„/rlihril, WohlKand, Aildnng str M-'' Rr. TIS. Mittwoch, A. Oktober tGEti. V. Jahrgang rnuiiti trimknii icvtii isviiiiniij, »»v 6 vitrltl^öhtiA 1 I^ü !k, ^Uk ! 10 kr. — mit Poswt'rsettdttnq: ^innzlülzrig 6 fi., halbjährig 4 fl.. vierteljährig 2 fl. Die em Mal gespaltene (Sarmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung 10, bei zweimaliger mit 15, be» dreimaliger mit 20 kr. l^erechiiet, lvo^ii silr jedesmalige (iiiischaltiing 30 kr. Inseraten-^lempelgcbiihr fommen._ Die „Marbnrger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mitlivvch und Kreitaq. Preise ins Hau» monatlich 10 kr. mit Äboinieinents-Eliltaduiig. Bei Beginn des neuen Monates machen lvir die freundliebc Einladunt, zni Pränumeratiolz. Pränumeration^-Preis Fnr Marbnrg monatliaj 50 kr., mit Zustellung ins Haus kl> kr., mit ^ostversrudung vierteljätirig L fi, lialbjälirig 4 fl., gau^jährig tt fl. Die Administration der „Marburger Zeitung." Zur ^jeschichte des Talles. Dle gr je d e n S v e r ii a nd l u n i; en zwischen Oester reich und Jtiilien düiftiN in i'en liächstkn Tagen schon unterzeichnet tver-den. Die bislierigtn Angäbet» wegen der Üebernatime der lombardisch-venetianischen Landesschuld und Zaljlung von 35 Aiilliouen in Silber als Theil der neueren St,nitsschuld siir das abjietretette Venedig, scheinen sich zu bestätigen. Die Uebetgabc der Festungel' Ut,d allsällige Entschä-digungen fs»r KriegSmaltriale soll Gegenstand der Äerhandlungen einer I>esondeten, rein militärischen Kouimission. und zlvischen den beiden JriedenSuntei Händlern Freiherrn v. Wimpffen und General Menabiea gar nicht diSkutirt worden sein. Au^^» scheint eine tveitere GebiekSabtre-ttuig in den Friedenc^lierhandlungen nicht mehr angeregt worden zu sein. Ntid dütfte die ÄbtretilNii Penetiens allein die Grundlage stir daS Friedens-iustrument bilden^ Ä.^ian versichert ilberdies, daß die spezielle Grenzregu- lirung einer besonderen tommissionellen Verhandlung vorbehalten bleiben soll, bci welcher allerdings der wechselseitige Austausch einzelner kleiner Krenzstrecken zur Gewinnung einer festen Grenze zur Sprache kommen diirfte. In Berlin soll an einitM maßgebenden Stellen thatsachlich der Wultsch obwalten, mit Sachsen auf einen anderen Fuh zu stehen, als jenem des Zwanges und der Bedrückung; es ist nber nicht minder gewiß, daß der gegentlieilige Wunsch dir meisten Glieder der preußischen Regie-ruttg beseelt In den Kreisen der Fortschrittspartei lvird bereits ein neuer „Cavourseldzug" gegen Sachsen vorausgesetzt. Der Prager Frieden ist den „Preußischen Jahrbüchern" ein Wisch Papier, tvie der Zitricher ?!^,er. trag, der allenfalls dem besiegten Oesterreich Verpflichtungen auflegt, nicht aber dem Sieger. ?lun hofft man in Berlin und fürchten wir, daß man die Friedensverhandlungen absichtlich zu keinem End,', keinem Crgebniß gelangen lassen will. Die preußischen Forderungen sind derart, daß sie nur auf Ablehnung von L>eitctt deS Königs berechnet sein konnten; die Ablehnunl^ lvird aber den unerträglichea Zuständen und liol^en Lasten des Landes gegenüber von der Einverleibungspartei als Hartnäckigkeit, als Unfähigkeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen, ausgebeutet. Die s i z i l i a n I s ch e n E m p r e r haben einen Aufruf erlassen, der für die Beurtheilnng deS AufstandeS von Interesse ist: daS Säirift' stück lautet: „Mitbürger! Dieses zur großen Jniciative bestimmte Land unternilnmt die große Aufgabe, der denkivürditM Epoche von 1789 die-jenige von 18ti6 folgen zu lassen. Zu so hohem Werk bedarf eS der Elnigkut; hintveg denn im Namen des vcrrathenen Vaterlandes. im Namen der ^tsre Ital»ei»s. ltn Namen unserer Märtyrer. Mit Eiferjucht. Partrihliß. Feitidschaften und Niedrigkeit ; ewige Vergessenheit, einen dichten Ächieie:^^ über Das Vergangene. Wet)e dem. der aus Rachsucht Bür-gerblut zn vergießen lvagt. wehe dem. der Hand legt an des Nächsten Etgenthum. Nach dem Vertiage vom 15. September, nach Aspromonte. nach l)cn Metzeleien von Turin, nach dein blutigen und dunklen Verrath von Cuftozza nnv Lissa ist die Revolution die heiligste Pflicht. 3n Frie- .'