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Wir haben schon in unserer letzten Nummer dargethan, dass die windische Himerthürlpolitik durch die gegenwärtige Gestaltung der Lage in Angst und Sorge gerathen find, weil sie fürchtet, das» die panslavistische Solidarität in Oesterreich durch ein« tschechische Katastrophenpolitik einen bedenklichen Ris» erhalten könnte. Sie calculieren, das» die zerrissene slavische Taktik bei der Regierung nicht «ehr mit bisherigem Erfolge imponieren würde »nd dass das windische Geschäft insbesondere nicht «ehr so einträglich fortgeführt werden könnte. So ist zwischen .Narod" und „Politik" «in temperamentvoller „Notenwechsel" entstanden, wobei sich „Narod" zu folgendem elkgischen Ergüsse veranlasst sah: „Wir bleiben aus unserem Standpunkte, dass die Lösung der Sprachensrage sowohl in den nördlichen wie in d«n südlichen Ländern zu erfolgen habe. Wir fordern allen Rechtes von den Ver-tteiern des tschechischen Volke», das» sie unS in diesem schweren Augenblicke jene Solidarität er-«eilen mögen, welche die „Politik" den slovenischen Parteien empfiehlt. E» ist nicht ganz bedeutungslos, wen» «in «influsSrticheS Organ off«n erklärt, r» fei ihm einerlei, ob mit der böhmischen auch die fidslavisch« Frage gelöst werde. Dies« Kühle ist »mso markanter, alS die »Politik- mehr oder «mder das Organ des tschechischen Großgrund, besitze» ist. Und wenn schon der tschechische Groß-grundbesitz in dieser Fragt so kühl d«nkt, dann «üfsen wir unS fragt», wo die Regierung zu finden wäre, die mit der böhmischen auch die südslavische Frage der Lösung zusühren würde." In ähnlicher Weise hat sich der aus unbe-stimmten Gründen rehabilitierte Wortführer der slovenischen „Delegation", Dr. Gregore«, am 2. d. M. in der Debatte über di: Regierung«- Z)as Knopfloch. jjjumorwte von Henry Tu Plesiac. I. Herr Gobertin kam auS dem EsSzimmer und setzte sich am Kaminseuer in einen Lehnstuhl mit der zufriedenen Miene eineS ManneS, der eine gute Mahlzeit eingenommen hat. Um seine Behaglichkeit «ocb zu erhöhen, brachte daS Mädchen eine Taste Kaffee und stellte dieselbe recht bequem auf ein kleine« Tischchen neben ihn. Frau Gobenin nahm au» einem kleinen Liqueurschränkchen eine Flasche feinen Cognac und fragt« mit zärtlich b«sorgt«r Miene: „Nun, Pami. Hat'S Dir geschmeckt?" „Sehr gut, Poulette I Mari« ist wirklich «in« gut« Köchin und Tu bist die best« Frau auf der Welt" Sehr zufriedtn üb«r solch Lob macht« Frau Goberiin sich'» nun ihmstil» auf dem Sosa bequem — die Lehnsiühle waren sür ihre Körpersülle etwa» ungenügtnd — und gab sich einem kl«in«n Schläs» chen hin. Ach ja! E» war »ine glückliche Ehe. Dicht vor der silbernen Hochzeit standen Herr unv Frau Go-bertm und waren noch fo «inig, noch so glücklich »iteinander wi« währ«nd d«r «rsten Tage der Flitterwochen l Nie auch nur der leiseste Schatten von Uneinigkeit! Ueber alle» hatten sie dieselben Ansichten, denselben Geschmack, dieselben Adnei» gungen. Allt» war Harmonie zwischen ihnen, ja erklärung geäußert. Der Grundton auch feiner Wort« ist ein tiefelegischer, mag auch stellenweise eine geradezu ausfallende unfreiwille Komik durch-schlagen. Dr. Gregor«« meinte, die Südslaven feien nicht in der günstigen Lage wie die Polen und Tschechen, welche ihr« Land»mannminist«r haben. „Ueber SO Jahre dauert schon die neue constitutionelle Aera. Biele Ministerien und Minister sind verbraucht worden, aber einen Südslaven suchen wir vergeben» unter denselben." Die 6 Millionen Südslaven, welche in Oesterreich, — Ungar«,--Bosnien und Herzegowina leben, seien für die Gefammt-Monarchie „von entscheidender (?) Wichtigkeit". „Mit Schmerz müssen wir oft sagen, das» wir un» al» F r e m d l i n g e aus eigenem Boden fühlen." Der Kleine von Neukirchen scheint sich also mit dem windischen Vaterland-Correspondenten, den „Narod" in der Person de» Herrn Dr. S ch u st e r-schitz gesunden haben will, einverstanden zu er-kläre», denn da» Vaterland hat ja geschrieben, dass .Cilli für die Slovenen — fremde« Gebiet" sei. Dr. Gregore« calculiert nun weiter: Wenn die Südslaven im Raih« d«r Krön« sitz«n dürsten — die zweiielSohne bereiiS fertige windische Minislerliste wird sicherlich zuerst im .Figaro" u»d viel später erst in der .Wiener Zeitung" veröffentlicht werden — dann wären die Slooenen in Cilli nicht mehr Fremdlinge, wohl aber nach Ferjanüiö die Deutschen, dann wären die Slovencn den .scandalö>en Ueber-griffen der Bureaukratie" nicht mehr ausgesetzt und auch die hohe Regierung würde endlich ersahren, wo die armen, bedrückten Windischen der Schuh drück». Man muss darnach nur annehmen, das» e» den windischen Politikern bisher überhaupt nicht gelungen ist, ihre Wünsche unv Forderungen dem Rathe der Krone mitzutheilen. Dr. Gregore« ist doch ein Schäcker! sogar »hre Eorpulenz war die gleiche und gestattete ihnen Dieselbe Neigung zur Bequemlichkeit, ohne das« d«r «in« dem anderen etwa« vorzuwerfen ge-habt hätte. Herr Goderiin liebte seine Frau; Frau Gobertin gab dem Manne darin nicht« nach und sah sast mit einer gewissen Verehrung zu ihm auf: Die« Gesühl entsprang einer doppelten Ursache: ersten« weil Herr Godertin es verstanden hatte, mit seinem Geschäste .Lederhandel en gros" ein hübsche» Vermögen zu erwerben, wa« ihnen einen sorglosen Leben»abend sicherte, und zweiten» weil er .Epaminonda«" hieß. Eine Frau mus» doch von Achtung und Respect sür den Gatten ersüllt sein, wenn er einen so glorreichen Namen trägt! Da» Glück de» würdigen Paare» schien also vollständig und hätte e» auch sein sollen, und den-noch seufzte Herr Gobertin tief auf. während er feine Zeitung la»; wie ein getreue» Echo kam vom Sofa ein deutliche» Schnarchen von der Gattin. Warum dieser Seulzer de» Herrn Epaminon-da«? Ist e» denn wirklich wahr, das» e» aui Erden kein vollkommen«» Glück gibt, und stehst auch Du, trotz allen Glücke» — wie all« anderen Sterblichen — unirr diesem grausamen Gesetze?! II. Herr Gvbtrtin hatt« in d«r Zeitung die List« derjenigen gelesen, di« bei der Ausstellung der Le» derindustrie einen Orden erhalten hatten. Unier all den Namen war aber EpaminondaS Godertin nicht aufgeführt. In jedem Jahre wiederholte sich Der Schäcker entwarf auch drei reizend^ „Bilderfkizzen" recte Denunciationen der italienischen und deutschen .Jrredenta", welcher gegenüber die Südslaven sich als Retter Oesterreichs erwiesen haben. Wir bewundern di« politisch« Feinheit de« Kleinen von Neukirchen, wenn er sagt: „Die Slooenen in Krain hatten lange Zeit mit der Bureaukratie zu ringen, bis e» ihnen gelang, eine Majorität im Landtage zu gewinnen. Sie errangen sie; sie haben auch die Hauptstadt für sich bekommen, und jetzt amtiert in L a i b a ch ein slowenischer Bürgermeister, dafür gibt e» aber keinen — BiSmarckplatz". Wieso trotz diese» slovenischen Bürgermeister» in Laibach durch russische Sprach-curse für den PanslaviSmuS Schule gemacht und ferner da» Standbild de» österreichischen Patrioten, Anastasiu» Grün, besudelt wird, diese» Räthsel hat der Neukirchner Palentpatriot zu lösen nicht sür nöthig erachtet. So bleibt e» vorläufig noch ein „Räthsel", wa» all,» etwa Herr Iwan Hribar al» VersicherungSminister „im Rathe der Krone" zur Rettung Oesterreich» .arrangieren" würde. Dr. Gregorec steht auf dem Standpunkte, dass die Sprachenfrage nicht etwa vorrest nur in Böhmen und Mähren geregelt werden dürfe, sondern dass in diese Regelung auch alle Länder einbezogen werden sollen, wo slavische Minoritäten „schmachten", so insbesondere Steiermark und Kärnten, wo „die Sach«n für die slovenischen Minoritäten unsäglich traurig und ungünstig stehen" und wo den Slooenen „selbst die genügende Anzahl von Volksschulen in der Muttersprache verweigert wird". Mit Recht that Abgeordneter H a ck e l b e r g dirs« unsinnige Behauptung mit der Einwendung ab: „Aber di« Leute wollen auch deutsch lernen". Dr. Gregorec findet selbst, dass ein allgemeines Sprachenflksetz auch bei den Slaven auf Widerspruch stossen könnte; wohl aber hält er di« Schaffung d«r Schmerz sür Her>n Govemn, denn er war ehrgeizig, und sein sehnlichster Wunich bestand darin, ein sarbige» Bändchen im Knopfloch tragen zu können. Vergebens hatte er sür alle Vol»-bestrebungen große Beträge gezeichnet; vergeben» war seine Aufmerksamkeit für diejenigen gewesen, die eventuell mit den Herren am grünen Tische in directe Berührung kommen könnten. Er, Epami-nonda» Gobertin. gieng jedesmal leer aus! DaS war der Kummer, der an ihm nagte! Ein Bändchen! Nur ein ganz kleines Bändchen un Knopfloche, da« war der Punkt, um den sich sein Denken und Sinnen drehte. Wenn er auSgieng, so steckte er eine leuchtende Blume an, um so von weitem eine Täuschung hervorzurufen; sich selbst konnt« «r aber leider nicht damit täuschen, und daS war sehr bitter. Plötzlich aber an diesem Nachmittage verschwand di« Sorgenfalte von seiner Stirne, die Augen be» kamen Glanz, und ohne jede Rücksichtnahme auf die schlummernde Gattin rief er laut: .Da» ist ein Gedanke!" Frau Godertin fuhr zusammen. .WaS ist denn, Pami ? Hast Du einen Orden?" .Ich werde einen bekommen . . . lies 'mal hier!" Sehr aufmerksam brachte er seiner Frau da» ZeitungSblatt an'« Sosa und zeigte ihr eine Annonce auf der vierten Seite, die folgendermaßen lautete: „Auswärtige AdelStitel. Orden aller Län-der. Rasche zuoerläffige Erledigung durch Herrn 2 eines „Gesetzes zum Schutze der nationalen Minori-täten- nicht für aussichtslos. Hiezu entwickelte der gute Mann fünf Forderungen, welche er den — Deutschböhmen abgelauscht haben will. Demnach soll l. «im Geltungsgebiete der slovenischen Sprache von Körnten dieselbe mit der deutschen in Schule und Amt und im öffentlichen Leben gleichberechtigt sein und auch angewendet werden". Wie wir di« friedlichen Kärntner Slooenen kennen, werden sie die Apostel des ihnen ganz unverständlichen neu» flovenischen KunstidiomS zum Teufel jagen. 