Nr. 8 <. Mittwoch, 17. April 1907. 126. Jahrgang. OMcher Zeituna ^/".""sltiontzplcis: Mit Pustlieise i, du »„: ganzjähri!, «u K, Hall,jäl>riss ,5 li. Im Kuntor: ganzjählig ^ ' lillwiaiiria ,, K, ^i,^ h^ ZiisU'IImig i»e Haus ga„zjäl,rin 2 X, InseitionöacbUlir: Für llrine Iulcrotü lus ^i 4 ^rilen 50 li. grös,erc pcr Zrile i!i t>; bei üii< loUlii Vormittage. Unircuilil'rlr Älic'fl' wcrdcn »ich! aiMiwmml'», Ä1>n»!,>liip!c nicht ziiriiclgestcllt. MchwnrMcher Heil. Die Gleise des Kaisers nach Prag. .. Die meisten Wiener Blätter machen die Kaise» nne nach Pvag zu,n (Gegenstände ihrer Betrach-tunqen. T^io „Neue Freie Presse" macht darauf auf-^'niam, daß die Reise des Baisers nach Prag ^evnial unter ganz anderen Umständen erfolgt als l uyere Reisen dee Monarchen nach der böhmischen «pauptstaht. Sein jetziger Aufenthalt in Prag ist ^.Ul ^ejour, der Hradschin ans einem Absteigeqnar-ucr ^,12 Residenz geworden, wie die Wiener oder ^sneu Hosburg. Das sei ein Ereignis, das dem po-"Men Selbstgefühl der Ezechen in höchstent, Maße wulkoininen sein, nttiß. (5s sei eine nene Bestärkung d^r längst bekannte,, Tatsache, daß die Eze-^)M einen großen Einfluß ans die Führnng der Mneren Politik habeii und daß sie dnrch die Wahl-reform uoch mächtiger geworden sind. >»n „Nenen Wiener Tagblatt" führt der Rek-lol! der deutschen Universität in Prag, Professor ^'. Pferfche, ans, daß die Teutschen diese Ehrung ^rags mit nicht geringerer Dankbarkeit und (Genugtuung begrüßen können, als die Ezechen, weil 1>c darin eiue Anerkeniiliitg der besonderen Vedeu-uittg ih^^'s Heimatlandes in wirtschaftlicher, polinscher und kultureller Hinsicht erblicken. Sie werden auch diesmal den Kaiser mit den, vollen Ausdruck ihrer Loyalität begrüßen. Das „Fremdenblatt" berührt keine politischen Momente, sondern weist daranf hin, daß der Kai-scr Gelegenheit haben werde, in die unermüdliche ^ätigkeit und die großeu Errungenschaften beider ^olksstämme Böhmens Eiusicht zu nehmen. In >>wg treffen beide Volksstämme zu einer geincin-larneu und harmonischen Äußerung zusammen: in ^ dankbaren, begeisterten Verehrnng des Herr-?)??^' ^urch desseil langjähriges Wirkeu ihneil ein >)^nalter reichster Entwicklung beschieden gewesen ist. Das „Illnstrierie Wiener Extrablatt" meint, der Bestich des .Baisers trage keilten politischen Eharatter. Taß er nicht dazu dienen kann, die alten deutsch rzechischen Ausgleichsversuche aufzunehmen, liege auf der Haud; der Aligenblick der Wahlkam pagne, lväre ungünstig gewählt. Tie „Öfterreichische Volkszeitung" bemerkt, der kaiserliche Besucher werde auch in Prag den Eindrnck gewiuuen köuuen, lvelch lvichtigelt uitd ansschlaggebenden Faktor ün Kulturleben seilles Königreiches Böhmeu das Dentschtuin im Lande bildet. Tas „Neue Wieuer Journal" meint, es wäre verfehlt zn glauben, daß die Kaiserreife zur Lösuug der politischeu Differenzen zwischen Deutschen nnd Ezechen beitragen könnte. Der moderne Stil des allgemeinen Wahlrechtes will zum romantischen Stil der Prager Reise — soweit ihr politische Motive zugrunde liegen oder unterschoben werden sollten — nicht stimmen. Österreich-Ungarn und Italien. Die „Pol. Korr." schreibt: Die Reise des Königs Viktor Emanuel nach Griechenland hat manche Deutungen erfahren, welche Italien eine mit den Vestrebnngen der Ententemächte zur Er-haltnng der Rnhe auf der Balfanhalbinsel nicht übereinstimmende Sonderpolitik nnd speziell eine gegen Österreich Ungarn gerichtete Tendenz zu' schriebeil. Diese 'Auffassung beruht durchaus anf irrigen Voraussetzungen. In erster Linie ist festzustellen, daß die Fahrt des italienischen Monarchen nach Atheu ausschließlich den Eharakter eines durch den vorhergegangenen Bestich des Königs Georg beim italienischen Hofe bedingten Höflichkcitsaktes trug nnd an den kompetenten Stellen in Wien vom Anbeginn an nicht in anderem Lichte gesehen wurde. Es kann Iialieu die Absicht, die Begegnung der beiden Könige für selbstsüchtige Zwecke ansznni'chen, nicht zugemutet werden, da die italienische Politik hinsichtlich des Griechenland in bezng anf Ma- zedonien zu empfehlenden Verhaltens keine anderen Wege wandelt, als die beiden, Ententemächte. Man hat es vielmehr auch auf italienischer Seite als eine Pflicht betrachtet, der griechischen Regierung in eindringlicher Form die Eindämmuug der Umtriebe der griechischen Banden alts Herz zu legen, und es läßt sich der Erfolg verzeichnen, daß Italien von Griechenland bündige Zusichernngen im ^inne dieser Ermahnungen erhalten hat. Dnrch die von Italien ausgegangene Wiederholung nnd Unterstühuug der bekannten Ratschläge, die vor ungefähr vierzehn Tagen in Athen (ebenso wie in Belgrad) seitens der Kabinette von Wien und Pe-tersbnrg erteilt wurden, wird der vollkommene Einklang der Stellnngnahme Italieus mit dem V o r g e h e n O st e r r e i ch - N n g> arns nnwiderleglich dargetan und den Versuchen, im Zusammenhange mit dem Besuche des Königs Viktor Emanuel iu Athen Mischen Rom nnd Wien Gegensätze zu konstruieren, jeder Anhaltspnnkt entzogen. Die rasche Abwehr gegenteiliger Annahmen erscheint im Geiste der von den Leitern der auswärtigen Politik der beiden Staaten, Freiherrn v. Ährenthal nnd Herrn Tittoui, im Herbste des vergaltgellen Jahres öffentlich verkündeten Absicht geboten, beim Auftauchen irriger Auffassnngen über das Verhältnis zwischen Österreich - Ungarn und Italien auf die öfseutliche Meinung durch ungesäumte Orientierung über die wahre Sachlage anf-kläreud einzuwirken, nm dadnrch der Möglichkeit vorzubeugen, daß falsche Darstellungen in den gegenseitigen Gesinnnngen der beiden Länder einen Bodensatz zurücklasseu. Politische Uebersicht. Laib ach, 16. April. Das „Fremdeublatt" schreibt: „Seit Wochen bringen die französischen Blätter Tag für Tag nene Beiträge zn den sogenannten Montagnini-E n t h ü l l u n g e n. Sie suchen durch sensationelle Titel nnd anffällige Hinweise auf eiuzelue von Feuilleton. Im Naubrittcrnest. Eine Sommerfahrt. Von 'Maul' Minger. (Schluß.) ^. Als der Ädministrator-Kapitän-Ziumrerkelliler ^ erste Schüssel herumreichte, sahen Herr und M'au Lauge sich verwundert an. Was ihnen da ^'Mgen dampfte und ihre Nasen mit einem nnde,->uuerbaren Gemisch von Tüftelt kitzelte, war fremd-^"Ner nnd rätselhafter noch, als alle bisherigen Erlebnisse dieses merkwürdigen Tages. Nach eini-Nw zaghaften Verslichen, ihre knnrrenden Mägen Mit dem geheimnisvollen Stoff zn füllen, streckten ^ die Waffen. Auch die drei Köiugsbergerinnen l<«en mit einem tiefen Seufzer nnifono das Gleiche. Die temperamentvolle Fran Henny aber Dochte sich „^ solchem passiven Widerstand nicht ^Wnig^n. Sie erhob sich geränschvoll, warf dem sreiherrlicheii Ehepaar einen Blick zn, der an den allerersten Band des Gothaischen erinnerte, und verließ we Tafel des Grausens. Das erste und einzige, Nachtlager im, Schloß Nledermeisel wurde durch die Entdeckung eiuge-leiiet, daß des Herrensitzes vielseitiges Faktotum auch die Geschäfte des — Stnbenmä'dchens besorgte, ^m wichtiges, i,l dem Zimmer unauffindbares Ge-faß wurde auf vorschriftsmäßigen zweimaligen Klingelruf dnrch den Herrn Administrator persönlich zur Stelle geschafft. „Sie sind ja der reinste Fregoli", sachte Herr Lange. Das „ A dn nn i strat o r-Kapüän-Zwnnerkellner-Stu.benn>ädchen" grinste. „Ich wünsche den Herrschafteil eine gute Nacht." O über diesen srommen Wnnsch! Als Frau Henny ihr Vett aufsuchen wollte, prallte sie entscht znrück: „Das sind ja Seegrasmatratzen!" „Brrr! loie das stinkt!" schüttelte sich Herr Lange an der anderen Seite des Zimmers. „Und die Wäsche trieft von Näfse!" entrüstete sich wiedernm die weibliche Stimme. In allen Fngen krachte das Vett, in das Herr Lange todesmutig hineinstieg. „Verdammt, ich versinke. Ich stecke ill dem schenßlichen Seegras wie der Hase nn Kraut." „Wohl dir," jammerte Frau Henny, die an Mnt nicht hinler ihrem Gatten zurückstehen wollte uud nun auch ihre bedenkliche Lagerstatt erklomm. „Wohl dir! — Ich reite hier oben wie anf einem umgekippten Kielboot. Wenn ich hier schlafen soll, muß ich mich festseilen lassen." „Tauschen wir, Wenn's dir recht ist," erbot sich der galante Gatte. Sie tauschten. Und diese Beschäftigung des Tauschens war es, womit sie alle Stunden der Nacht ansfüllten, weil keins von ihnen weder die heiße Umarmung der Matratzengrnft rechts, noch die kühle Unsicherheit anf dem Sattel des Matratzenhügels links auf die Daner zu ertragen vermochte. „Hol' der Tenfel die Jagd!" flnchte Herr Lange/Veim ersten Morgengrauen schellte er dreimal dein Hansknecht. Als es klopfte ftihr er mit dein Kopf zur Tür hinaus. Er fuhr gleich wieder zurück. „Nehmt alles nur in einem", deklamierte ^ — ^'Z ist schon wieder der Administrator!" Dann ordnete er cm: „Hausdiener, Sie