m Aaii^irirfi'■<*< < ummMv.wt ih i (m Mtjjuiifche MiffitmpZtitfchrtft der Sühne de^ heiligsten Herzens Jesu. ....—: ©rgaii deK Marken-VereknK für Afrika. —.- ■ Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltäter,, den apostolischen Legen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwiirdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post 2 K — 2 Mk. — 3 Franken. Redaktion und Administration: /Dissionsbaus Milland bet Drtren, Tirol. =......................................... Inhalt: — —-■ ..... = Fortschritt im Sudan 2b. — Rätsel der Schillukneger 32. — Aus dem Missionsleben: Das Katechumenat in Wau 33. — Unterhaltungen der Schilluk 38. — Gedankensplitter 40. — Unterhaltendes: schwarzes Elfenbein 4L. — Eine Durchquerung Afrikas im Automobil 46. — Die erste Seligsprechung eines Negers 47. — Wo bleiben die Manner? 47. — Ein Schwabenstücklein 48. — Warum der Hase eine gespaltene Nase hat 48. — Ein eigenartiges Erziehungsmittel. — Heiteres 48. Abbildungen: Im Missionsgarten von Attigo. — Sagha ober Wasserträger in Aegypten. — Wasser-trägerinnen in Aegypten. — Boot aus Ambasch am Nil. — Schilluk-Musikant. — Schiff der Schilluk auf dem Nil. — Ein arabischer Scheich. — Gazellen auf der Weide. Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften» Der beichtende Christ oder: Wie löst man Gewissenszweifel im christlichen Leben? Von P. Fruc-tuosus Hockeumaier, Priester der bayerischen Franziskanerordensprovinz. Nebst einem Anhang der täglichen Gebete. Neunte, verbesserte und vermehrte Auslage in kleinerem Formate. 43. - 52. Tausend. Kirchlich gutgeheißen. 620 S. Größe 131 .XS1/-, cm. Gebunden in Kunstleder mit Rotschnitt Ms. 2.— = Kr. 2.40; Kunstleder. Goldschnitt Mk. 2.20 = Kr. 2.65 ; Leder, Goldschnitt Mk. 3. — = Kr.3.60. „Der beichtende Christ" ist in der Tat geworden, was er sein wollte: ein unentbehrlicher Freund, sicherer Führer und treuer Berater aller erwachsenen Christen, ein Gewissens- und Seelenlexikon. „Die christliche Mutter", Halbmonatsschrift zur Erbauung, Belehrung und Unterhaltung, redigiert von Pfarrer Dr. Franz Keller. Jährlich 24 reich illustrierte Hefte, 32 Seiten stark, in farbigem Umschlag. Preis pro Jahr Mk. 3.60 durch den Buchhandel und durch die Post, direkt per Kreuzband von dem Berlage Alphonsus-Buchhandluug, Münster in Wests.,Mk. 4.80, halbjährl. Mk. 1>0, resp. Mk. 2.40 Zu Beginn des neuen Jahres kommt uns das erste Heft einer neuen Zeitschrift mischen Redaktions-tisch geflogen, das wir eigentlich unbeachtet zur Seite legen wollten. Doch, der Titel packt uns. „Die christliche Mutter", Halbinonatsschrift zur Erbauung, Belehrung und Unterhaltung. Also nicht eine Zeitschrift vom Schlage der gewöhnlichen Unterhaltungsschriftcu, sondern eine, die sich in den Dienst der katholischen Mütter stellen will, um in positiver Arbeit ihnen das zu bieten, wessen sie bedürfen für ihr eigenes wie auch ihrer Familie leibliches und geistiges Wohl. Aut zum lkrreuzzug: „Gott will es!“ betitelt sich ein herrliches, farbiges Kunstblatt nach bent Gemälde von Rosa Wichtl, das dem glänzend ausgestatteten Heft 1 des 17. Jahrganges der beliebten Familienzeitschrift „Ave Maria" (Preßverein Linz, jährlich 12 Hefte, Kr. 1.84, nach Deutschland Kr. 2.52) beigelegt ist. Wir empfehlen diese Zeitschrift, die in 20.000 Häusern seit vielen Jahren ein unentbehrlicher und gern gesehener Hausfreund geworden ist, allen Familien auf das wärmste. Die frisch geschriebene norwegische Reisebeschreibung des Redakteurs ist mit sieben in mehreren Farben gedruckten, einzig schönen Illustrationen geschmückt. Vom weiteren Inhalt heben wir hervor: „Der Engel des Herrn und das Aveläuten" von Johannes von Dornach, „Mariä Vermählung" von E. Engländer, „Der neue Bischof und der neue Dom", „Der Tharerwirt von Tirol und sein Opfertod" von Liensberger, die Beschreibung der Wallfahrt Maria Schatten zu Lausen, „Marien-Küustler" von Mittendorfer, „Aus dem Heimatlande Rudigiers' von Walser, „Die Legende vom Moosröschen" von Krafft, ..Ahasver" von Rodler (mit Illustrationen), „Humor in den altdeutschen Weihnachtsspielen", „Eine Wunderheilung nach der Uhr", „Maria und die Bäume" von Pesendorfer ic. Probehefte können gratis vom Preßverein in Linz bezogen werden. Wir bitten, für diese Zeitschrift, deren Reinertrag dem Linzer Dom gehört, eifrig zu agitieren. Gleichfalls empfehlen wir das „Biifabethblatt“ (Verlag Preßverein Linz, jährlich 12 Hefte, Kr. 2.24), eilte überaus reichhaltige, alle praktischen Bedürfnisse der Frau berücksichtigende Zeitschrift. 'gßriefäaften der Wederktron. H. in ID. Zu Ihrer Freude kann ich Ihnen mitteilen, daß die neue Kirche in Khartum bereits angefangen wurde zu bauen; ob die vorhandenen Bausteine genügen, ist eine andere Frage; ich glaubenicht. Nach Klepsau. Der Betrag per Post ist richtig angekommen und verbucht. Herzlichen Dank. Das andere ist besorgt. — Isidor — o Wunder — schrieb einen Brief narti 4Jahren, hoffentlich folgt noch mehrgn Bälde. Ausländer, besonders Abouuenten aus der Schweiz, zahlen der Bequemlichkeit halber am besten mit Briefmarken. Mehreren sei auch an dieser Stelle gedankt für die Weihnachtsgabe, welche sie auch dieses Jahr uns sandten. 599. Der Betrag wurde nach 1. Dezember verbucht. Daher erst diesmal ausgewiesen. P. h. in T.? Hoffentlich am Bestimmungsorte. Dank und Bitte! Aber recht bald. Gruß an alle dort. Student Ant. Arinner. Brav so! Als eifriger Förderer mit 43 Abonnenten verdient Ihr Name hier zu stehen. Gott vergelte es reichlich! Seminarist in lü. Der Abonnementsbetrag für Deine Klienten ist knapp bemessen, dort) gibt die Zahl aus; hoffentlicli wird dadurch and) anderes bezweckt. Unsere Briefmarkensammler Bitten mir, die Marken vom Papier nicht loszulösen, weil sic leicht beschädigt werden, sondern mit einem Papierrand auszuschnciden. Redaktionsschluß: 10. Jänner. lsathlllischeMisswnsMtöchnst üerZghne des helligstenherLms Jesu' (Organ des lltarim-Wreins für Hfrika) Dient vornebmUdb der Unterstützung und Ausbreitung der stbistionstätigkett der Söbne des beiligsten Derzens Sefu und strebt Verständnis und werktätige Liebe des Misstonsvverkes in Wort und Schrift zu fördern. Das HrbeitsfelD Dieser ^Missionare ist der Sudan (Lentral-AMKa). Der „Stern der Neger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Brixen (Südtirol) herausgegeben. Bbonnementsprds g-mzjsbrig mit ©oftversen&ung IRv. 2.—, jfr. 3.—. Der Heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt. Für die Wohltäter werde» wöchentlich zwei heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten pon Brixen. Brünn. Leitmeritz. Linz. Olmütz. Marburg. Trient, Triest und Wien. Ibeft 2. februar 1910. xin. Zabrg. ^Fortschritt im Subaru von-Docbw. P. Mlilbelm Dotmasr F. S. C. Nil novi sub luna - nichts Neues unter der Sonne — Hut einst ein alter Heide gesagt und auch recht gehabt; doch würde er heute leben, müßte er seinen Ausspruch etwas näher bestimmen. Wohl ist der Mensch derselbe geblieben, doch haben seine Werke einen Fortschritt genlacht, besonders dort, wo Klima, sonstige Umstände und die Notwendigkeit ihn gezwungen haben, die erste Robinsonsche Stufe zu übersteigen. Jetzt gilt als Losungswort „Fortschritt" auf der ganzen Welt mehr als je und wenn der Sudan bisher noch immer der Widerspenstigste gewesen, hat er sich endlich dem allgemeinen Aufrufe ergeben müssen. Nachdem Exzellenz Sir Reginald Wingate, gegenwärtig Generalgouverneur des Sudan, den Khalifen Abdullahi bei Om-Deberkat am 24. November 1899 endgültig geschlagen hatte, konnte der Sudan erst als vollständig offen und sicher betrachtet werden. Seinem alten Herrscher, dem Khediven von Ägypten, unter englischem Protektorat, zurückgestellt, nahm er nun einen gewaltigen Aufschwung. Fortschritt ist Überlegenheit, ist Macht — das hat sich hier in.Afrika im kleinen wie in Europa im großen Maßstabe bewahrheitet. Der Mahdi war ja nur gekommen, wie er selbst gestand, zu zerstören, was Fremdlingshand aufgebaut hatte. Aber durch Unordnung läßt sich kein Reich regieren. Völlig abgeschlossen, lute er sein wollte, von all der Zivilisation der europäischen Kolonien, die ihn umgaben, konnte er nicht lange bestehen. Zuerst brachen innere Zwistigkeiten aus, bis ihm der äußere überlegene Gegner den Todesstoß versetzte. Von dieser Zeit an, so abgeschlossen der Sudan früher war, lag er mm offenjedemFremd-ling, jedem Arbeiter, den Touristen, wissenschaftlichen Forschern und dem Handel. Zehn Jahre sind es nun, seitdem der eigentliche Aufschwung datiert, eine kurze Zeit für die Evolution einer kleinen Welt, sehr kurz für die Geschichte von Nationen. Eingeteilt ist das ganze weite Gebiet des Sudan in 13 Provinzen. Jede derselben erreichte, dank der erprobten Tätigkeit, Geschicklichkeit und des Scharfblickes der Engländer für alles, was zum Kolonisieren gehört, einen relativ hohen Grad von Zivilisation. Bewunderungswürdig im ganzen Sudan ist nun die Sicherheit — wo sie nicht war, wurde sie hergestellt, und wo sie schon war, vervollkommnet. Eine Anzahl Polizisten wurde herangeschult, teils um in den Städten, Stationen, oder durchs Land reisend, jede auch nur die geringste aufrührerische Bewegung sofort der Regierung ju hinterbringen. Schon im Jahre 1904 schrieb der Generalinspektor des Sudan, Baron von Slatin Pascha, an Lord Cromer: „Wäre es nicht, um sich vor den wilden Tieren zu schützen, ich glaube, ich könnte den ganzen Sudan durchwandern, ohne irgend eine Waffe mitzunehmen." Einer solchen Sicherheit geht naturgemäß schon eine völlige Unterordnung der verschiedenen Volksstämme voraus. Tribut wird nun schon regelmäßig von den meisten Stämmen geleistet, ausgenommen üöit den wildesten und entlegensten, wie Deuka, Nuer und im Darfor. Um bei diesen eine systematische Zergliederung zu schaffen und demzufolge Unterwürfigkeit verlangen zu können, muß zuerst innere Ruhe und Ordnung hergestellt werden. Eine natürliche Folge der Ordnung und Sicherheit ist der Ban der das Land durchquerenden Straßen, seien es Wasser- oder Karawanenstraßen, Schienenwege oder Pfade. Auf diesen zieht die Zivilisation gleichsam in vollem Marsche ins Land: es regt sich der Handel, Produkte des Südens werden ausgetauscht mit denen des Nordens, es werden Gebäude aufgeführt zur Zierde und Schönheit und zugleich zum Wohle des Volkes; auch dem Elend wird gesteuert, Recht und Gerechtigkeit gesprochen und ein Heer zur Ordnung und zum Dienste aufgestellt. Kara-wanenstraßen haben dein Sudan nie gefehlt, nur sind sie nun etwas mehr angewachsen, seitdem die Produkte des Binnenlandes großartigen Umsatz finden. Datteln — ans Dongvla sind ja bekannt — und eine Art Leinwand (damur) sind es, die besonders auf diesen Wegen zur Ausfuhr gelangen. Größerer Verkehr herrscht ans den Wasserstraßen. Eine ganze Menge einmastiger Barken der Eingeborenen schwimmt tagtäglich auf beiden Nilen auf und ab. Ihre Last besteht aus Holz, Fellen, Elfenbein, Gummi und Rindern. Zn diesen Barken gesellen sich noch die vielen Regierungs- und Kompanie-Dampfschiffe, die sich in großer Anzahl in den regelmäßigen Verkehr teilen. In Khartum allein sind bereits vier Kompanien vertreten, deren jede über 10 bis 15 Verkehrsdampfer verfügt. Das größte