LaitmcherMMtung. Nr 281. Priinumeralion«prci»: 3m Comptoir ganzj. fi. ,,, I>.,lbj. ft. b.l.o. ssiil d!c Zustellung ine Hau« halb>. ,'>' lr. Mit der Post ganzj. si. l5>, halbj. s>. 7.50, Freitag, 9. December ^nfeitlon«gtbühl b>< w Zeilen: lmal60li.. llm. «Uli., »m. I ft.z sons! rr. ^cile i m. u Krcisgcrichtöpräsidelltcn in Spalato Friedrich von paitoni allcrgnädigst zu verleiben gerllht. Tschabuschnissg in. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eutschliesnma. vom I. December d. I. den Nath bes böhmischen Olierlandesgerichtes Johann Iankowsky zum zweiten Biccpräsidentcn des Landcögcrichtes in Prag ^ergnädigst zu ernennen geruht. Tschabuschnigst m. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller-Mster Entschließung vom 2. December d. I. die bei dem lüstcnländischcn Oberlandcsgerichtc erledigten zwei Raths» stellen den Tricster ^andesgerichtsrälhen Ferdinand Z 0 r« lcr und Franz Uhrcr allcrgnadiqst zu verleihen geruht. Tschabuschnistg m. p. Nichtamtlicher Tbeil. Wien, 5. December. Die ..Wr, Ztg." schreibt: Auf Grundlage eine, Allerhöchsten Entschließung wurde, wie dies bereits be, bem Piar,slel"^ymnasium in der Ios>phsladl, bci dem V nelncimer-OroenS'Oy nnllsium des Zliftcs Admont zu ^ra^ und dem Franciscaner. Ordens ' Gymnasium zu Audolsswenh in Krain erfolgte, bei dem Franciscaner. Erdens Oy „nasium zu Sign die Veisüciuni getroffn, ^"b diese r.hranstalt vom Schuljahre l871/72 an aus "sN dalmatinischen Stud'enfondS übernoiiimcn wird un<> bie an dieser Änsiall gegenwärtig willcnden, nach dem neuen Cysttmc qual'fi.'rlcn Vchrer in die vollen jyslem' ^^hiqen Bezüge von Hy nnasiallchrern zu treten haben, ^^t hingegen vie bis nun von nicht nach dem neuen ^Y'ltwe geprüften Vchrern lnnegehavlea Stellen durch bauche Klüfte im Wege der freien Concurrenz zu be» ^seljtn tommen. Demzufolge sind bereits im gsgenwärti-gen Nugcnblickc am Gymnasium zu sign, und zwar fü> das Unlcrgymnasium fünf ^ehrcrftellen durch wcllllchc Lehrlräftc zu bcsltzcu. In gleicher Weise wurde bei dem Vcnedicliner-Ztlflc St. Paul in Kärnlcn, welches durch die Doli rung mit ciliigcn Studienfundeherrschaften die Vcipflich. lnng zur Hjcrschung der belden Gymnasien zu St. Paul und Klagenfurt mit entsprechend geprüften Vchllraften übernommen hat, jedoch diesen Veipfiichtungen bis nun nicht vollständig nachlllloilnun ist, über Antrag dc? tärntnerlschen ^andeeschulralhcs vom Ministerium für Cultus und Unterricht die Verfügung gelroff". daß limf' llghin in allen Fällen, wo da« genannte Stift nicht >n der ^age erfcheinl, für eine der an dem erwähnten Oym-nasium erledigten ^ehrerslelle« eine ooUlommen befünigt» ^chrlraft zur Verfügung zu sollen, vom Staate im Weg» freier Concourienz ein ^rhrer zu b stellen ist. für welchen das Sllft die vollen, «ach dem Gesetze vom 9. Äprü l. I.. N. G. Bl. Nr. 46. für einen solchcn Lehrer cnt fallenden Bezüge zu tragen daben wird. Demnach wird dermalen der Concurs für drei am Gymnasium zu Klagenfuil zu besetzende Vchrsttllcn aus-schnellen. Vcjlcrrcich un> >cr Vrilnl. Wien, 6. December. Eines der wichtigsten und isitertss^niesten Eapilei des Rolhbuchee blldcn die ^ctenslücke, welche von de» ^ez'chui'gcn Oesterreich Ungarns ;u seinen orienlalische» Nachbailändern handeln. (3s ist v't genug helvorge» honen worden, welche bedeutende, die hervorragendsten Culturmleresscn sichernde Mission Oesterreich »n de> pflege dieser O.zehlMgcn zuaefaUlN ist. Jedermann lsi auf den ersten Bl>cl flar, o ß der Schuh des olloma' Nischen Ne«chc«>, emer der Ke,»'p«,l>lte, auf welwem di, europäische Slclluna O^ilcrreiH Ul'aarns fußt. nicht i» den Millein der auswHsliqen Pulml aUeiil ruht. W>» oie Krisen, mil nnlch,l, die Es,slcn; der Tüilcl bedrot,' wird, oos»ehmlch an die inneren Fraa/n derfelben an geimpft werden, so hat auch jcde wirksame Bcrlh idi qung dieser ^f'slcnz die inneren Fragen als erste Au?< ^angepunlle zu betrachten und auszunutzen. In diesrm ^ Zinne sehen wir ein stetige« Ey tcm der österreichischen 15olit>l entworfen und d„rchgeluc»rt. Frcmde Einflüsse ,m Inlerrsse des ollomanlsHcn Reiches zu beherischei, und sie nlcht nur in a:m>sscnln Formen zu erhallen, sondern ihnen mehr und mehr daS O.wicht des eigenen Namens und Anslh ns zu substttuiren, ist einer de> wesentlichsten und ellennbarslcn Zielpunkte der Pol'til gewesen, deren einzelne Züge das Nolhbuch zusammen. »aßt. Es galt dabei einerseits berechtigten nationalen llnd polilischm Anschauungen, wie in Serbien uno in »er Herzegowina. b»S zu einem gewissen Grade selbst m drn Donaufürstenlhümern, nicht slc»rre Hemmungen !lnd Versuche des NledclhallenS enlgegenzusllllen, viel» mchr diese Strömungen zu beherrschen und ihnen den iichligcn politischen InHall und das geeignete Gefalle anzuweisen. Wo die Pforte in Coiift'ct mit den auto« nomen Bestrebungen ihrer chlistlichc,, Oeoüilcrunasgrup' pen geritlh, da war es nothwendig, in bclden Theilen ^ic «Hisenlilniß he'vorzurufcn und ^u erhalten, daß sie in der österreichischen Politik «erectile und billige L^ur» »Heilung «hrcr Wünsche, sympaihisches E'taeaenlommen ür das Gcrcchligte ihrer Amprüche fioden würden, l'as Wesentliche dieser Äufgobc