Deutsche Macht (Imker „Lissier Zeitung^). Ctjattu )<»<« Xmuutfat «u» ßennt«g morgen! ant tast« fit Silli mit Z»i>«ll«>g .»« Hau» monarlich st. —M, »i-rlcijthrig st. im. halbjährig st. S.-. g»m>»hiiq st. . Mit Po»v»tni«,i>> «inlcliähriz st. l.eo, haltjthri, st. (.10, giniiihrig st. «.40. tX( cimcl» Ri*»n T It. Jlfcnte tla nftrrcs (Dirtrrholnitg» entsprrchendkr »jbatt. Sulxirtl urtmrs 3nfnnt< für »»I« 8UK tüe MnltltteB tas»»cnc;t(HiMiOT »H 3*- um SuKanbrt an. ftrtactisi Herrn,». 8. MnlniftratiMS H«tsche Macht." nicht zuriickstauen. Neuerdings erhebt sich der nationale Gedanke in Deutsch-Oesterreich und seine erste Forderung gilt der nationalen Gestalt tuug unserer parlamentarischen Vertretung. Wir müssen diese Forderung mit unermüdlicher Ausdauer zur Geltung bringen, weil eine erbeb-liche Förderung der nationalen Interessen auf außerparlamentarischem Boden nur in geringem Maße und mit Aussicht auf Sicherung und Dauer schon gar nicht möglich ist. Ja, die höchsten unserer Interessen lassen sich natur-gemäß nur auf dem Boden der Reichsvertretung erkämpfen. Die concreten Ford.rungen. in denen diese Interessen geltend gemacht werden, und die Bedingungen ihrer Realisirung haben wir an dieser Stelle bereits so oft erörtert, daß wir un§ begnügen können, auf die bezüglichen Ausführungen zu verweisen: Heute lassen wir uns nur von der Absicht leiten, diese Erörte-rungen zu ergänzen, indem wir uns mit wenigen Worten auf dem bisher nicht genügend beach-teten Momente der nationalen Volkserziehung zuwenden. Gerade das Weihnachtsfest gibt uns die erwünschte Gelegenheit, darauf zu verweisen, welch^ hohen Werth für die Pflege des nationalen Sinnes gemeinsame erhebende Vorstellungen besitzen, in denen Geist und Gemüth des Volkes mit ihrer specifischen unterscheidenden Eigenart gegenüber fremden Elementen, zum Ausdrucke gelangen. Diese Vorstellungen soll man mehren und festigen; sie erwecken im Volke das Bewußtsein der Einheit und Zusammengehörigkeit und ent-flammen im Einzelnen die opferfähige Liebe zur großen Gemeinde, der er angehört und als deren Angehöriger er sich mit Stolz nennen soll. Das aber läßt sich nur auf dem Wege der Volkserziehung erreichen. Für die Hebung des nationalen Bewußtseins ist dieses Moment bei keinem Volte wichtiger, als beim deutschen; denn die Naturanlage des Teutschen — so traurig es ist. man muß es gestehen — neigt zur Verleugnung und PreiSgebunq der eigenen Nationalität und zu kosmopolitischen Schwär-mereien hin. Nationaler Chauvinismus ist Sache deS Deutschen überhaupt nicht und es braucht sehr viel, bis sich der Deutsche für politische Ideen zu begeistern beginnt. Bei einem Volke, in welchem ein reges National gefühl als Anlage wohnt, bedarf es keiner natio> nalen Propaganda. Im deutschen Volke trifft diese glückliche Anlage leider nicht zu. JnFrankreich und Italien beispielsweise haben die Regierungen voll» auf zu thun, um unbesonnenen AuSbruch eines regen nationalen Empfindens hintanzuhalten. In Deutschland herrscht — wir können ja doch davon erzählen — eine kühle Mäßigung, welche nur allzuoft unter den Gefrierpunkt sinkt. Dieser Mangel kann nur durch eine Erziehung besei-tigt werden, welche im Volke Vorstellungen nationaler Vorzüge, nationaler Güter und eine Novität im wahren Sinne des Wortes, da sie hier zum ersten Male das Lampenlicht erblickte. „Antonius und Cleopatra" von Mosenthal, frei nach Shakespeare, Musik von I. E. Wittgenstein" dies der Titel. Der Componist lebt hier und hat bereits vor einigen Jahren eine Oper „Die Welfenbraut" zur Auf. führung gebracht, damit aber einen Achtungs-erfolg errungen, der frappant einem Durchfalle ähnelte. Ueber die Erfolge anderwärts ist uns nichts bekannt; ich glaube sie wurde nirgends aufgeführt. Nun mit dem jetzigen Werke ging es ihm entschieden besser. Die Oper erzielte bei der ersten Aufführung einen durchschlagen» den äußeren Erfolg: nach jedem Aktschlüsse to» sender Beifall. Componist, Direktor, Capell» meister. Darsteller wurden mehrmals gerufen; die drei nächsten Vorstellungen fanden vor aus-verkauften Häusern statt; die Kritik sprach sich außerordentlich günstig aus und selbst die Wie-ner Blätter berichteten über den durchschlagenden Erfolg. Die eingefleischten Wagnerianer waren enthusiaSmirt, warum, ist mir heute noch nicht klar, da doch die Oper, mit Ausnahme eines ein paarmal vorkommenden Leitmotives, von Wagner so wenig hat. als das Libretto von Shakespeare, das stan „frei nach Sch." lieber „frei von Sch." heißen sollte. Ein Theil des 1883 nationaler Traditionen begründet und befestig». Dann erst, wenn der Einzelne, der diese Vorstellungen in sich aufgenommen hat. die innige Verwandtschaft seiner geistigen Eigenart mit den» Wesen der Gesammtheit wahrnimmt, ei«, zündet sich in ihm jene glühende Liebe zur Nation und jene energische Widerstandskraft gegen fremde Angriffe und Einbüße, in der die Nation die einzige Garantie ihrer unge-schwächten Fortdauer finden kann. ES wäre überflüssig, erst erweisen zu wollen, daß in den deutschen Volksschulen Oesterreichs für die Pflege der Liebe zur Nation bisher absolut nichts geschieht. Wir fordern daher von unseren Abgeordneten, daß sie endlich dem Bei-spiele anderer Parteien folgen und unS das Recht auf nationale Erziehung erkämpfen. Wir erinnern deS Beispiels wegen daran, daß es nun höchste Zeit ist. auf die Executive in dem Sinne zu wirken, daß die Wahl der Lehrmittel in deutschen Volksschulen nach an-deren Grundsätzen erfolge, als es bisher der Fall war, wo alles ausgemärzt wurde, waS in der Seele des Kindes deutscher Eltern die Vorstellung hätte reifen können, daß der Sand-wirth von Passeyer nicht die einzige Größe am deutschen Sternenhimmel bildet. Ein Blick auf den Index der verbotenen Lesebücher, welcher vom Unterrichtsministerium zeitweise herausgegeben wird, würde unsere Abgeordne-t«n überzeugen, daß in den Volksschulen das „wahre Oesterreicherthum" auf Kosten des Deutfchlhuins genährt wird und daß es nicht allein genügt, für die Aufrechthaltung der Schulgesetze zu sorgen, sondern daß man auch darauf sehen muß. ob dieselben zu Nutz und Frommen der Nation gehandhabt werden. Wenn das Meucheln unseres VolkSthumeS fortwährt, wie bis jetzt, kann die Zeit nicht mehr ferne liegen, wo die Deutschen Oesterreichs weder Deutsche noch Slaven, sondern Bastarde sein werden ohne Gefühl eines inneren Werthes, ohne Sinn für nationale Macht und Größe. Wenn wir aber hiermit die Forderung, uns das Recht auf national« Erziehung zu ertönt* psen. an unsere Abgeordneten richten, so sehen wir freilich von den „führenden" verfassungS-treuen Excellenzen, welche wir bereis hinläng, lich kennzeichneten, vollkommen ab. Wir richten unser Wort an jene Abgeordneten, welche gesonnen sind, sich in ihren Entschließungen durch die Interessen der Nation und nur durch diese bestimmen zu lassen und welche in diesem Principe das Charakteristische eines nationalen Programmes erblicken. Nationale Abgeordnete müssen sich zu jener Auffassung bekennen, welche den Staat dem Dienste der Nation unterordnet. Die gegentheilige Auffassung, welche uns die beneidenSwerthe Stelle des Mörtels im Staatsgefüge zuschanzen möchte, finden wir bei den Officiösen natürlich; einem kühleren PublicumS, das vielfach aus anderen als musikalischen Motiven, vornehmlich aus LocalpatriotiSmus überreichen Beifall spendete, meinte, die Oper sei ein entschiedener Fortschritt gegen das erstgenannte Werk und enthalte außerordentlich hübsche Einzelnheiten. Obwohl nun nicht Musiker von Fach, werde ich mir doch erlauben, jenen Eindruck zu skizziwi, den ich bei mehrmahligem Anhören der Oper, von derselben empfing. Wie schon angedeutet, können wir sie keineswegs als solche bezeichnen, wie sie in das Gebiet neuerer Musik, der Zukunftsmusik gehöre«. Das charakteristische der Wagneropern, die Leitmotive, ist nur durch das Cleopatramotiv vertreten, andererseits sind wieder viel zu wenig Melodien enthalten, um ie zu den Opern der alten Meister rechnen zu 'önnen. Sie ist ein Mittel zwischen beiden und wenn auch sonst im Leben die goldene Mittel» traße die beste ist. so dürfte gerade dieser Um-tand ein Nachtheil der Oper sein. Die Musik des im ersten Acte vorkommenden BalleteS ge->ört zu den schwächsten Stellen und ermüdet zurch ihre allzulange Dauer. Ein anderes Mal wieder kommt es uns vor, als säßen wir zur ^sterzeit in einer Kirche und lauschten andächtig )en Choralgesängen, ja einmal glaubten wir einen veritablen Segen zu hören. Imposant und 1883 deutschen Abgeordneten aber rechnen wir diese Anschauung als ein Verbrechen an der Nation an. Wir richten unser Wort an den künftigen deutschen Club des Ab-geordnetenhauses und wir hoffen, daß das nächste Weihnachtsfest dem deutschen Volke in Oesterreich endlich dieses heißersehnte Geschenk bringen werde. Weilinachtsvetrachtungen. L. Weihnachten ist vor der Thür, — ein hehres Fest, wie immer man dasselbe auffassen mag, ob als daS Fest der Wintersonnenwende nach altheidnischer, oder als daS GeburtSfest des Welterlösers nach christlicher Weltanschauung. In beiden Fällen bedeutet das Weihnachtsfest den Beginn einer neuen Zeit und der Kalender trägt dieser Auffassung Rechnung, indem er kurz »ach Weihnachten ein neues Jahr begin-nen läßt. Der Sieg deS Lichtes über die Finsternis, welcher sich in dem Zunehmen der Ta-geslänge ausspricht, ist aber gerade für uns Deutsche in Oesterreich von besonderer Bedeu» tung. denn er mahnt im«, die Hoffnung nicht aufzugeben, daß auch für uns einmal eine neue und bessere Zeit anbrechen und daß der Zeit deS triumphirenden SlaventhumeS endlich doch die Zeit des sieghaften DeutschthumS folgen werde, deren Eintritt wir bisher leider vergebens ersehnten. Blicken wir zurück aus die Vergangenheit, aus die Zeit deS abnehmenden Lichtes, so be-schleicht uns ein Gefühl der Wehmnth über die trübseligen Erfahrungen, die wir gemacht und über die wenig erfreuliche Lage, in welche wir gerathen sind; aber doch auch ein Gefühl der Befriedigung darüber, daß trotz allem, waS ge-schah, unsere Kraft noch ungebrochen geblieben und ungeschwächt unser Vertrauen in uns selbst ! «nd unsere Hoffnung aus eine bessere Zukunft. Und fürwahr, nicht unberechtigt ist dieses Ver-! trauen. Zwar ist unsere Lage an sich nicht bes-> jer geworden seit einem Jahre, nein, seit vier Jahren, denn so lange schon herrscht in Oester-reich daS Slaventhum; — aber eines ist doch anders geworden: die Stimmung des deutschen Volkes in Oesterreich. WaS vordem für unmöglich gegolten, eS ist zur That geworden: der deutsche Michel hat die Zipfelmütze von den Ohren genommen, er ist erwacht aus dem lan-qen Schlase , in welchen er in den Siebziger Zähren leider versank. Ein frischer, kräftiger Geist ist eingekehrt in den Städten, wie auf dem Lande und wie ein mächtiger Strom hat die deutsche Bewegung alle Gemüther erfaßt, selbst jene, die bisher in bedauerlicher Verblendung nur dem Krumstabe folgten. Ja, es ist Vieles besser geworden, das deutsche Kraftbewußtsein, das deutsche Selbst-vertrauen ist erwacht und darum wollen wir «ächtig wirkend dagegen sind mehrere Ensemble-scenen, daS Scptett des ersten Actes, wie über-Haupt die Actschlüsse meisterhaft in Handlung ind Musik durchgeführt sind. Unbegreiflich blieb mir, warum, als die Cleopatra zum Schlüsse aus der Bühne todt lag, die Musik bei off e-«er Scene noch einige Minuten fortdauerte, bi» der Vorhang endlich siel; ein ganz unmo-«wirteS Speculiren auf die Spannung des Pub-likums, daS offenbar einen weitere» Auftritt, aber vergeblich erwartet. Die Handlung selbst ist eine äußerst spannende und verräth die buh-»mkundige Feder des Autors selbst in den kleinsten Details. Dieser sowie der wirklich ziltigen Aufführung durch unser ausgezeichne-«« Opernpersonal, und endlich einer bei unS richt allzuhäusig vorkommenden glänzenden Zlujstattung verdankt die Oper einen guten lheil deS Erfolges, den sie zweifellos errungen Im. Dahin gestellt mag es aber bleiben, ob i« anderwärts in gleicher Weise siegen wird, nenn nicht alle angeführten Umstände so günstig zusammentreffen, wie es hier der Fall war. Nebenbei bemerkt, haben jene geehrten College«, mlche an andere Blätter von sentimentalen Er-sslgen und dergleichen berichteten, dem Compo-I listen für den Fall einer dortigen Aufführung wohl „PtntHt Zv-cht." trotz unserer gedrückten Lage das WeihnachtS-fest nicht in gedrückter Stimmung begehen. Aber hoffen und wünschen müssen wir allerding«, daß dieses deutsche Krastbewußtsein auch zur Aeußerung gelange. Das Auspflanzen des deut-schen Banner« allein genügt nicht, wir müssen eS vorwärts tragen in Sturmschritt, auf daß eS in Bälde sieghaft flackere an Stelle der ver-einigten Fähnlein unserer Gegner. Keine Zag-haftigkeit, keine Halbheit «lehr, kein langes Ueberlegen und Erwägen und Abmessen, inwie-weit man gehen dürste, ohne anzustoßen, sondern muthigeS Vorwärtsschreiten aus dem einmal betretenen Wege! DaS Deutschthum über Alles! sei hinfort unsere Losung und drc Stammesvortheil sei für unS maßgebend in Allem und Jedem, was wir beginnen. National sein müssen wir nicht bloß mit Worten sondern in der That. Dieses Ratio-nalsein aber bedingt zweierlei: eS bedingt den freiheitlichen Ausbau unserer Versassung und eS bedingt den Schutz und die Förderung der Volkswohlfarth, denn nur diese verleiht unS die Kraft, nach dem Höchsten zu streben. So lange der Mensch hungert, verlangt er nur nach Brod und er nimmt e«, woher er es bekommt; hat er aber dieses in ausreichendem Maße, dann kann er sein Augenmerk auch idealen Gütern zuwenden, dcnn kann und wird er auch für seine StammeSinteressen eintrete«. Darum ist es eine der obersten Pflichten Jener, welche Deutsche vertreten, für die mate-rielle Wohlfahrt deS Volkes