VrSnumrratiaus - Preise: Für Laibach: ^ jährig . . 8 fl. 40 kr. H ubMrig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 .. 10 „ Monatlich ... - „ 70 „ MitderPost: *-'»zjShrig............12 fl. Halbjährig............. g V'<«telj»hrig z " ' iir Zustellung inS HauS '^telj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher 4- Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion Bahnhofgaffe Nr. 132. «xpeditions- L Jnserateu» Bureau: Tongreßplatz Nr. 81 (Buch?».,, Handlung von Jg. v. mayr L Fed. Jnfertionsprei^: FUr die einspaltige Petttzchr ^ L 4 kr., bei wiederholter Ein» schaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 175. Mittwoch, 2. August 1876. — Morgen: Stephan E. 9. Jahrgang. Die Reformen in der Türkei. . Es ist an dem guten Willen Mithad Pascha'« ">cht zu zweifeln, daß er ernstlich sich damit beschäf-ugt, Reformen in der Türkei einzuführcn und die Türkei in einen modernen Staat umzugestalten; ^lilhad Pascha steht bei den Türken im Rufe eines seltenen Freiheitsgeistes. Jedenfalls wird Mithad Pascha eine Riesenarbeit zu vollbringen haben; er müßte auf durch und durch vermoderten, abgestorbenen Stamm ein lunges Reis propfen, und wir versprechen uns von solcher Operalion keine günstigen Resultate. Die Vorgänge im Ministerconseil und im Divan des Grvßherrn berechtigen durchaus nicht zur Annahme, dnk Türkei ein goldenes Zeitalter anbrechen, dem osmanischen Reiche ein moderner Staat ^ und der Gleichberechtigung aller Einwvh- w ^Hor geöffnet werden wird; insolange der Türke bl-"s, " verleugnet, wird er eben Türke eiven; ehxr dürfte es gelingen, den Papst zum oerhaupte der Freimaurer, als den Sultan zum phvstere" Rechtsstaates zu metamor- sis». Mvhamedaner hat zur Fahne des Fata-^ ästigen und volkswirthschafllichen Still-o?n , geschworen; Starrsinn und Barbarei pran-» n als Devise auf dem Fahncnbande. Es vollzogen de« M Wochen in den Prunkgemächern d, ^Herrschers aller Türken und in den nächst di Kriegsschauplätze gelegenen Orlfchaflen Greuel, oer neunzehnten Jahrhunderte zur Schande an. ^rechnet werden müssen. Dir Berichte vom Kriegs- schauplatz«: erzählen von Grausamkeiten, als: Kopf-abschneiden, Weiber« und Mädchenschändungen, Kinderabschlachlungen, Mordbrennereien u. s. w. Können bei solchen zum Him nel schreienden Thatfache» der Türkei Sympathien entgegengebracht werden? Kann in uns der Glaube und die Hoffnung Wurzel fassen, daß ein Reich, in welchem solche Schreckens-tage aufeinander folgen, für Reformen, Kultur und Humanität Empfängnis fühli? Wie der elektrische Draht uns meldet, ist Sul-tan Mur ad V. nicht mehr unter den Lebenden; die Wahl seines Nachfolgers, 'der die unglückselige Erbschaft anzutreten berufen fein soll, öffnet allen ehrgeizigen Jntriguen ein weites Feld. Als Abdul Aziz selbstgemordet wurde, vollzog sich der Thronwechsel zugunsten einer angeblich reformlustigen Partei; man kannte den Nachfolger Abdul Aziz', man fixierte ein Fortschrittsprogramm und gab sich der Hoffnung hin, Sultan Murad V. werde im Sinne des Reformprojectes regieren, er werde dem verfallenen Türkrnreiche Neues und Güte« bringen. Ein angeblich bereits vollzogener neuer Thronwechsel stellt die zu lösenden Reformfragen wieder in neuen Zweifel, Europa hat keine Garantien für die Ausführung der projektierten Reformen. Als Nachfolger Murads nennt man den Bruder Murads, Abdul Hamid, einen Prinzen, »er die bigotteste Orthodoxie des Islams vertritt, der an dem alten Glauben seiner Väter und an der Unantastbarkeit der alten Einrichtungen im Staats- und Religionswesen hängt. Von einem Manne, der veralteten Principien huldigt, sind Reformen nicht zu erwarten; ein bigotter Vereinsbruder wird sich nie dem Freimaurerorden als Mitglied einverleiben lassen. Die Türkei soll die Nachricht von dem Tode des Sultans Murad V. mit Resignation ausgenommen haben; die Mohammedaner beugen sich, wie bekannt, widerstandslos den Fügungen des Schicksals. Murad wurde den Mohamedanern als ein Stern milder Aufklärung, als ein Freund civilifatorifcher Reformen, als Träger moderner Ideen vorgestellt; Abdul Hamid wird als die Sonne des Fanatismus, als dcr Beschützer des mohamedanischen Glaubens, als getreuer Nachfolger des Propheten geschildert. Abdul Hamid wird von den Alttürken als Held gepriesen, der jedwelchen Reformen Feind ist; erfüllt Abdul Hamid nur einen Theil deö Programmes der alt türkischen Partei, dann muß Europa auf ganz außergewöhnliche Ereignisse sich vorbereiten, und die neueste Geschichte wird Erlebnisse zu registrieren haben, welche man neunzehn' hundert Jahre nach Christi Geburt n-cht mehr für möglich gehalten hätte. Die Serie der Katastrophen dürfte mit Murads Tod noch nicht abgeschlossen sein; die Freuden» feuer, welche in der Türkei aus Anlaß der Thronwechsel angezündet werden, verändern sich allzubald in Todtenfeuer. Es mag den Türken gleichgiltig sein, ob Mu> rad V. oder Abdul Hamid auf dem Throne der Khalifen sitzt, Europa jedoch muß lebhaftes Interesse daran nehmen, wer im osmanischen Reiche