ill gelöst, überall wenigstens ^er K^im zu lünftigen erfreulichen Saaten in dieser Nietung gelegt. Ein fo wichtiges Olndem>tlel Tpr^che lind Rellgio» zwischen den ein^lnen nalio alen und lerrilorilllen Gruppen im Norden der Tüitei und jener Macht bilden, wel")e die Ha>,plbedingunaen id'er Kraft auf kieEinheil dcr slao schen Nationalität arünoe'. so hat sich ^och gerade in den politischen, gcraoe m d^n durcti(5,ufl><ß li"d Intelligenz b.!roorra^enden kreisen jener Vänl'er ein Gefühl lebhafter sy npalhie für Oesterreich und volle Aiier» 'tni'ung der Vr>y lliäl scincr Tendenzen he fl llcn. welche die May« ^r.'o' und Veli'Brdo Frage h^iooraerufen hat, u"d lst e!bst in oen die Oon^ufü'slcn hümersla^e telreff nben 'ln^elegcl'hlilen ganz unoeilennoar. Was d«e letzteren anbelangt, so vlrw isen wir insbesondere auf die De« o sche vom ll. Mai l. I., welcbe vleUeicht eines eer >chünslcn und beredtlsl^n Zeugnisse für die ^^ mit verhilngtcn Zügeln dahin rasen wollte. „ . Es ist wahr. mein Vater, sagte Nclla, ich bin """er geworden: haben Sie mich nicht oft ßcnug er- "^"l. es zu werden? ^ . ^ Gewiß, aber man darf deshalb nicht furchtsam ?/"en... Du bist bei Mlcm übertrieben, Nella; bald ° 15 "^ ^u" Uebermaß, bald traurig bis zur Nieder« N°lchl°qer,hcit . . Nun bist Du bereit? Im Galopp., ^ Nella stachelte ihren Pony und galopirlc an dcr V Uires Valers einige hundert Schrille weit Dann^ ^ b sie pijj^^ s,^ ^^ ^^. Ocnug „un! Mein, Alül» """' laschen Tritt gemacht und ware fa'l Covi.?"" H°"l> war nicht fest genug, erwiderte der ^p'län; es ist Dein Fehler... wein « ^l' antwortete Nella; °W Sie sehen, daß veri^^°^ "was hintt; er hat sich einen Vorderfuß N«^ '^" ihn nicht zwingen... "vhlan! Da ,e so ist so lehren wir nach Hause zurück, sagte dcr Capilän; Du wirst mir aber zugeben. Nllla, daß cS unangenehm ist, einen so schönen Morgen zu verlieren in dieser Jahreszeit, wo man so selten einen ähnlichen findet. Nlllü antwortete nickts. Ihre Blicke hafteten auf dem am Ende dcr Insel Coladah errichteten Bignalmasl «Hinc Flagge war dort aufgehißt wordci? und das junge Mädchen verlangte ungeduldig darnach, die Bedeutung dlescs telegraphischen Zcichcn« zn lenncn. Kaum in de>, salon zurück^ellhrl, nahm sie das Signalbuch, durch, blätterte c" mit Aufmcrlsamteil, durchsuchte alle Num. mcrn, bis ihr folgender Soy in die A.igen fiel: „Fahr« zeug in dcr Noth, das den Hafen zu erreichen sucht." Eine unbestimmte Unruhe durchfuhr ihren Geist und ihre erste Bcwegnng war, Gaorie herbeizurufen. Meine gute Amme, sagte sie zu ihr, auf der offenen See befindet sich ein Fahrzeug in dcr Gefahr. . . Nun. Du antwortest nicht l ... Warnm blickst Du micl so an? ... O »hc^rc llcme Nella. ich habc von dcr Terrasse oben eine schwarze, von den Wellen hin und her geworfene Masse szesrhen. die Haifische haben einen Th.il davon verschlunncn; aber ich habe sie crlannt, cS sind die Reste der Djadougar. Du hast einen Bündel Algen gesehen, welche der Sturm aus dcr Tiefe des McereS herausgerissen hat, und nichts andere«, erwiderte Nclla; aber ich hab: dac Signal gesehen, das mit folgender Nummer im Zusam-menhang steht: ..Fahrzeug in der Noth. das den Hafen zu erreichen sucht." Nein. nein. fuhr Gaorie fort. ich lann den O?« danlen nicht loS werden, ein großes Unglück draht uns ... Ich glaube es auch. erwiderte Nella; ich fühle hler etwas, das cS mir ankündigt ... Horch! Hblsl Du nicht auch das Echo eines Kanonenschusses? ... O, ich halle es nicht me^r aus, Oaorie,- eilen wir an den Strand. . . Der CapitHn Mackinson erschien auf dem Perron in dem Moment, wo seme Tochter im Vegriff war, mit Gaorie fortzugehen. — Mein Vater, sagte Nella, ich beschwöre Sie, lommen S>e mit mir . . . Em zweiter Kanonenschuß lnß sich jetzt deullichei hören. — Sie sehen rs, fuhr Nella fort, es ist hier in ocr Nähe ein Fahrzeug in großer Gefahr . . . Wlr müssen ihm Hilfe bringen . . . Du hast den Kopf verloren. Nella, sagte der Capilün, indem er die Hand seiner Tochter ergtiff. D.is Fahrzeug ist noch weit von dcr Küste en'fernl; was lonncn wir thun, um eS ;u retten?. . . Oanc Zwcifcl sind Schisse von dcm Marincburcau bereits misge-laufcn, um drmfelben behilflich zu zu sein, in die Nyede einzulaufen. Aber wenn nun, erwiederte Nclla. dic ihrem Vater zu entrinnen suckle, dies Fahrzeug jenes ware, auf welchem sich Sir Edgar eingeschifft Hal? . . . CS ist möglich- dic Wmostöße tonnen das Schiff auf der offenen 3« cntmaflet und es an diese Küste zulückgeschlludnt haben . . . M«in Vater, mein Vater', rief das junge Mid. chen aus. werdm Sie die Unglücklichen zu Grunde qehcn lassen, die uns um Beistand anflehen? Ich be« schwöre Sie, gehen wir ihnen entgegen, wer es auch fci . . . Entsetzliches Kind. murmelte der ilavitan; l>a hat sie umder liumal einen Anfall von Tolllahnheit gerad« 2022 reichischei! Negierung volle Anerkennung und sagt unter anderem: „Das Verfahren der österreichischen Regierung war, wie unö bedünkt, das richtige in beiden Fallen." Ueber die Mission Odo Russell« in Versailles wird dem „Daily Telegraph" auS zuverlässiger Qualle telegraphisch aus Frantfurl berichtet: Gleich von vornherein habe der englische