Magesbote für Mntersteiermark Pr^ntttti^stUlonsprkit für Marb«rß. .....- fl. 7» »» ZnrrttIjShrig . . . - > „ .^ufttUttng >non.»t>ich . . . — .. >t „ n«rn 4 kr. ivega« der ttberate« Partei. Erscheint tSglich «i» HvB«ah«e der Ss«»» »»d FetertAße. Maimsertpte werden nicht t»r«ck >es»het. HVßWUWLIMchUDltzßß Wßtz DGlDl .....» .....» . . . . U D DMt. Marburg, Freitag SS». Ntovember Territorial besitz garantiren ließe; sreilich würde dann das ehemalige russische Protektorat über die Donau-ftrstenthümer auf die ganze Türkei ausgedehn H>arlamentarifche». tW i e n. VIII. Sitzung des Herren tlanses.) Nach Eriedigun^l der Formalien überreicht der Justizminister mehrere Gesetzen würfe minderer Wichtigkeit. Hieraus stellt Dr. Klier den von der ge-ammten Berfassungspartei unterstützten Dring-ichkeitSantraa: „Das hohe Haus wolle beschließen: Die »ohe Regierung wird aufgefordert, bei Gr. Maj. dem Kaiser eine Verlegung des Tages der Ek' öffnung der Delegationen um 6 bis 8 Tage zu erwirken." Nachdem der Anlra^teller sür, Vr. G i o-anelli, (jener große Mann (7), welcher die esammte liberale Presse Steiermarks sür eine Schmiere" erklärte), dagegen gesprochen, wird die »)ringlichteit abgelehnt; dagegen Skene und die Rechte. Dr. Groß beantragt, daß der Ausschuß, welchem der Antrag des Dr. Klier zugewiesen werden wird, binnen vierundzwanzig Stunden über denselben mündlich Bericht zu erstatten habe, owie daß von der Drucklegung des Antrages Umgang genommen werde. Der Antrag wird angenommen und die erste Lesnng des Klier'schen Antrages auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt. Hieraus erfolgt die Wahl in die Ausschüsse ur die Gesetzesvorlage über den Bau der Bahn» Linien Lemberg-Stry. Billach-Tarvis, solvie jene Weier Mitglieder des Staatsgerichtshofes. Der öerifitalionsausschuß beantragt die Beriftzirung der böhmischen Wahlen aus den Gruppen der Städte. Landgemeinden nnd Handelskammern — wird angenommen. Die nächste Sitzung findet am 17. statt. (II. Sitzung des Herrenhauses.) Nach Erledigung der lausenden Geschäfte ersucht der Ministsrpräfident um beschleunigte Boraohme der Delegationswahlen. Der Justizmiuifter über-reicht den Entwurs einer neuen ^ ivil Prozeß-Ordnung sammt Eiusührungsgesetz. der Ün-terrichtsminister emen solchen über die Erwerbung des Doktorgrades, der Handelsminifter die Borlage über eine Maß- und Gewichtsorduung. Hieraus beginnt die A d r e ßd e b at te. Der Berichterstatter Gras AuerSperg verlieft den Adreßentwurf. woraus Gras Falkenhayn gegtu denfelben in jenen Punkten spricht, welche sich aus die inneren Fragen beziehen; Hofrath Unger unl) Fürst AuerSperg vertheidigen den Standpunkt der Majorität. Der Ministerpräsident erklärt, die seinerzeitige Reichsrathsauflösutlg war angesichts der drohenden äußeren Verhältnisse nothwendig; er erklärt, daß es sein härtester Schlag war, den er im Leben erlitten, daß er bei den Unterhandlun-gea Mit den Ezechen enttäuscht wurde. habe nur aus österreichischem Patriotismus gehandelt und auf solchen bU den Böhmen gerechnet, und lehnt den Vorwurf der Verfassungsverletzung ab; er bezeichnet den Ausgleich, als eine Rothwendig-keit und werde niemals, so lange er Minister sei, davon abgeizen; er ersucht um baldige Vornahme der Delegationöwahlen. Nachdem Lichtenfels und Unger aus die Ausführungen deS Ministerpräsidenten replizirt hatten, erfolgte der Schluß der Generaldebatte. Nach tincm auSsührlichen Schlußwort des Berichterstatters wird die Sitzung