Nr. 7. Montag, 11. Jänner 1886. 105. Jahrgang. LlUllllllitl Zeitung. ^,,?^. , n 1, "s »'/^" Pos'velsc,lduna! «a^iähnn sl, 15.. hall'iähria sl. 7.5.0, 3m ^omploir^ ssm ziavnn ,i, ii, ynlbiahng 5>.5.o. ss>!r di>- Zustelln»!, ins H.n!« ssanzjähnn fl, i, — InscrtionSnebur: Fill ilüine ^»,ciatc dlö zu 4 Zeile» 25. l>., s>rößcrc pv. ^cile n lr.: dei östercn Ll,'!cdecho>u»gcu pr. Zelle 3 sl. Dic „^llibachcl Zcilunn" cvlchci»! täglich mit Ausnahme der So»«' und Feiertage. D!c Administration befindet sich Vahichosstiafic :5>, die Nrdactlon Wicncrslrnße 15,. — Uüftanlierle Nricle wcvdcn nicht aügcnomincn und Vlamlsclipte nicht zniüllgcftcllt. Amtlicher Hheil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben laut Allerhöchsten Handschreibens vom 3. Jänner d. I. dem k^k. Feldmarschall'Lieuteuaut Freiherru von Cornaro, Statthalter im Königreiche Dalmatien und Militär-und Landwchr-Commaudauteu in Zara, die Würde eines gehelinen Rathes taxfrei allera.nadia.st zll verleihen geruht. «ss, ^^ ^ "'^ k- Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Dezember v. I. den Prwatdocenten Dr.Iohauu Janosik zunl anßcrordent-llcheu Professor für Histologie uud Euibryologie au der ., ""."^'^"t mit bühulischer Vortragssprache in Prag allergnadigst zu ernennen gernht. Gautsch m. ^. Kundmachung ^??'^' ^"bcchräsidrutcn fiir Kraiu vom 7. Immer 1«« bewilligte» Umlageu zur Aedeckuug der Abgänge ^. i«. ^7 ^uudeutlastuugs- uud' Norulalschlll-lsonde ,m Jahre 188«, und zwar: u) für dm Landesfond mit 21 pCt.auf die Gesammt- mn^ ^ ".. "orgeschriebencn diretten Steuern mumt Staatszuschlageu und mit 20 pCt. vou der ^erzehruugssteuer vonl Weiue. Weiu- uud Obst- moste uud Fleische, dauu ,uit der Abgabe vou cl fl.vou ledem Hektoliter verbrauchter gebrannter gelstiger Flüssigkeiten; l>) fur den Grundcntlastnugs-Foud mit Itt pCt. auf die Gesammtsummc aller vorgcschriebeueu direetell steuern sainmt Staatsznschlägen uud mit 20pCt. mlf dle Verzehruugsstellcr vom Weine. Wein- uud Obstmoste und Fleische; ") fur den Normalschul-Foud mit 10 pCt. der Gelammtsumme aller vorgeschriebenen directcu Stcueru n.b.ni. Staatszuschlageu - die Allerhöchste Ge-'nhniMng allergnadigst zn ertheilen geruht, sterin^ >^3 "'^"^e Erlasses des hohen k. k. Miui-d n ?lnl.m..?'"'"^'«' ^ Jänner d. I., Z. 209, mit oem Anhange zur öffentlichen Kenntnis gebracht/dass die Einhebuug der Abgabe von 3 fl. von jedem Hektoliter verbranchter gebrannter geistiger Flüssigkeiten unter deu diesfalls für das Jahr 1885 vorgeschriebenen und kundgemachten Modalitäten erfolgen wird. Der t. l. Landespräsident: Aaron Winkler m. s>. Am 8. Jänner 1886 wurde in der t. l. Hof- und Staats» dructerei das 1^1. Stück dcS Reichssseschblattes «x 1885 in italienischer, böhmischer, rulhcnischcr uud ronlanischer Ausgabe aus-gegeben uud versendet. Vichtamtlicher Ml. Schule und Hans. Die Störungen zu entfernen, die der so nothwendigen Harmonie zwischrn Schule uud Haus im Wege stcheu, die Vediugungeu des Unterrichts mit den Anforderungen des Familienlebens in Einklang zu briu-gen. das ist der Zweck des ueuestru Erlasses des Herr» UilterriclMuiuisters. Mau sieht somit, dass Herr vou Gautsch energisch und beharrlich, wie es in seinem Weseu liegt, den Weg weiter verfolgt, den er durch die crstcii Kuudgebnugcu beim Antritte seines Amtes sich vorgezeichuet hat. Der Minister hat bei seiuer Ver-besseruug der Schuleiurichtuugcu, bei dem Kampfe gegeu emgclcbte Ocwohuheiteu die grösite Anerkenuung gc-fnuden, die der Chef eines Ressorts nur immer erwarten kann. Selbst das leitende Organ der Opposition zollt den Schritteudes Ministers uneingeschränktes Lob und richtet an ihn die Aufforderuug, es nicht zu duldeu, dass durch iuferiorc Eiuflüssc sciue Maßnahmen unwirksam gemacht werden. Wir glaubeu uicht, dass Herr v. Gautsch erst eiues solchen Impulses vou außeu bedarf. Wir habeu ihn iu weuigeu Monaten als »'inen Mann kenuru gelernt, der sich von dem. was sich als zweckmäsiig erweist, nicht durch kleiulichcu Widerstand abbringen lässt. Wenn man jedoch den Charakter unserer Oppositiou sich gegenwärtig hält. wcuu man weiß, wie schwer es ihr wird. iu inneren Angelegenheiten ein Wort zu sprccheu, das der Regierung nicht zum Nachtheile gereicht, dauu muss man sich sagen, dass die Anordnungen des Unterrichtsministers von eminent praktischem Werte sein müssen, um mit dein empfehlenden Visum der oppositionellen Censur verseheu zu werden. Als wesentlich iu dem Erlasse ist hervorzuheben, dass trotz des spätcreu Uuterrichtsbegiuues die Nach- mittagsstuudcu für Lehrer uud Kinder frei bleiben. Die weiteren Bestimmuugeu des Erlasses stehen mit der so lebhaft erörterten Ferialfrage im Zusammenhange. Der Beginn der Maturitätsprüfungeu bezeichnet für die Mittelschule« iu alleu Classeu deu Schluss des Schuljahres; es wird somit dcu Familien Gelegenheit geboten, im heißesten Monat rechtzeitig der schwülen Atmosphäre der Stadt entfliehen zu könueu. Denjenigen, welche den Anforderungen des praktischen Lebens nicht fremd gegenüberstehen, wird es leicht sein, den guten Eindruck zu bcgreifeu, deu die Auorduuugen des Mim< sters hervorbringen. Indem die Anforderungen der Gesundheitspflege Beachtuug fiudeu. werden auch die Uuterrichtszwecke gefördert. Herr v. Gautsch kann sich hinsichtlich seiner Auordnuugcu auf die ersten fachmännischen Autoritäten bernfen. Wenn man bei der Beurtheilung des Erlasses des Unterrichtsministcrs sich der größten Reserve befleißigt, so muss doch weuigsteus coustatiert werden, dass Herr v. Gautsch die öfscutliche Meimmg auf seiner Seite hat. Schon mit Rücksicht anf diesen Umstand muss es uns gestattet sein, den Wunsch anszusprechcn, dass die Anordnungen des Ministers, welche nnr für die Wiener Schulen erlassen worden sind, durch die autonomen Organe auf alle im Reichsrathe vertretenen Länder übertragen werden mögeu. In vielen Städten des Reiches liegen annähernd dieselben Bedingungen vor wie iu Wieu, und wäreu von Einrichtungen, wie der Minister sie in Wieu anbahnte, nahezu dieselben wohlthätigen Folgen zu erwarten. Der Minister, der bei seineu Maßuahmen nur die Verbesserung der Schuleinrichtungen im Ange hat. verdient es in hohem Grade, dass er überall und allgemein Entgegenkommen uud Uuterstützung finde. Er hat durch seiue Kuudgebuugen uud Anordnungen uns eiu Mittel iu die Haud gelegt, um einen Maßstab für seinen persönlichen Wert zu finden. Es ist für eiuen Ressortmiuister uicht allzu schwer, unangefochten durchs Lrbcu zu schreiten, weun er nur die besteheuden Einrichtungen unberührt lässt und das Gewohnheitsmäßige als unantastbar betrachtet. Die Staats- und Volks-iutcresseu werdcu jedoch durch eiueu Staatsmann, der nnr im ausgefahreueu Geleise sich wohl fühlt, nicht sonderlich gefördert werden. Ein Minister eines fremden Staates, der uicht mehr unter den Lebenden weilt, mnsste eines Tages, als er eine im Staatsinterefse uothweudige Maßregel nicht vollziehen wollte, weil er die damit verbundene Verantwortlichkeit fürchtete, sich au wichtiger Stelle die vorwurfsvolle Mahnung ge- Jeuileton. Rundschau der Erfinduugcu. vorfüw'n 'Ä'" ^!" 