Verschieden sind die Anschauungen darüber, zu welchem Zwecke man Weltgeschichte studieren soll. Die einen meinen, um aus der Geschichte die Grösse und Weisheit des Weltengeistes zu erkennen. Aber die Gottheit entwirft ihre Plane für eine Ewigkeit und unsere Phantasie wie unser Verstand sind zu beschränkt, die leitende Idee aus diesem Ge-wirre und den Verlauf und das Ende der Geschichte zu erfassen und zu erkennen. Die andern glauben durch Schlüsse aus der Vergangenheit ein gewisses Bild der Zukunft geben zu können. Das ist unmöglich, denn niemals ist das Schicksal der Menschheit gleich einer nach bestimmten Gesetzen sich ändernden und wirkenden Maschine. Ein einziger aussergewöhnlicher Mensch, ein einziges, ganz unvorhergesehenes, gewaltiges Ereignis werfen die durchdachteste Berechnung über den Haufen. Nur der Satz ist wahr: „Das Wahrscheinliche kann geschehen, aber das Unwahrscheinliche geschieht ebenso oft.“ Andere sagen wieder, die Weltgeschichte zeige, wie das Böse gestraft, das Gute belohnt werde. Das aber zeigt sie nicht immer, sondern oft das Gegenteil. Sie führt uns die abscheulichsten Tirannen vor in der Fülle der Macht, im vollen Glanze des Glückes, und die erhabenste Tugend im Kerker, verfolgt, gehasst, gemordet. Wo bleibt die gerechte Vergeltung ? Was kann dem Jünglinge, dem Manne nun die Geschichte nützen, warum soll er sich mit ihr beschäftigen ? Warum ist es insbesondere auch für den Lehrer notwendig, dass er sie kenne? Wie jeder mit Begierde und Lust den Erzählungen lauscht von dem Leben und den Thaten seiner Ahnen, so sollen wir mit Begierde und Lust die Schicksale zu erfahren su-schen, welche die Menschheit erlebt seit dem Anfänge ihres Daseins bis zu unserer Stunde herauf. Alle, die vor uns gelebt, sind unsere Ahnen, wir sind ihre Erben. Es zeigt von grossem Stumpfsinne, von einer unbegreiflichen Gleichgiltigkeit, wenn ein Menseh sich um die Vergangenheit gar nicht kümmert, nicht darnach fragt, wie es früher gewesen, was die Menschen verschwundener Zeiten bewegt, erfreut, getroffen, was sie erniedrigt oder erhoben hat, was sie geleistet und gethan haben, wie und wieviel sie ihrer grossen Lebensaufgabe, ihrer Zeit sich würdig oder unwürdig gemacht haben. Ein solcher Mensch wird sich niemals so recht lebendig und lebhaft als ein Teil der ganzen Menschheit fühlen, er hat sich mehr oder weniger unbewusst isoliert und losgerissen vom grossen Ringe, dessen Kreis alle Zeiten vom Anfänge bis zum Ende umfasst. Sein Herz nimmt nur geringen Anteil an den allgemeinen Schicksalen, nur so weit, als sie auch ihn betreffen; sein Geist denkt gering von der Würde des Menschen, er weiss ja nichts von den grossen, erhabenen Thaten erhabener Männer, nichts von der wunderbaren Stärke des menschlichen Geistes, der trotz der Unterdrückung durch Jahrtausende nicht gestorben ist, nicht einmal geschlummert hat. Hohe grosse Gedanken — noch mehr solche Thaten — sind ihm fremd, denn seine Brust ist zu arm, in ihr lodert nicht das heilige Feuer schöner Begeisterung für das ewig Gute und Wahre. Ein solcher Mensch ist aber auch undankbar für das Gute seiner Zeit; er weiss es nicht zu schätzen, weil er nicht die Kenntnis hat von der Lage jener Menschen, welche, weil sie dieses entbehren mussten, ein viel ärmlicheres und unbequemeres Leben hatten. Er wird zum Feinde der Aufklärung, weil er nie von den schauderhaften Folgen der Rohheit und den schrecklichen Gräueln barbarischer Jahrhunderte gelesen hat, weil sein Herz nie erschüttert wurde durch das tieftraurige Gemälde des Fanatismus im Bunde mit der Dummheit und dem Wahne. Die Weltgeschichte zeigt anschaulich im Drange des Lebens, nicht durch Spekulaziou, die Würde der menschlichen Natur. Damit ist schon viel gewonnen, denn „nie ist dem Menschen sein Wert geraubt, so lange er an die Würde des Menschen glaubt.“ Wie zeigt sie dies? Sie zeigt es, indem sie das Leben, das Wirken grosser Männer, ihre Bemühungen und Aufopferungen um die geistige und sittliche Hebung der Völker, ihre herrlichen Gedanken, ihre schönen Ideen der Erinnerung aufbewahrt hat als einen köstlichen, unerschöpflichen Schatz der Zukunft. Wofür die Besten eines Volkes, der Menschheit eintraten mit der feurigen Kraft der Ueberzeuguug, mit ihrem ganzen Loben, wofür sie unerschrocken stritten gegen Gewalt und Tirannei, das kann nichts Unwürdiges, nichts Niedriges und nichts Gemeines sein. Und wenn die Ahnung von der eigentlichen, wahren Bestimmung des Menschen — was ja eben unsere Menschenwürde ausmacht — wenn diese Ahnung fort und fort lebendig blieb, mehr und mehr Gestalt annahm und Wirklichkeit, wenn alle gewaltigen Bestrebungen stolzer und betrügerischer Leute und die dunkle Geistesnacht, die so viele Jahrhunderte der Vergangenheit umschauert, wenn die jammervolle Lage der gedrückten, aller Rechte beraubten Völker das tausendmal wiederholte Schauspiel der Schändung der Menschenwürde durch leibliche und geistige Sklaverei, durch Verbrechen aller Art — wenn dieses alles nicht im Stande war, die Idee von wahrem Menschenwerte zu ersticken und für immer zu tödten, so muss wol etwas Göttliches in dieser Idee liegen, denn nur das Göttliche ist ewig und unzerstörbar. Ist die Idee göttlich, so muss es auch der Gegenstand sein, der sie erzeugt, und wirklich tritt dem, der die Geschichte aufmerksam und verständnisinnig durchliest, in leuchtender Klarheit, rein und siegend der Gedanke entgegen: Die Würde der Menschheit ist zu hoch, als dass sie je, selbst durch die gewissenloseste Bosheit vernichtet werden könnte. Ja selbst das Bild eines Caligula, Nero und aller der römischen Kaiser, die in den gröbsten Lastern sich wälzten, entbehrt nicht ganz der Menschenwürde, auch sie zeigen einzelne Lichtseiten, Funken in der tiefen Nacht ihrer Sittenlosigkeit. Selbst der tiefe Fall zur schrankenlosesten Verachtung aller Menschlichkeit — könnte nicht auch dies als Beweis für die Grösse des Menschen dienen? Nicht blos durch die Erhebung, auch durch den Sturz zeigt sich, dass er jenes Geschöpf der Erde ist, welches alle anderen übertrifft durch die wunderbare Zusammensetzung seines Wesens. (Schluss folgt.) Rundschau. Küstenland. Der istrianische Landtag beschloss, die Regierung aufzufordern, die genaue Beobachtung der Schulaufsichtsgesetze zu veranlassen Kärnten. Der kärntische Landesausschuss beantragte, der Landtag möge eine Pe-tizion an das Ministerium und an die beiden Häuser des Reichsrates um Abänderung