geschlossen. Potttische Ueberficht. Zulauö. (Wien.) Das gestern verzeichnete Gerücht, And rassy sei an der Stelle Beust's zum Reichskanzler ernannt, ivird nun entschieden in Abrede gestellt; Apponyi bleibt Botschafter in Londo« und ^werde^dnstlbst nicht vom Grase»! Beust ab gelöst^ervÄ. ^ ^ ^ < Ähr bemxrsenS^^^^ ist. die HHtuNjs der ungarischfn BlStter; wäyrend die deatiflischkn Or» aaue die Noten Gottschakoff's ia energischem Ton-desprechea, suchen Pie yppofitioneUen im Interesse des Ariedens abzuwiegeln. ^ Pest» Naplo erklart,< für eine DemülhiguziA^ wenn Oefterreich-UflgM.in Mir Mage weniger euMiedeu auftreten wurd^ als die anderen Mächte, welche die HerauSforderun'g ÄkuMlM iT erWs Reihe trifft; der „Pester Lloyd" erklärt die un« verschämte Form der russischen Forderung für einen.,Gchjag iu'S Gestchl sür.da» europäische Aechtsbewubtsein. das Blatt spr'i^t die Hoffnung aus. Käß Oesterrrich-Ungarn nöWensalls auch Mit d^n Bosftn sein Ansehen und seine Jnter,ffen zu wahren Iiffen werde. , Seyr^»wünschen wäre, wtnn in den maß gÄenl^en preisen, aus welche ungarische Staats Männer Einfluß üben, sich eine ruhigere Auffassung der Sachlage geltend machen würde. (Prag.).^ Die politischkn Vereine Deutsch böhmeys bereiten Kundgebünge», vor gegen die von d^r Regierung gewünschte sofortige Bornahme der D^egations-Wahlen. (Ngram).) LandtagSsitzung. Nach unwich tjW Matten erfolgte dee Publmrung mehrerei geysMamer Aesetzartitcl ülier Eiseiibahnen. Fi nanzeu, und Administration. Der „Tagespreffe" schreibt man aus dieser Sta^jt^ daß ,ti»rzlich in Sisset eine Zusammentunfl „hervorragender nationaler Parteimänner" auS ßem ksoatisch slavonischen ^rovinziale. der Mili-targrenze, Dalmatirn und dann Krain und Steier mark stattfand. , Zum Zwecke hatte dieselve die Distutirung eines Bivdniffes zivischen den Kroateii und Slo-yenen.,^ Man soll im Principe darüber einig ge-worden sein, da? eine „pvlitische Bereinigung zlpisä^n. Ikroatien. Llavouien, der Militürgrenze und Pstlmatini einers'itS und den slovenischen Provinzen andererseits im söderativen Wege mit allen gesetzlichen Mitteln anzustreben sei". Auf welche Art, diese Bereinigung stattzufinden hat, ob unter Anschluß an Unjzarn oder als selbst« ständiges Ganzes, darüb.r jcheinrn die Konsireuz« mitgliedkr selbst noch nicht unt^r einander einig geworden sein. Es scheint, daß die Slovenen unter den ge gebenen Berhaltniffen abgeneigt find, im Beieine mit Kroatien einen Anschluß an Ungarn zu suchen, uud zwar aus denselben Motiven, die seinerzei auch die Dalmatiner Nationalkn gellend machten, alö fie im Sommer von Aßram aus über chre Meinung betreffs des Anschlusses an Kroatien «nd son»it auch an das Gebiet der ungarisch n Krone befragt wurden Man sieht, die trainischen slovenen sind kühne Politiker und nicht immer so harmlos, wie sie sich geben. ^usla«d. (Köln.) Der letzte Leitartikel der vischen Zeitung" erklärt den Artikel XIV d 's Pariser Friedensvertrages „für nicht wichtig genug" um eine Kriegserklärung zu rechtfertigen. Selb« Oesterreich und Italien hätten dies anerkannt wenttgleich „der Form halbe»" Graf Beust deip Lord Bloomfield in dcr vorigen Woche erklärt habe: „Wenn England helfen will, wir sind marsch bereit. Die Kölnische glaubt nicht in den Aus brpch eines Krieges mit Rußland trotz des „eng-Mchen Geschreies". Die Pforte werde protestire«. Voilk tout. , (München.) In den letzten Tagen lvar dos Gerilcht verbreitet, eö sei tin Ausgleich zkvi /cheu Baiern und Preußen doch