>chtoin Iveißlmrt. Pom Verfaller der schwarzen Mare. (Fortsetzung.) Ich l>atte Schlo?n Weißbart. eben lveil er mir gleich bei meiuem Eintreten aufgefallen »var. schon vorher beobachtet, ehe ich in der Reihe des Fragens zii ihm kam. Er hatte vollkommen ruhig dagestauden. In dem Augenblick, als ich mich von seinein Nachbar zu ihm ivandte. zuckte es heftig in seinem Gesichte. Seilt Auge überslog die Vcamten. die ltinter mir standen. Die Lippen l,iß er zil»ammctt. Ich sah zum ersten Male an ihm jent'n unheiinlichen Auodrtiif. Alier kaum eine halbe Sekunde lang Irin Wesen veranderti? sich plötzlich in anderer Weise. ?aS Aug? blitb unrulNti. aber es iialsM einen sreundlichen Ausdruck an. Die Lip-Pen össneteii sich, aber ivie zu einer dtMiUliigen Bitte. So beugte er, als ich ttnte>deß ganz vor ihu gstreten irar. seinen Köiper tief vor mir nieder, tnit «iner Beiuegung seiner Hände, als wenn er den Saum meines Rockes fassen und seinen 9.stund dara. s drück " rief der Jude hestil^er. lauter, und in scine« Heftigkeit inelir und melzr in die geivöhnliche jüdische RcdenStveise sallcnd. „Det! untern kann man doi-l) iverfen etivaS vor. Mail kann ihnen tun-nen ein Ve>brechen, das sie sollen haben begangeu. Neunen Sic mir eins. Habe ich gestohlen, habe ich gemordet, hake ich begangen einen Raub? Nicht Sir haben gekonnt, es mir siigen. niäit die Herre» Referen-darien. Gott stehe mir bei. diese Herren." Die Bemerkung deS Juden lvar richtig. Keiner von den Gefange-nen. die ick bisher g^ra^U. hatte sich eine» Verbrechens schuldig bekannt; iaber alle hatteu ein bestimmtes Verbrechen, dessen man sie anklagte, zu j benennen geivußt. Eine geivisse Verlegenheit in den Gesichtern der Beamten zeigte mir auch, daß außer der Beantivortung des Juden noch etwas Anderes richtig oder vielmehr nicht richtig sein müs1e. Ich unterbrach diesen. „Ruhig Mann! Beantwortet mir meine weiteren Fragen, aber ohne Heftigkeit " den die Verbrechen der schmählichen Monarchie zu crtrajzen. ist nicht nur Feigheit, sondern belvußte Mitschuld. Das Ucbel zul«isscn. ist soviel als eS selbst thun. Wir haben uns anL^eschlosstn unter der feierlichen Bedingung der Einheil. Freiheit und Unabhängigkeit Italiens. Was liat die meineidige Monarchie aus diesem großen unglücklichen Lande gemacht? Sie hat es unter dem Schatten der illusorischen Heifassung beraubt, sie hat eS geschändet, sie hat es verderbt, sie yat es mit Schmach bedeckt. Und da sie uns den Weg verlegt und den Durchgang versperrt durch Thron und Galgen, so wollen wir es machen wie die Tochter des Tar-quinius. daß sie über unsere Brust hinschreite, ehe daß wir zurückweichen. Der erste Akt unserer Revolution sei ein Kuß brüderlicher Liebe, und wir werden uns gleichzeitig wie ein Mann erlieben. um den gemcinsf.men Feind zu bekämpfen unter dem Rufe: „Es lebe vie italienische Republik!" Hierauf wendet sich der Aufruf noch besonders an die Rationalgarden und die Soldaten, um diese zum graternisiren einzuladen. „Ihr habt die Wahl, Schergen der Tyrannei oder Bürgersoldaten des Baterlandes zu sein; wir reichen euch zuerst die Hand mit dem Rufe: ES lel>e die italienische Republik!" Ueber die Zustände in S izi lien. die wohl zum Theil auch die jüngsten Ereignisse herbeiführen halsen, spricht sich der Präfekt Torelli in einem amtlichen Schreiben an den Provinzialrath in sehr verständit^er Weise auS. Es heißt darin unter Anderm: „Sizilien weiSt so viele ausgezeichnete Individualitäten in allen Zweigen aus. das eS in dieser Be-ziehung keinen andern Theil Italiens zu beneiden hat ; eS sind dies Kräfte, welche der tödtlichen Eintvirkung der Regierung entgingen, die sich trotz i^eS Hindernisses entwickelten; aber die seit Jahrhunderten gcknechtrten Massen find dem traurigen Einfiuß erlegen, und so haben wir eine Bevölkerung. str welche es als Verbrechen gilt, die Behörden in der Auf« findung der Berl»recher zu unterstühen; wir finden die Meinung einge-wurzelt, daß sür ehrlos gilt, »ver sich dazu herbeiläßt; im Gegentl»eil wird eS nicht bloS als kein U»bel. sondern als eine Pflicht angesehen, die Flucht derer zu unterstützen, welche von der Justiz gesucht werden; wir sehen, daß sehr »venige den Muth der Anklage haben, und daß manchmal die-jenigen eS unterlassen, die am meisten dabei interessirt sind. Und das ist die entsetzliche Hemmung, welche die Kräfte der Behörden großentheilS lähmt. In den verftoffenen vier Monaten hatte ich davon fast täglich die schmerzlichsten Beweise, und einige reichen inS Unglaubliche. Einem Grundeigenthümer wurden 16 Ochsen gestohlen , er ließ davon kein Wort bei der Polizei verlauten, die eS durch die öffentliche Stimme erfuhr, und sich einige Einzelheiten verschaffte; einige Tage darauf wurden die Ochsen in weiter Entfernung aufgesunden. Man rief den Eigenthümer; er ver« neinte. daß sie gestohlen worden; sie hätten sich freiwillig entfernt, und die Behörde hatte sich nicht darein zu mischen." Französischen Quellen entnehmen wir die Nachricht, daß PiuS IX. ganz neuerdings durch den Kardinal Reisach dem Kaiser Napoleon er« klätt habe, sein fester Entschluß sei. nach dem Rückzüge der französischen Truppen Rom nicht zu verlassen, sondern im Bertraucn aus die göttliche Allmacht und den Schutz Frankreichs am Grabe der heiligen Apostel alle Fälle abzuwarten. Der Kaiser seinerseits habe