werden Punkt acht Uhr nnsere Koffer ins Schiff bringen. — Zimmerkellner, Sie werden mir meine Rechnung für die eine Nacht ausschreiben lassen. — Herr Administrator, Sie werden sich nicht etwa einfallen lassen, uns nach den drakonischen Bestimmnngen Ihres Prospektes die Pension für vier Wochen aufzuschreiben, sonst bin ich in zwei Stunden im Tilsiter Polizeibnreau. — Herr Kapitän, ich hoffe, daß Sie Ihre Abfahrt so einrichten, daß wir den Mittags-zng nach Memel noch erreichen. So — uud jetzt, ^tnbeiunädchen, bringen Sie nns eine Karaffe Wasser." Wohl schallte während der letzten Stnnden wiederholt die Sarastro-Stimme des Freiherrn polternd durchs Hans, und man hörte Verwünschungen, die mit „Berliner Unverschämtheit" nnd „freches Gesindel" eine fatale Klangähnlichkeit hatten; dennoch aber wagte es der moderne Raubritter nicht, dem energischen Freiheitsdrang der Gimpel, die sich plötzlich so wild gebärdeten, dio Türen zu verrammeln. „Nur um die Jagd tut es mir leid," lamentierte Herr Lange während der Dampferfahrt. Da blinzelte der Verwandlnngskünstlcr am Steuerrad und sagte ganz heimlich: „In den letzten sechs Jahren ist ein einziges Stück Wechselwild geschossen: worden." „Bei 20.000 Morgen eigener Jagd —!?" Der „ Ad ini n i stra t or-K'a P itä n -Z i lnnrerkellllev' Stubeniliädchen-Hauskllecht" nickte: „^timmt sM der eigenen Jagd, aber nicht nnsere eigene:sts. Ich muß es doch wissen - ich bin ja der Jäger." „Sooo — ?" dehnte Herr Lange. DaZ war für geraume Zeit sein letztes Wort. Üaibacher Zeitung Nr. 87. 788 17. Up^i 1907. Montagnini zitierte hervorragende Persönlichkeiten das Interesse an diesen Veröffentlichungen rege zu erhalten. Trotz der reichlichen Verwendung solcher Vehelfe werden die sonderbaren „Enthüllungen" von einem urteilsfähigen Publikum kaum mehr beachtet. AIs die Veröffentlichung angekündigt wurde, erwartete mau wohl, in den Aktenstücken eines diplomatischen Archivs bedentsmne Aufschlüsse über Vorgänge der hohen Politik zu finden. Man wurde aber durch die Tatsachen enttäuscht. Monsignore Montagnini führte mit rührendem Fleiße Aufzeich nungen über seine eigenen Briefe uud über seine Uuterreduugeu mit allen Leuteu, deren Wege er kreuzte. Seine Briefe hat er gewiß getreu kopiert; bei der Wiedergabe der Äußerungen Dritter dürfte ihn jedoch sein Gedächtnis gelegentlich im Stiche gelassen, oft auch seine Phautasie oder seine Eitelkeit .zu Ausschmückungen verleitet haben. Er, selbst muß einräumen, daß er viele seiner Informationen, und zwar gerade solche, die geeignet wären, ein gewisses Aufsehen zu erregen, nnr ans dem bedenklichen Umwege des Hörensagens empfing. Glaubwürdige Erklärungen von, den verschiedensten Seiten haben die Neste des Nimbus zerstört, der seine Sammlnngen uukontrollierbaren Klatsches noch umgab, solange mau wenigstens auf seine Wahrheitsliebe vertranen durfte. Da dies uun anch nicht mehr der Fall ist, werden diese Enthüllungen immer mehr zu einem Sensationsroman, der wohl niemanden mehr zu einer Stellungnahme veranlassen dürfte." — Aus Paris wird gemeldet: Obgleich sich die Schlußfolgerungen, zu denen die von der Kammer für die Prüfung der Montagnini-Papierc eingesetzte Konnnission gelangen wird, nicht niit Bestimmtheit vorhersagen lassen, darf man die Eventualität, daß die Kannner, und das Ministerium, in den beschlagnahmten Schriftstücken die Elemente eines Komplotts gegen die Negierung erblicken werden, doch schon jetzt als sehr unwahrscheinlich bezeichnen. Es ist somit nicht anzunehmen, daß der, Senat berufeu sein werde, sich als oberster Gerichtshof über diese Angelegenheit anszusprechen. Aus Sofia wird gemeldet: Gegenüber den aus Konstantinopel verbreiteten, ans türkischer Quelle stammenden Nachrichten über bevorstehende, oder bereits vollzogene Übertritte bulgarischer Banden ans dem Fürstentmne nach Mazc-d o nie n wird an maßgebender bulgarischer Stelle mit Bestimmtheit erklärt, daß in der letzten Zeit keine einzige Bande die mazedonische Grenze überschritten hat und daß ebensowenig irgendwelche Vorbereitungen für das Eindringen von Banden nach dein genannten türkischen Gebie'tc wahrznneh men waren. Auch in den, leitenden mazedonischen Kreisen wird die erwähnte Meldnng als tendenziös bezeichnet. Wiewohl im revolutionären Lager infolge der letzten Nachrichten über griechische uud serbische Bandenumtriebe Aufregung herrscht, sind bisher keine Anstalten getroffen worden, der Tätigkeit der serbischeil nnd griechischen Banden entgegenzuwirken. Es besteht unter den revolutionären Führern allerdings eine starke Strömung, die darauf abzielt, zum Schutz des bedrohten Bnlgaren-tmns in Mazedonien eine energische Aktion ins Werk zu setzen, doch dürfte hierüber, erst ein allgemeiner .Kongreß der Führer der Inneren Organisation entscheiden. Die Anhänger des Gedankens einer Gegenaktion machen geltend, daß die uu-gehemmte Fortdauer der gewalttätigen serbischen, und griechischen Propaganda den Besitzstand des bulgarischen Elements in manchen Gelneien ernstlich gefährden würde. Die portugiesische Negierung hat sich, wie man aus Lissabon meldet, durch die Obstruction, welche im Parlament wegen gewisser, die Universitäten betreffender Vorgänge betrieben wnrde, veranlaßt gesehen, die Kanunerjession zu schließet!. Die regelmäßige Tagung der Voltsvertretung war übrigens bereits abgelaufen uud nur mit Rücksicht auf die noch ausstehende Erlediguug des Budgets verlängert worden. Die Uuiversitäts-frage wird uunmehr der Eventualität einer Verschärfung durch heftige Parlamentsdebatteu ent zogen bleiben und es wird die Hoffnung gehegt, daß eine ruhigere Stimmung einkehren und für die Ordnung dieser Angelegenheit günstigere Bedingungen bieten wird. Nach Meldungen aus Peking ist nunmehr die Räumung der Mandschurei von. den rujsi -s ch e n und den japanischen Truppen, be endet; nur die Eisenbahnwachen, befinden fich noch dort. Die chinesifche Verwaltung wurde wieder eingesetzt. Die chinesischen Truppen wurden nach Heihnngkiang enlseudet, um die bisherigen russischen Truppen zu ersetzen. Man beabsichtigt, dort eine beträchtliche Allzahl gut ausgebildeter Truppeu zu stationieren. Tagesneuigteiteu. — (Ein Wirt same 5 Mittel, um pflichtverg e s s c n e E l) e in ä n n e r) in musterhafte Hausväter umzuwandeln, hat Richter Mc. Kenzie in Chicago enweckt. Der Nichter ist überzeugt, daß die Frauen selbst zum großen Teile daran schuld sind, wenn ihre Männer in der nächsten Wirtschaft Trost suchen. Er ist der Ansicht, daß Männer, die sich zu Hause nicht wohl fühlen und ihr Geld am Schanktisch vertrinken, leicht zu häuslichem Sinn erzogen werden könnten, wenn die Frauen, nicht so gleichgültig wären und für bessere Kost sorgeil würdeu. Der Nichter schickt, um die Wirksamkeit seiner Kur zu, demonstrieren, Ehemänner, die We Frauen, im Stich lasseil oder arbeitsscheu sind und ihm zur Bestrafung vorgeführt werden, nicht mehr, wie es sonst geschah, ins Arbeitshaus, sondern er gibt den Fraueu auf, es einmal mit guter Verpflegung zu vorsuchen. In verschiedenen Fällen hat sich diese Heilmethode für pflichtvergessene Ehemänner trefflich bewährt. Nicht die Männer wurden bestraft, sondern, den Frauen von dem Nichter etwa der folgende Küchenzettel vorgeschrieben: „Zwei Wochen Zum Frühstück Eier und Schinken, abwechselnd mit Speck und heißen Bis-tnits." Diese gute Verpflegung hat, wie die Praxis lehrte, viele der hartgesottenen Sünder kuriert. In den letzten Wochen hatte der Nichter 50 Ehemänner auf Probezeit und gute Nahrung gesetzt, und die sorgsame Pflege daheim wirkte tatsächlich Wunder, so daß nach Ablauf der Probezeit nur wenige Frauen über ihre Ehemänner noch zu klagen hatten. — (Ein weiblicher Bandit.) Eine junge Näuberin macht zur Zeit Straßeil und Häuser des Ortes Dubois-Wyo in Mexiko unsicher. Mit unerhör° tem, fast tollkühnem Mut geht der weibliche Bandit bei seinen Unternehmnngeu vor. Vor wenigen Tagen.' zwang die Näuberin mit vorgehaltenen Pistolen samt-liche Gäste des Hotels, Wertpapiere, Schmuck und. Geld herauszugeben. Der Besitzer des Hotels mußte ihr seine Kasse ausliefern. Einige Tage vovher hatte fie einen Gutshof ausgeplündert. Die anNx'senden Männer wagten es nicht, ihr entgegenzutreten. Viele Passauteil werden auf offener Straße überfallen und beraubt. Die Polizei erweist sich dem Treiben des weiblichen Aauditen gegenüber machtlos. -^ (Selb st b e w ußtsei n.) Ein Stadtverordneter in Breda, der lvegen „öffentlicher Trunkenheit" auf der Straße aufgegriffen und eingesperrt worden war, erwies sich als ein Mann, der sich nicht leicht ins Bockshorn jagen ließ. Als er in einer Zelle seinen Nansch ausgeschlafen hatte und ein Schutzmann ihm die Freiheit wiedergeben wollte, erinnerte er sich Plötzlich