getroffen tvorden, das ist aber bis jetzt nicht richtig, es »vird allts von der Entscheidung abhängen, die Prinz Otto von seinem Bruder, zu dem er sich von Versailles aus begeben l»at. mitbringen wird. — Vom Kaiser-tUel ist es ganz still geworden. (Brüssel.) Nach der „Jndepedance" be-anttvortete m der Repräsrntanttn - Kqmmer der Minister der Aeußern eine Interpellat on Brasseur's und sagte; Am 8. Okt. theilte mir der preußisch, Gesandte v. Balan einige BetNerkungen seiner Re-gierung über die Haltung eines TheileS der bel-gischen Presse mit, tvelche die freundschaftlichen Gesinnungen Deutschlands sut Belgien beeinträchtigen könnte. Ich' anttvortete hierauf, daß nach de^ belgischen Bersalsulig die Presse in ihren ^lidlukgen und Erwägungen frei ist; die Regierung kann hiefür keinerlei Berantwortllchkeit tragen; die Re-Mchlg dv. Bereines „Fortschritt" tvomit derselbe dem Gemeindeausschusse seinen Dank für die thatkräftige Wirksam-keit in der Realschulfrage ausspricht, tvird zur Wissenschast genommen. Die Direktion der Oberreälschule zeigt an, daß 12S Schüler in derselben eingeschrieben seien und zwar 60 in der 1., 44 in der 2. und 19. in der 3. Klasse, es tverde sich das Bedürfniß einer Parallelklaffe im nächsten Jahre herausstellen; da auch der 4. Jahrgang zu eröffnen, so möge oie Gemeinde-Repräsentanz rechtzeitig an dievei-schaffnng der Lokalitäten denken. .Todann kommt ein Dringlichkeitsantrag des G.-A. Demmel und Konsorten ti»r Berhaudlung, über tv lchen am Schlüsse der Sitzung beschlossen ivird, es we^de ein Komite getvählt, welches für 0en Bau der Real- und Normalschule ein Programm entlverfe, damit dasselbe bei der Konkursausschreibung den Plänen zu Grunde gelegt werde. In dieses Komite tritt die Bausektion, oer Bürgermeister, der Bizebürgermeister. Direktor Sßl, die Professoren der Ehemie und des Zeichnens an der Realschule und hat dasselbe t^s Recht Experte beizuziehen. Aus d»e Anfrage des G. A. Maiko ob nicht schon Pläne geliefert worden seien, wird geant-wortet. daß drei Pläne seinerzeit ans die Kon-kursausschreibung eingeliefert ivurden, daß aber nicht nur die Bedürfnisse sich jetzt anders gestal-ten, sondern auch für die damaligen Verhältnisse die Pläne nicht brauchbar gt'vesen »vüren, daher keinem die ausgesprochrne Prämie von S00 fl. zukommen könne. Es wird daher beschlossen die-selben ungesäumt ihren Erzeuger« zurückzusenden. G.-A. Dr. Kotzmuth beantragt, damit die Gemeinderepräsentanz immer von der Ansfithrung ihrer Beschlüsse intimrt wer!>e nnd in Füllen ivo solche nicht durchgefühlt wurden, von deu Hii»der-nissen in Kenntniß sei, künftighin vom Vorsitzen, den nach Borlesung des Protokolles dieß zn ge-schehen habe; — wird angenommen. Dem Rekurse des G -A. Felber gegen einen Gemeinderathsbeschluß wegen Entfernung eines Vizngerhaufens in der Lederergafse hat der La«-desausschuß keine Folge gegeben. Die 1. Sektion referirt über die Kündigung des Pachtvertrages sür das Platzsammelgeld u. s. iv.; »vird zur Wissenschaft genommen nnd das Stadtamt beauftragt die Ausschreibung atSbald ^u veranlassen. Die Aufnahme deS G.