Mr. 94. Donnerstag, den 24. November 1881. VI. Jahrgang. Cillicr Zeiliiiig. Pränumerations-Bedingungen. Für Eillt» ««»»»Ich .. . —.5» 8uii". Her. nngcffc «t. I »»» z,h»in «»«»Ich). »««wiirl« n«»»c, Itl, »I« „CUlin j4»itu«a" «*: N VtoTc in Bi =3m dcdeili«»d«» «lädie» tri 4o»Uueat«. 3»f. roch >» »»»z> «. Cuptlit uns Äotiev k ismi'. in Sien. A. Htm«. .Stiijajt- flutmuc in »«idoch. Die gereinigte ^inke. Unser Wiener Korrespondent hatte nicht so ganz Unrecht, als er in seinem letzten Telegramme die Einigung der Opposition als ein wichtiges, siegverheißende« Ereignis bezeichnete; denn in der That bildet die Reorganisation der BersassungS-Partei einen bedeutsamen Abschnitt in der G.schichte unseres Parlamentarismus und man muß nicht gerade Sanguiniker sein, um von dieser Einigung eine günstige Wirkung auf unser politisches und nationales Lebeu zu erhoffen. Aber wenn auch durch die wider Erwarten gelungene Fusion der lieberalen Clubs sich die Chancen der Opposition gegenüber der Regierung und der föderalistisch« klerikalen Reichsratsmehrheit erheblich gebessert haben, so wäre eS dot verfrüht, schon heule zu jubeln, schon jetzt eine siegreiche Action zu profe-zeien, da sich doch eben erst die Armee gesammelt. Von dem Standpunkte au«, welchen wir einnehmen — und wir sind überzeugt, uns hiebei in voller Uebereinstimmung mit unseren Lesern zu befinden — stellt sich auch da« EinigungSwerk ganz anders dar, al« es vielfach aufgefaßt wird. Nicht ob die Einigung überhaupt zu Stande komme, sondern auf welcher Basi« sie erfolge, war für uns von Wichtigkeit; diese Bast« aber sollte eine nationale und forlschlitUiche und die Organisation de« neuen ElabS eine derart feste sein, daß eine Fahnenflucht in entscheidenden Momenten überhaupt nicht be-sorgt zu werden brauchte. In diesen beiden Rich hingen nun leistet die „Bereinigte sinke" nur ein höchst bescheidenes Minimum, sie trügt zu deutlich »ra Stempel des Compromisses auf der Stiro und bedauerlicherweise find eS gerade die Prin-cipieu der Fortschrittspartei, auf dereu Kosten die Einigung überhaupt durchgeführt werden konnte. — Doch keine Recriminationen l Der neue Club ist einmal da und muß so in Betracht gezogen werden, wie er ist. Die „Bereinigte Linke' reprä-sentirt sich uns zwar nicht als deutscher Club, ihr Standpunkt ist nicht der nationalej allein die Aufgabt, welche sie sich gestellt, ist auch diejenige der fortschrittlichen Deutschen, denn sie gipfelt in der Beseitigung de» gegenwärtigen Ministeriums. In de^ stritten unv bedingungslosen Opposition gegen das Cabinet Taaffe liegt da« einigende Moment des neuen Club« und es ist nicht nur natürlich, sondern geradezu unerläßlich, daß der oppositionelle Charakter der „Bereinigten Linken" ln erster Linie betont werdt. Aber dies« Einigung zu dem ausgesprochenen Zwecke, die bestehende Regierung zu stürzen, «iid und darf un« nicht hindern, an unfertm dtutschnationalcn Standpunkt« festzuhalten und wenn wir auch vorläufig unsere Gefühle zurückdrängen wollen au« Gründen der ParteidiSciplin, so werden wir dieselben dafür umso entschiedener zur Geltung bringen müssen in dem Augenblicke, da die „Bereinigt« Linke" ihr Ziel erreicht und der BersöhnungSschwindel auf» gehört haben wird, unstrt i> nere Politik zu b«-Herrschen. Sowie Graf Taaffe seit zwei Iahren feine Regierung durch Concessionen fristet, so werden feine vermutlich „auch Deutschen" Nachfolger gezwungen fein, mit den Vertreter« des Deutsch-thum's saas phrase zu rechnen, und lediglich von der politischen Klugheit und dem Zielbtwußtsein unserer engtrrn Parteigenossen wird e« dann ab-hängen, ob unsere berechtigten nationalen Förde-rungtn endlich zur Verwirklichung gelangen. — Und so begrüßen wir denn die „Bereinigte Linke" ohne Begeisterung aber mit den besten Erwartungen und mit den besten Wünschen; denn unzweifelhaft ist der Sieg de» Deutschtums ia dem Augenblicke, da ihm der neue Club durch Beseitigung der gegenwärtigen Regierung die Bahn geebnet. Politische Rundschau. Cilli. 23. November. Die Einigung der reichStreuen Elemente de« österreichischen Abgeordnetenhauses beschäftigt be» greiflicher Weise olle Kreise, welche sich für die innern Verhältnisse Oesterreich« intressiren, auf dan Lebhafteste. Von den Bocksprüngen, mit denen die offenen wie die Krypto-Olficiösen da« Ereigni« begleiten, brauchen wir wohl keine Rotiz zu nehmen, e« genügt zu constaiiren, daß sie sich unbrnöig ärgern, weil ihre Profczeihungen nicht in Erfüllung gingen. Hiemit ist ihr Verhalten erklärt. Nur der Aerger in Folge bitterer Enttäuschung vermag sich bis zu der unglaublichen Frage zu versteigen, wa« woht die „Vereinigte Linke" zu thun gedenke, wenn eS dem Cabinet Taasse nunmehr beifallen sollte gemeinnützige, ratiouelle Gesetzentwürfe vor den Reichsrath zu bringen. Leider find wir vor solcher Eventualität bewahrt. Oder sollte sich da« Eaoinet wirklich mit der Absicht tragen gute, li-berate Gesetzvorlagen zu machen? Steht etwa gar zu erwarten, daß Excellenz Prazak sich entschließt eine Novelle einzubringen, welche dea M>«brauch de« objectiven Verfahren» anmöglich macht u»d die liberalen Preß-Sünver vor