UiL,amtraliov,pretst Für Laibach: »«ijichrig . . . « fl. « kr. ^lbj«hrjg . . . i . «> , ditrkljiih^g. . . » . i» . M—mq . . Laibache Mit der Post: O-otzi-rt, . . . il II. - Ir. »«jichrig . . . » . ö» , *i«klj!chrig. . > 2 . 7L. Xk s-fiellimg i»r Hau» »ieit-r-tShriz ri kr.< «ruatlich » kr. Urq,I«r Kammern « kr. Tagbl Nr-oirli«»- Lahnhvlgafie Nr. lS2. «rprdili«» »«> Äusnatra-S»rka>>: «-ngr-hplatz Nr. «I kBuchhandl,:», von S «.Kleinmavr L ff. Vomier,!. Züserliourprttsc: Kür die einspaltige PeritzeUe S kr. b«i zweimaliger Einschaltung L 5 kr. dreimal L 7 kr. Slllkrriru§stcm»cl icde-mal A> kr. Bei gröberen Inseraten >:nd öfter« Sinlchalning entlprechknder Raratk. «nonime Mittheiluugen werden nicht berückfichügt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 28. Montag, 5. Februar 1872. — Morgen: Dorothea. 5. Jahrgang. Bismarck gegen die Klerikalen. Kaum ist das Kampfgetöse in der baierischen Abgeordnetenkamlner verhallt, so hören wir von einem neuen Streite, den die unverbesserlichen Ultramontanen im preußischen Abgeordnetenhaus! bei den Haaren herbeigezogen. Am 30. Jänner bei Gelegenheit der Debatte über die Erfordernisse des Kultusministeriums erhoben sich zwei Redner der katholischen Zentrnmspartei, die Herren Mallinkrodt und Windthorst, und beschwerten sich über die Auslösung der katholischen Abtheilung im Kultusministerium; sie sprühten Feuer und Flammen über verletzte Gleichberechtigung der Kulte und gingen schließlich zu den üblichen Drohungen über. Dr. Falk, der neue Kultusminister, trat ihnen energisch entgegen, betonte seine Vergangenheit als Mitglied des Justizministeriums und wie ihn die dortige zehnjährige Wirksamkeit stark machen werde, das Recht des Staates zn schützen bei aller Ge» rechtigkeit gegen die einzelnen Bekenntnisse, wie er eben kein evangelischer Kultusminister, sondern auch Minister des katholischen Kultus sein werde, und wie in seiner Berufung allerdings ein Anfang zu erblicken sei bezüglich der angestrebten Abzweigung der Kirchenangelegenheiten vom Kultus- an das Jnstizministcrinm. Er werde sich nni die katholischen Anfeindungen wenig kümmern, die er schon hätte erfahren müssen, ehe er Minister geworden, indem man gemeint habe, er werde es wie Lutz in Baiern treiben, aber nur geschickter aufzufassen wissen wie dieser. Noch einmal nahm Windthorst aus Meppen, weiland hannoveranifcher Justizminister, das Wort und verlangte sogar, cs solle ein katho lisches Mitglied im Staatsministerium sitzen; da trat plötzlich Bismarck in den Saal. Man hatte zwar der Sitzung mit großem Interesse entgegengesehen, aber nicht erwartet, daß Bismarck mit den Klerikalen ein Hühnchen rupfen werde. Den Herausforderungen Windthorst's gegenüber vermochte er nicht passiv zu verbleiben und so nahm er unvorbereitet zu einstündiger Rede das Wort und brachte es zn einer scharfen Auseinandersetzung mit der Jesuitenpartei. Der Reichskanzler sprach diesmal als preußischer Ministerpräsident, und aus seiner Rede ist die ungeheure Tragweite des Rücktrittes des bisherigen muckerischen Kultusministers von Mühler erst ersichtlich. In dieser Beziehung da-tirt von der Rede BiSmarck's eine neue Aera im preußischen Staate; alle Zweifel über die Richtung, die man den Ultramontanen gegenüber einzufchlagen Willens ist, sind damit völlig niedergeschlagen. Fürst Bismarck sagte unter anderem: „ES wurde darauf hingewiesen, daß ich keinen Amtsgenossen katholischen Bekenntnisses im Ministerium habe. Ich bebaue« das lebhaft; indessen wir bedürfen in dem Ministerium einer Majorität, welche bereit ist, die von der Regierung eingeschlagene Richtung entschieden zu unterstützen. Glaubt der Herr Vorredner, daß wir dies von einem Mit-gliede seiner Fraktion erwarten dürfe» ? (Heiterkeit.) Trotz des lockern Zusammenhanges der verschiedenen Ressorts ist eine gewisse Gleichförmigkeit des Ministeriums nicht zu entbehren, für die mir die Mitglieder des Zentrum« wenig Bürgschaften zu bieten scheinen. Das Bestehen dieser konfessionellen Fraktion auf politischem Boden ist schon an sich eine der ungeheuerlichsten Erscheinungen. Sie üben dadurch auf alle katholischen Mitglieder einen Zwang aus, der Partei beizutreten, wenn sie sich nicht Anfeindungen aussetzen wollen, und machen die Religion zum Gegenstände einer Diskussion der Rednerbühne. (Beifall.) Ich habe den Grundsatz, jeder Konfession vollkommen freie Bewegung zu gestatten, ohne es deshalb für nothwendig zu halten, daß dieselben ziffermäßig nach Maßgabe ihrer Starke in der Bevölkerung in allen Staatsämtern vertreten sind. Ich kenne das Verhältniß gar nicht und ich will es auch gar nicht wissen; das aber gebe ich Ihnen zu bedenken, daß denselben Anspruch wie die Katholiken jede andere Religions-Gemeinschaft zu erheben berechtigt ist, die Lutheraner wie die Reformirteu und die Juden — und ich habe gefunden, daß gerade die letztem sich durch besondere Intelligenz und Befähigung für staatSmännische Wirksamkeit auszeichnen. (Große Heiterkeit.) Als ich aus Frankreich zurückkehrte, um mich den iuuern Aufgaben des Staates zuzuwenden, trat mir die neugebildete Fraktion des Zentrums in einer Weise gegenüber, daß ich darin nur die Mobilmachung der Parteien gegen den Staat erblicken konnte. (Beifall.) Ich wurde in dieser Anschauung nicht erschüttert, als ich sah, daß an ihrer Spitze das streitbare Mitglied stehe» dessen Worte Sie so eben vernommen, ein Mitglied» welches aus Gründen, welche ich achte, sich von vornherein dem preußischen Staatsorganismus wenig geneigt zeigte und von welchem es mir noch jetzt zweifelhaft erscheint, ob die Neubildung des Reiches, sei es in dieser oder jener Gestalt, seinen Wünschen entspricht .... Ich hatte gehofft, die Regierung würde eine Stütze finden an einer kirchlichen Partei, die dem Kaiser gäbe, was des Kaisers ist; statt -V, Feuilleton. Eugenie und Persigny. „I^n, pg.uvi'6 t'emmv! Llls ll'a qno tiois 10-dtzi-!