EINZELPREIS: woehtalafi If Hfl Samstag Soiyit^g 1$ |Kpf Dlurbtttgtr Teilung Amtliches Organ d • s Steirlschen Heimatbundes Verlag und Schriftleitung: Mfrburg t. <1. Drau, Ua^ffas^i Nr. 6, Fcrnnit: 25-6'( ^.rscheml wöchentlich »echsniai als Morgenzeitung (mit AusRahmt der bonn. ttna 294li 18J0 UHr tS( ite ^hriftleitung nur lut l^trnrut Nr. 28-ti') reiertage) Bezu£;sprei8 (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.1U etntchl. Hottge- erreicHliar* — Unverisngte Zuschritten werden nicht rückgesandt. — bei bei Lieferung im Streifband zuzügl. Porto; bei Abholen in der Ueschlttostelle Anm^fi IM iai Mfiekporte beiiQleien. — PoitschecIckPnto Wien Nr. 54.6Uä — Altreich durch Post monatlich RM 2.10 zuzügl. 36 Kpt Zustellgebühr ytr. 912 9Rar6ura-Drau, 9ftontafl, lo. 3lugu|l 1942 82. SoOrgong Gresiar Seesieg dar Japaner Krasnodar und Maikop genommen In 409 Itm SrtH« 90 Uhr von Schnellen Verbinden im Sturm genommen, W SowlVerlaßt-Indieii«-Entschlie- Berlin, 9. August In den frühen Morgenstunden des Sonntags wurden, nach einer Rcuter-Meldung aus Neu-Delhi, in Bombay Mahatma uandhi, der Kongreßpräsident Azad, Pan-dit Nehru, Jawaharlal Nehru, Patel, Frau Naidu und andere Mitglieder des Arbeitsausschusses des Kongresses verhaftet. Der Präsident und der Sekretär des provinziellen Kongreßausschusses und zwanzig örtliche Kongreßmitglieder wurden ebenfalls festgenommen. Mit einem Sonderzug wurden die Verhafteten nach Puna geschafft. Um 5 Uhr morgens, als Gandhi noch schlief, fuhren dnc:i Polizeiautomobile vor dem Hause Gandhis vor. Beamte drangen in das Haus ein und führten Gandhi, tigt hatten, ab. Als Gandbl zu dem Wa gen der Polizei schritt, riefen die vor seinem Hause zusammengelaufeneri Männer und Frauen: »Es lebe Gandhi« und schmückten ihn mit Blumen. Eine weitere Reuter-Meldung besagt, daß in Ahmedabad ebenfalls 17 Kongreßführer verhaftet wurden. Gleichzeitig hat die vom Vizekönig abhängige indische Regierung die Provinzregierungen ermächtigt, die lokalen Behörden nach ihrem Gutdünken auszuschalten, wenn diese nicht im Sinne der britischen Zwingherren handeln. Außerdem hat die Regierung bekanntgegeben, daß Strassenkämpfe in Bombay DI« Vethaftungswelle in Indien nimmt lu — Kornlager der Regierung gestürmt ^ Auch Gandhis Frau verhaftet Berlin, 9. August Die Verhaftungswelle in Indien nimmt nach neueren Meldungen weiterhin zu. Außer der gesamten indischen Führerschaft ist jetzt auch der Bürgermeister der Ries'^nstadt Bombay, Ymelier Ali, liintcr Schloü und Riegel gesetzt worden. Ferner wurden 26 aktive Kongreliange-liörige in der iProvinz Bombay ebenfalls verhaftet. Vor dem Riescnzclt des Kongreßaus-scluisses kam es am SoiiiitaKvorniittag, als die Monge von den Vcrliaftungcn erfuhr, zu grolien Ansammlungen der Inder. die die britische Polizei veranlal.Uen, abermals vom Ciunnniknüppel (jebrauch zu machen, um. wie Reuter meldet, »die Menge auseinander zu treiben«. Die Erregung der indisclion Völkernuis-seii ist, wie die eingangs wiederffcgebene Meldung erkennen lälit, in Anbetracht der britischen Gewaltmethoden aufs höchste gestiegen. Reuter l>2richtct in einer späteren Meldung, die britische Polizei "hätte schließlich Tränengas ange- wandt, um die Menge vor dem Zelt zu vertreiben, die in laute Rufe »Es lebe Gandhi« ausbrach. Am Sonntag war bis 17 Uhr die Zahl der bei Unruhen Verhafteten auf 149 gestiegen. Bisher wurden 15 Personen mit Schußwunden in den Krankenhäusern eingeliefert. Die Polizei ging in fünf verschiedenen Stadtteilen gegen die Menge mit der Schußwaffe vor. Bei allen fünf Gelegenheiten wurde Tränengas ange-wandt. Wie amtlich bekanntgegeben wird, wurden zwei Kornlager der Regierung gestürmt und die Polizei sowie Po-lizeistatioiKn mit Steinen beworfen. Mehrere Autobusse wurden in Brand gesteckt. Polizisten, besonders britische Offiziere, wurden angegriffen. In Ahmcdabad. wo die Menge eine Polizeistation mit Steinen bewarf und in I^irand zu stecken suchte, ging di»i Polizei ebenfalls mit der Schußwaffe vor, wobei ein Toter und ein Verletzter zu verzeichnen waren. Wie Reuter aus Bombay meldet, ist auch Gandhis Frau verhaftet worden. Il-Boole versenhien 15 Schiffe mii 103000 lirl Armawir und Kurgannaja genommen — Siegreiches Seegefecht im Kanal Führerhaiiptquarlier, 8. .^ugust Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Kaukasusgcbiot wird der Feind rastlos verfolgt. Dreißig Kilometer nördlich und nordostwärls Krasnodar durchbrachen deutsche Truppen eine feindliche Panzergrabenstellung. Schnelle Verbände erreichten den Labafluß. Die Städte Armawir und Kurgannaja wurden nach hartem Kampf genommen. Die Luftwaffe griff, den eigenen Panzerspitzen voraus, marschierende Kolonnen sowie Transportbe-wegiingeii und Einschiffungen an der Schwarzmeerküste an. Nördlich des Sal gewannen deutsche und ruiiiänische Truppen bei ungewöhnlicher Hitze gegen zähen feindlichen Widerstand weiter an Boden und schössen bei der ,\bwehr von Gegenangriffen 23 feindliche Panzer ab. Im großen Donbogen sind die deutschen Truppen nordwestlich Kaiatsch erneut zum Angriff angetreten. Starke Nahkampffliegerverbände griffen in die Erdkänipfe ein und zerschlugen Stauungen feindlicher Kräfte an den Übergängen und Fähren des Don. Die Abwehrschlacht im Raum von Rschew hat sich noch auf weitere Frontabschnitte ausgedehnt. Die schweren I Kämpfe halten an. An mehreren Stellen [wurden die Sowjets im Gegenangriff zu-I rückgeworfen. Kampfgeschwader setzten 'sich in zahlreichen Angriffen gegen sow-I jetische Truppen-, Panzer- und Krnftfahr-zcugansnmmlungen besonders ein. Die Bolschewistcn hatten wieder hohe Mcn-schen- und Matcrialverluste. Eine Panzer-^division vernichtete in diesen Kämpfen 'am 6. und 7. August 54 feindliche Panzer, j An der Wolchowfront und vor Leningrad wurden mehrere Angriffe der Sowjets zum Teil im Nahkampf abgewiesen, feindliche Bereitstellungen durch wirk-'sames Artilleriefeuer zerschlngen. j Im Finnischen Meerbusen vviirden auf einem feindlichen Wachboot Bombentreffer erzielt. In Ägvpten griffen deut^^che und italie nische Kampfflugzeuge briti«^^he Bnltcrie-stellungen und Krnfttnt^ 'rc» • iiinihni-gen mit guter Treffcilagt an. Doul:^che Jäger schössen in Luftkämpfcn 13 britische Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug ging verloren. Im Südw^esten Englands belegten leichte Kampfflugzeuge bei Tag kriegswichtige Ziele mit Bomben schweren Kalibers, die Brände und Explosionen zur Folge hatten. In der vergangenen Nacht wurden Hafen- und Rüstungsanlagen an der englischen und schottischen Ostküste sowie im Osten Mittelenglands bombardiert In der Nacht zum 7. August kam es im Kanal zwischen deutschen Minensuchbooten und acht englischen Schnellbooten zu einem Gefecht, in dessen Verlauf zwei feindliche Boote so schwer beschädigt wurden, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Auf weiteren Booten wurden Treffer erzielt. Im gleichen Seegebiet griffen in derselben Nacht mehrere britische Schnellbootflottillen wiederholt ein durch Minensuchboote gesichertes deutsches Geleit er-f ilglos an. Im Verlauf des Gefechtes, das teilweise auf nächste Entfernung unter Einsatz von Maschinenwaffen und Handgranaten ausgetragen wurde, gelang es unseren Booten, ein britisches Schnellboot zu versenken, ein zweites, dessen Sinken nicht beobachtet werden konnte, in Brand zu schießen und sechs weitere Boote zu beschädigen. Wie durch S(^ndermeldung bekanntgegeben, versenkten unsere Unterseeboote im Nordatlantik in harten Angriffen aus stark gesicherten Geleitzügen der Amerika-England-Fahrt sieben Schiffe mit zusammen 49 000 brt und einen Bewacher. Im Mittelatlantik, in amerikanischen Gewässern und vor den Geleltzughäfen der westafrikanischen Küste fielen ihren Torpedos weitere acht Schiffe mit 54 181 brt und ein amerikanischer Zerstörer zum Opfer. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein großer Munitionsdampfer sowie ein mit Panzerkampfwagen und Flugzeugen beladenes Schiff, das nach Alexnndria unterwegs war. Mit der Vernichtung dieser 15 Schiffe mit zusammen über 103 000 brt wurde der englisch-amerikanischen Versorgnngsschiffahrt durch unsere llntcrscrboote ein sehr schwerer Verlust zugefügt. ßung erhobene Forderung ablehne. Mit der Verhaftung Gandhis und der anderen führenden Männer sind alle maßgebenden indischen Führer, soweit sie in Indien sind, in britischen Gewahrsam gebracht worden. Die ?oroliiiiie vor der Verhafliiiig Am Tage der Eröffnung des Allindischen Nationalkongresses in Bombay hielt Gandhi vor dem Kongreßausschuß die schon vor einigen Tagen angekündigte große Rede, in der er seine seit langem erhobene Forderung, daß die Briten Indien unverzüglich verlassen sollten, begründete. Gandhi kennzeichnete die Lage Englands und sagte: »Ich weiß, daß England am Rande des Abgrundes steht und nahe daran ist, hinunter zu stürzen.« Gandhi leugnete zwar, ein Feind der Engländer zu sein und gab auch vor, keinen Haß gegen sie zu hegen. In den Mittelpunkt stellt er jedoch die Forderung nach Indiens Freiheit vom britischen Joch und erklärte: »Wir werden unsere Freiheit kämpfend bekommen. Sie wird uns nicht aus den Wolken zufallen. Die Briten müssen uns unsere Freiheit gel>cn, wenn wir genügend Opfer gebracht und unsere Stärke bewiesen habenl« Mit überwiegender Mehrheit hatte der in Bombay tagende Ailindische Kongreß den Vorschlag Gandhis, die Engländer zum sofortigen Verlassen Indiens aufzufordern, angenommen, worauf England mit der sofortigen Verhaftung Gandhis, Nehrus und des Kongreßpräsidenten Azad sowie mehrerer anderer führender Kongreßmitglieder geantwortet hat. »Feiglinge haben nicht das Recht zu leben« Die Bemühungen Gandhis, noch in letzter Stunde einen Zusammenstoß mit England zu vermeiden, sind damit restlos gescheitert. In der großen Rede, die er kurz vor seiner Verhaftung vor dem Kongreß hielt, bezeichnete sich Gandhi als den ersten Diener Indiens. Er unterstrich die freundschaftlichen Beziehungen, die er auch gerade mit englischen Kreisen, besonders mit verschiedenen Vizeköiiigen, unterhalten habe. Um Indien aber von der fremden imperialistischen Herrschaft Englands zu befreien, dürfe er seine innere Stimme nicht unterdrücken. England habe die einmalige Gelegenheit, seine wahren Absichten gegenüber Indien zu beweisen. Wenn es diese Gelegenheit vorübergehen lasse, so werde die Geschichte feststellen, daß England sich einer überfälligen Schuld an Indien nicht entledigt habe. Gandhi erklärte sodann, daß der bevorstehende Kampf ein Kampf der Interessen sein würde. Es würde ein offener und ehrlicher Kampf sein. Es sei dies der letzte Kampf seines Lebens. Jeder Inder würde sich als freier Mann betrachten. Es sei kein Platz für Kompromisse, und Feiglinge hätten nicht das Recht zu leben. In Indien regiert nach der brutalen Verhaftung Rückzahlung dti Bcausiseldct Nummer 222 »MarburRer Zeitung« 10. August 1942 Seite o die Ueasse äet HiuuleMiseMl Loblied auf di« Rollbahn — Gräbar hUtan sie und Bunkar — Schlagader der Front Im Osten, August | Steht es überhaupt im Lexikon, das Wort: Rollbahn? Vielleicht werden wir in vielen Monaten einmal den Brockhaus durchblättern. Heute aber steht das Wort in unserem Hirn und in unserem Herzen. >Eine Straße?« kann mancher sagen. >BloB eine StraßeI« Sie ist aber vielen flüchtige Heimat geworden. Die Bäume und Gräben, die sie begrenzen, sind die Grenze des Lebens. Sie bindet die Tage aneinander und fesselt die Träume. Sie lebt wie der Ackcr imd der Wald auch leben können. Aber sie ist die Mühseligkeit, die vor der Tat steht. « Gräber hüten sie und Bunker. Die einen liegen verschwistert neben den anderen, wie die Toten in den schweren Händen der kämpfenden Soldaten ruhen. Stellungen brechcn sie manchmal auf, sind noch kaum vernarbt. Tarnwände hüten sie, wenn sie nahe an die Front heranfährt. So ist sie Gefährte und Kamerad, der jedes Los teilt. Kameraden haben gemeinsame Erinnerungen. Die Rollbahn birgt sie in jedem Kilometer ihrer Wcgstrecke. Einmal war sie eine Nahtstelle zwischen kämpfenden Regimentern, war ihr Graben Deckung und ihre Fahrbahn Weg der Panzer. Sie ist keine Asphaltstraße; die Furchen und Hocker prägen ihr Antlitz wie das Gesicht eines alten Mannes. Es ist leicht über glatte Wege zu fahren, aber die Gedanken rollen über sie rasch hinweg wie die Räder. Über die Rollbahn wird viel geflucht und ihretwegen wird viel Schweiß vergossen. Aber sie zeichnet sich tief in die Gedanken ein. • Aber sie lebt jetzt nicht mehr ungezügelt zwischen Wäldern und Sumpfwiesen, sie dient den hunderttausend Soldaten, denen sie Weg und Ader ist. Sie dient und sie muß ihr Antlitz ändern. Vor vielen Monaten schon, als zum ersten Mal Panzer unter dicken Staubwolken über sie brausten, als kämpfend und marschierend Infanteriespitzen sie eroberten, damals schon folgten den ersten Kolonnen Baubataillone, die allzu große Risse und Rinnen tilgten, Unebenheiten glatt machten. In den Vormarsch kam der Regen und der frühe Winter, im Schlamm versanken die Räder. Knüppel, rasch im Wald gebrochen, wurden zu Notstegen verknüpft, sanken tiefer in die Haltlosigkeit, wurden wieder überdeckt, Schnee und Eis machte die Straße glatt. Aber das Tauwetter fraß sich tief in die geschundene Decke. Jetzt, da die Äcker hinter der Front reifen, ist auch die Stunde der Rollbahn da. * Während die Wagen, in Einbahnstrecken gezwängt, sich weiter beladen nach Osten quälen und leer oder mit Gefangenen und Beute gefüllt wieder nach Westen fahren, arbeiten tausend Soldaten der Bautruppen und OT-Männer an dem neuen Antlitz der Rollbahn. Geologen haben in diesem steinlosen Land Kiesgruben und Steinl)rüche aufgetan, Sägemühlen schneiden dicke Bohlen, in langen Kolonnen bringen Motorfahrzeuge und Pferdefuhrwerke das Material an die Baustellen, Bagger und Teermaschinen dröhnen und schnauben über die Rollbahn. 