LMllcherOMtu ng. Nr. 27. Pranumcrationsprei«: Im Comptoir ganz,, fi. II, l).,lbj. fl. 5.2». Mi dieZ.istellunn ins Hau« halbi.5Ulr. Mtt derPost gauzj.fl.l5, halbj.fi. 7 50. Freitag, l.FcbnllN' Inscrtlonsgebithr bis 10 Zeilen: imal ee lr., 3m.80tr>, 3m. 1 fi.; sonst ^r.^cilc im.«lr., z!m.«lr., 3m. 10 lr. u. s. w. Insnlionöstcmpcl jebcsm. 3d l». 18«7. MM" Des h. Feiertages wegen erscheint die nächste Ätummer am Montag. Amtlicher TM «vc. k. k. Apostolische Majestät hnl.cn in it Aller, höchster Entschließung voin 22. Jänner d. I. den k. k. Hoseaplan, Propst nnd Pfarrer zn Wiener-Neustadt, Dr. Franz H ascl, znm Domherrn an der ?Nelropolitan> kirchc zn St^ Stephan in Wien allergnädigst zn ernennen geruht. Sc. k. t. Apostolische Majestät haben mit Aller^ höchster Entschlicßnng vom 18. Jänner d. I. die an dem Vcsprimcr Domcapitel erledigten zwci, Titulardom-herrustcllcu, nnd zwar die erstere dem Galaniboker Pfarrer nnd Viccdcchant Georg Farkas, die zweite nber de,n Kaposvärer Pfarrer nnd Viccdcchnnt Gcorg Konl^csz allergnädigst zu verleihe,! gernht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 18. Jänner d. I. die Tilnlar-propstei „^uneiu« ^1i^)0t1>ll0 «n1) llrc^ ^cupn^i^^l" dem Fünfkirchner Pfarrer nnd Eonsistorialraihc Glistav Pnchcr allcrgnädigst zn verleihen gernht. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 1. Fcbrnar. Wir haben schon gestern cincr Erklärnng gedacht, welche der sächsische Staatsminister v. Nostitz-Wallwitz in der sächsischen ersten Kammer über eine Intcrpella-^im, ^g Grafen Hohenthal abgegeben hat. )iachdem die königlich prcnßischc Negiernng, sagte der Herr Minister, bei der Vcralhnng des Rcichswahlgcsetzcs im Ab-geordnttenhanse die Versicherung gegeben, daß die Ver-fasfnng dcö norddeutschen Bundes nicht ins Leben treten werde, ohne daß zuvor die Preußischen Kcunmern darüber gehört worden seien, werde die königlich sächsische Regierung dasselbe Recht flir die sächsischen Kanunern in An-svrnch nehmen. Dies sei das Einzige, was er jcht ans die Anfrage des Grafen v. Hohcnthal antworten könne, denn die Form nnd Modalität, in welcher dieses deau. sprnchtc Recht znr Ansführnng gelangen solle, sei theils Gegenstand der jetzt in Berlin stattfindenden Verhandlungen, theils müsse diese Frage künftiger Vereinbarung vorbehalten bleiben, Die Aeußerung des ftcrrn v. Nostitz ist wichtig für die Beurtheilung des schon öfter erwähnten Protokolls, welches in den letzten Tagen von den eonfcrirendcn Mächten in Berlin unterzeichnet worden ist. Nencsten Zeitnngsslinimen zufolge hat eö mit diesem Protokoll folgendes Acwandtniß: „Der Vcrfassungsentwnrf vcr. leiht bekanntlich dcr Präsidialmacht Prcnßcn eine Reihe voil Attribntioncn für die gcschäftSleitcudcn Fnnctionen gegenüber dem definitiven Reichstage, wegen der Vc-rnfnng, dcr Vertagung, dcr Schließung n. s. w. Bei der Eröffnung des nächsten berathenden Parlaments wird dic Bundesverfassung noch nicht in Kraft sein, nnd so hat man dnrch das erwähnte Protokoll jene gc» schäftslcitendcn ssnnetmnen schon jetzt vorläufig auch für das ^Parlament Prcußm übertragen. Wegen des bckan». tcn Termins der Eröffnung des' Parlaments wnrdc in-zwi,chen, weil derselbe in den eiuzelucu Staaten zn vcrkün-den war, lnu den einzelnen Regierungen dnrch das prcn. !Zl,che Elrcular vom 18. Iäuucr außerhalb dcr Eoufcrcuz verhandelt. Eine größcrc ^M derselben hat schon znge-Minit, und die Zustimmung der übrigen ist nnzweifelhaft. ^.ic dnrch das Protokoll vom 21. Jänner bestimmte Delegation war unumgänglich nnd sic ist insofern von ^eocntnng, als dadurch schon mehrere Bestimmungen der Verfassung, wenn auch nnr interimistisch, ins Leben getreten sind. Vor einiger Zeit war, wie vielleicht crin> ncrlich, der Wunsch mehrerer Regierungen signalisirt worden, daß schon während des Parlaments, wo der Bnndcsrath noch nicht bestehen'wird, eine Vcrtrctnng der Buudcsregicruugcu ucben Preußen in irgendeiner 6orm stattfinden möge. Dieser Wunsch wird wahrschein« lich verwirklicht werden. Die Beschleunigung dcr Arbci. ten wird dadurch wesentlich gefördert werden. Man wnrdc nicht wegen jeder etwa erforderlichen Abänderung des Entwurfes auf dic cilnelncn Staaten zurückgreifen müssen." Und ergänzt werden diese Andcnlnngcn dnrch die nachstehende kategorische Bemerkung der „Wcscr.Ztg.".-„Preußen hat, wie verlautet, alle Versnchc, den vcrbün» deten Regieruugen irgend einen Antheil an den Verhandlungen mit dem Reichstage zn sichern, mit Entschieden» l)"t zurückgewiesen." ^ Eiuc Nachricht von höchstem Interesse wird von der »Franz. Eorr." veröffentlicht, sie schreibt: „Wir glauben ^l wissen, daß Marquis de Moustier vor zwei oder drei Tagen einen Eonricr ans St. Pctcrsbnrg erhalten hat, welcher die hiesigen Regicrnngskreise mit' den ernstesten ^csorgnisscn wegen der Absichten Rnßlnnds. im Orient erfüllte. Ein lebhafter diplomatischer Verkehr hat fich stitden, zwiscben Pori°', London nnd Wien entwickelt. Die Schwierigkeiten einer friedlichen Lösung oder Ver- tagung des orieutalischcn Problems scheinen sich erst jetzt in ihrem gauzcn Umfange zn zeigen." Freilich bedarf die Nachricht noch dcr Bcstätignng, dic wir daher abwarten müssen, ehe wir an ein drohendes Gewitter von dieser Seite ernstlich glanbcn sollen. Eine Unterredung mit iem Präsidenten Johnson. Der Washingtoner Eorrespondcnt dcr „Times," dcr den Radiealen in dem Eonfticte mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten kein günstiges Horoskop stellt, schildert in einem vom 10. d. M. dalirtcn Schreiben eine Unterredung, die ihm dcr Präsident im weißen Hanse gewährte nnd zn deren Mittheilung er ihn antorisirtc: Dcr Präsident sagtc, wic cr die Dinge betrachte, snchc eine Minorität im Lande ihre Meinungen der Ma-! jorilät aufzulegen. Diese Minorität wisse, daß sic verlieren würde, wenn die Vollzahl dcr Staaten im Eou-greß vertreten wäre, nnd deshalb sei sic nnbcngsam in ihrem Entschlüsse, jene Vcrtretnng zn verhindern. Könnte man das Volk einmal znr Erkenntniß bringen, daß dic Grnndprincipien der Regierung uud uicht bloße Fragen der Parteimacht ans den: Spiclc slchcn, dann wäre Hoff' nnng ans einen gerechten Ansgang vorhanden. Bei den Wahlen im vergangenen Herbst seien falsche Streitpunkte mit Geschick aufgestellt wordcu, und über diese habe das Voll sein Urtheil abgegeben. Man habe ihm gesagt, daß, wenn dic Südstaatcn wieder zugelassen würden, das National.Interesse gefährdet wäre, nnd es habe sich nicht Zeit genommen, darüber nachzudenken, ob dies die Wahrheit war oder nicht. Es habe vergessen, wic sehr dcr Süden geschwächt worden, und nicht erwogen, daß cr dem stärkern Norden unvermeidlich würdc gehorchen müssen. Aber, fnhr dcr Präsident fort, unmöglich könnc die Fragc hicr stehen bleiben. Die Regierung nud dic Staaten hätten sich cinanandcr allmählich genähert. Gesetz und Autorität hätten ihre Herrschaft wieder angetreten nnd alles sei fertig, bis anf dic Znlafsnng der Vertreter jener Staaten im Eongrcß. Da trete dcr Eongrcß da-zwischen nnd sage.