pränumerations-Preise: F il r Laibach: San,jährig . . . 8 fl. 40 tr. halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ Mit Der Post: ®an-,jährig . . . n fl. - tr. Halbjährig . . . s „ 50 „ vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Süt Zustellung ins Haus viertel- jährig 25 tr., monatlich 9 tr. Sinjrtnc Nummern (i Ir. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. RtDahlion «ahnhofgafse Nr. 13z. Lrpcdilio« uni 3nftt«lnt-ßnrrn«: «ongretzplatz Nr. 81 (Buchhandlung von 3. ».INeinmavrLF. Bamberg). 3nfrrliimsprtift: gilr bic einspaltige Pctitzeile S kr bei zweimaliger Einschaltung i 5tr dreimal ü 7 ft. Inserlionestcmpcl jedeSmal 30 tr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 100. Montag, 21. August 1871. — Morgen: Thimoteus. 4. Jahrgang. Der „Ausgleich" mit de» Slovene». Wie windig' und nebelhaft es mit dem angeblich schon längst fertigen Ausgleich steht, möge inan aus dem folgenden entnehmen. Die Vertrauensmänner der „staatsrechtlichen Opposition" Clam-Martiuitz, Rieger und Prazak, denen diesmal noch Graf Rudolf Chotek und der Pole Srnolka hinzugefügt wurden, befinden sich gegenwärtig wieder in Wien, „weil," wie das deutsche Ezechenblatt sagt, „die Ausgleichsverhand-lungen demnächst zu Ende geführt werden dürften, ^soweit die Schlußredaktion derselben von der Zu-Mttiiumg der Vertrauensmänner jener Nationalisten abhängt, mit denen bisher aus leicht begreiflichen Gründen nicht verhandelt werden konnte." Welches diese Gründe feien und warum sie so leicht begreiflich, ist uns Uneingeweihten, sowie überhaupt das ganze Gebühren der Regierung ein Räthsel. Ebenso unverständlich ist ein weiterer Zusatz des Prager Blattes, daß nämllch die czechischen Vertrauensmänner, „eine eigene Opposition au einigen s l a v i s ch e n Elementen der übrigen Länder, die visher im Reichsrathe vertreten waren und die föderalistische Fahne hoch hielten, gefunden haben." Den Stein des Anstoßes bildet, den etwas mysteriösen Andeutungen zufolge, die S t e u e r f r a g e und der finanzielle Ausgleich. Wie seinerzeit die Ungarn die Staatsschuld nicht anerkannten und zu de« gemeinsamen Reichslasteu nur eine „Quote" beitu« 95« zu wollen erklärten, so machen es jetzt die Ezechen. „Die anderen Föderalisten aber," fährt das genannte Blatt fort, „möchten wohl de» Böhmen Me weiteste Autonomie gönnen, wenn die Böhmen nur so gut sein wollten, die LandeSdefizite der anderen Gruppe» oder Länder zu decken. Und gerade fcei der Fiuanzfrage handelt es sich um eine sehr praktische Seite der Autonomie, die für Böhmen von höchster Wichtigkeit ist und an der alle Landes-kindcr, ohne Ausnahme der Nationalität, gleich theil-itchmen, weil die Steuerquotm-Ersparmsse, die in Böhmen «ach Millionen zählen, allen Steuerträgern in Böhmen gleich zu statten komme». Die Wiener Blätter bringe» aus Laibach Telegramme, daß Graf Hohenwart noch vor der Eröffnung der Landtage BerlrauenSmäiincr des floveni-scheu Lölkes nach Wien berufe, um die Wünsche desselben zu vernehmen. Wie a»S den Andeutungen des czechischen Organes zu entnehmen, handelt cö sich bei dieser Berufung vorzugsweise um Regelung finanzieller Fragen, und es ist gar sehr die Frage, ob das Ministerium damit sobald zu Staude komme» wird, insbesondere wenn es gewillt ist, mit säinrntlichc» 17 Landtage» ei» Quotensystem zu vereinbaren. Aber unsere slovenischen Organe habe» ganz andere Anliegen ans dein Herzen; nicht die trockene Geldfrage, nicht die Laiidesdefizite, die bis nun aus den reichen ErtrqMisKn gewerbfleißiger Länder gedeckt werden mußten, machen ihnen Kummer, nein, für sie handelt eö sich zunächst darum, daß das- Ministerium dasjenige, was es den Polen im Reichsrathe geboten, was es mit den czechischen Wortführern verabredet, auch dem „dritten Faktor der zis-leithanisch-slavischen Opposition," den Slovene», zu Gute kommen lasse. Zwar erkennen auch sie an, daß nächst den Czeche» sie vor allen Völker» Oesterreichs am engste» diesem Staatswese» verbünde», daß sie Oester- reichs am meisten bedürfen; auch fit behaupten, fortan nicht mehr Gefühlspolitik, sondern nur mehr Jntereffenpolilik treibe» zu wolle». Eingekeilt zwischen fremdeit Elemente», in einer geografischen Lage, wvriiach drei europäische Völkerstamme begehrend ihre Hand auSstrecke», dürfen sie keine großen Kata-strofei, herbeiwünsche», beim es könnte dabei auch ihr Schicksal sich besiegeln. Damit sie nun nicht jener Macht verfallen, deren Heißhunger sie aus der Geschichte kennen, müßten sie wünschen, daß jener Länderbund, dem sie so viele Jahre angchört, zu ihrem und feinem eigenen Heile seinen Bestand kräftige. Darum seien sie auch gute Oeflemicher und kommen dem Ministerium in ihre» Vertrauensmännern aufrichtigen Herzens entgegen. Aber dafür verlangen sic, daß man ihnen gönne, frei zu athmen, daß einmal das Damoklesschwert des nationale» Unterganges', das über ihrem Haupte hänge, verschwinde. Mit geringfügige« Zugeständnissen jedoch würden sie sich diesmal nicht abfiiide« lasse». Vor allem müsse der Landeshauptmann aus der Majorität des Landtages entnommen werden. Der Slovene fühle sich als Theil des großen slavische« Volkes, was anderen gewährt worden, fordere er auch für sich. Oesterreich bedürfe seiner so gut, als er Oesterreichs. Beim Zerfalle deö letzteren bleibe ihm das Gesammtslaventhum (vse slovaiistvo). Darum müsse er im hohen und niederen, in Aem-tevri und Schulen feine Sprache fordern, als erste Bürgschaft gegen die Entfremdung, gegen das geistige Bastardenthum seines Volkes. Eine weitere