2chr zuuächst zwei Maschinen Än^sP^ Nnmpelkammer zu versetzen, während «u die nv^ wenigstens ans den ersten Blick unters Cunositateu versetzeu möchte. Der mauu m Berlin hat endlich ein brauchbares Exemplar seiner bereits vor einiger Zeit patentierten Wunder-Maschine fertiggestellt, welche die Bnchdrnckereicn von dem Wust der beweglichen Gutenbcrg'schen Typeu befreien und die höchst langweilige Arbeit des «Ab-legcns', das heißt des Auseina'ndcruehmens des vou der Presse zurückkommeudeu Satzes, eutbehrlich macheu M. Es fällt also das uralte «Scheu», welches viele Erfmder bereits bemüht gewesen sind. durch die Au-wendnng vou Maschiuen zn erleichtern. gänzlich fort, mw ,„an begmut gleich mit der Arbeit, die iu vieleu Allen erst auf das Setzcu folgt, uämlich mit dem T^otypleren. Hagenianu drückt, wie seine Vorgänger ? !<,"" borueuvolleu Pfade der Reform der Buchdrucker« A,,).s4 s ^""p^' welche am Kopf deu gewünMu SchrN? tsM"' in m,c PaMcifcl, auf u'MM das ber äa """" veriest erscheint. Etwaige Fehler d n <2?n'""" hierauf durch Uebertlebeu der betreffeu-om ^m, und Einstauzen des richtige» Buchstaben oder Wortes, worauf die Pappe uach dem allbekannten Stereotypicrverfahreu mit flüssigem Metall Übergossen wird. Die so hergestellte Platte zeigt also nach dem Erkalten ein erhabenes Bild der in die Pappe eingestanzten Schrift illid wandert unter die Presse, wo sie wie Schriftsatz oder wie ein gewöhnliches Stereotyp behaudelt wird. Das Lesepublienm ist iusoferu bei der Durchführung des Hagcmann'scheu Systems bctheiligt. als es auf diesem Wege au Stelle der — wie es uur zu häufig geschieht — mit abgenutzten Typen gedruckten Bncher uud Zcituugeu stets tadellose Abdrücke erhält, weil deu Stahlstcmpelu uur das Eiudringcn in das weiche Pappstück zugcmnthet wird. Sie bleibeu daher augere Zeit so gut wie nen. uud diese Eigenschaft der Unversehrtheit haftet naturgemäß auch der Stereotypplatte, welche ciu Coutcrfei der ausgcstauzten Pappe mldet an. Die Hagemann'sche Maschine hat trotz ihres Illgeuolichcu Alters bereits, besuuders iu Amerika, eiu yalbcs Dutzend Nachahmuugeu hervorgerufen; eiu Beweis, dass der Gedauke keiu unglücklicher ist. ^tc zweite Erfindnug vcrdaukeu wir einem stolzen Spanier, der auffallender Weise nur zwei Name» be. Mt Dieser Spauirr heißt Pereira y Albizu u,ld be-^."lilu du> llf^. h^. ^insft'lüifl'n Manzalmres. Er will dle höchst lanPme.ria.e nnd mn^amc Arbeit des Setzens , aus eine ngcuthümlich, Weise beschleunigen. Im MMei-pnilttl' des SchcrsMl's siht ein stinillll'l'gal'ter Mun vor emem Sprachrohre oder Fernsprecher und liest das zu setzeude Manuscript; durch einen sehr coniplicierteil Mechanismus wird mm l'l'wirtt, da^s jeder Setzer der Reihe nach eine Anzahl Worte aus dem Vorgelesenen hört. die er alsdann uicht mit der Hand, sondern mit einer Maschine setzt. Die Arbeit der Einzelnen wird hierauf zusammengestellt, was keine kleine Mühe sein mag, lind wandert uuter die Presse. Möglicherweise erleichtert die Eiurichtuug das Setzeu vou Zeitungen; sonst vermögeu wir deren Nutzen nicht recht einzusehen. Es stcheu zwei sehr kühue Eisenbahnen in Aus« sicht. John Bnll möchte es bekanntlich gar zu gern Herru vou Lesseps entgelten lassen, dass er es, obwohl nicht Engländer, wagte, einen neuen Weg nach Indien zn bahnen, nnd so eutstaud neuerdings in London das Project, den Snezeanal durch Aulage einer Parallel-bahn nm seine Einnahmen zn bringen. Darin läge allerdings nichts Merkwürdiges. Das Neue an der Sache ist, dass die Bahu nicht etwa Wagen, sonder» die Schiffe selbst mit Mann und Maus vom Mittelnach dem Rothen Meere und umgekehrt befördern soll. Die Schiffe werdeu wie in den Trockendocks aus dem Wasser gehoben, nachdem ein Riesenwagen untergeschoben worden, lind hierauf vou mehreren Locomotiven auf der dreizehnschienigen Bahn langsam fortgeschleppt. Ein ähnliches Knnststück plant bekanntlich der Amerikaner Cads für die Landenge vun Tchiiantcpec, nm den Panama-canal brachzuleg'en. Die Schwierigkeiten sind Mch Yier unendlich arößcr. wc'vl e'm Bergrücken zn uber^cUreNcu ist, wähmld 5il' lMli flache S^MiwM nennenswerte Hindernisse uicht bietet. Dic It." l'rschemt daher wohl ausführbar, nnd es fehlen hierzu nur noch dle nöthigen Millionen. Lailmchcr Zeitung Nr. 7 56 11. Jänner 1886. fallen lassen, dass er sein Amt nicht als Sinecure betrachten dürfe. Herr von Gautsch ist kein solcher Minister; er scheut die Verantwortlichkeit nicht, die sein Amt ihm aufbürdet. Er kämpft gegen die starke und starre Macht der Gewohnheit. Da seine Anregungen bei den Schul-directoreu nicht die Aufnahme fanden, die sie verdient hätten, so geht der Minister selbständig vor und lässt den Widerstrebenden die Energie seiner Initiative empfinden. Und merkwürdig, mit deu gewöhnlichen Waffen lässt sich gegen diesen Minister nichts ausrichten. Auf der Seite des Muthigen, kann man in diesem Falle mit Umändernng des alten Sprichwortes sagen, ist die Popularität. Politische Uebersicht. Inland. (Der Ausgleich.) Zu der Stuude, in welcher wir diese Zeilen schreiben, ist das große Werk der Ausgleichs-Verhandlungen zwischen deu Negieruugen der beiden Reichshälftcn in einem unter dem Vorsitze des Kaisers abgehaltenen gemeinsamen Miuistcrrathe zu Ende gediehen. Es bedarf nunmehr nur noch der legislativen Detail-Bearbeituug und der Zustimmung der beiden Parlamente. (Die Armee-Lieferungen nnd das Kleingewerbe.) In Erledigung mehrerer durch Vermittlung des k. k. Handelsministeriums an das t. k. Kriegsministerium gerichtete» Ersuchen von Handelskammern, gewerblichen Corporationen nnd einzelnen Gewerbetreibenden, dahin gehend, dass bei den Offertausschreibungen für Armee-Lieferungen der Kleingewerbe-staud thunlichst berücksichtigt werde, ist seitens des k. k. Kriegsministers der Bescheid ergangen, dass, da die Heeresverwaltung in erster Linie auf die Schlagfertige keit der Armee bedacht sein müsse, nur Großindustrielle, welche sich unter solidarischer Haftung zu eiuer Gesellschaft vereinen, zn den in Rede stehenden Lieferuugeu zugelassen werden können und das Kleingewerbe daher hiefür nicht herangezogen werden könne. (Kärnten.) In der jüngsten Sitzung des Kärntner Landtages wurde über Antrag Ghons inbetreff der Aufhebung der ärarischen Mauten der Landesausschuss angewiesen, mit der Regierung Verhandlungen wegen Ablösung des Mauterträguisses nnter Bezeichnung der hie-bei interessierten Gemeinden und Unternehmungen zn Pflegen. (Aus dem böhmischen Landtage.) Die Donnerstag-Sitzung des böhmischen Landtages uahm einen bewegten Verlauf. Iu der Generaldebatte über das Budget wollte Abgeordueter Kuotz die in seiner Reichsrat'hsrede vom 19. Oktober v. I. vorgebrachten Beschwerden wiederholen und crgicug sich iu Angriffen gegen die Iustizverhältnisse in Böhmen. Der Landmarschall ermähnte den Redner wiederholt, bei der Sache zu bleibeu uud entzog ihm schließlich das Wort. Statthalter Freiherr von Kraus bezeichnete es als eine Insinuation, dem österreichischen Nichterstaude, der makellos dastehe, den Vorwurf zu machen, dass er sich beeinflussen ließ. nnd ihm (dem Statthalter) den Vorwurf zu machen, dass er ihn in irgend einer Weise zu beeinflussen