- so klagte mir im Herbst eine Dame ans ChiSlehurst, die mit der exkaiserlichen Familie in engem Zusammenhang steht. Es lies damals nämlich zum ersten male die Nachricht durch die Zeitungen, Eugenie sei gezwungen gewesen, ihren Diamantschmuck zu verkaufen, die Familie Napoleon lebe in den dürftigsten Umständen, so dürftig, daß man für sie eine Kollekte hätte veranstalten mögen. Dann, einige Monate später, «rzählte in Paris einer der napvleonischen Schildträger wiederum von den ^aurigen Umständen dieser Familie und wiederum "tf das durch alle Zeitungen. Und endlich jetzt vor kurzem kam die Nachricht, der gute Kaiser habe Änderte und Taufende von Millionen in den eng-' Mi, und amerikanischen Banken, und die gute "Ncnie habe ihre Diamanten allerdings verkauft, "er nur, ^,kil dieselben so groß wie Taubeneier, ">Io, daß n>a» sic ohne eine Krone aus dem Haupte ^cht tragen könne. Und mit der Kronc finden sich I'l auch die Diamanten wieder, s rrneuten öffentlichen ArmnthSzeugnifse IvUten offenbar nichts anderes bezwecken, als was «apvleon überhaupt mit seiner Politik des Abwar- tens im Auge hat. Er kennt die Gedankenlosigkeit, das kurze Gedächtniß der Zeitungspresse, und die französische dokumentirte ihm diese, denn meines Wissens erinnerte sich kein Pariser Journal der Mittheilungen, welche es selbst vor etwa zehn Jahren gebracht, als man wiederholt und immer wiederholt von den Millionen las, welche Napoleon in England, namentlich aber in Amerika in Sicherheit gebracht. Die Zeitungen vergaßen ihre eigenen Nachrichten in dem Maße, daß auch sie zum großen Theile die Mär von Napoleons Armuth doim title regi-strikten — vielleicht absichtlich, um das Volk nicht zu beunruhigen. Denn, wenn die französische Nation erfuhr: Napoleon hat Geld wie Heu! so sah sie ihn tagtäglich mit einein Geschwader bei Bou-logne landen, so verbreitete sich täglich die Nachricht von Kaseruen-Pronunziationen, so sah man in jedem, der mit dem Journal „l'Ordre" über die Boulevards ging, einen Bonapartisten, der die Tasche voll von Napoleons habe, also einen beneidenswerthen Menschen, denn Paris ist arm, und wenus noch lange so fort geht, wird Paris das Geld nehmen, woher und von wem es auch sei! Arme Leute sind arme Teufel in einer Zeit, wo jeder nur an die Börse zu gehen braucht, uni mit einer Tasche voll Geld nach Hause zu komme». Arme Kronprätendenten sind nicht gefährlich, den» wie dir Erfahrung lehrt, wird man i» Frankreich selbst zum Präsidenten nur durch Geld gewählt, und niemand wird einen Staatsstreich ohne Geld zu unternehme» wageu. In Napoleons Interesse liegt es offenbar, nicht für einen Milliardär gelte» zu wollen, wo er die ganze Nation verarmt weiß ; eine Wiedererwerbung von Sympathien ist ja bei dem großen Unglück des Landes nur möglich durch eine wenigstens scheinbare Gleichheit des Schicksals. Die exkaiserliche Familie in ChiSlehurst muß also arm bleiben, wie es die ganze Nation ist, denn zu dein Borwurf, das Land ins Elend gestürzt zu haben (obgleich das die Schuld der Nation eben so gut war), darf sie nicht noch den Vorwurf aufkom-men lassen, das Land ausgesogen zu haben. Napoleons Pose in ChiSlehurst ist eine sehr geschickte, denn er spart Millionen durch Kapitalisirung. Während mau in Paris die letzten Sous zusammenscharrt, um sie an Bismarck zu zahlen, häufen sich die Zinsen in ChiSlehurst; während Paris vor dem Bankerott steht, häufen sich die Kapitalien des Verbannten, ohne daß auch er vorläufig mehr Hoff" Iimigc» hätte als die junge Republik, denn anch ihm fehlen die Männer, und er selbst ist keiner mehr seit Sedan. Wohl könnte er sich sagen: die Geuerale, die mir heimlich treu geblieben, würden mit den Franzosen noch fertig werden, wenn sie auch vor de» Deutschen unterlagen, aber der Name Napoleon ha! seinen Glanz verloren; er konnte einmal blen- dessen mußte ich mit Betrübniß hören, daß in den Wahlreden, in den Preßerzeugnissen, die zum Zwecke der Wahlen verbreitet wurden, etwaige Jrrthümer und Fehler der Regierung im grellsten Lichte dar-gestellt wurden, während das Gute mit keiner Silbe Erwähnung fand . . . Die Ernennung des neuen Kultusministers hat dem Borredner Veranlassung gegeben, über Verletzung der Gleichberechtigung zu klagen. Ein solcher Vorwurf konnte zur Zeit des absoluten Regimentes vielleicht begründet sein, heute, wo wir eine Verfassung habeu, ist er ein Unding; wollen Sie die Wahl der Rathgeber der Krone von der Konfession abhängig machen, so hört die Verantwortlichkeit derselben auf. Es wurde ferner über die Aufhebung der katholischen Abtheilung im Kultusministerium geklagt. Diese Behörde hatte mit der Zeit einen Charakter angenommen, da^ sie auf mich den Eindruck machte, als vertrete sie nur die Rechte der Kirche gegen den Staat. Ich hatte deshalb schon früher dem Kaiser vorgeschlagen, statt derselben lieber einen päpstlichen Nuntius am hiesigen Hofe beglaubigen zu lassen, dem gegenüber wir wenigstens eine klare Stellung hätten und der uns ohne zwischenliegende Strahlenbrechung über die Bedürfnisse und Forderungen der Kirche in Kenntniß setzte . . . Auch der katholischen Presse, welche systematisch gegen das Reich wühlt, gab Bismarck den richtigen Namen, den sie