ihre gesetzliche» Richter stellt? Vorderhand liegt freilich kein An-zeichen vor, da« auf solche Absicht de« Leiter« der Justizverwaltung schließen ließe; vielmehr hat, wie wir au« bester, über die Lügen-Dementi« de« gestimmten gouveruementalea Preßtroßc« hoch. Feuilleton. Die rothe Spinne von Fonn-Si. Novelle von Gustav Schneider. (27. Fortsetzung.) Da« sympatische Temperament des Man-binnen erlaubte eine stärkere Dosis, als nervöse Personen eS sonst vertragen können. Erst nach oer Meilen Pfeife fühlte er sich leicht genug beschwingt, »m sich im mohamedanischen Paradieie zu verlieren. Später, al« er im Fallschirm der all« »tliqen Ernüchterung wieder in'« Reich der Mitte zurückkehrte, träumte er von Freun» Peikin« in Hongkong und wie der Kaiser ihn selbst zum Mandarin erster Classe erhebe. Halb vachend oer-sichle er von Neuem seine Pfeife zu stopfen, doch «ergeblich. die Betäubung ließ c« nicht zu. Mit offenen Augen und einem Lächeln auf den Lippen streckte er sich behaglich auf seinen Kissen. Weder to« Geschrei der Spieler über ihm noch der Ge--sang der Mädchen auf der Terrasse störte sein Glück. So mochten wohl einige Stunden verflossen sein, auf dem Perlenstrome herrschte Schweigen. Musik und Gesang war verstummt, nur noch in t«ii Spielsälen waren Gäste und die Piaster rollten im einförmigen Tone durcheinander. Da plötzlich schien es, al« ob der behäbige Mann au« seiner Starrheit erwachte, er bewegte sich und richtete seinen Blick auf einen Winkel der Decke. Es war ihm, a>« hätte er ein leises Klopfen vernommen. Er horchte, da» Klopfen wiederholte sich und zwar nicht eenu an der Thüre, sondern in dem erwähnten Deckwinkel, dann vernahm er ein Kratzen und die Malte schien sich zu heben. Mit angestrengter Ausrnerklamkeit blickte der Halbwochende auf die Verkleidung. Wirklich, dieselbe bewegte sich hin und her. Herr Ming fragte sich, ob die» nicht etwa vom Winoe herrühren könne; doch bald sollte er die wahre Ursache erkennen. Plötzlich öffnete sich der Tcppich und die behaarten Fuße eine» hinter den Matten verborgenen Thiere» kamen zum Varfchein; tiefen Füßen folgte ein abscheulich häßlicher Kops und oann der ganze übrige Körp.r einer greulichen, monströsen Spinne. Dieselbe richtete ihre Augenbündel gerade auf den Opiumraucher, und tastete mit ihren Fühlhörnern umher, wie um da» Terrain zu sondiren. Herr Ming zuckte zusammen vor Wiederwillen; er wollte ausspringen, um da» scheußliche Thier zu verjagen, aber er vermochte e« nicht, sich von seinem Lager zu erhebe». Bleischwer romn seine Glieder, wie wenn sie au das Beet gefesselt wären. Nach einigem Zögern hatte indessen das Thier seinen Weg niederwärts eingeschlagen und kroch jetzt direct auf den Mandarin zu. Als es ia die Helle des Lampenlichte« kam, konnte er das Ge- schöpf genauer betrachten. E» war eine jener rie« sigeo Mygalen mit horizontalen Freßiaagen, stahlgrauem Unterkiefer, engem, schwarzem Brustkasten und einem enormen, rothgestreiften Hinterleid . . . jene scheußlich rothe Spinnenart, deren Biß wenn nicht töotlich, so doch sehr gefährlich sein soll. 3jre schleppenden Brustwarzen ließen auf dem Wandteppich einen feuchten, giftigen Schleim zurück, unv je mehr sie sich näherte, desto größer wurde sie. Langsam nur kam sie heran, al« ob sie sicher wäre, daß ihre Beute ihr oicht entgehen könne. Al« die Ereotur langsam über Ming'« Körper kroch, da verwandelte sich sein Abscheu schon in Schauer. Der ohnmächtig, gleichsam im Siarr-keampfe Daliegende hörte, wie da« garstige Thier seine Sauginstrumente an dea Freßhaken wetzte, er fühlte den vergifteten Athem, und doch konnte er stch nicht rühren, und vermochte auch nicht um Hilfe rufen. Wie angenagelt lag er da auf dem Lager, auf dem er Bergessen und Lust gesucht, unv wo er jetzt dem greulichsten Tode entgegensah. Sein Herz klopfte, al» ob es die Brust zerspeagen wollte; jetzt bemerkte er da« Thier auf feiner Brust. Ein gewaltige« Gewicht machte fich fühlbar, da» Blut erstarrte ihm fast ia den Adern, so wie da« Geschöpf fein Gesicht berührte. Jetzt stieß er einen Schrei au«, indem er fühlte, wie e« die Fanghacken in feine Lippen einschlug. Da, unler dem Einfluß de« Schmerze«, gewann cr plötzlich erhabenen Quellt erfahren, Herr Graf Taaffe schwere Mühe den CoofiScationSeifer de» Herrn Dr. Prazak, Excellenz zu zügeln. Diese letztgt-nannte Excellenz trat nämlich dafür ein, daß alle Blätter, welche die Programmsätze der „Bereinigten Linken" veröffentlichten, confi«cirt und selbstver-stündlich objectivirt werden. Da» war nun sogar dem Herrn Grafen Taaffe zu starker Tabak und er legte sein Veto ein. Man spricht übrigen» davon, daß zwischen der beregten MeinungSdiffertriz und der Spaltung des ultramontanen Centrum-Club« eine Art von Causalnexu« bestehen solle. Wie un» telegr fisch gemeldet wird, ^richteten ia der heutigen Sitzung de» Abgeordnetenhaus,» die Abgeordneten Rcuwirth, Tomasczuk und 84 Genossen von der „Bereinigten Sinken" eine Iuter-pellation, betreffend die Beziehungen der Länder-dank zur Regierung on den Ministerpräsidenten. Wie unangenehm diese Interpellation die Regier-ung berührt, läßt sich am besten