EINZELPREIS: wochentags 10 ipt Samstag-Sonntag 15 Rpl larautgtr äntuna Amtliches Organ des Steirlschen Heimatbundes Verlag und Schriftleitung: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, Fernrut; 2M7, Krsgh^nt wöchentlich sechsmal als MofgenieUung (mit Ausnahme dei Sonn- u. 25-68, 25-69. — Ab 18 Ohr (6 Uhr abends) ist die Schriftteitung nur auf FernfMt Feiertage). Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einschl. Zustell- Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgisandt. — gebühr: bei Uewrung im Str^ifban4 zuzüglich Porto; bei Abholen m der üe- B^i Anfragen Rückporto beiden. «— Poetscheddionto Wien Nr. 54.608. schäftsstellc 2.—. Anzei^fep- und Bezugsbestellungcn in Verwaltung. !Jlr. 174 Oltarburg a, 0.2>rau, Oltontag. 2i. 3uli I94i Si. 3aOrgang SiegreiiAer Vsniarscti an OsMer des Dnieslr Neue sdiwere Verluste der britisclien Kriegsflotte im Mittelmeer Planmässiger Verlauf der Kämpfe um Smolen^k Bayreuth oder Moskau? Von Dr. Robert Ley MHHIirlsdie Anlagen In MHtel- und Otlengleiid mit Bomben belegt Aus dem Fj))irerli^ttp(qei die einmütige Auffassung des tiesamten Au-Cenamtes. Das neue Kabinett, so meint »Tokio Asalii Schimbun«. trage zweifellos einen kriegsmäßigen Charakter. Pinanzkreise hofften, daß das neue Kaj^inett in der Lage sei, diejenigen MaRnahmen durchzuführen. die zur Schaffung bzw Reor- 5eHe 2 »Marburgec Zdiung« 21. Juli 1941 Nummer 174 Führers un^l dem herrlichen utvbesiegba-ren deutschen Soldaten. Tiefe Dankbarkeit steigt in uns auf, wenn wir bedenken» vor welch gräßlichem Schicksal wir bewahrt wurden. Und nicht nur wir Deutschen, sondern ebenso die jfesamte Kultur der Welt, insbesondere die alte, ewig deutsche Kultur des Abendlandes. Deshalb wird sich auch jeder und jedes V'olk in diiesem schicksalhaften Ringen und Kampf klar und eindeutig entscheiden müssen: Für oder wider die Kultur, für oder wider Bayreuth oder Moskau, für oder wider die nationalsozialistische kulturschöpfende und bejahen-de Weit, oder die bolschewistische, jüdische, kulturzerstörende Welt. Entscheide dich, Mensch und Volk dieser alten Erde! Für Adolf Hitler, den größten und erhabensten aller Künstler, oder Stalin, den größten und gemeinsten aller Proleten! Diese Entscheidung ist bereits gefallen: Unser der Sieg! Diejktloii Viktoria" Sieg Deutschlands an allen Fronten Berlin, 20. Juli. Der ganze europäische Kontinent steht im Zeichen der V-Aktion (»Viktoria!«), die den Sieg Deutschlands an allen Fronten bedeutet. Das Reich siegt gegen die Juden, die Plutokraten, den Bolschewismus. »Viktoria für Europa!« Holland: In alten Städten sind Transparente und Fahnen mit großem orangenem »V« zu sehen, so in Amsterdam, den Haag und Rotterdam. In allen Provinzstädten wurden Millionen von Streuzetteln durch Flugzeuge abgeworfen. Die Autos und Fahrzeuge der holländischen Behörden führen gestanzte V als Zeichen des Sieges. Hunderttausende laufen mit Anstecknadeln, einem orangefarbenen V, durch die Straßen. Die holländische Presse steht völlig im Zeichen des V. Der tägliche Wehrmachtsbericht wird immer an der gleichen Stelle auffällig auf der ersten Seite gebracht. An der Spitze wird die Losung In holländischer Sprache: »V — Deutschland siegt an allen Fronten« besonders herausgestellt. Die illustrierten Zeitungen bringen Photomontagen Über den Si^g im Osten, die in der Mitte das V tragen. Der Rundfunk gibt vor- und nach äem .V^elirniaicht^e-richt das Morsezeichen für das V — dreimal kurz und einmal lang. Der Sprecher erläutert den Sinn. »Habt Ihr das V-Zei-chen gehört? Das bedeutet »Viktoria«, den Sieg an allen Fronten.« Belgien: Auch Autos und Wagen tragen heute einheitlich das V. Tränsparente stehen an den bekanntesten Punkten aller Städte. Die Tender aller Lokomotiven tragen das V. An den Fenstern der verschiedensten Häuser ist das gleiche Zeichen angebracht. Die gesamte Presse steht ebenfalls unter dem Siegeszeichen V. Die Wehrmachtsberichte tragen das Zeichen am Anfing. Feldpostkarten und Siegelmärken sind mit dem V im Umlauf. Bei der Anbringung der Riesentransparente stauen sich überall größere Men-, schenmassen. P r o t e k t 0 r a t: Lawinenartig hat die V-Aktion auch im gesamten Protektorat eingesetzt. Das abendliche Bild Prags ist beherrscht von dem riesigen Strahlen-V auf dem Veitsberg. Vom Pulverturm und von den Brückentürmen der Karlsbrücke und vom Aussichtsturm des Laurenzberges sieht man große V-Fahnen wehen. Die größte und zugleich längste Geschäftsstraße Prags, die einstige Volksstraße, heißt heute Viktoriastraße, Das bekannte Bata-Hotel im Bezirk Zlin heißt heute »Viktoria-Hotel«. Auf Straßenpiäfzen und an Gebäuden in Prag und anderen Städten sieht man überall V, das zumeist in rot-weißen Fait)en gehalten ist. Spruchbänder sind an dtn deutschen Theatern und an den Verwaltungsgebäuden der Filmateliers ang^racht. Die Straßenbahnwagen tragen ein V. Personen- und Güterzugsloko-raotiven sind vorn und an den Seiten mit. einem großen V bemalt. Das größte Kino von Prag, das am Graben liegt, nenht sich in Zukunft »Viktoria« und trägt bereits seinen neuen Namen. Das Caf^ »Sla-wia« ist ebenfalls umgetauft in das Caf4 fViktoria« und die Schilder sind" bereits lieute Nacht angebracht worden. Einzelne Qartenanlagen werden umgestaltet und rfeigen auch hier das V sichtbar für jeden. Auf der Moldau fuhren heute Ruderboote in V-Form und die Autos der Behörden ragen das V umrahmt von einem Lorbeer-Jcranz. Poststempel tragen den Vermerk »Viktoria«! Alle bedeutenden Blätter sind seit gestern mit einem farbigen V überbrückt, das in den verschiedensten Variationen benutzt wird. L^taufsätze beginnen mit dem V, aufh Töjttseitdfl trafjen das V-Zeichen. Überall liest man das Motto »Viktoria«, »Der Sieg Deutschlands ist der Sieg Europas«. Generalgouvernement: Seit Tagen' hat auch hier die V-Aktion überall eingesetzt. Jn allen Kreisen sieht man Transparente V, Plakate und Klebezettel. Flugzeuge werfen Papierabzeichen mit dem V. Polnische Fahrer, die bei der deutschen Wehrmacht beschäftigt sind, haben das V auf ihre Fahrzeuge gemalt. Lokomotiven und Straßenbahnwagen tragen auch hier das V. Auf Straßen und Plätzen ist es zu sehen, an Hochhäusern und TUrmen sogar in überdimensionalen Ausmaßen. Auf dem Krakauer Rathausturm ist ein großes Transparent in fünf verschiedenen Farben sichtbar. An den Litfaßsäulen prangen die V-Zeichen. Freilicht-Tonkinoaufführungen, die auch im Zeichen der V-Aktion stehen, fanden vor mehr als 30.000 Zuschauern statt. Hier wurde die letzte Wochenschau ge- zeigt. Diese Wochenschau trägt jetzt auch das Zeichen des V. Die Bevölkerung riß sich um die aus Flugzeugen abgeworfenen V-Zeichen, die polnischen Text tragen. Norwegen: Ah allen Ecken in Oslo ist die V-Parole zu sehen. Der Ost- und Westbahnhof sind mit großen Transparenten geschmückt. Neben der Parole »Deutschland $jegt an allen Fronten« ist hier die Parole »Deutschlands Sieg Ist Norwegens Sieg« zu lesen. Die Zeitungen stehen im Zeichen des Buchstabens V. Sie bringen Leitartikel über den europäischen Sieg über den Bolschewismus. Der Buchstabe V dominiert in diesen Leitartikeln. Große Karten von der Ostfront tragen ein strahlendes V in ihrer Mitte. Plakate sind überall angebracht. Auf Straßen und auch an Häusern sind große V gemalt. Frankreich: Das btauibild von Paris wird beherrscht durch überdimensionale große Transparente und Fahnentücher, die am Eiffelturm und anderen markanten Gebäuden zu sehen sind. An den Autos der Wehrmacht sieht man das V auf den Kotflügeln und an den Wagentüren. Die Auslandsorganisation hat zahlreiche Flugblätter verteilt. Zusammen mit der Auslandsorganisation der faschistischen Partei sind auch Flugzettel ausgegeben worden, die das V zusammen mit einer deutschen und italienischen Flagge tragen und darunter das Wort »Viktoria«. Am Sonntag fand eine Rotkreuz-Versammlung statt, auf der Nachrichten bekanntgegeben und Anstecknadeln in Fnrn: eines V vertrieben wurden. Alfe Provinzstädte beteiligen sich ebenfnih seit gestern an der V-Aktion. Der Krieg im Osten am Entsciieidungspunkt Di« leittung^n d«r d^iittchM Trupptn «Inilg in d«r Milhärg^schicht« / Das Urteil eines Amerikaners N e w y 0 r k, 20, Jult Der detttsch-sow}etische Krieg sei ttm Ent^chddtmsspuiikt angelangt, schreHit der * Berichterstatter Wiegand aus Sciianshai. Die Wiedereinführung der Ko^ttiiftsare in der Sowjetarmee sei ein untrügliches Zeichf« dafür, d^O die tpr* setzunc rapid um weh greife. AdoH Hitler, so schreibt WIegand, sehe mit der Niederwerfung des Bolschewi-stensystems einen' zwantlgjährigei] Tfaam In Erfüllung gehen. Was die deutschen Trumen in den letzten vier Wochen im Osten geleistet hätten, so helOt es welter, stehe einzig in der ^ir litärgeschlchte dar. Wiegand glaubt MjlÄEir nicht, d«B die Engländer den BolschewI-pE , sten helfen kdtmten, es sd denn, daO sie innerhalb der nächsten zwei Motuite eine kontinentale Invasion mit Erfolg durchführih könnten,- sonst sei' das Bol-schewistenregime dahin. s ' Niemals. :8o schließt der Bericht. würde der Führer die Fehler Napoleons*^ begehen, derni iH^and kenne diese Fehler besser- als der Führer selbst/ >AHe, die das noch als Ihre letzte Hoffnung ansähen, würden itar-v^ld dieses Trostes beraubt.^n, : Den Rnieli der Raimisare entksiiinei t TAUSENDE VON SOWJETSOLDATEN ÜBERGELAUFEN — ERKLÄRUNG EINES % HAUPTMANNES DER PETERSBURGER KRIEGSSCHULE — MEHRERE OFFI- i-ZIERSFRAUEN IN UNIFORM GEFANGEN \ Berlin, 20. Juli. Im nördlichen Abschnitt der Sowjetfront sind Tausende von Sowjetsoldaten zu den deutschen Truppen übergelaufen. Unter ihnen befindet sich neben zahlreichen anderen 0ffi7icrcn der Haupmann Wasiiiewitsch Nowikiow. Er war Lehrer an der Petersburgei- Kriegsschule. In seiner Vernehmung machte er interessante .Aingia'ben über die Gründe, aus denen so große Massen von Bolschewisten überlaufen. »Wir wissen«, so erklärte er, »daß wir u-ns im keinem Kampf zurückziehen dürfen, Im Gefecht stehen wir zwischen den deutschen Truppen und den Maschinengewehren der politischen Kommissare. Erweisen wir uns als unzu'veriässig im Sinne der Kommissare, damn kommen wir vor ein Kriegsgericht, wenn wir nicht sofort von den Maschinengewehren niedergemacht werden. Ein Enfkonnmen aji-ders als durch Überlaufen oder Gefangennahme gibt es für uns nicht.« Auf die Frage, warum denn die Sold^a-ten nicht gegen den Terror der politischen Kommissare vorgingen, erklärte Nowikiow: »Sie können es nicht anders und sie wissen, daß schan der geringste Versuch mit dem Tode bestraft wird.