Forderung, die der Slovene nie und nimmer außer Acht lassen darf, sei die Vereinigung der Slovenen, d. H. die administrative Einigung des ganzen slove- Iemlleton. Alpenröslein. Skizze von S ch w e i g e r - L e r ch e n f e l d. (Schluß.) Alpenröölein, Du bist ein Kind der unverdorbenen Natur, rief Edgar mit Begeisterung, ich werde Dich ewig liebe». Bei diese» Worte» zuckte es wie gäher Schmerz über das schone Gesicht des Mädchens. Ein Strom bo,t Thränen brach aus ihren Augen und fchluch-^ni> warf sie sich au die Brust ihres Freundes, ^-dgar war betroffen. Er wußte nicht, ob er diesen Ausbruch einem unvergleichlichen, inner« Entzücken, oder einem liefen, verborgenen Schmerze znfchreiben sollte, hinter welchem vielleicht für beide eine unvorhergesehene Gefahr lauerte. Es herrschte eine lange drückende Pause. Aennchen erhob sich und schlich milde zwischen oen Rostnbüschcn umher, die schönsten Blüthen von ihren Zweigen brechend, um sie zu einem Strauße vereinigen. Edgar blieb und sah ihr nach. Mit liebevollen Blicken verschlang er ihre schöne Gestalt, d>e clfeichaft über das niedere Gras dahiuschwebte, eine jede ihrer Bewegungen erweckte ein namenloses Verlangen in dem Herzen des jungen Mannes, dieses reizendste Stück der Schöpfung ohne Unterlaß mit den Armen umschlungen zu halten, um, in elfischer Vereinigung mit dem Abglanze der ewigen Schönheit, die Wonne» alles irdischen Lebens mit einem Zuge eiiizusaugen. ES war vor einem Jahre, daß er sie hier zum ersten male getroffen und sogleich jene tiefe, heilige Leidenschaft für das Mädchen in feiner Brust aufflackern fühlte, die ihn seitdem so viele köstliche Stunden hindurch namenlos beseligt — unbeschreiblich gequält. Unterdessen war Aennchen tiefer in die rückwärtigen Büsche eiugcdrungcn und entschwand den Blicken Edgars. Er erhob sich, um nach ihr zu forschen, als plötzlich wieder jene wehnüithige Melodie an fein Ohr schlug. Leise klagend drangen die einzelne» Töue und Worte herüber und als er die Schlnßverse Wenn aber kömmt der dritte Tag, So muß ich fort von hier, vernahm, stürzte er in die Richtung, wo Aennchen entschwand und rief laut und ängstlich de« Namen seiner Geliebten. Es blieb alles stille, das Lied verklang und lief in de» Büsche» Hub eine Amsel ihre melancholische Weisen an. Er theitte die ersten Zweige, blickte in das dämmernde Halbdunkel des Buchen-Haines und Aeimchens Name zitterte leise von dem flehenden Rufe Edgars zwischen die mächtige« Stämme hindurch. Aengstlich suchte er das Mädchen zwischen den dichten Büsche» ; sie hatte ihn öfters geneckt und sich hinter ihnen verborgen gehalten, um feine Freude zu sehen, wenn er sie wiederfindend in die Arme preßte, — aber heute schien ihm dies kein Spiel, und gepeinigt schoß er hin und wieder. Da sah er das Mädchen an dem Fuße eines Stammes zusammeugekauert und heftig weinend. Sie hatte ihre Arme auf die an sich gezogenen Knie gestützt und die Augen mit beiden Häubchen zugedeckt. Die gepflückten Alpenrosen lagen zerstreut umher. Edgar wußte nicht, wie ihm ward, und er stürzte zu Füßen des Mädchens, sie beschwörend, ihm alles zu sagen, was sie so unaussprechlich quäle. Das heftige Schluchzen nahm ihr die Worte und lange konnte sie nicht antworten, endlich erhob sie sich rasch, lehnte ihren müden Körper au den Stamm der Buche und blickte entschlossen dem Freunde in die thränenseuchte» Augeu. Sei stark, Edgar, stotterte sie — ich muß — Aeuucheu! Rede, Aemtchen ! Fort! schrie sie mit schneidendem Tone. Fort — lallte Edgar; er sah starr vor sich ans die Erde, auf die zerstreut umherliegenden Alpenrosen ; dann bückte er sich nieder und las sie langsam zusammen. Aennchen hatte die Schürze vor den Augen und weinte. —--------------- nischen Volkes. Sie verlangten keine neue» Länder, kein Königreich, keinen Staat im Staate, sondern einzig und allein, daß die Theile ihres Volkes der Herrschaft der Fremden entrissen werden. Es wäre nun eine verdammenöwerthe StaatSknnst, die krainer Slovenen von den steierische», die küstenländischen von den Krainern getrennt zu halten u. s. w. Die Männer, welche das Wort führen, müßten im Namen des ganzen slovenischen Volkes sprechen. Was den Czechen ihr geschichtliches Staatsrecht, das müsse ihnen das auf dein angeborenen Naturrechte gegründete Verlangen sein, daß die Regierung die Einheit des slovenischen Volkes anerkenne. Wie selbe allen Anzeichen nach das czechische Staatsrecht anerkannt hat, wie die Czechen diese Anerkennung gefordert haben, um ihre Zukunft nicht zu unterbinden, um in allen Wechselfällen eine Stütze zu haben, so müßten auch die Slovenen beim Ausgleich nicht vergessen, für die Zukunft ihres Bolkes zu sorgen und — nicht nachgeben. Wir haben im vorgehenden den Ausgleich, wie die Slovenenführer sich ihn denken, nach dem „Slo-venski Narod" skizzirt und fügen nur noch die paar Worte bei, mit welchen das Blatt so gütig ist, auch der Deutschen zu gedenken. „Die Deutschen unter uns," versichert es, „haben kein Unrecht von uns, keines von Seite der Regierung zu befürchten. Was sie für sich selbst thuu wollen, soll ihnen frei stehen, was die Regierung für sie thuu will, wollen wir unterstützen. Was wir von Fremden, von Deutschen brauchen, wollen wir schon selbst aufsuchen und nehmen." In der That, die letztere ist von allen Versicherungen gewiß die am aufrichtigsten gemeinte, wenigstens was den Gedankengang der Führer au-belangt, die sich hier anmaßen, im Namen des ganzen slovenischen Volkes zu sprechen. Wenn es einem nur halbwegs unbefangenen Beobachter auffalleu