2. „Beim Landespräsidium in Klagenfurt und bei der Statthalter« in Gra; find flooenische Eeciionen und wenn man da» nicht will, in — Marburg «ine Statthaltereiabtheilung für da» flooenische Unterland zu errichten". Natürlich! da» windische Geistesproletariat braucht ja — Posten und die Deutschen Untersteiermark» sollen durch administrative Kniff« zu — Minoritäten gemacht werden, damit sie umso leichter von ihrer Heimat» schölle verjagt werden können und dumit für den administrativen Begriff „Großslovenien" entsprechend vorgearbeitet werden kann. 3. .An Stelle der LandwirtschaftSgesellschasten fallen LandeSculturräthe mit je zwei Abtheilungen, einer slovenischen und einer — deutschen, errichtet werden". Man möchte fast meinen, das« die steirische Landwirlschasttgesellschaft ein Club deutfchnationaler Fanatiker ist und das« die — Kmecke zadruge vom Lande gar keine Unterstützung erhalten! 4. »Die sprachlich gemischten (!l) Bezirke von Kärnten und Steiermark sollen einem in — Laibach zu errichtenden Oberland««gerichte zugewiesen werden." Aha! Der dazu gehörige Cassa-tion«hos sollte wohl in — Petersburg errichtet werden! 5. .Ferner soll da» slovenische Volk»- und Mittelschulwesen so eingerichtet werden, das» die Slooenen in Steiermark und Kärnten nach dem Beispiele der deutschböhmischen Mi-n o r i t ä t e n »ine wirtliche nationale Autonomie erlangen. Zu d«m Behufe ist der Lande»schulra«h in zw«i Abtheilungen mit eigenen Lande»- und BezirkSschulinspectoren zu theilen. Weiter» sind ge>etzliche Bestimmungen bezüglich der Minorität»-schulen zu treffen, dann ist eine slovenische Hochschule in Laibach zu errichten, die Landesordnung und Lande»wahlordnung zu ändern und nationale Curien mit Vetorecht einzuführen". So lautet also der bescheidene Wunschzettel der slovenischen Delegation, welche wohl auch einer österreichischen Regierung kaum wird begreiflich machen können, wo sie di« Culiurstuf« hernehmen soll, auf welcher sie sich mit den — Deutschböhmen Fernandez von Mimosa. Montmalre 24. Sprech-stunden täglich von 3 bi» 6 Uhr." „Ich gehe hin," sagte Herr Gobertin mit einer Energie, die der seine» berühmten Namensvetter», al» er gegen die Lacedemonier in den Krieg zog, entschieden nichts nachgab. III. »Herr Gobertin." sagte Herr Fernandez von Mimosa, nachdem er sich alles lang und breit hatte auseinander setzen lassen, „eS ist wirklich unbe-greiflich, dass ein Mann wie Sie bisher nicht be-achtet worden ist. Verlassen Sie sich auf mich, ich werde mir alle Mühe geben, diese Ungerechtigkeit auszugleichen. Meine zahlreichen Beziehungen zu ausländischen Höfen, zu Amerika, Afrika u. f. w. werden e» mir sehr bald ermöglichen, die Ausmerk-famkeit aus Sie zu lenken. Darf ich noch einmal um Ihren Namen bitten?" „EpaminondaS Gobertin." „EpaminondaS l Sie heißen Epaminonda» und haben keinen Orden. In welcher Zeit leben wir denn! Wohin treiben wir denn! Siammen sie von dem berühmten Feldherrn diese» Namen»?" „Ich weiß nicht. E» ist möglich." „Unbedingt, e» kann nicht ander» sein. Wir werden da» gewis» ausfindig machen können, und wenn e» sich so verhält, daran genügt ein Orden nicht, dann müssen Sie einen Titel und Namen «Ke«tfche M-cht- » gleichstellen will. Die slovenische Hochschule ist theilweise al» — thologische Facultät ja denkbar, weil bekanntlich der Bildungsgrad der slovenischen Geistlichkeit einer hochschulmäßigen Voraussetzung entrathen — kann — aber man sieht, waS sich diese Herren unter einer Hochschule vorstellen, sür welche sie weder einen Lehrer noch e i n Buch besitzen. 8anet» simplieita«! Diese rührende Naivetät spricht au» Dr. Gre-gorec, wenn er die Culturverhäl»nisse Oesterreich» mit jenen de« Deutschreiche» auf gleich« Stuf« st«llt. Er will bei un» ein VolkShauS haben, daS aus allgemeinen und directen Wahlen hervorgehen soll. DaS deutfche Reich sei ja auch „gekettet, voll» endet und gestärkt worden durch die großar» tige einheitliche Gesetzgebung im deutschen Reich»-tage, welcher au» allgemeinen und directen Wahlen hervorgeht". WaS werden die windischen Hetzpolitiker zu dieser Verbeugung vor dem deutschen Reiche sagen! Zuerst ,primu» intor pares* und jetzt gar noch „großartige Gesetzgebung im deutschen Reiche"! Armer Gregorec — wenn du nächsten» dem Dr. -Detschko oder Dr. Sernec vor die Augen trittst! E» bleibt dir nicht» übrig, al» festzustellen, du habest Rus»land statt Deutschland sagen wollen. Kin Erfolg unseres Abgeordneten Z)r. Sommer. Der vom Reich»rath»ab«geordneten Dr. P o m-m e r vor «twa einem Vierteljahre al» Antrag «in-gebracht« Gesttzenlwurs aus Regelung und Besserung der Stellung der Hils»beamten findet in allen be-«heiligten Kreisen den lebhaftesten Anklang. Der Wiener Centraloerein der HilsSbeamten hat Pommer'» Gesetzentwurf und einen, den gleichen Gegenstand betreffenden, jedoch weitergehenden Entwurf de» Abgeordneten Prohazka in über 1500 Exemplaren in alle größeren Orte Oesterreich» versandt und die HilsSbeamten aufgefordert, sich für einen der beiden Gesetzentwürfe zu entscheiden. Mit seltener Einmüthigkeit hat sich die Hilf»» beamtenschaft fast allenort», sür Dr. Pommer'» Antrag erklärt, in der völlig richtigen Einsicht, das» man, wenn man ernst genommen werden wolle, nur fordern dürfe, wa» im Bereiche der Möglichkeit liegt. Auch die am 2. d. M. in Wien abgehaltene, massenhaft besuchte Versammlung der HilsSbeamten, hat sich, obwohl sie von einer Seite einberufen worden war, die der Socialdemoratie sehr nahe steht, und obwohl der Abgeordnete Prohazka der Ver» sammlung beiwohnte und da« Wort ergriff, während ReichSrathSabgeordneter Dr. Pommer derselben ferne geblieben war, nachdem beide Gesetzentwürfe bei großer Aufmerksamkeit der Versammlung ver-lesen worden waren, sür Dr. Pommer's Entwurf entschieden. haben, der an Ihren siegreichen Vorsabren erinnert: Gras von Leucira oder Prinz von Maniinea." „Lh! Da» wäre wohl zu viel," sagte Go» bertin bescheiden, eine Orden»auSzeichnung wäre mir lieber... das sieht man doch." Dem Verdienste seine Krone! Wir können diesen Punkt ja später in Betracht ziehen, äugen» blicklich verpflichte ich mich in aller Form, Ihnen in vierzehn Tagen daS Kreuz der Ritter vom Orden deS Condor von Honduras zu besorgen . . . Wollen Sie mir freundlichst zur Bestreitung der nothwendigen Schritte 250 Francs übergeben. Später sind dann noch an die Kanzlei die Aus-stellungSkosten zu entrichten." „Nur eine Frage bitte: Welche Farbe hat daS Ordensband?" „Roth mit einem ganz schmalen lila Rand." „Viel Roth?" „Jawohl." „So das» . . . man e» von weitem ... für da» Band der Ehrenlegion halten kann?" „Zum Verwechseln ähnlich!" „Herr von Mimosa, hier sind 250 Franc» ... ich habe die Ehre." IV. Kaum acht Tage später traf ein Brief von Herrn von Mimosa ein, mit dem er mittheilte, das» die Angelegenheit so gut wie geordnet sei und das» im Lause der nächsten Woche da» Decret ein- 1300 Die diesbezüglich «ingebrachte Resolution hatte folgenden Wortlaut: „Die am 2. März im Saale der Rcssouce verfammelien HilfSbeamien spreche« ihr tiessten» Bedauern und den entschiedenste» Protest au<, dass die ohnehin bescheidenen Förde» rungen der Federlohnarbeiler de« GlaateS trotz wiederholter Versprechungen und Vertröstungen bi» beute unberücksichtigt geblieben sind. Sie verwahre« sich daaegea, das« die al« berechtigt anerkannte« unv im Gesetzentwurf de« ReichSrathSabgeordneln» Prof. Dr. Pommer enthaltenen Punktationen von der Regierung und Volksvertretung unbeachtet beiseite gelegt wurden. Die Versammlung spricht sich auf Entschiedenste für die baldige Durch» führung, beziehungsweise Sanctiomerung diese» Gesetzentwürfe« au«." — Eine Lanze des Hochadels für die — Deutfchradicalen. Im Herrenhause hat der alte R i« g e r, der Nestor „österreichischer" MoSkaupilger, gesprochen. Wa« er leistete, war echt slavische Politik; nach oben: Geschäft, und nach der Gegenseite hinüber: Denunciation. Hören wir ihn selber: R i e g « r sagt«, «r stehe, wa« er auch sagen möge, aus — gut österreichischem Stand» punkie, er stehe nicht minder auf einem aufrichtig dynastischen Standpunkte, und wenn