MMB.mpRZeTÜNG Nn 160 — 84. Jahrgang_Marburg-Drau, Donnerstage 8. Juni 1944 Einzelpreis 10 Rpl Die zweite Invasionswelle Erhebliche Verluste der Angreifer an Menschen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen Blutige Ernte unter den Feinden Sie sterben für Moskau dnb Berjtn, 7. Juni Nachdem dL® deutochen Truppen am Nachmittacr de« 6. Juni die zwischen Cberbourg und Le Havre au« dar Luft flalandetcQ Briten und Noidamerikanei teil« Ins Meer qeworfen und teil« auf •dunal® KÜatensäume zurückqedrückt hatten, beqann der Feind, wie erwartet, In den Abendstunden die zweite An-QTlffsweDe. An zahlreichen Stellen floqen «chwere Bomber mit anqehänqten Las-tenseqlem in Gnippen von je hundert Flugzeugen und mehr in das normannische Küsteinqebiet ein. Zahlreiche Staffeln qe-rieten in das Sperrfeuer der Fjak oder die Ge«choßqarben der deutschen Jäqer. Die Ma6«e der Lpstenseqler qinq im Orne-Abechnitt nieder, die übriqen klinkten südlich Le Havre, Im Raum von Ca-rentan sowie an der Ost- und Westkütste der Halbinsel Contentin au« Außerdem bombardierten «chwere Verbände de« Feinde« die Abrieqelunq der Landestellen und da« Hinterland. In harten nächtlichen Kämpfen rieben unsere Truppen die Masse der in ihrem Rücken gelandeten Fallschirmeinheiten auf und säuberten da« Hinterland von Versprenqten. Die Veniiste des Geqners an Menschen und Waffen waren außerordentlich hoch. D!« Höhenrücken im Innern der normannischen Halbinsel und das Gelände zwischen Ome und Vire sind von zahlloflen abgestürzten Lnstenseqlem und gefallenen Fallschirmsprinnern be-^ deckt. MehrNjch gerieten geschlossene Rlnheiten In deutsche Gefangenschaft. Gleichzeitiq leqte der Feind mit schwerer Schiffsartitlerie eine Feuerglocke über die alten Landestellen und beqann Verstärkungen an Land zu brin-aen. In ei»em Abschnitt «choben «ich Z"Wlschen den ausgebrannten oder noch «cJiwelenden Wracks von über 30 qroilen Landungsfahrzeuqen die vollbesetzten Boote an den Strand heran. Dl« Köstenverteidiqunq und unsere in Wslien angreifenden Kampfflugzeuge hielten unter den Briten unf* Nordameri-kanem blutige Ernte. Von Bomben getroffen sank u. a. ein etwa 6000 bis 7000 brt großer Transporter. Während der Ausschiffung griffen leichte deutsche Seestreitkräfte die in der Seine-Bucht 7n-sammenqezoqene feindliche Landungs-flotte an. Mehrere der sichernden Kriegsschiffe erhielten Torpedotinffer. Weitere Schiffsverluste hatte der Feind durch das Feuer schwerer Batterien imd durch hochgehende Seeminen, Nach dem Niederkämpfen der hinter unseren Küstenbefestigungen aus der Luft angesetzten Truppen drückten unsere Verbände von neuem auf die Lan-destellen Hin kleinerer Brückenk^^pf im Gebiet der Vire-Mündung und nördlich davon sowie die Widerstandsnester tm Innern der Normannischen Halbinsel wurden beseitigt. Die Lage der einzelnen LandepunVte rueinander läßt Rückschl'isse auf d'e Absichten des Geqners zu Die Nordame-riknner versuchen durch ihre am Vire und gegenüber dftr Kannlinsel Jersey an Der Führer empfing dnb Führerhauptquartier, 7. Juni Der Führer empfing heute den ungarischen Ministerpräsidenten Jone Sztojay, der mit dem Chef des ungarischen Generalstabs Generaloberst Vörös am 6. Juni zu einem Besuch eintraf. In einer herzlichen Aussprache wurden die vom Geiste der Freundschaft bestimmten Beziehungen des Reiches zu Ungarn sowie die aktuellen Fragen der deutsch-ungarischen Zusammenarbeit in der gemeinsamen Kriegführung der beiden Völker behandelt. An deh verschiedenen Besprechungen nahmen der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und Generalfeldmarschall Keitel teil. Am Abend waren die ungarischen Herren Gaste des Reichsaußenministers. Das Eichenlaub dnb Führerhauptquaitier, 7. Juni Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Feldwebel Ferdinand Weqerer, Zugführer in einem Panzergrenadierregiment aus den deutschen Donauqauen, als 483. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Feldwebel Weqerer, geboren im Jahre 1917 als Sohn eines Hilfsarbeiters in Neu«iedl, von Beruf Hegemeister, hat sich da« Ritterkreuz im Sommer 1943 bei den Abwehrkämpfen südwestlich Wjas-ma erworben. Im Frühjahr 1944 hat er «ich derart hervorracjend ausgezeichnet, daß er jetzt das Eichenlaub erhielt. Von Julius Witte Land gebrachten oder abqesetzten Kräfte die normannische Halbinsel mit Cher-bourq abzuschnüren. Aus den Vorstößen der im Raum der Orne-Mündung stehenden Briten ist weiterhin erkennbar, daß der Feind «einen dortigen Brückenkopf zu erweitern erstrebt Kennzeichnend für den bisherigen Ablauf der Kämpfe ist neben dem riesigen Aufgebot des Gegners an Menschen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen vor allem die Tatsache, daß er alle seine verfügbaren Kräfte immer nur in dem gleichen Raum einsetzt. Die sowohl in den Morgen-, wie in den Ndchmittags-stunden vor der Küste zwischen Calais und Dünkirchen beobachteten feindlichen Verbände hatten offenbar nur die Aufgabe, zu täuschen. Sie haben bislang jedenfalls keinen Landeversuch gemacht. In den ersten 24 Stunden der Invasion hat sich der Feind durch rücksichtslose Opfer starker Kräfte und durch Masseneinsatz seines von zwei Weltreichen bereitgesteillon Materials eine« etwa 40 Kilometer breiten, jedoch nur wenige Kilometer fielen Küstenstreifens sowie einiger kleiner Landestellen bemächtigen können. Dieses Ergebnis mußte er mit riestcjen Verlusten an Menschen sowie zdhlreictien Schiffen, Fkiqzeuqen und Wdifon bezahlen. Dei Gegner hat die Stärke der deufschen Abwehr zu spüren bekommen, und jeden Schritt weiter beantworten unsere Truppen durch immer härter werdende Gegenschläge. 24 Stunden nach Invasionsbeginn Von Kriegsberichter Adalbert Schwarlz PK. Bei der Kriegsmarine, im Juni Als sich am Abend des 6. Juni nach kämpf- und ereignisreichem Tag die Dunkelheit über den Kanal senkte, da steigerte sich die Wachsamkeit aller unserer Männer im weitläufigen Küstenraum in der Erwartung weiterer feindlicher GroRunternehmungen an anderer Stelle. Inzwischen ist der neue Tag angebrochen. Es kam während der Nacht zu keinen wesentlichen Aktionen außerhalb des Hauptkampfgebietes zwischen Cherbourg und Le Havre, wo dei Feind mit dem Mute der Verzweiflung in den ihm verbliebenen Lücken Truppen zu landen versuchte und schwerbeladene I Lastensegler in mehreren Wellen in den Kampf warf. Es herrscht Kanalwetter. Tiefhängende schwere Wolken wandern über die Meerenge. Die See ist unruhig. Wind und Regen hielten während der Nacht an. Der Morgen hüllt die Landschaft in ein trübes, graues Licht, Der Morgen hat die tarnende Hülle, unter der sich die Kampfhandlungen in den Schwerpunkten des Küstengebiete« des großen halbkreisförmigen Seine-Reckens und in den vorgelagerten Seeräumen vollzogen, weggerafft und die schicksalsschwere Auseinandersetzung an diesem zweiten Tage ins Licht gerückt. Die verflossenen 24 Stunden ermöglichten zwar von hier au« keinen in sich geschlossenen öberblick über die Gesamtlage mit allen ihren Einzelheiten, aber fest sieht: Die vom Feind begonnene Invasion brachte, da ihr Charakter als Großunternehmen bereits im Laufe des gestrigen Tages klar erkennbdr wurde, die Gewißheit, daß dieser erste, krallvoll geführte Stoß gec|cn die west- liche Flanke des Kontinents von unseren Truppen blitzartig aulgeldugen und wesentliche Teile der Einbruchsraume restlos bereinigt wurden. Die kombinierten Feindangritle richteten sich von Beginn an gegen die Küste von St. Vaast und Deauville. Der Gegner operierte mit allen erdenklichen Mitteln. Vorgetäuschte Fallschirmtruppen warf er ab, die sich sehr schnell als mit Sprengstoff gelüllte Strohpuppen erwiesen. Wirkliche FalUrhirmtnippen setzte er ah, die, be-sonders südlich Le Havre, vollkoinmfn vernichtet oder gefangengenommen wurden. Dann trieb er große Mengen von Sturm- und Landungsbooten unentwe((t gegen die Kii'^te und ließ die gelandeten Truppen, sofern sie weit kamen, mit Enterleitern die Steilküste erklimmen, und schließlich besonders in den s()äten Abendstunden, setzte er ganze Verbändnslos rille Verbände der SiclieruiKisstreilkrade in 'len frühen Morgenstunrion ihre P>i:st m-mungshäfen wieder fM"Mrht haben Aurli in der ersinn Nacht ning nur ein \'i)r-pnstenboot durch Mtnentrelfer veilmen Allein hieraus ist ersichtlich, mit welchem Criolf) up^eie sc'uvinmienileii V» r-btiiule ihre Aniffthen trot/ drr eidnik-kenden Malen.liubeiin.u hl der feinfili-chen Seestieilkralte durchgef iihi f haben. Englischer Auöenzeugcn-bericht dnb Genf, 7 .luiii Ober das, wns er zu Reginn dei Inva-• lon sah und rrlel)te, als er mil Landungsbooten a.if die französische Küste zufuhr, berichtet der Kriegskorrespondent Marshall im englischen Nachrichtendienst. Er lel bisher, so wird erklärt, der einzige alliierte Kriegsberichter, dem es gelang, nach England zurückzukommen. Noch in starker Erregunci und unter vielem Stottern erzählte Mnrshall; Sobald unsere Roote in die Nrihe der franrosischen Küste kamen, schlug uns wildes Abwehrfeuer entgegen. Alle nn-*ere Bnote gerieten in Minensperren. Die explodierenden Minen rissen libnrall sn starke l.