Dienstag den 6. Februar 1827. L a i b a ch- '^"ie k.s. vereinigte Hofkanzley hat die. in der Provinz Niedetösterreich durch i)ie Beförderung des Joseph Groß, zum Forttmspector in Tyrol< erledigte Nrciöforstcommis. sars-Stelle, dem KrciZforslcommissär des ViUacher Krei« fes, Carl Suden, verliehe». Die mit hohem Hofk^nzleydecrete vom l. dieses Mo« nati)5, Zahl Z6595 hernbgelangten, und in dem Intel» ligenzdlatte ar.fgenommenen gedrängten Vefchrcibun-gen d.'r erloschenen Pr-mlegien, und zwar: des Heinrich Haußmani, auf ein Instrument zur Vesiimnnnig oer Schüsse auf der Scheibe; — des Bernhard Querard, auf einen Wcb?stu!,!> zur Verfertigung echre« Shawls; — deZ Joseph Graf, auf ein, mechanische.Beltstätte, — und dcs Leonhard Mälzl, cuf verbesserte Ollbester. Werke, werocn zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Vom k. k. ikyr. Gubernium zu Laibach am 18. Jänner 1827. Tyrol- Ein Scheid?!, aus Stcinach vom ,3. Iän. (im Vothen von Tyr^l v.^2.I^<>.) meldet ul>s die foNdau« tln^e Unterbrechung der Vc?bü,0ulig zwischen den Be, wohnern der mit mn«nel)ol)em Schnee angefüllten Sei. tcnthlile« und dene-, der an der Straße gelegenen Ort« Masten. Ein von Gsch.itz nach Stemach gender Mann wußte, well er auf dem Wc,e d^chaus mcht fortkommen konnte, diese dreMu^.ge Str.ckc nn Gschmherdache fort-wacend zurücklegen, und achtMenschen, welcheeinenPrle, Nerin dem von Ste>n°,ch nur dreyStundenentfeinten Thale Schmiln abzuholen hatten, brauchten dahin und wieder zurück beynahe vierzehn Stunden- Dieses Thal Schmiri, gleicht nach dcm Berichte deg dortigen Gc. melndsvurstanüeg einer ungeheuern Lawine, und >m ""' Vals wurden in den Bergmäddern von den her, ad gerollten Achnecmassen acht Heuftadel zettrümmert ^Tha7^5" '"'" lchon "bgcsühtt. wogegen «S .m ^hale Gschmh noch in den Bergst^eln auw- h^tl^,unddMdio^mFrwahredlechen^ wett es ohne offenbare Lebensgefahr nicht zu d,n Häusern h-rav gebracht werden kan.. ^ Anderweitigen Be. r.chten zufolge hat sich in der Gemeinde Lengenseld. k. k Landger.ch s S.lz. leider das Unglück schon w.rkl.ch er.' e^net. daß am 2. Jänner fünf Männer, welche ?)en von den VcrgNa-deln nach Haus zich«« wollten, von ei ner Law.ne deg«,den wurden. Drey von ihnen wurden durch die vereinten Bemühungen eimge, hundert Men. schen lebend.g «us dem Schnee hervorgezogen, aber die ubr.gen zwey. Nicod.m Niml.Vc.ter sieben min. deriahr.ger K.nder, und Leander Neurauter. wurden todt und verstümmelt aufgefunden und bereits begraben. - Em eben so trauter Fall hat sich in der Ge. memde Olle, eine? Fraction d^sMarktes Vorgo. ereig. ^t. Am 4. d. Morgens gingen zwey verheirathe'te Hausväter. Anton Tornio und Joseph Debortoli. in das Valle Hella, um fünfhundert Nebenpfahle nachHauS zu bringen. Als ste sich dem Thale näherten, begann der Sirocco zu wehen, und es fing an zu schneyen. Gegen Mittag körte man von diesem Thale herein gewaltiges dumrfes Getöse, welche unfehlbar Herabrollen der La. winen ?on den ThHlhöhen verbündete. D'e beyden Ehe. gattinnen empfanden Unruhe und Besorgniß, die fta, bls zur größten Angst sieigelte, als die zwey Männer selbst auf den Abend nicht zu ihren Familien zurückkehrten. E^nig« ;um Tkeil diesen befreundete Gcmeinds, Männer von Olle, zu welchen sich auf Veranstaltung der vom Vorfalle ulUernchtlten Obrigkeit noch mehre, re Personen mit etlichen Forstwörtern gesellten, begaben sich am folgenden Morgen in's VaUe bella, um m i6. ,. M. enthält folgende Nachrichten aus Lissabon vom 3. Jänner: „Zwey eng» lische Linienschiffe, mehrere Fregatten und eine großcZahl von Transportschiffen sind bereits angelangt. D>eAus> schiffung der Truppen hat am i. d. M. begonnen.