Nr. 132._________Donnerstag, l2. Juni 1890. 109. Jahrgang. Mitlllchel MtMK. bsänumrrntillnspllis: Mit P ostvlilen dung : ganzjährig fi. 15, halbjährig fl. 7 5N. Im «lomptoir: »°nzjäl,r!n fi, n, halbjährig fi. 5 50. Mr die Zustellung in« Ha»» ganzjährig ff. l, - Insertlonsntbür: F<^ lleinc Inlcrate b!« zu 4 Zt!l,» ^5 lr,, grü^re pcr i^ile 8 lr,: bei öflercn Wiederholung!'!! per Zelle u lr. Die «Laibacher Zeitung, erscheint täglich mit Nuinahmc der 3onn. und Feiertage, Die «dm<»l»r»»«°» befindet sich «°nnle,«pl«tz 2, die Mtdaction Uahnh°fg°s,e »4. Sprechstunden der «ebactwn tiaNch v°n ln b>« 12 Uhr vormittag», - Unsranlierte Briefe werben nicht angenommen und Manuscriptr nich! ^irllclgeftellt Amtlicher Weis, Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Major des Infanterie <- Regiments Karl I. König von Rumänien Nr. 6 Heinrich Himmel den Adelstand mit dem Eradicate «Agisburg» allergnädigst zu verleihen geruht.__________ Se. k. und k. Apostolische Majestät habm mit Merhöchster Entschließung vom 6. Juni d. I. aller-gnädigst zu gestatten geruht, dass dem Rathe des Ober-'andesgerichteS in Graz Joseph Napreth aus An-lass der von ihm erbetenen Versehung in den dauern-beu Ruhestand der Ausdruck der Allerhöchsten Zufrieden-^'t mit seiner vieljährigeu treuen Dienstleistung bekannt-gegeben werde. ___________ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließuua vom 30. Mai d. I. den außerordentlichen Professor Adolph Ameseder zum "deutlichen Professor der Mathematik an der l. l. technischen Hochschule in Graz allerguädigst zu ernennen geruht. Oautsch m. p. Nichtamtlicher Weil. Unsere auswärtige Politik. Wien, 10. Juni. Das klare Bild unserer auswärtigen Lage, das b)e Ansprache des Monarchen an die beiden Delega-^nen entworfen, ist gestern in der Delegation des "eichsrathes von dem Leiter unserer auswärtigen Po-litil in umfassender Weise ausgeführt worden. Graf Mnoly hat kein Moment unbeleuchtet gelassen, wel« Kez zur vollen Klarstellung unserer auswärtigen Po« ^ll und unserer Position in Europa dienen kann: er ^t offen und gerade gesprochen, wie es seine Art ist Ud eben dadurch jeden Zweifel in der Auffassung seiner ^Uorte ausgeschlossen. , Die Grundlagen unserer Polltlk stnd — das konnte der Minister seinen erschöpfenden Ausführungen ."anschicken — dieselben geblieben, wie sie es im Vor-Me waren, eine Stetigkeit, die sich bei der Fest»gke,t M Klarheit unseres politischen Systems wohl von Mt versteht. Diese Grundlage ist nach wie vor das Fundnis mit dem deutschen Reich und Italien. D,e "eblingsbeschäftiauna gewisser publicistischer Tendenz- politiker ist es seit Jahr und Tag, in geheimnisvollen Andeutungen, pompösen Depeschen oder tiefsinnigen Be« trachtungen die Solidität dieses Bündnisses als gelockert darzustellen und eine neue politische Constella» tion in Europa anzukündigen. Jeder äußere Anlass, der sich nur halbwegs in Combination mit einer sol» chen Wendung mit der Wellpolitik bringen lässt, wird mit Wonne ergriffen, um in diesem Sinne Stimmung zu machen. Ist es Böswilligkeit oder die einfache Lust an politischen Sensationsmärchen, welche diese Gerüchte zeitigt — genug, sie kehren immer wieder und finden ihre naiven Leser. Dieses Vergnügen dürften die ge» strigen Aussprüche des Grafen Kälnoky auf lange hin« aus mit kräftigen Worten zerstört haben. Mit Nachdruck erklärte Graf Kälnoky. dass unsere Beziehungen zu dem deutschen Reiche niemals vertrauensvoller und fester waren wie heute und dass gerade dem hochbegabten und thatkräftigen Oberhaupte dieses Reiches ein hervorragendes Verdienst an der unveränderten Aufrechthaltuug und weiteren Vertiefung jener innigen Beziehungen gebürt. Das deutsch. österreichische Bündnis hat bereits manche Kraftprobe überzeugend bestanden: drei Kaiser hat es erlebt und den Weggang eines Staatsmannes von außerordentlicher Bedeutung überdauert, dessen Name allein ein System zu bedeuten schien und mit der Schöpfung der Allianz im innigsten Zusammen» hang bleibt. Diese Lebenskraft allein beweist, wie tief gewurzelt das Bündnis in dem Bewusstsein und im Herzen der Nationen, wie unerschütterlich es in seinem ganzen natürlichen Bestaube ist. Ein Bündnis von sol' cher Festigkeit bleibt unberührt durch den Wechsel von Personen, und hätten diese noch so bedeutsam ein-gegriffen in den Gang der Weltgeschichte. Mit besonderer Vorliebe hatte man da und dort seit dem Regierungsantritte Kaiser Wilhelm II. den Glauben genährt, als stünde der neue jugendliche Mon-arch der Allianz, welche ihm gewissermaßen als heiliges Vermächtnis seines Vaters und Großvaters über« liefert worden war, kühler gegenüber; erst in diesen Tagen waren wieder aus allerdings trüber Berliner Quelle allerlei interessante Neuigkeiten über eine neue Bündnisgruftpierung in die Welt geseht worden. Der Hinweis des Leiters unserer auswärtigen Politik auf die kraftvolle Persönlichkeit, die scharf ausgeprägte In« dividualität des regierenden deutschen Kaisers, welchem nichts ferner liegt, als Unklarheit und Zweideutigkeit, dürfte genügen, um das zu erhärten, was in unterrichteten Kreisen niemals in Zweifel gezogen worden war: Die durchaus sympathische, verlässliche und stand- hafte Haltung Wilhelm II. als Bundesgenosse Oester-reich-Ungarns. Wen die bisherige über alle sonstigen Wandlungen erhabene Dauerhaftigkeit der Tripell-Allianz noch nicht von der Unerschülterlichkeit dieses Friedens« Hundes überzeugt hat, der wird aus den Worten des Grafen Kälnoly diese Ueberzeugung schöpfen, und vergeblich werden in Zukunft alle Versuche bleiben, den Glauben und das Vertrauen der Völker in diese Allianz wankend zu machen. Wenn die mächtige Grundlage unserer auswärtigen Politik, der Dreibund, unverändert und unerschüttert fortbesteht, so haben sich, wie Graf Kälnoky versichern konnte, auch die freundlichen Beziehungen zu den anderen Staaten seit der letzten Delegations-Session nicht geändert, und unberührt ist insbesondere unser Verhältnis zu den Valkanstaaten geblieben, welche naturgemäß unsere aufmerksamste Theilnahme fordern. OesterreichUngarn hat es seit jeher zu seinem Grundsätze gemacht, die selbständige culturelle, materielle und politische Entwicklung dieser jungen Staalswesen auf dem Boden der bestehenden Rechtsverhältnisse in keiner Weise zu H?mm5n oder störend zu beeinflussen; es steht ihneu mit sympathischem Interesse gegenüber und hat nie den Versuch gemacht, ihre jugendliche Freiheit irgendwie einzudämmen. Mit besonderem Wohlwollen gedachte der Mini» ster auch heuer Bulgariens, dessen correcles Streben, dessen stetigen Fortschritt im Vorjahre die kaiserliche Ansprache an die in Wien versammelten Delegationen aufmunternd anerkannt hat. Seiher ist das Fürsten» thum nicht abgewichen von jenen Wegen; es vermeidet jede Abirrung, jedes bedenkliche Abenteuer auf politischem Gebiete und sucht nur die innere Konsolidierung, die civilisatorische Hebung des Landes, die culturelle Veredelung drs Volkes zu fördern. Die von einem Mitgliede der Delegation ausgefprochene Besorgnis, dass die Nichtanerkennung des Fürsten die wünschenswerte Stabilisierung der Verhältnisse hemme, Anschläge gegen die innere Ruhe fördern könnte, wurde von dem Minister mit leichter Mühe zerstreut. Der Mangel dieser Anerkennung, welcher in den Vorschriften des Berliner Vertrages feine Begründung findet und nur nach denselben zu beheben wäre. hat Bulgarien in seiner bisherigen Entfaltung nicht gehindert; er hat die Autorität der Regierung, wie gerade der Process Pa« nica bewiefen. nicht geschmälert und wirb auch einer gedeihlichen Zukunft des Landes nicht im Wege stehen, das in der That kräftig genug erscheint, seine Geschicke selbst zu bestimmen und mit eigener Hand seine Zu« k,lnft zu gestalten. Feuilleton. Schöne Zähne. Medicinische Plauderei. ,s. Wer wollte leugnen, dass gesunde Zähne zu den Schönheiten, der Menschen, zumal der Fraue» ge° Mn? «Sie lachte so hell, sie lachte so toll und m,t heißen Zähnen., singt schon Heine. Die welßen Wne sind es zumeist, die einen gute» Eindruck machen, °Aend schwarze Zähne nicht sonderlich anmulhend feinen. 