muß, daß in dieser ganzen Auseinandersetzung der Wünsche und Begehren des slovenischen Volkes vor den großen Ausgleich auch nicht mit einer Sylbe der Staatsverfassung, des gemeinsamen Bollwerkes aller Volks-rechte, der Freiheit des Geistes und Gewissens, der bürgerlichen FreiheitSrechte, ohne die feilt Staats-weseu gedeihen kann, erwähnt wird, so darf ittcut eben nicht aus dem Auge verlieren, daß nicht das Volk hier gesprochen, sondern diejenigen, die sich unberufen zu seinen Stimmführern aufgeworfen und augenblicklich die Geschicke desselben zu leite» sich anmaßen, die in ihrer geistigen Beschränktheit ewig ihr Schiboleth Wiederkäuen von der Einführung der slovenischen Sprache in Amt und Schule, was längst schon zu jedermanns Befriedigung, außer etwa Eiitc Stunde später wankte Edgar den Weg thalabwärts, den Strauß von Alpenrose» krampfhaft in seiner Rechten haltend — Aeitnchen mit einem Büschelchen von Edgars Haaren, die sie unzählige« male küßte, eilte heim. Sie sollte morgen alles z» Hause ordnen, um am dritten Tage über die Grenze nach der Schweiz zu wandern, wo ihrer ein ferner Verwandte harrte, mit der Absicht, sie ehrlich „unterzubringen." Die alte Mutter hatte einen Burschen ausgenommen, der vorderhand Aennchens Stelle in der Alphütte entnehmen sollte.------------------------ In dem folgenden Jahre führte mich der Zufall abermals in die Gegend von ***, was mir um so gelegener kam, als Edgar vor kurzem geschrieben, er wolle auf immer diese Gegend verlassen. Seine Briese waren stets von düsterer Schwermuth durchzittert, ohne daß ich die wahre Ursache hatte erratheu können, die mir der Freund stets verborgen hielt. Nunmehr sollte sich das Räthsel lösen, wenngleich es mich wenig befriedigte. Edgars Arbeitszimmer glich dem zerstörten Karthago und ich vermißte alles, was mich Hierselbst einst so mächtig anzog, indem es mich die höhere Weihe, die die Werkstatt eines jeden Künstlers durchweht, ahnen ließ. Die Blumen standen verwelkt in ihren irdenen Töpfen, Wände und Fußboden der Schreier und Wühler, geschehen, die zum Ueber-drnsse ihr Lied vom einigen Sloveiiien singen, ohne auf die Verwahrungen und Proteste der kärntncr und steircr Slovenen gegen die Zerreißnng ihrer Kronlande zu achte». Sie führen das große Wort, die den schmachvollen B»»d mit Jesuiten und Reaktionären aller Farben geschlossen, um dem Volke die nach jahrhundertelanger Knechtung endlich erworbenen Rechte zu nehmen und ihm Hörigkeit uud Frohnden wieder aufzuhalsen. Nicht um das Wohl des Volkes, nicht um feilte Entwicklung zu höherer Kultur auf nationaler Grundlage ist es ihnen zu thuu, sondern um Beseitigung jedes fremden sittigenden Einflusses auf dasselbe, damit der Himmelsfunke des Gedankens in ihm erstickt, damit Sklavensinn und Verdummung ungestört großgezogen werden können. Darum ziehen sic mit dem reaktionären Ministerium an einem Strange, darum stimmte» sie int Reichsrathe mit offenem Hohne gegen ihr dem Volke geleistetes Versprechen stets für Höherbclastuug desselben durch die Gut- tutd Bllttsteuer, bavum wollen sie nur Rechte für sich und neue Bürden fürs Volk durch den kostspieligen autonontistischcn Apparat. DaS arme Land, da- schon jetzt die Kosten seiner Verwaltung nicht erschwingen kann, soll durch Zutheilung der Justiz-, VerwaltungS- Kultus- und Unterrichtsgesetzgebung an den Landtag sich neue unerschwingliche Lasten aufbürden. Und wie stünde es dann erst mit beit Grundrechten und den gesammten bürgerlichen Frei-heitsrechten, wenn die endgiltige Entscheidung hierüber dem wilden Hasse und der Willkür der rvthen Reaktion, die im gegenwärtigen Landtage das große Wort führt, überantwortet würden! Mit welchem Wuthgeheul würden sie, bettett schon jetzt die Gegenwart von ein paar Israeliten in Laibach ein Dorn im Auge ist, über die konfessionelle» Gesetze her-salle», mit welcher Wollust würden sie mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit, der Lehr- uud Lertt-fveiheit, dem freisinnigen Schulgesetzen, den Schwurgerichten tutd der freien Presse aufräumen! Nicht Volkstribunen, nein offene und verkappte Jesuiten, die Sturmböcke der finstersten Reaktion sind sie, die heute vom Ausgleich i» Oesterreich spreche». In allen Fragen, wo es sich um die höchsten Güter und Ju-tereffcn des Volkes gehandelt, haben sie noch stets das Vertraue» de« Volkes aus das schmählichste betröge», stets ohne Ausnahme volksfeindlich gestimmt. Dagegen hilft keine Beschönigung._____________________ Politische Rundschau. Laibach, 21. August. Inland. Die Wahlbewegung in den deutsche» Provinzen nimmt immer größere Ausdehnung au. waren vernachlässigt und selbst die Werke seiner Muse lagen bestaubt und großentheils unausgeführt auf Tischen, Kästen und auf dem Parkette. Er war auf meine Ankunft vorbereitet und entschuldigte die wüste Unordnung mit seiner knapp bevorstehenden Reise. Allein was bedeutete diese äußere Verwahrlosung gegenüber der Disharmonie seines Wesens, die mir aus jedem seiner, einst so schönen Züge zu sprechen schien? Er glich einer Mumie, uud wenn er sprach, klangen die Worte schwer und dumpf, ohne jeden Schmelz, gleich Tönen von verstimmte» Saite». So wird nur ein Wesen, das den Frieden seiner Seele verloren. Edgar und ich blieben den ganze» Tag zusammen, denn Abends sollte er reisen und er hatte noch so manches aut Herzen, das er glaubte mir anver-traueu zu müssen. Er erzählte mir vorstehende Geschichte, seinen kleinen Liebesroman, der unerwartet so schmerzvoll cudetc, de»» einige Wochen »ach Aennchens Abreise war ihre Mutter, die