zu wirken und solche Gesetze zu schaffen, welche die productive Arbeit schützen und fördern. Das will besagen, daß mit jener Wirtschaftspolitik gebrochen werden muß, welcher wir den sogenannten „wirthschaft-lichen Aufschwung" der Krachzeit verdanken. DaS Volk dars nicht Ausbeutungsobject der Börse- und anderweitigen Speculanien sein und die Freiheit muß dort ein Ende haben, wo der Schwindel beginnt Wir haben die Folgen des Krach leidlich üt erstanden und Landwirthschaft und Gewerbe sind durch die freihändlerischen Grundsätze der Siebziger Jahre wohl schon sast aber noch nicht völlig zu Grunde gerichtet; nun aber ist es hohe Zeit, daß neue Wege betre-ten, daß eine umfassende wirthschastliche Re-form in Angriff genommen und an Stelle des Freihandels das Schutzsisten« gesetzt werde. Sache der deutschen Abgeordneten wäre es ge-wesen, hiezu die Anregung zu geben; da sie dies unterlaffen. mögen sie zu mindest sich der Reform nicht wiedersetzen, wenn diese von einer klug berechnenden, die Möglichkeit volksfreund-lich zu scheinen sofort erfassenden Regierung ausgeht. Für die Zukunft aber wird das deutsche Volk schon dafür Sorge tragen, daß nur solche Männer als seine Vertreter in den Reichsrath kommen, welche entschieden national, wahrhaftig freisinnig und wirthschaftlich refor- kaum einen guten Dienst damit geleistet, da durch solche Berichte daS Publikum nur allzu leicht dahin geführt wird, an daS Werk Forderungen zu stellen, die möglicherweise unerfüllt bleiben und dadurch die Ausnahme leicht in ein Gegen- theil umschlagen könnte. * * * Noch nicht ein Jahr ist eS her. daß der „Bankier" Schwarz vom hiesigen Gerichtshöfe wegen Betrug zu mehreren Jahren schweren Kerkers verurtheilt wurde. Sensation machte damals der PaffuS in der Rede deS Staats-anwaltes, welcher beiläufig sagte: „Ich werde den Augenblick segnen, wo eS mir gegönnt sein wird, von diesem Platze auS ähnliche Anklagen gegen Individuen zu erheben, die heute noch unangefochten ihr schamloses Gewerbe treiben." Der Augenblick scheint nicht mehr ferne zu sein. Vor einigen Tagen wurde der hiesige Vertreter deS Wiener Bankhauses „Weymann & Comp." namens Wienar wegen colloffaler Betrügereien, die er sich seinen Eommittenten gegenüber zu Schulden kommen ließ, nach hartnäckiger Vertheidigung mit einem Re—genschirm verhaf tet. Gegen ein anderes Grazer „Bankhaus" wurde ebenfalls die Untersuchung eingeleitet. 3 matorisch sind, denn nur dann gibt es für deut» fche Volk jene Wiedergeburt, an welche da» Weihnachtsfest uns sinnbindlich erinnert. Wundschau. Italien. [D e r Victor E m a n u e l-Cultus.) Aus Rom wird geschrieben: Was jetzt auf der Tagesordnung steht und in Schrift und Rede verhandelt wird, ist die nationale Pilgerfahrt zum Grabe Victor Emanuel's am 9. nächsten Monats, dem Todestag des „Be-freiers des Vaterlandes". Mau muß eS den Italienern lassen, daß sie ihre großen Männer zu ehren wissen und dafür bewundernswerthen Gemeinsinn und Enthusiasmus zeigen. Selbst in der unteren Geistlichkeit werde» Stimmen laut, welche verlangen, daß man dem König gebe, was dem König gebührt, und daß es mit den kirchlichen Pflichten vereinbar sei. pa-triotisch zu denken und zu fühlen. Im Stadt-rath und unter den Stadtverordneten (xiunta) sitzen viele Schwarze, ihr Präsident Torlonia ist. sowie sein ganzes Haus, strengpäpstlich gesinnt, oder sie thun von dem, was ihnen zukommt, eher mehr als weniger, um die Feier der Hauptstadt würdig uud entsprechend in Scene zu setzen. Auch die Curie bewahrt Tact und Zurückhaltung. Die Zeloten, welche eine Prosanation des Pantheons denuncirten und den Act einer „Enthciligung des Gotteshauses" verlangten, haben bei Leo Xlll. diesmal kein Gehör gefunden. Der Bildhauer Monteverde ist bereits mit der Anfertigung des Sarkophags beauftragt und nur die Concession gemacht worden, denselben nicht in der Mitte der Kirche, sondern in einer Seitenkapelle auszustellen, nach dem katholischen Dogma ist die Mitte nur rein religiösen Zwecken und Verehrungen vorbehalten. Man konnte darin umso eher nachgeben, als sonst der ästhetische Eindruck des classischen Tempels sehr beeinträchtigt worden wäre. Wohin das weltliche Monument Victor Emannel's. wozu bekanntlich über zwei-hundert Entwürse aus aller Herren Länder eingegangen und seinerzeit öffentlich ausgestellt waren, kommen wird, ist noch unentschieden. Man will abwarten, wie sich die bauliche Um-gestaltung Roms dazu verhalten wird. Der effectvollste Platz wäre unstreitig das Capital vor der Kirche Araceli, wo einst die Arx stand. Allein dazu dürsten die votirten neun Millionen nicht ausreichen; die nächste Sorge macht jetzt die Beförderung, die Unterkunft und d»e Ver-köstigung der auf circa 100.000 berechneten Pilger. Man will dieselben in einige Serien eintheilen, um den Eisenbahndienst nicht zn stören, an leeren Räumen in Klöstern und verlassenen Palästen fehlt es gerade nicht, obfchon es dort kein gemüthliches Masseuquar-tier geben wird und es sich jedenfalls empfehlen dürfte, fanitärifche Maßregeln zu treffen. Für Charakteristisch für die Handlungsweise gewisser Bankgeschäfte ist folgende in den Wiener Blät-tern zu lesende Erklärung: „Wir geben hiemit bekannt, daß der in Graz verhaftete Wienar seit 1. December nicht mehr unser Vertreter ist. Weymann & Comp. Wien, am 18. Dec. 1883." W. hatte sich b>« zu dem Tage seiner Ver-Haftung, d. i. bis zum 17. December stets als Vertreter obigen Hauses girirt, hatte auch noch die entsprechende Firmatasel:c. Ist eS nicht, gelinde gesagt, merkwürdig, daß jenes Wiener HauS seinen Vertreter am l. December ent-läßt, demselben die Fortführung der Firma gestattet und erst 3 Wochen später, erst nach er-folgt« Verhaftung obiges bekannt macht. „Der Moor hat seine Schuldigkeit gethan, der Moor kann gehen." Traurig bleibt eS aber immerhin, daß in unserer Stadt noch immer sich Leute finden, welche gewissen „Bankieren" auf den Leim gehen. Man hätte meinen können, daß der sensationelle Fall „Schwarz" den Leuten die Auge» geöffnet hätte. Wie sagt doch der große Philosoph: „Die Dummheit stirbt nicht aus." Spectator. 4 die Approvisionirung werden auch entferntere Lieferungsplätze herbeizuziehen sein, da die öde Campagna aus der Nähe kaum den regel-mäßigen Bedarf deckt. Im Uebrigen lieben die heulige» Römer so gut, wie ihre Vorfahren x»nem et eireeii8es. und befürchten nur, daß ihnen ersteres etwas theuerer zu stehen kommen werde, als in den Kaiserzeiten. Arankreich. sDaS Abenteuer in Ostafien.s Die Finanzen der französischen Republik sind, obgleich keineswegs auch nur annähernd so zerrüttet, als von den Feinden des bestedenden Regimes verkündet wird, doch andererseits auch keineswegs so blühend, um deui Staate kostspielige Ausgaben, für welche kein absolut gebieterischeSBedürsniß nachweislich erscheint, »aus gene zu gestatten. Daß für Tonkin gleichwohl weitere 20 Millionen ver-langt werden, mit dem stillschweigenden Vor-behalt, noch mehr zu fordern, falls die Umstände solches erheischen sollten, beweist zur Genüg», wessen man sich von dem Fortgange der Ferryschen Politik in Ostasien versieht. Für einen militärischen Spaziergang an den Ge-staden des Rothen Flusses ist das Ausgaben-conto des tonkinesischen Geschäftes denn doch ein wenig zu hoch, und die 6000 Mann Ver-stärkungen. die demnächst nach Ostindien in See gehen, werden, am Orte ihrer Bestimmung angelangt, wohl auch mehr zu thun finden, als sich mit ihren bereits daselbst anwesenoen (Sameraden in der Wahrnehmung des laufen-den GarnisonSdiensteS zu theilen. An der that-sächlichen Jnsurrectionirung Anams ist kaum noch zu zweifeln, und wenn, waS wenigstens eine sehr naheliegende Vermuthung ist. chine-sische Intriguen dabei im Spiele sind, so ver-schlägt «S für die factische Seite der sranco-chinesischen Beziehungen blutwenig, ob der äußerlich friedliche Character des beiderseitigen Verhältnisses gewahrt bleibt, oder nicht. Kngland. sR ü st u n g e n. F e u i s ch e s.] In England rüstet man für alle Eventualitäten, die sich in China abspielen könnten. Das Kriegsdepartement hat dem Arsenal in Wool« wich namhafte Lieferungen von Kriegsmaterialien für die englischen Stationen in China aufge-tragen ; der Dampfer „Hankow" verladet gegen-wärtig schwere Belagerungs- und Feldgeschütze und Munition in den Albert-Docks, von wo «r sich nach Portömouth zur Einschiffung von Truppen begibt, um sodann am Mittwoch die Fahrt nach China anzutreten. Admiral Dowell trifft in einigen Tagen in Kanton ein, um den Oberbefehl über das englische Geschwader in den chinesischen Gewässern zu unternehmen. — Aus Dublin wird gemeldet, daß die Po-lizei am letzten Donnerstag dort in einem Hause in D'Olier-Street ein Waffen-Arsenal Z»er Tod des Sokrates. AuS: .Zanlhippe" von Fritz Mauthner. Dresden. Heinrich Minden. (DaS TodeSurtheil war gesprochen.) Der Philologe nahm zuerst das Wort. Mit fanati-schen Worten pries er den Märtyrer SokrateS. Der Tod durch ein Gift, welches fein eigenes bethörtes Volt ihm reiche, sei der würdige Ab-schluß für ein solches Leben. Jeder andere AuS-gang wäre ein Unglück für die Lehre und für die Schule gewesen. Xanthippe hielt sich wimmernd die Oh-ren zu. Da faßte der Mathematiker sie beim Arm und während er sie sachte zn ihrem Lager führte sagte er: „Auch ich bin nicht zufrieden mit dem TodeSurtheil. ES war daS logisch geforderte Ende. Wer aber den Meister ungern sterben sieht, der darf noch immer an feine Rettung sinnen. Am heutigen Tag beginnen die Gerichts-ferien und während derselben darf keine Hin-richtung stattfinden. Und da viele der höheren Beamten die Execution nur ungern vollstreckt sehen, wird einer Flucht oder Entführung des MeisterS nicht viel im Wege stehen." Mit einem heiseren Schrei riß die Xan-tippe von dem Schüler los. Sie öffnete den mit Beschlag belegte. Der Miether des HauseS. ein gewisser Dünne, der wie man glaubt, ein Mitglied der fenischen Brüderschaft ist. wurde verhaftet. Korrespondenzen. Saucrbrmm, 17. December. (O.-C.) sUn-sereEisenbahnfrage unddie nati-onalen Krakehler.) Die unqualificir-baren Angriffe der national-clericalen Heißsporne gegen den Direetor der hiesigen Badeanstalt sind bekannt und berüchtigt. Das „Warum" ist. — wie bei allen Zeitungsangriffen der Nationalen — leicht gefunden: Director Geutebrück ist eben kein nationaler Kantpfhahn. sondern ein friedliebender Deutscher, der einzig und allein auf die Hebung des Bades, nicht aber auf windifch-nationale Allüren bedacht ist. Würde selber der windischen Maulwurf-Coterie angehören, er würde zweifelsohne in den Himmel erhoben werden. Das nasseste an der Sache ist, daß die Nationalen den Ge-nannten schon vor Beginn der letzten Bade-saison in den Koth zogen und dessen Unfähig-seit zur Leitung des Bades declarirten — also zu einer Zeit, wo selber noch keinerlei Badegäste gesehen hatte und gesehen haben konnte i und wenn selbst die heurige Curfrequenz hinter den früheren Jahren zurückgeblieben wäre, was thatsächlich nicht der Fall ist, — so konnte der genannte Herr als einjähriger Badedirector wohl ebensowenig in die Lage kommen, auf diese Frequenz in irgend einer Weise Einfluß zu nehmen. Doch dies verschlägt den Herren Sub-Pervaken nichts. „Geutebrück muß als Deutscher um jeden Preis verrissen werden"! Zu diesem Behufe wurde selbst die Curliste einer Kritik unterzogen und statistisch nachgewiesen, daß — „es ist schrecklich!" — unter den Curgästen auch Verwandte deS Directors waren, welche diesen „auch" besucht hatten. So zu lesen im Marburger Revolver-Journal. Bei alledem ist es dem nationalen Troß natürlich nicht allein darun» zu thun, den Badedirector, der in der kurzen Zeit seiner Leitung den Säuerling erst zu einer merkan-tilen Bedeutung erhob. — als überhanpt das ganze Bad zu mißcreditiren. Und warum? Weil die Reineinnahmen des Bades nicht sür nationale, sondern sür Londeszwecke verwendet werden. Der nationale Patriotismus reicht daher nur bis zu den ./Narren-Domen !" Wenn es nun. — wie die Nationalen natürlich fälsch-lich glauben machen wollen, mit dem Bade Sauerbrunn so schlecht steht, wie kommt es nun, daß die nationalen Kuttenmänner so eifrig für die Sauerbrunnerbahn agitiren ? — Meinen dieselben wohl, daß ein Entgegenarbeiten gegen das Bad die ohnehin an maßgebender Stelle für die Eisenbahn nicht besonders gün- Mund, aber lange rang sie vergebens nach Worten. Endlich zischte es rauh hervor: „Ein hündischer Schuf«, wer eine Stunde schläft bevor SokrateS befreit ist!" Und die Schläfen zusammenpressend, begann sie mit den Freunden Rath zu halten. Ihr ganzer Körper zitterte, aber ihr Verstand ward wieder licht. Bald begannen aufs neue und mit doppel-tem Eifer die Bemühungen um die Gunst aller derer, die nur im geringsten auf das Schicksal des Gefangenen von Einfluß sein konnten. Vom Präsidenten bis zum Schließer war niemand, dem Frau Xanthippe nicht mit gleicher Zerknir-fchung und Inbrunst genaht wäre. Und ihre Hoffnungen schienen sich zu erfüllen. Bald wur-den dem Gefangenen, trotzdem er zum Tode verurtheilt war, nunmehr die alten Vergünstun-gen wieder gewährt. Er durfte Besuche empsan-ge» und Geschenke in Empfang nehmen. Fast ohne jede Vorsicht konnten die Vor-bereitungen zur Flucht getroffen werden. Außer den Schülern waren gegen zehn Perfonen ein-geweiht und niemand dachte an Verrath. Xan-thippe vereitelte den letzten Rest ihres Geldes mit kluger Freigebigkeit; aber es wäre nicht nöthig gewesen/Alle Beamten schienen mit ihr verschworen. Nur die Mühe und die Verant- 1883 stige Stimmung hebt ? Wir wüßten wahrlich nicht, warum nach Sauerbrunn eine Bahn gebaut werden sollte, — wenn nicht speciell auch in Rücksicht auf diesen Ort als Curort. Oder glauben etwa unsere und die Mareiner nationalen Züuftlinge. daß sie durch eventuelle Taborsahrten und durch Versührung von einigen Startin sauren Tantoviner Weines die Regie-kosten einer Bahn decken werden '? Kaum wahrscheinlich ! Es ist sonach zweifellos ganz per-sönliches Interesse der nationalen Schreier im Spiele.