die Zügel der Regierung führt. Die hohe Pforte muß zeitgemäße Reformen ins Reiche einziehen lassen; wenn nicht, so wird sie den Zusammenbruch des osmanischen Reiches in nicht gar zu entfernter Zeit erleben müssen. Feuilleton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulfs. (Fortsetzung.) « «Aber was kann er Ihnen überhaupt anhaben? letzt»» "^hlen, daß Sie ihm im Spiele den da« ^ ^tnes Vermögens abgewonnen haben, ist »kg.. de« ^ird mich anklagen, ihn an den Rand .i,° Grunds geführt zu haben," sagte Waldheim, aufathmend. ''^rdltzu, Herr Baron, ich Hütte nicht ge-2 Sie eine solche Anklage fürchten. Ihre ^'llung in der Gesellschaft wird Sit schützen. Man di»« Grafen keinen Glauben schenken. Ueber- Parti, v" ^ 1° "icht gezwungen zu der varue L^rtv, welche ihn ruiniert hat. Ich erinnere ba».. - ätzten Partie noch sehr genau. Ich stehen ^ ^e Ehre, in Ihren Diensten zu Waldheim hatte sich in einen Sessel geworfen. Gewaltsam bekämpfte er seine Aufregung. „Es war eine interessante Partie, Herr Baron," fuhr der alte Spieler fort, indem seine Augen zu funkeln begannen. „Ich werde sie mein Lebtag nicht vergessen. Es stand csuatrs L yuatrs." Waldheim machle eine abwehrende Bewegung mit der Hand, als wolle er ihn veranlassen, nicht weiter zu sprechen, aber der Alte ließ sich durchaus nicht stören. Er fuhr in seiner Rede fort: „DaS Glück war auf Seite des Grasen, und es hatte den Anschein, daß er gewinnen würde. Da — errang Ihre Geschicklichkeit den Sieg." „Schweig I" rief der Cousin der Generalin von Simmern, augenscheinlich unangenehm berührt von diesen Worten, welche ihm eine Erinnerung vor dir Seele zurückführten, die er am liebsten für immer begraben hätte Der Alte that, als bemerke er nicht, welch' peinliche Wirkung seine Worte ausübten. »Mit einer seltenen Gewandtheit vertauschten Sie die unterste Karte — es war Loeur-Davle — mit einer anderen und schlugen fie um vor den Augen Ihre« Vegner«.- Zornig sprang der Baron von seinem Sessel empor. „Genug, ich will nichts mehr davon hören!" rief er drohend. Mil hastigen Schritten ging er im Zimmer auf und nieder. Düstere Wolken lagerten auf seiner Stirn und seine Stimme bebte, als er hin-zusetzte: „Ich muß klar sehen, Josef. Du warst mir immer ergeben; mir gegenüber hast du deine innerste Natur stets verleugnet, bist ehrlich und treu gewesen. Ich fordere noch einen letzten Dienst von dir, und dann find wir quitt." „Ich bin bereit, Ihnen zu gehorchen, gnädiger Herr. Als ich verfolgt und von den Polizeihäfchern wie ein wildes Thier gehetzt, mich zu Ihnen flüchtete und Sie mich schützten und als Diener bet sich aufnahmen, da habe ich es mir gelobt, Ihnen dankbar zu sein. Diesen Schwur will ich halten, so war ich ein Spitzbube bin." „Du wirst dir alle Mühe geben, die Spur de» Grafen aufzufinden. Ich vertraue deiner Klugheit." Zur Cougreßidee. Das englische Cabinet und die englische Presse wollen, wie die „Times" mittheilt, die orienta. lische Frage von einem Congresse gelöst wissen. Die „Weser-Zeitung" tritt jedoch dieser Idee in folgendem Artikel entgegen: „Ein Congreß ist möglicherweise nützlich, wenn die Parteien in der Hauptsache einig sind und es nur noch auf das Redigieren ankommt; Parteien, die Verschiedenes wollen, bietet er nur die Gelegenheit, einander in die Haare zu gerathen. Der Borwurf, den England den drei Kaiserhöfen macht, daß sie zuerst sich unter sich verständigt haben, ehe sie den anderen Regierungen ihre Vorschläge machten, ist gleichfalls nichts anderes als eine Umschreibung des Satzes: Wir spielen nicht mit. Wäre er ernsthaft gemeint, so hätte er den gesunden Menschenverstand gegen sich. Eine Großmacht kann anderen Großmächten nur solche Vorschläge machen, deren Ausführbarkeit wenigstens einigermaßen gesichert ist. Ehe sie also damit hervortritt, ist es gerathen, sich der Zustimmung derjenigen zu versichern, deren Interessen am nächsten berührt werden und deren guter Wille die erste Bedingung des Erfolges ist. Im täglichen Leben sogar handeln wir nicht anders. Wollen wir mit unseren Nachbarn etwas gemeinsam unternehmen, so klopfen wir zuerst bei zweien oder dreien an, von deren Einwilligung alles abhängt. Sagen diese ja, so gehen wir zu den übrigen. Die Cabinette haben es immer so gehalten, wenn sie etwas ernsthaft durchsetzen, nicht bloö eine Diversion machen oder Zeit gewinnen wollten. Im letztern Falle forderten sie wol einen Congreß, im elfteren verständigten sie sich unter der Hand zunächst mit einem Nächstbetheiligten. Als im Jahre 1853 England und Frankreich die Türken retten wollten, schlossen sie zuerst unter sich eine Allianz, dann luden sie andere ein, beizutreten. Einen Congreß erösfneten sie erst, als die Hauptsache entschieden war durch die Kanonen. Unser Reichskanzler hätte vielleicht es bequemer gefunden, die Sorge für den Frieden auf die Schultern eines Congresses zu wälzen, aber er hat es unpraktisch gefunden, einen Vorschlag zu machen, von dem er nicht sagen konnte, ob Rußland einverstanden sei. Es ist richtig, daß