Whiumeretiim» - Preis«: ' Für Laibach: VanzjShrig . . 8 fl. 40 Ir. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «iertrljLhrig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — „ 70 * i M,t bet Post >-»,j«hrig...........12 H. »NdjShrig............ 6 „ WtttdiHrig...........3 * Laibacher Für Auflellung in« Hau« etetttlj. 26 kr., monail. 9 kr. Einzelne Stummem 6 kr. TJ [n^blott. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet._ IkNett»*: vahnhofgaffe 9h. 16. «r»r-ttton»-» J,serate»-Bnrtu: Kongretzplatz Nr. 8 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr t geb. Bamberg.) 3ii1ertt •Han haben, nicht so siegesfroh anfzuireten. Bon alltn Seiten wurde er »ngeschrieen, alle nur denkbaren Schimpfworte wurden ihm an den Kops geworfen, und schließlich wurde et gezwnngen, um sich nicht noch größeren Unannehmlichkeiten «»Szusetzen, das Lokale }u verlassen. Pfarrer und Kaplan haben sich in Ratschach unmöglich gemacht, das fürstbifchöf-liche Ordinariat wolle Fürsorge treffen, büß diesen zwei Kampshähnen ein anderes Terrain angewiesen werde, denn hier ist ihres BleibenS nimmer. So arbeiten unsere politischen Gegner, kein Mittel ist ihnen zu schlecht, um bas vor» gesteckte Ziel zu erreichen. Wir wollen uns dar ad notam rühmen und uns bei künftigen Gelegenheiten nicht mehr das Heft aus der Hand reißen lassen, denn es handelt sich da nicht um persönliche Interessen, sondern um das Wohl des Lande» und seiner Bevölkerung. Watsch, 24. Juni. Wenn je in unserem kleinen Markt-ftcefen allgemeine Freude geherrscht hat, so war es bei dem Bckanntwerden des Ausfalles der hiesigen Wahlmämierwahl! Pfarrer Tanker, das Prototip der {römischen Geistlich-^ ; 'ft in seiner eigenen Pfarrgemeinde trotz wüthendster lgitation als Wahlmannkandidat mit Pauken und Trompeten burchgefallen! Und welch' bittere Worte er von feinen Psarrschiiflein noch extra anhören mußte! Nicht genug damit, daß der arme Pfarrer Tauier zuhörcn mußte, wie zwei Nemskutarji zu Wahlmännern gewählt wurden, muhte er auch noch öffentlich die unzweideutigsten Erklärungen des Mangels jedes Vertrauens und jeder Achtung seitens seiner Psarrlinge in seine Ohren Einbringen lassen; Armer, armer Pfarrer Tauier! Sie müssen sich hiefüt durch Einsammlung von einigen Collecturen zu trösten suchen; freilich ist gerade diese Ihre unbefugte Lieblingsbeschäftigung Ursache der stets unzweideutigen Meinungsäußerungen Ihrer Psarrkinder gegen Sie! — Wie wurden Sie doch unlängst gelegentlich einer Besitzstörungsverhand-|yn6 von Bauern und Bäuerinnen öffentlich genannt? Helsen Sie doch meinem Gedächtnisse nach, Herr Pfarrer auier! — Sie werden wol trotzdem wieder die Verirauens-bie ' ciye8 Landtagsabgeordneten unseres Bezirkes durch ^prächtigeHe^rei Ihrer Berufsgenossen erlangen, wenn auch jn bcr eigenen Gemeinde als Wahlmantt durch-£,cn’ "icht wahr, Herr Pfarrer Tauier? Sollte dieser tauerfaU eintreten, so werden wir Watscher uns we-'Ssteiis unschuldig fühlen können. . 