den Kardinal Reisach. welcher ihm vor etwa drei Wochen durch den Nuntius in St. Cloud vorgestellt wurde, beaustraat. dem Papste die feierlichste Versicherung zu geben, daß der Schutz Frankreichs ihm niemals fehlen werde, da dessen Regierung eut schlössen sei. über die gewiffenhaste Ausführung der September-Ueberein-kunst zu wachen. In Spanien droht eine Revolution, die sich vor Allem gegen Er verbeugte sich tief und demirthig, und stand dann völlig ruhig vor mir. ES war ein wildes Wesen in dem Manne, aber eine eiserne Gewalt, die es zu beherrschen wußte. Wie lange seid Ihr hier in dem Gefängnisse?" „Bor drei Tagen ist eS geworden ein Jahr und drei Monate." „Habt Ihr Klage über Eure bisherige Behandlung zu sül^ren?" „Ich bitte. Herr, daß Sie mich bald verhören." „Das wird geschehen. Jetzt habt Ihr meine Fragen zu beant-Worten." „Ob ich habe eine Klage?" „Ueber Eure Behandlung hier in der Hast und in der Untersuchung, in Euren Verhören " „Verhören?" platzte eS wieder hestig aus ihm heraus. Aber schnell sich fassend, fuhr er fort: „Hier habe ich keine Klagen. Hier nicht. Al>er Sie verhören mich bald? Recht bald?" „Noch in dieser Woche." „Gewiß. Herr? Gewiß?" ^Gewiß." Er hatte, bevor ich es ihm wehren konate. den Saum meincs RockcS ergriffen und an seine Lippen gedrückt. Ich setzte den weiteren Umgang in den Gefängnissen fort. Ueber die vielfachen, mitunter tief erschütternden Eindrücke dieses ersten BesucheS jener Gesängnisse hatte ich dei» Juden Schlom Weißbart nicht vergesse». Ich ließ mir alsbald seine Uutersuchungsakten vorlegen. Sie bestanden auS einem einzigen selir dünen Heftchen. Aber sie gehörten zu desto zahlreicheren und dickeren Aktenbändern. Schlom Welßbart lvar ,a eine weitläufige Untersuchung gegen eine große Bande von Dielien verwickelt, die ihre Verbrechen gewerbmäßig zu beiden leiten der preu-ßisch-russischen Grenze verübt hatte. Die Baude bestand aus einigen monzig Köpf»». theilS preußischen. theilS russischen Unterthancn Ver zur Untersuchung gezogenen Diebstähle waren übrr vierzig. I^ie Diebe hatten ihre verbreche« mit eben so großer Verwegenheit als lijs« ausgeführt, besonders zahlreiche Pferdediebstähle. Die in Rußland grstoi»-lene« Pferde waren noch Prenße« geschafft und hier v^rkanft; umgekehrt, die i» Prenßen gestohlenen »ach Rußland. Sie hatten so ihr Handiverk lange »nd «« so geschützter vor Verfolgunt^ treiben könne», als die Greuzsperre eben »»r de» ehrlichen Le»te» nnd deren Verkehr die Grei ze das kötiigliche Hai»s richten will. Spanien ist noch nie so schlecht regiert tvorden. als jetzt: die abscheulichste Tyrannei ivüchet. Leute iverden auf bloßen Verdacht l)jn eingesperrt und lediglich we^ien ihrer politischen Mei-nung ohne Urtheil. ohne Verhör deportirt. Das Uebel kommt von der höchsten Stelle: die Königin weiß sehr ivohl. wie die Minister find, welche sie das Volk unterdrücken läßt, dessen Treue endlich doch erschüttert wer-den muß. Die freisinnige Opposition theilt sich in zwei Gruppen: eine derselben wäre zufrieden, wenn nur ehrlich und vcrfassungSgemäß regiert würde; die andere verzweifelt an der Möglichkeit einer solchen Regierung unter dem Haiisc Bourbon. Diese Partei vergrößert sich immer mehr und es kann gar nicht lange mehr dauern, bis der Fall eintritt, dast auch der letzt.' Zweig dieseS Hauses zn den anderen schon entthronten geworfen wird. Die Bewegung für die Wahlresorm macht in England Fortfchritte. Zn der von beinahe 300.000 Männern besuchten Volksversammlung bei Manchester ivurde die schon oft gestellte Forderung des allgemeinen Stimmrechtes tviederholt. 3n einer ztvtiteii Versammlung, am gleichen Orte, hob der berühmte VolkSredner Hright hervor, daß die Königin der Reform gilnst g gestimmt sei. während der Widerstand gegen die Verbesserung der politischen, und damit der materiellen Lage der Masse der Bevölkerung, von dem Parlamente ausgehe. daS in seiner jetzigen Zusammensetzung seinen Interessen jede Rücksicht auf dus Volkswohl opfere. Ein Parlament, nach dem allgemeinen Stimmrecht getvählt. werde binnen drei Iahren mehr für die sociale Hebuilg der Volksniassen. für Volks-unterlicht «. thun. als diefeS Parlament im Laufe einer ganzen Generation geleistet. _ Au« dem Bereinslebe«. Marburg. 