des § 66 des Reichsvolksschulgesetzes richten,, u. z. in dem Sinne, dass, wenn die Umlage zu Schulzwecken 15°/o des Ordinariums der direkten Steuern übersteigt, die Deckung des Mehrbedarfes wenigstens bis zur Tilgung des Grundeutlastungsfondes aus Reichsmitteln erfolgen solle. — Das Ansuchen des Landesschulrates an das h. Unterrichtsministerium bezüglich des gleichzeitigen Schulschlusses an Volks- und Bürgerschulen Kärntens mit den Mittelschulen (in Orten nemlich, wo sich solche befinden) wurde abgewiesen. — Da es vorgekommen, dass zwei provisorische Lehrer eigenmächtig und einer sogar nach zuvor erfolgter Behebung des Monatsgehaltes, ihre Posten verlassen, beschloss der Landesschulrat, in Hinkunft allen provisorischen Lehrern ihre Bezüge in monatlichen Dekursivraten anzuweisen. Den Fehler eines Einzelnen müssen nun viele auf eine harte Weise büssen. Steiermark. Der Beschluss des steiermärkischen Landtages betreffs der Aufhebung des Schulgeldes hat im ganzen Lande Befriedigung hervorgerufen und mehrere Bezirksund Ortsschulräte haben sich bereits geeinigt, dem Landtage dafür eine Dank- und Anerkennungsadresse zu votieren. Anders denkt der grazer Gemeiuderat, der nicht zum besten des ganzen Landes etwas beitragen will. Derselbe hat nemlich an Se. Majestät eine Driug-lichkeits-Petizion zu richten be chlossen, um den Monarchen zu bewegen, die von Seite des Landtages erfolgte Aufhebung des Schulgeldes ohne Entschädigung au die Stadt Graz (welche das Land zu leisten hätte) nicht zu sankziouieren. Der Bürgermeister von Graz ist bereits nach Wien abgereist, um sich persönlich in dieser Richtung beim hohen Unterrichts ministerium zu verwenden. Grosse Gemeinden werden allerdings durch die Einführung der Schulsteuer finanziell etwas ins Mitleid gezogen, allein ihre Leistung kommt dürftigen Kommunen zugute. Tirol. Die verfassungstreue Partei des greüterstichigen Tirolerlandes sieht der Lösung der Schulfrage im Landtage mit Bangen entgegen. Der konstitutionelle Verein in Innsbruck hat beschlossen, an die Regierung eine Petizion um die Wahrung der staatlichen Schulaufsicht zu richten. Wie lieblich — im Land Tirol! Vorarlberg. Die Petizionen bezüglich der Bestreitung der Lehrergehalte aus Landesmitteln (statt aus den Gemeindefonds) wurden vom Vorarlberger Landtage abgewiesen. Mederösterreicli. Die Auslagen der Grosskommune Wien für Volksschulen belaufen sich auf 1.422,350 it.: davon entfallen auf Lehrerbesoldungen 1.032,510 fl. Das war für einige Gemeinderäte zu viel. Einer stellte den Antrag auf Streichung der Auslagen für den Religionsunterricht und Konfessionsloserklärung der Schulen Wiens, ein zweiter will die Auslagen für den Turnunterricht (jährlich 35,000 11.) beseitigt wissen, da derselbe obligatorisch ist, dachte aber wahrscheinlich nicht an jene Ministerialverordnung, welche für die Erteilung des Turnunterrichtes Remunerazioneu verlangt. Ein Gemeinderat will sogar die Bezüge des Pädagoginmsdirektors Dr. Dittes (3600 fl. in Silber jährlich) eingestellt wissen, nachdem derselbe Reichsratsabgeordneter geworden. Die beiden ersten Anträge gingen an die Schulsekzion, der dritte aber zerfloss in ein konfuses „Nichts“. Oberösterreich. Die erste Landeslehrerkonferenz für Oberösterreich wird, wie das Organ des oberösterreichischen Lehrervereines schreibt, erst mit Beginn des nächsten Schuljahres abgehalten werden. ISühmcn. Um dem äusserst fühlbaren Lehrermangel in Böhmen in etwas abzuhelfen — denn es fehlen im Lande bei 700 Lehrer —, behält die Ministerialverordnung vom Iten August 1871, nach welcher der Bildungskurs für Lehramtszöglinge mit dem dritten Jahrgange zu endigen hat, auch für das Schuljahr 1873/4 ihre Giltigkeit. Laut einer Kundmachung des k. k. Landesschulrates betreffend die nach dem Schulaufsichtsgesetze vom 24ten Februar v. J. vorgenommene Einteilung des Königreiches Böhmen in Schulbezirke wird es fortan in Böhmen 103 Landschulbezirke, und zwar 47 deutsche und 56 czechische geben. Ausser denselben bestehen in Böhmen noch folgende Stadtschnlbezirke: Prag, Reichenberg, Budweiss, Brüx, Gablonz, Hohenmauth, Königinhof, Königgrätz, Laun, Pilsen, Schönlinde, Tetschen, Trautenau und Warnsdorf. Die neue Einteilung trat mit 1. Jänner 1874 in Wirksamkeit. Schlesien. Der Landtag hat die Beratungen über die Stellung der Lehrer und die Aenderung ihrer Gehalte über Neujahr hinaus verschoben und hat jetzt die Sache hoffentlich bereits in Angriff genommen. Galizien. Der galizische Landesschulrat entsendete im Einvernehmen mit der k. k. Lehrerinenbildungsaustalt von Lemberg drei Fräulein mit ßeisestipendien von je 400 fl. jährlich zum Zwecke ihrer Ausbildung zu Lehrerinen für Fröbels Kindergärten nach Kufstein in Tirol. Bukowina. Mehrere Volksschullehrer richteten an den Ausschuss des bukowinaer Lehrervereines ein Schreiben, worin sie um Einberufung einer Generalversammlung ersuchen, in welcher Beschlüsse über eine Petizion um Erhöhung der Gehalte, Einreihung der Volksschullehrer in die X. Kangklasse, Feststellung eines allgemeinen Lehrplanes, Wahl einer Kommission zur Verfassung von Volksschullehrbüchern etc. gefasst werden sollen. Ivroazien. Die Regierung wird in nächster Zeit dem Landtage Gesetzentwürfe über Errichtung von staatlichen Mädchen-Präparandien unterbreiten. Dieselbe wurde in dieser Richtung von einem Landtagsabgeordneten, der in glänzender Rede die Notwendigkeit tüchtiger Frauenausbildung durch Errichtung von Lehranstalten betonte, interpelliert, worauf ihm eine günstige Antwort von Seite des Regierungsvertreters zuteil wurde. Deutschland. Der Kultusminister Falk hat die Verfügung getroffen, dass in Städten, wo bisher für die einzelnen Religionsgenossenschaften eigene Schulen bestanden, dieselben zu einer mehrklassigen allgemeinen Schule vereinigt werden sollen. Auf die Konfession der Lehrer an solchen Schulen ist kein Gewicht zu legen. — Kindergartenfreunde und andere beabsichtigen in Berlin ein Fröbelhaus zu begründen, in welchem sämmtliche Anstalten, die aus dem Grundgedanken Fröbels heraus sich entwickelt haben, zu einer einheitlichen Verbindung gebracht werden sollen. Das Fröbelhaus soll eine Mutterschule, also eine Anstalt werden, die ihren Besuchen neu Gelegenheit geben wird, die erziehliche Behandlung der Kinder von der Geburt bis zum 8. und 9. Lebensjahre kennen zu lernen. — Im Gross-herzogtume Baden sollen die durch das neue Schulgesetz abgeschafften Fortbildungsschulen