2 . Gesunde Zähne gelten allgemein im Volke als ein ^"chen körperlicher Gesundheit. Und dies sind sie auch °s« l" That. Die Zähne haben jedoch mehr Feinde, ^ sonst Theile des Körpers. Sie sind der Hitze der ^lsen, der Kälte des Getränks ausgesetzt, die Uu-h."unft ihrer Besitzer nöthigt sie oft zu Kraftproben, .'. denen sie Schaden leiden — N"ssknacken und der-U'chen mehr. Namentlich aber finden sich in der Mundhöhle Gesunder zahlreiche Batterien, welche den 3?r°b (Caries). Mundentzündung (Stomatitis) und wichen erzeugen. . . ^ Die Mundhöhle, besonders wenn auf »hre Reim-" "9 nicht genügend geachtet wird. bietet einen außer« bys lllch Prächtig?,, Buden für Spaltpilz-Vegetationen lln,'s und die Zahl der Pilze, welche unter verschiedenen ^ 'landen sich da aufhalten können, ist enorm groß. " hat bis zum heutigen Tage über 50 verschiedener Arten ans den Mundsäften u. s. w. rein gezüchtet. Eine große Zahl dieser Mundpilze bewirkt die Bildung von Milchsäure und erlangt dadurch ihre hohe Bedeutung bei der Entstehung der Zahncaries, denn die Säure greift den Schmelz der Zähne an, indem sie ihn langsam auflöst. Gesunde Zähne zeigen die größte Widerstandskraft gegen Fäulnis, und es kommt nie vor, dass Zähne außerhalb der Mundhöhle durch Fäulnis. Verwesung oder Vermoderung zerstört werden. Tntzieht man aber den Zahnen die Kaltsalze, so geht die zurückbleibende organische Grundsubstanz unter geeigneten Umständen sehr schnell in Fäulnis über. Sehr bemerkenswert ist, dass die Säurebildung nicht in der freien Mundhöhle stattfindet, sondern in Vertiefungen, Zwischenräumen. Zahnhöhlen, da, wo durch mangelhafte Reinigung der Zähne Speisereste sitzen geblieben sind. Des Nachts wirkt diese Säure besonders stark, da sie nicht, wie am Tage. durch Essen, Trinken und durch die Speichel-absonderung fortgespült wird. Diese Stellen, in welchen durch die Gährung von Speiseristen eine beständige Säurebildnng stattfindet, sind die Ausgangspunkte der Zahncaries, und auf diese muss bei jedem Versuch, ihr vorzubeugen, die größte Aufmerksamkeit gelenkt werden. Die Entfernung der Speisereste sowie die Tödtung der Pilze ist von gleicher Bedeutung. Leider gibt es keine Mundwässer, welche so stark antiseptisch wirken, dass sie in kurzer Frist Batterien, geschweige denn zählebige Keime todten, ohne schädlichen Einfluss auf den Organismus des Menschen auszuüben. Man hat sogar Mundwasser mit QuccMbersublimat vorgeschlagen. Das aber heißt Teufel mit Beelzebub austreiben, denn die tägliche Anwendung des Sublimates muss schließlich zu einer Quecksilbervergiftung führen. Salicylsäure darf ebenfalls den Mundwässern nicht zugssetzt werden, da dieselbe — selbst wenn sie die Batterien tödtete — in ihrer Eigenschaft als Säure die Zähne ebenso scharf angreift, wie die Milch-säure, deren Entstehung sie verhindern soll. Man er« sieht aus diesen beiden Beispielen, welch unvernünftige Heilvorschläge gemacht unt> ohne Prüfung durch die Presse veröffentlicht werden. Als Zahnpulver sind zwei abwechselnd zu gebrauchende Pulver zu benutzen. Das eine ist chemisch reiner, phosvhorsciurer Kalk, den man in der Apotheke mit ein wmig Thymol (0 01 Thymol auf 25 Kalk) verreiben lassen kann. Das zweite Pulver ist reiner, fein gestoßmer Milchzucker. Bei Anwendung desselben tritt die mkchanische Wirkung in den Hintergrund, die lösende Wirkung dagegen in den Vordergrund. Wenn man die Zahnbürste, welche lieber weich als hartborstig sein sollte, recht zu führen versteht, so wird man finden, dass die Kalkabsonderung in den Zahnfugen in kurzer Zeit aufgelöst ist. Nach der Reinigung sollte man die Zähne noch mit dem Handtuch überputzen, wodurch auch noch Unreinigkeiten, welche durch Bürsten und Spülen nicht beseitigt wurden, entfernt werden. Bimsstein. Kreide. Magnesia sind als Puhmittel zu verwerfen, da sie bei längerem, öfterem Gebrauche Laibacher Zeitung Nr. 132. 1092 12. Juni 1890. Nicht so erfreulich und befriedigend klangen die Worte, welche der Leiter unserer auswärtigen Politik dem benachbarten serbischen Königreiche widmete. Oesterreich-Ungarn hat es wahrhaftig zu keiner Zeit an Be-weisen einer besonders wohlwollenden Freundschaft fiir diesen Nachbar fehlen lassen, welcher in jüngster Zeit namentlich in der Presse ein besonderes Talent der Undankbarkeit entwickelt. Die Sympathie uuserer Monarchie hat dem jungen Königreiche vortreffliche Früchte getragen und ist ihm in musterhafter Langmnth selbst dann noch bewahrt geblieben, als man in manchen Kreisen Serbiens die Verleumdung und Beschimpfung des großen Nachbarreiches als politischen Sport betrieb. Die Sache war ja gefahrlos, da man mit cyrillischen Lettern keine Regimenter vernichtet und zerschlagene Fensterscheiben keine verlorenen Schlachten bedenten. Graf Kälnoky charakterisierte kräftig und energisch, wie es die traurigen Helden der serbischen Press-Armee verdienen, die Excesse der Belgrader Journale, denen die Regentschaft und das Ministerium, wie man annehmen muss, wehrlos und rathlos gegenüberstehen, und konnte nur nachdrücklich der Hoffnung Aus» druck geben, dass in Zukunft diese maßgebenden Kreise des Königreiches sich denn doch zu einiger Thatkraft ermannen und das zügellose Treiben jener Tapferen in irgend einer Weise paralysieren werden. Wir wissen allerdings, dass die vorjährigen Umwälzungen in Serbien, der Wechsel auf dem Throne, im Ministerium und in den Parteiverhältnissen auch einen starken Wechsel in der äußerlichen Stellung Serbiens zu unserer Monarchie mit sich gebracht haben. Ganz falsch aber wäre es anzunehmen, dass die guten Beziehungen zu Russland, die man jetzt mit Emsigkeit pflegt, gleichbedeutend mit schlechten Beziehungen zu Oesterreich'Ungarn sein müssten. Unsere Regierung selbst war es — wie Graf Kälnoky betonte — welche Serbien jene Beziehungen angerathen hat; niemals hat sie das Monopol serbischer Sympathien für sich in Anspruch genommen oder schmerzlich vermisst, wie man in Belgrad zu vermuthen scheint. Jedenfalls werden wir die Verminderung dieser Sympathien mit Würde ertragen. Was wir erwarten müssen, ist lediglich eine deutlichere und werkthätige Kundgebung des guten Willens der maßgebenden serbischen Kreise, jene guten Beziehungen zu unserer Monarchie zu pflegen, welche für sie am wertvollsten sind. Die Ausführungen des Grafen Kälnoky haben die Delegationen davon überzeugt, dass die Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten in einer festen Hand ruht, von der Erkenntnis uuserer wahren Interessen getragen und klaren, bestimmten Zielen zugewandt ist. Man sieht unsere Monarchie als ein mächtiges und angesehenes Glied jenes Bundes, welcher den Frieden Europa's verbürgt, ihre Politik ist frei von Schwankurgen, frei