2. Oktober. Die Satz'lngen des kaufmännischen Vereins, der sich hier unter dem Namen „Älierkur" gebildet, sind von der Statthalterei genehmigt worden. Zweck oieses BireinS ist: geistige Ausbildung. Stellenvermittlung. Unter-stützung hilfsbedürftiger Mitglieder. Die lvissenschaftliche Ausbildung soll erreicht werden durch Zeitschiliften und Vücher über VolkSwirthschaft (Han-del und Gewerbe), durch Vorträge und Besprechungen über diese Gegen-stände. Der Verein wird ferner Sorge tragen. Mitglieder, welche Stellen suchen, in kaufmännischen Geschäften und bei Handelsnnternehmnngen entsprechend unterznliringen. ohne daß für die Vermittlung eine Gebühr Ver-langt würde. Der Verein hat endlich die Aufgabe, Mitglieder, die ohne ihr Verschulden dienstloS gelvorden. nach Kräften zu unterstiltzen. sei eS nun ein sür alle Mal ohne Rückzahlung oder durch unverzinsliche Dar-lehen. die zurückgezahlt iverden müssen, wenn der Unterstützte zahlungsfähig geworden. Zur Förderung seiner Zivecke ist der hiesige Verein mit dem gleich« namig.n in Graz in Verbindung getreten; von Seiten der Kaufherren erfreut er sich der regsten Theilnahme und zählt bereits fünf und vierzig Mitglieder — strebsame, junge Männer, die ihr Ziel erreichen werden. Die Vernachlässigung der Wissenschaft, die jetzt so bitteres Weh über Oesterreich bringt, hat sich auch an der VolkSwirthschaft gerächt. Was die Schule nicht geleistet, muß nun mit eiserittm Fleiß nachgeholt werden, mit viel größerer Mühe. alS bei geordneter Erziehung, bei regelmäßiger Entwicklung in der Jugend erforderlich geivesen wäre. Ein Glück für Jeden, der zur Einsicht kommt, so lange sein Wille noch fest genug ist. um da-nach handeln zu können — ein Glück sür Alle, wenn danach gehandelt lvird. sperrte. Die Grenzsperre und die Schivierigkeit deS VerhandelnS mit Uiiwillsährigen. russischen Behörden hatte auch eine unverhaltnißmäßige Verzögerung der Untersuchung herbeigeführt. Freilich hatte auch einiges Andere hierzu beigetragen. Die Akten waren sehr voluminös geworden, und die Inquirenten -7- jene Referendarien — hatten mehrfach gewechselt. Es ist aber keine mühelose Arbeit, vierzig bis fünfzig dicke Bände von Untersuchungsakten durchzustudiren. zn prüsen. waS AlleS noch darin geschehen muß. welche Zeugen noch darin zu vernehmen, welche Konfron tationen zu veranstalten, welche Thatbestände sogar noch festzustellen, sodann die artikulirten Verhöre abzuhalten und so iveiter. Die Untersnchung hatte s^)on seit länger als zwei Jahren gedauert. Ich mußte mehrere Tage Uiid Nächte die Akten durchstndiren, um den Juden mein Versprechen halte» zu können, ihn noch in dit^ser Woche zu verhören. Schlom Weißbart war nst im ^^.uije d.r Untersuchuiig ein^e liefert. Sein Name kt^m jedoch schon im Anfange derselben vor. Er ivurde immer als einer der gefährlichsten Diebe nnd zugleich DiebeShehler an der Grenze genannt. Aber er war io b nannt. nur von den S^eamten. den Gensdarmen, den Dorfrichtern, den Poltzeischulzen an der Grenze. Von den in der Utttersuchung besungenen Verbrechern wollte keii er auch nur seinen Namen ivissen. llnd auch jene Beamten konnten kein einziges Verbrechen bezeichnen das er selbst begangen oder zu dem er mitgewirkt t,abett sollte. ES hieß nur immer, das gefährlichste Mitglied der ganzen Bant^e sei der Jude Schlom Weißbart aus Ruffisch Neustadt. Freilich wohl nicht minder gefährlich sei ein anderes Mitglied der Bande, der Aude Schlom Sch'varzbart. dessen man aber bisher nicht habe habhaft werden können. Dabei »var die Vermuthung nusgesproche». Schlom Weißbart und Schlom Schwarzbart müßten Briider sein, wegen ihrer Aehiillchkeit sowohl tm Aeußern al» in verbrechcrischcr Frechheit und Verschmitztheit. Etwas bestimmtes könne man darüber nicht ermitteln, weil beide Juden nicht ohne Vermögen sein solljen, und daher von den bestechlichen russischen Beamten keine Auskunft über sie zu erhalten sei. Deshalb sei auch an eine Verhaftung des Schlom Schwarzbunt oder ar» eine IN Rußland grge« ihn einzuleitende Untersuchung gar nicht zu denken. )n der That fand sich in de» Akten ein Schreiben der ruflischen Behörde, ivonach ein Schlom Schivarzbart in Neustedt saivohl alS Umgegend gar n'cht esistire. Gegen diese» Schlom Sch'varzbart lagen übrigens mehrere bestimmte Zeugenaussage» vor. »ach denen er an einer Menge in Preu- Das Ziel, welches sich der kaufmännische Vereiu gesetzt: Bildung des Geistes durch Pflege der Wissenschaft, Bildung des GemütheS durch ge-sellige Unterhaltung, durch Betliätigung der Briiderlichkeit — dieses Ziel ist ein so schöNtS. dcis; wir den Wunsch aussprechen. eS möchte ander-wart» diesem Bcispicle nachj^eeifcrt werden. Wie ließe der ganze Stand sich heben, welchen Vorthcil liätte die Volkswirtlischast. wenn in jeder Stadt des Landes, in jedem Marktflecken eiu solcher Berein besliittde — wenn die Handelsleute, die sich in jedem Psarrdors befinden, dem nach-sten Vereine beitreten wenn all' diese Bercine einen Bund schließen würden? Welchen Ausschwung miißte unser Vereinsleben nehmen, wenn die Genossen anderer Berufe das Gleiche tliäten. Es wird geschehen, we^l tS gefcbelien muß — weil in der freien Genossenschaft die sicherste Erlösung