2 Millionen Meter Holz verschlingt sie, 83 000 Tonnen Kies, Tausende Tonnen Zement, Wassergräben werden gezogen, die Hunderte Brük-kcn ihrer Bahn verbessert. Zahlen, Zahlen, die die Summe der Arbeit umschreiben, die aber die Rollbahn gleichmütig mit sich geschehen läßt. Stumm wie sie durch die Landschaft des Krieges fließt. * Tausende Schicksale gehen über die Rollbahn. Soldatenschicksale, die tief hinter zähen, dunklen Gesichtern verborgen liegen. Aber wer die Straße kennt, kennt auch sie. Die Rollbahn verbindet alle zu e'ner Familie. Die Fahrer und die. die gefahren werJen, reden eine Sprache und l' ibon dieselben Gedanken. Sie kennen das Lexikon der Gesten, mit denen man Wagen anhält und vor schlechten Wegst*cr,ken warnt. Sie lesen in den Mienen, ob einer auf Urlaub fährt, (jdcr oie Straße naci Osten' trampt, heim zur Kom-Prtnie. Viele Dörfer stehen an der Rollbahn. Am Tage sind sie nur Kilometersteine, in der Nacht sind sie Obdach. Viele Tafeln und Wegpfeile stehen an der Rollbahn. Sic weisen die. Richtung und sind das Maß. Sic werden vertraute Bekannte, die man ansehen kann wie einen l'reund. Das alles ist die Rollbahn und viel mehr. Straßen verbinden Städte, sagten wir früher. Straßen sind das Leben, denken wir jetzt. Sie steht in keinem Lexikon, die Rollbahn, aber sie hält und erhält uns, so lange wir im Osten kämpfen. Und später werden wir sie in unsere Erinnerung einschließen wie die Gesichter aller guter Kameraden. Kriegberichter Erich Pecher, PK l'K-KricKsbcrii;lilcr Kiinncrt (Seil) Hochbetrieb an der Rollbahn .Unaufhörlich flutet hier der Verkehr nach der Front. Lange Truppen- und Nachschubkolonnen rollen ia ununlerbrochenfsr Reihe an der rastenden Flakbdlterie vorbei zum mittleren Abschnitt der Ostfront Technische Truppen im Einsatz Von Oberstleutnant a. D. ßenary j Der elektrische Strom Lst zur uncntbelir-lichen Kraftquelle im persöiillclien und wirtschaftlichen Leben /.usanunenK'eballtcr Mcn-sclicnmassen geworden, i^r bcleuclitct und wärmt Wohn- und Arbeitsräume, er treibt die Pumpen der Wasserwerke, die Räder der VerkehrsfaltrzeuKe, liie Mascliiiien der Fabriken. Ohne ihn ist auch die Ner-saiinn-lung und der Unterhalt KrölJerer Truppjn-massen auf engem Raum für längere Zeit, die Arbeit auf den Schrcibstuhen der Stäbe, in den Lazaretten, in den Instandsetzungswerkstätten, in den Feldbückereien und Feid-schlächtereien. die Wasserversorgung von Mann und Pferd und Motor nicht denkbar. Die Truppe muß aber damit rechnen, dal,{ die Fahrzeuge und die Verteilung von elektrischem Strom durch ücfeclitseinwirkung und Feindzerstörung in dem Raum.- den sie marschierend und kämpfend betritt, unterbrochen. wenn nicht gar völlig untnöglicii gemacht worden ist, und dali die Zahl, die Zeit und das Können der Facharbeiter ii) ihren Reihen nicht ausreicht, die Schädcn abzustellen. Aus diesen und ähnlichen Frwägungen auf dem Gebiet der Wasser- utul (iaswirtscliaft, des Bergbaues und des SlraHenbaues sind im Verlauf des gegenwärtigen Krieges die Technischen Bataillone entstanden. Sic hatten ihre Vorläufer in technischen l'inheiten der Pioniere wäiireml des Weltkrieges und im Heeresgefolge befindlichen Finiieiten der Technischen Nothilfe während des F.inmar-sches in Österreich und ins Sudetenland, sowie zu Beginn des gegenwärtigen Krieges. Die Technischen Truppen sind teils horizontal, teils vertikal zusammeugcsel/t, d. h. eine technische F.inheit ist entweder aut die Lösung von Sonderaufgaben ausgerichtet und verfügt über entsprechende Spezialisten, z. B. Klektriker. Wasserfachleute oder aucli Bergleute, oder aber sie vereinigt für einen vielseitigen, der jeweiligen Lage angepaßten Finsatz Vertreter der versciiie-densten Fachrichtungen in sich. Die Technischen Truppen sind motorisiert und :uit reichlichem Ifandwerkszeug und einem recht beachtlichen Park fahrbarer Maschinen, darunter Elektroaggregate ausgerüstet. I'K-Aufnahme; KricEsbcrichtcr Schubcrt (Wb.) Sow]elischer Feldflugplatz, der dem AngrtH deutscher Boaibenflugzeuge zum Opfer flel Wüllhil Niederländische Freiwillige für die Ostiront Der Führer der „Nalionaal-Socialistischen Beweging in Nederldnd", Mussert, verabschic-in Den Haag 250 niederländische Freiwillige kurz vor ihrer Abreise an die Ostiront Frkttndungsorgane und Arheitstrupps der Technischen Trui)nen begleiten auf dem Vormarsch die Vorhuten der einzelnen Marsch gruppen. Sic hremien darauf, Hand auf die lilektrizitäts-, Wasser- und (iaswerke der zu beset; Ginsalzbereile Maschinen gewährleisten Erfolge Dfnirrnd untoviingcn die Flugzeuge einer gewissenhaften Kontrolle durch das Bodenpersonal Seite 4 »Marburc[er Zeitung« 10 August 1042 Nummer 222 und JiuUuc Aoch Diitersleiilsclie Maler stelleR in SfnnbBni ans Wie schon gemeldet, wird in Straßburg am 5. September die große Kunstausitellung ttei rischer KünitJer in den Riiumen des Straß burger Schlosses eröffnet. Die Ausstellung die einen Querschnitt durch das steirlsciit Kunstschaffen darstellt, wird auch von unter-steirischen Malern beschickt werden, die sich den Elsässern mit dieser Schau erstmalig vorstellen 17 DlgemÄlde, Aquarelle und Holzschnitte werden einen Einblick in das unter-steirische Kunstschaffen bieten. Johannes Hepperger zeigt seine Werke „Bergbauer", „Dorfgasse" und „Kopf eines jungen Hirten", Leopold Wallner „Kollos im Vorfrühling", „Pettau", drei Holzschnitte von Pettau, Karl Jlrak ,,BÄume" und ,,Bauernhochzeit", Robert Gattinger ,,Aus dem Ennstal" und „Blumenstück", Franz Stipe wieder stellt seine Bilder ..DorfstraÖe", „Im Dorfe", ,,Unter-steirisches Bauernhaus" und „Untersteirischer Bauernhof" aus, während sich Frau Fredy Ko-schifr mit dem Gemilde ,,Olivengarten" vor-sfpHt, Außer diesen Werken werden noch Bilder aus der Untersteiermark, die bekannte reichs-rieiilsche Maler anläßlich ihres vorjahrirjen Aufenthaltes im steirischen Süden geschaffen haben auf der Straßburger Kunstausstellung gezeigt. Deutsches Kulturschaffen im Kriege I-Sficfe wocft Sädosu*t Stddtssekretjlr Gutterer sprach in Salzburg Kunst ist Gemeingut des Volkes Besondere i o. Ein Jahr deutsche Volkfigruppe in Kroa« ^ Betreuung der Front tien. Mit der Auflösung Jugoslawiens und der Im Rahmen einer von der Gauleitunq Salz- das starke Anwachsen der Ausstellungs-, Be- -p^'^ndimg des Staa^ »uchBr- und V,rkaut.ilffern b.l.gl. Im i.hr. 1941 hätten ™ GroBdeutschen Reich 1033 Slavonieti 7.U e ner selbständigen Volksgruppe mit dem Mittelpunkt hsseg, der alten deutschen Stadt an der Drau, zusammengefaßt. In dem einen Jahr ihres Bestehens wurde die Volksgruppe organisatorisch weitgehend ausgebaut. Die Volksgruppe ist eine blutgebundene Gemeinschaft. Alle Volksdeutschen haben das Recht des ungehinderten Gebrauchs der deutschen Sprache. Innerhalb der Volkaorganisation gibt es entsprechend der reichsdeutschen NSDAP als politische Ausleseorganisation die »Nationalsozialistische Deutsche Gefolgschaft in Kroatien« mit ihren Gliedeningen. Bezüglich der Wehrpflicht der Volksgrtippenangehörigen hat das Landwehrininisterium bestimmt, daß diese weder zum Antritt der Wehrpflicht noch zu Waffenübimgen bei der Kroatischen Landwehr einbertifen werden. Hs wurden selbständige Einheiten der deutschen Volksgruppe aufgestellt, in denen grundsätzlich nur Volksdeutsche dienen; außerdem gibt es noch eine Einsatr iffel (ES) der deutschen Mannschaft. die nach reichsdeutschem Vorbild gekleidet und ausgebildet ist. - Goethe-Medailli fUr Profestor Dr. RIfhI. Der Führer hat dem ordentlichen Proffesor. Dr. Gustav Riehl in Wien anläl^lich der Wie- j derkehr des Tages, aiv dem er vor 40 Jahren | als Ordinarius für Dermatologie an die Uni- j ersität Wien berufen wurde in Würdigung setner Verdienste um die medizinische Wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. !- Korllz Holm gestorben. Kurz vor seinem 70. Geburtstag starb in München der Er-7i4hler Korfiz Holm, der auch mit ,,Hundstage", „Maria^ großes Herz" und das „Mädchen in der Fremde", der Bühne erfolgreiche Stücke lieferte. -f 260 000 Besucher der MUnchener Kunstausstellung. Die Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der deutschen Kunst in München kann nunmehr — wenige Wochen nach der Eröffnung — bereits den 250 000. Besucher zahlen, ein erneuter Beweis für den starken, nachhaltigen Eindruck, den die dies-i^ihrige Reichskunstschau auf breiteste Volks-kreise, nicht zuletzt auch auf die in München weilenden Fronturlauber ausübt. + Hebbel-Briefe für die Wiener Stadt-bihllothek. Die interessanten Sammlungen der Wiener Stadtbibliothek wurden jetzt durch pinige bemerkenswerte Erwerbungen berei-< horf. So konnten an die zahlreichen schon vnrhönclenen, zum großen Teil kürzlich in der Hebbel-Ausstellung gezeigten Hebbel-Briefe zwei weitere angeführt werden. ' Beitrag zum Kulturaustausch Westfalen — Oberdonau. Die bauliche Neugestaltung des alten Marktplatzes der Stadt Linz an der Donau ist zum großen Teil fertiggestellt. Der Platz wird nacÜ der Donauseite hin durch zwei monumentale Gebäude abgeschlossen, /wischen denen die neue Donaubrücke liegt, F;s werden auf dieser Brücke Plastiken Aufstellung finden, die Figuren der Siegfriedsage darstellen. Mit der Gestaltung wurde der Bildhauer Bernhard von Piettenbern in Hovestadt bei Soest, Westfalen, beauftragt: Die uberlebensgro(?en Statuen sind bereits in Gips ausgeführt. Der Künsiler ist 1m Begriff, die .\rbpiten, die einen wertvollen Beitrag zu ripm angestrebten Kulturaustausch der Gaue Westfalen-Süd und Oberdonau bilden, in Stein zu vollenden. bürg der NSDAP veranstalteten töffentlichen Vortragsreihe sprach am Dienstag vor dem oolitischen Führerkorps des Reichsgaues Salzburg Staatssekretär Gutterer vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda über das deutsche Kulturschaffen im Kriege. Gerade weil der Krieg von Front und Heimat außerordentliche Anstrengungen fordere, sei der innere Ausgleich unerläßlichi so seien gerade in dieser Zeit die Kunst und ihre Werke ständiger Quell neuer Kraft und Stärke. Auf dem Gebiet des Th'eaters sei die schöpferische Tätigkeit unserer Dramatiker trotz des Krieges durchaus stetig geblieben. Staatssekretär Gutterer gedachte der Festspielver-anstaltunqen, die auch schon im vergangenen Jahr in Salzburg und Bayreuth für Angehörige der Wehrmacht und für Rüsf.ungBarbei-ter durchgeführt wurden, sowie verschiedener Festwochen. Er gab dann einen Überblick über eine nroße Zahl neuer Theater, die zumai in den Grenzgauen des Reiches, z. T. auch in den besetzten Gebieten, ihre Pforten öffnen konnten. Mit den befreundeten V^ndern werde ein lebhafter Austausch gepflegt. Beweise für die lebhafte und segensvolle Zusammenarbeit mit den anderen Nationen auf dem Gebiet der Musik seien u. a. die deutsch-spanischen Musikfeste oder die Reise der Berliner Philharmoniker durch Spanien und Portugal. Das deutsche Schrifttum sei seit Beginn des Krieges in immer stär^rprem Maß in den Dienst des kämpfenden Volkes qetreten. Im .lahre 1P41 seien in Deutschland nahe/u 100 Millionen Biirber und Schriften mehr herge-«itellt worden als il*i Jabre 1940. Das seit Kriegsbeqinn außerordentlich gestiegene Interesse am deutschen Buch zeiqe sich vor allem im Ruchhunger des deutschen Soldaten. Die Entwickhinn des Filmes sei nach der ouantitativen und qualitaliven Seite hin in dauerndem Aufstieg begriffen, und der Filmtheater-Besuch sei während des Krieges in vorher nie ne^hnten AnsmaR nestlegen. Eine Reihe von Z'^hl^n kürzen deiitürh von dem ungeahnten Aiitstii»q: DIp Anzahl dr»r Filmtheater hat sich von .5446 im Jahre 10.18 auf 704.1 nach der letrten Zählung erhöht; während 621722 000 Volkscrenossen die re-ffulärpn Vorführunnen der L'rhfsnioltheat«-besuchten, waren es 1041 802 263 000. Besondere Erwähnung verdient die Leistung der Wochenschau. Der Rundfunk, der am 1.2. 