öcher, daß unsere F.ihr7euge bald voll Wasser standen. Eine Reihe von Booten rjing unier. Was noch lebte, watete an Land, wobei die leinrlli-rhen rnterwaserverhande das Vorwärtskommen erheblich ersciiwerlcn. Die .Abwehr wurde immer schärfer. Ich konnte nur einen flüchtigen Hindruck gewinnen uufl mußte bald deran denken, umzukehren. Aber unheschd-digtp Landungsboote gab es ni-ht mehr. So fuhren wir in einem lecken Roof zurück. Schon bald kamen wir in Seenot, stiegen in ein Schiff der Kriegsmarine um, lind nach nochraalinem Booiswecb-sel gelan<|te ich schließlich wieder auf englischen Boden zurück." Ls übciflufes:ci zu sagen, daR dti« Heiz defc itdli(Miino und gelbe. Sie kenn/eichnen die Räume, in denen die ersten Landunnen erfolgt Sind, Hier und da blitzen Mündungsfeuer auf und verraten, daß sich die Kameraden der Infanterie bereits im Gefecht mit dem aus der Luf! gelandeten Feinde befinden. Weiter vorn ati der Kiistr^ em fast ununterbrochenes Aulblit/rn schwerer und schwerster Mündiincisfeuer unse'cr Kü-slenbatteriCn, v/^lche die sich nähernden englischen und amerikanischen Landungsboote unter Feuer nahmen Noch hat keines dieser Hachen Spezialschilfe mit den aulklappbaren Vorderteilen den Strand eireicht, aboi weiior draußen kommen siti in fast unal)seh')arer Reihe heran, viele mit eigener Kraft, die meisten aller im Schlepf) von gioßen Krjegs-lahrzeugen In niedriger Höhe brausen die deutschen Focke-WuU-FUi(t/c?U(ie iiliri die Landungsllotte hmweg. Noch ist dunkel trotz der hellen Monrlnachl, denn dicht hängen die Wolken aul den Kanal herunter. Nur schemenhaft /e'chnen sich die schweren Umrisse aus dem Wasser ab. Erst allmählich mit znnehmender Helligkeit treten die Einze'h^iten und die Aulbauten der Sch lfe fleullich hervor »Es ist die größte SLhillsiUisainmlun(i, die ich je gesehen habe^, berichtet SIdtfelkapitän Oberleutnant E., als er von diesem Flur] im Morf|c>n'iriUiPn wieder landete. »Die ganze Bucht i,wi6c;heQ dnb Berlin, 7. Juli Der Beginn der lang erwarteten Inva-s oii htil in der Presse Europas ein überaus starkes E'ho gelunden. In gioflen Schlafizeilpii wiid aul das Ereignis hin-rjewieson, dein dm größte Bedeutung bei-gelecjt wird, Die Budapetiler Zeitung »Esli Ujsag« schtoibt u. a.; Es geht um die Entschei-diiiH) der Frage, wem Europa gehören soll. Es gehl darum, ob Europa ein zum Elend verurteilter Erdteil und eine ausgebeutete Kolonie werden soll oder ob unser Kontinent die Heimat der europäischen Kultur bleiben soll, Die selbstbewußte ungarische Nation wünscht von ganzem Herzen ihren deutschen Kameraden Glück. Wir Umjarn glauben und vertrauen unerschütterlich darauf, daß die letzte große Probe den Sieg an d'e Fahnen der für Europas gerechte Sache kämpfenden Helden heften wird. In Bukarest eiklärt »Ordinea« u. a.: Für die doiilsche Stiatpgir kann die Entfesselung der Invasion nur d'c große Klaiimci der Lage bedeuten. Es muß unterstrichen werden, daß trotz der z.ahl-reiehen Ablenkungsversuche des Feinde« das deutsche Oberkommando sich nicht dazu veileiten liei\, auch nur eine Di\' sion aus Frankn^ich abzuziehen, so daß der al'iierte .Angriff auf gigantischen Widerstand stößt. »Viatzac schreibl; Dem alli'erlen Un-teinebmen stellt sich ein mächtiger Verteidigungswall der I,Mimischen entgcnen, die kein On^ei für die Erringung ries Erfolges scheuen »C'uren'ali! siellt fest, daß die von Sla-lin geforderte zweite Front jetzt von den Apglo-.AiUfMik.mern h-^e VerwirklichuniJ finde »Wii ble'bcn dabei aufmerksame \\'ächter im O-Ien. denn hier steh' im-ser nationale», rerritoiium auf dem S|)!el. In Sofia unteistreich) «Sarja« die Not-wend nkeit einei nüchternen nnd riihi-nen Betrachtunn der Ere gnisse Die Schlarhl irp Werfen sei entscheidend. hiTgiririche Volk 'lej sich in d'e'-em . entbclif^idendeii Aurienblick e nici in dem der Normanmscben { ^Villen se^ne F-eh.-it und 1 Inr'bhängig- keit um jeden Preis, zu Wiib'cn. In Bern stehen die deulsc hen Moldun- Ornemündung und Halbinsel wimmelte von Schiffen aller Größen, darunter viele große und kleine Kriccjsschille. In nur 2(1 Meter Höhe bin ich über die Invasionsllotfe hin- weggebiaust, ohne auch nur emen Schuß Abwehrfeuci zu eihalten,« Ganz neben-i)t!i hat 01)erleutnant E auf dem Rück-flug noch drei viermotorige Bomber ab-gt!schossen, die ihm gerade in die Nahe kamen Nach diesem ersten AufklSrungs-ergebnis im Morgengrauen werden die schnellfn Schlachtflieger bei Tage zur Bekämpfung de: Invasionsflotte emge-setzt. Sie sind die ersten am Feind. Immoj wieder durchbrechen s.e im Laute dieses ersten Tages der anglo-amerika-nischen Invasion die vom Feind vor unserer Kiiste gehängte lagdsperre und stürzen sich ungeachte! der mö derischen Schiflsllack in tollkühnen Angnlfen auf die großen und kleinen Schiffe, Leutnant St. kehri von seinem Einsatz zuriick »Acht amerikanische Jäger haben m ch gejaqt, aber trotzdem habe ich eine schwere Bomhe im Sturzflug direkt neben einen dicken Poll gesetzt. Der hat jetzt bestimmt ein Loch in der Wand." Wäh'end des Angriffs ist die Staffel durch eine überlegene Zahl amerikanischer Jäger auseinandergesprengt und in Luftkämpfe verwickelt worden. Alle aber kehren sie zu ihrem Einsatzplatz zurück. Als letzter landet der junge Oberfähnrich Z, Auch er hat sich erst mit einem ganzen Pulk Thunderbolls herumschlagen müssen ehe er zum An-grüf kam. Aber dann nahm er sich gleich ein Schlachtschill vor und donnerte ihm eine Bombe voi den Rüg Da- i bei war es erst sein dritten Feindllug. Als der Abend dieses ersten Invasions-tages he-^niedersinkt, kann die Gruppe für sich den Erfolg verbuchen, trotz i stärkster .\bwehr durch Jäger und Bord-flak kein einzifjes Flugzeug verloren zu haben. gen über die Invasion im Vordergrunde. Der »Bund« schreibt im Leitartikel; Die Deutschen seien vom Invasionsbeginn sicher nicht überrascht worden. Viel zu lange schon war von diesem großen Tag die Rede gewesen, viel zu lange schon hätte die Abwehr materiell und geistig vorbeieitel werden können, als daß eine wirkliche Überraschung überhaupt noch möglich gewesen wäre. Die deutschen Meldungen beweisen, daß die militärische Abwehr bereit war und lich nicht überraschen ließ. Die Madrider Pres«*» kündigte mit rlt-• igen Schlagzeilen den Beginn der Invasion an. »Informaciones« brachte die erste Sondernummer heraus. Ebenso wi| »Informacione«« stehen auch die Übrigen Blätter »Arriba«, »Alcazar«, »Madrid« und »Puoblo« ganz im Zeichen de» weltgeschichtlichen Ereignisses. In Stockholm bringen ,,Nya Dagllgt AI-lehanda« und »Aftontidningen« Leitartikel zum Beginn der Invasion. Allgemein wird in der schwedischen Presse zum Ausdruck gebracht, daß jetzt de: Höhe|>unkt des Krieges, genau wie man erwarlet habe, erreicht sei, In Oslo schreibt »Aflenpnsten«, die deutsche Fühiunn habe richtig gerechnet, als sie den Angriff an dem stärksten Punkt der eiiropäi^^chen Festung erwartete. Die deutsche Führung habe gewußt, wa« s'e wollte und habe den Feind dazu gebracht hier den Kampf aufzunehmen, j Für den deutschen Soldaten 5« damit I dej Tag der Abrechnung angebrochen, i Er habp nun erstmalig die Mächte in brei'er Front vor sich, die den Bomben-' ferro-- verschuldeten »Frittfolk «pr'cbt von einem Triuirph dl!' diMjtsrhen Fühnincr, deren Ans'cht sich restlos lipwah'heitet habe Nun wisse es jecloimann daß e*; richtig war, im Osten hirih'Tltenf! zu kämpfen, um zu der ornRen Abrechnung im Westen ge* rüstet zu se'n D'e deutsche Fiihrung habe es versli^nden auch in der Defensiv" die strritpn'sch" Tnitiativp zu be-hfilten Din dentcche Wehrmacht sei in keiner ^"e>se durch den Nervenkr'et] geschwächt. Sondern trete nun entschlossener als je zuvor an enzauber vor Le Havre Torpedos gegen die Invasionsflottc (Von Kriegsberichter Helmut Berndt) Badoglio geht und kommt wieder dni) Stockholm, 7. luni Reuter meldet, claß Emanuels Sohn Umberto am Dienstag den Rücktritt dtir Re-fiierung Badoglicjg entgogengenommen und, wie erwartet, Radngljo unmittelbar darauf m't der Neubildiiru) der Regieriinfj |jcauflrac(| hat. Nach Reuter sollen wei-leie pohlische Parteiliihrcr 'n dm itcuo Kegierung einbezögen werden. Eine umgehende Verlegung der »Recpn-lung' nach Rom sei nicht bealisic ht'gti sie weide weiter in Saleiiio bleiheri. dnb Bei der Kriegsmarine, 7. Juni PK »Leinen lod« Heute klingt diesem Kommando anders. Jetzt geht es auf keiiiG der üblichen Fahrten, Einer ganzen Flotte bieten sie Stirn, die vor dem ! Hafen von Le Havre Hegt, Qualm stößt aus den Schornsteinen Sie ' legen ab. Es geht an den Feind, und niemals noch haben unsere Boote einen solchen fast an lollkühnheit grenzenden . Mut bewiesen, wie ebe' n dieser Nacht j des 6 Juni. Eine Sehl.' »tte steht vor ■ dem Halen T-Bf>ote i id Sicherungs-I verbände laufen ihr cntgeijen. Jet.'.t liegl die Mole hinter ihnen, jetzt ziehen sie in Kiellinie westwärts, Diese Jiingeiis an Bord, die da die Hölle stürmen wollen, kümmern sich mit ihren Routen, die selbst keine 1000 Tonnen haben den Teufe! um 40 OOO-Tonnen-Schiffc, Die Nacht ist fahl Die Wolkendecke ist leicht zerrissen. Durch die Ungewisse Stimmung gleiten die Boote dahin jagen durch die See, daß die Bugwellen hoch steigen und über die Back schlagen Wac he Augen müssen s . haben in dieser Nicht, denn eine last unendliche Zahl von Fliegern braust ü!)pr ihnen, tlie Luft ist gespickt von feindlichen Flug-' zeugen. Dies dDurch!« Ihid sie brechen durch! Doch eine deraitige Überraschung haben wohl unsere Torpedobootsfahrer, di« wohl schon manches milmachtnn, noch nicht erlebt. Als sie sich aus den Srhieiein schieben, Writhsen vor ihnen aus der See Schalten, behäblc] aufgelagert, und es sind keine Lichtspiele der Nacht Die leitidlichen Schlachtschiffe! Da sieht die »Rodney« und die >>Nelson« und die »Nevada«! Und was ist sonst dort nicht noch alles versammelt vor der französischen Küste, leichte nnd schweie Kiuuzur, Zcistoicr und lor- Trup- pedübooto, Panzer Inndungsboote, pentransporter in allen Größen. Ran an den Feind! Und schon jagen die Torpedofächer in die See, daß das Wasser aufzischt. Als die ersten beiden Treffer beobachtet werden, fällt ein Feuerregen auf sie ein, der beispiellos ist Kanalfahrer sind viel gewöhnt sie kennen etwas vorn Krieg, von den ewigen Herum-geschieße mit Motorkanonenbooten, Zerstörern, Schnellbooten, Nacht- und Jagdbombern, aber was sich hier enlwickelt, das hat noch nie einer von ihnen erlebt. Sie antworten sie jagen aus dem Rohre hinaus, was sie können. Die Kartuschen rollen an Deck, man stürzt darüber, aber immer wieder schlagen sie den Verschluß dicht. Dazwischen bellen die Maschinengewehre, di"? zwei cm-Flak und die Vierlinge und die 3,7 Und von Land prasseln jetzt die Einschläge der Batterien. Ein Hexensabbat sondergleichen ^ In der Invasionsflolte ist Aufruhr nnd Verwirrung entstanden. Unsere Verbände können nicht weitet angreifen — die Torpedos sind verschossen und die Munition dazu, 20 000 Schuß haben sie dem Feind enlgegengeschleudert. Jetzt müssen sie zurück, um Torpedos und Arlillcriemunition neu zu übernehmen. Juden »erobern« Rom dnb Mailand, 7 Juni Im Gefolge der anglo'amerikanischen Truppen sind zahlreiche jüdische Elemente in Rom eingezogen, die einen schvvun^alten Mandel mit Devisen, englischen und amerikanischen Zigaretten und »Beutestücken!, entfalten Ferner sind die großen italienischen Hanken sofort in jüdische Hände übergeganc)pn und die leitenden Posten durch Juden besetzt woiden. Wie »Exchanrie-Triegraph« aus Rom meldet, mußte der italienische General Benoivenga, der insgeheim von Badoglio zum Gouverneur von Rom ernannt worden war, sein Amt an den USA-Brigade-general lliiine abltelen. Das Diktat Stalins dnb Genl. 7. Juni Der blutige Opfergang, den die Ang^o-Amerikaner mil der Invasion angetreten haben, Ist der Prei«, den Rooseveit und Chvirrhill an Moskau zahlen, Wena ei noch slner Bestftligung bedurft hätte, daß dieser Überfall auf den Kontinent auf Befehl des Kreml erfolgt ist und daß Stalin den Termin besliinmt hat, so hat sie Roosevelt gegeben In einer Pressekonferenz gestand er den anwesenden Vertretern der USA-Zeitunrien ganz nüchtern, daß die Entscheidung für die geplanten Operationen in Teheran gefallen und daß der ungefähre Termin seit der Toheran-Konlerenz bekannt sei. Rnosevelt gibt vlarnit selbst zu, daÄ die englische und anlerikanische Kriegführung im weitesten Sinne von den Sowjets bestimmt wird. Wenn jetzt die englischen und amerikanischen Truppen in den Tod gejacif werden, dann ist das die Folge der Unterwertung der USA und Englands unter die Forderung Moskaus, das seil Jahren den Blulzoll von seinen Verbündelen forderte und unerbittlich auf seinen Forderungen bestand. So ist die Invasion im wahrsten Sinne des Wortes eine Sowjetoffensive, nur daß englische und amerikanische Soldaten und die Hilfsfruppen der Invasoren für Moskau stürmen und sterben. Wenn die US.