?rZumiitrailon»-prcisc: Für Laibach: »au»iährig . . . 8 fi. 10 k. H-lbjährig . . . 4 „ r» . Msrtcljährig. . . L . 10 „ N-MiUIich . . . — . 70 „ LlNdacher LlLaktio«: k-'-2l'I!-üs2ü^c "tr. I"i- M > t P«,iLhrig . HlULj-i-rig . vierteljährig. ter Post: . II fl. - !r. SV 75 . ifteLuug rns HauS vierte'.-/'iönz 85 k.. monatlich L kr. ^ Ztarnmern 6 kr. Ä.U7 Anouise Mittheilungen «erden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Lrscdiüni und Inscrat/v Üurcan: '^k>^g77^k^'ö '^r. 81 iP'.ichdandll k c sc -. I. v.Äi'r-.ninaurLF. Bambe: Znscrrionsprcisc: iedet-mal kr Sei größeren In,traten nnr. obrere: Einschaltung entsprechender Rabatt. Mittwoch, 10. April 1872. — Morgen: Leo P. 5. Jahrgang. Die Heroen der bonapartistischen Gesellschaft. Die „Röpnblique Franxaise" entwirft von der sauberen bonapartistischen Gesellschaft, die sich mit cynischer Dreistigkeit in dem Prozeß Trochn öviitra „Figaro" soeben wieder in den Vordergrund gedrängt hat, ein ebenso drastisches, wie wohlgetroffeues Bild. „Da sind sic alle!" heißt eS in dem Organe Gam-battta's. „Einer hinter dem anderen tanzen sie den ^hraus dieses imperialistischen Faschings, die in ^anzigjähriger Herrschaft Gemästeten, die Henkers-, '"echte des Dezember, die Verderber und Verderbten, die Werkzeuge unseres Unterganges, die Urheber unseres Sturzes, die Mitschuldigen unserer Niederlagen, die Augstmaier des letzten Tages, die Ausreißer des 4. September — da sind sie alle: Ein Palikao, der Frankreich theuer geworden durch die Eriuneruug an den Prozeß Doinean uu den chinesischen Sominerpalast, der Alaun, dem Kandidaten zusammengesetzter Korps g nativ eine schamlos geforderte Dotation verwei-8 ne, dcr siriegsminister, der die Armee Mac Ma-honS nicht „ach Paris zurückkehre» ließ und so Frankreich dem Kaiser, oder was noch schlimmer, seinem eigenen niedngeu Ehrzeize zum Opfer brachte. Ein Rouher, Justizmiuister des Staatsstreiches, Mitwisser aller Attentate, Mitschuldiger jeglicher Schmach, Advokat aller unsauberen finanziellen und politischen Geschäfte dcS Kaiserreiches, Knppelknecht aller Unter uehinungeu des Eäsarismus, Vertheidiger jener uu-ieligeu Politik, welche Preußen zu dem gemacht, was cs ist, welche Frankreich in Mexiko zu Grunde gerichtet; hente Italiens, morgen des weltlichen Papstthumö Frenud, je nach den Lauueu seines Herrn und Gebieters, Sprachrohr der Dynastie, zuletzt Prä- sident des Senates, als welcher er, weniger fest als Sanzet und haseusüßiger als Dupin, nicht den Mnth hatte, am 4. September seinen Sessel zu behaupten. Ein Ehevreau, den Rouher selber als lüstern nach Genuß geschildert hat, bereit zu allem, zufrieden mit allem, wenn er nur mit gespreizten Nüstern den „oäors äslla kewinu" einalhinen kann. Ein Pie tri . . . was sollen wir von dem sagen? Unter seiner Verwaltung ward die Polizei zum Werkzeuge der Verwirrung und der Ruhestörung; sein Name wird an der schmachvollen Episode der meisten Blousen haften bleiben; feine Untergebenen haben Ementen fabrizirt und Attentate in Szene gesetzt, mit Hilfe der geheimen Fonds hat er im Juli 1870 jene nichtswürdigen Rotten besoldet, die Auswürflinge von Paris, welche, „nach Berlin!" brüllend, durch die Straßen zogen, den Patriotismus entwürdigten, die „Marseillaise" entehrten. Er war es, der die Verantwortlichkeit fnr jene polizeilichen Hetzereien, für jene Saturnalien besoffener Monchards trug, für jene fchreckencrrcgenden Symptome des sittlichen Verfalls, in den uns das Kaiserreich geschleift. Ei» Schneider . . . von ihm sagen wir nichts, denn mit den ändern verglichen, ist er ein herzhafter Mann. Unter so vielen Ministern, Deputate», Generalcn, Beamte», Diener» jede» Schlages und leden Ranges war dieser greise Bourgeois der einzige, der im gesetzgebenden Körper einen Schein von Widerstand versucht hat. In dieser Gesellschaft von Feiglingen spielt er die Fignr eines Helden. Alle diese Gespenster (wir übergehen das niedrige Gesindel) haben vor dem Assisenhose gegen den 4. September einen retrospektiven, nachträglich zur Well gekommenen Mnth entwickelt. Wenn der 4te September der letzte Tag des Kaiserreiches gewesen, wenn der Eäsarismns in seiner eigenen Schande untergegangen, so ist dies natürlich die Schuld Trochu's, der auf dem Tuilerien-Perron sich nicht hat tödten lassen. Das sagen, das verkündigen, sie und find sie schier im Stande, zu glauben. Und in ihrer Wuth, ihre Aemter nnd ihre Besoldungen eiu-gebüßt zu haben, in ihrer galligen Erbitterung gegen die Republik gewahren sie nicht, daß sie im Angesichte von Frankreich und Europa die absonderlich lehrreiche Geschichte einer bis jetzt unerhörten Aus-reißerei zum besten geben. Sie hatten geschworen, 'für ihre Herrscherin zn sterben, aber man höre sie nur an. Auch nicht einer von ihnen, wie aus ihren Aussagen hervorgeht, wollte sich für jene Frau nnd die Dynastie nur ein Haar krümmen lassen. Wer erinnert sich nicht daran, wie Palikao verstört im gesetzgebenden Körper umherlief und alle, die er und auch die er nicht kannte, anflehte, den Sitzung? Palast räumen zu lassen. Er weinte nicht um das Kaiserreich, nicht um die Regentschaft, sondern uln seinen Statthalterposten, der