- „Ihr seid gar leinc Staaten nnd ihr sollt nicht vertreten sein." Von dicscm Angenblick beginne dcr Eongrcß das'Hauptgebündc der Regierung iu Trümmer zn schlagen. Dic Staaten hätten den Eongreß ins Leben gerufen, und nnn wolle dcr Eongrcß die Staaten vernichten. Es sei, als wollte das Geschöpf den Schöpfer umbringen. Aber wic, wenn diese Staaten mit ihren gcsctzmätzig eingesetzten Gonverncnrcn nnd Verwaltungsbehörden dcr Aufforderung, fich als todt zn betrachten, den Gehorsam verweigern sollten?... Dann wäre das Land wieder in cinc nenc Revolution gestürzt. 'smMlml. ««ibnch, 1, Fch^„>, N'"g der m, v^' ^^"' -^bcl, cine förmliche Vcrfiuslc. '"untion^puut't^"^^"^"^' b'c vorgcstcru ihren E,l. '""''ich, N, ?'^^.' 'lnch Ihr ergebener Diener erin-ciugttragcn sti ">,"'"' "^ d''!'Wählerlisten des Magistrates 3lpM an ,^üw'n ,"" .'b'u die Wahl schwer. Rechts ein nchts vicl Nationalität 'V'" sicher an..Kraincr," weniger Nationalität Is, "^ !^"gcr Steuern, links dcr Feuilletonist zwar chcm'T^"'^^ ''"n ist er n.mmt die Vildnng, w^ dm ..Schwaben," cr alau t ^ ^^"' l" es anch bei Rainer n sein Er M?"^ "cn so gut als °" welches Proara.um si^ /'/ ""^' ^'"legenheit, ^ ist immcrli. ^ "nlehncu l"lltc. Indessen, ^N'letöni^anZ^uZch^^'l^^/andidi.^ nothm, Stinnn.'n ,' > ^ ' " ^"^ ^"lier anch nicht emcn nm "^ ä" "ncl,en und predigen ^ , ^s?^"'. d«e „deutsche" Aufllärung zu ci'l lleiucs"< ^ - '"<^"' ''^ ^ie Landtagswahl U'ie Seit cr mi /^'""""' ^ssen ernste uud komische ^v^cn cl «"^'"' Juteresse^betrachtet, oder wie ' iu gnnst^A '^'^ ""^ um die schöne Maske ..Volks. Mönch nnd Laie n. s. w. Zuocm ist dicsc Idccnasso. äation cinc ganz nalürlichc. denn der Saal, in dem wir Mittwoch nnsere Stimme abgaben, war ja im Iahrhnnderte dcr Aufklärung e>n Tummelplatz dcr Maskenlust. Der Uebcrgang von der dürren, staubigen Wüste dcr Politik in die grünende nnd blühcndc Oasc dcö geselligen ^crgnügens wäre also gefunden, nnd der Feuilletonist bewegt sich plötzlich mitten in dem, die üppigsten Blüthen treibenden Earnevalslcben. Herr Director Zöllner ist bereits znr Ausführung seiner Idee ge< sthri e dc n geselligen Leben Laibachs dnrch W.eder-) rs Im d '0 askenbällc in dcr Redonte einen ncilc.i ' /, n 7n. ^ben Koni.nenden Son.itag, dcn 10. d., ^^ in dein z,. diese.n Ende zweck- "Nd "lit ci.ie.n reiche.i Bnffet ans-ge ttcten R'ed ntensaale in Scene gcheu Dan,i ware ei, ante" Stück alt r vormärzllcher Zc,t wieder hcranf. cl, om^ "''"^ 's daher dem mu cincil Blick in das fröhliche Treiben der alten ^eit ^" '"Dic"'Maskenfrcihcit ist kann, ein Iahrhnndn't alt. Noch iill Jahre 17^ verbot die inncröster>eichischc,Rc-aiernng in Gra;. Bälle nnt Ncastirnng abznhaltcn. Erst der laiserl. Erlaß vom 18. October 17<^ gestattete für die Faschingszeit maskirte Bälle iu den Hauptstädten, jcdoch nnr für „höhere Etandesperfoncn." Im Jahre 1772 crfchien dic crstc V allord n n n g. Dic Maskenbälle dnrftcn nach dem Dreikönigsfest ihren Anfang ncl> men nnd wöchentlich zwei bis dreimal von '.) Uhr Abends bis Z Uhr Morgens, vor dem Sonntag Septnagefimä (7. Februar) aber auch öfter iu der Woche von <.) Uhr Abends bis 5 Uhr früh gehalten wcrden, Lichtmeß ans' genommen, Nm Faschingdicnstag mnßte der Ball früher allfangen und eine halbc Slnndc vor Mitternacht been-digl sein, bei Strafe von 1W Dncatcn. Zntritt hatte Icdcrlnann, mit Ansilahme von Livrcebcdientcn nnd Dienstmägdcn „in dcr Schlepphaubcn," gegcn das freilich ziemlich aristokratische Entröc von zwci Gnldcn. Dic alles bcvormnndendc Ecnsnr hielt sogar manche Maske sür slciatsgesährlich. Es erging ein Verbot, als Zuckerhnt, Fledcrnians, Zwerg, Riese, Arlequiu oder Policiuell, iu geistlichen oder ^rdcuslleideru zu erscheinen. Doctor nnd Pamalon verloren dnrch das Verbot des Arleqnin, ihres steten Verfolgers und Foppers, allen Reiz. Beim Fortgehen mnßtc jeder im Easselocale sich demaö-kircn: Waffen, bei sich zil tragen, sich in Maskc an öffentlichen Orten fchcn zn lasfeu, außer im Tragscsfel oder Wagcu. war eben so wic hohcs Spiel verboten. Laib ach hatte vom Jahre 177.^ an seine rcgcl-mäßigen Maskenbälle, und zwar nach althergebrachter Standesnnterscheidung Nobclbällc im Rath'hanssaulc für das feinere Pilblknm mit 1 st. Entr^c, nnd Ordi-nari-MaskenlMc Niit 24 tr. (ein Zwanziger) Entr^c für die große ballnstige Mcngc. ^aibach sah danials öfters wandernde Echauspielcrtruppcn ans dem „Reiche," die dcii Thespiskarren dort knrzc Zeit rasten ließen, wo ihnen die Sonne hoher Gönnerschaft ans den Paläste» eines lebenslnstigcn Adels oder einer reichen Bürgerschaft lächelte. Da es vor dem Jahre 1765 lein ständiges Theater in Laibach gab (erst in diesem Jahre bantcn dic Stimdc das erste stehende Theater an dem Platze dcr ständischen Reitschnlc), so war es das Nathhans, wo dic „hochdeutschen Comödianten' ihr Lager aufschlugen, nnd einer dieser Dircctoren von „Meerschweinchen" M e m ni ingcr, übernahm das Ungarns ein eifriger Hüter seines Glaubens; seit Jahren her in inniger Berührung mi< hervorragenden Mitgliedern des französischen Episcopates stehend, faßt er die katholische Lehre in ihrer Tiefe auf, als hervorgegangen ans dem göttlichen Geiste, welcher die Jahrhunderte durchweht, als eiuc Lehre der Liebe nnd der Unterordnung des tlri-nrn, schwachen Menscheuwillens nnter das Gesetz höherer geistiger Gewalten. Von jenem edlen Fcncr und jener schönen Begeisterung, welche namentlich in Frankrcicl! dem katholischen Glauben einen so überwältigenden Glanz verleihen, wohnt,in der Brust des neuen Primas mehr a!s ein Fnnte, nnd gewiß ist er der geeignete Mann, Ml seine Mission im Geiste echt christlicher Hnmanität ,',M erfüllen." Uusl'and. ,)Nü Verlil», 