—Die portugiesische Neuerung hat Besatzungen nach Vvora» monte, Estremoz, Porralegre und Santo Combadzo gelegt. — Der Gencral Azeredo wai om 2Z. December zu N e ll as (Arnillas?) und hatt« die Insurgenten an der Brücke von Alcafach« am Dao (zwischen Viscu und Coimbra) geschlagen.— Der Graf von Villa-Flor war in Verfolgung dee Marquisvon Chaves.der sich gegen Ce lorico zurückzog, >nFol-d a t r o sa angelangt. — Die Insurgenten hatten C « a und Pi nhcas besetzt. In einem frühern Schreiben aus Lissabon vom Zo. December (gleichfalls im Moniteur) heißt es: ^Die brittlschenKriegslch'ffe Romney , Capitän Locker , und Wind for Castle. Capt. E. King, sind am 27. in dem Hafen von L-fsabon eingelaufen. Das ersie mit einem Bataillon vom vierten Regiment an Bord, hat die Ueberfahrt von Portsmouth in zehn Tagen, und das zw,yte, mit einem ganzen Regiment an Bord, hat den Weg von Plymouth in acht Tagen zurückgelegt. Das englische Kriegsschiff Melville, Capt. H. HiU, liefam «y. in den Hafen ein. Eä überbrachte ebenfalls Truppen und hat die Fahrt in 9 Tagen zurückgelegt. Die bnni. sche Vscadre auf dem Taio bestand damahls aus sechs großen Linienschiffen, einigen Fregatten und mehrern Kriegsbriggs. — Zu O v'o rto' war folgender Tagsbe« fehl erschienen: ,So eden läuft die amtliche Anzeige ein daß die englische Fregatte G a l a th e« vor dem hiesiger Hafen angekommen ist; si? hat d«n Capital! Sir. CH Sullivan an ^ord, der die Escalve command>ren wird , die auf dem D 0 ur 0 stationirt werden , und an dieser Küste kleutzln soll. Drey NriggS sind bereits zupi«. sei Fregatte gestoßen, und es werden unverzüglich noch andere Schiffe erwartet, die zu der Escadre stoßen wer. den. Zwey von den Briggs werden morgen einlaufen. Die Fltgatte hat den i5. England verlassen. — D«e Oberst Antonio Pinto Alyarez Pireila, (Devutirte« zu den gegenwärtigen CoitcS) schreibt ans Coimdra unterm 2a., daß er bir«itä vier Compagnien akadenv' scher Freywilligen errichtet habe, die er unter das Com, mando von Jäger« Off>cieren , welche ihm der General Azeredo zugeschickt hatte, gestellt hat. Im Haupt, quartier« der Provinz Oporto am 22. December 1L26. Unterz. Geraldo Jose Braancamv, Adjutant." Dsr Courier vom l6. v. M. enthält folgende Nachrichten aus Portugal!: »In verftrssener Nackt sind Zeimngin aus Lissabon dis zum 2. d. M. angc. kommen, welche adcr nicht s> inteltssant sind, als man «rwarttt haden dürst«. Au6 denVerickcen von den vcr° fchirdc»en VefthIshabetn der Truppen der Negierusig an dag Knsgä-Departement erhellt, daß die Insurgenten dllinaßen thang waren, daß büsagte Commandanten unaufhörlich in 2ltlz«m erhalten wurden 1 um die Vewe» gangen derselben zu beobachten, und ihre Spur zu oer» folgen , ohne im Stande zu seyn , sie zum Treffen zu brin' gen. Diele äußerst ermüdende Kriegführung-weise muß für den Staat b^ld lästig und für die Sache der Consti» tnlion gefährlich werden. Unsere Truppen haben nun ge» landtt; der cest« Eindruck ist vorüber; er war aber kei« neLwegS «in Eindruck des SchreckenZ für die Rebellen, die sich dadurch in «h?