1010 insgesamt 4 427 500 Rundfunkhörer zählte, könne bpute 7i\ fast 16 M'llionon einrjetraaener Rundfunkhörer sprechen. Ein besonderes Verdienst habe sich der Rundfunk aber rindiirch erworben, daß er durch Frontberichte und besonder? Sendnrpibpn ein sfetet Band -/wischrn Front und Heimat ru schmieden und zu erhalten wußte. Durch Kringseinsatz und Besetzuna weiter Ffindqpbiptp bpdinrtf, habe das dpufsche Rundfunknetz eine Erwpitrrung großen Aus-maßps erfahren. Auf musikalischem Gebiet zeige die Uber-föllung aller Konzertveranstaltunnen das im Kriene besonders starke Bedürfnis des deutschen Volkes nach innerer Bereicherung. Während ein großer Teil unserrr Dichter und Schriftsteller dem Reich mit rler Waffe dient, arbeiten dieieninen, denen das nicht mehr vernönnt sei, an der qeistigen Durchführung des gleichen Kampfes. Währen'"! des dritten Krie'gsiahres lasse sich auch im Bereich der bildenden Künste eine starke Verlebendiqung der kultureilen Tätigkeit festslollen^ Diese Tatsache werde durch Kunstausstellungen stattgefunden» das bedeute fast eine Verdoppelung gegenüber dem letzten Friedensjahr. Mit dem Ausland habe auch im Jahre 1041 ein reger Austausch verschiedenartigster Ausstellungen durchgeführt werden können. Niemand aber, so schloß Staatssekretär Gutterer, habe es mehr verdient, durch die Hingabe deutscher Künstler ans Werk aufgerichtet, bestärkt oder entspannt zu werden, als der deutsche Soldat. Auch auf dem Gebiete der Truppenbetreuung könne ein stolzer Rechenschaftsbericht abgelegt werden. In manchen Monaten des abgelaufenen Jahres seien 14 000 Künstler unterwegs gewesen. + Die neue Klopstock-Ausgabe der Deutschen Akademie. In Frankfurt/Main fand dieser Tage unter dem Vorsitz des verantwort-Inclien Herausgebers Professor Dr. Heinz Kinderniann-Münster/Westf. die erste Ar-heitstaguns: an der im Auftraj; der Deutschen Akademie erscheinenden kritisch-historischen Ausgabe der Werke Klopstocks statt. Die neue Klopstockausgabe, die einschließlich der Briefe und Lebcnszeugnisse 15 Bände 0, Die un^rische Stadt ödenburg ehrt Franz Lehar. Die Stadt ödenburg in Ungarn hat beschlossen, den Komponisten Franz Le- umfassen wird, stellt die' erste historisch-, har zum Ehrenbürger zu ernennen. Wie wir des noch kritische Gesamtausgabe der Werke Dichters dar. Sie wird auch bisher Unveröffentlichtes bringen. •)- XrÄtllcher rortblldiingskiirs auf Semp" 'uK. Die Wiener Akademie für liehe 'irthllduiip: veranstaltet vom 17. bis 19. September auf dein Senimerins: Ihren 71. Fortbildungskurs, in dessen Mittelpunkt der Mann mit seinen körpcrliclien und sceli-sclicn . f-iRenscliaften und Krankheiten stellt. Das Kurstliema lautet »Der Mann, seine Phvsiolojjie und PatlioloEie«. -f Stipendien fUr finnlsrhe Studenten. Der deutsche akademische Auslauschdienst stellt für das Studienjahr 1942/4v1 ein Stipendium in Höhe von 1800 Reichsmark tür einen finnischen Studenten zum Besuch einer deutschen Hochschule zur Verfügung. Die ungarische Regierung griff diese Anregung auf und gewährte ebenfalls Stipendien für finnische Studierende. erfahren, wird in nächster Zeit der Kompo»-nist einer Einladung dieser Stadt Folge leisten. dem I 0. Die Insel Ada-Kaie rumänische Oedächt-ärzt- nlastätte. Wie bekannt wird, soll die bei Or-schowa gelegene Insel Ada-Kaie zu einer Ge-dächtnisstätte des gegenwärtigen Krieges gegen die Bolschewiflten ausgestaltet werden. Sie wird eine würdige Ausgestaltung erfahren. o. Ausbau der rumänischen Kriegsopfer-fürsorge. Durch Gesetz wurde seinerzeit die Errichtung einer rumänischen Kriegsoptcr-kasse festgesetzt, deren Aufgabe es ist. alle Maßnahmen zur Betreuung der Kriegsver-lelzten sowie der Witwen und Nachkommen von Gefallenen einheitlich zu regeln. Im Rahmen dieser Kriegsopferkasse soll nun ein besonderes Kriegsopferhaiis errichtet werdcMi. Dieses Kriegsopferhaus wird in der Nähe des Bukarester Nordhahnhofes errichtet ^crden. Goldschmiedekuntt auf neuen Wegen Das alte Handwerk soll nicht aussterben Vor zehn Jahren, als die deutsche Gold-schmiedekunst wie alles Kunsthandwerk schwer unter der wirtschaftlichen Not zu leiden hatte, gründete der Berliner Goldschmied F. R. Wilm die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Er wollte mit dieser Gründung Freude und Förderer der Goldschmiedekunst werben und den Goldschmieden selbst die alle Tradition ihres Handwerks wieder zum Bewußtsein bringen. Dabei fand er die Unterstützung der Staatlichen Museen, deren Generaldirektor, Geheimrai Professor Dr. Waetzoldt, auch der erste Präsident der Gesellschaft wurde. Das Wirken der neuen Gesellschaft machlo sich bald bemerkbar. Die deutschen Goldschmiede fanden zu ihrem alten künslleri-schen Selbstbewußtsein zurück. Durch regelmäßige Wettbewerbe trug die Gesellschaft viel dazu bei, den Willen zu einem neuen Stil zu festigen und zu klaren. Der erste Wettbewerb unter dem Motto ,,Der silberne Becher" sollte vor allem den Ruf des deutschen Silbers fördern. Ihm folgten eine Reihe weiterer erfolgreicher Wettbewerbe. Um der Goldschmiedekunst ein Echo in der breiteren Öffentlichkeit 'zu verschaffen, veranstaltete die Gesellschaft fotografische und schriftstellerische Wettbewerbe. Städte, in denen die Goldschmiedekunst seit jeher zu Haus war, wurden veranlaßt, an der Herausgabe einer Bücherreihe „Goldschmiedekunst der deutschen Städte" mitzuwirken. Der erste Band dieser Reihe — über die Goldschmiede-stadt Breslau — liegt bereits vor. Weitere Bände über Aachen, Augsburg, Berlin, Trop-pau, Magdeburg und Hanau sind in Vorbereitung. Auch eine Bücherreihe .,Große Meister der Goldschmiedekunst" ist im Entstehen. Der Krieq hemmte die Arbeit der Gesellschaft nur bis zu einem gewissen Grade. In Hanau in Hessen-Nassiiu entstand während des Krieges die erste Ortsgruppe der Gesellschaft, und hier wurde auch das erste Gold-schmiedhaus eröffnet, das eine Art geistiges Zentrum des dortigen Goldschmiedehandwerks darstellt. Ihre eigentlichen Aufgaben wird die Gesellschaft erst nach dem Krieg in vollem Umfang durchführen können. Die Unterstützung der zuständigen Stellen des Staates ist ihr dabei sicher. ilt VOM............ I HAHNENGRUND j ROMAN VON KURT RIEMANN I.................. ............ "flu OtkirMri«. (20. Fortsetzung) iAuf alle Fälle werden wir hier Beobachtungsposten beziehen und die Landemanöver begutachten.« Sie hückcn sich alle drei mit der Back gegen die Brise und warten. Die Jacht nähert sich schnell. Inzwischen hat Jochen eingekauft. Kr schleppt zwei Einkaufstaschen, die haben allerlei Gcwicht, und dabei hat er noch keine Schollen. Schollen und Flundern kauft man am besten direkt vom Fischer, Gehen Sie an die Warnow! Da kriegen Sie alles lebendfrisch. So hat Käthchen geraten. Also wird man nachher ein Stück die Warnow heruntcrbumineln, dahin, wo die f'i-schtrboote liegen. Zunächst jst noch Zeit, sich schnell zu einti Fleischbrühe in Cins der (jasthäuser zu hocken, die mit Terras82n und \crgla8ten Veranden auf den Strom sehen. Als er dann vor seiner dampfenden Tasse sitzt, nimmt er sich eine Zeitung, und schon .sieht ihn Renate Malten.s Bild an. »Die berühmte Altistin singt Lieder von Hrj^hms und Schubertt, verkündet das Inse-lat. Ja, das ist sie, Renate AUItun weilt alsr tatsächlich m Warnemlinde. Er fühlt wie sein ; iler/ schneller schlägt. Zu dieseni Kiirkon-/cri wcule ich Kclieii. nimmt er sich \ fir, imcl' wenn H'h auch nirhts von A^iisik \erslcho. Wiese l'raii muß ich uiedcrsehen, 1 Er sieht sie schneller wieder, als er ahnt. f)enn als er durch die Scheibcn nach draußen schaut, steht sie auf der Straße iind snähr nach rechts und links, als warte sie. Jetzt blickt sie auf die Uhr und wendet sich dabei nach ihm utn ja, sie hat ihn erkannt! F.r muß nicht sehr geistreich ausgesehen haben, denn sie lacht. Sie wird nrch für einen Dummkopf halten, überlegt er ärgerlich, aber er hat keine Zeit, darüber nachzudenken, denn sie kommt zu ihm herein. >Herr Jochen Mahlzahn!« begrüßt sie ihn mit strahlendem Lächeln und streckt ihm die Hand entgegen. »Also Sie sind in Warnemünde und brechen kaltherzig Ihr Versprechen, mich zu besuchen? Wie geht es der kleinen Virginia? Ist sie wieder wohlauf?« "So munter wie Sie, gnädige Frau, und ich! Nochmals vielen Dank für Ihre Liebenswürdigkeit! Sie haben sicher draußen über nien dummes Gesicht gelacht, nicht wahr? Nun. es war auch eine verdammt komische Sache. Ich sehe in die Zeitung, wer blickt mich an? Renate Malten. Ich sehe auf die Straße, wer sieht mich an? Renate Malten. Das Original in I ebensgrüße. Line Frage im Vertrauen: Habe ich sehr blöde auspeschaut?- "Es war zu ertragen. Ich darf mi);h doch zu Ihnen setzen Für mein Leben ßern hocke ich hier herum und verfolge das Gclricbe des Hafens. Sehen Sie. da kommt ein Fischkutter herein! Wer jetzt Schollen zum Mittag braten will, kann sie sich noch lebend mit nach Haus nehmen. 1> gibt nirgends so gute Schollen wie in den Rrafkilchen Warnemiii les.« Eigentlich müßte er nun hinaiislnufen im Schollen kaufen, aber er denkt gar nich (l;ir:iii. M;il' Sclmllon kaufen, wer will! Uit' bjtlrl vergißt er über diesem Ziisammensei'' g/in/licli, weshalb er hier sit/1. llcrreott. ist) diese Frau schön! Ihre Augen, ihre schlanken, kräftigen Hände und diese Stimme, die wie Musik klingt! Er kiinnte ganz still sitzen und mir zuhören, wenn sie spricht. »Warum so schweigsam?«; »Wenn Sie so neben mir sitzen, ist mir der Verstand eingefroren. Frau Malten«", gesteht er mit einem tiefen Stoßseufzer. »Nehmen Sie mir's nicht übel! Ich bin draiif und dran, mich bis über beide Ohren in Sic zu verlieben.i; Das sagt er mit einem so hilflos drolligen Lächeln, daß Sie ihm nicht böse sein kann. sSie sind ein Narr*, lacht sie leise und sieht in ihr Teeglas. »Ausgerechnet in mich alte Frau wollen Sic sich verlieben? Gehen Siel Einem Kerl wie Ihnen laufen doch alle Mädel zwischen siebzehn und fünfundzwanzig nach!« »Ich würde sie von Herzen gern lauten lassen und mit Ihnen heute nachmittag schwimmen gehen !<• Renate steht langsam auL >Da kommt die »Klockeberga« herein«, sagt sie. »Sie macht immer an dieser Stelle am Kai fest. Die lacht gehört einem guten Freund von mir Kennen Sie Arwid Kirsten?« Jochen brummt etwas, was sie nicht ver steht. Abel** es könnte heißen: Dieser belann iose Herr ist mir von Herzen gleichgültic Laut sagt er nur: »Ich habe keine Bekannte* die in solechr Luxusjacht spazierenfahren.* >^OIi. böse Warum?« Renate hat im Hinai' gehen ihre Hand auf seinen Arm gelegt. !^Weil es mich ärgert, wenn Sic von eine ■•"'• ron saein, er ist ihr Freund,« .^|•ll, ich soll nur einen einzigen l-reumJ ' ■ n. und das müßten natürlich Sie sein'' l.'i. Wer sonst?" S'i' lächelt. F.r sieht aus wif i'in ncili', iler bockig ist. Ihretwegen I',if,"'ii1lii Ii i.st das sciu'in. Zu gern wäre sie ihm ihirch i das borstige widerspenstige Haar gefahren. Aber man darf nicht tun. was man möchtc. »Sie werden sich mit Herrn Kirsten befreunden! Heute nachmittag noch. Wir werden baden gehen und dann alle miteinander Tee trinken. Er ist der reizendste Gesellschafter, den ich kenne. Wenn Sie gegen drei Uhr am Strand sind, werden Sic uns finden!■!: »Glaube nicht, daß ich komme, gnädige Frau. Ich muß 'rüber in die Burg, und außerdem eigne ich mich gar nicht zur dekorativen Abrundiing des gesellschaftlichen Bildes.« ^ Über Renate Maltens Gesicht fliegt ein Schatten. »Aha! Weil der unartige Junge nicht sofort einen Apfel bekommt, stampft er wiJtend mit dem Fuß. Übrigens, was macht dieses sellsame Mädchen, Ottilie heißt sie. glaube ich? Sie scheint die Musik zu lieben. Würden Sie die Güte haben, ihr auszurichten, daß ich sie einmal einladen möchte? Ist das überhaupt möglich.« »Unser Lager ist keine Gefangenenanstalt. Selbstverständlich kann sie jederzeit zu Ihnen kommen.« 'y-Danke. Ich werde Ihr schreiben. Und nun '■■:>en Sie wohl, Herr Malzahn. Die Jacht wird ' ereits vertäut!« L'nd dann sieht Jochen plötzlich einen ochgewachsenen blonden Mann über den aufsteg eilen. Er ist nicht mehr jung, aber "in Gesicht ist so glücklich, als hätte ihn niand beschenkt. Tief neigt er sich über Hand, die ihm Renate reicht. So macht man das also! denkt lochen So ie dieser Herr Kirsten. Und eine lacht muß man haben. Na, da können wir wohl nicht mit! Plötzlich hat er den brennenden Wimsfli, ''ic!! mit jemand zu boxen. Aber nicht ieder ''niisfh H'ird dem Menschen erfüllt _ Als er seine drei liinr.r<'n iiiifl, h.it im dn Scholle natürlich vergessen. Nummer 222 »Marburger Zeitung« 10, August 1942 Seite 5 Aus Stadt und £and FtldpottbrUf Einmal ist der Krieg zu Ende, Hinmal kehr' ich wieder heim, Küß dir Augen, Mund und Hände; Einmal bin ich wieder dein. Einmal ist der Feind bezwungen, Ausgelöscht der Fackel Brand; Einmal ist der Sieg errungen. Blüht im Frieden deutsches Land. Hoffe diesem Tag entgegen, Schließ mich in dein Beten ein: Einmal wird der Kampf zum Segen, Einmal kehr ich wieder heim.. Ludwig Waldau DUn«r Volkes »So *le das Bsnre Volk, und zwar ohne Aiis-nihme, einmal in den Oetiii8 der F.rfotKC diese« Krieges kommen wird, so muß das taiue Volk, lind zwar ohne Aii»iia1iine. aiiuh an seinen T.aste.i teilhahcn.