^-Zeitschrift „Life" dia Frage des einfachen Mannes auf der Straße: ,,Wofür kämpfen unsere Truj)-pen?" aufnimmt, so hat Roosevelt mit seiner Erklärung auf der Pressekonferenz bereits die eindeutige Antwort erteilt. Diese Truppen, die jetzt an der Kanalküsle in den Granathagel des At-lanlikwalls stürmen, besorgen die Geschäfte der jüdischen Auftraggeber Roo-sevelts und Churchills, die ihre Völker dem Bolschewismus in die Arme treiben. Zu spät werden die englischen und amerikanischen Soldaten, zu spÄt werden die Bürger in England und den USA merken, welches skrupellose Spiel di« Mflnner mit Ihnen getrieben haben, dt« sie sich als Führer erkoren. So lang« wird die Zeitschrift „Life" ein einsamer Rufer bleiben, wenn sie am Tage der Invasion feststellt; ,,Unsere Jungen kämpfen nicht, um den Faschismus aus-lurntten oder um die vier Freiheiten einzuführen, ja nicht einmal um Medaillen und Orden zu bekommen. Das Haiint-ziel unserer Soldaten ist, ihre Aufgab« zu erledigen und möglichst schnell wieder nach Hause z\i kommen. Dabei vergißt die US.A-Zeitschrift den Soldaten zu sanen, daß Moskau allein es bestimmen wird, wann ihre Aufgabe erledigt ist und wann sie wieder nach Hause zurückkehren dürfen. Von deutscher Führnn^ {gezwungen dnb Stockholrtf," T.* Jünl ' Die fflhrende außenpolitische ZelV Schrift der USA, die Vierteljahresschrift „Foreign Affairs", boschäftigt sich ausführlich mit der militärischen Lage in Europa imler besonderer Berücksichtigung des italienischen Kriegsschauplatzes Das Blalt gibt zu, daß der Verlauf der Operationen in Italien ganz anderi gewesen sei, als man ursprünglich angenommen habe. Man halle ihn bis dahin zunächst als einen zweitrangigen Kriegsschauplatz betrachtet. Die geschickt« deutsche Führung habe die Alliierlen aber gezwungen, well größere Streitkräfte in den Kampf zu werfen als ursprünglich geplant worden war „Wir wurden gezwuncfen, Divisionen In den Kampl zu werten die sons' walir-srhoinlirb lür andere Operationen be-reitgestariden hätten und nun an der ge-pldii'en Stelle nicht eingesetzt werden konntni." Das Hlall erklärt weiter, di« deutschen Truppen ballen sich taktisch und technisch sowie mit verschiedenen Waffen z. B. dem geliirchlelen „Werliir" den Alliierten überlegen gezeigt. Die Hduptenttäuschung aber war nack ,.Foreign Affairs" die Haltung der Italiener Entgegen den sehr übertriebenen und üheronlimistisclien Hoffnungen hätten sich die Italiener in Südilalien nur von sehr geringem praktischem militärischem Wort erwiesen. Viele von ihnen hätten sich r 'ianis neuer faschistischer Armee Norden angesciilossen. Die übrigen hätten sich im wesentlichen nur durch Apathie ausgezeichnet Im Schlußleil des Artikels kommt das Blatt noch auf die Bombenangrilfe zu sprechen und erklärt: .,Es ist kein Anzeichen dafür vorhanden, daß Deutschland durch die ainerikanisch-engiischen Luftangriffe in seiner Lebenskraft getroffen worden wäre ,Das Blatt steht den Abschuß- und Verlustziffern mit offener Skepsis gegenüber „Alle unser« Sintistiken über Luftkämpfe unterliegen erheblichen Fehlerquellen, und alle Re-haiiplungen, die sich auf derartige Statistiken stützen, bedürfen der Beweise. Die von der amerikanischen Lultwaffe in Enqland angebenen Ziffern werden von' ,.Foreign Affairs" offen als übertrie-ben bnzeiciinet. Dazu komme, daß die enqlischen und die amerikanischen Angaben meist völlig verschieden seien. Kommunisten demonstrieren tc Lissabon, 7. Juni Kaum sind die Trupper der West-mächle in das durch deutsche Großzügigkeil zur offenen Stadl ei klärte Rom eingerückt, hebt auch schon der Kommunismus frech sein Haupt Wie der Korrespondent des »News Chronicle« berichtet. habe fr überall in Rom Plakate mit Stalin gesehen Mit wehenden roten Fahnen, die Hammer und Sichel trufien, Äoien kommunistische Horden durch die Slraßen Ronu« gezocien Druck "1 VfilBC) MHrtiiirqni VeiUnü- ii OrurkfiBl* Gp» m ti (1 Vpriflgikltiing Gri'^n Rfliiinqnrtner, H«iint«thnlllrttunn A ilnn ripf«(h«(K hpM» 'n vl*rhiifn ' nr«ti Im lati (üi An/olyen dlp Pieltüil« Ni 3 MARBURGER ZEITUNG T)ie neue Ku?tdin Salt wenigen Wochen wohne Ich In dem neuen Zimmer, und Ich muß tagen, dafl ich mich tchneil eingelebt habe in dl* neue Gegend und In das neue Haus. Aber Tor diesem Einleben hatte Ich ja auch gar keine Angst, ich stand nur ein wenig scheu den neuen Geschäftsieuten gegenüber, die in den ersten Tagen eine Laufkundin in mir sahen, bis sie es an den täglichen Besuchen merkten, daß ich den besten Vorsatz hatte, ihre Stammkundin zu werden. Die Inhaberin eines Gemüsegeschäfts erschien mir besonders kurz angebunden. Die gute Frau hat es nicht leicht. Die schwere Arbeit hatte früher ihr Mann besorgt. Heut bewältigt sie das alles ganz allein. Von dieser Frau konnte ich natürlich nicht verlangen, daß sie mich besonder» schnell bedient. Das hatte meine frühere Gemüsefrau getan, well sie wußte, daß ich meine knappe Tischzelt für meine Besorgungen ausnutze, und Verständnis für meine Eile hatte. Vor wenigen Tagen nun wollte Ich mir gerade ein Herz fassen, diese Ge-schäftainhaberin zu bitten, meine Wünsche möglichst schnell zu erfüllen. Sie war gerade dabei, mir die Kartoffeln ins Netz zu schütten, als der stämmige Urlauber den Laden betrat. „Franzi!", rief die Frau, reichte mir das Einkaufsnetz und legte ihre kräftigen Arme um den Hals ihres Ehemannes. Der Kuß, den sie ihm aufdrückte, klang herzhaft und laut. „Wollten Sie nicht noch etwas?" rief mir dla Frau hinterher, all Ich das Ge-■ehlft Terllefi, nachdem Ich das Gald anf dm Tlselh ffvlagt hatta. „Ich komm« morgen wla4«r, Neb« Ftau", lagta Ich llchalnd. S«it diesem Tage zlhla anch Ich su den Stammkunden. Ich brauchte gar keine Erklärung fflr mein* Eile abzugeben, und Ich glaube sogar, Ich bin ein wenig das Vorzugskind dieser gutmütigen Gemüsefrau geworden, die für mich das gleiche Verständnis hat wie Ich für sie. Grlllle von den landverschickten Kindern. Die Schüler der II. Hauptschule für Jugend in der NaivikstraBe in Marburg sind all« wohlbefialten im Kinderland-verechlckungslager (KLV-Lager) angekommen, sind gesund und lassen die Eltern und die anderen Verwandten herzlichst grüßen. Vater von 17 Kindern gestorben. Nach längerem Leiden starb in Cilll im 62. Lebensjahr der ehemalige Fleischhauer und Gastwirt, Ferdinand Detsch-mann. Der Verstorben« war Vater von 17 Kindern. Dral Söhn« stehan an dar Front, iwad lur Zalt In Ausbildung bal 4«r Wahnnaeht Als haknsttrauar Un-tvrstalrar bat «Ich Ferdinand Datschraann stets besondsrer Achtung and Wertschätzung erfreut. Ein GefolgschaHsabend. In einer festlich geschmückten Halle d«r Firma Perqler In Marburg wurde ein Gefolgschaftsabend abgehalten. Zwei Feldküchen standen dampfend vor der Tür und außerdem gab es einen guten Tropfen. Bei lustigen Klängen einer kleinen Kapells «(klangen i^Ana Welsen. Auch unserer verwundeten Soldalen wurde qeddcht und eine Sainmlunq für ddt> Deutsche Rote Kreuz veranstaltet, üe-sondere Spendefreudiqkeit zeigte die Gefolgschaft bei der Versleiyjtung von Zigaretten. Als Ergebnis des Gefolg-schaftsabendfi konnte dem DRK die Summe von RM 1045 übergeben weiden. Fliegergeschädigte RundJunkteilneh-mer. Der Reichspostminister billigt flie-(;erge«chädiglen Rundfunkteilnehmern, die veisdunit haben, den Verzicht auf ihre Rundiunkqenehmiqunq dem zustan-diqen Postdmt rechtzeitiq zur Kenntnis zu bringen, in jedem Fnlle Billigkeits-gründe zu. Rundfunkgebühren werden von dem aut den Verlust de« Rundfunk-empfanqeqeräts folgenden Monat ab nicht mehr erhoben. Wenn so ein flie-qerqeschädiqter Rundfunkhörer überhaupt unterläßt, aut «eine Riindfiinkqe-nehmiqunq «?rhriftlich zu verzichten, wird von der Post im allqemeinen von einer nachtraqiirhen Hinholunq der Ver-zichterklärunq abqesehen werden. Um Gesundheit und Volksschutz Bei einer 7weitä(|igen Arbeitstagung der Gauhauptabteilungsleiter für Gesundheit und Volksschntz der Donau-und Alpenqaue der Deutsrhen Arbeitsfront in Graz, die von Gauhauptabteilungsleiter Dr. Stelzl geleitet war, wur- de über die wichtigsten Probleme unSo adna Schlampftrcl! Drai Tage war d*r Briaf unterwags, na ja — die Postl« Dais hAran wir Afters und geben selbst vielleicht auch für eine verspätet« Zu* etellung kurzerhand der Post die Schuld. Wofür die Post doch sllmi herhalten mußl Für Liebesbriele, dje zu spät ankommen, auch für Briefe, die wir aufzugeben vergessen haben. Denn wie oft zuckt dae schlechte Gewissen nur die Achsel, wenn es die Frage vernimmt »Ja, warum hast Du mir denn nicht geschrieben« und sagt: »Mein Lieber, da ist wohl wieder ein Brief aul der Post verloren gegangen«! Und weiß doch genau, dall dieser noch in der Rocktasche schlummert. Wir werfen unsere Briefe ins »Kastl«, atmen erleichtert auf und meinen nun, der Brief eilt mit schnellen Beinrhen allein zum Empfänger, Welche Riesenarbeit aber dahinter steckt, bis der Postbote den Brief übergeben kann, daran denken wir wohl kaum, und so wollen wir, um die Leistungen unserer Post zu würdigen, einnial einen Besuch im Postamt machen. Und zwar begehen wir uns In da» Hauptpostamt Marburg. Von früh bis abends herrscht Hochbetrieb, ungezählte PostsAcke kommen von den D-und Personenzügen, die für die einzelnen Bezirke aussortiert werden. Im Unterland haben wir neun Hauptämter, In Rann befindet Siich das südöstlichste Poetamt des Reiches; die Zentrale ist das Abrechnungspostamt Marburg. Welchen Weg nimmt nun unser Brief den wir in den Kasten geworfen haben? Es siind ihrer nicht wenige, die In der Hauptpost in den Kastenschlitz gesteckt werden — rund elftausend Briefe werden täglich abgegeben! Winzerfreue in den Büheln Ein Doppeljubiläum auf dem Weingut Pölzl Im Unterland nimmt der Winzer eine besondere Stellung ein. Er Ist der Hüter jenes köstlichen Gutes, das die im-tersteirlsche