-A. Iellinek in den Gemeindeverband «vird nicht zugestanden, da man keinen vortheilhaften Grund sür den Petenten er« ficht. Die Zuschrift deS LandeSanSschnffeS, womit eine ziffermässige Feststellung der Bi^dürfnisse sür die Anschaffung und Erhaltung der Lehrmittel der Oberreälschule verlangt tvird. ivird der 4. Sektion zugewiesen.' Bon füns Untersti»tzungsgesuchen werden zivei ganz und eineS theilivkise belvilligt. Die 3. Sektion berichtet, daß eine Kommission daS von den Gcbi. Staudinger beanständete Ob-jekt besehen habe und eS nicht alS seuer-^ und einbinchgesähllich erkannt habe, daher daS Ansuchen abzuiveisen sei. Dem Baue einer Hütte deS Hrn. Tomasi in der M'Uingerau »vird auS baupolizeilichen Rücksichten kein Hinderniß in den Weg gelegt. übSn die Frage des R«cht«s habe der VtM. Aut schuh nicht zu entscheiden, da die Aue Privatei genthmn mehrerer Besitzer ist. (Schluß (Arn e^ nun Ken.) Die Herren Dedet und Tisch wurden zu Lehrern; Herr Predika, im Vor-jähre Lehrer an unserer Müdchenschul,, zum Sup-plinten an der landschaftlichen Bürgerschule in LiM ernannt. (keplergasse in Graz.) AuS Anlaß, da^ neuester Zeit eine Gasse in Graz mit dem Ra»^ des« gefeierten Astronomen gctaust wurde, erinnert die Grazer „Tagespost" daran, daß Johann Kepler 1594—16Q0 in Graz iii der Stempfergasse Nr. 6 (neu) gelebt, und an d^r dortigen l^iversität zum Heile der wißbegierigen Jug^rnd gelehrt habe. E» war am 15. Nov. 1630 zu Regensburg att er (nach der Bemerkung; eineS alten Kalenders „ruhig und still, zuletzt öfters nur deu-lend nach seinem Kopfe und nach dem Himmel") s^i^eu großen Geist aufgab. „Lebend maß ich die Himmel, jetzt meß ich daS Dunkel der Erde. Himmelab stammte der Geist, Erde bedeckt nur den Leid" — so Verfaßte er sich lange vor seinem Tode seine eigene Grabschrift. (Än Laidach) wird eine Tabatfabnt errichtet. (Hchwal benschtvärme.) Aus dem Markte Franz schreibt man der „Tagespost", daß daselbst die seltene Erscheinung eingetreten, daß zahlreiche Gchwalbenschwärme dort sichtbar wurden. Die s. g. Witterunuspropheten wollen hieraus auf einen mildtN Verlauf des Winters schließen. (U e b u u g ss chul e.) Der Unterrichts-minifter hat auf Ansuchen der Direktion d^r hiesigen LehrerbildunzsanftoU eine zweiklaffige deutsch-jlovemsthe Uebungsschule für diesrlbe auf LtaatS-tyften bewilligt. (Der tatho l isch-tonserv. Volks-verein in Gra») will eine Versammlung vo> Gefinnungsgenoffen d,r Stadt und des Landes veranlassen, in welcher eine Adresse an den Papst und. eine Petition an das Relchsministe-rium im Interesse des Papstes unterzeichnet wer-den soU. Auch hat dieser Ber»in belchlossen. ein Komite für Gründung der Michael-Bruderschaft in Steiermark zu gründen. Bon Seite des Bereines wurden für die nächsten Gemeindeausschußwahlen in Graz im dritten Wahltörper als Kandidaten vorgeschlagen die Herlen: Bergmann Karl, v. Gabriely Adolf, Monsignore Dr. Hebenstreit. Kügetl Georg und Strohmayer Andreas als Gr-satzmann. B»r«ts«hte Staehricht««. (Aufhebung des Ausnahmszu-st an de s.) Die kaiserliche Verordnung vom 25. Ottober 1L6V, R. G. Bl. Nr. 162, mit welcher dem ^uveiligen Kommandanten der Militür-streitkrüste im Bezirke Kattaro die gesammte vollziehende Gewalt im Bereiche der politischen und polizeiliche« Verwaltung, zur selbstständigen Ausübung, übertr^'gen wurde, ist ausgehoben. (W e i np r ei sf.) Die Preise des heurigen Weines in Ricderösterreich stellen sich, ungeachtet die Onalität viel zu wünschen übrig läßt, doch auf 7 fl. 25 kr. bis 10 fl. per EtMer, und sind demnach nur um wenige Gulden niedriger als im vorigen 3ahr<. (Eine Gensdarmerie-Wachstube ausgeplündert.) Vor einigen Tagen wurd» die Gensdarmerie - Wachslube in Schtvechat von Dieben heimgesucht, welche, während die di.nft-sreie Mannschaft sich im Vorzimmer unterhiet, die M<»tratzen, Decken und Kotzen davonschleppl ten. Bisher