er dann zurück-denke, das« einzelne Verstimmungen und Mis«oer-ständnisse zwischen den Tschechen und der Dynastie im Laufe der Zeit platzgrisfen, ist er doch der Ueberzeugung, das« die Dynastie und die tsch«chisch«Nation sich findenmüsse», weit sie sich gegenseitig brauche« und ohne ein-ander nicht siedachl werden könnten. Dem Redner scheine e«. das« die Sprachenfrage eigentlich durch die Versassung«srage gelöst sei und das« e« dazu nicht noch besonderer Gesetze bedürfe. Merkwürdig fei doch, das« e» eine Partei gibt, die darauf so großen Wert legt, dass ein Gesetz durch den gegen-wältigen ReichSrath erlassen werde. Schon vor Jahren hat der Antrag des BaronS Scharschmid nicht zum Gesetze werden können, und heuie kann er noch viel weniger Gesetz werden als damals. Redner bespricht die Agitation der Deutsch-r a d i c a l e n un» bemerkl, die Frage, um die eS sich hier handelt, sei nicht bloß eine Sprachensrage, sonder» eine eminent politische Frage. ES ist gewiss bekannt, welche Agitation namentlich in Böhmen uns auch in anderen Ländern von einer Partei betrieben wird. die, weiß Gott, keine österreichische genannt werden kann. Der Begriff der deutschen Einheit eine« großen deutschnationalen Staate« und der Begriff eines Kaiserthum» Oesterreich — da« sind unvereinbar« Begriffe, di« sich gegenseitig ausschließen. Diejenigen, die für die Vereinigung aller Deuischen in einer Monarchie schwärmen, sind doch offenbar keine Oesterreicher und wir. denen unsere Existenz geradezu gebietet, Oesterreich zu erhalten, können m» Leuten dieser Richtung keine Verständigung finde». Zwischen uns gibt es einen ewigen Krieg, diese treffen würde. Gleichzettig theilte er «it, dass nach den neuesten Bestimmungen die Kosten vorher an die auswärtige Kanzlei enlrichtet werden muffe», und bat dementsprechend um Anweisung von 580 Krc«. Herr und Frau Gobertin waren über diesen uner-warteten raschen Erfolg höchst erfreut, und Epa-minonda« schickte sofort die verlangte Summe per Postanweisung an Herrn von Mimosa. Auf de« Heimwege bestellte er sich im Vorübergehen bei feinem Lieferanten Visitkarten: Epaminonda« Gober-tin, Ritter vom Orden de« Condor von Hondira«. Zu HauS sagte Herr Godertin zu seiner Frau: „Poulette. meinst Du nicht auch, dass wir z» Ehren meiner Ordensverleihung ein großes Diner geben müssten." „DaS ist eine prächtige Idee, Pami. Ich hatte auch schon daran gedacht." „Wir können die LaborS. OdiS und ihren Soha. Georg FelS, meinen alten Freund Danol aus-fordern ..." „Gewiss . . . Und die MatiaS . . . die dürfe» wir nicht vergessen und die CaroS . . ." „Ja. und Bernard« und ihr« beiden Töchter." „Und Frau schönhos und ihren Neffe»." „Alle Wetter! Da« sind aber viel... IS Personen außer un« . . . mehr al« 12 haben i« EsSzimmer gar nicht Platz. „Glaubst Du? Man könnte vielleicht dieWai» nach Deinem Arbeitszimmer emsernen ... fit ijt 1900 9»tttsdte HUdrt" 3 Partei aber ist bei un« beständig i« Steigen begriffen. Da« ist mchl zu leugnen, und sie terrorisiert auch andere gemäßigle Elemente. Dieser Partei ist e« «icht erwünscht, das« e« bei un« zu einem Frieden komm«, sie will die Erregung erhalten, um einmal zum Ziele zu gelangen, da« ihr vorschwebt. Die« beweist, das« die Sprachenfrage bei un« wesentlich eine politische und VerfassungSfrage ist unv das« e« in dieser Beziehung zu einer Verständigung nicht leicht kommen kann, solange diese Partei noch einen derartigen Einfluss besitzt." Dieser echt slavischen Tartüfferi« gegenüber erhob sich ein hervorragender Vemeier der Ver» fasfungSpartei und de« Hochavel« Fürst Karl Auersperg. welcher — wir stellen e« mit hoher Freude fest — al« der erste unter seinen Stande«-genossen die Deutschradicalen gegen nieder-trächtige Verleumdungen mannhast in Schutz nahm, jtne Deutschradicalen, deren Führer St. H. Wolf seine letzte Rede im Abgeordnetenhaus« mit den Worten schloss, das« in Hunderttausenden die Ueber-jwgung zum Durchbruche kommen müsse: Der Staat soll leben! Fürst Au«rsp«rg sagte u. a.: „Für Rieger ist die Sprachenfrage «in« politische, sür unS ist fit «ile materielle, rein technische. Nicht unerwähnt kann ich seine Anspielung aus die d«u t s ch r a d i-ealen Elemente lassen, die ja zu unserem Parteigefüge zählen.' Im Parteikampse kommen allerlei extreme Parteirichtunnen vor, so auch auf, deutscher Seite, aber kein Volk hat seinem nationalen Empfinden solche Opfer auferleg», als gerade die Deut-schen. Wir alle sind in der Lage, dass wir um de« Oesterreicherthum« willen, das wir pflegen «ollen, unserem nationalen Empfinden Opfer aus-erlegen. Wir haben e« nicht nothwendig, von Rieger diese Belehrungen einzustecken, weil er un« selbst in der Einleitung gesag« Hai, er habe di« Empfindung dynastischer Anhänglichkeit au« dem eiiisachen Grunde, weil er und sein Volk den Kaiser und der Kaiser ihn und sein Volt braucht. DaS ist eine recht kühle Erwägung. Ich will nicht darüber streiten, stelle aber fest, dass bei unS Treue und Anhänglichkeit zu «einem Kaiser Herzenssache ist, über deren Nutzen und Zweckmäßigkeit ich nicht mchdente. weil mir da» ganz gleichgiltig iü, und ich weiß, dass hinter mir Millionen Deutsch-Ssten eicher flehen, di« dieselbe Empfindung haben, di« in derselben Weise nicht nachgedacht haben und «S sich daher wohl nicht gefall«» zu lassen brauchen, eine solcheBelehrungauSjolchem Munde zu bekommen.- Den Eillier windischen BolkSoerhetzern möchten wir die Worte ins Stammbuch schreiben, welche in dieser HerrenhauSsitzung der Tscheche Hofrath Albert sprach: .Die Deutschen werden die Aufgab« «rhalten, Lehrer der übrigen Völker zu sein, sie brauchen keine Bestimmungen zum Schutze ihres nationalen Lebens. Sie werden ohnehin geachtet unv nicht» scheint überflüssiger zu sein, als die Bedeutung des deutschen Volke« in Paragrapde zu fassen. ja nur in Beion auS^e'uhrt und kann mit Ldchug» teil später wieder hergestellt werden." „Ja ... ich werd«'mal gleich mit dem HauS-wirte darüber reden. E« ist wohl keine große Ausgabe. * V. Al» di« Wand fortgenommen war, bemerkten Herr und Frau Godertin, das« di« Tapeten in den beiden Zimmern ganz verschieden waren und un-möglich so bleiben konnten. Nach lauger Wahl nuschlossen sie sich für «ine h-llgrüne und ließen den Saal damit tapezieren. Die zarte Farbe sah aber zu den Möbeln im Es«zimmer sehr schlecht au», und unglücklicherweise pas«te die imiline Eicheneinrichtung de« Arbeitszimmers absolut nicht zu d,m Mobilar im Mahagoni. Da« war ein bedenkliche» Moment. ES war keine Kleinigkeit, zwei Zimmer neu zu möblieren. .Wenn wir unS mit einer EjSzimmer-Ein-richtung, NusSbaumi sür vierundzwanzig Personen begnügten . . sagt« Frau Gobertin sehr bedacht. .Und einen Kronleuchter in der Mitte." .Selbstredend. Du benützt Dein ArbeitS-zimmer ja überhaupt so gut wie gar nicht, und w«is«l Du, ein großes EsSzimmer werden wir wohl brauchen, wenn erst Herr Mimosa . . .Von Mimosa." verbesserte Gobertin, der fchon aristokratische Gewohnheiten annahm. „Ja, wenn erst Herr von Mimosa die G«- Di« natürlichen Kräfte feien so großartig, dass man von d«r Formulierung absehen könne. DaS dkutsch« Volk würde dann wirklich di« großen Traditionen fortführen und eS werde Lehrer kein im geistigen Reicht und wirklich im Sinne des Apostels, der da sagt: „Der Buchstab« ist todt, aber der Geist belebt." Allgemeine Landes-Ausstellung Hraz 1901. Die Delegierten-Verfammlung jener Behörden und Körperschaften, die statutarisch dazu berufen sind, den Zeitpunkt für die allgemeinen Landes Ausstellungen in Sleiermark zu bestimmen, hat nach eingehender Berathung den stimmeneinhelligen Be-schlusS gefasst, die nächste LandeS-AuSstellung nicht im Jahre 1900, sondern im Jahre 1901 zu ver-anstaUen, und wird diese demzufolge in den Mo-nalen August und September de» JahreS 1901 in den Räumen der Jnduftriehalle in Graz stallfinden. Diese erfreuliche Einigkeit berechtigt gewiss zu der Erwartung, dass auch bei dieser Ausstellung, trotz der Ungunst mancher hier in Betracht kom-menden Verhältnisse, alleS aufgeboten werden wird, um daS beschlossene Unternehmen zum Wohle und zur Ehre deS Lande« durchzuführen. Diese Lande«-Abstellung wird mehr al« alle ihre Vorgängerinnen dazu berufen sein, den Nach-wei« zu erneuern, das« die gemeinsame Arbeit die SchaffenSsreudigkeit auf allen geistigen und materiellen Gebielen erhöht unv die Wege ebnet zur segenS-reichen friedlichen Einirachl aller. Zur vorläufigen Orieniirung geben wir be-kannl, dass die LandeS-AuSstellung im Jahre 1901 mit zum Theile internationaler Eoncurrenz umfassen wird: Da» gefammte Gebiet der Landwirtschaft und Tdierzuchi, der Forstwirtschaft, der Jagd und Fischerei, de» Bergbaues und Hüttenwesens. DaS gefammie Gebiet der Industrie, deS Ge-werbe« und der Hausindustrie. Der Kunstindustrie, der bildenden Kunst und Musik. Die Gebiet« der Wissenschaft und deS Unter-richtSwefenS. Der Hygiene und Heilkunde. Der Wohlfahrt-Einrichtungen und der Er-nährung. DaS Bau- und Jngenieurwefen. DaS Feuerwehr» und