Erde in so reichem Maß geschenkt hat: des Weines. Vor der Befreiung unserer Heimat hatten die Winzer schwer um Ihre Existenz zu kämpfen) erst die Eingliederung Ins Reich hob diesen sozial so vernachlässigten Stand su der ihm gebühren' den Stellung. Seit Generationen dienen die Winzer einer Sippe, sie hält mit ihr die Treue und der Winzer liebt den Boden, den er bestellt genau mit derselben Inbrunst, wie der Besitzer und blickt stolz Im Herbst auf den goldenen Segen. Winzerarbelt ist scliwerste ArbeitI Und da kann man schon mit Befriedigung auf eine fünfundzwanzigjährige Dienstzelt zurückblicken und diesen Tag auch in Kriegszeiten ein wenig festlich begehen. Noch dazu, wenn das Arbeits-Jubiläum mit dem fünfundzwanzigjährigen Hoch-zeitsjubiläum zusammenfällt, mit der „Silbernen", wie dies kürzlich beim Winzer Vinzenz Pia wetz des Welngartenbesltzers Pölzl der Fall war, der auch zugleich der rührige Obmann der Kellereigenossenschnft Marburg ist. Aus Anlaß dieses schönen Doppel jubi-läums fand auf dem Weingut des Herrn Polzl eine schlichte Feier statt, die so recht das Treueverhältnis zwischen Winzer und Besitzer zum Ausdruck brachte. Das Weingartenhaus war festlich geschmückt, in das das Winzerehe- paar einzog. Kinder überreic hten den Jubilaren einen silbernen Kranz, mit warmen Worten würdigte Rudolt Pölzl die Verdienste seines Ireuen Winzers und überreichte ihm ein namhaftes Geschenk. Viel gute und auch schlechte Weinjahre Sirlirn-T.iclithild, Gr«i Bin Vlvat den Jubilaren hat der Winzer Piawelz in diesem Viertel Jahrhundert schon miterlebt, treu auf der Scholle arbeitend. Wir konnten nn diesem Festtag im Weingartenhaus in Freigraben, in einem der zauberhaftesten Gefilde der Büheln zutiefst die Verbundenheit des unter-sleirischen Winzers mit seinem Besitzer und seiner Heimaterde erkennen. Dabei sind jedoch die Entleerungen der übrigen Postkästen im Stadtgebiet nicht eingerechnet, denn diese gehen direkt zum Bahnhofepostamt. Die eingeschriebenen Sendungen sind ebenfalls in dieser Zahl nicht inbegriffen. Nicht Aveniqer als zwanzignial im Taq wird auf unserer Hauptpost »ausgehoben«. Die Postleitzahl Unser Brief, der In den Kasten wanderte, wnrd zunächst einmtil abgestempelt. Nun erst ist der ein »lichtiger« Brief, der zur Sortierung kommt, Es ist sehr wichtig, daß wir vor dem Bestimmungsort die Postleit/ahl einsetzen, eine Einrichtung, die seit einiger Zeit hneteht Viele Brielsrhroiber jedoch können sirh noch immer nicht daran gewohiaen. vor dem Bestimmungsort d'e Zahl im Kreis zu setzen. Das Reichsqebict ist in 24 Briefleitgebiete eingeteilt worden. Die Zahl »12a« finden wir im Mcirburger Hauptpostamt am hnuligsten, i«t sie doch die Postleitzahl für Steiennark. Die Postleitzahl wurde deshalb eingeführt, weil der Reichspost heute nicht mehr durchwegs geschulte Beamte zur Verfügung stehen, die die Postgeogrn-phie e-inwandfrei beherrschen, denri In den Amtern arbeiten Jetzt viel HÜfs-kr&fte. Eine Zahl zu erfassen Ist für sie jedoch leichter und das Aussortieien geht mit Hilfe der Postleitzahl bedeutend leichter und schneller. Vergessen wir daher nie, die Postleitzahl anzuführen! Kritzel — Krnfzel 71 Postboten — darunter ein Drittel tes einweiht, lärhRlnd »ind znlgt mir "in«» Karle. Sie hat zwar einen sehr nettun Inhalt, jrioch fehlt die — AdresMl Dd.? Ist natürlich ein gsnx schwieriger Fall, aber auch hier gelingt es oft, atis der Unlerschrlft orler irqnndeinem Hfnwei» im lext den nmpfanqer n'is/ukund'>chaf-ten. Die Post setzt j« alten ihien Ehrgeiz df^ran, ihre »Kunden« 7m befriodi-gen, Wfis q^srhieht nun mil pinfm Br'el, de^een anqrffnljener tirnpiimq'T unbekannt ifil? Es wird zunöchr] rtlirn 7n-stollein »Hiipqernirn«. Ist tIk^scm Ausruf rrloirflos, rirtnn wandert rr zum Mrldp-firnt. Hat aufh dieser Wpq koirion Flt-lotfi, kommt rr 7'ir Anfgabe^lellF' /u-Mick, um den Aufqrbfr z'i onnittrln Ist, f^uch d>is vrrqphrns, rUmn lipkriinrnl fli n PHrf ilie »RiK khrir'f-SIcllr" , DiPSp bril einziq und allein rl.t^ Pcfbl, rien Rrif:t 711 öttnrn, um virllPK ht rius dem Inhalt den Aulqrbrr und nniplriiiopr 7ii erni't-leln. So iricht also qiM ps Hin Post nicht -iut! Ilplirn wir ihr, 'lrif\ kninr» im-niilzif]o ^Tbeit hat. Hann kmninen dif Hrielp srhnrller an. - a. Als rrstPT Anqebör qt>r der Ortsqrup-pe r.qidl, Kieis Maibuiq-Lfliid, wuirip ''Ifleiht Kaii Hammer mit dem Hifernen Kreuz I, KIflsse ausgezeichnet. Ans der Ortsgruppe (ltofiS«inntaq, Kinr, Pettau wurde Gefreitei Josef Sehe-ni'l« au-s StraOcnberq 2-1 mit dem E.ser-nea Kreu? II Kldr^e nut-gezeicluiel. Mord in Mrhldorf Finp Kpuschlprin erwürgt Feldl)a(h. Montaq aliend wurde die Kouschler.n C'änlip Zehenthofer in Muhldorf bei Feldbfich in ihrer Behriusunq lot rtiifriefnndrn. Wie riip Obdiiklmn ei-qdb, iht lüp fian atn .Montaq zwiKthen '■1 und IH L'hi erinoidpt worden, Dti Tiifpf balle de Fraii, dip sich allciri ini Hau'Se befand, zueist ((ewiirqi und ihr (Irinn niPhrere Mes«eTfcli;.hp vcr*.elzl. -Ddon erqriff er unter Mitndhnie /alilrfi rher r.Krkten dip Fln( ht. Am Diensl^iq f'intlrT) h eine Cjerichtskommi^^sion und inehieie Knminalheamte ans (Jrri/ auf dem latinf pin. Dif* Frhpbnuqen zur Cl-fnis(lninq r|p#; Ranbmördeis wurden ein-fipleilpt. Ein Beispiel gegeben MuHpr Im freiwilligen Elirendien*l Auf dpn Aufruf de* C^eneralbevoll-mäfiitiqtpp für den Arbeilseinsatz mel-detp fiifh e/ne 3(1 .labre alte verheiraf.ple rran, Mnltor von Viier Kindern, ans Gu'i-v.'pik, tipf ihrem Arbeitsamt zum freiwil-liqf'n rhrpudirnst in drr deuls« heri Kripqit<;r»insalz al« Htlfsarbpiterin in el-nptn ."^aTewerk übernehmen zu kennen, brnrht« sl« zwed von Ihren Kindern bei Verwandten unter, während ile die beiden anrtpT^n Kinder, die ebenfalls to« Verw'\ndtpn betreut werden, nach Ihrem TnqpworV und neben dem Hfluehalt ^ellfil VPunirit. Filr ^pfndfn eu? rtem Wflschesrhrnnk, Oh fchnühnll, nh vprgliht. habt Dank! Sjiinn'ftoHr.ninnihjnq — Jptztfr Snmmrl' log 10. Jnni nie Frau hu relstiinqsprtüchtlquiiqs-werk der DAI'. In d^n Leistunqsertnch-tiqiinqswerkpn dpr Dpntfichen Arbeitsfront. wurden ^m Jahie 1'14:^ ober HDO 000 Flauen utid Madchpn als leünehineiin-] nen gezählt. iJa« bpdenlet qeqenüber dem i .Idhin l!-i'll eine Steigeinnq um etwa 50 j v. IT, Zrdilreiche Lehrnemeinschaften der ! l eislMnq'-erLuchligunqswrike hatten die , .Auti|.)lie deq Frauen den Weq zum bn-i lufiichci^ AiiKfieq als Vnrirheileiin, j riniichlor.M, Anlnineiin ndnr llilfsnipi-hleiin zu ebiirn. Dreifacher Ehrentag in Olli 70. Geburtstaf», 40 .Jahre Bctriebsfülirerin, 54 Jahre im Betdtb Zu den bekanntesten und angesehensten Knufhdusein Cillie (|chöil das Kauf hau« Viktor Wogq. Seit drei Cienera'io-nen auf dem Plritze, hal efi duirh Fleiß, Redlichkeit und voibildbcim Gppirhäfts-gebahiinni «ich auch in Z<.Mten der nn-Frauen — stellen die Briefe mid kleine- i tionalen Not und Drangsale erfi-dgreich ren Pakete in Marburg zu. Vor der Eingliederung ins Reich zählte unser Haupt. Postamt nur 32, worau« schon zu erre-hen ist, wie die postalische Arbeit im Unterland zugenommen hal. Wollen wir nun auch unserem braven Postboten und dem »Fräulein Briefträger« die Arbeit erleichtern und die Adresse deutlich schreiben. Sein eigenes »Kritzel-Krafzelt kann ja jeder selbst leficn, aber von einem iremden Auge können wir das nicht verlangen. Solche Briefe, mit unleserlichen oder ungenauen Anschriften haben in der Postsprache einen netten Namen. Sie heißen »Studenten«, weil nämlich der arme Beamte lange studieren muß, um die Anschrift zu enträtseln, Da kommen zum Beispiel Briefe mit der Ortfibezeichnung »Warburg«, »Marbach«, Harburg« — gemeint ist aber Marburg a. d. Drau. Jawohl, »an der Drau« muß es heißen, es gibt nämlich auch ein Marburg a. d. Lahn, Oft muß der Postbeamte detektivische Kenntnisse entwickeln, um den mutmaßlichen Empfänger »herauszukitzeln«. Auch an Briefen mit der Ortsbestimmung »Marburg Im Protektorat« fehlt es nicht. »Sehen Sie, auch so etwas gibt es»! meint der Beamte, der mich in die Geheimnisse des Marhurger Hauptpnstam- behauptet An dem dieiliichrn .lubilaum, das die Inhaberin, Frau Toni Wogq, am 6. Jujii feierte, hat SiCh die ganre Stndt beteiligt. F« fielen an .lubiläen zusammen: Der 70. Ge-builstaq dpr von truh hi« spät tätigen Frau Toni Woqg, deren ausgezeichnete Gefiundheit erhoffen läßt, daß sie der Firma Viklor Woqg noch langer al« 40 Jahre a!#. Betricbsfuhrei in vorstehen wird. Mit diof^em zweiten Ju-bilciumsfall verhindrt sich fiie !^4. Wiederkehr des Taqps ihre« Gcschäftsein-tritles. Der Ehrrntarj einer arbeilssamen und tüchtigen dcul-^chen Frau vereinte flie Getolqt^fhalt mit Vertretern dos Sieirischen HeimatbundP'S und der Wirtstluift zu einem «chönen Ehrenapppll. Im Namen der Jubilarin rmd des Hauf-ps Woqq beqrüßle der Leiter der Cirohaij, l'q. Schultz, die GefolqschafI und die Ehrrn-qäste. Der dienstlich veihinderte Kroi«-führer ließ durch einen Vertreter Grüße und Glückwünsche übermitteln. — Pq. Jellenz als alter Freimd des Hauses und Vertreter der Gau wirtschaitskanimer gab einen kurzen .Aliriß des arbeitsreichen Lebens der dreifachen Jubilarin, die al« Vorbild einea deutschen Knuf-mannps auch damals erfolgreich wirkte, als es Rpkennprmut erfordert!» und Op fer zu briiKifn warsn. Der Leiter de« .^lbeit.spolil ifti lirn Amte« der Kreisfüh-runq C'illi, Siiiimbannführer Lpnz, über-reichtp, mil einigen heizluhen Worten einen F^binipnhlrduß und abschließend tial die Getnlqbchaft an, um ihrer verehrten F»etiiel)hfühierin zum Jubellaqs alle.* K'fsta zu wünschcn. Wiihiend de« austhlief^enden geselligen Reisammen-sein», wurde das Im herillchsten Tone qehaltftns Ciialulatiensschreihen des Bilrqertneisters der Stadl Cilli, der den ['leih und die Emsigkeit, die fürsorgliche Betriebsführerin und dfs treueste und veflcißlichste Volksqeni.^sin, d'e sletö dtn qpraden \Ve(i gegangen und niemal-? wankend qeworden ist hpivorhob, verlesen, ebenso da^s Schreiben dpr fj.iuwiitfichaftskdmmer und der Kieis|ir.uh am Sonntaq m Kleinsonntaq und iiesich-tiqte dort die Einrichtungen der Ortsgruppe. — Anläßlich des großen Dienslappells in Ludpnbetq am Nbmlag, bei dpm rfpi knnirnissciri«( he Oilf-qniji-penführer Pq. AlmasM den 1 äfiqkriir.-bericht er^lallele, spun h Pr). Ran^i zum ersten Mal 711 den voll/ahlig vri^ imnii'l-ten Amtfiträgcin. Fi hililcrtp dir m'b-täriscbe und politi^fhe l.aqp, »Hiltci oder Slalin« lautet heule die P'imlp lür ganz Europa, Fine drille lot-iniq gibt < nicht. Dpshalb könnpii wir hputf kpine halben .Anhänger brauchen. Die hailp einsle Zeit lnidert eine kl.ne St heiflunq der Geif'tpr. r.tpfe'keif, .