getrachtet habe. Er versicherte, dass er das gleiche Wohlwolleu den Deutscheu Böhmens wie den Czechen entgegenbringe. «Als ich vor fünfthalb Jahren nach Böhmeu geschickt wurde — sagte Barou Kraus — bekam ich von meiner Regierung eine gebundene Marsch- route uud eine sehr kurze Iustrnctiou, die sich in die Worte znsammeufasseu lässt: ,Gesetz, Unparteilichkeit und Gerechtigkeit'. Dieser Instruction, ich kann Sie dessen versichern, habe ich bis zum heutigen Tage Folge geleistet, und mich wird, so lange ich die Ehre haben werde, hier in diesem Lande zu verbleiben, was immer Sie auch gegeu mich vornehmeu mögen, absolut von diesem Wege nichts abbringen.» (Stürmischer Beifall rechts und im Ceutrnm.) Graf Thun als Oeneral-redncr der Rechten verwies insbesondere anf das Bedürfnis des Volkes nach Frieden uud meinte, der Friede werde über unsere Köpfe geschlosseil werden. Die Kaiserkrone sei Hort uud Palladium für alle Länder und Völker, uud so werde es iu alle Zukunft seiu. «Halteu wir die Augeu fest uud unverwandt anf die Kaiserkrone. Die Ueberzeugung, dass sie das alleinige Palladium der österreichische,! Völker sei, bildet die Brücke zum Friedeu und zur Verständiguug.» (Die Schuldebatte im Tiroler Landtage.) Der Tiroler Landtag begann die Schuldebattc, welche sich sehr bewegt gestaltete. Fürstbischof Aichuer, welcher für deu Majoritätsantrag sprach, forderte die confessionclle Schule, iu welcher der gesammte Unterricht vom Geiste der Religion durchweht sei. Abgeordneter Debiasi ist principiell für den Minoritätsantrag; er polemisiert gegen die deutschen Schulen in den deutschen Enclaven Welschtirols, gegen die deutschen Volksschulen uud die deutschen Parallelclassen des Gymnasiums in Trient. Der Statthalter widerlegt sofort die Ausführungen Dcbiasi's, weist auf das durch die steigende Frequenz dieser Schulcu bewiesene Bedürfnis sowie auf die Gesetzmäßigkeit ihrer Gründimg hin und lehnt den Vorwurf der Beeint rächtiguug des italienischen Elementes durch eine Regieruug, welcher von anderer Seite die Zurückdräuguug der Deutscheu vorgeworfeu werde, ab. Nachdem noch mehrere Abgeordnete für den Miuoritätsautrag gesprochen, und nach einer Controverse über die Bem'erknng des Abgeordneten Thanncr bezüglich einer mangelnden legalen Definition des Wortes «katholisch, wird die Debatte abgebrochen. ___________^ Ausland. (Das neue französische Ministerium) ist gebildet theils ans Mitgliedern des bisherigen Ca-biuets, theils aus ueueu Mäuueru. Vou deu bisherigen Ministern übernimmt Herr v. Frcycinct zu dem Portefeuille des Acußeru wieder das Präsidium, Sarrieu vertauscht das Portefeuille des Post- und Telegraphcu-wescns mit dem des Innern, Denwlc das der öffentlichen Banten mit dem der Justiz, Sadi-Earnot bleibt Fiuauzminister, Goblet Unterrichtsministcr. Nell eingetreten sind General Boulauger als Kriegsminister, Admiral Aube als Marincmimster, Develle als Ackerbanminister, Vailhaut, früher Uuterstaatssecretär, als Vauteumittister, Lockroy als Minister für Handel und Industrie uud Grauet als Miuister des Post- uud Telcgrapheuweseus. Parlamentarisch gehören die ncucu Minister theils der gemäßigten, theils der radicaleu Linken an. Die meisten Journale nehmen das neue Cabinet, welches ein Versö'hnungscavinet sei, günstig auf. (England und Irland.) Ueber die Haltung, welche die irische Partei im cuglischeu Uuterhause nach Eröffnung der Parlamentssession einnehmen dürfte, liegen jetzt einige Andeutungen vor. Es heistt, dass. wenn in der Thronrede von der Herstellung einer selbständigen Regierung in Irland keine Rede sein, oder auch in dem Falle, wenn die königliche Botschaft das Versprechen enthalten sollte, dass Irland ein großes Maß von Localregierung zugestanden werden soll, Mr. Parncll kein Amendcment znr Adresse in Beantwortung der Throuredc beautrageu werde. Er werde vielmehr bei erster geeigueter Gelegenheit dem Hause der Gemeinen in der Gestalt einer Adresse an die Krone emeu directen Autrag uuterbrriteu des In^ Haltes, dass cs im Interesse der Stabilität nud III' tegrität des Reiches wüuschcuswcrt sei, die Uuionsactc aufzuheben und Irland ein freies uud uuadhäugigcs Parlament zu gcwähreu, desseu Machtvollkommenheiten beschränkt sein sollten anf die Gesetzgebung über rein irische Gegenstände, welches aber die absolute Eonlrole über die irischen Finanzen, die Polizei, die Häfen nud allgcmeiucu Allsgaben haben sollte. (Der Feldzng im Sudan) ist zu Ende. General Stephenson hat auf höhereu Befehl aus Loudon die Verfolgnug der flieheudeu Mahdisten eingestellt, uud wie alls Abri uuterm 5. d. Mt5. grmeldrt wird, ist ei» Theil der erstell Brigade bereits nach Koscheh zurück gekehrt. Die ganze Streitmacht wurde bereits nach dein Norde» dirigiert. Tllgcsttcmglcitcn. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der «Bote für Tirol und Vorarlberg» meldet, den freiwilligen Feuerwehren zn Nofels, Rieden und Sillian Aus-rüstuuugs-Veiträ'ge im Gesammtbetrage von 1A) fl. z» spenden gernht. — (Ein Unfall Kraszewski's.) Ans Lembcrst wird telegraphiert: Dein ohnehin schon leidenden Dichter Kraszcwsti ist in Sail Nemo, wie hiehcr gemeldet wird, anf einer Spazierfahrt ein bedauerlicher Unfall zn-gestoßen. Kraszewski wurde infolge des Schcnwerdens der Pferde aus dein Wagen geschleudert und erlitt dadurch schwere Verletzungen, so dass sein Zustand zu Besorgnissen Anlass geben soll. — (In derLchrcrinnen-Vildungsanstalt.) Der Lehrer einer Lehrerinncn-Bildungsanstalt gab seinen Schülerinnen iin Deutschland folgendes Thema znr Bearbeitung: «Die Zunge, das Beste und das Schlechteste.» Eine der jugendlichen Damen, die vermuthlich zugleich viel Talent znr tiinftia.cn Hausfrau hatte, pries in glühenden Farben die Vorzüge und Nachtheile der Zunge vom kulinarischen Standpunkte. Ein Zungcnragont, so hieß es in dem Anfsatzc, gehöre zu den besten und vor^ züglichstcn Gerichten, nicht minder eine geräucherte Rinderzunge, oder gar cinc niariuierte Hnmmelznnc;c. Die PfailcnzuncM seien von Lllcnllus im Merthmn als eines der kostbarsten und vorzüglichsten Gerichte seinen Gästen vorgesetzt worden. Dagegen — s» wurde weiter aus' geführt - gäbe es auch Zungen, die ungenießbar seien; so würde z. V. der Hasentopf »lit der Zunge in allen Kücheil weggeworfen, nnd wenn selbst einige Negerstämme das Fleisch der Von Constrictor, nach den Berichten der Furschnngsreisenden, mit Vorliebe esse», so werfen sie doch den Kopf mit der Znngc weg. Hieraus, so lautete der Ichlnss des Aufsatzes, ergebe sich mit Nichtigkeit, wie tief wahr der Satz sei: «Die Zunge das Vcstc'und das Schlechteste.» ^ Der nnnlückliche Lehrer, der diesen deutschen Aufsatz zu lesen bekam, verlor für einige Zeit die Sprache vor Entsetzen. Noch mehr aber war er cnt-setzt, als er einen zweiten Aufsatz las, in dem eine andere seiner Schülerinneu dasselbe Thema von eineM In der Fachpresse wird augenblicklich über die Geschwindigkeit der Schnellzüge in den Hanptverkehrs-gebieten noch viel gestritten, wobei jeder für sein Land die größte Leistungsfähigkeit in diefer Hinsicht in An-sprnch nimmt. Nach einer eben veröffentlichten Arbeit des