vor der steigenden Revolution zu nichts erblich. Die Dienstleutc des Bonapariismus können sich allerdings ansreden, daß ihr Heldenmuth vergebe lich gewesen wäre, daß bei dem geringsten Widerstande der Sturm sie wie Spreu hinweggescgt hätte. Dies ist richtig, allein sie haben sich auch von vornherein der Wuth des Sturmes nicht ansgesetzt, sonder» sich beizeiten ins trockene gebracht. Es ist zum lachen, aber wahr, daß, als sie die Tuilerien räumten, ihre Herrin von zwei Dutzend National-gardisten nnter den Befehlen des Autors des „Noi Carotte" bedroht war. Die von der Blüthe des imperialistischen Ritterthnms vertheidigten Tuilerien haben am 4. September vor Monsieur Viktorien Sardou kapitulirt!" Jeuill'eton. Tagebücher meiner Nilreise. Von Franz Wallner. VI. Am Berge Heridi (Dschebel Heridi), 22. Dezember >871. Nährend unsere „Aida" mit Hilfe des güu-1 !^>i VZi»dcS die Nacht hindurch gewaltig vorwärts Oesiogcii sich der vorher durch die Berg- "ien zusammengedrängte Strom wieder meilenweit "usücdchut ^ hochgehenden Wellen schaukeln qi- ss'"" ^enn wir anf offener See führen. Große drvögcl sl^,, herdenweife am Ufer, wie bei uns me Schafe. Sie weiden hier so wenig be-c-!l. s^'d so dreist, daß ein Schuß sie kaum aus >chi eckt. Höchstens fliegt eiu Theil eine Strecke l s'ch dann wieder on nmsso nieder zu asfcn. (.ui passionirter Jäger fände hier siin varadieö, das vielleicht mir den einzigen Fehler hak, °»ß es der Jagdlust zu viel Bequemlichkeit bietet. In einer Höhle des Dschebel Heridi sott nach dem festen Glauben der Arabar eine große Schlange wohnen, die alle Krankheiten heilt. Es kominl nur darauf au, diese Höhle uud die Schlauge zu finden. Bord „Aida", 23. Dezember 1871. Bei dem günstigen Winde hoffen wir heute noch Girgeh zu erreichen. Menschi, ein Ort, an dem wir eben vorübersahren, liegt wunderschön auf einer Anhöhe amfitheatralisch hingestreckt und zeigt namentlich deutlich die scho» früher crwähute kastell-artige Architektnr, die den arabischen Städten so oft das Ansehen alter Ritterburgen gibt. Der Strom wimmelt hier vou kleinen Fahrzeugen, die mit ihren vom Winde geschwellten, fchwalbcnflügelartigen Segeln das Slrombild nngemein malerisch beleben. Seltsame Flöße schwimmen nnö entgegen. Jene früher bereits erwähnten porösen Krüge, deren ordinärste Sorte in Girgeh fabrizirt wird, bindet mau dort zu Taufenden auf Floßbreite mit leichten Pal-menzweigen aneinander, und zwar in doppelten Reihe» mit den Oeffnungeu uuten abwärts, oben in die Höhe gelegt, so zwar, daß, wenn sich die eine Reihe mit Wasser gefüllt hat, das ganze wunderliche Fahr- zeug mir umgekehrt zu werden braucht, um wieder tragfähig zu sei». Aus biese Weise treibt die Waare und trägt noch überdies de» Kaufmann. Weihnachten vor Girgeh. Windstille, Geduldprobc! Die Segel hängen schlaff herab und die afrikanische Sonne glüht brennend über unserem Scheitel. Unser Weihnachtsabend muß zwischen Himmel und Wasser verlebt werden. Eine Promenade durch Girgeh brachte uichtS neues. Bei alle» orientalischen Städten, selbst bei den größten Hauptstädten, muß man eben allen und jedeu europäischen Maßstab bei Seite lassen. Straßen nnd Straßenpolizei, Sauberkeit, Ordnung und wie die bei uns als selbstverständlich bei jeder menschlichen Niederlassung vorausgesetzten Attribute sonit noch heißen, darf man nie im Orient suchen. Dian stolpert über Saud- uud Kehrichthaufen, alte Mauerreste liegen auf unglaubliche. Weise herum, die Häuser sind oft einander so nahe gerückt, daß die Bewohner der Bel-Etagen sich einander sehr begnem durch die Feufter besuchen können, dann wieder weichen sie weit anSein-ander, einen Plqtz lassend, der erst so recht eine Dungstätte genannt werden muß. Politische Rundschatt. Laibach, 10. April. Inland. Da cs zu den czcchischeu Wahl-praktikcu gehört, noch in letzter Stande einen Systemwechsel aiizuküude», den Sturz S!»drassy's und Auersperg'S, der äußern und inuern Politik zu prosezeicu, so ist cs ein bemerkenswerther Zufall, daß gerade zu selber Stunde das Organ der Prager Statthalterei die Lage in sehr entgegengesetzter Weise schildert und darlegt, wie selbst ein den Czechen günstiges Ergebmß der Wahlen in Böhmen keineswegs einen „Umschwung im Sinne der staatsrechtlichen Opposition" herbeiführen würde. Das „Prager Abendblatt" hebt hierbei hervor, daß das Ministerium das volle Vertrauet des Monarchen genießt. Die augenfällige Auszeichnung vcrfassuugs- - treuer Großgrundbesitzer, dieAuflö>uug des böhmischen Landtages, der Nichtempfang der Koliner stadt-räthlichen Deputation, endlich die kürzlich erfolgte Berufung regierungsfreundlicher Kavaliere ins Herrenhaus, feie» ebenfoviele und unzweideutige Kundgebungen der Krone, daß angesichts derselben das perfide Manöver, de» Kaiser als im Gegensätze zu seinen Rathgebern befindlich darzustellen, in sein Nichts zurücksiukeu muß. Ferner sei es ebenso notorisch, daß die Regierung in der Reichsvertretung eine ganz respektable parlamentarische Majorität, die sich in prinzipiellen fragen bis zur Zweidrittel-majorität steigert, hinter sich hat, und daß die große Mehrzahl der Landtage — zwölf von siebzehn — auf ihrer Seite steht. Ein