^M »». »844 "^WM^' ^x^^T^Fü^Fi^^H^^^^xcN. ^. Vaterlandisches. Freiherr Hans Katzianer im Türkenkriege. (Fortsetzung.) «^Vährend aber Ferdinand ohne weiteren Wi» verstand in die Gränzen Ungarns »inrückte, wo ,hm der Palatin «ine große Anzahl Magnat,« und fast d,r gcsammt» Adel des gleiches entgegenkamen, um ihn als Honig zu begrüßen. war mittlerweile auch der Frecherr Johann Katzianer ffcn dem Zapolya zu Hilfe gezogen war, sondern seine ganze übrige Streitmacht wurde theils >n oen schau» wenden Strom gejagt, theils so gänzlich aufgerieben, daß er selbst, nur noch von wenigen Getreuen begleitet, sich über Großwardein kaum bis Siebenbürgen hm» ein retten konnce. Und alS nun König Ferdinand am 3. November «n der Kathedrale zu Scuhlwei« ßenburg, wo unter dem glänzenden Gefolge auch der Malkgraf Georg von Brandenburg »hm zur Seite stand, die Krone Ungarns nach wiederholter zweiter Wahl auf's Haupt genommen und auch die beiden festen Städte Tokay und Erlau sich semen Waffen ergeben hatten, glaubte er seinen Gegner nicht weiter fürchten zu dürfen. Fast ganz West'Ungarn war nun in seinem Besitze; die Zahl seiner Anhänger vermehrte sich von Tag zu Tage. Da hielt er noch vom 6. bis 10. November zu Scuhlweißen« bürg einen allgemeinen Landtag, auf welchem Io» hann Zapolya für emcn Feind des Reiches und in Acht erklärt ward, und kehrte'dann, nachdem er in Gran noch einige Ze>r verweilt, nach W»en zurück. Johann Zapolya aber, so schwach und verlassen er auch dazustehen schien, stolz auf se,ne mütterlich-herzogliche Herkunft, vertrauend auf seinen Reichthum und darum hochstrebend m seinen Planen, hlelr noch fest m semem Muche, und »n seiner eigenen Kraft gab er siine Königskrone noch nicht für verloren; hatte er doch geschworen, sie nur mit dem Opfer seines Lebens seinem Gegner zu überlassen. Durch «inen Aufstand aus Siebenbürgen ver. trieben und im Vertrauen auf zahlreichen Anhang M Ungarn wagte er daher iu, Anfange des Jahres 1528 mit eincr Schaar von ?0LOMann, woruni.r wieder gegen 2000 Mann Hilfsoolk war, über die Theiß zu schreiten und bis Kaschau vorzudringen, denn der Gewinn dieseS festen Platzes war für ihn von Wichtigkeit. Dort aber ging fein Glücksstern schnell wieder unter. König Ferdinand hatte bei der Rückkehr in seine Erbstaacen den kühnen und entschlossenen Hans Katzianer mit einem Streilhaufen von 3700 Deutschen und 500 ungarischen Reitern, die unter ihm von dem Freiherr« Leonhard von Fels und NicolauS von Thurn befehligt wurden, zum Schutze der Landschaften im nördlichen Ungarn zurückgelassen; er hatte Keinen, dem er dorr die Huch deS Landes sicherer vertrauen konnte. Kaum von Zapolya's Unternehmen gegen das Reich benachrich- tigt, warf ftch Katzianer eiligst in die östlichen Lande bis Kaschau, um diesen wichtigen Gränzpunct zu vertheidigen. Nur zwei Meilen noch von dem Orte entfernt, erhielt Johann Zapolya Kunde von des Feindes Ankunft; er beschloß, ihn von dort zu vertreiben, hielt jedoch für rathsam, zuvor die Bcärke des feindlichen Heerhaufens näher ausforschen zu lassen, um zu erwägen, ob er sich mir ihm in sl-nem Kampfe messen könne. Es war am Sonnabende vor Nemmiscere, am 8. März, schon spar Abends, alS er seine Strithaufen. Hinter einem nahen Walde hacie Katzianer ein Fähnlein ungarische Husaren aufgestellt, die den Feind, wenn es zum Kampfe komme, von der Seite her beschäftigen sollten. Obgleich Johann an Zahl seiner Streiter dem fem^Ilchen Haufen sich bedeutend über» legen sah, so hätte er, da sein Volk vom Marsche ermüdet w.ir, doch