2!). Jänner. Der Fürst von Thnrn nnd ^'Tiiz-is hat sür drei Millionen Thaler das Postrecht nnd das Gesamnit-Inventar an Preußen abgetreten. Der diesbezügliche Vertrag wnrdc hentc dem Abgeordneten-Hanse vorgelegt. — Die „Krcnzzcitnng" meldet: Der vormalige hambnrgische Älajor Hasbcrg ist der preußischen Gesandtschaft in Karlsruhe attachirt worden. --Die „Zeidlcr'schc Correspondent schreibt: Preußen hat keinerlei ScparatMilitärconveittion mit Darmstadt ab geschloffen. ,,, ,, , , , , Kiel, 29. Jänner. Eine Obcrpräsidialverfngnng fordert die Äiajorität der Dcftntirten der Stadt lvcgcn ^tichtthcilnahme au der Äcsitzergreifnngöfeier zn einer motivirtcn Crtlärung innerhalb acht Tagen anf. Dresden, 2Ü. Jänner. Die „Const. Zeitung" meldet: Freiherr v. Wcrthcrn ist nicht znm Gesandten Preußens am sächsischen Hofe ernannt worden; die Vertretung Preußens daselbst bleibt vorläufig unverändert. Leipzig, 26. Jänner. In dichten Reihen hatten sich gestern Abends Leipzigs Bewohner anf dem Dresdener Bahnhöfe versammelt, nm Se. Majestät den König, der z'.un ersten male nach einer Reihe schwerer n»d ernster Tage die zweite Stadt seilies Bandes wieder betrat, zn empfangen. Inbclndc Hochrnfc begleiteten dcn Monarchen vom Bahnhofe bis znm Paläste nnd crucncrlcn sich, als der König sich auf dem Balcon zeigte nnd für den begeisterten Empfang dankte. Bei der Ankunft des Zuges waren, außer dcu königlichen Prinzen, zum Empfange des Königs die Herren Kreisdircclor v. Aurgs-dorff, General v. Knobclsdorsf, Commandant der hiesigen preußischen Garnison, Bürgermeister Dr. Koch, Vicc-bürgermeistcr Dr. Stephan!, mehrere Stadträthc nnd andere Behörden anwesend. Im Paläste fand große Assemble statt, zn welcher mehr als 200 Personen, Mitglieder der königlichen uud städtischen Behörden, Professoren n. a., sowie General v. Knobclsdorff nnd andere höhere preußische Officicrc geladen waren. Heute fuhr der König zur Jagd nach Ehrcubcrg. - - Für das Iuslcbcntrcteu des im vorigen Jahre hier begründeten „Statistische!! Bureau's" ist ein weiterer wichtiger Schritt dnrch die Ernennung des Directors dieses Anrcan's geschehen. Der Ernannte, Dr. Fr. Knapp, Sohu des Profefsors Knapp in Braunschweig, ist ein Schüler des berühmten Statistikers Engel in Berlin nnd von diesem empfohlen. Venedig, 28. Jänner. Seit mehreren Tagen waren hier Gerüchte über sehr ernsthafte Nuhcslöruugcu verbreitet, die im Gebiete von Eavarzcre nnd in Cadorc vorgefallen seien. Ictzt erhält die „G. diVenezia" nähere Berichte darüber, aus denen hervorgeht, daß diese Unruhen einen wesentlich commuuistischcu Charakter trugen. In Cavarzere wurden sie durch das sogenannte „Vagan» tivo" (eine Art Wciderccht) veranlaßt, im Cadore han» delte es sich um die Verlheilnng der Gemcindewäldcr. Es wurden Gewaltthätigkeiten aller Art begangen, die, wie die „G. di Venczia" sagt, das Brigantiwesen in dcn Si'idprovinzcn hinter sich lasscu. Unter anderm wnrdcn einem Geineindcassessor, dem'man anf das Flehen seiner Familie zwar das Leben schenkte, mit einem Steine mehrere Hähne ansgeschlagen n. dgl. m. Amtliche Mit theil nngcu fehleu, find wenigstens bis jetzt nicht veröffentlicht, ^cach Eavarzcrc soll ein Polizcibcnulter abgc-schickt worden sein, — Gestern Abends fand auf dem Marcusplatze ciue Schlägerei statt, hervorgerufen durch einige Masten, welche mehrere Damen, die sich vor ihrcn Zudringlichkeiten in das Cast' Qnadri flüchteten, dahin verfolgen wollten. Nationalgardc nnd Polizei schritten ein. Während des Getümmels aber wurdeu ans dem Laden des Inwcliers Deste nntcr dcn alten Procnraticn für ungefähr 20,000 L. Schnnlcksachcn geranbt. Die öffentliche Sicherheit scheint überhaupt dnrch das Car. ncualstreibcn nicht gewonnen zu haben. Aus Venedig schreibt man der ,„Allg. Ztg." -Die österreichische Regierung hat nach den großen Bc< schädigli,ugcn dcr Lidi dnrch die Sturmstnthcu von 1l>25 dcn Ban dcr Murazzi auf dein Lido von 3)lalamocco fortgesetzt, und diese nenen kostbaren Wälle haben die Höhe der alten, sind aber nuten 71 Fuß, oben 12 Fuß breit, die innere Seite fällt mit 45 Grad, die äußcre mit dem Vierfachen dcr Höhe ab. Damit verbunden wnrdcn die Diga di Malamocco uud die Controdiga, wclche freilich nicht blos der Sicherheit, sondern vornehmlich auch den Zwecken dcr Schiffahrt dienen. Dicsc Bantcn gehören zn den kostbarsten Vermächtnissen Orsttp rcichs an Vcncdig nud bedingen die Sicherheit dcr Stadt. Ob nicht doch mancher Vcncziancr während der letzte» stürme, iu dem angenehmen Gefühl der Sichcrhcit sich wiegend, dcr österreichischen Negiernug mit stiller Dank« barleit sich erinnert hat? Es wäre dies nnr natürlich nnd rein menschlich, nnd ich zweifle übcrhanpt nicht, daß cs bis dahin wo dcr österreichische Name sich i» Italien großer Popularität erfreuen wird, nicht so langc Zeit währen dürfte, als cs nach dcm Jahr 1815 Zcit bcdnrftc, um die österreichische Negicrimg hier verhaßt zn machen. Dadurch wird freilich an den vollendete» Thatsachen nichts geändert. Aus Nom vernimmt man, daß die bereits begou' ncncn Besprechungen zwischen dcm Cardinal Staatssccrc tär nnd Herrn Toucllo übcr die Ausführbarkeit einer Zolleiuigung zwischcn dcm. Köuigrcich Italicn nnd.den' Kirchenstaat einen beide Thcilc ganz befriedigenden Fort^ gang nehmen. Herr Toncllo hat die Skizzen einer bezüglichen Convention vorgelegt. Briefe ans Non« erwähnen des abermals verbreiteten GerüchtcS, daß die päpstliche Regierung sich mit der Ausarbeitung eines Ref ormvrojcctcs beschäftigt, welches in eincr nnd dcr andern Beziehung dcm Pwgrammc entsprechen würde, das dcr Kaiser Rapolcon in dem belaud ten Briesc an General Edgar Ncy nnfgcstcllt hattc. Die erste dieser Reformen soll die Reorganisirnng einer Bnrgerwache, die zweite, die Bildnng eincs !vcltlichc>i Ministcrinms zuin Gegeustandc haben. Es heißt, daß dicsc Rcformcn von dcr hohen römischcn Aristokratie, n» dcren Epitzc sich der Fürst Marc Anton Borghesc be-findet, verlangt worden seien. — Das römische )i a ti onat-'Com i t6 hat den 11. d. eine neue Proclamation an die Glcichgesin» tcn crlasscn, in welcher cinc baldige Revolution in Au^ ficht gcstcllt wird. „Die Stunde ist nahe" - hcißt cs znm Schlüsse — „aber sic hat noch nicht geschlagen, Brüder, wir erwarten, wir rechnen auf Euch." Genf, 25>. Jänner. Unsere Presse scheint das Gespenst prcnßischcr