von jeder Selbfttäufchung, jeder Schwäche und Unklarheit in ihrer Richtung. Sie hat sich in ernsten Zeiten bewährt und verdient die vertrauensvolle Unterstützung, welche ihr die Delegationen und mit ihnen die Völker des Reiches durch Gewährung jener Mittel bieten, deren Sie zur Aufrechterhaltung unserer Machtstellung bedarf. Schon gestern hat sich unter dem großen Eindrucke der Mittheilungen des Ministers das Vertrauen der Delegation in diese Politik unzweideutig geoffen« bart. Die einstimmige Bewilligung des erhöhten Dis-positiontfondes bedeutete ein offenes Vertrauensvotum kür den Leiter unserer auswärtigen Angelegenheiten, dessen Politik heute wohl im vollen Einklänge steht mit den Bedürfnissen des Reichls und der politischen Ueberzeugung der überwältigenden Mehrheit unseres Volkes. ' ____________ Sanitäre Maßregeln bei fabritsmiißigen Betliebsanlagen. Der oberste Sanitätsrath hat die Aufmerksamkeit des l. k. Ministeriums des Innern auf die sanitären Missstände gelenkt, welche bei den meisten Industriebetrieben, insbesondere Fabriken (Spiritusbrennereien, Zuckerraffinerien, Brauereien, Gerbereien, Leimfabrikcn, Spodmmfabrilen u. dgl.), wo organische Stoffe verarbeitet und große Mengen von Abfallwässern erzeugt werden, durch die Entwicklung übelriechender Gase und Dämpfe sowie durch Verpestung der Wasserläufe verursacht werden. Hierbei wurde betont, dass diese Belästigungen und Missstände nachträglich mit den Mitteln, welche Wissenschaft und Technik heute an die Hand geben und mit Rücksicht auf den dafür erforderlichen Geldaufwand überhaupt anwendbar sind, entweder gar nicht oder wenig« stens nicht in ausreichendem Maße zu beseitigen sind. Dem obersten Sanitätsrathe erscheint eS deshalb von größter Wichtigkeit, dass seitens der Gewerbebehörden bei der Neuconcessionierung derartiger Fabriksbetriebe mit äußerster Vorsicht und Strenge vorgegangen werde, dass die Netriebsanlage insbesondere nur dann genehmigt werde, wenn das Fabrilsgrundstück in beträchtlicher Entfernung von Ortschaften und außerhalb der vorherrschenden Windrichtung der nächstgelegenen Ortschaft liegt, wenn ferner zur unschädlichen Beseitigung der Abwässer entweder Wasserläufe mit großem Wasferquantum und bedeutender Strömungsgeschwindigkeit oder Grundstücke von ausreichender Größe und geeigneter Beschaffenheit für Berieselungs'Anlagen zu Gebote stehen. Das l. k. Ministerium des Innern hat die Anerkennung der sanitären Bedeutung dieser vom obersten Sanitätsrathe vorgeschlagenen Maßregeln im Einvernehmen mit den Ministerien des Handels und des Ackerbaues die Gewerbebehörden angewiesen, bei den Verhandlungen, welche die Erhebung der gulässigkeit der Genehmigung von neuen gewerblichen Vetriebsanlagen der erwähnten Art und des damit im Zusammenhange stehenden wasserrechtlichen Consenses betreffen, die sich ergebenden, von Nmtswegen wahrzunehmenden sanitären Rücksichten genauestens zu wahren und sich hierbei die vom obersten Sanitätsrathe empfohlenen Gesichtspunkte, soweit es irgend thunlich ist, ohne die Entwicklung der Industrie allzusehr zu beeinträchtigen, gegenwärtig zu halten. Politische Ueberficht. (Aus den Delegationen.) Au« Budapest wird uns telegraphisch berichtet: Im Heeresausschusse der ungarischen Delegation erklärten die Delegierten Pulszky und Hollan das Budget des Kriegsministers als gerechtfertigt. Gegenüber den Einwendungen der Delegierten Hegedüs, Bolgar. Beö'thy und Wahrmann erklärte der Kriegsminister Freiherr von Bauer, man konnte zur Zeit der Anfertigung des Eilf-Millimeter« Gewehres nicht voraussehen, dass die Frage des Klein« calibers so schnell gelöst werden würde. Bezüglich der Festungen gelte wie für das Heer überhaupt der Grundsatz, dass sie in der Entwicklung nicht zurück« bleiben dürfen. Der Minister vertheidigte weiters das rauchlofe Pulver und setzte dessen zahlreiche Vortheile auseinander. Eine entsprechende Umgestaltung der Gewehre sei leicht und koste per Stück nur einen Gulden; die Kosten für das rauchlose Pulver seien beiläufig sechsmal größer als jene für das schwarze Schießpulver. Der Minister gab schließlich Aufklärungen über die Arbeiten bei deu galizischen Befestigungsbauten und erklärte sich bereit, die Mängel der schrift" lichen Motivieruug vor der Delegation durch münd« liche Ergänzung zu beheben. Der Voranschlag wurde im allgemeinen angenommen. Morgen findet die Spe/ cialdebatte statt. — Der Budgetausschuss der österrei' ch,schm Delegation verhandelte über das Marine^ Budget. Admiral Baron Sterneck erklärte, Ende 189U oder Anfang 1891 werden drei Kriegsschiffe sich außerhalb des Mittelmeeres befinden. Demnächst wird eine größere Escadre die Häfen des Mittelme^res, Frankreichs, Englands. Hollands und Dänemarks berühren und bis Kiel gehen. Im Inlande wird eine größere Torpedobootsflottille behufs Instruction des Personals im Dienste gehalten. Größere Leistungen seien mit Rücksicht auf die Dotationsmittel unmöglich. Das Marine-Budget wurde sodann unverändert angenommen. Referent Baron Reinelt und Delegierter Baron Chlu-mecky coustatierten mit Befriedigung die seltene Klar-heit und Genauigkeit des Marine-Budgets und dle Beobachtung möglichster Rücksicht auf' die Staats' finanzen bei Completierung und Iustandhaltuug des Kriegsmaterials. (Zur Regelung der Valuta.) Aus Budapest wird berichtet, dass der Staatssecretär Dr. Lanq, welcher im Auftrage des ungarischen Finanzministers Dr. Wekerle in Wien Verhandlungen mit dem österreichischen Fmanzminister Dr. von Dunajewsli inbetrefl der für den Herbst einzuberufenden Enquete gepflog/" hat, das beste Entgegenkommen fand. Daralls lässt sich der Schluss ziehen, dass, da Ungarn die E>"' berufung zweier getreunter Enqueten wünscht, in j^^ der beiden Reichshälsteu eine besondere Versammlung von Fachkundigen behufs Berathung der zur Herstellung der Metallgeld - Circulation erforderlichen Maßregeln wird einberufen werden. (Wählerversammlung in Cilli.) Vor einer zahlreich besuchten Wählerversammlung erstattete vorgestern abends der Bürgermeister und Landtags' abgeordnete Dr. Neckermann in El'lli seinen Rechet schaftsbericht. Dr. Heckermann gab einen Rückblick über die letzte sechsjährige Periode des Landtages und beleuchtete die Fortschritte, die das Land auf dem fi»^ ziellen Gebiete und speciell auf dem Gebiete des U«^ richtes, des Armen-, Versorgung«- und Irrenwesens g^ macht hat. Dr. Schurbi beantragte, Dr. Neckermann da» vollste Vertrauen der Versammlung auszusprechen, lv<^ einstimmig angenommen wurde. Dr. Neckcrmann ve^ sprach, nach wie vor für den Fortschritt und das DelM thum einzutreten. . (Zur Errichtung von Aerzteka mmerl'-/ Das medicinische Doctoren - Collegium in Wien berui für den 16. d. M. eine außerordentliche Getter „ Versammlung ein, in welcher zu der vielerörterte Frage, betreffend die Errichtung von AerztckammelN, Stellung genommen werden soll. Wie verlautet, w" der General - Versammlung eine Resolution vorgeleg werden, des Inhalts, es sei die Errichtung von slerzt kammern im Sinne des vom Reichsraths-Abgeordnete Dr. Roser ausgearbeiteten Tntwurfes anzustreben. (Der Olmützer Gemeinderath) hat ", schlössen, anlässlich der Vermählung Ihrer l. "Nd ^ Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Mar den Zahnschmelz zuletzt angreifen. Bei Traubencuren, bei dem Genusse von Obst sorge man dafür, sei es durch Seife oder durch eiue Spur doppeltkohlensaures Natron in