« Dr. floebbel* Klare Linien der Arbelt im Kreit Clill frohe Stimniunt ia den Musttrungtlokaltn — KrtlsUlter und Landrat Dorlmelster weist auf die kommendeo Aultal>en Der Kreis Cllll sehört dem UtnfaniE und der Einwohnerzahl nach zu den größten Kreisen im üroßdeutschen Reich, im Üau Steiermark aber ist er der größte. Berück« sichtigt man dabei noch die kriegsbedinute Lage und verschiedene Umstände, die den Aufbau erschweren, so kann man nicht umhin, seiner Verwunderung: über die bi.sher vom Stelrischen Heimatbund vollbrachte Aufbauarbeit Ausdruck zu geben. Den schönsten Dank für ihre utiermüdliche Tätigkeit und für ihre der Bevölkerung ent-jtej?engcbrachte Liebe aber erfuhren die Männer der Krelsfdhrunu mit Kreisführer Dorfmeister an der Spitze in diesen Tagen, In unglaublich disziplinierter und ordentlicher Weise haben die jungen Männer der Jahrgänge 1924 und 1923 dem Ruf in die deutsche Wehrmacht entsprochen und ks-schlossen sind sie auf den Sammelplät/.en erschienen. So herrscht schon seit Tagen in Nur zu oft wird vergessen, nachdem auch i Kreisstrdt Ciili ein buntbewegtes Leben, wir in der Unfersteiermark in den Genuß ^m frühen Morgen rücken die ange- der manniqfachen Errungenschaften des Na- tlonalsozlalismus auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet gekommen sind, uns der Härte des Kampfes um diese -Güter zu erinnern, Wir nelimen sie hin, als hätten wir als Teile des deutschen Volkes ein Besitzrecht auf sie. Doch wer von uns erinnert sich noch der Härte des Kampfes, der mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus im Jahve 19.13 begann? Haß und Vernichtung schworen die pluto-kratischen Staaten im Westen diesem gewaltigen Aufbruch eines Volkes und sie haben nicht geruht, bis der von ihnen gewollte Weltbrand zum Ausbruch kam. Mit ihm glaubten sie die Vernichtung des Reiches zu erlangen; was sie aber vergaßen, war dies, daß über dem gigantischen Kampf, in den Deutschland eintrat, die Worte standen; „Diener seines Volkes". In den Schlachten dieses großen Krieges in der Welte deS Ostens, im eisigen Norden wie in der Gluthitze afrikanischer Sonne, auf den Weltmeeren wie in der Luft haben unsere tapferen Soldaten diesen Worten Geltung verschafft. In der großen Kameradschaft der Kampfer werden sie enq verbunden sein mit dem Endsieg, der uns Gewißheit ist. Und wir in der Heimat? Nicht ruhen und rasten dürfen wir, diese Gemeinschaft des „Wir" zu stärken, den kleinen Widerwärtigkeiten des Lebens immer wieder den Mut und den frohen Einsatz für große Ziele, die uns der Führer weist, abzutrotzen in der stolzen Gewißheit, daß der Weg des nationalsozialistischen Aufbaues nicht beendet ist, sondern erst am Anfang steht. Gewaltiges wird nach dem Endsieg Deutschlands und der verbündeten Mächte geleistet werden; das einzige sozialistische Programm der Welt, das im Nationalsozialismus verankert ist, wird sich segensreich für alle Glieder dieses Volkes auswirken, wird jedem deutschen Volksgenossen eine gesicherte Lehensmöglichkeit geben. Doch vor der Erreichung dieses Zieles steht noch in seiner ganzen Härte der Kampf, den wir siegreich beenden werden, steht der restlose Einsatz und die letzte Hingabe jedes einzelnen Volksgenossen an das Werk, an dem wir wertvolle Bauleute sein wollen: frei von Hader, Mißgunst und allen hemmenden Einflüssen. Nur wer sich ganz einsetzt, hat einmal das Recht, ehrlich Anteil zu nehmen an dem Werk des Friedens und der Zufriedenheit eines Volkes, das sich in härtestem Ringen um Sein oder Nichtsein bewährte, „Diener des Volkes", diese Worte weisen uns zu den Pflichten, erst über ihre Erfüllung führt der Weg zu den Rechten. R. K. Zehn Jahre nach dem Examen Von Hans Hermann Wilhelm Als Studienrat Kränkel nach einem Vormittag voll Aufregung und Ärger in mehr als einer Klasse todmüde nach Hause kam, erwartete ihn auf seinem Schreibtisch ein Brief. Er las: »Vor nunmehr zehn Jahren haben 2\ hoffnungsvolle Jünglinge unter Ihrer Obhut mit viel Angst das Examen bestanden und sind von Ihnen mit guten Wünschen entlassen worden. Diese 24 EhcnialigeiK haben damals verabredet, sich jeweils nach fünf Jahren am Tage des Bestehens der Prüfung wiederzu-Ireffen. Der Tag der Zusammenkunft ist nun wieder herangekommen, und zwar ist hierfür der nächste Samstag festgesetzt worden. Da der Werdegang Ihrer früheren SchÜlcr auch für Sie interessant sein wird, darf ich Sie, geehrter Herr Studienrat, im Auftrage meiner ehemaligen Schulkameraden wohl bitten, wenn es Ihnen möglich ist, an unserem Wiederschensfest teilzunehmen .. .< Vor nunmehr zehn Jahren ... Studienrnt Krankel konnte sich auf den Unterzeichner und seinen JahrgatiK nicht mehr besinnen. l:r «■»ffnle seinen Schreibtisch und holte ein verstaubtes Notizbuch hervor, ein Notizbuch von der Art, an die alle Sclüiler. die jetzigen und henden Rekruten, reich mit Blumen und bunten Bändern geschmückt, zum Teil auf bekränzten Wagen, vor den Musterungsloku-len an. ein Singen und Klingen erschallt durch den Ort und groß ist bei allen die Freude, Soldaten des Führers und der tapferen, ruhmreichen großdeutschen Welirinaclit zu werden. Diese erfreulichen FeststellungcM .sind mit an erster Stelle das Verdienst des Stcirischen Heimatbundes und seiner Organisationen, die es an der straffen Ausrichtung des jungen untersteirischen Menschen nicht fehlen ließen. Kreisführer und l-andrat Dorfmeister legt größten Wert auf eine einheitlich ausgerichtete Zusammenarbeit alter Dienststellen auf politischem und verwaltungstcchnischem Gebiet. In diesem Zeichen stand auch der große Kreisappell am letzten Freitag und Samstag in Ciili, an dem außer den Ortsgruppenfii'i-rern und Bürgermeistern die Oendarmerie-postenführer und alle I.eiter der Sonderverwaltungen im Kreise teilnahmen. Im Mittel- punkt des Kreisappells, der im schönen Saal des Krcishauses stattfand, stand auch diesmal wieder eine richtungweisende Anspraclie des Kreisführers und Landrats. Die größte Aufmerksamkeit galt diesmal dem Kampf gegen die letzten Reste einer dreiundzwanzißjährigen dunklen Vergangenheit, die im Unterland viele Spuren hinterlassen hat und deren Wunden nicht von heute auf morgen zu heilen sind. \'or allem steht die Säuberung der Untersteiermark von F.lc-menten der Zerstörung im Mittelpunkt der Arbeit, ein Ziel, bei dessen Verfolgung klare Linien zu verfolgen sind. Nörgler und Mek-keier werden im Kreis Cilli auf die Dau»;r keinen Platz finden Wer sich in einer gewissen Überheblichkeit, getragen von einer »f^ackhändelromantik«, dem vom harten Willen des Nationalsozialismus vorgeschriebenen Weg wiedersetzen zu müssen glaubt, der hat hier keinen Platz. Der Kreisführer beleuchtete noch einmal eingehend die Orund-lagen der Vergangenheit, auf die die deutsche Zukunft des Linterlandes aufgebaut ist. und legte jedem Anwesenden das Beschreiten des vorgezeichneten Weges ans Merz. Am Schluß der Atisprache des Kreisfüli-rers und Landrats stand wie immer ein Überblick über die großen Freignisse. denen die tapferen deutschen Soldaten den Stempel aufdrücken. Der Glaube an den Sieg der gerechten Sache, die der deutsche Soldat und mit ihm das junge Furopa vertreten, aber ist die Kraft, die jeden aufrechten Deutschen beseelt. Dieset starke Glaube kam im drei-fj'chen Siegheil auf den Führer begeistert zum Ausdruck. Nach dem großen .Appell kam eine Tagung der Ortsgruppenführer zur Durchführung, der am Samstagvonnittag eine Tagung der Bürgermeister folgte. An der Tagesordnung standen alle aktuellen Probleme politischer und wirtscliaftlicher Natur, die den Werdegang des Unterlande.s und seiner Menschen bestimmen. Vollendung des 80. Lebensjahres ein herzli-hces Glückwun.schschreiben gerichtet. IM. Irauung, Im festlich geschmückten Feierrauin der Bundesiugendführung in Marburg, Fiisinarckstraße, fand gestern die Trauung des Bundesführers der Deutschen .lugend. Bann Marburg-Stadt, Relnholf Bühl mit Fräulein Maria Grabner, statt. Neben dem Standesbeamten fand Bundesjugend-fülirer Schücher festliclie Worte. Rlntrifl in rtiß Wnflfifl-SS I CauleiterglückwunscH für Dr. Wiestha- Dinirm m UW WOIIVn aa Oauleiter hat an Dr. Hermann Wies- Zur Zeit werden wieder Freiwillige fiir die thaler in Marburg-Drau. der sich unvergeß-Waffen-## eingestellt. Meldung kann für alle Verdienste um das Deutschtum in der Truppengattungen erfolgen, wie; Infanterie, erSteiermark erworben hat, aus Anlaß der Artillerie, Panzer. Gebirgstruppen, Nachnch-..... tentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen und Sanitätseinheiten. Angehörige der berggewohnten Bevölkerung können sich in erster Linie zu den Gebirgstruppen der Waffen-ff melden. Eingestellt werden: Freiwillige auf Kriegsdauer, vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 45. Lebensjahr; Freiwillige mit 4'ijähriger Dienstver-pflichtung, vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 31. Lebensjahr: Freiwillige mit 12-jähriger Dienstverpflichtung, vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 23. Lebensjahr. Mindestgröße 170 (bis zu 20 Jahren ItiS cm in Ausnahmefällen). Der Dienst in derWaffen-ff ist Wehrdienst! Auch von der Wehrmacht Gemusterte können sich melden, dürfen aber noch nicht ausgehoben sein. Jedem in die Waffen-#^ eintretenden Freiwilligen steht bei Bewährung die Führer- und Unterführerlaufbahn offen. .Abitur ist hiefür nicht Voraussetzung. Entscheidend ist Führung und Leistung als Soldat. Meldungen als Freiwillige können erfolgen bei allen Gendarmeriedienststellen, Polizei, sowie bei der Ergänzungsstelle Alpenland (XVlil) der Waffen-f^. Salzburg-Aigen, Gylenstorm-gasse H. Ankündigung der nächsten Annahmeuntersuchungen für die Waffen-#^ im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe, Alles Nr den Sieg I Versammlung des Stelrischen Heimatlwndes in Rcichenburg In der Ortsgruppe Reichenburg, Kreis Rann, fand eine Versammlung des Steirischen Hei-matbunaes statt, an der über 400 Volksgenossen teilnahmen. Nach der Eröffnung durch Ortsgruppenführer Presker sprach Kamerad Paidascb aus Rann, dessen Ausführungen von den Teilnehmern begeistert aufgenommen wurden. Die Reichensteiner Werkskapelle pb mit ihren Weisen und Märschen der Ver Sammlung ein testliches Gepräge. Dorfein^atz In Dornau Singen ond Klingen In Schloss Oberpenao Anfang Juli kamen IfiO Mädel aus Steiermark und aus Wien in die Untersteiermark, um den Bauern bei ihrer Arbeit zu helfen. Nun ist die Arbeit getan und schwer war der Abschied von der Bevölkerung, die die Mädel lieb gewonnen hatte. Die Hauern baten die Mädel, nächsten Jahre wieder zu kommen und luden sie zur Weinlese ein. Auf br-schmückten Wagen wurden die Mädel nach Pettau gefahren und vor der Banndienststelle wurde dem Baiitr das letzte Mal die Hand gedrückt. Am Nachmittag berichteten die Dorfschafts-fiihrerinnen dem Kreisführer, dem Bannführer und der Bannmädelführerin den Verlauf des Einsatzes. Am ersten Einsatztag waren insgesamt 57 jWädei in Rann bei Pettau, Haidin, Treun, üolldorf, Kranichsfeld, Winterdorf, Margareten, Thomasberg aufgeteilt. Die Mä-des führten insgesamt 8 Morgenfeiern, 7 Dorfnachmittage und 9 Kindernachmittage und außerdem den regelmäßigen Dienst mit der weiblichen Jugend durch. Die Abschlußfeier fand im Schluß Ober-pettau statt. In Anwe.senheit des Kreisführers und zahlreicher Gäste wurde die Feier mit dem Lied »Wir gehen als Pflüger durch unsere Zeit« eröffnet, dem ein Sprechchor folgte. Der Kreisführer sprach den Mädeln Dank und Anerkennung aus und betonte die Notwendigkeit des volkspolitischen F'insatze« in der Untersteierniark. Für die Pettauer Bevölkerung führten die Mädel noch einen bunten Abschlußabend durch. In bunter Reihenfolge wechselten Volkslieder, Stegreifspiele und Volkstänze. Das offene Singen fand besonderen Anklang. .Am nächsten Tag zogen die Mädel mit dem stolzen Bewußtsein, eine gute Arbeit geleistet zu haben, heimwärts. ni. Tod einer anKeseheiien Marburgcrin. Unerwartet verschied am Samstag Frau Luise von Millinkowitsch. die Gattin des in Marburg im Ruhestande lebenden IJnien-schiffskapitäns Milan Ritter von Millinkowitsch. Die Verstorbene, die eirier angesehenen Familie in Kassel entstammte, erfreute sich ob ihres edlen und leutseligen Wesens allseits größter Wertschätzung. Vorliilillldies Spendenergebnis Im Gau Steiermark 835 040 RM bei der letzten Haussammhi ng — Große Gebefreudigketl auch im Unterland Bei diT 5. Haussammlung im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz am Sonntag, den 2. d. M., wurde in der Stei- Haussamnilung ein Gesamtergebnis von 835 040 RM erzielt wurde. Die unterstcirischen Kreise melden fol- crmark das beste Ergebnis aller bisheri-, gende Ergebnisse: Ciili 52 000 RM, Lul gen Haussammlungen für das DRK und aller bisherigen Opfersonntage für das Kriegs-WHW erreicht. Die Haussammlung erbrachte im Reichsgaii 645 040 R.M gegenüber 481 964 RM bei der gleichen Sammlung im Vorjahr. Die Steigerung beträgt somit .34 v. H. Hinzu kommen noch 100 000 R.W aus der Untersteiermark, so daß in der Steiermark bei der letzten tenberg 7000 R.NA, ,\\arburg-Land .36 000 R.V\, Marburg-Stadt 42 000 RM, Pettau 24 000 R.M, Rann 18 000 R.W und Trifai! 