^rhpil^f'^'^ und unprschülleilic hrp Veitiaucn zur Führung haben uns noch in keinem Sliuliiim diese« Kiiege« an dem Emleinq zweifeln lassen. Am alleiweniqt ien jet/i, wo d is Reith alle Machlmittel zusammengthrtUl hat und bpreitf-tcbi. AiKirilir 7'iiiirhtp zu ma< hen. richtal. \n1 Anlegung der Leiterin für soziale Fiagcn im Aibeüspolitipihen .Amt der Kieisfuhrunq Irifail des SIeiii-sehen HeimatbuudF*;, Pgn. Kdiserteld, wurden • wi» nachliaglich heiiflitet wild — am Vor.ibend des Mullerl,jgps aurh (He wpiktält(|pn Müller von ilen Hettirlir-n der (il.isfabnk und de«. Kuh-lenweikrs der f'V-.Siid in Enlifal zu M'hiuiPM Form einqel.idcn. Fatsl voH-/rihbq \ eri<inn Hcrq biiiauf. Jt'fior clor Helfer hat dai)(M in einem Taq M (100 mal einen Zipqel weilerqpreicht. Su wurde nn einem ein/iqpn Taq tlas erreiclil, wo-7\i sonst d^r .Abbrändler imd seine nälie-ren Narlibarn mehiere W'uthen ge-brauclit luitteri. Stier mit Heimweh Stull()drt. In einem Srliwarzwalddoif-flien bei Naqold war kiirzlich ein Slier iiarti Sindlitifjon, Kr. Il(>hlinqen, verkauft worden, füliltr sicii in seiner neuen Um-qebunq nllenhar jednth niclit heimisch. Nach vier Taqen nelanri es ihm, nachts durch die offene Stalltiir ins Freie 7U kommfin. Trotz Clewitter imd Reqon nahm das Tier Instinktiv den Weg zu »pinem früheren Aufenthaltsort, der 5 km entfernt lierjt. Um Milternnrht hÄrte der elnstiqe Bpsltzer tu seinem Erstnunen ^In bekanntes Gehrilll und fnnd vor der Tür den Aiisreincr, dem er, wenn auch nur für kurze Zelt, Einlaß gewihrt«. Eb piepte aas dem Radio Kobleni. Im Dörfchen Brenk Im Brohltal taQan dla Hausbewohner nach harter Tagesaibeit gemütlich am Rundfunk. Plfttzlich schwleq das GerHl, stattdessen hörte mnn ein Piepsen. Als der Kasten qeöffnet wurrie, mulMe man zur Uber-raschunq feststellen, daß eine kleine ..Ntäusemama" ihr Nest zwischen den lilil7pnden Rohren qebaut hatte. Dort, wo es s< hhu warm war und tlas Radin ^titelte, orachle sie neun .lunqe zur Welt, din nuinter in dem rtew()tl des Kuiilbeltes aus Papieischnil/.el und Pa-srrii iimlieikiabbelten, Die Mausemul-tor w^i rjai nit hl tlnqsllidi uud hielt es Hus( liriiuMid iur selbstveisiändli' h, in f^ituMii lerhuis(hen Wtuulerkaslen die Kiruierslubp ejnrithteu 7u riurlen. Von einem RaubvojJel verletzt Graz. RIn sehr unanqenehmes Erlebnis hatte am letzten Sonntaq der Landwirt Pmmprich Feihel in Mosrhendorf hei Güssinq. Als er auf einem Spazier-qanq an einem Waldrand vnriiherwnn-flcrle, siürzle sich pltiizlich ein Rfiiibvo-qel vermnllich war es ein Hühneiha-t)i(hl - aul ihn und rerharkte ihm mit den» Srlinal)pl wütend das Gesicht. Duffli die Kiallen erlitt er nhcndrein sfiiwere Krat/pr. Da F>ihel an heirlen Nuqen etnstüfli vorletzt wurde, mußte er nach erster nilfeleistiinq dvirrh den Antt In die Aiiqenktlnik des Gaukran-Vonhausps nnrh Gtaz qebracht werden. Es wird verdunkelt: von 22 bis 4 Uhr ben erfahrener Frontoffiziere aufqebaut, so daß sie also auch den Erwachsenen em klares Bild von den Fronten vermittelt. Die naturqelreuen Nachb Idonqpn der Häuser und die qp«araien Bodenhe-deckunqen wurden von dem Dresdner Johannes Mier^oh qeba«telt Dne unzäh-liqen naturqetreuen Nachblidunqen aller Waffen und Fnhrzeiiqe «tammen au« der Hand des qreisen Mpister« Paul Patzsrh, der in Sammlerkreisen der »Krupp der Zinn«oldatenK rienannt wird Wie qesaqt, alles i«» echt — es fehlt weder die Latrine, noch dat Fronlthea-ter, e« «ind Bäckereikompanien zu sehen und qesprenqte Eisenbahnzüqe, der Füh-r«*r«onderzuq und die Nachbildunq eine« nroBen Vorbeimarsches auf einem Trup-penilbunqsplatz — aber Ober diesem Sihaumaterial steht ein weiterer Eindruck, er ist stieng, hart, münnlich, ein-facih infanteristicch. Dai Ut der Eindruck, der uns in der Ehranhaile umfänqt, in der die meisten sächeifichen Ritterkreuzträ-|lt(» aufspringen, mit einem untordni( kleii Wehlaut sank er zururkj da hnll l.orl ihm, sich langsam aul/.urlchfen. Er humpeltp in den Vor-rrjum; dort piukto der Privatdiener zwei Holzqeslalten aus, Cappaun lachte vor FreuHp. »Braver Kerl, der llennemann! Hat sein Versprechen nicht verr)osspn!'< Er untprsuchte die Kopfe. »Wip du siehst, Lorl, wdr dieser Lacy immerhin im Türkprifeiipr!<, «potlete pi, iinlpm er nftch dem abqpsciinrtsenpn Ohr des hölzernen Schädels wies. Er wandte *jch an den Diener; »»Du hast doch den Ilennemann gekannt ?'( »Sr'hr wohl, Herr Rillmpifiter." »Von Wprschntz, als wir dort zwei Nächte verbrachten, gelt?« »Auch von Temesvar hör.* »Freilifh, Er war ja mein Gast. Also du stellst die zwei in mein Zimmer, verstanden? Rechts und links vom Fensler, neben dem mein Stuhl stoht, verstanden? Sollen auch den Herrn Papagei sein »General Laiidon rückt an« schnattern hüreti. Den Lacy wird das Liedl wenig lieucu.« »Heut ist für mich Fosllaq, Lorl«, lächelte ei nachher, »du siehst, ich bin als wäre was in mich gelahren. Bitte, schick um den Wacien. Ich muß hinausfahren an «oirhem Taq, muß! Du hast wohl deine GesellschaftV Schade.« Da« Fahrzeuq rollte behäbig durchs Schottentor über das Glacis ins Freie. Rechts rieselte der Aiserbach, und dort ruhte, eingebettet in Gärten, Hernais. Es war früh am Nachmittag. Ostern, dag Fest, hatte man vor zwei Wochen begangen. Die Sonne meinte es gut mit den Wienernj lind wie liebende Frauen-band umschmeichelte die Luft den kranken Offizier. Der Heriialser Resilz Cappaun« bestand aus einem schonen alten Garten und einem »inscheinbaren Sonimerhäuschen, das sich, von der Straße weit zurückgezogen, darinnen verbarg. Grauweiße Snnristeinfiguren aus der Eugenschen Zeit standen auf hohen Sockeln umher. Cappauns LieMinqsbank befand sich unweit tie« schinie(ieelseinPn Tores. Man konnte von dort aul die Straße schauen, nur seilen bewegten sich «her um die Zeit Fußgänger vorbei, öfter Fuhrwerke. Bäume und Sträucher grünten, Blüten jubelten, die Rasenflächen waren voller Saft. Cappaun sah einem Rotkehlchen zu; et hatte vom Gärtner Reqenwürmer aus-graiien lassen, damit füHortc er das zu-Irnuliche Tierchen. Ein Kleiber kam um Zukost daher; er war frech, nahm die hingestreckte Hand an, setzte sich darauf. Der Kranke geriet ins Träumen, es tat ihm wohl, Gelächter schreckte ihn empor. Ei, na ja, die Kittelallcnl Ein Schwärm junger Mädchen wippte vorbei, sie trugen Blütenzweige aut den Armen, ihre Gesichter glühten von Lenze«lust. Nach einer Weiie be«chloß ein zurückgebliebenes Mädchen den Zug. »Rurgll« rief Cappaun. Sie stutzte, schaute in den alten Garten, erkannte den Rufer und trat ein. »Ich dachte Sie In Graz, Baron.« »Wir übersiedelten erst vop kurzem hieher.« Burgl war zutiefst erschüttert, lelgte es aber mit keiner Miene. Sie setzte sich neben den Siechen. »Wir waren«, plauderte sie, »in Dornbach. Dort gibt e« wundervolle Wiesen und einen verschwiegenen Wald. Kennen Sie den Zauber? Nein? Dort müssen Sie hini Morgen zum Beispiel, am Sonntag. Das Volk ist dann zwar los, ich mag jedoch sein Treiben leiden. Fahren wir zusammen, ja? Pa wird kaum zu bewegen sein, er wurde hier ganz zur Bücherlaus, Amts-bücherlaua, versieht sich, Wissen Sie, daß er das Banat unter seiner Obhut hat?« »Das Banat? Heut hab" ich wae au« dem Banat bekommen, Burgl.« »Was denn?« Er erzählte und schloß: »Lorl und ich werdffn un« demnächst erlauben, Ihnen und dem Pa unsere Verehrung r.u Füßen zu legen, nachher kommen Sie zu unt, und Ich zeig' Ihnen den Jakob Henne-mann, Feldobristen lu Werschetzl Ich besitze von einem Ahn eine Rtietung, die hab' ich dem hölzernen Abbild de« Hei- ^ den angelegt, so zum Spaß. Ich sag' Ihnen, der sieht darinnen aus, einfach prächtigl« »Ja, der HennemannI« Burgl versann sich. »Hörten Sie es, daß seine Frau und ein Junge gestorben sind?« Er wußte davon noch nicht», Henne-mann und er hatten einander bloß einmal geechrieben, im März, als Cappaun von Graz nach Wien übergesiedelt war. »Oh, oh, beteuerte er, »auch du bekamst also einen Giftpfeil in die Lende?« Dann versank er in Grübelei, schwieg. Beide schwiegen. Nach einer V/eile lobte er; »Wissen Sie, daß es »Ich mit Ihnen zusammen fein echwelgen lAßt?« Er schüttelte eich plötzlich, alt ob Frost Ihn anfiele. »Die Sonne Ict im Schwinden, Baron!« »Da-s scheint mir auch«, IHchelte er selbetquälerisch. »Wo wohnen Sie, Komtesse?« »Nicht In der Stadt. Belm Trautson-schen Palais.« »Ich hab' den Wagen hier. Darf ich Sie heimführen?« Schon war das Fuhrwerk vorgefahren, da betrat unter Bücklingen eine Gruppe Straßennnitiikanlen den Garten. »Küß d' Hand, Herr GrafI Küß d' Hand!« Cappaun lächelte. »Jetzt müssen Sia freilich noch einen Augenblick Geduld haben, Komtesse. Die Leute kommen regelmäßig mir was vorspielen, wenn «le erfahren haben, daß ich hier bin. So hab' ich halt auch sie neben Rotkehlchen, Kleihern und Tauben in meinen derzeitigen Pfllchlenkrels eingeschaltet.« Es waren ein alter Mann, ein hinkender Jüngerer, ein Weib mittleren Altert und ein halbes Kind. Alsbald legten Harfe, Geige, Klampfe und der Kohlkopf des M&del« lo«t der A4te fiel mit einer brüchigen Stimme ein, die ehedem wohllautend und groß .gewesen sein mochte. Ihm wohl war's zu danken, daß dip Lie-del hübsch gewählt waren, weiche Wiener Lieder voll schmeichelnder Sehnsucht. »Br hat bessere Tage gesehen?« fragte ihn Burgl. »ich war«, erklärte er ohne Pathos, ohne viel Wehmut, »nistor Sänqer an der Oper.« »Man vergaß Ihn?« »So iet da« Leben.« Burgl und Cappaun fuhren durch den anbrechenden Abend In munterem Trab stadtwArta. Cappaun sah gern nach don Blüten 'auf Burgls Arm. Blühst selborl dachte er, und ein anderer Abend fiel ihm ein. »Würden Sie mich heraushauen, Baron?« hatte dio Burgl ihn ge fragt. Zuweilen waren d'e Kaineraden versucht gewesen, ihn zu hänseln mit der Aufmerksamkeit, dfe die Gräfin Immori-hoff ihm zugewandt. Auch der Burgl geriet jene Zeit in den Sinn. Was ist seitdem «us dem Reiteroffizier geworden! Wie ein Deutschordensritter war er ihr vorgekommen! Mitleid wallte in ihrer Seele auf, am lictislpn hätte sie «eine arme, abgemagerte Hund ergriffen und still feBlgehallen. « Am Sonntag fuhren sie richtig nach Dornbach. Weder d'ie Lorl noch dpr »Pa« hatten mitkommen können. Cappaun tnig dunkles Zivil, Es wurde ein schöner Tag, einen ganzen schönen Tag gab MARBURGER ZEITUNG Donnerstag, Juni 1944 * Nr. 160 * Seite 5 UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DRAU BURG-LICHTSPIELE Haut« If. IT <0, II 45 Ukr Fararaf MIÜ Donnirilaf, Jnnl Lao Slaiak. Hanl Sflhnkar, Ma Wlat, t«sl lakaaf ■ind Jupp Huiielt In Herbstmanöver Lirbp, Miiiik und f^nrhe Husaren. Für Jugendliche tugclavaeni ESPLANADE So IS. 17.30. 19 45 ühi Wo 15. 