- wenn sie für eine Eisenbahn nach Sauerbrunn und speciell durch das Mareiner-thal agitiren. Der Eine hofft seinen Narren-thurm. der Zweite seine Grundstücke, der Dritte seine Marmorblöcke an den Mann zu bringen. — das ist einfach der Grund, warum die na-tionalen Polterer die Bahnsrage zur brennen-den machen, keineswegs aber die sorge für die Hebung des Volkswohles in den von der Bahn eventuell berührten Bezirken. Die Lehre aus obigen Betrachtungen mögen sich die na-tionalen Wahrheitverdreher selbst ziehen! Pi— t. Wi»disch Graz, 18. Dec. (O.-C.) >B e- zirksvertretungswahlen. j ES ist eine traurige Nachricht, die ich Ihnen aus die-sem Bezirke mitzutheilen habe. Die Bezirksver-tretung von Windisch - Graz ist wieder auf drei weitere Jahre ein Tummelplatz der National-Clericalen geblieben. Bei der heuligen Wahl auS dem Großgrundbesitze erzielte diese Partei eine Majorität von 10 Stimmen. Die Schuld dieser Niederlage liegt in erster Linie in der Lethargie unserer gutmüthigen Deutschen, welche sich nicht einmal zur Bildung eineS Wahl-agitations-Comite S aufrafften, andererseits aber in dem vor nichts scheuendem Eifer der national-clericalen S ch u tzmänner. Das mannhafte Auf-treten der Deutschen in Pettau und anderer-wärtS spornte zu keiner Nachahmung, wohl aber trug man eine gewisse Siegeszuversicht zur Schau, die die Halden einlullte und den Gegnern freien Spielraum gewährte. Es ist eine bekannte That-fache, daß weder im socialen noch im politischen Leben ein Sieg ohne Kampf erzielt werden könne. DieseThatsachen scheinen indeß unsere maßgebenden Factoren ganz zu ignoriren. Es wäre ungerecht, wollte man das Deutschthum dieser Factoren irgendwie bemängeln, allein dasselbe ist von einer Ausdruckslosigkeit; es äußert sich immer zu spät und zumeist in einer Lelbstanklage. Wie leicht wäre es diesmal gewesen, fünf Bau-einstimmen zu gewinnen, zumal die Beliebtheit deS sogenannten Windisch-Grazer Voinjak eine mehr als zweifelhafte ist. Es geschah jedoch nichts, absolut nichts, und so haben sich denn auch unsere Leute das Recht verscherzt, zu kla-gen, wenn der nationale Hexensabbath in den kommenden drei Jahren einen noch tolleren wortung ließ inan ihr; sonst wurde sie nicht beunruhigt. Endlich war alles geordnet; schon lagen im Zimmerchen des Schließers Zangen und Feilen zum Lösen der Ketten, auch ein vollstän-diger Anzug war bereit, der den Gefangenen für die Flucht unkenntlich machen sollte. Und als Xanthippe den schwersten Gang wagte, um sür sich, ihr Kind und einen alten Diener Pässe zu verschaffen, da blickte der Beamte sie scharf an und gab. ohne sie zu fragen, von dem Diener eine Beschreibung, die so ziemlich aus den Ge-fangenen stimmte. Die Frau erbleichte, als sie ihre Absicht so offen errathen sah. Der Beamte aber lächelte,ohne die hohle Hand hinzuhalten und sagte: jl j „Nehmen Sie ihren Diener nur gewiß mit; wir sind froh, wenn wir niemand aus dem verruchten Hause des Sokrates in der Stadt haben." % Trotzdem glaubte Xanthippe nicht vorsich-tig genug sein zu können und wollte die An-stalten nie für vollendet erklären. Toch plötzlich mußte sie sich entfchließen. Wie um sie zu drängen. ordnete man die Hinrichtung für den ersten Tag nach den Gerichtsferien an. Nun war keine Zeit *u verlieren; der letzte Tag der Ferien, an dem es in der Stadt eines Jahrmarktes 1883 Spuk treiben sollte. ES ist auch in unserer Stadt so manches ungesund; ein philiströses Zopfthum sträubt sich gegen jede Neuerung, und die Macht der Gewohnheit verwahrt die wünschenswerthesten Aenderungen. Der in Oesterreich zu einer trau-rigen Berühmtheit gelangte Satz „eS bleibt beim Alten" hat hier eine solche Anhängerschaft, daß man sich nicht verwundern darf, wenn lange überlebte und geradezu schädliche Einrich« tnngen die vor 50 oder 100 Jahren vielleicht schon hämisch bekritelt wurden, mit einer ge-wissen Scheu respectirt werden. Kurz gesagt, auch unsere Einwohnerschaft kann erst durch Schaden klug werden. Und wie im großen Ganzen der slavisch-nationale Chauvinismus der Teutschen Oesterreichs erst den Schlaf aus den Augen rieb und sie ihrer nationalen Pflichten schuldig bewußt machte, so wird auch der Ueber-muth gewisser Schutz Männer unS, die wir den Pulsschlag deS erwachten deutschen Geisteslebens bisher nur schwach fühlten, zu energischem Handeln drängen. Kleine Höronik. lErklärliche Erkrankung.) Sr. Excellenz der Herr Statthalter von Dalmatien FML. Baron Jovanovic ist der Mittheilung eines officiösen Blattes zufolge fo sehr erkrankt, daß er sich bereits den ärztlichen Rath hat ertheilen lassen aus Gesundheitsrücksichten einen sechsmonatlichen Urlaub zu nehmen. Ueber den Charakter der Krankheit weiß das Blatt nichts zu melden; als Ursache derselben be' zeichnet jedoch ein geistreicher Eingeweihter die ungesunden — politischen Verhältnisse. (S i d ii o faciunt idem, non est i d e m.) Unsere Officiösen finden nicht Worte genug herben Tadels, um die Oppositionspar« teien im kroatischen Landtage wegen ihrer gegen die Einheit des Staates der StesanS-kröne gelichteten Action abzukanzeln. Warum in die Ferne schweifen? Sieh' das Schlimme liegt so nah! Allerdings hier zu Lande ist es nicht die Opposition, welche die Staatseinheit bekämpft. s„E i o schöner Jung e".j Aus Rom wird der „Pol. Corr." gemeldet: „Während des Empfanges des deutschen Kronprinzen im Vatikan weckte der Papst der Suite des Letzte-ren gegenüber die Reminiscenz an den Em-psang, welchen Papst Pius IX. dem Krön-prinzen vor dreißig Jabren in Rom bereitete. Der Papst fügte hinzu. Pius IX. habe damals als er von seinem jugendlichen Gaste sprach, es mit den Worten gethan: „Ist das ein schöner Junge." sA u s n a h in s p rü s u n g e n an M i l-t e l s ch u l e n.j Minister Conrad hat an sämmt-liche Landesschulräthe einen Erlaß gerichtet, in welchem dieselben ausgefordert werden, sich wegen luftig und wirr zuging, wurde endlich zur AuSfuhrung deS gesicherten Fluchtplanes be-stimmt. Alle Wachen waren bestochen und unter den Schülern die Rollen vertheilt. Xanthippe sollte ihren Gatten auf einem Wagen vor dem Thore erwarten und von einem zuverlässigen Führer geleitet vor allem die Grenze zu gewin-nen trachten und dann zu ihrem fürstlichen Be-schütz« flühen. Das Gefängnis betrat sie nicht mehr, auf Wunsch ihres Gatten, der seine letz-ten Tage zu wichtigen Unterredungen mit seinen Schülern benutzen und in seinen wichtigen Unter-suchungen nicht durch Weiberthränen gestört werden wollte. Mitten -n ihrer rastlosen Thätigkeit hatte Xanthippe oft das bange Gefühl, es könnte doch noch ein Unheil geschehen. Wohl war im Gefängnis nur noch ein einziger Mann, der an der Verschwörung nicht theilnahm, aber dieser war SokrateS. Am EntscheidungStage stand sie früh mor-gens vor dem Thore neben dem Wagen, in welchem der kleine Prokles schlief. Plötzlich eilte ein Schüler herbei und schrie von weitem: „Es ist alles umsonst, er weigert sich zu a:A"" _- »Z>«tsche Zv-cht" darüber anSzusprechen: 1. ob es sich empfehlt, für die Gymnasien — und wo nicht ein Lan-deSgefetz entgegensteht, auch für Realschulen — die Aufnahmsprüfung im Allgemeinen aufzu-heben und etwa nur für die im Organisations-Entwürfe der Gymnasien bezeichneten Fälle beizubehalten oder 2. ob die Lehrkörper dieser Anstalten zu ermächtigen wären, nach Maßgabe der localen Verhältnisse die Ausnalnne allge« mein entweder nur auf Grund von Aufnahms-Prüfungen oder auf Grund der beigebrachten Bolksfchulzeugnisse vorzunehmen, oder 3. ob die Aufnahme auch ferner, wie bisher, blos auf Grund der Aufnahmsprüfungen geschehen solle. sR e c t o r s w a h l.s Die Wellenkreise. welche die Massen-Affaire an der Wiener Universität zog. scheinen sich nun geglättet zu haben. ?«>8t tot discrimina rerum wurde endlich vorgestern der Professor der Physik V i c-t o r Edler von £anp zum RectorS für das laufende Studienjahr gewählt. >P o l n i f ch e s.] In der Cassa des gali-zischen LandesauSschusseS wurde der Fonds für die Diurnistenbezüge defraudirt. sR u f f i f ch.1 Die höhere Administration Sibiriens verabfolgte im Laufe mehrerer Jahre laut Forderungen des KreiSpolizeichefS vor. WerchneudinSk Geldsummen zur Beheizung. Be-leuchtung und behufS Remonte der Etappensta« tion in UkyrSk (zwischen Tschitta und Werchneu-dinSk). Jetzt aber, bei einer Durchreise deS Chefs der Provinz, ergab sich, daß genannte Etappen-ftation gar nicht existirt. ja nie existirt hat! fA m e r i k an i s ch.j In einem Cafö chan-tantin Südamerika befindet sich ein Placat mit folgender Ausschrift: „Es wird gebeten, auf den Pianisten nicht zu schießen, da er voll-aus seine Schuldigkeit thut." So meldet die .Ind^pondanc« liomsiv". |D i c tschechische Weltsp rache.s AuS Amsterdam wird der „N. Fr. Pr." ge-schrieben: Als Curiosum kann ich mittheilen, daß ich dieser Tage einen aus Böhmen an ein Amsterdamer HauS gerichteten Brief in tschechischer Sprache sah, der natürlich unerledigt bleiben mußte, weil, wie der Empfänger dem Absender schrieb, man in Böhmen doch wohl nicht verlangen werde, daß man in Holland Tschechisch verstehen solle. sFranzösische Soldaten-Dis-c i p l i n.1 Der Pariser „Temps" erzählt fol-gende Geschichte, welche für die Disciplin der französischen Armee ein nicht besonders günstiges Zeugniß ablegt: Der Dampfer „Ville de NapleS" fuhr von Marseille nach Algier. An Bord be-fanden sich fünfhundert Recruten. die sür die algerische Armee bestimmt waren. Unterwegs brach ein sürchterlicher Sturm los und erzeugte unter den jungen Soldaten eine schreckliche Panik. In der Meinung, das Schiff werde sinken, Xanthippe nickte mit dem Kopfe. Nichts konnte sie mehr überraschen. Aber ohne Ansent-halt ließ sie sich mit ihrem Kinde zu SokrateS führen, sank zu seinen Füßen nieder und rief flehend: „Hab Mitleid mit mir, wenn du keines mit dir selber hast! Hab« Mitleid mit deinem ar-men Kinde. daS nicht als der Sohn eines Hin-gerichteten laufen soll! Thu' uns das nicht an! Der du gut bist gegen alle W»lt. sei dies eine Mal auch gut gegen Weib und Kind! Eihalte dein Leben!" Mit kalter Ruhe hörte der Verurtheilte die jammervolle Bitte seines WeibeS an: „Du bemühst dich umsonst." antwortete er endlich, „mich an der schönen Reise hindern zu wollen, die ich morgen auf Staatekosten unternehmen soll. Nein liebe Xanthippe, ich kann auf deinen wohlgemeinten Vorschlag nicht eingehen. Laß dir von den jungen Leuten später meine Gründe mittheilen. Ich mag meine letzten Snin« den nicht damit verschwenden, etwas Gesagtes zu wiederholen. Wir setzen das Gespräch über die Bedeutung der StaatSgesetze für den einzel-nen Bürger eben fort. Wenn du versprichst, dich still zu verhalten, darfst du zuhören." Und sofort wandte sich SokrateS wieder an die Männer, mit denen er sich von der 5 suchten sie die Rettungsböte zu lösen, und als ihnen das nicht gelang, kehrten sie daS Unterste zu oberst. Ein Recrut wurde ganz wüthend, tödtete einen seiner Kameraden mit Messerstichen und brachte zwei anderen schwere Verletzungen bei. Dem Steuermann gelang es, «inen Soldaten zu retten, der sich noch angesichts der Festung Algier ins Meer gestürzt hatt«. Nur die Kalt« blütigkeit deS CapitänS verhütete größeres Unglück. sU n g l ü ck S f a l l beim Schütt« schuhlaufe u.s Aus Winenverg wird ge-schrieben: Am verflossenen Sonntag liefen auf dem Stadtgraben viele Personen Schlittschuh und da keine Polizei zur Stelle war, glaubte Jedermann, die Eisbahn sei frei gegeben. Aus einmal brachen ungefähr vierzehn Personen, Erwachsene und Kinder, ein. Auf den vielstim-migen Hilferuf eilte ein Soldat herbei, besann sich nicht einen Augenblick und sprang in'S Wasser. Mit größter Anstrengung gelang es ihm, trotz des moorigen Grundes sesten Fuß zu fassen und ein Kind zu retten. Obgleich selbst ganz steif vor Kälte nnd überangestrengt, kehrte er zu neuem Rettungswerk unverdrossen wieder zurück. Allein es gelang dem Braven nicht, abermals die Einbruchsstelle zu erreichen, er ertrank selbst, wahrscheinlich m Folge eines Schlaganfalles unfähig gemacht, sich über Wasser zu halten. Außer dem tapfern Füsilier fanden noch fünf Personen im Alter von 12 bis 18 fahren den kalten Tod in den heimtückischen Gewässern. sDie Macht der Gewohnheit.) Die Eingeborenen in Bengalen, bemerkt „Truth". scheinen zu glaube», daß sie ein Recht darauf haben, von jedem Europäer, den sie Sahib (Herr) nennen, ein Bakschisch (Trinkgeld) zu verlangen. Ein eiiglischer Officier sah einen Eingeborenen, der beim Baden im Ganges in der Rähe von Calcutta dem Ertrinken nahe war. Der Krokodile nicht achtend, schwamm er. uin den Mann zu retten, und zog ihn mit Gefahr deS eigenen Lebens an'S Land. 