er das Einverständnis dieser Macht vor allem für nothwendig gehalten hat, für nothwendiger sogar, als dasjenige Englands. Aber uns scheint, so lange es sich um die Türkei handelt, hatte er darin ganz recht. Wäre statt einer türkischen eine belgische Frage zu regeln, so würde er vielleicht zuerst in London angefragt haben. Eine einzige Erwägung genügt, die Idee eines CongresseS zur Zeit zu verwerfen. Soll der Congreß Ver» treter der Aufständischen zulassen? Rußland würde es fordern. Schon diese Vorfrage würde den Streit entflammen, den man dämpfen will!" „Ist der Graf allein hieher gekommen, Herr Baron?" Waldheim zögerte einen Augenblick mit der Antwort. „Wie der Rath Lefeld behauptet, soll seine Tochter mit ihm aus Aachen entflohen sein." Der Alte streifte mit einem forschenden Blick das Antlitz des Barons. Er machte die Bemerkung, daß Waldheim die Lippen fest aufeinander preßte, al- wolle er ein schmerzliches Gefühl in seinem In. mrn mit Gewalt bezwingen. „Wenn Graf Thurneck wirklich hier ist, so werde ich seinen Aufenthaltsort binnen kurzer Zeit entdeckt haben. Aber wenn ich ihn nun gesunden habe, was dann?" „Was dann geschehen soll, wirst du später erfahren. Vor allem aber hüte dich» jemanden in unser Geheimnis einzuweihen. Setze dich zu mir. Wir wollen überlegen, auf welche Weise wir der drohenden Gefahr Vorbeugen und den Grafen unerkannt au« der Stadt sortschaffen, denn so lange er sich hi« verborgen hält, bin ich nicht ruhig. Politische Rundschau. Laibach, 2. August. Inland. Der „Pester Lloyd" konstatiert, daß die leitenden Kreise Oesterreichs bisher in der orientalischen Frage eine selbstlose Haltung beobachtet haben. Nie und nirgends seien ernste JnterventionS- oder Occupationsideen zur Herrschaft gelangt, obschon türkenfreundliche, speciell englische Kreise die Intervention Oesterreichs gern gesehen hätten, da die Jnsurrection dadurch längst zum Stillstände gebracht wäre. Die Aufrechthaltung des Lt^iW yuo liege im entschiedensten Interesse der Monarchie, könnte jedoch nicht als unabänderlich gelten. Angesichts der Möglichkeit einer neuen Staatenbildung an unserer südöstlichen Grenze kann man vor allem die Absorbiermig Bosniens durch Serbien ohne Gefährdung der vitalsten Interessen nicht dulden. Die hierüber aufgelauchlen Besorgnisse seien heute geschwunden, die Lage habe sich vollkommen geändert, heute gebe es keine Aggressivpolitik, die man unseren leitenden Kreisen, welche allen bisherigen diesbezüglichen Verlockungen widerstanden, zu-muthen darf. Die Grundsteuerregulierungsarbeiten schreiten vorwärts. Die ReichSraths-Abgeordneten Stockert aus Kärnten und Baron Spens aus Schlesien mit dem Herrenhausmitgliede Graf Belruptals Mitglieder dieser Centralcommission befinden sich in Grund st euerregulierungS-Angelegen, heilen auf einer Bereisung des Küstenlandes, Tirols und Vorarlbergs. Wie der „P. Lloyd" erfährt, kann die neue Bankorganisation nicht vor l. Jänner 1878 ins Leben treten, da nicht anzunehmen ist, daß die beiden Regierungen mit den Legislativen und der Bank früher ins Reine kommen. Unter den Vorlagen, welche den Parlamenten im September zugehen, werde sich der Entwurf des neuen Bank-statuteS aus obiger Ursache kaum befinden. Dagegen werde das neue Quotengesetz blos eine Abänderung wegen der Steuerrestitution enthalten. Dem Entwürfe des Zoll- und Handelsbündnisses liegt der Anhang der neuen Bier«, Zucker- und Branntwein-steuer zugrunde. Im leibnitzer Wahlbezirke hat sich ein Comitö gebildet, welches einer demnächst nach Leibnitz einzuberufenden Wählerversammlung mehrere aus den Ausgleich mit Ungarn bezügliche Fragepunkte zur Berathung vorlegen und den Antrag stellen wird, diese Fragen schriftlich an den ReichSraths-Abgeordneten Dr. v. Stremayr mit der Aufforderung abzusenden, entweder dieselben zu beantworten oder aber sein Mandat niederzulegen. Die großen Anstrengungen der ungarischen Polizei, die äußerst geheimen hochverrätherischen Umtriebe der ungarischen Südslaven aufzudecken Doch zuvor sende deinen neuen Schüler fort. Wir müffen ungestört sein." Der alte Spieler befolgte den erhaltenen Befehl, er schickte Herrn von Norberg fort und kehrte dann zurück. Erst nach mehreren Stunden, als bereits der Morgen graule, verlies Waldheim die Wohnung seines ehemaligen Dieners, wie es schien, mit erleichtertem Herzen. III. Fast in allen größeren Städten bewohnen die reichen und armen Klaffen der menschlichen Gesellschaft verschiedene Quartiere. Es ist gleichsam rin Jnstinct, welcher sie von einander trennt, als wollte er eine Collifion der beiderseitigen Neigungen und Gewohnheiten vermeiden. Jn'S Auge fallend ist dies besonders in Weltstädten, wie Paris oder London, wo die Armuth ganze Stadttheile inne hat. In solchen Städten finden wir dir Mittelklaffe schwach vertreten, e» gibt nur rriche oder arme Leute. Da» letztere war zwar nicht ganz in der Stadt der Fall, in welcher unsere Erzählung fich ereignet, aber «rmuth und Reichthum waren doch und der gebührenden Bestrafung