11 000 RM. Der Kreis .Marburg-Stadt liegt mit einem Haushaltsdurchschnitt von 2,25 RM an der Spitze s<1mtlichcr untersteiri-schen Kreise und an fünfter Stelle in der Gaurcihung. Buch eingetragen? Er brauchte nicht lange | hatte. Nun waren sie alle in auskömmlichen zu suchen und sich in die Noten zu vertiefen. | Stellungen, und einige waren im Begriff. »hohe Tierer zu werden. Nach den l.ebensberichlen folgte das fröhliche Beisamensein, imd nun blieb Kränkel Jener Jahrgang war ein besonders schlechter gewesen, fast so schlecht wie die Klassen, mit denen er sich jetzt abzuquälen hatte ... Er beschloß, nicht zu dem Wiederschensfest zu gehen, vergaß aber im Drange der Arbeit abzuschreiben, So geschah es, daß an dem betreffenden Abend das Telefon ertönte und eine Stimme sich ebenso höflich wie energisch erkundigte, oh man mit seiner Anwesenheit rechnen dürfte. A\an habe mit dem Beginn der Feier noch gewartet, denn es sei ihnen eine ganz besondere Freude, ihren alten Lehrer wiederzusehen. Diese Höflichkeit war nur mit Höflichkeit zu vergelten, imd su machte sich Kränkel von einem Ende der Stadt zum anderen auf den Weg, nicht ohne zuvor noch einen Blick in das verstaubte Büchlein mit den vielen schlechten Noten geworfen zu haben... Aus dem kleinen Festzimmer tönte ihm froher Stimmenlärm entgegen. Die Begrüßungsansprache war längst vorüber, die ehemaligen Klassengenossen waren nun dabei, sich ihre Lebensschicksale zu erzählen. Sic begrtlßten ihn mit lautem Jubel; aber er bat sie, >in ihren Berichten fortzufnhrriK und setzte sich still in eine Ecke, die einzelnen Gesichter studierend. Die meisten der Anwesenden erkannte er allmählich wieder, aber was war aus ihnen geworden! Sehr viele waren in Uniformen erschienen, Flieger snßen neben Seeoffizieren, zwei Führer des Arbeitsdienstes h'>tten einen Forstbeamten zwischen die gewesL'uen, nur mit stiller Furcht /.u denken vermögen. Viele Inhrgängc hatte er ^ , groß werden sehen, viele Jahrgäng^e hatte er sich. Bunte Lebensschicksale wurden erzählt. mit guten Wünschen entlassen. Er konnte' zu Lande, zu Wasser und in der Luft, schwer sich nicht mehr auf alle besinnen. Sic aber, hatten es einige besonders in den deutschen hatten ihn, wie er damals gewesen war. nicht Notjahren gehabt — aber nicht einer war aus ihrem Tiedächtnia verloren , Wozu unter ihnen, der nicht seinen Weg geRangen . , halte er iedoch alle die yuien imd schlechten wäre. Auch von denen nicht, denen er so oft. ner kleiner Rede, die ihm die ( berrasehunp Noten der verschiedenen Jahrgänge in sein . schlechte Noten in das Noti/.buch geschrieben i dieses Abends eingab. Niemals hatte er ui nicht länger einsamer Zuhörer. Ein par der »Ehemaligen« setzten sich zu ihm, und fröhliche Stimmen schwirrten durcheinander. Die lateinischen Tempi sitzen heute noch! Wissen Sie noch, Herr Studienrat, wie Sie mich im Examen vorhatten? Was hatte ich für ein Schwein, daß Sic mich gerade nach den Re-Reln fragten, die ich konnte!« Kränkel lächelte die großen, mächtig gewachsenen und bildhübschen Menschen hilflos an. Zu viele hatte er geprüft. Das wußte er nicht mehr, was er vor zehn Jahren gefragt hatte ... >Wissen Sie noch, wie Sie mir eine Stunde Arrest gaben?« fragte ein anderer. -»Na, sie hat mir nicht geschadet«, fuhr er tröstend fort, als Krftnkcl ihn unsicher anblinzelte »Und zu uns haben Sie gesagt«, riefen vier auf einmal, »wenn ich aus euch Vieren doch einen Kopf machen könnte!« Diese Bemerkung war Kränkel nicht fremd, denn er gebrauchte sie jetzt noch häufig. Vier große, ausgewachsene Kerle lachten ihn an. Siehe da, es hatte jeder seinen eigenen Kopf behalten, und es war gut so, denn bei jedem dieser prächtigen Menschen schien der Kopf auf der rechten Stelle zu sitzen. Während die anderen fröhliche Lieder zu singen begannen, setzte sich noch einer zu ihm und begann mit ihm über neue wissenschaftliche Probleme zu sprechen. Er war Kränkeis Fachkollege geworden und schien nicht übel Lust zu haben, mit seinem alten Lehrer ein Examen zu beginnen, ob er mit der Wissenschaft Schritt gehalten hätte . . Ehe die Wogen der l-röhlichkeit zu hoch gingen, verabschiedete sich Kränkel mit ei- sei?ier alten Klasse so viel Beifall gefunden. Er sagte, daß die schlechte Klasse im Begriff m sein scheine, sehr gut im Leben abzuschneiden. Jeder mache von seinem Kopf den tiebrauch, den ihre Zeit verlange. Er habe einst sehr viel Sorge und Kummer mit ihnen gehabt. A\it Unreclit, wie er heute sehe! Sie iiätten die Aufgaben ihrer Zeit in Angriff genommen, und es scheine, daß jedem von ihnen die Lösuno gelinge, Mit den Regeln, die sie damals bei ihm gelernt hätten, könnten sie ihre Zeit freilich nicht meistern. Aber wenn er sie angelernt hätte, überhaupt an Aufgaben heranzugehen, so sei seine Arbeit nicht vergebens gewesen. Die Regeln, die für ihre Zeit gälten, müßten sie selber finden — und sie würden sie finden! Denn dies habe er im Wechselspiel der Kräfte von seiner alten Klasse gelernt — daß auch ein Leher nicht zu vorschnell in seinem L'rteil sein solle! Bei Licht besehen ... In den meisten nach Romanen gestalteten, einst äußerst erfolgreichen Schauspielen der Charlotte Birch-Pfeiffer, die 1860 in Berlin starb, spielte ihre Freundin, die Schauspielerin Stich, meistens die Rolle der Heldenmütter. Als die herbe, energische und nicht gerade mit SchCinheit begnadete Künstlerin eines Abends durch eine, von Petroleumlampen dürftig erhellte Berliner Straße heimwärts ging, trat plötzlich ein junßer Mann an ihre Seite und fragte: »Darf ich das schöne Kind nicht begleiten?« Darauf die Stich im schönsten Berlinerisch; Ach Hotte doch. Sie tollkühner junger Mann! Aber !*paren Sr sich bitte, Ihr Angebot mal bis zur nächsten Laterne auf...< SeHe 6 >A^tTrbiirp;er Zeitung« 10 Aup;ust 1942 Numtner 222 „Frok 10 Min iKdail es wenig..." In Dornau gab der Mädeleinsatz als Iluhc-punkt ihrer Arbeit einen Dorfnachmittag. Mit dem bekannten Kanon »Froh zu sein bedarf es wenige wurde er eingeleitet. »Die Läuse-bankc wurde mit stürmischer Heiterkeit aufgenommen. Dann folgten einige Volkslieder, die freudig mitgesungen wurden. Es war wirklich ein harmonischer Zusammenklang. Das Spiel >Der Mord auf der Wendeltreppe« war eine fröhliche Attraktion. Wieder folgten Volkslieder und schöne Volkstänze, die den Bauern viel Freude machten, zumal auch ihre Mädel so zur Verschönerung des Dorfnachmittags beitragen konnten. Das lustige Märchenspiel »Der Schweinehirt« beendete den lustigen Dorfnachmittag, der allen Besuchcrn viel fröhliche Stunden brachte. Kleine ChronlH m. Generalkonsul Dr. Hans Brosch gestorben. Dieser Tage erlag der Leiter des deutschen Konsulats in Laibach, Generalkonsul ür. Hans Brosch, im Alter von 59 Jahren einem Herzschlag. Sein Tod bedeutet einen schweren Schlag für die deutsche Kolonie in Laibach; der Verblichene hatte sich durch ^cin liebenswürdiges und stets hilfreiches Entgegenkommen alle Herzen gewonnen und war in den drei Jahren seiner Tätigkeit in Laibach immer, besonders aber in den kritischen Tagen vor dem Eintritt Jugoslawiens in den Krieg, energisch für die Interessen der Deutschen eingetreten. m. Todesfälle, fm Marburger Kraiikeniiausc verschieden: Johann Pirker, IJauleiter, 45 Jahre alt; Felix Moser, Bahnsclilosser i, R., 63 Jahre alt, aus der Haydncassc in Hrunii-dorf. In der Kärntnerstraße 19, MarburK, starb im hohen Alter von 83 Jahren die Bäckermeisterswitwe Maria Ziniiauer. In Brunndorf bei Marburj;, Lenibaciierstraiie I-, ist der Straßenarbeiter Franz Mischko im Alter von 48 Jahren gestorben. Am 6. Au-jrust verstarb in Lanßental, Qeincinde Ober-Kunißund, die Oberlehrerswitwe Luise Roscli-ker Im 87. Lebensjahre. m. UnfalL Der in einein Steinbruch in Ober-Kunißund bei Marburg beschäftiRtc 32-jähriKe Hilfsarbeiter Josef Lukas, derzeit in einem ArbeitslaRer, stürzte bei der Arbeit im Steinbrucli 15 Meter tief und erlitt dabei einen rechten Unterschenkel- und Knöchelbruch. Fr wurde vom Deutschen Roten Kreuz ins Marhurjier Krankenliaus überführt. m. Vorreitige Abwicklung von Transporten noch vor dem Herbstverkehr. Auf die an anderer Stelle abgedruckte Bekanntmachung der Reichsbahndirektion Villach, im Hinblick auf die derzeit günstige Wagcniage schon jetzt den Versand und Empfang von Rohstoffen, Fertigerzeugnissen usw. abzuwickeln, wird wegen der Bedeutung und Wichtipkcit besonders hingewiesen. Jeder Verkehrtreibende muß damit rechnen,* daß die Deutsche Reichsbahn den Wagenanforderungen nach dem Einsetzen des Herbstverkehrs nicht mehr oder nur noch in ganz geringem Umfange wird entsprechen können. Mädel schaffen frendig im Kreis Lnttenlierg j Auch im Uriaub MU »Hü« und »Hott« zum Einsatiort Heiße Sonnenglut liegt über den reichen Kornfeldern, deren Ähren sich schon für den Schnitter beugen. " Wie Goldstreifen liegen sie vor uns und eine große Stille liegt über ihnen. Von weitem hört man den metallenen Klang der Sense und ein leises Wortgeplät-scher tönt zu uns herüber. Schmale Wege führen uns zu den arbeitenden Menschen. Da kommt uns schon ein lachendes Mädel entgegengelaufen, es ist die Dorfschaftsführerin des Erneteinsatzes in diesem Ort. Braungebrannt mit von der Arbeit geröteten Wangen und leuchtenden Augen erzählt sie uns von ihrer Arbeit und ihren A^ädeln, die alle begeistert vom Ernteinsatz sind, und führt uns dann in das Einstazlnger. In einem großen Zimmer eines Bauernhauses haben die Mädel für vier Wochen ihr Quartier aufgeschlagen. Blitzblank vor Sauberkeit ist alles darin. Neben den 6—7 Betten und anderen notwendigen Einriclitungsgegen-ständen grüßt uns noch ein Tisch mit frischen Wiesenblumen. Richtig wohlfühlen kann man sich darin. Dann fängt das Mädel zu erzählen an, wie sclnin es war, als sie mit ihren Mädeln nach einer langen Bahnfahrt endlich an der Endstation anlangten und sie von den Bauern mit dem Wagen abgeholt wurden, Hü-hot, ging es über die holperige Dorfstraße in den Einsatzort. Dort angekommen, dauerte es nicht lange, bis sie sich wohnlich einrichteten. Jeder Bauer, hei dem ein Mädel ihren Ernteeinsatz ableistete, spendete eine Bettstelle. Blumen wurden auch gleich geholt und das neue Heim war fertig. Am nächsten Morgen begannen sie mit der Arbeit. Um 6 Uhr — fast mit dem ersten Hahnenschrei — hieß es aufstehen, ganz schnell mit kaltem Brunnenwasser abgewaschen und zum Morgenappell angetreten. Dann geht es zu den Bauern, Schnell haben sie sich mit diesem angefreundet und gelten heute schon als alles Glied der Familie. Sie helfen in Haus und Hol, auf Wiese und I'eld. Ist das Tage- werk vollbracht und der Feierabend bricht an, kommen sie wieder alle in ihrem Lager zusammen. Oft sind sie auch müde von der getanen Arbeit, doch immer haben sie Zeit für ein lustiges Lied oder für Vorbereitungen zu ihren Veranstaltungen. Die Jüngsten des Dorfes freuen sich schon immer auf den Sonntag, denn da widmen die Mädel ihre ganze Zeit ihnen. Mit lustigen Liedern wird auf die Dorfwiese marschiert, gespielt und kleine Tänzchen gemacht. Die ganz Braven bekommen dann einen wunderschönen bunten Papierhut aufgesetzt und sind darauf mächtig stolz. Aber nicht nur die Kleinen können sich am frischen Treiben der Mädel freuen, auch für die übrige Bevölkerung werden Dorfabende und Singstunden durchgeführt. Großvater greift dann mit Mühe nach seinem Stock, denn er darf doch auch nicht fehlen und Großmutter nimmt ihr Fei-ertagsgewand aus der Truhe und freut sich wie ein junges Mädchen auf die netten Stunden mit der Jugend. Oft zieht dann die ganze Mädelschar von Hof zu Hof und singen den Bauern einige ihrer lieben Volksweisen vor. Zur Belohnung gibt es dann eine Schale Milch, Topfenstrudel oder eine Handvoll schön reifer Pflaumen oder Frühäpfel. Die Dorfbewohner von Freudenau, Schöpfendorf, Leitersdorf, Zween, Mautendorf, Klein-Sonntag, Steinztal und vielen anderen Orten kfinnen sich das Leben ohne den frohen, einsatzbereiten Mädeln, die trotz der Arbeit noch Zeit finden, ihre Bauern mit ihren Liedern und kleinen Festen eine Abwechslung zu bringen, nicht mehr vorstellen. In 14 Dörfern des Kreises Luttenberg geht es so frisch und fröhlich bei Arbeit und beim Spiel zu. !i{) Fülirerinnen aus dem Gebiet Wien und der Lehrcrinnenbildungsanstalt in Marburg verbringen dort freudig ihren Feriendienst. Fest haben sie sich die Worte: »»Ernteeinsatz ist Ehrenpflicht« ins Herz geschrieben und ihre Einsatzbereitschaft und Tatkraft beweist, daß sie dieser Aufgabe gewachsen sind. wollen Sie die „Marburger Zeltung" leienl Wenn Si* varreism, melden Sie ihre neue Antchfiit (Anschriftänderung) dem zuständigen Postamt. „Harbnrger Zeitino' in. Von der Universität Graz. Der Führer hat den o. Professor Dr. pliil. Nikolaus Rlio-dokanakis /.uioIkc errciclitcr Altersjirenze von den aiutllclieii Verpfllelitunjjen entbunden und llim für sein erfolßreiclics akademisches Wirken Anerkennuni: und Dank ausgesprochen. IM. Verdienter Bauer wird Kcetirt. Am 7. August nahm Kreislcitcr ScliöninKcr in Beisein des Kreisbaucrm'iilucrs F'ruuwallner die F.hrunji verdienter Bauern des Kreises Mur-eck durch ÜberrcicliuuK der vom iMilircr verliehenen \crdicnstkreuze und -mcdaillcn vor. F]r betonte. daB ihnen die Auszeichnung die besondere X'erpfliclituns auferlcKe, im Sinne des l'ülircrs in ihrer, der l">nälirunK des X'olkes dienende Arbeit auch weiterhin beispielgebend voran zu ijehcn und dadurch ihren Simi für die Gemeinschaft, die Krund-lesrend für das Gelingen alles Großen sei, zu bekunden. Hamburg und sein unheimlicher Gast 7600 Tote forderte vor 5(J Jahren die Cholera In Afghanistan brach eine Choleraepide-mie aus, die zahlreiche Opfer