Betriebsinspectors der französischen Nordbahn stehen sich allerdings in Bezug auf Durchschuittsgeschwindig-keit, das heißt auf das Zurücklegen der Strecken zwischen den einzelnen Nationen, Deutschland, England, Frankreich lind die Vereinigten Staaten ziemlich gleich. Die Schnellzüge legen in der Regel zwischen sechzig und siebzig Kilometer in der Stunde zurück. Es schließt dies aber nicht aus, dass auf ciuzelueu Strecken, besonders wenn es bergab geht, ganz andere Zahlen Heraliskommen. So soll nach dem Genannten der Eil-zng Paris-Aordcanx die schiefe Ebene bei Etampes mit einer Schnelligkeit von hundertnnddreiundzwauzig Kilometern in der Stllndc durchführen! Macht über zweitausend Meter in der Minute! Solche Wagestücke siud bei uns gänzlich untersagt. Die freundlichen Leserinnen machen wir auf ciue neue patentierte Erfindung aufmerksam, die ihnen viel Arbeit ersparen kann. Die Gebrüder Schmidt in München haben ein anscheinend recht praktisches Verfahren erfunden, um Musterzeichuungcn für Stickereien auf Stosse ;n übertragen. Man legt einfach das Muster a„f den Stoff und streift so lange mit einem Falzbein oder Fingernagel über die Rückseite, bis alle Linien der Zeichnung ails dem Stoffe erscheinen. Wir gerathen immer mehr in das Paplerzettalter. Zn del, Papierrädern, Papierbooten, Papierfässcrn nnd andern schönen Dingen, zn welchen sich der stets geduldige Papierstoff hergibt, gesellteu sich neuerdings Papierflascheu, die sehr leicht'und uuzerbrechllch siud. Gasröhreu aus Papier, denen von ihrem Erfinder alle möglichen Vorzüge nachgerühmt werden, sowie endlich Clavier-Resonauzbödcn aus Papier. Dem geistigen Vater der letzteren. Herrn Lauglotz in Nurdhansen, zu< folge büßt durch die hölzernen der Ton an Reinheit uud Fülle eiu. weil das Tannenholz niemals ganz gleichartig sei. An Stelle der letzteren sollen nunmehr Resonanzböden aus aufciuauder geklebten Pafticrblattmi treten. Dieselben sind angeblich überdies gegen Temperaturveränderungen nnempfindlich nnd bekommen niemals Riffe. Iil den Reihen der Wohlthäter der Menschheit dürften Gebrüder Appert in Paris demnächst eiueu ehreuvolleu Platz einnehmen. Dank einem von ihnen erfnndenen Apparat soll künftig verdichtete Luft die Luuge der Arbeiter beim Glasblasen ersetzen, d. h. Tausende voll Menschen dem frühzeitigen Tode an der Schwindsucht entrissen werden. Der Appcrt'sche Apparat eignet sich nicht bloß zum Blasen von Flaschen, sondern auch zur Aufertigung von Glaskngeln zu Glühlicht-lampen, von Glascylindern für Stutznhreu u. dergl. Recht gilt gesalleu uns auch die von Diener uud Mayrhufer crfuiideueu «elektrischen hydroMennmtischcu Uhren.. Mal, erschrecke über die allzugelchrte Vczcich nilng nicht! Die Sache ist höchst harmlos. Von eiuer beliebigeil Sternwarte aus wird iu gewisse» Abstünden eine Normaluhr elektrisch richtig gestellt, die sich in-mitteu ciues Gebäudecomplexes befindet. Diese Normal-uhr reguliert ihrerseits z. B. allstüudlich sämmtliche Uhren ill dem Gebäude uud zieht sie wieder auf. Das geschieht mittelst Luft, die dnrch die Kraft der Wasserleitung verdichtet wird. Daher hydro-pneumatisch. Interessant ist auch der patentierte Flaschen >Verschluss voll E. Brabant in Berlin. Das Ocffnen nnd Wicderznschlieheu von Selterswasser- uud Bierflaschen, selbst wenn sie mit verbesserten Verschlüssen versehen sind, ist nnd bleibt ein mühsames uud langweiliges Geschäft. Bcdentend erleichtert wird es indessen durch den Brabant'schcn Verschluss. bei welchem mau ml/ auf eiucu federnden Hebel zn drücken braucht, nm die Flasche aufzubekommen. Ebenso leicht ist das Verschließen nach beendetem Einschenken. Erleichtern will seinerseits der Engländer E. Sed-honse den Kartensvielern das mühsame Geschäft des Kartenmischens. Er verstärkt nämlich die Karten ill der Mitte, so dass der Rand dünner ausläuft uud die einzelnen Karte,, in, zusammenliegenden Spiel von einander etwas abstehen. Zum Schlüsse sei noch des Knnstleders ans Papier gedacht. Victor Klein in Budapest, desseu Erfinder, behauptet, es ließen sich aus Papierleder die schönste" Dinge, wie Schuhabsätze, Schnhsuhlen, wasserdM Neiscloffer. Schulmappen. Handtaschen u.s.w. herstelle"-Selbstverständlich zcichuen sich die Sachen durch Wohl' feilhcit aus. H M Laibacher Zeituuz Nr. ? 57 11. Jänner 1886. viel poetischeren Standpunkte behandelt hatte. «Die Zunge», so hieß es darin, «ist das Beste, wenn sie die Schwüre ewiger Treue stammelt, die sich dem Herzen eines geliebte» Mannes entringen, — die Znnge aber ist das Schlechteste, wenn sie der neidischen Bosheit einer eifersüchtigen Freundin Ausdruck verleiht.» — (Der Kaffee als Barometer.) Die verschiedenen Erscheinungen, welche sich ergeben, wenn Zucker einer Tasse schwarzen Kaffees beigegeben worden, sind hinlänglich bekannt; das Ergebnis der bezüglichen Beobachtungen jedoch dürfte wohl manchem unserer Leser neu sein. Nach wiederholt angestellten Vcrsnchcn und Proben im Vergleiche mit den Angaben eines metallischen Barometers Bourdou und eines Barometers mit Quccksilberröhren ergibt sich Folgendes: Wenn Sie beim Vollgießen Ihrer Tasse den Zucker auflösen lassen, ohne die Flüssigkeit in Bewcguug zu bringen, so steigen die im Zucker enthaltenen Lnftbläschen an die Oberfläche. Formen diese Bläschen 3ine schamnigeMasse und halten sich hübsch im Centrum der Tasse, so zeigt dies stetiges Schöuwettcr an. Heftet sich dagegen der Schämn in Ringen am Rande der Tasse an, so bedeutet diesMegcn. Im Falle der Schämn über der ganzen Oberfläche sich ausbreitet, so habeu Sie veränderlich; sammelt er sich schließlich gegen einen Pnnkt des Randes der Tasse, ohne sich zu'zertheilen, so ist Regen, aber von knrzcr Dauer, im Anzüge. — (Ein Gefangener des Mahdi.) Seit kurzem weilt der Handelsschiffs - Capita« Guido Leo, ein Sohn des verstorbenen Directors der «Assicurazioni Genc-rali» in Trieft, in Wien, der zwei Jahre in der Ge-fangenfchaft des Mahdi verbracht hat, bis es ihm gelang, nach Suatim zu entkommen, wo er bei den englischen Truppen freundliche Aufnahme fand. ^-(Im Schriftsteller-Verein.) «Wissen Sie Ichon das Neueste? Uuser Freund X. lässt schou wieder emen neuen Roman drucken! Die Fruchtbarkeit dieses Menschen ist ganz unheimlich!» — «Ich tann mich angesichts dessen der Vermuthuug nicht verschließen, dass er m den Gefangenhäusern arbeiten lässt!» Local- und Provinzial-Nachrichten. Krainischer Fanötag. (Sitzung vom 7. Jänner.) Vorsitzender Landeshauptmann Graf Thurn. -Uertreter der Regierung Landespräsident Baron Wlnller. — Abg. Faber berichtet immens des volkswirtschaftlichen Ausschusses über die Petition wegen «Finreihuna. des Gemeindeweges zwischen Videm und Zdeuskavas in die Kategorie der Bczirksstraften und beantragt: 1.) Der im Straßencoucurrenz-Bezirke Groß. lasch.z zwischen den Ortschaften Videm und Zdenskavas bestehende, die Verbindung der im Straßen-Katcgori-sleruna>Gesetze vom 2. April 1866. L. G. Bl. Nr. 6. unter Post 51 ä und Post 66 c, vorkommenden Dürrcn-rramer und der Razica-Obcrgurkcr Bezirksstraßc vcr-nuttelnde Gememdcwcg wird als Vezirksstraße erklärt. ^) Der Laudesausschuss wird beauftragt: a) die Allerhöchste Sanction dieses Beschlusses zu erwirken und A ?"S Erlangung derselben die Verfügung behufs Verstellung des betreffenden Gcmeindewca.es in einen l!