Abgesandte dem Grafen Bismarck aufs klarste dargelegt, England werde nicht aus der orienlaliscken Frage, noch aus der russischen Flolte oder den Befestigungen am Schwarzen Meere, noch au6 der Garantie dcr türkischen Integrität eine Kriegsfrage machen, sondern cs handle sich, insoweit cin möglicher Krieg in Betracht komme, lediglich um den willkürlichen Vertragsbruch und den von der russischen Regierung dabei beliebten Mäuä oporäncii. Graf Bismarck habe darauf sofort Preußens Einfluß zur Verfügung Englands gestellt und eine Confcrenz vorge» schlagen, die Nußland entweder in Petersburg oder Con» stantinopel gehalten zu sehen wünschte. Es sei indessen — von wem wird nicht bemerkt — London dagegen in Vorschlag gebracht worden, und Graf Viemaick tiabc gleich diesen Gedanken aufgenommen und an den Fürsten Gorlschakass telcgraphirt: „Sie werden von den Engländern in ihrer eigenen Hauptstadt leichter Concessionen erlangen, als anderswo." Uebcrhaupt habe der Bundes, lanzlcr dem Conferenzprojccte in dieser Form sein ganzes Gewicht geliehen. Ms er nach seiner letzten Zusammen» lunft mit Odo Rusfcll auS seiner Kanzlei getreten sei — er hatte während dieser Unterredung telegraphisch London als Siy der Confercnz in Petersburg empfohlen — habe er unter seinen Räthen einige Augenblicke verweilt und händcrcibend in vergnügter Stimmung bc> melkt: «Nun, meine Herren, Jedermann llagt mich an, als ob ich unausgesetzt Kriege anstifte. Diesmal habe ich aber denn doch Frieden gemacht." AuS Berlin, 5. December, wird gemeldet, daß Minister D e I b r ü ck dem Bundeöralbe die Schriftstücke bezüglich des Pariser Vertrages vo» 1856 vorlegte und dazu bemeitlc, das Präsidium habe dic Vertreter deö tioiddculscheu Bundes anglwiescn, nach Möglichkeit anf die Erhaltung des Friedens unter den betheiligten Mächten hinzuwirken. Dcr Bundeskanzler l>bt im gleichen Sinne sich gegcn Odo Nüsse! ausgesprochen; besondere Garantien oder Pflichten erg'be» sich für Preußen aus dem Vertrage nicht, wohl abcr diiS Necht, die Elfullllng von Pflichten, welche Andere übernommen haben, zu for-dcrn. Ob duseS Necht ansg^übt wilden soll, darüber seien nur die Interessen der Nation z» Ralhe zn ziehen. DaS Piäsidium wünscht dic Ansicht seiner Bundesgenossen, wie weit daö Inlercss. Delitschlands von dcr PoutuS^ ^rage berührt werde, kennen zu lernen, um nach der Verständigung hierüber die Sachlage dein Neichstage m>> zutheilen. Die Vcfrttdignng, welche man in Dnttschland über die Wiedererweckung des deutschen Kaiscrthums empfinden m^g. würde einigermaßen gedämpft werden, wenn man Betrachtungen über die finanziellen Folgen der abgeschlossenen VundeSvert'äge anstellen würde, wie sie in nachstehenden Aerechnnugen der „Frkf. Ztg." enthalten sind: „Nach dem abgcfchlossencn Vertrage hat Vaicrn die Starke seiner Armee im Frieden uon '/^ Perc. der Bevölkerung auf 1 Pc c zn erhöhen, das heißt, eS hat (Officicre un< gerech!nl)48,244 Soldaten aufgestellt zu erhalten und cs hat n^lchzuwel sen, daß es einen Geldaufwand dein norddeutschen glcich dafür uciwen^e.das il'l 225 Thaler per Kopf. Dieser» M im Ganzen 10.854.900 Thuler oder 18,996,075 fl. Nach dcm letzten mit dem Landtag vereinbarten Budget, welches auch auf das gegenwärtige Jahr ausgedehnt ist. betraf d.'l Mllitär-Etat 14,957.824 fl. Es miissen also, sofernc der vaicrlsche Landtag die Ucdcreinlunft ge-nchmigt, vom 1. Imuar 1872 an jährlich 4,038,251 fl. mehr uls bisher für das Militäiwesen verwendet wer' dc». Es ist dies eine Summe, zu deren Aufbrinauug eine Eihöhnng aller directe» Vleuern um vierzig Pel» ccnt erforderlich ist. Nun hat oie Staatsregierung in ihrem dem Landtage vorgelebten Budget Entwürfe eine«, höheren Vedaif als bieher ohnehin schon in Aussicht gfliomnici', welcher Mrhrlxdaif, abzüglich der gehofften Mebrciin'llbme!, und abgesehen von der damaligen Mthr, forderung für daö Kriegewescn. einer Sleuer°Elhöhung von 33 Percent Ulig,fahr gleichkommt Beide Summen znsammengcrechnet, entzifseln sich 73 Percent Steuer-Erhöhung. Bei der Cloilveiwaltung können allerdings versch-e« d?nc Abstriche uorgenominen werden. Hoher als auf den Betrag von 6 oder 7 Stelierpercenten werden sich jedoch diese Ersparnisse nmsowcniger ocrai'schlagen lessen, als mancherlei neue Ausgaben im Budget erst noch vorzu sehcn sind. Man wiro somit gcw,ß nicht über die Wol' l'chkeit gehen, wenn man eine Erhöbung aller direlten Steuern um 60 biß 66 Percent vorbei siebt. Arhnlich ist das Verhältniß in Württemberg. Dort s«,llt sich der M'lilär Elal auf 17.784 M.mn ^ 225 Thaler — 4,001.400 Thaler odcr 7,002.45.0 fi, Der Mililcullufwaiid betrug aber nach dem l.tzten Gudacl für 1869/70 4,996.429 fl. (im IahreSdurchschnit 18l»^/67 nur 3,849.898 fl.). ES ergibt sich somit ein neuer Mehr-bedarf von 2,006 021 fl., zu d.ssen D'ckung nahezu 52 Percent Erhöhung aller dirccten Steuern nothwendig wären. Be« solchen E'gebnisscn wird man sich nicht wun-dern, wenn die Masse der Bevölkerung und die Abgc-ordnitcn in den Vcreinbarnngen der Diplomatic die Vo>theile nicht entdecken können, welche die Nc>tionul-L>-bcral^l, dem Volle in Aussicht stellten. Hätte man diese Resultate dem Gesichtskreise