Hindernis ist bis jetzt in dieser Beziehung noch immer der Bahr-el-Ghazal geblieben, der, während der Regenzeit ohne besondere Strömung durch den steigenden 9M zurückgehalten, sich mit Grasinseln dermaßen anfüllt, daß es selbst den schwersten Schiffen unmöglich oder nur sehr schwer möglich ist, durchzukommen. Dadurch bleiben die vielen Reichtümer .dieser Provinz dem Handel verschlossen. Auch gegen diese Schwierigkeit hat man bereits Vorsorge getroffen. Gegen-wärtig liegt in Khartum-Nord eine gewaltige Vorrichtung — ans zwei Armen bestehend — einem Kranich ähnlich. Dieselbe ist ans einem Dampfer untergebracht und wird mit Dampf betrieben: sie soll mit ihren „Krallen" die Grasinseln aufheben, beiseite legen und auf diese Weise den Weg öffnen. Der Dampfer soll bereits im Jänner 1910 seine Probefahrt machen: von deren gutem Erfolg hängt auch viel das Vorandringen unserer Mission ab. Gleichen Weg mit dieser Wasserstraße sucht auch der Schienenweg einzuhalten. Kaum warder Sudan eröffnet, so wurde auch schon die Eisenbahn Wadi-Halfa, Abu-Hamed bis Atbara gebaut, die dann später eine Fortsetzung bis Khartum erhalten hat. Nun ist auch schon die große Brücke über den Blauen Nil fertig und die Bahn bereits meilenweit vorwärts gerückt, bis sie, was hoffentlich nicht mehr zu lange dauern wird, endlich im Kordofan anlangt, um den ganzen Reichtum des Binnenlandes in Verkehr umzusetzen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Strecke Port Sudan-Atbara, eine Linie, welche auf dem ganzen Gebiet und selbst nicht einmal im Ausgangspunkt genügend Süßwasser zur Verfügung stellen kann. Es muß also, um die dort täglich durchgehenden Züge speisen zu können, alles vom Nil mitgenommen oder mühsam mt§ Brunnen herausgeschöpft werden. Außerdem ist diese Strecke, da sie sich die Hälfte Weges zwischen den Bergen herumschlängeln muß und dabei eine ziemliche Höhe erreicht, vielen Schwierigkeiten ausgesetzt, die noch immer kleine Störungen verursachen, bisweilen auch monatelang die Verbindung unterbrechen. Ihren höchsten Punkt erreicht die Strecke in Summit — wie der Name schon sagt: Spitze — von wo ans die Straße nach dem berühmten Erkowit führt. Nach sechsstündigem Marsch von Summit aus — entweder zu Kamel oder mit Kutsche — zuerst über braunen Sandstein, dann durch Schluchten und endlich über Anfänge von vegetarischem Leben, sieht man in üppiggrüner Vegetation in einer Mulde das herrliche Tal, das afrikanische, sudanesische Paradies liegen, das Phantasie, Geist und die Lunge erfrischt, besonders wenn man aus dem Dampfkessel des Roten Meeres herauskommt. Herrliche weiße Steingebäude sind da wie Schwalbennester zwischen vielen Kakteen, Euphorbien und Laubbäumen in die Felsen hineingemauert, andere geben nur durch ihr rotes Dach aus dem frischen Grün heraus Zeichen eines Daseins oder erheben sich hoch auf Hügeln, von Bäumen eingesäumt, wie eine Krone auf dem Haupt einer wohlgeschmückten Braut. Unten im Tal, auf einer kleinen Anhöhe, liegen die weißgrünen Beamtenhäuser in regelmäßigen Abständen wie weiße Blumen auf grünen Grund gestreut — alles Arbeit weniger Jahre und ein Zeichen des Fortschrittes im Sudan. Sicherlich wird auch nach Erkowit bald eine Abzweigung der Bahn erbaut werden, was dann sofort eine größere Zuströmung jeden Standes während des Sommers von Nord und Süd zur Folge haben wird. Gar nicht zu erwähnen ist das Telegraphennetz, welches nun, selbst die unwirtlichsten Gegenden passierend, bereits den ganzen Sudan kreuz und quer verbindet. Ebenso ist der Postverkehr immer mehr in Ausbreitung begriffen. Naturgemäß mußten sich der neue Aufschwung und die neue Tätigkeit irgendwo konzentrieren, um so in Verbindung mit der Bahn Absatz ins Ausland zu finden. Demzufolge entstanden verschiedene Punkte je nach der Lage, größere oder kleinere, als Zentrum des Handels und viele warten nur noch die Beendigung der Bahn ab, um dann auch in ihre Reihe einzutreten. Als erster Handelspunkt darf wohl unbestritten Omdurman gelten, wo hauptsächlich Umtausch mit den Produkten des Auslandes stattfindet. Elfenbein, Straußfedern, Damur, Simsimöl, Datteln, Durra sind besonders Produkte, welche vom Inland in Betracht kommen. Auf den Ruinen des alten Khartum ist eine nette, herrliche Stadt entstanden: Paläste erheben sich aus den Schutthaufen, Garten-anlagen, Klubs, Hotels, Kasernen, Regierungs-gebäude sind wie aus dem Boden gewachsen. Omdurman hat das Monopol des Handels errungen: Atbara ist einstweiliger Hauptpunkt der Bahn geworden. Suakin, der alte Hafen, war in seiner Ausdehnung begrenzt, sein Zugang seit Anwachsen des Schiffsverkehrs zu gefährlich und so wurde denn eiueKommissiou zur Aufsuchung eines anderen Platzes eingesetzt, die einstimmig die Stelle des Grabmals Schecks Borghout (buchstäblich Shrimps) erwählte, und so ist nun wie eine Nymphe aus dem Wasser Port Sudan auf seinen unsicheren Korallen entstanden und harrt nun seiner endgültigen Vollendung entgegen Natürlich ist auch für den Sudan die ägyptische Geldkrise nicht ohne Nachwirkung geblieben und überall mußte demzufolge die Arbeit eingestellt werden Doch ist das nur von vorübergehender Bedeutung und bald werden die Mittel wieder aufgefunden sein, um weitere notwendige Ausgaben bestreiten zu können. Die Irrigation-Kompanie, deren Aufgabe es ist, das Steigen und Fallen des Nils zu beobachten und dadurch die Bewässerung der ganzen Nillandschaft zn regulieren, hat nun bereits, wie auch die meteorologische Anstalt, in allen Winkeln schon ihre Stationen aufgestellt. Anpflanzungen, besonders für Kautschuk und Gummi, wurden bereits eingeleitet. Wie für das weitere, so wurde auch für das nähere Wohl des Sudan Sorge getragen. Der Sklavenhandel, der einst hier so in Blute stand, ist als abgeschafft zu betrachten, obgleich dann und wann. Schmuggel getrieben wird, besonders an der Küste des Roten Meeres nach der Türkei, was der Regierung auch unmöglich ist, gänzlich abzuschaffen. Wie ganz unmenschlich da einst die ägyptischen Beamten besonders am Weißen Nil gehandelt haben, erhellt aus dem Rapport des Gouverneurs Matthews an Lord Cromer: „Die Methode", schreibt er, „war äußerst einfach. Sie plünderten alles, wessen sie habhaft werden konnten an beiden Ufern des Nils, jedoch immer auf eigene Rettung bedacht. Zuerst begannen sie mit einer systematischen Einsackung des Getreides, darauf folgte ein vollständiger Raub am Viehstand und zuletzt führten sie ihnen noch alle Kinder weg. Als darauf die Einwohner, um wenigstens ihre Nachkommenschaft zu erhalten, ein Bündnis mit der Regierung eingingen, wurde dieses nur noch zu größeren Abscheulichkeiten mißbraucht." — Eine mildere Art des Sklaventums besteht heute noch, nämlich das Haussklaventum, das aber ebenfalls mit dem Aussterben der mahdistischen Sitten dem Ende entgegengeht. Dieselbe Sitte herrscht noch bei. unseren Schilluk, wo sie erblich ist. und mehr auf die dort waltenden Gebräuche als auf das persönliche Wohl Einfluß hat. An jedem größeren Ort ist nun auch ein Hospital errichtet, worin alle Arten von Krankheiten und alle jeden Standes gepflegt werden. Um sich immer mehr von Ägypten unabhängig zu machen, wird nun auch große Sorgfalt auf die Ausbildung der Söhne des eigenen Landes verwendet. Zu diesem Zweck wurden bereits überall Schulen — seien es Privatoder Regierungsschulen — für alle Farben und Nationen errichtet. Als Alma mater soll da für den Sudan das Gordonkolleg gelten, worin außer den Hauptfächern Arabisch, Englisch und Mathematik noch alle anderen Nebenfächer gelehrt werden. Man sieht also aus diesen und vielen anderen Einrichtungen, wie hoch sich der Sudan in diesen letzten zehn Jahren emporgeschwungen. Es schuldet das der Sudan der Willenskraft und Energie der Engländer, denen es in so kurzer Frist und unter so schwierigen Verhältnissen nie an Ausdauer gefehlt hat. Das hervorragendste Verdienst daran gebührt unstreitig Sr. Exzellenz dem Generalgonverneur Sir Fr. Reginald Wingate, der sich in allen Kreisen einer besonderen Beliebtheit erfreut. An ihm wird nicht bloß der ganze Sudan, sondern auch besonders unsere Mission einen warmen Freund und Gönner verlieren. * * * Gleichen Schritt mit dem Aufschwung des Sudans in materieller Beziehung hat auch die geistige Organisation gehalten. So Heft 2. Stern der Neger. 29 verhaßt, verboten und verfolgt noch vor elf Jahren jede christliche Religion war, so großer Freiheit und Rechte erfreut sie sich jetzt. Alle die vielen Stämme, die ausgebeutet, nach Omdurman gebracht und zum Abfall gezwungen wurden, sind nun wieder in ihre Meer und Ägypten umfaßt, alles Bekenner des Islam, und der südliche, welcher mit den Schilluk beginnt und alle die umliegenden Stämme begreift, die noch dem Heidentum ergeben sind und unter sich wie in Religion so auch in Sitten eine sehr nahe Verwandt- em /llMIlionsgarten von Alttgo. Olad) getaner Arbeit hält-Bruder Remigius mit seinen LchilluKKucibeu eine kurze Rast. (Er sitzt auf einem Bündel Ambasch, einem äußerst leichten Holz. 3m Hintergrund der Nil, der dem (Barten seine große Fruchtbarkeit verleiht. Länder zurückgekehrt und wenden sich mit Abscheu gegen eine Religion, die solche Answüchse zu Tage förderte. In Bezug auf Religion war der Sudan von Lord Cromer in zwei Teile geteilt: der nördliche (ägyptische) Teil, der bis Khartum reicht und alle die Araber, Bischarinen und Berberinen von Kordofan bis zum Roten schaft ausweisen. Im nördlichen Teil ist wegen des mohammedanischen Fanatismus jede Art von Propaganda strengstens verboten, wogegen der südliche von Seite der Regierung jeder Sekte offen liegt. Um nun allem vorzubeugen, wurde diese ganze Mission wieder geteilt, wie schon früher im „Stern der Neger" erwähnt wilrde, und der bessere Teil der protestantischen Kirche reserviert, was aber an der eigenen Unlust scheiterte. Unser Gebiet ist groß und die Notwendigkeit, sich dort auszubreiten, noch größer, aber um das ins Werk zn setzen, bedarf es noch großer Hilfe von Seite unserer Wohltäter. Von Seite unserer Missionäre werden viele und harte Opfer gebracht: ungesundes Klima, Mangel oft am Nötigsten und jeder geistigen Aufmunterung: es braucht also Haupt- 5 sächlich der Gnade Gottes und der Hilfe von Seite unserer Wohltäter. Welchen Eindruck das Leben unserer Missionäre auf den Auswärtigen macht, geht aus dem „Rapport 1904" des Gouverneurs des Weißen Nil hervor, indem er sich wundert, wie die Missionäre so Vaterland, Freunde und Familie ganz verlassen können, ein Leben führen voll Beschwerden, um ihr Dasein nur mit einem ähnlichen Tod, wie ; in Luk schon drei stattgefunden, zn beschließen, i Gebe Gott, es möge sich der Wunsch des Fürsten Löwenstein gar bald bewahrheiten: es würde auch zu unserem Besten gereichen! Wie einerseits von den Protestanten hier Propaganda gemacht wird, so haben auch die Mohammedaner sich nicht mit der Defensive auf ihr Gebiet beschränkt. Schon eine Religion, welche der Lüsternheit den Himmel verspricht, braucht unter solcher Atmosphäre nicht lange zn werben, um allgemein befolgt zu werden: andererseits ist jeder Moslem auch ein Apostel und gebraucht alle Mittel, tun die Religion unter den Nicht-gläubigen zn verbreiten. Von den entlegensten