^ Veznksstrahcu gesetzlich vorgeschriebenen Zu-angmo7m!e?"' " ^ Anträge werden ohne Debatte Abg. Faber berichtet ferner namens des volkswirtschaftlichen Ausschusses über die Petition der Gemeinde Wrußniz um Einrcihuna. einer Gcmciudcstraße in die Kategorie der Vezirksstraßeu und beantragt, dieselbe dem Landesausschusse mit dem Auftrage zuzu-weifen, darüber genaue Erhebungen zu pflegen und dem Landtage in der nächsten Session Bericht zu erstatten. Abg. Pfeifer unterstützt die Petition der Gemeinde Wrußniz. Die Bitte sei bescheiden, indem nur verlangt werde, es möge die kaum zwei ein halb Kilometer lange Gcmeiudcstraße in die Kategorie der Bczirks-straßcn eingereiht werden. Redner empfiehlt dem Lau-dcsausschufsc, bei der Vcschlussfassuua. über das neue Straßcugchtz auf dicsc Petition Rücksicht zu nehmen uud die gedachte Gcmciudestrasie in die Kategorie der Bezirksstraßcn einzureihen. — Der Antrag des volkswirtschaftlichen Ausschusses wird hierauf angenommen. Abg. Faber berichtet namcus dcs volkswirtschaftlichen Ausschusses übcr die Petition der Gemeinde Veldes uud Görjach um cine Subvention zum Zwecke der Umlcgung der Straße durch den Ort Veldes. Der Berichterstatter beantragt, den Landesausschuss zu beauftragen, diese Augclcqcnhcit zn untersuchen, und wenn nöthig, eine cutsprccheudc Subvention zu bewilligen. Abg. Dr. Puklukar unterstützt diesen Autrag und betont die Nothwendigkeit dieser Straßeuumlegung schon mit Rücksicht darauf, dafs Vcldes ein Eurort sei. Redner wünscht, der Landesausschuss möge diese Angelegenheit so rasch als möglich erledigen. — Der Autrag des volkswirtschaftlichen Ausschusses wird au-gcuommcu. Abg. Dr. Papez berichtet namens des volkswirtschaftlichen Ausschusses über den Bericht des Landesausschusses, demzufolge derselbe der Verwaltung des Ortschaftsverniögcns der Gemciudc St. Marein. welche um eiuc Subvention von 300 fl. aus dem Landesfoude zur Errichtung einer Wasserleitung nach St. Marein bittlich eiugeschritteu ist. da die Nothwendigkeit dieser Wasserleitung im Hinblicke auf die landwirtschaftlichen Iutcresseu auerkannt werdcu musste, einen Beitrag von 100 fl. zum erwähnten Zwecke bewilligt habe, und beantragt die Gmehmiauna desselben. (Angenommen.) Abg. Obreza berichtet namens des volkswirtschaftlichen Ausschusses übcr die Petition der Unter-gemeindc Grobsche im Bezirke Adelsbcrg um Bewilligung einer Subvention zur Herstellung einer Scarpe-maucr und beantragt, dieselbe dem Landesausschusse mit dem Auftrage zuzuwcifen. die Angelegenheit genau zu erheben uud im Bedarfsfälle eine entsprechende Subvention zu bewilligen. (Angenommen.) Abg. Dr. PapcZ berichtet namens des Vcrwal-tuiigsausschusscs übcr die Mittheilung des Rechenschaftsberichtes, betreffend die Sanctionierung des von, Landtage beschlossenen Gesetzes, betreffend die Beitragslcistuua. der Fcuerversichcruugs - Gesellschaften für Feucrwchr-zwecke, und beantragt, die erfolgte Allerhöchste Sanction zur Kenntnis zu nehmen. Abg. Grasselli sagt. das in Rede stehende Gesetz habe seinen Zweck nicht erreicht. Der Zweck des Gesetzes war, die Assccurauz-gesellschafteu zu Beiträgen für die Feuerwehren heranzuziehen; allein alle Ässccurauzgcscllschaftcu haben die sie treffende Last einfach auf dic Assecuricrten abgewälzt, indem sie entsprechend dem Veitrage, welchen ihnen das Gesetz auferlegt, die Prämien für die Ver-sichcruug erhöht habeu. Nun sei es doch wohl nicht am Platze, dass die vorsorglichen Hausherren, und dies sind eben die versicherten Besitzer, für die Indolenz der unversicherten Besitzer zahlen, damit die Feuerwehren Zuschüsse erhalten. Es werde wahrscheinlich nöthig seil«, in dieser Richtung einen andern Weg einzuschlagen, doch müsse erst der finanzielle Effect des Gesetzes abgewartet werden; darnach werde man dann zu einer Abänderung dieses Gesetzes schreiten können. Jedenfalls aber sei es wichtig, zu diesem Zwecke die Organisierung des freiwilligen Feuerwchrwesens zu kennen, um zu wissen, ob jede bestehende Feuerwehr auch derart organisiert ist, dass sie ihrer Aufgabe eutfpricht, dafs sie nicht bloß ein Paradcverein ist, gegründet zu dem Zwecke, um schöne Uniformen tragen zu dürfen. Redner beantragt: 1.) Der Landcsausschuss wird beauftragt, iu der nächsten Session dem Landtage detailliert zu berichten, welche die Erfolge des in Rede stehenden Gcsctzcs vom 20. Dezember 1884. Z. 17 L. G. Bl., waren. 2.) Unter ciuem wird der Landesausschuss bc^ auftragt, den Stand dcs Fcucrwehrwescus zu beleuchten, über die Anzahl der freiwilligen Feuerwehren, ihre Organisation, die Feucrlöschgeräthe und schließlich darüber zu berichten, welche Feuerwehren Krankenunter-stützungsfonoc besitzen. — Sämmtliche Anträge werden angenommen. Abg. Svctcc berichtet namens des Verwaltungs-Ausschusses über die selbständigen Anträge des Abg. Kluu wegen Aenderung der §§ 13 und 15 der Landtags-Wahlordnung und des Abg. Suklje wegen der Landtags - Wahlrcform uud beantragt, dieselben dem Laudcsausschusse zuzuweisen mit dem Auftrage, darüber dem Landtage iu der nächsten Sefsion Bericht zu cr-statteu, eventuell demselben eine neue Landtags-Wahl-ordnung vorzulegen. — Der Antrag wird angenommen. (Schluss folgt.) Gemeinderath. (Fortsetzung.) GR. Franz Ravnihar gibt bei der Post des Prälimarcs, betreffend die Gehalte der Magistratsbcamten, dem Wnnfchc Ausdruck, es möge ehestens die Stelle des zweiten Magistratsrathes sowie jene des städtischen Cas-siers und Controlors ausgeschrieben werden. Der Herr Bürgermeister Grasselli bemerkt, es liege gegen die Ausschreibung der zweiten Magistraths-rathsstclle kein Anstand vor; das gleiche könne nicht von der Stelle dcs städtischen Eassiers gesagt werden. Diese Ausschreibung könne nicht früher erfolgen, bis nicht die ganze Untersuchung in der Affaire abgeschlossen ist, welche den gewesenen Stadtcassicr Hengthaler betrifft, und bevor nicht constaticrt werden tann, ob die Schuld der vorgekommenen Malvcrsationcn nicht auch einen anderen MaMralsbeamten trifft. Nach der mit dem städtischen RechilniillMihrer seitens dcs Herrn Bürgermeisters gepflogenen Rücksprache ist die erwähnte Angelegenheit bisnun ob dcr Menge des Materials »ur in einer Richtung untersucht, und dcr städtssche Rechnungsrevioent sei der Anschauung, man möge mit den» Schlussberichte in dieser Angelegenheit noch zuwarten. GR. Trtnik betont, die Bezahlung des Rechnung^ revidenten mit jährlichen 500 fl. fei eine viel zu hohe. Derselbe versehe das Amt nnr als Nebenbeschäftigung und komme nur uachmittags ins Amt, an Sonn- und Feiertagen, wo die städtische Cassc geschlossen ist, gar nicht, daher entfallen im Jahre 67 Tage. Für 300 Tage aber >— ' Roderich O'Donell hörte kaum auf die wahn- Mtelltcu Worte dcs Barons. Er hicua. seiueu eigenen wrda„tr„ nach, welche sich alle um Mademoiselle La- ^ "ncentriertcn "nd die ihn uoch vollstäuoiq be- ^ "^ ^""^" "'^ ""f dem Sein Weg führte ihn an der Friedhofspforte vorbei, uud einem unwiderstehlichen Impuls Folge leistend, trat