Stabsofficierc, welche alle strategisch wichtigen Punkte dcr Schweiz untersuchen nnd aufnehme», so bald noch nicht wicdcr loöwcrden zn können. ,^ Commerce," ein hier seit Ncnjnhr gegründetes B^ interpcllirt heute den Bundesrat!) in allem Ernst: ob ^ wahr sci, daß noch in den letzten Tagen wicdcr Gcucw v. Mollkc, in Acx gcwescu sci nnd das ganze Rhonethal ausgenommen habe? Woher übrigens kommen diese sü hartnäckig wiederholten Nachrichtcn? Sollte man glU' Ingcnicnrc einer andern Nation für Prcnßen halten? - ' Die „Snissc radicale" will aus Frankfurt erfahre» haben, daß die preußische Rcgicruug beabsichtige, die i» Folge des Falliments der frühern Gesellschaft wieder zn»> Ansgebot gekommene Cifenbahn dcr sogenannten italic»!' schcn Linie (Simploubahn) käuflich an sich zn bringe»-Daher komme vielleicht der verlängerte Aufenthalt prc»' ßischcr Officicrc (das Fazyschc Organ nennt mit ange»' scheinlichcin Irrthum dcu General v. Äcoltke) i,n Canto» Waadt. Wir wissen nicht, was überhaupt au jcuci» 'diuguugeu. Von jedem Billet mußten Abzüge für Nor-malschnlc, Thcatcrfond, sogar für Zncht- nnd Arbeitshaus gemacht werden. Da während dcr Vallsaison an Sonn- nnd Festtagen keine Theatervorflcllnng statlfin' dcn dnrfle nnd auch in Vandstädtcn schoi, Äc'askcnbällc angekündigt wnrdcn', so wnrdc den, braven Entrcpcucnr das ^cbcn recht sauer gcnmcht, nnd wir wisfcn nicht, ob er seine Rechnung dabei gcfnndcn hat. Herr Zöllner wird hoffentlich keine so schliiume Täuschung crlcbcn, dafür, daß er uns eine Qnclle gesclligcn Vcrgnügcns er. öffnet. Anch das Entrcc, wclchcs Hcrr Zöllner dcm Vernehmen nach festsetzen dürfte, wird mehr jenem der altcn Ordinari- als dcr Nobclbällc cntsprcchcn. Und so könnte sich in dcn Rämncn, dic vor zwanzig Jahren Zeugen der harmlosen Heiterkeit nnscrer Väter waren, auch noch ein Stnck Volksleben entwickeln. Unsere geselligen Vereine finden Gelegenheit, sich mit ihrem ganzen Capital von Witz und Lebenslust an dcm Unternehmen zn bc-thciligen, Maskcnzügc und Costnmeqiiadrillcn zn veranstalten nnd so eine wohlthuende Abwechslung in dies monotone Einerlei von Tanzvcrgnügnngcn zn bringen. Wir hoffen, daß die Redontcnbällc anch dcn Fcnillctonistcn mit „Stoff" versorgen werden. Morgen schcn wir Gonnod's „Fanst" zum lctztcu male im Carncval über nnsere Bretter gehen. Man kann sagen, daß dieses großartige Werk sich alle Herzen im Sturm erobert hat. Mauchcr, dcr nicht zn den Habitues zahlt nnd sich vielleicht schwer entschließt, seine Gasthanstafel mildem Parterre zn vcrtanfchcn, hat fich dnrch dcn Ruf hcrbeilockcit lassen nnd scine Crwartnngcn nbcr-troffen gesehen. Die schmeichelnden Liebcsklängc, die fröhlichen Soldaten» nnd Studcntcnchörc, die satanische Originalität Mephisto's, dcsscn Darsteller neben einem prächtigen Organ so viel ungezwungene Komik entwickelt, all' das hat sich in nnscre Sinne und dnrch die ' Sinne in unser Herz gcstohlcu, und wir habcn Stmi' dcn wirklichen Gcnnsscs vcrlcbt, die leider in dem monotonen Provinzlebcn so scltcn sind. Dafür lvcrdcn wir kommenden Montag uns au Halm's herrlicher , Dichtung „Wildfcncr" erbauen, welche Frl. Hell me s-Merger in der Titelrolle mit solcher Aumuth und Ge-fühlswärmc zn beleben versteht. Da wir aber einmal im Carncval sind, der übcr allcs dic Gcißcl scincs ^ Witzcs schwingt, so wird nns der Uebergang von „Wild-fcucr" zn dcsscn Zerrbild „Ratetl," das uuscr schr vcr< wcndbarcs Bühncumitglicd A).'t znm Vcucficc gibt, nicht ' so schwer sein. Poly Hcnrion'ö Parodie war die cin-' zigc, dic sich anf den Wicner Bühncu crhaltcn kountc, nnd so können wir dicsc Wahl nmsomchr als eine glück-! lichc bezeichnen, als dein Pnblicum hicdnrch Gelegenheit ^ zur Vcrglcichung gcbotcn wird. Das Vurgthcatcr vor hundert Jahren. Ucbcr die räumliche Eiuthcclnng dcs Änrgthcatcrs, ^ die Verhältnisse dcr Preise nnd die Gcwohnhcitcn ^dcS Thcatcrpnblicnlns vor dem Uniban des HanscS 1700 nnd unmittelbar vor dcn ersten Reformen des Instituts dnrch dic großc Kaiscrin, also znr Zeit dcr Vcrcinigung dcs dcntschcn mit dcn französischen nud italicnischcn ! Schauspiclcn unter Baron Loprcsti, — crhaltcn wir ! interessante Nachrichten durch cinc gedrückte Ankündigung ' „Unterricht oder Rcgnlirnng des neuen Kaiscrl. ^,'ivüo ^ ^irli'u '1'!l0lliri bey der Burg für künftig ucucs 'Iiwu» tnü-Iahr, nämlich von Ostern 1750 bis zn Ende Faschings 1751." Der Fasching schloß also daS Theater-jähr ab, während der Fastenzeit wnrdc nicht gespielt. Den Anfang dcs „Unterricht" machen Mittheilungen über bauliche Einrichtungen im Zuschancrranm: „Das ^mpllitnc^t.rnm wird vcrgrößcrt nud zu cincm großcil Saal zu — und mit Sesseln eiugerichtct, alwo ma» wird spiclcn könucn" (nämlich dic Zuschauer löuucü ,^artcu spiclcu, wie sich aus dem späteren ergibt); „c? werden nuucbst Officiere (Bedienstete) dcs 'Ilioatri bcrel stehen, um iu allem was man nöthig habcn wird, ,?>, dienen. Von diesem ^mj»nitn!,'ill,r<) wird man anf zwc> Gallcrien gchcn können, lvelche Gallerien rechts nnd linl^ vor denen Logen, jedoch nm die Aussicht uicht zn vcr hiudcrn, zwey Staffel niedriger scynd. Von dcr Galleric wird man über 2 Stiegen in dem vorderen I'urwn'" nächst dcr Ow!lU8i.ra hcrab kommcn können. Dcr 2^S!^ bcuzehncr-Parlerrc wird nm 4 Bänke erweitert und gcgc» das N,^wml hinvor gcrncket, daß an die Sccnc ist."^ ,'/,:,.!......' ','......',/i/^ .-//^',!'/^,.-)!« „Dic Bczahlltna/ MriW.