forderte« . . . Niemand nahm weiter Notiz von dieser Zci-tungsmeldung, die ini April 189i durch die Presse ging. Afghanistan, das war »irgendwo weit dahinten«. Afghanistan war weit Kurze Zeit darauf wußten'die Zeitungen zu berichten, daß die Seuche in Kabul und Teheran, nach Wochen in Rostow, in Odessa und in Petersburg ausgebrochen sei. Nun ja, das waren Städte am Rande der Welt. Man machte sich keine Sorgen. Dann wurde das Auftreten dieses unheimlichen Gastes aus der Nähe von Paris gemeldet Das war, als in der Seinestadt die heißen Tage angefangen hatten. Man wurde stutzig, man fing fu, über die Cholera zu sprechen, die den menschen anpackt und umwirft, die selten ein Opfer aus den Klauen läßt. Doch man vergaß sie wieder, bis jener Tag in Hamburg kam. jener 16. August 1892. Die Bewohner der großen Hafenstadt an der Elbe waren sich darüber einig, daß sie einen so heißen Sommer seit Jahren, seit Jahrzehnten nicht gehabt hatten. Der t:lbc-Strom vor den Toren der Stadt schien von dieser Hitze wie ausgedörrt;, träge rannen seine Wasser dahin. Auch der Maurergeselle Kühler empfand die Schwüle wie einen Albdruck als er morgens zur Arbeit ging. Er war vollkommen gesund und munter. Am Abend deckten die Ärzte des Neuen Allgemeinen Krankenhauses ein weißes Tuch über seinen schwärzlich angelaufenen Körper. Der Maurergeselle war, daran herrschte bei den Wissenschaftlern kein Zweifel — an der Cholera asiatica gestorben. Die gräßliche Seuche, der unheimliche Gast aus dem Osten, war in Hamburg eingekehrt. Die Cholera wütet. Sie wütet unbarmherzig wie. ein entfesseltes Element. Menschen erkranken auf der Straße, sinken nieder, verzerrten Gesichts. Winden sich in qualvollen Krämpfen. Werden fortgeschafft. Am anderen Morgen sind sie schon gestorben. Rasch greift die Cholera um sicli. Am 24. August sind es um 21X) Tote, die gezählt werden. Am 25. noch mehr. Jeden Tag steigt die grausige Ziffer. Erreicht in den nächsten Tagen Zahlen, die an 500 täglich herankommen. Und kein Nachlassen der Hitze. Aus Berlin sind Robert Koch und Regierungsrat Dr. Raths eingetroffen. Koch stellt fest, daß die Cholera durch den Kommaba- zillus übertragen wird, er ordnete an, daß das Trinkwasser abgckoclit werden nniß. Die Cholera wütet weiter. Hamburg ist eine Insel geworden, eine verfeir.te Stadt, abgc-schnittcn von der Welt. Nienumd, auch wenn er wollte, kann die Stadt verlassen, weil ihn niemand auswärts aufnehmen würde. Doch diese Stadt gibt sich nicht verloren, und wenn in den Baracken — die Krankenhäuser reichen lange nicht mehr aus — von 3lK) Eingelieferten die Hälfte an einem Tage stirbt. Und langsam gewinnt der Heldcnkampf der Hamburger an Hoden. Die Seuche weiciit, sie fordert weniger Opfer und erlischt Ende Oktober, als die kalte Jahreszeit beginnt. Woher kam sie eigenilich, diese unheimliche Gottesgeißel, die 7()(M) Tote forderte und 17 983 Mensciien auf ein dualvolles Krankenlager warf? Wer hat sie einge-sclileppt? Uber iliese Frage ist nie restlv)sc Klarheit geschaffen worden. Man sagt, es seien fremde Seeleute gewesen, Russen oder Franzosen, die den Keim, die Erreger aus ihrem Land mitbrachten. Zu der Frage der raschen Ausbreitung hat kein geringerer als Robert Koch das Wort genonnnen. Es lag am Wasser, an mangelnden hygieinschen Zuständen. Das Hamburger Trinkwasser war ein Herd von Bazillen und Mikroben, eine Sannnelstelle von vielerlei Schmutz und Unrat. Robert Kocli sagte: Dies "Wasser und der Konnnabazillus haben die Schuld. Es erhob sich Widerspruch. Pettenkofer, der große Pettenkofer, erklärte: Der Kojji-mabazillu^ allein kann es nicht gewesen sem. Es muß bei einer solchen Epidenüe überhaupt eine zeitliche, örtliche und individuelle Disposition liiiizukonnnen. Um seine Ansicht zu erhärten, trank Pettenkofer vor seinen Studenten gezüchtete Kulturen des Choleraerregers hinunter. Es passierte ihm nichts. Er blieb gesund. Der Streit ging noch eine Weile weiter, dann wurde er vergessen. Auch der Schrecken der Cholera, die die stolze Haiumonia so furchtbar geschlagen hatte, verblaßte. Die Zeit strich mit linder, leiser Hand über die vielen Wunden, die Narben heilten. Heute gehört das Cholerajahr der Hansestadt schon lange der Geschichte an. In den fünfzig Jahren, die seitdem verflossen sind, hat sich die schöne, stolze Hannnouia vorbildlich hygienisch eingerichtet. Der grausame Gast aus dem Osten wird weder liier noch an einer anderen Stelle des Rcicites jemals wieder Opfer finden. F. P. m. Vorbereitung auf die Mcisterprüfuns durch Fernunterricht. Der Reiclisstand des Deutschen Handwerks und das Berufserzie hungswerk für das deutsche tlandwcrk haben die Möglichkeit geschaffen, daß sich Interessenten, die sich der Meisterprüfung im Handwerk unterziehen wollen, auch durch F'errmnterriclit vorbereiten können. Obwohl \()rbcrcitungskursc auch bei der Handwerkskammer in Graz sind, besteht nun die Möglichkeit, daß sich jeder Volksgenosse, der einmal ein Handwerk selbständig ausüben will, wozu er unbedingt die Meisterprüfung nachweisen muß, dieser Einrichtung bedic neu kann. Alle Interessenten können bei den Krcisliandwcrkerschaften Amiielde-Vordrucke kostenlos erhalten, worauf der erforderliche Lehrstoff zugesandt wird. Die in den Lehr briefen zugesandten I'ragen sind zu beantworten und werden durch die Fernschule überprüft. Auf diese praktische Einrichtung wird verwiesen und besteht somit die Möglichkeit, daß sich jeder Handwerksgeselle mit verhältnismäßig wenig Kosten an seinem ständigen Wohnorte schult und für die Meislerprüfung vorbereitet. m. Bircits fünf Menschen das Leben ge rettet. Am Aug, gegen 20 Uhr, begab sich die in Fricdau Nr. 165 wohnhafte, 22jährige, am Stadtanite Friedau angestellte Paula Iwa-nnscha, in den Draufluß um zu baden. Dabei schwamm sie ca 1 km des Flusses abwärts und beabsichtigte vor der im Bau befindlichen Draubrücke gegen das linke Drauufer zu kommen, was ilir mißlang. Sie wurde bei der Brücke, wo der F'lnß eine reißende Stelle einnimmt, mitgerissen. Sie rief nm Hilfe. Es gelang ihr noch, die von der Brücke noch t)0 m entfernte Schiffsmühle des Mühlenbe-sitders Jeremitz zu erreichen und klammerte sich an der Kette, an der die Mühle festgehalten wird. Die Hilferufe wurden vom Mühlenbesitzer Johann Jeremitz, der vor der Mühle stand, gehört. Es gelang ihm, die in Lebensgefahr schwebende Paula Iwanuscha, die sich vom rechten Boot ca 1 m entfernt an der Kette festgehalten hatte, an den Haaren zu erfassen, mit Hilfe des inzwischen hinzugekommenen Ludwig Borko in das Boot zu bringen und sie vor dem Ertrinken zu retten. Es ist bereits das fünfte Mal, da Johann le-remitz-Friedau In Lebensgefahr schwebenden Volksgenossen Hilfe brachte und sie vor dem sicheren Tode rettete. m. Preissenkung im Gaststättengewerbe« In einem genieinsamen Erlaß an die Preisbildungsstellen haben der Reichskommissar für die Preisbildung und der Staatssekretär für Fremdenverkehr mit Rücksicht auf die kriegsbedingten Leistungsminderungen der Gaststätten und die veränderten Verhältnisse im Beherbergungsgewerbe die Nachprüfung, der Preise dieser Betriebe angeordnet. In dem Erlaß sind Richtlinien gegeben, nach derten die Preise der Gaststätten für Speisen, Kaffee und Wein und die Preise für Hotels und der Pensionen für Zimmer, Tages- und Halbpensionen und Frühstück, soweit sie den gegenwärtigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen, zu senken sind. Das Ausmaß der Senkung bestimmen die Preisbildungsstellen, die sich dazu mit den örtlichen Vertretungen der Wirtschaftsgruppe »Gaststätten- und Beher-bergungsgewerbe« in der Heicnsgruppe »Fremdenverkehr« in Verbindung setzen, an Hand der erwähnten Richtlinien je nach den örtlichen Verhältnissen. m. Neue Sonderbriefmarke. Vom 8. August 1042 an gibt die Deutsche Reichspost aus Anlaß der vom 15, August bis 15. September 1942 stattfindenden Wehrkampftage der SA eine Sondermarke zu 6 Rpf ab. Der Entwurf des Wertzeichens, das eine Abbildung des SA-Wehrabzeichens zeigt, stammt von dem Künstlerehepaar Axter-Heudtlaß, Berlin. Die Marke wird bei allen Postämtern bis Ende September abgegeben. m. Weitere VolkstMwegungeii. Die Gemeinde Süßenheim meldet in der Zeit vom 29. Juni bis 3. August vier Geburten. Den Bund fürs Leben gingen ein Franz Richter mit Maria Roniich, gestorben sind Maria Dro-binz und Paul Sciiarlach. — Das Standesamt Kranichsfeld verzeichnet im Monat Juli 11 Geburten. Die Ehe schlössen: Anton Rozics mit Mat-garete Kukowitsch, Ernst Scherbetz mit Maria Welza, Wilhelm Franke mit Justine Pototschnik, Anton Simonitsch mit Angela Jager und Johann Bresnik mit Stefanie Wergles. Sterbefälle wurden nur drei verzeichnet. — Beim Standesamt Pettau wurden den in der Zeit vom 26. JuH bis 2. August 11 Geburten gemeldet. Getraut wurden: Leonhard Klingsbiegel mit Maria irschitsch. Gestorben sind: Ludmilla Trscheschnik, Franz Pototschnik, Helmut Hutter, Johann SUiga, Johann Tschech, Maria Erbus und Alois Masten. — In Tüchern wurden in der vergangenen Woche zwei Kinder geboren. Die Ehe gingen ein: Alois Seme mit Darina Martina Jawornitz, Bartholomäus Paulitsch mit An-t-^nia Jasbinschek und Johann Romich mit Agnes Kowatsch. Gestorben sind im gleichen Zeitraum Stefan Sawerschek und Hank To-wornik. — Das Standesamt Windischfeistritz berichtet für die Zeit vom 16. bis 31. Juli 11 Geburten. Den Bund fürs Leben schlössen I Hilfspolizist Swetozar Ipawetz mit Juliane Isternad, beide aus Windischfeistritz. IMC du 9xau Das Halliiarniaclien in Flasclien Mehr und mehr qoht man dazu über, einige Obstarton in Flaschen ohne Zucker haltbar zu machen. Die Flaschen müssen vorher qut gereinigt und umgekehrt zum Austrocknen hingestellt werden. Heidelbeeren: Verlosen und waschen; im eigenen Saft 5 Minuten kochen und heiß in die sauberen, geschwefelten Flaschen füllen. Diese verkorken und mit Siegellack versehen, Bei Verbrauch; Heidelbeeren mit Zucker abschmecken. Tomatenmark; Tomaten waschen, zerschneiden, weicbkochen und durch ein Sieb streichen,. Danach die Masse noch etwa 10 Minuten kochen und heiß in die sauberen, erwärmten Flaschen füllen. Zum Schluß etwas öl darauf geben und die Flaschen mit Zellophanpapier verschließen. Neue Karfolfein — ganz delikat Zum Teil kann die Wochenration an Kar-totfeln bereits von neuen Kartoffeln geliefert werden. Die ersten neuen Kartoffeln waren von jeher eine freudig begrüßte Delikatesse. Man sollte die neuen Kartoffeln unbedingt mit der Schale zubereiten. Die Schalc ist so dünn und zart, daß in vielen Gegenden sogar die Gepflogenheit besteht, die Kartoffeln nach gründlichem Säubern und Bürsten nicht nur mit der Schale zu kochen, sondern auch zu essen. Auf jeden Fall aber werden die neuen Kar-totleln als Pollkartofleln gedampft oder gekocht. Nach Möglichkeit kann man sie durch Zugabc von etwas Salz und Kümmel noch schmackhafter machen. Werden sie dann schnell in der Küche abgezogen und kommen heiß und dampfend auf den Tisch, vielleicht sogar mit etwas Petersilie bestreut, so werden sie restlose Anerkennung finden. Muß noch besonders betont werden, daß auch für den Eintopf nur Pellkartoffeln in Frage kommen? Eigentlich Ist es selbstverständlich. Die Kartoffeln werden in diesem Fall nicht ganz gar gedämpft oder gekocht, dann wird schnell die Schale abgezogen. Die Kartoffeln werden schließlich dem Eintopf, in dem die übrigen Zutaten schon fast gar sind, beigegeben. Die neuen Kartoffeln eignen sich besonders gut für die schmackhaften Backblechkartof> fein, Die gründlich gesäuberten Kartoffeln werden halbiert, die Schnittfläche mit etwas Salz und Kümmel bestreut und nebeneinander auf ein Blech gesetzt, das mit dem Ein* Wickelpapier von Butter oder Margarine eingerieben wurde, und in 30 bis 40 Minuten im Ofen gar gebacken. Die Schale wird hierbei natürlich mitgegessen. Diese Kartoffeln eignen sich als Beigabe zu jedem Gemüse oder jedem Salat und zeichnen sich durch besonders herzhaften und kräftigen Geschmack aus, Tips llr die Hansiran Wäscheleinen waschen sich am besten, wenn man sie auf Brett wickelt und mit der Bürste und Seifenwasser abreibt. Eingetrocknete Schuhcreme kann man mit ein paar Tropfen Milch wieder flüssig machon. Speisen kühlen ohne Eis kann man mit einem irdenen Blumentopf, Man tauche ihn einige Zeit in kaltes Wasser, stülpe ihn über die Speise, und stelle das Ganze in den Durchzug. f Nummer 22L »Marburger Zeltung« 10. August 1942 Seit« 7 iDiOsdutU X Tabak aus der Ukraine. Der deutsche Reichskommissar für die Ukraine hat eine Ausdehnung der Tabakanbaufläche in der Ukraine auf 60 000 ha angeordnet. Diese soll sich gegenüber dem Vorjahr um 20% ver-qrößern. Die erweiterte Fläche soll im laufenden Jahr mit je 6 verschiedenen Sorten von Machorka und Orienttabaken sowie mit Zigarrentabak bepflanzt werden. Deutsche Sachverständige sind zur Beratung der Ta-bakpflanzer eingesetzt worden und deutsche Firmen machen bereits Aufbauversuche mit deutschem und ausländischem Tabak. Größere Flächen in der Ukraine sollen auch mit ostpreußischen Tabaken bepflanzt werden, um eine besonders starke nikotinhaltige Ernte zu erhalten. Tabak mit hohem Nikotingehalt, vor