« Man habe den Soldaten der Sowjets erklärt, daß das Löben in den anderen eu- ches dort besser sei als bei ihnen. Aber der einfache Soldat wisse das nicht, da er ja keine Vergleichsdnöglichikeiten durch das Lesen von Zeitungen und Büchern ^ oder durch Reisen hat)e. Er glaube, daß^^ es nicht besser sein könne, als es ihm/ gehe. In ähnlicher Weise äußerte sich die Frau des Hauptmannes, die mit anderen Offiziersfrauen gefangen-genoniinen wurde und bei ihrer Gefanigennahnie Waffen und sowjetische Uniform trug. Man habe den Frauen gesagt, daß es eine Selbstver-ständlich'keit sei für sie, auf deutsche Soldaten zu schießen. Sie würden sonst von den Deutschen niedergemacht, verE^ewal--; tigt und gefoltert. Auf die Frage, ob sie^ das geglaubt habe, erklärte sie: »Das wurde immer wieder und von hohen Offizieren gesagt, und ich sah keinen Grund, an ihrer Glauibwürdigkeit zu zweifeln.« Wallen gegen die Kommissare Bolschewistische Überläufer berichten Berlin, 20. Juli Eine deutsche Abteilung griff am 19. Juli in den Wäldern ostwärts des Peipus-Sees bolschewistische Überläufer auf. Die Bolschewisten waren noch bewaffnet und hatten die Taschen voll Munition. Sie sagten folgendes aus: »Unser Kommissar schoß zwei unserer Kameraden ropäischen Ländern in jeder Weise nieder, als sie erklärten, daß der Kampf schlechter sei, als in der Sowjetunion. Er selbst wisse allerdin^gs aus Gesprächen mrt Kameraden oder Parteifunktionären, die in Deutschland, Frankreich oder anderen Ländern gewesen seien, daß man- gegcn die Deutschen zwecklos sei, da sie uns ja umzingelt haben. Wir haben die ^ Waffen mitgenommen, um sie gegen Ko'inmijsare zu richten, wenn sie uns an der Flucht gehindert hätten.« ^Jai Malta ernent niter ttalitnischeni Feaer ENGLISCHER ZERSTÖRER UND ZWEI FEINDLICHE U-BOOTE VERSENKT Rom, 20. Juli. Der. itelienisohe Wehrmaohtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptcfiuartier der Wehrmacht gibt bekaornt: Die Luftstütz-punkte auf Ma^a wurden in den zwei vergangenen Nächten erneut bomba-idfert. In Nordafri'ka Arti-Herietätigkeit an der Tobrük-Front. Die Luftwaffe der Achse hat weiterhin feindliche Barackenlager und BefestigUin^^en in Tobruk mit Bomben be-legft; Bei Marsa Matruk haben zwei unserer Flugzeuge einen englischen 10.000-Ton-oen-Kreuzer angegriffen und mit einem TorpMo getroffen. Der Feind hat Einflügc auf Bengasi und Triipolis durchgeführt. In Tripolis haben unsere Jagdflugzeuge einen Blenheim-Botmber brenmend zum Absturz gebracht. In Ostafriika bombardiertn englische Flugzeuge Gondar. Eines unserer im Atlantik operierenden U-Boote ist nicht zu seinem Stützpunkt zu-rückge'kehrt. Im Mittelmeer hat eines unserer U-Boote unter dem BefeM von Kapitänleutnant Zanni eimen englischen Zerstörer bombardiert und versenkt. Ein anderes U-Boot unter dem Befehl von Kapitänleutnant Migli-orini hat ein feindliches U-Boot versenkt. Ein weiteres englisches U-Boot wurde vo'n zwei onserer von Kapitänleutnant Oamalori bzw. Kapitänieulnant Martinoü befehligten Torpedobooten versenikt. Tr^Jniometer / oinsii ShSiz^ ranowitaCi lowogradwol. mifew %Ukraiii, O VB> Saltrvmzvi. fuHaki ^^i^Gsenbahtm Bild: Archiv Der Östliche Kriegsschauplatz Das Echo der Rede Francos Stärkste Beachtung in Portugal Lissabon, 20. Juli. Die Rede des spanischen Staatschefs General Franco findet in der portugiesischen Presse stärkste Beachtung. Mit großen Schlagzeilen werden die Äußerungen des Caudiüo über die Vorbunden-heit Spaniens mit dem neuen Fiirop.i her* vorgehoiben. iTwitmer 174 'IVliillÜger 2\\ 'JwH SeHeS Herausforderung Südamerikas Di« n«u# un#ffhön# WlllkiiimminulnM noomPtUi/ Empörutig in allMi slidaiMrücaiiiscIiM Staaton Der Megreicbe deuische Vormarsch * im Osten und (He auf eine mösUobst rasche Intervention der Vereinlieten Staaten abzielende ProvokatloospoHtik der WasMnKtoner RegierunK bHden auch am Sonntax dto Hauptthemen der UiÄeni-soben Presse. Neben der gegen Japans Lefoensihiteressen gerichteten Flotten-stützfMuiktpolitik Im PazifHc w4rd so z, B. In der Sonntassatcsgabe des »Glor-nato d'ltaHa« — dfe Oniührimic der schwarzen Listen als eine neue, dtosmal gegen Südamerika gerichtete Provokation herausgestellt und scharf gebrandmarkt. Durch diesen Schritt, der die Interessen zahüoser Staatsangehöriger der südamerikanischen Republiken aufs schwerste verietze, lasse — wie Qayda erklärt — Roosevelt endgültig die Maske lallen; er bestätige, daß sein Ziel nicht etwa hi der vergeblichen Yerteidi-giMK der Demokratie, sondern aus-schHefillch in der Vemichtung der Handelsbeziehungen zwischen den USA umf dem südamerikanischen Kontinent besteht, um letzteren erst wirtschaftlich und dann auch polltisch in seine Unab-hänglgikeit zu bringen. AuBerdem möchte Roosevelt durch diese Ma&iahme die südamerikanischen Staaten, die an Hirer Neutralität festhalten wollen und wie dies erst kürzlich Präsklent Vargas betont habe — von Europa nicht im geringsten bedroht würden, in den Wirtschaftskrieg gegen die Achse und damit hinehirieheo, der sie niclits angeht. Dieser vermessene Plan RooseveHs lasse aber allzu deutlich die wahren Ziele der USA-Reslentnc erkennen und die ersten Reaktionen in einigen sMdamerikanlschen Staaten, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit hochhalten, bewiesen, daß sehie Dnrchfühmns kef. neswe»s leicht aein würde. »Bh prMflKT md britator MWIWWMwmwwwkII IIBPB imlHdilip" L a Paz, 20. JulL Unter der Überschrift »Mit der Beset-, 5£ung Islands durch die Vereinigten Staaten wurde ein Attentat begangen«, stellt das Abendblatt »Cronica« fest, daß die Alaßnahme Rooseveits eine Ül^ergeliung des Kongresses und einen Verstoß gegen das Neutralitätsgesetz darstellt. Aus eigener Machtvollkommenheit und als ob bereits ein Kriegszustand bestehe, habe der USA-Prä«dent von Island Besitz ergriffen offensichtlich zu dem Zweck, «m die Achsenmächte zu provozieren« Das Blatt sagt weiterf »Während er einerseits dem nordamerikanischen Volk die Wahrung der Neutralität verspricht, veranlaßt er andrerseits die Besetzung Islands, den Schießbefehl an die USA-Flotte gegen die Achsenschiffe sowie die Schaffung der schwarzen Liste. Dieser primitive und brutale Unterdrflckungs-versuch gegen Unschuldige am Kriege verstößt gegen alle Normen des internationalen Rechts.« Argenfliiien erregt Tausende von argentinischen Arbeitern und Beamten von Roosevelts schwarzen Listen betroffen Buenos Aires, 20. Juli. In einem Kommentar zu den schwarzen Listen Roosevelts macht sich die Zeitung »Pambero« zum Sprecher der nationalgesinnten Öffentlichkeit und verurteilt scharf den Übergriff der USA. Die schwarzen Listen hätten in weiten Kreisen schwere Beunruhigung hervorgerufen. Man frage sich, mit welchem Recht sich die Wallstreet-Verschwörer anmaßten, eine große Zahl argentinischei" Kaul-ieute zu ruinieren. Das Blatt stellt fest, daß durch diese unerhörte Willkürmaßnahme nicht nur die Geschäftshäuser, sondern auch Tau-scnde von Arbeitern und Beamten aufs schwerste betroffen würden. Roosevelt könne doch unmöglich von den freien Argentiniern verlangen, daß sie Hunderte von eigenen Landsleuten aus dem Wirtschaftsleben ausschlössen, nur weil sie an die Rechte der Verfassung geglaubt hätten und Mandel trieben, mit wem es ihnen paßte. Lasse das Land diesen namenlosen Angriff schweigend hingehen, dann sei der liewcis gegeben, daß sein Schicksal den USA-Kriegshetzern ausgeliefert sei und man nichts weiter tun könne, als auf die Befehle der Vereinigten Staaten zu warten. Das plutokrati-sche Manöver, das nur den Interessen der R'O^, 20. iali fVeieinigten Staaten zugute käme, mQsse erretgisch zurückgewiesen werden. In einem Artikel über die politische Bedeutung dieser schwarzen Listen stellt »Pampero« fest, die USA hätten damit bewiesen, daß sie den argentinischen Neutralitätsstandpunkt überhaupt nicht berücksichtigen. Die Maßnahme Roosevelts sei daher nicht nur ein wirtschaftlicher Übergriff, sondern auch eine Verletzung der argentinischen Grundsätze. Das Land werde immer enger an die USA-Politik gekettet, was katastrophale Folgen für seine Unabhängigkeit'zeitigen würde, wenn nicht rechtzeitig scharf dagegen vorgegangen würde. CMie schwer geadAHot Santiago de Chile,-20. Jiili Die Veröffentlichung der USA-Schwarzliste hat atich in Chile einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht, besonders bei den Angestellten und Arbeitern der betroffenen" chilenischen Unternehmen. Man schätzt, daß etwa 2000 chilenische Angestellte und 20.000 chilenische Arbeiter durch die Anwendung des Systems der Schwarzlisten geschädigt werden. Die Presse weist die Schwarzlisten entschieden zurück und verlangt, daß die Regie-rt;r>g deren Zurückziehung erzwingen soll. \ Stadt unter der Führung von Kommissaren. Sie schlugen a-He Fensterscheiben ein, teerten Benmfisscr hi den Häusern aus und warfen Handgranaten hinein. , In wenigen Stunden habe es Uber, all in den Kofturdenkmälern Rlga^ gebrannt Die erschrockenen Einwohner, die isu fliehen, versuchten, seien zum Teil von den Maschinengewehren, d4e die Sowjets an den S^raBettkreuzungen aufgebaut hatten, niedergeschossen worden. Obendrein- habe noch die Artillerie der Bolschewisten von einem Berge im nordöstlichen Teil Rigas begonnen, die alten Stadtteile zu beschießen. ^ seien die historischen Denkmäler der westlichen Kultur vernichtet worden. Mit ei-TTigen Schüssen hätten die Sowjets schließlich noch den 130 Meter hohen Turm der Peterskirche zum Einstur/ gebracht. ''' i-'. (PK.-Mochschcill-Scherl-M.) Brand wölken an den Vor marsch wegen im Osten Brennende Siedlungen und Dörfer, die von den flüchtenden Bolschewisten in sinnloser Zerstörungswut angezündet wurden. Auch hier an diesem Flnßübergang, über den soeben eine Panzerbrücke von unseren Pionieren gebaut wird, steht ein Dorf in hellen Flammen. Die Lethn sollten ansgerottet werden GANZE EISENBAHNWAGGONS VOLL KINDERLEICHEN — OFFIZIERE LE-BENDIG BEGRABEN — EIN SCHWEDE BERICHTET ÜBER DAS SOWJETISCHE SCHRECKENSREOIME Stockholm, 20. Juli »Stockholms Tidningen« bringt einen Bcricht seines besonderen Korrespondenten, der in Riga sich ein Bild der furchtbaren Greueltaten der Bolschewisten machen konnte. Das lettische Volk verlor, so erklärte der schwedische Korrespondent, in einem Jahr ungefähr 10 Prozent seines Volksbestandes. 