alte Christine, gestorben uud seitdem konnte er nichts mehr über seine Geliebte erfahren. Er befrug die Land-leute der Umgebung, allem niemand wußte einen befriedigenden Bescheid. Die Mitteilungen waren 1 oft der widersprechendsten Art und so wollte er I ebenso wenig der peinlichen Nachricht Glauben scheu- Der Bund der Feudal-Klerikalen scheint durch beit Sturm, den sic heraufbeschworen, etwas verdutzt zu sein. Das „Vaterland" mäßigt fein Wiithgchcul und der „Volköfrcuitd," der vor ei» paar Tagen noch zum Kampf auf Lebe» und Tod gegen den Liberalismus, die „Amme der Revolution," anfgefor-dert, findet Gefallen an einem Artikel der „historisch-politischen Blatter," die den Föderalen Oesterreichs Mangel an einem positiven Programm verwerfen, die Notwendigkeit einer gemeinsamen Vertretung der zisleithanischen Reichshälste hervorheben imb a»f das eindringlichste die Gefahren betone», die Oesterreich bedrohe» müßten, wenn die Deutschen in die nationale Opposition getrieben würden. An- j berfeitö ist der „fertige Ausgleich" bereits an einer Klippe angelangt, die er schwerlich gefahrlos uuv schiff eit dürfte. Die „Fiitanzfrage" hat bereits zu Reibungen Anlaß gegeben zwischen den ezechischett I Parteiführern und den sonstigen nationalen Häuptern, welche im stillen Kämmerchen mit Hohenwart uud Schasste den Ausgleichsfaden spinnen. I» Geld- i fache» hört cbe» die Gemütlichkeit auf. Das deutsche Czcchcnblatt ergänzt seine letzten noch orakelhafte» Mitteilungen und bespricht dm Zwiespalt int Lager der Ausgleichmacher über die finanzielle Frage. Böhme» will danach seinen finanziellen Ausgleich ganz wie llrtgo r tt machen, „denn Ungarn wird durch Autonomie groß, wir wollen mit unserem Fleiße dasselbe sein uud die Marotte der Zentralisation nicht mit dein materiellen Ruin des Volkes bezahlen," schließt der bemerkenswerthe Artikel, den wir de» autonomiewüthigc» Slovenenführern bestens empfohlen haben wollen. Ist das Problem, das da Graf Hohenwart zu lösen bekommt, nicht höchst interessant ? Alle steuerkräfligeu Kronländer finden sich mit einer Quote ait beit Staat ab und verwenden die Überschüsse für sich. Was fängt der große Ausgleichsminister z. B. mit Krain, Dalmatien, Galizien an, die keine Ueberfchüffe austveisen ja ihre VerwaltungSkosten nicht decken? Wer wird für die enormen Hceresauslagen, die Zinsen der Staatsschuld und andere Kleinigkeiten aufkoiitntcu r Der Öberösterreichische Landesausschuß hat in seiner Sitzung vom 17. August mit allen gegen eine (Zehetrnayr's) Stimme beschlossen, den Kaiser in einer Petition zu bitten, den Zusammentritt des Landtags so lange zu verschieben, bis die Handelskammer ihre Wahlen vollzogen hat. Landeshauptmann Dr. Eigner wird diese Petition persönlich Sr. Majestät überreichen. Wie sich Graf Hohenwart die Befragung des Volkes vorstellt, erhellt aus folgendem: Die Beamte» des Staates habe» einen Bogen zugestellt fett, die eines Tages im Oberthal Aussehen erregte, nämlich die, daß Aennchen von dem fernen Verwandte» gezwungen worden sei, mit einem reichen Besitzer ans dem Kanton Granbündten eine Ehe einzugehen. Gegen Abend bat mich Edgar, ihm zum letzte» male das Geleite bis i» die Nähe seines Lieblings-Plätzchens zu geben, von dem er sich nunmehr auf immer verabschieden wollte. Wir gingen schweigend bis zum Fuße deö Berges und trennten nnS nach einer langen, innigen Umarmung mit der schmerzvollen Gewißheit, unS vielleicht lange nicht wieder-zusehen. Einige Tage hierauf brachte mir der Postbote ein kleines Päckchen. ES war eine Sendung Edgars aus München und enthielt ein reizendes, kleines Oelgemälde — das Porträt Aennchens. Mehrere trockene, verblaßte Alpenrose» Ware» beigeschlossen, ei» Brief itttd das Tagebuch meines Freundes, dessen letzte Blätter ich an die Spitze vorstehender Skizze gestellt habe. Als ich bald hierauf, aus Pietät für dieses zarte Verhältnis;, die hohe Matte besuchte, fand ich die Alpenrofeubüsche von einem Blitzschläge unterwühlt ; sie haben nie wieder Blüthen getragen. -------------------- Südtirol, im Juni 1871. erhalten, in dessen Rubriken sie ihre Dienstzeit, Verwendung und sonstigen Verhältnisse binnen vier Tagen cinzutragen haben. Auf der Rückseite befindet sich die üoin Amtschef auözufülleude Konduite-liste, deren eine Rubrik überschrieben i|t „Politische Gesinnung," dieser Fingerzeig ist doch deutlich genug! Ein solches Vorgehen zur Becinslußung der Wahlen war selbst in Frankreich zur Zeit der größten Korruption der Napoleou'schen Regierung — unerhört. Anstand. Es streift schon an das Kölnische, was man von den Zusammenkünften in Ischl und Gaste in alles erwartet. Die dänischen Blätter zum Beispiele reden nicht anders, als wären die Kaiser- und Diplomaten - Rciscit hauptsächlich — der iiordschleSwig'schen Frage wegen unternommen worden. Das „Journal Dannevirke" meint, Deutfch-land werde die Verhandlungen mit Dänemark aufs neue aufzunehmen sich verpflichten und die nord-schleswig'schen Distrikte unter dem Vorbehalt zurückgeben, daß Norddentschlands defensive Interessen und des preußischen Staates militärische Interessen darunter keinen Schaden leiden. Die Monarchen- und Ministerbegegnung in Ischl und Gastein gibt auch den englischen Blättern Stoff zu Betrachtungen. Ein Berliner Korrespondent der „Times" weist auf die Uneinigkeit hin, die im österreichischen Ministerium über die Deutschland gegenüber einzuschlagende Politik herrscht. „Selbst in Wien, und um so viel mehr noch in Berlin," sagt er, „ist cs schwer abzusehen, welche von den zwei einander