vom alten Staate und seinen Uebeln licgt. Damit aber daS s!'er-einSwescu frisch erbliihe und gedeihen könne, sordern wir die versassnngS-maßige Gewährleistnng deS freien BercinSrechtS. Gtn Wort Äber unsere Volksschule«. Allerwärts erhebt man Klage über den Zustand unserer Volksschulen und wir haben eine gemeinschaftliche Angelegenllkit mehr — freilich nicht im parlamrntarifchen Sinne. Die Presse erfüllt, so weit eS ihr möglich, elne traurige Pflicht, indem sie die Mängel der Volksschule an das Licht der Orffentlichkeit zieht. Es ist noch gar nicht so lange her. schreibt man auS Wildschütz in österr. Schlesien dem „Wanderer." da man in sechs Wochen die Befahl, gung sitr den Schulmeifterdienst erlangen konnte. Ist nun auch seit jener Zeit die Stellung des Lehrers, wenigstens waS die Unabhängigkeit von der Gemeinde anbelangt, eine wesentlich bessere geworden, so ist doch das AbhängigkeitSverhältniß von der Kirche noch immer fortbestehend und der Kirchenthi:rschlüssel drückt den armen Unterlehrer weit mehr als sein Geh'lt. dem gewöhnlich nur ein traumfacheS Dasein beschieden ist. Eine bekla-genSwerthe Thalsache aber ist es. daß der Lehrerstand im Großen und Ganzen mit diesem Verhältnisse vollkommen einverstanden ist. Es gibt nämlich unter den Lehrern noch immer viele auS der alten Zelt — auS jener, in der man eben nach sechswöchentlicher Präparandie den Dienst ^ch wähle diesen Ausdruck absichllich) des Schulmeisters versehen konnte. Diese sind nun durchweg selbständige Lehrer und trotz ihrer sechs Wochen — Uebung macht ja den Meister — leisten sie mehr, als jene jungen Lehrer, welche der Troppauer PräparandcnkurS entsendet, und denen vor lauter Theorie die Methode, die Praxis fehlt. Ein Lehrer aber ohne Methode, mag er auch recht tüchtige Kenntnisse besitzen, ist ziemlich so viel als gar keiner. Daher kommt denn auch der Zwiespalt unter den Lehrern selbst. Der junge Mann, der seinen zweijähri<;en Kurs absolvirt. geht mit recht viel gutem Willen und den besten Vorsätzen an daS schwere Werk der Erziehung, in »illzu heftiAem VorivärtSdrängen möchte er seine Reformen mit einem Schlage durchführen, doäi ihm fehlt die Geduld, er erreicht mit seiner Methode das Gegentheil von dem. was sein sechSwö-chentlicher Oberlehrer mit der alten Methode errei.tzt. die Geistlichkeit und der OrtSschulaufscher selien ihn über die Achsel an. die Frau Schulme: sterin. die er einmal zu grüßen vergessen, ist ilim gar feindlich und es dauert gar nicht lange, so denkt der jun.ie Lehrer ganz anders; er muß in andere Bahnen einlenken, wenn er nicht — verhungern will. Man hat schon Mittel und Wege genug, derlei junge Brauseköpfe unschädlich zu machen. Wozu gäbe es dann sogenannte Mittelschulen, in Dörfern von 40 oder 50 Häusern? Dabei befördert man den jungen Lehrer noch, man macht ihn selbstständig. Hat er aber nun einmal zu Recht erkannt. ßen verübter Verbrechen unmittelbar Theil genommen und namentlich viele gestohlene Pferde in Rußland verkauft hatte. Schlom Weißbart war in Preußen arretirt. Zufällig, wie eS in den Akten nach einer Anzeige deS DorfgerichteS deS GrenMteS Mädischkelimen hieß, hatte man ihn dieSseitS der Grenze auf rinem Pferde reitend, angetroffen, erkannt und sofort verhaftet. DaS Pferd war später als ein in Preußen gestohlenes ermittelt worden. Der Diebstahl war schon vor langer Zeit verübt, und gar nichts stand darüber fest, daß Schlom Weiß-bart daran Theil genommen kabe. Und dieser Ritt auf einem gestohlenen Pferde war daS einzige Bestimmte, was man dem Juden hatte vorwer-ftn können. Auch in seiner Haft hatte er sich stets ruhig und ordentlich betragen. War seine Bemerkung oder vielmelir sein Vorwurf im Gcfäng-Visse nicht richtig gelvesen? Gleichwohl wurde von sämmtlichen Beamten der KreiSjustizkommis-ston fortwährend versichert, der Jude Schlom Weißbart sei einer öer ver-wegenften und gefährlichsten Verbrecher, welche auf beiden Seiten der Grenze leben. Ich ließ ihn zum Verhöre vorführen. Er erschien ruhig, bescheiden, ohne eine Spur jenes kriechenden Wesens. das ich im Gefängnisse entrüstet zurückgewiesen hatte. Hatte er auch mich studirt? „Ich habe Euch vorführen lassen. Schlom Weißbart." redete ich ihn an. „um das versprochene Verhör mit Euch abzuhalten." „Lohne eS Ihnen Gott. Herrl" „Zuvor beantwortet mir jetzt die Frage, ok) Ihr eine Klage über Eure Behandlung habt?" „Eine Klage. Herr Kreisjustizrath ? Gott behüte. Nicht eine, aber zehn, zwanzig, hundert." Er antwortete nicht aufgerkgt. im Gegentheil mit derselben Ruhe, mit der er eingetreten war. „Und wie lauten diese Klagen?" „Traurig lauten sie. Sie zerreißen mein Herz, möchten sie doch auch zerreißen daS Ihrige." „Nun?" „Herr, ich sitze hier seit fünf