^ So^ ist das bis a^ hero gewöhnlich gcwcstc Eiulaß-Zcttul, dafür man 2 S>^ bcnzchuer bczahlcn müsscn, nnsgchobcn. Uud wird ni^ also in das künftige ohne wcitcrcn bezahlen: Für ei/ Loge in dcm ersten Gang Fünf Gulden. Für eiuc Lff in dein audcrtcn Gang Fünfzchcn Sicbcnzchncr (^ ^'/4 fl.). Für cinc Logen in dcm drittcn Gang ^, Sicbcnzchncr (2 fl. 10'kr.). WaS die Bcsland Lcf' bctrifft, fo wcrdcn dcrcn Inhabcrc samt dcrcnselbcu^ millen ohne Einlaß-Geld hinein gchcn können, im ^ sie aber den Schlüssel zu ihrcn Logen audcrcn ^«B geben, nnd dicsc sodann in djc Lstgcn slch vcrfügc» u'^, tcn, so werben sclbe mit 2 Sicbcnzehncr das vorhi" ' Gcbra,lch gewcste Einlaß-Geld bczahlcn, nnd dcrciiM''"" jcdwcdcrc dicsfällige Person mit sothancr Bczahlu»g,^ sclbstcn bey dcm 0st^i«' sich anmelden, damit ^' Cinlaß-Gcld nicht erst nachgehend, wann sie sth^^ dcncn Logen scynd, von ihnen dnrch di<5 M»tl^ 175 Gerüchte ist; dagcgcu soll sicher sein, daß Herr v. Lava-lcttc, dcr Bruder dcs Miuisterö, als Chcf dcr früheren Gesellschaft die Genfer Syndici dcr Massc hier und in Pariö gerichtlich bclausst habe. Die Sachc scheint sehr verwickelt. Auch Staatsrath Richard befindet sich unter den Syndics. Paris, 27. Jänner. Die hervorragendsten Mit. aMcr des ncn ernannten französischen Cabinets werden von cinem Pariser Corrcspondcntcn der „K. Z." in folgender Wcisc geschildert: Nicl ist als Politiker eine durchaus unbekannte Grüße, obwohl vielleicht eine Größe, wenigstens ist er ein tüchtiger Soldat, wnS für einen Kriegsminister, dcr das Heer rcorganisircn und große Unternehmungen vorbereiten soll, freilich die Hauptsache ist. Wie er auf dcr Krim sich zur Geltung gebracht hat, so anch Admiral Rigault dc Gcnonilly, der während dcö Krimkricgcs ^iuicuschisftcapitän war nnd nur nls ciu tüchtiger Sccmnun bekannt ist, zur Politik aber crst auf allerhöchsten Gcfchl gelaugt. Forcade dc la No-qucttc hat sich als gewandter politischer Canscur einen großen Namen erworben, cr ist fiinl wie cm Ohrwurm, aber cin Mann von kcincn Ausluuftsmittcln lind, bisher wenigstens, von dcr Opposition weder sehr gcschent, noch sehr geschätzt; dic Ncgicruugslcutc dagegen machen viel Wesens von seiner „Parole" uud seiner Gewandtheit. Dcr eigentliche Mann dcr Situation ist nach wic vor Nouhcr, dcr bci dcr lctztcn Krisis cinc überwiegende Geriebenheit nnd Personenkcimtniß bewiesen hat und dcu ciu großartiger, oder wic andere meinen, ein höchst gefährlicher Ehrgeiz leitet. Die Ncformdemoustration, welche am 11. Februar m London stattfinden wird, dürftc weit mehr Thcilnchmcr zählen, als diejenige, wclchc vor kurzem iu Sccuc gesetzt worden ist. Dic (lab- nnd Omnibnskutschcr, sagt man, habcn beschlossen, nin cincn Fcricntag anzusuchen, damit sie den Zug mitmachen köuucu. Dieser Umstand würdc dcr Bevölkerung nud dcm Geschäftsverkehr sehr beschwer« lich werden. Dcr Miliz-Oberst Dickson, welcher vor Begierde brennt, irgend cinc Expedition zu commandi-ren, hat sich zum „Obcrmarschall" dcr Demonstration ernennen lassen nnd wird „zehn Marschällc" unter sei» nein Vcfchc haben, wclchc wicdcr vicle Untcrmarschällc habcn, nntcr dcrcn Votmäßigkcit uiclc andcrc Snbcom-maudautcn stchcu. Man glaubt übrigcus in London, Lord Derby wcrdc sich entschließen, gleich bci Eröffnung dcs Parlaments cincn Ncformantrag einzubringen. Eiuc von Lord Stanley an cin conservatives Refornnncetiug gerichtete Zuschrift schien dicsc Angabc zu beglaubigen. Er sagt nämlich nach vorausgegangener Entschuldigung, daß cr dcm Meeting nicht beiwohnen könne, Folgendes: „So viel ich weiß, wünscht Jedermann, daß dcr bcsscrc Theil dcr arbeitenden Elasscn das Stimmrccht erhalte, abcr cs ist im Iutcrcssc sowohl dicscs Thcilcs dcr Ar< bcitcr als in jenem dcr Eapitalistcn und Grundbesitzer, daß dns Stimmrccht nicht durch dic Ausdehnung ans Lcntc, wclche ihrc Unwisscuheit nicht gcciguct macht' zur Voll-zichuug ciucr so vicl Ernst uud Verantwortlichkeit cr, heischenden Mission, wcrthlos gemacht wcrdc." «< o?".'^""' ""' ^^'"cr. Zur Neformfragc geht dcr „A. A. Ztg." von hier nachstehendes Schreiben zu: Die immcrwährcudcu Schwankungen uud dic trostlose Nath-lostgkctt, wclchc das Tory-Eab'uct noch so kurz vor dcr Parlammts-Eröffnuug in der Ncforinfragc verräth, schci-ncn ciucu abkühlenden Eindruck auf dic Adullamitcn gc- macht zu habcn, sowie sic schon laugst im Pnblicum das Gcfühl dcs spöttischen Mitleids crrcgcn. Heute bc-schlicßt daS Cabinct, cinc Ncformbill aufzuarbeiten, und am nächsten Tagc stürzt rs fcincn Beschluß wicdcr um uud läßt vou sciucn Prcßorgaucn dic gciuäßigtsten Liberalen (AdnUamitcn) beschwören, ihm doch zu cincr Vcrtagnng dcr Frage behilflich zn sein, da das Eabinct kcinc Ncformbill vorlegen köuuc, ohuc sich sclbst zu vernichten und so all' dic scgmsrcicheu Vcrbcsscrnngcu dcr iuncren Vcrwaltung, wclchc cs iu Armee, Flotte uud Armcnwcscn beabsichtige, unmöglich zn machen. Wozu sich die Untcrhausmajorität auch cntschcidcn möge, ob zur Aufstellung einer cigcucn Ncformbill durch ciuc parlamentarische Commission, oder zur feierlichen Vcrtagnng dcr Angelegenheit auf nächstes Jahr — dcm Dc'rby'-Eabinct ist allcs rccht, »„d cs gibt im Voraus sciuc Eiuwllliguug zu jcdcm Acschlussc, vorausgesetzt, daß dic Adullauuten ihm das niederdrückende Gewicht sciucr Vcrantwortllchkcit abnehmen nnd den Gcnnß seiner Aemter auf ein wcitcrcs Jahr verbürgcu wollcu. Das ist das Thema, welches seit zwei Wochcu iu alleu Tonarten von dcn Tory-Blättcrn variirt wird. Dic Adnllamitcn habcn durch dic „Times" cinc Antwort gegeben, die ganz wie ein Absagebrief aussieht. Sie wollen keine fernere Vertagung dcr brcuncndcn Frage und gehen dabei von dcr richtigen Anficht aus, daß einc solchc nur dazu dienen köuute, die Agitation zu crhitzcu nnd übcr M^3 ^^ ^obachtete Mäßigung hinaus zn bringcn. ". ' ^-^."'' mc „Times" dcs Hcrrn Lowc — „Sein oder Nichten! Neformbill oder Abtreten!" Lord Stan« cy hat eben dic Einladung ciucs „conscrvativcn Arbci. ervcrc.ns" m Hnddcrssicld nut eincm Bricfc bcantwor-tet, in dcm cr sciue Ncformausichtcu dahin äußert: daß die „He,tcu dcr Arbcitcrclasft zum Wahlrecht gclasscu werden sollten." Aber wcr siud dic Äcstcn? Darüber layt ich dcr Staatösccrctär dcs Acußcru nicht aus. Wenn das Wahlrccht einc Avt von Monthoou-Prcis für gc-prustc Tllgcud sein soll, welches Recht habcn dann dic hohcrcn Elasscn, sich dieser Tnacndprüfuug zu cntziehcu? ^ord Stanlcy ist ein Reformer, jedermann ist jetzt hicr Ncsormcr; abcr wenn cr scincn Rcform-Idccn keinen verständigeren Ausdruck z„ gcben vcriuag, so ist cr nicht helfen wird ' ^"" ^"" '" ^'ner „pNi)Ioxit7« vicl ^ l ?