8}»Rciifuf{, 23. Juni 1877. Wenn man sich die Agi- on der Geistlichkeit auch noch so lebhaft Vvrstellt, ist dies nut ein schwaches Schattenbild gegen die Wirklichkeit, ’e Mau sehen muß, um sie zu glauben! Gibt cs in Oester-eit9 keinen Schutz gegen die liebergriffe der Pfaffen bei «f.n ®ahleit ? Das nennt man Wahlfreiheit, wenn der vtarrer oder Kaplan jeden einzelnen Wähler via Seicht« ul)l, ,,izprasevanje,“ Predigt in und außer der Kirche, earbcttung unter vier Augen mit Hilfe des schon Banalen tttzeä: „Der Glaube ist in Gefahr!" so lange knetet und SDYi n bie anempfohlenen Pfarrer, Kapläne und c6ner zu wählen verspricht? Will uns die Regierung e8«t diese Vergewaltigung der öffentlichen Meinung nicht n Schutz nehmen ? Wir protestieren auf jeden Fall gegen *e Proclamierung des Ergebnisses solcher Wahlen als des usdruckes des Volkswillens! Wenn es geduldet wird, _a° ^*e Geistlichkeit die Wahlen auch fernerhin und aft n 611,1 Orten derart mit allen möglichen erlaubten und nerlaubten Mitteln beeinflußt, wie sie es bei den jetzigen Wahlen in Untertrain thut, dann wäre es besser, man änderte die Wahlordnung dahin ab, daß nur Pfarrer, Kapläne, Meßner, Kirchenpröbste und dergleichen „gute Oesterreicher" das Wahlrecht besäßen! Bei uns ist es auch nur infolge der unverschämten Hetzereien unserer Geistlichkeit möglich gewesen, daß nicht alle unsere Wahlmänner aus der liberalen Partei gewählt wurden. Das Unglaublichste an der Sache ist jedoch, daß sich die heimische Geistlichkeit nirgends stark genug mehr fühlt und quasi „Missionen" bestellt; diese Missionen werden aber nicht von den Jesuiten, sondern von den Nachbargeistlichen besorgt. Ein solcher Missionspfaffe ist der nachbarliche neue Pfarrer von Neudegg: Lorenz Urbania, welcher derzeit die Probe oblegen zu müssen scheint, ob er des Dr. Bleiweis'schen Wanderlehrerpostens würdig ist, wenigstens kann man diesen unermüdlichen Bolksverhetzer bei jeder Wahl in der ganzen Gegend finden, wie allgemein bekannt ist. Besteht denn darin der Berus eines Pfarrers? Sv bunt, wie es die Geistliche» bei den jetzigen Wahlen treiben, haben sie es doch noch nie getrieben! Haben wir denn wirk-lich einen gemäßigten, gesetzestreuen, österreichisch gesinnten Bischof? — Unter Bischof Wolf wäre der jetzige Pfaffen» Veitstanz in Krain nicht geduldet worden. Zu den Wahlen. Im Beginne der Wahlbewegung wurde von den Nationalen — wir wissen nicht warum — au-gesprengt, daß die nationalen Landesansschüffe Dr. Zarnik und Murnik lene LandtagSmandate mehr annehmen. Wir müssen zugeben, baß tiefe Abstinenz auf richtiger Selbsterkenntnis beruhe, und glauben namentlich, daß Herr Murnik wohl daran thut, vor allem feinen Obliegenheiten als Handels-kammer-Sekretär nachzukommen, welche ja die Arbeitskraft eines Mannes vollauf in Anspruch nehmen. Neuerer Zeit ist zu hören, daß beide Herren dennoch sich um Landiags-mandate bewerben, und zwar Dr. Zarnik um den einer trat-nischen Landgemeinde, Herr Murnik aber — als geheimer Kandidat — in dem StSdtewahibezirke Neumarktl»Rad-mannsbors-Stein. Daß diese Herren in die Reihe der nationalen Kandidaten treten, ist gewiß sehr erklärlich, weil e« ja für beide sehr bittet ist, die La»d«S»u«fchußposten auf-lugtben, auf welche nun wieder berufen zu