Wasser, die Säure, welche im Munde, im Speichel, zwischen den Zähnen zurückblieb, sobald wie möglich abzustumpfen. Der schädlichen Einflüsse auf die Zähne gibt es jedoch mehr. als man denkt, und nur nach und nach gelingt es der Beobachtung, einzelne derselben au das Licht zu fördern. Hierher gehören die Beobachtungen eines berühmten Arztes, der eine Entzünduug des Kiefers bei einem Manne behandelte, welcher, als Raucher die üble Gewohnheit hatte, Phosphorzündhölzer in seinen Taschen zu tragen. Ihm selbst sind zu einer Zeit. wo er gewohnt war, stets ein oder mehrere Päckchen Zündhölzer offen neben dem Bette liegen zu haben, in Zeit von wenigen Monaten acht Backzähne abgebröckelt, und haben die Stümpfe Eiterungen in deu Zahnfächern unterhalten, bis er dieselben ausziehen ließ. Aehnliche Wahrnehmungen, auch bei viel leichteren Fällen von Zahnverderbuis, brachten ihn auf den Gedanken, dass die Ausdünstung der Phosphorstreichhölzer — auch die mancher Streichdeckel für schwedische Zündhölzer — so-ftrn dieselbe in bewohnten Räumen sich ausbreitet, für die Zähne schädlich sein könne. Es kann diese Annahme nichts Auffallendes haben, denn auch bei den Arbeitern der Phosphorzüudholz« Fabriken beginut die ihnen eigenthümliche Kieferertran-tung — die Phosvhornekrose — stets mit Verderbnis der Zähne, und wenn die Phosphorarbeiter bei diesem Stande der Krankheit die schädliche Beschäftigung auf' geben, so kann es auch bei ihnen mit Verderbnis der Zähne sein Bewenden haben. Es kommt freilich vor. dass, wenn sie die verdorbenen Stümpfe ausziehen lassen, dann noch einzelne Zahnfächer eitern, bis Stücke davon sich losstoßen — aber das wird auch bei anderen Leuten, als nur gerade bei Phosphorarbeitern, nicht zu fetten beobachtet. Nimmt man nun an, dass der Dunst der Phosphorstreichhölzchen den Zähnen schädlich sein könne, so würde es sich erklären, wie Anfang der sechziger Jahre in Zürich die jetzt veraltete Rede hat aufkommen können, die Züricher jungen Leute habeu den Ruhm, die schlechtesten Zähne zu besitzen — es sind damals auch in Zürich die meisten Fälle von Phosphornekrose zur Behandlung gekommen — denn einer der ersten Erfinder und Verfertiger der Phosphorstreichhölzchen, Kammerer aus Ludwigsburg, hat in Zürich gelebt, und nirgends wohl sind in den fünfziger Jahren und schon vorher so viele kleine Zündholzfabrilen entstanden und haben die Phosphorzündhölzchen so schnell, so allgemein und so massenhaft Eingang in alle Schlafuno Wohnräume gefunden, als gerade in Zürich. Jedenfalls wird man gut thun, schon jetzt, ehe noch die bakteriologischen Arbeiten ein abschließendes Resultat ergeben, alle PtMphorzündhölzer aus den Wohnräumen, namentlich aus deu Schlafzimmern entfernt zu halten, zumal wenn in der Familie das Zahuwachsthum zu wünschen übrig lässt. U. 1'. Nachdruck »«boten- Merstoßen nnö verlassen. Noman von Emile Nichebourg. (43. Fortsehunn.) VII. Der Marquis von Premorin hatte einen SW gehabt, den er zärtlich liebte. Wie es m alten Miel familien Sitte ist, war, als der letztere und A""^ zz von Saulieu noch Kinder, zwischen dem alten ^a^ und der Marquise. Gabriele's Mutter, bereits ein Ueor einkommen getroffen, dass beide sich einst hkl'A". ,,tt so auf das engste das Band der Zusammengehörig schließdu sollten, welches die Familie Premonn "' Saulieu vou je her verknüpfte. Gabriele's unselige ^ gung für den Vicomte von Merulle hatte den ln»» gehegten Plan vereitelt. Die Marquise iu ihrem ö" hatte ihre Tochter verflucht und verstoßen. HeN " Premorin aber hatte der unglücklichen Mutter die " fühle bisheriger Zuneigung nicht allein bewahrt, selben hatten sich, wenn möglich, im Laufe der ^ " noch gesteigert und waren die des herMU " zz gefühls geworden. Und doch hätte der alte M«^ Grund gehabt, der Familie Saulieu zu grollen, Gabriele's Abweisuug trieb Sosthene von PM" ^ der das junge Mädchen aufrichtig «el'ebt ya"r.^ Verzweiflung und seinem Verderben in dle Armr- ^ dem Verlangen getrieben, Vergessenheit zu. sitcye«' ^ lieh der juuge Mann Paris und Frankreich. "" .^ Reise nach Spanien anzutreten. In Madrid 1"ul Palbllcher Zeitung Nr. 132. 1093 12. Juni 1890. Valerie eine den Namen der Erzherzogin führende Nnisenmädchen-Stiftung im Betrage von 3000 fl. zu gründen und an das Allerhöchste Herrscherpaar sowie an das höchste Brautpaar Adressen zu richten. (Das ungarische Amtsblatt) veröffentlicht eine Verordnung des Ackerbauministers, nach Welcher bis auf weiteres Schweinetransporte aus Serbien zurückzuweisen sind, wenn sich in denselben auch nur ein krankes Stück oder eiu solches rumänischer Provenienz befindet. (Bismarcks Ausscheiden.) In der vor-gestrigen Sitzung des Herrenhauses dls deutschen Reichs« toges hielt Kanzler v. Caprivi eine Aufsehen erregende Nche. Er erklärtt, den Zukunflsplänen des Kriegsministers werde eine übertriebene Bedeutung beigelegt. Diese seien nur schätzbare Ideen und wurden dem NeiHMge bloß mitgetheilt, weil die Regierung volle Offenheit wolle. Erst wenn diese Ideen verwirklicht werden sollten, wäre die Finanzfrage zu erwägen. Die iehige Vorlage mache Compensations noch nicht nothwendig. Er lasse im Kauzleramte keineswegs die militärischen Neignngen überwiegen, er sei auch »icht der Urheber dir Vorlage uud habe dieselbe erst aufgenom. wen. nachdem Fürst Bismarck sie gutgeheißen habe. Das Ausscheide» des Fürsten Bismarck aus dem Reichs-bleuste hinterließ Verhältnisse, welche noch nicht so sicher wie zur Zeit seien, da sem>> fascimierende Gestalt noch vor der Welt stand. General v. Caprivi fuhr fort: 'Ich verstehe, wenn Sie es wüulchcn. das« es nicht so ^kommen wäre, oder dass er zurückkomme. Aber ein» Mal musste es doch so kommen. Die einfachste» Geschäfte fallen uns heute noch recht schwer, weil sein Gewicht nicht mehr in die Wagschale fällt. Lassen wir Jahr und Tag ins Land gehen, da werde ich. wenn es sein nmss, hier den Kampf mit den Gegensätze!» aufnehmen. Abg. Windthorst meinte, Herr v. Caprivi überschätze die Schwierigkeiten infolge Bismarcks Ausscheiden. Auch Caprivi's Stimme werde im Auslande ebenso eindringlich vernommen, wie die Bismarcks. Aber die Opposition gegen die Vorlage wachse im Lande; wenn die Regierung keine Concessionen mache, wisse man uicht, was werden solle. Abgeordneter Ben-"lgsen erklärte, die neuen Fordernngen könnten nicht Zne eine Compensation gestellt werden. Abgeordneter Achter erklärte Bismarcks Austritt war eine unbedingte Nothwendigkeit, a„ rinr Wiederkehr Vismarcks sel nicht zu denken. Ee wäre für den Frieden nützlicher, wenn ^ Friedrichsrnhe weniger in auswärtiger Politik ge» wacht würde. (Bulgarien.) Berichte aus Sofia schildern d,e überaus warme Aufnahme, welche Fürst Ferdinand von Bulgarien anlässlich seiner vorgestrigen Fahrt nach Vraw zur Enthüllung des Votjev-Deukmales bei der ^Mkerung gefunden hat. In Vraila selbst, welches 'lüher als eine der russcnfreundlichsten Städte Bul-Aliens galt, brachte man dem jungen Fürsten eine wahre Vegeisternng entgegen. Der bulgarische Patriot "hrisio Voljev ist am 27. Mai 1876 unter den Streichen Attischer Soldaten gefallen. Sowohl die Ansprachen ,beb Fürsten bei der Denkmal-Enthüllung und der Festal als die Tischrede des Minister Präsidenten Stam-°?lov schlugen einen starken patriotischen Ton an. Der ?