zuzuführen, sind, wenigstens äußerlich, von Erfolg begleitet. An Ver-Haftungen fehlt es nicht. Ausland. Die Generalversammlung des deut« schen Eisenbahnvereines wurde am 31. v. M. in München mit einer Ansprache des bäurischen Ministerpräsidenten v. Pfretschner eröffnet. In politischen Kreisen Berlins hält man gegenüber den Auslassungen der „Weser Zeitung" den Glauben fest, daß nach dem ersten entscheidenden Schlage auf dem serbisch-türkischen Kriegsschauplätze die Einberufung eines internationalen Congresses erfolgen werde. Die französische Kammer genehmigte daS gesammte Budget des Unterrichtsministeriums und wird sofort das Kriegs budget in Berathung ziehen. Der Se, at nahm die für die Ministerien des Krieges und des Innern pro 1875 beanspruch» ten NnchtragScredite an. Der radicale Deputierte Casse wird in der Kammer die Ausführung der Ordonnanz vom Jahre 1828 bezüglich Au sw ei« fung der Jesuiten beantragen. Der klerikale „CzaS" schreibt, die Pforte sei entschlossen, nach errungenem entscheidenden Siege Bosnien, die Herzegowina und die Suzeränetät Serbiens an Oesterreich abzutreten. Den diesbezüg» lichen türkischen Antrag habe zwar Andrassy entschieden abgelehnt, er finde aber bei einer ändern einflußreichen Seite Anklang. Vom Kriegsschauplätze. ES wird eine Schlacht beiVukjidol geschlagen. Mukhtar Pascha ist bei Bibi umzingelt; fast sämmtliche türkische Offiziere wurden gefangen. Die Montenegriner verloren an Todten und Verwundeten 200 Mann; kein Oberoffizier wurde gefangen. OSmanPascha hat die serbischen Truppen bei Veliki Jzvor aufs Haupt geschlagen und seine Positionen bis an die Grenze vorgeschoben. Abdul Kerim Pascha ist mit dreißig Bataillonen in Karaula (nordöstlich von Belgradcit und gegenüber von Zajcar) eingetroffen. Der Kampf zwischen der Centrum Armee und den Serben hat begonnen. Aus Thessalien wird gemeldet, daß eine g rie ch ische Freischar von mehreren hundert Mann die Grenze überschritten habe. Der türkische Gesandte in Athen hat in freundschaftlichem Tone Börstel-lungen erhoben. Vom Aerzte-Vereinstage. Der zweite österreichische Bereinstag hielt am 31. v. M. seine erste Sitzung; anwesend waren 126 Delegierte, welche 6000 Aerzte vertraten; Zahnarzt Paichel aus Laibach sungierte als Schristsührer des Bureaus. auch hier streng von einander geschieden. Der Adel und die Beamtenwelt, welche die Hauptiheile der Bevölkerung bildeten, bewohnten natürlicherweise die besten und elegantesten Straßen und halten sich be-sonders in dem Stadttheile niedergelassen, in wel» chem das Schloß des regierenden Fürsten lag. Die wohlhabenderen Kausleutc und Handwerker schlossen diese Stadttheile von allen Seiten eng ein, als wollten sie eine Berührung der reichen und vornehmen Re» sidenzbewohner mit den untersten Schichten der Bevölkerung vermeiden, welche in einem etwas niedriger gelegenen Stadttheile ihre Behausungen hatten. In diesen Stadttheil führen wir den Leser, und zwar in eine Winkelgaffe, deren kleine, niedrige Häuser oder besser Hütten sich so dicht gegenüber standen, daß ihre Giebel fast einander berührten. In der hellsten Tageszeit herrschte hier eine unge« wisse Dämmerung und in der Nacht strahlte eine einzige Laterne mit zerbrochenen Scheiben, welche am Eingänge der Straße stand, kaum so viel Licht au», als man bedurfte» um die Straße ungefährdet passieren zu können. (Fortsetzung folgt.) Dr. Kaulich aus Prag referierte über die Organisation des ärztlichen Standes und deren Verhältnis zum öffentlichen Sanitätswesen. Die Versammlung nahm folgende Anträge an: „1. Sämmtliche Aerzte eines Kronlandes ohne Unterschied bilden eine Aerztekammer. 2. Die Vertretung der Kammer besteht je nach dem Vediirsnisfe der einzelnen Länder aus einem einfachen oder gegliederten, engern oder weitern Ausschüsse, aus dessen Mitte durch Wahl des Ausschusses der Obmann hervorgeht. 3. Zum Behuse der durch geheime Wahl zu entsende», den Aammervertrctnng sind Bezirke zu bilden, deren Ab< «renzuug mit Rücksicht auf die besonder» Verhältnisse der ^»zelnen Länder aus (Lrund der Wünsche der maßgebenden Korporationen und Vereine im Verordnungswege festgestellt ist. 4> Rechte und Pflichten der Kammer: k) Dieselbe bildet die legale Vertretung des ärztlichen Standes eines Krön-landes; b) sie erhält das Recht, in allen allgemeinen Stau-desangelegeiiheiten, bevor dieselben dcr gesetzlichen Behandlung und Executive unterzogen werden, gehört werden zu Müssen; c) das Disciplinarrecht auf Grund einer im Gesetzes-u>ege zu erlassenden Disciplinarverordnnng; <1) das Recht, eigenen Wirkungskreise und mit Hilft der Kammermit-glieder jene Vorkehrungen zu treffen, welche geeignet sind, die allgemeinen hygienischen und Standesverhältnisse zu er-^rschen und, hieraus fließend, das Recht der Initiative in °llen Standes-, Sanitäts- und hygienischen Angelegenheiten, urch Anzeige, Vorschlag und Antrag, welche behördlicheres der geeigneten Behandlung zu unterziehe» sind; v) das echt, „ach Abänderung des Gesetzes vom 30. April 1870 M^^"^cssaintätsrath