er ein und suchte das Grab Manuela's auf. Den Epheu zur Seite schiebend, welcher das Grab überwucherte, las er die Inschrift auf dein Steine: «Manuela. Auferstanden!» «Auferstauden!» flüsterte der junge Mann vor sich hin. Klangen diese Worte nicht wie ein Ruf von jenseits des Grabes? Nachdem er lange sinnend an dcr Grabstätte geweilt, richtete er sich auf. um den Rückweg nach Wil-chester anzutreten. Er stand cbcu im Begriff, den Gottesacker wieder zu verlassen, als er unter einer Erleugruppe seitwärts am Wege die Gestalten eines -Uianncs uud einer Frau gewahrte. Die letztere kuunte er nicht umhin, auf den ersten ^llck zu erkeuncn; es war Mademoiselle Latour. Hatte ihn denn der Zufall dazu auscrlefen. stets den Weg der Erzieherin zu kreuzen? Er blieb stchcn. Noch entzog ihn ein dichtes Gebüsch dcu Vlickcu dcr Näherkommenden. Er dürfte lemcn Schritt weiter thuu. wollte er uucutdcckt bleiben. Uud musste cr nicht trachtcu, dass das geschah? Musste nicht, weun cr heute wicdcr mit der Erzieherin zusammentraf, diese mit Acrcchtigiiua. anuchmcu. dass cr die Absicht habe, jedem ihrcr Schritte uachzuspiircu? Aber wer war dcuu der Mauu. welchcr so angelegentlich mit der Erzieherin sprach? Konnte cs Graf Arthur Freuk sein» Nein! Eben wandte er sich 'um, und Roderich sah, dass der Fremde nicht eine Spur von Aehnlichkeit mit dem Grafen hatte. Die beiden sprachen lebhaft zusammen und während sie dem Gebüsche, hinter welchem er stand, immer näher kamen, hörte er jedes Wort, welches sie mit einander redeten. «Sie müssen zurück, und zwar heute noch! Ich musste Ihnen mittheilen, dass Marie de Lausac hier sei, aber ich erwartete nicht, dass Sie auf meinen Brief persönlich erscheinen würden. Lassen Sie uns Abschied nehmeu. Es könnte alle unsere Projecte zerstören, wenn man mich mit Ihnen zusammen sehen würde!» Sie reichten sich die Hände; der Fremde flüsterte ihr einige Worte zu, welche Rvderich nicht zu verstehen imstande war; doch jetzt sprach Mademoiselle Latour wieder klar und deutlich: «Aufgeben? Jetzt, nach allem, was ich aMten, nach allem, was ich gethan habe, sollte ich an ein Aufgeben denke»? Nimmermehr! Sie sollten mich besser kennen. Der erste Theil meiner Rache ist in Erfüllung gegangen, und ich werde vollbringen, was ich mir z»' geschworen habe. möge. was immer wollc, daraus ent-stcb.cn. Lcbcn Sie wohl. mein treucr Freund, verlassen Sie diese Gcqeud noch dicse Stunde!» Sie zoa den Schleier dicht vor das Micht uud cutfcrute sich mit raschen Schrittcn. Dcr Manu blieb uoch dann verließ auch er den Gottesacker. (Fortschunss folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 7 58 11. Jänner 1886. würde die Bezahlung für die tägliche Arbeit einiger Stunden wohl mit 300 st. genügen, obwohl der Rcchmmgs-revident jetzt für die Nachmittagsarbeit 1 fl. 67 kr. erhält. Redner beantragt die Redncierung der Bezahlung des Rechnungsrevidenten auf 300 fl,, indem sich genug im Rechnungsfache geprüfte Beamte finden werden, welche diefen Dienst gerne um 25 fl. monatlich versehen werden. Die ersparten 200 st. aber möge man den weit bedürftigeren Magistratsbeamten geben. GR. Franz Ravnihar bedauert es, dass der Vorredner nicht einen höheren Betrag ins Augdet einzustellen beantragt hat als 500 st., damit denn doch endlich der Posten eines städtischen Buchhalters creiert werde» könnte. — Vicebürgermcister Petricic schließt sich der Anschauung des Vorredners vollkommen an. GR. Trtnik beantragt, es möge der bisherige Rechnungsrevident befragt werden, ob er seine bisherige Arbeit um 300 st. leisten wolle, sonst möge diese Aus-hilfsbeamtenstelle ausgeschrieben werden. GR. Skerbinec unterstützt diesen Antrag. Der derzeit angestellte Rechnungsrevident habe bereits eine Menge anderer Nebenverdienste; er zweifle nicht, dass man auch um 300 fl. einen ebenso befähigten Rcchnungs-revidenten finden werde. Referent GR. Hribar ist der Anschauung, es werde noch im Laufe des Jahres ein höherer Betrag für diese Dienstesleistung in Anspruch genommen werden, wenn die Reorganisation der städtischen Casse beantragt werden wird, indem es zweifellos ist, dass ein, ständiger städtischer Buchhalter oder Rechnungsrevident unbedingt nothwendig sei. Der Herr Bürgermeister werde diesbezügliche Anträge sicher in Kürze dem Gemeinderathe stellen. Der bisherige Rechnungsrevident sei durch drei Jahre seiner Pflicht nachgekommen, daher sich Referent gegen die Reducierung der Remuneration desselben erklärt. Bei der Abstimmung wird der Antrag des GR. Tertnit aus Rcducierung der Remuneration auf 300 fl. abgelehnt und dieselbe wie bisher mit 500 fl. belassen. (Fortsetzung folgt.) — (Der k. l. Landesschulrath für Krain) hielt am 24. Dezember eine ordentliche Sitzung ab. Dem Sitzungsprotokolle entnehmen wir Folgendes: Nach Er-vffnung der Sitzung durch den Herrn Vorsitzenden trägt der Schriftführer die seit der letzten Sitzung erledigten Geschäftsstücke vor. Dies wird zur Kenntnis genommen, und wird hierauf zur Tagesordnung geschritten. Inbetreff der Besetzung der erledigten Bezirtsschulinspcctors-Stelle für den Schulbezirt Radmannsdorf wird der Bericht höheren Ortes erstattet. Der Jahresbericht über den Zustand der hierländischen Mittelschulen im Schuljahre 1884/85 wird mit den bezüglichen Anträgen dem hohen Ministerium für Cultus und Unterricht vorgelegt. Das Ansuchen der Gymnasialdirection in Laibach um Ausschreibung und Besetzung von zwei Lehrstellen im Status und Activierung von vier Stellen Extra «latum wird der Berathung unterzogen und der Act mit dem entsprechenden Antrage dem hohen Ministerium für Cultus und Unterricht unterbreitet. Der Halbtagsuntcrricht in der zweiten Classe an der vierclassigen Volksschule in Mottling wird bis zur Erbauung des neuen Schulhauses bewilligt. Den Recursen mehrerer Insassen von Predlog inbetreff der Ausschulung von Mariathal und Einschulung nach Kal wird stattgegeben. Der Aufschub der Schulerweiterung in Lustthal bis zum «ächsten Schuljahre wird bewilligt. In Angelegenheit der Ausscheidung des Wcrt-betrages einer für den Messner und Organisten in Anspruch genommenen Collectur aus dem bezüglichen Schul-Voranschläge und der Ueberwcisung an den Normalschulfond wird dem train. Landesausschusse der geeignete Antrag gestellt. Mehrere Remunerations- und Geldaushilfs-gesuche werden erledigt. — (Statuten-Aenderung.) Die Ministerial-Vcreinscommission im k. k. Ministerium des Innern hat der Laibacher Actiengesellschaft für Gasbeleuchtung die ''Aenderung ihrer Statuten bewilligt. — (Personalnachricht.) Der Minister nnd Leiter des Justizministeriums hat deu Notariatscandidaten in Cilli, Vincenz To plat, zum Notar in Kappet ernannt. — (Wissenschaftliches.) Der Akademie der Wissenschaften in Wien wurde von unserem Landsmanne Herrn Dr. Karl Strekelj in Dobrisch eine Abhandlung unter dem Titel «Morphologie des Görzer Mitteltarst-Dialettes mit besonderer Berücksichtigung der Betonungsverhältnisse» eingesendet. — (Veränderungen im Lehrstande.) Von den absolvierten Lehramtszöglingen wurde Herr Karl Simon als Lehrer in Laserbach angestellt. An die neu errichtete Mädchenschule in Oberlaibach kamen