darau» ermeßen, daß schon früher die Fürsten Liechtenstein mit einer ähnlichen Iuterpellation gedroht hatten, weil sie hierin das wirksamste PressionSmittel erblickten, um von der Regierung die rasche Durchdringung der Lienbacher'schen Anträge betreffend die Reduc-tion der Schulpflicht zu erzwingen. Die Bacanz im auswärtigen Amte hat durch Ernennung de» Grafen Kalnoky zum Mi-nister des Äußeren ihren Abschluß gefunden. Die Fragt ist nun, wie Graf Kalnoky, welcher mit seinen Sympathien auf ©rite der Tschechen steht, sich unserer inneren Politik gegenüber verhallen und ob e» ihm gelingen werte, unsere Beziehungen zu Deutschland auf jener Sluse der Intimität zu erhalten, welche trotz Danzig di» zum Ableben seiaesBorgänger« zwischen beidenReichen bestanden hat. Durch den letzten P a i r S s ch u b hat nun auch da« Herrenhaus eine veränderte Physiognomie bekommen, denn die neu ernannten Mitglieder sind theils entschiedene Föderalisten, theils Ultramontane schwärzester Färbung. Ernannt wurden zu erblichen Mitgliedern: Graf Maximilian Moutecuccoli-Laderchi, Graf Leopold podstatzky Liechtenstein, Graf Max zu TrauttmanuSdors-Weindeig; zu Mitgliedern auf Lebensdauer: Graf Richard Bel-credi, Graf Oltokar Ezcrnin v. Chudenitz, Baron Friedrich v. Dalderg, Baron Fiuck v. Leidenkron, Josef Landgraf zu Fürstenberg, Benevictinerabt Günther Salivoda, Graf Franz Lambtrg. Prof. Aaion Milecki, Georg Ritter v. Toggenburg, Graf Heinrich Wodzicki und Graf Kurt o. Zedtwitz. Die Vorgänge in der CrivoScie nehmen einen immer ernsteren Charakter an und selbst von officivier Seite wird nun zugestanden, daß man es nicht mit Räubern, sondern mit veri» tadle« Insurgenten zu thun habe. Die Regierung gedenkt diesmal die Unterdrückung des Ausstände» ernstlich in die Hand zu nehmen und wurde de-reit» Äeneral LsikoS mit der Leitung der Opera« tionen gegen die Aufständischen betraut. wieder Gewalt über sich, sowie Freiheit der Be-weguug. Ei sprang auf, stürtzte athemlo» hinau». nno wie von Furien gepeitscht flog er ia wenigen Sätzen die Trepp? hinauf, die in die erste Etage führte. — Zu Hilfe I Zu Hilfe! Die rothe Spinne! Die rothe Spinne I schrie er. Der Salon war leer; kalter Angstschweiß floß ihm von oer Stirne, er aber glaubte eS sei Blut. Schnell die nächste Thüre öffnend, sprang er die andere Stiege hinauf und stürzte mit demselben verzweifelten Ausruf in den Spielsalon. Hier trug sich eine gar seltsame Scene zu. Beim urplötzlichen Erscheinen de» Mao-darinen wendeten alle Anwesenden den Blick aus ihn. Da man weder seine Angst noch sein Geschrei begreifen konnte, so glaubten die Meisten, einen Wahnsinnigen vor sich zu haben. Einer der Spieler hingegen war wild ausge-sprui'gen und hatte ein langes Dolchmesser gezogen; in drohender Haltung stand er da, bereit. Jeden niederzustoßen, der es wagen würde, ihn anzu-rühren. Al« Ming diese Gestalt erblickte, fuhr er sich unwillkürlich mit der Hand über die Stirne, wie Iemanb, der Bilder in seiner Erinnerung zurück-rufen will. Glaubte er doch, diesen seiner Haß-lichkeit wegen auffälligen Menschen schon früher Wien, 22. November. (Orig-Corr ) fNeuer PairSschub unv Parteiorganisationen.) Es ist vollbracht I Tee letzte parlamentarische Hort des LiberaliSmu« in Oesterreich ist der Regierungsaction zum Opfer gefallen, das österreichische Herrenhaus ist verföhnungsmajorisirt worden. Dem Drängen der ver-Kündeten Rechten wurde der Damm preisgegeben an dem bis jetzt erfolglos die Höchst»th tschechisch ciericalec Forderungen abprallte. Die Einigung unserer Partei im Abgeordnelenhause hat die Regierung mit einer kouene« neuer paiw parirt; da» erste mal seit Bestand der Lonftitulio» ist die Majseität der ersten Kammer de« Reiche» clerical-reactionär Für un» Deutsche ia Oesterreich bricht die schwerste Zeit herein. Wohl un». daß sie uns einig findet, geschaart um'» nationale Banner, um jene Fahne, di« unbefleckt himmelhoch statten über den zahlreichen Fähnleins unserer Gegner, uns mahnend unter ihrem erhabenen Zeichen zu kämpfen und zu siegen. ES ist eine Eigenthümlichkeit de» gegen-wältigen Regimes Perfönlichkei'en aus die politische Bühne zu bringen, die entweder der längst vergangenen Zeit angehören oder von deren gxiftenz das große Publikum erst "»rch die „Wiener Zeitung" Kunde erhält. Die meisten der neuen pair'* sind Namen von hohem aristo-kratischen Klang mit tadelloser Ahnenreihe: der rothe Frack des Feudalismus feiert in modernem Schnitte sein» Auferstehung in der niederösterreichischen Landstube, wo die erste Kammer des Reiches tagt! noch einmal appellin die Regierung an den clerical-reactionären historischen Adel. Der Bereinigung unserer Partei im Unterhaus« ist ein Tissea» der elericalen gefolgt der obwohl für uns nutzlos, doch deutlich zeigt, daß die heterogenen Elemente nur einig sind im Kampfe gegen Deutschthum und Fortschritt, welch« Einigung die Regierung selbst von Fall zu Fall durch Concessionen erkaufen muß, da» kein andere», als rein geschäftlich.