der meisten Veute nicht voll' sländig clilriickt — wie viel Anschlußadrcssen würde man da zusammengebracht haben?" In Tours sollen nach einem der „Presse" zugegangenen Telegramme die Sachen verzweifelt stehen. Eine Revolution soll nach dem Mißerfolg der ^oire» Armee nicht zu den Unmäalichlcilen gehören. Nach einer der „N. Fr. Pr." aus Athen 5. De< cember zugegangenen Depesche räth England dem Könige ! uon Griechenland, die Kammer aufzulösen, damit das ! Ministerium Deligeorgi, welches ganz der englischen ^ Politik ergeben ist. an Kraft gewinne. Darüber soll große Agitation im Königreiche herrschen, und cS wer- dcn Unruhen befürchtet. Anclpchranik. Ueber die An 5 fällc von Paris seit 30. v. M. ueilantsl auS Versailles: Im Ganzen dcbouchirten 70 000 Mann, nur reguläre Regimenter Unter 260 Gefangenen befanden sich Berufssoldaten von über 40 Jahren, welche in der Krim, in Italien, Mexico und Rom walen. Dcr KlUnpf dritte sich aus von St. Denis im Norden bis Villcncnuc und St. Georges im Süden. In l'HiU). wo cin preußisches Eorfts unter General Tümplmg in dcn Häuscrn und G'hoftcn den Feind er-wartete, kam es zum blutigen Bajouneltampfe. Der Feind focht nnttr Ouc>ot lind Mai'dhny. Alle Forts schösse»:, der Mont Valerien gab fünfzehn bis zwanzig Granaten in der Minute ab. Der Feind wurde überall zurückgeworfen; fsl verhältnißmäßig. Versailles, 6. December. Am 4. December warfen Abtheilungen des 8. Corps eine von Nouen vos' geschobene französische Brigade, wobei 10 Officierc lüld 400 Mann gefangen und 1 Geschütz erbeutet wurde. Am 5. December erneuertes siegreiches Gefecht des rech' ten Flügels, worauf cin zum Schutze von Rcmen zusammengezogenes feindliches Corps die Stadt verließ, welche von uns besetzt wurde. In dcn verlassenen Vcrscha"' zungcn würden acht schwere Geschütze vorgcfuuden. in dem Augenblicke, wo ich sie der Feigheit beschuldigte. Nun wohl! Gehen wir Nella, und Du, Gaorie. folge uns. Nclla und ihr Vater stiegen in ihre Palanllns und ließen sich an das äußerste Ende der Insel tragen. Mit der steigenden Flulh waren wieder Wolken am Horizont erschienen und der Wind begann neuerding« zu blasen; bald begann auch der Negen zn fallen und zwischen den großen an daS Ufer anprallenden Wogen ciblickle Nella den Rumpf eines entmafleten Fahrzeuges. Hier ist cs. mein Vater, hier ist es! sagte daS junge Mädchen, das. dem Regen trotzend, auf den durch das Meerwasscr schlüpfrigen Felsen hinlief. Kennt man den Namen diese« Schiffes? fragte der Eapitän den Signaldeamten. Nach seiner Tonnenzahl und nach der Farbe seines Schanzkleides muß eS der „Eufral" sein, antwortete der Veamte. Der ..Eufrat" unterbrach Nella; Sie sehen nun. mein Vater, ich habe nur zu richtig gerathen . .. O mein Gott, wenn nur die Schaluppen, die ausgelaufen sind. um ihm Hilfe zu bringen, ihn in den sicheren Hafen führen! . . Sein Plattbord ist eingesunken und er hat alle 1N zu stürzen. Nella. Nella, sagte er,. bleib hier; an mir ist cS, mich auszusetzen. Nein, nein. erwiederte Nclla. ich tl, ich berühre seine Hand, ich halte ihn. Der Capitän war ein vortrefflicher Schwimmer, mit einem Arme unterstützte er seine Tochter, welche lie-reits zu sinken begann — ich halte ,hn. ich halte >Y" rief N lla nachmals, ich halte ihn, er ist mein. Zlbcr der Capitnn mußte mit einer gcwallsa'ln Bewegung seine geliebte Tochter, welche die crstc«'."" Hand Sir Edgars in dcn Abgrund zog. an sich Mve ' Der stützenden Hand beraubt, versank dieser alebald l> verschwand, ohne das Gcfül»! des Todcs zu haben. " als ob er in die Tiefe des Wassers hinabstiege, u>n au, einem Bette von Algen einzuschlafen. In diesem A"geu 2023 Versailles, 6. December. Nachträglich wird a?-Nltldet, Prinz Friedrich Karl hade bei Orleans 77 Ka-none», vier zu Kriegszwecken ausaerüstete Dampfer uud zahlluchen Train erbeutet und 10.000 Gefangene ge Macht. Arneuil. 5. December. Von der ersten Armee hat das 8. Eolps am 4. December veischiedene glück« liche Gefcchte norcüsllich von Rouen bestanden und l Geschütz und 400 mwerwundelc Gefangene gcnomn el,. Der diesseitige Verlust betrügt 1 Todten und 10 Ber° wundele. Tour«, 5. December. 7 Uhr AbcndS. Aus Pa. lls bis zum 4. December 'lbends wird Folgendes gc-Meldet: Der ganze Tug d^s l. December wurde dazu verwendet, die Todten zu beerdigen und den Berwunlc-lcn Hilfe zu blinkn. Die P^ußen ließen nach der Schlacht von Champigny ihre Todten und Verwundeten auf dem Schlachlfclde liegen. Der preußische Gcsammtverlust von Mittwoch auf Freitag wird auf 15,000 bis 20.000 Mam, geschätzt, Bei dem Marne-Uebergange am 3. De> Einher wurden die Franzosen vom Feinde nicht beun» luhigt. Die Siege vom 30. November und 2. December haben in Paris gro^ü Enthusiasmus hervorgerufen. General Renault, turn der Fuß amputirt wurde, befindet sich gut, Gciicral Lacharriere ist todt. die l^cnc. lalt Pulurel und Ooisfonet sind verwundet. General Du> Uol hat sich am 2. December neuerdings besonders her» bOlycllM,. Am 2. Dtltmdcr warcn auf deutscher Seile lau» ler slische Truppen. größlcnth>'ils sächsische und würl-len,licrgischc Eoi'lingcule. im Kampfe. Die Gcsammtzahl üblrslicg 100.000 Mann. Der am 4. December Abends affiaille B.li^l dcS Generals Schmitz sagt: Die Nl'hci'^alb PaiiS bcfii'dliche Armcc ist gcacn jeden An» llr'sf geschützt und schöpft in dcr kurzen Ruhe, auf welche slea»s vranlaßtcn. Lillc, 4. December. Die Preußen verlassen die Umgebung von Albert und marschircn gegen Rtieims. Berlin. 