verdient, den der franzosenfreundlichen R h ein b u n d spr e s s e. Der Titel ist wohlverdient, sie kann schwerlich Anspruch auf eine» glimpflicheren erheben. Die klerikale Presse ist eben überall dieselbe. Wie sie Oesterreich für den überflüssigsten Staat der Welt erklärt, wenn es nicht mehr den Schlüsselsoldaten und Büttel Roms abgibt, wie sie sich bei uns mit den ärgsten Reichs-feinden, den Czechen und übrigen Nationalen verbündet, so feindet sie den bestehenden RechtSzustaud in Deutschland an, und entblödet sich nicht, die Hoffnung zu nähren auf die Zerstörung des Reiches durch fremde Waffengewalt. Franzosen und Russen, rothe Republikaner und andere staatsfeindliche Fraktionen sind ihr gleich willkommene Bundesgenossen. Darum ist die jüngste Rede Bismarcks auch eine unumwundene Kriegserklärung gegen dies hochverräterische Treiben und wird dem entsprechend von der Partei gewürdigt, und schon wird von einer neuen Allianz der ZentrnmSsraklion im preußischen Abgeordnetenhause berichtet, nämlich mit dem ebenso schroffen Gegner des modernen Staatslebens, dem altprotestantischen Muckerthum. ES gibt ebeu der Berührungspunkte gar mannigfache zwischen dem orthodoxen Lutherthume und dem infallibiliftischen den, würde aber diesmal versagen. Der Ex-Kaiser ist zu alt, der Ex-Pnuz zu jung, und so bleibt denn nichts übrig, als die Zinsen zu sammeln nnd den Sohn künftig an der Küste des verarmten Frankreichs mit einem Sack voll Geld landen zu lasse», der vielleicht wirksamer, als es eiust der Adler gewesen. Zudem ist es auch uothweudig, die Schildträger des neuen NapoleoniömuS in der gegenwärtigen Generation zu suchen, sie in derselben durch Geld zu erziehen, denn die alten sind verbraucht uud abgestumpft. Mit Persigny giug der letzte wirkliche bonapartistische Faiseur dahin, und mau darf überzeugt sein, daß selbst Eugenie seinen Tod betrauert hat, Eugenie, deren Todfeind er derart gewesen, daß wohl niemals eine wirkliche Versöhnung zwischen diesen beiden zu Stande gekommen sein mag. Persigny mit all seinen Schwächen, all seinem Leichtsinn, seinem moralischen Unwerth hatte doch ein Verdienst, das Napoleon vielleicht würdige» mag, wenn er sich heute der Rathschläge seines Busenfreundes erinnert — und seine eigene Lage, das Schickjal Frankreichs zwingt ihm wohl diese Erinnerung aus. Wie leicht Pcrsigny's Charakter auch wog, und wie sehr er sich selbst alles verzieh, wie sinnlos sein Privatleben auch gewesen sein mag, — so wahr es ist, daß Eugenie von ihrer Thronbesteigung ab einen- verhängnißvollcn Einfluß auf Napo- Römerthum. Aber so wenig die Römlinge durch das Ausgebot aller ihrer Kräfte die weltliche Gewalt des Papstes wiederherzustellen vermögen, ebensowenig werden sie durch das Heranziehen der wenigen altersschwachen Mucker den gewaltigen Neubau des deutschen Reiches zu erschüttern oder zu gefährden vermögen. Politische Rundschau. Laibach, 5. Februar. Inland. Da eiuige ^age nur die Ausschüsse des Abgeordnetenhauses tagten, snchte» föderalistische Hetzer die politische Stille durch allerlei Allarmgerüchte und Windbeuteleien zu stören, cs nützt ihnen jedoch nichts — es glaubt ihnen eben niemand. Was den polnischen Ausgleich aubelangt, mag als bcmer-keuswerther Umstand könstatirt werden, daß man in Galizien, abgesehen von den Rnthenen, über das, was man anstrebt, nichts weniger denn einig ist. Während „Czas" die Ansicht ausspricht, die Resolution sei kein Dogma, sie sei blos ein Antrag des galizischen Landtages, worüber Verhandlungen und Vereinbarungen zulässig seien, ist nun „Dzienik polski" weit schroffer und behauptet, daß das ganze Land hinter allen Forderungen der Resolution stehe. Im Finanzausschüsse entspann sich gelegentlich der Berathuug des Budgetkapitels: „Minislerrath" eine lebhafte Diskussion darüber, ob die im Staats-voranschlage eingestellten Akiivitätsbezüge für einen dermalen noch nicht cruanuten zweiten Minister ohne Portefeuille bewilligt werden sollen. Der Referent beantragte die Streichung derselben, um — da mit dem zweiten Minister wohl ein galizischer Minister gemeint sei, die galizische Angelegenheit aber weder vom Subkomitee noch vom Hause entschieden sei -— dem Beschlüsse des Hauses nicht vorzugreifen. Der Ministerpräsident wies auf eiu kaiserliches Handschreiben hin, welches einen Minister an Stelle Grocholöli'S vorzuschlagen befiehlt, tzr betont, daß die Er»e»»ung von Ministern ci» unbestreitbares Recht der Krone sei, das, welches Schicksal die galizische Frage anch haben möge, ausrechr bleibe, uud bittet schließlich um die Bewilligung der fraglichen Post, weiche anch vom Ausschüsse mit einem kleineren Abstriche genehmigt wird. Ans Böhmen werden neuerlich wieder etliche interessante Dinge gemeldet. Aus dem Bureau des LaudesgerichtüratheS Ratzenbeck iu Prag wurde die Preßgerichtsklage gegen ein Czechenblatt mit sämmt-lichen beiliegenden Akten gestohlen, ohne daß es bisher gelungen wäre, de» Thäter zu eruireu. Auch der Laudesauöschuß sucht durch neue Renitenzen von leon und dnrch ihn ans das Land üble, eben so wahr ist es, daß Persigny alles ansgebote» hat, die Nation vor dieser Kaiserin, vor einer koketten Ignorant!» zu bewahre», die wohl iu Madrid auf dem Prado als Schönheit, i» de» Stiergefechte» als „Direk-toriu" glanzen, die Verehrerin der Torreros, der Stierfechter Montes und Chiclanero sein und den jnngen Graudeu Andalusiens die Köpfe verdrehen konnte, aber- nimmermehr die Beherrscherin einer so leicht hinznreißenden Nation, wie die französische, werden durfte. Persigny war Abenteuerer