Vierteljahren. In dem Keller da unten. In dem dunkel» Loche unter der Erde. Fünf Vierteljahre. Loll lchi Ihne» sagen, wie oft ich in dieser Zeit gesehen habe die Sonne >nd ge-I daß er eine genügende Selbstständigkeit auf der anfangs eingeschlagenen Bahn nicht erreichen kann, nun dann ist er eben ein getreuer Diener seines Herrn, der Geistlichkeit, dann scheinen ihm die Sporteln. die ihm die Kirche zukommen I i!.:. Belohnung genug für die Dienste, die er ihr leistet. Freilich sind diese Nebeneinkünfte fast so groß oder vielleicht noch größer als sein fixes Einkommen. Und doch sollte gerade vom Lehrerstande auS eine Anregung zur Reform hervorgehen; daß dieS aber nicht der Kall ist, davon habe ich mich fchon zum öftern zu überzeugen Gelegenheit gehabt. Biarburger Berichte. (Schaubühne.) Sigmund Schlesingers Dramolet: „Mit der I der" — geistreich. geschrieben — wurde am 29. September vom Frl. Hybl (Emnta Paltern. eine junge Witlve) und Herrn Iantsch (Otto Randolf) in einer Weise dargestellt, weiche daS Publikum höchlichst befriedigte. Gleichen Beifall errang der Soloscherz: „Ein verkanntes Ge-nie. oder: Leiden eineS TheaterdienerS." vorgetragen von Herrn Schönau. „Die Zauliergeige." musikalische Legende von Offenbach, welche zum Schluß gegeben wurde, ging matt. — Am Sonntag wurde Berg'S neuestes Werk „Die alte Schachtel" zum ersten Male aufgefühet. Fräulein Jaritz spirltc die Titelrolle. Wir stimmen dem Urtheile Jener bei, die schon nach dem ersten Auftreten dieser Lokalsängerin behauptet. eS gebreche ihr an Stimmmitteln. Die Direktion hat sich, wie uns gemeldet wird, auch bereits um eine Nachfolgerin deS Fräuleins Jaritz umgesehen. Die Pofle selbst ist eines der abgeschmacktesten Nachiverke der Wiener Muke und außerdem wegen vieler Beziehungen auf örtliche BerhSltniffe nur Wienern verständlich Daß ein solches Stück in Oesterreich überhaupt und in der Hauptstadt deS Reiches insbesondere geschneben und von dem Publikum dcrsclbtn bejubelt werden konnte, ist ein Beitrag zur Geschichte unserer Kultur — ein Beweis mehr gegen jeneS System, dessen Früchte Vor Iahren schon den Dichter A. Grün (Graf Anton Auersperg) veranlaßtln, Wien das Kapua der Geister zu nennen. (E i u Opf er s e i neS B erufeS.) Die Nachricht, die wir im letzten Blatte über den Cholerafall gebracht, bedarf einer Berichtigung. Der Verstorbene war der Wundarzt. Herr Joseph Entinger, der nicht erst am Adende vor seinem Tode hierher gekommen: er befand sich (wie uns vom Herrn RegimentSarzte Dr. Laknec mitgetheilt wird) bereits drei Monate im hiesigen Militürspital, wo er in treuer Erfüllung feiner Be» rufspflicht an der Cholera erkrankte und nach wenigen Stunden dahinge-rafft wurde. Herr Entinger wurde am Sonntag begraben: er hinterließ eine Witwe und zwei Kinoer. (Verurtheil ung.) Franz Bratschek auS dem Bezirke Tonobitz, der am 13. März d I. mit ewigen Raubgenossen die Mühle in Aeistritz bei Lembach überfallen und den ihm nachsetzenden Knecht durch einen Pistolenschuß verwundet, ist vorgestern vom KreiSgerichte Cilli auf 18 Jahre schweren Kerker verurtheilt worden. („Mit der Dummheit kämpfen Gauner nicht der-ge benS.") Ein Gauner, der sich einen ungarischen Soldatenrock z» verschaffen gewußt, kam vorgestern zu einem Grundbesitzer in Ploderberg und sagte ihm. er könne jetzt seinen einzigen Sohn, der im vorigen Jahre zum Militär abgestellt wurde, loskaufen; er brauche nur 18Ü fl. zu be-zahlen. Der glückliche Vater bewirthete den Ueberbringer dieser Botschaft sehr gastfreundlich und fuhr mit demselben am nächsten Morgen in die Stadt. Beide gingen nun angeblich zum Major. Bor einem Hause in der Nähe des Friedhofes angekommen, hieß der Soldat den Grundbesitzer warten ; nach einer Weile erschien er wieder und bemerkte: Alles sei nun i» der athmet habe die srischc Luft? Ich will eS ihnen sagen. Zwei Mal. Zwei Mal. als ich wurde geführt auS dem Keller zum Verhöre." Nur zwei Verhöre waren in der That bisher mit dem Juden ab« gehalten. „Aber." warf ich ihm ein. „Ihr seid doch regelmäßig täglich eine halbe Stunde an die frische Luft geführt worden." „Daß sich Gott erbarm! ES war ja keine Zeit dazu übrig für die Herren Wachtmeister. Ich sali fragend den Sekretär an. der mir daS Protokoll führte. Er bestätmtc mit einem Achselzucken. Die Gefängnisse und daß Gefängnißpersonal sind auf fünfzig Ge fangene berechnet. Einhundert und fünfzig sind da. Da bleibt keine Zeit für die allerdings vorgeschriebenen Spaziergänge der Ge-fangene n. „Aber daS ist ja eine Grausamkeit. Ich habe Gefangene angetroffen, die seit länger als drei Iahren saßen. Auch diese find nie an die frische Luft gekommen?" „Zum Verhöre!" war die entschuldigende Antwort. „Grausamkeit!" iagte der Jude. „Was