widerstreitenden Strömungen die Oberhand gewinnen dürfte. Wir wissen nur das eine, daß vor sehr kurzer Zeit erst, als die Berliner Regierung wünschte, gemeinsame Maßregeln mit den österreichischen Behörden gegen die stets an Lebhaftigkeit gewinnenden Angriffe einer unfehlbaren Kirche zn vereinbaren, das Ministerium des Innern in Wien hinreichenden Einfluß besaß, zu verhindern, daß Graf Beust eine günstige Antwort ertheilte. Da die Slaveu und die Ultramontauen mit einander und gegen die Deutschen Hand in Hand gehen, so ist es nicht unmöglich, daß auch jetzt wieder dem Berliner Kabinet ein Scheitern seiner Pläne beschick» ist." Ans verschiedenen Kundgebungen der deutschen Presse ist ersichtlich, daß die Beziehungen zwischen Fr an kr eich und Deutschland wieder in ein Stadium der Spannung treten. Die „Spener'sche Zeitung" konstatirte mit Unmuth den ungünstigen Fortgang der Friedensverhandlnngen. Die „Kreuz-zeitung" brachte einen sehr heftigen Artikel über den Ueberfall deutscher Hnßaren in Poligny, und diesen Auslassungen, denen ein unzweifelhaft offiziöser Charakter zugesprochen werden muß, schließen sich nun die „Preußische Prov.-Korr." und die „Deutsche Reichskorrespondenz" vollkommen mt. Das letztgenannte Organ entwickelt eine besondere Leidenschaftlichkeit; es ist über den Chef der französischen Regierung erbittert, und nennt denselben einen „ränkevollen, maßlosen und sich selbst überschätzenden alten Herrn," welcher den deutschen Truppen den Aufenthalt in Frankreich verleiden will, und dem, um dies zu erreichen, kein Mittet zu schlecht ist. Von der Stellung Italiens der allgemeinen Weltlage gegenüber entwirft die „Gazzetta d'Jtalia" ziemlich düster gefärbtes Bild, welches die Jso-urung des Landes etwaigen künftigen Konflikten gegenüber nachzuweisen sucht. Das genannte Blatt schreibt: _ „Die wohlgeordneten Staaten achten uns nicht; kein Staat, sei er auch noch so klein, fürchtet uns. Werden wir von Frankreich angegriffen, so werden England und Rußland uns ihre Vermittlung anbieten, wie sie dies im letzten Kriege zu Gunsten Frankreichs gethnn haben, das heißt, sie werden das Unwetter nicht von uns ableiten. Frankreich ist unser Feind; cs nimmt schon eine Revanche an Deutschland, wenn es Italien wieder zerbröckelt; denn cs sieht in demselben nur eine Drohung, Undankbarkeit und Rebellion. Deutschland schätzt uns gering, weil es uns vou Grund aus kennt und weiß, daß es sich auf uns nicht verlassen kann, die wir aus kindischem Macchiavcllismus, aus Mangel an politischem Scharfblick, und um uns die Freiheit der Aktion zu bewahren, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart uns offen zu feinen Gunsten erklärten." Aus Madrid wurde dieser Tage gemeldet, daß zwei der Theilnahme an der Ermordung Priin's wegen verhaftete Individuen wieder in Freiheit gesetzt worden sind. Die spanische Justiz hat, hienach zu schließen, die richtigen Anstifter des Attentates auf Prim noch immer nicht in Händen, und als Lückenbüßer wurden ihr zwei Individuen in die Hände gespielt, deren Unschuld sich nachträglich herausstellte. Es ist doch eigentlich unerhört, daß weder die Justiz noch die Regierung in Spanien bis jetzt in der Lage waren, der Welt über die Ermordung Prims irgend einen Aufschluß zu geben. Hat man da nicht ein Recht, allerlei Vermuthungen anzustellen? Zur Tagesgeschichte. — Man schreibt aus T e m e s v a r vom 16. d.: Ein Herr, welcher vorgestern hei einem Mehalaer Insassen etwas zu thun hatte, fand zu seinem großen Erstaunen in dem Gehöfte desselben einen römischen Sarkosag, welcher als Tränkeimer für das Vieh benützt wurde. Natürlicher Weise erzählte er, als er nach der Stadt zurückkam, feinen Bekannten von dem interessanten Fund und gestern begab sich eine Kommission hinaus, um das Objekt zu besichtigen und um jeden Preis zu erwerben. Der Bauer hörte den Herren erst eine Weile ruhig zu, wie sie den Tränktrog umstanden, und gab ihnen dann die verblüffende Aufklärung, das er das Gerälhe selbst habe anfertigen lassen, und daß die zwei Buchstaben A. E., die sie auf demselben sahen und die sie für eine römische Inschrift gehalten hatten, die Initiale feines Namens waren. Man kann sich die verblüfften Gesichter vorstelleu, mit welchen diese archäologischen Enthüllungen von den Betreffenden ausgenommen wurden. — In London wurde am 16. August das Walter Scott-Jubiläum in mannigfaltiger Weife festlich begangen. Im Krystallpalaste fand zu Ehren des Tages ein großes schottisches Nationalfest statt, dem, vom trefflichen Wetter begünstigt, ungefähr 15,000 Personen beiwohnten. Das Programm des unter dem Patronat der Herzoge von Argyll, Sutherland, Roxburghe und Athole, der Marquis von Lorne und Huntley, sowie anderer schottischen Edelleute stehenden Nationalfesteö umfaßte unter anderem eine Ausstellung vou Gemälden, Stichen und Autograsien des gefeierten Schriftstellers; einen Umzug schottischer Dudelsackpfeifer, verbunden mit einem Preiskonzert schottischer Nationalmelodien auf der Sackpfeife; ferner eine Aufführung des nach dem gleichnamigen Walter Scolt'scheu Roman frei bearbeiteten Melodrama's „Guy Mannering," und eine Produktion von Hochland-Spielen im Nationaltoftume, auSgeführt von den Unteroffizieren und Mannschaften des schottischen Füsilir-Garde-Regiments. Eine prachtvolle Illumination des Gartens sowie des für diese Gelegenheit festlich geschmückten Palastes bildete den Schluß des seltenen und prächtigen Festes. Gleichsam als Fortsetzung desselben fand am Abend im Cannon-street Hotel ein Festbanket