17.:«). IH.4.') UM Donnerstag, B. Juni Eine Nacht im Paradies mit Anny Ondtd. Ralph Arthur Robertl, Hamaai Thlmlg Gtpte Ndttler und Oikat Sabo. Für Jugendllchr tugelaitienl Ltchisoiele Brunndorf Ol» Vorstellungen beginnen: Montag bis Freitag 19.15 Uhr, S«inst«g 17, 19.15 Uhr, Sonnlag 14.30, 17, 19,45 Uht Donneritag, >. Juni Königswalzer Für Jugendliche cugalaiieol Burg-Lichtspiele CilU JüÄr"*'*'" Splelieltan! Wocbentaga um 18 und 30.30 Uhr, t«ni-und Feiertags um 15.30, 18 und 20.15 Uhr_ Donnerilag, I. Juni Das sündifte Dorf mit Hans! Knoteck, Joief Elchhelm, Joe SIAckal und Beppo Brehm. — Fttr Jugendliche Bichl tugelaiaeal MetroDol-Liclitspiele Cilli Sp|elzelt|_W 17,30 u. 20 Uhr; S IB, 18.30 u. 20.45 Uhr DoDDetilag, 1. Juni Frasquiia Bin AtUntls-Fllm mit Jarmlla Nowelna, Hani-Halni Bollmann, Helm Rdhmann, Charlolt DaudatI, Hani Moser und Rudolf Carl. — Nach dar gleichnamigen Operatta von Franz Lehar, Leonhard i. d, Büheln_ DtHaraUf, J«al am IT mad M Ukr Dal Ekel Ha kaltarw Pllm aait Meier, HanM laOB wmi Prtli Kämpen. Nr Jifandllch« i«galaMw, lur latitn Vantalluni Jadoch^r In Begleitung dar Erilehungibtiachtlgten. TonliGhtspiele Deutsches Haus _______P C 11 ■ 0_ Prellag, •, um 10.45 Uhi. Samitag, II. um 17.30 u. 19.41 Uhr, Sannlag, II. Juni um 15, 17,30 u. 19.45 Uhr Premiere mit Zarah Leander, Alllla Hörbiger, Karl Marlel u. a. PUr Jugendllc^a nichl tugelaaienl Ton-Lichtspiele Stadttheater P e 11 ■ u Spielte»! W 17 13.45, Uhr, S 14.30, 17. 19.45 Uht Donneritag, i. Juni Jenny Jugo, tiani Söhnker, Albrechl SchAnhali, Hani Schwan, Olga Limburg, Flockina voa Pialea und Anton Polmer In dem Film: NANETTE Für JngeadJIche nirhl lugelaiienl Freitag, I, Juni, wegen Thaalar t'ichloiaeal Lichtspieltheater Trifail__ Donnerstag, 1. Juni Konzert in Tirol mit HpII Finkenteller, Frlli Kampera, Hani Holl und die Wiener Sangerknaben. — Musik: Willi Schmidt-Geniner. — Regie: KarMleini Marlin. Fflr Jugendliche lugelaiienl Filmtheater Tüffer 24 Splehelti Wo 17.30, 18.45 Uhr, So 13, 17.30, 18.43 Uhi Donnerstag, I, Juni Hoffmanns Erzählungen FUr Jugendliche zugelaisen! Verschiedenes Marken-Klavier ■wird netduscht qeq. Speifizim-mcr — runder Tisch, Parbe braun (Barock bevorzuqt) mit Wcrtau«qleich! Zuschriften unter »Stutzflügel« an die »M. Z.«, Cilli. 2660-14 Ä- i D«hi« Z elhiiiq lieh Anzeigen finden durch die Narburger Z e i i u n 9 w c n e s t -Verbreitungl werbet für das Deutsclie Rote Kreuz! Kleiner Anzeiger Zu verkaufen Zu verkaufen 4000 Stück Pau-delspflanzen. Anfr. bed Gutsver-waltung Ober-Pettau. 2724-3 Kisten abzugeben bei Fleisch-hauere'l Zaff, Marburg-Drau, Friedrich-Ludwig-Jahn-Piatz 1, ___________4496-3 RunkelrOben-Pflanzen zu verkaufen. Neudorf, Unterrotwei-nerfitraße 66. 4499-3 Zu kaufen gesucht Markensammlunqen kauft Firma Karheutz, Marburg Dr., Tel 2618, Edm.-Schmidt-Gaeae 8. 4283-4 Stellen]|esuche Verwalter, 44 Jahre alt. in al len Zweiqen dei LPiidwirtschafl vertraut, beäondeM. Z.a 4458-5 Zehl'SerTlttrerlB focht In einem Gaethau« Stelle. Adretse in der M. Z.___4518-5 Zahlkellnerln eucht Poiten in Marburg oder Umgebung. Zuschriften unter »Tüchtig« an d. M. Z._______4471-5 Kanzlelkraft «ucht Halbtagsbeschäftigung. Unter »Kanzleikraft« an die M. 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Eine davon kann auch Anfängerin sein. Außerdem suchen wir für unsere Gefolgschaftsküche eine Hilfskraft und ein Stubenmädchen für Angestelltenzimmer. Gs wollen sich nur Jene mel den, welche die Freigabe durch 4a« Arbeitsamt zugesichert ha- ^en^_ 2695-6 Als zweiter Torhüter wird älterer Mann oder Invalide aufgenommen Seifenfabrik Lettner & Söhne ,Marburg/Dr., Schlacht-hofgaeee 23._ 4460-6 Für Batterie-Rundfunkempfänger gebe Herren- oder Damen-stiefe! und silberne Taschenoder Armbanduhr und elektrische« Bügeleisen. Adresse in d. M, Z. 4495-14 Gut erhaltenes Herrenfahrrad (N. S. U.) mit guter Bereifung u. Dynamo gegen drei- oder vier-reihige Harmonika. Hans Ku-melj, Obersontheim, Kreis Schwäbisch Hall, Württemberg (14). 4513-14 Tausche ichönea Sportwagen für Fahrrad mit W*rtaiMg1eich. Brunndorf, Nibelungemgasee 21, 4514-14 MONDAMIN vQ ^ 't4€cCer'-c^aArun/i. Zur Lagerfflhninji und zur FQh--ung d. Bezugechebikartel wird jewonderto Kraft gesucht. 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Landwirtschaft, Vichzuchl, Weinbau, Keller-wirtschiift, Porst- und Sägebe-tripi> Ihoorelisch und praktisch bestens vertraut, in Buchhaltung und Organisation erfah-len, wird durch Heimkehr des Besitzers Itei und sucht passende Stelle, Angebote unter »Tüchtig und verläßlich« an d. ' M. Z. 4508-5 1 EinKimmer-Wohnung, sonnig und trocken, im 1. Stock, Bahnhofnähe, zu tauschen für eine 1/4-Zimmer-Wohnung im Gam-servierte! oder Parknähe. Zuschriften unter »Gelegenheit« an die »Marburger Zeitung«. 4526-9 Heirat Witwe aus Gastgewerbebetrieb mit schöner Wohnung wünscht ehrbare Bekanntschaft mit einem Gastwirt im Alter von 50 bis 55 Jahren, Zuschr. unter »Gute Köchln« an die >M. Z.«. *_e 4423-12 Funde und Verluste Goldene Damenarmbanduhr auf dem Wege Franziskanerkirche-Bahnhof, zurück Blumengasse-Nagystraße zwischen 1130— 14.30 am 7. Juni verloren. Gegen sehr giUe Belohnung abzugeben in der »M. Z.«, Marburg- Drau^_____ 4527-13 Im M'ittagszug Graz—Marburg-Drau wurde eine braune Geldtasche mit 763,— RM, Brotkarte und Raucherkarte verloren. Der ehrlich© Finder wird gebeten, dieselbe bei Biderschek, Marburg-Drau, Bancalarigasse 2, gegen gute Belohnung abzugeben.__4504-13 Am 3. Juni wurde Elektromotor, PS 7,5, Fabrikat Elin, Nr. 393992 in Garns gestohlen. Vor Ankauf desselben wird gewarnt. Wratschko Hermann, Gdnifi 142, bei Marburg-Drau. 4507-13 Familieii'-Änzeigen finden darch die »M A R B U R G E R ZEITUNG« weiteste Verbreitung! Danksagung FQr die herxllche Anteilnahme enlABIlch de« eehworan Verluetoa, den wir doreh dcA Tod mafaiee Hoben Oatten, miooreo Vaters, Brudors «nd Schwe-fors JOHANN JASBITZ «rUttee haben, eprecho ich mednen tiefsten Dank aus. Insbesondere dank« Ich der Musikkapelle der Feuerwehr und für die Violen Kranz- und Blumenspenden. Ratschach, Laibach, den 3. Juni 1944. 2720 Christine Jasbetz, Gattin, Johann Jasbotx, Sohn, und alle übrigen Verwandten. Danksagung Für die vielen liebevollen Beweise aufrichtiger und herzlicher Anteilnahme, sowie für dia (fielen Kranz- und Blumenspenden anläßlich des für mich so schmerzlichen Verlustes meiner lieben Tochter MITZI KOKOSCHINEGG «ge ich im Namen aller Verwandten meinen aufrichtigen und innigen Dank. Marburg'Drau, den T. Juni 1944. PAULA KOKOSCHINEGG Muller. 4494 Danksagung Von Herzen danken wir allen, die unserem. Im Bandeneinsatz gefallenen Sohn, bzw. Bruder und Onkel MANI GIEGERL, Gend. Rottwach'meisler, bei seinem Heimgang die letzte Ehre erwiesen, ihn mit so vielen schönen Blumen und Kränzen bedachten und an unserem Leid Anteil nahmen Unser besonderer Dank gilt dem Orlsqruppenleiter Pg. Otto Zmorck, Herrn Hptm. Woif, Herrn Gend.-Lt. Winter und Scharführer Franz Brudennann für ihre tiefempfundenen Nachrufe und vorbildlichen Organisationen dieses wahrhaft deutschen Begräbnisse«. Weiters danken wir den Abordnungen der Wehrmacht, Gendarmerie, Wehrmannschaft, SS, NSKK, Hj und Orts-fpuerwehr, die unseren lieben Mani zur letzten Ruhe geleiteteji. 2707 Für alle Angehörigen; THOMAS GIEGERL, Vater. Unermeßlich hart traf uns die Nachricht, daß mein lieher Galle, unser herzensquter Vater und Sohn Anion Kramberg er Wehrmann In Einsatz gegen Banditen Im 36. Lebensjahre, am 2, Juni 1944, für Führer und Vaterland gefallen ist. In unseren Herzen bleibt er unverqeßlichl Marburq-Dr,, Pickern, den 5. Juni 1944, 44H6 In tiefer Trauer; Christine Kramberger, Gattin; Emil u. Franzi, Söhnet Elisabeth Kramberger, Mutter, und alle übrigen Verwandten. Danksagung iewiiee looigir Ajete^^ehaw ■»-UfiMdi do« Ahlobens «Beerei liefeeti, «nroryofillckeo Muttor, der Pro« JOHATWA GEISCHAK, oowlo «r die tehlroicboo Krau- und Blurnsnipendeii vid allen, wolcho mseror tourea Verstorl^onen das letiie Gelelt« gaben, «prechm wir hlemlt unseren her»-Krhstor Dank am. T715 Schwarzenbach, am 4. Juni 1044 Die tieftrauernden Hinterblivbenon. B* Wir qehpin die traurige Nachricht. driR unspr hpr-zensguter Vater, Schwieger- und Großvater, Bruder, mvd Onkel, Herr Josef Kikel Gastwirt Im Alter von T1 Jahren, im Ä, Jiml 1944, nns fftr immer verlatien hat. Die Belaetzung unseres Lieh«n findet an B. JtiTij 1944, um 13 Uhr, am Städtischen Friedhofe itatt. CllH, Gottschoo, Kapelleo, Italien, t. Junt 1944, In tlefor Trauer; 172X Johann, Franz und Karl, dzt. Im Felde, Söhnet Maria, Helene, Frida und Pepl, T&chtori Franz, Anton und Rosa, Stiefklnderi Joseflne, Schwiiegortochteri Alois König und Josef Krebs, Schwiegersöhnoi Armin, Erich, Traude und Helga, Enkelkinder) Johann Kikei, Bruder, und alle übrigen Verwandten. Schmerzerfüllt geben wir die traurige Nachrlrht, daß mein herzensguter, innigstgeliehter Gatte, unser lieber Vati, Sohn, Bruder und Schwager Josef Dehelak Oberwachtmelster der Gendarmerle im Alter von 41 Jahren auf tragische Weis»* tödlich verunglückt ist. Unser Josef gab sein Lehen für GroRdeutschland. In unseren Herzen lebt er weiter. Hofrain, den 6. Juni 1944. 2717 In tiefem Leid; Sophie Debelak, Gattini Josef, Dorli und Stani, Kinder, Im Namen aller Verwandten. Unermeßlich hart und schwer traf un« d'« traurige Nachnclit, daß unser inn:gstgclirh-ter Sohn Martin Stehariiik Obergrenadler am 12. Mai 1944, im Alter von 21 Jdhipn, an der Ostfront den Heldentod fand. Unser Martin ruht in fremder Erde, doch in unseren Herzen wird er weiter leben. Prokuplje, Gulenstein, Marburg Drau, 7, Juli 1''44. In tiefer Trauer: 450.T Martin und Rnsllka Steharnik, Fitem, im Namen aller übrigen Verwandten. L^nser lieber, guter Sohn und Bruder Franz ]eronischitsch Lokomotiv-Helzer Ist im 34. Lebensjahre, in .\uhiibunq seines Dipiisin's, an» 29. Mai 1944, dem Icindlichen Luitterror zum t'Jp-fer gefallen. Wer unseren lieben Franz kannte, weiß, wan wir verloren haben' Das Begräbnis war in Agram. Dobersdorf. Marburg Drau, Belgrad und Agiam, den 2. Juni 1944. In tiefster Tiauer: Franz und Maria Jerontschltsch, Eltern; Ermin, Marian, Zyrill und Josef, Brüder; Theresia und Maria, Schwestern; Familien* Grobelschek, Mollan und Jerontschltsch. 4430 Bescheiden ms Mensch, rürksichlt^los einsät/,-freudig als Kämpfer und Soldat Pin Beispiel und Vorbild echten I.ullwnffon-geistes lautete der Nachruf in einem Regts-Gedenkhlatt vom 20, Mai 1944, «Ir un^or lebensfroher Ältester Lt. Reinhold Kummer Komp.