drittes Argnment, daß für die feste Stellung der gegenwärtigen Regierung spreche, sei einerseits der Erfolg, andererseits die vielseitige Sympathie, welche dieselbe aufzuweisen hat. Ein Budget ohne Defizit, ein gegen jede Sezession geschützter Reichsrath, eine sich stetig bessernde Valuta, ein starker Rückhalt an der ungarischen Reichstags-Majorität, endlich ein allfcitigeS Vertrauen im AuS-lande, das feien so große und wichtige Errungenschaften, daß nur Leute, die mit politischer Blindheit geschlagen sind, das große Gewicht solch schlagender Thatsachen negiren könne». Eine Regierung, die sich auf solche Argumente stütze, ein System, das solche Erfolge aufzuweisen habe, seien wohl gegen die ohnmächtigen Versuche eiuer Opposition, die nur zu zerstören, aber nicht aufzubauen vermag, hinlänglich und für die Dauer geschützt. ES scheint, daß die S ch me r l i n g' s ch e Rede auf italienischer Seile mit großer Empfindlichkeit aufgenommen wurde. Wir wissen nicht, ob just der italienische Gesandte dem Grasen An-drassy darüber, daß Schmerling von einem zu-sammengestohlcnen Königreiche Italien geredet, eine Bemerkung gemacht hat; gewiß ist, daß die italie- Ji, fußhohem Staube hockt die ganze Bevölkerung vor den sogenannten Häusern, schwatzend, faullenzend. Zuckerrohr kancnd, rauchend und Kaffee schlürfend im Freien. Wo Kopten wohnen, laufen in den Straßen überdies Schweine mit ihrer Nachkommenschaft herum, als Wahrzeichen, daß hier Christen Hausen. Faul, verdrossen, fahlgelb wie der Sand, in dem sie liegen, lungern überall die herrenlosen Hunde herum, diese Plage und doch wieder (indem sie die Straßen von den thicrischen Ueber-bleibseln befreien) größte Wohllhat des Orientes. Frech zwischen den Mcnschcn sich durchdräugcud, suche» sie ihren Fraß in den Gasse», mit dem Einbruch der Nacht beginne» sie allemal ihr uervcn-erfchültcrndes Gehcnl und fetzen dieses Konzert mit ungeschwächtcr Kraft bis zum Morgengrauen fort. Wo der Ehawage sich sehen laßt, lönt ihm das Geschrei um Bakschnch entgegen. Mitten unter diesem Gewirr von Schnintz uud Poesie, vou Verfall mid Leben überrascht uns wie oft eine prächtige Lrüulcuhalle, mit schönen arabischen Ver;ier»»ge», aber zerstört uud unbenutzt fällt dieser frühere Gottes-tempel nach uud nach i„ Trümmer. Es ist ein charakteristischer Moment des Orients, daß er ver- nischen Blatter die Sache sehr eifrig besprechen. In Erwiderung hierauf fiudeu wir in einer Reihe österreichischer und süddeutscher Zeitungen Korrespondenzen, die wohl vom auswärtigen Amte in Wien iuspirin wurden und den Zweck habe», die italienischen Vorwürfe abzulehueu. Wir ziiiren einen dieser Briefe als Beispiel aus der „Allgemeinen Zeitung", wo ein Wiener Korrespondent sich also vernehmen läßt: „Italienische Blätter sind unge- halten darüber, daß die Regierung die Bemerkungen weiche Herr v. Schmerling über Italien gemacht, unerwidert gelassen. Der Vorwurf wäre berechtigt, wenn Herr v. Schmerling erwähnte Bemerkungen in der Delegation gemacht hätte, in welcher aber Graf Ändraffy gewiß nicht unterlasse» haben würde, sie zurückzuweisen; im zisleithanischen Parlamente, vor welches die auswärtige Politik nicht gehört, kann von der Müusterbauk aus, auf welcher der Münster des Aeußcru nicht fitzt, füglich auch nicht von auswärtiger Politik gesprochen werden, und wenn Herr v. Schmerling dieselbe in seine Rede hineingezogen, so war dies eben Taktlosigkeit, die er zu verantworte« hat ; übrigens hat gerade jenes Blatt, wclches Herr v. Schmerling als mit der Regierung in Beziehungen stehend irrigerweise bezeichnen zu sollen glaubte, auch diese» Theil seiner Rede nach Gebühr verurtheilt." Die „Narodui Listy" haben in ihrer Druckerei eine eigene Volksausgabe der „alten Gesetze gegeu Landesverräther und Feinde des Königreiches Böhmen" veranstaltet, die für zwei Kreuzer feil ist. Diesen Gesetzen zufolge konnten die Stände vom Könige verlangen, daß ihnen zur Abstrafung Personen, welche als „Laudesverrälher uud Laudeöfeinde" augeklagt waren, ausgelicfert wurden, und daß selbst die königlichen Burgen sich eine Durchsuchung nach solchen „Verräthern" gefallen lassen mußten, mit denen bekanntlich im alten Königreich Böhmen kurzer Prozeß gemacht wurde. — Die „Politik" wendet sich an die Milglieder der Dynastie, die zugleich Wähler der Großgrundbesitzer-Gruppe sind, um dieselben in nahezu drohender Weise zu mahnen, sich der Stimmabgabe ganz zu enthalten. Die Dynastie habe ihr eigenes, über dem Kampfe der Parteien stehendes Ziel und vor allem den Trieb der Selbsterhaltung. Es gebe Dinge im Völkcr-lebcn, „welche die unscheinbare Wurzel der größte» Ereignisse zu werden vermögen, wenn die Pflanze, die aus ihueu hervorfchießt, zu verhänguißvoller Stunde die Hilfe des Verhängnisses findet." Und die „Politik" erinnert zum besseren Verstündniß dieser Drohung hier an den englischen Bürgerkrieg, der Karl I. Thron und Leben kostete. Ansland. Vorgestern wnrde der dentsche Reichklag durch deu Fürsten Bismarck eröffnet, wel-cher die Thronrede verlas. Diese kündigt Gesctzeut- sallendes nie ansbessert. Was Gott zerstört, darf der Mensch nicht erhalten wollen. Daher die zahllosen