'Nach-dem der Officier ihm die Beine und Hände g«riebe», kam der Halbertrunkene wieder zum Bewußtsein, und die ersten Worte, die er sprach, waren: „Bakschisch, Sahib!" sUnschuldig verurtheilt. ] Der frühere Oberkellner des Tivoli Restaurants zu Chemnitz wurde vor einem halben Jabre der Unterschlagung bezichtigt und zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt, von denen er vier Mo-nate „verbüßt" hatte, als seine gänzliche Un-schuld sich erwies. Sein früherer Chef legte nämlich einen Geldbrief mit 270 Mark In-halt auf das Pult des Oberkellners mit dem Auftrage, den Brief zur Post zu besorgen. Nach längerer Zeit kommt der Adressat nach Chem-nitz und es stellt sich heraus, daß der Brief nicht angelangt ist. Recherchen bei der Post er« Pflicht des Volksgenossen sich richterlichen AuS-fprüchen zu unterwerfen, unterhielt. Xanthippe war auf dem Boden liegen ge» blitben. Sie hörte nicht auf den Sinn der Worte die gesprochen wurden, sie lauschte nur auf den Ton der Stimme, die sie bald nie mehr verneh« men sollte. Erst als der Schließer kam und die Be-sucher aufforderte, das Gefängnis zu verlassen, kam sie wieder zu sich. Noch einmal warf sie sich ihrem Gatten zu Füßen, und als dieser eine abwehrende Bewegung machte, rief sie ver-zweifelt: „Ich will dich ja nicht mehr bitten. Stirb ! Aber sag mir vorher ein gutes Wort! Verzeih mir waS ich dir angethan habe! Ich war ja das Weib des besten Mannes und war ihm ein böses Weib!" SokrateS aber hob sie lächelnd auf, küßte sie auf die Stirn und sagte leise: „Ich dir verzeihen? Ich dir? Du gute Seele!" Am nächsten Morgen wurden dem Gesan-genen die Ketten abgenommen und er durfte in voller Freiheit die Todesstunde erwarten, mit allen Freunden plaudern und sein HauS be-stellen. Seine Lieblingsschüler umringten ihn, ties erschüttert und weinten wie Kinder am ..Z>e«tf4« ZV«4t Mann verschmähte jede Medicin und sprach die bestimmte Aussicht aus. sich keiner wie immer gearteten Cur zu unterziehen. Der mit Rücksicht auf die betheiligten Personen besonders interessante Fall nahm einen sehr guten Ver-lauf. Die Eltern des Kranken erinnerten sich endlich ihrer eigenen Liebe und beugten sich von der Macht der Neigung. Der Patient erklärte sich, als er diesen erfreulichen Umschwung bemerkte, gerne zu einer Luftveränderung bereit: er wird in einer zwei Jahre dauernden Ab-Wesenheit von Wien eine Liebesprobe bestehen, deren AuSgang bei aller Achtung vor der Gluth der ersten Leidenschaft allerdings noch nicht ganz gewiß scheint. Denn wie mitgetheilt, ist der junge Mann noch sehr jung und daS betreffende Mädchen hat die Unvorsichtigkeit begangen, ganze fünf Jahre älter zu fein als er. Dieser Verstoß wird sich in zwei Jahren noch schärfer ausprägen, und wer weiß, waS die Zukunft bringt. Nun, wir werden ja fehen. Weitere Bulletins werden nicht ausgegeben. [D i e a r m e n W i t w e n-I In ganz eigenthümlicher Nothlage beziehentlich ihrer ehelichen Verhältnisse befinden sich zur Zeit in Rußland einige tausend Soldatenfrauen, denen die Regie» rung durch Gesetz beizuspringen für angezeigt gehalten hat. Nach den bestehenden Gesetzen dürfen die Frauen der nach einem Kriege ver-schollenen Soldaten nicht vor Ablauf von zehn Jahren, von der Beendigung eines Krieges an gerechnet, eine neue Ehe eingehen. Nach dem letzten türkischen Kriege sind bisher 13.000 Sol» baten spurlos verschollen. Um den Frauen der» selben die Möglichkeit zu gewähren, durch Ein-gehung einer zweiten Ehe ihre Lage zu verbes» fern, ist an maßgebender Stelle die Entscheidung getroffen worden, die Wartesrist von zehn Iah-ren herabzusetzen und zwar von zehn auf fünf Jahre. Nach dem Krimkriege war übrigens die Zahl der Verschollenen weit größer; etwa 60.000 Mann mehrerer Chargen, darunter 20.000 Mann Berheirathete, waren damals spurlos verschwunden. ^Eigenthümliches Vergnügen.) Discount Light, ein junger Eavalier in London, erkaufte vor kurzem von dem livrirten Diener im Victoria-Theater die Bewilligung, an einem der Abende in feinem Anzüge die Erfrischungen herumreichen zu dürfen. Der Mann willigte ein und der verkleidete Eavalier ging von einer Loge zur anderen, sagte den Damen die gröbsten Unanständigkeiten, den Herren starke Sottisen. Discount Light wurde jedoch bald von einem Husarenlieutenant erkannt und im Foyer von viesem mit Hilfe mehrerer anderer erbitterter Herren derart durchgeprügelt, daß er ohnmächtig auf dem Platze liegen blieb. Der Diener, der zu dem Spiele die Hand bot. w5.rd natürlich seines Amtes entsetzt. 1883 [Die Thaten des öffentlich en Henkers! werden in England mit größerem Interesse kritisirt, als die eines Generals. Kei-ner weiß, wann er nicht selbst unter seine Hände kommt. Dieses Interesse hat einen 13-jährigen Knaben in Handsworth bei Birming ham das Leben gekostet. Am Frühstickstisch wurden die grausigen E nzelheiten der Hinrich-tung von der Familie eingehend besprochen. Der Sohn las den Bericht aufmerksam und deduzirte davon eine eigene Theorie, wie man einen augenblicklichen Tod herbeiführen könne. Eine halbe Stunde später fand der Varer seinen Knaben vor dem Geländer eines unbewohnten Hauses hängend, das ihm gehörte. Der unseli-ge Junge hatte augenscheinlich seine Theorie practisch prüfen wollen, und das Experiment hat ihm das Leben gekostet. sE i n S c a n d a l-P r o c e ß inSicht.) Wie man aus Paris schreibt, hat ein daselbst kürzlich verstorbener, allgemein bekannter, sehr reicher Industrieller in seinem Testament seine ganze Familie enterbt nnd sein mehrere Millio-nen zwei ihm im Leben ziemlich nahe gestan-denen, sehr bekannten Theaterdamen vermacht. Die Familie hat gegen das Testament Protest eingelegt; auch die Künstlerinnen haben sich bereits mit Anwälten bewaffner. und so kann das Publicum in nächster Zeit aus eine Reihe fcandalöfer Enthüllungen gefaßt sein. >E i n Grubenarbeiter — Opern» sänget.] In nächster italienischer Lpernsai-son in London dürste ein neuer Sänger Furore machen, dessen Geschichte etwas romantisch ist. Als Adeline Patti auf ihrem Schlosse in Süd-wales weilte, hörte sie von einem Grubenarbei-ter reden, der eine prächtige Stimme habe. Sie ließ den stimmbegabten Bergmann zu sich kom» men, hörte ihn singen und das Resultat der Leistung war. daß er die Kohlengräberei an den Nagel hing, auf Kosten der Diva studirte und. wenn Alles gut geht, in nächster Saison als neuer großer Bariton glänzen wird. [Verstand oder I n st i n k t.) In einem jetzt erschienenen, durchaus Wissenschaft-lichen Werk erzählt der bekannte Jagdschrist-steller Oberförster O. von Riesenthal in der Abtheilung: ..Von den Hunden" folgende zwei Fälle von Intelligenz dieser Thiere: Einer meiner Freunde, ein guter Jäger, hatte »ine vorzügliche Hühnerhündin, welche er eines Tages einem jungen Jäger zur Hühnersuche borgte. Die Jagd beginnt, der Hund sucht vor-tresslich — doch als der Schütze etwa sechs» bis siebenmal geschossen hatte, ohne zu treffen, verweigert der Hund seine Tienste und läuft, alles Rufen? ungeachtet nach Haufe. — Ferner: Eines Tages sitzen wir bei Tafel, als der im Zimmer anwesende, äußerst gelehrige Hund das Verlangen äußert, aus der Thür gelassen zu werden. Da Niemand auf das Thierchen — 6 Heben, daß der Brief auch dort nicht abgegeben worden ist. Ter Verdacht wendet sich nun ge-gen den Oberkellner, der auch bei der ersten Vernehmung in der Verwirrung aussagt, daß er den Brief zur Post gebracht habe. Als er nunmehr zur Haft gebracht wurde, befand sich scine Frau kurz vor der Entbindung, und da er inzwischen ein eigenes Geschäft gegründet hatte und seine Abwesenheit zuhause unbedingt nöthig war, folgte er dem Rathe einiger Crimi» nalbeamten, seine Schuld einzugestehen, um vor-läufig aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Dies geschah auch. Daß der Beschuldigte nunnehr auch verurtheilt wurde, war selbst-verständlich; die Richter konnten kaum anders. Vor einigen Tagen zieht der Tivoli-Wirth sei» nen Winterüberzieher zum ersten Male wieder an und findet in der Brusttasche den Geldbrief völlig unversehrt vor. Er hatte den Brief selbst wieder von des Oberkellners Pult genommen, um ihn persönlich zur Post zu bringen, hatte dieS aber — vergessen! Der Oberkellner ist nun zwar sofort entlassen worden, sein Ge» schüft aber inzwischen zugrunde gegangen. [Ein interessanter Fall.) Die Wiener ..Presse" schreibt: Es geht mit der wahren Liebe bekanntlich wie mit den Schaf-blättern. Man bekommt diese Krankheit nur einmal im Leben, und je später sie sich einstellt, uni so gefährlicher wird sie. Aber selbst wenn das süße Leiden der ersten, echten Neigung rechtzeitig auftritt, wenn nicht der reife Mann, sondern der Jüngling es ist, der sein Herz ent» deckt und nun mit eiuemmale die üblichen Symptome der Erkrankung aufweist, als da sind: Zlppetitlosigkeit, Fieber, Hallucinationen u. s. w. kann der Zustand leicht zu schweren Besorgnissen Anlaß geben. Ein Vorfall, der sich jüngst in einer den besten Gesellschaftskreisen der Reichshauptstadt angehörigen Familie er-eignet hat. scheint geeignet, diese Erfahrung neuerdings und in ausgiebiger Weise zu be-kräftigen. Der Sohn des HauseS, ein vielversprechender junger Mann, der eine ausge-zeichnete Erziehung genossen, wurde vor Kurzem trotz aller hygienischen Vorzüge des väterlichen Palais ein Opser der wissenschaftlich längst nachgewiesenen Liebes Bacillen; er verliebte sich nämlich mit der ganzen Leidenschaft seiner zwanzig Jahre in ein Mädchen, das zunächst an Rang und Familie, noch mehr aber an Millionen tief, tief unter ihm steht. Der Verlauf der Krankheit war so akut, daß die Eltern des Patienten in begreifliche Angst ge-riethen. Alle sogleich in Anwendung gebrachten Hausmittel erwiesen sich als unwirksam. Die eifrigsten kalten Umschläge der besorgten Mutter, die vernünftigsten Einreibungen des durch Her-zens- und Weltkenntniß ausgezeichneten Vaters blieben erfolglos. Die Liebe macht mitunter nicht blos blind, sondern auch taub. Der junge Sterbebette ihres Vaters. SokrateS scherzte mit ruhiger Heiterkeit und bat diejenigen, die ihn allzusehr liebten, und das Weinen nicht lassen konnten, hinauszugehen. Da kam zum letztenmal.' Xanthippe, welche die Nacht mit ihrem ProkleS in der Bodenkam-mer des Schließers verbracht hatte. Sie führte den Knaben an der Hand, der dem Vater Le» bewohl sagen sollte. SokrateS warf einen inni-gen Blick auf den Knaben, doch mit fester Stimme sagte er: „Führt sie aus der Stube hinaus, ich habe nichts mehr mit Weib und Kind zu schaffen." Xanthippe faßte heftig den Knaben am Handgelenk und rieß ihn herum, als wollte sie sein kleines Haupt an der Wand zerschellen; dann stöhnte sie einmal furchtbar auf und ließ sich geduldig iuS Nebengemach führen. Hier sank sie an der Schwelle wimmernd zusammmen und ließ es theilnahmslos geschehen, daß man ihr den weinend:» Knaben auS dem Arm nahm und in den Garten zu den lustig spielen-den Kindern des Schließers brachte. Bald tönte auch sein jauchzendes Stimmchen zu ihr empor. Stunde um Stunde lag die Frau auf der Schwellt, ohne einen anderen Laut von sich zu geben, als daß sie einigemale wie auf den Tod verwundet ausröchelte. Kei» Wort, das in der Zelle deS Verurtheilten gesprochen wurde, entging ihr. Bis gegen Mittag dauerte daS Gespräch. von dem die Schüler nicht abschweifen durften, wenn sie den Meister nicht kränken wollten. Plötzlich wurde es still, todtenstill nebenan. Xanthippe richtete den Kopf in die Höhe und horchte. Sie erkannte die Schritte des Schließers, der mit zitternder Stimme daran mahnte, daß es Zeit sei. Und wieder scherzte SokrateS: Ob er von dem Becher voll SchirlingSsaft. den der Schließer ihm gebracht habe, nicht eine kleine Libation bringen dürfe, wie er'S beim Trinken gewöhnt fei. Der Schließer antwortete ernsthaft, im Becher sei nur genau so viel enthalten, als ein Mensch zum Sterben brauche. „Dann werden die Götter von mir nicht« abbekommen und ich will alles allein aus-trinken." Und wieder wurde es still. Xanthippe stützte die Hände auf die Schwelle auf und lehnte den Kops halb ohmächtig gegen die Thür. Kein Athemzug war zu vernehmen. Plötzlich schluchzten daneben die jungen Leute auf, der Becher viel zu Boden und daS Weib donnerte mit den Fäusten gegen das Holz und schrie: „Mörder! Mörder!* Der junge Mathematiker kam mit thränen-überströmten Gesicht zu ihr herein und warf sich an ihre Brust. Xanthippe schluchzte, daß sie nicht mehr vernahm, wie ihr Gatte in der Nebenstube mit gleichmäßigen, langsamen Schritten auf und niederging und das Gespräch fort» setzen suchte, bis sein Gang unsicher wurde und er den Wunsch auSsprach, sich niederzulegen. Bald darauf kam der Schließer herein uud murmelte, eS fei bald vorbei, die Füße feien schon kalt. Xanthippe hatte es vernommen und folgte dem Schüler ins Sterbezimmer. Da lag So-krates mit starren Gliedern, aber mit freund» lichem Antlitz auf dem Bett. Seine Stimme war schwach, aber noch immer plauderte er. Die anderen hörten zu, keiner außer SokrateS vermochte ein Wort zu sprechen. Auch ihm be-gann es schwer zu werden. Plötzlich überzog sich das Antlitz des Ster-denden niit Todtenbläffe. Er zuckte einigemale. Dann rief er: „Die Genesung! Wenn es Götter gibt, möchte ich ihnen jetzt für meine Geneiung danken." 