/"3b"lm, 29. Iänncr. Dcr hiesige preußische sandte ^rcchcrr von Rosenberg ist vorgestern in 6olgc telegraphischer Weisung nach Stuttgart abgcgau-gen. Dcsscu 9iachfolgcr ist 'uubekamit. Die Ncorganisatiou der gcsaimutcu Verwaltung des Königreiches Polen, die poluischcrseits uoch bis zum lctztcu Augenblick bezweifelt wurde, ist. wic aus War. schalt gcschricbcu wird, schnell zur vollendeten Thatsache geworden. Fünf ucucrrichtete Gouveruements-Regiernn-gcn nud 40 ueuc Krcisämtcr wurdcu am russischcu Ncit« lahrstngc (am 1Z. d. M.) fast zn gleicher Heit in den Vormittagsstunden von 10 bis 12 Uhr eröffnet. Den Eröffnungen gingen feierliche Gottesdienste in dcn Kirchen aller Bekenntnisse vorher, denen die Spitzen dcr Militär-und Eivilbchördcn, die Beamten aller Kategorien, die Bürgermeister, Gcmcindc-Woyts, Dorfschulzen nnd zahlreiche Andächtige von Nah und Fcrn 'beiwohnten. Am 15. d. M. erfolgte die Auflösuug dcr bis« hcria.cn Ncgicrungscommifsion der Finanzen uud die gleichzeitige Eröffnung dcr au dcr Stelle derselben cr-iWctcu, dcm Finanzministerium in St. Petersburg nntergcordnctcn Casscn - Abtheilung. Vei dcr neueröffneten Finanzbchördc sollen ausschließlich Nusscu als Beamte augcstcllt wcrdcn, dic hier größtcuthcilö aus St. Petersburg schou eingetroffen sind. Ein Ulas voin l). d. M. hebt die Oberrcchnungstammer uud die übrigcu Eoutrolbchördcu, wic die Staatsschuldcutilguugscommis« sion, dic Stcinpclstcncrcontrolc .lud dic Rcvisiousabthci» lungcn dcr Iinanzcomniission uud dcr Postuerwaltuug auf nnd führt in dic Stelle dcr aufgehobenen Control-bchördcn, drci Controlkammcrn ciu, die iu Warschau, Lodz uud Lubliu errichtet werden und dcm General' controlenr in St. Petersburg untergeordnet siud. Auf dicsc Weise ist die gcsammtc FimmMrwaltung des Koma-rcichs ihrer Selbststäudigkcit beraubt uud dcr Finanz-Verwaltung dcs Kaiserreichs einverleibt worden. Durch Verfügung dcö Staathalters Grafen Berg vom 21. d. M. ist das in Folge dcs Aufstandcs von 1803 errichtete Amt dcö Gcncralpolizeimcistcrs dcs Königreichs ucbst den von demselben rcssortircndcn Kreisbchördcn von: 13. d. M. aufgehoben worden. Die sammtlichcu vom Gcncralpolizcim'cistcr vcrwaltctcu Augclegeuhcitcn sind dcr Ncgicrungscommission dcs Innern und dcr geistlichen Augclcgcuhcitcu z>lr Vcrthciluug an dic Gouvernements, und Krcischcfs übertragen, dic Warschauer Polizcivcr-waltung abcr bis zu ihrcr demnächst erfolgenden definitiven Rcoraauisatiou unter dem Gcncraldircttor dcr Ne-gicrungscommission dcS Innern nud dem Chef des hie-sigcn Gcndarmcricbczirks, Obcrpolizcimeistcr Varon Fre. dcriks, bclasscu worden. ^elsingforü, 20. Jänner. (Eröffnung dcs finn. ländischcu Landtages.) Iu der Thronrede er-klärt der Kaiser, cs wcrdc dic Porlagc cincs Gcsctzes bezüglich dcr Landtagsbcrnfnngsordnnng erfolgen, ncnc Steuern wcrdcn nicht auferlegt. Der Borschlag wcgcu der Erläuterungen nnd Ergäuzuugeu dcr Gruudgcs'ctze Finnlands und dic Frage dcr Finanzreform wcrdcn anfgcschobcn. Beamte abgefordert wcrdcn müsse. Auf die Gallcrie ^ MNWMZ wedcrcs Tifchlciu mi Kmtcu u,d Ä^ ^ 'o w^ jcd-uud hat man dcncn da , lw,^7 7'^" sein, Spiel Karten mit Eiubegrist^ rm ^?^'!"' ^^ stigcr Zugehör zwci Sicb^" ^^ ' ^/«son- icdcs 'I'i^.I^.Brcht abcr vicr SicbenH '< 3" ^tabcuc vcrstäudigt, daß die Iuhaber vou G^erie-od'er P Nerre-Plätze.l „nach Belieben mit dcncn Lg, fre i ^7cw"^.?"ucßen nnd auch in sclbe 'auslud Logen od '^ ' ciu zweites vcrwcist dlcjcuigcn, wclchc dc" LogcuH' "" ^' alle mal haben wollen, au richtet ist." ' '^clchcr zn dcm Ende schon nntcr- erinn^^ ist daran zu ßigcn Stiickeu uud der ^. /"^ ^^^"' ^" rcgclmä-cutschicdcn hin- und her chw^f^" 5r7'^ '"^ "". mußte cinc Tragödic, un^f //' ^"e Donnerstage cinc ncue gegeben wcrdcn. E ''' ^nen drei Wochen lyeukt/' Fornclia/< ..Mnttcr dc/^a cheu " "^" /^ uud „Mcrope" schnell nach cinander auf das H"? '? U'n dieselbe Zeit wurde die Stcgrcifspiclcr ciuc Nachccusur ciugeführt, iudcu ', für „Uuauständigkcitcn und widersinnige Ausdrücke" - !! '"tt cineni Verweise, bci dcr zweiten Ucbcrtrctuna m Haft, bci dcr dritten sogar mit leben« "ngluhcm Fcstungsarrcst gedroht wurde. Abcr trokdc,,, "ucbcn, nachdem 1752 das deutsche Schauspiel dcr Auf kais l^ ^^nllistrats übergeben und nach zwci Iahrcn ode,, c Nc'vorden war, Hannswurst uud Stcgrcifcomödic dies lbc: ^,^<"mcufels scincn sicgrcichcn Fcldzug gcgcl, icwen uutcruahm. ^N^ Abdpst.) — Der fretenfische Aufstand dauert trotz aller Versichcruugen dcs Gegentheils fort. Das griechische Ecntralcomitu anf Syra hat beschlossen, den Aufstand nuumchr auch auf audcrc Inseln dcs Archipelagus zu vcrpflauzcn. In Paris verlangen die außerordentlichen Gesandten Griechenlands die Abtrctuug Eandia's, dcr Eytladen nnd eines Thcilcs Thessaliens. — Der „Indcpendance" wird aus Constantino pel unterm 19. d. mitgetheilt, daß cin Brnch zwischen dcr Türkei nnd dem Königreiche Gricchculaud imiucr Wahlschein« licher werde. Der Sultan sclbst sei übcr die lange Dauer dcs Anfstaudcö in Candia sehr ungehalten und gebe jener Partei im Ministcrrathe Gehör, welche, im Gegensatze zn dcn gemäßigten Ansichten Aali Pascha'S, znm Kampfe gegen Hellas dränge, um dort die Quelle dcr Beunruhigung zu verftopfcu. Die militärischen Nüstnngcn würden, meldet der Correspondent des Brüsseler Blattes fcrucr, mit besonderem Nachdrücke betrieben uud alle verfügbaren und flüssig zu machenden Geldmittel auf dieselben verwendet; die Rcservcmänner scien in der That einberufen. Hagesneuigkeiten. — (Vuchhaltungöb eamten.) Die „Presse" schreibt: Achten Montag ist von der obetften ContiolSbehörde an sämmtliche Aurcmichefs dcr Wiener Civilbuchhaltungen die allerhöchste Entscheidung über das Aubienzgesuch der Vuchhaltlmgsbeamten helabgelcmgt. Dieselbe enthält den Beschluß, daß den zur Prnswnirung bestimmten Vuchbaltungs» beamten lein Veg ü n stig un gs j a h r bewilliget, wohl aber der noch rückstandige Nest dcs Geli . - ^ Locales. ! — (Z n m L a nd la gs ab ge ord n ct en) der Eladt-gemeinde Gottschee nnd des Markles Neifniz wurde der Handelsmann und Hausdesis'.er in Laibach Franz .