statt, bei dem etwa 200 Herren und Damen zugegen waren. Hepwarth Dixon führte den Vorsitz an der Festtafel und verknüpfte mit dem Toast auf das Andenken Sir Walter Scott's eine geistreiche Rede, worin er die Fruchtbarkeit Scott's als Romanschriftsteller mit der Goethe'S und Shakespeares in ein und dieselbe Kategorie stellte. — In den Vereinigten Staaten hat bekanntlich der Emanzipationsschwindel kaum weniger Frauenköpfe verrückt, als in England oder in dem lieben Deutschland. Ein hübsches Geschichtchen aus diesem Kapitel kommt aus Chicago in Illinois. Eine junge Schöne von dort ließ sich von einer glaubenseifrigen Stimmrechtlerin eine lange Bekehrungspredigt halten. Dieselbe dauerte eine ganze Stunde, und als nach bereit Verlauf der weibliche Emanzipationsapostel mit siegesbewußtem Blicke und mit den Worten schloß: „Nun wissen Sie doch, was die Frauenfrage ist,“ erwiderte die ungelehrige Schöne: „Ich kenne nur eine Frauenfrage, und die lautet: Ist er schon verheiratet?" Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Allerhöchste Spende.) Der Kaiser hat den durch Feuer verunglückten Insassen von Pe-teüne, Belsko und Rodokendorf eine Unterstützung von Fünfhundert Gulden aus Allerhöchsten Privatmitteln bewilligt. — (Aus Anlaß des allerh. GeburtS-eftes) wurde gestern in der evangelischen Kirche am lltar ein andächtiges Gebet für das Wohl Sr. Ma-estät unseres allergnäbigsleit Kaisers gesprochen. — (Feuer im Kastell.) Heute früh gegen 4 Uhr zeigten Signalschüsse ein Schadenfeuer im ©traf-Haufe am Schloßberge an. Es brannte der Dachstuhl am nördlichen Flügel ober der Küche, in welcher bas Feuer durch Entzünden des in einer Nische gelegenen Torfes wahrscheinlich schon gestern ausgebrochen war, ohne bemerkt zu werden, und von wo aus es durch die Dunstöffnung sich dem Dachstuhl mitgetheilt hatte. Die Feuerwehr erschien prompt am Platze, fand das Wächterperfonale der Anstalt bereits mit dem Löschen beschäftigt, griff bann felbstthättg ein, so daß binnen einer halben Stunde jede Gefahr beseitigt war. — (Landwirthf chaftlicheö.) In der letzten Sitzung der Sanbmirthfchaftsgefeüfchaft kam auch die Errichtung von Gemeinderebfchnlen zur Sprache, zu welchem Zwecke die Filialen: Feistriz (Jnnerkrain), Möttling, Weißenstein und Wippach eine Staatsunter-stütznng von je 120 fl. erhielten. Die Filiale Weißenstein verspricht eine solche bis zum Frühjahre; die Filiale Möttling strebt die Errichtung zweier solcher Schulen an, einer in Sucher und einer in der Umge« bung von Tfchernembl. In Wippach pachtete die Gemeinde zu demselben Zwecke GrunbstÜcke; nur aus Feistriz verlautet nichts darüber. — Ferner wurde Über die niedere Landwirthschastsfchule für Unterkrain und die Weinbau- und Obstzuchtfchule für Wippach berochen. Die Errichtung biefer beibeti sehr nothwen-digen Schulen hängt von dem Beschlüsse des nächsten Landtages ab. — v. ©utmannsthal betonte die Noth-wenbigfeit, dafür Sorge zu tragen, daß die frainifchett Seidenzüchter ihr Produkt leicht verkaufen können. Schließlich erläuterte Dr. I. Bleiweis, was schon in dieser Beziehung seitens der LandwuthschastSgesellfchaft geschehen, es sei ihr aber nicht geglückt, eine ausgiebige Hilfe zu schaffen, und stellt den Antrag, die Gesellschaft möge sich an den Seidenbauverein in Möttling wenden, daß derselbe diese wichtige Angelegenheit für das ganze Land in die Hand nehme, waS einstimmig angenommen, ward. — (Erdbeben.) Am 14. d. um 1 Uhr 15 Min. früh verspürte man in R a i bt ein starkes Erdbeben. Vor der Erschütterung hörte man ein dumpfes Brausen, welches AehnUchkeit mit fernem Donner hatte. Nachdem dieses Brausen etwa 5—6 Sekunden angehaUe» hatte, erfolgte zuerst ein schwächerer und gleich darauf ein so starker Erdstoß, daß Kinder aus den Betten geworfen wurden, Thüren und Fenster aufsprangen und sogar die Mauer in einem solid aufgeführte« ära-rischen Gebäude barst. Die Erschütterung war wellenförmig, die Richtung derselben von Osten nach Westen. — (Der Jannthaler Demokraten-verein.) Ein erfreuliches Zeichen in so trauriger Zeit bildete die am 15. d. M. in Völkermarkt stattgehabte Versammlung des Jaunthaler Demokratenvereines, der den s l o v e n i s ch e n Bezirk von Völkermarkt, Eberudorf, Kappel und Bleiburg beherrscht; die Versammlung war von Angehörigen betber Nationalitäten zahlreich besucht und erklärte sich nach längerer, theils in deutscher, theils in slovemscher Sprache geführter Debatte einstimmig gegen bas Ministerium Hohenwart, gegen den die Interessen Kärnten» schädigenden Föderalismus und gegen eine Losreißung des slovenischen Theiles von Kärnten, wogegen das Programm der deutschen Partei, als der Trägerin des Fortschrittes, als auch im Interesse der kärntischen Slovenen gelegen, akzeptirt wurde. Mit besonderem Vergnügen bemerken wir, daß in dieser Bersammlung des Jaunlhaler Vereins viele slovenische Besitzer anwesend waren, welche regen Antheil an den Verhandlungen zeigten. Die Üebersetzung der einzelnen Anträge und Motivirungen besorgt wie immer das thätige Vereinsmitglied Herr Thorinek. Nebstbei trat aber als selbständiger und gewandter slovenischer Bolks-redner Herr Scharsch, Arbeiter der mechanischen Werkstätte in Prävali, auf und erntete für seine gesunde und kernige Ansicht den lauten Beifall der anwesenden Slovenen. Ebenso nahm ein slovenischer Bauer, Blasius Marbul, vulgo Sugosza, in seiner Muttersprache an den Verhandlungen Theil und ergänzte seinen Sprach-genossen die Ausführungen der verschiedenen Antragsteller. Diese Thalsachen liefern den