6 December. (Officicll.) Versailles, 5lcn December. Telegramm dcS Kiinigs an die Königin. Orleans diese Nacht besetzt, also ohne Sturm. Gott sci 8«da„lt. Berlin, 7. December. Es verlautet, heule be-6>nnt daS Bombardement dcr pariser Forlö. Preußische berichte beziffern die preußlschen Verluste in den Ge< fechten vor Bmccnnes nach Tausenden. Berlin flaggte Astern. Nach der Emnahme ThionoilleS ist d,e Vermal-lung Deulsch.Lolhringens voUslündig organisirt. Stuttgart, 7. December. Die Verluste dcr ^'ürttemberg'schen Division am 30. November, 1., 2. U"d 3. December betrugen an Todten 13 Officierc und "^8 Mann. an Verwundeten 47 Osslc,cre und 134o bl'cke wurde die ohnmächtige Nclla von ihrem Paler auf ^," Ufer niedergelegt; der Ncgen. dcr sich mit dem ^UeUcnschaum mischte, übei strömte den erstarrten Körper ,^ lungen Mädchens und Oaorie, die an ihrer Seite l"'"e. l,eß ein Klagegeschrei ertönen . . . « , W« Nella wieder daS Gcwlihlscin zurücklehrte, lag S.'" 'lirem Palanlln und ihr Vater wachte an ihrer Alle« ist aus! sagte sie mit einer von Schluch. ^ crst.cltcn Stimme. Fliehen wir diesen traurigen "tlsen l . . . Die Rucklehr in den Bungalow glich einem Trauer. °"Me. Nachdem man Nclla auf ihr Bett gelegt, oer-°"lg sic ihren Kopf an der Brust ihrer treuen Gaorie. s"d in Thränen zufließend, ließ sie sich die Wo.tc enl-'"»lupfen: Zweimal habe ich mein Leben gewagt, um ^. leine zu retten. Das erste mal hat er es nicht gc> °"«t und ich war darüber sehr unglücklich; daS zwette "^ l)at er gesehen und verstanden, was ,ch für ihn gc. ,°^l. und ich habe in den Wellen den Druck seiner ">'grn Hand grfWt . . Ach! erwiderte ganz leise Gaorie, daS Unglück mußte ue chehcn! ... Die Djadougar hatte sich ihr Opfer er-'" Nm'^ " "°^ ^ Yinabgczogen; sie möge uns fortan ter,.'.^" ^cscm Tage an hatte Nclla für immer ihre Hei-^ "it und Lebhaftigkeit eingebüßt. Trostlos über die t.csc H «"NMt sci„cr ^^^cr und ernstliche Folgen für ihre , unohcit befürchtend, machte der Lapitän ihr wieder. das Anerbieten, sie nach Europa zu führen. Cur», 1 dcmlc Dir, mein Pater, antwortete ihm Nclla; Du w°l )"'° '"I cs mir geträumt, ist nicht dort, wo, h°f b^'^', i""'cits des Meeres, es ist auf dcm Fr.cd.' Mann. vermißt sind 1 Officier und 354 Mann. Pf^d?-Verlust 148. Die Wünlemberger machten 1400 Oe° fangene. tzagesnemgkeitsn. — (Tabak- und Stempelverschleißiimter.) Mit Merhöchster Entschließung vom 30. September sind mü der Regulirung des Personal, und Gebuhrenstandes der für den Tabak- und Slempeloerschleiß bestellten selbst-ständigen Nenner die Grundsätze Über die lllnstige Einthei» lung dieser Aemter und die Feststellung der Besoldungen und Quarttergeloer der zugewiesenen Beamten und Diener genehmigt worden. Die für den Tabal« und Stempel, verschlech bestellten selbständigen Aemter werden in zwei Kategorien eingecheilt, in Oberämter und Hauptämter. Die Oberämter zerfallen in zwei, die Hauptämter in vier Classen. Diese Eincheilung dient nur als Norm zur Be« messlmg der Besoldungen und der Dialeuclasse der bei diesen Aemtern bediensteten Beamten und tommt nach Außen hin nicht zur Anwendung, auch werden hiedurch die bisherigen Benennungen der Aemter nicht berührt. Der Raug der Beamten der Tabak- und Slempeloerschleiß5inter unter sich ist nach dem systemisirleu Gehalte, den sie in definitiver Eigenschaft beziehen, und nicht nach der Benennung ihrer Dienststelle oder „ach ihrer Diäienclasse zu beurtheilen. Wenn daher ein Beamier auch ohne Aenderung seines Dienstcharallers einer Gchaltserhöhulig theilhaftig wird, so ist dies als eiue Vorrückuug anzusehen und eine geänderte Bestimmung mit Beibehaltung des früheren Gehaltes tanu nicht als eine Zurücksetzung betrachtet werden. — (Von der l. uub t. Expedition nach Sllo. Amerita) sind aus Monievldeo Nachrichten ein» geiroffen, welche bis zum 5. October relchen. Die Fregatte „Donau," welche am 27. August Valparaiso verließ, hatte am 14. September den Eingang in die Magellan St'.aße erreicht uud war am 3. October in Montevideo vor Anker gegangen. Diefe Republik befindet sich gegenwärtig in voller Nevolulion, so daß an den Abschluß emes Häudelsuertra« ges mit der dortigen NcgieiUllg t^um zn denken ist. Admiral Petz hat sich nach Bueuos.Ayrcs begeben und dürfte termalcn bereits auf dem Wege nach Europa sein. Tie Fregatte wird in Gibraltar anlaufen, wohin noch ein Post» packet sür vie Expedition abgefertigt werden soll, und dUrfle spätestens Mute Jänner in Trieft eintreffen. Tie urspruxg. lich auf 14 Monate berechnete Expedition wird also, durch ganz unv0lhera,esehene Zwischenfälle uud namentlich duich den letzten Smr>n im Großen Ocean aufgehalten, fast die doppelle Zeit in Anspruch genommen haben. Während die Expedition noch auf dem Meere schwimmt, sind einige Mllglieder derselben bereits lhälig. die gemachten Lrfah» ruugen uud gewonmncn