^'. Souvan gewählt. — (Zum Instil >lte der Friedensrichter.) Wie wir soeben vernehmen, ist der Glssln'nlwnrf belrrsseud die Einführung de>' Institutes der Friedensrichter dieser Tage an die diesige ?lduocatenlammer zur Begutachtung ge-leitet worden. Aus dem Entwürfe entnehmen wir, dah der Jurisdiction des Friedensrichters, desfen Amt ein nndcsol-detes Chrcnamt ist, alle Streitsachen bis zum Betrage von 25 fl. unterstehen, das, den Fnedrnsgerichtcn rNcksichtlich dieser Streitgegenstände auch die Ez'ecutiouZgewalt zusteht, und das; > gegeu die Lntscheidungeu der Frildensgerichte der Instanzcn-zng an da? Bezirksgericht geht. Von den Verhandlungen vor dem Friedensrichter sind ?ldvocaten und Nolarc ausdrücklich ausgeschlossen. — (Ehrende Anerkennung.) Wir freuen uns, mittheilen zu lömicu, das; das Willen unseres Thcaterdirec> tors Herrn Zöllner die ehrenvollste Ancrlcnnung gefunden hat. Ter krainifche Landesausschuh hat Herrn Züllner mit Schreiben vom 2l. d. M. für die würdevolle Inscenc-sclnlng der classischen Oper „Faust" (Margarethe) von Gounod die wohlverdiente Anerlennung sowie sür die in der lausenden Tbeatcrsaison neuerdings (Herr Zöllner leitete schou in früheren Jahren die hiesige Bühne) erprobte gediegene nnd umsichtige Leitung der hiesigen landschaftlichen Bühne die volle Znfricdenheit sowohl im eigenen als im Namen der Theaterfreunde ausgrsvrocheu. Indem wir dieses ehrende Zeugnist zur öffentlichen Kenntnis; biingeu, lönnen wir nur den Wunsch beifügen, das Publicum möchte die Bemühungen und Opfer des Herrn Directors durch einen zahlreichen Besuch entgelten. — (V od n i t f ei cr.) Morgen Nachmittags wird der Turnverein „Inzni Sokol" Vodnits Geburtstag in dessen Gcbnrtshausc (rn'l /.Niorw) seieru. Die Festlichteit beginnt um 3 Nbr. — (Theater.) Das gestern gegebene Lustspiel „Mein Manu geht aus" amüsirte das leider nicht sehr zahlreiche Pnblicum sehr, nnd starler Applaus und Hervorruf wurden den Herren Müller und Burggraf zu Theil. In dem Verla'fchen Charakterbild „Zigeuner" müssen wir das effect' volle Eplel des Herrn Find ei sen Hervorheden, welcker lebhast applandirt und gerufen wurde. Nie wir vernehmen, wird morgen wird die hier durch die glänzende Ausstattung und ausgezeichnete Darstellung so sänn'll beliebt gewordene Gounod'sche Oper „Faust" zum Ichten mal in diesem Carneval gegeben, iudcm bereits ucue Overnauf» sührungeu bevorstehen. Eo nennt man uns unter anderen Voieldieu ' s „Weis-,e Frau" zum Vencsice des Frl. Ueh : Lortzings „Lzar und Zimmcrmann'" „Hugenotten" u. a. Kommenden Montag, den 4. d. M., wird Halms reizende Dichtung „Wildfemr" und Dienstag, den 5. d., zum Be-uesice des fehr verwendbaren Herrn Art Henrions gelun» gene Parodie des Halm'schcn Slüclcs: „Naletl" gegeden, welchen beiden Vorstellungen wir wohl vull, Häuser in Aussicht stellen dürfen, — (SchlußVc r h andlunge n) beim l. ü. Landes gerichte in Laibach. Am U. Februar. Johann Nomöat und Franz Icras: Tiehstahl und Vorschublcistung. — Am V.Februar. Anton Frislovec und Genossen i Dirbstahl. Ncucstc Post. Entgegen den Nachrichleu, welche uon einem Ab' bruche der Zollucrhaudlnugen init Preußen zn erwählen wisfcn, wird der „Debatte" vuu einem ihrer Wicucr Corrcfpondcutcn nlitgetheilt, daß diese Berhandlungcu nur vertagt wurden, wobei der Tcrnnn zur 3,^icderanfuahmc dcrfeldcu ausdrücklich fcstgcflcllt worden ist. Die'.Ilachricht, daß in il la g cu fürt ei it Hofrath und drci Äczirtsuorftehcr pcusiouirt wordeu fcieu, weil sic während dcr Adrcßdcbatte in dcr letzten Session dcS Landtages eine der 9ccgierung feindselige Haltung angenommen haben, entbehrt, wie der „Debatte" mitgetheilt NM'd, aller thatsächlichen Vcgründnug. Ueber die Absichten der Regierung in dcr Nc i ch ö -rathsfragc wird dcr „Bohemia" uon wohlunterrichteter Seite geschrieben: „Während in den Alättcru immcr ncne Versionen auftauchen über die angeblichen Absichten deS Ministeriums, daö Iäuuerpatent noch in letzter Stnnde einer neuen Modification ;n unterziehen, weiß man gerade in solchen Kreisen, welche sogar ein gewisses Interesse daran hätten, dieses Gerücht zn bestätigen, nichts, was eine solche Erwartung als berechtigt erscheinen ließe. Versichert wird vielmehr, die Negierung wcrdc iu leincr Weise die Initiative ergreifen, um an jener Form, welche ihr bereits seit langem als die geeig- netste vorgeschwebt nnd die nun durch daS Jänner Patent ins ^ebcn gerufen wird, Aenderungen uorzn- l nehmen. Wohl aber werde sie dem Vertrctuugskörpcr selbst in teiner Weise entgegentreten, sobald derselbe daran gcht, seinen eigcucu Nechtsbodcn umzugestalten, sich etwa ans einem außerordentlichen Reichsrathe in einen ordentlichen zn verwandeln. Daß aber die Abstimmung der deutschen Landtage die Ncgiernng nicht hindern wird, die Session des Neichsratheö ihren Verlauf nehmen zn lassen, wird mit großer Uebereinstimmung versichert." „Vtld." schreibt: Wie die „Krenzzeitnng" und nach ihr ein großer Theil dcr Wiener Ionrnalc zn erzählen weiß, soll man sich in Prag nntcr anderem dahin geeinigt haben, daß in Böhmen, Mähren nnd Schlesien keine Deutschen, in Galizien keine Nnthcncn in den außerordentlichen Reichsrath gewählt werden sollen; auch habe die aristokratische Parlci gegen ihr gemachte, nicht nnwcscutiche (ioucessioueu sich verpflichten müssen, mit der Nationalpartci bei den Nahlcn Hand in Hand zn gchcn. Wir tonnen diese Darstellung als gänzlich irrig bezeichnen. Die P a r i s er Nachrichten lauten sehr friedlich; man glaubt die Gewißheit zu haben, daß die Sesfiou des gc» sctzgcbcndcn Körpers mit einer Thronrede voll Friedens-Versicherungen eröffnet werden wird. Das „Journal des Dcbats" will schlechte Nachrichten aus N o m übcr die Verstäudiguug mit Italien habcn. Das siuauzielle Expos« Scialoja's ist von den päpstlichen Blättern für eine Phantasterei erllärt worden uud das Gesch, betreffend die Freiheit nnd Unabhängigkeit der Kirche, wird von ihnen für lächerlich nud scheinheilig erllärt. (Die Maxime, freie Kirche, freier Staat, wird übrigens auch von Pariser liberalen Blättern ver» worsen.) Eine Corrcspondcnz dcr „Opinione" ans Pari.S dcducirt die Nothwendigkeit eines Abkommens zwischen Frankreich und Prc,nßen, wenn letzteres sich noch weiter vergrößern sollte. Dieses Abkommen würde in dcr Ncet i si c ati ou der Grenzen in Bezng alls die Niederlande, Belgien nnd die S ch weiz bestchcn. TcllMlNlmr. (Original-Tttcgramm der „Laibacher Zeitung-") Wien, AR.Iäl,,,^'. Die „Wr. Abdpst." schreibt: Die Zoll und 5>al«dcl6frane zwischen .Vcsterreich und Preußen ist so weit gediehen, daft Dell'riicl nach Vcrlin abgereist ist, während Mlilippöboru bis zur Vrlcdiguuss der Sache in Wien uerlilieb. — In den nieder-österreichischen Landwss wurden ^'wählt f,ir Vruck Statthalter Graf^horinöfy, für Hietzing Dr. Vrestl, für ^losterneubnrss Prüf. Unger, für Äreuukirchen Arneth. — Die Eröffnung der Pariser Auöstellunss wurde verschoben. Pest, 30. Jänner. In dcr hentigcn Sitzung dcr Sicbcnnndscchzigcr-Commisfion wurde Alinea 8 mit dcr von Gorovc beantragten Modification angenommen. Die Alineas '.» nnd 10 gingen im ganzen unverändert dnrch. Für Alinca 11 brachte Abgeordneter Hollan folgende ssormnlirnng in Vorschlag: Iu Folge dcr eonstitutio-nellcn Rechte Sr. Vtajcstät