erfreulichen Beweis, daß trotz aller Taborhetzerei die Eintracht zwischen Deutschen und Slovenen noch eine ungetrübte ist. Als Ort der nächsten bald einzuberusenden Vereinsversammlung wurde das Gasthaus zum Miklautz am Ausgang der Kappel gewählt. Den Tag wird der Ausschuß bestimmen. — (DieTriesterAusstellungsangele-genheiten) gestalten sich, wie die „Tr. Ztg." vernimmt, gut. Die Zulassungsgesuche mehren sich. Durch eine zwischen dem Triester Kunstverein und dem Zen-tralcomitee der Ausstellung getroffene Vereinbarung, wonach Gegenstände, welche für die gleichzeitige besondere Ausstellung des Kunstvereins bestimmt waren, der allgemeinen Ausstellung überlassen werden, verspricht man sich eine große Reichhaltigkeit dieser Abtheilung. ES heißt, man werde bei dieser Gelegenheit zum ersten male eine werthvolle Sammlung römischer und anderer Antiquitäten, welche die Triester Kommune besitzt, ausgestellt sehen. Vielleicht wird auch, was sehr wünschens-werth wäre, ein Aquarium unseres Golfs zu Stande gebracht werden können. Ein Mitglied des industriellen Subkomitee's bemüht sich in dieser Hinsicht sehr. — (Die ersten Hausmittel gegen Cholera.) Als Belgien vor mehreren Jahren von der Cholera heimgesucht wurde, veröffentlichte die Regierung eine einfache, aber sich äußerst zweckmäßig erweisende Anordnung zur Ersticknng des ersten Anfalles. Die Erfolge waren damals so überzeugend, daß sich auch im nächsten Jahre die brasilianische Regierung veranlaßt fand, dasselbe Mittel in Folge der ^ausge-brochenen Epidemie zu empfehlen. Es hieß: „Sobald man Leibschmerzen und Uebelkeit verspürt, beeile man sich, die Wohnung auszusuchen. Man gehe sofort zu Bette und lege heiße Teller — in ein Tuch gewickelt — auf den Leib und eine heiße Kruke zu Füßen, trinke heißen schwarzen Thee mit kräftigem Rothwein und besser noch kräftigen heißen Rothwein mit Ingwer. Sobald sich nun die Hauptsache, der Schweiß, einstellt, ist die größte Gefahr vorüber, und meistens ist die Krankheit im Keime erstickt. Der Kranke kann in jedem Falle mit Ruhe den Besuch des Arztes — der in Epidemie-Zeiten nicht immer gleich zur Hand sein wird — erwarten. Man sorge vor allem für einen gesunden und kräftigen Magen und vermeide kaltes Bier, unreife Früchte, unverdauliche saure Speisen, Gurkensalat rc.; überhaupt schütze man durch Leibbinden k. den Leib uud Magen gegen Erkältungen und nähre den Magen durch kräftige Speisen und kräftigen Rothwein. Frische Luft und penible Reinlichkeit sind unerläßliche Bedingungen am Körper, wie in der Wohnung." “ ^ Witterung. Laibach, 21. August. Morgens »ach 6 Uhr Nebel. Lormittags dunstig, Son> nenschein. Schwacher 9£ortiu>eft. Wärme: Morgens G Uhr -i- 15.1“, Nachmittags 2 Ubr + "8-0" G. (1870 + 12.7“; 1869 + 23.4"). Barometer im fallen 741.04 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme 10.3", das gestrige >- 18.4”; beziehungsweise um ti.ü" uud 0.2" unter dem Normale. Der vorgestrige Nicderschlcig 0 !>0 Mi! liineter. Angekommene Fremde. Am 20. August. Elefant. Pibrouc, Kropp. — Bergant, Pfarrer, Koäana — Hreu, Handelsin . Krain. — Löffler, Tachan. — Fonde, Fiume. — Kren, Sabca. — Faroli, Triest — Sluful, Maria-Saal. — Zemlitka, Private, Gnrkfeld. Hotel Wien. Schleich, Kaufin., Guben — Schimann, Agent, Wien. — Wallstab, Kaufm., Berlin. — Lupatfch, penf. Beamte, Wien. Verstorbene. Den 2 0. August. Dem Franz Marijan, Bahnhofarbeiter, sein Kind Johann, alt 3j Jahre, in der Gradischa-vorsladt Nr. 37, an brightifcher Nierenentartung. — Anton Attisch, Sträfling, alt 20 Jahre, am Kastellberge Nr. 57, an der Lungentuberkulose. Gedenktafel über die am 23. A u g n st 18 7 1 stattsindenden Lizitationen. 3. Feilb, Mechle'sche Real, Udiue, BG. Laibach. — 3. Feilb., Sterlekar'schc Real., Plese, BG. Laibach. — 1. Feilb., Husa'fche Real., Gaberke, BG. Seuosetsch. — Reliz Lnkan'schcr Real., Stokendorf, BG. Tscheniembl. — 3. Feilb, Kasteliclche Real, ad Schleinitz, BG. Laibach. — 3. ftcilb., Sknsca'sche Real., Schwör;, BG. Seisenberg. — 3. Feilb., Robida'sche Real., Wesniz, BG. Laibach. — 3. Feilb., Stan bndier’sdic Real, ad Tschernembl, BG. Tscheruembl. Lottoziehung vom 19. August. Triest: 55 44 78 10 51. Wiener Börse vom 19. August. Btaatofond». 5perc.Rente, öst.Pap. bto. bto. öst.jnSilb. tfoje von 1854 . . . tioje von 1860, ganze Lose von 18(50, tfiinft. Prännensch. v. 1864 . Qrnndentl.-Ob*. Steiermark zu 5 pCt. Äävntcn, Ärain u. Küstenland 5 „ Ungarn. . zu 5 * ktroat.u.Slav. 5 * 6tebenbürft. * 5 , Aotion. ftattenatban! . . . Union - Bank . . . Kreditanstalt . . . iN. ö. ESec-mpte->Ses. Nnglo-österr. Bank . Oeft. Bodeucred.-A. . Oest. Hypoth.-Bank . Kteier. E^compt.-Bk. Franko - Austria . . ttais. Ferd.-Viordb. . Südbahn-GesellsL. . Kaif.(6lifabc%$a!;n. Krrl-Lubwig-Babn Siebenb. Eisenbahn . Staatsbahn.... Kais. Franz-IosesSb.. Fünfk.-Barcser «Z.-B. Mföld-Fium. Bahn . Pfandbriefe. Nation. ö.W. verloSb. llng. Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bob.-Erebir. bto. tn 33u.tü SV2 1 93.>. -»58.-160.— 7'.- ; Jrüö | 1 ÜU.L'J' *167] 181 80 kSl to\ 253.-1 )7B 50: 423.50! 200 178—1 182 50 85 — 8 t.— fcß 5't ^ 7 5(i 17 V72 5'» 1)40 'itH 50 V 2 - HO 4i 2161 18L-*»2 — £0 177 -4M — 2( 9 50 178 56 183 - 91.60! 92.8V 89.15 8 » 50 108.-1108.50 88.- 89.60 eft. Hypoth.^Bauk . Priorltftto-öblig:. Südb.-Gel. zu 500 ffr. bto. BonS 6 p&t. Vtorf b. (100 fl. &SI.) Sieb.-B.<2oo fl. ö.W.) Staats bahn Pr. Stück Staatöb. pr. St. 1867 r/tubolfSö.^300ft.ö.2L.)! Frc:nz Jos. ,200fl.S.)! Srebit 100 ff. ö. 4?. ., Den.- Dampfich.