volloloirchichaftlichc» Resultate den industriellen und handeltreibenden Kre fen zugängig zu ma< chen. Die erste Lieferung des Geueralberichtes Ul>er die commerciellen (irgebuisfe der Expedition nach Ost.Asien wird schon in den nächsten Wochen iu Stuttgart erscheinen ; der dortige Buchhändler Herr Julius Maier hat die Her. ausgäbe des Werkcs unter den günstigsten Bedingungen übernommen. — (Ein werthvolles Geschenk.) Wer kennt nicht die prachtvollen Kosiuoramen Sanler's, Ansichten aus allen Theilen der Erde, wahre Kunstwerke, welche in allen Hauptstädten Europas und Amerikas Gegenstand nachhal» llger Bewunderung waren. Diese ganze herrliche Sammlung hat, wie die „Salzburger Zeitung" meldet, Herr Sattler, welcher nunmehr seine Kunstrelsen aufgibt und sich ins Privatleben zurückzieht, der Stadt Salzburg zum Geschenk gemacht. — (Unschuldig wegen Mordes verurtheilt.) Anton Wögerer, KleiuHäusler in Komberg, Bezirk Pollen» stein, ein übel beleumundetes Individuum, wurde im Jahre 1666 unter der Anklage des Viaubmordes vor die Echran» len ocs Krciögerichles Wiener «Neustadt gestellt und am 21. Juni desselben Jahre« wegen Maogels eiues Alibi und aus dem Zusammentreffen der Umstände schuldig befunden und zu zwanzig Jahren schweren Kellers verurcheilt, worauf er zur Verbüßung dieser Strafe nach Karlhaus gebracht wurde. Am 5. v. M. erstattete — wie die „Morgen'Post" meldet — der Pfarrer Dominit Setzer zu Wiener Neustadt die Anzeige, daß der ehemalige Gendarm Franz FuchS auf dem Todicubelte die Thäterschaft jenes Mordes für sich in Anspruch nehme, was sich auch durch die sofort eingeleitete Untersuchung bestätigte. Fuchs war derjenige Gendarm, welcher den Wögcrer seinerzeit arrelirl halle. Wögerer wäie somit vier Jahre unschuldig gesessen, wcun er sich nicht im 5!aufe dieser Zcit, um sein Alibi herzustellen, zu einem EmbruchMebstahle bekannt hätte, den er in jener Nacht, als der Mord geschah, in der Kirche zu Heiufeld ausgeführt haben woMe. DieseS Factum bestätigte sich, und nun ergab sich der seltene Fall, daß Wögerer, sofort aus dcr Slrashaft entlassen, wegen Klrcheuraubes aber zur weiteren Untersuchung dem Kreis-gerichle Wiener«Neusladt ausgeliefert wurde. Der Morder Franz Fuchö ist kürzlich gestorben und sohin dem Arme der Gcrechllgkcit eliiwlscht. — (Erfroren.) Sonntag früh wurden zu Pest in einem Sliegeuhause ein Slooale und eine Slovalin.au ciuem anderen One ein Taglöhncr erfroren aufgefunden. — (Eine Familie erstickt.) Wie man au? Merlcnbach bei Neustadt schreibt, ereignete sich dafelbst in der Nacht auf den 3. d. M. folgendes Unglück. Die Fa. mili« des Haus» und Realuälenbesihers Johann Ganbelet, bestehend aus der Mutter und drei Söhnen, letztere im Alter von 12, 14 und 17 Jahren, wurde Morgen« todt aufgefunden. - Die ärztliche Beschau constalirt, daß die Familie durch Kohlengas ums Leben tam. — (Kleine Kriegschronil.) Ein Correspondent vom Kriegsschauplätze" schreibt: Im Elsaß und ln Lothringen existirl dermalen weil mehr deutsc^s c^ls ssan-zösisches Silbergeld. Der silberne und aucb der papierne preußische Thaler war ein recht beliebtes Gc.ostück Ende October und Anfangs November in und um Metz. Auch die süddeutfchen Gulden und Sechfer circulirten recht lustig selbst in französischen Händen. Mein Reisegefährte sagte: „Bah, hier gilt Alles, was rund und gemünzt ist," allem er erfuhr eine foforlige Widerlegung dieser feiner Meinung. Er reichte der „Dame des Restaurant" ein holländisches Zweiguldenstück. Sie betrachtete dasselbe aufmerksam und fragte dann: ..Is prüsse?" „Nein, holländisch." war die Anlwort. Darauf fchob sie es zurück mit den Worten: „Hollande is nit in bataille, Holland« is nix." Sie unler-fchied alfo fehr wohl da« Geld der lnegsührenden von dem der nicht kriegführenden Staaten. Das erstere nahm sie, das letztere nicht. — (Luftballons.) In Leith ist eine Kiste mit Vriefen aus Paris im Gewichte von 400 Pfd. eingetroffen, welche als Cargo eines Luftballons am 26. v. M. von Paris nach Tours abgingen. Der Ballon wurde jedoch nordwärts verflilagen und in der Nähe von Mandal in Norwegen wurde die Kiste etwa eine Vlertelmeile von der Küste ins Mcer geworfen. Einige Fischer fanden sie und jeljt wiid dieselbe über London durch einen eigenen Courier nach Tours gebracht werden. Etwa fünf englische Meilen vom Ebdystone Leuchllhurm, nahe bei Plymouth, ist ein Ballon gesehen worden, der offenbar in Gefahr schwebte und herniederkam. Als sich jedoch ein plötzlicher Ostwiud er« hob. ging er wieder in die Höhe, ehe Hilfe zur Stelle n>är, und segelte mit ungeheuerer (Heschwindigleit nordwärts. Wenn dersclbe nicht auf der Scilly Inseln landet und nicht unter, wegs verunalückt, werden die Luslreisenden wohl in den Ver« einigten Staaten wieder auftauchen. — (Lord Byron -j-.) Der berUhmle Titel, den der Dichter des „Childe Harold" und des »Don Juan" ge» tragen, hat eben wieder seinen unberühmten Bescher gewechselt. Der ackle Lord Byron, Eohn eine« Vetters von dem großen D'chier, ist nach mehrjährigem Krankenlager im Alter von b2 Jahren gestorben. Ihm folgt sem Vruker, ein Geistlicher der anglicanijchen Kirche. Gewiß ein eigenthümlicher Titel fUr