Punkten kommen Pilger und Aufrührer und durchziehen den Sudan. Unsere Arbeit ist darum nicht bloß, die Neger von dieser Seuche fernzuhalten, sondern sie der christlichen Religion zugänglich zu machen, und dies darf man in diesen wenigen Jahren als mit Erfolg gekrönt betrachten. So hat sich in der Station Kayango schon eine herrliche christliche Gemeinde gebildet, die nicht bloß äußerlich, sondern mit dem ganzen Herzen an der Religion hängt, um so mehr, als dieses Volk von den Süßig- Sagba oder "Wasserträger in Aegypten. Die Araber schöpfen im Nil das Wasser in ihre Schlänche (Tierhäute), gehen damit auf die Straßen der Stadt und bieten es zum Verkauf an. Es gehört wohl afrikanischer Durst dazu, es zu trinken. fetten des Islam nichts als seine Auswüchse zu verkosten hatte. Groß ist auch die Anhänglichkeit der Dschürn eines Bruderstammes der Schilluk, in der Station St. Petrus Claver. — Aus Vertretern verschiedener Stämme setzt sich die Schule in Wau zusammen; sie lernen dort unsere Mission achten, unsere heilige Religion lieben und schätzen und kehren dann mit dem Samen des Christentums im Herzen als ebensoviele Apostel in ihr Land zurück. Groß waren die Schwierigkeiten unter den Schilluk. Endlich ist nun auch das Eis dieser Herzen gebrochen und der göttliche Same keimt nun und geht raschen Schrittes wie die aufblühende Knospe der Blüte entgegen. Abneigung, Haß und Rachsucht haben sich in Zuneigung, Liebe und Anhänglichkeitverwandelt. Jetzt kommen die Schilluk, wollen sprechen, hören von Gott und der Religion, lauschen stundenlang, gewinnen Achtung und Liebe zum Missionär und tun ihm alles. Drei Dörfer sind bereits in der llmgebung von Lul gegründet, alle drei überfüllt, und viele andere Neger warten noch, um aufgenommen zu werden, um näher beim Missionär zu sein und von ihm zu lernen. Gar s chön ist es und erinnert auch ihre Stimmen erheben und, ohne sich abzuwenden, jeder Handlung bis zum Schluß folgen, mit dem Gefühl, daß da etwas Großes geschehen muß. Tausend Dank sei dafür dem lieben Gott Wallerträgerinnen in Aegypten. Arabische Frauen holen das Wasser in porösen Gefäßen (Iir genannt), um es so zu filtrieren und etwas abzukühlen. an die lieben Berge in Europa, weitn Sonntag morgens vom Palmenbaum herab das Glöcklein über die Dörfer hin ruft und aus den Hütten schwarze Gestalten schweigend zum Kirchlein wandern und dort voll Ehrfurcht sich nieder-kanern, mit den weichen Tönen des Liedes gesagt und mit Vertrauen auf ihn und aus unsere Wohltäter werden wir unsere Arbeiten und Opfer mit Freude und Lust weiter fortsetzen. Omdurman, 23. Dezember 1909. P. Wilhelm Hosma,yr. TRätfel der LckLllukneger. Gesammelt von Docbvv. P. Mlllbelm Wanbolzer F. S. C. (sa>tu&.) 26. Welches ist der Schwarze, der sich ganz von seiner Herrin regieren läßt? — Antwort: Der Kochtopf. 27. Es sitzt tief und reicht doch weit hinaus. Was ist das? — Antwort: Das Auge. 28. Sie ist leicht, der Wind bewegt sie nnd sie trägt doch schwere Lasten. Was ist das? — Antwort: Die Hängematte. 29. Ein nettes Paar: Er läßt alle ein, sie steht unter der Tür und protestiert und doch füllt sich das Haus. — Antwort: Der „Er" ist der Gaumen, die „Sie" die Zunge, das Hans ist der Magen. 30. Was ist das für ein Elefantlein, unter dessen Rüsselchen Bäume krachen und brechen? — Antwort: Das Bek. (Die Elefanten brechen auf ihren Streifzügen junge Bäume von mehr als Armdicke einfach ab, einen nach dem andern, und es entsteht dadurch ein Knicken und Krachen, das man weithin hört: ein ähnliches Geräusch verursachen die Beile, die draußen im Wald Bäume nnd Äste hauen.) 31. Wer ist der alte Mann mit nur einem Stockzahn? — Antwort: Der Nil, der in unserer Nähe nur eine Insel gebildet. Die Insel ist der Stockzahn. 32. Welche Beeren sind eßbar, werden aber nicht gegessen? — Antwort: Die wilden Trauben. (Die Schillnkneger lassen dieselben stehen — wir essen sie und machen Essig daraus.) 33. Es hat uns mit seinen Zähnen gestoßen, während wir im Schiffchen übersetzten. Wer ist das? — Antwort: Das Nilpferd (das den Schiffchen nachsetzt und selbe mit den Zähnen umstößt: Hörner hat es ja keine). 34. Wer nimmt, was er toil! und wo er will wie der König? — Antwort: Der Vogel Strauß. (Er verschluckt nnd verdaut alles, was er in seinen Hals hineinbringt. Wer fängt ihn ein und zieht ihn zur Rechenschaft? Nach dem alten Schillukrecht gehört beweg-liches und unbewegliches Eigentum dem König.) 35. Kennt ihr die Kinder, die mit dein Fluß verschwägert sind? — Antwort: Es sind die Grasbüschelchen (die obenauf schwimmen in den runden Wasserkrügen, damit das Wasser nicht verschüttet. Sie halten zum Wasser, deshalb sind sie nach Schillukbegriffen verschwägert mit dem Wasser). 36. Alle Hausutensilien leiht die Hausfrau ans, nur eines nicht. Was für eines? — Antwort: Den Ring, in dem Wasserkübel stehen. (Er ist in vie Erde eingegraben und hat eine kleine Ausbuchtung nach unten, so daß die gewölbten Wasserkübel (Bormai sicher darin ruhen.) 37. Seine Mutter ist so klein nnd er glaubt, er sei ein großer Herr. Wer ist das? — Antwort: Der Pfahl, an dem die Kuh angebunden ist. (Diese Pfähle find nieder, stehen aber in gebührenden Abständen von einander, als wollte jeder sagen, er sei das Haupt eines eigenen großen Dorfes. Sie werden in Ehren gehalten und ihre nächste Umgebung wird sauber gereinigt. Jedes Stück Bieh kennt seinen Pfahl. Ihre Mutter ist klein, weil sie von altersher immer klein gemacht worden sind.) 38. Es ist einfach undenkbar, daß ein Schilluk sich von seinem Speer nnd Stock trennt. Er sitzt auf seinem Stock, hat ihn neben sich bei Nacht und geht nicht über die Straße ohne Spieß und Stock. Nun hat das folgende Rätsel einen Sinn: Wann hat sich das Oberhaupt des Dorfes von Speer nnd Stock getrennt? — Antwort: Als es ausschlüpfte und fiel. 39. Zwei Brote hat Gott für die Menschen gebacken. Welches sind diese Brote? — Antwort: Der Himmel und die Erde. 40. Wirf es auf die Erde, es zerbricht nicht. Was ist das? — Antwort: Sputum. (Was man ausspuckt.) 41. Wer sind die zwei Geschwister, die zum Streiten geboren sind und doch nicht mit einander raufen? — Antwort: Die Hörner der Antilope. 42. Alle Geräte in der Hütte lassen sich wegräumen, nur eins nicht. Was für eins? — Antwort: Der in die Erde eingegrabene Untersatz für den Wasserkrug. (Siehe Erklärung bei Rätsel 36.) 43. Wenn sie geschlagen wird, donnert sie durch das Land, daß alles zusammenläuft. Wer ist das? — Antwort: Die Trommel (die die Leute zum Tanz einladet). 44. Wer ist der Herr mit dem dicken Bauch, in dem alles — gut und bös — Platz hat? — Antwort: Die Hütte. (Die Schillukhütten haben bekanntlich eine runde Form.) 45. Die Vöglein sitzen drauf, mitten im Weg. Auf was? — Antwort: Auf der Kuh-flade (die bei den Schilluk etwas Heiliges ist). 46. Die Schilluk haben kein Salz. Als Ersatz dient eine Aschenlauge, welche tropfen- weise abgeht aus einer mit einem kleinen Löchlein versehenen Kürbisschale. Das genügt zum Verständnis des folgenden Rätsels: Sein Auge ist wund geworden von unaufhörlichem Weinen über seine Ahnen. Wessen Auge? ■— Antwort: Das der Kürbisschale. 47. Was ist das Ding, das so gern zum Fluß hin rollt? — Antwort: Die Kürbisschäle. (Man muß wissen, daß die Schillnk-frauen Kürbisschalen zum Vollfüllen ihrer Tonkrüge benützen und gern am Flußufer sich noch etwas unterhalten. Diese Schalen entfallen mehr als andere Geräte den Händen ihrer leicht zerstreuten Besitzerinnen und laufen wieder hinunter dem Wasser zu, was natürlich viel Gelächter verursacht.) 48. Die zwei Kleinen stehen immer zur Seite und hören. Wer sind die Kleinen? — Antwort: Die Ohren. 49. Die Rote wehrt in einemfort den weißen Kleinen, die für sie arbeiten. Wer ist die Rote. Antwort: Die Zunge. — Wer sind die Kleinen? — Antwort: Die Zähne. (Die Zunge widersetzt sich in gewisser Hinsicht dem Durchgang der Speisen, die die Zähne klein gearbeitet haben.) 50. Wenn er kommt, wandern wir aus. Wer? — Antwort: Der Hunger. W Bus dem fllbiffionsleben. ISI 5)as IRatecbumenat in Mau. Nach vielen Versuchen und einer langen Reihe von Enttäuschungen und Hoffnungen, mit großer Mühe gelang es endlich, ungefähr dreißig Knaben um uns zu sammeln, welche fleißig dem Religionsunterricht beiwohnen, zugleich auch lesen, schreiben und rechnen lernen und, wenn sie schon erwachsen sind, auch irgend ein Handwerk unter der Leitung unserer Brüder erlernen. Und heute kann man behaupten: wir besitzen hier in Wau ein eifriges Katechumenat. Vertreter aller Stämme derBahr-el-Ghazal- Provinz sind daselbst bunt zusammengewürfelt und doch herrscht die schönste Einigkeit, das beste Einvernehmen unter ihnen: man sieht auffallend, daß die Lehre Christi: Vor Gott sind wir alle gleich, in ihre Herzen Eingang gefunden hat. Hier merkt man handgreiflich die Wahrheit jenes Wortes, daß einer so oft Missionär ist, als er Sprachen versteht. Für den Unterricht war es von Anfang Übrigens weiß es hier Freund und Feind, daß wir das Land christlich machen wollen: sie sehen, daß unsere Knaben die Kirche besuchen: alle Tage können sie dieselben beten und das Lob Gottes singen hören. Das wissen besonders die Dschalaba und ihr Anhang; diese sind die ärgsten Feinde des christlichen Namens und suchen hier die Lehre des falschen Propheten zu verbreiten. Dies suchen sie zu Boot aus Hmbal'cb am Mil. Die Ambaschstöcke (korkähnliches Holz) werden einfach zusammengebunden und das Schiff ist fertig. Diese Schiffe dienen zur Überfahrt und werden wegen ihrer Leichtigkeit auf dem Kopf nach Hause getragen. Am Ufer liegt einSegetschiff mitSchlepper, im Hintergrund das sandigeUfer. an notwendig, eine gemeinsame Sprache festzusetzen. Aber welche sollte das sein? Die arabische gewiß nicht, denn mit der Kenntnis derselben hätte leicht auch in ihrem Geiste der Halbmond aufgehen können. Das Englische schien uns die geeignetste zu sein, da dies auch die Sprache der Regierung ist: und da diese Sprache im Lande unbekannt ist, sind wir im Katechismusunterricht viel freier; unsere Geheimnisse bleiben so mehr verborgen. erreichen, indem sie die Familien und Vcr-; wandten unserer Katechumenen gegen uns aufhetzen. Doch Gott sei Dank, hierin können wir uns trösten, daß sie nichts erreicht haben. — Ein Vorfall soll dies beleuchten. Eitler unserer eifrigsten und fleißigsten Knaben ist Ramadam oder, wenn wir diesen häßlichen Namen weglassen (Ramadam wird ! nämlich die mohammedanische Fastenzeit genannt), Simsim, wie wir ihn nannten und wie er auch zu Hause gerufen wird. Sein Vater, ein Nnbauer, folgte beim Mahdisten-aufstand als Soldat samt seinem Weib, welche dem Dinkastamm angehörte, und den beiden Kindern dem neuen Propheten. Zn Dongola mußte er in der Garnison bleiben. Hier erblickte unser Simsim das Licht der Welt. Nachdem später die Mahdisten von der englisch-ägyptischen Armee besiegt worden, trat der Vater in den Dienst dieser ein und zog mit seiner ganzen Familie unter Hunter Bey in die Bahr-el-Ghazal-Provinz. Dortselbst verlor Simsim bald nach der Ankunft seine Mutter durch den Tod. Sein Vater verblieb im Dienst der Geadia (Schutztruppe der Provinz), bis er wegen Teilnahme am Diebstahl der Kriegskasse zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Jetzt lebt er frei zu Hause. In dieser letzten Zeit nahm er drei Weiber, zwei Nnbanerinnen und eine vom Stamm der Berta: dieser letzteren vertraute er Simsim und einen älteren Bruder an. Aus der kurzen Geschichte des Vaters läßt sich leicht entnehmen, was ans dein Sohn werden konnte. Wir haben leider das Benehmen seines Bruders vor Augen, der über die Maßen ansgelassen und faul ist. Auch Simsim ließ bei seiner Ankunft imb auch einige Zeit nachher wenig erhoffen: er besuchte zwar die Schule, aber nur weil er nicht anders konnte. Bevor die Mission hier eine Station hatte, bestand bereits eine Regierungsschule, welche uns von der Regierung angeboten und vom hochwürdigsten Bischof Geyer, so wie sie war, auch angenommen und unter unsere Leitung gestellt wurde. Wenn da die Schiller nicht erschienen, hatten wir die Polizei zur Verfügung, keineswegs unserem Programm und auch aus anderen Gründen trauten wir dieser Handlungsweise nicht ganz. Nur anfangs mußten wir uns den obwaltenden Umständen anpassen, um unsere Schüler wenigstens kennen zu lernen und uns bekannt und womöglich Dirioke ist sein Name, der berühmteste Musikmeister der Schilluk, zugleich ein tüchtiger Nilpferdjäger. Der Resonanzboden seines Instrumentes ist ein ausgehöhltes Holz, mit einem Fell überspannt, die Saiten bilden Sehnen oder auch Spagat, aus Gras oder Baumwolle gesponnen. Zu seiner Linken steht die Pfeife, rechts seine Lanzen. auch beliebt zu machen. Mit Gottes Hilfe ist es uns auch gelungen. In der Tat hatten wir auch bald die Zuneigung einiger Kinder gewonnen: unter ivelche sie aufsuchten und zur Schule brachten, j diesen war einer der ersten Romba Stiftn, Natürlich entsprach diese Zwangsmethode i der Sohn eines Sultans der Njam-Njam. Diese Knaben erhalten von der Mission Nahrung, Kleidung und Wohnung. Die Zahl unserer Zöglinge mehrte sich von Tag zu Tag und da wir sie so beständig unter Aufsicht hatten, konnten wir besser auf sie einwirken und mit dem regelmäßigen Katechismusunterricht beginnen. Dies geschah um Weihnachten 1907. Mit einer Art Fanatismus bekämpfte dieses neue System unser Simsim, der, wenn auch nicht durch sein Äußeres, obwohl er erst 12 bis 14 Jahre alt und sehr schwächlich ist, so doch durch einen aufgeweckten Geist auf die anderen großen Einfluß ausübt. Bewogen durch das Beispiel der Guten, entschloß er sich endlich, umzukehren. Man gab jedoch anfangs wenig darauf, bis endlich sein energischer Charakter uns eines Besseren belehrte. Bald zeigte er sich bereit, das Christentum anzunehmen. Diesem seinem heiligen Entschlüsse begegnete aber von Seite seiner Familie der heftigste Widerspruch. Vor allem konnte er von den Seinigen nicht erlangen, bei uns in der Mission schlafen zu dürfen: er mußte daher jeden Abend nach Hause gehen und bei diesem Anlasse wurde beständig gegen ihn und seine Überzeugung gearbeitet. Es ist unbeschreiblich, wie viel er namentlich von seinem Bruder, der Mohammedaner ist, auszustehen hatte. Nicht selten mußte er Spott und Beschimpfungen anhören und diesen folgten dann Schlüge, weil er die Formel des Koran nicht aussprechen wollte-, manchmal war es ihm nicht möglich, am Morgen zu uns zu kommen, so arg war er am Abend mißhandelt und geschlagen worden. Trotzdem blieb er bei seiner Überzeugung und ließ sich um keinen Preis davon abbringen, so daß wir nur staunten und uns an solcher Standhaftigkeit erbauten. Da der Vater sah, daß er auf diese Weise nichts erreichte, beschloß er, das Kind uns gu nehmen und zu einem Dschalaba in die Lehre zu schicken, daß cS das Schneiderhand- werk erlerne. Es ist schrecklich, was der arme Knabe dort zu leiden hatte: von uns ermutigt, tat er sich Gewalt an und fügte sich in die Anordnungen seines Vaters. Wir berieten uns, einen Weg zu finden, um den fanatischen Vater zu bewegen, daß er den Knaben die Schule auch fernerhin besuchen lasse. Nach vielen Verhandlungen konnte er nicht mehr Nein sagen und Simsim, überströmend von Freude, kam wieder zurück, um sich den andern Katechumenen der Mission anzuschließen. Lange Zeit hindurch hatte er Ruhe. Da nun der Knabe meinte, der Sturm habe sich vollständig gelegt, bat er den Vater und verlangte von ihm, daß er auch bei uns schlafen dürfte. Das war den Dschalaba und den Freunden zu viel: sie schalten den Vater einen Toren und redeten ihm allerhand zu. Kurzum, nach einer Woche kam er eines Abends zu uns. Sein Antlitz verriet seine Worte. Er sagte, er wolle, daß sein Kind nach Hause schlafen gehe und nicht in der Mission bleiben dürfe. Aber das war nur ein einfacher Vorwand, den Knaben in seine Hände zu bekommen. Die Bitte konnte ihm nicht abgeschlagen werden. Man rief also Simsim, daß er seinen Vater nach Hause begleite. Auf diese Ankündigung hin fing das Kind an zu weinen und sagte, daß es bei uns bleiben wolle, da es voraussehe, was ihm widerfahren werde. Sein Vater 'schnaubte vor Wut und mit ein größeres Übel zu verhüten, trösteten wilden Knaben (natürlich sagten wir ihm das alles auf englisch) und gaben ihm den Rat, sich nicht zu widersetzen, sondern sich Jesus und Maria anzuempfehlen und Mut zu fassen. Wider Willen begab er sich endlich mit dem Vater nach Hause. Sehnsüchtig erwarteten wir ihn am Morgen, wie uns der Vater versprochen hatte: auch machten wir uns gefaßt, sicher von einer haarsträubenden Szene unseres kleinen Mär- tyrers zu hören. Aber er kain uns zuvor. Am Morgen kam er zeitlich früh zur Mission: wir konnten ihn nicht sehen, da wir noch in der Kirche waren. Er aber konnte mit einigen seiner Kameraden sprechen. Weinend erzählte er ihnen kurz, wie er an> Abend geschlagen wurde und viel gelitten habe; sein Vater wolle ihn nicht mehr in die Mission zurückkehren lassen und sie möchten uns das mitteilen, damit wir ihm helfen. Und schneller n.üch, als er gekommen, eilte er nach Hause, um keinen Verdacht zu erregen. Er vergaß aber nicht, seinen englischen Katechismus mitzunehmen, der ihn als Schild und Verteidigungswaffe in der harten Prüfung beschützen sollte. Man kann sich denken, welchen Eindruck die traurige Nachricht auf uns machte. Wir wollten ihn sofort in seinem Hause aufsuchen, doch einer unserer Katechumenen, der gerade zur Mission kam, erzählte uns, er sei Sumim begegnet, der mit Werkzeug auf der Schulter seinem Vater in den Wald folgte. Heimlich konnte er sich ihm nähern und einige Worte mit ihm wechseln: daraus entnahm er, daß es unmöglich sei, den Vater zu besänftigen. Er sei aber entschlossen, in einem unbewachten Augenblicke zur Mission zu laufen; am Sonntag wolle er alles daran setzen, um zur zweiten oder mindestens zur ersten heiligen Messe zu kommen. Er bat ihn, uns und seinen Kameraden Grüße zu überbringen, und folgte dann traurig dem Vater. Auf diese Nachricht hin beschlossen wir, ihn im Walde aufzusuchen, um nicht Zeit zu verlieren und damit der harte Vater ihn nicht weiter quälen könne. Wir gingen über eine Stunde nach jener Richtung, wo er gesehen worden war, doch vergebens. Müde vom fruchtlosen Suchen, wollen wir eben heimkehren, dachten aber, an der Hütte seines Vaters vorüberzugehen. Und wirklich, als wir aus dem Walde kamen, bemerkten die Knaben, welche uns begleiteten, unter einem Dache neben seinem Hause unseren Simsim. Nicht weit davon war der Vater damit beschäftigt, eine Hütte mit Stroh zu decken. Was nun tun? Ohne weiteres grüßten wir ihn und er erwiderte den Gruß. Wir fragten ihn dann, ob er sehr beschäftigt sei, weil wir, da er Angareb verfertigte, deren für uns bestellen würden: er sagte darauf mit verstellter Ehrfurcht, daß er jetzt viel Arbeit Schiff der Scbillufc auf dem Nil. (Ein ausgehöhlter Baumstamm, bient besonders zur Überfahrt. Die Schilluk fahren damit schneller als ein Nildampfer. habe, aber nach einigen Tagen uns solche liefern könnte. Hierauf wandten wir uns an den Knaben, gleichsam als ob wir ihn jetzt erst wahrgenommen, fragten den Vater, was Simsim dort mache und ob er ihn benötige. Er erwiderte, daß er ihm früher geholfen, in diesem Augenblicke aber seiner nicht bedürfe. Wir fügten bei, daß wir ihm in der Mission ein neues Kleid probieren möchten und ihn auf Wunsch nach dem Essen zurückschicken würden-, wir baten auch, ihn in die Schule zu schicken, wenn er ihn zur Arbeit nicht brauche. Zu unserer großen Freude und gegen alle Erwartung willfahrte er sogleich unserem { Begehren. Solche Versprechungen galten für Simsim gar wenig, der ganz untröstlich uns mehrmals wiederholte: „Alles nur Lügen." Uns genügte, was wir einstweilen erlangt, und überließen das übrige der göttlichen Bor- Vaters vollendet und das Verlangen des Kindes erfüllt werde. Dies hat sich vor nicht langer Zeit ereignet und darnach konnte unser Simsim ungestört die Schule und den Katechismus besuchen. Dies ist ein einziger Fälst aber mehr oder minder ließe sich von allen unseren Kate-chumenen ähnliches wiederholen. Diese Mission sieht einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen, ist aber äußerst schwierig, da sie sich in einem mohammedanischen Zentrum befindet. Wir vertrauen auf Gott, dessen Arm auch heute nicht verkürzt ist und der unsere Arbeiten schon vielfach gesegnet hat. Wir empfehlen dem Gebete aller unserer Leser diese Missionsstalion in Wau. "Unterhaltungen der ScbWuh. Bitt arabischer Scheich. sehung. Nachdem wir seinen Vater gegrüßt, gingen wir erfreut mit dem Knaben fort, der uns dann erzählte, was er wieder auszustehen hatte. — Armes Kind, Gott der Herr wird so viele, aus Liebe zu ihm ertragenen Spfer gewiß belohnen! Ein solcher Katechnmene ist ohne Zweifel reif zur Taufe: wir wollen hoffen, daß der Sieg über das Herz des Alle Völker, sowohl die zivilisierten wie die wilden, haben ihre Unterhaltungen: natürlich sind die der Wilden viel einfacher. Hier sollen einige Spiele beschrieben werden, welche bei unseren Schillnk am meisten gespielt werden. Die Schillnk sind ein starker und kriegerischer Volksstamm, deshalb geht die Lanze bei ihnen über alles. Von frühester Kindheit an üben sie sich im Lanzenwerfen: diese Waffe bildet später die unzertrennliche Begleiterin. Die Knaben machen Erdkügelchen und einer von ihnen wirft sie vor einer Reihe Knaben in die Luft: diese, mit langen Stroh-halmen bewaffnet, suchen die Kügelchen im Flug mit ihren Geschossen zu treffen. Wem es gelingt, der ist Sieger und wird als solcher mit Jubel von seinen Kameraden begrüßt. Oft gebrauchen sie jedoch statt der Strohhalme ihre kleinen Lanzen. Sodann wird ans Erde eine Puppe gebildet, welche als Zielscheibe dient. Die jungen Burschen lieben auch sehr das Fechten. Zu diesem Behuf waffnen sie jede Hand mit einem Stock ans Ambasch. (Ambasch ist eine sehr leichte, korkähnliche Holzart, die auf dem Wasser schwimmt.) Die Rechte dient znm Angreifen, die Linke zum Verteidigen. Mit großer Behendigkeit treffen sie und wehren die Schläge ab, die infolge der Leichtigkeit des Stockes wenig schmerzlich sind. Aber die Gewandtheit, die sie sich bei solchen Spielen aneignen, wird ihnen später teuer zu stehen kommen, wenn sie sich bei ihren Streitigkeiten, die bei ihnen an der Tagesordnung sind, nicht mehr mit dem Ambasch, sondern mit harten und knotigen Stöcken angreifen werden, so daß mancher