tonilte man der frechen Gaun« nicht habhaft werden. N. F. (Aus Pola.) Man schreibt aui Polo, 12. d.: Heute Bormittag um 10 Uhr ist der Propeller Dampfer „Pola" vom Stapkl g«lassen ivoredn. Dieses Schiff wurde, um einem längst gefühlten Bedürfnisse drr Marine obznhelsen. als ansschließliches Transportschiff t^tbctul. Die Pläne lieferte der obelste Schissbau-Ingenieur der Marine, und der Bau geschah unter einem der neuen Gtapeldächer auf der Oliven-Zvsel. Es ist erst das zweite Schiff, das unter diesen Stapfeldächern. einem kolossalen aus Stein. Eisen und Gla^, ausgeführten Baue, entstand; Beweis genug, daß die Stapel, die nun acht Jahre bestehen, obwohl sehr monumental und theuer. für die Bedürfnifle dkr Marine unpraktisch sind. Der Dampfer „Pola". ein Schraubenschiff von 120 Pferdekraft und Dreimaster ist nach dem allnemeinen Urteile nicht besonders gelungen, doch hofft man, daß nach Vollendung der Ausrüstun,, sich einige Mangel heben lverden. P. «efchchfi-SZeitung« (j)er Wiener Staatsbahn hos) »lähert sich nunmehr der Vollendung und man ist g'gen-wärtig damit beschäftigt, die Ausschmückung, der inneren Räume herzustellen, von denen namentlich die Wartesäle, welche für dat Kaiserhaus bestimmt sind, durch große Pracht sich auszeichnen. Einen imponirenden Anblick gewährt auch die Bahnhofs-Halle duiich ilzre Tagekhelle und ausgedehnten Di-mensionen. Der Lastenbahnhof, welcher einer der größten in Cnropi sein soll — seine AuSdelinuag wird auf 100 Joch beUffert — enthält sechs geräumige Magazine; aus deren Btrgröß rung wurve fiir den Fall einer BerkehrSsteigerung durch Re-servirung beträchtlicher Grszndstülse Bedacht ge» nommen. DaS Wasser wird dem Bahnhofe mittelst einer Röhrenleitnng aus Simmerig »u-gesührt werden. Der tägliche Wasserbedarf für den dortigen Bahnhof wird auf 40 000 Eimer veranschlagt. Wien, 16. Novembcr. (G e t reidebe r i cht.) Die heute eingelangten offizielltN und Privatnach-richten aus Pest melden ein Höherj^eheu der Preise um 10 bis 15 kr. und eine starke Nachfrage, ins-befonderr für Weizen. An der heutigen Frucht« börse war die Tendenz eine sehr feste, doch ver-lnochten die Preise den Samstagsnotirungen gegenüber sich nicht zu halten, zumeist »veil der Berkehr nach Süddeutschland und der Schtveiz noch wie vor g,hemmt bleibt. Z>er Höerlehrer. Bon vmma Niendorf. V. „Als ich beim Frühstücke dem Schwager allein gegenüber saß — meine Schlvester war Wöchnerin, und drüben in der grünverhüllten Wiege lag wie ein Rosenknöspchen ein kleines Mädchen, das meinen Namen tragen sollte — faßte ich mir ei« Herz." „Nachdem ich den Kaffee eingeschenkt hatte rückte ich allmählig mit dem Geständnisse heraus, klagte dem Hausherrn meine Noth und bat ihn Mich in eine andere Stube betten zu lasten, da ich es in der jetzigen nicht länger mehr aushalten könnte." „Aber statt mir Theilnahme zu zeigen und mir Hilfe zu versprechen, spottete er über meine Visionen." „So geht es, grau Marie", meinte er. wenn man sich das neunzehnjährige Köpfchen mit Ritter- und Geisterromanen ans der Leilibidliothet erhitzt." „Ci. ei. ist das junge Blut, das aufgeregte Nervensystem." „Haben Sie denn niemals von Halluzina-tionen gehört?" „Seine ganze Gelehrsamkeit und all seinen Magisterwitz bot er abwechselnd gegen mich auf." „Wenn ihr doch ein tvenig mel»r Philosophie hättet, ihr Weiber!" sagte er zuletzt." „Nur etwas Logik I" „Wie soll der arme nämliche Braun, an dem die Natur längst liiren ch» mischen Prozeß übt, noch Zeit und