200.000 Einwohner, vom kleinsten Kind bis zu 80-jährigen Greisen, wurden in die weiten russischen Steppen und in die arktischen Gebiete Sibiriens gebracht Niemand wisse, so schreibt er, wie viele den Bestimmungsort lebend erreichten. Ein genauer sachlicher Plan zur Vernichtung des lettischen Volkes habe vorgelegen. Alle Arten von Tricks hätten die Russen benutzt, um die Deportierungen ohne großes Aufsehen durchführen zu können. Beispielweise habe man 14- bis 16-]ähTigc Jungen unter dem Versprechen sagenhafter Löhne dazu verlockt, sich zu einer Lehrlingszeit bei den russischen Eisenbahnen oder anderen Unternehmen anzu-msWen. Nach den Anmeldungen seien diese jungen Letten dann eines Tages zu einem Sammelplatz befohlen worden und verschwunden. Kleine Arbeiteridnder in Riga seien im April in Kinderlagern und Jungkommunistenlagern zusaininengefaßt worden, um das »große'Werk Stalin« kennen zu lernen. Diese Kmder seien nie zu ihren Eltern zurückgekehrt. Die einmarschierenden deutsdten Truppen hätten aul einem GüteitMihnhof in Riga vier verschk>ssone Eisenbahnwaicen gefun^. Als man sie öffnete, seien sie voll Kinderlelchen gewesen Hunderte von Verkäuferinnen und Angestellten seien verschwunden. Viele von ihnen hätten emcs Tages, so berichtet der Schwede, den Befehl erhalten sich mit einem neuen Paßbild auf dem Milizbüro einzufmden. Sie seien hingegangen und niemals zurückgekommen. Unzählige Massengräber öffne man in diesen Tagen in Riga, um zu sehen, ob sich vielleicht verschwundene Angehörige darunter befmden. Bnliiarim Slaaltninner unlerwens nadi Rom Herzliche Begrüßung durch den kroatischen Außenminister in Agram A g r a m, 20." Juli. Der bulgarische Ministerpräsident Dr. Filoff. der Außenminister Dr. Popoff und ihre Begleitung passierten am Sonntag' früh auf ihrer Durchreise nach Rom die kroatische Hauptstadt. Während des Aufenthalts in Agram, den sie im Hotel Esplanade verbrachten, erschien auch der kroatische Außenminister Dr. Lorko-witsch und verblieb bis zur Weiterreise in herzlicher Unterhaltung mit den bulgarischen Staatsmännern. flfilische Flugieuge zum AiMrelien genrangen Berlin, 20. Juli Deutsche Vorposten zwangen am 19. Juli britische Kampfflugzeuge, die sich unter starkem Jagdschutz der Kanalküste zu näKern versuchten, zum Abdrehen. Ein britisches Kampfflugzeug wurde abgeschlossen. Die Führung der ehemaligen lettischen Armee wurde von den Bolschewisten rücksichtslos ermordet. Bald verhafteten die Sowjets fast alle Offiziere der früheren lettischen Armee und erschossen sie. Bei Weinoden - seien allein 300 lettische Offiziere, denen man die Hände mit Stahldraht zusammengebunden habe, vier Tage lang gefoltert und dann in Gruppen von drei bis vier Mann erschossen worden. Man habe sogar viele von ihnen lefjend begraben. Am 24. Juni endlich hätten die Bolschewisten Massenverhaftungen in Riga vorgenommen. Kurz darauf hätten sich die Sowjets unter Zuhilfenahme aller verfügbaren Verkehrsmittel plötzlich in Sicherheit gebracht. Am 27. Juni steckten die Bolschewisten mehrere Stadtteile Rigas in Brand. Halbwüchsige Bolschewisten durchzogen die Straßen der (PK-Kippcr-Sclicrl-M ' Belegte Brote geiäUig Die ukrainische Bevölkerung hcgrülit mit dankbarere Freude die deutschen Soldaten, die Befreier vom sowjetischen Joch. Sie freuen sich dabei sehr, wenn sie unsere Soldaten mit Eiern, Butter, Milch und belegten Brüten bewirten können. Auf diese Weise versuchen sie, ihren Dank dL-n Männern einer Vorausabteilung abzustatten. Begegnung zweier Welten pk Kudi.Kc (m.) Deutsche Külonnen auf dem Vormarsch begegnen sowjetischen, Gefangenen auf dem Marsch in die Sammellager. Sci+c ^ »jVferljursrer Zeitunsr« 21. JuR 19*11 Nummer F7s Mer, die nicht reclineR Itöinei Analphabeten als Fachpersonal in der Sowjet-Luftwaffe i'K. Der niedrige BildungsstantI in | hatten. Der Zustand, in dem wir diese Sovvjetrußland ist allgemein bekannt. Be-1 Zeitstadt antrafen, bot ein unbeschreib- beten bestehen, die weder schreiben noch chcnniaschinen den sowjetrussischen beicannt, am Ort seines Sterbens und sei-Bordfunkern, Beobachtern und Flugzeug- ncs Grabes, in Salzburg begangen wer-führern als Unterrichtsmittel gedient ha- den. Am 24. September, dem Todestag ben sollten. Es gab aber keine andere des großen Forschers, wird im Stadtsaal Erklärung! Das Fachpersonal der Sow-1 des Festspielhauses der Feicrakt stattfin-jet-Luftwaffe muß zum Teil aus Analpha- den, bei dem Reichsgesundheitsführer liches Bild von Schmutz und Unordnung, in kopfloser Flucht hatten Offiziere und Mannschaften alles liegen lassen. Neben den Zelten befanden sich mehrere Reihen Bänke und davor eine Wandtafel. Also offenbar ein Unterrichtsraum im Freien, hinwegtäuschen. Der Auf den Tischen lagen für Übungszwecke der nun seit fast drei noch einige Morsetaster. Wer beschreibt kannt ist auclij daß die Sowjetunion die zweifelhafte Ehre für sich in Anspruch nehmen kann, selbst in ihrem europäischen Teil den größten Prozentsatz an Analphabeten zu haben, über diese Tatsache konnte auch eine prahlerische Propaganda nicht deutsche Soldat, Wochen sowjetrussischen Boden betreten i nun aber unser Erstaunen, als wir we-liat, um den verräterischen Machthabern ; nige Schritte entfernt auf der Erde^ meh-ini Kreml die gebührende Antwort zu er-1 rere Rechenmaschinen fanden, wie sie teilen, hat das bereits vom ersten Tage die vier- und fünfjährigen Kinder bei uns an bestätigt gefunden, daß die europä-f zum Spielen benutzen! Es waren die be-ische Kultur und Zivilisation praktisch { kannten Rechenmaschinen mit zehn Rci-hinter der deutschen Grenze aufhört. hen zu je zehn Kügelchen. Die Hälfte Es sind nich^ nur die ärmlichen Holz- blau und die andere Hälfte rot. Wir woll-liäuser, die die einzige Behausung in! ten zuerst nicht glauben, daß diese Re-Stadt und Land darstellen, nein, auch so- j genannte Hauptstädte bestehen mit Aus- j nähme einiger Regierungsgebäude, i Schulen und Krankenhäuser ausschließ-1 lieh aus Holzhäusern, die wir ihrem Zu- i stand nach als Bretterbuden bezeichnen | würden. Das mag anfangs überraschen. Wenn man dann aber die ersten Gefangenen gesehen hat, wundert man sich über nichts mehr. Abgesehen davon, daß in die Sowjetarmee Angehörige von Dutzenden von Völkern gepreßt wurden und man auf einem einzigen Lastkraftwagen mit Gefangenen oft Angehörige von zwölf und mehr Völkern und Rassen von der Mongolei bis Weißrußland antreffen kann, erkennt man den Geisteszustand bereits an dem Gesichtsausdruck dieser Söldlinge Moskaus. Selbst bei der Luftwaffe ist der Bildungsgrad ein überraschend niedriger. In den Unterkünften eines von uns in den ersten Tagen eroberten Flugplatzes fanden wir zahlreiche Beweise. Es sei zur Charakterisierung des Lebensstandars nebenbei erwähnt, daß die Unterkünfte aus einfachsten Zelten bestanden, obwohl die Sowjets bereits beinahe zwei Jahre an dem Ausbau dieses Platzes gearbeitet rechnen können! Wer die hohen Anforderungen kennt, die an einen Bordfunker gestellt werden müssen, kann sich den Ausbildungsstand der sowjetrussichen Luftwaffe vorstellen. Unsere Flieger haben die Luftwaffe der Sowjets zu Beginn des Feldzuges nicht unterschätzt und unterschätzen sie auch heute nicht. Wer aber die hochtönenden Phrasen der bolschewistischen Machthaber von den angeblich überragenden Leistungen ihrer technischen Waffen kennt, kann angesichts dieser Entdeckung nur ein mitleidiges Lächeln für den Hochmut der kommunistischen Clique übrig haben. Kriegsberichter Herbert Hartmami VOLK und KULTUR lllltllllllllllllHIIIHIIIIIIIflllintlllllllllllllllllllllllllllllinillllllllllllllHIIIIItlIHniHlllllllllllllllllltNIIIIIIIIIIIHIIIIIHIIIHIHHHHNNHHIIHHIIIII Bezwingende »Walküre^ Jubel bei den Bayreuther Festspielen ,OBurSCH£i fieiCH U'NCA^kN ITALIi 1 Seriem (Hcinke, M.) Kroatien und seine Hauptstadt Die kroatische Staatsführung beabsichtigt, die Hauptstadt in das Innere des Landes zu verlegen. Es wurde die 30.000 Einwohner zählende Stadt Ranja Luka dafür ausersehen. Agram, die jetzige Hauptstadt, liegt zu un-^'unstig an der Grenze, wird aber wohl der kulturelle Mittelpunkt Kroatiens l)leiben. Mit einer überwältigenden Aufführung der »Walküre« versetzten die Bayreuther Festspiele ein Publikum in helle Be-gesterunjg, das aus dem Norden und dem Süden des Reiches, aus Pommern und Kärnten gekommen war. Angesichts der hinreißenden Gewalt von Wagners Musik und vor den zauberhaften Bildern der Szene schlugen die Herzen dieser Soldaten, unter denen man auch viele Verwundete sah, der Rüstun-gsarbeiter und -ar-beiterinnen, in gleichem Maße 'höher, und der Beifall konnte den Schluß der Akte kaum abwarten, um mit Ungestüm hervorzubrechen. Die »Walküre« ist unter den Werken Richard Wagners allerdings in besonderem Maße geeignet, breiteste Schichten zu entflammen. Dazu besitzt Bayreuth für das elementare Geschehen des ersten Aktes und für die gesanglichen Glanz-stücke dieses Aufzuges drei Künstler, die an stimmlichen Vermögen, an Leidenschaft des Vortrages und Durchgeisti-gung von Gesang und Spiel letzte Vollendung erreichen: Franz Völker als Siegmund, Maria Müller als Sieglinde und Josef von Manowarda als Hunding. Überdies hat die Regie Heinz Tietjens das Drama der drei bis zur scheinbar nebensächlichsten Geste und BHckwen-dutig psychologisch so durchgeformt, daß dieser Akt zu den hervorragendsten Eindrücken in Bayreuth gehört. Er enthält ein imposantes Gegenstück in der bewegten »Walkürc«-Szcne des letzten Abzuges, deren bei aller Stilisierung der Gruppenbildung natürlich sich entwik-kelnde und steigernde Bewegung ein Glanzstück der Inszenierung ist. Der Ausklang mit der die ganze Szene umlodernden Waberlohe bietet in der ungewöhnlichen Farbengebung von Emil Prc-torius und mit seinem differenzierten Wechsel von Licht- und Schattenwirkungen einen unvergeßlichen Ei-ndruck für jeden, der dieses Meistcpstück der Bayreuther Bühnentechnik (Paul Eberhardts) etnmal sehen durfte. Rudolf Bockelmann dominiert solistisch als ein wundervoll singender Wotan, der mit der Majestät des sorgenden und zürnenden Gottes die Innigkeit d^ liebenden Vaters tief ergreifend zu verbinden weiß. Margarethe Klose (Fricka) und Martha Fuchs (Brünnhilde) waren die vollwertigen Partnerinnen des Wotan-Dramas. Die dramatischen Energien entband Heinz Tietjen als Dirigent auch im Orchester. Durch überlegene Kotrtrastierung von drängendem Temperament und lyrischem Verweilen gab er der Vorstellung starke musikalische Impulse, und es war deshalb bedauerlich, daß das prachtvolle Orchesternachspiel des ersten Aktes bereits von prasselndem Beifall überdeckt wurde. Johafvnes Jacobi. 