eine entsprechende Anzahl von >g ledern zu entsenden; k, das Recht, die Mittel zur Be-I ei ung der Kammerbedürfnisse durch Umlage aus die Kam-^Mitglieder zu erbeben » Zur Tagesgeschichle. ^ ^Postdiebstahle in Preßburg wird reii« ?Diebe, die Brüder Hegyi, in Raab de-«e»ol>,/n- Preßburg gebracht wurden. Alles ^ Geld wurde bei ihnen vorgefnnben. En > ^ r > e g s k a r t e n. Aus Wien wird berichtet, daß g and und Rußland bei dem militär-geographischen Jn->' ut in Wien bedeutende Bestellungen auf Karten der uörd-«hen Türkei machen. — Klericale Unduldsamkeit undHerrsch->ucht. gu Schruns in Montavon ist am 26. v. M. der ^Wbekaniue, rechtschaffene uud als ehrenhaster Mann allent-^ geachtete Joh. Jos. Zudrell, gemeinhin „Schmidli" ^enannt, gestorben. Der „Feldk. Ztg." berichtet man, daß Ab ^"gere Zeit krank war und daß der Arzt noch am de/« ^ ^ineui Tod bei ihm gewesen sei, den Zustand Iud ^doch noch als keinen bedenklichen erklärt habe, lich ^ b ^ ^ ^"rb jedoch in der darauffolgenden Nacht plötz-und sich'zum Pfarrer (Stamens Bell) begab °>e Läutung der Sterbeglocke rc. begehrte, erklärte der vhne^' " weder die Sterbeglocke läuten, noch könne find ^^e Erlaubnis ein kirchliches Begräbnis statt-qelei*"' Verstorbene habe im Leben fchlechte Bücher unv i Ichlechte Ansichten gehabt und sei nun auch ^ch einer äestorbeu. Es läßt sich denken, daß der Fallen Gleich» °*^>"°inbe ^ ungeheuerste Aussehen machte. berichte, Bevölkerung von Schruns, wie weiter schafse»»,,^!'' dem richtigen Taktgefühl einem recht. »r»rn tag den 28 - n-« , ' "Uli santz vas Leichenbegängnis des Verbliche rger gegenüber nicht abzubringen, am Frei rien ob i»nd das Leichenbegängnis des Verbliche- Betheilwü° geistliche Assistenz unter sehr großer Zudrell w ^iah und Fern in feierlichster Weift statt, hatte ab ^ "^Erdings ein Mann von liberaler Gesinnung, gar sein Sonntag die Kirche besucht. Es war daher zu /«rund vorhanden, ihm ein kirchliches Begräbnis »Nkomm"^" Wenn es die Gesalbten aber aufS äußerste einem muß man ihnen zeigen, daß man diger W - "erstorbenen Todten auch ohne sie in wllr-^ewobn Ruhestätte zu bereiten versteht. Der «"ennun ^*runS gebührt alle Ehre und »n- ^ Zu Gö«,!^ humane und taktvolle Handlungsweise, d. M ^ , d ^ in Vorarlberg wurde am Sonntag den Wften T'horia»,, ^ Kirchenplatz« dom Gemeindevorsteher, einem Decret ^ herrschsüchtigen Pfarrer, Knecht, ein ' "S'sähr folgenden Inhalte», publiciert: ES ist zu Ohren gekommen, daß Bürger von Götzis sich während des Gottesdienstes in Wirthshäusern aushalten. Um diesem nun Einhalt zu thun, wird von heute a» jeder Bürger, den der während des Gottesdienstes visitierende Gemeindediener in einem Wirthshause antrifst, mit ein Gulden und der betreffende Wirth mit zwei Gulden Straft belegt. Mal- und Provinzial-Augelegenyeiteu. OriZinal-Correspondrn?. Treffe», 30. Juli. Im Dorfe Tihaboj, Pfarre Heili-genkreuz-Thurn-Gallenstein, verübten einige vom religiösen Fanatismus ergriffene Bauern einen Gewaltact ganz besonderer Art, sie demolierten nemlich die Fruchtscheuer des Grundbesitzers Godec vulgo Osredkar, welche bisher durch mehr als 50 Jahre im ungestörten Besitz des Godec war. Als Beweggrund der Deuwlierung wird angegeben, daß diese Scheuer den Anblick der dort bestehenden Filialkirche von der Straße aus hindert und Godec selbe nicht wegräu-men wollte. Diese Gewaltthätigkeit wurde dem k. k. Bezirks-gerichte Treffen angezeigt, welches den Thatbestand bereits erheben ließ. Bei dieser Filialkirche wurden neue Glocken angefchafft und jeder Bauer mußte zu diesem Glockenankaus einen Betrag von 30 fl. beisteuern — bei Einhebung einer Umlage von 10 fl. für Schule und Lehrer wird ein Höllenlärm gemacht —, auch Godec leistete den Betrag von 30 fl. Die dortigen Kirchenvorsteher begaben sich nach diesem Vorfälle zu Godec, gaben ihm die Glockensteuer pr. 30 fl. zurück, läuteten die neuen Glocken zum Zeichen, daß Godec von der Theilnahme des Glockengeläutes für immer ausgeschlossen sei, und üblen so einen Act der Excommunication über Godec und seine Familie. Ist es nicht empörend, solche Thatsachen verzeichnen zu müssen? Liegt Kram im civilisierten Europa oder im Lande der Wilden, in Indien ? Wem sollen wir derlei Gewalt-acte zuschreiben - Von der Kirche, von dem KleruS soll Friede, soll Ausklärung ansgehen, und ich werde nicht irregehen, wenn ich behaupte, daß der Vorgang gegen Godec nur klericaler Hetze entstammt. — (Personal nachrichte n.) Die Herren Supplenten Emanuel Ritter v. Stander und Anton RaiL wurden zu wirklichen Lehrer» au der hiesigen Oberrealschule, und der bisherige Oberuiarkscheider in Przibram, Herr Adolf Plaminek, zum Oberbergverwalter in Jdria ernannt. — (Oberste Re ch nnngörevifion.) EineLom-Mission des obersten österreichischen Rechnungshofes, bestehend aus den Herren Hvfrath Fellner Ritter von Feldegg und Rechuungsrath Bla sch aus Wien, befindet sich seit einigen Tagen in Laibach und beschäftigt sich mit der Revision des Rechnungsdepartements in Angelegenheiten der politischen