°ast auf den Landesfürsten fand enthusiastischen Wieder-^ll. Der Fürst ist wieder nach Sofia zurückgelehrt. ^n Geschick ereilen. Eine^jünge Creolin — wenigstens N°b sie sich dafür aus — wusste ihn so zu fesseln, dass " s'ch bald unlösbar in ihren Banden gefangen sah. Charlotte — so nannte sie sich — gab vor, der adell-^ Familie Lerida anzugchöreu. Genauere Forschung Atte ergeben, dass sie die Tochter eines Pariser Bau-"bernehniers. Letellier mit Namen. sei. welcher nach verun-Mckten Sftecnlationen seinem Leben ein Ende gemacht, worauf seme Tochter als eine geborene Abenteurerin zuerst " Paris, dann in Madrid ihr Unwesen getrieben hatte. ' Schlau genug, die Vortheile einer Verbindung "lt dem Sohne des Marquis von Premorin vollständig " "messen, hatte sie ihre Rolle meisterhaft gespielt, '° dass. als Sosthene mit ihr. die er für seine Frau ^Nav, nach Paris zurückkehrte, er vollständig in chrer ^walt war. Verblendet wie er war. sah er nicht, wie ^W Mid mit ihm spielte. Es sollte ihm auch nicht "z Zeit bleiben, erkennen zn lernen, dass er das Opser ^rr modernen Messaliue geworden sei. Bei einem Mausflug sank er plötzlich, von einem Schuss ge-<>°lfen. todt zur Erde. Die näheren Ursachen seines ^de» wurden nie bekannt, aber man witterte ein Ver-s/echen. Ein Iagdtrciber wurde der Ermorduug So-' Mie von Prem'orins geziehen und von den Assisen lebenslänglicher Zwangsarbeit vcrnrtheilt. ^ Der Marquis trauerte klagelos, aber desto tiefer tz" Wnen Sohn. Die Fran aber. welche seine ihm m ln« ^ angetrante Gattin zn sein behauptete, that tnr ' "ls wenn sie einen Gatten verloren habe. Nur i^e Zeit entfernte sie sich von Paris, um sich in l«b? Gewohnheiten nicht einschränken zu müssen, dann l>°^,^ "ach der Metropole zurück, um sich mit, ver. sjMltem Eifer in die vielen Vergnügungen der Welt-"in stürzen. (Im englischen Unterhanse) erklinte Fergusson, die Regierung habe keine Iuformationen von irgendwelchen dentschcn Expeditionen nördlich uub hiuter dem Gebiete der Südafrikanischen Gesellschaft. Zwischc«, England und Deutschland sei vereinbart worden, soweit als möglich den «t,atu« ^uo hinsichtlich der in Frage stehenden Gebiete aufrechtzuerhalten. (Eine Rede des Königs Milan.) König Milan hielt bei der Centennarfeier in Oabac eine Rede, worin er sagte, er erblicke an Serbiens politischem Horizont viele schwarze Punkte, wodurch auch die Dynastie Obrenovic bedroht sei, er vertraue aber auf die Regentschaft und die Armee. Der Rede folgte demonstrativer Beifall. Ministerpräsident Gruic repli-cierte. die dynastische Frage existiere im Volle nicht. (In der italienischen Kammer) macht sich eine Bewegung für die Herabsetzung der Militär« dieostzeit auf zwei Jahre geltend, und wird diese For« derung hauptsächlich mit Ersparungsrücksichten begründet. Der Kriegsminister nimmt gegen die Verkürzung der Dienstzeit entschieden Stellung. (Major Wiß mann) ist vorgestern in Kairo eingetroffen und wurde vou der deutschen Colouie und hervorragenden Persönlichkeiten anderer Nationen, da-runter auch von Casati, auf das herzlichste begrüßt. Er reist am Ende dieser Woche nach Berlin weiter. (Der schweizerische Nationalrath) stimmte dem entsprechenden früheren Beschlusse des Ständerathes inbetreff der Gründung eines National museums mit 77 gegen 26 Stimmen zu. LlMsuelligleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Orazer Morgenpost» meldet, den Feuerwehren in St. Johann und in Haus zur Anschaffung von Lösch» requisite» je 60 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Agramer Zeitmig, meldet, für die Restaurierung der römisch»katholische», Pfarrkirche von Korenica 100 fl. zu spenden geruht. — (Ein Schadenersatzproces« gegen Edison.) Nicht nur Librettisten, auch Erfinder müssen sich gefallen lassen, dass man ihnen die Originalität ihrer Werke bestreitet. So hat ein Herr Waller K. Free» mann eine Klage gegen die Gesellschaft zur Ausnützung des Edison'schen Patentes erhoben, indem er behauptet, die Glühlichtlampe vor Thomas Edison im August 1876 erfunden zu haben. Er will seine Lampe an Edison gesandt haben, der dann, um zwei Jahre später, sie als seine eigene Erfindung ausgegeben habe. Free-mann erhebt gegen Edisun den Vorwurf, dass dieser ihm 50.000 Dollars anbot, wenn er verschweige, dass er der wirkliche Elfinder sei und die Lampe an Edison gesandt habe. Der Kläger verlangt 160.000 Dollars Schaden, ersah. — (Tob durch Verschlucken von Kirsch, kernen.) Dir üble Gewohnheit, die Kirschen sammt den Kernen zu verschlucken, hat bekanntlich schon so manches Unheil angerichtet. Es ist gar nicht selten, dass Kinder und Erwachsene das Verschlucken von Obstkernen mit dem Leben einbüßen müssen. So hatte Hofrath Professor Ihrer Verbiudimg mit Sosthene von Premorin war ein Kiud entsprossen, und es war kein Wunder, dafs Cöcile in den Fußstapfen der Mutter weiter wandelte. Kaum dass sie heranwuchs, nahm sie an allen Vergnügungen, welche die Mutter besuchte, theil, und die 'Gräfin Prcmorin und ihre Tochter waren in der modernen Pariser Welt bald so bekannt wie ihr Name. Dennoch waren es gewisse Kreise, von welchen beide gewissermaßen ausgeschlossen waren, aber die kluge Charlotte Letellier that. als wenn sie das gar uicht bemerkte. Mit herablassender Huld wandte sie sich solchen Mitgliedern der Gesellschaft zu. welche, was Namen und Titel nach und die Stellung anbelangte, unter ihr standen. So überschüttete sie auch geradezu Frau Lionnet. die Gattiu des reichen Fabrikanten aus der Vorstadt St. Antoine. mit ihren Gunstbezeigungen uud diese, stolz darauf, von ihrer Freundin, der Gräfin Premorin. reden zu löunen. suh mcht das Berechnende, welches in diesem engen Anschließen der dem Stande nach so hoch über ihr stehenden Frau lag. Charlotte aber überlegte sehr genau in allem, was sie that, und sie wusste es auch in diesem Fall. Sie besaß eine Tochter, welche das heiratsfähige Alter erreicht halte; kaum aber konnte sie hoffen, eine standesgemäße Heirat oder vielmehr — und das war die Hauptsache — eine reiche Standes-heirat für Ckile zn finden. Frau Lionnet aber besaß einen Sohn. den. wie die schlaue Frau sehr wohl sah. sie geradezu anbetete nnd dem zuliebe sie alles thun würde, was er begehrte. Sie konnte also sicher nichts Besseres thun. als ihrer Tochter diese reiche Partie zu sichern zn trachten, und mehr denn je sah sie sich jetzt ihrem Ziele nahe. (Fortsetzung folgt.) Nothnagel in Wien vorgestern noch Gelegenheit, seinen Hörern ein solches Opfer des Kernschluckens auf dem Obductionstische zu demonstrieren. Es war dies ein sechzehnjähriger Tischlerlehrling Namens Ioh. Brunn -ccker, welcher vor einigen Tagen eine nicht gar große Anzahl Kirschen sammt den Kernern aß und schon am nächsten Tage unter den Erscheinungen einer acuten Bauchfell- und Darmentzündung ins allgemeine Krankenhaus gebracht wurde. Dort wnrde gleich die Muth-maßungsdiagnose auf eine Durchbohrung des Darmrohrs durch Kirschlerne gestellt, doch war der Patient nicht mehr zu retten. Die Diagnose wurde durch die Obduction bestätigt. Hofrath Professor Nothnagel machte auf das nicht seltene Vorkommnis dieser Erkrankung in der Kirschen» saison aufmerksam und erklärte, dass die Durchlöcherung des Darmes eine Folge von Druckbranb ist, welchen die angehäuften Kerne hervorrufen. — (Wien als Seehafen.) Diese kühne Zu» klmfismusil ertönt in den Spalten eines französischen Blattes. «XIX. Siicle» lässt sich nämlich aus Wien telegraphieren, dass Herr Krupp in Essen der öster. reichlschen Regierung einen Plan unterbreitet hat, Wien durch einen