heißt Grausamkeit? Weiß der Herr, daß ich in den fünf Vierteljahren nicht habe sehen dürfen meine Frau und mein Kind, und sie waren hier, fünf Mal. alle Vierteljahre ein Mal." Auf meinen fragenden Blick antwortete der Sekretär: „Der Jude hätte kollidiren können." Der Jude fuhr fort: „Grausamkeit? Und weiß der Herr, waS man mir hat gegeben zu essen und zu trinken? Brot zu effen. nichts alS schwarzes Brot und Wasser zu trinken. Nichts al< d>S. gar nichtS." „Jude." fiel ihm der Sekretär ein. „belüge den Herr» Kreisjustiz-rath nicht." ..Habe ich bekommen etwaS Anderes? Einen Mund voll? Eine» halben Mund voll?" ..Du hast freiivillig Brot und Waffer gtivählt. Gieb den Gruad an. warum." ..Ich soll Ihnen sagen, ivarum. Herr KreiSjuftizrath. Durfte ich denn effen die Gefangenkott? Sie ivar nicht taujcher. DaS Gesetz verbietet sie." (Fortsetzung folgt.) Ordnung, er soll nur das Geld liert^eben. Dcr Bauer that wie ihm be-fohlcn. händigte dem Gauner die 185 fl. ein und blieb voll Erlvartunl^ stehen. Als eine Viertelstunde nach der andern verfloß, ohne den^Ersehil-len zu brintitn, über.^.lii^le er sich, daß er betrogen sei: der „Soldat" war durch den Hof dcS Hauses in das Nachbarhaus i^egangcn und über eine Treppe ins Freie gelang! auf einer Teitc. wo cr nich.' l'cmerkt wer-dru konnte. Eine ganz (gewöhnliche Vorsicht liatte den Vauer vor Schaden bewahrt. (Schubwesc n.) Im verflosscuen Monate lvnrden Schüblinge, darunter 39 Weiber und 1 Kind, von hier weitcr l)efördcrt. (In der Sipnng des Geu» eindeauö sch nsses). die mor-gen stattfindet kommen zur ^Verhandlung: dtr Antrag ilber den Flur^ schuß. ein Schreiben der landwirttjschasllichen Filiale Marburg ia Vetresf der Marktordnung, acht Gesuche um die erledigte Pfründe im Biirger-jpital. sieben UnterstüKungögesuche. zwölf Bausachen, zlvci Beschwerden gegen Verfügungen des Gemeindeamtes und zwei GewerbesachkN. Letzte Post. Der Entwurf der ungarischen LandtagStommtssion über die gemeinschaftlichen Angelegenheiten soll an entscheidender Stelle für nicht annehmbar erklärt worden sein. Die sächsische Armee wird wahrscheinlich in Ober-Oesiterreick Winterquartiere beziehen. Die Auflösung der italienischen Freiwilligen-Negimenter ist angeordnet worden. Monftier warnt die Türkei, au Rußland oder Nord-Amerika eine Insel im ägäischen Meere abzutreten. Vier Bezirke im i^stlichen Theile von Kandia haben dem Aufstande sich angeschlossen. Die Republikaner in Mexiko haben augenblicklich mehr al<^ jemals Aussichten auf einen günstigen Erfolg. Geschäftsberichte. Pet tu tt, L8. September (Wochenmarktsbericht.) Weizen fl. 5.-—. Kor« , Gerste fl. 1.—, Htifrr fl. 1.5V, Kukuru^ fl. 3.10, Heiven fl. 0.—, Hirsebrein fl. 4.4V, Erdäpfel sl. (>.— pr. Metze«. Rindfleiskl» 2V, Knlbfleisch vl>ne Amvage Schlueinsieisch jung 20 kr. pr. Pf. Holz 36" hart fl. 7.—, detto weich fl. ^.2V pr. Klafter. Holzkohle» hart fl. V.45, detto weich fl. V.35 pr. MeKen. He» fl. 1.25, Stroh, Lager- fl. 1.1V, ' fl. V.^V pr. Centner. Streu Ttlegraphischer Wiener Cours voiu 2. Oktober Kreditaktieii....... London . ....... Silber......... 5°/. MetalliqueS.....62.— 5°/, Rational-Anlehen.... 67.55 1860er Stnatt-Aiilehen . . . 30.50 Bankaktien....... 723.— K. Miliiz-Dukaten 153.— 127.-126.25 6.07 KaofmStlllischtr Verein Das Gründungskomit^ deö kaufmännischen Acreins „Meicur" beehrt sich die Anzeige zu machen, daß die .generas-Versammtung zur Konftitnirung des Vereines am Freitage den 5. Oktober Abends 8 Uhr im Hotel „Erzherzog Johann" (2. t^tock) stattfinden wird. Es ergeht datier an alle ?. I'. Herren Kaufleute und Handlungs-CommiS solvie anderweitig im Handelsfache Bediensteten, die dem Verein«! als »v'rkliche oder unterstiixende Mitglieder beitreten werden, die höfliche Einladung, sich dabei sehr zahlreich einzufinden. Zur Verhandlung kommen: 1. Die Wahl der Vereinsleitung. 2. Endgiltige Entscheidung über die Wahl des VereinslokaleS. Z. Feststellung der Einzahlungen. . (384 Das Gründungs-Comite. Sehr Me Tafel-Trauben werden in der Pfarrhofgafse Nr. 187. das Pfund zu 9 ki., beim Haus-Meister verkauft. (385 Nr. 11514. Edikt. (Z82 Da bei der mit diesgerichtlichem Edikte vom 30. Juli 18t)6 Z. 8050 auf den 10. September 1666 angeordneten ersten Feilbiuung der zur Josef KoroscheP'schcu Konkursmasse gehörigen, gerichtlich auf 6854 fl. geschätzten Realität Urb. Nr. 547^ ucl Schleinitz kein Kauflustiger erschic-nen ist und nur ein Theil der Fahrnisse an Mann gebracht wurden, so wird die zweite Feilbietungs Tagsatzung auf den .Oktober 18ii6 und zwar für die Nealität Vormittags von ^—10 Uhr. für die Hahr-nifse aber Vormittags von 10-12 und Nachmittags von 3—6 Uhr an Ort und Stelle der Realität in der ÄlagdalenaVorstadt mit dem