mit zerschlagenem Kopf und mit ausgerenkten Gliedern heimkehren muß. Manchmal beschäftigen sie sich zur Unterhaltung in den langen Stunden, die sie ans der Weide zubringen, mit Häuserbauen. Aus Erde werden Hütten und Tempelchen errichtet, wie sie sich in ihren Dörfern vorfinden-. das Ganze wird dann mit Pallisaden oder einer Hecke umgeben und bildet somit gewissermaßen einen Plan ihrer zukünftigem Wohnung, wie sie sich dieselbe später einrichten werden, wenn sie Familie und Herde besitzen.. Im Sommer, d. h. nach der gewöhnlichen Überschwemmung, wenn sich der Nil wieder in sein Bett zurückzieht, bilden die in Teichen zurückbleibenden Wasser eine willkommene Gelegenheit für die Jugend. Die Kleinen durchwaten und -schwimmen diese kleinen Seen mit staunenswerter Geschwindigkeit. Sie ahmen unter großem Geschrei den Kampf und die Verfolgung der Nilpferde, Krokodile und- Fische nach, was sie im späteren Alter tatsächlich und leidenschaftlich fortsetzen werden. Führen sie ihre Herden ins Innere des Landes ans die Weide, wie es in der Regenzeit vorkommt, so widmen sie sich einer nützlicheren Unterhaltung. An bestimmten Orten stellen sie Fallen auf, um damit Wildgänse und -Enten und anderes Gesiügel zu fangen: manchmal geht ihnen auch ein Hase in die Falle. Auch die Erwachsenen haben ihre Spiele,, ihren Sport, doch ganz verschieden von dem unsrigen. Sie sind weder Touristen, noch. Gazellen auf der Meide. Spielen sie Fußball; das sind Dummheiten für sie und fo tief, sagen sie, erniedrigen sie sich nicht. Ein Schilluk, der solchen Unterhaltungen eine Wichtigkeit beilegen würde, hätte die Verachtung aller zn erwarten und würde als kleines Kind behandelt werden. Die eigentliche Unterhaltung, die ihrer Würde und Gemessenheit entspricht, besteht darin, stundenlang auf der Erde sitzen und plaudern und wieder plaudern und nochmals plaudern ohne Ende, die mächtige Pfeife schmauchend und die Rauchwolken in die Luft blasend. Manchmal machen sie zum Zeitvertreib kleine Löcher in den Boden, gewöhnlich je zwölf in vier Reihen: in jedes Loch legen sie zwei Steinchen. Diese Steinchen stellen j Rinder vor. Ein jeder Spieler sucht nun seinem Gegner die größtmögliche Anzahl zu j rauben und hierin besteht die ganze Tüchtigkeit des Siegers. Wie man sieht, scheint ein solches Spiel eine wahre Kinderei zu sein, und doch halten die Schilluk, deren Reichtum ausschließlich im Viehstand besteht und die ihren Horizont über diesen nicht weiter ausdehnen können, sehr viel darauf und weckt es nicht wenig ihr Interesse. Der Tanz ist eine der beliebtesten Unterhaltungen, besonders bei den Burschen. Der Tanz der Schilluk zeichnet sich aus durch seine lange Dauer und die gute Ordnung, welche dabei herrscht. (Davon war schon in früheren Jahrgängen die Rede.) Große Tänze werden nur bei gewissen feierlichen Gelegenheiten aufgeführt und nehmen somit einen „heiligen" Charakter an. Bisweilen gehen die Männer auf die Jagd, doch kommt das seltener vor. Wenn der Schilluk für den heutigen Tag zu essen hat, ist er für den morgigen wenig besorgt und pflegt sich dem süßen Nichtstun im Schatten seiner Hütte hinzugeben. Das heiße und nervenschwächende tropische Klinia hat in der Tat nicht wenig Einfluß auf den Charakter und die Gewohnheiten dieses wilden Volkes, das übrigens nur die katholische Religion von der physischen und moralischen Notwendigkeit der Arbeit und deren Vorteilen überzeugen kann. Gedankensplitter. Das kleine Wörtchen Muß 3ft doch von allen Nüssen, Die Menschen knacken müssen, Die allerhärtste Nuß! Das Almosen bringt größeren Nutzen denen, die es geben, als denen, die es empfangen. Darum seid durch Almosengeben barmherzig gegen euch selbst und tut euch selbst (Butes. Hl. Johannes o. Kreuz. * * Ein gutes Wort, ein wahres Wort, Das darf man zweimal, dreimal sagen. Ein Samenkorn am rechten Ort Wird Wurzeln schlagen und Früchte tragen. Wende deine Zeit wohl an, wenn du Muße ge- swinnen willst. Wenn du gern ein heiteres Besicht siehst, so mache sselbst eines. Gott gibt das Korn, wir sollen aber pflügen und Furchen machen. Die beste Zunge ist die gut im Zaum gehaltene; die beste Rede die sorgfältig bedachte. - Wenn du sprichst, müssen deine Worte besser sein als Schweigen. Die natürliche Strafe für das Nichtstun ist die Langeweile. Arbeit ohne Beten ist eine Nuß ohne Kern und ein Himmel ohne Stern. * * Bebet ohne Arbeit ist eine Hacke ohne Stiel. Die böse Neigung ist anfangs ein Fremdling, dann ein Bast und schließlich der Herr im Hause. TUnterbaltenbes. Schwatzes Meisen und Bbemeuer im 'II mietn 3. Kapital. Ein Sklavenmarkt. Der Markt befand sich fast in der Mitte des Dorfes, welches die Araber bewohnten. Auf einem großen freien Platze, der Von einer Hecke aus Kaktnspflanzen umgrenzt war, stellten die Sklavenhändler das schwarze Elfenbein zum öffentlichen Kaufe ans. Hieher kamen die Käufer, um sich unter den Sklaven die tauglichsten auszuwählen, und handelten sodann hierüber, wie man bei uns wegen eines Kalbes oder eines Ochsen einen Handel abschließt. Um zum Markte zu gelangen, mußten wir den etwas steilen Abhang des Hügels zurücklegen. Die Sklaven waren ganz erschöpft und gingen daher langsam voran; so mußten auch wir langsamen Schrittes folgen. Das Ganze schien einem Leichenzuge zu gleichen, dessen Weg mit Blutstropfen gezeichnet war, welches ans den frischen Wunden der armen Sklaven träufelte. Eine tiefe Wehniut erfaßte mein Herz bei diesem Anblicke. Arme Opfer, könnte ich euch erlösen, könnte ich allen die verlorene Freiheit wiedergeben! Aber leider, ich konnte es nicht! Die Umstände, in denen ich mich befand, die Mittel, über die ich Oerrügte, hielten mich zurück, dieses erhabene Werk der Nächstenliebe auszuführen; ich mußte mich mit einem platonischen Wunsche begnügen und mit dem festen Entschlüsse, nach meiner Rückkehr in die Heimat meine Kräfte in die Antisklavereibewegung zu stellen. Die Leute, welche an meiner Seite gingen, beklagten das tragische Ende der Ertrunkenen und bedauerten deren Tod, weil ihiren so ein glänzender Geivimr entgangen war. Sie wollten auch mich ins Gespräch ziehen, ich aber gab ihnen einsilbige Antworten und so beirahm ich ihnen die Lust, an mich noch lucitcr ein Wort zu richten. 2BLf CtlbCttl» (g-ortjegimg.) Afrikas. — Von Dr. Dugo ckkioni. Endlich kamen wir bei der Umzäunung an.. Die Sklavenjäger heißen die Sklaven eintreten. und gruppieren sie im Hofe; hier die Männer,, dort die Weiber, die Knaben, die Mädchen, auch einige Familien ließ man beisammen. Vielleicht, kaufte jemand die ganze Familie, doch der Verkäufer wäre bereit, unter günstigem Angebot auch-das eine oder andere Familienglied allein zu. verkaufen. Die barbarischen Käufer treten in den Hof und untersuchen die Unglücklichen; sie werden ähnlich behandelt wie bei uns Ochsen und Pferde auf dem Markte: die Sklaven müssen den Mundöffnen, gehen, springen, die Arme aufheben und-senken; der Leib wird betastet, die Glieder gezogen, um ihre Muskeln zu prüfen. Die Feder sträubt sich, das Unwürdige zu beschreiben, das-die Sklavinnen ausstehen müssen. Dann beginnt der Handel. Der Verkäufer verlangt eine hohe Summe,, der Käufer drückt bis zur Hälfte und noch tiefer herab, endlich ist der Kontrakt abgeschlossen. Der Araber wirft dem Händler einige Münzen hin und dieses Geld gibt ihm das Recht auf Leben und Tod des Sklaven. Er nimmtdasMesserund macht demSklaven einige Einschnitte auf die Wange. Diese Narbe behält er als bleibendes Zeichen der Sklaverei. Sodann verläßt er mit ihm den Markt. Herzzerreißende Szenen spielen sich nun ab! Der Sohn wird vom Vater getrennt, die Tochter von der Mutter, vom Bruder die Schwester, vom Gatten die Gattiir. Die Unglücklichen weinen ob dieser Trennung, flehen zum unmenschlichen Herrn, sie zusammen zu kaufen und ihnen zu gestatten, die gleiche Sklaverei 51t teilen. Umsonst, vergebens! Der Araber hat kein Herz. Der Sklave ist kein Mensch und hat darum kein Recht, bemitleidet zn werden. Er entreißt die Unglück- Lichen, die sich zum letztenmal umarmen, die Sklaven trennen sich weinend: sie werden sich auf der Erde nie mehr sehen und haben auch keine Hoffnung auf Wiedersehen im Himmel, denn sie sind keine Christen und ihr heidnischer Glaube hat nur dunkle Begriffe von -einem zukünftigen Leben; aber auch in ihrem -Himmel gibt es Herren und Sklaven und wer Sklave auf Erden ist, der wird es auch im Himmel sein und die Ketten der Sklaverei ewig tragen und unter der Peitsche seines unmenschlichen -Herrn bluten müssen. Diese schrecklichen Szenen wiederholten sich niehrmals an diesem Tage vor meinen Augen und erfüllten mir das Herz mit Bitterkeit. Mehrere Sklaven waren schon gekauft und -wurden vom Markte fortgeführt; ich wollte mich ebenfalls entfernen, als ich die Stimme Dagom-bes vernahm: „Reiß ihm das Zaubermittel vom Halse!" Ich wandte mich nach der Richtung, woher die Stimme kam, und sah gerade, wie ein Sklavenjäger vom Halse eines dieser Unglücklichen einen Gegenstand riß, der mich in Erstaunen versetzte. Dieser Gegenstand war ein Skapulier, zwar schmutzig, zerrissen, mit Blut befleckt, aber doch ein Skapulier. Ein Skapulier am Halse eines Sklaven! Dieser Neger war also ein Christ. Neben ihm sah ich noch einen anderen, der ebenfalls ein Skapulier am Halse trug. Diese beiden Männer waren Christen, also meine Glaubensgenossen. Ich hielt es deshalb für meine Pflicht, sie loszukaufen. „Wieviel verlangst du für diese beiden Männer?" fragte ich den Händler. „Diese will ich kaufen," antwortete Dagombe und warf mir einen Blick der Verachtung zu. „Gewiß, kannst du sie kaufen, aber auch mir -gefallen sie. Ich habe das gleiche Recht wie du, über den Preis dieser Männer zu verhandeln. Dem, der mehr zahlt, werden sie angehören." Der Händler rieb sich die Hände vor Freude und sagte: „Es bleibt dabei, wie dieser Emir, den ich nie gesehen, gesagt hat. Eine schöne Ware sind diese beiden Männer. Schaut nur diese starken Burschen, betrachtet diese kräftigen Beine, diese Schultern! Nach einigen Tagen der Pflege werden sie zwei Sklaven, die auch im Hause eines Sultans dienen können. Und dann sind es noch dazu Giauri, zwei Hunde, Söhne e inet Mission und Anhänger eines weißen Mannes der da sagt, Isa ben Maryam (Jesus, der Sohn Mariens) sei ein größerer Prophet als Mohammed." Dagombe warf mir einen wilden Blick zu. „War dir bekannt) daß diese beiden Männer Giauri sind?" fragte er mich. „Ja," antwortete ich. „Ah, woran hast du das erkannt?" fragte er teils überrascht, teils erzürnt. „Am Zaubermittel, das sie am Halse tragen." „Und du willst sie kaufen! Bist etwa auch du ein Giaur, ein verfluchter Hund!" heulte der Händler, indem er so die Aufmerksamkeit der Araber, welche herbeigeeilt waren, erregte. „Du beleidigst mich, Dagombe," antwortete ich mit verstellter, erzürnter Miene. „Ich kenne dich nicht! Du bist erst vor wenigen Tagen hiehergekommen. Die Giauri sagen, dieses Land gehöre ihnen und ein christlicher Sultan nenne sich König des Kongo! Ich weiß, daß Christen im Lande umherziehen, um es diesem König zu unterwerfen, und daß sie den Sklavenhandel bekämpfen, diesen heiligen Handel, der vom höchsten und mächtigen Allah gewollt ist. Du bist einer dieser