seiner Eigenschaft als Stadtvater und voll, Würde sprach er: „Da ich nun doch einmal hier bin, wünsche ich, die ArrestantenMeu zu besichtigen." Der verblüffte Schutzmann diente nun dem eifrigen Stadtverordneten als Führer. ^ (Eine amüsante Anekdote,) die den Vorzug der Wahrheit haben soll, erzählt eiu nach Athen entsendeter Berichterstatter des „Corriere delta ^era". Als der König von Italien seinen Vesuck in Athen anmeldete, ließ König Georg von Griechen land den Polizeipräfetten seiner Hauptstadt rufen und sprach also zu ihm: „Ich wünsche, daß uuser Gast van der griechischen Frauellschönheit einen guten Eindruck bekommen möge. Sorgen Sie daher dafür, daß in der Stadionftraße auf den Balkönen sich nur hübsche Gesichter den Augen des Königs präsentieren. Die häßlichen Frauen können ja im Hintergründe bleiben!" - „Majestät", erwiderte achselzuckeud der Po-lizeivräfekt, „was Sie da verlangen, ist ganz unmöglich! Es gibt auf der ganzen Erde keine Frau, die zugeben würde, daß sie häßlich, sei." Der König sah ein. daß der Polizeichef recht hatte, unb so kam es. daß König Viktor Emanuel in Athen nicht nnr schöne, sondern a,uch „nicht ganz so schöne" Frauen zu schauen bekam. — (Ein alter Schüler.) Eiu interessantes Beispiel, daß es nie zu spät zum Lernen ist, hat sich neulich in Belgien zugetragen. In der staatlichen Lehranstalt fiir Hortikultur in Vilvorde ist ein Schüler von 09 Jahren gewesen und trotz dieses hohen Alters hat er die Prüfung glänzend bestanden. — (Abgekürztes Verfahren bei Trauungen.) Der Polizen-ichter Well er in San Francisco dürfte in bezug auf Geschwindigkeit und Einfachheit der Eheschließungen wirklich den Vogel abgeschossen haben. Sein Trauungsformular lauter nämlich: Willst du fie? Willst du ihn? Faßt eure Hände! Versprichst du, für sie zu sorgen? Versprichst du, ihm zu gehorchen? Ihr seid unn Mann und Frau! Ihr seid verheiratet! Immerhin scheint dieses Formular noch die Mög» lichkeit weiterer Vcreinfachnng zu bieten. Die Frage an die Braut, ob sie ihrem Zukünftigen geholxhen wolle, dürfte sogar direkt veraltet und um deswillen zum mindesten überflüssig sein. Kinder der Finsternis. Roman von Anton von Persall. (42. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten,) Jetzt war Märchen im Hause und wieder stieg der sonderbare Gedanke in ihr auf. Sie war immer etwas Fatalistiu, warum soll sie denn diesmal eine Ausnahme machen, tell Preisträger nicht einladen, ganz abgesehen von allem. Es war ganz im Sinne Cassans gehandelt und jedenfalls sehr interessant, den Mann kennen zu lernen. Und wenn? — Der Name Ohnesorg tauchte wieder in chr auf. Das seltsame Motto, der Inhalt der Arbeit brachte sie innner wieder darauf. Und wenn--------! Dann wird er es nicht wagen, seine Augen zu Klärchen zu erheben. Und Klärchen? Da regte sich schon wieder die „Scham". „Sie schämen sich beide, der Empfänger und der Empfangende!" Aber das ist ja nicht so — die Stimme der Natur selbst wird — aber er kommt ja gar nicht, wenn er es auch wirklich ist — wieder aus Scham! — Jetzt errötete sie selbst vor sich, während ihr krankes Herz gegen die Wände pochte. Und sie fügte dem Manuskript, dem sie ihre Stimme gab, einen Brief an oie Jury bei, in welchem sie bat, den Preisträger ill ihrem Namen einzuladen, den Preis per. lönlich aus ihre-a Händen zu empfangen. Marianne fand an diesem Abend heftigen Widerspruch. Iustizrat und Amtsrichter hatten sich gegen sie verbündet; besonders der letztere bedauerte entschieden die von ihr getroffene Wahl. Er war ein prinzipieller Gegner der gwnIen neuen Richtung, die aus dem Verbrecher immer mehr einen Krallten machen wollte, für dessen traurigeil Zustand nlchr oder minder die schlechten moralisch-hygienischen Maßregeln der Gesellschaft verantwortlich gemacht wurden. Für ihn war lind blieb er der Schädling, der ausgerottet werden mußte, wo, unter welchen Umständen er sich fand. Er war auch im Prinzip gegen die Versetzung in ein anderes Erdreich, das dadurch nur ebenfalls verdorben wird. Vollständige Ansrottung, bezw. Isolierung war sein feststehendes Prinzip. Das Motto: „Nicht Wohltat — Pflicht" ven> setzte ihn in eine Erregung, die man dem trockenen Manne gar nicht zugetraut hatte. „Und das wagt man Ihnen vorzulegen," dw Narbe auf der Stirne glühte feuerrot auf, „einer Dame. die ihr gm^es Leben diesem undankbaren Pack opfert! Es war also nach diesem Herrn nur die verdammte Pflicht und Schuldigkeit Ihres verstorbenen Gatten, eine Kolouie Gundlach zu gründen! Und das können Sie billigen?" „Die Pflicht Cassans war es allerdings streng genommen nicht," entgegnete Marianne. „Der Staat hätte eben längst dafür sorgen sollen, daß sich einem Manne wie Cassan das drillende Bedürfnis einer solchen Anstalt überhaupt nicht aufdrängt. Der Staat hat die Pflicht, für genügende Gundlach zn sorgen, das meinte der Verfasser. Ja, er hat die noch höhere Pflicht, dafür zu sorgen, daß keine Gundlach mehr nötig sind, indem es keine verwahrlosten Kinder niehr gibt.'" „Eine Utopie, Frau Marianne," erklärte der Iustizrat, „an der Ihr Preisträger bald wieder etwas anderes auszusetzen hätte. Der Wohltat ihre Berechtigung absprechen^heißt in meinen Augen, die schönste Blüte am Menscheubaum vernichten; nur ein ganz unmoralischer Mensch — bitte, ich kann mich nicht anders ausdrücken — kann. das wagen." „Oder einer, der selbst der Wohltat seine Existenz dankt und einfach Zu hochmütig ist zur Dankbarkeit. Solche Leute kenne ich auch. Wenn Sie Ihre Wahl nur nicht bereueil," erklärte der Richter. „Lasse dir nur nicht Angst machen, Mama," wandte Klärchen ein, welcher der Amtsrichter von Anfang au eine heftige Antipathie einflößte. „Dein Kandidat hat ganz recht! Ich habe es cm nnr selber erfahren, dmußen in Gundlach. Jawohl, Herr AllitZ. richter, ich gestehe es offen — es ist doch immer Mt-leid. was ich fühle — und das Mitleid verdirbt mich und das Kind. — Mich macht es hochmütig, das Kind kränkt vs." (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitnm; Nr. 87. 789 17. April 1W7. Lolal- und Provinzial-Nachlichten. Große Mcssc in cmnli von Mozart. (Aufführung der Philharmon. Gesellschaft uoin 15. April 1907.) Tor Schreiber dieser Zeilen hörte die große ''U"l!Mcss<' ll)04 deini Mozartfeste in Salzburg und vermerkte damals in sciuelil Tagebuch: „Mozart, w>t du's? Ici. Mottl »hatte recht: es ist falsch, dich ven ewig Heitereil zn i,el,nen. Aber, daß du, Gott-lllchor. so erlist und feierlich sein kannst, das loeiß ^) orst jetzt!" In der Tat tragen die >tt Teile der ^cssc in ihrer Mehrzahl (ettva 14 gegen 4) den Charakter des Erhabenen an sich. Man könnte ^ Formel gebrauchen: Mozart gravitiert in diesem -werke nach Nordeii. Historisch-biographisch finden wir Mefur eiiu> Erklärung in dem anch von Alois Echmitl hervorgehobenen Unistande, daß Mozart sich gerade nm die Zeit der Entstehung dieser Messe — angeregt T^lch Aufführungen be,un Baron van Ewieten — ^n die Wci^' Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Handels versenkte. Die Geister dieser großen ^'0 testanten schreiten denn auch gewaltig durch das ^l?rk )>e5 großen Katholiken. „.<>lyrie" (ohne das Eopransolo), „Gratias", „Qui tollis", „Benedictus" und andere Teile der Messe sind so bachisch, daß sich ^l dem Versuch, Stücke aus der MVltbhäuspassion ^n^ unniittclbar darnach zum Beispiel das „Vene-blttuZ" der l^lnoll Messe zu spielen, die täuschende ^NlPfindnng einstellt,-als spielte man in der Mal lhäuöpassion weiter. Das „Credo" hinwieder weist bu'lfach die prunkvolle Art Handels auf/ Die Er-^ünzungsteilc zim« Torso der Messe sind von Alois ^chwitt und seinem treuen Helfer Ernst Le ^lcki nnt weisem Bedacht' so gewählt worden, daß Ne die Eigenarl dieser Schöpfung noch deutlicher hervortreten lassen. Man denke nnr an da,5 von Schmitt "l'gefngte erschütternde „Cruch'ixus"! — So tritt "ie Verschuldung der in Mozart vollendet verkörperten Anmnt des Süde'ns mit der Herbheit des Nordens auch in der fertige», Gestalt der Messe einzigartig und vollkommen in Erscheinung. Bedenken wir uoch, daß Mozart dieses Werk wahrhaft nnt seinem Herzblut geschrieben ^ „ich habe es in meinem Kerzen wirklich gesprochen" ~ dann kann es uns MM wundernehmen, daß die <.'iu<'ll Messe die herrlichste kirchliche Schöpfling deo Meisters und ei'les der erhabensten musikalischen Kunstwerke überhaupt geworden ist. Tie Aufführung der Messe von feiten der W)il,hnrmonischen Gesellschaft in Laibach war eine überaus würdige. Tie größten Schwierigkeiten einer sulcheu Darbietung sind auf chorischem Gebiete 3u bewältigen. Das Ideal eines C-moll-Messe-Chores wäre eine Gemeinschaft von durchwegs stimm.