1883 «in kleiner MopS — achtet, springt er einige-male nach dem nahe an der Thür hängenden Klingelzug. ohne denselben indeß erreichen zu können. Dieses Betragen deS Hundes erregt die allgemeine Aufmerksamkeit, man rückt einen Stuhl an die Stelle und ungesäumt springt der Hund dort hinaus, um nun nach der Schnur zu greisen. Da die Schelle wirlich ertönte, erschien ein Diener und der Hund verließ das Zimmer. War man im ersten Augenblick geneigt, dies für Zufall zu halten, so überzeugte der Hund bei nächster Gelegenheit, daß er sehr wohl wußte, daß die Thür geöffnet werde, sobald man die Klingelschnur zog. denn da« Experiment wiederholte er in Zukunft stets, da man die Thür andernfalls nicht mehr öffnete. Es sei noch einmal erwähnt, daß es ein durch-auS wissenschaftliches Werk ist, in welchem diese Fälle erzählt werden, und daß der Name deS Herausgebers jeden Humbug ausschließt. ^Enttäuschung.! Einem bekannten in München docirenden Professor der Aesthetik, dessen Vorträge sich dnrch sprichwörtlich ge-wordene Langweile auszeichnen, ist. wie das „Mtgbl." berichtet, eine ganz lustige Geschichte passirt. Wie gewöhnlich waren auch im vori-gen Wintersemester die Collegien des Herrn Professor recht schlecht besucht. Der ursprüng-liche geringe Stamm von ganzen fünf Zuhörern ichmolz von Woche zu Woche mehr zusammen. . so daß schließlich nur noch ein der Aesthetik Bestiessener den Offenbarungen, welche vom Eatheder herab ertönten, lauschte. Der aber hielt auch mit rührender Pünktlichkeit aus. mit so gewissenhaftem Eifer, daß der Herr Profes« sor beschloß, in der das Semester beendenden Abschiedsvorlesung einige Worte an den jungen Mann zu richten und ihn nach Nam' und Art zu fragen. „Wie heißen sie denn^ mein juugcr Freund?" Keine Antwort. „Wo sind Sie her Alles umsonst. Kein Wunder, der Zuhörer war taubstumm, und wollte sich, wie die bösen Studenten behaupten, während der kalten Win-terzeit im warmen Collegiensaal nur wärmen. sE i n d ü p i r t e r L e h r e r.s Die Se-cundaner einer hiesigen höheren Lehranstalt, so erzählt die „Berl. Ztg.", hatten in der vo-rigen Woche während des deutschen Unterrichts als Declamirübung Gedichte aufzusagen, und zwar tonnte ein Zeder hinsichtlich des Stoffes und der Form des Vorzutragenden seine ei-gene Wahl treffen. Nun befindet sich in dersel» bcn Elaffe ein kleines dichterisches Genie, daS, als solches bei seinen Mitschülern bekannt, auch anderweitig schon Anerkennung gefunden hatte. Einer seiner Freunde glaubte von der ihm überlassenen Wahl der Gedichte den ergiebigsten Gebrauch machen zu dürsen und beschloß, das jüngste Kind der Muse seines Freundes und Mitschülers zum Vortrage zu bringen. Die Tann zuckte sein Mund zum letztenmal und sein Haupt siel hintenüber. Sprachlos, ohne Thränen, mit blutlosen Lippen stand Xanthippe da. während die Schüler nun ihrem Schmerze sein Recht gaben. Zitternd ließ sie sich auf dem Sterbebett nieder, nahm die kalte Hand des Todten zwischen die ihrigen und hauchte mit ihrem warmen Atem darüber. So saß sie lange auf dem Lager neben der Leiche, stundenlang. Da ertönte wieder die fröhliche Stimme der Schüler aus dem Garten. Xanthippe erhob sich jäh, horchte hinab und floh aus der Kerkerzelle. Unten nahm sie ihren Knaben hart bei der Hand und führte den Weinenden fort. Durch eme Seitenpforte gelangte sie ins Freie. Sie erreichte ihr Häuschen, wo die alte Magd heulend neben dem kalten Herde saß. Xanthippe hatte keinen Blick für sie. Ein großes Bündel, daS Wäsche und Kleider enthielt, raffte sie zusammen. ES dauerte aber lange, bevor eS fertig war, denn jedes Stück betrachtete sie eine Weile und sann und sann. Dann ging sie noch einmal nach der Studierstube deS SokrateS hinauf. Dort prägte sie sich jeden Fleck an der Wand ein, jede« Ge-räth, jedes Spinngewebe. Das große Buch. daS aufgeschlagen auf dem Tische lag — das letzte, ganz« Elaffe wußte darum. Alle« war gespannt auf den Eindruck, den die Verse auf den ge-strengen Herrn Ordinarius machen würden, besonders unser Dichterling, der außerdem be-fürchtete, für feine Kühnheit bestraft zu werden. Der Declamator mußte seine Sache zu allsei-tiger Zufriedenheit gemacht haben, denn der Lehrer lobte sowohl den Vorttag, wie auch die Wahl des Stoffes. Auf die Frage des Lehrers, ob er denn auch den Dichter anzugeben wiffe, schwieg der Declamator. ebenso die Anderen. Nun kam die Verlegenheit an den Herrn Lehrer. Nachdem er sich verschiedentliche Male geräuspert unter lautloser Stille seiner Schüler, erklärte er alsdann, d'ß das Gedicht von einem ziemlich unbekannten — bayrischen Volksdichter herrühre.....Seitdem hat der vielversprechende Secundaner im Kreise seiner Mitschüler natürlich den Spitzna-men „der bayrische Volksdichter". Der Lehrer aber soll sich vorgenommen haben, bezüglich der Auswahl der vorzutragenden Gedichte künftighin die Zöglinge auf die Klassiker zu beschränken. [Pfiffige U r l a u b S b e r e ch n u n g.] Der Pariser „Figaro" erzählt: „Ein Beamter der Presectur erhielt vor Kurzem zu seiner Er-holung einen 48stündigen Urlaub bewilligt. AlS der Mann jedoch erst nach 8 Tagen wieder im Bureau erscheint, empfängt ihn sein Chef mit un eilverheißender Mime. „Warum haben Sie ihren Urlaub überschritten?" — „DaS geschah nicht um eine Minute, ich bin pünktlich einge-troffen. Ich habe täglich 6 Stunden Dienst, 48 Stunden Urlaub werden mir bewilligt, «mal 8 ist 48 — und heute bin ich wieder da." [Ein Fortschritt der Post.) AuS einem Orte in der nächsten Umgebung von Znaim wird folgende übermüthige Postgeschichte erzählt: In der Expedition einer kleinen Land» poststation deS Znaimer Bezirkes sitzt der Post-expedient und hantirt mit seinen Briefschaften. Da klopft es leise an die Thür und hereintritt ein junges, hübsches Bauernmädchen und nähert sich dem Postbeamten schüchtern, mit verlegenem Lächeln, ihm «ine Postanweisung darreichend. Dieser prüfte daS Poststück mit strengem Auge findet eS in Ordnug und zahlt dem Mädchen den entfallenden Betrag auS. Dabei fragte er, warum sie den Coupon von der Anweisung nicht abgeschnitten habe, da der Absender doch eine Mittheilung für sie darauf geschrieben habe. „So," sagte das Mädchen, „ja wissen S'. ich kann nicht lesen, sein S' daher so gut und lesen Sie mir« vor." Der Expedient nimmt den Cou-pon und liest: „Ich sende Dir hiermit 3 Gulden nebst tauseud Küssen und Grüßen." Rasch besieht er sich daS junge Mädchen und sagt hierauf mit vollkommen postalischem ^ Ernst: „DaS Geld haben Sie nun und die Küsse werde in dem er gelesen hatte — nahm sie mit sich, und steckte eS in ihr Bündel. Dann saßte sie den Knaben wieder bei der Hand und ohne einen Blick zurückzuwerfen, schritt sie davon, durch Seitengassen hinweg, durch das Thor hinaus und weiter, ohne aufzuathmen, die Land straße entlang, in der Richtung nach Süden. Die Sonne war eben untergegangen. Am östlichen Himmel streckte sich eine ungeheure, daS ganze Firmament umspannende Wolke, die aus sah, wie ein Adler, der mit ausgespreizten Fit tigen mit der Erde kämpfen will. Die Ränder der Wolke erglänzten röthlich. „Schau, Mutter, die schöne Wolke, der Knabe. Da faßte die Mutter ihn hart am Arme und herrschte ihn an: „WaS gehen Dich die Wolken an! auf Deine Füße, daß Du nicht fällst." Und weiter schritt sie mit dem schüchterten Knaben. Di« Leute, die des Weges kamen, erschraken wohl vor dem wilden Gesicht oder lachten über ihren humpelnden Gang. Xanthippe sah und hörte nichts. Eine halbe Stunde vor der Stadt rief ein Matrose sie an. „Kommt ihr aus Athen, Mutter? Na lauft nicht so! Ob ich wohl noch zur Zeit da rief Blick einge ich Ihnen soglnch verabfolgen," worauf da« Mädchen ihm seelenvergnügt um den Hals fällt und sich fröhlich abküssen läßt. Zu Hause ange» ommen, sagt sie zu ihren Leuten: „Na. wi'eS etzt schon bequem auf der Post «gerichtet ist — die Busseln kriegt ma a schon mittelst der An-waifung!" Deutscher Schulverein. Wien, 18. December. In der letzten Aus-chußsitzung wurden für mehrere Schulen in üärnten die angesuchten Lehrmittel und au,.er->em noch andere Unterstützungen bewilligt. Mehrere Lehrer in Gottschee erhielten auf Grund maßgebender Befürwortungen eine Un-terstützung, und eine Gemeinde in Tirol zur Errichtung einer Lehrerwohuug einen ent-prechenden Beitrag. Da die Vereinsschule in Lipnik einem thatsächlichen Bedürsniß zufolge erweitert werden mußte, genehmigte der AuS-schuß die Erhöhung des diesbezüglichen Credites. Mr die Schulen in der Umgebung von Prag onnte nunmehr nach Feststellung ver Errich-tungskosten die Höhe der namhaften Erhaltung«-osten für die kommenden Jahre auf Grund >eS von der Ortsgruppe Prag eingesendeten Präliminares bestimmt werden. Ebenso werden ür die Mädchensortbilduugsschule in Pilsen owie für die Vereinsschule in Maierle der für >aS Jahr 1884 erforderliche Betrag bewilligt. Behufs genauer Bezifferung und Deckung des Erfordernisses für daS folgende Jahr wurden >ie geeigneten Anordnungen getroffen, nach-dem der Bedarf des Vereines im Jahre 1884, abgesehen von den zu gewärtigenden Neube-willigungen durch die in den Vorjahren gegrüude« und die bewilligten fortlaufenden Unterstützungen schon die Höhe von 100.000 fl. überschritten hat. Dem Vereine sind neuerdings zugeflossen: „Ansbach" 6 fl. — Jahnkneipe 5 fl. durch Herrn Saal — von der Ortsgr. Rosenberg, lustige Tischgesellschaft im Blach'schen Gast« hause 5 fl. 00 kr. — vou der OrtSgr. Stern-derg von einer Hochzeitsgesellschaft Erlös für Cigarren 31 fl. — vom Sternberger Turnverein Erlös für mehrere Exemplare des von Herrn Fritz in Wien geschenkten Buches „Kleinigkeiten" 9 fl. 7 kr. — von der Ortsgr. MasserSdorf durch den Sammelschützen (E. Schöller) 5fl.80kr. ebenso bei Hrn. Posselt 2 fl. 74 kr. — von Hr. Dr. Singer in Wien 5 fl. — von Hr. Weber in Zittau l fl. — von Hr. Grohmann in Bensen 6 fl. — von Franz Hermann 5 fl. — durch den Sammelschützen Frösicke 4 fl. — ebenso von Ant. Staats 8 fl. 77 kr. — von Hr. Appelt 3 fl. 48 kr. — von der Ortsgr. Warnsdorf an Spenden 105 fl. 12 kr. — von der Ortsgr. Hartmanitz Tanzkränzchen 53fl. 5kr. d. Verlosung, vom Vereins -Mohr 1 fl. .'»kr., durch bin, um zuzusehen, wie der tolle SokrateS ^todt-geschlagen wird ? Ich laufe deshalb sechs Sttm-den zu Fuß." Xanthippe war an dem Sprecher schon »or-beigegangen. Jetzt bückte sie sich rasch, ergriff einen Feldstein und hob ihn mit so wild drohen-der Geberde über ihren Kopf empor, daß der Matrose, von abergläubischer Angst gejagt, daS Weite suchte. Die Frau stand noch mit zittern-den Gliedern in der drohenden Stellung, dann senkte sich langsam ihr Arm, der Stein entsank ihrer Faust, da« Bündel rollte von der Schulter nieder und mit einem gräßlichen Wehruf warf sie sich am Rande der Straße zu Boden, ver-grub ihr Gesicht in den Rasen und wimmert« und schluchzte. Dazwischen schrie sie Klagen und Flüche, LiebeSworte und Racheruse, dann krallte sie wieder die Hände in die Erde, raufte daS Gras aus und riß sich die Finger blutig in fruchtlosem Bemühen, eine Wurzel deS nächsten Baumes zu zerbrechen. Sie kam nicht eher wieder zu sich, als bis sie die Stimme des Knaben hörte: „Mutter, eS ist ganz finster, ich fürchte mich !" Xanthippe hob den Knaben auf den Arm. nahm daS Bündel wieder auf und mit großen Schritten eilte sie weiter durch die Nacht. 8 den Sammelschützen Kaufmann Rüster Ist. 67fr. — von Hr. Gastwirth Swintensky 37 kr. — von der Ortsgruppe Deutsch-Liebau Sammlung durch Hr. Ad. Schön 22 fl. 40 kr. — durch Hr. I. Skapal l fl. 20 kr. — durch Frau A. Schön 5 fl. 10 kr. — vom GeselligkeitS-Club Eintracht in Kratzau ein Fondsbeitrag von 20fl. — von der Ortsgr. Trebitsch „Eines schickt sich nicht für Alle" 4 fl. 79 kr. — Schillerseier-Russenvertilgung 6 fl. 21 kr. — Gastvorstellung in der Bürger-Ressource 5 fl. 10 kr. — Spielgesellschaft in der Bürger-Ressource 4 fl. 50 kr. — Kegelwettspiel beim Kreuz 1 fl. 10 kr. — Sammelschütze in der Ressource 6 fl. 2 kr. — von der Ortsgr. Eywauoritz Spenden 6fl. 50 kr. — von der Ortsgr. Altstadt in Mähren durch den Sammelschützen 3 fl. 52 kr. — von der Drtsgr. Laibach an diversen Spenden 47fl. 47kr. Sammclschütz fl.44 22, v.Turnvereine 2ufl. 32kr. — Deutsche Landtagsabg-'ordnete Krains 45 fl. — von der Ortsgr. Warnsdorf Sammelbüchse in Wenzels Restauration 71 kr. — für ein durch Hrn. Lindert verkauftes Bild 22 fl. 30 kr. — Michael Weiß in Wien, Wette 2 fl. — Dienstag-Kegelclub bei Frank 53 fl. — von I. Knechtel in Steinschönan 5 fl. — Licitation eines Prager Kalenders durch Hr. Pohl 2 fl. — von einer Tischgesellschaft in Vogels Gasthos 1 fl. II kr. — Sammlung gelegentlich der Lutherseier 19fl. — von der Firma Lutz u. Comp. in Wien 6 Violinen — von einer Jagdgesellschaft in Deutsch-Trebitsch durch Hr. Wüst, Erlös für eine Eubacigarre 12 fl. [Der Allgemeine dentsche Schulverein in Berlin) hat der deu-tschen Schule in Nürschau zur Veranstaltung eines WeihnachtSbaumeS für arme Kinder 1000 Mark und die Karlsruher Ortsgruppe des ge-nannten Vereines derselben Schule zu gleichem Zwecke 300 Mark gespendet. Hinladung zur Vollversammlung der 'Mitglieder der Ortsgruppe Cilli und Umgebung Nr. XXII des deutschen Schulvereines, welche am 5. Januar 1884, Abends 8 Uhr, im Salon des GasthofeS zur „G o l d e n e n K r o n e" in Cilli stattfinden wird. Tagesordnung: s) Bericht deS Vorstandes über daS Vereins-jähr 1883; b) Mittheilungen, Einläuft; c) Neuwahl der Vorstandsmitglieder; d) Wahl der Delegirten der Ortsgruppe; «) Allfällige Wünsche und Anträge, welche bei der Vereinsleitung einzubriugen sind. Cilli, am 15. December 1883. Der Obmann. Locales und Irovinciates. Cilli, 22. December. [Evangelischer Gottesdienst, j Mittwoch, den 26. Der., 10 Uhr Vormittags wird in der hiesigen evangelischen Kirche das WeihnachtSsest mit Comniuuion abgehalten. [Cillier BezirkSvertretnng. ] In der am 19. d. stattgefundenen Plenarsitzung der Cillier Bezirksvertretung wurde nach ein-gehender Berathung das pro 1884 aufgestellte Präliminare pr. 33-555 fl. 77 um 50 fl. erhöht. Die Erhöhung geschah deshalb, weil der Obstbaumschule in St. Georgen eine Subven-tion von 100fl. bewilligt wurde und von den Ausgaben nur 50 fl. für die ReichSgefetzdlätter ge-strichen werden konnten. Charakteristisch sür die PopularitätShascherei zweier Herren von der na-tional-clericalen Partei war es, daß dieselben mit nicht ernst zu nehmenden Ersparungen debu-tirten, welche Ersparungen selbstverständlich auS zwingender Nothwendigkeit nicht angenommen werden konnten. In das Comite zur Prüfung der „Z>n»tfche Macht." nung pro 1883 wurden die Herren Tirect»r Jellek. Josef Rakusch und Mich. Vosnjak ge-wählt. — Die Gesucht mehrerer Gemeinden um Bewilligung von Zuschlägen pro 1884, welche 20% der directen und 15% der Ver-zehrungsteuer übersteigen wurden genehmiget, deS-gleichen das Gesuch der Gemeinde Neukirchen um Bewilligung zur Veräußerung der der Dorfcommune Neukirchen gehörigen Silb»rrenten-Obligation. Das Gesuch der Gemeinde Groß-Pireschitz um Genehmigung des Vertrages vom 24. April d. I. wurde zur Kenntniß genommen Dem in Graz befindlichen talentirten Zeichner Joses Dornig