wie VouiS Napoleon. Als spekulativer Aventurier wußte er sich in Areueu-berg an ihn zu heften — wie, das ist bekannt. Ich komme nicht daraus zurück, obgleich über die erste Bekanntschaft dieser beiden Männer uud die Dienste, welche Herr Fialin dem abenteuernden Priuzeu leistete, namentlich über die Pläne uud Anschläge auf den französische» Thro», a» de»e» er den größeren Antheil halte, noch viel zn erzählen wäre. Persigny war von da ab der treue, uneutbehr-liche Begleiter des Priuzeu, der Hanplaklenr der kühne» Streiche i» Slraßburg und Boulogne nnd der Rathgeber des Präsidenten Louis Napoleon Boua-parte. Napoleon wußte diese Dienste als Kaiser zu belohnen, deun Pcrsigny's Schulden kostete» seiner Schatulle enorme Summen. Pcrsigny's intimes ! sich reden zn machen. Er resnsirte das Gesuch der Bezirksschulräthe vou Czaslau, Pardubitz, Tabor, Gabel, Münchengrätz und Karolinenthal um Anweisung der Schulbeiträge für 1872 mit der Mo-tivirniig, „daß der Landesausschuß auf Schnlauslagen insolange keine Beiträge und Vorschüsse anweisen kann, bevor nicht die Schnlsrage im Sinne der vom hohen Landtage gefaßten Resolution entschieden sein wird. Nur so sortgesahren! diese sittlichen Mittel müssen zum Ziele führe». In Agra m trägt mau sich bezüglich des Ausgleiches mit guten Hoffnungen. Ein Telegramm von dort versichert, der Ausgleich sei als tg,it g,66om-l^li zu betrachten uud werde seine Krönung in der Ernennung Mazurauic' zum Minister finden. — Wir möchten indessen zur Vorsicht bezüglich solcher Gerüchte mahaen, es hieß in der letzten Zeit gar oft, der Ausgleich fei gelungen, und ebenso oft stellte sich hinterher der hinkende Bote mit dem Dementi ein. Anstand. Die deutschen Blätter sind voll von Betrachtungen über die letzten Sitzungen des preußischen Abgeordnetenhauses, in denen Fürst Bismarck uud Dr. Falk den Jesuiten so hübsche Schlachten geliefert haben. Man ist mit de» unumwundenen Kundgebungen des Ministerpräsidenten und den programmatischen Andeutungen des Kultusmini-sters vollkommen zufrieden und erwartet nur noch von dem letzteren eine weitere Ausfüllung des Rahmens. Sehr hübsch sagt die „Breslauer Ztg.": „Unser Abgeordnetenhaus ist zum Konzil geworden: Rom und Deutschland stehen einander gegenüber. Glücklicherweise jedoch sind die Vertreter Deutschlands nicht dentsche Bischöfe, die nach einer Opposition, von welcher man zu glauben versucht war, sic werde die Erde aus ihren Angeln hebe», sich gehorsamst unterwerfe» und eifrigst verfolgen, was sie soeben als Recht und Wahrheit verkündet habe», sondern es sind Männer der dentschen Staatsidee und der deutschen Wissenschaft, die dem deutsche« Gedaukeu über römische Anmaßung und Herrschsucht den Sieg verschaffe». Bismarck und Birchow begegnen sich hier auf demselben Wege; mit Ausnahme des ultramontane» Zentrums stcheu in diesem Kampse alle Parteien zusammeu ein, was an deutscher Ehre in Rom verloren ging, hier wieder zu retten." Dieser Kampf zwischen Rom uud Deutschland wird sich in der gegenwärtigen Session de» Abgeordnetenhauses noch einige male wiederholen; besonders wird es die Debatte über das Schulauf-sichtSgesetz sein, bei welcher die preußische Regierung und die liberalen Parteien des Hauses einen heftigen Strauß mit deu verbündeten evangelischen und katholische» Infallibilisten zu kämpfen haben werden. Frenndschaflsbündniß mit dem Kaiser bestand jede Probe, nur die eine nicht. Persigny kannte, wie jeder am französischen Hose, die Antezedentien des schönen Fräuleins Mon-tijo, der in ihrer Heimat als blonde Spezialität viel, aber sehr leicht gefeierten Gräfin Theba, und sah mit Beforgniß die Leidenschaft Napoleons, als dieselbe in Paris debutirle. Ich kenne die Schmähschrifte« nicht, welche während des Krieges nach dem Sturze Napoleons über die Kaiserin erschienen. Von Spanien an« erzählte ich einmal mancherlei von ihren dortigen Abenteuern. Dieselben mögen vergessen sein, es sei mir daher gestattet, darauf zurückzukammen, weil sie damals am Pariser Hofe ebenfalls sehr stark kol-portirt wurden. Einer der Hauptgründe, welche auch- Persigny seinem gekrönten Frennde immer wieder ins Gedächtnis; rief, war die iu Spanie» ziemlich verbreitete Annahme, die schöne Eugenie sei nicht einmal legitimer Geburt. Graf Thcba, hieß eS, habe bei ihrer Geburt schon läiiger als ein Jahr mit^seiner Gattin im Scheidungsprozeß gelegen. Anch in Cadiz, den» Schauplatz dieses Prozesses, ward dies vielfach be" hauptet. (Schlup folgt.) Zwischen diesen Parteien ist nämlich eine Verschmelzung entweder bereits fertig, oder sie wird es nächstens sein. Der protestantische Hauptmucker von Gerlach, der einstige Rundschauer der „Kreuzzeituiig", hat den Jesuiten in Berlin einen Besuch abgestattet, und es wurden bei dieser Gelegenheit zwischen ihm und einigen Römlingen Licbesbetheuerungen ousgetauscht. Von großer Bedeutung ist jedoch diese neue „Fusion" nicht; es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die liberalen Parteien den Sieg davontragen werden. Ein Leitartikel der „Nordd. Allg. Ztg." weist nach, daß der Ultramontanismus den Frieden des neuen Reiches gestört und den Kamps gegen die Regierung angefangen habe zu einer Zeit, als eingestandenermaßen die Regierung mit der römischen Kirche ungetrübte Eintracht bewahrt hatte. Nicht das Christenthum und die katholische Kirche seien bedroht. Der Staat werde aus dem Kampfe mit voller Hoheit hervorgehen, als Hort der Gerechtigkeit auch gegenüber seinen treuen katholischen Untertanen, aber jeden nltramontanen Eingriff in das Staatsrccht