Rellungswefen. Da« Gebiet der Touristik und deS Fremden-Verkehres, sowie daS Sportwesen. Zur Durchführung dieses Programmes sind die betreffenden Fachiörperschaslen ersucht worden, die Detailoorschläge zu erstatten und die Durch-sührung der betreffenden Gruppe zu übernehmen. Wir stellen sohin an alle Interessentenkreise daS Ersuchen, jetzt schon daran» Bedacht zu nehmen, sich an dieser LandeS-AuSstellung belheiligen zu können und die Früchte ihres FleißeS, ihrer Be-gabung und ihre« ForlichritteS aus allen Gebinen geistiger und wirthschastlicher Thätigkeit den weitesten «reisen vor Augen zu führen. nealogi« zwischen Epammonva« unv Dir festgestellt hat, müssen wir doch ein großes HauS machen." „Selbstrecenv! Der Tapezierer wird wohl unsere jetzigen Model in Zahlung nehmen. Und der Tapezierer war auch so gut; er rechnete sie sehr gering und die neuen dagegen sehe hoch. Nachdem diese Angelegenheit erledigt, wurde Frau Goberlin bedenklich und still. „WaS hast Du denn, Poulett«? sagte der immer ausmerksame Gaite. „Ach . . . mein Gott! Mir fällt ein, das« unser Neusilber doch recht schlecht ist . . . wenn wir Silber anschaffien, daS ist im eigentlichen Sinne keine Ausgabe, sondern «in« sichere Capital»-anlage." Der Gatte gab der lieben Gattin vollkommen recht, und e» wurde gemeinsam noch beschlossen, das» auch ein neue» Tafelseroice angeschafft werden müsse, und zwar mit Goldrand; womöglich sollte gleich beim Kaufe vereinbait werden, dass später, nach Feststellung deS Slammbaume», noch «in Wappen angebracht werden würde. VI. Selbstredend pafSte die rothe Plüfchgarnitur im Salon, die sie schon zur Zeit deS .Lederhandel» «n gros" gehabt hauen, durchaus nicht zu der modernen EsSzimmereinrichlung. Sie wurde also durch eine neue in hellblau Damast ersetzt; ein Wir glauben daher zuversichtlich erwarten zu können, dass sich alle Schichte» der Bevölkerung in dem Bestreben einigen werden, diesen friedlichen Wetlkamps der Arbeit nach Kräften zu fördern und zu unterstützen, und dass fohin jeder in feiner Art dazu beitragen wird, »m da» geplante Unternehmen zum Vortheile de» Einzelnen, zur Wohlfahrt der Gesammtheit und zum Nutzen und zur Ehre d«S Lande» durchführen zu können. Graz, den 15. Februar 1900. Da» General-Comitö der allgemeinen LandeS-AuS» stellung Graz 1901. Z)er Krieg in Südafrika. Bemerkenswerte Thatsachen find vom Krieg»-schauplatze nicht zu berichten. Ä>ie Buren haben ihre Hauptmacht auS Natal, sowie die Streitkräste auS dem Norden deS CaplandeS zurückgezogen und koncentrieren ihre Truppen an den Grenzen und im Gebiete deS OranjefreistaatkS. waS sich umso leichter und wirksamer vollzieht, alS General Robert«' Vormarsch auf Bloemfontein sich ver-zögert und nicht so rasch vor sich geht, als eS der englische SiegeStaumel erwartet hat. Montag war in England die Schreckenskunde verbreitet, dass General Buller bei Ladysmith gefangen genommen worden sei. Bisher ist diese unwahrscheinliche Nach-richt nicht bestätigt. Vermuthlich wird in den nächsten Tagen zwischen OSfonlein und Bloem-foniein eine EntscheidungSschlachl geschlagen werden. Die Buren sind unerschütterlich entschlossen, ihr Land bis zum letzten BluiStropfen zu vertheidigen. In Capland und Griqualand nimmt der Afrikander-aufstand gegen di« englische Regierung bedenkliche Dimensionen an. Die TranSvaal-Gefandtfchaft in Brüssel be« tont nochmals, das» nur die absolute Garantie der Unabhängigkeit der Boerenstaaien die conditio sine qua non von Friedensverhandlungen bilden könne. Die Boeren würden eher da» Land verwüsten und auswandern, bevor sie di« englische Oberherrschaft anerkennen. In der Zusammenkunft deS Präsidenten Krüger mil dem Präsidenlen Slein wurde die Fort« setzung deS Krieges beschlossen. Die Forderungen der Handeltreibenden. Der Central verband österreichischer Handel-treibenden versendet an die Gremien und Genossen-schaslen ein« Zusammenstellung seiner Forderungen. Die wichtigsten Derselben sind: I. Befähigungsnachweis. Personen, welche den Betrieb eine» Handel»-gewerde« zum Zwecke der Abgabe bestimmter Ware» oder einer bestimmten Kategorie von Waren oder endlich aller im freien Vermehre gestatteter Waren, an die directen Consumenten (Detailhandel) an« melden, haben den Nachweis zum Belriebe eines DetailhandelSgewerbes erforderlichen Fähigkeiten zu erbringen. Dieser Nachweis besteht in Zeugnissen, durch welche dargethan wird: Gelegcnycuskauj, jpoitvilllg, gar nicht der Rede wert! Trotz all dieser günstigen „Gelegenheiten" war Herr Goberlin doch gezwungen, einige recht gute Sladtobligationen zu verlausen und daS verstimmte ihn ein wenig. Dieser leise Schatten verschwand aber, als das Diplom eintraf, durch das er in aller Farm zum Riller deS OrdenS deS CondorS von Honduras ernannt worden war. Ach« Tage später fand daS Diner statt, nach-dem Frau Godertin sich noch ein seidenes Kleid halle machen lassen müssen. daS ihr nach AuSspruch deS Gatten vorzüglich stand. Er verehrte ihr dazu einen Schmuck, Armband, Ohrringe und Collier; an letzterem war in enlzückender Mosaik daS Kreuz de« Condor von Hondura« angebracht. Herr Go> bertin selbst ließ sich »inen eleganten Gesellschaft«» anzug machen und bei den Anproben empfahl er jedesmal dem Schneider, besonder« daraus zu achten, das« daS Knopfloch aus der linken Rockklappe nicht zu klein ausfalle. Ja. ja. Herr und Frau Gobertin wuf»ten vor lauter Vorbereitungen zu dem Diner kaum noch ein und au», und der Hausherr mus»te sich wirklich die Zeit stehlen, um al« ordnungsliebender Man» noch der Form wegen an die heimische Gesandt» schaft ein Schreiben zu richten, in welchem er um die Autorifaiion nachsuchte, den HonduraS-Orden tragen zu dürfen. Endlich kam der Festtag: DaS Diner, vom 4 .Deutsche Wacht- 1900 a) Das» Anmelder durch die im § 14 de» obigen Gesetze» vorgeschrieben» Zeit al» Lehrling und Gehilfe im HandelSgrwerbe Verwendung fand, oder b) das» er eine höhere Handelssachschule mit gutem Ersolge besucht hat. Im Falle a) muss auS dem Lehrzeugnisse ersichtlich sein, das» der Bewerber zur Zeit der AuSlehre da« zwanjigste Lebensjahr nicht über» schritten hatte. Bei GeiellschastSfirmen hat jeder der Gesell» schafter den Nachweis der Befähigung zu erbringen. In Orten, in welchen eine HandelSfachschule besteht, haben die GenosstnichaftS-, beziehungsweise Gremialvorftehungen die AuSfolgung der Lehrbriefe zu verweigern, wenh, nicht der ordentliche Besuch der Handelsschule nachgewiesen ist. Die LehrlingSprüsung ist durch die Genossen» schastS-, beziehungsweise Gremial-Borstehung vor» zunehmen und hat sich aus die Kenntnis der Waren, Buchführung, Rechnen und Correspondenz zu be» schränken. Von der Beibringung deS Nachweise» der Befähigung sind befreit: 1. Der börsenmäßige Handel; 2. Der Handel mit Wertesiecten an der f. I. Fondsbörse und der Handel mit Börseessecten; 3. Der Warenhandel so gros, insoferne derselbe nur mit dem Zwischenhändler (Absatz 1) statifindtt; 4. DaS VrrkaufSrecht der Stldsterzeugrr und Erfinder; 5. Das VerkausSrecht der landwirtschaftlichen Producenten hinsichtlich ihrer WirtschastSproduct«; 6. Der Holz-, Vieh», Futter-, Milch», Gebäck-Handel oder Verschleiß; 7. Fragner, Höckler unv Ständler. Aus die dermalen bestehenden Handelsgewerbe ist dieses Gesetz nicht rückwirkend. Eine Beschränkung zum Betriebe jenes Ge-werbeS, über dessen Erlernung der Anmelder den Nachweis beibringt, findet nicht statt. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Kundmachung in Kraft. II. Hausierhandel. Da« neue Hausiergesetz soll auf folgenden Punkten basieren: a) Die dermalen im Besitze von Hausierpässen befindlichen Personen, insoweit sie österreichische Staatsbürger und ihre Hausierpässe von cis» leithanischen Behörden ausgestellt sind, sollen diese behalten, jedoch sollen b) neue Hausierpässe mit Giltigkeit sür daS ganze Reich nicht mehr ertheilt werden, wohl aber sollen an verarmte Gewerbetreibende oder krüppelhafte Personen locale Hausierbewillungen ertheilt werden können; c) dem Hausierer soll keine Bespannung oder Verwendung von HilsSpersonen zum Transporte der Waren gestatte« fein. Vielmehr soll 6) derselbe nicht mehr Warenvorrath besitzen dürfen, al» er selbst zu tragen imstande ist; e) der Hausierhandel mit Material» und besten Draueur geliefert, ließ nichiS zu wünschen übrig, die feinsten Weine flössen in Strömen und beim Dessert herrfchte die größte Heiterkeit. Alles fang, sprach, lachte durcheinander; Herr Dorto, als Hausfreund, wurde beinahe zärtlich; einer der Gäste schlief ein und einer der Herren sang so lustige Lieder, dass die Damen sicherlich erröthet wären, wenn sie nicht schon im Laufe deS DinerS recht blühende Farben bekommen hätten. Es war ein lustiges Gelage und zum Schlüsse desselben ging der Ritter des HonduraS»Orden« in solchem Rausche zu Bette, das« er noch fortwährend stammelte: „Mein Großvater . . . Epa . . . papa . . . mimi . . . paminonda« . . VII. DaS Erwachen war weniger lustig. Ein Brief au» der SiaalSkanzlei theilte Herrn Gobertin mit, das» der Orden des Condor von Honduras in Frankreich nicht anerkann« sei und eS ihm daher bei Vermeidung vor Strafe untersagt werde, das Abzeichen genannten Ordens zu tragen. Herr Goberlin stürzte zu Herrn von Mimosa, der ihm ohne die geringste Erregung antwortete: „Ja, mein bester Herr, da« geht mich nicht» an. Ich habe mich verpflichtet. Ihnen ein Diplom zu verschaffen. DaS haben Sie. Ich habe abrr keine Garantie sür die Bewilligung der Anlegung deS Ordens übernommen." „Und Epaminonda» 9* „Ich versolge die Sache weiter. Aber da er 262 vor Christi und ohne directe Nachkommen ge- Spezereiwaren, Mineralöl, Seifen. Parfiimerien, Gold und Silber, auch im Anbruche (lit. I.