im Bereiche der Kriegsange-legenheitcn wird alles, was auf die einheitliche Leitung, Führung uud inuere Organisation des gesammtcu Hec» rcs und somit auch des ungarischen als cincs ergänzenden Theiles des Gesammtheercö, Bezug hat, als dcr Verfügung Sr. Majestät angehörend anerkannt (ursprüng< lich hicß es: dcr gemeinsamen Verfügung). Dcr An-trag Hollans wird angenommen. Die Alinea 12 wird trotz cincr durch Sommcßy beantragten Erweiterung nnucräudcrt beibchalteu. Zn Alincn l.'i, worin erkannt wird, daß die Regelung nnd Umgestaltung dcs Wehr-systcms nur mit Einwilligung dcr nngarischcn Gcfctzgc-bnng stattfiudeit tonne, beantragt Hollnn, das Wort „Regelung" durch „Fcststclluug" zu ersehen und die Alinea durch folgenden Znsatz zu erweitern: 'Nachdem iudrß ciuc solche Feststellung nnr nach gleichartigen Principien zwcckmäßig durchzuführen ift, wird in jcdcm sulchcn Falle nach vorangcgaugcncr Vereinbarung zwischen beiden Ministcricn ein von gleichen Principien ausgehender Entwurf beiden Gesetzgebungen unterbreitet werden. Znr Ansglcichuug dcr in den Anschauungen der Legislationcn ctwa auftauchenden Unterschiede werden die beiden ^cgislatioucu mit einander durch Deputationen in Berührung trct'cn (wird angcnommcn). Dic Aliucas 14 nnd 15> ohne Vcmcrknng erledigt. Die vom dent^ schcn Bunde sprechende Alinea 10 wird auf Autrag Boni's nnter Dcaks Äeistiminnng gestrichen. Alinea N wird angenommen; Alinea 1^ uach den von Gabriel ^ouyay bcautragtcu, von Denk unterstützten Aeudcruugcn derart amcudirt, daß es jetzt anstatt: „bei den übrigen Steuern" blos „bei den Steuern" heißt und daß vor „treibt ein" noch hinzukommt „rcpartirt." Bei Alinea Üi unterbleibt die Berathung bis die Aliuca 63 zur Verhandlung tommt. Die Alineas 20 bis 24 wurden augcuommcu. Ueber bic weitcrn Aliucas bis 5>3, wclchc von den Delegationen handeln, entspann sich eine Generaldebatte, dic heute bccudct wurdc. Die Spccialdcbatte folgt morgcu Nachmittags 5, Uhr. Dcak hielt eiuc wirlllngsvollc Ncdc, iit welcher er, den Einwendungen dcr Linken gegenüber, für die Unschädlichkeit und Zweckmäßigkeit der Delegationen sprach und in Folge deren die in Ncdc stchcudcu Alineas im Principe angenommen wurden. Berlin, 30. Jänner. Die „Provinzial'Correspon-dcnz" bestätigt, daß die Erösfunng des norddcntschcn Parlamentes am 24. Febrnar stattfindet, constatirt das erfreulichste Vorschrcitcn dcr Vorberathuugcn dcS Vcr-sassuugscutwurfcs uud bemerkt, die wesentlichsten Gruud-Iagc,i seien bcrcits vereinbart nntcr vielfacher Berück-sichtignug dcr besonderen Wünsche der Einzelrcgicrnugen. Der Schlnß dcr Eonfercnzcn erfolgt demnächst. Für Hauuovcr siud Vcaintcuvcrsctznugcn angekündigt. Floren;, 29. Iänncr. In dcr hcutigcu Kammer-sitznng iutcrpcllirte Abgcorducter Virio anläßlich dcs Vorfalles mit der Fregatte „Formidabile", welche von einem österreichischen Fort beschossen wurdc. Airio mißbilligt das Verhalten des Eapitäns der genannten Fre< gattc. Dcr Marincminislcr sagt: dic österreichische Re-gierung habe die diesbezügliche Anfrage dahin beaut» wortet, das Fort habe ans Verfehcn anf die Fregatte geschossen; Oesterreich habe bereits scit October äuge-ordnct, die italienische Viariue freuudschaftlich zu behandeln. Dcr Mariucministcr fügt jcdoch hinzu: Der Eapitän der „Formidabile" habe nichtsdestoweniger das nicht gethan, was er thun sollte, und er habe ihm deshalb das Commando cutzogcu. Dcr Miuisicr sagt weiter: Die Verhaudluugcu mit Oesterreich hierüber dauern fort und cr glaube, dieöfalls nichts weiteres mittheilen zn können. Wenn die Corrcspondcnz beendigt scin wcrdc, will er wcitcre Mittheilungen machen. Birio hat hicranf die Interpellation znrückgezogeu. Ncw-A"r?, 20. Iänncr. (Kabeltclcgramm.) Der Präsident Johnson legte gegen die zweite Bill, betreffend die Zulassung dcs Staates Colorado zum Cou-grcssc, sein Veto ein. Telegraphische Wechselconrse vom ^ll.Iiwuer. siprrc. Mrtalliquc« 00. — 5prrc. Mrtalliqilrs niit Mai- und NoUciutn'l'-Znism (>l. — bperc.^iational Anlchen 70,40, — Vaul-actien 7.'l5>. — Creditaclien 16^. — 18<'i0<-r Slaalön'ilfheu 87, — Sillier I!^ 75). — London 130.40. — K. s.Dilcateil 6.18. Verstorbene. D e „ 2 5>. I ii n u r r, Johann Mikn^ FrilchtenlMoler, alt ^0 Jahre, iin Ciuilspital, au drr Liuig^iilähmung. D cu ^ll, Iäuner. Dem ^opold Hoff, Wächler, fein ^ind Vincent alt 5» Monate, in der St. Petcrsuorstadt Nr. 148, cni dcr Darrsucht, Den 27. INul, er. Drin Herrn Josef Moziim. l, s. Haufttcassa-Ofsicial, seiu Kind Maria, alt 1 Jahr und N Mona", in der Stadt 175>, am hitzigen Nasscrtüpfe — Dem Fran; Koschicr, ^ Dienstinann, scin Kind Johann, alt 5i Jahre und 1'/, Monate, ^W in dcr Stadt Nr, ^75, an der brandigen Nachcnliräun?. Dcu 2!). Jänner. Josef Balantic, Sträfling, alt 72 Jahre, im Gefängnis^hanse Nr. 82. an Altersschwäche. Den 30. I anne r, Johann Millaviic, Sträfting, alt 46 Jahre, im Inqmsitionohaus!' Nr, 88, an der AnSzehrnng, Angekommene Fremde. Am 20. Iänncr, Stadt Wirn. Die Hcrrm: Civacic,, Handelsm., vou Görz. Znpan, Nerf^bcamter, au3 Wochcin, -- Pollaf, Reisender, von Wien. — Krüll, Handluug^rcis, ans Tirol. - Pagatschuig, Werlsverwalter, von Toplice. — Iombart, Herrschaftsbes., von sslingenfelö. — Flanre und Mallaret, Reisende, nuü Frankreich. — Urliancic, Gutsbcs., von Thnrn. — Ncumaii, HandclSm,. von Gotlschee. — Horwat, Handelöm., von Marbnrg, — Fich-tenan, von Pogani; — S:nolc, Gntölies.. von Nudolsswerlh. Glcpliaut. Die Herren: Maier, Spitzenhändler, au« Böhmen. — WanMizh, Von Natcl. — Ritter u, GnüuannSthal, Herr-schaftsbes,, von Savenstein. — Dobnrr. Fadrik^director, uon Hof, — Herrmann, Ingenieur, von Wien. — Pelrii, Ornnd- , Besitzer, von Log. Wildcv Mann. Die Herren.- Nitscher nnd Drechsler, Nei-sende, von Wien. — Rom, l, l. Oberl,, von Trieft. — Gras Varlio, von Kroisenliach. Mohvett. Herr Sncditz, Ncalitätenbes., von St. Veit, Theater. Heute Freitag den 1. Februar: Viebesgeschichte,» und Heiratssachcu. Posse iu li Acten uon Nestroy. Morgen Samstag de« 2. Februar: Faust (Mavaarethe>. , ! Große Oper in 5 Acten von Gauuod. < U cl< r rm o r g e n Sonutag den 3, Februar: Hiuko, der Freiknecht. G Schauspiel in 5 Acten von Charlotte Virch-Pfeisser. D Vtorgen Samstag, am Tage Maria Lichtmeß, Concert ! dcr Capellc vom Ncgimcutc M ccklcnbnrg - Strcl i ^ Anfaitg halb 8 Uhr. -- Lntr^e 15 kr. >