wurde eine Unterstützung von 50 fl. gewährt. — Dem Arzte Dr. HostonSki in Hochenegg wurde für dieses Jahr seine gestellte Forderung für die Behandlung mittelloser Kran-ken sür die Zeit vom 1./4. bis Ende 1883 im Rayon Hochenegg genehmiget, jedoch in Zukunft diesbezüglich ein besondere Vereinbarung vor-behalten — Der auS diesem Anlasse vom kaiserlich. Rathe Dr. Neckermann gestellte An-trag: „Die Bezirksvertretung Cilli stellt an die hohe Regierung das dringend? Ansuchen, dem hohen Landtage schon in der nächsten Ses-sion ein Gesetz, betreffend die Regelung des öffentlichen Sanitätsdienstes auf dem Lande, beziehungsweise in den einzelnen Gemeinden ein-zubringen" wurde angenommen. Das Gesuch der Gemeinde Neukirchen um einen Beitrag zur Reconstruction der Brücke in RaSdel wurde ab-gelehnt. Schließlich wurde der von Herrn St'ger im Namen des Ausschusses gestellte Antrag, die Aktiv-Rückstände bis zum Betrage von 50Aus L a i b a ch) kommt die Nachricht, der Gemeinderath daselbst werde um die De- „Zlmtsche Macht." centralisirnng des Staatseisenbahnnetzes petitio-niren damit Laivach der Sitz einer bezüglichen Direktion werde. Es scheint, daß die politische Hetze den Herren ziemlich arg ins Gehirn gefahren ist; — maßgebenden Ortes wird man die Petition wohl mit gebührenden Lächeln bei Seit« legen. Bog daj norcern painet! [N a r o b n i Dom in Laibach.) Das Unternehmen der Gründung eines National-Hauses in Laibach hat schon seit Jahren mit der Schwierigkeit zu kämpfen, die die Befchaf-fung der nöthigen Geldmittel verursacht. Diese Schwierigkeit ist keine geringe. Man griff vor ungefähr einem Jahre zu dem beliebten Aus-kunftsmittel durch eine Effectenlotterie eine größere Summe hereinzubringen. Seit mehr als 9 Monaten wird das slovenisch gesinnte Volk zum Ankauf dieser Loke mit allem denkbaren Raffinement angefeuert, und trotz alle-dem blieb unserem ehemaligen Gesinnurmsge-nossen nnnmehrigeit Vorstand der Gesellschaft vom Narodni Dom, Herrn Doctor Alfons Mosche. die Blamage nicht erspart — der Oeffentlichkeit mittheilen zu müssen, daß wegen schlechter LoSgeschäsle die Ziehung um l Jahr — bis 31. December 1884 verschoben werden mußte. [A m t l i ch gesperrt.) Man schreibt uns auS Marburg: In Folge Auftrages der Finanz-BezirkSdirection vom l.d. M. Z. 1032 wurde die Lotto-Eollectur (für Graz und Trieft) am hiesigen Domplatze gesperrt. sE r st i ck u n g s t o d.) In Mahrenberg wnrde der Inwohner Johann Krasser, welcher sich zur Erwärmung seines im sogenannten alten Kloster befindlichen Zimmerchens einen Tops mit glühenden Kohlen gestellt hatte, todt aufgefunden. Er war durch Erstickung an Kohlen-OxydgaS gestorben. jE i n E x c e d e n t.J Aus Hochenegg wird uns geschrieben : Am 13. d. versetzte der Keusch-lerSsohn Georg Prevolnik dem Gemeindediener Matschnik, als ihn dieser wegen excessiven Be-nehmenS zur Ruhe verwies, einen derartigen Fauststoß in die Brust, daß der Getroffene zu Boden stürzte. Ein Zimmerman», welcher dem SicherheitS-Organe zu Hilse eilte, wurde ebenfalls mit einem Knüttel zu Boden gestreckt. Ein Schneider, welcher gleichfalls interveniren wollte, wurde mit einer Zaunlatte empfangen und tractirt. Der Wütherich, an den sich fast Niemand herangetraute, zerschlug dann noch au verschiedenen Häusern die Fensterscheiben und devastirte mehrere Gartenzäune bis end-lich seinem Treiben ein Ende gemacht wurde. s U e b e r f a l l.) Der Grundbesitzerssohn Martin Fließ aus Lava wurde am Abende des verflossenen Sonntages, als er von Cilli nach Hause ging, jenseits des Exercierplatzes ohne jede Veranlassung übersallen, mit Steinen auf Kopf und Schultern geschlagen mit Fußtritten derart mißhandelt, daß er bewußtlos liegen blieb. Eingesendet.*) Hochgeehrte Wähler der Stadt Eilli! Ihr habt uns in den Tagen der Noth, der heißen Wahlkämpfe am 17.. 18. und 19. December, durch Euere Thatkraft, Energie nnd beispiellose Ausdauer einen herrlichen Wahlsieg erfechten geholfen. Groß, sehr groß ist die Freude darüber bei uns und lohnen wird reicher Segen diese edle That. Zunichte gemacht habt Ihr dadurch das so siegeszuver-sichtlich entworfene Project der Aufrichtung einer Scheidemauer zwischen Euch nnd uns, und freier noch als bisher werden sich für die Zukunft die Strahlen Eures regen geistigen Lebens auch über die Umgebung Euerer schöne» Sannstadt, mit der wir so innige und wichtige Interessengemeinschaft haben, ausbreiten kön-nen, um immer weitere Kreise zu erfassen. Darum sei Euch der innigstgesühlteste Dank gebracht von mehreren Wählern der Gemeinde U m g e b. C i l l i. *) Für Form und Inhalt ist die Redaction nichi verantwortlich. 9 Herichtssaat. Z»er 'Zlebtausrummet Sei Aann. Am 19. d. begann vor dem Erkenntniß-senate des hiesigen Kreisgerichtes unter dem Vorsitze des HofratheS Heinrich« die Schlußverhandlung gegen 59 Bauern, welche sich im Juli d. I. an dem Reblausrummel bei Rann betheiligt hatten. Die Anklage, welche auf Ver-brechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit 3. Falle« § 81 St. G. beziehungsweise Vergehen deS Aufkaufes H 283 St. G. lautete, vertrat St. A. S. Wagner. Die Vertheidigung sämmtlicher Ange--klagten führte Dr. Higersperger. Den Gründen der Anklage entnehmen wir Folgendes: In einigen Weingärten deS Gerichtsbezirkes Rann, insbesondere in der Gegend von Wisell und Sromle zeigte sich schon vor einige» Jahren die Redlaus, zu deren Be-kämpfung auf Grund deS Gesetzes vom 3. April 1875 Rr. 01 R. G. B. mit Genehmigung des Ackerbauministeriums mittelst Deeret der Statt-halterei Graz der Adjunct Julius Hansl der LandeS-Obst und Weinbauschule in Marburg bestellt und der k. k. BezirkShauptmannschast Rann als ständiger Leiter der technischen Ar-beiten zugewiesen worden war. Die Thätigkeit der Reblausoertilgungs-arbeiten besteht in der Durchforschung der Weingärten, welche in der Zeit vom Juni bis Ende August jeden JahreS stattfindet, u. z. in der Weise, daß die Wurzeln einzelner Rebstöcke aufgedeckt werden worauf die Durchsuchung nach der Phyllvxcra mit der Luppe vorgenommen wird, — weiters in der Desinfektion von grö-ßeren Strecken bereits verfeuchter Weingärten, und schließlich in der Ausrodung der stark ver-seuchtm Gebiete. Nach den Anordnungen der politischen Behörde hat bei den genannten Arbeiten stets ein Mitglied deS Gemeindeamtes und als Sachverständiger der Landwirthschafts-adjunct Julius Hansl oder ein von ihm be-stellt« Aufseher zu interveniren. während die Arbeiten selbst unter Leitung der Vorgenannten von aufgenommenen Taglöhnern verrichtet werden. Gegen die Vornahme dieser Durch-sorschungsarbeiten wurden schon im vorigen Jahre Beschwerden erhoben und es kamen auch von einzelnen Weingartbesitzern Gewaltacte gegen die Arbeiter und behördliche Assistenzen vor, welche der gesetzlichen Bestrafung zugeführt wurden. Im heurigen Jahre wurden die Ge-meinden von der BezirkShauptmannschast Rann am 21. Juni verständiget, daß die Durch-sorschungSarbeiten am 2. Juli wieder zu be-ginnen haben. Wie im vorigen Jahre ergaben sich auch Heuer bei Beginn dieser Arbeiten gegen die hiezu bestellten Arbeiter und Auffeher Reni-tenzen, nachdem bei den Weingartbesitzern in Wisell und Umgebung, sowie auch in der Ge-gend von Sramle entweder in Folge nicht rich-tiger oder zweckniäßiger Belehrung über die Be-kämpsungSardeiten der Reblaus, oder in Folge des Umstandes, daß die Weingartdesitzer insbesondere bei dem heurigen guten Rebenansatze und bei der AnHoffnung auf eine gute Wein-ernte der Meinung waren, daß ihnen durch die Arbeiten ein empfindlicher Schaden zugefügt werde. So kam es bereits am 6. Juli d. I. in Nußdorf, am 9. Juli in Buchdorf uud am 19. Juli in Sromle zu heftigen Aueiuauder-setzungen zwischen den einzelnen Weingartbe-sitzern. ohne daß eS jedoch hiebei zu irgend einem Gewaltacte gegen obrigkeitliche Personen gekommen wäre. Diese Vorfälle veranlaßten den Bezirks-hauptminn in Rann, um die auf den 13. Juli in mehrere Weingärten in der Gegend von Sromle nnd Oklukovagora angeordneten Durch-forfchungsarbeiten anstandslos durchzuführen, einen k. k. Bezirkscommiffär unter Assistenz von mehreren Gendarmen dahin abzusenden. Nach-dem die genannten Personen bei dem Wein-garten deS Franz Brataniö in Oklukovagora eingetroffen waren nnd die Arbeiter mit den Aufsehern sich angeschickt hatten, die Arbeiten in den Weingärten aufzunehmen, kamen auS den umliegenden Weingärten und Gehöften sowie aus dem Gasthause des Franz KladuSck eine große Anzahl von Leuten herbei, welche dem sie um den Zweck ihres Erscheinens befragenden 10 Gendarmerie > Wachtmeister erklärten, daß die Arbeiten in den Weingärten zu unterlassen seien, indem durch dieselben den Rebstöcken empfind-licher Schade zugefügt werde. Trotz der Be-lehrungen seitens des mit der Gendarmerie allein am Platze verbliebenen Wachtmeisters Jacob Orn^ö kam es nur zwischen einzelnen Personen aus der herbeigekommenen Menge und der Gen« darmerie. welche die Leute wiederholt zum AuS-einandergehen anfforderte zu Conflicten, welche erst ihr Ende erreichten, als die Gendarmen be-müßigt waren, gegen einzelne der Excedenten zu-erst von ihrer Stich- sodann auch von der Schuß-wasse Gebrauch zu machen. Diese nun von einigen Personen gegen die Gendarmerie angewandten Gewaltacte bestanden darin, daß einige derselben mit den mitgebrachten Stöcken, Prügeln und Hauen auf den Wacht-meister und die übrigen Gendarmen zuschlugen, wobei letztere mit ihren Waffen die Hiebe pa> rirten, — weiterS darin, daß andere Steine gegen die Gendarmen warfen, und wieder Andere durch Aufheben und Schwingen ihrer mitge-brachten Stöcke. Hauen und Stangen, sowie durch aneisernde Zurufe, gestützt auf die in ihrem Hintergrunde stehende, zur allfälligen Hilfeleistung bereitwillige Volksmenge, die Gen> d armen bedrohten. Der weitaus größere Theil der von allen Zeiten zusammengeströmten Volksmenge verhielt sich zwar bei diesen Vorfällen passiv, hat jedoch den Belehrungen und den wiederholten Aufforderungen des Gendarmerie-Wachtmeisters, gestützt auf die durch ihre Menge imponirende Macht, nicht Folge geleistet, sondern zerstob erst dann, als einer der Gendarmen über Befehl des Wachtmeisters von der Schußwaffe Gebrauch machte. Von den aus diesen Gründen angeklagten Personen waren 2 durch Krankheit verhindert zu erscheinen. Gegen dieselben wird daher separat verhandelt werden. Die Verhandlung selbst währte nur ll Stunden. Von den des Ver-brechen» der öffentlichen Gewaltthätigkeit Ange-klagten wurden folgende Personen zu Kerker-strafen verurtheilt. Martin Mollan (l Jahr), Franz Zitnik (1 Jahr), BlaS KroSl (9 Monate), Josef KroSel (8 M.), Anton Dvordak (8 AI.). Johann MatjiaSiö (8 M.), Jacob Susa (7 M.). Dominik Topliöek (7 M), Johann Klemenötö (7 M.), Franz Stergar (7 M.). Johann Cvetko (7 M ). Johann BorovinSek (6 M.). Martin floß (6 M.). Johann Cisel wurde von dem Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit freigesprochen. Wegen Vergehens des Aufiauses erhielten Arreststrafen : Katharina KroSl (14 Tage strengen Arrest); Johann Cisel, Rohus MatjiaSiö, Mart. Supanöic, Andrea» Koß, Johann Bann. Anton Moöan, Franz MatjiSiö, Andreas Kunst, Josef Kovaöiö, Michael AuSiö, Josef BorovinSek, M. Lmersu. Anton Schreiber, Franz Lapuk, Paul KroSl und Johann CernoS (je eine Woche mit 2 Fasttagen verschärften Arrest), Andreas Krosl, Michael Molan. Andreas Presker (je 8 Tage ) mit 2 Fasttagen); Joses Lipouschek und Josef \ ^Sinteric (10 Tage ohne Fasttag) und Josef Petan »en. (14 Tage mit 2 Fasttagen in der Woche). Freigesprochen von der Anklage deS genann-ten Vergehens wurden : Josef Petan jun., Franz Lkerbec, Jacob Kink, Johann Volcanjsek, Math. Petan, Anton Petan, Andreas Bogovic. Joh. Rovak. Martin Cvetko. Johan SlivSeck, Anton GermovSek und Josef Unuk. sH a z a r d s p i c I.] Mau schreibt uns aus Marburg.- Der Gasthausbesitzer Ja-cob Kleinoschek hatte sich im heurigen Früh-jähre in einem hiesigen Kaffeehause mit meh-reren Herren in ein Hazardspiel eingelassen und dabei einen namhaften Verlust erlitten, welcher ihm derart zu Herzen ging, daß er sich im Pößnitzer Tunnel auf die Schienen legte und vom Eilzuge überfahren ließ. Aus diesem Anlasse eingeleitete Erhebungen hatten zur Folge, daß gegen 9 Herren die Anklage wegen Hazardspieles erhoben wurde. Die diesbezüg-liche Strasverhandlung fand gestern beim Be-zirksgerichle Marburg l. D. U. und endete mit der Verurtheilung von 5 Angeklagten zu ..peutsche Aachk." einer Geldstrafe von 300 fl., eventuell 00 Tagen Arrest; ein Angeklagter wurde mit 100 fl. even-tuell 20 Tagen Arrest bestraft, zwei Ange-klagte aber freigesprochen t sSchwurgerichtsperiodeu.s Für die im künftigen Jahre bei dem Cillier Kreis-gerichte stattfindenden sechs Schwurgerichts-Perioden wurden die Eröffnungstermine auf den 4. Februar. 