—E. de» Reg.-Entw.) fei unter keinerlei Umständen zu gestatten; k) e» sei in da» neue Hausierzesetz ein Para» graph auszunehmrn. welcher den Hausierer ver» pflichtet, in allen von ihm betretenen Orten (also nicht nur in solchen, wo sich eine k. k. Behörde befindet) sich beim Ort»vorsteher zu melden und sein Buch vidieren zu lassen, welche Vidierung nur für zwei Tage in einem Monate Giltigkeit hat; g) das Austheilen von Bestellzetteln, in welchen zum nachmaligen Kaufe eingeladen wird, sei dem Hausierer nicht zu gestatten; h) da< Austheilen von Waren in öffentlichen Localen feiten» der Hausierer sei strengstens zu verbieten. III. Coasumvereine und LebenSmittel« Magazine. ES seien die Consumvereine und LebenSmiltel» Magazin« au« dem Gesetze vom 9. April 1873, R.-G.-Bl. Nr. 7t) auszuscheiden 'und unter ein besonder«» Gesetz zu stellen, welches nach folgenden Punkten verfasst ist: 1. Die Consumvereine wären in verschiedene Kategorien einzutheilen und gemäß dieser Kate» gorien zu b«z«ichnen, entweder als Arbeiter», Beamten-Consumverein :c. Demgemäß müssten die Mitglieder eines ConsoumvereineS auch auS ganz gleichartigen Elementen bestehen. 2. Die Stammeinlagen der Mitglieder sollen verzinst und beim Austritt wiedtr zurückgezahlt werden, denn es ist mit den Grundsätzen einer reellen Geschäftsführung unvereinbar, ein Betriebs» capital im Wege zwangSweisrr Beiträge anzu» sammeln. 3. Der Verkauf an NichtMitglieder sei zum ersten» und zweitenmale mit Geldstrafen, zum drittenmale mit der Auflösung deS Vereines zu bestrafen. Ebenso sei daS Ausleihen der Mitglieder« bücher oder Karlen an NichtbezugSberechtigte ge» setzlich zu ahnden. Um nach dieser Richtung ent-sprechend Vorsorge zu treffen, wäre zu bestimmen, dass die Mitglieder auS den Consumvereinen und LebenSmittel-Magaziiien nicht um mehr als ein Drittel ihres Wochen- oder Monatseinkommens Ware beziehen dürfen. 4. Mitglieder von Consumvereinen dürsen nur physische, nicht aber auch juristische Personen w»rd»n. 5. DaS Marktnsystem wäre gänzlich abzu« schaffen, denn ebensoviel Zeit als da« Aufzählen der Marken, beansprucht auch die Eintragung der Warenpvst in« Mitdliedbüchel. Die Marken dienen nur zu häufig anderen al« Controlzwecken, in dem sie entweder im Falle Geldbedarie« verschleudert oder bei anderen Geschäft«leuten al« Zahlung«mitt»l verwendet werden. Da« eine ist unwirtschaftlich, da« andere ungesetzlich, beides also nicht zulässig, darum sind die Marken zur Abschaffung reif. 6. Die Auszahlung von Tantiemen an die Leiter, sowie die Auszahlung von Dividenden an die Mitglieder von Consumvereinen soll in Hinkunft ftorben ist. so wird eS sehr jchwer sein, den Stamm« bäum aufzustellen. Wenn Sie mir für die nöthigen Schritt» 1200 Francs . . Weiter kam Herr von Mimosa in seiner Rede nicht. Herr Gobertin hatte ohne j»brn R»sp»ct auf daS „von" die Thüre fehr heftig von außen zuge« schlagen. Hrimgrkkhrt, macht» er seiner Frau eine mäch« tige Scene: der gewöhnliche AuSweg, wenn die Männer verstimmt sind. Frau Gobertin blieb keine Antwort schuldig, wie da« die Frauen thun, wenn sie sich ärgern. Unv znm gut»« Ende, al« Epaminonda« bei Sich« tung der Rechnungen fand, das« er 21.257 Franc« für »in Ordensband ausgegeben, das er nicht »in« mal tragen durft», da schrie er seiner Gattin zu: „DaS ist Dein» Schuld! Mit Deinem lächer-lichtn Hang nach Luxus!" „Nein! Da« übersteigt aber wirklich alle«! Da« kommt von Deiner dummen Eitelkeit! Al« wenn Du nicht ohne einen Orden leben könntest.' So gi»ng »« noch »in» ganz« Weile weiter, und e« war gut, das« die Silberhochzeit de» wür-digen Paare» erst einige Monate später war. Bi» dahin hatten sich die hochgehenden Wagen doch schon eiwa» beruhigt. Freilich war e» gut, das» Frau Gobertin den schönen Schmuck schon vorher btkommtn hatt», den»» sowtit würde „Pami" seine „Poulette" wohl noch nicht wieder verwöhnt haben. nicht mehr statthaft sein. — Die Angestellten und Diener der Consumvereine sollen ihre Gehalte be» kommen, die Waren sollen zum Einkaufspreise mit dem Zuschlage eines gewiffen. öffentlich bekannt» zugebenden PercentsatzeS als Regiebeitrag verkauft werden. 7. Consumvereine sollen nur LebenSmittel führen dürsen; alle anbtren Artikel sollen auS« geschlossen sein. 8. Consumvereine sollen nur dort gebildet werden dürfen, wo infolge mangelhafter Co«» munication oder Entwicklung deS Detailhandels d« Beschaffung von WirtschaftSartikeln für die Be« wohner mit großen Mühen oder Kosten ver» bunden wäre. 9. Die Frachtbegünstigungen der bei staatliche» Unternehmungen (Hahnen?c.) bestehenden Consu«-vereine und LebenSmittel-Magazine sollen aufgehobe» werden, weil «S nicht angeht, dass der Staat sclbß eine Concurrenz begünstigt, welche zahlreiche Steuer» träger ruiniert. 10. Die Consumvereine und LebenSmittel» Magazine seien in Oesterreich ebenso, wie dieS i» Deutschland der Fall ist. einer dreipercentiH» Communalsteuer vom Warenumsatz» zu unterziehe». 11. Diese Vorschläge sind auch aus die land-wirtschasliichtn CasinoS ic. auszudehnen. IV. Die Wahlen in die Handels« un» Gewerbekam in er n. Beim KausmannStag» in L»ob«n am 17. Oc» tober 1896 wurde folgender Antrag zum Beschluss» erhoben: „Nachdem der bis heute geübte WahlmoduS, nach welch»« dir Stimmzrtttln auf dem flache» Lande durch die Steuerämter gesammelt werd»», oder durch die Post an »ine „Central-Wahlco» Mission" einzusenden sind, zu unliebsamen Vor» kommnissen geführt hat, welcher aus die Zufamme»» fetzung einiger Kammern einen für die Kleingewerbe« treidenden nachtheiligen Einfluss geübt, so das« nicht die Vertreter der Interessen d«< Kleingewerbe«, sondern höhere Interessengruppen bei allen da» Kleingewerbe betreffenden Abstimmungen überwiege» und so in der Regel die berechtigten Wünsche der kleinen Gewerbetreibenden unterdrücken; nachdem ferner bei dem bi» heute geübt»» Modu« der Stimmenabgabe jede Controle über di» Behandlung der abgegebenen Stimmen unmöglich ist; nachdem endlich die Aufthtilung drr Mandat» in »inztlnin Kammern eine ungerechte ist, wird gebeten: DaS Gesetz über die Organisierung der HandrlS- und Gtwerbrkammern vom 29. J»»i 1886, G.-G.-Bl. Nr. 85, werde in den §§ 8 und 9 dahin abgtänbert, dass; 1. So wir bei den ReichSrathSwahlen, Wahlbezirke gebildet werden, welche selbständig und direct ihre Vertreter in die Kammer wählen. 2. Als Wahlbezirke wären die politisch«» Bezirke zu betrachten. 3. Jeder Wahlbezirk entsendet zwei Handel»« und zwei Gewerbetreibende in die Kammer, welch« am Wahlorte mittelst Summzeiteln zu wählen sind; in Landeshauptstädten wählen auch der Groß» Handel und die Großindustrie je zwti V«rtr«ter i» die Kammer; in Wahlbezirk»», wo Bergbau» oder Hütte», betrieb besteht, wählen die Gewerkschaften zusammen einen Vertreter. 4. Da« Scrutinium muss am Orte und Ta>» der Wahl vor der Oeffentlichkeit vorgenom««» werden und ist da« Resultat sofort zu pudlicier» Die Wahlcommissionen sind fo zu bilde» wie jene für di» RtichSratbSwahlrn.' Wie der Herr Repräsentant deS Crntralorr-bandeS österr. Handeltr»ibtnd»r, welcher dies«» Resrrat prüfte, f«hr treffend äußert«, komm« 9er h«ulig« WahlmoduS der Indolenz der Wählerkreii» ungtheuer zu statten. Ein großer, ja der größte Theil d»r Wähler begnügt sich einen ihm orni einem „Stimmensammler" vorgelegten Wahlzettel »insach zu unterschreiben, ohne zu wissen oder z» prüfen, welchem Zwecke die Unterschrist die»». Viele Wähler der Provinzen haben gar keine Idee von den Kammern; sie wissen gar nicht, das« die Kammern die hervorragendsten Jnstiluiione» st»» in gewerberechtlichen Dingen. Woher stammt diese Unzukömmlichkeit? Lediglich daher, das« die Wahl» der Kammerräih» vielfach nur den Charakter reu« Formalitäten tragen. Die Handelskammern sind, wie man saat. nicht zu Fleisch und Blut in den breiten Schichten der an dem Wirken der Kammern zumeist Interessiert« geworden. Diesem Uebelstande muss vor allem abgeholfen werden, »S muss denjenigen, wtlch« Da« 1900 „ptutft,* Otchchir- 5 Wahlrecht haben, auch die Wahlpflicht auserlegt werden. Diejenigen, welche aus ein Mandat in der Kammer aspirieren, müssen ihr Glauben«-betenntni« öffentlich vor den Wählern ablegen, man mus« wissen, wer zur Vertretung berufen wird. E« mus« der AuSlausch der Meinungen, da« Eindringen in die Interessen der Millionen