-Pührer, Träger des E. K. l. und 2. KL, eines Kampfabzeichens der Lultwalle, der \'er\vundfti>n-Medallle In Br, und des goldenen llJ-Ehrenzekhens im blühenden Alter von 21 Jahren, am 13 Mai lOJl an der Südfront den Heldentod fand, 2713 Relnhold Kummer, Gaufachabt.-Leiter u. ACi-Leitcr im .APA-Bundcsluhrung; Annl, geh, Olbrith Eltein; Kurl, Oherjäger RoB., dz. vetw. im Lazarelt, Egon und Ingo, Brüder. Maibutg-Dr., Graz, den 2 Juni 1944 Seite 6 * Nr, 160 * Donnerstat*, 8. Juni 1944 MARBURGER ZEITUNG Elisabeth Schwarzkopf PN \/i I I iL nlll c. Der Vater der deutschen Ballade Eine vom Rundfunk hör lijnyst vertriiute Stimme, die im Konzertsaal jodoch an adeligem Schmelz gcw nnt und duich ihre biegsame Eiastizitdi im jugendlichen Glänze strahlt, dies ist der erste Eindruck, wenn man El'sdbeth Schwarzkopf singen hört. Doch mit welcher Kunöt diese Lerchenttimme eingesetzt wird, das erweist sich erst im Verlaufe des Abends, der ein, beinahe möchten wir sagen, auf die Erscheinung der Sängerin abgestimmtes Programm aufweist. Lyriech Schwiirmerisches, kleine Schelmereien, gphemnisvoll Inniges, wie es In den Brahmsliedern »Niichtigallen schwingen ', »Da unten im Tale ,..« oder in Kortiduths »Lockung« und »Ganz im Geheimen« aulkiinqt, herrschen vor. Aber auch Pfitzner wird mit Bedacht gewählt, um dann zur triumphalen \.ei-stunq gesteigert, Abbild schwerelosen Jubilierens zu seinr »Immer leiser wird mein Schlummer«, und diie wundervolle tief aus dem Geinütsborn geschöpfte »Venus mater«, um nur diese beiden noch zu nennen. Dann erklingt ein Kranz vcm Hugo Wolf Liedern. Immer öfter begegnen wir diesen Kostbarkeiten jetzt und wir freuen uns darüber stets von neuem. Was wir an Wolf haben, erweist sich erst in der Nachbarschaft der anderen, Ob e."? Schubert, Brnhms, Schumann oder ein Zeitgenosse ist. Mit Wolf betritt Jedesmal ein Verkünder unsichtbar das Podium. — Bis in« letzte ausge-ichöpft, mit unnachahmlicher Charakteristik erklangen »Die Zigeunerin«, »Nachtzauber«, »Die Spröde«, das, wie auch vorher schon einiges, wiederholt werden mußte. Der persönliche Charm der Künstlerin gestaltete dieses Liedchen zu einer kloinen Soloszene. Nicht tnin-der glücklich erklangen »Die Bekehrte« nach Worten Goethes, oder Mörikes »Storchenbotschaft«. Die Heiterkeit, die dieees Lied entfesselte, leitete zu einem ansehnlichen Zugubenkonzert hinüber, i das unter anderem auch Mozarts »Der | Zauberer« als Dosenstiick des Gcsdiiges erstehen ließ. Die alle Herzen im Fluge erobernde Künstlerin, deren blonder Schelmenkopf im Widerspruch zu ihrem Namen steht, verabschiedete sich, mit der Susannen" Arle aus dem letzten Figarookt: »O säume langer nicht ..«. Daß damit auch der Wunsch geweckt wurde, die Künstlerin iti dieser Partie auf der Grazer Opern-bühne zu hören, bedarf keiner weiteren Begründung. Egon Kornauth waltete als idealer Begleiter von feinster Anpassung und konnte außerdem als Liedschöpler an der Seite der Künstlerin für reichsten Beifall danken. Der einmal schon verschobene Abend hatte sich zu einem seltenen Erlebnis gestaltet Kult HilJchrand Maizak Glückwunsch des Gauleiters An Leo Fellinger Der Gauleiter hat dem Maler Leo Fellinger zum 60. Geburtstag mit einer Ehrengabe ein Glückwunschschreiben Übermittelt, worin er dem Jubilar Im Na- j men des Heimatgaue«, der von seinem auf der Höhe des künetleriechen Wir- j kens stehenden Sohn noch viel erwartet, den Dank für sein reiches Schaffen aussprach, Tauchende Kamera Ergebnisse der ÄgSls-Expedilion Dr. Hnss, dessen abenteuerliche Un-terwassorforwchungen Aufsehen erre(i-ten, hat nun die Ergebnisse der von ihm geleiteten deutschen Ägäis-Expedition m einem abendlullcnden Film zusammengefaßt. Ungeahnte Wunder der Meeres-tiefe werden durch dieses Filmdokument der kühn tauchenden UnteiVasserjäger offenbar. So wird man u. a. geheimnisvoll anmutende unterseeische Höhlen sehen; man wird im Filmbild auch Kämpfe mit giftigen Moränen und Riesenrochen erleben wobei es vor allem bemerkenswert ist, daß die Kamcraar-heit inmitten ganzer Rudel von Men-«chenhaien vonslatten gehen mußte. Zum 150. Todestag von Gottfried August Bürger Der Beqriff Ballade stammt aus dem 12. Jahrhundert und hat seitdem manche Wandliinq erfahren. Bei den «üd-romanischen Völkern, die das Wort prägten, verstand man darunter ein Tanziled, das meist eine Liebeskiage zum Inhal! hatte und aus drei oder vier Strophen mit Kehrreim bestand, über Frankreich kam da^ Wort Ballade nach England und SchottlaT"' und wurde zur Bezeichnung für Ivnsch-epische Volkslieder meist heldischer Stoffes. Mit Herders Übertragung der »Stimmen der Völker« wurde diese Dichtungsart dann auch in Deutschland bekannt, wo sich der Botiriff auls neue wandelte: im Gegensatz zur lyrisch-heiteren Romanze, die natürlich und ungesucht im Ausdruck ihre Stoffe behandelt, liebte die deiit-scho Ballade in ihren Anfängen das dramatisch Düstere. Gottfried August Bürgers »Leonore« gehört noch ganz in diese Regionen) sie ist die erste deutsche Ballade: Vorgängerin aller deutschen Meisterballaden, die ihr folqten, und selbst bis heute bedeutender Bestandteil de« klassischen Gutes deutscher Balla-denkunst. Volkstümlicher noch als die »Leonore« — weil in den Schullesebüchern zu finden und oft zitiert — Ist das »Lied vom braven Mann«! auch die hu- mrtrige Ballade »Der Kaiser und der Abt« ist vielen gut bekannt — sonst aber wftlß die Nachwelt vom Werke Gottfried August Bürgers nicht viel. Der Kenner schätzt wohl noth die volksliedhafte Lyrik der »Molly-Lieder«, deiii einfachen Leser aber sind sie unbekannt — wie meist auch der Name des Dichters der von ihm geliebten Balladen, die sozusagen zu einem namenlosen Volksgiit geworden sind. Bürgers Bedeutung als »Vater der deutschen Ballade« hat die Nachwelt längst gebührend anerkannt. Seine Zeitgenossen waren über den Wert seiner Dichtung geteilter Meinung — namentlich Schiller, der sachlich strenge Klassiker, übte scharfe Kritik an der »Zuchtlo-sigkeit« der Form bei Gottfried August Bürger, die diesen vernichtend traf, und von den Nachkommenden aber als hart und ungerecht empfunden wurde. In seinem eigenen Krei« jedoch war Bürger anerkannter Meister: als Mittelpunkt des Hainbünde«, dem noch die Brüder Christian und Friedrich zu Stolberq. Ludwig Heinrich Föltv, Johann Heinrich Voß und Matthias Claudiu"^ angehörten. Dieser Dichterkreis junge' Göttinqer Studenten hatte sich im Zeichen Klotwtocks um den »Göttinger Musenalmanach« gesammelt, in welchem 1774 Bürgers »Leonore« zum ersten Male erschien. Gottfried August Bürger — am 31 Dezember 1747 im Pfarrhaus des Dorfes Molimcrswende bei Harzgerode geboren und vom Großvater aufgezogen — hät'p zuerst Theologie studieren sollen. In Halle aber war er in einen Kreis berüch- tigter Studenten geraten aus dem ihn der Großvater nach Hause holte. Er gestattete ihm dann, in Göttingen die Rechte zu studieren. Als Bürqijr dort sein ausschweifendes Leben fortzusetzen begann, entzoq ihm der Großvater jeq'iche Unterstützung, und Bürger mußte sich mühsam durchs Leben schlagen, Mit, mancherlei Broterwerb suchte ei sich über Wassel zu halteni als Gerichtshel-fer lernte er die beiden Töchter des Amtmannes Leonhard kennen; er her-ratete die eine und verfiel einer unseligen Liebe zur anderen, aus welchem verzweifelten Zustand ihn erst der Tod der beiden Frauen erlöste. Eine weitere Heirat mit einer Schwäbin brachte ihm nocn größeres Unheil, er niuß'e sich scheiden lassen. Dieser Skandal und die schon erwähnte harte Schiller sehe Kritik vergällten ihm die letzten Lebensjahre, die er als Dozent an der Göttinger Universität verbrachte. Die erste Ausgabe seiner Gedichte war 1778 erschienen. Seine dichterische Produktion versiegte zcitweiiiq ob der manruigfach betrübenden Umstände seines Lebens fast ganz, eine Freundschaft mit dem jungen August Wilhelm Schlegel beflügelte ihn kurze Zeit — bis der von Enttäuschungen Zermürbte, von äußerer Not Bedrängte nach schwerer Krankheit am 8. Juni 1794 starb. Uber sein Veirmögen mußte der Konkurs eröffnet werden: a\is ihm gingen als unvergängliche Werte seine Balladen In den bleibenden Besitz seines Volkes über. F. O. II. Schauspieler in unserer Zeit Die Bedeutung des musischen Wettbewerbes der Hitlerjugend für das Theater Von Dr. Doerlng- Dds Thedter nimmt heute im Kulturleben des deutschen Volkes wohl zum eistenmal die Stellung ein, die ihm als einer der wichtigsten und weitestreichenden künstlerischen Wirkungskräfte zukommt. Die Sehnsucht zweier Jahrhunderte nach einem wahrhaft deutschen Nationdltheatcr scheint sich zu erfüllen, weil in untierer Geschichte erstmdlig die politischen Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Aber es ist klar, daß für die Verwirklichung des deutschen Nationaltheaters die Frage des Nachwuchses eine der wichtigsten ist. Unsere Zeit hat den deutschen Menschen gewandelt. Sie kann in Anbetracht der großen geistig-seelischen und damit kulturpolitischen Bedeutung der Sprechbühne vor dem Schauspieler nicht haltmachen. Auch er wird ein anderer sein müssen. Eter musische Wettbewerb der deutschen Jugend, den der Reichsjugendführer für diesen Sommer ausgeschrieben hat und der der Entdeckung und Erfassung aller künstlerischen Begabungen in der Hitler-Jugend dienen und die Grundlage für ihre weitere Betreuung und Förderung bilden soll, wird auch der auf dem Gebiet des Theaters bereits geleisteten, nicht hoch genug zu bewertenden Arbeit ungleich weiterreichende Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, als sie bisher gegeben waren. Jeder, dem die Verwirklichung eines wahren deut-schtni Ndtionallhedters am Herzen liegt, und der weiß daß dies nur im Verein mit der Jugend geschehen kann, wird (he (jroße kulturpolitische Initiative, die rler musische Wettbewerb der Hitler-Jugend ollenbcirt und die mitten im fünften Jahre dieses größten deutschen Schicksalskampfes besonderes Gewicht erhält, aufs dankbarste und freudigste begrüßen und sich die schönsten Früchte versprechen. Die wpitnnschauliche und menschliche Erziehungsarbeit die in der Hitler-Ju-nnnd geleistet wird, bietet Gewähr dafür, flciß die Grundbedingungen vorhanden sind, die wir heute an jeden jungen Manteuffel, Dramaturg am S t a a ts t h e a t e r Dresden Menschen stellen, der im nationalsozialistischen Deutschland als Darsteller dem Theater dienen will. In der Hitler-Jugend wird der Typ vorgebildet, den wir in Zukunft auf dem Theater allein zu sehen wünschen: der gemeinschaftsbezogene, charaktervolle deutsche Mensch, der kulturpolitischen Instinkt und damit völkischen Takt iie-sitzt, als Künstler und wirklicher Menschendarsteller sich zuinnerst mit dem Schicksal seines Volkes