früheren Anhange angeordnet. K. k. Bezirksgericht Marburg am 13. September 1866. Nr. 8771. Edikt. (372 Vom k. k. Bezirksamte Tüffer wird hiermit bekannt gemacht: Es wcrde der sämmtliche bewegliche Nachlaß des am 17. August d. I. ver-starben n RestaurateurS von Steiltbrüek, Jqttaz Dietlei» und s ilier Ehegaltin Johanna Dietlein im öffentlichen LizitationSweae hintangegeben, u. z. um II. Oktober 1866 von 11 bis 12 Uhr mehrere PrÜciosen, Uhren, Ringe. Nadeln. Eßbestecke zc. x. in der Amts-kanzlci im Schäßnngeivcrthe von beiläufig 150 fl., am R>. Oktober d. I. von 3 bis 6 Uhr und nöthigcnfalls ain 12. Oktober d. I. von 9 bis 12 Uhr 19 Startin verschiedener .Gatiungen Weine, als: Pettauer vonl Jahre 1865. Rittersberger v. I. 1861, Jerusalemer btto., Plattensnrh^r v. I. 1865, Pickerer V. I. 1863, dann Koloher, schwarzer Gonobitzer. Osner, Radkersburger und einheimischer im Gesammtwerthe von 2200 st int Keller im Markte Tnffer, am IM. Äktober d. I. ttnd die folgenden Tage von 9 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr sämmtliche Wirthschafts-, Küchen.. Kellei^' und Restaurationsgeräthe, Tischwäsche, Service. Möbel, Leibeswäsche und Kleidungsstücke im Gtsen-bahn-KtationSgebände zu Tteinbrück Wovon Kauflustige hiemit verständigt werden. K. k. Bezirksamt Tüffer als Gericht am 13. September 1866. Zu vermiethen: (353 Eine schöne Wohnung nebst Gartenantheil. — DaS Nähere bei Vincenz Kandnth, Alleeftraße 167. Bauplätze ^WU sind in der Kärntner Borstadt zu verkaufen, fo auch ein Keller auf 24 Ltartin zu verpachten. — Auskunft wird ertheilt bei Herrn Pregl in Marburg und im Comptoir dieses Blattes. (367 Nr. 12249. Edikt. Nachdem bei der zufolge dieSgerichtlichen Ediktes vom 9. August l. I. Z 9814 auf den 25. September 1866 iu Kuschernig angeordneten ersten exekutiven geilbietnng der dem Georg Pnrgai gthörigeii. tiuf 82 fl. 60 kr. gerichtlich geschätzten Aihrnisse Niemand erschienen ist. »vird am tzV. .Oktober 1866 Voiinillago von 10—12 Ulir im Wohnorte des Schlildners zu Kuschernig die zlvcite Aeilbietnngs-Tagsaßung abgelialten und hiebei die Pfandstücke au l, unter dem Schä^wertlie ai, den Meist-bietenden hintangegeben werdet:. K. k. Bezirks,Gericht Mniliueg ani 26. Septe»nber 1866. Beim Herannahen der Weinlese empfiehlt der ergebenst Gefertigte seine eiltliruchsicheren Kellerschlöjstr im Preise von 7 bis 10 fl. pr. Stück. — Auch sind daselbst zu den billigsten Preisen am Lager. 371) AUeegaffe Skr tV7. Vielzig Fuhren PferdedSager sllld zu verknusen in der Kärtner-Porstadt Aro. 12. Gine Wohuung (:i86 mit 2 Zimmern. Sparherdkilche, Dienstbotenkammer. Speiö und Holzlege ist in der Draugasse Haus Nr. 70 täglich zu b^zielien. (:j80 Cinladunq. Die monatliche Versammlung der Mitglieder der landlvirtt^schaft-! lichen Filiale ÄKarburg findet am Oktober Nachmittag um 5 llhr im Speisefaale des Eastno Natt. I Hegtnkändt der CagtÄordnnng lind: ^ Besprechungen über Wiesenbau. i b) Besprecbunaen über Behandlung und Auslese der Irauben bei der^ heurigen Weinernte. Z Herr Wieseningenieur Mtt liat sich l,ereitwilli.,st angeboterr. bei dieser Gelegeuhkit Vorträge übe:^ Wiesenkultur und Drainage zn li lten. Bei dem großen Interesse, ivelches die zu beiiandelnten (Gegenstände für die Lank'wirthe dieser Filiale haben. N'ird einem zahlreichen suche' der P. T. Herren Mitglieder der Filiale entgegengesehen. i Marburg am 28. S?z»tember 1866. Verehrter Herr! Empfangen Sie meinen innigsten Dank für die Menscheilfreundlichkeit nnd Elite, mit welcher Sie den unter der Pflege deS Maria-Slisal>etl)en. Perein» sich befindlichen armeii Kindern beigestanden sind. Eimge dieser .Binder lvaren vom skrophn lösen Skorbut ergrissen, Sie verabfolgte» denjell'en unnentgeltlich Jlzr lieilsame« Anatherin-Mundwasser und Ihrer Behandlung danken die Kinder ihre ganzliche schnelle Heilung. Im Namen der.Binder, die von ihrem beiden befreit find, und des ^t^ercin» versichere ich Sie. verehrter Herr, der dankbaren Anerkennung und der besmideren Achtung, mit der ich die Elire habe zu sein Ihre ergebene Wien. Gräfin Präsidentin de« Maria-Elisabethen-Bereins. pr. Adresse: Hrn. Dr. I. G. Popp, Zalniarzt. ^59 vepüt»: in Marburg bei Herrn Htlltßlari, Apotheker, und in Ta«chm«» t Kuiistbandlung ; in ^illi bei Herrn Critper Eisenbahn - Fahrordnunz für Marburg. Nach Vien. «ach Trieft: «bsatirt: 6 Uhr IS «in. Mb. »lfahrt: 6 Uhr 15 Min. Krüh. 6 Ul^r 4S Min. AbendS. S Uhe 2 Min. Abend», «ach Villach: Abfahrt: 9 Uhr Krüh. Die gemischten Ziige verkeliren täglich m der Richtung nach «,en: Trieft: «dfabrt l2 llt,r 44 Viin. ^.Vittag». Absakrt: t ttl,r 26 M»n. Mittag». Uera»tw«r»licher Redakteur: Kr>»j Wletthater. /. >. !St. Vr»tck it»d «erlaß »o« U»u«s» I«»sch,tz m Marburg.