werben dieselben sich schmeicheln. So glauben wir denn, baß sich beide H'rren, namentlich aber Dr. Zarnik, in einem wesentlichen Jrrlhum befinden. Letzterer wurde bekanntlich — gegen den klerikalen Mitbewerber Dr. Poklukar — von den ehemals fogenannten Jungslovenen in den Landesausschuß kandidiert, die Mitglieder der verfassungstreuen Minorität schloffen sich mit ihren Stimmen den letzteren an und verschafften dem Dr. Zarnik so zum LandeSauSschußposteu, wobei ihm das Versprechen abgenommen wurde, in wmhschaftlichen Landes-fragen im LanbeSauSschuffe stets jene Prinzipien zu vertreten, welche ihm alS jene der Landtagsminorität bekannt sind. Dr. Zarnik hat damals zwar allerdings ein etwas reserviertes, aber doch ein Versprechen in diesem Sinne gegeben. Daß seine Haltung im Landesansschüffe diesen Intentionen feiner Wähler nicht entsprach, geht aus einem jener wenigen Elaborate hervor, die unter seiner Firma (damit will nicht auch gesagt sein: auS feiner Hand) als Landes» «nsfchußvorlagen im Landtage eingebracht wurden, au« dem für daS Land so uuheilvollen Irrenhaus-Bauprojekte, das Dr. Zarin! mit aller Wärme vertrat. Wir wollen unS in keine weitere Kritik der Leistungen Dr. Zarniks im Landes-anSschnsse einlassen, sprechen jedoch die Uebeytugung aus, baß ihm — bet so vollständig in« klerikale Saget überging — aus ben Reihen btt Lanbtagsminorität nie mehr eine Stimme utib das Vertrauen als Landesausschuß-Beisitzer ! entgegengebracht werden wird. WaS feine Eignung als Landtagsabgeordneter betrifft, fo können wir fo manches Erbauliche darüber erzählen, wie sehr sich Zarnik um das Wohl 1 des Landes anxitntnt und wir weit feine Opferwilligkeit hier reicht. Wir erinnern nnS da, von einer charakteristischen Xenßerung vernommen zu haben, welche er in den Finanz» Ausschußsitzungen deS Landtages in der letzt »erwichenen 1 Session gethan hat. AlS nämlich ihm — dem neugebackenen Lbvokaten — von feinen Kollegen im Ausschüsse der Vorwurf öfteren Ausbleiben- von den gerade in dieser Session so wichtigen AuSschußberathungen gemacht wurde, erklärte der gute Mann: ihm stehe zuerst und zunächst fein Geschäft und seine Kanzlei, dann komme erst lange Zeit nichts, und zuletzt erst der Landtag! Wir gratulieren den Wählern, denen nunmehr dieser „Patriot" wieder alS Landtags-abgeordneter ordiniert wird, und wir verweisen, wenn etwa die Richtigkeit dieser unserer Mittheilung in Zweifel gezogen werden sollte, auf die Zengen dieses Vorfalles im Finanzausschüsse, auf die Herren Murnik, Dt. Poklukat u. f. w. — also auf nationale Gedenkmänner selbst. — (Der klerikal » nationale Kandidat für die Marktgemeinden Oberlaibach-Ä d e l S b e r g.) Der gestrige „Naiod" beschwört die WShlir der Marktgemeinde Oberlaibach bei den dortigen theuren historischen Erinnerungen an die einstige römische Schiffer-station Nanportus und unter Hiuweis auf die unvermeidliche Ausrottung der slovenifchen Sprache durch die „Nemskutarji/ falls diese zur Majorität im Sanbtage gelangen sollten, ihre Stimmen ja nicht dem liberalen Kandidaten D r. Deu, Advokaten in Abelsberg, sondern dem von den Schwarzen