Gelegenheit hallen, in Ätlas-tvesle und Kravatte, wo nicht mit Glacehandschuhen bei euch um drn Tisch zu promenircn?" „Er lvird Sie wohl zum Walzer oder Ko-tillon engagircn wollen, oder Ihnen inS Stammbuch schreiben!" „Mein junger Vorgänger hat euch allen den Kopf verdreht, steckt euch allen im Gehirn, wo nicht im Herzen." „Schicken sich dergleichen ängstliche Träume für eine Frau Hauptmännin in 8ps?" „Sie sollten Muth halien. ivie ein Dragoner." „Warten Sie. ich muß es inS Feld beri^ ten, daß der vormalige Tänzer bei Ihnen sputf. Da, Sie werden schon ganz roth!" „Dieser Zuruf vermehrte meine Verlegenheit, so daß wirklich die hellen Flc»mmen in meinem Gesichte ausschlugen." „ES berührte mich fast komisch und widerlich zugleich, daß bei meinem Schwager unläug-bar ein gewiffer. nachträglich eifersüchtiger Un-muth auf den Verstorben n durchbrach." „Dieser liebenswürdige, unvermeidliche Herr Braun." brummte er in sich hinein, ^der überall Hahn im Korbe ivar. muß sich nun auch noch von jenseits des Grabes her in meine Häuslichkeit. in meinen Wirkungstreis, ja in meine Grundsätze und Theorien hineindrängen!" „Ich habe ihn getviß. trotz seinen poetischen und sentimentalen Exzentrizitäten, als einen geschätzten Kollegen seiner Zeit aufrichtig betrauert, »der vaS ist den doch gar zu viel! Ich kann ihn jetzt durchaus nicht brauchen." „Liebe Marie," fnhr der Schivager plötzlich in einem Veränderten Tone fort, indem er ^ine Brille abnahm und deren Gläser mit dem groß-blumigen Taschenluche rein »vischte. „liebe Marie, erwägen Sie. tvas Sie darin auch mir und meinem Hanse schuldig sind " .,Jn einer Familie, die zu den Repräsentanten, der Bildung zahlt, sollte sich nichts hervorwagen dürfen, was in die Finsternisse und Vorurtheile minder begünstigter Jahrhunderte zurückweist." (Fortsetzung folgt.) Hriginal-^ivat-Tetegramme. Lemberg. 18. November. Laut einer Depesche aus Ezeruovitz stehen am Dniester drei Divisionen, eine Reiter-Division und achtzehn Ko-sakensotnien mit 50 Kanonen. London, 18. November. Aus Great Grimsby wird gemeld, t, daß die norddeutschen Lloyddampser „Hansa'' und „Leipzig" gekapert wurden. „Hunsa" mit 78 und „Leipzig" mit 20 Passagieren. Madrid, 17. Nov. Der Herzog von Aotta wurde iu der heutigen Korlessitzung bei einem einzigen Wahlgange mit 191 Stimmen zum König gewählt. Für die Republik stimmten 63. für Montpensier 27, für Espartero 8. für Alphonse von Asturieu 2. für den Sohn Mom-pensier's 1 Abgeordneter. Leere Stimmzettel gab eS 19. Es kam keinerlei Unordnung vor. Berlin, 18. Nov. (Offiziell.) Am 16. Nov. Früh machten 3 Bataillone mit 6 Geschützen einen Autfall auS Belfort gegen Befson Court. Der Feind tvurde mit einem Verlust von 200 Todten uni» Verwundeten zurückgewiesen; 58 Gefangene »vurden gemacht. London, 18. Nov. Die „TimeS" schreibt: Es ist unmöglich, dem Ezaren die Macht zuzuerkennen, daß er sich von leinen Vertragsverbiud-lichkeiten frei mache. Wenn Rußland gute Gründe zur Abänderung deS Vertrages hat, so möge eS sie Europa unlerbreitcn. Wenn abei^ die Tiirkn auf den Stipulatio-nen der Verträge beljarrt so ivird England die ihm obliegenden Verblndlichkeiten nicht vergeffen. London, 18. November. Odo Ruffett benachrichtigte den Staatssekretär deS Auswär-tigcn. daß er wiederholt v^m Grafen Bismarck empfangen wordcn sei. Die Unterhandlungen be-züglich Abschlusieö eintS Waffeust'llftandes schreiten nur sehr langsam vorwärts, weil die grie-tenSpräliminarien. auf deren Basis die Unter-Handlungen stattftttden. nur die Genehmigung der Regierung in TourS haben sollen. Pest, 18. Nav,mb-2'/,.. «nlagerffekteu ein, Aktten fielen dnrchgehendS um l—.li, ü—8 fl., noch starsere Rückgänge oerzeichnen Bankvereins Aktien »nit 19, n. i). Eskompte-, Natlonalbaiik-. Dampfschiff- u. Twatö» bahn Aktien mit 9—12 fl. nlid Rordbahn Aktien mit 4'/,. Fremde Wechsel und Comptanten stiegen um I — Cours-Ckltgramm. 