wieder ins Leben gerufen werden. — In Lothringen wird in Hinkunft, wie im Ober- und Untereisass schon seit einem Jahre, jeder Schulamtskaudidat einen zweijährigen Präparan-den- und dann einen dreijährigen Seminarkurs durchzumachen haben. — Die sächsische Regierung hat einen Gesetzentwurf betreffend die Erhöhung der Gehalte der Volksschullehrer ausgearbeitet, und dürfte derselbe den Ständekammern bereits vorgelegt worden sein. — Die baierische Regierung hat den katholischen Religionslehrern eröffnet, dass die Lehre vom Dogma der Unfehlbarkeit in den Schulen die Entfernung des Religionslehrers aus der Schule zur unausbleiblichen Folge haben würde. Die Lokalschulinspekzion wurde beauftragt, den Religionsunterricht bei der gegebenen Sachlage gehörig zu überwachen und allfällige Uebergriffe des Religiouslehrers zur Anzeige zu bringen. - Die allgemeine deutsche Lehrerversammlung wird in der Pfingstwoche d. J. in Breslau stattfinden. Italien hatte bis zum Schlüsse des Jahres 1872, wie dies eine offizielle Kundmachung darthut, 30,975 Knaben- und Mädchenschulen mit 30,663 Lehrern und Lehrerinen: an gemischten Schulen wirkten ,3t66 Lehrer und Lehrerinen. Privat-Knaben- und Mädchenschulen gab es 7874, gemischte Privatschulen 1292, Abendschulen 9809, Sonutagsschulen 4743, Normalschulen (Seminare) 115, Mädchenkonvikte 570 und Kindergärten 1099. Die Gesammtkosten für die angeführten Anstalten (mit Ausnahme der Privatschulen) beliefen sich über 13.329,000 Lire. Im allgemeinen steht es mit der strengen Durchführung der Schulpflicht nicht besonders günstig. Darüber und über anderes berichten wir nächstens. Frankreich. Die Volksschullehrer der Grand-Nazion, deren es über 25,000 gibt, pliegen sich noch immer im Warten auf bessere Zeiten zu üben. Auf jeden kommt ein durchschnittlicher Jahresgehalt von 700 Francs, was nach unserem Gelde sehr wenig ausmacht. Bereits vor 3 Jahren versprach die Regierung die Erhöhung dieser Gehalte, und noch bis jetzt ist nichts geschehen. ., Novice“ können also immer noch, wenn es sich in unserem Landtage um die Erhöhung der Lehrergehalte handeln wird, auf Frankreich hin-weisen. Lokales. Bezirkslehrerkonferenz in Laibach. Dieselbe fand am 29 und 30. Dezember im geräumigsten Lehrzimmer der k. k. Lehrerbildungsanstalt statt, welches nebst den Lehrmitteln für das metrische Mass- und Gewicht die löbl. Direkzion zu diesem Zwecke gefälligst überlassen hatte. Der Vorsitzende, Schulinspektor Ritter v. Gariboldi, begrüsste die Versammlung, konstatierte die Anzahl der Lehrer (19 von 20), ernannte Herrn Uranič zu seinem Stellvertreter und erklärte die Sitzung für eröffnet. Als Schriftführer fungierten die schon in der letzten Sitzung gewählten Herren Kerne und Praprotnik. Vor allem führte der Inspektor die bei der Visitazion der Schulen im allgemeinen gemachten Wahrnehmungen an. Dabei empfahl er eine genaue Führung siimmtlicher Amtsschriften und Amtsbücher, deren notwendige Eigenschaften er erklärte, insbesondere die der Matrik, denn es müsse heuer nach § 48 des Gesetzes zur Errichtung der Volksschulen eine Revision der Schulsprengel vorgenommen werden, zu der die Matrik als Basis genommen werden soll; besprach dann den Schulbesuch, den Stand der Lehrmittel u. s. w. Darauf wurde der ständige Ausschuss für das Jahr 1874 gewählt; derselbe besteht darnach aus dem Vorsitzenden, den Herren Borštnik von St. Marein und Govekar von Brunndorf. Von der Wahl der Abgeordneten zur Landeskonferenz müsse man, wie Vorsitzender erklärte, auch diesmal noch absehen. da bis nun eine Landeskonferenz noch gar nicht in Aussicht steht, somit auch die Zahl der zu wählenden Mitglieder nicht bestimmt ist. Nun ging man zum Entwurf eines Lehrplanes für 1874 über. Ueber die Behandlung der einzelnen Gegenstände waren Referate zugetheilt worden, die nun nach der Reihe vorgenommen wurden. Ueber den Sprachunterricht referierte Herr Ozimek von Dobrova (slovenisch), über den Schreibunterricht (im Anschluss an den Sprachunterricht als Schreibübungen) Herr Papier von Billichgraz (slovenisch), über den realistischen Anschauungsunterricht Herr Bezeg aus Sostro (deutsch), über den Rechnungsunterricht Herr Cvek aus Oberlaibach (slovenisch). über den Zeichenunterricht Herr Borštnik aus St. Marein slovenisch). über den Gesangsunterricht Herr Suhadobnik aus St. Martin (slovenisch), über den Turnunterricht Herr Uranič aus Presser (deutsch). Fast nach jedem Referate ergab sich eine längere Debatte über die Weise der Behandlung unter den Lehrern, denen der Vorsitzende Bemerkungen hinzufügte. Alle Referate wurden auch schriftlich als Beilagen zum Protokoll eingereicht. Der Festsetzung der Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden schickte der Vorsitzende eine Erklärung der gesetzlichen Bestimmungen voraus. Nacli längerer Verhandlung nun wurde auf Grund des § 41 d. Sch. u. U. 0. beschlossen, dass die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden au den geteilten einklassigen Volksschulen des Bezirkes von nun an und bis zum Erscheinen eines Normallehrplanes für die obere Abteilung 18, für die untere Abteilung 12 Stunden, und zwar mit Inbegriff der Religionsstunden, zu betragen, das Turnen aber beim Stunden Wechsel vorgenommen zu werden habe; in Anbetracht der Schwierigkeiten jedoch, die der plötzliche Sprung von 20 auf 30 Unterrichtsstunden verursachen würde, hat im Schuljahre 1874 — als dem Uebergangsjahre — der Donnerstag mit 5 Stunden ausnahmsweise als Schultag auszufallen, daher der Unterricht sich auf 25 Stunden zu erstrecken hat, von denen 21 auf den Lehrer, 4 auf den Katecheten entfallen. Selbstverständlich wird für diese Abweichung von der Norm die behördliche Genehmigung vorausgesetzt. Die Stunden für die einzelnen Gegenstände wurden demnach für 1874 folgendermassen verteilt: für die untere Abteilung: Religion 2, Sprachunterricht 6, Rechnen 2 Stunden: für die obere Abteilung: Religion 2, Sprachunterricht 5. Aufsätze 1, Schreiben 2, Rechnen 3, Zeichnen 1, Singen 1 Stunde. Eine weitere Differenz ergab sich bei der Bestimmung der Stunden, die dem Religionsunterrichte eingeräumt IB werden sollten; einige Lehrer beantragten die letzte, andere die erste Stunde. Da vorauszusehen war, dass jede Bestimmung, falle sie aus wie sie wolle, von den klerikalen Blättern bekämpft würde, so wurde über Vorschlag des Vorsitzenden beschlossen, dass sich die Katecheten ihre Stunden selbst wählen können, dass es dann aber