Verwaltung. — (Die Liedertafel), welche dcr Männerchor der philharmonischen Gesellschaft Samstag den S. d. abends im Garten der Lasinorestauration arrangieren wollte, wird infolge eingetretener Verhinderung des ersten Sängers, Herrn Razinger, aus Sonntag den 3. September l. I vertagt. — (Ein Act roher Thierquälerei.) Gestern wurde in der Wienerstraße nächst dem Hotel „Europa" ein Ochs stützig und wollte nicht weiter gehen. Der dieses Rindstück treibende Landmann ersann -in teuflische« Mittel, um das renitente Thier zum Weitergehcn zu zwingen; er zündete nemlich unter dem Schweife des Ochsen einen Strohwisch an. So geschehen im Jahre des Heiles, der Volks-auskiärung und Humanität, cmtuusend achthundert siebzig und sechs Jahre na» Lhristi Geburt! Dieser Act der Roheit erregte allgemeines AergerniS. — (DaS Waldhorn-Quartett), welches dem-nächst auch in Laibach concertiereu wird, veranstaltete vor einigen Tagen in Graz zum Bortheile der hinterlafsenen Familie deS ehemaligen, hier wohlbekannten Militärkapellmeisters Herrn Georg Schantl ein Loncert. Die Familie besteht aus der Witwe und vier unversorgten Kindern, welche sich in mißlicher Lage befinden sollen. --(Hagel und Wolkenbrüche) richteten in der letzten Woche in Krain und Kärnten großen Schaden an. In KSrnten, namentlich in St. Donat, ging ein Wolkenbruch nieder, der Mühlwehren zerriß. — (Der Liren« Sidoli) erfreut fich in Kla» gensurt anhaltend guten BefacheS und grotzr» Beifalles. — (DaS Bestkegelscheiben „beim Steru") zum Bortheile des Buchdrucker-Unterstützungsfondes verläuft in recht animierter Stimmung; bis gestern wurden 500 Serien geschoben. — (Die Militär.Musikkapelle) desJnfan-terie-Regimentes Erzherzog Leopold spielte gestern bei der im Koslergarten stattgefundenen Offiziers-Soiree. — (Eine Wolfsjagd) wurde am 27. v. M. von Jägern aus Eifenkappel und Vellach veranstaltet. Die Jäger zogen gegeu Trögern, Zell, Weibisch, Seeland, Kanker und Neumarktl (Krain) gegen die Ankoalpe; leider war an diesem Tage in diesen Gegenden kein Wolf zu sehen. Der Mangel vo» zu Wolfsjagden dressierten Hunden mag an dem ungünstigen Jagdresultate Schuld tragen. — (Berichtigung.) In der gestrigen Nummer, auf der 4. Seite, in der 3. Zeile von oben herab soll es anstatt materieller „Gebarung" richtig „Unterstützung" heißen. — (Die istrianer Bahn) soll am 18. d. M. eröffnet werden. Aus Pistno wird der „Presse" berichtet, daß selbst nach Eröffnung der Bahn noch viel Arbeit wird aufgewendet werden müssen, um die Bahn vollständig ausgebaut und ausgerüstet übergeben zu können. Denn, wie bei einer jeden Bahn, so ergibt sich auch hier die Nothwendigkeit für größere Nacharbeiten. So ist beispielsweise die Dammrutschung bei Rospodolitza noch nicht vollständig zum Stehen gebracht und auch anderweitige, mitunter nicht unbedeutende Damm- unv Einschnitt-Verbesserungen werden nicht vermieden werden können. Im allgemeinen ist aber die Bahn, was den Unter- und Oberbau betrifft, total fertig. Der Oberbau wurde vor etwa fünf Tagen, d. i. am 22. v. M>, auf der ganzen Linie geschlossen, waS denn auch ermöglichte, daß am 23. v. M. auf den Strecken Lupoglava-Rozzo-Pin-guente und Luposlava-Lerouglie schon die ersten Schotterund Materialzüge verkehren konnten. Die Telegraphen-Leitung, die Zugbarrieren und die Hochbauten werden bis zur Eröffnung fertig werden. Bon den Wasserleitungen dürfte blos die Station Rozzo im Rückstände bleiben. In diefer Station wird eine der größeren Wasser-Vorrichtungen angebracht. Den Betrieb der Bahn wird die Südbahn sühren. Wie uns heute von einem hier anwesenden, auf diefer Bahnlinie bestellten Lantinenwirthen mitgetheilt wurde, verwenden Ingenieure, Arbeiter und Gewerbsleute allen Fleiß, daß der Eröffnungstermi» eingehalten werden kann. Walddevastation. (Schlug.) Diese Zustande treten am grellsten auf in Gegenden, wo Eisenbahnen und Bergwerke gebaut und erschlossen, neu eröffnet worden sind. Da fchmilzt der Wald zusehends, und ein'Eigenthümer unterbietet den ändern, um seinen Hochwald loS zu werden und dafür rasch Geld einzuheimsen. Von diesem Gesichtspunkte aus ist deshalb die Eröffnung einer neuen Bahn keinesfalls immer gleichbedeutend mit einem Segen für den Landstrich; sie könnte eS sein, wenn daS Volk gebildeter wäre, die Gesetze und Einrichtungen mit dem Zeitgeiste gleichen Schritt gehalten hätten; dies ist aber nicht im geringsten überall der Fall. Den im letzten Jahr-zehnt im Walde angerichteten Schaden auch nur halbwegS wieder gut zu machen, dazu gehört ein Menschenalter angestrengtesten Fleißes. Eine andere, ebenfalls häufige Methode der Verwüstung besteht im langsamen, aber sicheren Vernichten. Einige Sympathie zu dem vom Vater ererbten Walde, auch manchmal ein gewisser Ehrgeiz, gemischt mit Furcht vor der Behörde — die fich übrigens der Bauer, nicht zu seinem Vortheile und Besten, von Jahr zu Jahr immer mehr abgewöhnt, da er den Staat eigentlich vorzugsweise alS Steuer-Maschine ansieht, weil er ihn am meisten von dieser angenehmen Seite