Ruinen und zusammeugestürzteu Häuser in Aegypten. Und doch sieht so ein ans Schlamm gebautes Nest m>t seine» hübschen Forme», mit seinen zahlreichen Kuppeln und spitzen MinaretS, umwogt vou den Federkronen der Palmen, ans derFerne immer änßerst malerisch aus. Dennoch begcguete mir in Girgeh etwas wunderliches, das mir auch zu denken gibt. An einer Ecke stießen wir auf eiuc Zigeuner-familie, diesmal aus lauler Weiber» in alle» Altersstufen bestehend. Bekanntlich leben viele Zigeu-ner in Aegyptcn und, just wie iu Europa, von stehle», betteln und gankeln. Die meisten Schlau-genbändigcr, Taschenspieler und öffentlichen Tänzerinnen sind Zigeuner. Vor de» ändern ging eine junge Person, wie eine Venuö aus Brouce gebaut, nur iu einen kurzen Unterrock von brennenden Farben gekleidet, die anderen Weiber gingen wie Dienerinnen hinter ihr her. Unter den schwarzen, in unzählige Zöpschen gcflochleueu Haare» saheu ein paar unheimlich fas-zinireude Augen aus einem dunkelbraunen, jugend- würfe über die Errichtung eines Rechnungshofes, über ein Mililärstrasgesetzbnch, über die Regelung der Verhältnisse der Reichsbeamke» nnd über die einheitliche Regelung der Bierbesteueruug an. Das Budget 1873 erscheint in Folge des gesteigerten Verkehres höher veranschlagt, so daß trotz der erhöhten Ausgaben eine Verminderung der Matriku-larbeiträge in Aussicht genommen ist. Die Thronrede kündigt eine Nachtragskreditforderung behufs der Errichtung eines statistischen Amtes, sowie Vorlagen über die Verwendung der Überschüsse vom Jahre 1871 und über die Verwendung uud Ver-theiluug der französischen Kriegsentschädigung, sodann einen Rechenschaftsbericht über Kriegsausgaben uud die Vorlage des Postvertrages mit Frankreich an. Die Thronrede hebt hervor, die Befestigung der neuen Ordnung in den Verhältnissen von Elsaß-Lothringen schreite in erwünschter Weise vor. Eine Uebersicht über den dortigen Verwaltungsgaug wird vorgelegt werden. Die Thronrede schließt mit den Worten: „Mit Genugthuung werden Sie die Versicherung entgegennehmen, daß es der Politik des Kaisers gelungen, bei allen auswärtigen Regierungen das Vertrauen zu erhalteu und zu befestigen, daß die Macht Deuischlands dem Vaterlande eine sichere Schutzwehr uud dem Frieden Europa's eine starke Bürgschaft gewährt." Der Schlnßpaffus der Thronrede wurde sehr beifällig aufgenommen. Eine interessante Episode in dem kirchlichen Kampfe gab es am 5. in Gumbinnen. Bon der Regierung protegirt, fand dort in der lutherischen Kirche ein altkatholischer Gottesdienst statt. Das Militär halte sich vollzählig, die Zivil-gemeinde sehr zahlreich eingesuudeu. Der bekannte Militär-Seelsorger Grnnert (derselbe, wegen dessen der Feldbischos und die Regierung einander in den Haaren liegen) predigte der Garnison von der päpstlichen Irrlehre. Ueberhaupt ist dieser Gru-, uert ein gefährlicher Gegner des Episkopats. Er veröffentlicht jetzt auch eine an den Bischof von Ermeland gerichtete Erklärung, i» welcher aesa^ wird, seitdem der Bischof mit dem Armeeblschof in Fulda von dem alte», in Rom selbst bezeoglen katholischen Glauben abgewiche» sei, habe er »ach de» Grundsätze» des kirchlichen Rechtes jeden Anspruch auf de» sonst pflichtmäßigen Gehorsam der Diöze-sauen verloren und sei ipso lacto denselben geistlichen Strafen verfallen, mit welchen er die Anhänger des alten Glanbens in der ungerechteste» Weife belegt. Die „Times" geht mit Thiers scharf ins Gericht, weil er bei jeder Gelegenheit von der patriotischen Nolhwendigkeit spricht, daß Frankreich eine starke Armee habe müsse. So schreibt das Eilyblat: „In Zahl »nd Tüchtigkeit, meint der Präsident der französischen Republik, müsse die lich jchönen Antlitz. Ich habe »ie solche Augen gesehen, die Farbe war nicht zu bestimme», der Steru fuukclte schillernd wie jener der katzcnarligen Raub-licrc, ihre Zahne beschämte» i» Wahrheit Farbe und Email der Perle», am Arm uud nackten Fuß trug sic fast handbreite silberne Ringe, um deu braunen Hals eine Schnur österreichischer Dukaten, im ägyptische <^oldmn»;e». Obgleich ich der letzte >N der Reihe meiner Gefährte» ging, trat sie auf mich direkt zu mit der Frage, ob sic mir wahrsagen dürfe. Ich wics sie an meine Begleiter, aber sie faßte mit eiserner Muskeltraft mciucu Arm »nd sagte, ich müsse den Anfang machen. Vergeben« suchte ich mich loszumacheu, Gewalt wollte ich doch nicht brauche», und so gab ich dcm Zureden meiner Gefährten nach uud hielt ihr die offene Hand h>"' während sich um uns herum eiu weiter Kreis vo" Zuschauer» sammelte. Herr von Hay machte de" Dollmctsch zwischen mir uud dcm braune» Wei"' „Du bist ci» Fremdling aus feruem Laude" „Natürlich bi» ich nicht in Girgeh f>cborcn!" „Spotte nicht, dic Deinigen sind weit über de Wasser zu Hause." — „Werde ich sie Wiedersehen - - „Nicht alle!" - Ich muß gestehen, daß cö»"u, Armee die deutsche übertresfen. Keine dem Prinzen Leopold von Baiern, welcher gegen-.