1 Dr. Willy Meyer-Fürst nach Kta-genfurt berulon. Dr. Willy Meyer-Fürst vom Bayerischen Staatsschauspielhaus wurden zum Iiitendanteii des Kärntner Gremzlandtheaters in Klagenfurt berufen. Intendant Alexander Oolling hat ihn für die nächste Spielzeit zu einer Gast-iiisz^merung am Bayerischen Staats-schauspieHiaus verpflichtet. -f Konzertleben in Graz. Die Zahl der Konzerte ist im vergangenen Winter auf 47, die der Besucher auf 33,158 gestiegen. Im Vordergrund des nvusikalischen Interesses standen dk Symphoniekonzerte des Grazer Städtischen Orchesters, diie von bekannten Gastdirigenten und heimischen Kräften geleitet wurden, 1 Paracelsus-Peier In Salzbuq;. Das Gedenken an den 400. Todestag dos großen deutschen Arztes und Naturforschers, Theophrastus Paracelsus wird, wie schon-|Boivary. Dr. Conti die Gedächtnisrede halten wird. Diänäch wird auf dem neuhergestellten Sebastians-Friedhof am Grabe des Para-. celsus ein Kranz niedergelegt. Am nächsten Tag werden vier der namhaftesten Paracelsus-Forscher, die Universitätsprofessoren Dr. Diepgen (Berlin), Dr. Franz Strunz (Wien), Dr. Waiden (Rostock) und Dr. Helmsoeth (Köln) im Mozarteum Vorträge halten. Am Nachmittag wird die Deutsche Paracelsus-Gesellschaft gegründet, deren Silz in Salzburg sein wird. Den Abschluß der Feiern bildet eine Fcstauf-führung von Goethes »Faust« im Landestheater. Eine Paracelsus-Ausstellung wird bereits am 15. August eröffnet werden. 4- Die Sommerspielzelt in Linz brachte als Auftakt leichte unterhaltsame Kost mdt Bunjes »Familienanschluß« in der süHab' ich nie gehört — die muß aber grf)ß und dick sein, wenn sie deine Mutter sein soll.« Lisle muß ihr Kleines immer wieder ^ireicli.'ln. Alabb macht diese böse Nacht weniger schrccklich. F^is ist neblig, wäre stockfinbtcr, wenn der Schnec nicht wäre. Das Pferd läuft flott, trotzdem Lisle kein Kutscher ist; es geht allein und freut sich. Lisle muß trachten, vor Mor-j gengrauen aus den bekannten Gegenden zu kommen, und dann während des Tages über das Gebirge. Es geht gegen Morgen, keine Seele ist in diesen ersten grauen Stunden unterwegs, die Höfe haben schwarze Scheiben, irgendwo erwacht ein Hund und schlägt an; Mabb schreit, aber der Schlitten fegt nur so vorbei. Allmählich spürt man den Schnee immer kälter auf dem Gesicht, ganz starr ist die Haut. »Du frierst doch nicht, Mabb?« • »Friere auf der Nase.« »Da machen wir so.« Sie zieht den Fäustling aus und reibt Mabb die Nase. »»Du bist eine Mutti! Hast du sowas schon gesehen —«, und gleich darauf erzählte Mabb, daß sie jetzt aber heiß ist. Sie fahren und fahren, es wird hell; Lisle wagt nicht zurückzudenken, nur vorwärts. Hinter ihr ist der Hausherr und, was mehr ist; Kjell. »Was hast du denn jetzt, Mutter?« »Nichts«, schrickt sie auf, sie war schon auf dem Rückwege. Zu Kjell. Jetzt sind sie in unbekannter Gegend. Lisle ist ja fremd schon in der nächsten Umgebung, sie i-st währen-d der Jahre auf Förnes nie irgendwo gewesen. »Da ist es schön, da drüben, du!« »Ja, da kommt der Tag herauf.« Es ist heller Tag, wie sie den letzten Hof vor dem Anstiec orreirhrn. Der Ro- sitzer steht vor dem Haus, er kennt die Fahrenden nicht, fragt aber, ob sie über das Gebirge wollen. »Ja, mi wollen zur Mutter von Mutti —I« Lisle erkundigt sich nach dem Weg. »Ich glaube, der Weg ist gut, er ist viel gefahren heuer. Aber heute ist es schlimm oben.« »Ja, a'ber wir müssen hinüber, wir zwei.« »Ja, wenn ihr müßt — aber ich würde lieber warten. Noch dazu, wenn man so etwas mit hat.« Er zeigt auf Mabb. »Mi müssen hinüber, hast du nicht gehört!« mischt sich Mabb ein. »Mi sind nfimHcb von Förnes.« Mabb bekommt einen Stoß. Der Mann meint, da sollten sie sich auf jeden Fall eine Ruhepause gönnen, ehe sie weiterführen. Das Pferd rasten lassen und selbst auch. Sagt es mit so entschlossener Miene, daß Lisle nichts einwendet. Bevor sie weiterfahren, sagt der Mann, daß ihm bei dieser Reise nicht wohl ist. Sollte der Weg verweht sein, so müßten sie auf die Merkpfähle achten. Und es nur dem Pferd überlassen. Kommt zu mir! scheint sie das Gebirge zu rufen, und schichtet Wand auf Wand, weiß und hart. Der Wind ist jetzt schärfer, aber er fegt keinen Schnec daher, weil er festgefroren ist. Dagegen dringt ein eisiger Luftzug bis ganz hinein auf die Haut. Lisle schüttelt sich fröstelnd, als sie das verlassene Land vor sich sieht, dieses ewige Weiß mit dunklen Flecken, nichts als Schnec und schwarze Berge. »Beeil dich! Schnell!« Untd das Pferd tut, was es kanp, aber es ist schwer vorwärtszukommen in diesem Gegenwind. Hinter sich haben sie ein herrliches Bild der Täler. Verschneites Land, ein Punkt, wo ein Haus steht, schwarze Wälder und tote, farblose Flächen: Eis. »Schnell, Bursch!« Immer schneidender wird der Wind. »Wollen wir jetzt nicht lieber heim?^< Lisle fährt zusajnmen, wie sie das hört. »Wir fahren jetzt doi^hin, wo ich daheim bin, weißt du?« Mabb schüttelt es, sie sagt: »Ich friere!« »Aber nem!« »Doch, ich friere so, daß —« • Lisle packt dieses kleine Bündel Mabb, klopft es, lacht ihm zu, und bald lacht Malbb mit; es ist mit dem Frieren nicht so weit her. »Mabbkind, meines!« Und Mabb antwortet: »Ja, dein Mabbkind.« Ein Windstoß kommt und fegt ihnen all die gute Wärme weg, sie schnappen nach Luft. Das Pferd drückt den Kapf nach unten und holt auf, es trifft ihn el^n Ruf: »Schnell, schneller!« Der Windstoß ist vorbei. Lisle dreht sich wieder um, und da hat sich der Berg hinter ihr geschlossen; jetzt sind Berge ringsherum, strenge Berge, zwischen denen ein schmaler Weg nach aufwärts führt. Da und dort ist der Weg verweht, dann muß man sich auf das Pferd verlassen. iummer 174 Marbur^er Zejtunz« 21. Juli 1941 Seite 5 AUS STADT UND LAND Bürgermeistertagung in Cilli ClLV (iie Kine Reihe von Berichten über die Lage im Cilller Landkreis fand nach Errichtung des Arbeitsamtes und besprach eini^j^e grundlügende Iii) 17. Juli 1941 Landkreise in der Untersteiermark erste Arbeitstagung der Amtsbürger-iiieister für den Landkreis Cilli unter dein Vorsitz des Politischen Kommissars, Gauamtsleitcr Pg. Anton Ü o r f ni e i-s t c r, statt. Der Politische Kommissar liielt ein ausführliches Referat über die wirtschaftlicht' und politische Lage im Landkreis Cilli. Lr berichtete über die bevorstehende Zusammenlegung der üe-meinden und forderte gleichzeitig die Bürgermeister auf, schon heute die nötigen Vorarbeiten für eine reibungslose Überführung der Amtsgeschäfte zu treffen. Außerdem '^aii er bekannt, daß voraussichtlich alle 14 Tage Arbeitstagungen der Amtsbürgermeiser durchgeführt werden und daß der Politische Kommissar für den östlichen Teil des Landkreises Cilli in Praßberg am Dienstag, für den westlichen Teil in St. Marein am Donnerstag von 0 und 13 Uhr einen Amtstag abhalten wird. Fragen über den Arbeitseinsatz. Hein/ W a g n e r, i.eiter des Wirtschaftsamtes, gab die Lage der Versorgung der lievölkerung mit bezugbeschränkten Waren bekannt und berichtete über die in der nächsten Zeit zur Fjnführung kommenden Nähmittel und Seifenkarten. Hans B o s n i c, l.eiter des Verkehrsamtes, gab aus seinem Sachgebiet einige .Anordnungen auf dem Gebiete der Min'.-ralölbewirtschaftung bekannt. Regierungsinspektor Franz Kohl besprach und erläuterte eingehendst di.' Anordnung des Chefs der Zivilverwa!-tung in der Untersteiermark über die Einführung kommenden Nährmittel- und Vergnügungssteuer für die Gemeinden. Regierungsinspektor L e h n e r l. gab schließlich Erläuterungen zur Verordnung über die Eheschließungen und über rückschaiicnd die Arbeit der Frauen im eliemuligcii Kulturbund und ermahnte die Kameradinnen zu eifrigem Einsatz für größeren Aufgaben, die Steirischen Meinuitbund Kreisführer WreLiiiiK Ausführunscn stärksten Rcßicrungsrat Dr. r-rnst h c c k e er-! läuterte grundsätzliche Bestimmungen der Geschäftsordnung und des Oe-schäftsverteilungsplanes des Amtes des F^olitischen Kommissars für den Landkreis Cilli und sprach weiters über di'.' Organisation dieses Amtes. Er betonte im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Gemeinden, daß die Anitsbürgermeister ihr besonderes Augenmerk darauf legen müssen, daß sich die Bevölkerung verwaltungsmäßig nicht verlassen fühlt. Aus diesem Grunde richtete er an die Anitsbürgermeister die Aufforderung, zu prüfen und festzustellen, ob durch die Zusammenlegung der Gemeinden die Abhaltung von Amtstagen bzw. die Errichtung einer Außendienst-steile, die ge^*ebenenfalls mit einem Hilfssekretär und einem Boten zu besetzen ist, erftM'dcrlich sein wird. Absciiließenil sprach er über allgemeine personelle Fragen und erläuterte die Stellung der Beamten und Angestellten, die derzeit al; fiinsatzstab bei den Gemeinden tätig sind. Stabsleiter Pg. Paul M e r z n i k, Leiter des Ernährungsamtes, gab in einem ausführlichen Referat einen Überblick über die Versorgungslage im Landkreis Cilli und befaßte sich insbesondere mit der gesamten wirtschaftlichen Lage im Großdeutschen Reich. Im allgemeinen besprach er die Sofortmaßnahmen. die zu einer Steigerung der Produkte auf dem landwirtschaftlichen Sektor einzuleiten sind und eingeleitet werden müssen. Abschließend berichtete er noch über die Absicht der lirrichtung einer Molkerei in Cilli und ersuchte die Amtsbürgermeister, ihn bei Beschaffung der notwendigen Unterlagen für die Planung der Molkerei tatkräftig zu miter-siützen. Frauenarbeit in PeUau Vor einigen Tagen fand der erste (ic-meinschaftsabend des Amtes I'rauen im Steirischen Meimatbund iür die ()rt>-gruppcn Petau I und II statt. Krcisfrau-enamtsleiterin Dr. Cclott-i würdiiite die bedeutend iliiieii nun im k'estelit sind. ;;ab diesen Nachdruck. Sodann sprach die Beauftragte iür Volks-Hauswirtschaft, l-'g. S c h () b e r 1 über ihr Arbeitsgebiet. Sie gab einen überblick über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten Jahren im Reich, durch bessere Ausnutzung des Bodens, reineren Samen, entsprechende nüii^emittel usw. die Produktion zu steigern und damit die Selbstversorguiik^ der Bevölkerunv: in mös:liciist hohem .Maüe sicherzustellen. Ebenso wichti^^ wie die Erzeugung wirtschaftlicher (jü-ter aber ist aucli ihre >rerechte Verteilung' und ihr zweckmäüijjer Verbrauch. Dafür sorgt die I'infülirunK der Lebensmittelkarten. Der zweckniäßiKe Verbrauch fordert die aktive Mitarbeit jeder Mausfrau, die darauf bedacht sein mu(.