Frl. Anna Pour, bisher provisorische Lehrerin in Moräutsch, uud Frl. Johanna Viditz, Lehrerin in Mottling. Definitiv angestellt wurden Herr Michael Kalan als Oberlehrer in St. Peter in Innerkrain und Herr Franz Gale als Lehrer auf seinen, bisherigen Dienstposten in St. Jakob an der Save. — (Privatlotterien.) Das t. k. Finanzministerium hat im Einvernehmen mit den Ministerien des Innern und des Handels über eine seitens einer Finanzbehördc gestellte Anfrage bemerkt, dass es nicht Sache der Behörden sein kann, im Interesse von Effectenlottcrien die Versendung von Losen zu vermitteln oder auch nur die Behelfe dazu zu liefern oder die Amtsorgane zur Theilnahme an solchen Lotterien einzuladen. — (Vom Wetter.) Die erste Hälfte der letzt-verflossenen Woche blieb das Wetter von ganz Mittel-und Nordwest-Europa noch ausschließlich unter den: Einflüsse der über der Nordsee und in Skandinavien bestehenden Gebiete niederen Luftdruckes, und führten constant andauernde Westwinde vom Atlantischen Ocean erwärmte Luftmassen über unsern Erdtheil, wodurch auch allgemein entschiedenes Thauwetter eintrat und mit Ausnahme einiger Gebirgsthäler und in Südungarn die Temperatur auf -j- 2" bis -s- 6" in ganz Mitteleuropa stieg. Die noch bestehende, sehr unregelmäßige Vertheilung des Luftdruckes über Europa lässt noch weiter unruhige, zu Niederschlägen (Schnee) geneigte Witterung bei leichtem Frost in unseren Gegenden in den nächsten Tagen erwarten. — (Geheimnisvoller Selbstmord.) Mit Bezug auf die unter obiger Ueberschrift unlängst erschienene Notiz wird ans Görz berichtet: Jene Sofie Gom -pertz, welche hier allgemein für die Iugendschriftstellcrin gleichen Namens gehalten wurde und die sich hier bekanntlich im «Hotel Pension» ums Leben gebracht, wurde auf dem hiesigen Friedhofe nach katholischem Ritus begraben. Nun langte aber ein Onkel der Selbstmörderin, ein Herr Gompcrtz aus Budapest, hier an, verlangte uud erhielt die Bewilligung zur Exhumierung der Leiche, nachdem die Verblichene Jüdin war. Der Leichnam wurde daraufhin auf dem jüdischen Friedhofc neuerdings bestattet. — (Gegen falsches Maß,) Das k. t. Ministerium des Innern hat im Einvernehmen mit dem t. k. Handelsministerium sämmtliche Landesstellen beauftragt, die ihnen unterstehenden politischen Aczirksbehörden anzuweisen, dass bei Uebertretungen der Maß- und Gewichtsorduung, beziehungsweise Aichordnnng strengstens Amt zu handeln, überhaupt der Handhabung der Martpolizei seitens der Gemeinden große Aufmerksamkeit zuzuwenden und nach Maßgabe der bestehenden Gesetze thunlichster Einfluss in dieser Richtung zu nehmen sei. — (Gemeindewahl.) Bei der jüngst stattgefundenen Gemeindewahl in Erzelj, politischer Bezirk Adelsberg, wurden zum Gemeindevorsteher Josef Fcrjancic, zu Gemeinderäthen Josef Kovt und Franz Vercon, alle aus Erzelj, gewählt. — (Tödtlicher Sturz.) Am 5. d. M. nachmittags gieng ein Schulmädchen von Rcnbl auf den Predil und erblickte gerade ob den überhängenden Schnccmassen einen Menschen an einer Buche klammern, von welcher ein senkrechter Abfall zum See ist. Das Mädchen lief auf den noch eine halbe Stunde entfernten Predil und erzählte, was sie gesehen. Zwei Männer begaben sich sofort zur Stelle, fanden jedoch den Menschen nicht mehr. Der Unglückliche hatte sich nicht mehr halten können uud war über den Schnee und den circa 30 Meter hohen Fels in die Tiefe auf den zugefrorenen Raiblersee gestürzt, wo sein grässlich verstümmelter Leichnam gefunden wurde. — (Schadenfeuer.) Am 3. d. M. brach beim Besitzer Michael Strusnik in Olscheuk, politischer Bezirk Krainburg, Feuer aus nnd äscherte dem Genannten zwei Dreschtennen, eine Holzlege, zwei Schupfen sammt Futtervorräthen im Werte von 2000 fl. — und dem Besitzer Andreas Stopar das Wohngcbände, Stallung, Dreschtenne und Futtervorräthe im Werte vom 1000 fl. ein. Ersterer hat seine Objecte mit 800 fl. assecuriert. — (Conservierung des Nlumenduftes.) Man nehme ein luftdicht zu verschließendes Glas, lege auf den Boden desselben eine dünne Lage von den wohlriechendsten Blumen (Rosen, Veilchen, Maiblumen, Hyacinthen :c.) und fülle so schichtenweise das Glas bis obenan voll, verschließe es alsdann so fest als möglich und hebe es an einem trockenen, wenig warmen Orte auf. Im Winter genügt es dann, dieses Glas zu öffnen, um in irgend welchem Raume den köstlichen Blumenduft zu verbreiten. Will man Blumen-Essenz, so gieße man in das Glas etwas reinsten Weingeist und fülle'dann in obiger Weise das Glas, ohne dass die Blumen die Flüssigkeit berühren. In Zeit von einigen Monaten hat sich aller Duft in den Weingeist gezogen.______________ Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Wien, 9. Jänner. In der gestrigen gemeinsamen Minister-Conferenz unter dem Vorsitze Sr. Majestät des Kaisers wurde die bezüglich der Ausgleichs-Angelegenheiten erzielte Vechändissnng constatiert. Das Zoll-und Handelsbündnis wird mit wenigen Modifications aufrecht erhalten. Die Regierungen beabsichtigen, nach erzielter Verständigung über einige schwebende Pnnkte die Legislativen aufzufordern, behufs Vercinbarnng der Quote Regnicolar-Dcftutationcn zu entsenden nnd gleichzeitig alle den Ausgleich betreffenden Gesetzentwürfe zn unterbreiten. Wien, 9. Jänner. Die «Wiener Zcitnng» veröffentlicht die Versehung in den zeitlichen Ruhestand des Seetionschefs v. Pozzi unter Verleihung des O» dens der eisernen Krone zweiter Classe an denselben, die Ernennung des Statthaltereirathes German zum Mimsterialrath im Cultusministerium, die Ernennung des Hofrathes Ritter v. Cramer zum Oeneralproal-rator nnd des Hofrathes Schrott znm Gencraladvo-acten bei dem k. k. obersten Gerichts- uud Cassa-tio ishof. Wien, 10. Jänner. Nach einer Meldnnq der «Politischeu Correspondenz» ans Petersburg nnterbrcitete die russische Regierung den Cabincten einen Vorschlag, auf eine gleichzeitige entweder vollständige oder wenig« stens theilweise Entwaffnung der serbischen nnd bn<-garischen Streitkräfte hinzuwirken. Belgrad, 10. Jänner. Ein königlicher Utas beruft die Skupschtiua ein, vertagt dieselbe zugleich auf sechs Monate uud behält sich eine frühere Einbernfunq für unvorhergesehene Fälle vor. — Finanzministcr Rajomc hat demissioniert; die Ressurtleitung wnrdc interimistisch dem IustiMinister übertragen. London, 10. Jänner. (Offtciell.) Die Königin eröffnet das Parlament persönlich. London, 10. Jänner. Die serbisch-bulgarischen FriedensuuterlMdlungen werden wahrscheinlich in Con« stantinopel gepflogen werden. Washington, 10. Jänner. Der Senat nahn, die Bill Edmunds gegen die Vielweiberei an. Die Bill unterstellt die Mornwnensccte Cnratoren, welche der Präsident ernennt. WlkswirtschaMches. 5!llil>llch, !1, Jänner. Auf dem heutigen Markte sind erschie neu: 4 Wagen mit Getreide, 2 Wagen mit Heu und Stroh und 12 Wagen mit Holz. Durchschnitts»Preise. -litt«. Mg,,." Mlt,. M„^ «. >lr, st, >lr,> N.s lr, l! l^ Weizen pr.Heltolit. ««67 21! Nutter pr. Kilo . . --«4 Korn » 5 53 5 60 Eier pr. Stück . . — 3------- Gerste . 4 39 5 10, Milch pr. Liter. . - » — Hafer . 393 20 Rindfleisch pr. Kilo —!64 -!- Halbfrucht »-------61?! Kalbfleisch . —^-, Heiden » 4 39 6 H Schweinefleisch . —52—^ Hirse » 5 6 5 ?! Schöpsenfleisch » — 36 — ^ Kukuruz » 4 87 5 26 Händel pr. Stück . —50 - !- Erdäpfel 100 Kilo 3-----------Tauben . — !1U ^- Linsen pr. Heltolil, 8-----------Heu 100 Kilo . . 2' ü —!- Erbsen . 6------------Stroh » . . 2! 5------- Fisole» . 8 50-------Holz, hartes, pr. !------- ^ Niudöschmalz Kilu — «0------- Klafter ?!70 - - Schweineschmalz . — 80-------— weiches, . 5 50 ^ ' Specl, sr,sch, . - bO-------Wein.roch..100Lit.-------24! — geräuchert . — 64------------- weißer, .____20^- Landschaftliches Theater. H ente (gerader Tag).- Schwere Zeiten. Original-ilustspiel in 4 Aufzügen von Julius Rosen. Angekommene Fremde. An, 9. Jänner. Hotel Stadt Wien. Hoffmann, Raumauu. Obltsch, Glück und Spira, Kauslcute, Wien. — Pfeiffer«, l. l. GerichtSadjunct, sammt Mutter. Gottschee. — Werbolc. Reisender, Trieft. Hotel Elefant. Schmucker. Kaufmann, fammt ssrau, Graölih. -^ Tomc, Privat, sammt ssrau. Marburg. Aairischcr Hof. Schuscha. Realitätenbcsiher, Sachsenfeld. — Maccl, Strohhulmacher, Domzale. Gasthof Tiidbahnhof. Speck, Privat, Iürich. — Graf. Reisen« der, Zaila. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Heine H., Privat, Kronau. Rasthof Sternwarte. Schauta Joses, Forstmeister. Hammerstiel. - Susml C Hauptmann-Auditor, Sista. - Ste^ec Anton, - Spunt Ialob, Verzchrungsstcuer- Agent, Nadmauusdorf. „ , » > Verstorbene. c«, ^"lU' Jänner. Gustav Vaucou. Tischlers Sohn. sechs Mmiate. Wlencrstrasze Nr. 7, Fraisen, c. m>^ e " 9' I ü'' '^ l' w"b"lf Vergant, Postbeamtens-Sohi'. 9 Mon., Herrengasse Nr. 5, Uronenki« lnpillari». Im Spitale: Den 6. Iän n e r. Johann Vobcn. Arbeiter, 22 I,. A»^ zehrung. — Maria Sinuwvc, Wchin, 47 I., Pyämic. Lottlizichunacu vom !1. Jänner: Wien: 83 82 24 61 5. Graz: 59 36 21 35 Iti. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ß ZI ^^ M «lind , «"ftchl Z3Z ^ ?ss'Mg.'"?22'29'! M W^a^^-^wM^-s^ 9.2.N. 722.16 -1.2 NO.schwach Schnee ^'?, ^9- Ab. 732,58 -1.8 NQschwach vewöM ^n" 7U.Mg. 724.95 -3,8 windstill Nebel ".^7 10.2. N. 725.84 -3.0 O. schwach bcwül t ^, 9 . Ab. 726,63 - 3.0 O. schwach 32!! Sch"" Den 9. Schneefall. den ganzen Tag anhaltend. Den Me" morgens Nebel, auf den yuhen heiter, nachmittags trübe aw'ds Schü^cwehci,. latter Ostwind. Nachts geringer Schueefall Das Tagesmittcl der Wärme — 0.9" und 3,3", bezielmuaswe'ise u>" 3.5" über und 0,7« unter dem Normale! M'gvwe., Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic. 59 Course an der Wiener Börse vom 9. Jänner 1886. N^ dem oMenm Commie chelb Ware TtaatS'Nnlehen. Notenrcntc ....... 83>85 84' — Silben ente....... 84— 842« l«54cr 4°/„ Staatslose 250 si. 1L8-— 128 6« >8«<»er 5)°/u ganze 500 „ Xu»—140-4«, »»>0cl5°/<> Fünftel 100 „ 14«'—1404« iu04cr Staatslose . . 100 „ i?o—l?o»o i8U«er „ . . 50 „ lL8—1«9 — liomo'Ueiitenscheine . . per St. 4» — — — 4«/u Oest. Golbrente, steuerfrei . ii1l!0l1i8l! Orsterr. lNotenrente, steuerfrei . 101 »510145 Ung. Voldrtnt« 4°/„ . . . . 10090 lOi-05 „ Papierreittc 5°/n - . - . 92-30 925U „ Eise»b.»Anl,ilo fl. ö,W.S. '52 25 — — „ Ostbahn^Prioritäten . . 98-ao 99— „ StaatS.0bl.(Una.Oftt'ahn) I27-- —'- >, „ „ vom I. 187» . 11070 111'30 „ Piämicn-Anl. i^iuosl.ö. W. Il7?5il825> Theih.Meg.-^ose 4°/„ l«0 fl. . . 12410124 50 Grunbentl.. Obligationen (für !00 fl C,»3l.) b"/s böhmische....... 107-50 —'— ^/« «alizische....... 103-50104-50 5"/u mährische....... 105-25 — — 5°/„ uiednösterrcichische . . . IO7'50108«.', 1"/n oberöstcrrcichischc , . . . 105 2510N-25 5°/„ ftcirische....... IO4— — — 5»"/,, lroanscke u»b slavonische . in» ao — — l>°/» siebenbilrgische..... iu3-8NlO4'4o Geld N'arc 5>"/„ Tcuieser Vanat . . , . 1O3«o 104-20 5"^ ungarische......103-7510425 Andere öffentl. Änlehen. Donau-N»,'a,°Lose 5>"/<, loo sl. . 117-50,18-— blo. Anleihe ,878. steuerfrei . 105 —105-5U Axlchl!« d. Stadtsscmcinde Wien 1026510335 Aulchen b, Stablsscmciudc Wien (Subcr und ^old) .... —'--------— Prämicu-Anl,d.Stadtgem.Wien >25-- 12550 Pfandbriefe (für 100 fl,) Vobencr. allg.östcrr. 4>/,"/<>GoId. I2U-25 — — dto. in 50 „ „ 4'/, o/n 100 — 100-50 dto. in 5« „ „ 4«/n , »«'— Ul>^>0 dto. Prämicu-Schuldvctschr.3"/,, W-50 !!!>'— Ocst.Hypothelcnbanl !0>. 5>/,°/<, !l>l)^K>i^ O/,«/„ . 10220102-50 dto. „ 4"/„ . , U8-L0 N8-N0 Una, alla. Vodencrcbit'Ucticnacs. M Pest in I. I8»9 verl. 5'/,"/.. 10325 I0<-«5 PrioritätsObligationen (fiir i«o fl.) Elisabeth - Weslbahn I. Emission 115 70H<:-1O Fcrdinandl'-Nordbahn in C ilbcr 105 8010« 40 ssranz-Ioscf-Vahn.....82 !»0 !»:!»0 Gnlizischc Karl« Vudwia.» Bahn L»l. 1881 30U fl, S, 4'/,"/« - 100-25 10U 75 Ocsterr, Norbwcstbalin , . . 108S0104-.M Siebenbürgcr.......»9 - 9»»0 Gelb Ware Staatsbahn i. Emission . . 20l 50 203 — Sildbahn l^ 3"/„.....15750 —'— „ l^ 5"/„.....129-25 — — Ung,»galiz, Vahn.....100—100 50 Diverse U«se (per StiXl). Creditlosc 100 si...... 17».^ 17875 Clary«l!osc 40 fl...... 41-50 42 — 4»/„ Do»a»-Da!»pssch. luofl. , 114—l1<5!» LaibacherPrämicN'Nnlch. 20 fl. 22— 22-25 Oscncr Pose 40 fl..... 44— 45— Palff>Lose 40 fl..... 8325 39 75 Molhen Kreuz, öst. Ges. v. I(!f!. 14— 14 25 Mudolf-Losc 10 fl..... iü-40 1» 80 Salm-Lose 4<) fl...... 57-25 l>7 75 St,-Gcnoi«.Lose 40 fl. . . . ,'«25 53-5« Waldstci!!-i!ose 20 sl. . 2U30 «!i'8U Wiudischgräl)'l!ose 20 fl, . . .",»,^5 ««75 Vank-Actien (Vcr Stülcr.-Anst,.Oeft,200sl.S.4(/V„ 227-50 228 5« Crdl.'Anst. f. Hand.u.G. ilin fl. «Ü5-20 2Ü5-50 Crcbitbanl, Nllg, Unz,, 2N0 fl. . 302-75303-25 Dcpositenbanl, Alla.200 sl. . 1!»3—I!>4— l!sci,mv50 Geld Ware Actien von Transport« Unternehmungen. (per Stiick). Mbrccht-Vahn 2no fl. Silber . —'--------^ Alfölb ffium.-Nahn 20«, fl. Silb, 185 — 18550 Nussig-Tcpl. Eisenl'. 200fl, CM.------------'^ Vöhm. Nordbahn i!>0 fl. . , ^ ^- -^'^ Wcstbab» 200 fl. . . , —'--------— Buschtiehradcr Eisb. 500 fl. LVt. —'--------— (lit,«) 200 fl. . —'--------'— Donau < Dampfschiffahrt« - Ges, Oeflcrr. 500 fl. LM. . . . 470—472 — Drau-Eis. (Vat,-Db.-H.)200fl.S. -'--------'— Dux Vodcnbacher 0 sl. . 215-25 215-75 „ Slzb.-Tir.1I1, E. i«?3 2u0sl,S. 20475 2!«-25> Ferdinauds-Viordb, 1000 fl, CM. »295. 2300 zfrani-Ioscs.Lahn 200 sl, Silber 21175212 25 Filnstirche»^?aicscrliisb.20Ufl.O. ^— —'— Gali,.KaiI-Lubwig-«,l!00fl.CVl, 220-—22050 Giaz ^'slachcvL.°V.200fl.ö.W. "'--------'— Kahlünberq Eisciil'ahu 10« fl, . —'— ^'— Kaschau Oeerb, Eiscnb, 200 jl, S. I !9?5 15025 ^cmbcra-Czcrnowih-IassY Lisen- bahn-Gcscllschast 200 fl. ö. W. 22K-50 227— Aovb,öst,-u„g., Trief! 500 fl.CM. «27 — 630— Ocstcrr. Nordwcstb, 200 ,-5N1«9-— bto. (lit. I!) 200 sl. Silber . 15S'75IS0— Prag-Durci Eisenb, 15«, sl, Silb. —---------— Rndols-if'ahn 200 fl. Silber . 187—187-75 Siebcnbiirner Eiscnb. 200 fl. . 184—184-50 Staatscisenbahu 200 sl. ö. W, . LL7-75 2S8'- Gelb Ware Südbahn 200 fl. Silber . . -1»»—l»»50 Siid-Nordd..Verb..^.200fl.(lM-l«<'^l8l75 Theifl-Vahn 800 fl, ö, W. . .25050 251-50 Tramway-Gef,, Wr. i?0fl. ö. w-1»? ^ 198 — „ wr„ neu 100 fl. ^05 5 108 — Transpori-Gefellschast 100 sl. ^2'^ «0— Uüg.-naliz, Eisenb. 2«0 fl. Silber!?4-2,">l?5 — Ung, Nordoslbahn 200 fl. SilberN4—I?U5 Silber.........—---------— Deutsche Rcichsbanlnoten . . «2'20 «2 30