^robe, kein Sieg soll endgiltig sein. Wir glaub-! wärtig hier weilt, verlobt habe. Erzherzogin Gisela mdcß vor 1870 genug von dem Chassepot und ! Louise Man? ist die älteste Tochter des österreichischen seiner Ueberlcgeuheit gegen das Zündnadelgewchr, »n der hohen Intelligenz nnd all den übrigen her-fragenden Eigenschaften der französischen Offiziere und Soldaten gehört zu habe». Aber Herr Thiers verweilt stets nachdrücklich ans demselben Thema. Ävhin diese Ruhmredigkeit führen muß, ist klar, -warum soll eiue Armee, die gestern hätte siegen Kaiserpaares; sie wurde am 12. Juli 1856 geboren und hat bald das Alter von 16 Jahren erreicht. Sie ist um zwei Jahre älter als Kronprinz Rudolf. Ihr Verlobter, Prinz Leopold Maximilian von Baiern, ist geboren zu München am 9. Februar 1846, also 26 Jahre alt. Er ist der zwei'gebvrne Sohn aus der , ........ ^....., ... .... ______ des Prinzen Luitpold, General-Inspektors der Essen und die morgen jedenfalls siegen wird, dem! baierischen Armee, mit Prinzessin Auguste, Erherzogin Gefühle einer unverdienten Niederlage überlassen j von Oesterreich. Prinz Leopold, ein Kousin des regie-blelben? J„ dieser Frage liegt alle Gefahr. Herr senden baierischen Königs, ist Hauptwann im königlich Thiers mag vor der ganzen Welt erklären, daß er j baierischen dritten reilenden Artillerie-Regiment „Kö- 2^ HM weiß, daß!»izin Mutter." Die Nachricht von der erfolgten Verlobung steht schon offiziel in der „Wr. Ztg.", schon haben Mitglieder des Kaiserhauses, welche in Wien weilen, die Gratulationen entgegengenommen. Man schil ert den Prinzen Leopold als eine sehr liebenswürdige Persönlichkeit; die Vermälung mit der jugendlichen Erzherzogin soll in einem Jahre stattfinden. — Aus Neapel von 6. April schreibt man: Erzherzog Ludwig Viktor wohnte vorgestern dem Wettrennen im Campo in Gesellschaft des Fürsten und der Fürstin Castelcieala bei. Gestern Morgens traf er in Rom ein und reiste um 9 Uhr nach Florenz. (Die in Rom erscheinende lith. Korrespondenz des telegr. Bureaus Stesani meldet unterm 4. d. M.: Während vergangene Nacht im Hause Castelcieala zu Neapel alle auf das Erscheinen des Erzherzogs Viktor von Oesterreich warteten, schickte dieser einen Feldadjutanten, welcher melden mußte, daß ein plötzliches Unwohlsein ihn verhindere, am Ball theilzunehmen. Wenige Augenblicke vorher war der Erzherzog im Theater S. Carlo gesehen worden. Es ist hervorzuheben, daß fast die ganze elegante Gesellschaft, die sich in den Sälen der Fürstin Castelcieala versammelt hatte, aus Personen zusammengesetzt war, die durch ihre Treue zu einer Ordnung der Dinge, die für immer dahin ist, bekannt sind.) "ur für den Frieden rüstet, der Prüfstein einer Rüstung erst der Krieg ist. verr Thiers kann nicht erwarten, daß man diese ""^ntrirung aller Energie, aller Hilfsquellen sei-^aiides auf militärische Zwecke als eine Frie- "sbewegung ansieht. Sein wahres Ziel wird nur ° bald klar werden, und die gewöhnlichste Klug' wenn kein höherer Beweggrund, sollte ihm IW», daß die Enthüllung eines Zieles oft genug Lleichbedeutend ist mit der Bereitcluug." , Das Ministerium Sagasta in Spanien M einen großen Triums errungen: fast zwei Drittel er gewählten KorteSmitglieder werden zur Partei ^ ^giernng gehören. Das spanische Ministerium Nch also endlich auf eine kompakte Majorität ^ «er Landesvertretung stützen. Wie lauge diese i^i,?^n möglichen Mitteln zusammengebrachte Ma-Fr«^ beieinander bleibt, das freilich ist eine andere Nvck^' ^rcn Beantwortung von verschiedenen, jetzt ""berechenbaren Eventualitäten abhängt Die Ivii-, ' Regierung feindliche Partei ist bereits kirei's" ""Einander gefallen. Republikaner, Pro-süi- - ""d Ultramontane beginnen, jede Partei ? sich, die Werbung nnter den Neugewählten. der,?^ die Höhe der direkten Alabamafor-iirkuliren in London neuerdings selt-rika.^7'L D°m "G.°be- ^e M die ame-ej, ^^ge>chrift „i einem gewissen „Jiidex" Schätzung des thatsüchlichc» WertheS der von er „Alabama" und ihren Konsorten zerstörten Schiffe Ladungen enthalten. Die dadnrch erlittenen ^irluste sollen auf 14 Millionen Dollars abgeschätzt ."d dix „direkten Bcrluste," welche durch die Ver-der Kreuzer der Nation entstanden, auf Slerl ^ '°"en Dollars (zirka 5>0 Millionen Pfd. —>^^>,gegcbcn sein. Zur Tagesgeschichle. sich V 7" -lus Ose» schreibt mau: Soeben verbreitet Nachricht, daß Erzherzogin Giselo sich mit E aller Bestimmtheit ausgesprochenen be„ ^'".hdcni ich mich von jeglichein Aberglan-Kttvü ' ^'"ß nnd wahrlich kein Bertranen ans die Ü^r^sder Wahrsagerin setzte, doch unangenehm kurr?,»^' Z'gcunerin fort, „in vd?>. »ttude und Ehre erleben." — „In Eairo Hause? , ko»,!^" wirst nicht mehr nach Eairo " »i e ii!" sezrij,^"'! ^i Gott, das ist eine unheimliche Pro-"8- Nicht nach Eairo? Es führt ja kein ^ leb» ^ ^» ück als über Eairo, wen» ich nicht Tonr durch die Wnfte über den das rolhe Meer machen will, was ">er>>r "l>g und bei gefunden Siuuen nie lhun ?!