ausgestellten Kandidaten Adolf Obres» von Zirkniz zu geben. Letzterer hatte oli Jung-flovene bei den letzten Wahlen einen Landtagssitz in der Landgemeinde von Adelsberg, wozu auch Zirkniz gehört, errungen. Nun ist eS doch auffallend, einen bisherigen Abgeordneten der Lanbgemeinben in einem Bezirke, wo ec selbst domiciliert, bei der Kandidatur für die bevorstehenden Wahlen fallen zu kaffen und ihn für eine andere Wahl-gruppe zu kandidieren. Die Ursache dieses Ehangements war die, weil Herr Obrefa daS Vertrauen der Landgemeinden der Gerichtsbezirke AdelSbetg, Feistriz, @eno-fetfch durch feine Haltung im letzten Landtage völlig ein-gebüßt hat, fo daß er bei einer bevorstehenden Wahl von dieser Seite auch nicht eint Stimme bekommen würde. Bekanntlich hatte derselbe alS Abgeordneter jener Bezirke die Rekalhaler Straßenmauth zu vertreten, allein nicht genug, daß et dies nicht that, hatte et in der letzten Lanbtagsfession im dolkSwirthschaftlichen Ausschuss» ben Uebergang zur Tagesordnung über die diesbezügliche LanbtagSvorlage gestellt, was auch von btr Majorität des Ausschusses angenommen würbe, so baß eS der liberalen Lanbtagsminoritüt überlassen blieb, die durch bie speziellen Verhältnisse jener Straße bedingte, von Dr. Schrey «(«gearbeitete Landtags-Vorlage wegen Erlaffung eines Gesetze« behufs Errichtung jener Mauth im Landtage zu verteidigen, was ihr auch gelungen ist. Wir geben gerne zu, daß Herr Obrefa manche fehl triftigen Gründe haben mochte, mit dieser Mauth nicht einverstanden zu sein, allein schon wegen btr Rechtfertigung vor stintn Wählern wäre es um so mthr feint Pflicht gewesen, denselben bekannt zu geben, was jtdoch seitens des Herrn Obrefa im Landtage nicht geschehen ist. Ja, es war sogar für feine Gesinnungsgenossen nicht wenig überraschend, daß et bei der namentlichen Abstimmung über die gedachte Straßenmauth aus dem LandtagSsaale Reißaus nahm, ein Vorgang, der für den ausgestellten Kandidaten einer einstigen römischen Ansiedelung keineswegs fchrneichel-hast und auch in der römischen Geschichte ohne Beispiel fein dürfte. Jedoch möge zur Entschuldigung des Herrn Obrefa angeführt werben, daß er kurz zuvor in gleicher Weife das liberal flunkernde jungslovenische Programm Arm in Arm mit Dr. Zarnik in Stich lasfenb, mit Sack und Pack ins klerikale Lager übersiedelt ist. Böse Beispiele verderben gute Sitten I Man kann es daher Herrn Obrefa nicht übel nehmen, baß er feit jener Zeit auch in den schwerwiegendsten finanziellen Fragen unbedingt dem Kommando des »Vaters der Nation" parierte, ja, er soll — wie uns von verläßlicher Seite mitgetheilt wird — im Finanzausschüsse des Landtages, dessen Mitglied er war, in einer Sitzung, wo die Jrrenhausbaufrage zur Sprache kam, ohne an bet bieSbezügüchen Sitzung theilzunehmen, bie schriftliche Erklärung an den Obmann abgegeben haben, daß et, obwol abwesend, den (heueren kandesauSschußanträgen vollständig zustimme. Aber auch bezüglich der Heilighaltung der slove-nischen Sprache dürfte Herr Obrefa kaum in bet Lage fein, bem Jurcii-Klun'fchen Prinzip* „Nix teutsch“ Folge zu leisten. Wenn > nufere Gegner ben