kennen lernt, — welche ihm aber doch etwa noch Querelen machen könnte, hält ihn vom summarische» Verfahren ab. Dies hindert ihn aber keineswegs, allmälig einen Baum nach dem ander» zu holen, und wer merkt e» oder wehrt eS ihm, im Lause der Zeit sein elendes GebirgS-feld immer größer und den Wald immer kleiner werden zu lassen I Aus diese und die oben geschilderte Weise gehen in hiesiger Gegend alljährlich viele hundert Joch Grund dem Walde sür immer verloren. Da» ist im ganzen genommen Wesen und Sang »er Verwüstung, die schon arge Verhältnisse angenommen hat und stetig sortschreitet. Belehrung und behördliche Verordnungen sind gegen solche Vorgänge zur Zeit nabe;» wirkungslos. Nur ein vollständiger Umschwung in der Forstgesetzgebung, die der Beschränktheit, der Faulheit, der Habsucht und der Noth einen Riegel vorschiebt, nur das kann Helsen I Die Gesetzgebung aber soll den Besitzern, respective dem Volke nicht immer nur Lasten und Pflichten, sie soll ihm auch Bortheile gewähren, die dann der Einzelne im eigenen Interesse hochhält und verfolgt. Ein Mittel zur Abhilfe muß gesunden werden! Einige Vorschläge zur Abhilfe sind deshalb wol am Platze. Man gebe ein Rcichsgesetz, welches die gemeinschaftliche Bewirtschaftung aller kleinen Forstflächen — soferne sie nicht im Besitze des Großgrundbesitzes sich befinden oder bereits durch rationelle Bewirthschaftnng forstmäßig gepflegt und beaufsichtigt werden und zusammenhängende, ausgedehnte Flächen bilden — zwangsweise gebietet, und zwar nach folgenden Grundsätzen: Eine oder mehrere waldbesttzende Gemeinden treten zusammen zur gemeinschaftlichen Bewirthschaftnng ihrer Waldungen. Der Waldbesitz des Einzelnen sowie der der Gemeinde, ebenso alle wem immer gehörigen, zur Forstwirthschast sich eignenden öten Flächen werden unter Aussicht des Staates von einer unparteiischen Commission nach Lage, Boden-beschaffenheit, Bestand und Ertrag geschätzt und zu einem Ganzen vereinigt. Der Werth deS betheiligten kleinsten Eigenthums, des geringsten Besitzes gibt die Einheit, und cs werden den derzeitigen Besitzern nach Maßgabe ihres Waldeigenthums Antheilscheine ausgestellt nach Art der Kuxe im Bergwesen, nur ohne Beschränkung der Anzahl, welche eben in jedem gegebenen Falle eine andere Höhe haben muß, die auf den Besitzer lauten und in einem anzulcgeuden Forstgenossenschaftsbuche angemessen einzutragen wären. Die Errichtung solcher Forstgenossenschasten, die Führung der behördlichen Bücher, die eventuelle Trennung des Waldes vom Feldbesitze durch besondere Aemter und Bücher, ferner ob der Antheilschein nur auf den Ertrag oder auch aus den Besitz des Grundbodens gelten soll, ob und unter welchen Bedingungen die erwähnten Anlheilscheine srei veräußerlich oder verpsändbar sind oder nicht, muß für jetzt eine offene Frage bleiben und wäre lediglich Sache der Zweckmäßigkeit. Der einzelne Besitzer hat von nnn an kein wie immer geartetes Borrecht mehr auf die ausschließliche Nutzung seiner früheren Waldparzellen, sondern nur noch auf das Ganze; denn die gesammte, nunmehr ein einheitliches Wirthschastsgebiet schaffende Waldfläche bildet fernerhin einen untheilbaren Lomplex nach Ait des Gewerkschaftsbesitzes im österreichischen Bergwesen. Die Berwaltung der zusammengelegten Waldungen, als ein Ganzes in Schläge eingetheilt und nach und nach den Charakter seiner bunten Zusammensetzung verlierend, steht unter einem vom Staate geprüften, von der Forst» genossenschast gewählten und bezahlten, von der Regierung bestätigten Forstmanne, dem ein Aussichts- und Beirath von mehreren gewählten Mitgliedern der Genossenschaft zur Seite steht. Diese leiten Abtneb und Aufforstung, An- und Verkauf nach den periodischen Beschlüssen der Gesammtheit der Besitzer im Sinne des Forstgesetzes. Nutzen und Rosten werden nach Maßgabe der Ber-antheilung jährlich unter die Besitzer getheilt. Solchen Forstgenossenschasten würde es nicht schwer-fallen, Kapitalien zur Verbesserung, Wiederausforstung oder Bewaldung öde liegender Flächen gegen billigen Zinsfuß und entsprechende Amortisation zu erhalten. Den Forstmännern, welche jetzt im großen Ganzen gering dotiert find — wenn auch in Oesterreich minder wie anderwärts — würde eine gute Zukunft eröffnet, ihr Wissen, Fleiß und ihre Thatkraft würden fruchtbaren Boden zur Entwicklung finden, und ihr ehrenwerther, so eminent wich tiger, beiweitem noch lange nicht genug gewürdigter Stand könnte sich von jenem Leibjäger- und BüchsenspanNerthnm emancipieren, jener widerwärtigen Mischung von Jäger und Lakai, welche nicht wenig dazu beiträgt, den gesammten Forstberus zu diskreditieren. Denn Forstmann und Jäger sind sehr verschiedene Begriffe, und es ist höchlich zu bedauern, daß «an in dem elfteren so häufig noch tkkk den letzteren zu sehen gewohnt ist. Das Forstwesen müßte durch die richtige Ausführung dieser Grundsätze einen ungeahnten Aufschwung nehmen und der Nationalwohlstand sich bedeutend vermehren durch eine zweckentsprechende Kultur der vorhandene» Mafien von