^Ser wehr nach Eairo?" wiederholte ich mit d-c P,,Ks'igkeit. dabei^?" Da« o dü„ „Ich hab's gesagt!" antwortete wit der Ruhe einer Königin und bohrte Gx,^"w»isch stechende» Blicke i» die meinen, eiiicz Bi"»' welches ich ihr gab, drückte sic, ohne ^ '"es z„ würdigen, einer ihrer Begleiler-'»ei,,. .1.""d c»tscrnte sich schweigend, ^ Zu führten aufzufordern, sich ihrer Kunst ^"k". (Forts, folgt.) Mal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Eine Abfertigung.) „6rattor 1s liusss kt 1ö 'litrtktrs 6ii sortira (kratzet den Russen, und der Tartare kommt zum Vorschein), so lautet bekanntlich ein treffender Anspruch Napoleons I. Wir möchten den Spruch auf unsere Schwarzen anwendeu, nur ist ein echter Schwarzer noch weit ärger, als ein gereizter Tartare. Wird er nur ein wenig unsanft berührt, wird aus ein Fehl und Gebreste eines „unfehlbaren" noch so gelinde aufmerksam gemacht, flugs fährt er empor wie eine gereizte Biper und speit Gift und Galle. Wird einmal hingewiesen auf das unziemliche des ewigen Kanzelgepolters gegen die Verfassungspartei, die ihre ganze Thäiigkeit der Entwicklung und Er Haltung des Staates widmet, wird einmal eine Rüge ausgesprochen wtder das unwürdige Geschimpfe von geweihter Stelle aus über die Tagespresse, die unaufhörlich für die Volksrechte und den Sieg der Wahr heit in die Schranken tritt, huriig sind sie bei der Hand mit ihren „Religionsverächlern," ihren „Zei tungsjuden", mit den niederträchiigstcn Verleumdungen und Ehrabschneidungen, die Verkünder des Evangeliums und der christlichen Nächstenliebe. Anstatt die wohlbe gründeten Behauptungen und Thatsachen des Gegners mit derselben Waffe, mit Vernunft- und sachlichen Gründen zu bekämpfen oder zu widerlegen, ist nie drigeS schimpfen und verleumden, den Gegner mit Kvih bewerfe», vh»e Ausnahme die alleinige Waffe, deren sich unsere Gegner bedienen. Derselbe Mangel an Einsicht, dieselbe Böswilligkeit der Gesinnung, die selbe Verhöhnung der Wahrheit aus der Kanzel, in den katholisch politischen Vereinen und in ihren ZeitnngS-organen! Haben die Hochwürdigen gar keine Ahnung, daß nur geistige Ohnmacht oder Charakterlosigkeit sich der ekelhaften Waffe des schimpseus und verleumden« bedient,daß nur die Venvorsensten Subjekte wissentlich zur Lüge ihre Zuflucht nehmen und sich daraus eine Waffe Oder was sind die lümmelhaften Anwürfe gegen die Liberalen, die wir in diesen Tagen in der „Novice" und in der „Danica" (xg.r uobilö kmtrum!) zu lesen bekamen, anders als die frechsten Lügen und Verleumdungen? Wo haben die Liberalen je verlangt, daß die Gotteshäuser in Ballsäle umgewandelt werden sollen, oder wann haben sie in ihren Organen die „Fleischeslust" (wsskiio 8ti'Lst) als Götzen hingestellt? Und a^s das „Tagblatt" unlängst seinen Lesern über den gegenwärtigen Stand unserer Kenntniß des Sonnenkörpers nach Büchners Vorlesung Aufschluß gegeben, waren die Hochwürdigen nicht gleich bei der Hand mit der plumpen Lüge, mit der perfiden Verleumdung, die „Tagblattler" hätten den alten Herrgott abgesetzt und die „Sonne" an dessen Stelle erhoben? Woraus spe-kuliren die Herren mit solchen unverschämten Lügen? wohl unr auf die Leichtgäubigkeit, um nicht zu sagen Boruirtheit ihrer Leser, die sie wirklich schon so weit verdummt haben, um ihnen derlei Plumpheiten ohne alles Anstandsgefühl auftischen zu können. Schlecht muß es um eine Sache stehen, die solcher Waffen bedarf, niedrig dis Gesinnung sein, die ohne Bedenken darnach greift! Tadel und Angriffe von einer Seite, die sich so lauterer Mittel bedient, kann nur zur Ehre gereichen, Lob hingegen würde nnS die größte Verlegenheit bereiten. (Reichsraths-Abgeordeteräerne) ladet seine Wähler anläßlich der von einigen Hypernationalen gegen ihn inszenirten Mißtrauens-Adresse zu einer Besprechung nach Sessana auf den 14. April ein. Die Mehrzahl der Görzer Slovenen sympatifirt mit Cerue's Politik. (Zur Hebung des Gemüsebaues.) Im Jahre 1870 hatte das Ackerbauministerium zwei Reisestipendien verliehen zum eingehenden Studium des Gemüsebaues, beziehungsweise des landwirthschast-lichen Gartenbaues und der Samevzucht im Anslande. Der Er^lg war so günstig, daß er dieses Ministerium veranlaßt, im Interesse der Heranbildung weiterer Lehrkräfte, welche für den Unterricht in Gemüsebau und Samenzucht an noch so vielen unserer einheimischen landwir.hschasrlichen Lehranstalten, Mittel- und Ackerbauschulen ganz fehlen, auch Heuer wieder zwei solche Reisestipendien auszuschreiben. Auch diesmal wird der Reisebetrag auf je 800 fl. und die auf die Reise zu verwendende Zeit auf mindestens ein halbes Jahr festgesetzt. Die Stipenvisten sollen an solchen Orten des Auslandes, namentlich Norddeutschlands, wo diese Kulturzweige in größter Vollkommenheit betrieben werden, Bodenverhältnisse, Kultur und Aufbewahrung der zur Samengewinnung bestimmten Pflanzen, Kultur und Ernte der Samen im großen Maßstabe, deren Reini-gnng und Aufbewahrung, Schätzung und Bestimmung des Marktverkehrs derselben studireu, sich in Bezug auf den Samenhandel so weit insormiren, als sür den Produzenten zur guten Verwerthung seiner Erzeugnisse nothwendig ist. Die gewonnenen Erfahrungen sind in Berichten niederzulegen, welche zur Veröffentlichung kommen. — (Aus dem Amts blatte der „Laib. Ztg.") Kundmachung betreffend die Aufnahme von Zöglingen in die Marine-Akademie zu Fiume. — Lehrerstelle in Göttenitz, Bezirk Gottschee. Bewerbungen binnen 6 Wochen an den Bezirksschulrath. — Kundmachung des GebührenbemessungSamtes bezüglich der durch Reichsgesetz abgeänderten Einzahluugstermine des GebührenäquivaleuteS. — Kanzlistenstellc beim Bezirksgerichte