Liberalen im Landtage vorwetfm, daß sie nicht sovenisch sprechen, so trifft dieser Vorwurf im vollen Maße Herrn Obrefa; wie e» die stenographischen Protokolle beweisen, hat et bisher im Landtage stets nur deutsch gesprochen, was nach jener Theorie einem Hochverrathe an bet slooenischen Sprache gleichkommt. Um jedoch gegen Herrn Obres» nicht ungerecht zu sein, müssen wir hervorheben, daß er im Landtage stets in anerkrnnen«-«erther Weise für die Gründung eine« besonder» Bericht«, sprenge!« in Zirkniz eingetreten ist. Sollte e« je dazu kommen, so müßte der dermaltge Gericht«bezirk Loitsch, auf dessen Kosten die Schaffung jene« neuen GerichiSbezirke« zu geschehen hätte, wegen zu geringen territorialen Um« sänge« durch einen nachbarlichen «erichtSbezirk entschädiget «erden. Und dieser letztere könnte wol nur jener von Ober-laibach sein. Jeder mit den administrativen Verhältnissen nur halbweg« Vertraute wird sich der Ueberzengung nicht verschließen können, daß im Falle, al« in Zirkniz ein Ge-ri»t«sttz zustande fänte, Oberlaibach zu Loitsch geschlagen werden müßte, daher der sreundliche Marktort Oberlaibach, mit dem Amtssitze de« Berichte«, von dem Schicksale ereilt würde, wie es bei Planina der Fall gewesen ist. 68 war daher vom klerikalen Somit* nicht klug gehandelt, für dir Marktgemeinde Oberlaibach einen Kandidatin aufzustellen, der fich in der oben angedeuteten Richtung zunächst für Zirkniz interessiert und in seiner Anhänglichkeit für seinen Wohnsitz die noch viel wichtigeren Interessen der Markt-gemeinde Oberlaibach als Gerichtsbezirk in die Schanze schlagen würde. — (ZurCharaklerisierungunsererGeg-n e r) bei den bevorstehenden Landtagswahleil wollen wir aus ihrem heute veröffentlichten Wahlaufrufe nur eine Stelle hervorheben. Sie wagen es, sich auf das Zeugnis unseres hochverehrten Parteigenossen, Herrn Landeshauptmann Dr. R. v. Kaltenegger, für ihre Sache zu berufen! Aber, in welch' perfider Weise geschieht dies! Mit fetter Schrift drucken sie, Dr. R. v. Kalten-egger habe in der heutigen Landtags-Schlußrede gesagt: „Das Landesvermögen hat sich nicht vermindert, eher vermehrt." Also ist natürlich alles Lüge, was w i r gegen das Landes* regime vorgebracht haben. Doch unsere Gegner verstehen es, mißliebige Thatsachen zu fälschen. Dr. v. Kaltenegger hat allerdings gesagt, war sie ihm in den Mund legen, doch ist es aus dem Zusammenhange gerissen, es bezieht sich zudem nur auf die letzte sechs-jährigeLandtagsp eriode 1871—1877. Unsere Denkschrift aber über das Regime der sogenannten „Nationalen" umfaßt beide Landtagsperiodcn 1865 bis 1871 und 1871 bis 1877, und in beiden hat unsere „nationale" Clique bas Ruder geführt. Das ist Wahrheitsliebe I Uebrigens wissen wir allerdings, daß auch Wahlaufrufe unsere Sache nicht entscheiden werden, die Entscheidung liegt in den Händen jener dunklen Macht, deren Herrschaft noch keinem Lande Segen gebracht hat. Zu uns steht, wer Freund des Rechts, Freund der Wahrheit ist, Einmal muß unsere Sache siegen, möge auch unseren armen irregeleiteten Landsleuten noch eine Periode finsteren Druckes, erbarmungsloser