«n Planen nicht irre machen lasse«. Dieß darf uns auch gar nicht wundern. Sie spielen ein verzweifeltes Spiel, und müssen es daher bis zu Ende spielen. Ueberdieß rechnen sie ohne Zweifel auf da«!, was sie al« den zweifelhaften Charakter unserer Interventions» Pflicht betrachten. Sie glauben vitllcicht. daß wir uns so lange, als sich Spanien dem äußern Anschein nach der Theilnahme an dem Kampfe enthält, als ruhige Zuschauet des Bürgerkrieges zwischen den beyden streitenden poittu< giMchen Parteyen verhalten werden. Die nächsten Nach» richten aus Lissabon dürften in dieser Hinsicht von hoher Wichtigkeit seyn. weil sie ohne Zweifel das Räth' stl lösen werden, aufweiche Weise die gegenwärtig d ^wähnte Umstand nicht unbekanntseyn, und das Trinken „einiger Tassen Kaffeh und einiger Glaser Sorbet mit ,Sr. dreyroßschweifigeu Hoheit dürfte amEndc selbst noch «für das arme. kämpfendc, halberschöpft«, Griechenland »die ersprießlichsten Folgen haben." — Die crwäh-i ten Auszüge auZ dem Tagebuch lauten folg«ndermaßen. „Vom ä. July 1826." »Ich hatte mich darauf gefreut, heute bey dem alten Troja zu landen, und auf diesem durch die Gesänge Homers denkwürdig«« Boden ein Glas auf das Wohl» «gehen unseres Vaterlandes zu leeren ; da aber der un» gemein heftige Wind das Landen fchr erschwerte, so be. schloß ich, meinenB.wch auf den folgendenTag zu verschi«. den; bald ereignete sich jedoch ein andererUmstand.welcher Mt'ne Gegenwart anderwärts erheischte. Um i« Uhr V°r° Mittags entdecken wir eine Anzahl Schiffe, welche aus dem Hellespont kamen; aus ihrem verworrenen Segeln schlössen wir alsbald, daß «s türkische Kriegsschiffe st^n -umil Uhr konnten wit schon deutlich eine zahlreiche Flotte unterscheiden, welche die Flagge des Großherrn füh^ und nach der Insel Te nedos steuerte. In der Nähe dieser Insel, stieß eine der türkischen Fregatten an «in«n Felsen undzerbrach das Steuerruder, weßlwlb sie den der Stadt vor Anker gehen mußte. Der übrige Theilder Flotte, 25 Segel stark, nähmlich zwly Linienschiffe, meh. rere große Fregatte!?, viele Corvette« und vier Vr'iqgg seZtlttn in del Entfernung eine« englischen Meile yo! unserer Escadre vorüber-. Fden als der türkische Admi» ral an uns vorbey segelte, gab die gesammte amerik«» Nische Escadre eine General» Salve jur Fcyer dc6 Iah» reZtags unserer Unabhängigkeit. Der lürkische Admiral, welcher glaubte, d^ß die Salve ihm gelte, erwiederte sie sogleich mtt einer gleichen Anzahl usn Schüssen. Um 4 Uhr Nachmittags erhielt ich von dem Commodore den Auftrag, m,ch an Nord der P o rp o> se zu begeben,unh dem (türkischen) Admiral meine Aufwartung zu machen. Der Capita'« stach alsbald in See, und in Kurzem de< fanden wir uns ncbtn dem Admiral-Schiffe. Ich begab mich sogleich in Begleitung des Hrn. E n g l is h , Dol« metsch dcs Commodore, an Bord des Sch>ffcb, undwulde m,t grvßtl Auozochnung empfangen; der Admiral em» psing mich am Eingang und führte mich in feine Cajütc, wo wir sogleich mit Kassel) und Tabakpfeifen bedient wurden, was die größte Ehre ist, die tlnem Besuchenden erwiesen wird. W>r erfuhren, daß gedachte Escadre nur eine Abtheilung der ottomanischen Flotte sey, und daß der Admiral, bey dem wir uns eben