kleiner Steuerträger gefördert und so der gerechte Ausgleich zwischen diesen und den heute einzig und «U?m dominierenden der oberen Zehntausend her« 'gestellt werten. Aus Stadt und Land. Hrnennungeu im Austijdienüe. Der Justiz-Minister Hai dem GerichtSacjuncten sür den Ober« lmdetgertchtsprengel in Graz. August «esSler, eine berichtSadjunetenstelle in Eberndors verliehen und z» SerichtSadjuncten ernannt die Ausculranten Adolf Martin und Karl Matzner für den Oberlande«-gerichtSsprengel Graz und Dr. Friedrich Fehl-eisen für Windisch-Feistritz. Spende« für das deutsche Studentenheim. Sammelbüchse der .Dämmerschoppen-Geirlljchast", Hotel goldener Engel 26 K; Sammelbüchse .Hotel weißer Och«" 7 K. Zusammen 33 K. ßoncert ?lo«er-Spi?er. Diese« Concert, welche« sich eine« feiner künstlerischen Bedeutung würdigen, sehr zahlreichen Besuche« zu erfreuen hatte, hatte einen glänzenden Erfolg und brachte den beiden Damen stürmische Huldigungen. Wegen Verhinderung unsere« Musikreferenteu bringen wir einen ausführlichen Bericht erst in der nächsten Nummer. Liedertafel. Die Besucher der heiteren Lieder-laset de» Ci liier Männergesangvereines am 16. März d. I. werden ersucht, rechtzeitig zu erscheinen, weil die Aussührungen genau um 8 Uhr drinnen und spätere Störungen, besonder« während dit Singspiele« „Im Bremer Kke11 er" Möglichst vermieden werden müssen. Nach Ueber-«mdung bedeutender Schwierigkeiten ist eine vor-«essliche, auch scenische Darstellung diese« Sing-linele« gesichert, und e« werden die auch mitwirkenden Herren Dr. G o 1 t s ch und M e 11 e l e t bereit» am Freitag in Cilli eintreff n. ?rof. J>r. Kratter in ßiM. Die bildungS-frntndliche Bevölkerung C'lli» konnte Sonntag im 4£afmofaale einen illustren Gast begrüßen, der nicht «I« Gast, nein al» edler Volk»sreund mit reichen Haben erschienen war. Der Grazer Universität»-Mfessor Dr. Juliu» Kratter hat sich mit meh« rntn Herren Collegm in wahrhaft idealer Weise « den Dienst des Steiermärkischen Volksbildung»-vereine« gestellt und so ist er am letzten Sonntage al« Apostel der VolkSausklärung nach Cilli ge-tommen. E« ist ein erhabener Gedanke, auf der Höhe wissenschaftlicher Erkenntnis stehend durch ge-lehne Forschung bedeutungsvolle Wahrheiten zu ergründen und dem geistigen Besitzstände der Menfd). heil einzufügen, und dann al« selbstloser Volk«-lehrer vor da« Volk hinzutreten und ihm die Er-Htbmfse der Wissenschaft mundgerecht zu machen, damit dessen Geist zu bilden, dessen Kenntnisse und Erfahrungen zu mehren, dessen sittliche Empfindungen zu heben. Herrn Prof. Dr. K r a t l e r ist diese ideale Aufgabe glänzend gelungen. Da« Thema, nrt dem er am Sonntag eine überraschend zahl-reiche Zuhörerschaft im Cillier Casino länger al« «im Stunde im Banne gespanntester Aufmerksamkeit Halten verstand, boten die Giste und Ver« ■giftun gen. Nicht eine Sekunde ließ da« lebhaften« Interesse an Das Ketzgeschäft — st»ckt. Eine etwa» melancholische Epistel der hiesigen „Trepalena" läsSt die Vermuthung auskommen, dass die Ver-hetzung der slovenischen Landbürger und Bauern doch nicht so rasch vorwärts schreitet, als dies Sernec und Ogradi wünschen. Die „Trepa-Una" jeremiaut in einer der letzten Nummern sol-gendeS: .Wir (die Sannthaler Slooenen) haben aber auch noch einige Schandflecke, und die woll>n wir heute in Erörterung ziehen, mit der besten Absicht, unS von ihnen zu reinigen. Unsere Kauf-leute überhaupt, uad da« gilt auch von anderen Gegenden, sind noch alle zu gleichgiltig; für daS slovenische Volk hat die große Mehrheit von ihnen nur insoweit ein fühlende» Herz, al» e» für ihr Geschäft in de» Worte» schärfster Bedeutung nothwendig ist. l.Einige von ihnen haben zwar nur im Stillen gegen den .Mercur" gehetzt, in der Meinung, diese Gründung sei zwecklo», Eisenwaren bekomme man auch zur Genüge von den alten Firmen u. s. w. Da« sind überhaupt Männer, die weder eine Idee, noch einen Begriff davon haben, wa« e« heißt, national sein, ein Mann sein aus seinem Platze im Kampfe um die nationale Sache. Sie unterscheiden nicht den Bruder vom Feind, sind für un« wahre .Kuckucke". Man erzählte mir sogar von einem heimischen Kaafmanne. der feine Gelehr-famkeit und Weisheit aus der ,v»htarca* schöpft; nun, von einem Solchen können wir nichts besseres und vernünftig e t e» (sie!) erwarten. Solchen Hohl-köpsen müssen wir einen Fußtritt geben; wir müssen un» ihrer gut erinnern, sie dem Volte im wahren Lichte zeigen, denn auf tückische und egoistische Weise missbrauchen sie dessen Gutherzigkeit. Wie viel Kauf-leute sind noch in unserem Thale, welche die Waren bei unS feindlichen Firmen beziehen. Nähren wir nicht auf diese Art die Natter an unserem eigenen Busen?! Wahre Käuze sind auch einige Hausbesitzer. Ist eS anständig und passend, das« ein Hausherr den slovenischen R a u ch f a n g k e h r e r wie einen Hund auS dem Haus« jagt, ihm hässliche Schimpfworte nachwirft, wie sich daS ereignet hat in einem nationalen Hause eines nationalen Marktes (Sachsenfeld) im Sannthale. Vielleicht wird dem Betreffenden mit demselben Maße vergolten. Recht wird ihm geschehen." So die .Trepalena". — Die Rauchfangkehre r-gefchichte richtet sich gegen einen angesehenen Sachsenselder Bürger, der seinerzeit veranlasst wurde, dem deutschen Rauchfangkehrer zu künden. Mehrere R a u ch f a n g f e u e r, die sich nicht nur bei ihm, fondern auch bei vielen anderen Gesinnungsgenossen ereignet haben, veranlasste ihn aber, wieder zu dem deutschen Meister zurückzukehren, dessen solide ArbeitS-leistungen den durch windische Hu n gerhetze be-deutend geschmälerten Kundenkreis erfreulich er-weitenen. Dem Anderen aber möchten wir sagen: Wer al« nationaler Vertreter eines Gewerbes auftreten will, der muss mindesten« über so viel sachliche Befähigung verfügen, al« er Fanatismus besitzt. H-ftinlschar und di« „Südsteirische Am Dienstag hatte sich vor dem Mardurger Er- kenntniSgerichte, dem Herr L.-G.-R. Morocutti präsidierte, der Redacteur der „Südsteirifchen Post", Eduard Jona«, wegen Vergehens nach Artikel VIII deS Gesetzes vom 17. December 1862 (R.» G.-Bl. sür 1863) zu verantworten. In der Num-mer 101 vom 20. December v. I. wurde der Strassall Gostintschar in einem mit der Ueber-schrist „AuS dem Sannihale" versehenen Artikel besprochen, in welchem auch folgende Stellen vor-kamen: „Der an feine» Leben auf daS Aeußerste bedrohte Herr Gostintschar machte, zur Nothwehr gezwungen, von der Waffe Gebrauch". Dann: „Jedermann, dem der maßlose Hass gegen alle«, wa« slooenisch ist, nicht da« letzte Fünkchen de« jedem intelligenten Menschen von der gütigen Naiur verliehenen Rechtsgefühle« geraubt hat, war und ist von der Schuldlosigkeit Gostintschar» überzeugt", — endlich: „sich jeder Schuld sreiwissenden Manne»". Wie die Anklageschrift ausführt, lassen diese Süllen im Zusammenhange mit der ganzen weiteren Dar-stellung keinem Zweisel Raum, das» gegenüber der Anklage bei den zur Judicatur berufenen Ge-schworenen für den Angeklagten Stimmung gemacht werden sollte. Der beschuldigte Redacteur Eduard Jona« gab zu, das» er den in Rede stehenden Ar-tikel gelesen und zur Drucklegung befördert hatte, hat ihn jedoch nicht selbst geschrieben, sondern von einem „Bekannten", dessen Nennung er verweigerte, erhalten. Er suchte sich damit zu rechtfertigen, das« er diesen Fall schon für abgethan gehalten habe. Jona» wurde im Sinne der Anklage schuldig er-sannt und zu einer Geldstrafe von 100 Kronen, eventuell zu einer Woche Arrest verurtheilt. M. Z. )u>Usttierung des Simon Keld. Dem von RudolfSwerier KreiSgerichie zum Tode verurteilten Zigeuner wurde zum zweiten Male da« be-stätigie Todesurtheil am 2. d. M. um S Uhr früh publtciert. Der .Laibacher Zeitung" wird über die Hinrichtung geschrieben: Held, welchem unmiitel-bar vor der Publication die Fuß- und Handschellen abgenommen wurden, erschien unter Escorte zweier Gendarmen im Schwurgerichtssaale des RudolsS-werter KreiSgerichte«. Schlag 9 Uhr war da» Ge-richt unter Vorsitz de» LandeSgerichtSratheS Herrn L. Golia nebst den Herren: StaatSanwal« Schwin-ger, LandeSgerichlSrath Gandini, LandeSgerichtS» iecretär Butscher und sSchriftsührer Dr. Milan Skerlj versammelt. Lande«gericht«rath Golia verla« Held da» bestätigte Tode»urtheil, worauf Held bemerkte: „Na, ich habe e» ja gewuf»t, das» e» so kommen werde." Auf die Ermahnung de« Vorsitzenden, er möge sich zum Tode«gang ernstlich vorbereiten, er-widerte Held: „Ich bin genügend vorbereitet, den« in den vierzehn Monaten, welche ich im Kerker gesessen, hatte ich genügend Muße hiezu. — AI« ihm bedeutet wurde, er habe die Untersuchungshaft lediglich sich selbst zuzuschreiben, sprach Held: „Ein-mal wird die Wahrheit schon ans Tageslicht kommen, wenn nicht früher, fo dann, wenn Ihr den Zigeuner und die Zigeunerin, mit welchem ich herumgezogen, gefangen genommen haben werdet." Held sah körperlich ziemlich herabgekommen au«. Da< Gesicht war eingefallen, die Kleider schlotterten ihm am Leibe. Nach der Publication wurde