die Donau theilweise benutzenden Canal mit dem Adrialischen Meere zu verbinden. In Wien ist von dieser kühnen Idee nichts bekannt. — (Spende.) Frau Hermine Sem sey be Semse, die Gemahlin deS Fregattencapitäns von Semsey in Trieft, hat den «Rothen Kreuz»«Vereinen in Wien und Budapest den Betrag von je 300 fl. einheit« licher Notenrente als Reinertrag der zweiten Auflage ihres Buches «Herzensllänge» gespendet. Mit dem bereits zu Beginn dieses Jahres gewidmeten Betrage von 400 fl. beträgt die Spende der Frau von Semsey 1000 fl. einheitliche Notenrente. — (Gerüst-Einsturz.) Aus Wien wird uns unterm Vorgestrigen gemeldet: Während die Bauarbeiter auf einem großen hiesigen Bauplätze auf einem Ballen ihr Mittagsmahl einnahmen, stürzte das Gerüst ein. Mehr als dreißig Personen wurden niedergerissen, neun im Schulte begraben. Angestrengte Arbeiten förderten acht Personen verletzt zutage, wovon eine inzwischen geftor» ben ist und zwei rettungslos verloren find. — (Duell zu Pferde.) Unweit Memphis in den Vereinigten Staaten fand letzten Samstag ein Zwei-lampf zu Pferde zwischen Thomas Herbert und James Voyd, zwei wohlhabenden jungen Männern, statt. Das Duell dehnte sich über eine Entfernung von zwei eng« tischen Meilen aus. Die Pferde waren in vollem Galopp, als deren Reiter Schuss um Schuss aus Pistolen von großem Caliber wechselten. Nachdem beide Kämpfer wiederholt verwundet worden, fiel Herbert leblos vom Pferde, wenige Augenblicke ehe Noyd aus Blutverlust in Ohnmacht fiel. Boyd wirb wahrscheinlich am Leben bleiben. — (Die periodische Literatur) hat sich bei uns in den letzten Jahren in außerordentlicher Weise entwickelt, Sperlings Adressbuch der deutschen Zeitschriften und der politischen Tagesbliitter entnehmen wir, dass fich die Zahl der gegenwärtig erscheinenden deutschen Zeitschriften auf nicht weniger als 3203 beziffert, gegen 2982 im Jahre 1689 und 2729 im Jahre 1888, im letzten Jahre also eine Zunahme von 221 und seit 1S88 eine Vermehrung von 474 Vlättern. — (Hohes Alter.) In der Nähe von Gravosa in Dalmatien starb am 31. v. Mts. der Seecapitän Paslo Ialsic in hohem Alter von 100 Jahren. Mit ihm gieng der letzte Ragusaner zu Grabe, welcher auf seinem Fahrzeuge noch die Flagge der ehemaligen Republik Ra» gusa geführt hatte. Ialsic wurde unter großer Theilnahme der Bevölkerung bestattet. — (Die Reise der Kapell e Str a u h.) Die amerikanische Tour von Eduard Strauß ist bis jetzt auch in finanzieller Hinsicht von bedeutendem Erfolge begleitet gewesen. So verlautet, dass sich die Einnahmen in Boston auf 18.000, in Baltimore auf 9000, in Philadelphia aus 19.000 und in Pittsburg sür das erste Concert auf 4000 Dollars belaufen haben. — (Todesfall.) Während der vorgestrigen nicht öffentlichen Sectionssihung des Obersten Gerichtshofes in Wien erlitt Hofrath Philipp Harrasv. Harrafovsly einen Zchlaganfall und verschieb sofort. — (Hitze in Newyork.) In der Stadt New« Aork war die Hitze am 4. d. M. nachmittags sehr groß, man maß 93 Grad Fahrenheit (35 Grad Eel-sius) im Schatten. Zwei Leute starben am Sonnenstich. — (Gattenmord.) Nach einem Telegramm der Gezirlshaufttmannschäft in Baden hat Montag vormittags der Taglöhner Cajetan Schabt in PfaMoten seine Gattin ermordet und sich mittags geflüchtet. Der Gatten-Mörder ist ungefähr 30 Jahre alt, von mittelgroßer Statur, hat blondes Kopshaar und lichtblonden Schnurr-bart. — (Concurrenz für den Lloyd.) Die italienische Schifsahrts-Gesellschaft Puglie errichtet demnächst eine Dampserlinie zwischen Venedig, Trieft, Rovigno, Zara, Ancona, Tremiti, Vari, Antivari, Durazzo und Vrindisi. __________ Laibllcher Fcituna Nr. 132. 1094 I-?. Juni 1890. Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Landtagswahlen in Steiermarl.) Der Nusschuss des politischen Vereines «Zlavonzko äi-uätvo» in Marburg empfiehlt für die am 27. d. M, von Seite der Landgemeinden in Steiermail stattfindenden Neu« Wahlen in den Landtag folgende Candidate»: Wahlbezirk Marburg < Windisch - Feistrih - St. Leonhard: Dr. Franz Radey, k. k. Notar und Realitätenbesiher, bisheriger Abgeordneter und Landeshauptmann-Stellvertreter lc., und Franz Robic, t. k. Bezirks «Echulinspector - Wahlbezirk Eilli°Franz'Oberburg-St.Mareii Tüffer-Gonobih: Michael Vosnjak, Realitätenbesitzer. Präsident der «Südsteieri« schen Sparcasse» mit dem Sitze in Cilli, Reichsrathsabgeordneter und bisheriger Landtagsabgeordneter, und Dr. Josef Sernec, Realitcitenbesitzer, Advocat, Obmann der Vezirksvertretung und der Vorschusscasse in Cilli, bisheriger Abgeordneter; Wahlbezirk Luttenberg°Friedau° Oberradlersburg: Dr. Ivan Deklo, Advocaturs-Con« cipient, Mitglied des Bezirksausschusses Eilli, Directions-Mitglied der «Südsteierischen Sftarcasse»; Wahlbezirk Pettau trau'ens für die Politik des Grafen Kälnoky. Der Mi« nister des Aeußeren, Vraf Kälnoky, erklärte, die Frage der Anerkennung des Fürsten von Bulgarien stehe für ihn trotz ihrer großen Wichtigkeit in zweiter Linie. Oesterreich Ungarn sucht auf der Balkanhalbinsel ledig« lich die möglichste Kräftigung nnd Förderung der Selbständigkeit der dortigen Staaten. Dieselbe Politik befolgt Oesterreich - Ungarn auch gegenüber Serbien. Der Minister kann der Anregung zur Er» greifung fchiirferer Maßregeln gegen Serbien nicht beipflichten und hofft, feine vorgestrigen Erklärungen werden in Serbien den entsprechenden Eindruck machen. Bezüglich Bulgariens erklärte der Minister nochmals, der gegenwärtige Zustand sei zufriedenstellend. Ein vorschnelles Vorgehen sei mit Rücksicht auf mögliche Folgen zu meiden. Graf Kälnoky constatierte, Oesterreich'Ungarn befinde sich mit England, namentlich im Orient, in vollem Einverständnisse; diese freundschaftliche Uebereinstimmung zwischen Oesterreich-Ungarn und England erstrecke sich so ziemlich anf alle inter« nationalen Fragen. Mit dem italienischen Verbündeten bestehe eine stete freundschaftliche Uebereinstimmung nnd das Verhältnis des Vertrauens, der Gemeinsamkeit des Bestrebens, welches den beiderseitigen Friedenszielen nur förderlich sei. Bei Erörterung der bulgarischen Anerken« nungsfrage trat Graf Kälnoky der Ansicht von der Unvermeidlichkeit eines großen Krieges entgegen; je größer die Gefahr, eine desto vorsichtigere Behandlung von Fragen sei geboten, welche der Mehrzahl der anderen Mächte ferne liegen. Rücksichtlich der ungarfeindlichen Aeußerungen eines Berliner Blattes versichert der Minister, diefe Expectorationen werden nicht bloß seitens der deutschen Regierung, sondern allgemein missbilligt. Im Marine-Ausschüsse der ungari« schen Delegation erklärte Baron Sterneck, unsere Es-cadre gehe in die deutschen Gewässer, um den Besuch der deutschen Escadre zu erwidern, sowie auf Ein lädung des deutschen Kaisers. Welters erklärt Baron Sterneck, das rauchlose Pulver werde in der Marine bei Repetiergewehren zur Anwendung kommen; zur Ladung größerer Geschütze erwies es sich jedoch vor läufig als ungeeignet. Trieft, 11. Juni. Der militärwissenschaftliche Ver-ein in Trieft ernannte den Statthalter Ritter von Rinaldini zu seinem Ehreumitgliede. Der Statthalter nahm diese von ihm als Auszeichnung angesehene Er« kennung mit dem Ausdrucke seines lebhaften Dankes und seiner Sympathien für den Verein und dessen Mitglieder an. Paris, II. Juni. In St. Ctienne haben von 15.000 Grubenarbeitern 5000 die Arbeit eingestellt. Es ist noch nicht bekannt, ob die anderen dem gegebenen Beispiel