-» Intereffe di« Rechte des Abgeordnetenhauses im müh seligen einigen Zusammengehen erhalten hat. Es ist unnatürlich an ein« dauernd« Einigkeit der Tschechen, Polen und Elericalen zu glauben. Die Tschechen al« willige Pionire de» PanslaviSmus jener sau morgana de» größeren Hauptstammes der Ostslaven, der seit ur-denklichen Zeiten der erbitterste Feind der Polen ist, bei den Polen von jeher ein Culru» s 1 rantenloser Fr«ih«it und Willkühr der Einzelnen, bei den Russen hingegen ein dem Europäer unbekannte», unwiderstehliches, hündisches Bedürfniß zum Götzendienst der Knechtschaft. Und jene Tschechen, die unter der Führung eine« Moskaupilger« marschieren, sind weit eher Pan. flaven al» Parteigänger Polen'», ihr Bündniß ist nur momentanes Bedürfniß. Schon jetzt zeigen sich zahlreiche Symptone tschecho polnischer Unzufriedenheit, wer weiß, wie lange, und der Riß wird geichehen. der die Polen nothgedrungen in die Opposition treibt, zu jener Lp Position, die vielleicht in der Lage wäre, ihnen noch mehr zu bieten, al» ihr« Landsmannminister, und aus das kommt's ja bei den Polen an. Doch täuschen wir uns nicht, hoffen dürfen wir aber nicht» erwarten. Die Reaciion ist in voller Thätigkeit — sie trifft uns nicht mehr unvorbereitet. Für un» gibt e» in Oester- gesehen zu haben. Aber wo? Wann? Und unter welchen Umständen? Der Schmerz, der ihn seiner Erstarrung ent-rissen, war vorüber. Er erkannte, wie er vom schrecklichsten Alp besangen gewesen und daß da» gesürchtett Thier nichts andere« al« ein Geschöpf seiner vom Opium-genuß übermäßig erregten Phantasie gewesen. Doch warum biese« Ungeheuer? Warum diese rothe Spinne? Und in welcher Beziehung stand nur dieser sein Traum zur Wirklichkeit? Warum drohte ihm diese« Individuum mit seinem Dolche ? Schlief er immer noch, oder war er wirklich er-wachet? Alle diese Gedanken beschäftigten seinen Geist nur einige Secunden. Dann kam ihm die Er-innerung völlig zurück, er breitete beide Arme au« und schrie: — Ja, ja! Jetzt erkenne ich Dich! Du bist e«, Mörder Lin'« . . . Greift diesen Menschen! Ich bin der Mandarin Ming! Cs war in der That Tchou! . . . Tchou, der auf der Insel Lamma nicht ertrunken war, wie PerkinS nach Pel-ho'S Annahme glaubte, und der seinem grauenhaften Schwur gemäß in Eanton war, um der Hinrichtung^Liou-Siou'« beizuwohnen und in der letzien Stunde am Fuße ihre« Galgen« zu erscheinen. Bei dem Au«ruf be« Präsidenten erhoben sich die Spieler, Tchou aber sprang, Alle« reich nur deutsche Politik. Seien wir einig, deutsch und treu, di« Zukunft g«hört uns«r«r Rac« Also vorwärt« aus d«r «b«n betretenen Bahn! Ans dem chtmeinderatye. In der sonntägigen Sitzung de« Gemeinde» au«schasse« gelangte unter Anderem ein Erlaß der k. k. Statthalterei zur Verlesung, womit der Stadtgemeinde Cilli auf die Dauer von weiteren sech« Iahrea die Befugai« ertheilt wurde, die Pflaster» und Sanabrückenmauth nach dem gegen» wärtigen Tarife eiazahrbea. Die Bedingungen, von derea Erfüllung diese Befugai« abhängig ge-macht wirb, sind kurz folzerde: a. Die Gemeinde verpflichtet sich, ia jenen Straßen, welche Haupt-sächlich dea Lasteaverkehr vermitteln, alljährlich eine Fläche von 350 Quadratmetern mit Granit« würfeln oder einem anderen gleich dauerhaften Materiale neu pflastern zu lassen, d. Da« Stadt» amt Cilli hat unter Beiziehung eine« k. k. Bau» deamten die Brücke über den Sannfluß nächst dem Lapuzinerkloster ehestens einer genauen Unter« suchung zu unterziehen uad über da» Resultat derselben der Stattdalterei eingehenden Bericht zu erstatten, c. Die Gemeinde ist gehalten, alljährlich über die Ausführung der Straßenpflafterung, und der Sannbrückenreparaturen der Statthalterei zu berichten und gleichzeitig anzugeben, ob gegen die Art und Weift der Mautheinhebung und gegen einzelne Tanfposten keine specielle Beschwerde vor» gekommen fei. — Da« eventuelle Ansuchen um neuerliche Verlängerung der MauteinhedungSbe» fugni« ist vier Monate vor Ablauf obiger sech« Jahre einzubringen — Demgemäß würbe be» schloßen, die Untersuchung der Sannbrücke, sowie die Ausarbeitung eines Straßen- und Brückenbau-Programmes für die Dauer der nächsten sechs Jahre der Bausectioa zu übertragen und eine Ab» schrift des Statthalterei-ErUfseS in da« Porte« seuille der Finanzsection zu hinterlegen. Bon minder wichtigen Einläuft» seien vtr-zeichnet : Drei Urzenzen de« Militär-Commando« in betreff einer Beitrag«leistung der Gemeinde zum Pachtschilliag für den neuen Exercierplatz. Eine Zuschrift der Statthalterei, wonach auch die Asphalt-Dachpappe al« feuersicher zur Be-dachung von Gtdäutea verwendet werden kann. Ein Ansuchen de« Gtadtverschvnernng«ver» »Ine« um Bewilligung de« Verkaufe« der restlichen Pappelallee un» Verwendung de» Erlöse« zur theil weisen Deckung de« fälligen Kausschillmg«. (Angenommen.) Da« Präliminart der Friedhos«commission pro 1832, wonach für da» nächste Jahr noch «ine Nachzahlung von fl. 300.