Held an den Händen gesesselt und durch die beiden Gen-darmen in die im Gebäude de« Bezirksgerichtes be» findliche Armensünderzelle überführt, woselbst sich gleich darauf Herr Propst Dr. Sebastian Elbe« zur Trostspendung einfand. AIS derselbe den Ber-urtheilten nahelegte, er möge sich mit Gott ver-söhnen und jeden Groll gegen seine Richter, gegen die Geschworenen und Zeugen, die ja nur nach den äußeren Umständen urtheile« und nicht in sein Innere« sehen können, ablegen und sich zum letzten Wege in christlicher Ergebenheit vorbereiten, er-klärte Held, er habe ohnedie« in der letzten Zeh früh und abend« zu Gott gebetet, er hege nunmehr gegen niemand einen Groll, er verzeihe alle» und er bitte den Herrn Propst, die« den Beteiligten kundzugeben. Sei« letzthin dem Bicar Watzl gegenüber an den Tag gelegte» brü«ke« Benehme«, welche« er übrigen« lebhaft dedaure, wäre der Au«-fluf« de« momentan ihn überkommenden Unwillen« über die lange UngewifSHkeit über sein Schicksal gewesen. Held bat bei dieser Gelegenheit um die Beschaffung einer Violine, um daraus in seinen letzten Stunden spielen zu können. Er war jeden-saUS noch von dem bei Zigeunern vorherrschenden Aberglauben beieelt, das» ihm durch da« Spielen einer gewissen Melodie aus dem Instrumente die erhoffte Rettung im letzten Augenblicke zutheil werde. Der Herr Propst machie ihn aus den Ernst der letzten Stunden aufmerksam, und erinnerte daran, er möge auS Liebe zu seinem Heilande davon abstehen, worauf sich Held damit einoer-standen erklärte. Sodann wählte er sich den 6 ..Deutsche Wacht- 1900 CanonicuS Matthias Jeriha zum Beichtvater. Um halb 11 Uhr begann letzterer den Berurtheilten zum Tode vorzubereiten und nabm ihm nachmittags die Seneralbeichte ab. Von halb 6 Uhr abend« an bi» 7 Uhr weilte wieder der Herr Propst bei Held und hielt mit ihm kromme veirachiungen und Ge-bete ab. — 5)er Scharfrichter Josef Lang langte mit seinen beiden Gehilfen brrrit« am 2. d. vormittag» ein. Derselbe ist von starkem Körperbau und macht den Eindruck eine» jovialen Wiener». ES ist die» seine erste Justificierung; beim verstorbenen Scharfrichter Gelinge? bat er jedoch bereit» einige-male al» Gehilfe bei Executionen mitgewirkt. Herr Lang ist Obmannstellverireter de» Simmeringer Atdletenclub». welcher in Oesterreich die meisten Mitglieder zählt. Im BahnrestaurationSlocale wurde der Scharfrichter vom reisenden Publicum sehr neu» gierig betrachtet. — Telegraphisch wird un» heute noch ciemeldet: In der Armensünderzelle benahm sich Held ruhig und ließ sich lediglich zwei Gla» Bier, ein viertel Wein und einen schwarzen Kaffee bi» zu seinem TodeSgange geben. Von U Uhr abend» bi» 4 Uhr schlief er. Schlag halb 8 Uhr wurde der Delinquent au» der Armensünderzelle in den GesängniShof gebracht, woselbst er vom Prä-fidenten, LandeSgerichtSrathe Golia dem Scharf-richttr Lang übergeben wurde. In dem Momente, al» Held auf den öchem?l trat und ihm vom Nach-richter die doppelte Halsschlinge umgelegt wurde, haue Held nur noch Zeit zu sagen: „Ich bin un-schuldig*. Held waren »or die Hände vorne ge-fesselt. Von der Zeit, al« der Delinquent vom Scharfrichter übernommen wurde, bi« letzterer vom Gerüste herabstieg, um dem Präsidenten den Voll-zng der Todesstrafe zu melden, vergienaen nur 85 Secunden. E« herrschte unter den Anwesenden während dies-« Zeitiaume« vollkommene Ruhe; Scharfrichter Lang und dessen beiden Gehilfen ar-beiteien mit einer solchen Präcision, daf« dem an sich fchaudererrependen Acte fo viel al« möglich sowohl sür den Delinquenten al« auch für die An-wesenden da» Schreckliche benommen wurde. Der GerichtSant Dr. Johann Vavpotiö constaiierte nach zehn Minut?n, das» da» Herz de» Justrsiciertcn zu pulsieren aufgehört habe. Während der erwähn>en 85 Secunden hatte der Scharfrichter, hinter dem Richtvflocke stehend, mit der einen Hand eise über di« Augenlider dr» Delinquenten gestrichen, wodurch er erreichte, das» beide Augen nach dem einge-tretenen Tode geschlossen blieben. Die beiden Ge-Hilfen waren mit ihrer Körperlast unmerklich an dem Justificienen gehangen, wodurch da« rasche Eintreten de« Tode» wesentlich beschleunig« wurde. Im ganzen muss gesagt werden, das» Scharfrichter Lang seine erste Hinrichtung in einer ungewöhnlich raschen und so wenig al« möglich schaudererregen-den W-ise vollzogen hat. Kundmachung. Mit 30. Mai I. I. gelangen die Zinsen der Tegetthof- Stiftung an 0 invalide cder ehemalige Soldaten de» MannschaftSstandeS, welch« 1. eine tadellose Conduite besitzen, 2. durch eine Verwun-dung von dcm Feinde oder durch SriegSstrapgzen er-werbsunsähig geworden sind, 3. bei einem sich im B«-reiche der ehemaligen ErgänzungSbezirken 27 und 47 ergänzend«» JnfantrricRtgimenter oder Jäger-Bataillone gedient haben, zur Vertheilung. Jene, welche außer obigen Bedingungen noch die Okkupation in Bosnien im Jahre 1878 unter Kommando de« Sohnes der Stifierin milg«macht Haber», erhalten den Vorzug. Alle Abschieder, die bei der Superarbitrierung nicht al« „bürgerlich erwerbsunfähig" klassificiert wurden, können bei der Belheilung nicht berücksichtigt werden. Die Eom-petenzgesuch« sind bi» längsten« Ende März l. I. dem f. u. k. Ergänzung« - Bezirk« - Kommando Nr. 87 in Eilli vorzulegen. Dem Gesuche ist unbedingt beizufügen: Die Famrlienverhältnisse de« Bittsteller«, dessen Sitten, Alter, Zahl und Alter der unversorgten Familienmit-glieder, Dienstzeit bei welcher Truppe oder Branche, mitgemacht« Feldzüge, Verwundungen, Decorationen, die GesundheitSumstänre und Erw«rb»sähigkeit, eigene« Ver-mögen und schließlich ob der Bittsteller eine staatliche oder sonstige Beihilfe b.zieht, beziehungsweise eine solche erhalten hat. Die Gesuche müssen mit dem vorge-schriebenen Stempel versehen oder aber hinsichtlich der StempelfreiheU wegen Armut von der kompetenten Be-hörde rlausuliert sein. ?sändbarkett der ?rivatS,amtengehalte. Nach einer oberstgerichilichen Entscheidung sind Ge-halte von nicht dauernd angestellten Prioatdeamten bei Fragen der Pfänddarkeit den GeHallen der dauernd angestellten gleichzustellen. Für privilegierte Forderungen, wie Alimente, Steuern u. f. w. müssen auch bei nicht dauernd Bediensteten 400 Kronen, beziehungsweise 800 Kr. des jährlichen Gehalte» von der Exekution frei bleiben. Alte uttb neue Arachtbriefe. Die mit der Verordnung de» Handelsministeriums vom 10. De-cember 1892, R.-G.-Bl. Nr. 207, eingeführten Frachtbriefsormulare mit dem in der Rechnung auf österr. Währung lautenden Vordrucke sind laut Finanz-Ministerial-Kundmachuna vom 19. Oktober 1899, V.-Bl. Nr. L03. mit 31. December 1899 außer Gebrauch gesetzt worden. Die unverwendet gebliebenen können zufolge Finanz-Minifterial-Ver« ordnnng vom 13. November 1899. R.-G.-Bl. Nr. 230, V.-Bl. Nr. 230, unter den üblichen Bedingungen und Vorsichten bi» Ende März IS00 bei den hiezu berufenen Aemtern gegen die mit Verordnung deSEifenbadnministerium» vom 15. April 1898, R.-G.-Bl. Nr. 48. eingesührien Frachtbriefe mit dem in der Rechnung auf Kronen-Währung lautenden Vordrucke umgelauscht werden. Diese An-ordnung schließt selbstverständlich auch in sich, das» sür die Stempelzeichen, welche den in Privat-druckereien hergestellten altartigen Frachtbriefen ex 1692 von einem Stempelamie eingedrückt worden sind, bi» zum erwähnten Zeitpunkte die Ersatz-steuipelung geleistet wird. Die mit der letztbezogenen Verordnung de» Eisenbadnministerium» eingeführten Frachtbriefe ex 1898, unv zwar sowohl die in der Hof- und SlaatSdruckerei, al» auch in Privat-druckereien hergestellten, welche noch die alten Stempelzeichen in österr. Währung tragen, können trotz der Einführung neuer Stempelmarken in Kronen-Währung anstandslos weiter verwendet werden, und findet anläjslich letzterer Einführung kein Umtausch (keine Erfatzstempelung) statt. Aettaner Marktbericht. Der Auftrieb an Schweinen am 28. Februar d. I. betrug 401 Stück und wurden sämmtliche, bei billigen Preisen flott verkauft. Großen Einfluss auf die rasche Geschäftsabwicklung nahm die Note der k. k. nieder-österreichischen Statthallerei, mit welcher, mit Rück-ficht aus daS Zurückgehen der Schweinepest in Unter-steiermark verfügt wurde, das» die Ausfuhr von Schweinen au« dem politischen Bezirke Stadt Pettau nach Niederösterreich nunmehr frei ist. Der Freitag den 2. d. M. abgehaltene Fleisch- und Speckmärkt war infolge de« eingetretenen Schnee-weiter« weniger reich beschickt; nichtsdestoweniger aber war noch Ware genügend aufgebracht um die Käufer zu befriedigen. Größere Mengen giengen ab nach Wien, Graz Laibach. Mautern und Mittel-steiermark. Die Preise hielten: Speck von 50 kr. per Kilo. Schinken von 43 kr.. Schulter von 40 kr., Netzbraten von 65 kr. per Kilo. Schmeer von 50 kr. und Wurst fleisch von 50 kr. per Kilo. An Ge-flügel wurden aus den Markt gebracht ca. 800 Stück. Leider mangelte es an größeren Einkäufern. Nächster Schweinemarkt am 7. März. Fleisch« und Speckmärkt jeden Freitag. Geflügelmarkt jeden Mittwoch und Freitag. Eingesendet. (K ei l'S F u ß b o d en l ack) ist der vorzüglichste Anstrich für weiche Fußböden. Der Anstrich ist außerordentlich dauerhaft und trocknet sofort. Keil'S Fußbodenlack ist bei Traun & Stiger und bei Bic-tor Wogg in Cilli erhältlich. 