dabei zu verbleiben habe und jeder willkürliche Versuch einer späteren Aenderung von Seite des Katecheten von dem Lehrer zurückgewiesen werden solle Den Stundenplan haben dann die Lehrer selbst zu entwerfen und der Bezirksschulbehörde zur Genehmigung vorzulegen. Nun folgte die Prüfung der im Gebrauch stehenden Lehrbücher. Da jedoch der Referent, Herr Žibert aus Preska, keine bestimmten Anträge stellte, bleiben die bisherigen Lehrbücher im Gebrauch. — Der Vortrag über die Notwendigkeit der Verbreitung der Kenntnis der neuen österr. Mass- und Gewichtsordnung durch die Schulen, dann über Dezimalrechnen und das Wesen und die methodische Behandlung der neuen österr Mass-und Gewichtsordnung für Lehrer wurde in deutscher Sprache von Herrn Govekar aus Brunndorf und in sloveniseher Sprache von Herrn Čeučič von St. Peter in Laibach gehalten. Der erste [Vortrag beschränkte sich auf das Herablesen des ersten Teiles der Abhandlung; Herr Cencič erklärte das Dezimalrechnen an der Tafel, hielt sich im übrigen jedoch fast mit Aengstlichkeit an Močniks Lehrbuch von dem neuen Masse und Gewichte. Hierauf ergriff der Vorsitzende das Wort, um jene beiden Vorträge durch die Geschichte der Entstehung des Metersistems zu ergänzen. Er erklärte, was ein Meridian ist, wie man auf die Vermutung der Abplattung der Erde kam, auf eine wievielfache Art sich dieselbe beweisen lässt, wie man die Polhöhe oder geographische Breite eines Ortes bestimmt, wie man Meridiangrade misst (Triaugulieruugsmethode des Snellius), welche Gradmessungen man ausführte und welche Resultate dieselben hatten. Schliesslich hielt Herr Kuhar von Mariafeld einen Probevortrag über das metrische Mass und Gewicht für Schüler in slove-nischer Sprache, bei ,welchem er sich der reichen Sammlung von Lehrmitteln der k. k. Lehrerbildungsanstalt bediente. In bezug auf die Notwendigkeit der Verbreitung der Kenntnis des metrischen Mass- und Gewichtssistems unter dem Volke wurde beschlossen, dass von Neujahr 1875 an an jeder Schule der Lehrer Sonntags nach der Andacht für die Pfarr-insassen einen Vortrag über dasselbe zu halten habe und dass in den grösseren Pfarren dieser Unterricht schon im nächsten Jahre, je nach Einsicht des Lehrers, beginnen solle. — Der letzte Punkt der Tagesordnung war der Bericht über Stand und Rechnung der Bezirkslehrerbibliothek. Der erstere beläuft sich gegenwärtig auf nur 62 Werke, von denen fast sämmtliche Geschenke sind (1 vom h. Landesschulrat, 23 von der Direkzion des k. k. Schulbücherverlags, 8 von der „Matica slovenska", 28 vom Herrn Inspektor v. Gariboldi). Die Einnahmen belaufen sich seit der Gründung 1872 auf 19 fl. (9 fl. von der löblichen Sparkasse, 10 fl. vom Herrn Inspektor v. Gariboldi). Für das Jahr 1874 votierte der löbliche verstärkte Bezirksschulrat eine Summe von 132 fl. Auf die Frage, wie man dieselben zu verwenden habe, beschloss man das Abonnement auf 7 pädagogische Blätter, den Ankauf aller von der Regierung im Verordnungsblatte für Bibliotheken empfohlenen Werke sowie aller in der Lehrerbildungsanstalt im Gebrauche stehenden Lehrbücher; die weitere Bestimmung der anzukaufenden Werke wurde dem Herrn Schulinspektor überlassen. — Da keine Anträge eingebracht worden waren, wurde die Sitzung am zweiten Tage 11 Uhr geschlossen. Dieselbe war in der musterhaftesten Ordnung abgelaufen, was in den Schlussworten sowol der Vorsitzende als der Wortführer der Lehrer, Herr Kuhar, anerkannten. Eine rätselhafte Lehrerversammluhg. „Slov. Narod,“ der in jüngster Zeit den „Slov. učitelj“ zu ersetzen sucht, berichtet in Nr. 289 von einer eigentümlichen Lehrer-versamtniung, die am 27 Dezember v. J. zu Vigaun, der Residenz Sr. Hochwürden des Dechants und Bezirksschulinspektors von Radmannsdorf, Silvester Keše, stattfand und von der nicht gesagt wird, ob sie amtlich oder privat war. Die Lehrer wurden nemlich dahin zur Wahl eines neuen Vertreters der Lehrerschaft im Bezirksschulrat (statt des aus dem Bezirke versetzten Herrn Zarnik) einberufen. Es kamen ihrer 11 zusammen und wurde Herr Gogala, Lehrer in Vigaun, als solcher gewählt. Nun aber beantragte Herr Grebenec (wenn wir nicht irren Lehrer in Eatschach, somit Berichterstatter) einige Nachträge zu der jüngsten Bezirkslehrerkonferenz, da man bei derselben mehrere notwendige Dinge versäumt habe. Diese seien nemlich 1. nach § 7 der Ministerialverordnung vom 8. Mai 1872 die Wahl eines Ausschusses, der die Verhandlungsgegenstände für die nächste Lehrerkonferenz zu besti mm en habe (was ganz falsch ist, da nach diesem Paragraph der Ausschuss nur zur Vorbereitung bereits bestimmter Verhandlungsgegenstände gewählt zu werden hat): 2. nach § 14 desselben Gesetzes die Wahl der Mitglieder der Landeslehrerkonferenz durch die Bezirkslehrerkonferenz (zu voreilig, da nach § 14 die Zahl der in den einzelnen Schulbezirken zu wählenden Mitglieder erst von der Landesschulbehörde bestimmt werden muss, dies aber bisher noch nicht geschehen ist, weil noch keine Landeskonferenz in Aussicht steht); 3. die Wahl neuer Ausschüsse für den Bezirksschulrat und die Bibliotheken (ist ohne jeden Sinn, da weder Bezirksschulräte noch Bibliotheken „Ausschüsse“ haben, es wären denn dies bei letzterer die zur Seite geschafften unbrauchbaren Bücher). Auf diesen Antrag hin. der also voll Irrtümer war, verwandelte sich die Versammlung flugs in eine Bezirkslehrerkönferenz und wählte als solche: in den Ausschuss zur Beantwortung der Fragen (also wieder etwas anders als was oben erwähnt wurde oder im Gesetze steht) für die nächste Konferenz die Herren Tuma, Stoječ, Klinar, Grebenec, Zupan; in die Landes-Lehrerkonferenz die Herren Stoječ und Grebenec; in den Ausschuss des Bezirksschulrates und der Bibliothek die Herren Stoječ als Vorsitzenden .des Bezirksschulrates? — oder der Bibliothek, etwa wie Herr Spendal in Krainburg?), Pleško als Stellvertreter, Ukmar als Kassier, Tuma als Schriftführer, die Ausschüsse Tuma isitzt also doppelt im Ausschuss?) und Klinar. —Nun fragen wir, kann diese Versammlung nach der oben zitierten Ministerialverordnung, da die Forderungen des § 2, ganz besonders aber der §§ 3 und 3, nicht im geringsten Berücksichtigung fanden, als eine amtliche Bezirkslehrerkonferenz angesehen werden? Und wenn dies nicht der Fall ist, wozu dann die Wahlen, da sie ohne! in null und nichtig sind? Und Herr Silvester Keše ?? Es war bisher nie etwas, weder Gutes noch Schlechtes aus dem radmaunsdor-fer Bezirke zu