Leute!" Diese Worte machten auf die Araber zu meinen Ungunsten einen tiefen Eindruck. Meine Lage wurde äußerst kritisch, ich aber bewahrte kaltes Blut dabei. „Du lügst! Ich bin kein Gesandter eines christlichen Sultans," antwortete ich. „Beweise diese Behauptung dadurch, daß du diese zwei Giauri mir überlassest," erwiderte Dagombe. Durch diese Worte hatte er mir eine gute Waffe in die Hände gedrückt, die ich sogleich gegen ihn richtete. „Ei, ei! Jetzt hab' ich dich erwischt, du Tölpel! Soweit gehen dein Geiz und deine schmutzige Habsucht, daß du, um diese beiden Neger billig zu kaufen und mich zu beseitigen, mich anklagst, ich sei ein Christ! Du Feigling!" Diese Worte eroberten mir die Gunst der Araber, welche anfingen, die Handlungsweise Dagombes zu 48 Stern der Neger. Heft 2 tadeln, da sie gegen ihn, ihren Konkurrenten, ohnedies voll Neid waren. „Kaufe sie nur, aber zuerst reinige dich von der Beschuldigung, ein Christ zu sein," sagte Dagombe zu mir. „Ich könnte dich desgleichen beschuldigen," entgegnete ich ausweichend; „aber du hegst Verdacht gegen mich, weil ich diese zwei Männer kaufen will; und wenn ich aber sagen würde, ich bin bereit, alle anderen Christen, die sich auf dem Markte befänden, zu kaufen?" „Es sind keine anderen hier," bemerkte der Verkäufer. „Warum das?" fragte mich Ben Jeran, der sich an meine Seite gestellt hatte und wünschte, daß ich, sein Gast, mich rechtfertige. Weit entfernt, meinen Glauben zu verleugnen, wollte ich mittelst kluger Ausreden die Araber, welche mir heftig zusetzten, auf eine falsche Fährte bringen. „Sag' mir, tapferer Ben Jeran, welcher Ehrentitel gebührt mir?" fragte ich meinen Gastgeber. „Bei Allah!" rief dieser aus. „Dagombe und wir alle sind Toren! Du bist ein Hadschi, ein heiliger Hadschi, ein frommer Mekkapilger, und Hadschi kann nur ein Gläubiger sein." „Es brauchte wohl wenig, dies zu begreifen," antwortete ich. „Und nun sag' mir: wenn du einem Christen begegnetest, was würdest du tun?" „Ich würde ihn ohne Erbarmen töten." „Kennst du die Gesetze des Propheten so gut?" fragte ich mit tadelnder Miene. Er senkte verlegen das Haupt. „Auf was spielst du an, heiliger Hadschi?" fragte er. „Weißt du nicht, daß es Pflicht ist, zuerst den Ungläubigen dem Islam zu gewinnen und er erst dann, wenn dies vergebens ist und der Hund ein Hund bleiben will, getötet werden soll? Dies ist der Wille des Propheten von Mekka!" „Ich verstehe dich, frommer Pilger!" rief Ben Jeran aus. „Du bist würdig des Titels eines Hadschi. Du willst diese beiden Männer kaufen, um aus ihnen wahre Gläubige zu machen, unk sie dem Islam zu gewinnen! Ein heiliger Entschluß! Es lebe der Hadschi Hadscha ben Mahoma!" Ein dreifaches Hoch wurde auf den Mann ausgebracht, der sie so gut angeführt hatte und der deshalb vergnügt lachte. „Was sagst du jetzt, Dagombe?" fragte ich den Sklavenhändler. „Du hast dich gut gerechtfertigt. Verhandeln ivir nun," entgegnete er. Wir verhandelten lange. Nach einer Stunde wollte Dagombe nicht mehr bieten und die Sklaven gehörten mir; ich hatte sie um die Hälfte der vom Händler verlangten Summe erworben; für das gleiche Geld hätte ich trotzdem leicht vier andere Neger kaufen können. „Soll ich ihnen ein Zeichen machen?" fragte mich der Verkäufer, indem er ein Messer hervorzog, um damit auf den Wangen der Armen die gebräuchlichen Schnitte zu machen. Ich verneinte es. Den beiden Männern wurden die Ketten abgenommen. Ich befahl ihnen, vor mir zu gehen, und drohte mit dem Tode, wenn sie einen Fluchtversuch machen wollten. Mit ernster Miene machte ich diese Drohung, um den .Schein zn wahren, und führte sie dann in die Hütte, welche mir Ben Jeran angewiesen hatte. Hinter ihnen schloß ich die Tür. „Sprecht ihr arabisch?" fragte ich sie. Einer von ihnen, dein man das Skapulier herabgerissen, antwortete mir in einer Mundart, die ich nicht verstand. Ich schüttelte den Kopf und gab durch ein Zeichen zu verstehen, daß ich seine. Sprache nicht spreche, und zog mich an der Kopfhaut. Der Bursche lachte daraufhin melancholisch und sagte zn mir, so deutlich er es vermochte: „Bon jour!“ (Guten Steig!) Dieser Gruß in französischer Sprache überraschte mich nicht besonders. Der Bursche war Christ und wahrscheinlich in einer katholischen Missionsstation erzogen, wo er die französische Sprache von den Weißen Vätern erlernt, denen diese Missionen unterstehen. „Sprichst du französisch?" fragte ich ihn. „Die Sprache der guten Minisse *)," antwortete er mir. „Spricht dein Genosse auch französisch?" „Nein; ich allein." „Bist du ein Christ?" *) Missionär. 44 Stern der Neger. Heft 2. »Ja." „Und dein Gefährte?" „Er auch." „Hast du Hunger?" »Ach, Herr!" antwortete der Unglückliche. Weiter sagte er nichts, aber sein Blick verriet, daß er großen Hunger hatte. Ich bot den Armen alles an, was ich in der Hütte hatte: Durra, Brot, Käse und Milch. Gierig warfen sie sich auf die Speisen, die bald aufgezehrt waren. Nachdem sie gegessen, fragte ich den, der französisch sprach: „Wie heißt du?" „Jussef oder Josef." „Und dein Gefährte?" „Heinrich." „Wie bist du Sklave geworden?" Ich bin aus dem Dorfe Cabambare. In dieses Dorf kamen vor zwei Jahren weiße Männer. Du weißt vielleicht, daß nach unserer Ansicht der böse Geist weiß ist. Wir hielten diese Menschen fürTeufel, die gekommen waren, uns zu verderben; wir hatten uns aber sehr geirrt! Diese Menschen waren unsere Wohltäter, welche uns liebten und unser wahres Wohl suchten. Sie sind weit hergekommen, um uns eine neue, schöne und liebe Religion zu verkünden. Sie lehrten uns den wahren Glauben und sagten uns, was wir tun müßten, um wahre Kinder Gottes zu werden und nach diesem Leben in den Himmel zu kommen." „Die Lehre der guten Missionäre gefiel mir und vielen anderen unseres Dorfes. Ich besuchte ihre Schule, lernte ihre Sprache und cnipfing die hl. Taufe. Pater Damian hat mich getauft." Dieser Name überraschte mich nicht wenig, er elektrisierte mich förmlich. Pater Damian! So hieß der junge Herr aus Florenz, den ich suchte; und er ist gewiß derselbe, der meinen Neger getauft hat, denn die Weißen Väter besaßen in dieser Gegend keinen anderen Pater gleichen Namens und der Missionär war gerade in der Gegend verschollen, woher mein Josef kam. „Pater Damian hast du gesagt?" fragte ich den Sklaven. „Ja, so hieß einer der guten Minisse." „Wie schaute er ans?" „Erwar weiß wie du und jung. Erhalle schwarze Haare, so schwarz wie die Nacht. Er war sehr mager; ich bin auch mager, aber er noch mehr. Er hatte eine schöne Stimme und sang besser noch als die Nachtigall." Diese Beschreibung, obgleich nicht die beste, stimmte ganz auf den guten Missionär: er war mager, hatte schwarze Haare und war ein guter Sänger. Für mich herrschte kein Zweifel mehr-bezüglich der Identität mit dem Täufer ’’beš Josef. „Wie bist du in die Hände der Sklavenjäger gefallen?" „Eines Tages verließ ich die Mission; ich ging mit dem Begleiter, den du an meiner Seite siehst, als Bote zu einem entfernten Häuptling. Unterwegs traf ich die Sklavenjäger, welche mich trotz meines Widerstandes gefangen nahmen, fesselten und dann verkauften. Schrecklich hab' ich auf dem Wege gelitten. Der ganze Körper-ist verwundet. Oh, Schmerzen! Herr, nun gehöre ich dir, was wirst du mit mir tun?" Was sollte ich sagen? Ich durfte ihm nicht sagen, daß ich ein Christ sei und ihn gekauft hatte, nicht um an ihm einen Sklaven zu haben, sondern um ihm die verlorene Freiheit zu schenken. Er war noch nicht reif zu solchem Vertrauen: er würde mich unfreiwilligerweise, verraten haben und ich wurde von so vielen Augen bewacht, namentlich von denen Dagombes, der mir sicher noch nicht verziehen, daß ich ihm auf dem Markte eine solche Schmach bereitet hatte. Ich antwortete nicht sogleich. Josef legte mein Schweigen übel aus und warf sich mir zu Füßen: „Herr, ich bin dein Sklave, ich gehöre ganz dir. Ich weiß, daß du mich auch töten kannst, wenn du willst. Aber habe Erbarmen mit mir; mißhandle mich nicht und ich werde ein treuer Diener sein und dir aus jeden Wink gehorchen." „Gehorche mir und du wirst mit mir glücklich sein," antwortete ich ihm lakonisch. Ich mußte mich wie ein Araber benehmen und als solcher durfte ich mich nicht erniedrigen und mit betn Sklaven zu vertraulich umgehen. Josef sprang auf und faßte meine Rechte, um sie zu lllsseu. „Sag' das auch deinem Gefährten: es hängt von euch ab, ob ihr gut oder schlecht behandelt werdet." Ich gab beiden einige Lumpen, um sich zu bedecken, befahl ihnen, nicht zu fliehen, und ließ sie dann in den Hof gehen. Dort befanden sich schon viele Sklaven, teils alte, teils Neuangekommene und von Ben Jeran eben gekaufte; die alten umstanden die neuen, berieten sich mit ihnen und sprachen miteinander. Meine beiden Neger vereinigten sich mit diesen Gruppen. Ich schaute lange zu und bedauerte das Schicksal dieser armen Sklaven. Gegen Abend kam Ben Jerau mit den zuletzt gekauften Sklaven. „Das war ein glücklicher Tag für mich," sagte er zu mir, als er mich sah. „Hast bit gute Geschäfte gemacht?" „Ausgezeichnete; ich habe neunzig Sklaven gekauft und dafür den Preis gezahlt, den ich sonst für dreißig geben muß. Wenn auch die Hälfte davon stirbt, so hab' ich noch immer großen Gewinn dabei. Emir, komm nun in meine Hütte, ich will diesen Tag mit dir festlich begehen." „Gibst du den Sklaven nichts zu essen?" fragte ich. „Heute habe ich keine Zeit dazu; morgen werde ich ihnen ein wenig Durra geben." „Aber sie sterben vor Hunger!" „Hadschi, du hast ein sehr WeichesHerz," antwortete Jeran spöttisch. „Ich liebe dich und darum sehe ich es ungern, daß dein Eigentum zu Grunde geht," erwiderte ich listig. Mein Gastgeber fühlte sich geschmeichelt und lächelte: „Emir, du erweist mir Ehre, ich liebe und achte dich. Ich will deinen Rat befolgen. Ich werde den Zaun schließen und den Sklaven Durra verteilen lassen. Aber das laß ich durch die ältesten Sklaven besorgest. Komm in meine Hütte." „Und meine beiden Sklaven?" fragte ich den Gastgeber. „Sie sind meine Gäste, wie auch ihr Herr. Du hast damit einen guten Kauf gemacht; dafür kannst bit dir den Himmel verdienen, dreißig Fuß lang werden und dich am Throne Allahs erfreuen, wenn du sie zum wahren Glauben bekehrst. Ich freue mich auch über den Streich, den du Dagombe gespielt hast." „Freust du dich über sein Unglück? Bist du ihm nicht gut gesinnt?" „Er ist mein Freund und deshalb wünsche ich, daß er recht bald in den Himmel kommt," antwortete Ben Jeran lachend. Ich folgte ihm in die Hütte. Dort gab er seinen Leuten den Auftrag, die Sklaven zu speisen, dann ließ er uns reichlich auftragen: Milch, Bier, Durra, Brot, Fleisch von Schafen, Ziegen, Wasservögeln und Hühnerarten. Das Fleisch war etwas gebraten. Wir aßen sitzend auf der Erde, die Finger mußten das Eßbesteck ersetzen. Obwohl nicht daran gewöhnt, mußte ich ebenfalls so zugreifen. Während des Essens klopfte es an die Türe und auf ein Zeichen Ben Jerans trat Dagombe ein. Sein Besuch war uns sehr unlieb. Mein Gastgeber fürchtete in ihm einen Rivalen und ich fürchtete, er möchte sich an mir rächen. Dagombe grüßte ehrfurchtsvoll und ließ sich an meiner Seite nieder. „Emir, verzeihe mir," redete er mich an. „Weshalb verzeihen?" fragte