allem Machorl^a, wurde bisher schon zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft verwendet. Die Tabakfabrikation ist inzwischen soweit vorangetrieben worden, daß die meisten Fabriken in Gang gesetzt werden können. So wird dieser Tage, wie aus Rowno gemeldet wird, auf der Krim eine Zigarettenfabrik ihre Tätigkeit aufnehmen, die täglich 600 000 Zigaretten für den Truppenbedarf herstellen wird. Die Tabak-mengen, die nach Deutschland geliefert werden, sind ständig im Steigen. Es heißt, daß allein aus der Krim bisher mehrere 100 000 Kilo Tabak ins Reich geliefert wurden. X Japans kommende Vormachtstellung auf dem Weltteemarkt. Der von England untl Amerika provozierte Ostasienkrieg hat Japan nicht nur In seiner Versorgung mit wichtigsten Industriestoffen unabhängig gemacht. Er hat Japan u. a, auch zur führenden Teemacht der Welt gemacht, eine Eigenschaft, die vordem mit weitem Abstand Großbritannien zustand. Japan hatte zwar Im Welthandel schon immer eine bedeutsame Rolle gespielt. Seine eigene Tee-Erzeugung belief sich 1939 auf 57 470 t, zu denen noch die in Formosa geernteten Teemengen hinzukamen, die 1937 bereits 1294 t ausgemacht hatten. Die japanische Ausfuhr betrug im gleichen Jahr 16 146 t grünen Tee, der in erster Linie von den Vereinigten Staaten gekauft wurde, und 73^K) t schwarzen Tee. Mit dem siegreichen Vormarsch seiner Truppen sind dem japanischen Wirtschaff^be-reicli nunmehr weitere, umfangreiche Tee-pfanzungen zugefallen. Allein Niederländisch Indien erzeugte 1939 81 000 t, von denen es 69 941 t ausführte. Rechnet man die gesamle Tee-Erzeugung all der Uebiete zusammen, die heute von Japan kontrolliert werden, d. h. Chinas, Niederländisch-Indiens, Thailands und Indochinas sowie Japans, so ergibt sich, daß Japan rund der Welttee-Erzeugung beherrscht, die etwa zwei Fünftel der normalen Weltausfuhren stellte. Mit dem Aufmarsch der japanischen Truppen an den Grenzen Indiens ist nunmehr auch das größte unter britischer Kontrolle stehende Tec-Er-zeugungsland, das 1938 allein 204 960 t Tee erntete, in unmittelbarer Gefahr. Zum mindesten sind die indischen Teeausfuhren heute von dem japanischen Vordringen sehr stark betroffen, da die Durchfahrtsmöglichkeiten im Bengalischen Golf für die britische und verbündete Schiffahrt sehr gering geworden sind. Das gleiche trifft für die Ausfuhren Ceylons zu, das in der Teeproduktion an zweiter Stelle steht und 1939 insgesamt 103 447 t Tee erzeugte. Sport und Turnen Wiener Fussballtriumph in Marburg 90 Minuten hohe Schule lOr Marburgs FuBbalier — Wiener Sportklub 6:2 (5:1) siegreich gegen Marburgs Städteauswahl Zu einem wahren Fußballtriumph gestaltete sich das Gastspiel des viel gerühmten Wiener Sportklub, der am Samstag abends in einem technisch und taktisch überragenden Kräftemessen die Marburger Stadtauswahl mit 6:2 (5:1) niederrang. Die Gäste zogen alle Register ihres Könnens und zwangen schon von der ersten Minute an die diesmal in wirklich überraschend großer Anzahl erschienenen Zuschauer in ihren Bann. Man erlebte förmlich durch 90 Minuten erste Wiener Fußballschule mit allen ihren Eigenheiten und Feinheiten. Ihre hervorragendsten Kräfte hatten die Wiener in den beiden Verteidigern Kurtz und Radetzky sowie im Mittelläufer Merkel. Imponierend wirkte auch das Innenspiel Fiala-Jelinek-Gärtner, die aus allen Lagen schössen und so fast ununterbrochen das gegnerische Tor in Gefahr brachten, Sehr gut waren auch die beiden Flügelmänner. Die Marburger Mannschaft bot ein überaus aufopferndes Spiel, doch konnten sich die meisten Spieler in der ersten Spielhälfte nicht recht zusammenfinden. Erst nach der Pause spielten sie weniger befangen und gaben so zeitweise sogar einen gleichwertigen Gegner ab. Nur großes Schußpech und Unentschlos- senheil vor dem Tor vereitelten ein besseres Ergebnis. Vortrefflich hielt sich Macheinz im Die dratschen kmlenrlioxiiielsler Vor rund 4000 Zuschauern wurden am Sonntag in Hannover die Kriegsraeisterscbaf-ten der deutschen Amateurboxer abgesthlos-I sen. Es hat in dem fünftägigen Meisterschafts-^ turnier in Magdeburg und Hannover viele unerwartete Ergebnisse gegeben. Die deutschen Meister vom Fliegen- bis zum Schwergewicht sind: Koschier (Essen), Dietrirli Tor den an den Verlusttreffern kerne Schuld (Mainz), Strangfeld (Herten), Nürnberg (Po- J "k '.7 ^,1 n* verichteten ' Schneider (GG), Pepper (Dortmund), die beiden Verteidiger Schoball und Kraßnig. (Hamburg) und Runge (Wuppertal). Ausgezeichnet spielte Gaischek als Mittelläufer, etwas schwächer waren Janscheko-witsch und Pozeit 2 an den beiden Seiten. Das Sorgenkind war diesmal der Angriff. Die Stürmer legten sich allzu zaghaft ins Zeug und verpaßten so manche sich bietentre Chance. Am besten setzte sich hier noch Semlitsch durch. Den Trefferreigen eröffnete Kerner in der 8. Minute, dann folgten zwei Tore von Jelinek in der 12. und 37, Minute. Eine Minute darauf schoß Kral und in der 40. Minute noch Fiala ein. In der 43. Minute sicherte Heller den ersten Treffer für Marburg. Nach der Pause landete Jelinek im Alleingang in der ersten Minute den sechsten und letzten Treffer für Wien, worauf Semlitsch in der 6. Minute den zweiten Treffer für Marburg herausholte. Spielleiter war Schiedsrichter Schummer. Im Vorspiel einigten sich Rapid 2 und eine kombinierte Mannschaft der Reichsbahner für ein 3:3 (2:2). Radsportler auf der Aschenbahn Herausragender Erfolg des Edelweiß-Bahnrennens im Rapid-Stadion — Jugend und Grazer Hitler-Jugend in Front • Die schön angelegte Aschenbahn im Rapid- 3. Plevnik (Marburg) 11:01 Auch Deutsche Stadion in Marburg war Sonntag nachmittags der Schauplatz des zweiten großen Bahnrennens der Abt. Edelweiß der Marburger Sportgemeinschaft. Zu den untersteirischen Radsportlern gesellten sich auch die tüchtigen Rennfahrer der Grazer Hitler-Jugend, die mit den unermüdlichen Jungen der Deutschen Jugend Marburg in ritterlichem Kampf um die Sicgespalme stritten. In allen Gruppen und Klassen gab es harte Kämpfe, in denen unsere bekannten untersteirischen Rennfah-rerkanonen, diesmal mit dem unverwüstlichen und vorbildlich kämpfenden Gregoritsch aus Windischgraz an der Spitze, eine bestechende Form aufzeigten. Mit dem Eröffnungsrennen nahm die große Rrnnveranstaltung ihren Anfang, Als erstes Rennen wurde das Hauptfahren mit zwei Ausscheidungen durchgeführt. In der ersten Gruppe siegte Podmilschak in 13:05.03 vor Maschera und Peneff (Graz), während in der zweiten Gruppe Gregoritsch den Sieg in 14:24.02 vor Rakef und Horwath an sich riß. Im Finale gestaltete sich die Reihung (35 Runden zu 425 m) wie folgt: 1. Podmilschak (Sp. Marburg) 23:59.03 2. Maschera (Sp. Marburg) 23:59.19 3. Gregoritsch (Sp. Windisrhgraz) 25:19.02 4. Horwath (Sp. Marburg) 25:22.07 .5. Rdkef (Sp. Marburg) 25:21,10 Das nächste Rennen absolvierte die Deutsche Jugend und die Grazer Hitler-Jugend über 15 Runden: 1. Renner (Graz) 10:58.08 2. Lokar (Marburg) 11:00 00 Perlonfaser revolnflonlert die Textllwlrtschaft Auch kochfeste Perlonborsten — Der siebzigmal gewaschene Perlonstrumpf ReiOfestlgkeit 50 v. H. Uber Naturseide Auf der Internationalen Messe in Budapest 1942 (14. bis 24. August 1942) sind die vollsynthetischen Perlonfasern, -fäden, -borsten und -drähte zum erstenmal vor der Weltöffentlichkeit ausgestellt. Sie sind der Höhepunkt der I. G.-Schau und eine Sensation dei Messe überhaupt, denn mit dieser Faser wird eine Umwälzung auf dem Textilgebiet beginnen. Durch die Kunstseide, die die I. G. als Agfa-Aceta- und Kupferkunstseide seit vielen Jahren herstellt, wie insbesondere durch die Pionierarbeit für Zellwolle, deren Ergebnis die für die Zellwollindustrie bahnbrechende Vi-strafaser war, hat die I. G. schon früher die Alleinherrschaft der überseeischen naturgewachsenen Fasern stürzen und das modische Bild bereichern helfen. Auch aus diesen beiden Rohstoffen sind in Budapest staunens- Bei Perlon handelt es sich aber nicht nur um Fasern, die Nylon entsprechen, sondern auch um solche, die andersartige Rohstoffe und neue Synthesen zur Basis haben. Ihre wichtigste Eigenschaft ist *lie außergewöhnlich hohe Reißfestigkeit, die ungefähr 50 v. 1^1. über der besten Naturseide liegt. Aber auch in bezug auf Scheuerfestigkeit in trockenem und nassem Zustand und auf Elastizität wird sie von keiner anderen Faser erreicht. Eine universale Faser Interessant sind deshalb die ausgestellten Tragversuche. So sieht man z. B. einen Per-lonstrumpf, der siebzigmal getragen und gewaschen und noch immer unbeschädigt ist. Interessant sind aber auch die einfarbigen und bedruckten Damenkleider- und Herrenanzugstoffe, Regenmäntel und Schirme, Tri- werte Spitzenleistungen zu sehen: der rnillio-, kotagen, Badeanzüge, Strickartikel, Socken u. nenfach begangene Teppich, kochfeste Wä-Bchetrikotagen, Autoreifencord und vieles andere. Fasern aus Kohle, Kalk und Wasser Das Hauptinteresse jedoch richtet sich verständlicherweise auf die neuen vollsynthetischen Fasern, zu denen der Chemiker weder Holz oder andere Zelluloseprodukte noch ausländische Erzeugnisse benötigt, sondern für die er als Ausgangsstoffe Kohle, Kalk und Wasser verwendet. Die erste dieser Fasern war PeCe, die es auch in Form von Fäden, Borsten oder Drähten gibt. Diese alle weisen gegen Säuren und Laugen wie gegen Fäulnisbakterien eine chemische Widerstandsfähigkeit auf, die bisher für Textilmaterial unvorstellbar war. Nur ist PeCe gegen hohe Temperatur empfindlich und nicht kochbeständig. Ist PeCe ihrer Natur nach eine Faser für technisrhe Zwecke, so hat Perlon eine umfassende textile Bedeutung, insbesondere auch für die Bekleidung. Perlon ist der Sammelbegriff für eine Reihe von Polyamidfasern Eine Polyamidfaser wurde unter dem Namen Nylon in den USA auf den Markt gebracht. a. aus Perlon und Perlonmischgarn, deren Tragfähigkeit und Gebrauchswert alles bisher Bekannte übertreffen. Auch Perlon wird als Borste und Draht hergestellt. Perlonborsten sind in der Festigkeit, Dehnung und Elastizität den besten Naturborsten mindestens gleichwertig, zum großen Teil sogar überlegen. Das ist für die Zahnbürste ebenso wichtig wie für den Haushaltsschrubber und die großen Bürsten für die 'Technik. Solche Bürsten aller Art werden in Budapest gezeigt, daneben Tennisschlägersaiten und Angelschnüre aus Perlondraht. Perlon wird überall dort eingesetzt werden, wo starke mechanische Beanspruchung vorliegt und außerordentliche Gebrauchstüchlig-keit verlangt wird. Gleichzeitig aber wird diese vollsynthetische Faser die Anwendungsgebiete von Kunstseide, Zellwolle und Naturfaser vergrößern, denn durch Mitverwendung von Perlon läßt sich deren Lebensdauer und Einsatzfähigkeit erheblich erhöhen. 4. Samt (Graz) 11:22 5. Rakef (Marburg) 11:32 Nach Punkten wurde das folgende Zielfahren gewertet, wobei jede fünfte Runde in Betracht gezogen wurde. Bedauerlicherweise ereignete sich hier eine schwere Unsportlichkeit, die Podmilschak und Maschera verschuldeten, die natürlich disqualifiziert werden mußten. Die Reihung lautete: ' 1. Gregorisch (Sp. Windischgraz) 15 Punkte 2. Losinscheg (Sp. Marburg) 8 Punkte 3. Kokot (Sp. Marburg) 7 Punkte Mit dem Zeitfahren über eine Runde mit fliegendem Start nahm die wohlgelungene Veranstaltung ihren Abschluß, Hier sie(jten: !. Plevnik (Deutsche .Tugend Marburg) .T7:06 2. Lokar (Deutsche Jugend Marburg) 37:08 3. Gregoritsch (Sp. Windischgraz) 39:09 4. Renner (HJ Graz) 39:10 5. Samt (HJ Graz) 40 Die einzelnen Rennen nahmen durchwegs einen glatten Verlauf und standen weit über dem gewohnton Durchschnitt. Die Zuschauer nahmen reichlich Anteil an den Ereignissen an der Aschenbahn und der gute Besuch — es waren bestimmt 1000 Zuschauer zugegen — bewies, daß der Radsport immer mehr zum Volkssport wird. Anwesend waren auch der Leiter des Amtes Sport bei der Bundesführung Jeglitsch und der Radsportpionier Pelk hofer aus Graz, die beide tatkräftigst in der Rcnnleitimg mitwirkten, an deren Spitze der unermüdliche Leiter der Abt. Edelweiß Haus maninger stand. Der „Grosse Preis von Deolschlanil' Für den mit Bppler and Marmrele Rappel siegreich Bei den deutschen Tennis-Kriegsmeisterschaften in Braunschweig wurde schon am Sonntag vormittag die Frauenmeistersrhaft entschieden. Die Berlinerin Margarete Kappel, die bereits 1935 erstmals Meisterin war, sicherte sich mit 7:5, 6:3 über die Wienerin Hilde Doleschell den Titel, nachdem sie in der Vorschlußrunde erst nach schwerem Kampf 8:6, 10:12, 6:2 die Berlinerin Hamann-Enger ausgeschaltet hatte. Der ehemalige Kölner Conrad Eppler trug sich im Männereinzel erstmals in die Ehrenliste der Meister ein. Göpfert brachte zwar die beiden ersten Sätze an sich, dann aber zeigte sich Eppler wesentlich frischer, so daß zuletzt sein Sieg mit 4:6, 3:6, 8:6, 6:1, 6:3 durchaus verdient war. Der dritte Titel wurde im gemischten Doppel vergeben. Dietz-Hamel und Dr. Egerl siegten über das Berliner Rosenthal-Henkel mit 6:2, 8:6. 