3699 Hiermit ergeht an alle poetisch, schaffenden Lehrer und Lehrerinnen Deuisch-OesterreichS (Hoch-Mittel» Volks- und Bürgerschulen) die freundliche Aufforderung zur Mitarbeiterschast an dem Pracht-werke »Der Lehrer al» Dichter", ein Sammelwerk von Dichtungen au» der deutsch-österreichischen Lehrerwelt mit Porträttafeln sämmtlicher Mitar-beiter. herauSgeaeben von Herrn A. Kosel. Red. d. „Oesterreichischen Dichterbuch* und Emil Hos-mann, Bürgerschullehrer ic. in Wien. Die Einsendungen von erzählenden, lyrischen, pädagogisch-didaktischen Dichtungen und Dialektgedichten sind zu richten an H. C. Kosel. Wien IV/,. Neugasse 18a. Ausführliche Prospecie, sowie Formulare sür bio-und bibliographische Notizen werden allen Mitarbeitern zugeschickt werden. Zur Gehaltsregulierung der Hilfs-Beamten. Der Centralvcrein der Hilf«beamten der k. k. Mini-sterien und k. k. Behörden In Wi«n, IX., Währinger-straß« Nr. 26 (Mozarthof) versendet mittelst «in«S Rundschreibens die beiden im Abgeordnetenhause in der XVI. Session eingebrachten Gesetzentwürfe — betreffend die Regelung der Stellung und der Bezüge der nicht-activen Staat«bedienstct«n (Diurnisten und Calculanten). — Bisher sind bereit« von 3500 Kollegen Unterschriften eingelangt, welch« sich für die dringlich« Behandlung de« — von d«n RiichSra«h»abzcordn«lea Dr. Pommer, von Peßler, von Hoffmann-Wellenhof, Heeger, Dr. Sylvester und Genossen, am 21. November v. I. ein» gebrachten und über Antrag de« Reich«rath«abgeordnite» Dr. Pommer am 6. Deremb«r 1899 mit Umgehung der ersten Lesung — dem Budget-AuSfchufs« zugewiesene» Gesetzentwurfes auSzusprechen. Au« vielen Kronländern sind di« Unterschrift«» noch ausständig. AuS Galizien sind berrit« 1700 Unterschriften eingelangt und e« laufen noch immer welche von dort ein. Tollegen CiSleithanienS am Sitze einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichte» und einer Steuerbehörde, wo sich mehrere HitfSbeamte be« finden — die sich der Mühe unterziehen wollen, die Unterschriften einzusammeln — mögen so rafch al» möglich ihre Adresse an den Eentral-Verein einsenden, da mit ihnen die Gesetzentwürfe zur Einsicht und Unter-fchrift übermittelt werden. Die gesammelten Unterschriften werden durch eine Abordnung deS Vereine«, bei Wiedereröffnung de« Par-lamente«, dem Budget-ÄuSschusse mit der Bitte um ehethunlichste Behandlung de« dort ruhenden Sesetzem-würfe« übermittelt. Den PostmanipulationSdiurniste» EiSleithanicn«, wird in ihrem eigenen Interesse an» Herz gelegt, sich der Artion anzuschließen. College»! Einigkeit macht stark! Seid einigt dann ist Aussicht vorbanden, das« unsere gerechte» Forderungen endlich einmal Beachtung finde» und unsere materielle Lage eine Besserung erfährt. Provinzblätter werden freundlichst ersuchr, Bor» stehende« ungekürzt zum Abdruck zu bringen. Die Zusammenkünfte der Mitglieder finden jede» SamStag um halb 8 Uhr Abend«, im VereinSlvkale IX. Währingerstraße Nr. 26 statt, wohin auch alle Zuschriften zu richten sind. vermischtes. Hegen die Heiratsannoncen der Hfficiere. Da« ReichSkrieg«ministerium hat folgenden Erlas« heraus-gegeben: „Da« ReichSkriegSministerium hat in neu:r«r Zeit mit Befremden die Wahrnehmung gemacht, dass in den TageSjournalen zahlreiche Annoncen sich vor-finden, in welchen Officiere unter Angabe finanzieller Bedingungen ihre Heiratsabsichten ankündigen. Um tat geschilderten Unfug ein Ende zu machen, wird daS Ministerium in Zukunft die Schuldtragenden strengste,» zur Verantwortung ziehen.* Aufmerksamer Schwiegersohn. Durch d» Pariser Presse geht folgendes nette« Geschichtchen: Kürzlich wurde Dr. B zu «in«r Baronin g«ruf«n, die über starke» Kopfweh, Gliederschmerzen und allgemeine Schwäch» klagte. In der Erwartung, der Arzt werde Influenz» konstatieren, irrte sich Madame aber. .Ich werde Ihm» sagen, wa« Sie thun müssen, um sich in wenigen Stunde» wieder wohlauf zu fühlen." »Schaffen Sie jeae». amerikanischen Ofen dort ab, der die Luft im Zimmer mit schädlichen Gasen erfüllt. Diese mod«rne» «oblcm öfen sind wahre Giftreservoire, die kein menschlich«» Wesen, dem an langer Lebensdauer etwa« gelegen ift, in seiner Nähe dulden dürfte." „Der Ofen aber tat 120 Franc« gekostet," protestierte die Baronin. «gal, besser die größte Geldsumme verlieren al« 9» sundheit und Leben. Hier haben Sie 25 Franc», über» lassen Sie mir dafür den Ofe»." Die Dame wiZi^c ein und der Doctor ließ den Ofen abholen. Nach wenigen Tagen begab sich die einen Wohnungswechsel beabsichtigende Aristokratin auf die Suche nach ei«» neuen LogiS. In einem Salon der ersten W°h„uf, die sie inspirierte, entdeckte sie ihren Ofen. .Wer woh« hier?" fragte sie die sie umherfübrende Diener». .Mm. E. . ., die Schwiegermutter de« berühmte, Dr. B. . lautete die respektvoll« Antwort. Mit einem verständnisinnigen Lächeln trat die Baronin i» den nächsten Salon. Schristtynm. „?Siener AlnSrierte Krane« - Zeit«««-» Familien- und Mode-Journal. Verlag M. Breittmur», Wien, IX Währingerstraße 5. Preis vierteljährig W d. Einzelne Hefte 15 kr. — Probenummer gratis wt räihtg in allen Buchhandlungen. Inhalt au« Heft II LenzeSstürme und HerzenSfrieden. Novelle von Slati Düsterhof. — Trinkspruch für ein junge« Mädchvu Von il. Mohr. — Die Schnurrbartbinde. — Räthsel. Von Jda Dieterich. — KonfirmationS-Anzüge. — tA Recken. — Etwas über Erkältung und ErkältungSfircht, Von Dr. med. Willm«. — Die Bewirtung bei Stach-gesellschaften. — Tafelschmuck. — Da» Perlhuhn. — Nützlich« Winke. — Menü. — Verschiedene«. — Bilderräthsel. — Modetheil, enthaltend über 60 ZI» strationen und einen Schnittmusterbogen. — Znsenl». PM» i 1 i p p^feustein^i p^nTrendeT^ülena Gute Uhren billig «ü SiHr. Ichrik». Watanttt *H. «ti ®rt»is!« 1 > \ ss\ X s \ \ xx.^s.rv\.vw « v \ vw v v v N N > N V > > V N N N. 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Die Kstarreicliisrhen Polizzen der „NEW-YORK" sind vom Momente der Ausstellung an . frei von jeder Beachr&Qkanj; in Bezog aas Beruf, Beschäftigung. Reisen, Lebunsgewohnheiten and Daell; sie sind bereits nach Einem Jahre unanfechtbar and in Fällen der Selbsttödtnng in vollem Versicherangs Betrage zahlbar. General-Direction für Oesterreich: WIEN, L, Graben 8 (im Palais der Gesellschaft). General-Ageitseliaft für Steiermark, Kärnten u. Xrain: Graz, Herrengasse 28 u. Psarr-gasse (neuer Thonethof). Hanns Konrad Chrenfabrlk o»d Goldwmreo -ICxportliaas Brtix (Böhmen). 0atrnxfct-Kr«.-IUt H. S-T&. 841 <£i[b?t-Ä»«.-Uot i. S'«u. (Sitltt eilbtrtttt« N. I SO. Mi£'n nicht die Verdauung, sind vollkommen unschädlich. Der veranckerten Form wegen werden diese Pillen selbst von Kindern gern genommen. Eine Schachtel, 15 Pillen enthaltend, kostet 15 kr., eine Rolle, die 8 Schachteln, demnach 120 Pillen enthllt. kostet nur 1 fl. S. W. BMqvi TrovlonsTQ ..Philipp Xeuatein's" abführende Pillen". IlLctll V Di lallte Xur echt, wenn jede Schachtel auf der KCckeeite mit unserer gesetzlich protocollierten Schutzmarke „Heil. Leopold" in rothschwarzem Druct verseben ist. Unsere registrierten Schachteln, Anweisungen und Emballagen müssen die Unterschrift ..Philipp Neustein, Apotheker14 enthalten. Philipp licaiolelii'N Apotheke zum »heiligen Leopold", Wien, 1., Plankengasse 6, Depot ir. Cilli bei Herrn Adolf Marek's Nachfolger, K. Rauscher, Apotheker. 4818-25 LIHIMEHT. CAPSICICOMP. (Tinis^rt>n! $nf. pr. J. SiBflff, Sermsnn Bahr a. z>v. Heinrich Aontur. WrendrS, vollständig unabbäogigeS Organ für Politik, Volkswirtschaft, Wissenschast und Kunst. Stpfifrrb tir SVflnrritfi «>» : oWrmjäl|Hj f. 3'— — mt. 5-— buL postpflrto. Ssrft jc»< B-ckdandlon« »» »rjttbe«, lernt« »urch Mt KtntitftmUn „fit jj«ll" 101» », IX./3. Ho. 1. Neuestes! Das Jreiheitslied ® • •ober Auren Tomorifc v»u W. Z. de Nillier». Eingerichtet vom Kapellmeister (?mU Kaiser für Klavier..........45 h. 1 »ingstimme mit Klavierbegleitung 4» . Zither..........35 „ Männerchor (Partitur).....35 „ Sin,eine Sinasiimmen.....10 „ Bei Versandt in die Provinz um S Kreuzer, eingeschri.ben 15 Kreuzer mehr. Selbstverlag der „Ostdeutschen Rundschau*. Erhältlich in allen gröberen Mnjikalienliand-hingen und der Verwaltung der „Ostdeutschen NWDG?. 1 _ m >: i Ä X 1900 r föritfllkrt des „Teutschen Schul-J- wl ül lim I vereiueS" «nd iiseres Schiiyvereiues „Siidmark" bei Spiele» tnb Wetten, bei Festlichkeiten u. Testameuteu. sowie bei unverhoffte» tHewiausteu! Sicheren Erfolg bringen die allgemein bewährten Kaiser'«* Pfeffermiinz-Caramellen gegen Appetitlosigkeit, Magenweb und schlechtem, verdorbenen Magen echt in Patelen ä 20 Kreuzer bei B^umbach'S Erben Nachkolg. M. Rauscher, .Adler-Apolbeke' inl Cilli, Scbwarzl & Co, Apoldet.I »zurMariahils" in Cilli. 4Z4«—S7> ..Hentfche Wacht" 4llliiH<'lici 7O ltr. 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