befanden, den Rang eines Kapudana Veg (ersten Admirals der Flotte) bekleidet, der dem Kapudan-Pajcha am nächsten steht. Das seltsame Aussehen i-er Officiereunl» der gemeinen Mannschastdcs Schiffs zog besonders meine Aufmerksamkeit auf sich. Es befanden sich Türken, Agyp» tier. Franken, Griechen, Juden, Armenier, Arader u. s. w. auf demselben, alle in ihren Landestrachten ; ein Drittel derselben hatte vielleicht nie zuvor ein Schiff zu Gesicht« bekommen. Die Offnere werden oft aus dem Innern des l>and,s zu diesem Posten berufen, und es ist nichts ungewöl)nlichts, daß jemand, der in seinem Leben keine Fregatte geshen hat, zum Commandanten einer solchen ernannt wird. Nachdem wir uns einige Zeit mit dem Kapudana Beg unterhalten hatten, standen wie auf, um uns zu entscrnen ; er gab uns höflich das Ge» ^ ltlte bis zum Gange, schüttelte uns nach europäischer ^ Weise die Hand, und als wir in unsere Schaluppe stie, l gen. spielte ein sehr gutes Musikchor einen italienischen ; Marsch." »Vom 5. July 1626. »Ich erhielt von dem CommodoredenAufttag. mich bereit zu halten, das Schiff sogleich zu verlassen, weil er gesonnen war, mich in Begleitung des Dolmetsch z» Lande nach den Dardanellen zu senden,um dem K«, Pudan'Pascha unser« Aufwartung zu machen. Unser Ausflug wurde aber durch die Schwierigkeiten, Pferde und Wegweiser zu erhalten, verhindert; und am Abend . kam der erste Dragoman des Kap uda n» Pascha, i» 44 Begleitung eines Ianitscharen»Obersten, an Nord, um dem Commodore anzuzeigen, daß der Kapudan.Pascha in einer Schaluppe bey Tenedos angekommen sey, und daß es ihm sehr angenehm seyn werde, uns am fol» genden Morgen am Nord zu sehen." ,,Vom 6. Iuln 1826.« »Heute machte der Commodore, in Begleitung weh, rerer Officiere, dem ssa pu d a n « P a sch a seine Auf. Wartung, und wurde mit großer Auszeichnung empf.>n. gen. Da der Commodore erfahren l,atte, daß der Capi, tän der türkischen Fregatte, welcher am 4. an einen Fel« sen gestoßen wa?, wegen feinerFahrlässigktit auf Vefehl des Kapudan'Pascha den Kopf verlieren foUle, und genhelt. sich für ihn zu verwenden, Und es gelang ihm « Wirthinn führr i)en Fremden in ewe kleine Dnchkam. wer, als die einzige Nacktherberge, die sie ihm anbiethen könne, i^'um ist «r in seiner Kammer, als der W>rth n ScheitHolz; mit dieser Waffe erwartet er den Meuchelmörder, schlägt ihn, so wie er eintritt, zu Voden , und wirst ihn entseelt zum Fenster hinaus ; di« Frau, die unten auf der Lauer stand, zweifelt keinen Augenblick, daß ,s der Fremde sey, und haut mit einem einzigen Sichelhied ihrem Manne den Kopf ad. Fremden-Anzeige. Angekommen den 2>. Jänner 1827. Se. Eminenz Hr. Carl Cajetan Graf v. Gaisruck, Cardinal» Eczdischof von Mailand , von Mailand nach Wien. Den 1. Februar. Hr. Thomas Graf v. Nadasdi u. Hr. August Freyherr ?. Grovestins, Güterbesiher, von Daeka in Ungarn nach Tliest. Den 2. Hr. Johann Carl Berttlmann, Handels« mann, von Venedig; Hl. Carl Bufchck u. Hr. Johann Azaria , Handllsleute ^ beyde von Triest; Hr. Frcr«, iean Venoit, Manuf«ctuiant. von Turin, alle yicr nach Wien. Coucö vom 1. Februar ^627. ' ^Mlltelvreis' TtaatSfchuldverschreibungcn zu ö v. H.fin EM.) 88 5^16 Darl. mit Verlos. v.J. 1820 für ioc.fi. (inCM.) i3U l,!4 detto detto 1831 fur loafl, (inCM.) 117^8 Wien. Stadt-Banco°Odl. zu »,j2 oH.