unmöglich machen. Die „Nat. Ztg." schreibt: „Vergessend der übermäßigen Nachgiebigkeit, welche der preußische Staat Jahrzehule hindurch der katholischen Kirche erwiesen hatte, that man auf klerikaler Seite, als wäre das Leben in Preußen für die heilige katholische Kirche unerträglich, und gelte es, den Glauben der Väter durch festes Zusammenhalten gegen den Staat zu vertheidigen. Als unser Heer noch im Felde stand, als in Deutschland an die Bekämpfung der Infallibilisten nicht entfernt noch gedacht wurde, da setzte der Klerus zu den politischen Parlamenten kirchliche Wahlen in Szene mit größerem Nachdruck als je zuvor. Alle jene der Masse des Volkes gemachten Vorspiegelungen, daß die katholische Kirche in Gefahr sei, sind Lüge, nichts als Lüge. Von dem katholischen Klerus ist die Herrschsucht, ist die Verfolgungssucht ausgegangen, und er droht, nnser -Volks- und Staatsleben auf das tiefste zu vergiften und zn verderben, wenn ihm nicht Einhalt geboten und ein reeller Widerstand entgegengesetzt wird." Alle Berichte anö Rom stimme» darin überein, daß zwei Umstände wesentlich dazu bcigetrage» haben, die Sympathien Italiens für Oesterreich-Ungarn zu kräftigen, nämlich die vom Grafen Andraffy der klerikalen Deputation ertheilte Antwort einerseits, andererseits die Beschleunigung, mit der der ncner-nannte k. und k. Gesandte Graf Wimpffen feinen Posten in Rom antrat. Erblickt die aufgeklärte öffentliche Meinung in der ersterwähnten Episode unzweideutige Bekräftigung dafür, daß die Poetik des Wiener Kabinets Italien gegenüber nicht '"ehr ins Schwanken gerathen könne, so bietet der Zweite Umstand Stoff zu Parallelen mit der Haltung der französischen Republik, die bekanntlich seit drei Monate» ihren Gesandten vom Hoflager ferne hält, Parallelen, welche, wie kaum erwähnt zu werden braucht, nicht sehr schmeichelhaft sür Herrn Thiers lauten, auf den man übrigens auch im Vatikan nichts weniger denn gut zu sprechen ist. Aus Paris wird der „Times" von ihrem Korrespondenten unterm 30. Jänner telegrafirt: Die französische Regierung hat die Präfekten angewiesen, in der Bewegung zur Beförderung der patriotischen Subskription, die seit einiger Zeit im Werke ist, gar keine Partei zu nehmen. Die Regierung scheint fürchte», daß diese Subskription, welche doch nur em verhältnißmäßig ganz unbedeutendes Ergebniß w vielmehr deu finanziellen Negociationen, M Entlastung des Landes »»vermeidlich > Schwierigkeiten bmiten würde, einen, >>» Madrid wird vom 2. Februar von 7-—"uui dcr Radikalen berichtet, das von die dcrsone» besucht war. Zorrilta unterzog von v !,p^?^sta'S einer strenge» Kritik. — Das die ansgestelUc Programm verlangt der der Todesstrafe, der Sklaverei und Af. ptio», weiter eine Hcrabmnidernng der ^ruiern nnd die Einführung von Gcschworncnge. richten. — Das Manifest des ministeriellen Wahlkomitees wird nächstens erscheinen. Zur Tagesgeschichte. — Zur S ch la ch ten-Sta t i sti k Oesterreichs. Seit der Regierungszeit Kaiser Maximilians I. hat Oesterreich nicht weniger als 182 Schlachten, 239 Treffen, 5119 größere und kleinere bemerkens-werthe Gefechte und 1299 Festungskriege (Bertheidi-gungen und Belagerungen) geschlagen und geführt. Von den 182 Schlachten war Oesterreich in 97 derselben Sieger (also zwölfmal über die Hälfte im Vortheil geblieben). In den 239 Treffen siegte es 115mal und verlor 124 derselben. Von den 5119 Gefechten gewannen die Oesterreicher 2250, und bei den Aktionen, welche den Festungskrieg betreffen, war es 684 mal im Vortheil. Die Gesammtzisfer der Gefechte beträgt 6839, es entfällt somit auf die seit 1594 bis heute verflossenen 277 Jahre beinahe unter 99720 Tagen auf jeden vierzehnten oder fünfzehnten Tag ein Gefecht. Seit dem Jahre 1600 hat Oesterreich überhaupt nur 111 Friedensjahre, dagegen 160 Kriegsjahre gehabt. — Bognmil Dawifon -f. Einer aus Dresden in Wien angelangten telegrafischen Nachricht zufolge ist dort am 2. d. der berühmteste deutsche Schauspieler, Bogumil Dawison, nach längerem Leiden verschieden. — Dawison war zu Warschau am 15. Mai 1818 als Sohn einer armen jüdischen Familie geboren, debutirte, nachdem er die dortige Theaterschule besucht hatte, in seinem 19. Lebensjahre auf dem polnischen Theater in seiner Vaterstadt. In Lemberg wurde er später vom Grafen Skarbek zum Regisseur ernannt und als solcher faßte er, nachdem ihm das Studium der deutschen Literatur eine geistig reichere Welt geöffnet halte, den Entschluß, deutscher Schauspieler zu werden. Am 9. August 1841 trat er zuerst in Bauernfelds Lustspiel: „Das letzte Abenteuer" auf der deutschen Bühne in Lemberg auf. Der Versuch gelang, und durch Louis Schneiders Vermittlung kam er ins Thalia-Theater nach Hamburg. Hier begann sich feine hohe Begabung zu entfalten, als ihm das klassische Repertoire erschlossen wurde. Unter Hol-bein kam er nach Wien ins Burgtheater, wo er am 17. Oktober 1849 zum ersten male auftrat und sofort engagirt wurde; nach einigen Jahren ging er nach Dresden, wo er bis 1864 wirkte. Nach erfolgreichen Gastspielen gab er 1864 sein dortiges Engagement auf und unternahm eine längere Gastspielreise, darunter auch nach Wien, wo er im Theater an der Wien spielte. Bor ungefähr drei Jahren erkrankt, hatte er sich gänzlich von der Bühne zurückgezogen und bis zu seinem Lebensende in Dresden verweilt. — Es ist schwarze Verleumdung, wenn deutsche Blätter sagen, die Franzosen hätten sich die Erfahrungen des letzten Krieges noch nicht zu Nutze gemacht. Eben jetzt erörtert man in Frankreich eine Frage, durch deren günstige Lösung