>, die zugewiesenen und frei vorhandenen Verbrauchsgüter aufs beste zu verwerten. Die Rednerin versprach, den Frauen durch praktische Anleitungen und Kocliknrse zu Hilfe zu kommen. Anschließend sprach die Gauscliu-lungsleiterm Wodopiutz über den ■>Kampf von heute«, dessen letzte Hintergründe in der Wühlarbeit der .luden zu suchen sind. Sprüche und j^emeinsam gesungene Lieder erKäiizten den Abend. Das deutsche Lied im Unterland Kulturarbeit der deutschen Gesangvereine Dir Zusamiuenbrucii der Donaumonarchie stellte die deutschen Volkssplittov in jenen Ländern, die unter eine andere stiatliche Überhoheit kamen, vor neue, schwerc Aufgaben. Der politische Umbruch der Jahre 1918-10 griff so gewaltig durch, daß die Landkarte Europas eir. völlig verändertes Gesicht bekam und große Volksgruppen teile in die politische, wirtschaftliche und kulturelle Abhängigkeit anderer Völker eingereiht wurden. Dieser Lembruch war so tiefgehend, daß er bis in die feinsten W^rzwcigungen der Volksdeutschen Lebensgemcinschnft hin-eingriff und ihr vollkommen neue Lebens-grundlagen aufzwang. \^or allem war es die deutsche Volksgruppe in Untersteiermark und Krain, die sich plötzlich vor eine neue, völlig geänderte Sachlage gestellt sah. Während bis zum Jahre 1918 alle Vereine ihre Mitglieder aus deiri vollen Bestand des unter-stjirischen Deutschtums schöpfen konnten, waren diese mit einem Mal durch die schweren Kricgsvcrluste, dio Abwanderung und durch die neuen Verhältnisse in ihrer Tätigkeit geheimnt. Es sah so aus, als sollte jedes Gemeinschaftsleben, durch die Verhältnisse bedingt, gelähmt bleiben Rcgierungsamtmann Ernst T a n z e r, unJ eine ersprießliche Vereinsarbeit kaum 'et- Leiter des Arbeitsamtes, gab einen Liberblick über die bisherige Tätigkeit jemals wieder möglich sein. Da waren es : kannten, vor allem die Männer in den Gesangver-I In Cilli einen der Städte Marburg, Cilli und tau, die schon seit Jahren ein Hort des deutschen Volksliedes unc. durch viele Jahrzehnte eine Pflege-stätic doutscnen Ciesanges gewesen waren. Die stolze Tradition dieser Vereine, die während der Revolutionswirren des Jahres 1848 die Freiheitsflammen anfachten und im Weltkrieg ihre Bewährungsprobe; ablegten, rang sich in diesem allgemeinen völkischen Verfall zu einer un-ern(.rten Lebensbejahung und festen Verankerung im Volke durch. Allerdings waren die ersten Versuche nicht gerade hoffnungsvoll zu nennen. Die Mehrzahl der ehemaligen Sänger war auf den Schlachtfeldern verblutet, viele wa-rer. abgewandert. Die Gesangvereine in Marburg und Pettau hatten überdies ihre Künstlerischen Leiter verloren. Was nun beim ersten Appell zu den Proben erschien, war ein kleines abgekämpftes und vcrschrecktes Häuflein, aber immerhin der feste Grundstock für die später so stattlich anwachsende Sängerschar. in dieser Zeit tiefster völkischer Not fanden sich Männer, die mit seherischen Augen die noch nicht erfüllte Sendung der deutschen Gesangvereine er- war es vor allem Dr. Fritz (WclibJd, M.) SummerirndFchaft Z a II g g e r, um den sich die verlassen-.'i Sänger scharten, während in Marbu'-^' Prof. Hermann r i s c Ii und in Petf -.u Dr. I'.duard B ti t s c h c r den X'ereine t neues Leben einhauchten. Hart geworden in der Not der Kricg>-jähre und mit dem A^ut der Vcrzweiflun;.^ begannen diese Männer mit dem Aufbauwerk. Bedingt durch tlie neue politische Lage inul die Not der Zeit, (jlme den stärkenden Rückhalt im Mutterlande, wurde die Tätigkeit der (jesangvcreine imiiu" mehr auf eine andere Hahn geilrängt. W i-ren sie bisher fast nur Geselligkeitsver-eiiic gewesen, so wurden sie unter der neuen künstlerischen unil V()lkisi'hon Führung allmählich /um kulturellen Mittelpunkt etiler unlcrstel-rischon Deutschen. Das erste öfientliehe Auftreten der Gesangvereine zeugte von ungebrochener Schaffenskraft und von eisernem Tatwil-leii. Die Sängerschar wuchs zusehend an. Wr.ren es auch nicht immer die stimmlieh Begabtesten, die da mittaten, so war dieser .Ausfall doch durch den mutigen Kiii.r i'.iul das heilige Wollen wieder au'^gegli-cticn und maßgeL>rnd dafür, daß tlie Vereine über dif schwerste Zeit hinuec kimen. Dieses mutige Bekenntnis liihrte da.;i:, daß die drei Gesangvereine geiiieinsanic Kon/erte in .Warburg, Cilli und Pettau nnt durchschlagendem Erfolg veranstalteten. 120 Sänger begeisterten mit ihren Dav-bietiingcn die aus allen Orten herbeigeeilten Zuhörer und bewiesen d.imit d.n!^ eine neue Zeit des deu'sclien Oe-^ange? in Hnterl ind angehrochen war. In der Folgezeit fanden weitere gemeinsame Veranstaltungen statt, ;!ie künstlerisch auf beachtenswerter ILdie stantlen. Hrwälint sei die groPv.^ Ruhari!-Wagner-Feier in» Jahre 103:^ in Cilii, die weit über die Grenzen der L'ntcrsteier- Die Hauptstadt mit 50 Seen... Kennen Sie die Eiisenbahn aus Stein? Absonderlichkeiten aus deutschen (huicn Als liöchstliegciidcs Dorf üroßdcutsch-lands finden wir am oberen Abschlul» des ütztales ui Tirol den IWt) m hoch liegenden Kurort Obergurgl. Im GroR-deutschen Reich Itegeri 40 Orte von Kuroder Badeortcliarakter in lOÜÜ m Hohe oder darüber. Überraschen wird dabei, daß im Altreichsgebiet der südliche Hochschwarzwald mit rund Zehntausen-der-OrteiJ obenan stand. Neugeschaffen wurde dort erst kurz vor dem Krieg das Ciipfcldorf Feldberg ui 1.300 m Höhe, das freilich um volle b30 m hinter Ober-gurgl, dem luftij^sten Wohndorf, zurück-l)lcibt. Auf der Insel Mainau, m Teilen des t:lsas>es und Oberbadens, in Kärnten und anderen klimatisch begünstigten Landstrichen stehen Vegetationswunder, Palmen, Zedern. Feigen- und Zitronenbäume: gewaltige Bauniriesen ragen mit den »Dicken Tannen« itn Südharz, und von der Lebenskraft mancher Bäume bieten sich an zahlreichen Orten bezeichnende HcisiJielc Am überzeugendsten cr-sciieint die Ruinenkiefer in lierrenalb. Dieseui fürwitziucn Baum, der sich die schöneii Klostor«'uincii des Schwarzwaldkurortes als Standpunkt« vor hundert Jahren erwählt hatte, wurde schon im Jahre 1840 durch einen hoch mögenden Pfarrherrn das Todesurteil gesprochen, da vermieden werden sollte, daß die Kiefer das Mauerwerk sprenge. Dem Tod entrann die Kiefer; sie stellt heute noch hoch auf schmaler Ruinenmauer und hat diese nicht gesprengt. Eine Eisenbahn aus Stein treffen wir im Pfälzer Felsenland, jenseits der »W'einstraße«; es ist dies eine ungemein sicher modellierte Felsgruppe, die täuschend einem Zug mit Lokomotive und! einigeti Wagen ähnelt. Der Mittagsstehi! im Gebiet des Riescngebirgskurortes' Schrcberhau stellt in 1463 Meter Höhe eine Ii .Meter hohe Männerfigur dar. Es gibt Drachcn. Tiere und sonstige überzeugend in der Ausrleutung wirkende Felsgebilde in Deutschland, sogar eines,! das ftlr das Ohr sogar und nicht nur für' das Auge Wunderlichkeit bedeutet: die S^chnarcherklippen beim Brockenkurort Schierke, im Randgebiet der »Riesen-! Werkstatt der Natur, am Brocken: diese, Felsen, die (ioctlic bewundernd bestiegen hat, schnarchen tatsächlich bei Südostwind. 1 i Die Krcuzscliänkc zwischen Wiescnlhal und Morchcnstcrn, ein Ausflugspunkt von Schreiberhau, Spindlermühle, Rcichcn-bcrg usw ., ist die Wasserscheide zwi. sehen Oüer und Elbe, das heißj Nord, und Ostsee. Merkwürdigerweise fließen die westwärts gerichteten Bäche in die Oderi und damit in die Ostsee, während tüe ostwärts fließenuen /.ur Elbe und in die Nordsee geraten. * Eine der 75 (iroBstädte des Groß. 'ieut.;v.jien Roiches hat üoch .n den Straßen rinnen. Diese »Bächle«^ die zu de,' Großstadt im süoliclien Schwarzwaid, Freiburg, gehören wie das kostbare gotische Münster, Wein, und Walberge, messen zwanzig Kilometer in der Gesamt. au.sdehnung. »Jeder echte Freiburger muß mal drinne gelege hawe,-'' * Wien ist uie größte Stadt Deutschlands nach der Fläche (1218 Geviertkilometer), seit Ende 1938 etwa 20 Kilometer Donau, ufer und große Teile des Wienerwaldes eingemeindet wurden. Als größte Weinbaugemeinde der Erde hat Wien fünfzig Weinbauvororte. Die Reichshaupt>tacit zählt, als bevöl. kertste Stadt des europäischen Festlandes (bei 884 Geviertkilometer Raum) rund 41/2 Milionen Einwohner; sie verrügt über 330 Bahnhöfe einschließlich Stadt., Schnell (S) und Untergrundbahn,-hat T77 Kilometer Wasserwege im Stadtgebiet, 060 Brücken und ^ogar 50 Seen. * Der alten Reichstadt Nordhausen zwi. i'.chen Harz und Kyffhäuser blieb die malenswürdig bunte .Mittelalterlichkeit ihres Stndtbilde«; erhalten Moderner Gegensal/ h'er/u i.>' vl e badesi,-»i\tinäßige Oberstadt und die Industrie des eigenartigsten Ge. nuhinitiels, ties Kautabaks, dessen Sorte ^-besondei.. niilu . u. ä. manche Besuclicr bei Besichtigung probieren, naclidem >ie erfaiiren haben, welche edlen Zusätze d\' Soße aufweist, und liaß es das verbreite'-ste Tabakgenußmit'el in der Welt ist. Karl Lütge. Anekdoten ^ Der .Maler van Dyck hatte einmal das Gemälde einer Fürstin vollendet. Die Dargestellte ^var sehr zufrieden, fand jedoch, daß ihre Hände schöner gemalt seien, als sie in Wirklichkeit waren. Sic fragte den Meister nach dem Grunde. Van Dyck erwiderte lächelnd; ^Diese Hände sind es. aus denen icii meine Belohnung erh;ilten werde!<• m Da lebte in Berlin ein junger Schauspieler, bei dem häufiger als der Geld-briefträger der Gerichtsvollzieher erschien, der de.s jungen Mannes Möbel meist mit jenem Siegel »verzierte«, das lieblose .Menschen mit Kuckuck zu bezeichnen pflegen. Einmal befand sich besagter Miin«'* in einem kleinen Kaffeehaus, in dem er durch Zufall imter jedem Stuhl, unter jedem I isch die gUMchi' "Verzierung der Gbrigkeit fand. Begeistert ließ er sich nieder und rief heglückt aus: ■•^Hier bleibe ich. hii^r i-t i's urgemütlich, denn hier fühle ich mi(Mi tatsächlich wie zu Hause!^ Seite 6 »Marbuwr Zeitung« 21. JuH 1941 Nummer 17-. mark hinaus Würdiguiiß und Anerkennung fand. Besondere Ereignisse im abwechslungsreichen Vereinsleben stellten die Ocmetnschaftskonzerte in Klagenfurt, Villach, Neusatz und Agram dar. Diese brachten neben gesanglichen und musikalischen Wkidergabcn großer deutscher Meister Eigenschi^fur.