folgen werden. In Lyon streiken se't gestern die Gasarbeiter. Es werden auswärtige Arbeiter herangezogen. Vorderhand sind die Stadtsergeants und Soldaten bei der Gaserzeugung bchilflich. Sofia, 11. Juni. Die Thronrede des Kaisers Franz Josef und die Erklärungen des Grafen Kälnoky riefen in officiellen bulgarischen Kreisen den besten Ein-druck hervor. Prinz Ferdinand und Stambulov sind zurückgekehrt. Belgrad, 11. Juni. Eine serbische Note zur Mittheilung an den Grafen Kälnoly spricht lebhafte Ve» trübnis über die Erklärungen Kälnoky's ans, rechtfertigt die wirtfchaftlichen Maßnahmen Serbiens ausschließlich mit der Besserung der Staatsfinanzen, keineswegs aber sei eine Schwächung der Freundschaft z" Oesterreich-Ungarn beabsichtigt.' Die Note verdammt strengstens die Haltung eines Theiles der serbischen Presse und erklärt, ungeachtet der Erklärungen des Grafen Kälnoky und des erfolgten Schweine-Einfuhrverbotes den früheren Erklärungen loyaler Freundschaft gegen die Nachbarmonarchie getreu zu bleiben. Moskau, 11. Juni. Die Zeitungen enthalten Ae-richte über große Brandschäden und die Verluste zahl' reicher Menschenleben im Ural'schen Montanindustne-Gebiete. Vierzig Personen fanden in den Flammen den Tod. 18.000 Personen sind obdachlos. Angekommene Fremde. Am 10. Juni. Hotel Stadt Wien. Abeles. Schwarz, Kaiser, Vogl, Dornig UN" Voncina, Wien, — Obresa. Postmeister. Oberlaibach. — A'«", Graz. — Kranawctter. Chorherr, St. Florian. — Kobler, Veamler, Fiume. — Zimmerman, Sagor. — v. Dollnwn, Oberbau-Director, München. — Müller Kaufmann, LudlvlsS" Hasen. — Lazar, Gntsbesitzer, Scdula. ^ Hottl Elefant. Deutsch und Ausmuth, Kaufleute; Maril. l.""" l. Major; Furbucl. k. und k. Hanptmann; Müller und Sa°' lrder, Graz. — Kruspel. Adler, Nasch. Wien. — MM'^ Schabula und Genfer, Klagensurt. — Feigcl, Prag. ^^, donsch, Sarajeuo. — Orünhitt. Kairsm., Agram. — PH Fabrikant. Warnsdorf. — Dr. Hantschl, Sdrausina. -- "' soucc, Maler. Abbazia. — Piesen, Kaufn,.. Trieft. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Pctcrnel. Thaler und IurM"' Kirchhcim. — Ncdvcd, Ratschach. ^. Hotel Siidbahuhof. Riemer sammt Frau, Pola. — Recht, "" sender, Wien. — Kalan, Tarvis. — Nova! sammt F"" Trieft. ... lyasthof Sternwarte. Verdaus, Besitzer, Guttenfelb. — Laott«"" Kaufman, Soderschitz. __- Verstorbene. Den 9. Iuni. Lorenz Loncar. Müllers, Nahnhofgasse 11, Darmlatarrh. GMswirtschaftl'iches. Laibach, 11. Juni. Aus dem heutigen Marlte slnd er!«"' nen: 4 Wagen mit Getreide, 14 Wagen mit Heu und Str»«" 22 Wagen und 3 Schiffe mit Holz (22 Klafter). Durchschnitts.Preise. ^ fi. ,'ll. n7, ,r, st. ,lli I^L: Unzen pr, Heltolit, 6 97 ? 41 Vutlrr pr. Kilo . . — 73 - ^ Korn » 5 36 5 36 Tier pr. Stück . . — 2 " Gerste . 5^ 4 bz76 Milch pr. Liter . . - 9 ^ ^. Hafer . 3,57 3 36 Rindfleisch pr. Kilo — 58 "" ^. Halbsruch! . -------6 — Kalbfleisch » — 54^^ Heiden » 5 20 5 94 Schweinefleisch » — 60 ""^ Hirse » 4 «7 4 41 Schöpsenfleisch » ^ ^0 ^ ^ Kukuruz » 4 67 4 88 Hähndel pr, Stüll ^ 45 ^ ^. Erdäpfel 100 Ki. 4 27-------tauben » ^20"^ Umsen pr. Heltolit, il,-----------Heu pr. M.n — f«9'20 -Ubeirenle....... i»l''ll» 8^85 l^<« 4»/„ N8kUel l>"/„ . nllnze KNN fi. <4y— I4c> 50 !8«»er » » ssunstel 100 fi. ,44 K» 14?> 2b >»«ier EP!bbr. b 120fi. . . j ^. "weir,Notenr,n!r, sleuelsvi w,4<, I^ign Earuuilrrtc ssisenbahN' schuldvtl<, <17 — ,V°n« Iokph Valin in «3n in Silber ,yh ^ _.^ »l«1»bell,bahn !i<»<» si, VM. . - «4n-_. 244 — »Mo Linz »ndwei« l«'<, st, 0. «j. »^z ^ 222 5» «No Cni^, lirol «<»<> fl. ö. W. zilz._.____ »l'labelhbalüi siir »no Marl . ll» 5„ III «No siir U0l» Marl 4°/„. , . lie.. 11«?0 3tanz.IoIrph.Nobn ,'«nl,r!<üteü . . --^ - - '« klaa»« Ovliaat, t>,I, l«7N 113 20 114 — "° «e!n^heil,«l,l.0b,100fl, —.. --- "« Vräm. Vlül b ,0!» fi, «. O. ,8» 8« ,88 75 N..^»^" ^ bO fl. v, W. 138 2k 18» 7» "e>tz.«„,.l',,, 4« ^ zl» fi, ,«h 75 ,»7-85 Gn,ndentl.-Oblillatlonen (sür 100 fl. ÜM.), ^/. «°lw/>,.__ ona»'Neg.-Lo!e 5°/„ 100 fi. - ,22 b<) 128 — bto. Anleihe 18?« , . los 20 107-10 llnlehen d,'r Siadt V»r» , . jlo ^. —_ Nnlehcn t>. Vtabtgemcinbe Wien au i'lnlehcn verlo«, K°/„ gg ^y ^ .^. Psaubbriesc (für 1N0 st.), Uodenss. all«, «st. 4°/^ « , , ,,g 75 ,l7 75 blo. » 4'/,°/«. , - «,!'—1N2- bto, » 4°/, . . . 3U'85 9«.ßü dto, Prüm.Bchulbuerlchl. »°/, lN8 »« >N9 — O»st. Hhpothelenbanl ich. bO°/, «0l l»b!w« L5 vest, ung, Vunl verl, 4'/,°/» . wl Lz NX 7k be«o » 4°/, . . 100 8U <0N 8" ketto 5«jähr. » 4°/, . . 0'8<» Prlorttllts-Obliglltiouen (für l«tt fi.), Ferdinand« Älorbbahn <> fl, V. 4'/,°/, . 100 — l00 nb Veld ware Oefteir. Slordweftbahn , , . ,s>7 «0 ln? 8» staatebahn.......<9l'5l) — — Eüdbllhn k 8"/i,.....,f>8 - l»i4 - » ^ 5«,.,.....„075 _, ._ Ung..galiz, Vahn.....lUI «N 10« 40 Diverse Lose «rcbitlole lM fi......,8^.^ «g.zs. Llll^Loll 40 fi......5g.,z 5ß.z^ 4°,' Donau.Dampfsch. ltto fl. . lzz. _ „ h°.^ Nothen »reuz. «st. Ves, v.. 10 fi. ^75 ,92«. «ud«lphL°,e wfi..... ,l°5° i3^> Elllm-Los!' 40 fl..... NL — «2 !,n Et.°Gei!i>i«.«o!« 40 ft, «7,^^ <.«.?>. Walbslei!,-i<°!e 20 fl. . ,^ . , «« .„75 Wmdi,ch°Oräh'Lose 2N fl, , , II. «^, Gcw.-Sch. t>, 3«/„ Präm -Lchuld. versch d, VodencrebitanNalt ,4 „ 28- vllnl - Actlen (Per Etücl>, »»gl°-0eft, Va«l200st, «0^«. ikk'8') l5ü 4« Vnntverein, Wiener 1NN fi. . . <»« — 12« «», Udncr.'Nnst. «st. 200 fi. S. 40°/„ 3»2 — »82 !,« Crb<,'«nst. s.Hand, u. V. IK0fl. 8!»b'7b 3NL »ü Crrdiibanl, «Illg, ung. 200 fi. . 842 — »42 50 Depositenbank, «Ug, 20« st, , — — — — ltecompte-es,,Ndiüst. 500 fl. . b8U — 5l<5'— Vlro'U.Lassenv., Wien«200fl. «10 — 2il — Velo Ware Htwl>nb,,«st. 200». »5°/,«k. 88'2^ 70 — Lünderdanl, bst. 200 fi. ». . . 28> «0 23> ?n Ossterr.'ungar, Vanl Sl» fl. . Sce — »«8' Unionbanl 200 fl......24vz0 246 — Vrrlehrlbanl, Ull«. 140 fl. , , 1SU — ISllüv Attien von Transport» Unternehmungen. sper Etüil), «llbrechl.Uahn 2W fl. Tilber . 74— 74 — «lls«lb-ssi»Ml,n, Äahn 2N0fl, E, 208— 2N3'5n Nvhm, Nm dbahn l5<> st, . . .2i4 — «l5'— » Nestbllhn 200 fl. . . .848 — 344- »u!cht«el»r« st. T, —-— __. fferdI»anr>««Norbb. I00N fl. LM, »7»0 27?0 Val. 1»» — Lemb.««lzernow. ^ Iassy« Visen» bahn-Vesellsch. 200 fl. V. . . 281 50 28250 Lloyb,üft..unn.,Tritftb00fl.llM. 34? — 849 — Oesterr. Nordwefib. 200 fl. Vill>, »l2 — 2«3 — ^ bto. (»it. ü.) 200 fl. S. , , 281 25 28l ?ki ^rag'Vuler Vsenb. 150 fi. Tllb 80 50 8« 50 Ntaatseilenbahn i!0U ft. Hllber 228 5l>!2l!9 — Gudbllhn 20« fi. Lilber. . . l4l» K0!j4l — Eud°Norbb.Verb.'Ä.2N0fi.!lW, ,74 50 l?5 — ^ Tramn,ll!^Vel.,Wr.,I7Nfl.U.U, »i8 — «2? — i » neue Wr., Prloritilt«. ^ «ctien 100 fi. ..... 97 kl» 98 50 ' Un«..«aliz, tqNdier Eiien» und Vt»hl»Ind. tn «ien »00 fl...... 8»— »?bN kNtns..«» I»r. Baugesellschaft 100 fl. . . ?«-— 77 5« !8? — ,17 40 llari»......... «45 «'«, lUllluten. Zuraten........ b'55 bb? 0.Franc»'Gtil >illp!ti.«ub«l...... l»4,> »347. Italienische Nanlnoten (ll>0 U.) 4«l0 4««0 Heinrich Sdiwiiigshakl Kupfer- und Kesselschmiedmeister in Laibach empfiehlt sich für Installationen von Wasserleitungen. Da die Ausführung von Wasserleitungen, überhaupt Rohrleitungen, speoiell In ¦«in Faoh aohlägt, er in dieser Richtung bereits über 20 Jahre thätig ist, so glaubt er die reelle Versicherung geben zu können, jeden Auftrag zur vollsten Zufriedenheit a"szuführen — Auf Verlangen werden Kostenüberschläge promptest entworfen. Laib ach am 11. Juni 1890. (2460) Säge-Anlage bestellend aus : . 