militärische Niederlagen in Zukunft gewiß unmöglich sein werden. Das Organ Gambetta's plaidirt mit warmen Worten dafür, daß der preußische Helm als Kopfbedeckung für die Truppen der französischen Armee eingeführt werde. Wir wissen nicht, ob dieser Vorschlag Aussicht auf Erfolg hat; aber jeder vernünftige Mensch wird die Wichtigkeit desselben einsehen und niemand wird sich der Erkenntniß verschließen, daß ein dringenderer und praktischerer Gedanke zur Reformirung des französischen Heerwesens unmöglich ausgedacht' werde» konnte. — Ueber den Einsturz der Braguebrücke schreibt man dem Pariser „Figaro" folgendes: Eine halbe Stunde von Nizza ist das kleine Dorf Bence-Cagnes; der dahin führende Weg streift die Meeresküste; in der Umgegend sind die Wiesen in Folge des Strom-regenS der letzten acht Tage unter Wasser. Dort ist die Stelle, wo die Eisenbahn - Katastrofe durch einen Brückeneinstnrz statthatte. Zwei Waff rbäche, die Brague und der Lonron, ergießen sich durch die Wiesen; Uber ^ den ersten war die Brücke gespannt. Die Braguebrticke war durch zwei Widerlagen als Brückenköpfe gestützt und gegen das Wasser hin durch Dämme geschützt; zwischen den Widerlagcn war ein aus Mauerwerk..aus-> geführter Pfeiler, welcher den Brückenbau trug; durch das Anschwellen des Wassers war das ganze Land überschwemmt; die Brague, die sich heftig in das Meer stürzt, wurde diesseits der Brücke zurückgestaut, und ihre Fluthen bildeten einen Wirbel zwischen den Brückenköpfen. Um vier Uhr am vorigen DienStaz brachte der von Paris kommende Eilzug den durch die Wasser schon unterwühlten Brückenköpfen die letzte Erschütterung bei; rechts und links drückten sie sich und sanken, und der Mauerpfeiler, der so seinen Stützpunkt verlor, brach in dem Wafferwirbel unter fürchterlichem Getöse zusammen. Das geschah einize Minuten vor dem Eintreffen des Zuges, der von Nizza um sechs Uhr nach Graffe abgeht. Es goß in Strömen. In aller Eile kamen Arbeiter und Beamte von dem Bahnhofe von Antibes und versuchten ihr Möglichstes, um das Unglück zu verhüten. Leider waren die Straßen durch die Überschwemmung unwegsam, die Telegrafenleitung war zerstört, das ganze Land stand drei Schuh hoch unter Wasser. Dem Train ent« gegeneilen war unmöglich; die Arbeiter stellten sich auf den noch aufrechtstehenden Brückenkopf und winkten mit rothen Laternen-Sgnalen ab. Vielleicht wurden diese nicht wahrgenommen, vielleicht hatte sie der Maschinenführer zu spät bemerkt: Thatsache ist, daß er wie auch der Heizer als die ersten Opfer der Kata-strofe todt blieben. Der Train sank mit einem fürch-terlichen Gekrache unter. Er bestand aus dreizehn Waggons; viele davon haben es nur dem Umstande, daß der Schlund schon überfüllt war, zn danken, daß sic verschont blieben. Ungefähr achtundvierzig Passagiere wurden durch den Train befördert, siebzehn Billette waren in Nizza ausgegeben, der Rest kam von Men-tone und Monaco dazu. Vier Reisende blieben sofort todt, sechzehn wurden mehr^ oder weniger verwundet. Auf die erste Meldung machte sich die Garnison von Antibes marschfertig und rettete was zn retten war. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Bestätigung.) Der Handelsminister hak der Wahl des V. C. Snpan zum Präsidenten und des Joh. N. H ora k zum Vizepräsidenten der Handels- und Gewerbekammer zu Laibach für das Jahr 1872 die Bestätigung erlheilt. — (Vertrauensadresse.) Die in Agram weilenden Slovenen, darunter sieben Professoren, sechs Doktoren und sieben Beamte, haben dem gewesenen Landeshauptmann Dr. Razlag für sein mannhaftes Auftreten in der Spitals-Organisirnngsfrage, als es sich um die Entfernung deutscher Aerzte handelte, und Dr. Razlag das Recht der deutschen Doktoren wahrte, wofür die slovenischen Blätter ihn einen Abtrünnigen nannten, eine Vertrauensadresse überreicht, die Dr. Razlag wohl verdient hat. — (Das Unterrichtsministerium) hat von Dr. Bock'S Schrift: „Ueber die Pflege der körperlichen und geistigen Gesundheit der Schulkinder" 3000 Exemplare bestellt, um selbe an Volksschulen und Lehramtskandidaten zu vertheilen. Dagegen hat der Landesschnlrath von Tirol dasselbe Buch wegen „Hinneigung zum Materialismus" verboten. Was der krainer LandeSschulrath thnn wird, steht noch zn erwarten. — (Bürgerkränzchen.) Wie wir ans sicherer Quelle vernehmen, verspricht die Betheiligung am letzten Maskenkränzchen besonders von Masken allenthalben eine außerordentlich großartige zu werden. So weit uns das Programm des Maskenzuges, der beiläufig um 11 Uhr statlfindct, bekannt ist, wird so viel des Pikanten und Amüsanten geboten, daß wir allen Besuchern des letzten, der mit Recht so beliebte» Bürgerkränzchen einen äußerst unterhaltenden Abend in Aussicht stellen können. Diese Behauptung dürfte durch den Umstand, daß unser beliebter Komiker Herr Schlesinger das Arrangement des Zuges, der, wie uns berichtet wird, aus zirka 20 einzelnen, selbständigen Gruppen bestehen wird, übernommen hat, gerechtfertigt sein. — (An den, den 's trifft.) Die Laibach«r Thurmuhren gehen seil mehreren Wochen viel zu früh. Namentlich gingen gestern Mittags jene der Domkirche um 7'/, Minuten und jene der Franziskaner u« noch mehr vor. Da die Aemter, Schulen u. s. w. sich nach dieser Zeitbestimmung richten, werden alle jene Privatuhren, die gut gehen, nahezu unbrauchbar. L» gibt ein Uebel das andere. Um Abhilfe wird daher gebeten. — (Kors o.) Es hat sich ein Komitee gebildet, da» am Faschingsdienstag eine Korsofahrt arrangiren will und sollen, wie uns mitgetheilt wird, schon viele Equipagenbesitzer ihre