Parteiwirthfchaft beschicken sein. — (Klerikal-Nationale Landtagskan-didaten.) Der dtesertage erschienene Wahlaufruf der Gegenpartei bringt folgende Kandidaten: Für die Landgemeinden: 1.) Umgebung Laibach: Dr. Johann Blei-wei« und Lukas Robii (letzterer bisher Vertreter für die Landgemeinden Radmannsdorfs); 2.) Egg-Stein: Lukas vvetec, Notar in Littai (neu); 3.) Adelsberg-Senosetsch-Feislriz: Dr. Zarin! (bisher Vertreter der Landgemeinden von Tressen), Dr. Boinjak, Reich-rathSabgeordnet« (neu); 4.) Krainbnrg.Lack: Detele, Beamter der oberkrainischen In-dustriegesellschast in Neumarkt! (neu), Hetzkaplan Klun (neu); 6.) RadmannSdorf: Dr. Poklukar (bisher Vertreter der Land, gemeinden der Umgebung Laibachs); 6.) Wippach-Jdria: Mathia« Laorencii (wie bisher); 7.) Landgemeinden Ru» dolfSwerth, Landstraß, Gutkseld: Wilhelm Pfeifer, Reichs» rathsadgeordneter (neu); 8.) Treffen-Seisenberg-Nassensuß-Littai! Gros Barbo, Kodier, «astwirth in Littai (neu), Po-toiiiik, pens. Baurath (neu); Bottschee-Reifniz-Großlafchilsch-Primus Pakiji, Karl RudeZ (uugeändert). — Für die Wahlbezirke der Städte und Marktgemeinden : Krainburg: Schau» nil, Apotheker in Krainburg (neu); Nenmarktl-Stein-Rad-mann«dors: Michael Stare in Mannsburg (neu); Rudolfs: werth nebst den übrigen nnterkrainischm Städten: Peter Graselli (bisher für die Landgemeinden von Adelsberg); Adelsderg-Oberlaibach-LaaS: Adolf Obrefa von Zirkniz, bisher für die Landgemeinden von AdelSberg; Jdria: Ludwig Jenko, gewesener Bergphysiker. Demnach entfallen von den Geist- lichen drei, und wird der Glaube nur durch den Hetzkaplan Klnn repräsentiert. Dagegen will die Segenpartei den Nöthen de« Laude« durch drei Aerzte abhelfen. Wa« also bisher durch geistliche Heilkllnstler nicht gelang, soll durch diplomierte Doktoren in« Werk gesetzt werden. Außer den drei geistlichen Herren wurden scarliert: Handelskammersekretär Murnik, Rotnil von Oberlaibach: Kramarik, Bauer au« Radovica, letzterer galt al« Sturmbock der Klerikalen, wenn e« notb-wendig war, in Hemdärmeln auszutreten. Für die Stadt Laibach wurde von der Ausstellung von Kandidaten Umgang genommen. — (Wie die Alten sungen, so zwitscheren die Jungen.) Im nationalen Lager spielt sich eine rührende Familienszene ab. Papa VleiweiS bat den eine Zeitlang obstinaten, nunmehr aber zur Einsicht der überlegenen Weisheit des Vaters der Nation gelangten, mithin offenbar besserungsfähigen Jüngling aus dem ci devant jungslovenischen Lager — Juriii — als politischen Adoptivsohn in die große Familie der Kryptogamen ausgenommen. Beide vereint, Arm in Arm, durchstreifen die Umgegend Laibach«, um für ihre Familientraditionen weitere Prose-lyten zu gewinnen. Wir sind überzeugt, daß Otta Blei- weiS üdir Diesen einen Juriii, der Buße thut, mehr Freude hat, als über 99 PoklukarS, und wir zweifeln nicht, daß elfterer, wenn er sich nur reit brav aufführt, bald zu den wunderbarsten Heiligen der klerikalen Partei zählen wird, die Ihm so liebevoll ihre allumfassenden Arme öffnete. — (Ein geretteter Türke.) Die National-Klerikalen beabsichtigten am Vorabende deS h. Johannes einen mit Stroh