18. November. Einheitliche Staattschuld in Noten .... 54 L5 detto detto in Silber .... tZZ 60 Ivöver Staats-Anlehens Loose......89 — Bant-Aktien............710 — Credit-Attien ...........239 — London.............126 75 Silber..............1'^4 75 Napoleond'ors...........10 L6 K. k. Miinz Dukaten..................l! 10 Etimmnng: sel)r matt. Stadt-Theater in Marburg. 19. November Die Stodeuten von Rummelstadt. Große Gesangsposse in it Akten von Karl Hassuer. Eingesandt. Keine Krankheit vermag der drliknten Ucva-löscisi'g t?u zu widcrstthcn und heilt dirseibt ohne Medizin und Kosten nlle Magen-. Nerven«, Brust. Lungen-, Lcber-, Driisn»'. Schlcjmhaut-. Athen»-. Blasen- und Nirrenleiden. Tubcrfalose. Schwindsucht, Asthma. Hnstcu, Unverdnulichkeit, Verstopfung. Diarrhöen, Schlaflosigkeit. Schwliche. Hämorrhoiden, Wasscisucht, Kicher. Schluint'cl. Blutaussteigen. Ohrenliransen. Uebelkeit und Cr-brecht» selbst während der SchwüNgerschast, Di^-beteS, Melancholie. Abmagernng. NhcuulatiSmuS. Sicht. Bleichsucht. — 72.000 .^uren, di,^ aller Medizin widerstanden, tvornnter ein iituguih Seiner Heiligkeit dcS Papstes. de^S Hofmars'chall Grasen Pluskolv. der Mar»^Nlsc de Brvhan. — Nahrhasler als s^leisch. erspart die Nevale^ci,>rc bri Erivaä)setten und ^indnn 50 Mn! ilireri Preis im Ätediciiiiren. Certifikat vom Herrn Dr. Medizinä Äosef ViSzlay. Szeleveny, llngarn, '.^7. Mai 18<17. Meine Kran, die n^elirere Jahre nn Ai petitlosig. keit, Schlaflosigkeit, allgemeiner SchwlK1,e nnd Schmerzen gelitten tt»d alle Medikamente und Bäd^', vergebens versucht hatte, ist durch Du Barrh's U«valv'»l;itti'«' gänzlich lieigk-stellt worden und kann ich dieses exzellente ^.'ialirllngs. mittel jedem Leidenden bestens empsel,Ie,i. Im tiessten Dankgefiihl verbleibe i»ti „ it Achtiiiig ergbeenster Diener Joses viszIy, Arzt. In ?^lechbüäisen von '/, Pso. fl.l 5>t». 1 Psd. sl. -.i.s'tl. 2Psd. sl. 4.5t». 5 Psd. st. 10, l-2 Psd. sl. Pfd. si. .Ui. — livv»Ivk»e.ivi< «'.olutss in Tabletten sstr 12.Tasten fl. l.50, 24 Tassen 7l. 2.50. 48 Tassen s1. 4.50; in Pulv-r sitr 12 Tassen fl. 150. 24 Tassen st. 2.50. 48 TasslN si. 4.50. 120 T^'ssen fl. 10, 268 Tassen sl. 20. ü7t» Tassen st. ^0 — Zn beziclien dnrch Barrv du Barrtt'«!k^ Co. in Wien, Gold schmitdgassc 8; in Marburg g. Kolletnig, Vrazervorstadt, Tegelthoffstraße 10; in Pest Tsrökz in Prag A. Fiirst; in Preß l» u rg Pisztory; in Klagenfurt P. Birubacher; in Linz Hajelmeyet iu Bozen Lazzari; in Brünn Franz d t r; in G r a z O b e r r a n z m e h e r und TrablotviApotheke zum Mol)ren. Murplaj»; IN Lkml» erg Rolteuder; in Klausen-bürg Kronstadter; und nach allen (legenden gegen Baal oder Poflnactiualjme. Schiine Karpfen, tSgltch frisch, (802 sind von heute an bei Earl Bnrkhardt, Fleischhauernleister in der Grazervorstadt, zll haben. Nr. K570. 808 ^er Unterzeichnete erlaubt sich dem geehrten ?. 