gerne den Angriff auf den folgenden Tag verschoben. Allem die ungestüme Kampfe lust der im Wilde versteckten Btreitschaar trieb bald zu feindlichen Neckereien. Es stürmten von beiden Seiten größere Haufen herbei, und so kam es zum förmli- ^ chen Kampfe. Ader er halte kaum begonnen, als er auch schon beendigt schien, denn schon im ersten Angriff wurden Johann's leichte Reiter in die Flucht geworfen. Die ersten Kämpfer, d,e den Kampf begonnen , waren auch die Ersten, welche vom Kampfplatze flüchteten, und ihre Flucht entschied als. bald den Verlust des Sieges. Zwar hielt Johann's Fußvolk den Streit noch einigermaßen aufrecht, allem cö konnte dem Feinde unter Katzianer'b treffl,. cher Führung und dessen schwerem Geschütze ebenfalls nicht lange widerstehen, also daß kaum >m Verlaufe emer Scunde Zapolya's ganze Streitmacht vernichtet und zerstreut war. Er selbst hacce nur mit 300 Mann sich durch die nahe Waldung retten können, nicht ohne die größte Gefahr, von seinen eigenen Kriegern, die ihn im Kamofe verlassen hatten, auf-aefanaen zu werden, denn, nne man sagte, hatten 39 viele der Seinigen beschlossen, ihn anzugreifen und todt oder gefangen dem Feinde zu überliefern. Da5 polnische Hilfsoolk hatte im Kampfe mit den Deutschen am meisten gelitten, gegen 300 Polen lagen auf dem Kampfplatze. Zwar war von dcn Vornehmsien aus seiner Zahl nur einer von den Anführern, der Feldoderst Borathynski, verwundet und gefangen genommen worden; der Sieger aber hatte von den Polen gegen 400 Wagen, 16 Stück Geschütz und alles Kriegsgeräthe erbeutet. S« gering aber auch die beiderseitigen Streit« Haufen im Kampfe bei Kaschau gewesen waren, so glücklich und glänzend war für König Ferdlnand's Sache der Erfolg des Sieges, denn nun sch>cn öurch des Katzianer's Tapf.-rk.it und Kriegsmuth die Königskrone auf seinem Haupte für alle Z^t gesichert. Iohannn Zapolya flüchtete sich nun, fast völlig hoffnungslos, mit seinem geringen Hcerhaufen über das karpatische Gebirge und durch Galizien bis an die polnische Gränze. Dort verließen chn die ivenigen Ungarn, die ihn bisher begleitet, und gingen zurückkehrend zur Partei F>rdinand's über. Nur sein Stallmeister und einige Diener blieben ihm »och treu; sonst von allen den Semen verlassen und von allem entblößt kam er in Camynyez an, wo er eine Zeit lang verweilte. (Fortsetzung fslHt.) Grinnernngen am Donatiberge am 6. Juli 1853. ' Erinnerung ist die höchste Gabe; man erkennt sie nur nicht so an, weil man sie nur iheilwcise verliert, — im Großen behält; aber laßt nur den Menschen jede Minute die andere vergessen, und seht dann, was er ist Jean Paul. Emer der besuchtesten Berge ist unstreitig der Donatiberg bei Rohttsch m Unlerstcyermark, da er vc» seiner geringen Höhe von kaum 365 Kitt. über 5er MeereSsiäche, und mit leichtem gefahrlosen Ersteigen eine weite und überraschend schöne Rundschau bietet. Wer auch vom Berge herabgekommen, im Unwillen über die Ermüdung und einigem Mlßbcha. gen, am Fuße desselben noch einmal nach der K^el-spitze blickt und Lebewohl >hr ssgc, uncerzicht sich boch gerne wider den Srrapatz'.'N, welche das Erste»-gm dieses Berges erfordert, well er für den Schweiß »m Angesichre ein herrliches Panorama zu Gesichte bekommt, an dem er sich nie satt sehen zu können wähnt, und Jedermann ergibt sich den Beschwerden. deS Bergklimmcns desto lieber, wenn ein heiterer Tag chm lacht und eine muntere Gesellschaft ihm So erging es mir. Obgleich ich schon öfter am gedachten Donatibcrge meine Augen an der bunten Fernsicht geweidet, und