ausgestopften Türken auf der „DrenikShöhe" zu verbrennen. Wegen eingetretenen schlechten WetterS unter, blieb diese« Autodafe. Ein Slovene aus Laibach, dem dieses Schauspiel vereitelt wurde, meinte, der Himmel habe schließ- lich die Türken lieber als die Russen. — (Der Agiozuschlag) wird vom l. Juli l. I. an zu den hiervon betroffenen (Btbürcn jener Bahnanstalten, welche zur Eingebung eine« Agiozuschlages berechtigt find und von diesem Rechte Gebrauch machen, mit 12 Perzent berechnet. Hierdurch wird die bestehende th-ilweise Einhebung eines Ibperzentigrn Agiozuschlages im Personen-, Gepäck-und Eilgutverkehre der k. k. priv. Südbahngesellschast nicht berührt. Singesendet Ganz verläßlichen Mitteilungen zufolge wird daS ilgitationsgeschSst sür die versassungSseindlichen Landtags-kandidaten im Landstraßer Bezirke mit besonderem Eifer von einem k k BezitkSgetichts-Adjuncten, einem k. k. SteueramtSkontrollor und sogar unter gefällig« Mitwirkung eines k. k. Gendarm betrieben. Wir glauben, daß die löbliche Redaction über diesen Fall Erkundigung einziehen und genauere Mittheilungen bringen sollte, da dies in mannigfacher Hinsicht von großem Interesse wäre. Gin Landstraßer Wühler. Zum nächste« BergvügrmgSzuge «ach Oberkrai«. Nicht nur in Poliisch, Beide«, Leis, sondern auch in Bi» gaun gibt e« für Berg»Üguiig«,Ügler de« Angenehmen in Fülle, und lohnt r« sich wol der Mühe, die herrliche Vigauner Gegend r» besichtigen; nebstbei wird man im Gasthanfe des Herrn Aloie Vitia, prompt und billig bedient, fowol mit ausgezeichneter Küche als auch mit vorzügliche Getränk, und sind ebenfall« daselbst Sommerwohnungen zu vergeben. Mehrere So ii nlagS-Bergnügungrzüglet. LebeuSmittel-Preise iu Laibach am 27. Juni. Weizen 11 fl. 21 tr., Korn 7 fl. 15 tr., «erste 4 fl. 71 tr., Hafer 4 fl. 6 tr., Büchweizen 7 fl. 48 tr., Hirse 5 fl. 36 tr., Kntumtz 6 fl. 40 fr. pr. Hektoliter; Erdäpfel — fl. — kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — tr. per Hektoliter; Rindschmalz 90 kr., Schweinsett 86 tr., Speck, frischer, 74 tr., Speck, geselchter, 78 tr., Butter 85 tr. per Kilogramm; Et« 1 */, tr. per Stück; Milch 7 kr. per Lit«; Rindfleisch 50 tr., «albsteisch 46 tr., Schweinfleisch 60 tr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 tr., Stroh 2 fl. 15 tr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 tr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. pr. vier E.-Meter; Wein, roth« 24 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Witterung. Laibach, 28. Juni. Anhaltend heiter, außer einigen Hausenwolken, schwacker SO. Wärme: morgen- 7 Uhr + 15 0*, nachmittags 2 Uhr + 251» C. (1876 + 20 7'; 1875 + 20 6» C.) Barometer im Fallen, 737-64 mm. Da« gestrige TageSmtttel der Wärme + 18 1°, um 0 8« unter dem Normale. Telegramme. Wien, 27. Juni. Nach einer Mittheilung deS ObmaimeS im Klub der Linken über die nachmittägige Konferenz der Klub-AuSschußobmänner im Ministerpräsidlum erfolgt die Reichsrathövertagung n der ersten Hälfte deö Juli. Der Klub der Linken beschloß mit allen gegen zwei Stimmen, die morgige Sitzung abzuwarten, ehe man sich über die