-j![en heimischer Tonkünstler, wie den Chorgesang dos Marburger Dirigenten Prof. Hermann Frisch »Das Lied vom Kmde«, das als vierteiliger Zyklus aufgeführt wurde. Damit wurde die schöpferl-sihe Kraft des untersteirischen Deutschtums ins helle Liclit der Öffentlichkeit gerückt und ihre Lebenskraft ganz eindeutig unter Beweis gestellt. iN'cben dieser kulturellen Gemeinschaftsarbeit gingen die Gesangvereine ent-sp'*echend der künstlerischen Veranlagung ih-c: Sangwarte ihre eigenen Wtge. In Cilli wurden vornehmlich Schubertlieder ima vVagnerchöre gepflegt. Erinnert sei hier weiter an die Schubert-F.eier, an der der Meister Jölly mitwirkte, an das Mozart-Konzert und an den Haydn-Abend, die künstlerische Würdigung in zeitgenössischen musikalischen Besprechungen erfuhren. Dr. Eduard Butscher, d-er künstlerische Leiter des Pettauer Männergesangvereines, hob anläßlich des 60. Gründungstages Hugo Wolfs »Mailied« aus der Taufe. Dieses ergreifende Lied war nur im Manuskript zugänglich. Chomieister und Sänger scheuten weder Zeit noch Mühe, um ein Werk darzubringen, das 2U den schönsten des großen untersteirischen Landsmannes zählt. Außerdem wurden Werke von Richard Strauß, Brahms, Eyrich u. a. aufgeführt. Erwähnt seien noch die Schubert- und die Mozart-Feier, sowie das Gedächtnis'konzert für Robert Schumann. Der Marburger Männergesangverein, der das seltene Glück hatte, ein großes Symphonieorchester zu deti Mitwirkungen heranziehen zu können, verlöte sich vornehmlich auf die Aufführungen der Werke seines Chormeisters Prof. Hermann Frisch. Unter anderem kamen (die symphonische Ouvertüre »Nordischer Karneval« und die zwei Balladen »Totentanz« und »Gutmann« zur Uraufführung. Kompositionen von Hugo Wolf, Josef Haydn, Richard Wagner und Mozart wurden in künstlerischer Vollendung wiedergegeben. Besondere kulturelle Hochtage für die deutsche Bevölkerung der Draustadt waren Schubert^ Zentenarfeier und die Aufführung von Mozarts »Requiem«. Außer diesen drei großen deutschen Gesangvereinen in der Untersteiermark, die treue Hilter besten deutschen Oedankengutes waren, gab es in vjelen Orten kleine Sän-gerrunden, die das deutsche Lied pflegten. Sie sangen es bei allen Gelegenheiten, und für diese einsamen, versprengten Volksgenossen war das deutsche Lied Zu-ftucht in bitterster Not und die Brücke zur großen deutschen Kulturgemeinschaft. Ihrer darf nicht vergessen werden. Sie waren fleißige und unerschrockene Vorkämpfer für deutsche Art und Sitte im Unterland, bis zur großen Stunde der Befreiung. Edo Paidasch Badeeröffnung in Windisch-Feistritz Dieser Tage wurde iti Windiisch-Fei-stritz die neu ausgebaute Badeanstalt unter großer Anteiltiahme der Bevölkerung eröffnet. Den Auftakt zur Eröffnungsfeier gab ein Mtisikkonps der Wehrmacht. Zur Feier war in Vertretung des Regierungspräsidenten der Politische Kommissar von Marburg-Land, SA-Sturmbannführer T ö s c h e r, weiters der Stahdortälteste Hauptmann Palten, der Ortsgnippenführer des Steirischen Heimatbundes sowie der Bürgermeister der Stadt Windisch-Fei-stritz erschienen. , Haupmann Pal tc n hob in seiner Ansprache die BedeutunK des Bades für den Ort hervor, dankte seinen Soldaten für die geleistete Arbeit bei der Hersiel-iung des Bades und tibergab dann dieses in die Obhui der Stadigemeinde. Bürgermeister A r se 11 s che g g dankte im Namen dere Stadtgemeinde. Anschwellend folgte ein Wettschwimmen zwischen Wehrmacht und der Wehrmann-scliaft im Steirisclicn Heimaibund, wobei schöne Rrgchnisse auf beiden Seiten erzielt wurden. Eier schwimmen Teller-tauben und andere humorvolle Darbietungen belustigten die Zuschauer. Ein Musikkorps der Wehrmacht sorgte für Stimmung. Das Bad selbst hat eine prachtvolle Umgebung, ist sonniK gelegen und von einem kleinen Wäldclicn mit romantischen Wegen und Stegen teilweise eingerahmt. Ein neuangelcgter Rasen, von Blumen besetzt, umsäumt das Schwimmbad. Die Umkleideräume und Sonnendächer sind geschmackvoll gebaut. Den größten Teil des umliegenden Badegrundes stellte in selbstloser Welse Graf Dr. Attenis zur Verfügung. m.' Tod©sfäHe, Im Marburger üau-krankenhaus verschied am 19. d. die 69- ; jährige Private Apollonic Drosg. Ferner starb auf der Thesen, Pettauer- ■ Straße 39. der 82-jährige Gefangenen- i aufseher i, R. Fritz Petschownik. ; m. Eheschließunj?. Dipl. Ing. Viktor M u ß n i g; derzeit in Essen, hat dieser ; Tage in Dransfeld bei Göttingen mit Fräulein BIfriede Lud ewig den Bund fürs leben geschlossen. Dipl. Ing. Viktor Mußnig war in der . untersteirischen Volkstunrsarbeit führend tätig. In den letzten Jahren seines Studiums war er Führer der Deutschen Studentenschaft im ehemaligen Draubanat. m. Ernteeinsatz in Sauritsch. In den letzten Tagen trafen acht Erntchelferin-nen aus Graz in Sauritsch ein, die den einzelnen Bauern zur Erntehilfe zugeteilt wurden. m. Doppelhochzeit in einer Familie. In Roßhof schlössen Alois Höd'l mit Klara R u m p 1 e r und Franz B e r g e r mit Maria H ö d I den Bund fürs Leben. Beide Paare stammen aus Roßhof. Als volks. bewußte Deutsche waren sie in der Volkstumsarbeit tätig. m. VertellunK der MitKÜedskarten in AbstaH. Kürzlich fand in *Abstall die Verteilung von 1110 Mitgliedskarten des Steirischen Heimatbundes im ehemaligen Kulturbundheim durch Ortsgruppenfüh-rer Dr. Hötzl statt. In diesen Räumen hatten sich die Volksdeutschen während der Kampfzeit eingefunden und cinheit- Reichsminister T od t hat in den Erklä-run-gen, die er aus Anlaß des 50-jährigen Jubiläums der Elektrizitätswirtschaft abgegeben hat, darauf hingewiesen, daß in Zukunft alles Wasser bis zum letzten Tropfen ausgeschöpft werden muß, und daß das »niir durch eine übergeordnete Ausrichtung der Belange der verschiedenen Nutznießer des Wasser« erreicht werden kann. In die^m Zusammenhange sind die Ausführungen von Interesse, die Professor Dr. Paul G i s e k e , der Vorsitzende des Ausschusses für Wasserrecht bei der Akademie für Deutsches Recht, über den Inhalt des zukünftigen Reichswassergesetzes gemacht hat. Der Entwurf des Reichs-wassergesetzes ist dem Präsidenten der Akademie vor kurzem überreicht worden und wird demnächst veröffentlicht werden. Im Wasserrecht spielt der Gemeinschaftsgedanke eine besondere Rolle. Im Vorspruch zum Gesetz heißt es, daß bei jeder Einwirkung auf das oberirdische oder unterirdische Wasser die Bedürfnisse der Volksgemeinschaft zu beachten sind. Auf die Reinhaltung der Gewässer ist besonders zu achten, Wasser darf nicht verschwendet und in seinem Abfluß weder gehemmt noch gefördert werden. Die Wasserwirtschaft soll keine Zwangswirtschaft sein, aber sie muß einheitlich und zielbewußt gelenkt werden. Dementsprechend wird die zukünftige Ordnung der Wasserwirtschaft öffentlich-rechtlich sein. Nutzungsrechte an Gewässern können also nicht mehr Inhalt des Grundeigentums sein. Der Entwurf unterscheidet zwischen zulässigem Gemeingebrauch und zulassungsbedürftigem Sonderge-, brauch am Wasser. Die Einleitung von Wie die Geflügelhaltungen r Die Hühnerhallunß spielt auf den meisten Höfen eine Rolle, die der des Stief-Ikinides gleiahkominit. In vielen Fällen ist es noch sehlimimer. Da spielt sie überhaupt k'oine Roflk, da sind die Hühner für den Bauern v;igent'lich gar nichts. Sicher siftd in den letzten Jahren auf diesem Gebiet unigeheure Fortschritte erreicht worden. Viele haben diem Geflügel die ihm zuikoimmendc Stelle in der Wirtschaft eingeräumt. Ein wirklich grundlegender Wandel ist alxir noch nicht erreicht. Auch heute noch liegt die Durchschniitsloistung der Hühner in Deutschland nur etwais über 90 Eiern im Jahr. Dabei ist es eine bc-Tatsacho, daß auf Höfen, die sich 'etwas u-m die Hühnerhaltung kUmmern, lieh um ihre Freiheit gekämpft, bis zu jenem Tage, da sie vom Sklavenjoch befreit wurden. Abschließend sprach Kreisführer Dipl. Ing. N e m e t z über die Pflichten und Aufgaben der Untersteirer. in. »Die Schwedische Nachtigall«. Die Besprechung dieses Films In der Sams-tag-Sonntag-Ausgabe ist durch das Ausbleiben einer Jahreszahl in der ersten Zeile an dieser Stelle unverständlich ge-worden. Es muß heißen: Am 15. Dezember 1844 sang Jenny Lind zum erstenmal als Norma vor den Berlinern. m. Warnuiig vor einem Betrüger. Kürzlich erschien bei der Besitzerin Maria Puchal in Roßbach bei Marburg ein unbekannter Mann, gab sich als Polizei-beamter aus und sagte sur Frau, sie müsse die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben, wenn sie hier bleiben wolle. Wenn sie einverstanden sei, werde er ihr dabei behtlfKch sein. Dies koste aber Geld, und zwar benötige er vorerst den Betrag von 184 RM. Die Besitzerin, die verwitwet ist und für acht Kinder zu sorgen hat, ließ sich einschüchtcrn und gab dem Manne tatsächlich die 184 RM und die Dokumente ihrer Großmutter. Der Mann, der natürlich ein Betrüger ist, ließ sich seither nicht mehr blicken. Er ist zirka 40 Jahre alt. klein und mager und trug angeblich eine graue Uniform. m. Ein Falirradreifenmarder. Vor einigen Tagen brach ein unbekannter Täter in das Haus der Besitzerin Rumpf in Trestemi'tz ein und entwendete zwei Fahrräder. Am nächsten Tage fand man die Räder, doch ohne Bereifung. Von einem "Rade wurde auch die Lichtanlage und der TorpediO'^Freilauf abmontiert und gestohlen. Augenscheinlich wollte der Täter auf diese Weise Fahrradbereifungen ohne Bezugschein beschaffen. Abwässern, auch von häuslichen und kleingewerblichen, ist z. B. allgemein zulassungspflichtig. Die Zulassung erfolgt immer nur für einen bestimmten Zweck und nach einem bestimmten Plan, sie kann widerruflich und unwiderruflich sein, . je nach den Bedürfnissen der Volksgemeinschaft. Auch das Reich bedarf der Zulassung. Zur Wahrung der Bedürfnisse der Allgemeinheit kann die Wassertjehörde die Zulassung mit bestimmten Auflagen verbinden. Dazu kann auch die Leistung von Beiträgen, gehören. Einen »Wasserzins« kennt der Entwurf aber nicht. Ein besonderer Teil des Entwurfs behandelt das unterirdische Wasser. Es gehört nach dem Entwurf nicht dem Grundstückseigentümer, sondern unterliegt, wie etwa Flüsse und Seen, der öffentKch-rechtlichen Benutzungsregelung. Die Benutzung muß sich aber auf den Eigentümer oder Nutzungsberechtigten beschränken, sie kann nicht allen Gliedern der Volksgemeinschaft zum gemeinschaftlichen Gebrauch zustehen, weil nicht jedermann Zutritt zu unterirdischem Wasser hat. Der Eigentümer darf das Gründwasser etwa insoweit in Anspruch nehmen, wie es die häuslichen oder landwirtschaftlichen Bedürfnisse erfordern. Darüber hinaus bedarf er der Zulassung, um die Wirkungen auf die Allgemeinheit zu prüfen. Schließlich sollen sogenannte »Wasscr-bücher« eingeführt werden, die die Rechtsverhältnisse an den Wasserläufen und am unterirdischen Wasser klarstellen. Sie sollen der Allgemeinheit zur Kenntnis gebracht werden. Das Wasserbuch wird aber nicht wie das Grundbuch öffentlichen Glauben haben. entabler zu gestalten sind. regelmäßig' Durchschnittsleistungen von 13^1, 140 oider noch mehr'Eiern je Huhn und Jahr erreicht werden, während besonders interessierte Hühnerhailter bei gutem Tiermaterial mit durchschnittlichen L'oistungen von 160 bis 180 Eiern rechnen. Bedenkt man, daß diese guten Hal-tumgcn den Reichsdurchschnitt stark heben, übersteigt doch die Leistung in ihnen den Rcichsdurohschnitt oft um hundert Prozent, so ergibt sich der Schluß, daß die Leistung der übrigen Hühnerhaltungen sogar noch erheblich unter 90 Eiern jährlich je Huhn liegt. Gle'che Eierzahl mit weniger Hühnern. Damit nun keineswegs gesaj^t, daß alle Hühner in diesen Haltungen so ge- ringe Leistungen bringen. Die Erfahrung zeigt vielmehr, daß unter einem Bestand von sagen wir 50 Hühnern ungefähr 5 Hühner sind, die so gut wie gar nichts, und vielleicht 10 Hühner, die im Durchschnitt nur 50 Eier legen. Wenn d'e 50 Hühner im Jahre 4250 Eier bringen, s*» errechnen wir einen Durchschnitt von S5 Eiern. In Wirklichkeit haben aber 5 Hühner gar nichts und 10 Hühner nur 