hören, es war, als ob daselbst Schule und Lehrerschaft schliefen; — allein dieses eine lässt vermuten, dass dort oben mehr eres faul sein müsse. Unsere Petizion. In der 7. Sitzung des krainischen Landtages vom 5. d. M. stellte Dr. Kazlag den Antrag „es möge derselbe beschliessen, dass die Verhältnisse der Volksschul-lehrerschaft in Krain gebessert werden, damit man die Gefahr der Auswanderung einer bedeutenden Anzahl Lehrer in die Nachbarländer abwende. Deshalb möge der Landesausschnss beauftragt werden, die nötigen Mittel und Wege zu beraten und in der nächsten Versammlung des, Landtages darüber Bericht erstatten und seine Anträge stellen." Diesen Antrag wollte Dr. Eazlag in der nächsten Sitzung begründen. Verlängerung der Schulvakanz. Nachdem die Blatternepidemie in der Stadt Laibach in letzterer Zeit an Ausdehnung und Umfang bedeutend zugenommen hat, so findet die k. k. Landesregierung die mit dem Erlasse vom 18. Dezember v. J. vorläufig bis 7. Jäuner d. J. verfügte Einstellung des Unterrichtes am k. k. Gimnasium, an der k. k. Oberrealschule, au den k. k. Lehrer- und Lehrerinen-Bildungsanstalten und den dazu gehörigen Uebungs-schulen, sowie an sämmtlichen städtischen Volksschulen in Laibach bis 21. Jänner d. J. zu verlängern. Desgleichen wird an sämmtlichen Privatlehranstalten der Unterricht für die ausserhalb der Lehranstalten wohnenden Schüler und Schülerinen bis zum obigen Termine eingestellt. Aus dem gleichen Grunde wird auch der Beginn des Unterrichtes an dem k. k. Eeal-und Obergimnasium und an den Volksschulen zu Rudolfswert bis 27. Jänner d. J. verschoben- Kinderbewahranstalt. Die seit Jahren eingeführte Weihnachtsbetei hing der armen Kleinen in der hiesigen Kinderbewahranstalt erfolgte heuer am 29, d. M. um 11 Uhr vor- mittags, nachdem über Anregung der Frau Vereins Vorsteherin Antonie Freiin v. Codelli eine diesfalls besonders eingeleitete Sammlung im Frauenkomite eine reichhaltige Anschaffung von Kleiderstoffen ermöglichte, wozu gütige Zusendungen einiger Handelsfirmen, endlich 114 Paar Strümpfe kamen, welche die kleinen Mädchen in der Anstalt in diesem Jahre aus der von sorgsamen Frauen gespendeten Wolle selbst erzeugten. Nacli dem gemeinschaftlichen Gebete der Kinder für alle Wolthäter erfolgte die Verteilung, welcher auch die Frau Gräfin Sophie v. Auersperg, mehrere Schutzfrauen und der Herr Bürgermeister Karl Deschmann beiwohnten. 69 Knaben und 92 Mädchen, zuzammen 161 Kinder, die jetzt die Anstalt besuchen, erhielten: 69 vollständige Knabeuauzüge, 65 Knabenhemden, 4ü Halstücher, 69 Sacktücher, 92 Mädchenanzüge, 86 Hemden, 52 Unterröcke, 82 Sacktücher, 60 Schürzen, obige 114 Paar Strümpfe, schliesslich jene 60 Kinder, welche die Winter-monate hindurch die Mittagskost unentgeltlich in der Anstalt bekommen, auch 60 Paar neue Schuhe. So hat das mildthätige Zusammenwirken des Frauenvereins es bewirkt, dass auch diese armen Kinder sich einer Weihnachtsgabe erfreuen konnten, und somit das beseligende Gefühl erzielt, die bedürftige Volksklasse unserer Stadt nicht unbeachtet gelassen zu haben. („Laib. Ztg.“) Ein Lehrerverein. Neulich lasen wir, dass der Lehrerverein in Tschernembl am 30. Dezember seine 12. Versammlung abhalten werde. Auf der Tagesordnung seien: 1. Bestimmung der Lehrstunden. 2. Einführung des metrischen Masses und Gewichtes in der V olksschule. 3. Wahl der zu abonnierenden Zeitschriften. 4. Rechnungslegung. 5. Wahl des Ausschusses pro 1874. — Da dieser Lehrerverein im Laufe des vorigen Jahres gar kein Lebenszeichen von sich gab, so wussten wir in der That bis jetzt nicht, dass es ausserdem „Učiteljsko društvo“’, das seit mehr als einem Jahre nur dem Namen nach und in der Erinnerung besteht, neben uns noch einen. Lehrer verein in Krain gebe. Nach dem österr. Schulkalender nun ist derselbe sogar der älteste in Krain, beschränkt sich jedoch nur auf den Bezirk Tschernembl. Er ist nemlich 12. Februar 1870 gegründet, heisst „Fortschritt" und zählt 18 ordentliche Mitglieder. Vorstand war 1873 Herr Anton Jeršinovec, Direktor in Tschernembl, Stellvertreter Herr Nikolaus Stanonik (ein aus der denkwürdigen Versammlung des „Učiteljsko društvo“ v. J. 1872 bekannter Mann) und Schriftführer Herr-Johann Schiller, Lehrer in Tschernembl. — Bei der gegenwärtigen Lage der Lehrerschaft ist vor allem Vereinigung oder mindestens gemeinschaftliches Handeln notwendig. Es gibt so viele Fragen zu erörten, wie eben die in der heutigen Nummer angeführte Petizion es zeigt, die das allgemeine Wol der Lehrerschaft betreffen, dass ein einmütiges Vorgehen aller Lehrervereine zur unabweisbaren Notwendigkeit wird und alle Rückrichten, insbesondere aber die konfessioneller und nazionaler Natur, zurücktreten müssen. Deswegen ist es auch das Bestreben aller Lehrer, Zweigvereine grösserer oder der Landeslehrervereine zu errichten, um ja aller Wolthaten derselben in leichterem und weiterem Masse teilhaftig zu werden, und letztere wieder suchen sich in Lehrerbünde zusammen-zuthun, um durch Konzentrierung der Lehrerschaft diese in sich stark zu machen, der Aussenwelt gegenüber aber ihr ein desto grösseres Ansehen, desto mehr Macht und Bedeutung zu verschaffen. Um der Eigenart zu huldigen, dazu braucht es keines Vereines. Da uns die eigentlichen Leiter des tschernembler Bezirksvereines, die Herren Jeršinovec und Schiller bisher nur im vorteilhaften Sinne bekannt sind, so erwarten wir von ihnen, dass rie bestrebt sein werden, denselben mindestens in Verbindung mit unserm Landeslehrervereine zu bringen. Unsere Geistlichen. Unlängst hörten wir, dass irgendwo in Krain der' Pfarrer, der am Erscheinen im Ortschulrate verhindert zu sein vorgab, an seiner statt den Kaplan in denselben schickte. Der Vorsitzende des Ortschulrates aber, ein Mann von gesundem Menschenverstand, machte gegen diesen willkürlichen Tausch Einwendung, denn sonst köunte ein Kaufmann, der Mitglied des Ortsehulrates ist, au seiner statt ebensogut seinen Kommis in denselben schicken. Solcherart musste der Herr Kooperator unter verlegenen Kratzfüssen zur allgemeinen Heiterkeit abfahren. — Wir können hier ein anderes Stückchen erzählen. In einer Schulgemeinde, ebenfalls in Krain, wusste bei der Konstituierung des Ortsschulrates der Pfarrer die Wahl des sehr angesehenen und tüchtigen Bürgermeisters zu hintertreiben, weil derselbe liberal ist, ebenso auch die anderer Gemeindeglieder, die im öffentlichen Leben viel gelten. Es wurden durchwegs