Betheiligung zugesichert haben. — (Die hiesige Landwirthschasts-gesellschast) wird über Aufforderung Sr. Exzellenz de- Herrn Ackerbauministers v. Chlumetzky in Folge der zahlreichen an das Ackerbauministerium gelangenden Klagen über die Höhe der Salzpreise ihre Ansichten und eventuell bestimmt sormulirte Anträge vorzulegen haben. — (Der Berwaltungsrath der Kronprinz-Rudolfsbahn) hat anläßlich der Konzef-sionS-Ertheilung für die Eifcnbahnstrecke Villach-TarviS zufolge des im Handelsministerium am 16. Oktober 1871 aufgenommenen Protokolls die Verpflichtung übernommen, die Anlage der Stationen auf dieser Bahnstrecke und die Ausrüstung derselben mit Nebengeleisen in jenem Umfange zu bewirken, daß von Billach nach Tarvis und umgekehrt täglich mindestens 15 Züge zu je 70 Achsen verkehren können, da diese Eisenbahnstrecke als Verbindung der in Villach zusam-mentreffenden Bahnen mit der gegen Laibach führenden und seinerzeit bis nach Triest auszubauenden Linie der Kronprinz-Rudolfsbahn einen lebhaften Zugs verkehr in naher Zukunft erwarten läßt. — (Rettungsgebühr.) Die k. k. Landesregierung hat dem Joh. IamZek au« LoHe, des Bezirke» Wippach, für die ninthvolle Rettung von vier Kranken vom Tode des Verbrennens bei dem am 21. November 1871 im Eisenbahnbau.Nothspitale zu Dornegg stattgehabten Brande die gesetzliche Taglia im vierfachen Betrage zuerkannt. — (Zum Benefize des Schauspieler», Herrn Lung.) Unser wohlbekannter Darsteller von komischen Charakter- und,Väterrvllen, Herr Lung, wählt zu seiner morgigen Einnahnie eines der beliebtesten, hier noch nicht gesehenen und auswärts mit großem Beifalle aufgenommenen Stücke, betitelt: „Der Teufel im Frack," Lebensbild mit Gesang, von Rüben. Der talentvolle und überaus strebsame junge Schauspieler verdient in vollem Maße Unterstützung und Ermuthigung von Seite eines geehrten Publikums. — (Der Klagenfurter Gemeinderath für die Locker-Bahn.) In der am 30. v. M. abgehaltenen Sitzung des Klagenfurter GemeinderaiheS meldete Herr G. R. Hillinger, die von der Handelskammer zur Berichterstattung in der Eisenbahnsrage niedergesetzte Kommission sei bereits schlüssig geworden und habe sämmtliche diesbezüglich in der letzten Handelskammersitzung gestellten Anträge fallen gelassen und rheilweise den von ihm (Redner) gestellten akzeptirt, indem sie dessen zweiten Theil modisizirte. Es wird nämlich beantragt werden: l.'die kärnt. Handelskammer solle sich sür den sofortigen Bau der Linie Lack-Servola-Triest aussprechen; 2. bezüglich der Loibl- und See-berglinie behält sich die Kammer vor, Stellung zu nehmen, bis über dieselben solche Daten vorliegen, daß man über Ausführbarkeit und Kostenpunkt ein Urtheil zu fällen in der Lage ist. Diese Daren sich schnellsten« zu verschaffen, wird das Kammerpräsidium ersucht. Ueber die Loibllinie sei der Kammer bereits da, Läu-genprosil vorgelegt worden und eS laste sich au« demselben folgende« ersehen: Am Loibl ist eine Steigung von 1:40, 1:50 und 1.55 auf eine Strecke von 18.800 Klafter vertheilt, wozu noch ein Tunnel von 1600 Klafter Länge kommt. Die projektirte Predilbahn zeigt auf 15.498 Klafter eine Steiguug von 1:40; die Lack-Triester Bahn zeigt auf 6335 Klafter eine Lteigung von 1:40, dann auf 19.000 Klafter von 1:50 und 1:55 und hat auch Gegensteigungen auszuweisen. Eingehender. Laibacher Aushilfslafse-Berkitr. Wir wissen aus ganz verläßlichen Quellen, Laß hiesigen Professionisten. welche ihr Folio beim Vereine haben, nämlich Einzalilcr sind, ja sogar Gnthabnngen in Konto besitzen, ein angefuchter mäßiger Vorschuß von dem allmächtigen Herrn Vorstand dieses Institutes aus dem Grunde verweigert wird, weil der Fond erschöpst ist. Nun gibt es zufälligerweise einige andere Kreditnehmer, welche aus diesem unübertrefflich geleiteten Institute so viel Vorschüsse erhalten, daß deren Gesammtsumme der Höhe des ganzen Vermögens dieses Institutes gleich kommt; für diese Privilegirten hat der Herr Vorstand selten Kasseinangel, mindestens erklärt er dies den hier und da neugierigen Ans-schnßmitgliedern in bestimmtester Weise, was ihn übrigens nicht hindert, den erforderlichen Betrag (welcher oft faktisch nichl vorhanden ist) bei der hiesigen Sparkassa oder Nationalbank-Filiale gegen Wechsel aufzubringen; nun, sür gule Freunde kann man immerhin Ausnahmen machen, denkt sich der Herr Jnstitutsvorstand. UnS wundert, daß den Herren Gewerbslenten noch immer kein Licht über die Beschaffenheit ihres sogenannten Anshilss-kasse-Vereines ansgegangen ist ; das reizendste an der Sache ist, daß sich unter jenen privilegirten Kreditnehmern weder ein Professionist, noch ein Handelsmann befindet und keiner dieser Leute Einzahler, respekt. Bereinsmitglied ist. Durch die Guade des allgewaltigen Herrn Vorstandes genießt oft einer von diesen Herren mehr Kredit als sechs fleißige und pünktlich zahlende Mitglieder ans dem Handwerkerstande Was die Sicherheit der Papiere jener privilegirten Herren betrifft, so schweigen wir darüder lieber und bemerken nur so nebenbei, daß der Verein in seinem Portefeuille Papiere mit der Unterschrift Kubelka besitzt, welche, Effekteu-werth betreffend, mit einem Papier eines jener Herren Privilegirten in eine Rangstufe zu stellen find, das heißt beide Posten kann sich der unergründliche Herr Vorstand in Len Rauchfang schreiben. Ein Laibachcr Äushilfskassc-Vcrrins-Filosos. Witterung. Laibach, 5. Februar. Trübe, Morgens schwacher Schneeanflug, windstill. Temperatur: Morgens 6 Uhr — l,2", Nachmittags 2 Udr 0.9' 0. (1871 -j- 7.3'; 1870 — 2.1°). Baro meter 