-begcch^,^ musikalischen, zusammengesnngcnen und — ^ligiüo nicht gleichgültigen Sängern und Sän-gerinnen . sc, eine Art Leipziger Soloquartett iin M'oßen ViMtab. Ein nnr von Fall zn Fall einbern-l^uer Chor von Tilettanten wird mit, den technischen Schwierigkeiten nnd dem mystischen Gehalt eines sol-^u Wcrkes nie ganz fertig werden tonnen. Ein T^ck zuin Beispiel auf das kranse Pnrtiturbild der lulossn^',, Doppelfuge „Ofanna" im Tanctns oder "uf das „Qui tollis" mit seiner Chroniatik könnte ^ Äieinung erzeugen, daß solche Ausgaben von Di-lottailten anch nicht unvollkommen zn lösen sind. Uni !^ Garniere Anertenunng gebührt den Damen (unter "inen befand sich allerdings eine kleine, Anzahl ans-^'b'lldeter Sängerinnen) und Herren unseres Chores ^',l die Tapferkeit, mit der sie dem ausgezeichneten ' iörper diese ^iusit glatt her-abspielte. 5^'ilich ist das w i e des Spieles von höchster Bedeutung. Und da hätten wir gewünscht, daß die Herren Streicher und Bläser' den Weisnngen des Tirigenten folgend, ab und zu ruhiger, feelen-voller, kurz mozartischer gespielt hätteu. Bel M» zart ist ja jeder Takt Ausdrucksnnifik. Auch im letzten FigurclM steckt Seele. Der Orgel- (hier leider Havmoninn^) Part, der in der <^ mull Messe allerdings nirgends mit obligaten Stellen bedacht ift nnd nur als orchestrales Füllsel in Betracht kommt, war den bewährten Händen des Herrn öwpell-meisters Christoph anvertraut. Die Svpvansolis sang ^ran W i n t e r n i tz - D o r o a (Graz) uiwergleich lich meisterhaft. Ihre silberhelle, in allen Lagen gleich schöne, in unserer Messe das uu der kleinen Oktave und oben da,5 dreigestrichene c — in anderen Werken, wenn eb sein muß, unten das li« und oben das t' erreichende Stimme, ein phänomenalem technisches können und tiefste Musikalität befähigen die Win lerniy-Torda zur Mozartsängerm Ivnt' «xucl!<>u. Das ist sie auä). Der Schreiber dieser Zeilen hat dieses Sopransolo in Salzburg von der berühmten Lilli Üchniann gehört und muß sagen, daß die Leh-mann ans ihn leinen größeren Eindruck gemacht hat als die Winterniu-Dorda. Nt iii<-:n-ii:ltu8 l»»t! — Maria, uniigebeu von drei musizierenden Engeln! Iran Winternitz trug dieses rührend schöne, echt mozartische Stück in einer Weise vor, daß jedes fül> lende Herz wahrhast hochbeglückt sein mußte. Auch die drei konzertierenden Instrumente — Flöte, Oboe und Fagott wurden sehr schön geblasen. Manch einer möchte wohl wünschen, daß diese Musik in seiner letzten Stunde noch einmal ganz leise wie aus der Ferne herüblzrtlänge ... Anch dem anmutigen Frau-lein Pardo danken wir recht vom Herzen, für ihre wnnderschöne Leistung. Die Künstlerin, eine geborene Hambin'gerin, voni Herbst 1!X)7 ab für Linz engagiert/ ist im Besitze eines fülligen, edlen Organes, eines typischen Mezzosopranc- nnd sang ihren Part, insbesondere ihr großes Solo „I^iuälnini» t«" ganz prachtvoll. Im schönen Zwiegesang „Domino" vereinigten sich die Stimmen der beiden Solistinnen zn entzückendem Zusammenklang, Im Terzett „Ononiam" ^ wieder eine Perle ^ gesellte sich der Tenor zn den Frauenstinunen. Auch Herr Lena t stand auf der Höhe; nur ist seine wohl klingende Stimme für den Tenorpart der l'-inoll-Messe etwas zu baritonal gefärbt. Tas Solo „ll< in kM'iUim »ilin-Unu", ein sanft dahinfließender, herrlicher Gesang mit Chorstellen, wurde von Herrn Legat sehr schön gesungen. Allerdings machte sich eine kleine Neigung zn rhythmischer Freiheit, bemerkbar. Herr Fochlcr mußte cs zufrieden sein, nut feinem pastosen Baß erst im wundervollen Soloqnartett „Ve-m'dictus" einzusetzen, diesem „Nniknm der Mozartliteratur" (Schmitt), — das uns neben dem ,,(^li tolli«" als Höhepunkt der Messe erscheint. Des Leiters der Allsführung, Herrn Musikdirektor Zöhrers, gedenken wir zuletzt, weil er das Allergrößte zu leisten hatte. Daß dieser hocchdewährte Mnsiker das große Werk mnsichtig und schwnngvoll dirigierte, verdient als selbstverständlich weniger nn-lerstrichen zu werden, als die zähe lind begeisternde Art, wie Herr Direktor Zöhrcr die Vorbereitung der Messe leitete. Echn^rer ats bei einen, anderen Werte war bei dieser Schöpfung mit ihren großen technischeil Anforderunge'l, ihrem weltfernen religiöfen Gehalt nnd ihrem - Latein, jener tote Punkt zn überwinden, der fich während des Ttndinms jedes großen Kunstwerkes einstellt, bevor dieses selbst seine wer-bende, zündende Kraft auf die Mitwirkenden zu äußern beginnt. Doch Direktor Zöhrcr ließ nicht locker. Er lnelt sich an das Vibelwort: „Ich lasse dich nicht, dn segnest mich denn". Seine Liebe zu Mo zart gab ihm Kraft, auszuhalten, bis der Sieg er-rnngen war. Taruni gebührt ihm von allen Lorbeeren der Anfführuug der schönste nnd üppigste. Wertvoller als jeder Lorbeer aber wird Herrn Direktor Zöhrer die einmütige Begeisterung sein, die Montag abends Mitwirkende und Zuhörer zu jubelnden Tan kestnndgebnngen entflammte. Es war ein hocherhebender, unvergeßlich schöner Abend, der das Edle in uns wieder einmal so recht frei werden ließ. Und nnn nnr noch ein Blick ans den Genins, Äor uns so tief beseligte. Mozarts Nusiea. »i»(!,:r der Meister schnf allein IN Messen — wurde bis i» die ersten Jahre des ^«>. Iabrhnnderts von vielen Musikern für minderwertig, weil zn weltlich, gehal len. Nnr das „Requiem" wnrde immer als schlacken, loses Meisterwerk anerkannt. Jenes nngünstige Ur teil erfuhr - Nnhm und Dank fe,,' dem edlen Alois Sclnnitt dnrch die Große ^-nloii-Mesfe eine arah» artige Berichtigung. ,^amn war von diesem Werke der Nnf erklungen: „ttt i-<'«n,-,'<>xi<", so führte c'5, gleich einen, feurigen Wagen. Mozart hinauf i» den Himmel der heiligen Cäcilie. Tort thront nun der Meister znr Nechten Johann Sebastian Bachs. Die Philharmonische Gesellschaft aber hat durch die Anfführnng der l'-inoNMesse eine Tat voll> bracht, für die ihr alle, die Mozart lieben, nicht warm genug danken können. Nichts hätte die Größe Mozarts so überzengend dartun können, wenn anders es mnes solchen Beweises bedürfte, als die Darbie» tnng der t'-inoIlMesse fo knrze Zeit nach der Auf-führnng von „Figaros Hochzeit" auf unserer Bühne. Denn daß zwei so grundverschieden gmrtete Werke ~ nnd doch jedes für sich ein vollendeter Typns — von demselben Schöpfer herrühren, darin offenbarte sich für jeden, der nicht ein .^nnstbarbar ist, eine nligelienre, einzig dastehende Genialität. Wahrhaftig, Mozarts Werke gleisn den „Bergen, voll denen nils Hilfe kommt". Auf ihre Höhen fliehen wir aus den dumpfen. Niederungen des Tages mit seinen Zweifeln und Nöten. Hier, hoch über den Nebeln hypermodernor Musitfabrikate, findet vor allem auch der nuifikalifche Mensch unserer Zeit immer wieder sicheren Boden und klaren Alis« blick. „Mehr Mozart", ist heilte die Losung. Schon wetteifern sie überall in dentschen Landen Mozart festlich aufzuführen, wie sich's gebührt, und wir wagen kühn die Behauptung, daß heilte eine Olnoil-Messe die Welt mächtiger bewegt uud begeistert, als alle Sinfonien von Richard Strauß und Gustav Mahler zusammengenommen es vermögen. Dock) lassen wir alle Vergleiche. Mr sind und bleiben unbedingt glänbige Mozartianer und wisseil ims eins mit allen Mitwirkenden und Znhörern der Messe, n>eun wir dem Genius, dessen Werk nns wie ein Hauch der Ewigkeit berührte, cms tiefster Seele zurufen: „lll'iltlll« tibi n^inni« i»,'«i>t<>,' mil^nnm k'lni-wni tliil,m" — „Wir danken dir um deiner großen Herrlichkeit willen." 55«;. — (Von der Filiale St. Peter in Laibach des Cyrill- und Methodver-c ill es.) Iil der Hanptversammlnng dieser Filiale, die am M. d. M. stattfand, wnrden folgende Herren zn Funktionäreil gewählt: Obmann Pfarrer Franz Pavliö, Schriftführer Eisenbahlloffi'zial i. N. Franz Podkrajüek, Kassier Kaplan Franz Z ortoi Stell Verräter: Viktor N o h r m a n n , Franz 5 a n , Leo Ierüe und Ivan N o n a ^,! Aus-schußmitglieder: Alois Lenöek, Thmnas Men» ringer nnd Ianko Pianecki: Vertreter für die Hauptversammlung des Zentralvcreines: Bra» da5ka, Ier«e, Len^ek, Pavlie, Pia« necki, Podkraj ^ ek uild Zorto. ^ Im verflossenen Jahre wurden 9 Ausschußsihuugen abgehalten. — Die Filiale zählte l Ehrenmitglied, 18 Pro» tektoreu, 88 Gründer, 10? ordentliche nnd 150 nnter-stützende, daher znsanllneil :',<>4 Mitglieder. (V o il der E rd b ebe ll w ar te.) Genaue Messnngen der Aufzeichilungen voin vorgestrigen Fernbeben führten zn folgenden Ergebnissell: Die ersten Vorläufer fetzten nm 7 Uhr 2l Min. 8(i Set. ein. Die Hanptbewegniig begann mn ? Uhr 41 MiilUi» ten 4"> Sekilnden und erreichte um di Uhr (i Nliiluten, 21 Sekunden das Maximum. Ende der sichtbaren Anfzeichnnng gegen 11 Uhr vormittags. Die Anf" zeichnnngen aller fecko Instrnmente ergaben als Nich< tnng, alls welcher die ersten Vorläufemiellen bei uns eingetroffen sind, Westen, so daß der Herd im Gebiete von Zentralanlerika zu sucheil sein wird. Da die