am 2. Jänner d. I. wohl d,e günstigste Zeit und dcn heitersten Tag getroffen habe, da kcin Wölkchen den w.iten Himmel trübte, so folgre ich doch gerne dem Wunsche einiger Freun, de der freien Narur, sie auf ocn Donatlberg zu begleiten, zumal ich mir von dieser Gesellschaft im VorauS v»el Vergnügen versprechen konnte. Sechs Mann hoch, mit dem nöthigen Proviante versehen, betraten wir um Mitternacht vom 5. auf den 6. Juli von Nohitsch auS die Wanderung, und kamen beim Glänze des Mondes und der Sterne, vom Schweiße triefend, um 3 Uhr Morgens auf dcr höchsten Kuppe an. Die erste Aufgabe war nun, Feuer zu machen, um gegen die kühle Morgenluft eine Gegenwirkung zu finden. Nachdem dicß mit einiger Anstrengung, geschehen, lagerten wir UnS sämmtlich, mit dem Antlitze gegen Osten gewendet, um die lustig knisternden Flammen, und harrten mit Sehnsucht der kom» menden Sonne. Während sich unsere Augen unab« gewandt an den mannigfaltigen, immer wechselnden Formen der Wolken am östlichen Himmel crqetztcn, gab bald ein, bald das andere Glied unserer kleinen Caravane theils origilicle, theils copirce Bonmots zum Besten, und ließ seine Wltzfunken nach Möglichkeit sprühen. Als aber di« immer lichter werdende Hülle der Nacht gänzlich schwand, und Phöbus aus dcm blu' tigen Meere der Morgenröthe mit fiammcnoer Miene auftauchte, wurden Alle von Ehrfurcht und Scau-nen mächtig erfaßt, und Alle riefen einstimmig: „Herrlich! herrlich!!" Dann trat eine lange Pause stiller Bewunderung ein, die einige Minuren währt?. D»e Stille unterbrach zuerst ein Mann, der Manches m der Welt erfahren und ein Freund der Geschichte ist. Mit ernster Miene erzählte er, daß chm am 6. Juli v. I. d>e Sonne eben so herrlich aufgegangen sey, daß ihm am selben Tage seine emst so innig Geliebte unter Donner und Blitz Liebe gelobt, aber die Treue bald gebrochen habe.— Dann ricf I. St., ein von Gesundheit strotzender und blühender Mann, laut jubelnd: Sey mir herzlich begrüßt, liebe Sonne! vor 24 Jahren am heutigen Tage hatte ich das Lebenslicht erblickt. L. A. . . r aber, dcr stets für jeden Datum eine Parallele weiß, gratulirte lächelnd, daß I. St. den gleich.'« G»durlscag mir Johann Huß habe, der am 6. Juli 1373 zu Prahonc geboren. __ Sey mir a/glußt, schöner Morgen! rief Fr. Kr., am heurl- 40 F«n Tage vor zwei Jahren beglückte der Morgen «eine Ehe nm emem Söhnchen; eben am 6. Juli 1832 war auch Prmz Ferdinand Sr. k. k. Ho-he»t dem Erzherzoge Franz Carl geboren, bemerkte unser Historiker. A>n H^ucigen erhalt lch Geld «,om Hause nach O . . . z, sprach lch, und konnte Mlch wleder erholen, nachdem lch 20Tage gehungert, und am 6» Iull 1632 Mit Sonnenaufgang erschien WaUenstöln vor Nürnberg auf dem Attenbne Attac>ue Mlt den Philistern, und am 6. Iul» 1809 , sagte wieblr il. A. . . r, wurde dle Schlacht bel Wagram geschlagen. Ieoer hatte sonnt schon aus seinem Leben eine Ennnerung an den,6. Iull vorgebracht, nur I. Em. R. .. . l stand Mlt verschlungenen Armen stille, und betrachtete m»t von Thränen funkelnden Augen die freundliche Aurora, biS auch ihn unser Geschichcs-freund fragte; ob denn er vom 6. Iull mchlS auS Amem Leben wisse? Wohl ist m»r der heutige Tag wichtig, er ist mir unvergeßlich,, und so lange lch lebe, blelbt m»r dcr 6. Juli em yoheS Fest, denn am Heutigen er-schlen mir die Morgensonne gleich emer Himmels» bot»nn, dle mich schon halb im Todtenreiche Wan» delnden ln'S Leben wieder führte. Da ich gleich merkte, daß wir eine interessante Erzählung hö«n würden, ersuchte lch die Gesellschaft, sich