einen Priester'. H 0 c 6 le 5 Ans der Gemeinderathssitzung vom 6. December. Der Bllrqermeister theilt mil. daß sich der Oris« schulrach am 17. November constituirt und delt Herrn Professor Plrker zum Vorsitzenden und Herrn Dlretlor Mahr zum Stellvertreter d«,elben gewählt habe. Betreffs der zu errichtenden Tabalfabril theilt der Bürgermeister mit, daß der für diefelbe vom Ve» meinderalhc angebotene Bauplay als geeignet erkannt wurde, und daß provisorisch für zwei Jahre die Zuckerralsinerie für diesen Zweck in Aussicht genommen wurde, welche Dr. Pongratz gegen einen jährlichen Mieihzins von 5000 st. dem Aerar zu überlassen sich bereit erklärt habe. Die Anträge der Ii n a n zf e c l i o n (Referent GR. Stedry) in Betreff der Conlrole bei Bau- und Oelonomie-arbeiten werden angenommen und das Gesuch der Pflaster» maulhpächier um Bewilligung zur Erhebung dsr Pflaster» maulh an der Zufahrtsstraße zum Rudolfsbahnhofe lrbrr Antrag deS Referenten Dr. Schuppt an die RcchlSseclion gewiesen. Die Vortrage der Bauseclion (Referent GR. Stedry) belr ffen eine Bauholzrechnung, die zur Genehmigung beantragt wird, die Liquidation fur daS hergestellte Pflaster in der Iudengasse und eine Rechnung liber clmge Cons^rvalionsarbeiien in Tivoli und werden die Anträge der Seciion genehmigt. Für die Polizeisection referirt Dr. Schrei über eine Anfrage der Landesregierung, ob die Sladlge-meinde nicht geneigt wäre, den Gemeinden der Umgebung Laibachs d«e Mitbenutzung der städtischen Eimentirung?ai,» stall zu gestatten, welche Gestaltung nach dem Antrage gegen Entrichtung einer jährlichen Nbnützunqsenlschädigung per 100 st. bewllligt wird Eine Anfrage der Landesregie' rung in Betreff der Aufstellung einer fünften Npochele in Laibach wird über Amrag dcS Referenten Tr. Keesba» cher dahu» beamwollet, baß die Freigebung des Npolhe» kerqewerbes wünschenswerlh sei, daß in Laibach der Uebel-stand besteht, daß alle Apoihelcn sich im Lemrum der Stadt befinden, daß daher die Aufstellung einer Apoihele in eme>n entfernteren Sladlthcile im Interesse des Publicums gelegen fei. GR. Dr. v. Kalteneqqer referirt über das Ge-such des R.'ligionelehrerS Bostiauc' ö an den städtischen Hauptlckulen um Umwandlung seiner Nemuneraiion jähr-licher 450 st. in einen fixen Gehalt mit dem Rechte aus VeusiouSdezug. Dieses Gcsuch wird nach dem «mrage de« Referenten mit Rücksicht auf dle vom MaMrat ei.'gelelte. ten Erhebungen, wornach die Neligionslehrer der y'olloscbu, len anderwärts noch ungunstiger als in Laibach qesleli, sind und leine fifen Gebühren rml Pensionsanspruch bczieyen, abgewiesen. 2024 Schließlich wird eine Schulrechnung genehmigt und der Ernennung des städtischen Lehrers Moönit zum Be< zirksschulinspeclor fUr Stein die Zustimmung ertheilt. — (Der städtische Voranschlag) fUr das Jahr 1871 liegt beim Eladtmagistrate durch 14 Tage zur Einsicht auf. — (Eis - Club.) Die Herren Mitglieder des Eislaufvereins werden ersucht, sich heute Freitag Abend zu einer Besprechung und endgiltigen Comilöroahl im Casino-Cludziunner zu versammeln. — (Bei der morgigen sloven ischen Vorstellung) bringt der dramatische Perein nebst der Reprise von Adam's in der letzten Caison mit so großem Beifall aufgenommenen Operelte „liM'ot in Vi.jolotk" das zwei-aktige Vustspicl ,,?0«1,de der Belagerung zu beschleunigen. Aus Tours, 7. December, wird gemeldet: In der Schlacht bei Paris am 2. December wurden alle Ba-taillonschcfs der Mobilgarden des Departements Illc ct Billline nnd viele Officicre qetödtct. Die Preußen machen fortgesetzt lebhafte Angriffe auf Gclfort, daö sich standhaft vertheidigt. ^i>ich ciiicin Telegramme an das baiiische KlieqS> nnl^sleriiini, 7. December, Hal das b a irische Ärimccotp.' lilllcs Gencial v. d. Taim an den Gcfcchlen vom 1. diS 4. Dcccmbcc gegen die Loire^Ärmce M^cklexbn'g nach Schwein 7. Deccmtier Msldct, der Perlilst scincr Älmc abtheilung uoin 2. li,s 4. d. M. bctiage 3200 Mann. Der Feind valor 1000 Todlc 14 000 (Äc. fa»gcl,e. Im norddeutschen Reichstage wurden die Verträge mit Baden und Hess»» aligcuommel,. Für Vionta^ slcht dl>' Bchlliß dcr Vü'f^ssunlisocbatlc und die Plo^lailnrung öl? itünigs Wilhelm ^um ilaiser von Denlschlal'd uud ErucnnlM^ ciner Deputation nach V^sMcS b^or, an deren Spitze Silnson stehe.« wird. Telegraphischer wechselt ours vom 7. December. 5»pcrc. Metalli«ueS 5»,.<)5. — 5pcrc, Metalliques mil Mai» lind 3iovcmbcr-Einsen 56.05 — bpcrc. Nalional-Anleheu 65.39. - 1860er StaatS-Anlcheu 92.30. - Baulactieu 7^5 - «lredlt» Aclien 248,20. — i!mioo» 123 25. — Silber 121.75. — K. l. Mlinz-Ducaten 5.85. — giapolcond'or 9.91'/,. Handel und Golkswirthschastliches. ^aibacl), 7. December. Auf dem heutige» Marllc si»d r-schienen: 2 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit Heu iliid Sttoh, (Hen42Lir., Zlroh 12 Ctr.), 25 Wagru imd 5 Schiffe (24 lllslr.) mit Holz. Duiiliich»,ilt>-Preise. ___. ft. lc.jft. lr. ft. lc. ^ Weiz?» vr, Mehr« H50! 6 25 VlMcr pr. Pfund - 45 —^ jtoni-lZaat „ 4 — 4 15, L,cr pl, Hziict —-^ - " Ocrst, „ 3— 3 30 Mllch pv. Mlch - W - hc,f>,r „ 2— 2 40 Nllidflrischpr 1^, !