31. März, 3. Juni. 4. Au-gust, 6. Octoher und 24. November festgesetzt. Sotkswirtöschastliches. MTionenreichtynm und die Missionen Ktender. Ein Aufsatz des englischen Handelsministers C h a m b e r l a i n in der „Fortinghly Reveir" hat in den weitesten Kreisen berechtigtes Auf-sehen erregt; nicht eigentlich deS Inhaltes wegen, derselbe ist weniger neu, als vielmehr, weil er in dieser entschiedenen, ungeschminkten Weise von einem so hochstehenden Staatsmann zum Vortrag gebracht worden ist. Der Verfasser jenes Artikels constatirt nicht nur das Vorhandensein von Armuth. Dürftig-keit und Elend, sondern er bringt diese traurige Erscheinung in directe Verbindung mit dem ..ungeheuren Reichthum" und dem „luxuriösen Leben der Begüterten." Er stellt die Vermeh-rung des Nationaleinkommens der letzten zwanzig Jahre um 600 Mill. Pfd. Sterl. einer ganzen „Million nnfererMitbürger" entgegen.die „auf die Armenhäufer angewiesen sind" und erblickt „einige weitere Million?,, an der Schwelle der-selben." Es scheint ihm da ein Causalnexus zu herrschen, den er mit dem Gedanken andeutet: „Der ungeheure Reichthum sei in einzelne Taschen geflossen", die „Arbeiter und Spinner hätten keinen Vortheil von den Rcichthümern gehabt, die sie schaffen geholfen" : Eine größere Anzahl von Menschen, als in der Riesenstadt London wohnen, „erleide die schrecklichste Noth und das nackteste Elend .. Es ist also die Wirkung des krassen Kapitalismus, die hier gezeichnet ist, nichts mehr und nicht» weniger. Je eindringlicher aber die Stimmen werden, welche vor den äußersten Confequenzen dieses Systems warnen, umso breiter macht sich die gehässige Unvernunft, welche wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand steckt, in der Meinung, die Gefahr ver-schwinde, wenn sie nicht gesehen werde. Unserer Ansicht nach werden jene Verächter der immer dringender werdenden Kassandrarufe solange die Oberhand behalten, wie man ver-sucht, überall Einzelschäden zu heilen, hier und da nur diese oder jene Blößen zu flicke». Ge-wiß sind einige Forderungen so unabweislich, daß ihre Berücksichtigung nach Möglichkeit bal-digst erfolgen mußte, die Arbeiter-Kranken- und ArbeiterUnfall-Versichernng. Aber eine durch, greifende, wirksame Besserung des socialen Noth-standcs ist nur möglich durch eine umsassende Organisation der Erwerbsberufsstände. Wir geben zu, daß eine Gliederung der-selben schwierig, daß namentlich die Ziehung der Grnize zwischen Industrie und Gewerbe eine äußerst subtile Aufgabe ist. an die Unmöglichkeit einer Lösung einer Organisations-frage vermögen wir indeß nun und ninimer-mehr zu glauben, denn wir halten an der U-berzeugung fest, daß das Uebel an seinem Sitze angefaßt werden muß. um eine Heilung wahrscheinlich zu mache». Die Gesetz-lojigkeit der Arbeit, der man durch die Berufs-Organisationen ein gesundes Rückgrat verleihen muß, ist der Ursprung der socialen Frage, und bevor nicht an die Stelle der alten verbrauch-ten Institutionen von Zunft und Innung lebensfähige neue getreten sind, wird die Arbeit enterbt, das Capital allmächtig bleiben. DaS Verhältniß zwischen diesen beiden Fac-toren ist ein ähnliches, wie zwischen Münz-metallen und Geld. Hort das gesetzliche Binde-mittel zwischen beiden auf, so schwindet der Credit. Geld wird ein mit den Gewohnheiten wechselnder Begriff. Die Münzmetalle vertreten allein, da die Gewohnheit das Bedürfniß be- . 1883 gleitet, den Geldbegriff, dessen Werth fortan unmeßbar und unberechenbar wird, sobald der feste, durch Gesetz geschaffene Maßstab, zu dem e« stets erhältlich und dringlich ist. verloren geht. M,l dem Aufhören des Solidaritätsbegriffe« der Arbeitsarten verschiebt sich und wechselt der ArbeitSwerth immer häufiger und intensiver, so daß sich große, dem gesteigerten R.sico gewachsene Capitalsconcentrationen bilden die sich fre, bewegen können, während für den Nichts-besitzenden tue Arbeit eine Existenzbedingung ist. Diese CapitalSconcentration schreitet unaufhör-lich weiter vor und ihre Wirkungen sind Jedem sichtbar, der sehen will. Um sie auSzu-gleichen bedarf eS der Schaffung von Arbeite genossenschaften, auf die eine gesunde Social-Politik, wie wir wiederholt dargelegt haben, vor allem hinarbeiten muß. Man täusche sich nicht sorglos über die drohenden Gefahren hinweg. Es liegt eine jchwere Verantwortung auf all.n denen, die den socialen Resormarbeiten Steine in den Wen werfen, anstatt mit besten Kröten an dem Werke wahrer Humanität helfende Hand atuu-legen. • l$.fl ^er Zollgebühren T u r » l l b e r.] Für den Monat Jänner 1884 ist festgesetzt, dag in denjenigen Fällen, in welchen bei Zahlung von Zöllen und Neben-gebühren, dann bei Sicherstellung von Zöllen statt des Goldes Silbermünzen zur Verwen- ' düng kommen, ein Aufgeld von 2o Percent i» £>ilber zu entrichten ist. s p.°sto e re i n.] Denjenigen Län- I oerit des Weltpostvereins, von welchen Post-karten mit Antwort abgesandt werden können treten zum 1 Januar 1874 auch Britisch-.»»die» und Bulgarien hinzu. Das Porto für derartige Postkarten beträgt 20 Pfennig. Kourse der Wiener Aörse vom 22. December 1883. Goldrente..........<>8.S5 , Einheitliche Staatsschuld in Noten . 79.25 " „in Silber . 79.75 Märzrente 5«/. ........93.35 Bankactien ......... _ Creditactien.......... 295.20 London . wista........120.90 Napoleond'or.......... 9.60 r. k. Münzducaten........ 5.72 100 Reichsmark.........59.30 MM». ^ uuiiMirar bestes Tisch- und Erfrischungsgetränk, erprobt bei Hasten, Halskrankheiten, Hagen- und Blaaankatarrti. PASTI LL E N (Vordatningneltch«'!). Heinrich Mattoni, Karlsbad (Bsthmen). Kl iquetie«. Korkbraud wie nebenstehend •- iteuau zn beachten. MATTONI'S GIESSHÜBLER linirt. 30 kr.. hiezu 24 kr. zu haben bei JOH. RAKUSCE Papiernandlao^, Herrenna&se 6. 1883 „P«f s* Macht." 11 czq S3 Avis für Capitalisten u. Börseninteressenten. Es ist unstreitbar, dass nur derjenige mit Aassicht ans Erfolg <111 der DÖrse operiren kann, welcher bei vorsichtiger Beobachtung der vorherrschenden Sitnation die täglichen Coursvariationen rasch auszunützen versteht. Da jedoch der Privatspeculant der Rürse gewöhnlich ferne zu stehen pflegt, so vermag nur der erfahrene u. gut informirte Bürsenbesncher in obgedachter Weise Erfolge auszuweisen. Um diesem Umstände Rechnung zu tragen, bieten wir unseren Comittenten die Möglichkeit, mit kleinen und grösseren Einlagen ohne Risiko recht ansehnliche Gewinnste zu erzielen. Wir leiten nfimlich die Operationen au der Börse nach eigenem Ermessen, wodurch wir uns verpflichten können, dem Einleger von fl. 150.— monatlich einen Gewinn von mindestens fl. 5 — fl. 300.- . . . fl. 12.— fl. 500— . . . fl. 20.— fl. 1000.- . . . fl. 45.-fl. 2000.- . . . fl. 100.-anszuzahlen. — Der iiewiiiii kann sich >, «!«»« !» nacli n»N*i;rabe «ter jeweiligen Operationen uncli noch weNentlirh vrliHhen, «lars aber niemals geringer sein, als «lle vorher iN'zeichneten Ileträ^e ausweisen. Die Einlage iceaclilet in Barem oder in Werthpapieren nnd kann täglich Htattfliiden. Die Auszahlung «ler Gewinnste erfolgt monatlich. Hei Rückforderung des Stammkapitale* wiril <1hs lanfende Kngwirenn-rit »»fort »hg-wickelt n. die Rückzahlung erfolgt drei Tage nach gewehehener Kündigung. ^ Alle übrigen gewünschten Informationen ertheilen bereitwilligst AHmaiiii «fc Co., Bankhaus in %Vien, Stadt, Schottengasse I. : in-fnn/tt, voulattl tttitl rtfm-ret. 540—20 OOOOOOOOOOOOOOCOOO: »«I £5?=': 3 s mV ar Z s£l£§;;i* üäclrsel- Futtersclineid - Maschinen zum Schneiden jeder beliebigen L&nge, in 24 verschiedenen lirlssen, fabri-cir. n al» Specialität in vor-zslglicher Qualität und Leistungsfähigkeit, und liefern prompt ab Wien Pü. MayM&Co., Misebiim-FibilHteii, WIEN II.. Pratei'Htraaae 78. Solide und tüchtige Agenten erwünscht. — Wiederverkäufen] hohen Rabatt. 653—10 Ijllustrirte Cataloge gratis und franoo. li» mpeii sch i r nie in grosser Auswahl, ScLirmhälter bei Job. Rakiisch, Papiertiandl. Herreog.6. 500 Gulden nhle ich dem, der beim Gebrauch von Rsisler'f Zahn-Iff und«i »«aer & Flasche 36 kr. jemals wi- >ler Zahnschmerzen bekommt, oder au« dem Munde riecht. %1'llh. Riinlrr n Kelle. Eduard Hlnklrr, Wien I., Regiernngagagse 4. Nur echt In CUU bei J. Kupferachmid, Apotheker. 550—iH t : i;l Mw ® p i <= LIEBIG's KUMYS (Steppcnniilch) 243—'.2 ist laut Gutachten medic. Autoritäten heute*, diüt. Mittel bei Halssehwindsncht, Lungen leiden (TuberculosO. Abzehrung. Drustkrankheit), Mngen-, Darm- und Bronchialkatarrh mit Auswarf). Rückenmarkschwindsucht, Asthma, Bleichsucht, allen Schwächenznstiindrn (namentlich nach «chwe'en Krankheiten). Dr Härtung'« Kumy'« Anstalt Berlin 8. KnminandanUnstra^e 56 versendet Liebig's Kumys Eitract mit Gebrauchsanweisung in Kisten von 6 Flacon an a Flacon 1 Mk. 50 Pf. excl. Verpackung. Aerztliche Brochöre Ober Kumys-Kur liegt jeder Sendung bei. Wo alle Mittel erfolglos, mache man vertrauensvoll den letzten Versuch mit Kumys. ti An JPriratpuMfkum ! (Siehe unsere vorhe rgehenden Anzeigen.) Unsere elfte Monats-Divideiide pro November a. e. beträgt II. SS — per Einlage ä O. 500 a ii.— . . ä II. . il. -*.-*0 . . & II. ioo .k-!!ILÄChi,ani.,UDSCr€r«Cr"a Z,wisd,7 9r121,Ulir «hohen werden. - Xach den Provinzen geschieht die Auszahlung mittelst Po.ta.weisungen, -tapitaU-Rückzuhlungeu finden ohne jedweden Abzug Rtatt, u. tw. für Betrag bis zu fl. 560 ^egen 3'Jtägige, bis xu tt. 1000 gegen 6ötiigiget bis in fl. t>U00 und darüber gegen K>tagige mündliche oder »christliche Kündigung. Theodor ioclerer & Cl^ protocollirtes Bank- & Lombard-Geschäft in WIEN I., Schottenring 5, Hessgasse 7. ersten Stock. Zahlstelle in Graz I, Stempfergasse 4, ersten Stock Uebernahmen Aufträge für die Wiener Börse zum Ein- und Verkaufe aller im officiellen Cour,blutte notirten Effecten gegen milbige Provision nnd prompte Ausführung, und «*rth«»il4»ii VwiNcliÜMf bim iiiihi' zutu vollrn Werthe. «jöi—4 12 „Z>n»tsch, Wacht.' 1883 TJirfelaA'toaj. I Den Betrag erhält Jeder so'ort nurflck, bei dem mein sicher wirkendes KOBOIllIITIllH ohne Erfolg bleibt. Ebenso sicher wirkend bei Kahlköpflgskelt, Sohup-penbilduny. Haarausfall nnd Ergrauen der Haare. Erfolg bei mehr-naligein tüchtigen Einreihen garantirt Versandt in Originalflaschen ä II. 1.50 ind Probella scheu a fl. 1 durch J. Orollob in slrünn. Das Roborantium wurde wiederholt mit den befriedigendsten Erfolgen bei Ged&chtnlsssohw&che and Kopfschmerz angewendet, was eingelaufene Anerkennungsschreiben nachweisen. Auszug' aus Anerkennungsschreiben: Ihr Roborantium hat sich bei mir vorzüglich bewährt. Helnrioh Hanselka, Nr. 29, in Stauding, Ocst.-Schl. 11/12 1882. Ich «ehe Ton der ersten Flasche Roborantium schon einen Nachwuchs auf den kahlen Stellen meines Kopfes. Anton Unger, Nr. 1116, in Warnsdorf in BBhmen 5/8 1882. Nach Verbrauch der »weiten Flasche Roborantium glaube ich hinreichende Haare in haben. Robert Donth in Wichau bei Starkenbach (Bsthmen) 22/10 1882. Alleindepot In Cllll: nur Karl Krisper. Marburg: Jos. Martini. Graz: Kasp. Roth, Murplatz I. Laibach: Ed. Mahr. Klagenfurt: Ed. Posaelt, Droguerie. NB. Dort ist gleichfalls das Orolloh'sche Karpathen-Mundwasser, Radicalmittel für jeden Zahnschmerz, entfernt übelriechenden Athem und ist unentbehrlich zur Erlangung und Erhaltung schöner Zähne, in Flaschen 4 50 kr. echt zu haben. 607— "igeln. ScKwindal 1 Keine Preissteigerung trotz de« hohe» Kaffeemarkte«. ois—i« A. B. ETTLINGKR, Hamburg, weit,«.»-versandt, Nachnahme empfiehlt wie bekannt in billigster und reeller Waare portofrei franco Emballage unter 10 Zoll-Pfnnd Ü. Ost. Währ. ....... »45 4.10 5-»20 »95 KafTe-e ner 5 Ko. s= Rio fein kräftig........ i'iiba ^rlln kräftig . ...... Oylnss blaugriln kräftig . . . . (»oltljnvsk eitrafein milde . . . Perlltnire* hochfein grün . . . Afr, Perl Jloeea echt feurig Arsab. Mssee» edel feurig . . . tttümbial Hassee — Mischung ien(o-Thee stein per Kilo . . Hourlisng-Thee ifein . . . . t'ianilllrn-Tliee extrafein . . 4 15 5 20 43« 2 SO 3 50 4 — Caviar la. 1 milde gesalzen f Fass 4 Ko. Inhalt. 2 „ . . . lliimnierfleiHfli zart p. 8 Ds. . Lucius Irisch gekocht p. 8 Ds..... Karillne« a 1 huile p. "/» D- . . . Appetit-Sild pikant p. 18 Ds. . Anl In Uelöe (fein p. 8 Ds. . . . < Orhaentiince ä 1'/« Ko. p. 4 Ds. . Msardelleil ' cht Rrali. 2 Ko. Inhalt JUatJemlseriiSKe Delic. 5 Ko. Fass Mprotlru geräuchert f. p. 2 Kist. . JamiiikH-lliim la 4 Liter . . . The London odeöaOmi *^X7"ien, EZäxntlirierstrasse Triest, Transito-Lager: Via St. Nicolo 17. Directer Import echter und unverfälschter Spanischer & Portugiesischer Weine, engl. Spirituosen, Specialität, Medichinisce Weine, Malaga-Scct, Vino Santo, Alicantc von Professor Dr. L. Roesler (k. k. Versuch-Station Klostorneu-burg) für Schwache und Kranko empfohlen. EUSTEIN ß ß HEIL Allen ähnlichen Präparaten in jeder Beziehung vorzuziehen, sind diese Pastillen frei von allen sohä.dllchen Substanzen ; mit grösstem Erfolge angewendet bei Krankheiten der Unterleibsorgane. Hautkrankheiten, Krankheiten des Gehirne», Frauenkrankheiten; sind leicht abführend, blutreinigend; kein Heilmittel ist günstiger und dabei völlig unschädlicher, um VerKlopsiin^en zu bekämpfen, die gewisse Quelte der meisten Krankheiten. Der verzuckerten Form wegen werden sie selbst von Kindern gerne genommen. Diese Pillen sind durch ein sehr ehrendes Zeugniss dc Hofrathes Professors Pltha ausgezeichnet '-«E- Eine Schachtel, 15 Pillen enthallend, kostet 15 kr.; eine Rolle, die 8 Schachteln, demnach 120 Pillen enthält, koitit nur 1 fl. Oest Währ. \k!orniinn I Jede Schachtel, auf der die Firma: Apotheke „zum heiligen Leopold" nicht Wdrnuny ! steht, nnd die auf der Rückseite unsere Schutzmarke nicht trägt, ist ein — Falsifioat, vor dessen Ankauf das Publicum gewarnt wird. Es Ist genau zu beachten, dass man nicht ein schlechtes, gar keinen Erfolg habendes. Ja geradezu schädliches Präparat erhalte. Man verlange ausdrücklich Heu-stein's Eiisabeth-Plllen; diese sind auf dem Umschlag und der Gebrauchsanweisung mit meiner Unterschrift versehen. 621—12 Haupt-Dcjiöt in Wien: Ph. Neustefn's Apotheke „zum heiligen Leopold", Stadt, Ecke der Planken- und Spiegelgasse. Depöt in OUU: Bi»umb«»ch'» Apotheke. Teppici-FaMs-Merlaie J. L. PRAimSTRALLER & SOHN Graz, Sackstrasse 14. Teppiche aller Art, Möbelstoffe, Jute-Vo rhänge, Flanell-Decken, Hpitzen -VorhäiiKC, AoHlMiur, Tisch- & Bett-Couverts, Pferde-Kotzen, UTelle, 2*£a/ttezi etc. Oep»t von celiten Siym- & persischen Teppichen 090—3 und orientalischen Specialitäten aus derOnfteltaUerTepplelsfabrlk der Herren iV. 4r tl. 'J.ucrhiri. Auswärtige Aufträge prompt pr. Nachnahme. Roher Kaffee in feinster reinschmeckender Waare in 8äckchen von 4*/, Kilo netto, wovon folgende Sorten empfehle: Moecs» echt arab., feurig, brillant per '/, Kilo 81 kr. 91 estndo dunkelgelb ff. ... . „ „ „ ?