1 45pferdigen Dampfmaschine, liegend, mit Speisepumpe; 1 Dampfkessel mit einem Bouilleur und gesetzlicher Armatur; 1 Bleclikamin von 20 Meter Höhe und 12 Meter Durchmesser; 15 Meter Transmissionen mit Antriebsriemenscheiben für 6 EinblatUiaUersägen in hierzulande üblicher Construction; 2 complete Mahlgänge für horizontalen Riemenantrieb mit eiserner Steinaufhelfung sind billigst complel., eventuell auch einzeln abzugeben. Nähere Auskünfte ertheilt das herzoglich Auersperg'iohe Fontamt in Gottschee. (2428) 3—1 (2068) 3—2 Nr. 4340. Bekanntmachung. Nachbenannten Personen unbekannten "Ufenthalles und deren unbekannten Rechts-"achfola.ern wird erinnert, dass die Ta> bularbescheide als für: 1.) Florian Kaviic von Ieluniverh v°m 36. Mai 1889. Z. 2313; ^ 2.) Andreas Leslovic von Ielicniverh ^°ln 27. August 1889. Z. 4208; ^ 3.) Johann Leskovic von Ielicnioerh ^M 27. August 1889. Z. 4208; 4.) Katharina Erzen von Ideröek vom ^- Mai 1889. Z. 2162; <. ^) Martin Iurjavcic von Ibersel vom ^ Mai 1889. Z. 2162; , 6.) Helena Fröhlich von Ideröek vom ^ Mai 1689. Z. 2162; . 7.) Upollonia Fröhlich von Idersel "°»n 19. Mai 1889, Z. 2162; y 8.) Ursula Iereb von Koprivnil vom ^ 3uli 1889. Z. 3447; , 9.) Barbara Kavcik von Iarcjadolina °°ln 14. März 1889. Z. 837; 10.) Francisca Fanton von Idria "°lN 4. August 1889. Z. 3616; ^ H.) Rafit>lia Fanton von Idria vom "°" 4. August 1889. Z, 3616; 4 12.) Maria Fanton von Idria vom ""gust 1889. Z. 3616; 4 y/^-) Amalia Ma^gon von Ibria vom ' August 1889. Z. 3616; k ».^) 2orenz Oblal von Nltoßlih vom August 1889, Z. 3653; . ^5.) Katharina Iereb von Staravas "" 16. October 1889. Z. 5265; I« 1^) Maria Iereb von Staravas vom "'October 1889. Z. 5265; 3i n, ^ Agues Sinkovec in Nmerila vom ' Viai 1889. Z. 2178; vnn/3) Johann Sinkovec in Amerika " ^1. Mai 1889. Z. 2178; 1? ^ ^ Marjana Merlal von Hlevis? vonl -F"li 1889. Z. 3300; cot,« ^ Matthäus Grosel von Dobra- "n vom 17. Juli 1689. Z.3300; 21.) Ursula Mlinar, verehel. Zajc. von Hlevenverh, vom 6. August 1889, Z. 3642; 22.) Mathias Tominc von Sessana vom 27. August 1889, Z. 4212; 23.) Maria Auch von Butajnova vom 10. October 1889. Z. 5044; 24.) Kathanua Vogataj von Dole vom 3. September. 1889 Z. 4340; 25.) Maruscha MaZgon von Dole vom 3. September 1889. Z. 4340; 26.) Johann Kavkic von Dole vom 3. September 1889. Z.4340; 27.) Josef Pirc vou St. Michael (Bezirk Senosetsch) vom 23. December 1889. Z. 6694, — dem Curator aä actum Herrn Franz Zazula in Idria zugestellt worden sind. Idria am 24 December 1889. (2435) 3—1 öt. yiva. Oklic. C. kr. za mesto deleg. okrajno so-diäce v Ljubljani je na prošnjo Ma-levža Dolinarja iz Gorièan (po dr. Tavèarji) proti Jakobu Staretu, po-sestniku iz Spodnje Senice, v izter-janje terjatve 26 gold. 41 kr. s pr. do-volila izvršilna dražba na 2250 gold, cenjenega nepremakljivega poseslva vložna št. 40 zemljiške knjige kala-stralne obèine Senica. Za to izvršitev odrejena sta dva röka, in sicer prvi na dan 2 5. junija in drugi na dan 2 6. julija 1890. 1. vsakikrat ob 10. uri dopoludne pri tem sodišèi s prislavkom, da se bode so pose.sl.vo pri prvem röku le za ali nad ccnilno vrednosljo, pri drugem pa tudi pod njo oddalo. Pogoji, cenilni zapisnik in izpisek iz zemljiške knjige ležš v navadnih uradnih urah pri lein sodi.šèi v pregled. C. kr. za mesto deleg. okrajno so-dišèe v Ljubljani dne 27. aprila 1890. (2428) 3-2 Nr. 3645. Zweite exee. Feilbietung. Am 17. Juni 1890 um 10 Uhr vormittags wird Hiergerichts die zweite executive Feilbietung der Realität der Maria Sautet von Belslo Einlage Z. 182 der Catastralgemeinde Kaltenfeld stattfinden. K. k. Bezirksgericht Adelsberg, am 20. Mai 1890. (Ztöo) o—J. m. la.oöD. Oklic. Neznano kje bivajoöima tabular-nima upnikoma Josipu Erženu in Jeri Gartroža iz Vižmarjev imenovan je gospod dr. Fran Munda, odvetnik v Ljubljani, kuratorjem ad actum ter sta se mu vroèila tusodna odloka z dne 4. aprila 1890, stev. 7692. G. kr. za mesto deleg. okrajno so-dišèe v Ljubljani dne 30. maja 1890. (2434) 3—1 St. 8740. Oklic. Na prošnjo Franceta Lipaha star, iz Ljubljane (po dr. Tavèarji) vräila se bode izvräilna dražba zemljišèa Francelu Terkalju iz Bizovika last-nega, vlož. st. 297 in 298 katastralne obèine Bizovik, cenjenega na 2010 gld. s pritiklinami vred, dne 21. junija in dne 23. julija 1890 1. dopoludne ob 10. uri pri tem sodišèi, Zemljišèe bode se le pri drugi dražbi pod cenitveno vrednosljo od-dajalo. Dražbeni pogoji, vsled katerih je vsak ponudnik dolžan položiti pred ponudbo 10% varšèine, cenitveni zapisnik in zemljeknjižni izpisek so v tusodni registraturi na upogled. C. kr. za mesto deleg. okrajno so-dišèe v Ljubljani dne 27. aprila 1890. (2372)~3—3 St. 2662. Oklic izvršilne zemljišèine dražbe. Na prošnjo Martina Simenca iz Adergaza dovolila se je izvršilna dražba Gregoriju Frantarju lastnih, sodno skupaj na 545 gold, cenjenih nepre-miènin vložne štev. 160, 161 in 162 ad Velesovo (Michelsletten) v Ader-gazu, in sta se v to doloèila dražbena dneva, in sicer prvi na dan 3 0. junija in drugi na dan 4. avgusta 1890 1., vsakikrat. od 11. do 12. ure dopoludne pri tern sodišèi s pristavkom, da se bode to posestvo pri prvem röku le za ali nad cenitveno vrednosl, pri drugem pa tudi pod to vrednosljo oddalo. — Varšèina je 10°/o. C. kr. okrajno sodišèe v Kranji dne 21. maja 1890. (2368) 3—1 Si. 3472. Razglas. Dovolila se je na prosnjo Petra Majerleta iz Dola stev. 8 druga iz-vrsilna prodaja na 1519 gold. 70 kr. cenjenih zemljišè pod vlož. fit. 13,14,15, 17 in 169 katastralne obèine Dol vložna štev. 395 kalastralne obèine Stari Trg in posestnih in vžitnih pravic na vlož. stev. 16 in 186 katastralne ob-èine Dol, vpisanih na Miho Snelerja iz Dola štev. 6 in 7, in se doloèuje dan na 11. julija 1890. 1. ob 10. uri dopoludne pri tukajsnjem sodišèi s pristavkom, da se more omenjeno zemljisöe pri tej drugi drazbi pod ceno izvesti. G. kr. okrajna sodnija v Crnomlji dne 13. maja 1890. (2369) 3—1 St. 3447. Razglas. Dovolila se je na prošnjo c. kr. davkarije v Crnomlji izvršilna prodaja na 300 gold, cenjenega, pod vložnimi slev. 140, 211 in 271 katastralne ob-èine (Iriblje, izvzemši na 10 gold, cenjenega, k zernljišèi vložna fit. 140 katastralne obèine Griblje stavb. pare. št. 97 na Janeza Husiöa iz Gribelj .stev. 76 vpisanega zemljišèa in se doloèujeta röka na dneva 8. julija in na 8. avgusta 1890. 1. ob 10. uri dopoludne pri tukajsnjem sodisèi s pristavkom, da se more omenjeno zemljisèe pri drugi dražbi pod ceno izvesti. Dražbeni pogoji in izpisek iz zem-ljiskih knjig so lukaj na upogled raz-polagani. C. kr. okrajna sodnija v Crnomlji dne 14. maja 1890. (2342) 3—1 St. 2260. Oklic. C. kr. okrajno sodišèe v Velikih Lašièah naznanja, da se je na prošnjo Janeza Levsteka iz Malih Lašiè šte-vilka 13 proti Antonu Petelinu iz Laporjev Stev. 4 v izterjanje terjatve 8 gold, s pr. dovolila izvršilna dražba na 538 gold, cenjenega nepremakljivega posestva vložna stev. 159 zem-ljiške knjige katastralne obèine Turjak. Za to izvršilev odrejena sta dva röka, in sicer prvi na dan 18. julija in drugi na dan 2 2. avgusta 1890. 1., vsakikrat ob 10. uri dopoludne pri tem sodišèi s pristavkom, da se bode to posestvo pri prvem r6ku le za ali nad cenilno vrednostjo, pri drugem pa tudi pod to vrednosljo oddalo. Pogoji, cenilni zapisnik in izpisek iz zemljiske knjige se morejo v navadnih uradnih urah pri tem sodiSèi upogledati. C. kr. okrajno sodišèe v Velikih Lašièah dne 3. maja 1890.