24'Stunden-Weltrekord im Radfahren. Der dänische Langstreckenfahrer Sven Christensen, der kürzlich schon einen neuen Weltrekord im 12-Stundenfahren aufstellte, schuf jetzt auch eine neue Weltrekordleistung übef 24 Stunden, und zwar mit genau 728 km. Der alte Rekord wurde mit 704.925 km seit 1913 von dem deutschen Dauerfahrer Weise gehalten. ^ Cochet ist wieder da. Eine schier unglaubliche Energieleistung brachte Henri Cochet, einer der besten Tennisspieler der Welt in der Vorkriegszeit, bei den Französischen Meisterschaften in Paris auf. In einem erbitterten, fast drei Stunden währenden Kampt besiegte der Veteran den Favoriten der Meisterschaft, Yvon Petra, 4:6, 3:6, 7:5, 6:3, 6:4 und qualifizierte sich damit für die Vorschlußrunde, in der außer dem Lyoner noch Chri* stian Boussous, Jacques Destremau und Ab-desselam stehen. In äer Vorschlußrunde der Frauen sind Fräulein Welvers, Frau Laffar-gue, die einstige Schweizer Meisterin Frau Lolett Lodille-Payot und Frau Laisne. : Startverbot für Gunder Hägg. Schwedens Weltrekordläufer Gunder Hägg scheint het den vielen und schnell aufeinanderfolgenden Vorhaben seine Kräfte doch überschätzt zu haben. Beim Kampf um die schwedische Staffelmeisterschaft über 4mal 1500 m in Väste-ras erlitt Hägg einen Niederbruch. Daraufhin hat der Arzt für die nächste Zeit Hägg jeden Start strengstens untersagt. Dadurch entfällt II. a. die Teilnahme des Schweden ?n den internationalen Wettkämpfen am iUiP*ir in Helsinki, die vor verwimdetcn finnischen Soldaten veranstaltet werden soll, ; Aus der slowakischen FuBball-Liga. Im entscheidenden Aufstiegsspiel zur slowakischen Fußball-Liga, das der SK Batovany mit 3:1 Toren gegen den ZTK Altsohl gewann, haben sich Unregelmäßigkeiten erge-i ben. Der slowakische Fußhallverband hatzuf 100 000 Mdrk'ausqestattelm "i" Bata-Mannschaft den AiifsHcR zut _ „ . B II j /ö c i verweigert und Altsohl m die Bezirks- Großen Preis von Berlin, der am 13. Septem- zurückgewiesen, ber in Hoppegarten gelaufen wird, sind nach ] . Ungarns FußbaMmeister besiegt. Rund der zweiten Einsatzzahlung noch 31 Pferde; 20 000 Zuschauer wohnten dem zweiten Spiel stehen geblieben. Das Startrecht wurde für die nahezu gesamte Spitzenklasse, wie Effen-di, Ticino, Ortwin, Vivere, Triboulet, Gradivo und Ruhpoldinger, aus dem Lager der Dreijährigen, ferner für Birikil, Nuvolari, Wildling, Weber, Orator, Samurai, Magnat und Berber von den älteren Pferden, gewahrt. Von den ursprünglich genannten acht italienischen Vollblütern ist nur noch die Stute Donatella dabei. Ausgeschieden sind u. a. Troll, Unser Page, Blaue Adria, Osiris, Transporter und Avkat Rein. in Budapest im Wettbewerb um den Stefan-Pokal zwischen Szolnok und dem W.MPC Ssepel hei. Szolnok schlug die Meisterclf mit 4:2 Toren verblüffend sicher. Uk JHtdukketk von 21" bi> 5°° Uhr I Sammelt Falläpfel sie enthalten die unentbehrlichen Gellerstoffe für die Marmeladenerzeugung. V Sclier]-Bilderdirnst>M. r/s tu*'» pafionalu" Krcij-.wct'käUiple des NSRL-Fachamts Leichtathletik, denen im Olympiastadion 35 000 Zuschauer einen lestlichen Rahmen verliehen, brachtca unter Beteiligung von sechs Nationen packende Kämpfe und ausgezeichnete Leistungen — Unser Bild links zeigt den Endspurt im lOO-Meter-Lauf, den Osendarp (Niederlande) in einem spannenden Kampf vor .Mellerowicz (Deutschland) gewann. Rechts: Der Reichssportführer bei der Überreichung des Siegerpreises an Seidenschnur (Krieos-marine), der die 1500 Meter io der neuen Jahresbestzeit von 3:51,4 Min, gewann 5«ik 8 »Mar^Ffer Zt<4uf»gf 10. Aufust 1#41 Nummer W Ans ii. >V4h«r itftr XiiiiB Wopi l,n24feit |(i3ht j>ul ijpK „IwaretU)" iut'uck uu4 hui sicji eriii »ieffilifh sp4t »»th i^;M;ßr lintsl^ihnng »ut Uüs .,Hni)ilari»phe Kr^fll^jnhans" fcstu^-Iegf Im 15. J^lirbunflpJt Ud"Htc 4ie S|aqt \c-nerlig itir Aus:t4Ui||ßi)8nitftl nat^H |ni T.uKsKevan^jclium mvännlen l^aisnis, der im MiUelallcr rütron def AqssÄtzi^n w#r und noch nrutc als Schutzpatron ner Krankem ai)t. \\s das AustAtii^|isp|ta| verfiel, orricntotf die neues nahe der Kirche Maria di Naiureth", das denselben Vam^H erhielt, Dnreh ZusapuBfiiuiebvnn der b«i^ei) Worl^ [«axafuk und X'ampßlh ^Tj^ah liich cjapn die D^^ichnung ,,I-a?£S-relt ', die bei uns s scheret möglich war, Echte Flußperlen WMf* den bereits zur Zeit August des St^r^cen in der Elster gefunden, und kostbare Exep^plare dieser Eisterpefle werden noch heilte ip Grij- Seit wann wird mit dem Löffel gegessen? Pic Q«#chic|itt 4*f Gerittchaftfn tinstFci ti^gHchen Qehr4U(:h8 ist oft selts^nie Wege feganten. Sehen die ältesten Kulturvöllfpr des Mittelmeerraumes kannten den Löffel. Ab^f obwohl diewß nüt;i|ielii Gefüt so «it int. dsB QfacHicHtskenntr^ie rficHt bis iri die jagt f^ine« UrßprunM ^Mrü^kreicht, obwohl Qlaa das Prinzip des Löffela, dessen Entstehung offenbjir dyreH das VarhÜd des Hientehlienen Afmes mit dfr hohlen Hand angeregt wurde, Bchofi seit Jahrhiinderten ba-k^Bfvt waf, ist der Eßlöffel, also die vornehni-ste und per^önfichBte Anwertduitf dieses te^Hniachen Prinzips, erst eine Errungenschaft der Neuzeit. . pie AUep hengtzten den Lgffel ntir als langstieligen Sehöpflöffej, als ^cHöpfkelle. Erat ini to, jshiliundert finden wir ihn aU ....... ~ roßan Uppen jip fu, j4{)n(uimcri iiiiqc^tf wi| mn Eßlöffel. Bejfii Einführung; ^cfegriete fr Schwierigi^eiten. Bis d^Hin aß man §u irif «ijageliöHtfii ßrgt. Oaa war atlffineinc Sitte und allgemeiner Brauch. So hatten es auch die Viiter und Urväter j^halten. Als dann die ersten Löffelesser auftraten, nahm die Öffentlichkeit gegen sie $tellüilg u^nd bezeichnete di« Verwendung dieses Gerätes, ohne daß wir gnaere Mahlzeiten nicht mehr einnehmen können, kurz i{nd bündis 9ls sittenlos. So könnt« »eh die Neuerung nur langaaip durchsetzen, Vermutlich gebijhrt den Schweizern der Runra, zuerst Eßlöffel gebraucht ?u haben, denn hier wird er bej der berljhmten Milchsuppe m Kappel (1529) zuerst nachweislieh erwähnt. Noch um IS80 schrieb ein Traniose voller Verwunderung, daß ea in der Schweiz Imrner so viel l-öffel als Leute hei Tisch gebe. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam das heute so unentbehrliche Eßgerät öliger jflein in Qebrauch. nea Qevölbe in Dresden aufbewahrt. Pia ga-werbsml0ige Perlfischerei war frühe« das Rege) Latid^ürpten und unerlaubtes Perl> fi^ef wufd^ if^il schwerffi Strafaii hedioht-Qie strei^9eia Ba$tii4ffiun9aD wurdei^ jedoch qait der 7e)t ifnmer weniger beachtet, sodaß die Muschelräuberei iiber):fpnd nahm. Dieser Raubbau ist der Hauptgrund dafür, dafi die Flußperlmuschel in Deutschtand immer mehr zurückgegangen ist und heute nur noch vereinzelt eine Rolle spielt. a. Tinwn, 4«S lur KfmHHfit wM. Na^ Berichten sollen un^ 4a9 J[#hr |237 ijber tOi^ Kinäer von einer [iaseret ergriffen worden sein. Tanzend und springend legten sie de» Weg von Erfurt nach Arnatadt zurijek. Viele von ihnen Marben, andere litten bis zu ihrem Tode an einer chrppia<;hBn Zitterkrankheit. Derselbe Vorfall wiederholte sich in Utfeiht, wo etwa ?00 .Mensehen tanzend die Brücke überquerten und durch deren pnsturz ihren Tod in den Wellen fanden. Die Anfälle häuf- ten sich. Im Jahre 1374 dufchtanften Schare« von Männern und Frauen die »tadt^ Aachen. In langer Kette durchzogen sie die Stadt, bis ein vollständiger körperlicher Zusammenbruch der Haserei ein vorläufiges Ziel setzte. Ihr Leib schwoll auf in Gestalt einer Trarn-mel, nur durch Zusammenschnüren mit Tüchern wurde ihnen eine Erleichterung zuteil. Bei völliger Entwicklung der Krankheit erfolgten Anfälle von fallsüchtigen Zuckungen. Die Erscheinung glich einer Besessenheit, und die Kranken erklären unter dem Einfluß geistlicher Beschwörungsformen, sie seien von Dämonen behaftet. Landleute verließen den Pflug, die Handwerker die Werkstätte, Hausfrauen den Herd, um sieh dem Reigen anzuschließen und das westliche Deutschland glich einem Tummelplatz von Ausschweifungen, die letzten Endes alle Grenzen der Moral iiherflügelten. Felix Platter um 16fX3 erinnert sich noch aus der Zeit seiner Ju^epd, daß die Obrigkeit der &itadt Basel einige starke Männer beauftragt habe, mit einem tanzsüchtigen Mädchen zu tanzen und sie durch Eingehen auf ihre Neigungen der Genesung zuzuführen. Die Besessene soll vier Wochen ohne Ermüdung getanzt hab^n, nur durch kurze Ess?sspausep und Augenblicke leichten ^jhlumniers unterbrochen» wobei 41^ liüpk'iule Bewegung des Körpers unentwegt ^'-ch Ablauf dieser ?eit erfolgtp der völlige Zusammenbruch, und mit wund" bedeckten Füßen wurde sie ins Hospital eingeliefert. wo ^ie genas. Amtifche ® 0«kaiintm«€hungen PE^ pOtl^EIDtpEKTOR IN mARBUftP (Drau) r—...ij-i, u lb.. - ...1 a..tr-.u i.- II 40.35/1942 B^wurtmwiiunw tibfr 4k MuateruM 4ir ee)MiNpj«liFfi|i|t und litt für 41« WehrnittMl. * 1. Auf Grund der zweiten Bekanntmachung des Chefs dcf Zivilverwaltuflg vom 11. Juli 1642 (V. u. BI. Nr. 90) findet die Musteruns im Stadtkreis Mafl^urg (Drau) zuständiges Wehrbezinfskofnmandß Marburg (Drau) statt. 2. Musterungspflichtif sind die männlichen erfaßten Q^burts-jahrgange i§21 und 1922. 3. Die Musterung findet in der Zeit vom 11. bis 3^. August 1942 in Marburg (Drau), Goethestraße Nr. ö, ({ StQck, statt. Den Tag der Musterung ersieht jeder Mustefungs-pflichtiee aus der polizeilichen Vorladung. Sollte ein cfr faßter die Vorladung zur Musterung niefit rechtzeitig erhalten haben, so ist er verpflichtet, sich persönlich bei der Musterungskommission noch vor Atilauf der oben angeführten Musterungszeit zu melden. Die Musterungsr Pflichtigen haben täglich um 7.36 Uhr zu erscheinen. 4. Die Dienstpflichtigen haben in gewaschenem ^ust4ndp und mit geschnittenem Haar und mit sauberer Wäsche zu erscheinen. 5. Sollte ein Dienstpflichtiger durch Krankheit an der Oer Stellung zur Musterung verhindert sein, so ist hierliber ein amtsärztliches Zeugnis vorzulegen. 6. Anspruch auf Reisekosten und etwaige Entschädigung für Lohnausfall bestehen nicht. 7. Die erforderlichen Ausweise (insbes. Mitgliedskarte des Steirischen Heimatbundes, Kennkarte) sind zu der Musterung mitzubringen. S. flienstpflichtige, die ihrer Musterungspflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommen, werden bestraft. Marburg (Drau), den 6. August 194?. Der Polizeidirektor: Qez.: Pr, WALLNAU. 7810 Ai»»9i*in9uitt»9u^yn§it Mir ai0 W»ll9nr$$ im besonderen für die Gebirgstruppen dtr Die Efgänzungsstelle Alpenland (XVIII) cj^r Waften-ff lührt in "nachstehend angeführten Orten Annahmeuntersu-{Hungen für die Waffcn-^f durch: 14. 8. 1042, 8 Uhr, in Liezen, Hotel »Post«, 15. 8. J9'12, 8 Uhr, in Judenburg, Mädchenvolksschule, 16. S. 1042, 8 Uhr, in Leoben, Hotel -»Schwarzer Adler«, 17. 8. 1012, 8 Uhr, in Fürstcnfcld, Gasthof >Karncr«, 18. 8. 1942, 8 Uhr, in Graz, ##-Abschnitt XX?CV, Graz, t^urg, 19. 8. 1942, 8 Uhr, in Marburg (Drau), Gend.-Posten, Lmil-Gugel-Straße 8,1. 7807 II ' IMIM"" I.,. VfrMllIg* AbwIclilMng von Trantparton nvcli vor fol||t Verkür«u»| dtr |uf 6 Stund»«!! und fllir (IrrfB durchgreifendtB Bthebung d*i «»il^alt Hoftibedirf» «n Giittrwi|«« ib günstig dtS (Ii« D«ulich» Peich»bihB sift Z«t alUif ABferdpru^gf» «ffa-nni und gedecktvR V#g*p r-~ au*g«BepiMtii dit iBgcBiBflttB Sp«riilw|g«a nBtipMcliMf ki""* Tin divit vtrhühRifBiiplig fünwtig« Wfgtniag« im HiphUcV auf H»n bivQrMfhtndffi de? in Vtrbii|diip| mit ■ Um Anforrltrungcn der Vthrmacht und RUttuBgtisdMflria alUrhorhile LriRtiin|ai| v»|ii WagtBpark dar Drutirh*p Rttehtr hahn vprii^ngfn wird, tunuBiit^eH, Vaa* allsD YrrkahrtraihaBdoB nur dringend grratan werden, irhea Jätet r-r- und Kw«r aofert — mit den VersfRd und Enipfaitg v«n Koh^toffeB, ITertiger* 'fu^nitHcn i|iw. >u beginaaB uiid deshylb sr- soweit wi* irgend niäglirh — di« hicfür in Frag^ koinitiPiiden TraiiKporip hin aum Ilpginn des stärkuleif H'^'btlvfrkflirs abtuMickeln. Narb dieieni Viipiinkt wird dfn Wagmanforderungpo nirht oder nur noch in prringftn Umfangf genügt werdrn könnrn. ReirhakakBdirekiioa VillNoh Jeder Untersieiror liest die „Marburger Zeitung"! wir llifhfq HoshMlt SBkl BMtf«)iir«r d(r Pwurtm JwM Nari» BQIil gtb- CraMcr MAiilwe/PMU, »• ts« m --------13h_ Weien fielilgicluMNli bleibt (du Crsphift PAUL WiENKOi Ubiett^rti u. Kerienerceu^un^, MARBURG/Dfiigy Kärntner* striße vom 9a bis 1^. AngMt faieMoMan f . J U«. L.UU ^tL±iU -JL. l 3161 für ßftifii dtr Frtvffi. iN viel sIfMif uiHl ße(nn, in vfraclii«-d*iiM PrliUg« pOQM pcfituiigsstplUii ZUM INIMANIp, dm, nf ittf H netien Cafö Herrenhof 9UMNIH0', &'•!• Sporga««« 4 neben l^uegg, sowie »AVINHIIi» «ra*. «Ibr*iilit9a»i« * Verlangeo Sie Maßkffrta AeiKferunt Im R§l99MU9¥9rk9hr Von» Ssmiisgt de« I. Anguit 1942, an wird der letite Abendzug zwiH'hcB Cilti und Wöllan vorverlegt: Cilli ab 19.3-3 l'hr, Arndorf bcj Cilli ab 19.47. S«ch*cnffild ab IQ.öJi Palef»dAuti(unft In dar Vervaltunj oder Oeschaftssteliet W Rpl. Anteigea AiinahmeschluBt Am Taia vor frachelgaa am 16 Uhr, Kleine AaiaJgen verden nur legaa Voreiasaaduni des Batragai (auch fültita prieftnarhaa) aultenopimeti. Mindeslgahilhr lUr cloa Kleina Anzeife 1 RM. jjij Venriliimos- md Amislilall des Chefs der Zivilverwaltupy in der Untersteiermark Hr. >1 vom t* Auguat 1942 INHALTi Verordnung übar die Bawirtaebfftung von Äpfeln and Zwitbala vom 27. Juli 1943 Verordnung über die Ginführung dat Reichvrechta |uf de^o Ce-hirle He» Kr'ditwe.