Herddistanz über MMli Kilometer beträgt, so darf inan annehnien, daß die Herdstelle submarin war. Falls das Festland anch betroffen wurde, so dürfte eüua, in Meriko das Erdbeben unter Berücksichtigung der geographischen Lage und der Zeit, welche die Wellein bis Laibach benötigt haben, gegen 12 Uhr 34 Minn-ten nachts aufgetreten sein. Nach bisher eingetrossenen Depeschen verzeichneten dieses Fernbebeu die Erd« bebenwarte zu Hamburg gegen 7 Uhr 21 Minuten, Padua gegen 7 Uhr 24 Minuten (Herddistailz 12.lXX) Kilometer) lind Pola gegen 7 Uhr 82 Minuten (Herddistanz 11.000 Kilometer). N. In Ergänzung dieser Mitteilung, die uns für die gestrige Nnmmcr zu spät kam. liegen, nun telegraphische Meldungen vor, denen zufolge das Erdbeben tatsächlich in Meriko anftrat. Die Ortschafteil Chilpam'ingo nnd Chilapa wurden zerstört, die Stadt Meriko wurde ebenfalls von dem Erdbeben, das 41/2 Minnten dauerte, betroffen. Taufende von Ein» wohnern liefen in Nachtkleiduug au,f die Strahe. Mauern stürzten ein und das Pflaster zeigte Nisse. Das Erdbeben war das heftigste seit 25> Iahlx'n. — (De r G e s a n g svc r e i n „L inblj a n a") hält Sonntag, der, 21. d. M., uin 2 Uhr nachmittags im Salon des Hotels „Ilirija" seine ordentlich« Hauptversammlung mit der üblichen Tagesordnung ab. Laibacher Zeitung Nr. 87.____________________________ 79<» ,?. April IW7. — (Das Panorama International) Unter der Trantsche hält in dieser Woche gelungene Ansichten aus Nordafrika ausgestellt. Man sieht da Tunis n,it dem Stadttore, den Plätzen, Gassen, Mo° scheen, Palästen, speziell dein Vardo-Palaste-. itnir-wan nnt der Händlerstraße, deni Marktplätze u.id dem Friedhofe. Beachtenswert sind die Voltstypen, die Belustigungen der Einwohner bei Schlangen^ beschniörern, Ganklcrn nnd beim Kanlelkainpfe. Ferner sieht mall di>e ))iuine:i von Kartliago un) des Kolosseuins daselbst. Besonders interessant sind die Bilder der Festtracht der maurischen, Damen, der arabischen Kavaliere und deren Frauen. Die Ausstellung ist für den Besucher überaus belehrend und deshalb sehr besuchenswert. — Nächste Woche: Südamerika. — (Das Pauora m a - K o s ni ora iu a) aili Burgplatze zeigt in dieser Woche wcht sehensloerte Bilder ans dem deutschen Südwest-Afrika, die die dor-tigcu Ortschaften, Straßen uud Gasseu, Gärten, Plantagen, Urwälder nnt Nie sen bäumen, Eingeborene in ihren eigentümlichen Trachten, darunter auch solche mit europäischen Regenschirmen, veranschau-licheu. Interessant sind die Ansichten vom Palaste des Sultans in Sansibar, voll eleganten, Zimmern eines Plantagenbesitzers, des deutschen Konsulates :c. Diese Ausstellung verdient besondere Beachtung. — Nächste Woche: Die englische Flotte. * (Eiu diebischer H c r r s ch afts b e d ie u -steter.) Iu der vorigen Woche brachte der Schlossergehilfe Josef ^erovuik ans Kozarje dein Goldarbeiter Ludwig örne in der Wolfgasse ein goldenes, mit Diamanten besetztes Halskreuz sowie ein mit einer großen Perle und einem Diamanten geziertes Anhängsel eines Kolliers zum Verkaufe. Da die beiden Schmucksachen einen Wert von 200 Iv repräsentierteil, tam t>ein Goldarbeiter die Sache verdächtig vor. Unter dem Vorwande, die Preziosen gellan ansehen zu müssen, bestellte er den Verkäufer ailf Saiustag abends ins Geschäft. Inzwischen erstattete er bei der Polizei die Anzeige. Als Samstag abends der Schlossergehilfe erschien, wurde er von Sicherheits-orgnnen angehalten und zum Amte gestellt. Hier erzählte er ebenso wie dem Goldarbeit^', daß diese Goldsachen einer seiller Freunde auf Nummern gewonnen habe nnd sie jetzt veräußeru wolle. Als diesen Freund bezeichnete er den 27jährigen Johann Mlaönrk aus EisenkaPpel, der i,m Schlosse Strobel Hof beim Herrn Baron Dr. Eugen Müller bedienstet war. Mit Hilfe des Gendarmeriepostens ill Waitsch wurde Mlac-nit, der die Wertsachen seiner Herrschaft gestohlen hatte, noch im Üanfe der Nacht verhastet. Eine Durchsuchung seiner Habseligkeitcn förderte eine goldene Halskette, eine silberne Damenuhr samt Kette, einen goldenen Crayon. Münzen, Wäschestücke, einen Spazierstock mit Silbergriff, Zucker, verschie-dene Schlüssel, ferner einige seine Damentasche!,-tücher mit Spitzen und Bändern zutage, die er sich in einem Modegeschäfte in Laibach wahrend seiller Dienstzeit angeeignet hatte. Durch seinen, Komplicen, den Schlossergehilfen, hatte er fich Nachschlüssel machen lassen nnd stattete dann der Geldlade der Fran Baronin tägliche Besuche ab. So g-elang es ihm in einem Jahre über 800 X zu entnehmen, die er teils in Gesellschaft seines Freundes, teils mit Vanvrumädchen verjnbelte. Sowohl er als auch sein Komplice wurden nach vorhergegangener daktyloskopischer und photographischer Aufnahme dem Landesgerichte eiligelio-fert. — (öffentlicher Vortrag in Bischof. I nck.) Wir erhalten folgenden Bericht: Am 13. d. M. abends hielt im Saale des ^italnicavereines ill Vischoflack Herr Ante Gaber einen fesselndeil Vortrag über „Das Kunstgewerbe nnd die Kunst ill Vischoflack". Er besprach in den Eingangsworten, die alten Vischoflacker Zünfte, in denen sich die Schneider, die Schmiede, die Ki'uichner, die Bäcker, tie Fleischhauer versammelten, um die einzelnen Gewerbe möglichst auszubilden und anderseits auch deren Rechte zu wahren. Dw Tischler, und die Kalnmarbeiter (ein Gewerbe, das noch heute in der Vorstadt Pu«tal emsig betrieben wird) gehörten nicht dem Zunftwesen au. Einzelne Gewerbsleute brachten, es in ihren Erzeugnissen bis zu einer gewissen Kunstfertigkeit, nameutlich die Schlosser, an deren alten Arbeiten wir noch heute die entsprechende Zweckmäßigkeit und die richtige Verwendung des Materials bewundern müssen. Eingehender behandelte der Vortragende die Volkskunst, die besonders in der Tracht (Stickereien mit Tnlpen- und Nelkenmotiven), it: den Malereien auf den Vorderbrettern der Bienenkörbe, in den Malereien auf Glaswaren, iu den Verziernngen kleiner Vrote (Pfefferkuchen, Mali kruhki. die noch heute, namentlich in Vischoflack und Umgebung, in Mengen produziert werden) zum Ausdrucke gelangt. Auch die Nonnen ill Bischoflack (ihre Nndelnmlereien und Miniaturen) und die dortigen Kapuziner (vergleiche ihre Porziuntelzettel. die sie fclbft produzieren) lehnleu fich an die Volkskunst und die Voltsmotive an. In den Schlußworten gedachte Herr Gaber der modernen Künstler aus der Bischoflacker Umgebung (Johann ^ubic, Goorg 6ubic, Johann Mbe, Johann Grohar) und schloß mit der Behauptung, daß Bischof, lack für die Slovenen das fei, was Narbisan für die Franzosen oder Düsseldorf für die Deutschen. Seine Ansführnngen beleuchtete der Vortragende durch eine ganze Sammlung von diversen einschlägigen Knnst-artit'eln (Schlosserarbeiten, Intarsionsarbeitcn, Stit-kereien, Nadelstickereien, Glasmalereien, alte Kleidungsstücke, Modelle für kleine Lebkuchen usw.), die er den Anwesenden erklärte lind unter ihnen zirkulieren ließ. Die genannten KunstartikÄ gehöreil meistenteils der eigenen Sammlung des Herrn Anton Gaber an, einige hatte in frenndlicher Weise Herr Karl Nitter v. Strahl. t. k. Oberlandesgerichtsrat i. N. w Altlack, aus seiuer großen Kollekte überlassen. — Das ist schon der zweite Vortrag, der heuer über Anregung des l'italnicavcreincs in Bischoflack stattfand. Wir fügen noch hinzn, daß der genannte Verein vor knrzem eine öffentliche Bibliothek eröffnete und daß man sich in der letzten Zeit mit dem Gedanken umträgt, eine eigene Bibliothek für die Kinder zu gründen. Anch werden zwei Theaterstücke vorbereitet, die demnächst zur Aufführung gelangen. — (Eine Greg o r <- i ö - Fe ier in S ag o r.) Aus Sagor wird uns berichtet: Der hiesige Sänger-klnb Veranstalteteam 11, d. M. abends im Gasthanse der Fran Maria Medved ill Sagor eine Gregor^iö-Feier, die sich eines vorzüglichen Besuches zu erfreuen hatte. Auf dem Programme der Feier befand sich als erster Pnnkt ein Vortrag über den großen Lyriker. Dieser Aufgabe entledigt? sich der hehrer der hiesigen Volksschule Herr I. Hladnik in der besten Weise und fand für seine tief durchdachte Rede verdienten Beifall. All diesen Vortrag schlosse-.i sich Vorträge un seres Gesangstlnbes an. Sowohl der Männer- als anch der gemischte Chor, welch letzterer ,;nm erstenmal vor die Öffentlichkeit trat, befriedigten vollends: namentlich wurde der Frauenchor sohr sympathisch aufgenommen. Vorträge der heimischen Tambu-raschentapelle, die alsbald die tanzlnstige Ingend zum Tanze vereinigten, beschlossen die Feierlichkeit, deren Erträgnis dem Gregoröiö-Denkmalfonde zufließt. —ilc. - (E lternabcnd in Si . Martin bei Littai.) Alls Littai wird nils geschrieben: Wie die bisherigen von der Lehrerschaft im Schulbezirke Littai abgehaltenen Elternabende, ersrente fich anch der am 15. d. M. an der