beschränkte Bauern gewählt, von denen sich der Pfarrer zum Vorsitzenden machen liess, weil er fest überzeugt war, dass die Landesschulgesetze in Krain nie zu stände kommen und über kurz auch das Keichsvolksschul-gesetz werde aufgehoben werden müssen. Als er sich getäuscht sah, dankte er ab, sorgte aber dafür, dass der Kooperator, der gar nicht im Ortsschulrate sitzt, an seiner statt zum Vorsitzenden gewählt wurde. Natürlich hätte diese Wahl nicht bestätigt werden können, hatte es aber auch nicht nötig, denn der Kooperator erklärte den Bauern vor derselben, es handle sich hier nur um eine Demonstrazion; er wolle nemlich gleich nach erfolgter Wahl die Stelle niederlegen, um in Uebereinstimmung mit dem Pfarrer der Welt zu zeigen, dass die Geistlichkeit mit der neuen Schule nichts zu thun haben wolle. Und das armselige Kaplänchen glaubt wirklich damit der ganzen Verfassung ein Loch geschlagen zu haben. Namensfeier. Dem Herrn Landesschulinspektor Baimund Pirker wurde anlässlich seines Namensfestes am H. Jänner von den städtischen Lehrern Laibachs ein Ständchen gebracht. Aus unserem Vereine. Der Vereinsabeud vom 7. Jänner musste eingetretener Hindernisse halber ausfallen. Dagegen findet am 14. Jänner die Vorlesung des Herrn Direktors Hrovath über ..die Erziehung bei den Athenern“ statt. Mittwoch 21. Jänner ist der geselligen Unterhaltung bestimmt. Korrespondenzen. Aus M. in Oberkrain. Gewiss werden mir viele der Herren Lehrer am Lande, die es mit Halbtagsschulen zu thun haben, beipflichten, wenn ich sage, dass das bisherige Stun-denausmass in Anbetracht des anzustrebenden, vorgeschriebenen Lehrzieles nicht genüge; ich meine dies insbesondere in bezug auf die Oberklasse der besagten Volksschulen. Es ist kaum möglich, dass in der Oberabteilung (oder Oberklasse) bei einem Stundenausmasse von wöchentlich 15 Stunden, von denen nach Abzug der 2 Beligionsstunden auf den Lehrer blos 13 Unterrichtsstunden entfallen, mit dem besten Willen etwas erspriessliches geleistet, geschweige denn eine Gründlichkeit in allen Lehrgegenständen erzielt werden könne, zumal sich in der Oberklasse zwei Abteilungen befinden. Dies allseitig darzulegen, ist nicht meine Absicht und ist wol auch nicht notwendig, da ja jeder Lehrer diesbezüglich selbst genug Erfahrung besitzt. Ich weise nur auf einen Gegenstand hin, nemlich auf das ßechnen, welchem bei so geringem Stundenausmasse unmöglich über 3 Stunden wöchentlich eingeräumt werden können. Doch ich wollte gerne schweigen, würden die 3 Stunden einzig und allein einer Abteilung zugute kommen; es kommt aber blos die Hälfte davon auf jede der beiden Abteilungen. Bei U/s Stunden Unterricht im Rechnen, das doch einer der schwersten aber notwendigsten Gegenstände ist, lässt sich selbstverständlich nicht viel wirken. Und wie oft wird die für das Rechnen und andere Lehrgegeustände ohnehin schon so kurz bemessene Zeit durch verschiedene Umstände auch noch verkürzt. So z. B. musste bei mir unlängst der Unterricht im Rechnen notgedrungen zweimal entfallen, denn am Montage wurde des Feiertages, am Samstage des Marktes halber kein Schulunterricht erteilt. — Und doch könnte diesem Uebelstande wenigstens in etwas abgeholfen und dem Rechnen und einigen anderen Lehrgegenständen mehr Unterrichtszeit zugemessen werden, und zwar dadurch, dass man teilweise den Donnerstag in die Schultage mit einbeziehen würde, also den Vormittag desselben. Der Nachmittag möge immerhin frei bleiben, teils zur Erholung der Kleinen in der Unterklasse, teils auch der Lehrer, welch letzteren derselbe auch zum Selbststudium und etwaigen Schulschreibereien Zeit bietet. Ich weiss. dass manche Lehrer wie auch manche Unberufenen sich dagegen sträuben und für das Vorgebrachte wenig eingenommen sein werden. —- Ich erwidere denselben blos so viel: Hat ein Lehrer Berufseifer, welchen doch ein jeder haben sollte, so wird er gewiss keine Arbeit scheuen und alle Mittel gebrauchen, um zum Wole seiner ihm anvertrauten Jugend das möglichste beizutragen. Wer dagegen sich auflehnt, der hat kein Herz zu seinen Schülern; nicht nur das —- er kann auf solche Weise auch kein Freund der neuen Schulverfassung sein und opponiert so dem Fortschritte und dem besseren Gedeihen der Volksschule. Wahrlich nichts lobenswertes! — Auch die Anschauung, als wären dadurch die Schüler zu viel angestrengt, ist eine gänzlich falsche. Wie schon gesagt, spreche ich hier von der Oberklasse einer Halbtagsschule; diese also hätte sodann mit Einbeziehung des Unterrichtes an Donnerstagen und mit Einschluss der Religion wöchentlich 18 Stunden, wobei die Schüler an solchen Schulen noch immer den ganzen Nachmittag eines jeden Schultages frei sind, was bei denen der mehrklassigen Volksschulen nicht der Fall ist. Ueberbürdet werden die Schüler durch diese Neuerung durchaus nicht. Es ist daher ganz recht, billig und notwendig, dass an Donnerstagen vormittags Schule gehalten werde *. — Dies meine Meinung! T. Obenvnlz. In den Sitzungen des steiermärkischen Landtages vom 18. und 19. Dezember wurde über die so dringend notwendige Aufbesserung der Lehrergehalte debattiert, und bald wäre diese brennende Lebensfrage abermals vertagt worden, wenn nicht Dr. Flekh gesagt hätte, dass die Lehrer eine Aufbesserung ihrer Gehalte vom Landtage erwarten und dass eine Vertagung dieser Frage ein trauriges Weihnachtsgeschenk wäre. So sehr diese seine Worte ihm unsere wärmste Simpathie erwerben, so deprimierend sind die Worte des Abgeordneten Lohniuger, welcher sich gegen die Erhöhung der Gehalte äusserte und meinte: „wenn nach den Worten des gestrigen Redners eine Vertagung ein schlechtes Weihnachtsgeschenk für die Lehrer wäre, müsste es für die Steuerträger noch ein schlechteres sein, da man ihnen durch die Annahme des Gesetzes einen Zuschlag von 40/0 aufnötigen würde.“ Nichtsdestoweniger wurden unsere Gehalte doch erhöht, wenn auch nicht ganz nach unseren durchaus nicht unbilligen Wünschen. Der Unterrichtsausschuss beantragte drei Gehaltsstufen zu iIOO, 700. 