— erforderlich ist. (Wird der Bauiection zugewiesen) Da« Ansuchen dee FrievhosScommissioa um die Bewilligung, daß da« für Akathoiikea re-servirte Leichenbett zur Beerdigung von Katholiken vor sich umstoßend, in die Fenftemüstunz, von wo er sich blitzschnell in den Fluß stürzte. Man hörte dea Fall de« Körper« im Wasser, doch trug sich Alle« die« so schnell zu, dag R:e« manv e« verhindern konnte. Al« man sich von der ersten.Ueberraschung erholt, da eilten Einige an die Fenster, um den Flüchtliüg mit dea Augen zu verfolgen, indem sie schrieen, man möchte ihn ergreifen. Andere eilten aus die Veranden uao voa da in die Boote, um ihn zu verfolge». Erkannte man doch, baß er nicht um sich zu lösten, sondern um sich zu retten in dea Fluß gesprungen war. tva« Herrn Ming anbetraf, so war derselbe wie niedergeschmettert, al» er sah, baß der Mörder Lin'«, dea »er Zufall ihm seltsamer Weise zuge-sithrt hatte, ihm plötzlich wieder entwischte. Er war ia einen der nächsten Sessel gesunken und antwortete den Personen, welche »ha umgaben, nur ia abgerissenen Phrasen, die voa Seufzer« und Verwünschungen unterbrochen wurden. — Ah l Dieser Bandit! Diese« Ungeheuer! wiederholte er gewiß zum zehnten Mal. Sagen müssen, daß er da war, daß ich ihn endlich hatte, und daß er wieder verschwinden konnte I Oh! Jetzt ist e« vorbei! ... Ich bin verlorrn! ^Fortsetzung folgt.) verwendet werden könne. (Wird der Sektion I zugewiesen.) Ein Antrag der FriedhofScommission auf Ankauf einer Glocke der deutschen Kirche um den Metallwerth für den Friedhof. (Angenommen.) Die Offerte der Herren Max Sima und Ludwig Kossär wegen Uederlaffang der städtischen Fuhren und de« LeichentranSporte». (Wird der Finanzsection zugewiesen.) Der Antrag des Herrn Jacob Utsche auf Verpachtung der Lerjehrungssteuer auf Bier und Branntwein um den Pachtschrlling von fl. 1120.— (Wird der Finavzsection zugewiesen.) Da« Ansuchen de« Landwehr-Bataillon«-Com> mandoS um Anbringung von Fenstern in den Thüren de« Kanzleilocale« (bewilligt), sowie um Anbringung von Winlerihüren bei den Unteroffi» cierSwohnungen (abgelehnt). Zur Tagesordnung übergehend, bewilligte der GemerndeauSschuß conform dem Antragt der Fi-nanzfection. dem Chemalienzimmer-Berein die ange-suchte Ermäßigung der Miethe für den Theater-thurm von fl. 300.— auf fl. 200.— sowie für die Benützung de« ersten Stockwerke« und der tbenerdige» Küche im Schulgebäude auf fl. 150.—, wogegen da« Ansuchen de« Militärstation«-Commando« um Leistung eine« Beitrage« zum Pachtschillinge für den Exerzierplatz mit Rücksicht auf die bedeutenden Opfer, welche die Gemeinde für Militärzwecke bereit« gebracht, abgelehnt wurde. Kleine Chronik. Cilli. 23. November. (Ehristbaum fllr die arme Schul« fügend der Stadt Cilli.) Sonntag den 20. d. M. fand die constituirende Versammlung de« Frauencomits« sllr die Errichtung eine« Armen« Christbaume« statt. An der Versammlung bethet-ligten sich 14 Flauen, e« wurde beschlossen die nöthigen Vorarbeiten schon am 23. d. M. zu beginnen. Bei der heutige» Versammlung wurde die beiläufige Zahl der zu betheilenden Kmder festgesetzt, und dürfen bis jetzt circa 60 Knaben und Mütchen au« den armen Volksclaffen au«-giebig« Gaben e»hosse«. Die Frauen vertheilten danu unter sich die Fertigstellung resp. Umänderung der Kleidungsstücke. Bei dem regen Interesse, welche« von der Bevölkerung in Cilli dem schönen Unternehmen entgegengebracht wird, erscheint der günstige Erfolg desselben soviel al« gesichert. (M a r b u r g e r G e m e i n d e r a t h.) Bei den am 2l. vorgenommenen ErgänzungSwahlen de« dritten Wahlkörp.r« wurden nachveaannte Herren in den Gemeinderath gewählt: Simon Wolf mit 183, Dr. Ferdinand Duchatsch mit 177. Jakob Peternell mit 176 und Joses Stark mit 176 Stimmen. (Erdbeben.) Am 16. d. Mt. 4»/4 Uhr Früh wurde in Fiume eine wellenförm ige Erver-schüllerung in der Richtung von Ost nach ittest wahrgenommen. Da« Beben war von kurzer Dauer aber ziemlicher Heftigkeit unv wurde der größte Theil der Bewohner Fiume'« au« dem Schlafe geweckt, da Möbel und Fensterscheiben erzitterten. (W e t t e r l a u n e n.) Wie au« Englano gemeldet wird, herrscht daselbst gegenwärtig ein wahre« FrüylingSwetter. Die Aepsel und Birnbäume setzen allenthalben frische Blatter an, Lev« kojen beginnen zu blühen und stellenweise gelangen auch Erdbeeren zur Reife. (Theater.) Letzten Samstag trat zum erstenmale in dieser Saison Fräulein Vanini al« Lorle in Birch-Pseifer« „Dorf unv Stadt" auf. Schon der üderau» freundliche Empfang von Seite de« Publikums, welche« mit rauschenden Applause, Blumen- unv Kränzespenven nicht kargte, war ein Beweis, daß man Fräulein Banini noch vom vorigen Jahre her Un gute« Andenken bewahrt hatte, unv gewiß hat sich die Direktion Anspruch auf Anerkennung erworben, indem sie den Lieoling de« hiesigen Publikum« wieder zu gewinnen gesucht hat. LW. nun die Darstellung de« genannten Drama» anbelangt, so ist e« wohl selbstverständlich, daß der eminenten Leistung de« Frl. Vanini die vollste Anerkennung durch stet« lebhafteste Beifall«-kundgedungen zu Theil wurde. Aber auch Frau Maier gab ihre treuherzige, für Lorle mütterlich besorgte Base Bärbele mit richtiger Auffassung »nd erntete, sowie Hr. Treuherz al« Lindenwirth und Hr. Hampl mit seinen Maler Reinhard wohlverdienten Beifall. Frl. Gruudner (Jda v. Fel«eck) und Hr. Graf (der Fürst) wußten diese Gestalten gut zur Geltung zu bringen, während die übrigen Mitwirkenden da« Möglichste zur ge-rundeten Darstellung de« Stücke« beitrugen. — Sonntag« darauf