ich und machte den Unwissenden. Ich habe früher den Grund nicht gekannt, weshalb du die zwei Sklaven kaufen wolltest, daher habe ich mich widersetzt. Jetzt kenne ich den Grund und ich hätte dich nur drängen sollen, noch mehr zu kaufen." „Wirklich? Und ans welchem Grunde wohl?" „Du brauchst eine Barke und weißt, daß ich sie dir nur gebe, wenn du mir mit menschlicher Ware zahlst. Durch Ankauf von Sklaven hättest du dir die nötige Summe verschafft." „Wäre dem auch so, du hast mir zu weiterem Handel die Lust benommen und ich habe jetzt nicht die nötigen Sklaven, um die Piroge zu zählen." „Du hast sie." „Nein, ich habe sie nicht; du verlangtest ungefähr dreißig Sklaven und ich habe deren nur zwei." „Tut nichts, Emir; ich bin so gut und will dir kein Hindernis bereiten. Gib mir die beiden Sklaven und den Rest zahlst du in Kauri oder in Waren und mein Schiff gehört dir." „Jetzt weiß ich nicht mehr, was damit anfangen," entgegnete ich. „Die Piroge ist dir nicht mehr notwendig?" fragte er mich überrascht. „Nein." „Willst du nicht mehr ans dem Flusse reisen?" „Schwerlich." „Und die Sklaven gibst du mir nicht?" „Nein." „Ich muß sie haben." „Sie gehören mir." „Ich will sie aber haben." „Aber ich gebe sie dir nicht." „Wie erklärst du deine Hartnäckigkeit, daß bit mir die beiden Männer nicht überlassen willst?" „Und wie erklärst du deine Hartnäckigkeit, indem du sie haben und mich zwingen willst, sie dir zu überlassen? Sie gehören mir, sie gefallen mir und gegenwärtig habe ich keine Lust, sie zu verkaufen. Beim Bart des Propheten!" schrie ich, indem ich so den heiligsten Schwur der Mohammedaner aussprach. „Sie werden mir gehören oder müssen sterben, dessen versichere ich dich gleichfalls beim Bart des Propheten!" schrie Dagombe in wildem Tone, sprang auf und schaute mich drohend an. „Du willst sie töten? Hüte dich, das zutun. Wenn du ihnen nur ein Haar krümmst, gebe ich nicht mehr zwei Kauri für dein Leben. Der Hadschi Hadscha 6en Mahoma ist nicht nur fromm, sondern auch tapfer; wehe dem, der ihn schmäht oder ihm Schaden zufügt!" „Du Hund! An dir werde ich mich rächen!" schrie der Araber wütend; dann machte er kehrt und verließ die Hütte ganz erregt. „Was hat denn dein Freund?" fragte ich Ben Jeran, der sich an seinem Platze nicht gerührt hatte, wohl aber die Szene beobachtete, die sich zivischen mir und dem Sklavenhändler abspielte. „Emir.... ich begreife es nicht.... Dagombe muß verrückt geworden sein," antwortete er stotternd. „Ich kann seine Handlungsweise auch nicht anders erklären; aber sage ihm, wenn du ihn siehst, daß, wenn er so närrisch geworden, daß er das Gute vom Bösen nicht mehr unterscheiden kann und er mir oder den Meinen in irgendwelcher Weise schadet, ich ihn ohne Erbarmen töte, wie man einen Hund tötet." „Emir, schicke ihn nur sobald als möglich in den Himmel. Allah liebt Dagombe so sehr, daß eisernen Geist schon jetzt, da er noch lebt, im Himmel will, denn die Verrücktheit ist nichts anderes als die innigste Vereinigung der Seele mit Gott. Vollende das Werk Gottes und schicke ihn auch mit dem Leibe in die andere Welt." Der Geschäftsneid trieb Ben Jeran dahin, daß er den Tod seines Genossen im schändlichen Sklavenhandel wünschte. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. Line Durchquerung Afrikas im Automobil. Leistet das Automobil als Lasten- und Personentransportmittel in Afrika gute Dienste? Nach den Erfahrungen, welche der deutsche Oberleutnant Graetz auf seiner Reise mit dem Kraftwagen gemacht, ist dieser Versuch nur teilweise zu einem günstigen Ergebnis gekommen. Denn wenn er auch von Daressalam an der Ostküste an sein Ziel, Swakopmnnd an der Westküste, gekommen, so hat er dasselbe erst nach 630 Tagen erreicht und nur nach Überwindung vieler zeitraubender Unglücksfälle und Wider- wärtigkeiten. Eine sehr große Zahl von Flüssen oder trockenen Flußbetten, die meist steil abfallen, mußten durchquert, Berge auf schmalen, steilen Serpentinen überstiegen werden. Schon int Anfang der Reise nach Kilossa leitete der Chauffeur das Automobil in einen Fluß, in dessen Mitte sämtliche vier Zylinder des Motors zersprangen. Das verursachte — da der Ersatz aus Deutschland beschafft werden mußte — einen viermonatlichen Aufenthalt. In der Nähe des Tanganjika-Sees erlitt das Fahrzeug ein neues Mißgeschick. An einem Baumstumpf zersprang das Schtvungrad und so blieb nichts übrig, als das Auto mit Seilen von 50 Eingeborenen weiterziehen zu lassen, und zwar bis zum See. Auf ihm fuhr man bis an das Südcnde, wo das Vehikel wieder in Stand gesetzt wurde. Von da ab ging die Route durch ein Gebiet, das zuni Teil noch unerforscht und mit Hunderten von Flüssen und Sümpfen durchzogen war. Über die Flüsse führten zwar Brücken, aber sie waren eutiveder zu schwach oder zu schmal, so daß sic meist verstärkt oder verbreitert werden mußten. Oft zog man den Bau von neuen Brücken der Verbesserung der alten vor. Über einen 150 Meter breiten, von Krokodilen belebten Fluß konnte eine Brücke nicht gebaut werden. Die leichten Kanoes der Eingeborenen gingen, zu einem Floß verbunden, unter der Last des Automobils unter und es mußte aus Schilfbündeln ein Floß geschaffen werden. In Brockcnhill mußte sich der Kraftwagen einer einmonatigen Reparatur unterziehen, währenddessen der dritte Chauffeur entlief. Später wieder ging das Benzin aus, teilweise war es verdunstet, teilweise hatten die Eingeborenen, in der Meinung, es handle sich um Wasser, das wertvolle Naß fortgeschüttet. Kurz, eines schönen Tages saß das Fahrzeug buchstäblich ans dem Trockenen und die Teilnehmer an der Expedition litten während der fünfwöchigen Wartezeit Hunger. Die Fahrt durch die 1300 Kilometer lange Kalahariwüste gelang doch, wenn sie auch oft wegen des nachgiebigen Sandes sehr beschwerlich war, über Erwarten gut. Der Potletle-River, den man dort antraf, hat weder eine Quelle noch eine Mündung; er verschwindet plötzlich und steht vermutlich mit dem Ngamisee in Verbindung, dessen Spiegel aber noch keines Menschen Auge gesehen hat, da er ganz von dichtem Schilf verdeckt ist. Hier könnte nur das Luftschiff Aufschluß bringen. Kurz vor dem Endziel sollte noch ein Unglück kommen: die Hinterachse des Automobils brach und dieses mußte so weiter-geschafft werden. In Swakopmnnd in Dentsch-Südwestafrika, dem Ziel dieser langen abenteuerlichen Reise, ivurde dem kühnen Fahrer ein herzlicher Empfang zuteil. Die erste Seligsprechung eines Negers. Im letztverflossenen Dezember wurde der heiligen Kongregation der Riten unter anderen Anträgen auch die folgende Angelegenheit zur Begutachtung vorgelegt: Revision der Schriften der Diener Gottes Matthias Murumba und Genossen (Märtyrer) in Uganda. — Gewiß von besonderem Interesse für alle Negermissionen. Wenn dieser Seligsprechungsprozeß zu einem guten Abschluß gelangen sollte, so würden wir die erste Seligsprechung eines Negers oder auch mehrerer Neger aus dem Innern Afrikas haben. Mo bleiben die Männer? Diese Frage erheben die „Katholischen Missionen" (Herder, Freiburg) in Bewunderung der großartigen Tätigkeit und der glänzenden Erfolge der St. Peter Claver-Sodalität, die als deutscher Hilfsverein für die Missionen Afrikas unter Leitung der Gräfin Ledochowska steht und in deren Dienst sich fast ausschließlich Frauen und Kinder gestellt haben. Aus deren letztem Jahresberichte erhellt, daß die Sodalität 20 Filialen, 12 Ehrenmitglieder, 105 ordentliche (wirkende) und 8244 außerordentliche (beitragende) Mitglieder zählt und durch Verbreitung ihrer verschiedenen Blätter und Flugschriften, durch Veranstaltung von Missionsvorträgen, Missionspredigten, Theateraufführungen, Ausstellungen, Bazaren, Wohltätigkeitsabenden usw. — also in echt modernem Betriebe, der auch die ausgiebige Reklame nicht verschmäht — im Jahre 1908 nicht weniger als 173.234 Mark an Missionsgaben für Afrika eingebracht hat; dazu gehörten 20.936 Meßstipendien und auch Paramente usw. wurden im Werte von 36.834 österreichischen Kronen dahin gesandt. Einen gleichen Eifer entwickelt die Missionsvereinigung deutscher Frauen und Jungfrauen. Angesichts dessen fragen, wie gesagt, die „Katholischen Missionen": Wo bleiben die Männer? Haben sie diesen Leistungen etwas Ähnliches gegenüberzustellen? Und ist es nicht höchste Zeit, daß auch sie, dem Weckruf von Breslau her folgend, sich zu einer größeren Tat für das große Missionswerk unserer Kirche aufraffen? Lin Schwaben stücfclein. Wie Gott einem Freidenker seinen Daseinsbeweis erbrachte, erzählt folgendes erbauliche Geschichtchen: Johann Georg Huschwedel, Nagel-schmied seines Zeichens, von Geburt Ehninger, war auf der Wanderschaft in einem aufgeklärten Thüringer Städtchen zur Herberge. Da war alles davon voll, daß am Abend ein Freidenker einen Vortrag über das Dasein Gottes halten werde. Schön, dachte Huschwcdel, das kannst du einmal mit anhören, besonders, da der Eintritt nur sechs Kreuzer kostet. Der Abend kam und der Wanderredner auch und er ließ seine Lästerreden los. Als Knalleffekt am Schluß rief er: „Wenn ein Herrgott wäre, so würde er nach allem, was ich gesagt habe, einen Engel schicken, mir an den Kopf zu schlagen." Da wallte dem ehrlichen Schwaben sein Blut und er brummte: „Das kann ich scho' b'sorge, da brauchte koin Engel darzue, du Bürschle, du frechs!" Und ehe der Maulheld sich zurückziehen kann, hat er seine zwei Ohrfeigen, die nicht von schlechten Eltern sind: „En schöne Grueß von unserm Herrgott. Wegen dem Strick schickt mer koin Engel vom Himmel 'runter. Da tut's der Huschwedel!" Warum der Ibafe eine gespaltene Base bat, erklären die Hottentotten wie folgt: Der Mond wollte einen Boten zu den Menschen senden, um denselben seinen Wechsel mitzuteilen und somit in den Naturmenschen den Begriff der Unsterblichkeit wachzurufen. Der schnellfüßige Hase bot dem Monde seine Dienste an zu dieser Botschaft. „Gut," sprach der Mond, „laufe, was du kannst, und melde den Menschen, daß gleichwie ich sterbe und wieder lebe, so auch die Menschen sterben und Ivieder zum Leben zurückkehren werden." Der Hase hatte bei diesen Worten zwar die Ohren gespitzt, aber in der Eile oder aus Furcht vor den Menschen war entweder die seltsame Mitteilung seinem kurzen Hasengedächtnis zum Teil entflohen oder er fälschte dieselbe absichtlich. Im Galopp kam er bei den Menschen an und meldete: „Der Mond dort oben läßt euch sagen: Gleichwie ich sterbe und verderbe, sollt auch ihr sterben und verderben." Kurz darauf erfuhr der Mond die Trugrede des untreuen Boten und in seinem gerechten Zorn ergriff er seine Sichel und schlug dem Hasen die Nase entzwei. Der Hieb saß so fest, daß jeder Hase mit diesem erblichen Merkzeichen zur Welt kommt uud aus dieser Welt scheidet. Lin eigenartiges Erziehungsmittel besitzen die Japaner. Hierüber berichtet der Direktor des Hiroschima-Gymnasinms Tokiyuki Hojo. Körperliche Strafen sind in unseren Schulen unbekannt. Wir strafen mit Worten, mit strengen Worten und mit dem „Lehrergesicht". — Dieses Lehrergesicht ist eine besondere Zusammenziehung der Gesichtsmuskeln und ein besonderer Blick; er muß lange geübt to erben, erreicht aber auf das Gemüt der Kinder Wirkungen, die ungleich besser sind als die körperliche Züchtigung. Der Gedanke ist, daß mit einem sehr scharfen, vorwurfsvollen, peitschenden Blick der Augen und einer harten Zusammenpressung der Lippen der Lehrer auf das Kind einen gewaltigen Einfluß erzielt. Detteres. Böse Menschen haben keine Lieder. 