zu sttzen, und sich an der vorräthigen Menage zu ltstauilren, um dann desto aufmerksamer der Er. zählung horchen zu können. Nachdem dieß geschehen, fuhr I. Em. R.. . .l fort: Ich war dem weiland Hauptmanne von B*** zugetheilt, dem theils die Trlangulirung selbst, theils >d»e Obseroatlon der Triangulirungs« Puncte aufgetragen war; Mit ihm hatte ich d«e höchsten Geb«> ge von Krain, Kärnten., Sccyermark und einige der angränzenden Länder erklettert, als: Schnee, terg, Gorlanz, Zhernaperst, Grintouz, Oistriza, Pe, ka, Oblr, Koralpe, Stangenalpe, Brenner, Pezeck. Sp,tz, Roihewandspitz, Eistnhuc, Monte ClMone, Monte Paralba u. a. m., habe dabe» viel Intcres-santeS erfahren, manche Beschwerde und viele «Je» fahren bestanden; welche Schrecken wir aber am Tllglao in Kram am 5. auf den 6- Juli 1822 ge, habt, beschreibt keine Feder, und ich vermag die Bilder ebenfalls kaum nur m schwachen Schatten» Ultnissen zu geben. (Beschluß folgt.) Technisches. Ueber Withalm's Petrification des Holzes. *) Nach einer Mittheilung in Binder's Gewerbe» Blatt für Sachsen war in der technischen Deputation des Handwerker-Vereins zu Ehemnitz vor eini-gerZeicoie Frage verhandeltworden, aufweichemWege d^n hölzernen Wasserleüungsröhren eine länger e Dauer verschafft und dieselben gegen den zerstörenden Einfluß der Rasse geschützt werden könnten. In der Sitzung der Deputation vom 12. Mai kam dieser wichtige Ge? genstand verabredetermaßen auf's Neue zur Besprechung und bezog sich zunächst auf das Insiltriren^des Holzes im Allgemeinen; ohne Schwierigkeit ergab sich jedoch die Grande, innerhalb welcher die fraglichen Mittel zu suchen seyn würden. Es dürfen durchaus keine Mittel seyn, welche entweder dem Wasser einen Geschmack, noch viel weniger aber der Gesundheit des Menschen nachtheilige Stoffe zuführen. Die Zersetzung des Holzes erfolgt in leder Bodmgattung, In der einen früher, in der andern später, und ist bedingt durch die Art des Holzes,, nickt minder durch den Zustand, in welchem das Holz vor dem Einlegen in das Erdreich befindlich war, so wie endlich und hauptsächlich durch die chemischen Bestandtheile der Bodenfeuchtigkeit. In letzterer Beziehung wurde daran erinnert, daß Hölzer im Lehmboden weit länger dauerten, als im Aufschutt der Städie; überhaupt in jenem Boden länger, welcher weniger organische Bestandtheile enthielt. Bretter, welche geraume Zeit zur Einfassung der Kalkgruden gedient haben, zeigen sich an der Kalkseite auffallend wohl erhalten, während die Erdseite von verfaultem Holz nicht verschieden ist. — Dieß führte zu WilHalm's Petrifi-tirung des Holzes. — Nach ihm soll es mög« lich seyn, die Materie des Holzes in einen nahe tteinartigen Zustand zu versetzen; auch besitzt derselbe in Grätz eine privilegirte Fabrik, worin sowohl na-türliche, wie auch künstlich geformte Hölzer, als: Fensterrahmen, Bauhölzer x. petrisicirt werden. __ Die Deputation wendete sich daher brieflich an Hrn. I. B. Withalm in Grätz, dessen Verfahren in dieser Angelegenheit öffentlichen Nachrichten zufolge von dem günstigsten Erfolge gekrönt worden ist. Wir sehen uns — heißt es weiters — jetzt in den Stand gesetzt, das Resultat dieses Schrittes in dem Comite-Bericht an die technische Deputation unsern Lesern durch die gütige Mittheilung des Berichterstatters bekannt zu machen: „Dem Beschlusse der aeehrten technischen Deputation des Handwerkerver-eins gemäß hatte der Unterzeichnete (v. Bünau) an Hm. Withalm in Grätz, in der die Eonscrvation der hölzernen Wasserleitungsröhren betreffenden