Kronau zu besetzen. Bewerbungen bis 26. d. M. an das Präsidium des Landesgerichtes hier. — (Oesterreichs Aufgaben im Süden.) Herr Alois RadicS, der im „Ung. Lloyd" „ijnsere Aufgaben im Littorale" bespricht, sagt u. a.: Es leidet keinen Zweifel, daß das Emporium des ungarischen Littvrales nach Eröffnung der St. Peter-Fiumaner und später der Karlstadt-Fiumaner Eisenbahn einen beträchtlichen Theil des jetzt über Triest nnd über die ZollvereinSgreuzen gehenden Waarenverkehrs an sich ziehen werde. Doch indem Fiume in dem Momente, wo es mit dem Eisenbahnnetze des ungarischen Staates verbunden wird, sein natürliches und rechtmäßige- schniiedcn, wenn sie in die Enge getrieben werden? Erbthcil, die Vermittlerrolle im selbständigen Seehandel de» Landes übernimmt, beeinträchtigt es hiedurch weder Triests, noch des Zollvereins Verkehrsinteressen, da beide die Mittel haben, sich je früher gehörige Entschädigung in anderer Richtung zu schaffen. Den überwiegenden Theil jenes Waarenverkchres, den die Rivalin der Semmeringbahn, die Brennerbahn, Triest entzog und an Venedig auslieferte, kann jenes gar bald wie-der zurückgewinnen, und der wird wohl stets aufwiegen jenen Waarenverkehr, der aus dem ungarischen Staatsgebiete in naturwidriger Richtung und fomit zur beträchtlichen Schädigung der wirtschaftlichen Interessen des Landes unter Vermittlung des enlsernter gelegenen Triester Emporiums dem internationalen Handel übergeben wurde. Die Rudolfsbahn, die bei Linz an die Elisabeth- und bei Bruck an die Südbahn sich anschließt und außerdem bei Villach die Kanisza-Pragerhos-Biarburg-Villach-Brixen - Schweizer Bahn mitten durchschneidet, darf ja ohnehin nicht eine Sackgasse bleiben und muß sich darum durch den Ausbau der Predilbahn bei Triest an das Küstenland anschließen; andererseits dürfen wir auch nicht in Zweifel ziehen, daß der gegen Laibach abzweigende M- gel der Rudolssbahn binnen kurzem einen Bestandtheil der über Konstantinopel gehenden kürzesten indisch- europäischen Postroute zu bilden berufen sein werde. Für die Waarenmasse, welche Fiume dem Zollvereine entziehen wird, wird Deutschland reichliche Entschädigung finden zur Zeit der Eröffnung der Gotthardbahn, die, gerade in der Mitte zwischen der Mont-CeniS-und der Brennerbahn gehend, in geradester Richtung Genua, diesen Hafen ersten Ranges mit den bedeutend sten Seehandelsemporien Deutschlands, mit Hamburg und Bremen, verbindet. Diese Linie, die sür die ge nannten Emporien den kürzesten Weg des süd- und ostasiatischen Weltverkehrs bilden wird, durchschneidet zugleich die große internationale Linie des europäischen Kontinentes, welche den atlantischen Ozean über Paris, Wien und Pest mit dem Schwarzen Meer verbindet, und wird somit hinsichtlich ihrer Bedeutung sür den Weltverkehr die zweiie Linie Europa's sein. — (Für Damen.) Die Frühjahr-und Som-mersaison ist vor der Thüre, und mit ihr treten an die Damen die gewichtigen Toilette-Fragen heran, unter wel che» gewiß die Hutfrage einen hervorragenden Platz ein nimmt. Um »NN den Damen einigermaßen behilflich zu sein, machen wir sie auf einen soeben erschienenen Preiskonrant der Antonia Morgeneier in Wien, VII., Neubaugasse 34, aufmerksam. Der vielseitige Inhalt des reich illustrirten Kataloges verdient wirklich eine eingehende Berücksichtigung. Wir finden in demsel Ken Frühjahrshüte aus Krepp, Seide und Spitzen, wie auch Strohhüte der verschiedensten Gattung und Form. Ferner die unterschiedlichsten anderen Damenartikel, Wäsche, Blumen, Lchmuckscvern, in- und ausländische Kleider.. Sammt- und Seidenstoffe rc. -c. Als eine große Annehmlichkeit wird uns der ilmstand angerühmt, daß man sich in dieser Handlung ganze Toiletten ansertigen lassen kann, zu welchem Zwecke dem Preiskourant ein Eentimeter-Maß beigegeben ist, und daß, wenn dieses nicht gewünscht wirb, auch Schnitte sowohl sür ganze Anzüge als auch sür einzelne Theile derselben zu ganz billigen Preisen zu beziehen sind. Verstorbene. Den 9 APri l. Dem Johann Mohär, GreiSler, sein Kind Josef, alt 3 Jahre und LI Tage, in der Gradischa-Vorstadt Nr. 5,4 an der Dlphleritis. Witterung. Laibach, 10. April. Nachts sternenhell, starker Reis. Morgens dichter Nebel. Vormittags halbheiter, Nachmittags zunehmende Bewölkung. Kalter Nordwind ziemlich stark. Temperatur: Morgens 6 Uhr — 0.3", Nachm. L tlbr-j- 12.6 6. (I-<71 s-16.3"; 1870-s-16.0''.) Baromerer im Stcigen 7!