21.: „Heute Nacht um zwölf Uhr sang ich das Lied an den Abendstern." — 23.: „Mit musikalischer Begleitung?" — 21.: „Natürlich . . . von zwei Schutzleuten." Das schönste Geschenk. Frau (zu ihrem Mann, der bedenklich unter dem Pantoffel steht): „Was soll ich dir denn eigentlich zu deinem Geburtstag geben?" — Mann: „Den Hausschlüssel, liebe Frau!" WvantwortKdber Sdu'iftlcltec: Ikeklor P. Dr. tw. IRaffeinet F. S. C. — »udtovucftevei Usiolia Bviren, Südtirol. Hcröen-WevzerHnis vorn 1. Dezembsv 1909 vis 1. Jännev 1910. ----------In Kronen.---------- Gpferstock: Stbtenan I. Sch. l ; Alm J. N. 1; And ling SL D. D. 24; Andrian F. H. 4; Sitters ee W. b. E. 24; Augsburg Z Z 1.17; Aller I. 58.'3; Ans b. Breg. Wald I. B. 3; Anrach W. d. E. 18; Bayern,b. M. 56.70; Bataszek Pf. R. 1 ; Beek I. Sch. —.65 ; Bizan J. F. 1; Bogen Bencf. L. —.41; Wckstein Th. L. 4; Bozen 9R. M. 1; E. Hl 4; M. Sch. 3; F. R. 1; Brixen I.K. 100; Se.f.b Gnaden Dr.J.Altenweisel 200; Gen.-Vik Dr.F. 20; Kan. W. 10; Prof. A. 3; Bruck G. Sch. l; Brüx I. N. 3; Buch-lirchcn 9[. 1; Cortina D. Ä. P 10; Dentschnoven D. B. 60; Boren M. H. 1; Dornbirn K. M. 8; M. W. 8; G. R. -.HO; Ebelsberg W d. E 35; Ebensee W d. E. 42; Egg A. M. 1; Eglfing K B. 1.17; Eppau F. M. 2; Fehring J. J. 3; Feldkirch d. d. f. b. Gen-Bik. 179; Fischdorf A. B. 1; Flaurling M. D. 1; FliHberg D. J. 2.66; Garsten K. J. 58. 1; Gobrechtshain K. K. 20; Gosbach Pf. B. 2.34; Graz K. Sk. 3; K. G. 18; Ehrw. Kreuzschw. 1; Grein 58. v. B 1; Gries b. B. K. G. !; Giieskirchen J. St. 2; L. Z. 3; M. F. 2; Großraming W. d. E. 76.40; Gschwendt W. d. E. 85.80; Hafing J. R. 4; Haibach J. A. 2; Hasenufer F. Sch. 2; Hatting M. G. 6; Heiligenblnt E. 58. 18; Hof z. Lana J. K. 2; Hohenems M. P. Sp. 8; Holzgan L. B. 1; Imst J. B. 1; Innsbruck T. H. 2; E. M. 1; M. H. 3; Ge. ti. 583. 3; F. H. —.2.i; L. A. 6; 58. 58. 1; F. K. 2; Dr. B. 3; M. St. 8; B. K. 1; Iserlohn Kapl F. 58. 8.65; Itzling J. P. 2; Jachenau A. D. 1.55; Kaiserswalde St. H. 2; Kältern M A. 1; B. ti. B 1; Karlich L. H. 9.40; Kastelruth Dek. L. 1; Kirchbichl St. W. 2; Kitzbühel A. H. 3; Klagenfurt F. G. 1; Pf. S. .58. 18; M. U. 2; Klausen A. L. 18; Kommingen J. B. 3; Komotan K. K. 1; Königsstetten T B. 1; Kossen M. Sch. 1; Kufstein J. St. 1: Laaber Pf. E. D. 2 65; Lana F. C. 34.20; Langenhart F. R. 2; Langenlois M. H. 2; Langesthei Pf. L 1; Langenfeld Koop J. 58. 3; Lappach Pf. J. K. 3; Lemberg E. B 2; Lienz E. M. 3; Linz J. St 1; Losenstein J. W. 1; W. d. E. 67.02; Luckenberg J Z 1; Mals A. Sch. 4; J. H. 8; Mannheim E. K 3.90; Marchtrenk W. d. E. >5.60; Marienbad Ehrw. Schulschw. —.50; H. H. D. 1; Mehrubach T. St. I; Meran K N. 1; Mölken T. Sch l; Montan M. L. 1; Mollu W. d. E.57.46; Mühlbach A. M. 1; München N. W. 3.51; T. E. 9.40; Nadelbach J. St 1; Nals R. P. 2; Nanders Fr. W. 1; Neukirchen W. d. E. 55.20; Neutilschein A. L. 1; Niederthalheim W. d. E. 29; Nikolsdorf J. K. 3; Nußbach W. d. E. 49.44; Obermieming St. Sli. 1; Oberbrunnern J. M. 8; Obergrünau J. H 1; Oberschnadt G. P. 2; Oberösterr. v. IN. 273; Ort M. L. 3; Ottnang W. d. E. 30.76; Oexing M. P. 1. 7; Pernau St. ti Z. 4; Pettenbach W. d. E. 70; Pichl J. H. 1; Pf. J. M. 3; Pram M. B. 2; Rabe,istem Kur. H. 3; Rainbach Pf. H. 3; Reischach J. K. 1; RaNshofen J. B. 2; Rem P. G. P. 3; Rennweg M. G 6; Reschen K F. 1; Renkte St. A. 3; Ried im Jnnkreis DR. P. 2; G E. 8; Rohr J W. 3; Rosenheim F K. 1: Rudolfstal W. d. E. 49; R. F. 1; Salzburg Th. Sch. 6; J. Sp. 1.60; St Florian F. S. 8; A. P. 5; St Leonhard i. P St. H 2; J E. 1; St. Magdalena b. Gsies P. H. 13; St. Mariakirchen Pf. M. J. 1; St. Martin b. Šofer d. L. J. M. 5; St. Pankraz P. Gr. 1; St. Pauls J. D. 4; St. Ulrich K. M. 4; St Valentin F. O. 1; Scharnitz Schw. Ig. 1; Schlanders H. K. 2.70: Schwanenstadt Dek. H. 1 Schalchham M H. 1: Schwaz J. H. 6; See-kirchen Kan. S. H. 1; Senfteubach W. d. E. 30.80; Sierning M. H. 3; Sl. L. 14; K. P. 4; Statz Pr. G. E. 2; Stern Exp. St. V. 3; Sterzing M. W. 1; Steyr L. Sch. 1; Straying St. ö. 2; Taisten R. S. 8; St. Sch 9; Telfs T. Ä 1; Terlan St. O. 3; Thalham W. d. E. 29.70; Thannkirchen Exp. H. 4.70; Thannstetten K. D. 1; Tiers E. St. —.15; Tirol J. 58. 1; Trami« Th. ti. E. 2; Trient T. 58. 1; Mons. A.T. 3; Don A. R. 3; Torren.S. Sch. 2; Tüßling St. K. —.65; Ungenach W. d. E. 58; Unterach W. d. E. 43.20; llttenborf H. D. 4; Vatganenn P. L. 1; J. P. 2; Vierschach St. P. 1; Volders J. St. 8; Böls n. Schiern J. F. 3; Völsen J. P. 1; Walportsheim M. K. —.66; Waldneukirchen W. d. E. 59; Wambach Pf. R 1.17; Wangen Pf. M. 1; Welsberg Dr. J. St. 2; Westerndorf M. 58. I.i7; 5Welschnovcn M. S. I: K. M. 3; Werfen J. M 2; Wien Prof. M. H. 10; Wimsbach J. Gr. 2; Winklern M. E. 3; Wisolvitz St. S. 1; Wochein Bellach Pf. DR. 4; it. 4; Musing Th. Z. 3; Zakola« V. D. 2; Zell a. S. SL St. 1; Zupfing St. Sch. —.50. Zur Persolvierung uoit heiligen Messen sandten ein: Slrbesb'ach R. H. I; Slnbing W. St. 5; Brixen I. R. 20; A. K. 20; Denn St R. 3.51; Deffelbrunn Pfr. 6; Dornbirn SR. SB. 6; Eggenberg Ehrw. Schulschwestern 29.80; Eck F. W. 8; Innsbruck L. St. 4; Imst I. 58. 5; Leschnitz St. S. 2.34; Lend II. F. 6; Melk Schw. DR. 17; Milland B. 2; T. D. 3.51; St. S. 10; Mittelberg I. E. 20; Pichl b. W. Pfr. 120: Postmünster Pfr. 76; Salzburg Di. Di. 8.40; Schiedl-berg T. S. I.2O; Schladming Ehrw. Sch. 2; Schwaz St. 58. 5; Schneitsee P. St. 11.75; Schwabmünchen Ehrw Ter.-Schw. 15.21: Sexten T. St. 8; Siegburg K. DR 11.75; Terlan Th. G. 5; Billnöß Al. DR. 20; Waltzenkirchen F. DR. 4.80. $iir die Mission: Brixen I. K. 100; Prof. St. W. 8; Dornbirn SB. W. 38; Engelshütt E. D. 1.17; Linz. Sammelstelle d. Theo!. Qu. 20; Kiefersfelden J. R. 7.66; Innsbruck S. St. 3; Jansdorf T. DR. 18; München M. G 4.65; Nassiedet Koop. P. J. A 3.90; Ort G. P. 1; Waldkirchen Koop. T. W. 18. pr Msgr. Geyer: Hall i. Tirol Stadtpfarramt 210; Schwanenstadt Dek. H. 100. Šiit pater Miinch: Ebersberg St. R. 20. pr Khartum: Ebensee DR. 58. 10; München G. H. 2.84. Zur Taufe von Heidenkinderu: Dem St. R. 23.40 (Anna ; Nassiedel Koop. P. I. St. 23.40 (Eduard). Gegenstände sandten : Trient, Msgr. T., Bücher; Tersens, Pfr. R., eineKasüla; Engelswald, P. Slug., eilte Kasala; Briefmarken liefen ein aus Brixen — Imst — Komotan — Kapellen — Linz — Lustenau — Tschermoschnitz — Trient — Wartberg. „© tjerr, verleihe allen unseren Wohltätern um deiner Namens willen dar ewige Leben!" Dem heiligsten Herzen Zesu, der lieben Schmerzenrmutter, dem heiligen Zosef, dem seraphischen Vater Franzirkur und dem heiligen Anton!»; sei ewiger Dank gesagt für Hilfe in vielen Stilliegen — für Erlangung einer Wohnung - für den wiederholten Empfang der heiligen Sterbsakramente für zwei Schwerkranke, die viele Jahre nicht mehr bei den heiligen Sakramenten waren. Eebetserhörimgen und -Empfehlungen liefen ein aus: Ahrweiler — Brixen — Gmunden — Graz — Längenfeld — Mittelberg — Odrau - Ort — Rudolfsthal - Sexten — Steyr — Wien. Html bittet ums Gebet: in mehreren Berufsangelegenheiten — in einem langwierigen Ohrenleiden — für Hilfe und Rat in schwerer Not — in vielen anderen Anliegen. — Im Falle der Erhörung haben mehrere Veröffentlichung versprochen. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebere aller Leser werden die folgenden Verstorbenen empfohlen: Frau Kreszentia Wagner (St. Lam-prechten) — Herr Schäfer (Haßfurt). — Hochw. Herrn Josef Schock, Pfarrer in P. ^Dorfgastein). — Frau Juliana Deni (Gaspoltshofen). — Frau Karolina Stailg, gest am 2. Oktober vorigen Jahres (Klepsau). — Herr Joses Santa (Deutschnoven). — Hochw. Herr Johannes Gfchwari, Direktor der f. b. Johauncums, gest. 5. Jänner in Meran. — Herr Franz Talhammer (Gschwendt). „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" gllßomtementsi:@meuerunqen. Vom 1. Dezember 1909 bis 1. Jänner 1910 haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 8 9 35 45 62 72 85 92 96 97 '>07 114 119 127 128 131 133 134 36 138 144 150 155 .58 179 184 187 188 192 210 214 227 228 231 245 270 279 285 294 299 317 3i8 337 339 349 370 373 384 399 417 425 428 430 431 442 444 467 473 476 495 498 499 501 5>3 520 522 524 527 531 533 536 538 542 577 579 680 587 592 597 598 604 613 620 611 628 635 638 64I 659 670 672 675 677 680 681 , 694 696 699 701 703 704 707 709 746 753 757 758 763 787 791 802 8u3 804 806 809 814 818 825 826 831 849 865 868 871 915 920 924 929 935 938 944 950 953 955 953 960 967 972 975 «81 982 986 997 1012 1018 1019 1026 1031 1038 1043 1048 1019 1054 = 1055 .10 8 1 82 1086 1087 1090 1095 1096 1102 1109 1111 1113 1114 1116 1118 1119 1123 1134 1139 1140 1147 1155 161 1170 1171 1173 1179 1193 1201 1205 1212 1220 1221 1228 1229 1251 1258 1270 1279 1 87 1297 1298 1305 1307 1308 1309 1312 1321 1328 1331 1338 1345 1348 1352 1356 1364 '367 1370 1373 1382 1393 1405 1417 1423 1427 1437 1464 1475 1489 1490 1502 1507 1511 153! 1515 15 -2 1558 1590 1597 1623 1635 1644 1651 1664 1673 1674 1679 1682 1689 1695 1596 1697 1747 1748 1752 1776 1782 1785 1791 1797 1818 1830 1832 1833 1835 1837 1839 1879 1917 I960 1932 1938 1939 1943 1950 1952 1958 1965 1966 1972 1975 1976 1986 1989 1991 1995 200 L 2002 20 2 2018 2032 2033 2 >34 2037 2067 2077 2078 2090 2102 2106 2108 2122 2153 2173 218! 2188 2189 2 94 2 95 2:29 2239 2261 2278 2298 2316 2319 2323 2326 2328 2329 2348 2353 2360 2364 2367 2378 2380 2384 2394 2397 2407 2415 2418 2427 2129 2432 2434 2435 2455 2466 2469 2470 2472 2 75 2479 2497 25>'8 2519 2523 2535 2554 2557 2567 2599 2600 2601 26'>2 2603 2616 262 L 2623 2627 2h38 2654 2657 2667 2672 2682 2687 2693 2702 27 8 2719 2722 2727 2728 2735 2741 2742 2745 2779 2791 2799 2803 2806 2807 2809 2837 2842 2847 2896 2897 2902 2919 2934 2950 2955 2956 2957 2967 2970 2971 2972 2975 2976 2978 2980 3003 3014 3017 3057 3059 3085 3090 3094 3096 3100 3101 3109 3110 3132 3151 3138 3172 .3176 3177 3220 3226 3229 3233 3238 3244 3219 3258 3284 3301 3302 3303 3304 3305 3315 3316 3333 3334 3344 3351 3355 3358 3360 3368 3382 3394 3409 34 4 3422 3427 3428 3431 3434 3436 3149 3450 3455 3456 3459 3460 3464 3482 3486 3489 3502 3508 35 9 3522 3524 3531 3536 3538 3542 3545 3357 3563 3567 3631 3634 3649 3657 3662 3667 3668 3675 3701 3718 373.0 3733 3736 3804 3916 4006 4032 4059 4066 4085 4112 4117 4118 4119 4121 4124 4125 4145 4148 4150 4170 4175 4177 4196 4207.422? 4231 5015 5017 5021 5023 5028 5033 5035 5038 5067 5071 5074 5104 5119 5121 5127 5140 5143 5157 5168 5169 5182 5187 51-8 5190 5208 5234 5255 5279 5283 5320 5350 5359 5370 5373 5380 5383 5402 54 6 5444 5469 5498 5531 5598 5644 5759 5812 5886 5957 6056 6683 6300 6344 6361 6362 6367 6368 6399 «400 6418 6440 6452 6471 6489 65'13 6517 6539 6589 6602 6660 6666 6682 6743 6745 6818 6863 6901 6946 6964 6965 6981 6990 6992 6997 6998 7026 70:8 7043 7055 7060 7072 7104 7108 7134 7146 7156 7161 7191 7231 7233 7234 7235 7236 7243 7259 7264 7280 7284 7290 7295 7307 7316 7338 80 1 8002 8003 8008 8012 8018 8022. 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