Angelegenheit sich schriftlich gewendet. Dieser Schritt war nicht vergeblich gewesen, denn Hr. Withalm g^b in seiner Antwort, cläo. Gratz 16. Ium 2. c,, ohne Entblößung seines Petrisicattons-Verfahrens zu erkennen, daß hölzerne Wasserlettungsröhren mit Vortheil der betreffenden Behandlung könnten unterwor- *) Diesen und den nachfolgenden Aufsatz, „Ueber Holzpflasterung" entlehne,, wir dein Inner - Oesterr. Industrie - und Gewerd»--blatt Nr. 67, v. 24. Aug. 18K2, und Nr. 15, v. 21. Febr, iMl/ durch deren Veröffentlichung wir unseren geehrten Lesern einen angenehmen Dicust zu «rweisen hoffen. 41 ftn werden. Dabei bemerkt derselbe jedoch, daß, wenn solche Röhren Trmkwasser führen sollen, das Wasser die ersten fünf bis acht Tage hindurch einen Geschmack annehme, der aber im neunten, oft schon im dritten Tage gänzlich verloren gehe. Er empfiehlt, einen Eimer Beize kommen zu lassen, welcher franco Gebinde mit 2 fi. 40 kr. C. M. abgelassen werden würde, und damit Proben im Kleinen mit Holzschnittchen und Röhrenstückchen anzustellen. Würden diese der in Rede befindlichen Anwendung des Holzes entsprechen, so beanspricht Hr. Withalm für die Mittheilung des Recepts und der Selbsterzeugungskenntniß der Beize, wovon in Sachsen der Gratzer(Wiener) Eimu nicht über 30 kr. E. M. kosten dürfte, eine Entschädigung von 40 Stück Ducaten, oder daß von ihm, dem Privilegiumsinhaber, so viel Beize bezogen würde, als später nothwendig wäre. Zugleich bemerkt dersel-de, daß neueren Erfahrungen gemäß das Holz nicht mehr, wie früher, unter Anwendung des Wasser-dampfes, sondern im kalten, eben vorhandenen Zustande behandelt würde. Mit einer Quantität Beize, welche in Gratz 100 fi. E. M. kostet, könne man 1000 Klafter gebohrte Wasserröhren beizen, wenn solche auch 10 bis 15 Zoll im Durchmesser betrügen, darnach sich die Dresdner Elle zu 0,61 Neugroschen berechnet. Auch, meint Hr. Withalm, sey es nöthig , eine beträchtliche Quantität dieser Flüssigkeit beisammen zu haben, ohne welcher man im Großen nicht vorthcilhaft zu arbeiten vermöchte. — Der Brief enthielt mehrere gedruckte Beilagen, wovon ich jedoch nur auf zwei derselben aufmerksam mache: 1^ Holzsättigungspreise, um welche nachstehende Holz-gattungen in der neuen Fabrik vor der Wienerlinie gegen die innere Fäulniß, Wurmstich und Schwinden zur Beizung übernommen werden, wornach jolche auch den Fcuerflammen länger widerstehen; 2) das Damen-Trottoir darf mit hoher Gubernialbe-willigung aus gebeizten, runden lärchenen Sockeln (Stöckel») auf öffentlichen Straßen überall gelegt wcr-dea. Davon kostet die kleine Gattung bis 6 Zoll die Quadratklafter 6 fi. C. M., von 6 Zoll aufwärts bis 15 Zoll im Durchmesser 5 fi. C. M., sammt Wasterlohn. In meiner Fabrik vor der Wienerlinie sind gebeizte Sockeln in Quadralklaftern zusammengelegt, und zwar die kleinere Gattung um 4 fi. 30 kr., und die größere Gattung um 3 fi. 50 kr. C. M. zur Abfuhr bereitet, wenn man sich dieser angenehmen Pfiasterungsmethode auch an andern Orten bedienen will.