ging Müller'« recht poeiisch an-gelegte« Volk«stück „Bon Stufe zu Stufe" über die Bretter. In demselben halten wir schon im vorigen Jahre Gelegenheit Frl. Vanini in der Hauptrolle, nämlich al« die Näherin Marie zu sehen, we«halb wir nur sagen können, daß auch heuer wie damal« die Darstellung derselben eine vorzügliche, ja in manchen Scenen geradezu eine ergreifende war. Ja gleicher Weife gab Hr. Treuherz Marien« Geliebten, den Tapezierer Ernst Reichenberg mit Verständniß und Wärme, wie wir sie an diesem sehr talentirten Schau-spieln schon mehrmal« kennen zu lernen die Ge-legenheit hallen. In diesem an hnteren und ergreifenden Episoden reichen Stücke trugen zur Erheiterung de« Publikum« Frl. Gelpke (Lisette) und Hr. Heller (Karl Stark) durch ihre sprudelnde Saune und ihre trefflichen GesangSvvrträge, sowie Herr Direktor al« Kutscher Georg Brunner durch seine trockene, humorvolle Komik da« meiste bei. — Gestern wurde bei ziemlich gut besuchtem Haus« zum Vortheile de« vielfach verwendeten Schau-spieler« Herrn Roman da« Schauspiel „Die beiden Waisen" gegeben, in welchem Frl. V a n i n i die blinde Louise wirklich ergreifend darstellte, wie auch Frau M a i t r in der Rolle der Bettlerin La Frochars Gediegene« leistete. Nicht minder gut faßte Herr Graf feinen Jacquc« und Herr Romann seinen Pierre aus. Schöne Darstellungen brachten Frl. Gruudner (Hcnrietle) und Herr Treuherz (Marquis de Prelle«). Morgen Donnerstag gelangt zum Vor-theile de« Herrn T r e u h e r z „Die Waise au« Lowood", Schauspiel von Charlotte Birch-Pseiffer, ein beliebte« Repcrtoirestück de« Wiener HofvurgtheaterS, zur Aufführung. Da die Titelrolle de« Stücke« zu den besten Parlhien de« Frl. Banini gehört und die Rolle de« Lord Rochester dem Beneficianten Gelegenheit gibt, sein schöne« Können al« Charakterdarsteller zu zeigen, dürfen wir dem P. T. Publikum einen wirklich genußreichen Adend in Aussicht stellen. — Befrem »end muß e« wirken, daß auch für Freitag wieder eine Benefice-Borstellung, nemlich jene de« Frl. Hagen in Auesicht genommen ist. Obwohl da« Fräulein sich mit jeder Vorstellung neuen Anspruch auf die Gunst de« Publikum« erworben hat, ist doch zu besorger, daß bei so rascher Folge der Ben-fice« der Besuch in Folge der Uebermüsung be« Publicum« ein schwacher sein werde und hoffen wir daher, daß die Direktion au» Rück ficht für dieBeneficiantin, nie f ü r da« Publicum sich entschließen werde, diese Vorstellung auf Beginn künftiger Woche zu verlegen. (Ein arger Uebel st and) macht sich in der Theatergiffe zwischen dem Regutaschen Hause und der k. k. Bezirkshauptmannschast geltend. Ja Folge häufiger Verunreinigung durch Passanten herrscht nämlich daselbst ein Odeur, der nicht« weniger al» angeriehn genannt werden kann und ist die» um so b.dauerlicher al» diese Gaffe sich einer ziemlich starken Frequenz erfreut. An den löslichen Gemeinderath ergeht demnach die Bitte, diesem U delstande abzuhelfen, fei e» durch ein strenge« Verbot gegen jede Verunreinigung o'er noch besser durch Ausstellung eine« Pissoir« an geeigneter Stelle, wie selbe bereit« früher einmal durch einen Einsender in unsrem Blatte angeregt worden ist. (Lebensgefährlich verletzt.) Der Grundbesitzer Franz Korent au« Bubje erhielt am 21. d. M- gelegentlich einer Rauferei eine Verletzung in der rechten GesichtShälfte, welche von ärztlicher Seile al» eine lebensgefährliche be-zeichnet wird. (M u t h m a ß l i ch e r G a t t e n m o r d.) Die Ehegattin de» Grundbesitzer« Anton Senegaönik in Neukirchen starb am 22. d. M. um 11 Uhr Vormittag nach heftigem Erbrechen. Da die Frau am Abend vorher noch vollkommen gesund gewesen, wird vermuthet, daß sie eine« nicht natürlichen Tode« gestorben sei und ist bereit« die gerichtliche Commission zur Obduktion der Leiche au Ort und Stelle abgegangen. (Brandlegung.) Am 16. d. M. wurde da« Wirtschaftsgebäude de? M a r i a I ä g e r in Möllingberg durch den Taglöhnei Gregor 11 (b l mittelst Zündhölzchen in Brand gesteckt und wären dem Verbrechen bald zwei Menschen-leben zum Opfer gefallen. Wie e« heißt, hat Uldl die That au« Rache verübt, weil ihm die Zahlung eine« Lohne« von 60 kr. verweigert wurde. Der Brandleger welcher eruirt und dem hiesigen Strafgerichte eingeliefert wurde, hat bereit« ein umfassende« Geständniß abgelegt. („Jesuit" eine Ehr e nbe lei d i g » n g.) Daß die Bezeichnung „Jude" keine Ehrenbeleioung involvire, wurde in richterlichen Erkenntnissen schou öfter ausgesprochen und lag daher die Vermuthung nahe, daß e« sich ähnlich auch mit dem Worte „Jesuit" verhalte. Dem Ist jedoch nicht so. Wie man nemlich au« Brann berichtet, wurden seitens de« dortigen Bezirksgerichte« zwei Eheleute zu fl. 5 — Geldstrafe verurtheilt, weil sie den israe-litischen Tempeldiener einen „alten Jesuiten" ge-nannt, und der Appellsenat de« Brünner Lande«-geeichte« bestätigte diese« Erkenntnis mit der Mvtivirung, daß schon das Wort „Jesuit" allein eine Ehrenbeleidigung sei, wenn e« in gehässigem Sinne gebraucht werde. Aus dem Gerichtssaale. Montag, den 21. November. (Todt-schlag.) Der 30 Jahre alte Grundbesitzer voa Bre«je, Ferdinand Deleja hatte in der Nacht vom 13. di« 14. Juni d. I. seinen 22 Jahre alten Knecht Franz M e r s l a k geweckt und den» selben aufgefordert, den Grundbesitzer Bla« Breloinik, der sich bei der Magd Ursula LernouSek befunden, au» dem Hause zu prügeln, wa« der in solchen Dingen sehe gehorsame Knecht auch that, obgleich er sich dahin verantwortete, er habe dem BreloZnig nur einen Schlag auf da« Gesäß gegeben. Dem war aber nicht so, denn Breloinik kam vom Kcpf b « zu den Knien d!au ge-schlagen am 14. Juni l. I. Morgen« 4 Uhr nach Hause, legte sich zu Bette und starb am 16. Juni p. I. in Folge der durch die Miß-Handlung bewirkten Gehirnerschütterung. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf „schuldig" und wurde wegen Todschlag» über Franz M e r f l a k eine schwere Kerkersteafe tu der Dauer von 1'/, Jahren verhängt, Ferdinand De leja aber von der Mitschuld an diesem Verbrechen freigesprochen. (Schwere körperliche Beschädi-gung.) Der IS Jahre alte Keuschler«sohn Vinzenz Suhodouöa von Paneöe versetzte am 29. December 1880 seinem ehemaligen Dienstherrn Valentin Putrich au» Zorn darüber, daß dieser ihm einen angeblichen rückständigen l'ohn nicht bezahlen wollte, mit einem Fisolen« stocke einen derartigen Schlag auf da» Hinterhaupt, daß der Mißhandelte dadurch eine schwere köiperl. Verletzung erlitt, welche eine bleibende Schwächung de« Gehör«, ein immerwährende« Siechihum und eine stete BcrufSunfäyigkeit de« Beschädigten zur Folge halte. Da der Angeklagte, Vinzenz Sucho« douöa in Uebereinstimmung mit der Aussage de« Valentin feiner That vollkommen geständig war, so wurde von der Jury die Schuldfrage bejaht und der Angeklagte zu schwerem Kerker in der Dauer von 2 Jahren verurtheilt. (Nothzucht.) Am 22. d. M. wurde der 25 Jahre alte Häu«ler«sohn Maihäu« Semliö vulgo HieSl von GlaSbach wegen Verbrechen« der Nothzucht, begangen an der 10 Jahre alten Anna Unger schuldig gesprochen und zu schwerem Kerker in der Dauer von 3 Jahren verunheilt, dagegen der 19 J»hre alte Eooducteur«sohn Leopold Rakuscha von diesem Verbrechen freigesprochen. Hourse der Wiener Wrse vom 23. November 1881. Goldrente...........93.75 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 77.— „ „in Silber . 77.90 1860er StaatS-AnlehenSlose .... 132.80 Bankactien........... 824.— Creditaclien.......... 359.90 London............118.70 Napoleond'or.......... 9.41 k. k. Münzducaten........ 5.60 100 Reichsmark.........58.20 Casino - Verein in Cilli. Dem Programme gemäss (ludet am Sanistag den 26. d. M. das KATHARINEN • KRÄNZCHEN statt CILLI, am 19. November 1881. Die Verelni-Olrrftlsn. •j ♦ ♦ i ♦ ♦ ♦ irpH Zabiärztliiie Operationsautalt bo4 zahntechnisches Atelier CILLI, vis-a-vis dem Bahnhof«, Cafe Haosbaum. Zahnplomben in Gold, Amalgam, Cement etc. Zahnoperationen schmerzlos mit Narkose oder Localanilsthesie. Künatllche Zahnstücke werden je >.< naeli ihrer GrOsde in wenigen Stunden, ganze H Gebisse in 1—2 Tagen schmerzlos ein- ^ gesetzt 453— ♦ M)l»I««t»»»» zur Urlhrllliciinc an den Gewinn-Chanccn der Tom Staate Hamburg garantirten grossen Geldlotterie, in welcher 9 Mill. 140,340 Mark innerhalb weniger Monate sicher gewonnen werden nässen. Der neoe in 7 Classen eingetheilte Spielplan ent hält unter 100,WO Loosen AV.NOO Ciewlune und zwar er. 400,000 Mark« speciell aber 1 Gew. k M. 250000 » Oew. k M. 8000 1 . ä fi. I50000 3 k M. 6000 1 . n M. looooo 55 ä M. 5000 1 . a M. 60000 5 , k M. 4000 1 . ä M. 50000 10!» k M. 3000 2 . a M. 40000 212 9 a M. 2000 3 . k M. .10000 10 a M. 1500 1 . a M. 25000 2 k M. 1200 4 . ä M. 20000 58S - k M. looo 7 . k M. 15000 1074 k M. 500 1 . ä M. 12000 100 9 a M. 300 23 . a M. 10000 20,115 9 k M. 134 etc. ete. Die Gewinnziehungen sind planmäßig amtlich fe-atgcsetzt. Zur nächsten ersten Gewinuziehnng dieser grossen Geldrerloosung kostet: da* ganze Originallos nur 6 Mir. od. fl. 8V, ö. B.-N. das halbe . ^ S i v , ^ f% » • da» viertel , , 1'/» » » !>0 Kr. , , und werden diene vom Staate garantirten Origi-nallose gegen Einsendung oder Postciuzuhlung den Betrages nach den entferntesten Gegenden Ton mir fmico versandt. Kleine Beträge können auch in Postinarken eingesandt werden. Das IIkiim Kleimlerltrr hat hinnen kurter Zeit cro»ie (^riihuie von M;irk 123000, »40000, mehrere Ton 30000, 20000. IOOOO ». 8. w. an «eine Interessenten ausbezahlt nnd dadurch viel zum Glücke zahlreicher Familien beigetragen. Die Einlagen sind im Verhältnis* der grossen Chancen sehr unbedeutend und kann ein Glflcksver-sueh nur empfohlen werden. Jeder TheUuchmer erhalt bei Bestellung den amtlichen Plan, aus welchem sowohl die Einthei-lung der Gewinne auf die resp. Classen ak auch die Betreffenden Einlagen zu ersehen sind und nach der Ziehung die offiziellen Gewinnlisten, Die Auszahlung der Gewinn« erfolgt stets prompt unter SUatsgarintie und kann du-cli directe Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch meine Verbindungen an allen grösseren Plätzen Oesterreichs veranlasst werden. Aufträge beliebe man umgehend und jedenfalU %or dem SO. Kevenihrr «1. J. vertrauensvoll zu richten an die bewährte alte Firma Josef Steindecker, Bank- & Wcchselgeschaft, Hamburg. P. S. Das Ilan» .losesSteindecker — überall al* solid und reel bekannt — hat besondere Recla-nien nicht nöthig: es unterbleiben solche daher, woraus verehrt. Publikum aufmerksam gemacht wird. werden aufgenommen bei Ludwig Wagner, Ge-mischtwaareuhandlung in Schönsteln. 