<• „ Preaiicer blassgelb ff. ... . „ „ „ 60 „ Jnva goldgelb ff........ „ „ „ 5# „ im« grüner, kräftig..... * .. „ 4? .. Ceylon bläulich, brillant ... „ „ r 53 ., Tlxrucailto ff........ „ „ „ 43 „ Oomlsig»......... - f » 4V < «Nsspl>»»m ohne Bruch ... » „ „ S9 „ Nnnto» reinschmeckend .... ,. „ „ :(5 „ Zwei verschiedene Sorten werden getrennt in einem Säckchen verpackt. Es empfiehlt sich jede Sorte für sich xv brennen und dann erst zu vermischen. Preislisten über sämmtliche Consumartikel gratis und franco. Hochachtungsvoll 11. kreluieyer, A. L. Mohr Nachfl. Consum-Artikel-Export. Ottensen bei Hamburg 1883. 630—10 5 Streng bewahrte Webcintniffc der Ar anen des großen Sultan Murad Esendi sind durch den berühmten Orientalisten Dr. Alfred Burg der Oeffenilichkeit und zum Wohle der gesammten Zsrau emvelt herausgegeben worden. Sir. 1. T»» OrdcimniS, fs Unse eine laiat UM, eines Nrnt>»»«». ohne Schmink- oNt Balwr, triuc Sa u-» et« »isit-jeln bis in Cx« iWttrftr Kltrt. da« «efiiSl wir» blcn-(ent Wci* «nd reim: ftti UnMiiMiititeit cMitte unbe. dingte Otornnric. »(v. S. f« «^heimnitz. Mlünt rofeitwtlK »tttlichf U>nc «B^abtaiKn utii «erlcnaxifv Lcklpi- tu dc-Toannwn. iideraK DOÜftf tifataitti« sie Echtheu und Um'chadl>ch!«>l. N». j. Tai Hc»6tii»ron?( Arme, Wnilru und S?«fcn i« bttotKitid. otinc aqnei, mit kui du-fachet C'-ttibunj einmal be« lclb( die ma- getfle« «rme, »a»en, »ufen nnbec ootl «ab Ürvig; rollfte Garantie int Ut»ch°s>ich!eil. »r. t. Da« »tftitimaiö, l«S>ge Haare >« ^küchtk »> tut-fernen, burür feftlenbe Haare am S»»ft ju ersetze», bo» «n»f°!Ien bet H»»re itt beihinbera. bca »a«,en «Lr»ev i* et« ««chlriccheabe» '.licno. wie Berlche«. Ütolra. »eilen, M-tgl^lchen \a umhüllen. Tiefe alle 5 SpezialilSten Msainmen kosten insgesammt nur ö tl. tö > « . jede einzelne Spezialität l »1. lO kr., bei Berjendung 15 kr. mehr; Alles mit vollster Garantie. Destileiie 1 Pariser Parfumeriewaareii-Fabrit "Wlem.. IX.. KI3ZL (irutlN und srunco 626—10 groHner Teriio-Geuin ii! Jede Anfrage wird vom Professor Ritter v » Orlice, Schriststellef der Mathematik Westend-Berlin gratis und franco beantwortet — und Jedtm die neneste Terno-tiewinnlist« pro 1883 umsonst und frei eingesandt 0- 1883 13 SS)gr Billigst geilellle und scMi|;e«elxle Preise. K s « s L Ü» v «Ü a i. s » s as L S Ifrpopo Ilutill, CILLI, empfiehlt für W cilm 'clils- & \eiijahrs-(ifschwike 0ine grosse A«s>vahl von Leder-, Holz-, Metali-, Galanteriewaaren, Bijouterien, Fächer, Bronce-Nippes-sachen, Necessaires, Körbe, Elfenbein-, Schildkrot- & Meerschaum-Artikel, Chinasilber- & Nikelwaaren in: Leuchter, Schreibsenge, Anfsätze, Löffeln & Bestecke und Cassetten n. dergl. Wirk paaren in Strümpfe, Tücher, Gamaschen, Unterröcke, Hauben, Handschuhe, Leibein, Socken u. dergl. Musikinstrumente in Zithern, Violinen, Guitarren und dergl. Optische Artikels Augengläser, Zwicker, Stereoscope, Mikro-scope, Operngucker, Ferngläser, Lesegläser, Wasserwaagen, Laterna magica u. dgl. 656 -4 Spielwaaren. Fröbelspiele. Hole- und Korkarbeiten. NetH«ichn«n. Xetzmalen. Thier- & Blumenmaler. Stäbehenlegespiel. Pa»tellzeichnen. Körbchenflechter. Farbenmos&ik. Pantographe u. dergl. Altdeutsche Ausnäharbeiten Diverse Stickereien, Handarbeiten. Der kleine Leseschüler. Spritzmalereien, ordinäre und feine. Der Künstler im Pastellmalen. Arabeskenwürfel, oder: bildet den Formen*inn. Die neuesten Lege- & Würfelspiele. Bausteine, au« weichem .V harten Holz nach Fröbel in Brücken- k Wagenbauten. Bilderbücher, gut »ortirt, ordinilre & feinst«, von (J kr angefangen. Diverse Blecbsachen zum Rollen, Fahren u. dergl. Eisenbahnen mit Uhrwerk. Dampf- Sc electris'.hem Trieb. Gesellschaftsspiele. Glocke & Hammer, ord. & feine. Lustiges einmal Eins. Pockspiele. Tombola's. Figuren- & Bilder Lotto's, billige k hochfeine. Classeulotterie. Börsen-, Uhr-, Pferdebahnspiele. Reise durch Europa. Reise in die Sonne. Gotthardtreise, Notenlotto. Nordpol-Expedition. Hocnspocus. Weihnachts- & Afrikaspiel. Märcheuscliatz. Münchhausen. Der schwarze Peter. Kegelspiel auf dem Tische. Das Räthsel des Pythagoras. Das Hausbanspiel, sehr interessant, für 2—10 Pertonen. Das Zehnerspiel, zur Erheiterung und Kopfzerbrechen mftrrUcher und heiterer Leute am Stammtisch. Billards, Schachbretter & -Figuren. Tombola-Karten, »ind auch einzeln zu haben. Diverse. zulilrn. lief« »i> eolinilfäuic »»d aromatischen Stoffel arrränrtcn 3«tltn juir. Qintegru in da« Schuhmerk. fanaeu den Schweif! augendlicklrch auf. Sie tzer verdanke. Sn BoSnttunz.....» illtest Nr. «s?o. ®iü(j6rturä, u.|«. IM3. « Julius r. Birken. »Mein Bolldari. der durch tätlichen ««ebrauch Ihrer Dnc-ur »».!> »»um SZ faxe» entstanden, übertrifft ** s<'^»nheit und hlegann den aller meiner Sefonntcn.* Nürnberg, is-js. las». _____ Kart iiurcKtein Schriftliche Garantie für tollen »nbctin*ten Erfolg, «Im»eilt,»g der Äeft.irSsljeiK. allein echt, »erFlaeon l fl. M fr. T'WI-ßliKOit 1t fl. 6» tt. Wr. r>. Mori astrawenU ilintetttott) von Professor ? V« /y'iZ" M 1 O' O9 & .Pf M oa S CÖ 2 - *0 — aä —| W r! M O W v—»ur i, iaai JSj/l. fii TO *2^ vieneljädr. YWr 1 = 75 fir. 3 i b r. \WWW >lch erscheinen: /MM 24 Kümmern mit Toiletten und / f \ assÄa tg I R. bung, welche daS ganze Geriet W W »er Garderobe und LeibwÄsche far Tarnen, Mädchen und «na. für das zartere Sindesaltcr »imfaklen fü.r •^rr. ^raedtdriHte mit oder ohne Unterschrift, zu haben bei Jol». Rakuscfi, Cilli. Jahfreicbe und dauernde Keilerfotge »ei Lungenleiden, Sltichsucht, Sluwrmuttz, bet rn»erenl»>e üungenfchwindfnch» t» den ersten Stadien, dei ariitrin und chronischem Luntenkaiarrd, je»er «et haften An« tasten. Heiserkeit, aiitjaHiiutoftit, velfchlei«nn,. feiner dei ktr«»tnlole, «»nchiii«, r»milche un» «ee»nl>aie»cen». »elche mit dem v»m Apotheker ^VL. WK»AKNT in WIEN bereiteten narrrtiboäpbiriqfflnrrn Halk - Ehen - Äy riifi eniett mlitte», taten erwiese», da» diese« PriiSarat af» ein Hril-mittet ersten Runge« gegen odgenaitnl« »rantheiten e«»fodi«-HU werde» txxtirnt. Aer;ttich conftatine WirlnNgti: t«nter Apurlit, rn-digtr Schlaf, «tngrrun>i der Wnibilftang nnb stno »rnbilduitg, Lockerung »es Hustens, Löftuig üe# «chlrimes. Sckiwindcii »es Huftritrri,rs, irr »acht-lichen Tchiocißk, der Mittigkrit, unter «Harm. Sriifiej«>ahme, Heilung durch aUrnölige Berlalkuua der Tnderteln. AnerkennungS-Schreibeii. Herrn JulinS Herbibnv, Apotheker in Wie». llnler;->ch»eter ertandi sich Aineu ai« Erfinder M nntn-Vl»»eichorigiauren Halt Bisen 3«inl> den innigsten Dant und die MllSe .!jierT(ni.Ui:fi über die Htilkr-t! diese» nnlchla»». juliJi Htnn*BNr * ?s un Präparate« audlufprechen. echttmn Sie selbst au« den Symptomen. «>e schwer ich tt-frautt w«r. Ich »alle Ki«i>ei, nochthche kiarrtzöc. tadei Plut'fuiftn, Vrnft. und Rilckenfchmerzcn. Schein im »ehtk»»fe und ma^erle tatet so ad. da» ich von »ein-m N°rnlll^e»>chtc von M Äito in kurjer Seit auf 90 Äito herunter kam; ich marde datier „allfeiu al« i»l»üt». illchii, anf«ege»en". Von da an gedrauchte ich tnr,e ^leii Itzten ..»alt.Si>en «drul>" nnt Kutte. Gott und Jtnen >nm Tante, »olltommen zefnnt und erreichte nach »eiterem 0»edra»che »ieie« Premiche von « *it», eniett Loäl stand, ten ich nie gehabt tat«. Wit größter Hochachtung grunj Ütott, 'potuUanmalft. Die Richligkett Diese« tejenzent: Zrun, vachnet, Ldermaler. Por,ellanf»tr>k Ochinfel» tei »ariitird, 1». I.inner in»,:. Preis 1 Alasche 1 fl. 25 fr., per Post 10 fr. «ehr sür Paefung. Wir ditte», ausdrücklich Xsik tiaen 8> rup von Julius Hertoabny n> »erlangen und daraus zu achten, daß obige dehordl. pr«t«k. SchutzmaNe sich ans jeder Flasche befindet und derselben eine Broschüre von Dr. Schweizer, welche genaue Belehrung uad viele Atteste enthält, bei-geschlossen ist. 61»—20 Tentralverscitdungs-Oepot für dieprovitye»: Wien, Apotheke „zur Barmherasielt" des J. Herbahn;, Neubau, Kaiierstraase 90. Depots ferner bei den Herren Apothekern: Cilli: I. .««Pferschmid, Baumback's Erben, Apolh. Deutsch LandSderg: H. Müller. Feld- bach: I. König. Gonoditz: I BoSpischil. Kraz: Anton Redwed Leibnitz: O- Rusibeim. Marburg: G- Bancalari. Pettau: G. Behrball. H Eliaich. Nadkersburg: C. Andrieu WolfSberg: A. Huth. 1883 'V-utsch- ZS-cht 15 LAGER Diverses für Jen Tiilette-, Aröeits-, Spiel-, Steil- uni Sp»M Stet« das Neueste in tVuiiz<)(U(>lieii iiikI rnifllNvIicii 3ri9fpapi9f8n. Silber - Bestecke und Tafel - Geräthe von Chrlstofle in Paris. Parfümerien & Seifenlager, Bärsten & Kämme. Aiedertage echten Sonnenblum-Seifen I. Fritsch. (■iimml «Artikel. Betteinlazen, Süspensorinms nnd Präseryatirs. Damen- & Herren-Koffern, Hand- & Umhäng-Taschen nebst allen sonstigen Reise-Requisiten. Promenade-, Hand-, Einkaufs- & Arbeitskörbe. Kinder- & Puppenwagen, Zegrerea:, ^stpiex - HCör"be und alle andern Stroh-Arbeiten. Alle Sorten Peitschen, Stöcke, Cravatten, Regenschirme ete. etc. V ADOLF C. GLAS rB "öi Optische« Lager. Fiscsierei-. Rauch- & Schreib-Requisiten. Alle Sorten NADELN und N ii «1 ler-Wiinrem. Violinen, Zithern, Guitarrs, Melodiums, Trommeln & Trompeten. Saiten alle Sorten in den besten Qualitäten. in CILLI, empfiehlt von seinem vereinigten Lager die praktischesten und elegantesten rü und und bittet einen hohen Adel und ein P. T. Publikum um gütigen, recht zahlreichen Zuspruch mit der Versicherung einer «63-4 Spielwaaren In- & Anitlilnder-Fabriken. Anppenköpfe und Leiber. sowie fertige Pappen. Gtiiihlln t üiklstttn. Jüi- nnd Tombola-Senenstänile. Schach-, Äomino- und diverse Gesellschaft« - Spiele für Gross nnd Klein. Schachtel - SpielWaaren. i reellsten^, solidesten. ul_ "billigest©». IBecllemjLn.gr- /T Schuhwaaren alle Sorten für Kinder. Mädchen und Knaben. Auftrüge in Damensclinhen werden besorgt. Haua-.B«de-,Commoi>rschuhe und Umitoffets. Speoislitüt Mi' l'unner: in allen Srössen Patent Spagat-Hurnschuye. Oomwissionsla^er vov Ttiukn- lE[atljIpIh*r - Hol^wAAren von Sr. k. Hoheit Erzh. Albrecht Oliven-Fabriken zu Arco nnd Riva and iMlMTlm Landes-ücknilznlnli in Villach. Zur Fremden -Saison in grosser Auswahl. 1 I 1 H V I II w u H M w M M ♦ M M W H H H 1 H H H I 1 1 " I 16 Heute Hei, 23. December M, Im CuMino-NttulC! »si des 701—1 Cillier Mnsikvereines. Programm. 1. Ouverture zur Oper „Dus Nachtlager in Grenada" vou Konrad Kreutzer. 2. Abschied, Lied fär Violin« (instrumentirt für kl. Orchester) von dem Vereinsmitgliede Herrn C. Eulen stein. 3. Erinnerung: an Richard Wagner, (Tann- häuscr-Fantasie) von Hanim. -1. Grosse« Vlolln - Conoert In E-moll von Mendelssohn-Bartboldj: a) Introdnction, b) Andtc, c) Finale. 5. Jupiter-Symphonie mit der grossen .Sehlnss-fuge von Vf. A Mozart: a) alto vivace, b) andte cantabile, c) menuett, d) allegro mnlto. Beginn präcise 8 Uhr Abends. AM- Der freie Eintritt ist nur den P. T. Mitgliedern des Musikvereine» gi stattet, xu welchen auch Jene gehören, die demselben im November d. J. beigetreten sind, aber noch keine Mitglied»-Karte erhalten haben. Entree für NicbtmitElieder l i per Person. Eine stellte, a«l|ui»tirte Bärenfell-Merke, als Schlittendecke geeignet, ?n verkaufen bei Traun. 702—1 ..peulsche ZV-cht.' Zwei Sclilitlcii und 697—2 einen halbgedeckten Wagen hat xu verkaufen Frau Amalle ttralnz in Cllll. t im verkleinerten Zustande, ist in beliebigem Quantum verkäuflich und am Wlleherfchcn llolzplatzr vorrüthig. 690—2 Z. 16.080 Hdikt. Vom f. k. Bezirksgerichte Marburg l. T. U. wird bekannt gemacht: Es sei die freiwillige gerichtliche Versteigerung der den Erben des Herrn Joses Wundsam gehörigen im Grundbuche der Eat. Gem. Burgmaierhos unter C. 102 vor-kommenden Hausrealität C Nr. 21 in der Te-getthofftraße in Marburg bewilligt und zu deren Vornahme die einzige Tagsatzung aus den 1». Jänner 1884 Vorm. 11 — 12 Uhr vor diesem Gerichte Amts-zimmer Nr. 10 1. stock mit dem Beifügen ange-ordnet worden, daß die Realität hiebei nicht unter dem AusrufSpreise von 40.000 fl. hintan-gegeben werde und dem Pfandgläubiger ihr Pfandrecht vorbehalten bleibe. Licitationsbcdiugnisse und Grundbuchsex-tract können Hiergerichts eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg 1. D. U., am 2. Tecember 18LZ. 699—3 T«r l. t BczirkSrichrer: (Hrrtfchcr. 1883 Kundmachung. Alle jene Parteien, welche auf Gnmdlagi von Lieferungen oder Leistungen an die Stadt gemeinde etwa noch Forderungen zu stellen haben, werden behufs Bezahlung ersucht, ihre Rcchmm gen noch im Laufe dieses Monates beim Stadtamle einzureichen. Stadtamt Silli. Der kais. Rath und Bürgermeistern 673-3 Dr. Meckermann. Stein- & Edelmarder-, Fuchs-, lltiss-, Otter-, Wildkatzen-, Kaninchen-, Dachs und Hasenbälge etc. S/^~ bezahlt xu den höchsten Preisen "MG Joh. Jellenz in Cilli, Postgasse Nro 88. 655 -2ö Kirchplatz beim ..FlAsserwirth" ist echter Wiseller, jj/tT der Liter zu 2t Kreuzer. "9S zu haben. 681 2 Anton Rannicher Reparaturen von Nähmaschinen werden ausgeführt von Carl Wehrhan jun., Iluui'tjilat, Nr. 109, I Stock. <00—1 in nassem sowie in trockenem Zustand« kauft zu den höchsten Preisen Lambert Chiba's Witwe, Cilli, Grazergasse 88. 656 XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX1 für Wei hna chls-S a isoa! Ich erlaube mir ergebenst aufmerksam zu machen, dass in meinem T* I-! I—r1., Ileirensasüie IVro 6 irjn eine grosse Auswahl von Weilmtkchte-Präseiiten, wie: GonfeotioBft-Fapitre in seMaen CasseUea, Billets Äs OorrespoMeai, Sekreib- & Muiiknappra, Poesie- & Stammbücher, Bimklebtbilder • Altuu, Elegante Notiibtehar, ' sowie viele andere zu Präsenten passende Waaren; — ferner elegante Kalender wie überhaupt alle in das Luxus-Papierfach einschlagenden Artikel in reichster _A.it>s>v!ilil vorräthig sind. Recht zahlreichen Besuch erbittend hochachtungsvoll Joliarm