800 fl.: angenommen wurden vier Gehaltsstufen zu 550, (100, 700 und 800 fl. Die Funkzionszulagen für Direktoren und für Oberlehrer in Graz wurden auf 200 fl., für Oberlehrer der I. und II. Gehaltsklasse auf 100 fl., für die übrigen auf 50 fl. festgesetzt; die Bürgerschullehrer bekommen pr. Gehaltsklasse um 100 fl. mehr; die geprüften ;Unterlehrer 80%, die anderen 60%, die Lehrerinen so viel wie die Lehrer; eine Verehelichung der letzteren gilt nicht als Dienstentsagung. Diese Bezüge treten mit 1. Mai 1874 in Wirksamkeit. Wenn man nun diese Regulierungen näher ins Auge fasst, so ergibt sich, trotzdem unsere materielle Lage in etwas verbessert und uns doch etwas auf den Weihnachtstisch gelegt worden ist. doch manches, was unseren Erwartungen nicht ganz entspricht. Wozu vier Gehaltsstufen? Warum nicht 600, 700, 800 fl.? Durch die Uelassung der vier Gehaltsstufen ist Steiermark seinen Nachbarländern Ober- und Nieder-österreich nicht nachgekommen, und der Lehrerwanderung nach aussen einerseits und den Lehrerwanderungen innerhalb des Kronlandes anderseits ist nicht entsprechend vorgebeugt. Jedoch müssen wir fast noch froh sein,' dass die vier Gehaltsstufen geblieben sind; denn bei der Kreierung von drei Gehaltsstufen und der Zusammenziehung der bisherigen vier * Wir teilen vollkommen die Ansicht des Herrn Korrespondenten und glauben, dass der Donnerstag als ganz freier Tag au Halbtagsschulen, wo ja eine Abteilung ohnehin täglich einen halben Tag frei ist, bald zn den überwundenen Standpunkten gehören wird, u. zw. im Interesse der Schule. D. R. Stufen in drei hätte die Angelegenheit wegen Schaffung eines bestimmten Präliminars an den Ausschuss zurückgehen, überhaupt vertagt werden müssen und wir hätten noch ein Jährchen zu warten gehabt. Die Regelung der Funkzionszulagen nach Gehaltsklassen ist nichts weniger als gerecht. Diese Zulagen sollten sich nach der Grösse der Schule richten, denn je mehr Klassen eine Schule hat, um desto mehr ist der Leiter derselben in Anspruch genommen. Wir wären im vollsten Masse berechtigt, auch in dieser Beziehung Verbesserungen zu verlangen; jedoch blieb es leider beim Alten, ist denn die Trennung davon gar so schwer? Dass die Volksschullehrer zum Aschenbrödel gerechnet werden, hat sich auch jetzt bewiesen, indem die neuen Bezüge erst mit Mai 1874 in das Leben treten. Die kaiserl. Beamten haben schon seit Juli 1873 die neuen Gehalte und noch ausserdem Aktivitätszulagen; die landschaftlichen Beamten und Lehrer haben schon lauge Theue-rungsbeiträge; letztere beziehen die erhöhten Gehalte vom 1. Jänner 1874 an, und so Messen sich noch manche Standesklassen anführen, die teils Teuerungsbeiträge schon seit längerer Zeit und erhöhte Gehalte wenigstens vom 1. Jänner 1874 au beziehen — nur wir Volksschullehrer müssen, ausserdem wir nur um 100 11. pr. Jahr aufgebessert worden sind und uns noch die grosse Anstellungstaxe in angenehmer Aussicht steht, bis Mai 1874 warten! Das Warten scheint unser Attribut zu sein. Indessen, keine Rose ist ohne Dornen, und auch unsere Weihnachtsgabe darf nicht ohne bittere Tropfen sein. Wir nehmen sie jedoch, so wie sie ist, genügsamen Sinnes hin und hoffen, wie bisher, das Bessere von der Zukunft. J. Gruber. ß ü c h e i* s c h a u. Illustrierte Volkszeitung. Stuttgart 1874. Verleger und Herausgeber Eduard Hallberger. Preis pro Heft 3 Sgr. oder 12 kr. rhein. — AVir haben es hier mit einer üusserst interessanten, weil allseitigen Zeitschrift zu thun, die sich zur Aufgabe stellt, jenen verderbenden und jedes Schönheitsgefühl sistematisch unterdrückenden literarischen Erzeugnissen, die sich gleich Schmarotzerpflanzen auszubreiten beginnen, den Boden zu benehmen. Damit dieses Werk, das in 20 Heften von je 24 Seiten grösst Polio mit prachtvollen Illustrazionen und mit elegantem Umschläge erscheinen wird, in allen Schichten der Bevölkerung Eingang linde, ist dessen Preis ein beispiellos niedriger (das Heft zu 3 Sgr.), und schon dieses Umstandes wegen wird es sicher die grösste Verbreitung finden. Die bereits erschienenen ersten 5 Hefte haben uns durch ihren reichen, ausgewählten, alle Zweige berührenden Stoff wirklich überrascht. Spannende und fesselnde Romane, Novellen, Erzählungen, Abenteuer, belehrende und unterhaltende Aufsätze über Natur und Leben, die Gesundheitspflege etc., Anekdoten und Schnurren, wie überhaupt humoristische Bilder, Notizen für die Wirtschaft, den Hausstand und die Industrie, Rätsel. Rebusse. Rösselsprünge, Aufgaben für Schachspieler etc. füllen die Spalten dieses Pamilienhlattes, dem noch eine Stahlstichprämie (Friederike von Kaulbach) beigegeben wird. Die ..Volkszeitung" wird gewiss den schönen und edlen Zweck, den sie verfolgt, erreichen und die ganze Leserwelt für sich einnehmen. Wir werden jedem Hefte dieses billigen und nach allen Richtungen hin unterhaltenden Kunstblattes ersten Ranges, sobald es uns zukommt, unsere vollste Aufmerksamkeit schenken, und wir sind auch versichert, dass unsere verehrten Leser und Leserinen nicht versäumen werden, nach diesem Familienblatte in des Wortes eigentlichster Bedeutung zu langen und es unter der Bevölkerung zu verbreiten. Auf die „Hlustrierte Volkszeitung“ kann bei lg. v. Klainmayr & Fed. Bambergs Buchhandlung abonniert werden. —j- a. Anleitung; zur Erteilung des Turnuuterriehtes. Zunächst für die Elementarniks-schulen Sachsens auf Veranlassung des k. sächs. Unterrichtsministeriums bearbeitet von Dr. Moriz lüoss. Direktor der k. Turnlehrerbildungsanstalt in Dresden. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Dresden, G. Schöufeld’s Verlagsbuchhandlung (G. A. Werner) 1873. Preis ? .............- Der bekannte Autor hat seine „Anleitung zur Erteilung des Turnunterrichtes“ in zweiter Auflage erscheinen lassen und damit der Lehrerwelt einen guten Dienst erwiesen. Das 191 Blattseiten zählende Werk zeichnet sich durch eine leichtverständliche Sprache. Gründlichkeit und Planmäs-sig'keit aus. Die Frei- und Ordnungsübungen, die Uebungen mit und an Geräten erfahren eine recht allseitige Behandlung. In der Einleitung ist auch die Sprache von dem Wichtigsten aus der Geschichte des Turnens, von dem Nutzen dieses Gegenstandes, seiner Stellung zur Schule, von der Verteilung der Turnübungen nach den Altersstufen, vom Mädchenturnen und den Turnplätzen. In dem Werke finden wir 49 Figuren, einen Grundriss von Turnräumen und 6 Lieder, am Schlüsse einige Worte über Turnspiele, über Baden, Schwimmen, Schlittschuhlaufen und die Turnfahrten und dann eine völlige Verteilung des gesammten Uehungsstotfes auf 42 jährliche Schulwochen, was unserer Lehrerschaft sehr willkommen sein wird. In einer nächsten Auflage wird der Herr Verfasser, da dieses Werk eben für Lehrer geschrieben ist, gewiss der Geschichte und Literatur des Turnens eine grössere Aufmerksamkeit schenken, als diesmal; auch die einzelnen Turnsisteme empfehlen