Volksfchnle in St. Martin bei Littai abgehaltene Elternabend eines Überalls guten Be-filches, denn die Teilnehinerzahl betrug nahezu 200 Personen, zumeist aus ländlichen Kreisen. Nach einer Äegrl'ißnngsansprache wies Herr Oberlehrer Michael Debel a k alls die Bedeutung, die Vorteile und das allgemeine Wohl hill, welche die Elternalx'nde anstreben und schloß seine Rede mit einem Appell an die Eltern der schulbesnchenden Kinder, stets den Kou° takt zwischen Schule nnd Halls zu erhalten und so der Lehrerschaft die gemeinsame Erziehung der Schnl-tinder zu erleichtern. Auf diese Rede solgte die Be-schreibnng einer Reise nach Konstantin opel init Skiop-tikonbildern. Der populäre, sehr belehrende Vortrag, gehalten vom, Herrn Bezirksschnlinspektor Lndwig Stiasny, fand die wärmste Aufnahme und es wurde sowohl dem Herrn Oberlehrer Debelak als auch dem Herrn BeZirksschulinspektor für die Veranstaltung des Elternabendes der Dank der Versammelten ausgesprochen. —ik. — (Ein Elternabend in Idria.) Man schreibt nns aus Idria: Die hiesige k. k. Werksvolks° schule für Knaben veranstaltete am 6. d. M. im geräumigen Lehrzimmcr der 2. .Masse den ersten Elternabend, der so zahlreich besucht war, daß viele Eltern der Schulkinder und andere Gäste wegen Platzmangels abgehen mußten. Herr Schuldircktor Alois Mrak begrüßte die Versammelten mit freundlichen Worten, nnd erklärte sodann die Vedentnng der Elternabende. Über das zweite Thema „Die Erziehung vor dem schulpflichtigen Alter" referierte der k. k. Lehrer Herr Anguft tzabec sehr eingehend; er verstand es durch seinen lebhaften und belehrenden Vortrag die Versammelten zu fesseln. Die Zuhörerschaft zollte den beiden Rednern großen Beifall, und zum Schlüsse brachte ihuen eil: Bergmann im Namen der Versammelten den Dant mit dem Wunsche znm Aus-dnlcke, daß der nächste Elternabeud im Turnsaale abgehalten werden möge. — Die Vernnstaltnng bs-ehrten mit ihrer Anwesenheit auch Herr Vergrat und Ortsschulinspektor Josef Kerßiö. Herr Bezirks-richter Karl Sturm und die Leiterin der Mädchenschule Fräulein Ma-ria, KavLiö sowie alle Lehrerinnen ihrer Anstalt. — (Bau schaden infolge Negen-wetters.) Wie man lins ans Nudolfswert schreibt, schritten die Erdanshebnngsarbeiten beim Frauen-spitale in Nndolfswert trotz der strengen Kälte in den Wintermonaten so rüstig vorwärts, daß sie Mitte März vollendet erschienen. Nun hätte mit dem Aufban des Gebäudes begonnen werden können, wenn sich nicht die äußerst ungünstige regnerische Witterung eingestellt hätte, wodurch sich die hohen, aus Lehm« erde ausgestochenen Grmldinauerböschungen al> schwemmen und abrutschen. Hiednrch wird nicht nnr der Beginn des Aufbaues gänzlich vereitelt, sondern anch der Banunternehiner erleidet einen ganz l'inp'-findlicheii Schaden, weil er feine bereits vor drei Wochen eingctroffenen Bauleuw nicht beschäftigen kann und das abgeschwemmte Erdreich nach Aufhören des Negenwctters tagelang aus den Grundmauer' einschnitten 'heranszuschaffen haben wird. — (Bau eines D y na m itverbrauch s« m, agazin s.) Donnerstag den 18. d. M. um 2 Uhr nachmittags findet im Bereiche der zur Gemeinde Nendegg gehörenden Ortschaft Vrezovica der kom-»lissionelle Lotalangenschein behufs Errichtung eines Dylianiitverbrauchsmagaziils für die Eisenbahnban-nnternehmung Treffen-Iohanneswl statt. Die Unternehmung wird nur zum Ztoecke der Steinbrüche für den Ban ungefähr 5000 ,^ilogramm Dlmamit. 27,00 Kilogramm Schwarzpnlver nnd >500 Kapseln i.>er-wenden. — (Beim Gesteinsprengen verletzt.) Dm- Grundbesitzer Matthias Buiwr aus Plüsch, Ge-meiiide Tschermoschnitz. sprengte am 8. d. M. nlit seinem 18 ^.ahre allen Sohne auf feinem Acker Steine, wozn er Schwarzpnlver verwendete. Die eine Ladung ging nicht los, weshalb sie entfernt werden sollte. Hiebei entlud sie sich und beschädigte t>en Sohn im Gesichte und an beiden Händen. Er wurde ins Kaiser Franz Josef-Spital der barmherzigen Brüder in Kandia überführt. — (Plötzlich gestorben.) Am 13. d. M. nachmittags kaufte der in gauz Unterkrain bekannte Viehhändler Johann Vrhovec ails Ober-Brezovo bei Politz in der Ortschaft Leskovec, Gerichtsbezirk Weichsel bürg, Viehvorräto ein. AIs er, auf dem HeiiüN>ege begriffen, an einer Waldesstelle mit einem Holzarbeiter einige freundliche Worte wechselte, begann er plötzlich zn tanmeln, fiel nnt einem Anfschrei zu Boden und blieb auf der Stelle tot. Der Dahingeschiedene stand im 62. Lebensjahre und erfreute sich bei den Vichziichtern Unterkrnins wegen seines biederen Charakters des besten Rufes. —ik. — (Den V rn der er sch o s s e n.) Vor einiger Zeit war der Verzehrungssteueragent Alois Pipan in Veldes vom Hause in dienstlicher Angelegelcheit ab. wesend. Tassen zehnjähriger Stiefsohn Johann Ve« rant spielte mit dem zweijährigen Stiefbruder Anton Pipan im Zimmer. Schließlich ergriff er im Spiele ein Iagdgeivehr, von dein er nicht wußte, daß es geladen war, und legte es gegen den, in unmittelbarer Nähe stehenden Pipan an. Die Ladung ging los und traf das Kind zn Tode. - !. — (Ein V e r giftn n gs verfnch.) Die Ehelrnte Franz und Theresia Bla/ in Slape, Umgebung Laibach, lebeil seit längerer Zeit iu Unfrieden. Äni 15. d. M. nachmittags gerieten sie wieder in einen Streit, weil der Ehegatte seit Neujahr 1R)7 keiuer Beschäftigung mehr nachging, sich aber ganz dem Truuke ergeben hatte. Am obigen Abende stellte die Ehegattin eine Schüssel mit gekochtem Mehlbrei auf den Tisch, während ein Topf mit einer Halbmaß Milch im Zimmer anf dem Sparherd stand. Sie ging ein Schaff Wasser holen, und als sie znrück-kam, fand fie im Mehlbrei sowie in der Milch blaue Zündhölzchenköpfe eingestreut. Im Mehlbrei sollen sich mindestens acht und in der Milch mindestens zehn Zündhölzchenköpfe befnnden haben. Die Familie des BlaZ, bestehend aus sieben unversorgten Kindern im Alter von li Wochen bis zu 16 Jahren, wäre durch den Gennß des Mehlbreies und der Milch vergiftet wor» den. — Blax wurde dem Landessserichte eingeliefert. —I. — (Verunglückt.) Der Auszügler Franz Klanöi^ar aus Vukovje bei Sagor trieb am 14. d. seine Kuh vom Weideplatze nach Hanse. UnteNvegs stolperte er über einen Banmast und fiel mit dem Gesichte auf einen Vaumstock, wodurch er sich am Kopfe fo fchwer verletzte, daß an dessen Aufkommen gezweifelt wird. Klanöiöar ist nahezu 80 Jahre alt. —ik. — (Verkauf zweier historischer Schlösser.) Aus Fiume wird geschrieben: Die kroatische Landesregierung unterhandelt über den Ankauf der historischen Burg der Grafen Frangipani, die sich auf d«n Tmatohügel erhebt nnd die Stadt Fiume beherrscht. Diese Burg ist jetzt ein Besitztum der Nachkommen des Marschalls Laval Nugent, der Saibadjer Rettung Wr. 87. 791 17. Slprii 1907. daselbst cinc Anzahl von Knnstwockn, mM italienische Skulpturen, gesaininolt hattc. Die kroatische Landesregierung will mm die Vnra, erwerben, um darin die Überreste der beiden kroatischen Grafen Pcter Zriny uud Christoph Frangipani, die 1671 in Wiener--Nenstadt hingerichtet worden sind, zn bestatten. Der kroatische Qandtag nnd die Lan,desregiening lvci> den sich nächstens init diesem Projekte beschäftigen. — Auch das Schloß der Frangipani in Portor^ bei Iimne soil verkanft werden, da die jetzigen Besitzer, die Jesuiten, das Schloß verlassen wollen, um nach Agram zu übersiedeln. * (Scheue Pferde.) Gestern vormittag wurden zwei vor dem Hause Nr. 24 am Rathaus-Platze gestandene nnd in einen Streifwagen eingespannte Pferde scheu und walken im Weiterrennen die KOjährige Greislcrin Maria Sluga nieder. Der Hiakerkuecht Anton Godec, der die Pferde anfhalten wollte, geriet nnter Pferde und Wagen und erlitt solche Verletzungen, das; er blutüberströmt ans die Zentrallvachtstnbe gebracht werden innate. Hier wurde ihin die erste ärztliche Hilfe zuteil, worauf er mit dein Rettungswagen ins Spital überfüh'rt wurde. * (Eineeuropa m üde Schwindler: n.) Über telegraphisches Ersuchen des Geudarmerie-Postens in Videm bei Gottschee verhaftete diesertage die Detektivabteiluug der hiesigen städtischen Polizei die 18jährige dienstlose Maria Lu.k«iö au5' Fürendors in Nnterkrain Niegen VetrugeZ. Sie hatte am 14. d. ans dem Postamte in Nudolfswert einen Geldbetrag von 500 K, der an ihre Stiefmutter aus Amorit'a angelangt war, widerrechtlich behoben und sich dann init einein 14jährigen Mädchen nach Laibach begeben, nm von hier auo nach Amerika abzndampfcn. Diese Betrügerin ist bei der Polizei tew Neuling mehr, denn sie wurde schou wegen Diebstahles abgestraft und hat auch einen angemessenen Platz im Verbrecheralbum, Die Schwindlerin fuhr anstatt nach Amerika zum Üandesgerichte. * (Gefundc n) wurde eiu goldener Ehering, ein braunes Geldtäschchen mit Geld und ein in eiu weißes Taschentuch eingewickelter Geldbetrag von 8 X 8 n, Theater, Kunst und Literatur. — („Der Amateur.) Einer der erfolgreichsten Fachmänner auf dem Gebiete der Amateurphoto° graphic, Dr. Felix Muhr, geißelt unter dem Schlagworte „Der Prophet" in der letzten Nummer der Monatsschrift „Der Amateur" (Verlag Karl zwuegen, Wien 1., Opernring 3) gewisse Vorgänge, Nx'lche sich der gesunden Entwicklung der modernen Phototunst in den Weg stellen. Die geistreiche Behandlung des aktuellen Themas ist geeignet, das Interesse aller Liebhaberphotographen zu fesselu. Auch sonst enthält das Aprilheft eine Fülle lehrreicher Aufsätze uud herrlicher, durchwegs nach Bildern des czechischen Aumteur-PhotographeiMubs in Prag hergestellter Illustrationeu. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, welchen wohltätigen Einfluß diese populäre Monatsschrift auf alle strebsamen Elemente ausübt. Für den niedrigen Abonnements-Preis von 6 X pro Jahr bietet das heimische Vlatt wesentlich mehr als die kostspieligen ausländischen Fachzeitschriften. Probenummern versendet der Verlag gratis unö franko. Telegramme iles l. l. TtleMhen-VmcsMdtnz-VllMlls. Wien, 16. März. In der heutigen Gemeinde-ratssitzung gedachte der Vizebürgermeister Dr. Neu-inayer in längerer Ansprache des Vürgcrmeister-Iubilänms Dr. Lnegers und hob dann seine Verdienste um die Stadt Wien hervor und schloß mit dem Wunsche, daß Bürgermeister Dr. Lueger noch recht Icmgc seiner Vaterstadt erhalten bleiben möge. Unter lebhaftem Veisalle wurde beschlossen, an Dr. Lueger eiu Glückwunschtelegramm abzusenden. Die Sozias demokraten hatten zu Beginn der Ansprache den Saal verlassen. Wien, 16. April. Wie die „Politische Korre-spondenz" vernimmt, hat der holländische Gesandte Van Wede im Auftrage seiner Regierung im Ministerium des Äußern eine Note überreicht, in welcher ine Negierung eingeladen wird, zu der am 15. Juni laufenden Jahres zwei Uhr nachmittags zu eröffnen-den zweiten Friedenskonferenz Vertreter zu entsenden. Die Negierung hat die Note dahin beantwortet, daß sie der an sie ergangenen Einladung gerne Folge leisten und dw Namen ihrer Delegierten der hol-ländischen Negieruug rechtzeitig belaunt geben lverde. Cet in je, 16. April. Dao Kabinett Radovi<ü hat demissioniert. Der Fürst hat die Demission an° genommen. Petersburg, 16. April. Eine aus Mitgliedern der gemäßigten Parteien der Rechten zusammen gesetzte Gruppe stellt sich als Hauptziel die Erhaltung der Duma, die Förderung der Produktivität ihrer Arbeit und den Kampf gegen diejenigen, welche die Duma zu Revolutionszwecken mißbrauchen wollen. In der letzten Sitznng mißbilligte die Grnppe die Tätigkeit des Verbandes des russischen Volkes, der durch Signale aus Petersburg Massendepeschen aus der Provinz hervorrufe, die keineswegs die Meinnng der Bevölkerung ausdrücken. Petersburg, 16. April. Die Russische Tele-graphenagentur meldet: Geheimer Rat Professor Martens veröffentlicht in den „Time-Z" cnicn Artikel, in welchem er die Unfähigkeit der Duma, produktive Arbeit zu leisten, und die Notwendigkeit ihrer Anst lösung darlegt. Dieser Artikel, der nur die persönliche Anschanung des Professors Martens wiedergibt, rief in den offizielle,, Kreisen Petersburgs ein um so größeres Erstaunen hervor, als die Regierung alle Mittel anwendet, nm acmäß dem Willen des Monarchen die gesetzgeberische Arbeit in Gemeinschaft mit den Erwählten der Nation zu vollbringen. Ausweis über den Stand der Tierseuchen in Kram für die Zeit vom 6. bis 13. April 1W7. Es herrscht: die Rotzlranlheit der Pferde im Bezirke Gurkseld in der Gemeinde St. Crucis (1 Geh.); die lNäude bei Pferden im Vezirke Adelsberg m den Ge» mcinden Adclsbcrg (1 Geh.), Hrenovch (2 Geh.); im Vczirle Laibach Umgebung in dor Gemeinde Iezica (1 Geh.); der Rotlauf der Schweine im Vczirke Nudolfswert in den Gemeinden St. Michael.Stopic (1 Geh.), Tressen (1 Geh.); die Schweinepest im Bezirke Adrlsberg in der Gemeinde Nlcderdorf (1 Geh.); im Vczirte Gottschee in den Gemeinden Farn (3 Geh.), Mittcrdorf (1 Geh.), Nesscltal N Geh.), Ossiunih (3 Geh); im Vezirke Gurkfcld in den Gemeinden Catcz (3 Geh.), Landstrah (3 Geh.); im Vezirke Rubolfswert in den Gemeinden Hönigstein (1 Geh.), St, Michael-Stoplc (1 Geh.), Pretua (1 Geh.); im Vczirke Tschernembl in den Gemeinden Suchor (2 Geh.), Weinitz (2 Geh.); Nläschenausschlag bei Pferden im Vezirle Lcuvach Um. gcbuug in den Gemeinden Igglack (1 Geh.), Tomiselj (1 Geh.), Vrbljcne (1 Geh,); Erloschen ist: der Milzbrand im Vezirle Adelsbcrg in der Gemeinde Dorn° egg (1 Geh,); die Motztranlheit im Bezirke Laibach Umgebung in der Ge-meinbe Oberlaibach (1 Geh.). A. k. Aandesregierung für Arain. Laib ach. am 13. April 1907. Neuigkeiten vom Büchermärkte. Kuk Wladimir, Es gibt tein Trcntiuo, X —'60. — Meißner Frz. Heim., Das Mustlcrbuch, Vand I: Vöctlin, Band II: Max Klingcr, Band 111: Franz Stuck, Band IV: Hans Thoma, Vand V: Fritz von Uhde, Vand VI: Franz von Defregger, Vand VII: George Frederick Watts, k Band K 1-20. — Knörlcin Ios., Stilistische Vor- und Formübungen, k 1 92. — Loh aus W., Neulultureu und Vieh° weiden auf Heide« uud Moorboden, X 1 80. — So mm er A,, Heimweh, 2 Vände, li 8 40. Vorrätig in der Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr k Fed. Vamberg in Laibach, Kongretzplcch 2. Angekommene Fremde. Hotel Stadt Wien. Vom 12. bis 15. April. Demczoni. Baumeister; Nowak, Gutsbesitzer, Mödling. Barou Lazariui, Gutsbesitzer, s. Genlahlin, Wcißensteiu. — Hauschlcr, Architekt und Lehrer, Gottschee. — Reiugrubcr, Mühlbauer, Kflte., Salzburg. — Fraull, Kurz, Hauswald. s. Frau, Kflte., Vrüuu. - Pardo, K'onzertsängeriu; Wiuternitz, s. Frau; Legat, Kapellmeister; Fochler. Hofopcrusänger; Schubert, Wolf, Heß. Fischer, Schle-singer, Spitzer, Mandl, Perl, ttäh, Tschuuto, Viuzl, v. Stegg, Groher, Herling, Vüheim, Smeibidl, Schütz, Schwarz, Nowot« nicet, Pollak, Schucider. MiuegheM, Rumwolf, Neudolt, Ielel» zknorr, Fuchs, Faith. Runge, Pasch, Schidlof, Drexlcr, Weber. Wicser, Deibler, Mitsch, Steinbeck, Kary, Ksttc., Wien. — Rindler, Pindi, Stcchmüller, Kflte., Saaz. — Kraumann, Hampel, Fabrikauteu, Wölmsdorf. — Klcinlcrcher, Besitzer, St. Jakob (Tirol). - Ertler, itollmauu, Veamtc, Leipnik. -^ Prauisiani, Fattori, itflte., Udine. — Schenlenhofer, Tomau, Wruh, Vraudstcitter, Vrauu, Stein, Glattalier, Kräftner, Kfltc., Graz.' — Mayer, Kfm.; Dr. Greill, s. Fran, Innsbruck. — Pöll Edler v. Führenau, k. u. k. Oberstlcutnaut i. R., Rudolfs» wert. — Schuldes, Weißer, Peillinger, Kflte.. Prag. — Schenk« ler, Vogel, Veamte, Augsburg. — Ruprecht, Büß, Hüblcr, Kflte,, Nüruberg. Verstorbene. Um 13. April. Agnes Muhovec, Besihersgattin, 74 I.. Alter Markt 18, Carciuoma. Am 15. April. Mirko Salsida, Arbeiterssohu, 10Mou., Schiehstättgasse lb, Tuberkulose. Im Zioilspitale.' Am 13. April. Josef Erjavc, Tischlergehilfe, 35 I., Herzfehler. — FranMa Vorc, Arbeiterin, 23 I., ^naomiil poruiciog», — Jakob Platisa, Iitwohncr, «« I., Herzfchlcr. — Mariauna Alit, Bcsitzcrsgattin, 33 I., roriwuilig noptic». — Krispin und Spiridiou Tassotti, Maschinführersföhne, '/. St., Lebensschwäche. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehühe 30« 2 in. Mittl, Luftdruck 7360 mm. 1^2 U. N. , 721 7 ! 9 5! SW. mäßig > bewölkt " 9U. Ab. 722-0 7-0 S. schwach > Regen 17,l 7 U. F. > 720-7 > 6>3j SW. Das Tagesmittel der gestrigen Temperawr 7 7°, Nor« male 9 8°. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Die diesjährige DausitlM'sammlung der AMmlsüllW „Elidmrl" findet Heute Mittwoch den 17. April um tt Uhr abends inr Iatznziintner des Kasino statt. (1450) 2—2 Die Mitglieder sämtlicher deutscher Vereine sind ivilllommen. Feines Fräulein mit angenehmem Äußern, welches gut kocht, sehr ordnungsliebend und reinlich ist (1433) 3-3 wünscht als Hausfräulein in einem besseren Hause baldigst unterzukommen. Antrage worden unter „Gisela 21" postl. Markt Tüffer erbeten. zwei Kassierinnen für Kaffeehaus ein Oberkellner für Restaurant, nach auswärts. Auskunft bei Horrn Uroš Kersnik bei Herrn J. Vodnlk in Unter-Siška. (1477) 3—1 Der Freilauf. Weuige Erfindungen haben iu der Fahrradiudustrie einen ähnlichen Erfolg auszuweisen wie der Freilauf. Anfangs stand man ihm skeptisch, ja ablehnend gegenüber. Die Radfahrer fühltcu sich bei den ersten Versuchen mit dem Frcilauf unsicher und hielten seine Verwendung sogar für gefährlich uud uur langsam führte sich daher der Frcilauf ein. Äei uns in Österreich, wo wesentlich andere Anfurdernngcn an das Fahrrad gestellt werden als in Ländern mit übcrwiegcud güustigeu Straßcuverhältuissen. faud der Freilauf erst Veachtuug, als die Wasfenfabrit in Steyr im Jahre 1899 mit einem solid gearbeiteten Freilauf auf den Markt kam. Als mau allgcmciu seine Vorteile erkannte, erhielt er eine ganz unglaubliche Verbreitung und heute gibt es wohl leiu Luxusrad mehr ohuc einen Frcilaufincchauis« mus. Der Sieg des Freilaufes wird ill der kommeuden Saison ein vollständiger sein, denn es werden fast ausschliehlich Fahrräder mit Freilauf auf den Markt gebracht, darunter der neue Waffeurad > Freilauf mit !Baudbremse, welcher durch seiue folide uud hochmoderne Konstruktion heutzutage unter den Freilaufliorrichtuugen an erster Stelle steht. Sonst werden pro 190? vorläufig leine weiteren nennenswerten Neuheiten gemeldet. (14U6) Danksagung. Mr die zahlreichen Veweise herzlicher Teil» nähme anläßlich des Todes unfcres iunigstgeliebten, unvergeßlichen Gatten, Vaters. Schwiegervaters, Großvaters, Onkels uud Schwagers, Herrn Josef Perhauz sowie für die zahlreiche Vetciligung an dem Leichen» ! begängnisse und die vielen schönen Kranzspenden l sagen wir auf diesem Wege allen Verwandten, l Freuude» und Bekannten, wie auch dem löbl. Ge» ! I sangverein «Slavec» für den rührenden Gesang > uuseren herzlichste» Dank. (1459) > Die trauernden Hinterbliebenen. ! ßai&adjer Leitung 9lv. 87. 