verbunden fühlt und dessen Leistung Glanz, Kraft und Eigenart aus seiner leidenschaftlichen, bewußten und unbewußten Deutschheit empfängt. All das müssen wir heute neben gründlicher ästhetischer und wissensmäßiger Bildung vom deutschen Schauspieler verlangen, der ja Mittler sein soll zwischen dem Volk und den hohen geistigen und seelischen Werten wie sie im dramatisch-dichterischen Kunstwerk Gestalt gewinnen, der im Hochstildrama vorwiegend deutsches Schicksal um die großen Leitbilder deut- schen Menschentums einer deutschen Zuhörerschaft nahezubringen hat und dabei nicht nur interessieren und blenden, nicht nur Staunen und Erstaunen vor seiner artistischen Leistung hervorzurufen, sondern wirklich erschüttern, packen und ans Tiefste in uns rühren soll. Denn für den Nur-Künstler im luftleeren Raum unseligen Angedenkens, den wurzellosen Komödianten, dessen Vaterland dort ist, wo es ihm gut geht und ihm geschmeichelt wird, und der die Kunst nur um der Kunst und um des Geldes wegen treibt, ist heute kein Platz mehr. Es besteht kein Zweifel, daß die Mädel und Jungen, die uns der musische Wettbewerb zuführen wird sich der ernsten Pflichten und der großen Verantwortung. die ihre Begabung und der von ihnen gewählte Beruf im nationalsozialistischen Deutschland einschließt, voll und ganz bewußt sind und daß wir für unsere Forderungen gerade bei ihnen im vollfiten Mafie Verständnis und Aufgeschlossenheit finden weiden. Meister der Marione Uen 300Jähriges Puppenspielergeschlecht Eines der bekanntesten Marionettentheater gehörte der Familie Haas, die ihre Puppenspiele mit großem Erfolg im gesamten Gebiet des einstigen Österreich-Ungarn zur Aufführung brachte. Die Familie dieses Geschlechtes, da« nachweislich mehr als :^00 Jahre das Puppenspiel betrieb, stammt au« Gschwandt bei Gmun' en. Von dem letzten Nachkommen der Haas hat der Kreis Vöcklabruck für sein Heimalh.ius die Marionettenfiguren erworben. Außerdem stellt dieser Künstler die Texte der Puppenspiele der Familie Haas für das Heimathaus zusammen. * Karl Forest gestorben. Der Schauspieler Karl Forest ist siebziqjähriq in Wien gestorben. Er war nicht weniger als .52 Jahre auf der Bühne tätig darunter auch lange Jahre am Lessingtheater und am Deutschen Theater in Berlin. Seit lül7 wirkte er in Wien, voi a'lem am Burg-theater. 50 Jahre Nielzsche-ArchW. Das Weimarer Nietzsche-Archiv eine Gründung der Schwester des Philosophen, E. Förster-Nietzsche, das eine Reihe von Gesamtausgaben des Werkes vop Nietzsche herawigab und d(. fragte Sybille schon wieder. »Ja«, meinte der Mann und betrachtete eine Ameise die am Tisch spazie-renqing, ich wollte dich nur fragen, ob du meine Frau werden willst?« »Hans!« rief das Mädchen und wurde rot, »Nun?« Hans richtete jetzt den Blick auf sie. »Es kam mir so plötzlich und unerwartet — ich muß mir dies doch erst —«. »Gar nichts —stieß der Mann zwischen qeschlossenen Zähnen hervor und griff hart nach ihrem Handgelenk. »Ja oder nein?« »Ja, Hans«, sagte Sybille leise und senkte den Kopf. »Ich ha*' d*ch ja so qern.« Ein tiefer Atemzug »Und wie Ist das mit dem Breselmeier?« »Breselmeier? Wieso?« »Ich weiß alles Ich habe heute gesehen, wie du ihn geküßt hast.« »Gekü — hahaha —«, lachte Sybille heil auf. »Natürlich habe Ich ihn geküßt. Er ist doch immer gut wie ein Onkel zu mir und heute hat er mir soqar ein Viertel von einem gebratenen Huhn gegeben, das ei von seiner Schwester zum Geburtstag geschenkt bekam. Dafür mußte ich ihm doch einen Kuß geben, dem lieben alten Knaben,« Als der Mond aufging, brachen sie auf. Es war eine jener warmen Voll-mondnächte, In denen sogar Eisberge ihre Prinzipien aufgeben. Und Svbille war qar kein Eisberg Alligatoren Wie jetzt aus Florida verlaut»?t, hat die rücksichtslose Ausrottung der Alligatoren in den Sumpfgebieten Nordame-rikds, zu der dia Jagd nach dem werl- vollen Loder dieser Echsen führte, eine gefährliche Vermehrung dor aiiRerst giftigen Dreicckskopf- oder Mokassin-Schldugon im Gefolge gehabt, da die Schlangcn nunmehr den Lebensraum dieser Echsen für sich beschlagnahmen konnten. Wie immer, so rächt sich auch hier die Natur, wenn menschliche Habgier ihr ins Handwerk pfuscht. Es mag auch sein, daß die Echsen an-getsichts ihrer rücksichtslosen Verfolgung es vorgezogen haben, gastlichere Gefilde aufzusuchen. Denn Krokodile scheuen auch weitere Reisen nicht. — Diese Echsen hallen sich ja mit Vorliebe in den Mündungsgebieten der Ströme auf und reisen auch gern weite Strek-ken Ins Meer hinaus. Daß eine solche Wanderung ihre eigenen Reize und Gefahren für das Tier hat, zeigt die Mitteilung des Wissenschaftlers Mitchell, der bei Trinidad einen auf einem treibenden Baumstamm sitzenden Alligator beobachtete, dessen »Floß« von einem Rudel hungriger Haifische umgeben war, die darauf warteten, dieses Burschen habhaft zu werden. Ein tolles Stück leistete sich ein Alligator von der Rasse Alligator-Lucius. Diese Echse hatte sich vom Golfstrom In die Nocdsee treiben lassen und wurde, wie der Forscher Wiepkens im Jahre 1879 berichtet, in Oldenburg ans Land getrieben. Munter stieg er an der deutschen Küste aus und fiel Herrn Wiepkens in die Hand, der einwandfrei auf Grund des Zustande« der Echse und des Mageninhaltes feststellte, daß es sich um einen verirrten Reisenden aus dem Weltmeer und nicht etwa um einen Flüchtliuij aus emei Me-nageiiä bandelte. Abenteurerblut Werner Granville Schmidt In diesen Junitagen feiert der Verfasser unzähliger spannender See- und Abenteuergeschichten, Werner Granville Schmidt, die Vollendung seines 60. Lebensjahres. Der noch immer Jugend-frische, von dem man nicht weiß, ob ihm an erster Stelle der Titel Schriftsteller, Abenteurer oder Gelehrter gebührt, ist ein echtes Hamburger Kind. Er wurde dort am 11. Juni 1884 als einziger Sohn des Lehrers und plattdeutschen Schriftstellers Nicolaus Wilhelm Schmidt geboren. Auch seine Mutter, Ina Schmidt, betätigte sich schriftstellerisch. Mit zwanzig Jahren veröffentlichte W. G. Sciimidt seine ersten Erzählungen im ,,Buch für Alle" und im „Hamburger Fremdenblatt". Früh schon wurden in ihm der Hang zum Abenteuer und die Liebe zur See lebendig. Von vier Brüdern war sein Vater der einzige Seßhafte. Aber auch er meldete sich beim Ausbruch des Weltkrieges an die Front und kehrte erst 1919, fast sechzigjährig, in den Schuldienst zurück. Der jüngste Bruder starb in Paraguay, ein Bruder fuhr als Maschinist zur See, weilte ein Jahrzehnt in Kamerun und dann sieben Jahre in TSThgtau. Der ältere Bruder aber, seit mehr als einem halben Jahrhundert in Australien ansässig, unternahm als Zwei-undachtzigjäbriger die beschwerliche Reise in die alte Heimat, in der er vom Kriege überrascht wurde. Er lebt jetzt, 86 Jahre alt, in einem Dorfe nahe der Elbmündung, Ist es ein Wunder, daß sich auch in W. G, Sciimidt der Trieb in die Ferne meldete? Es war ihm vergönnt, auf Seglern, Dampfern und Trawlern alle sieben Meere der Well zu befahren und alle Kontinente zu sehen. W. G. Schmidts Spezialgebiet ist die See- und Abenteuergeschichte, sowie die Schilderung der Menschen seiner heimatlichen Waterkant. In den vier Jahrzehnten seiner schriftstellerischen Tätigkeit wurden viele Arbeiten aus seiner Feder in den Zeitschriften des In- und Auslandes veröffentlicht. Auch das Filmlustspiel „Die Flaschenpost" stammt von ihm. Viele seiner Arbeiten wurden in fremde Sprachen übersetzt. Seit einem Jahrzehnt lebt W. G. Schmidt in dem oberrheinischen Winzordorf Schlien-gen. Dort schreibt er, dort arbeitet er in seinem Garten, während er in seinen Mußestunden dem Studium alter und neuer Spinchen obliegt und im übrigen auf den Tag wartet, da ihm die Welt wieder offensteht zu neuen Fahrten und Abenteuern. Lehrernachwuchs An deutschen Höheren Schulen über die Entwicklung des Nachwuchses für das Lehramt an unseren Höheren Schulen gibt die alljährlich erscheinende Statistik einen Hinblick. Im Jahre 1942-43 haben insgesamt 563 Bewerber vor den Prüfungsämtern eine der Prüfungen für das Lehramt an Höheren Schulen abgelegt und bestanden, davon 341 weibliche Prüflinge. Eine Übersicht über die Fächer, in denen die gcprülten Bewerber und Bewerberinnen eine Lehrbetähigung erhielten, gibt Aulschluß über die Fachaufteilung im einzelnen Die geisteswissenschaftliche Fächergruiipe Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Biologie wurde von 142 Prüflingen gewählt, darunter von 94 Frauen (fib" n). Die zweite vorwiegend sprachliche Gruppe mit Englisch, Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte hatte mit 235 Prüflingen den größten Zuspruch, Die Zahl der Frauen betrug hier 149 (63®/n), was etwa dein Durchschnitt der derzeitigen Ciesamtvertuilung zwischen männlichen und weiblichen Studierenden entspricht In der dritten, ria-turwissenschaftiichen Gruppe mit Biolo-(|ie, Chemie, Physik, Matiiematik und Erdkunde dagegen, in dei 80 Priillinge die Lehrbefähigung erwarben, lällt der Anteil der Frauen mit 38 (44" n) stark ab. Hier zeigt sich die bekannte ür-scheinung, daß die naturwissenschaftlichen Färber dem Manne mehr liegen als der Frau, sehr deutlich. Das Gegenteil zeigt die vierte Fächergruppe, die das künstlerische Lehramt mit einem wis-senschalfliclien Beifach nach freier Wahl verbindet. Von den insgesamt 51 Prüflingen überwiegen hier weitaus die Frauen mit 37 (72";«) Die erteilten Gesamtnoten geben davon Zeugnis, daß die Ausbildung unseres Nachwuchses für das höhere Lehramt trotz des Krieges weiterhin hohe Anforderungen an die Qualität der Leistungen .dellt. Es ^ er-hiellen die Gesarfitnote ,,Bestanden" 84 Bewerber (60 weibliche), die Gesamtnote „Befriedigend bestanden" 221 Bewerber (129 weibliche), „Gut bestanden" 177 (110 weibliche! und ..Mit Auszeichnung bestanden" 32 Bewerber (19 v/eibliche). * Zerstörtes Denkmal. Das Schinkel-Denkmal, das seinen Standort am Berliner Schinkelplatz vor der Bauakademie, der letzten qroßen Schöpfunq des Meisters hatte, wurde während eines Terror-anqriffs auf die Relchsh'iuptstadt zerstört. Eine neue Oper von Cotovac. Kroatiens erlolgreicher Komponist Jakob Go-tovac, der Schöpfer der auch in Deutschland viel gespielten Oper »Ero, der Schelm« hat eine neue Oper beendet, die den Namen »Kamenik« führt, zu deutsch »Der Steinbruch«. Die Oper behandelt eine Episode aus dem Leben der Arbeiter in einem Steinbruch. Das Libretto schrieben nach den Anweisungen des Komponisten Marko Fotez und Rikard Nikolitsch. Die Oper ist e'n abendfüllendes Werk mit Chor und Ballett und soll im nächsten Spieljahr an der kroa-^ tischen Staalsoper in Agrain seine Ur-•uiiuiiiuiiy eilcbeu.