733.56 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur — 1.4", das gestrige — 0.9", um 0.4" und 0.1" unter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 1.40 Millimeter. Aujjekommeue Fremde. Am 4. Februar. Hora!, Advokat, Sissek. — Zebue, Beamte, Triest. — Kacin, Geistlicher, Dorneg. — Zupancic, Geistlicher, Dorneg. — Mlaker, jZagorje. — Gras Seyfried, Lichtenberg. — Korinek, Ronoo. — Koschir, Wartenberg. — FöLerl, Tirol. Hosmann, Wien. — Blüh, Kansm, Wie». — Schwarz, Kfm., Wien. — Fußbäuder, Kfm., Wien. — Waller, Kfm., Wien. — Geiöeg, St. Peter. Dr. Krüll, k k. Oberfinanzrath, Wien. — Wolf, Kfm., Wien. — Fleischmann, Graz. — Weiß, k. k. Oberstlieutenant, Wien. »»«r. Austerlitz, Wien. AI««,»»»«. Pogacnig, Schriftführer, Wien. Verstorbene. Den 2. Februar. Matthäus Gruden, Arbeiter, alt 55 Jahre, im Zivilspital an Entartung der Unterleibsorgane. Den 3. Februar. Herr Georg Jereb, Sprachlehrer, alt 71 Jabre, im Zivilspital am Zehrfieber. — Peter Pod borsek, Bettler, alt 70 Jahre, im Zivilspital an der Lungeu-lähiuung. Dem Herrn Johann Wercie, Mehlhändler, fein Kind Alois, alt 2 Jahre nnd 7 Monate, in der St. Peters-vorstadt Nr. 7 am Wasserköpfe. Den 4. Februar Lorenz Snstersic, Taglöhner, alt 57 Jahre, im Zivilspital am äußern Brande. Verlosung. »r«r -»» s,». o. Klrt»«a,r » Srd. «amderg m Latdach. (I 8 60 er S t a a t S - L o f e.) Bei der am 1. d. im Beisein der Staatsschulden - Kontrollommifsion des Reichs-ralhe« vorgenommenen 24. Verlosung der Serien der Schuldverschreibungen de« illnsperjeiitigc» Slaaislollcrie-Aiilcheus vom IS. MLrz 1860 per 200.v00.000 fl. ö. W. wurde» nachstehend verzeichnete 70 Serien gezogen, nnd zwar: Nr. 200 l>05 639 1339 1461 1517 I66H 2709 3243 3373 37-,'b 4095» 4412 4465 5426 5484 5592 5696 6223 6317 6677 6683 6770 6962 7178 7669 7868 8454 8966 9051 9301 9621 9777 9646 9858 9960 10114 10115 10462 I0!>82 III10 11206 11165 11577 12005 i:,187 13418 I39I4 I495I 13992 14357 14606 11852 14991 15223 15363 15621 15661 15746 15972 15974 16357 16583 ,6!,85 17465 18672 19247 19393 19636 ,„,d Nr. 19889. Die Verlosung der in den obigen gezogenen 70 Serien enthaltene» 1400 Gewinn-Numniern der Schuldverschreibnugeu wird am I. Mai 1872 vorgenommcn werden. (Sras Gen ois - Lofe.) Bei der am I. d. vor-gel,ommkMil 26 Be>I°su,,g fiel der Haupttreffer mit 30.000 fl. ans Nr. 68438, der zweite Treffer mit 5000 fl. auf Nr 67752 der dritte Treffer mit 2000 fl. auf Nr. 71997, und der vierte Treffer mit 1000 fl. auf 7S47I; - f„„er gewinnen: je 500 fl.: Nr. 22168 und Nr. 39277 - je 250 fl Nr 13413 13777 35100 u»d 79799; — je -00 sl Nr »Mk 16871 17255 46851 63410 nnd 797-19- - je 120 » Nr. I I901 18016 20702 23965 30932 35880 37418 37738 42972 44845 46921 47242 47926 49124 51263 5147>> 55749 57218 64070 65600 69575 77953 78837 und 79820' und endlich gewinnen noch 560 Nummern je 65 fl. L.-Dk' Gedenktafel über die am 7. Februar 1872 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Tekcmcic'fche Real., Birkenthal, BG. Teisenberg. — 1. Feilb., Debelak'sche Real., Travnik, BG. Neifniz. Am 6. Februar. ./ Feilb-'Kocjaneic'fche Real.. Jersanovo, BG. LaaS, — 3. Feilb., L-lanc sche Real., Kozarse, BG. Laas. Lottoziehung vom 3. Februar. Triest: 30 39 40 17 47. Theater. Heute: Die Nachtschwärmer Operette in 1 Akt vo» Nessel. Musik vonZaytz. - Ei„ FaschingH-Louper. Posse in 1 Akt von Berla. Maskenanzüge, elegant und billig, sind Sonntag den II. d. M. von 9 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags in den Parterre lokalitaten der Tchtekstütte zu baben. (63-1) Nomptoir Ulbert Iriicksr befindet sich in der 8WM im LollW'M gW 1. Stock neben dem Theater. LM" Aufträge auf Bettflaumen und Federn werden angenommen. (613—13) Wiener Börse vom 3. Februar i»«c.Rente, ift.Pav. dto. dto. öft.in Eild. i»l« von 1854 . . . Sole von I8«o, aa»,r Soje von ISS», günst. vrLmienIch. ». I8«1 . Steiermark zuSpil. »irnleu, «r-»r ».Lüftenland » . IsiLNl. . z«S , »roar. n. Sla». 5 , Liebesbtkg. , 5 , «attonaldaul . . . Union > Bank . . . treditanflalt . . . t». ,» »,;,.ru-!>..-j »8. 1V». -<105.50 118.50 II^.SO 117.75 I1S.LS »V.—j St.— «s. ,5 ««.-80.30 «1.— «3.50 «4______ 77.50! 7».- S8V. 888 - 304.50 3V5.— 315.8» 34«.— I«I« 1VI5. 357 !-« »Ü8.-7 ü85.-^«7. > »8.- IV,. »«Ü. I»V3. ! 138.75 13».— 2I8.Ü0 zitz rtS.--z49.L0 >>"b. ^"7.50 4o,-rn.—1211.50 183.50 I8L. 183.75 184.-- »0- Sv.«i 88.5« 8». 10«. Il»!.5« «7.-l »7.50 Oest. Hypot-.-B»aI. Sttdb. »«I.,llL00Kr. dto. Bon»«ipLt. ft.e r.»»». Lredtt lvu ft. S. w. Don.-Dampls».-»-! ,« 10« fl. CM. . , Triefter 10« fl. 4M. . dto. «oft. S.w. Osene» . «0 fl. S.w. Salm . , «« » Palst« . . . riarv . . . St.Senoi», 4« Windisqgrä, Waldflein . m «eglevich . »« «lldolftftilt. io«.is. Mon.) «o,»b.l00st.s«dd.W. Franks. 10« fl. , London 10 M. Steri. Pari« I«0 Franc« . »a«. «Üni-Docaien «.Kranc«»üS. . «ereinrthoter . . . Silber . . Geld! Ware !>S.- S5.5« 113.75 IIÜ.2L >30- i3r.— lUS 5V 10«,L» «2.5« S».— 137.- I»«».— 135 — 13«.— S5.-! »L.S» I«,.Ü0 10»-— ! j idy.- IVL.LV' V9.L0 1LV.50 5S.-j Ä!- 3S.- 3L.-! 21.50 14.- 14.L0! I90.S- l»L.60 60^— sr.-. ö-.— 32.— 22.V0> rs.— Iv.— IS.— SÜ.SOl -5.8-S5.S0 -5.4» 113.30 11S.4S 44.10 44.20 5.41 ! 5.45 ».OL I 8.0L 1.6«»l 1.L1* 1I1.7L!l,2 - Telegrafischer Wechselkurs vom ö. Februar, vperz. Reiite vsterr. Papier t-3.-. — üper». «m« tsterr. Silber 71.20. — 1860er Staatöanlehen 101.—. — vonkaktien 861. Areditaktien 311.7». — Londvn N3 10. - Silber III 50. - «. k. Münz-Dukaten ü.39. - Na-voleonöd'o^ 8. Verleger und für die «edaktioo verantwortlich: Ott, mar Bamberg.