Einbringung einer Interpellation entscheide. Bukarest, 27. Juni. Die Kammern wurden mit einer Botschaft de« Fürsten, welche die von den Kammern proklamierte Unabhängigkeit besonder» hervorhebt, geschloffen. Petersburg, 27. Juni. (Offiziell.) Au» Mazza 26. d. meldet General Tergukaffvff, feine Lolonne wurde bei Dajar am 21. d. von 20 Bataillonen mit 12 Geschützen und 4500 Reitern angegriffen. Nach zehnstündigem Kampfe wurden die Türken zurückgeschlagen, obwol die ruffischen Verluste groß find. 51 Soldaten und 15 Offiziere sind tobt, 365 Soldaten verwundet. Die russischen Truppen kämpften auf einer fünf Werst langen Position aufs glänzendste gegen den überlegenen Feind. Die Artillerie feuerte vortrefflich. Am 22. d. M. Scharmützel. Später wurden dir Türken zugelaffen, aus den ruffischen Positionen die Leichen der Türken zu sammeln. Bei Kars wurden neun neue Batterien mit 36 Geschützen errichtet. Der Verlust der Russen am 24. Juni betrug 2 Todte und 14 Verwundete. Telegrafischer Kursbericht am 28. Juni. Papier-Rente 60.70. — Silber-Rente 65 95. — G-i»-Rente 72 05 — 1860er Slaats-Anlehen 111 60. — Bank» actien 778. — Krebitactien 142 25. — London 125 55. — Silber 110-25. - K. k. Münzdukaten 5 95. - 20-Franc» Stücke 10 05. - 100 Reichsmark 6175. Ocssentliche Danksagung. Krainburg. Wunder geschehen im Himmel der Nationalen I Was ich nie zu hoffen, was ich nie zu denken gewagt hätte, ist zur Thatsache geworden: „Narod", statt mit gewohnter giftiger Lauge mich zn bespritzen, stellt in seiner Nummer 148 vom 26. Juni b. I. ein glänzende« Zeugnis meines Fleißes, meiner unermüdelen Thätigkeit mir aus. Ueberrafcht und hocherfreut durch solche öffentliche Anerkennung, muß ich den Herren, die ihre geistigen Abfälle im „Narod" ablagern, auch den verdienten — doch nnsag» baren — Dank hiemit öffentlich auSdtiUfen. Im Überschwenglichen Gefühle meines Glückes, daß Gegner eS sind, die mich auszeichnen, gedenke ich kaum mehr früherer Freundlichkeiten des „Narod", wie z. «. seiner geistreichen Anspielung auf Ucbergtöße meines Gehewerkes u. dgl. Das Eine wie das Andere ist übrigens für mich nur schmeichelhaft, da eS die fortdauernde minutiöse Aufmerksamkeit manifestiert, die „Narod" mir und meiner Person schenkt. Unter Wiederholung meines Dankes habe ich nur no* die Bitte beizufiigen: „Narod" möge recdt bald wieder dutth Widmung einiger Zeilen erfreuen den dafür fleiS dankbare» (329)_________________Josef 8teinmetz. W 5 fl. Belohnung! Gestern abends wurde aus einer Bank im ersten The^ der Sattermannsallee ein grauer RipSshawI, mit Lilaseide gestickt, liegen gelassen. — Der redliche Finder erhält de« Rückgabe in Kleinmayr & Bambergs Buchhandlung ei«1* Belohnung von 5 fl. ________________(330)^ Verloren! “ Gin viereckiges goldenes Medaillon mit «eiß-rothe^ Larueolstein, darin eine Frauen- und zwei Kinter-W* graphien, ist aus dem Wege vom RudolfSbahnhose bi» die Stadt in Betlust geiothen. Für den ehrlichen SirL( I fünf Gulden Belohnung bei Abgabe an die Erped. d. Druck von Jg. v. Kleinmavr & Fed. Wamberg. Verleger: Oltomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.