792 17. Slpril 1907. Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblatte) vom 10. April 1807. ^^_________________________D'e notierte» Kurse «erstehen slch ln Kronenwährung. Die ^ievu» sämtlicher «llticn und der „Diverlen llo!e" versteht sich per Stück. Geld iLarr Allgemeine Staatsschuld. Einheitliche Rente: lonv. steuerfrei, Klone» (Mal.Nov.) per Kasse . , 88'ö.'- 98'7l> deito (Iün,'Iul<) per Nasse «8 4: 98 6b 4 2°,„ s. W. Note» (ssebr,.A»a,,) per Kasse.....100 Uk I«^'2b 4 L«^z. W, Silber (Nvril Olt. per Kasse , . . , . . «00- lNN'20 1860er Ltaatslose 5N0 fl. 4"/, ,51 - 153 -1«««er ,. lN0 sl. 4 °/, !w5»'5l üll t>c> I8»4er ,. l00 sl. . . ^58 - ^64-1l,S4er ,, ü<» fl. . . ^b8'- ü64' - Dllm.--Mandbl. ü 180 fl. b"/„ i!8» — 2ü«.. Staatsschuld d. t. UeichS. rate vertretenen König» reiche und Länder. Osten. Voldrente, stfr., Gold per Kasse .... 4«/. li? 25 li?-45 Osterr. Rente i» Nronenw. stfr,, Nr, per Nasse , , . 4"/< l,8'^b ««85 betto per Ultimo . . 4«/, W «5 Ü885 Ost. Investition«..Rente, stfr.. Nr. pei Kasse , 3'/,"/, 88'8l> 88 5« ßlftnbll>in>3t»<>l»schl,ld> »«schnibunztn. El ifabtthbahn <» G-, steuerfrei. zu K'.no» fl. . . . 4«/„ --- —-Franz Iofef.Ual», l» Silbe« (bin. St.) . . 5'/<"/, l23'd<> !<) s,uu und »000 M. 4 ab 10°/«......116-65 N7 n!' Llisabethbah» 4on und 20vn M, 4°/n........117 sh 11« <>k> Fran, Josef« «ahn Em. 1884 (div. St.) Silb. 4°/» . . 98 iw üU iü Gallische Karl Ludwig-Nahn sdio. St,) Silb, 4°/„ . , 9«-«5 9«-«ü Una,°galiz, Vahn uo« fl, L. 5°/» 9 «b Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4"/u ung. Goldrcntc Per Kassl' . itö 55 «l^'75, 4«/» detto per Ultimo 112 55 ,12 ?ö 4"/u ung, Rente in Kronen währ. slfrei per Na>! 4",> detto per Ultimo ü4 45 ü4 t>5 »>/,"/« dctto per Küssü «»^b «»?> Ung, Prämien'Nnl, 0. 100 fl. . l>>/-25 1l»l» 25 dctto K 50 fl. . «!!? i!5 !!>9 25 Theiß-Rea.-iiosc 4«/» . , . ,4«'- ,5o — 4"/„ »ngar. Grundentl.-Oblia. 84'3« »l,A( 4"/u lroat. u. slav. Grunbentl,- lüblia........9545 -'- Andere öffentliche Anlchcn. Äo«n. Landcs'Anl. (diu.) 4°/» , z»3 85 94-35 Äusn. - yerceg. Eisenb. ^ Landes. «nlehcn (div.) 4>/,°/l. . 9U «5 <<><> »«'5u u'4 lx^ Wiener VcrlelM Anleihe 4«/„ >,8 8>, uu'8>> bctlo 1900 4°,u « -dcito (S. ob. O.) . . . I2l-— >^'-detto (1894) .... «6!><, 97!.' bclto (1898) .... !«8 »>.', !'!> Lb dctto (1W0) .... !»!»',, detto Inu, «.) 190» . 9880 !'»5> Voricbau.Anlelien vcrlosb. 5"/^ 99^» 100 4> Bula, Elaatöc,!enb.°Hyp.-Anl, 1X8!» Gold . , . . e°/„ 118-50 lLO'LO Anlss, Elan!«. Hlipllthclar «n> 18!»l<......«"« l2»-!>5 12l'!'-'> Veld Ware Pfandbriefe «. Bodr»ll.,all8,üst, inboIU»l.4°/^ 88-80 99'1l! Böhm. Hupothelenbanl uerl. 4°/o 9925 in(i2<' ^entral°V°d.-KTcd,-Vl., üsterr.. 45 I. Verl. 4'/,"/>, . . . 10150 108 bl Zentral Vuo..Krcd..Vl,, «sterr., U5I, vcrl, 4"„ , , , 98-10 Iy« 1» Nred, Inst,.osterr,. f.Verl,.Unt. u,öfscntl,Nrb,Kat.^vl.4°,„ 88'1<> 89- Landeöb. d, Kön, Oalizien und ^ LodllM. 57>/, I, ruckz. 4«/„ 97'25 88 2^ Mahr, Hdpothclenb. verl, 4"/^ 88 5» 88 i><> N,»ös!crr, Landes.Hyp..Anst.4^ 89 10 lNo iN octlo inll. 2'V„Pl. verl. 3'/,"/» 8175 92 ?l> detto K,'SchuIdsch,vell.8'/l°/<> 81-50 9u-5« detto verl. 4°/^ 88-— I0l>-- Österr.'ungar. Banl 50 jähr. rerl. 4°/« ». W.....99-35 10» 35 dclto 4"/« Kr.....99'l»! lü» ^<> Zparl. I. üsl., W I. verl, 4°/» 101— 1«>2 - Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. i>erdiuand«.Äiordbah» Em. 1886 — - —-- detlu Em, 1904 — — - — Öslerr. Äordwestb, >!00 sl. S. 1«4-3< 105 8< ^laalöliahn 5l>o ssr..... 4I>) 6^ - — ^ildbahn il 3°/u Jänner. Juli üou ssr. (per Lt.) , . , 3«4 5« ijl!« kc Slidbllhn 0. 5°/.,..... 122'95 123 8s Piverfe Lose ,per Stück), Dtlzln»licht fose. "/v «odenlredit.Lose Em. 188ü 269- 279 - detlo Em. >«89 27»)'- 289 — ,',"/„ Donau > Regulierungö ° Lose i»u jl, ü. W..... ^l8— 2H8- Lcrli. ^rüm.'^nl. v.I00Fr.2°^ 9«'— ,<>!> bl zlunlrzln»lb ^8 !>.'^ Nreditlole 100 sl...... 437 — 447 — LIarN'Lose 40 fl, K. M. . . I4<,- ,4«- ^ Osener Lose 40 fl, ... i'<»'— i^u- Palffy.Lule 4« fl, K, M. . . 170- ,80 - )!>li!eü Nnu.^, üsl. Gef, v,, IN fl. 45-75 47-75 >xu>c!!>!re»z, »ng.Ge!. v., bfl, 2? 10 2!»!,. ^ndolf.Lusc 10 fl......<^1-— 71- ^alM'Loie 40 sl. K. Vi. . . I88-— lüü'— Geld Ware Türl. C.'B.'«nl. Piäm..0blia. 4ua ssr, per Kasse . , . i«i— 182 dettll per M. , , . 181- 152-- Wiener Komm,»Lose v. I. 1874 483-- ^4U-<- > Gew.'Ech.d. 3°/^ Pr2m.>Schuldv. t>. «odenlr..Ä»st. lt'ßn!27 — ,i3i -Donau > Dampfschiffahrt« > Gel., 1., l. l. prlu,, 5<>o s>, KM, 1018 — ,0l2' Dnx.Vodenbacher Eisb. 4U0 Kr, !>b8— b«2 50 sscrdinanbK.Nordb.iouo fl.KM, 5ü4>i> . ^5«0 -Lcmb.<5<' Prna.Dnxcr Ciscn b, lWfl.abgst, 22«- 226' Ltaatseisb. 200 il, 2, per Ultimo ««775 Nl!8 75 Sndl'. 200 fl. Silber pcr Ultimo ,4^50 l45-5(i Nüdnorddentschc Ncrbindnngsb, 200 fl. KM, , . . 404 - 404 5l< IramwaN'Ges., neue Wiener, Prioritätö.Mtici, 100 »l. . — - -'-Ungar, Westbalin (Raab'Hraz) 20«! fl, S....... 403 d!) 40450 Wr, Lolalb..Altie».<8cs. 200 fl. 190- t9« - Vanlcn. «nglu.tstcrr. Vanl, 120 »I. , . »07 75 308 75 Vanluercin, Wiener, per Kasse - - - drtto pcr Ultimo . . , 548 — n-»8 - Podcnlr,>Anst, »stcrr.,200fl.S «'^- i»'8-- Ze»tr,.Vod,.Krtdl>. öst,. 200 fl. 554— 55ö -nrcdilanstalt für Handel nnd Gewerbe, 160 fl., per Kasse — - - - detto per Ultimo 6U6 2ä s6',-2b Kreditbanl alla. ung., 200 sl. . 7"N 5N 781 50 Dcpositenbanl, allg., 200 fl, , 462- 4i>4 — Eölompte. Gesellschaft, nieder» i'sterr., l0N Kronen . . . 579 - 580 -Oii'u» nnd Kassenuerein, Wiener. «<«' sl........ 460- 465- Hl!putl,clendlln!, österreichische, 20l> fl. 30°/« E..... 288- 289- Ländcrbanl, öNcrr,, 2ou fl. per Kosse...... —- —- detto per Ultimo .... 447 75 448 7b ,,Merlur", Wechselst,.Nltien. Gesellschaft, 2«u fl, . . . l>«4— 636'— «Zeld Wai-s östcrr..n»g. Banl 1400 ssrone^ 1775-- >?84 50 Unionbanl 200 fl..... k-6?'" 568 - Hjerlchrsbanl, allg,, «40 sl. 340— 3,^ - Indussrll»Zlnlern»h«nngen. Banges,, alla. österr., 10» sl, >24 — ,z!<__ VruxcrKohIcnbergb, Oel.toofl 729— 73,— ^lirnbahnw.Leidg., erste, ton fl. 206- '«<>>! — „Cloemühl", Papiers, u. V>O 202— 2.14 — Itleltr..«es., a!lg. oNerr.. 2o«sl, 4«4— 43«- dctto internal., 2nu fl. 6Ic>— «»z — Hirtcnbcrgcr Patr.., Ziindh, n, Met..ssabril 40« Kr. , . 1182 — 1,42 — Mesinncr Äraucrci 1U0 fl. , , 2»« — z,j4 - Montan'Oesellsch, öslerr..alpine 603 70 604?» „Poldi.Hnttc", Tiegelgukslal». st,.«..O, 200 52 25 55375 Zalgo.Taij, Steinlohlen 1U0 f>, 58<> — 582 — ,,Schlöglmüh>", Papiers., 20nfl. 35?- z«z — „Schobnica", ?l,.G. >. Pelrul.» Ind., 5«o Nr..... 5H9-— zz» - ..Stchrermuhl". Papierfabril und N,.0...... 452-üu 45« - Trifailer Kohlenw..G. 70 fl. , 2?^» - 271 20 lüil, Tabalreaie.Gcs. 2u0 ssr. per Kasse ~ -- - detto per Ultimu 417— 4,« — Waffens.Ges., österr.. in Wien, 100 fl........ 53« — 542 — WagnoN'Leihanstalt, allgem., !n Pest, 40<> Kr..... —-— - - iiir. Paugesellschast 10« fl. . . 160— 162 b<> Wienerberger Zie<,elf.»?llt.><»el. 770- ??ä - Devisen. AnlZl Sichten und Zchrck». «mstcrdam....... 198 5„ 1S980 teutiche Plätze...... 11? 65 li7-8b London........ 24085 24,-15 Italienische Vanlplähe , , , 95 »5 95-50 pari«......... 95 52' S!)'«» Ulrich nnd Valel..... 9b'4ü SV57» Valuten. Dulaten ...... 1136 114» .'o-ssranlen.Stulle..... 19 1«^ l» >4' in.Marl Stücke...... 2» 48 2» 5« deutsche Reichsbanlnoten . . 117-67' li7 87» italienische Banlnote» . . . 95 55 95,7l> «ube> Nute» ... . 2'51' Ä 52' |v«„ Hon««., Pr^ü^T^Z^rturliiu„, Auueu, mM• C M^jei* Privat-Depot» (Safe-Deposits) loosen etc., I»«"vJs«mi und Valuten. j, Bank- -O.n.<ä. T7\7~eclXSlerg'e0Cliä,:ft i tTater eigenem Verschluaa a.*r Pa,rt«L ______(4)_________Los-Versicherung.__________ ________________________¦ii*»m«-.li, S