1'.. Publlkunl anzuzeigen, daß er sei»,e neue Reflanration zun» braunen Nären i« St. Magdalenl» vont 17. d. M. an eröffnet hat. Für gute Küche, echte Naturweine, sowie auHgezeichnete Biere ist bestens Sorge getragen. Um recht zahlreichen Besuch liittet HochachtnimSvoll Antlsn Gruden, Restaura enr 804 Kundmachimg. Das gefertigte Stadtgemeindeanit nmcht hiemit bekannt, daß der Voranschlag des Ge-ineindehaushaltes für das Jahr 1871 in der hiesigen Amtskanzlei zur Einsicht der Gemeindemitglieder vo»n 16. bis 3^. Novenlber 1870 öffentlich aufgelegt wird. Stadtgemeindeaint Marburg am 17. No-veniber 1870. Der Biirgermeister-Stellvertreter F. Stanlpfl. Nr. 5569. Kundmachung. (809 Vonl gefertigten Stadtamte wird hiemit bekannt geinacht, daß die Einhebung des durck) die h. k. k. Statthalterei nnterni 6. J»tni 1869 Z. 1381 genehmigten städtischen Lendgefälles für die Zeit von 3 Jahren, d. i. voin 1. Jänner 1871 bis Ende Dezember 1873 in: Wege der Verpachtung an den Meistbietetiden überlasten werde. — Die diesfällige Versteigerung findet am 29. November 1870 Vormittags 11 Uhr in» Geineindeamte statt, u,ld es werden hiezu Pachtlustige init denl Bemerken eingeladen, daß die diesfälligen Lizitationsbedingnisse, worunter der Erlag eines Vadiums von Einhundert Guide« und die Annahme des letzt-jährigen Pachtschillings pr. 905 fl. als AuS-rufspreis für Än Jahr enthalten sind, täglich während der Amtsstunden Hieramts eingesehen werden können. Stadtamt Marburg am 14. Nov. l870. Der Nilrgermeister-Stellvertreter F. Stanlpfl. Schauplatz am Sosienptatz. Samstag und Sonntag Nachmittags Z Uhr. proiluotlon Ä la klonöin. >^ur Eröffnung der Vorstellung wird der Schneider von Paris aufgeführt. Herr Venevant wird auf den» Seile die allßerordentlichsten und schwierigsten Leistungen ttlit seinem Schubkarren »tnd den großartigen Schnellattf ausführen und zun; Schluß seine 82jährige (Großmutter über da« 60 ^ß hohe und 200 Fuß lange Seil auf seinen Schultern tragen. Vorhergehend alißerordentliche Vorstellungen der höheren Gymnastik u. Ballet. »vH'ant. in Reit- und »ugleich Wagen-pserd, Radanher Stnte, dnnkel-brailn, 15 Faust 2 Fuß groß, ausgezeichneter Neinier, ist sammt englischem Kunlmetgeschirr und ispännigem Kutschinvagen billig zu verkaufen. Auskunft hierüber ertheilt aus Gefälligkeit Herr Heinrich Kurnig in Marburg, Burgplatz. 807 Sonntag zum letzten Male! Am Sosienplatz » mechanisches Museum ^ mit de» neuesten ^ Kriegsereignissen Jeden Tag von Morgens 9 Nl)r bis Abends 9 Uhr . geöffnet. Tiutritt Perso» 10 kr. (797 Kircheiiweine werden Dienstag den ST. November 1870 ttUt §> Uhr Vormittags ini Kirchenkeller zu Jaring lizitando verkauft. (803 Der Ey?lu» im 799 Dildungsuutkrricht des Tayes (Pflege des AnstandeS) eröffnet sich für ältere llnd jüngere Schiller, Kinder in Separatstunden, Mittwoch den 28. November 1870 in dein eigens hiezu elegant Hergerichten kleinen Götz'schen Salon und werden in dieseni zweimonatlichen billigen Abonnement alle gebräuchlichen National- und Gesellschaftstänze, nebst der neuen „Schützenfahne" oder Quadrille 1a daunivrs Äv8 tirsur» und die neue Menuette k 1s. Oour vollkommeil bis zum Carneval erlernt. Da nach der letzten Schlußstunde eine allgemeine Schautanzprüfung stattfindet, wolle jede geehrte Theilnahnie hierzu, desgleichen zu Privatstunden, wegen Eintheilung der Äunden längstens bis Dienstag den SS. November in seiner Wohnung: Herrengasse, Quandest'sches Haus Nr. 10S, 2. Stock, täglich von 9 bis lS Uhr Vormittags mitgetheilt werden. IZlGl»lSr Mnior, diplom. Lehrer bildender Tanzkunst und gewesener Meister im t>ormals k. t. Kadete«. Institute allhier. 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