611—? 2 schöne renov. Wohnungen am Hauptplatz 101, gaesenseitig im 11. Stock; eine mit 3 Zimmern etc.. eine mit 2 Zimmern etc. sogleich billigst zu Termiethen. Anfrage Wolf. 586—1 Zu verkaufen Z braune Kladruber 16*/, Faust hoch, fehlerfrei. — Auch elegante Wägen und Geschirre. Anfrage Schloss JstnmH 606—3 bei Gonobit*. Ein eleganter neuer r welcher zweispännig uud einspännig zu verwenden ist, zu verkaufen beim 613—2 Sattler Job. Kainz in Sachsenfeld. Frische irarinirfc Aalfische. Frische lioll. Vollhäringc. Frische rnss. Sardinen. Frischor russischer Caviar. Matie & Plicker zum „Tfolireir GIT^U, " Bahnhofgasse Nr. 97. 600- ^ Frische Görzer Maroni. Fr.Znaini.Weiness. & Salzgiirken. Frischer Kremser Doppel-Senf. Fr. Stock. Linsen & gesp. Erbsen. i guter Maschinschlosser und mit den vorkommenden Kupferschmid-Arbeiten in einer Spiritus-Presshefe -Fabrik vertraut, wird aufgenommen. —• Offerte sind zu richten an die Spiritus - Presshefe-Fabrik und Raffinerie in Savski Harot, (Croatien). Kohlenhäuer ■uit guten Zeugnissen erhalten beim Biohard Bitter von Drasche'^chen Bergbau im Seegraben bei Leoben winjlclcli .V rbeit. CiHi_8 X. not. £1 d H K. Durch die vom Stadtamte eingeleitete Sammlung in der Stadt sind für die hie-sigen Armen milde Beiträge im Gesammt-betrage von 391 fl. 80 kr. eingegangen und werden ihrer Bestimmung zugeführt. Für diese reichliche Bethätigung des übrigens immer bewährten Wohlthäligkeitssinnes der Stadtbewohner wird im Namen der Amen der wärmste Dank ausgesprochen. «tadtamt Cilli, am 20. Novt«b«r 1881. Der Bürgermeister: Dr. Yeckermann. Ilrtit f Untrüglich»?, sofort wirkendes 11 f MVlll Schuhmillel wen Ansteckung lliU ♦ der schrecklichen. Äeilt und Körper zerstörenden gebeiinen Kiankdcüen. Fort daher mit allem Unnatürlichen! Diese? unnahbare Wert ist für ZV Kr. in Briefmarken nur bimt zu beziehen durch G. Tchmidtsdorff, Apotheker 1. AI. Aerfin, Kaliasie» - Mtt Hlr. 1. Gegen Drüsen. Hrn. F. Wilhelm, Apoth. in Ntunkirchen N.-Oe. Kessthel;, Bahnhof, Ungarn, 6. Jnni 1881. Ich ersuche hoflichst mir noch zwei Pakete Ton Ihren, Wilhelm's antiartliritischen anti-rheomatischen Blatrelnigungs - The« mit umgehender Post gegen Nachnahme «enden zu wollen. Mit Hochachtung ergeben« Stefan Haas, BahnaulWber. Haupt-Depot bei Franz Wilhelm, Apoth. Neunkirchen N.-Oe. frei, pr. Packet ö. W «. L— 8 Theile geth. Zu beziehen in Cilli: Bjumbachs Apoth.. Josef Kupferschmied Apoth. — D-Landsberg: Müller'* Apoth.— Feldbach : Josef König, Apoth. — Grar: J. Purgleitner, Apoth.; W'end. Truko-cz.r. Apoth.; Brüder 0ber*nzme)-er. — Leiboitz: Othmar Kussheim, Apoth. — Marburg: Alois Quandest — Pettao: J. BaaraeUter, Apoth. — Prassberg Tribuc — Radkersburg : Caesar E. Andrieu, Apoth. — W.-Feistrltz: Adam t. Gut-koTsky, Apoth. Haupt-Gewinn er. 400,000 Mark. Gliicks-Anzeige. Die Gewinne garantirt der Staat Einladung zur Betheiligung an den Gewinn« Chancen der vom Staate Hamburg garantirten grossen Geld-Lotterie, in welcher über 9 Millionen 100,000 Mark •loher gewonnen werden mttuen. Die Gewinne dieser yortheilhaflen Geld Lotterie, welche plangeniiU« nur 100,000 Lose enthält. bind folgende, nämlich; Der grösste Gewinn int ev. 400.000 Mark Prän« 260,000 M. Gew. a 150,000 M. Gew. iilOO.OOOM Gl-w. ä 60.000 M. 50.000 M 40,000 M. 30.000 M 25,000 M. 20.000 M. 16,000 M 12,000 M. 10.000 M. 8.000 M 6,000 M 6,000 M. Gew. k Gew. a Gew. ä Gew. k Gew. k 7 Gew. k 1 Gew. k 23 Gew. k 3 Gew. ä 3 Gew. k 69 Gew. k 6 Gew.« 4000 M. 100 cw. ii 3000 M. 212 Gew. ä 2000 M 10 Gew.a 1500 M 2 Gew. a 1200 M 633 Gew. ü 1000 M. 1074 Gew. k 5001L 100 Gew. a 300 M. 49 Gew. ä 250 M. 60 Gtw. a 200 V 100 W.ä 150 M 29U5 Gew. k 138 M etc. in Ganzen 60800 Gewinnst« und kommen solch« ia wenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur »Itheren Entscheidung. Die erste Oewlnnxtehung ist amtlich auf den 14. und 15. December d. J. festgestellt und kostet hierzu das ganze Original-Los nur 3 fl. 50 kr. das halbe Original-Los nur I fl. 75 kr. das viertel Original-Los nur 88 kr. und werden diese vom Staate garantirten Ori-ginul-Loose (keine verbotenen Promessen) gegen frnnkirte Einsendnn? des Betrages siubst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. — Jeder der Betheiligten erhält ton mir neben »einem Original-Lose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plun gratis und ra Ii stattgehabter Ziehung sofort die amtlichc Ziehungsliste unaufgefordert zugesandt. Die kmMi i Vmöiiüi der Gewinmeliier erfolgt von mir direct an die Interessenten prompt nnd unter strengster Verschwiegenheit. Jede Bestellung kann man einfach auf eine Posteingahlnngskarte oder per recom-mandirten Brief machen. Man wende sich daher »uit den Auftrügen vertrauensvoll au 550— Samuel llecksclier «en, linnquier und WecsiieWomptoir in llaniburn. Druck und Verlag von Johann Rakusch in Cilli. Verantwortlicher Redacteur Anton Langgasaner.