wir seiner Aufmerksamkeit. — a. li r ledi « te Le h r s t e 11 e n. Kriiiu. K. k. Lehrerbildungsanstalt in Laibach, Stelle eines Hauptlehrers für das deutsche und slovenische Sprachfach, mit der Verpflichtung der Verwendung auch an der k. k. Lehrerinenbildungs-anstalt ; nach dem Gesetz vom 19. März 1 «7und vom 15. April 1H79 normierte Bezüge: Landesschulrat in Laibach bis 15. Jänner. — Im Schulbezirke Loitsch zu Planina zu besetzen : Zweildassige Volksschule zu Zirknitz, Stelle des zweiten Lehrers; Geh. 400fl., Wohnung; — zweildassige Volksschule zu Sairach, Unterlebrerstelle, Geh. 280 fl., Wohnung; — emkiassige Volksschule zu St. Veit bei Žilice, Lehrcrstelle, Geh. 400 fl., Wohnung; alle Bezirksschulrat Planina bis 20. Jänner. KUsstenlaiid. Zweildassige Volksschule in Kornea, Oberehrerstelle, Geh. 500 fl., Funkzions-zulage 200 fl., Wohnung; Ortsschulrat daselbst bis 20. Jänner. Kärnten. Volksschule zu St. Veit, Lehrerstelle III. Gehaltskategorie; Bezirksschulrat daselbst bis 20. Jänner. — Dreiklassige Volksschule zu Bleiburg, Lehrerstelle 111. Gehaltskategorie eventuell TJnter-lehrerstelle; Bezirksschulrat Völkermarkt bis 20. Jänner. Steierma-rli. Zweildassige Volksschule zu Stiboll (Umgebung Graz), Oberlehrertselle, Geh 500 fl., Funkzionszulage 50 fl. Wohnung; Ortsschulrat daselbst (Post Gratwein) bis 15. Jänner. — Ein-klassige Volkschule zu St. Oswald ob Eibiswaid, Lehrerstelle, Gehalt 560 fl., Wohnung; Ortsschulrat daselbst bis 20. Jänner. — Dreiklassige Volksschule zu Spital am Semmering, Lehrerstelle (wiederholt ausgeschrieben), Geh. 360 fl., Zulage 120 fl., Wohnung: Ortsschulrat daselbst bis 20. Jänner. — Im Schulbezirk Pettau sind zu besetzen : Volkschulen zu St. Marxen, St. Margarethen. St. Veit, Unter-lehrerstelleu, Geh. je 240 fl. und 60 fl. Zulage, Wohnung; dann zu Wurmberg, Unterlehrerstelle, Geh. -40 fl., Personalzulage 60 fl., Wohnung, Acker, Gemüsegarten. Wirtschaftsgebäude; zu Cirkowetz und St, Barbara, Unterlehrersteilen, Geh. je 240 fl., Personalzulage 160 fl., Wohnung, bei letzterer auch Beheizung; bei allen tritt die Gehaltsregulierung am 1. Mai 1874 in Wirksamkeit; alle Ortsschulräte daselbst 5is 31. Jänner. — Im Schulbezirke Friedau: Volksschulen zu Gross-Sonntag und St. Nikolai, Unterlehrersteilen, Geh. je 240 fl., Personalzulage hei ersterer 110 fl., bei letzterer 60 fl., Wohnung: Gehalts-fegulierung tritt am 1. Mai 1874 in Wirksamkeit; Ortschulräte daselbst bis 31. Jänner. E i ii s e n <1 c t. Dm- gefertigte Schulleiter erachtet es für seine Pflicht, dem löblichen Komite des yamisdien Schulpfennigs in Laibach für die erhaltenen vielen und schönen Lehrmittel als : eine prachtvolle Wandkarte der österreichisch-ungarischen Monarchie, ein Thermometer, eine grosse Rechenmaschine, eiu Kubikdezimeter und einen Meterstab in seinem und seiner Schüler Namen öffentlich den Dank auszusprechen. St. Veit bei Egg, am 4. Jänner 1874 Franz, Hevk. Der Getertigte hat die angenehme PHicht, im Namen des Ortsschulrates und der Schuljugend für die vom löblichen Komite des Schulpfemiigs erhaltenen Lehr- und Lern-mittel als: 2 Gros Stahlfedern, 2 Dutzend Rechentafeln, 2 Dutzend Bleistitte. 1 Ries Schreibhefte, 1 Wandkarte von Europa und 1 Thermometer —- den verbindlichsten Dank auszusprechen. Niederdorf, am 6. Jänner 1874. 3. Božja. Lehrer. Einladung' zur Pränumerazion. Mit bezug- auf den Artikel im Eingänge dieser Nummer geben wir hier die Priinumerazious-preise bekannt, die wir für den nächsten Jahrgang, wenngleich unbedeutend, zu erhöhen uns gezwungen sahen: Für Laibach: ganzjährig fl. 2'60, halbjährig fl. f-40; für die Zustellung ins Haus ganzj. 12 kr. Mit Postversenduii«-: ganzjährig h. 2-80. halbjährig fi. t-50. Alle Lehrer und Lehrerinen in Krain können mit einem Beitrage von jährlich fi. 3, der übrigens auch halbjährlig mit fl. 1-50 geleistet werden kann, dem Vereine als ordentliche Mitglieder beitreten. Herren und Damen, die nicht dem Lehrstande angehören, sowie Lehrer und Lehrerinen ausser Krain können mit einem Beitrage von mindestens fl. 3 dem Vereine unterstützende Mitglieder werden. Sowohl ordentliche als unterstützende Mitglieder erhalten das Blatt gratis. Mehrere Lehrer vom Lande haben im schriftlichen Wege auf unser Blatt abonniert, auch dasselbe zugesendet erhalten, den Pränumerazionspreis jedoch bisher noch nicht eingeschickt. Wir ersuchen nun höflichst um Einsendung des rückständigen Betrages und um gleichzeitige Bekanntgabe. ob wir in der Zuschickung des Blattes fortfahren sollen. Kimdmaclimig'. Im Schulbezirke Zwettl sind nachfolgende Lehrerstellen zu besetzen: 1. Lehrerstellen an den Volksschulen HI. Gehaltsklasse iu Grainbrunn, Waldenstein, Gr. Schönau, Unserfrau, Kirchberg a/d. Wild, Gutienbrunn, Kl. Pertenschlag, Purrath, Bernschlag, Siebenhöf, Langschlägerwald mit dem Gehalte von 600 fl., Naturalwohnung und Anspruch auf die gesetzlichen Quinquennalzulagen. 2. Unterlehrer- und Unterlehrerinenstellen an den Volksschulen II. Gehaltsklasse in der Stadt Weitra und Allentsteig und an 15 Volksschulen ITT. Gehaltsklasse mit den sistemmässi-gen Bezügen. Bewerber um diese Lehrerstellen wollen die gesetzlich belegten Gesuche im Wege der etwa Vorgesetzten Schulbehörde an den betreffenden Ortsschulrat bis 20. Jänner 1874 überreichen. K. 1*. Zwettl den 23. Dezember 1873. G'dsesas'dszsssitszszszsdSP^zsBS'dSEs^esasasasdszstiszsttas'dszszso) 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 oj Soeben erschien in neuer 3. Auflage und ist durch jede solide Buchhandlung zu ^ beziehen: • i/) I 3 3 3 3 3 3 Kursgefasste Geschichte der Pädagogik mit besonderer Berücksichtigung des deutschen Volksschulwesens. Sunücfift für ungcitcmle fieliroc und (Erjicficr J. B ö h m, Seminarlehrer. 3. Auflage. — Preis 2 Mark Reichswährung. Wir enthalten uns einer besondern Empfehlung und führen nur an, dass das Buch ul gleich nach dem Erscheinen vom königl. baierischen Ministerium unter die gebilligten Lehr-m mittel aufgenommen wurde und in vielen Seminarien Deutschlands, Oesterreichs und der pj Schweiz zur Einführung kam. Die in ganz kurzer Zeit nötig gewordenen drei Auflagen oi sind der sprechende Beweis. - uj Nürnberg. Fr. Korn’sclie Verlagsbuchhandlung, g tsSHsgsHSssgsHsgsHSHSHs-gs-asssHSHsssHsgsesHSHsgsgSHSHgasčsasgsgg) Für die Redakzion verantwortlich: Job. Sima, St. Petersvorstadt Xr. 18. Verlegt und herausgegeben vom „krainischen Lehrerverein“. — Druck v. Kleinmayr & Bamberg, Laibach