« — Der Comite vereinigte sich dahin, sofort einen Eimer dieser Flüssigkeit kommen zu lassen, um damit kleinere Versuche anstellen zu können, fand aber für gut, an Hrn. Withalm bei dieser Gelegenheit noch einige Fragen von Wichtigkeit zu thun, nämlich: «Ob das Holz Kiesern-, Fichten-over Tannenholz scyn müsse, ob geschält oder unge» geht heruor, daß nach Erklärung der beigezogcnen Sachverständigen, das nach der patenürten Methode zubereitete Holz jedes andere nicht präparirte Holz derselben Gattung an Fäulnißwidrigkeit und Dauerhaftigkeit weit übertreffe, da ihm durch die patcntirte Behandlung mit dem Safte durch Auflösung und Aussaugung alle diejenigen Stoffe entzogen wcrdcn, die im Holze allein der Fäulniß fähig jind, dieselbe im Innern einleiten und dem Holzwurme Nahrung geben; dagegen dem Holze eine der Fäulniß unfähige und dersclben entgegenwirkende Substanz imprägnirt; auch wird der Einfluß der Feuchtigkeit dadurch von Außen her bedeutend hintangchalten. Bei einem untersuchten Holz stock von etwa 2 Fuß im Umfange fand diese Imprägnirung durch die ganze Masse hindurch Statt. So zubereitetes Holz wird also allerdings in Bezug auf die Fäulnißwidrigkeit lm allen Land- und Wasserbauten -vor andcrm nicht so behandelten Holze, nach der A nsi ch t der Kunstv e r st ändigen, den Vo r-zug verdienen, sich unter Einwirkung der Nässe nicht verziehen und weifen; und da die Beiz,: als wesentlicher Bestandtheil einen Stoss enthält, der der Erfahrung zufolge die Eigenschaft hat,, d?.s lebhafte Verbrennen des Holzes mit Flamme mächtig zu hemmen, sich auch durch größere Feuerbeständig-5eit auszeichnen.« Für die wirkliche praktische Anwendung sprechen ferner folgende Actenstücke: „Ein Brief aus Berlin, en ausgesetzt, wider. ' stehen dem Drucke und Stoße, wodurch ihre Theilchen als ein sehr feiner Sand abgerieben werden, so wie auch das Eisen je nach der Härte des Steins eine Abnahme erleidet. Das Holz hingegen gibt vermöge seiner Elasticität dem Drucke nach und läßt dle Last über sich weggehen, ohne daß es selbst oder das Eisen wesentlichen Schaden leidet. — Aus den uorgenomme-nen Versuchen ist die Abnutzung des Holzes und Gra-nils ersichtlich, daß das Holz Vg Zoll mehr durch Kompression als durch Abreibung verlor, und daß Granilblöcke V32 3°ll durch Abreibung allcin verloren; ein Beweis, day bloß die Elasticität das Holz dauerhaft und zum Pflastern geeigntt macht, und daß die Nicht-Elasticität des Steins dessen geringere Dauer verursacht. Es ist von erfahrenen Seeleuten und Schiffbauern hinlänglich dargethan, daß die dem Wasser beständig ausgesetzten Theile eines Schisses niemals im geringsten beschädigt werden, während andere Theile des. selben bald Schaden leiden. — Holzpflasterblöcke kann man daher als von der Wahrscheinlichkeit des Verderbens ganz befreit ansehen, selbst wenn sie beim Setzen vollkommen trocken sind, was immer beobachtet werden sollte. Man setzt sie auf ein feuchtes oder bald zu befeuchtendes Unterlager dicht neben einander, - und schließt, die Oberfläche ausgenommen, so den atmosphärischen Einfluß vollkommen davon aus. Bei nassem Wetter absorbiren sie so diel Feuchtigkeit, als sie in sich aufnehmen können, wodurch sie mehr adhärirend und compattcr werden; von dieser Feuchtigkeit werden sie späler, auch beim trockensten Wet. tcr, nie mehr ganz befreit; denn da das H»lz ein schlechter Wärmeleiter ist, so haben die Veränderungen tn der Atmosphäre wenig Einfluß auf die Blöcke oder die ihr ausgesetzte Oberfläche. — Um dieses zu beweisen, wog ich eine Anzahl Blöcke beim Setzen derselben, nahm sie, nachdem sie bis zur gehörigen Be» Züchtung Dienst gethan hatten, heraus, und wog sie viedcr, wobei ich fand, daß sie durch die Feuchtigkeit ^ ^4 Unzen an Gewicht zugenommen hatten. — Nach lange andauerndem trockenen Wetter nahm ich siewie-on yeraus, wog sie und sand, daß sie noch feucht waren und nur 1 ^ ^ Unzen verloren hatten. Auch spaltete lch euu^e Blöcke und fand sie bis in die Mitle wem feucht, bls auf <>twa einen Zoll von der Oberfläche