/3 - ^ Halbftlich! „ -------4 62 ttnllislrisch „ .24-^ Hndeü „ 310, 3 02 Schwciil^leisch „ 22 - Hirsc ., 3 — 3 42 Schöpf»nstcisch „ ,^ 15) — Kulm'ük ., — 4 — Hählidel ;>r. K«llcl — 2', - Erdcips"! „ 180'------- Tauben „ 13- - iÜnsen „ 5 20^------- Heu jir, 'jeiitucr 1 ll<) - Erbsen ,. 5 30— Gttoh „ I 45 . - Fisolm ,. 5 3^------- Holz,hllrl.,pr,Ktsl, — ? - NlndSschmalz Psd, 54 — wcichrö, 22" ____ s, ttl) Schmeüi.schmalz „ — 46 - — Wein, colher, Pl Spech frisch, „-32!^..... Oi,,,^ . . ,2 - sseräuchrrt „ — 44.------- —weißer ,. ____>><>,.. .ttrai llbnra, 5, Deccmlirr. Auf dem heuliqm Marl!^ s!»l> >,schieue,l.- 0« W^en mit O^leide, 14 W^ru iuil Hol, >5l) Stück Schw.ine vou 14 liis >7 lr, per P,u»d. _______________Hlilchschi,ittc<: Preise. We zeu pr. Metzcn tl j .- , Butlir pr. Pfmid , !i^ 4s ''°"i « 4 50 Graupcu pr. Maß . ! - ' Gerste „ ii 50 Eier pr, Stiicl . . - 2j Hafer .. 2 — Milch pr. Maß . - I<> Haldfrucht „ - - ^! R »dsleisch pr. Pfd. - 19 Heideu „ 2 50 Kalbfleisch „ ..... .^ Hnsc „ 3 — '9chn'eiülfleisch „ ^ Üi ftufurutz „ 4 — Schöpslüfllisch „ - l6 lildäpsrl „ 1 «si Hillüidrl pr, Stiick — 2'' ^lllscn „ — — ^ Taubr« „ — Ili Erbsen ,. — — ! Heu pr. Zruturr . — ^ ^'sul'-'t „ U 84 Stroh „ . - ^ Nüidl'lls» 7^^ Schwriücschlualz „ — 44 ^ — wi-ichi'S. „ 4 8<1 Sp»cl, fr,sch, „ — 86' Wciu, rother, pr.Cu.n — -^ Specl, nrrauchert, Pfd. — — I , wriszer ,. .!-^-—— beule.- E,st,'S Des'lit des H.'rn, S t u li e l. uom Th'at" ;>« >M!« Act (?,',» lii'^' hi>l;cl,c„ zwische» zwri^- «el«. Die schijne ^nlätl)r' Operette. äj'k^I N' « ' i, W i 6 li Mg. 32Z l„ '— 2V wiud'M Schlier 7 j 2 .. iii. I .i22.,V - 0 0 wiuostill Schuie «^t ,10 .. Ab. , :>2l «u - 2 3^wi„dslill Schuee ,^" 6 U Mg. 320„» ' '-'2.. wiudslill Schnee "- »'' s r „ ^i. 319.?« i - l.« willdslill ' Schnee >^,,,. l"„ Ab. 319.,« j-l.^ windstill j Schnee I""' Au lieidru Tage,, Schuecfall mit neriugrn lluttrdrechiMssl'" Schueedrck!,' l^,, Fusz mächtig. Das vorss^irigc Taq^iüil!^ t"'' Wa.me - 1 7°, oa« gestrige - 1-9°, kcioe um i>?° u»!>r dlM Äiaririalf, >ijcrllul>oortlicher Ä^dactcul: III"«?. 0, K ! c l u m n Y r- >> Höchst beachteuswerth ^ sijr alle dicjcnigeu, welche genci^t siüd, auf line solide u„d Erfolg uersprrcheude Wcise dem Äliicle die Hand zu lnettü, ^ !> ist die im heuügcn Blatte erschienen.' Ai.uonc,' des Hansel > IBoUeiiwicNi'i* «fc l'o. in Bl»in»»¦¦¦•«•• ^NslpN^^sll'stzi' ^'^ilu, «'». Decemlicr^ ^ie HaltiMli der heutigen Börse corrcspondirte der gestrige». Die Oejchäftöulüusj >uar noch etmaö grüner, der Nilchzaug oder, richtia,^ gefagl, das ^l>T^l«lUltlU)i. Iiachlasseu der hohen ^pcnmuug, welche deu Lmseu iu Ichtcr Zeit gegeben worden roar, etwas empfindlicher als gestern, doch imnier noch so'mäßig, daß die ÄÜrse als ciüt leidlich gute bezeichnet werden taun. Einige wenige Effecten haben sugar Reprisen auszuweisen, «ötaalsfondS behaupteten ihren Lurs. 4. 'Allgemeine GtaatSschul». Für 100 st. <3ell, ir'«?,> Einheitliche ZtaalSschulo zu 5 p^t.: in Noten oerzinsl. Mai-November 56 20 56 35 « „ „ Frbruar-Augusl 56 20 56.35 „ Silber „ Jänner-Juli , 65 70 65.80 „' Apr,l-Oclober. 65.50 65.60 Qteueranlchtn rückzahlbar (i) ^-.— —.— l'o!,e v.J. 1«39 .... 239.-240.— „ ^ 1854 (4»/,) z„ 250 t!. —.- —.-. ^ « 1860 ,u 500 fl. . . 92.50 92.75 « « I860 zu 100 fl. . . 104 50 105.— .. « 1804 zu 100 fl. . 113,50 113.75 5>lalll««Dllmänm.'Pflludbriesc iu 120 fl. 0 W. in Silber . . 119 75 120,25 ». Wrund.ntlastunas-Obligationen. Fur 100 ft. ^.^hmeu .... zu hpT» 94- «)5- ^a!,zien .... „5 7^25 ?2'?5 «leder-Oesterreich. . „5. 96- 97^ Ober-Oesterrelch . . ^ 5 ,^ 95 ^ ^'^ Slcbenblirgen ... „ 5 „ 7495 7475 S'.'. . . 8x5.. 890. ssranco-üsterr. Banl . . . . 95.- 95.50 (Äeneralbanl.......6450 85 — Haudelebanl.......106.25 106 75 ^iationalbanl......729 — 731.— Niederländische Vanl . . . .225— 22525 '.'zereiuSbaut.......89.— 90. - ^erlehrsbaut.......130. - 131.— llD. Actien von Transportuilterneh, MUNgen. Geld Waare Alföld-Fiumaner Bahn . . . 16^,75 169.- Äühm. Wcsibahn.....242—243 — Carl-Ludwig-Bahn.....242.75 243.- Donau-Dampfschiffs. Gescllsch. . 541 — 543. ^ Slisabcth-Westbahu.....21.5.25 215.75 Ülisabeth-Wesibahn (Linz - Vud- weiser Strecke).....182.50 183.50 sscrdii^nds-Nordbahn . . . .2055 2065.— l ijunfl'rchn,«Parcse««,hn Ibi».— 160 — lkr<,'^,'M,»hl!<«aks! . . .186—189 — Lembtra.-2,eru.«Iassyer-Äah?i . 191.75 192 25 l.'lot,t>. osterr........820.— 322 — Omnilm«........ —. - -.- Rudolfs-Bahu......16150 162 5» Siebenbllrger Vehn . . . . 164 50 165.50 Staatsbahu.......383 — 385.— Sltdbahu . ......179.50 1?I» 70 ! Slld'nordd Verbind. Vahu . 168.— 169.— ^ Theiß'Vahu.......2 10) fl. ü. W. Geld Waare ^lls.-Nestb. iu S. verz. (I. Emifs.) 93 25 93 75 Fcrbiuands'Norob. in Sill, ncrz. 104.50 105. Ifmnz-Ioscphs'Vahn .... 9680 94.-'ö.!3l,^!.i r.! w U. i. G. -er, > <3m. 101 50 102 - - Siebend. Bahn in Silber verz. . 87.^ 87/'^ Staalsb. G. 3"/« 6 .^00 Fr. „!. <5m. 135, ^ 136.-^ Sildb. G. 3^/« i> 500 Frc. ,. . .11150 11'"" Sildb.-G. i 2< 0 st. z. 5"/, fllr 100 st. 88.75 «9 l" Sltdb.Vnns 6°^, ^8?"-' ?<) i.500Frcs......-.- ''^ Ung. Ostbahn......85.25 "5" «. -" London. fiN. 10 Pfund Sterling !23.1<) >^" Pari«, sii, 100 Francü . . . —.— -'" <.".'>,::^.' i^c Ke.'l.'fl'rt,':! Gold W^' tt. M,ln^