>2.73 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -4- 8.2", um 0.8° über dem Normale. Dcr gestrige Niederschlag 3.75 Millimeter. Gedenktafel über die am I 2. April l 872 stattfindendcn Lizitationen. I Feilb., Raker'sche Real., Forst, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb., Slanc'scbe Real., Nrasenbrnnn, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Oberstar'sche Real., Rakitniz, BG Reisniz. — 3. Feilb., Enk'sche Real, Schwarzenberg, BG. Jdria. — 2. Feilb., Trotnik'sche Real., Godoviz, BG. Jdria. — 3. Feilb., Sadar'sche Real., Denüchdors, BG. Seisenbcrg. " 2. Feilb., Paulisic'fche Real., Brezje, BG. Tschernembl. Pcft, April. In beiden Häusern des ungarischen Reichsralheö wurde anläßlich der Verlobung der Frau Erzherzogin Gisela die Entsendung von Glückwunsch-Deputationen an das allerhöchste Kaiserpaar beschlossen. Prag, 9. April. Das „Prager Abendblatt" meldet: Kardinal Schwarzenberg ist heute nach Wien gereist und dürfte sich in den nächsten Tagen ans kaiserliche Hoflager nach Ofen begeben. Fulda, 9. April. Morgen beginnt die zwei tägige Konferenz der preußischen Bischöfe unter Vorsitz des Erzbischoses von Köln. Dresden, 9. April. Der König und die Königin von Sachsen reisen morgen über Baiern uud Tirol zum mehrwöchentlichen Aufenthalte nach Riva am Gardasee. Ich beehre mich dem p. t. Publikum und Eltern anzu-zeigen, daß ich mit I'> d. M. einen dreimonatlichen Turn-kurs für Knaben, Mädchen uud Erwachsene beginne. Ausnalmie iäglicti von t l bis 12 Uhr Vormittags i» der Vereinsturnschule des„Sokol," Gradischa Nr. 41, ebener Erde rechts. Hochachtungsvoll 4uxii8l ^tlnveixei, (203 -1) Turnlehrer und prakt. Arzt. Wiener Börse vom S. April. cricLLrLiki-xrcLA. ! jpsre.Rente, ösk.P.'.v. dto. öst.inEl'-V. von 1854 . . . 'ürL von 186V, von 186V. F Hr. Aramiensch. v. LLii4 - ^:crermark zu 5^:. Kärnten, krarn u. Küstenland 5 § r^zarn. . zu!» , Zroat. u. Slav. 5 § Lr-^nbürg. „ 5 « Nanonalhau! . 2nion-Bank . . . Lrediranstalt . N S. L/s Unn!i.'-öHrrr. Ä.u: - Oen. Boseucrel:.-^. HYPotb.-B.r-.i Hr-.ier. H-i'comkr. N». franko - Austria . Kais. Ferd.-NoroU. L?.dvabn Gesellsch. 8ürl-2ndn>r>;^..^u Tr-benb. Ei'env.ikn .> HraatSbahn. . . . ?.,il.Hrnnz . .vünsr.-Barcier / LUöld ^Zrum. Bahn . Geld 64.12 70.- »3.50 102.— 123.— 147.- Ware l .20!!I-üö. .7YPr.'Lh.»^uk L5 : .25 <100^. CM ) ^ieb.-B.(200 il. L.W HtaarSbahn Pr. Stück 90.- 91.— Slaattb. vr. St. I8>i7 Rudo»f4b.-300 ft.o.LL ) Hrauz-Ios. (Ll, »ft »S ) 85.75 82.L. 83- -78.- .75 Geld Ware 95.50 96.- 112.— 112.52 ^30- 232 102.- 102.20 93. - 94.-131.- 13150 128. - 120.— 94. 94.50 90.25 99.75 ^5 836 3l4 338.50 965. -322. -278.- 98.- 262. 141.25 220t'. 199.30 246.75 254.50 184. 382.» 208.50 191. 182.— 838 8!4 339 970 322 280 102 263 141 22V 100 247. 255. 185. 383. 209. 195 182 .56 Cresu 100 ft. Rv 7r-..-Daui-sis."^s loo st. n.. -Bod.>Credita:Ni ! 90.75 9l. - !LO>»^rar.<^'r<'^ . '1üa.öft.Bod.°2re-i. 106.25 —. . >ty. 'N SN:s.r«t§r >89. > 89.50i-)U^^r 185.— 186.— !»0.50 1L0.50 1L1.L0 58. 5V. 31.50 3it 40 41 - 28.50 ^9 36.— 38 29.- 30 24. - 25.-22 50 23 16-- 17. 14.50 15 93.— V3 10 ;»3.1N V3.20 110.30 110 40 43 55 43.60 5 28 5.30 8.K2 8.82 1.64 > 1 65 108 25 108.50 L LL-ö 8 «L- ^ »c» ! Aonnersiag den ll. d. W., Nachmiilags 3 Mr» wird am lziefigeu Bahnhöfe eine Par.ie von zirka 200 Strick zweijähriger, hochstämmiger, veredelter Di nu n- und Aepfcl- Vanmc im Lizitationswege veräußert. (20>) K. k. prw. Südbahn-Gesellschaft. Freiwilliger Telegrafischer KurSberi cht der Filiale dcr Sleieniuirir. Gsluimpttl>anll in Laibach, von der k. k. öffentlichen Börle' i^l Wien am 10. April. Schlüsse dcr Mittagsbörse. 5perz. Metalliques mit Mai- uud November Piusen 63 9!>. — Sperz. '^alivual Auleheu W.85. — l8l>0er Staats-Anlehen 101.75. — Bankaktien 831. — Kredit 33. -Analobank 314.50. - Frankobank IM.- . — Lombarden >07.—. - Unionbank 310. —.— Wechslerbauk 3'>9 —. — Baubank 125.80. — Anglobauban! —. — Wechölerba» bank —. — London l tO. tO. — Silber 108.35. — K. l. Milnz-Dnkaten 5.29. — 20 Frank-Stllcke 8.85. Die dem iycscrtigtc» <,rl,vrigen, in 8i»r> s» »ud SV gelegenen Ncalttkiteli, beslebeud aus eineui gemauerte» Wvinchauie. StailuugeN, Dieschbodeu uu^ Hauoaarleu, feruer a»S Wiese», Alckern uud Hochwald, werden am L8. AprU L. I. Vormittags 9 llbr iu Oberschischl^i iai LLege dcr sreumllige>> öffentlichen Bersleigeruug parzelleuweise au deu Mcistbic' lenden gegen vorlbeühasleBedingungen hinlaugegcbcn werdei' Die uaheru Lizitaliousbedinguiffe könne» i» dcr An>^ kanzlei dcs l. k. N lars Herr» i-S,-. SS. tznipx»»»,« t'" gcsche» werde». ^aidach, am 29. Mlicz 1872 <179-2, soeben eiiigetrvffen. ^ aus diese ni'chlühest " reichbaltigste Daineuzeiliuig werden fortwährend angciw ineu, per Vierteljahr ,'i I fl. 50 kr, mit Postverse» I sl. 8l! kr. bei Hanptpla^ 280. ^ ^ Cbeudaseibst stnven i,n-l»crc Judivldueu, , jiiim Vertriebe von lüerarischc» ViefcruugSwerlcii elgm" daucrndc Bcschüstignng. (200-^ Sonntag den 28. April d. I., früh 9 Uhr, 1, der Lnibacher frcimilligcn Fcucrwehr im Aragisttatsaale. I. NechcnschMbericht; 2. Kassebcricht; 3 Bcricht dcr Rechnnngs Äicvisvren: 4. Antrag ans Acndcrnng der Statuten; 5. Anträge der Mitgtic-dcr (welche 8 Tage vor der (Äeneralversammlung beini Ausschüsse schriftlich einzubrittgeu Generalversammlung sind); 6. Angelobung der Mitglieder; 7. Wahl des Ausschusses. (2061 Kmidlimchuilg. Tie Insasse» von Lengenfeld nnd Moislrana in Obcrkrain bcabsichtigcn >l>" ^ eigenthitmlichen Wald, nnd Weidegriindc im Gesammlslächenmasze von beiläufig ^0" individuell zn vertheilen, und wünschen zn diesem Ende mit einem (Neoinelcr Z" , diren. Jcuc Gcomctcr, welche diese Arbeit zn ilberneinnen Willens sind, wollen '"fresst träge unter Bekanntgabe der Bcdinglingcn, il bis !!0. Mai an dcn Gemcindevorstand ihrcr Nesercuzcii nnd dcr genauen von Lengenfeld übermitteln. Gemeindtvorstehnng lengenfeld am -1. April 1872. Vcuck vo« 4-n. v.