-Ges. i zu ioo fl. ÜM. . .1 Lrietter 100 fl. CM. . bto. ISO st. Ö.W. . O tutet . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ Palffv . „ w „ . „ 40 „ S>l. (Ai.nolS^ 40 w Dinbiichgr.-.tz 20 * Waldfleiu . 20 „ »efllevtcb . 10 „ -jtubolfestift. lOö.W. Weohstel(3 Mon.) -ugSb. lOON.sübb.W j>vankf. ioo H. * * -ienben io Pf. ©tctl. Paris ioo Francs . BSünxen. Kais. Müuz-Ducaten. SV-FraneSstürk . . . BereinStbaler . . . Silber . . Grld 95.- SBatf 15 50 109.»0 10 .75 239.50 2 -0 -IC6 — HO FO 81) VO VO 10 141.50 14V.-0 140. f 0 14t.- 91 23 vl 30 99 30 99.50 181.50 152.- 160.— 120 50 69.— 34.—i 43 50 32 50 38 50 32.50 24.— 21.-15.— 15.- 100 50 121.50 60.-35.-44-33 50 SO -33.-25 -22.” 17.— 15.5 1(2 —102 10 102.201102 30 120.601120 75 47 15 47 20 5 78 ; 9 63' 1.81 119 ÜO 5.80 9.64 1.81 120 10 Telegrafischer Wechselkurs vom 2 l. Anglist. 5perz. Rente österr. Papier 60.30. — f>perz. Rente vsterr. Silber 70.60. — 1860er StaatÄauleben 102.—. — Bankaktien 766. — Kreditaktieu 291.40, — London 120.80. — Silber 120.—. -K. k. Miinz-Dukateu 5.78:/,. — Na-poleousd'or 9.65. Kriiiolins Einzig allein Uanien- alü: Gestickte uud glatte uon 2 fl. bis fl. 6.50. Gestickte uud glatte c?,u .''o?'^'rn Gestickte uud glatte Hosen vou fl. 1.80 bis fl. 2.,)0. Gestickte miti glatte I%reglis<^ “ Hauben von 70 kr. bis 2 fl. Gestickte und glatte rintCE*i*«ieUe von fl. 2.50 bis fl. 7.50. 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Wieucr medizinische,l Adlultiit »vvrobirt und durch eigene rojäbrige Praxi«! erprobt, bewahrt sich vorzliglich „egen jeden übten Gern» au» dem ffliundc, bei vernachlässigter »tmiignnn sowohl künstlicher als hohler Zalme und Wurzeln, und gegen Tabakgernch; eS ist ein nnuvertresilicheo Aiittel gegen krankes, leicht blntendcS, chro-insch entzündliches Zahnfleisch, Skorbut, besonder« bei Sec* sahrern, gegen rheumatische imb gichtische Zahnleiden, bei Auflockerung und Schwinden de» Zahnfleisches, besonders tut Vorgerückten Alter, wodurch eine besondere Empfindlichkeit desselben gegen den Teuiperatnrwechsel entsteht; cS dient zur Rei-uigling der Zähne überhaupt, ebenso bewährt eS sich auch gegen Fäulnis! im Zahnfleische, Überaus schätzenswerth ist es bei locker sihenden Zähnen, einem Nebel, an welchem so viele Skrofulöse zu leide» pflegen; es stärkt das Zahnfleisch und bewirkt festere» Anschließen an die Zähne: es schüht gegen Zahnschmerz bei kranke» Zähnen, gegen zu häufige Zahnftein-vildnng; tl ertheilt dem Muudc auch eine angenehme Frische und Kühle, sowie einen teilten Geschmack, da cS den zähen Schleim in demselben auslöst und dieser dadurch leichter eut-serut wird, daher geschmackverbessernd einwirkt. Preis pr. Flakon 1 fl. 40 kr. österr. Währ. Emballage pr. Post 20 kr. Vegetabilisches %aliiii>ulver. ... , e» reinigt die Zähne derart, das! durch dessen täglichen Gebrauch nicht n»r der acwdbnlich so lästige ^.ihnstein ciiticrnl wird, sonder» mich die Glasur an Weitze und Zartheit immer zunimmt. Preis pr. Schachtel (13 kr. österr. Währ. Aiiatliemi - Zuimpasta. Diese Zahn-Pasta verdient mit Recht, dein Werthc ihrer zweckdienlichen Eigenthitmlichkeiten entsprechend, als das beste Zahnmittel anempfohlen;ll werden, indem die Ailwendunq desselben im Munde einen angenehmen Geschmack nnd milde Kühle znrücklästt, alö vorzügliches Mittel gegen jeden üblen Geruch im Munde. Nicht minder ist diese Zahn-Palla jenen anznenipsehlen, deren Zähne unrein und verdorben sind, da bei Anwendung dieser Pasta der au den Zähnen haftende, so schädliche Zahnstein beseitigt, die Zähne stets weis; und das Zahnfleisch gesnnd uud fest erhalte» wird: sehr zweckdienlich ist dieses Mittel den Seelenlen nitfc Äüstenbewohnern, wie auch jenen, die oft zu äLasser reisen, indem cs den Skorbut verhüt ct. Preis pr. Dose 1 fl. 22 kr. österr. Währ. Zaliii-Pioinbe. Diese Zahn-Plombe besteht anö dem Pulver und der Flüssigkeit, welche zur Ausfülluug hohler, kariöser Zä^>ne verwendet wird, um ihnen die ursprüngliche Form wieder zu geben und dadurch der Verbreitung der weiter um sich grei-feuden Maries Schranken zu setzen, wodurch die fernere Ansammlung der Speisenreste, sowie auch des Speichels nnd anderer Flüssigkeiten uud die weitere Auflockerung der Knocheu-masse bis zu den Zahunerveu (wodurch Zahnschmerzen entstehen) verhindert wird. (1—3) Preis pr. Etui 2 fl. 10 kr. österr. Währ. 1) C ]l O l S dieser ihrer vortrefflichen Eigenschaften halber überall, selbst and; in Dentschland, der Schweiz, Türkei, England, Amerika, Holland, Belgien, Italien, Rußland und West Indien wohlverdiente Anerkennung sinkenden Artikel befinden sich in echter und frischer Oimlität in Laibach bei Petriöic &- Pirker, A. Krisper, Josef Karinger, Joli. Kraschowitz, Ed. Mahr, F. M. Schmitt und E. Birschitz, Apotheker; in Adels-b e r I bei J. Kupferschmidt, Apotheker; in Bischof-l a cf bei C. Fabian;, Apotheker; in Gottschee bei J. Braune, Apotheker; inIbria in der k. k. Werks-Apotheke ; in Littai bei K. Miihlwenzel, Apotheker; in R u d ol fs w e rt b bei i. Bergmann, Apotheker, und D. Rizzoli, Apotheker; in diad 111 a u u 5* d o r f in der Apotheke von Sallochers Witwe; in Krainburg bei F. Krisper und Seb. Schaunig, Apotheker; in Bleibnrg bei Herbst, Apotheker; in Warasdi u bei Halter, Apotheker; in G n r k -seid bei Fried. Bömches, Apotheker; in Stein bei Jahn, Apotheker; in W ippa ch bei Anton De-peris, Apotheker; in Görz bei Pontoni, Apotheker, nnd J. Keller; iu Wartenberg bei F. Gadler. Druck von Jgn. v. Lleiumayr dt Fct. Caciber j in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomac Bamberg.