50 Eier, 15 I^ühner zusammne also nur 500 Eii^r gelegt, während die restlichen .35 Tiert 3750 Eier, d. h. eine Durchschnittsleistun'; zwischen 105 und 110 Stück, gebrach: haben. Die 15 schlechten Hennen drücker den Durchschnitt und, was entscheidem.' ist, die Wirtschaftlichkeit sehr stark. Di, Henne, die nichts legt, frißt Tag für Taj:. bringt aber nichts ein. Auch die Hühner die nur um 50 Eier legen, sind nicht vic besser. Ihr Nutzen steht in keinem Verhältnis zu dem, was sie fressen. Sie belasten unnötiig die guten Hennen, die sich ihr Futter verdienen. Marwher wird deriken: Wa« macht das schon aus, wenn ein paar Hühner mehr fressen. Überlegen wir! Ein Huhn wirc auf dem Bauernhof im Jahr wohl mindr-stens 20 kg Getreide bekommen. Die 15 unnützen Hühner in obigem Beispiel fres-sen also zusammen in einem Jaihr 6 Ztr. Getreide. Die 6 Ztr. können wir einsparen, wenn wir die 15 schlechten Hühner abschaffen. Wir können sie einsparen ohne einen wesentlichen Verlust an Eiern. Die Wirtschaftlichkeit der Hüihnerhaltung wir{ alber diese Einsparung, d. h. durch dit Albschaffung der schlechten Hennen, stark gehoben. Halben wir bisher mit zirka 20 kg Getreiide 85 Eier erzeugt, so erzeugen wir nach der Absotiaffuing mit demselben Aufwand je Huhn 105 bis 110 Eier, Ohne irgendwelche Mehranschaiffungen is' also der Verdienst aan einzelnen Huhn uni. damit vor aillem der Gesamtverdienst er-heblidh gestiegen. Nun ist aber zu überlegen, d'aß vielfach durch das Ausmerzer schlechter Tiere überhaupt erst ein Verdienst entsteht. In einem großen Teil der Hühnerhaltungen halben nämlidh bis heute die 20 bis 30 v. H. an schlechten Hennen den Verdienst, den die übrigen gebrach hätten, glatt aufgefressen. Hennen, die Ilir^ Futter nicht verdienen. Für den einaelnen Hof ist es natürlich nidht von so aiisschliaigebender Bedeutung, ob die Hühnerhalhmg etwas einbringt oder nicht. Das Geflügel ist ja stets nur ein kleiner Teiil der Wirtschaft, wenngleich das Eiengeld stets eine sehr gern gesehene Einnahme ist. Denken wir aber an das Ganze, dann merken wir erst, welche Bedeutung auch die Frage der richtigen Hühnerhaltung hat. Der Gesamtbestand an Hühnern im Deutschen Reich übersteig. 100 Millionen Stück. Wie wir oben sagcMi, bringen ungefähr 30 v. H. der Hühner ihr Futter nicht ein. Man braucht kein Rechenkünstler zu sein, um zu sehen, welche großen Mengen Futter jährlich von Hühnern, die keine genügenden Leistungen aufweisen, gefressen werden, und welche; ungeheure Schaden durch die Haltung von schlechten Hühnern angerichtet wird. Mit 4em Futter, das nutzlos schlechten Hühnern gefüttert wird, könnte an anderer Stelle großer Nutzen erzielt werden. Durcli die Haltung der schleohten Hühner wird der Allgemeinheit ein großer Schaden zugefügt. Wir 'können uns eine derartige Verschwendung nicht« leisten. Jeder einzelne hat die Pflicht, für seinen Hof rasch Wandel zu schaffen. Auch wenn wir mit Arbeit überlastet sind, die Zeit zum Aussortieren der schlechten Hühner muß da sein! Hühner, die ihr Futter nicht vcrd e-nen, gehören in den Topf. FÜR DIE FRAU Weiße Strohhüte reinigen. Au.s dem Saft zweier Zitronen und mit Schwefelblüte bereitet man einen Brei, den man mit einer Bürste auf den vorher abgebürsteten Strohhut aufträgt. Man läßt den Hut dann an der Sonne trocknen und bürstet ihn nachher nochmals mit einer sauberen Bürste ab. Leinen,'in blaues Papier gelegt, vergilbt nk:ht. Stahlfedern, die neu sind, nehmen sofort Tinte an, wenn man sie zuvor einen Augenblick übers Licht hält. Aufplatzen der KartoKeln. Man glaubte bisher allgemein, daß jene Kartoffeln die besten seien." die beim Kochen aufplatzen. Die Wissenschaft hat aber nachgewiesen, daß das Platzen und Zerfallen der Kartoffel ein Beweis von Armut an EiweiM ist. Enthält eine Kartoffel aber verlialtnisinäBig viel Eiweiß, so behält sie beim Kochen ihre Form. Da nun die Kartoffeln mit möglichst viel Eiweiß selhstvorstiiiidlicii die nah'-; ' rsten sind, so sind die besten Sorten immer d^e. die nicht zerfallen, sondern k'tiiiz bleiben- WIRTSCHAFT lllllllllllillllllMIIHIIIIIIIIIIIIIillllllllllllHIIIIIiniHIIIIIHIIIIIIIItllllllllljlllllllllllllimitlllllllllllllHIIIIIHilllimfIRIIHmiHHIiniHliNIHIIIIIII Das neue Wasserrecht Zum kommenden Reichswassergesetz — Bedürhiisse der Volksgemeinschaft an erster Stelle Merzt die schlechten Hühner aust Nummer 174 »MarÜurßrcr Zöitmi)?« 21 Tun 1941 Seftc 7 TURNEN UND SPORT iHUiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMtiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiNiiimiimiiitmifiiiiiiiiiimiiiiiimiiiniiiiiiiitiiiMiiiiiiniiiiHHiHiiuiiwiiimiiiiiitiHiiiiinii Verheissungsvoller Start DIE SPORTGEMEINSCHAFT MARBURG ERÖFFNETE IHREN BETRIEB Der gestrige Sonntag bedeutet für den Marburiier Sport einen Markstein in seiner Entwicklung. Gestern hat die Sportgemeinschaft Marburg im Steirischen Heimatbund ihren Sportbetrieb eröffnet, der, auf nationalsozialistischem Prinzipe aufgebaut, die breitest© Masse erfassen soll lind jedem Untersteirer zugänglich sein wird. Vorbei ist die Zeit, in der man der Ansicht war, daß der Spart nur für einen kleinen Kreis der Oberschicht bestimmt sei, vorbei ist die Zeit, in der der Sport als Luxus oder gar »Narretei« bezeichnet wurde. Vorbei ist für die Unterstei-ermark jetzt auch die Zeit, in der Sportbetreiben Volkstumsarbeit bedeutete. Die Geschichte der Untersteiermark in der Zeit von 1918 bis 1941 wurde noch nicht geschrieben. Noch hat kein Geschichtsschreiber die Verfolgungen und Schikanen, denen die Volksdeutschen und die deutschfreundliche Marburger Bevölkerung der Untersteiermark im Laufe der fast ein Vierteljahrhundert langen serbischen Willkürherrschaft ausgesetzt war, verfaßt. Eines ist jedoch bereits heute gewiß: in dieser Chronik werden die Leiden des deutschen Sports nicht den letzten Platz einnehmen. Die deutschen Sportvereine in der Untersteiermark mit dem Sportklub »Rapid« an der Spitze haben wertvolle Volkstumsarbeit geleistet. Sie haben nicht nur Staatsbestleistungen durch ihre Sportler erziel^^n können, sondern vor allem durch Breitenarbeit den deutschen Menschen in deutsche Gesellschaft gebracht, ihn im Sinne der neuen Weltanschauung erzogen und ihn in dieser Überzeugung gekräftigt. » Durch die Befreiung der Untersteier-mark ist es dem hiesigen Sporte mm wieder möglich, sich ausschließlich mit Sport zu beschäftigen. Die Sportgemeinschaften. die im Rahmen des Steirischen Heimatbundes in allen Orten der Untersteiermark ins Leben gerufen werden, bilden den Sammelpunkt der sportlie-benden Bevölkerung. Ausgehend vom Grundsätze, daß Sportbetreiben kein Verzügen, sondern verpflichtende körperliche Ertüchtigung darstellt, werden die Sportgemeinschaften im Steirischen Heimatbund ihre Kräfte einsetzen, um den Kreis der sportbetreibenden Bevölkerung immer größer zu riehen und den STX>rt in der Untersteirmark zu einem wahren Volkssport machen. Der gestrige Auftakt berechtigt zu den besten Hoffnungen. Die sportlie-bende Marburger Bevölkerung nahm an allen Veranstaltungen regen Anieil. Die TenniskämTrfe und der Staffellauf sowie die Hauptveranstaltiing am Nach-mittacr waren überaus gut besucht. Führende Persönlichkeiten des Steirischen Heimatbundes, des Staates und der Wehrmacht waren zu den Sportwett-kämpfen erschienen. Die sportlichen Leistungen, die dabei erzielt wurden, sind nicht das Ausschlatrgebende. Mit diesen wird sich noch der Sr^ortberichterstat-ter befassen. Er wird sie besT>rechen, vergleichen imd dann über den rein sportlichen Erfolc: 'der einzelnen Kämpfe berichten. Für den Steirischen Heimathund ist das rege Interesse für den Sport von ausschlaergebender Bedeutung. Sie gibt d'e Oev/nhr, dsR auch in der Untersteiermark die Bevölkerung lebensfreudig und lebensbejahend bereit ist. dem Wege des 'deutschen Sportlers zu folgen. Otto KoscWtz Die Meiste? der deutschen LeichtathletHc DAS OLYMPIASTADION ALS SCHAUPLATZ DES SCHÖNSTEN FESTES DER DEUTSCHEN LEICHTATHLETIK Das Berliner Olympiastadion war Samstag und Sonntag der Schauplatz der deutschen Leichtathletikmeisterschaften. Die Kämpfe in den einzelnen Disziplinen setzten schon am ersten Tage mit großem Sport ein, würdig des schönsten Festes der deutsch«n Leichtathletik. Die Ränge waren gefüllt mit begeisterten Zuschauern, die die Kämpfe auf Rasen und Aschenj^ahn mit starkem Beifall verfolgten. Es gab einige große Überraschungen, und so mancher Meister mußte seinen Titel der stürmischen Jugend überlassen, obgleich sich auch die »alte« Klasse ausgezeichnet durchsetzen konnte. Die neuen Meister der deutschen Leichtathletik sind: Männer: Dreisprung: Scheibe (Halle) 14.71. — 5000 Meter: Raff 14:39.8. — Hammer: Storch 53.49. — 200 Meter; Scheuring (Stuttgart) 21.8. — Kugel: Wölke 15.14. — Hochsprung: Jjlacke 1.94. — 3000 Meter Hindernis: seidenschnur 9:18,4. — 400 Meter: Ahrens (Berlin) 49.3. — 1500 Meter: Kaindl (München) 3:55.2. — 100 Meter: Scheuring (Stuttgart) 10.8. — 110 Meter Hürden: Zepernick (Berlin) 13.3. — 10.000 Meter: Syring (Witten-i hcrg) 31:00.4. — Speer: Gerg (Leipzig) 69,36. — Weitsprung: Luther (Berlin) 7.20. — 4X100 Meter: Luftwaffen SV Berlin I. 42.7. — 800 Meter: Harbig (Braunschweig) 1,54. — Diskus: Totapek (Wien) 47.58. — 400 Meter Hürden: Fromme (Bad Tölz) 55.6. — 4^400 Meter: Luftwaffen SV Berlin. Frauen: Hochsprung: Eckelt (München) 1.54, — 100 Meter: Kühnel (München) 12.3. — Kugel: Mauermayer (München) 12.94, — 4X100 Meter: SC Charlottenburg 49.6. — Diskus: Bauermayer (München) 40.83. — 200 Meter: Blask (Charlottenburg) 25.6. — Speer: Plansk (Nürnberg) 43.72. — 80 Meter Hürden: Peter 11.7. — Weitsprung: Schulz 5.90. : Berlins Ringer siegfeti. Im ersten Vorschlußrundenkampf zur deutschen Vereinsmeisterschaft im Ringen blieb der Berliner Kraftsportverein in der Reichshauptstadt über den Westfalen-Meister SV Hohenlimburg mit 5 : 2 siegreich, : Saager gewann das auf einer 35 Kilometer langen Rundstrecke durchgeführte größte Straßenrennen Sachsens »Rund um die Risa« über 105 Kilometer. Der deutsche Straßenmeister Bronold Leningrad: Prospekt des 25. CMttobers V&cherl, M.) m öcliied jn der zweiten Runde wegen Rad-: schadens aus. Preiskeit wurde wegen Defektes erst Fünfter. Um den Tschammer-Pokal Mit TUS Helene Altenesscn und VFL 99 Köln sind am Sonntag zwei weitere Bereichsmeister aus dem Tschammer-Pokal ausgeschieden. TUS Helene Altenessen wurde von Westend Hamborn mit 6 : 2 geschlagen. VFL 99 Köln wurde von Frankfurt mit 3 : 0 ausgeschaltet. Münchner Erfolg Im Alpenpreis Die internationalen Münchner Rennwochen erreichten am Sonntag mit der Entscheidung des wertvollen deutschen