öden Flächen. Der Widerstand gegen die Durchführung eines solchen Gesetzes wäre indeß voraussichtlich beträchtlich, und eS würden eine geschickte Hand, eine vorurtheilssreie Natur und eine gute Dosis Energie dazu gehören, ihn zu brechen. Witterung. Laibach, 2. August. Abwechselnde Bewölkung, schwacher ONO. Wärme: morgens 7 Uhr 21 0", nachmittags 2 Uhr -s- 25 5° 6 (1875-t-23 S-, 1874 , 26'3° 6.) Barometer 736 07 mw. Das gestrige Tagetmiu-l der Wärme -s- 215", um 1.7" über dem Normale. Augelvmmene Kremde am 2. August. Hotel Llaüt Wteu. Keber, Reis.; Kleines, Mitglied der Hofkapelle; Mailänder mit kochter; Eisinger, Privat; Sturmberg; Hecht und Rümel, Üfl, Wien. — Antonac; Wazl, k. k. Oberstlientenaiil, und Ovin, Triest. — Graf Thurn, Herrschafts-Besitzer, und Gras Thurn Hyaciuth, RadmannSdorf. — Jug, Littai. — Derka, Professor, «rain. — HSHruul, Privat, Kralitz. —'Schenk, Privat, Sagor. — Reitschenbach sammt Frau, Schneeberg. Mad. Paulin, Unterlrain. — Toth, kassier, Budapest. — Toetl, Gratz. — Grünreich, Ponowilsch, Hotel Elefant. Dana, und Rauer, Udine. — Bencel, Beamte, Grotz. — Baclavik, Braumeister, Seuosetsch. — Puntigam, Beamler; Glaser, Kfm., und Leibzieg, Reis., Wien. — Sctimec Alois, sammt Gattin, Ober-krain. Hotel Europa, ^erni Joses; Cerni Wilhelm, u. Kaschier, Handelsm., Triest. — Lubbe, Schwerin. — Burkhard, Zürich. — Couvaud Auua, Silberwaren-Fabrikanti», Wien. Tolleuris, Görz. — Greifenhagen, Berlin. Mohren. BreSko Maria, u. Klabic, Triest. — Spiudler, Gratz. vatertscher Hos. Franchetti, und Tentaua Karl, Triest. Bernald, Klageusun. — Lader, AaLuianiisdors. — Lau-öaric, Beamte, Selce. Kaiser von Oesterreich. Testin, Sagor. Sternwarte. Terkek, Krakau. — Pucel, Laschiz. — Schin-kovec, Marne, Stadt Laibach. Stampsan, Agent, Graz. — Sennik und Verstorbene. Den I. August. Anton Kirchbanmer, Zioäiigling, 40 I., Zwangsarbeitshaus, Dysenterie. Todtenstatistik. Im Monate Juli 1876 sind 65 Personen gestorben; davon waren 38 männlichen und 27 weiblichen Geschlechtes._ Gedenktafel über die am 5. August 1876 stattfindmdrn Äci. tationc». 3. Feilb-, Dermastja'sche Real., Jesca, BG. Laibach. -- 3. Feilb., Cesuovar'sche Real., Bake BG. Laibach. — 3. Feilb , Pirc'sche Real., Sredujavas, BG. Laibach. 3te Feilb., Vidic'sche Real., Salog, BG Laibach. — 2. Feilb., Polajner'sche Real., Uuterlauker, BG. Krainburg. — 2te Feilb., Butiu'sche Real., Podlipa, BG. Oberlaibach. — 2te Feilb., Poznik'sche Real., Kropp, BG. Radmannsdors. — 2te Feilb., Salokar'sche Real. St. G. Möttling, BG. Möttling. — 2. Feilb., Zevuit'sche Real., Drnlonk, BG. Krainburg. — 1. Feilb., Äette'sche Real., Dolenie, BG. Wippach. — 3. Feilb., Paois'sche Real., Senosetsch, BG. Seuosetsch. — I. Feilb., Sajovic'sche Real., Sajouke, BG. Senosetsch. — 1. Feilb., Zrlko'sche Real., Sajorke, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Kotmann'sche Real., KleinmraSna, BG. Laibach. — 2. Feilb., Podrzaj'sche Real., Pöndors, BG. Laibach. Ein grüner Papagei kleinerer Gattung ist entflogen, und eS wird ersucht, denselben gegen gute Belohnung beim .weißen Rössel" abzu-____________________________________(420) Großer von (407) ö-3 Glas, Porzellan und Steingut wegen Lokalveränderung zü herabgesetzten Preisen. Wen Markt Haus-Nr. 23. Ein Eckgcwöllie im Hotel„ud mehrere elegant ausgestattete Wohnungen werden vermiethet (419) 2 -l Krainische Baugesellschaft. Natürliche lmernkrvä^er aller Art (282) 24 von ganz frischer Füllung sind stets zu habe» bei Mer Laßnik. 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Ungar» «eldi SS SS! «8 90! 10S-7S m-so II«-- iso— 7» 25 7S-- »nglo-Bank .... Lreditanstatt .... Lepofltenbank. . . Sicomvte-ilnftalt. >anco-Bank , . . andelSbank.... alionalbank . . . Oest. Bankgesells. . ttnion - Bank .... Aerlehr«bank. . . . «lsöld-Bahn . . , Karl Ludwigbahn . »ais. Ms.-Babn . «ais. yr, Iosessb . et-attbah» .... Südbahn............. Ware SS-Sd! «g I« t„7-sv tlL — IIS so 1S0S0 ! Geld W°« .Allg. oft. Bod.-Sredit.,ios so ic^.^ dto. in K3 ...............«a 89 —' »7 5» SS'»» 74-7S 75-7S 7t «0 718» 110 7» 140 8, 1i7 «7»-- 8SS- S8-- 8».— tv0 IS»- 857-- S8-»b 8HS« lvo-so 1S7ÜS 197 5V 1SL — I5iS0 t^g — tSU-«7».—!»7S-5V 71'25> 7Si0 Nation, ö. W Ung. Bod.-Lreditanst. »7 ÜS 8Si!ö rrtortt»t»-0d1. gran, Ioses«-Bayn . Oest. Nordwestbahn . Eiebendürger .... SlaatSbahn Südb.-Ges.zu S00 gr. dto. Bons 8850 84'80 «t-- tir so 1,0«« Sredit - Lose Rudolf« - Lose .... ISS-— is so ^vvL». (3Mon.) ÄugSkurg tvo Mart Krault, roc Mark. . Hamburg „ „ London io Psd. Sterl. Pari« 100 Franc» . . 61-10 kl ro St t» IiS 80 1» SS LLiutLSL. Kail. Münz-Dncaten W-Kranc-stück . . . . Preutz. Lasse,ischeine. Silber . . S-Si g-99 Sl-iS 101-so 88'7i 8S-- «ti» St»« siro sli" 1jS>0 S-S5 Telegraphischer Lursüericht ier-Rente 65 6o"-' Silber^Rentk 69--------- StaatS-Anlehen 11140. - «ankactien 858. — «redit ^ - London 125 30. - Silber I01K5 - «. k. «Ms, dukaten 5 92. — LO-Kranc- Stücke 9 94. — 100 AM mark 61 SS. - Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.