entfernt, wo sie es aber gcgen Abend auch wie- der wurden. Ich wiederholte diesen Versuch öfters und immer mit demselben Erfolge. Auch auf die kleinen Verschiedenheiten in den Dimensionen der Blöcke bei verschiedenen Temperaturgraden erstrecken sich meine Versuche. Die mittlere Verschiedenheit, welche ick ln ihrem Volum entdecken konnte, war 0.057, was, ich der Ab- oder Zunahme an Feuchtigkeit zuschrieb.. Diese unbedeutende Differenz im Volum'beeinträchtigte die Adhäsion der Blöcke nicht, indem die Feuchtigkeit, welche sie auch bei trockenem Wetter zurückhielten , immer ein Uebermaß ,des Volums über den trockenen Zustand, in welchem sie gesetzt wurden, erhielt. — Um zu erfahren, ob der Ausschluß des atmosphärischen Einfluss allein daran Schuld ist, daß die Feuchtigkeit in den Holzblöcken zurückbleibt, (was ihre beschränkte Expansion und Coittraction verursacht), oder auch eine besondere Eigenschaft des Holzes der von mir angewandten höchst genau geschnittenen Blöcke, nahm ich bei feuchtem Wetter Blöcke heraus und ließ sie einzeln liegen; sie dehnten sich dann aber eben so ungezwungen aus, wie die zum Vergleich angewandten, und als sie genau das Gewicht erlangt hatten, wie beim Herausnehmen bei trockenem Wetter, war ihr Volum verhältnißmäßig größer; licß man sie vollkommen trocken werden, so reduclrten sie sich auf ihre ursprünglichen Dimensionen. Die Feuchtigkeit wird also in den Blöcken lediglich durch den Ausschluß der atmosphärischen Luft zurückgehalten. — Ich fand auch, daß die Feuchtigkeit viel'dazu beiträgt, den Holzfasern mehr Kraft zu geben, so daß sie dem Druck und Stoß besser widerstehen können, abgesehen davon, daß sie dieselben vor der trockenen Fäule bewahrt. Den Frost betreffend sollte man glauben, daß derselbe in Nußlands rauhem Clima ein unübersteigli-ches Hinderniß gegen die Holzpflastcrung bildet; bedenken wir aber, daß in diesem Lande schon vor einigen Jahrhunderten die Holzpflastcrung zuerst eingeführt wurde, und daß dort schon vor vielen Jahren ein dem unserigen nicht nachstehendes System allgemein im Gebrauche war, so kann m einem mildern Clima (z. B. in Englands, wo niemals strenge und lange andauernde Kälte herrscht, der Frost nur ein unbedeutender Einwand seyn. — Man nimmt in Ruß-land an, daß der Frost eine schädliche Einwirkung auf das Holz hat, welcher entgegenzuwirken demselben jährlich ein mit Sand bedeckter Thcerüberzug gegeben wiid, was unter andern auch den Vortheil hat, der Schlüpfrigkeit zu begegnen. Ich fand, daß das Ueberzlehen mit gemeinem Firniß (Steinkohlentheer?) und Sand von sehr gutem Erfolge ist. Die Temperatur w'rd dadurch gleichförmiger erhalten, (doch ist der Mangel dieser großem Gleichförmigkeit kein Fehler) und die Oberfläche wird rauher und minder schlüpfrig. AIs ich aber zwn Winter hindurch diese Vorsichtsmaßregel unterließ, hatte der Frost auch keine andere Folge, als Schlüpfrigkeit, welche übrigens wegen des zwischen die Fasern und Vertiefungen eingedrungenen Sandes wirklich nicht größer war, als auf je« dem andern Pflaster, und sogar geringer als auf einer glatten macadamisirten Straße. Was das Holz selbst betrifft, so konnte ich keine Beschädigung desselben wahrnehmen, weil der Frost nicht tief eindrang und die Unterlage durchaus nicht gefroren war. 44 Holz ist unstreitig das beste, bisher zur Werth, erhöhung der thielischen Zugkraft angewandte Material, vermöge seiner Elasticität und eigenthümlichen Eigenschaft zu allen Jahreszeiten und bei allen Witterungen dieselbe comvacte und ebene Oberfläche