Hindernisrennens, dem Deutschen Al-penipreis, ihren ersten Höhepunkt. Nur sechs Pferde bewarben sich um das mit' 50.000 Mark ausgestattete Rennen. Man-sura aus dem Stall Weber feierte seinen fünften Sieg. Auf dem Wallach war der Meisterjockey Unterholzner im Sattel 720.000 Zuschauer bei der FuBballmeisterschaft Ein stolzes Ergebnis sind die nun vorliegenden amtlichen Zahlen über den Besuch der Endrunde um die deutsche FuR-ballmeisterschaft. In den insgesamt 58 Spielen der Bereichsmeister in den vier Gruppen, über die Vorschlußrunde bis zum Endspie! wurden 720.000 Zuschauer gezählt. Das bedeutet eine Zunahme von 150.000 Zuschauern, waren es doch im Vorjahre nur 575.000 Zuschauer. Um diese Zahlen richtig zu würdigen, müssen die Ziffern der letzten Jahre, von 1935 beginnend, danebengestellt werden, zeigen sie doch die ziffermäßige Entwicklung des deutschen Fußballsports auf, mit der die vermehrte Zahl der aktiven Spieler sich in einem gleichzeitigen Aufschwung befindet. Es wurden bei den Meister-schaftsenidrunden gezählt: 1935: 523.000, 1P36: 589.000, 1937: 764.000, 1938: 713.000 Zuschauer. Im letzten Vorkriegs-jahr wurde in einer sprunghaften Entwicklung mit genau 1,069.000 Zuschauern die erste Million überschritten. : Beim Prater-Ruiidstreckenrennen in Wien über 60 Kilometer blieb der Wiener Valenta erfolgreich. Ihm folgten Chy-lik, Bichler und Wölf. : Forstner gefallen. Bei den Kämpfen in Afrika starb Leutnant Josef Forstner den Heldentod. Forstner war einer der bekanntesten Motorsportler des Heeres und trat wiederholt auch international erfolgreich hervor. AUS ALLER WELT a. Der Tod der »belle chocotati&re«. Vor fünf Jahren fand man im Zug 759, der von der italienischen Grenze nach Marseille verkehrt, den Leichnam einer zauberhaft schönen Frau, die durch Anwendung eines starken Narkotikums getötet worden war. Der Fall erregte damals viel Aufsehen. Die Frau war anscheinend in ihrem Abteil überwältigt worden, wobei ihr ein Betäubungsmittel an die Nase gepreßt wurde. Wenn auch in der Handtasche lediglich ein kleiner Betrag aufgefunden wurde, und ein Schmuck völlig fehlte, konnte doch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, daß hier ein Raubmord vorlag. Bei der Toten handelte es sich um eine gewisse Frau Sarola, Eigentümerin eines großen Kaffeehauses in Cannes. Ob ihrer Schönheit weit und breit berühmt, nannte man sie in ganz Cannes und an der Riviera nur »La belle chocolati6rc« (Die schöne Schokoladenvorkäuferin). Die Nachforschungen der Polizei blieben damals völlig ergebnislos. Ein Motiv aus dem Privatleben der Ermordeten, das auf Spuren hätte führen können, wurde nicht gefunden. Dieser Tage hat nun eine gewisse Laboucher, Insassin des Gefängnisses von Roquette, aus dem sie übrigens zu entweichen versuchte, ein Geständnis abgelegt. Sic bc-zichtete ihren damaligen Liebhaber,'einen vielfach vorbestraften Burschcn namens Raymond Liegy, des Mordes an der Zuginsassin. Sie selbst sei als Komplizin an der Tat beteiligt gewesen. Das saubere Paar befand sich seinerzeit auf einer Vergnügungsreise an der Riviera, als. ihnen das Geld ausging. Da war es nun die Le-boucher, die den Plan eines Raubmordes ausheckte. Sie hatte die Kaffeehausbesitzerin schon längere Zeit beobachtet und war zu der Überzeugung gekommen, daß diese auf ihren Reisen stets eine größere Summe Bargeldes bei sich trage. Die Le-boucher war es auch, die das Narkotikum besorgte. Als alles vorbereitet war, bestieg Li^gy denselben Zug, in dem »La belle chocolati^re« nach Cannes zurück- (Schirnt'-.M.) Badezeit — herrliche Zelt fuhr, überraschte sie in einem Abteil, in dem sie allein saß, indem er ihr sofort ein mit Äther getränktes Taschentuch vor Nase und Mund hielt. Als sie bewußtlos auf den Sitz gesunken war, band er ihr das Taschentuch noch um das Gesicht, um das frühzeitige Aufwachen seines Opfers zu verhindern. Aber die Frau wachte überhaupt nicht mehr auf. Die Beute war übrigens gering, sie betrug nicht mehr als 1200 Francs. Liegy schwört, daß er nicht die Absicht gehabt habe, die Frau zu töten, sondern nur zu betäuben. a. Kerngesund mit einer Nadel im Herzen. Es ist zwar nur ein braves Huhn, das bis vor kurzem in Italien mit einer Nadel im Herzen einherspaziert ist, aber die Sache ist dennoch erstaunlich. Eine italienische Bäuerin schlachtete kürzlich ein Huhn und nahm die Eingeweide heraus, als sie zu ihrem größten Erstaunen bemerkte, daß im Herzen des Huhnes eine große Nähnadel steckte. Das Tier aiber hatte bis zum letzten Augenblick keinerlei Beschwerden gezeigt, sondern war wie die anderen i^ühner in voller Gesundheit umhergelaufen. a. Tragischer Unfall durch ein Kind. In Mailand hat ein siebenjähriges Kind durch seine Gedankenlosigkeit bei dem Versuch, ein geringes Unheil zu verhüten, s2in Brüderchen ums Leben gebracht. Die Mutter hatte den neun Monate alten Säugling in der Wiege auf den Hof gestellt und das siebenjährige Schwesterchen sollte aufpassen. Das tat die Weine Maria auch so gut, daß sie sofort bemerkte, als ein Zug Ameisen sich der Wiege näherte und diese anfiel. Die Kleine wollte die Tiere mit Feuer abwehren, lief ins Haus und fand eine Kanne mit Petroleum, das sie auf die Ameisen schüttete und dann anzündete. Aber die Flamme erreichte auch die Wiege und setzte sie in Brand. Troh: der Bemühungen des Kinaes und auch der zurückkehrenden Mutter trug der Säugling bereits so schwere Brandwunden davon, daß er wenige Stunden darauf starb. a. 87 Personen vom Blitz erschlagen. In Mexiko traf in der Stadt Guadalajara der Blitz ein Kinotheater, in dem 2500 Zuschauer der Abendvorstellung betwohnten. 87 von ihnen wurden erschlagen und eine ganze Reihe mehr oder weniger schwer verwundet in dem furchtbaren Getümmel, das nach dem Blitzeinschlag im Theater ausbrach. Im Hospital, wohin die Leichen gebracht wurden, drängten sich am folgenden Tage 3000 Personen, Verwandte, welche die Leichen rekognoszieren mußten. j^eitere (Scfe Merkmal i^Ach, eins von Ihren Zwillingstöchter-chen, Herr Glubbe! Welche ist's denn: die Grete oder die Klara?« »Warten Sie mal: eins — zwei — drei _ vier fünf---die Grete ist's!« »Was haben Sic denn da gezählt, Herr Glubbe?« »Die Sommersprossen auf der rechten Backe. Die Grete hat fünf und die Klara sieben.« Selbstverrat Chef; »Wenn Sie so ein Kamel sind, daß Sie sich nichts merken können, so machen Sie's doch wie ich und schreiben Sie es sich auf!« Erster Sonntagsjäger :tDu, wer war denn der alte Bauer, der dich soeben so freundlich grüßte?« Zweiter: »O — ein guter Bcl\annter — den hab' ich im vorigen Jahr dreimal angeschossen!« SeKe 8 ^Martiursrer Zeftinig« 21. 'JuH 1941 ffummcr 04 AAAAAAAAAAAAAAAAÄAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA filtutiadit farbig, gro^ farbig, mittel farbig, klein per Stück , , . 3.— II. 1.^ * < » —▼•.90 FORMULARE: Wochsn-Satnmelbogen für dl« Reichsfleischkarten zu 50 und lOO gr je Stück, Insgesamt für 30 kg............—.05 Liste der Schwerarbeiter.....« « . —.05 Uinrcchnunfi^t«bcllen ^ < i —.05 Preialisten für Gatt- und Kaffeehäuser ... 1.— Stadtplan von .Marburg.....i . . —<3Q KARTONS: (jeschlo98en w«gen Ruhetages der Qefolgschaft Morgen gfschlpssen wegen Ruhetage» der 0?folgi^aft ...... Rauchen verboten , . , , , Wir danken unserem Führer , < Unser GniB ist H«il Hitler . | Preisljften für Friseure , . , . Preislliten für Friseurinnen .... erhältlich im Verlage der ■ h « H ■ ■ I • -^.10 —.10 -.10 —.20 —.15 —.20 —.20 HiikUüus 9 ■ WPVVV 9 WWWwWW IM UNTERLAND TifOlirargfr Leitung"! ^1 □ □ □ Meiner flnzelier Jodet Wort kostet 10 Rpf, fettfwirncktc WoM 39 I4743«, 4743 ]«der Untertteirer lieft die „Marberger Zeitung!" 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Anträge unter »Verwalter« an die Verwaltung. 4865-7 DER CH^ DfR ZIVHLVERWALTPNG IN DER UNTPRST^IERMA^K, DER BEMIPTRAQTE FÜR ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT ?iPi der Pferdeverteilunssstelle bl WniWßdi-Peistrrtz sin^ Pferde mit nachstetieidtn Branidnumm^fn «ngetroffen; 2 12 }i6 30 23 36 30 114 148 168 205 2t2 220 227 22Q 231 239 m 431 470 590 751 T^i V12D 1244 im 2012 2254 22B6 2978 2997 3235 3236 33fiß 32Q3 32Ö7 4265 4522. Pie Gemeinden werden aufgefordert, die Nu^ern c|urchzm>ßhen Mnd gegc-bienenfaHs cHe Eigentümer der Pferde zu verständigen, piesejben müssen ^ie Plerde bis längstens Mittwoch, den 23. Juli 1041 mittags gegen Nachweis des Eigentuins-rcchtes äbernehmen. Ab Mittwoch, den 23. Juli nachmittags werden die übrig-0ti)lKl3enen Pferde als Leilipferde an solche Bauern abgegeben, die sich durch eine geiiieindeäJntMohe Bestätigung über dje Dringlichkeit des Bedarfes auswei- Itn Auftrage: Qr. Franz e. h. 4f46 MAm «IM« VOM H BURG-KINO Vor EilwtclhinK von Arheil«. kräftffn muB die Zusiinimiing d«i zuitindigeii ArbeilsaintR» fliofelivlt wcrdfiii. HUfsafbeiter wird aufgenommen. Tischlerei Koter, Mühlgasse 29. 4868-8 Bedienerin, mittleren Alters, ehrlich und fleißig, wird bei ^anitägiger Beschäftigung mit Kost und guter Bezahlung sn-fqrt aufgenommen. Adresse in cjer Verw. 4867-8 Küchen-Kassierin mit langjährigen Zeugnissen wird gesucht. Ilotel »Adler«, Marburg. 4845-8 Fotoffrnf()n>, flinke und tüchtige Kraft, für Vergrößern und Kopieren, findet sofort Aufnahme. Foto-Haus Petschar. Herrengassc II. 4762-8 Wirtschafterin, deutsch und windiscli sprechend, tüchtige und sparsame Köchln. 40—50 Jahre alt, wird zur Führung einer Gastwirtschaft mit etwas Landwirtschaft sofort aufgenommen. Spätere Ehe nicht ausgeschlossen. Anträge bzw. Gehaltsansprüche mit Lichtbild erbeten unter »Zuverlässig« an die Verw. 4837-8 lieber Leo! Brief erhalten, alles gesund, sorge nicht. Küßt Pich Silveli. 4866-10 llkltftltld Instruktor für Mathematik für die 7. Klasse der Oberschule wird für sofort gesucht. Adr. in der Verw. 4879-11 STEMPEL Sichticartei ^ 4747 TliiSfleida SokIHseh a.D., Schillerstrafie 24 Fernruf 22-19 stkffßtdisthi hotLtifüit mit Ilse Wemcr, Karl L. DicMi I. Oottschaik Jegendltehe nicht zugelasicn! KulturfilmI Neueste Deutsche Wochenschau! Vorftihnmgeni Heute 1«, 18.30 und 31 Uhi Karten von 10—12 und ab 15 Uhr ESPiANAOE Femruf 25-29 Jhs fite Ein üermaniaiFilm der FX)rum mit RUDI OODDEN • ROLF MOEBIUS CARSTA LÖCK . HILDE SCHNBIDE!. Char|ott Daudert, von Ledebour, Schröder Schräm, Wilhelm Althaus, Wolfgang'Staudtp Ernst Bader, Alfred Maack u. a. m. Spielleitung: Jürgen von Alten Buch: E. Walter. Musik: Milde-Meißner Herstellungs-Leitung: Emil Unfried. Heitere Soldaten des deutschen Volksheeres — jungo nette JMMdels — im Rahmen einer teils ernsten, teils lustigen Handlung, die jeden in ihren Bann zieht Der Film von fler Kameradschaft, der Treu" i