bei. zubehalten. Abgesehen davon, daß das Holz auf seiner Oberfläche keinen Widerstand darbietet, wird auch die Kraft des Pferdes durch die Elastic-ät derselben sehr erhöht. Der Widerstand, welchen der Fuß dts Thieres am Steinfiaster erfährt, theilt sich seinem ganzen Körper mit und vermindert nicht nur temporär seine Zugkraft, sondern überhaupt die Dauer seiner Arbeitskraft. Beim Holzpflaster aber wird dieser Wi» verstand zum Theil von der größern Elasticität desselben aufgehoben, welche einen Theil des Stoßes aufnimmt und die nachtheilige Wirkung des Hufsckla-ges vermindert. Die Muskelkraft des Thieres wird verha'ltnißmäßig gespart, die Abreibung des Pflasters und Abnützung des Fuhrwerkes vermindert. Für das Gewicht, welches ein Pferd bei gleicher Anstrengung und gleicher Geschwindigkeit ziehen kann, fand lch durch mannigfaltige Versuche folgende Verhältnisse: Auf Granitpfiaster 28 Centner, auf einer macadami-sirten Straße 34 V? Centner, auf Holzpflaster 50 Eentner. Aus den vorgehenden Versuchen können folgen» de Schlüsse gezogen werden: 1) Daß die vrrticale Stellung der Fasern für das Holzpflaster die dauerhafteste ist, abgesehen davon, daß man einen gehörig festen Bau erhält. 2) Daß das Holz ein sehr gutes Pfiastermaterial ist, sowohl bei trockenem als nassem und kaltem Wetter. 3) Daß die beständig darin zurückgehaltene Feuchtigkeit seine Stärke noch erhöhet, es gegen trockene Fäule und übermäßige Erpansion und Conttaction schützt. 4) Daß das Holz ein dauerhafteres Pflaster gibt als Granit. 5) Daß durch das Holzpflaster der Werth des Pferdes sehr erhöht und seine Zugkraft bedeutend vermehrt wird. 6) Daß nach seiner allgemeinen Einführung die Dampfwagen mit gutem Erfolge auf den gewöhnlichen Straßen benutzt werden könnten. *) Feuilleton. (Weib, Frau, Gemahlinn.) Wenn man aus Liebe heirathet, w>rd man Mann und Weib; wenn man aus Bequemlichkeit heirathet, Herr und Frau; und wenn man aus Verhältnissen Heirather, Gemahl und Gemahlinn! — Man wird geliebt von seinem Weibe, geschont von seiner Flau, geduldet von seiner Gemahlinn. __ Man hat für sich allem ein Weib, für sein HauS eine Frau, und für die Welt eine Gemahlinn. __ Man findet stch in Alles HNit seinem Weib, man bequemt stch mit der Frau, und man arrangirt sich n«it der Gemahlinn. — Die Wirthschaft besorgt ein Weib, das Haus besorgt die *) DeiArchitect Hr. I. V. Withalm in Gratz erzeugt in sei» ner „Holztrottoirfabril" gebeizte rundeGtöcke, welche sich bei den in der Stadt Gratz ausgeführten Pflasterungen von mebr als 1100 Quadratklaftern als sehr zweckmäßig erwlesen haben. Derselbe hat dem Vernehmen nack so eben »inen Ruf von der k. k. Prov. Vaudirection in Laibach erhalten, l«m daselbst gleichfalls Probepflasterungen nach seiner einfachen Methode vorzunehmen. Frau, den Ton besorgt d,e Gemahlinn. __ Wenn man kiank ist, wird man gepflegt von dem Weibe, besucht von der Frau, und nach dem Befinden er? kündet sich die Gemahlinn. — Man geht spazieren Mit scmem Weibe, man fährt aus m,t der Frau, und macht Parchien mit seiner Gemahlinn. — Un» fern Kummer theilt das Weid, unser Geld die Frau, und unsere Schulden d>e Gemahlinn. — Mutter unserer Kinder ist unser Weib, ihre Bekannte un» sere Frau, und «hre Gebieterinn unsere Gemahlinn. — Sind wir todt, so beweint uns unser Weib, de» klagt unS unsere Frau, und geht . rat, Zenga, kam mit sieben Schiffen, sie zu rauben, aber sie versank, ehe er sie an Bord harre, »n's Meer. Da liegt sie noch. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleinmayr.