OMcher Nr. ,58. fi. ll, halbl N. 5 50 Ml bit HufieNung in« Hou» ha!b>, »N ll, Ml der Post gan^. fi. ,s>, halbj. fi, ? 50, Freitag, 13. Juli. 3»lellio»»«eb« hl: sssr Ne!n« 3nl«»«tt bl« ,n 4 gtlln, « »»., ««<>»« Pl. Htill « tl. l be! zstnei, Vilbelyolunge» p». Zeile « li. 1877. Amtlicher Theil. 3e. l. und l. Apostolische Majestät haben mlt «llerlMst unterzeichnetem Diplome dem l. t. Professor "« der Akademie der bildenden Künste Karl VlaaS "ls Nitter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse l" Gmäßheit der Ordensslatuten den Ritlerstand aller-»"«diast zu verleihen geruht. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit «Ulerhöchster Entschließung vom 5. Juli d. I. dem galizi. «chen Statthaltereiralhe Hermann Loebl in Anerlen« "ung seiner vorzüglichen Dienstleistung den Orden der «ernen Krone dritter Klasse mit Nachsicht der Taxcn "llergnüdlgst zu verleihen geruht. Nn ^' ^ ""b l. Apostolische Majestät haben mit «ueryüchstrr Entschließung vom b. Juli d. I. in An-"lennnng verdienstlicher Leistungen insbesondere bei dem waue der Staatsbrücke in Salzburg dem Baurathr "ranz Pieschel das Ritterkreuz deS Franz Joseph, "roens, dann dem Ingenieur Gustav Kunzc das gol-oene Verdicnftlreuz mlt der Krone allergnädigst zu ver. l'lhen geruht. __________ Nm N. Juli 1»?7 wurde in der l. l. Hos. und Staat«, «ruckerei m Wien da« XXll. Stück de« «eich««esehbl»t»l«. vor laufig blos in der lieulschen Nnsgnbt, ausgegeben und verselldsl. Dasselbe enth»lt unter Nr. 54 die ltundmachuny de» HandelsminiNerium« vom2I.I»l,l 1877. betreffend die Erwerbung der l. l. priv. Vr, Juli 1877 wegen Aufstellung ein« neuen Scala fur die Vemessimg der LtiftunoMhigtcll der Saftpressen in UUbenzuckersabrilen; Nr. 59 den Erlaß de» Finanzminifilrium« vom 9. Juli 1«??, bttilfflnb die Pauschalierung der nach dem Diffusion«, "«fahren arbeitenden Rubenzuckerf«brilen in der gucler-«ztugungeperiodt 1877,78. (Nr. Zl«. Nr. 156 vom l l. Juli 1877.) Nichtamtlicher Theil. Oesterreichischer Reichsrath. 59. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 10. Juli. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist das Gesetz (Regierungsvorlage), betreffend die Enteignung zum Zwecke der Herstellung und des Betriebe« von Eisen» bahnen. Nach langer Debatte, während welcher zu wie» derhollen malen Freiherr v. Heln, Freiherr v. Hye, Graf Nechberg und der Iustizmlnister Dr. Glaser das Wort ergriffen, wird das Gesetz nach den Antrügen der Kommission in zweiter und driller Lesung angenommen. Das Gesetz, betreffend dic Gedeckung der Kosten der gänzlichen Durchführung der Donauregulierung bei Wien, wird den Veschlüssen des Abgeordneten, hause« gemäß, und ebenso da« Gesetz bezüglich der Gin» Mündung der Fichtelgebirgebahn in Egerin zweiter und dritter Lesung angenommen. ES wird hierauf die Wahl in bit Delegation vorgenommen. Nach erfolgtem Scrutinlum erscheinen folgende Namen al« jene der Gewühlten: Graf Velrupt, Freiherr v. Burg, Graf Fallenhain, Landgraf Johann Fürstcnberg, Freiherr v. Engerlh, Ritter o. Arneth, Ubt Helferstorfer, Kardinal Kutschier, Freiherr von Koller, 'fNrst Friedrich Liechtenstein, Graf Rechberg, «llgraf salm, Ritter v. Schmerling, Fürst Schönbura, Ritler t^Slrlnz«, ftürst Thnrn-TaxiS, Graf Trautmannedorf, Graf Wldmann, Freiherr o. Wintersttin, Graf Wrbna. MS Ersatzmänner: Filrft Lzartoryski, Graf Hoyos, Baron Hackelberg, Freiherr v. Mayer, Geheimralh Mo. ser, Freiherr v. Ritler, Freiherr v. Härdll, Graf Guido Thun, Fürst Rosenberg und Graf Georg Tburn. Ministerpräsident Fürst Adolf Au er «perg er« hebt sich zu folgender Mittheilung: ..Ich habe die Ehre, dem hohen Hause die Mittheilung zu machen, baß über Allerhöchsten «luftrag der Reichsrath vom heutigen Tage an bi« zum 3. September vertagt ist." Hiemlt erscheint dic Sitzung geschlossen. Zur Situation in Franlreich. In Franlreich beschäftigt sich die öffentliche Mei> nung fast ausschließlich mit den Chancen des bevor, stehenden Wahllampfes. Im allgemeinen befestigt sich die Annahme, daß es der republikanischen Partei nur mit sehr großen Schwicriqkellen gelingen werde, die Paria« menlsmehrheit zu erringen. Wie der.Monileur univer-sel", eine in diesem Falle allerdings nur mit Vorbehalt zu citierende Quelle, versichert, lautcn auch die dem re« publilanischcn Iuristencomit6 von Paris aus den Provinzen zugegangenen Bcrichle für die Aussichten drr re« publilanischen Kandidaten immer weniger günstig. Man nenne sogar schon einige von den A<>/5, dic sicher nicht wiedergewählt werden würden, so Vethmont in Roche» fort, Lesguillon im Loir>et Cher, Gatincau in Dreux, wo der Präsident der Pariser Wechselagenten, Herr Mo« reau, die Majorität haben werde. Im Norden, Nord. Westen und Südwesten wären die konservativen de< Sieges gewiß; desgleichen sei die Wahl dcs Herzog« D6cazcs in Libourne (Gironde) und des Grafen d'Haus. sonvillc in Scinc-cl-Marnc gesichert. Das republikanische Iuristencomitö hat übrigens soeben cm motiviertes Nechlsgutachtcn des Advokaten Durier angenommen, Welches ausführl, daß ein Präfect rincn Mißbrauch seiner Amtsgewalt begeht, wenn er einem fliegenden Vuchhändler den Bertrieb gewisser Zeitungen verbietet, oder nur unter der Vedingung, daß er sich dcs Handels mit gewissen Zeitungen cnlhalte, die Concession ertheilt oder beläßt; das von einer solchen Maßregrl betroffene Blatt lvnne den Präfectcn entweder wcgcn Mißbrauchs der Amtsgewall beim Verwaltung«» gerichtshofe oder auf Schadenersatz bei den ordentli» chcn Gerichten belangen, und dasselbe Recht stehe den in ihrem Gewerbe beeinträchtigten fliegenden Buchhänd' lern zu. Mittlerweile ist auch Gambetta bemüht, die den rrpublilanischcn Bestrebungen ungünstigen Nachrich« tcn mbglichst abzuschwächen. Er empfing am 7. d. M. eine Deputation der französischen Kolonie von Viel in der Schweiz, in ihrer Mehrzahl aus Elsaß Lothringern bestrhcnd, die für dic französische Nationalität optiert und sich in dem schweizcrischcn Fabrilsorte angesiedelt haben. Diese Deputation überreichte Gambelta durch ihren Führer Herrn Wormscr als Zeichen ihrer Ver. chrung eine in Biel gefertigte Uhr. Gambetta dankte gerührt und sprach bri dieser Orlrgenheil die zuvcrsicht' lichc Erwartung aus, daß die bevorstehenden Wahlen den Triumph der republikanischen Sache besiegeln werden. „Und da Sie — schloß rr — in Ihrer Ansprache auch des Herrn Thiers gedacht haben, dcs Mannes, der seinem Vaterlande so ausgezeichnete Dienste geleistet hat und noch leistet, so lvnnen Sie Ihren Freunden jagen, daß seine Gesundheit niemals kräftiger und blühender, sein Geist niemal« heller und munterer gewesen ist. und daß srine Frische, Liebenswürdigkeit und sein Scharfblick wahres Erstaunen erregen. Hier in Frankreich ist diese Thatsache bekannt und ärgert unsere Gegner nicht wenig. Was mich betrifft, so erhebe ich durchaus nicht den An« spruch, in dem bevorstehenden Kampfe als einer der PlebiScit.Kandidaten — wie man es nennt — zu figu» rieren. Mein Platz ist in den Reihen der Demokratie, drr ich uneigennützig und ohne Hintergedanken dienen FeuiVeton. Das Mmer Münster-Jubiläum. In den Tagen vom 29. Juni bis l. Juli ist in Ulm das fünfhundertjährige Jubelfest des "tunsters gefeiert worden Im Centrum der Stadt «tit das herrliche Bauwerk. Von den Ecken dcS Haupt. Mrmes wehen die Flaggen von Ulm, Württemberg, "aiern, lind hoch oben von der Höhe des provisorischen "nches wallt in mächtigen Schwingungen eine gewal« ''Ne Flagge in den Farben des Reiches. Weiteren Flag. « "schmuck trägt der Chorthurm, drr seinem Abschlüsse ein M) ^'''' ""^ Drückt ist. Man hat eS vermieden, do -"lonument mit besonderem Schmuck zu versehen, H' dessen Hinnen fünf Jahrhunderte eine so beredte g^"a> sprechen. Wenn man die Vedentung der heuti-lvlll ?^^t" Tage nach ihrer ganzen Tiefe ermessen . ". dann muh man sich in den Münster selber bege« 2 s.U'ld das Modell betrachten, welches den Bau in dem du ü ^ zein.t. in welchem er in den Vierzigerjahren f,,.. ^em wiedererwachcnden Kunstfinne sozusagen neu ttla, ! ""^" ""'^t' Mit nicht geringem Schrecken Nütk l^ "^" b°' daß eines der großartigsten Denkmale Und 35. "k""st eine dem Einstürze nahe Ruine sei. Bm. '"'l als der Meister, der mit denen, welchc den dem ^"Nebracht, seinen Namen für alle Zeiten mit swurati.n?I""m Werke verknüpft Hal, Thrän, dic Re< n- ein K^°" '"" geschickter Hand angefaßt hatte, mußte schstellen ^°"^" bes im Gewölbe klaffenden Baues thun um >^"lang hatte der Baulünstler vollauf zu ' "n Va», zunlichst nur vom drohenden Unter gange zu retten; erst allmälig konnte man daran den« len. verschönernde Ausbesserungen vorzunchmcn. und dann erst schlug dic Stunde, da an den scit mehr als drei Jahrhunderten stockenden Wciterbau gedacht werden konnte. Heute ist er in vollem Zugc, heute feiern wir nicht blos das Fest der vor einem halben Jahrtausend vollzogenen Orimosteinlcgung; wir feiern hcutc auch das Fest der Wiedcrcrstchung des Baucs. Gerade diese seine Oe< schichte, die Jahrhunderte, die an dem Baue vorüber» gegangen, die wechselvollen Schicksale, auf welche scine Giebel hernirdcrgeschaut, und das Zeichen dcs wiedercrstan> denen Reiches, das srin Thurm so stolz zur Schau trägt: das sind Momentr. die sich vollberechtigt nrbcn dic künstlerischen Eigenschaften stellen, welchc dem Bau in so reichem Maßc zugestanden wcroen. Der crste Eindruck, den der uligcheure Dom macht, ist dcr der überwättiucndln Kühnheit. Dabei abrr strhrn Brcite. Länge und Hohc wieder unter sich in so glücklicher Harmonic, daß lein unanacnchmes Gefühl platz« greifen tan,,. Der zweite Eindruck ist dcr. daß dcr Geist der Bauherren lind Baumeister durch mehrfache Schick» sale und durch Einflüsse von außen cin wcchsclnder gc> wesrn, und sodann lassen dic Spuren, daß eine vanda« lisch verwüstende Hand sichcr der einstigen künstlerischen Ausstattung der Kirche vorgegriffen, auch bei dein wohl. wollendstcn Sinne sich nicht verkennen. Abcr bald gc< winnt wieder dcr frohe Eindruck die Obcrhand, daß die höchsten Schätze gothischer Kunst erhalten sind und daß frommer Sinn die Mittel gewährt hat, um manches Juwel wiedcr nru leuchten zu lassen; und mit geholt« nem Herzen vernimmt man die Kunde, daß bedcutcnoe neue Wcrlc weit vorbereitet scien und bereits der Stunde ihrer Aufstellung harren. Acußerc und innere Restauration gehen heute nebeneinander hcr. Der Chor mit dcn beiden Seitenthürmen wird bald vollendet sein, dann kommt die Reihe an dcn Hauptthurm. Hat dicser scinc Kreuz^ blume, oder wie man früher wollte, sein Marienbild erhallen, dann ist das Reftaurationswerl im Aeußern vollendet. Der Mauerstock de« Schiffes ist von Backstein auf. geführt und zeigt msofernc aroßc Achnlichleit mit der Frausnlirchl i» München. Dic ,^ormstcinr drr Fcnster-cinfasslmgcn sind grwachscnr Steine, und heute werden auch für orn Maucrstock nur noch Quader verwendet. Längst sind die allen Steine von den Stürmen der Hcit schwarz gebrizt worden, ja dcr Zahn dcr Zeit hat manchen Stcin, dcn er zu erreichen vermocht, zernagt und vcrmodrrn lassen. Das hat zu einer sonderbaren Erscheinung geführt. Icder Stein, dcr seiner Aufgabe nicht mehr genügen wollte, ist beseitiat, und die Re» ftauration dcr Strebebögen, die zum Thrll in die Fiinf^ zigerjahre fällt, datiert brrcilS seit so langc her, daß auch diese Glrinc sich in ihrem Farbentone von ihren jüngeren Hcnosfcn zu entfrrncn beginnen. Aber noch sind tausendfältige Strllcn zu bezeichnen, welche zeigen, wie ocr vcrwrgcne Muth dls Bautechnilcrs in schwindelnden HLHen da einc Velastungspyramide errichtet, dort einen morschen Strin durch einen gcsunden Quader erseht, dort wiedcr Fugrn vrrstrcicht. Dicsc hcllcn Slellrn aebcn 5em altersgrauen Gau sin fast buntscheckiges Ansehen. Dic kühnen Wanderungen dcn HKHen diesr« BaueS ent» lang sind redende Zeugen dafür, daß die Gegenwart den Ruhm, dic Herrlichkeit dcs BaueS erkannt und gerettet zu haben, für sich in Anspruch nehmen darf. Dcr Ban unterscheidet sich von ähnlichen Bauten in K0l», Wirn ,l. s. w, datuirlb. daß lm ihm cin Quer» 1294 »ill. Frankreich braucht nicht die einen Häher zu er^ heben als die anderen, sondern es darf von jedem seiner Kinder verlangen, daß es nur für seinen Ruhm und sein Wohlergehen wirle. In diesem Sinne nehme ich Ihre Gabe als ein Zeichen republikanischer und französischer Brüderlichkeit an." Ueber das voraussichtliche, mit einer kleinen Majorität vermuthlich zugunsten der Regierung ausfallende Resultat der Neuwahlen, stellt der Pariser Korrespon-dent der „Pol. Korr." folgende Berechnung auf: „In Regierungslreisen — schreibt derselbe — fieht man dem Resultate des Wahllampfes mit großem Vertrauen eiU-gegen. Man rechnet nicht ausschließlich auf den von allzu vorgeschrittenen republikanischen Elementen gründlich ge-reinigten Verwaltungsapparat, sondern auch auf die Ein« wirlung der Zeit und die reifere und ruhigere Ueber« legung. Die größte Gefahr für die Regierung bildet der klerikale Ruf, in den man sie gebrachthat, sowie der, gegen dieselbe genährte Verdacht, als ob sie auf eine Verwicklung nach außen sinne und das Land einem Kriege aussetzen wollte. Die Regierung hofft jedoch, daß die Zeit bis zum Veginne der Wahlen für sie ausrei» chen wiro, um sich zu „enlllerilalisieren", um durch Thaten und nicht blos durch Worte zu beweisen, daß sie mit den Ultramontanen sich keineswegs solidarisch fühle. Dte Regierung zählt ferner darauf, daß das Land bis zum September die Ueberzeugung gewonnen haben werde, daß das Ministerium in der äußeren Politik eine noch r«seroierlere Hallung bewahrt, als das frühere Kabinett, somit in den maßgebenden Kreisen auch nicht der Schat. ten eines kriegerischen Planes vorhanden fei. Uebrigens verspricht man sich in Regierungslreisen keinen glänzenden Sieg und gibt sich leinen übertriebenen Hoffnungen hin; man erwartet eine bescheidene Majorität von 20 oder 30 Stimmen. Die Deputiertenkammer zühlt 532 Mitglieder; 363 Republikaner haben gegen den Act vom 16. Mai protestiert; in der Wirklichkeit find es jetzt nur 358, da einer gestorben ist und vier von ihrem Proteste zurückgetreten sind. Es würde sich demnach nur darum handeln, etwa 100 von der Linken zu depossedieren, d. h. die Linke auf 250 zu reducieren. Mr. de Fourtou soll sich verbürgt haben, dieses Re-fultat zu erzielen, und stützt derselbe seine Zuversicht hauptsächlich auf den Umstand, daß die Republikaner bei den letzten Wahlen mehrfach ihre Wahl nur Majoritäten von 200, 300, 500 Stimmen zu verdanken halten. Man glaubt daher, daß eine leichte Pression genügen dürfte, um diesmal diese schwachen Majoritäten zu stürzen. Man rechnet, daß die hundert Sitze, welche die Republikaner einbüßen werden, den Bonapartisten, Legiti» misten und Orleanisten zu ziemlich gleichen Theilen zu-gute kommen werden. Diese Auffassung scheint jedoch nicht ganz stichhältig. Für den wirklich eintretenden Fall eines Verlustes von hundert Sitzen seitens der Republikaner würde die größte Zahl derselben den Bonapartisten unzweifelhaft zufallen. Die Legitimists werden sich glücklich schätzen müssen, wenn sie ihre gcgenwärti-gen Sitze behalten, und die Orleanisten können nur ver. lieren. In Regierungslreisen meint man jedoch, daß di: Bonapartisten in keinem Falle über mehr als hundert« undfünfzig Sitze in der Kammer verfügen werden, und daß die Regierung gegen jeden imperialistischen Handstreich sich auf die Republikaner und die anderen Par. leien stützen könne. Hiebci scheint man nur zu vergessen, daß eine hundertundfünfzig Mann starke unbotmäßige bonapartistische Parlei imstande wäre, jeder Regierung nicht nur Schwierigkeiten zu bereiten, sondern sie überhaupt unmöglich zu machen. schiff nicht angeordnet worden. Deshalb waren die Architekten auch nicht in der Lage, jene zierlichen Wimpergen aufzuführen, welche insbesondere am Stefansdom einen so überraschenden Hindruck machen. Um so größer ist der Nachdruck, den die Baumeister auf die Haupt« fronte und den Chor gelegt. Der letztere hat in einer Kunstbeilage der Prefsel'schen Festschrift „Ulm und sein Münster" eine verständnisvolle Auffassung gefunden. »Es ist bekannt, heißt es hier, daß die gothischen Front-thürme, gleich den Streben, eine praktische Bestimmung haben; während diese den seitwärts wirkenden Schub der Gewölbe ausgleichen sollen, sind jene dazu da, gegen den in der Längenachse des Gebäudes wirkenden Druck als mächtige Widerlager zu dienen. Aber wie hat das Schönheitsprinzip das Nützlichkeitsprinzip durchdrungen, welch verschwenderische Pracht ergießt sich über diese Stirne! Es ist die glänzendste Spätgothil, welche sich vor unserem Auge entfaltet, gipfelndes Streben nach Höhen- und Lichteffect. Das vorgelegte, theilweise frei« stehende Stab- und Maßwerk, die doppelte Schneckenstiege erinnern an Straßburg. Die geschweiften Linien der Giebel, die über Eck gestellten pyramidalen Aufsätze find der charakteristische Ausdruck ihrer Zeit. Das Thurmviereck baut sich in drei Stockwerken auf, von denen jedes durch eine Brustwehr horizontal begrenzt wird. Der Schmuck der zwei oberen Geschosse sind namentlich ihre Lichtöffnungen. Das große mittlere Fenster, zurückgestellt unter schlanke, durch zierliche Krönungen verbundene Pfeiler und durcb diese Vertiefung doppelt lockend, ist das Martinsfenster, dessen Gemälde 1688 durch eln Wetter zerstört wurde." (Schluß folgt.) l Jene, die den Optimismus der Regierung nicht 'theilen, glauben, daß es ihr allerdings gelingen werde, >in die republikanische Partei Bresche zu schießen, daß den Republikanern jedoch nicht mehr als etwa fünfzig Sltzc zu entreißen sein werden. Die so geschwächte Parlei dürfte einer Transaction zugänglicher sein, wie fie vor dem Zusammentritte der Kammer am 16. Juni geplant ward, nämlich der Bildung elneS Versöhnungsminifte» rillins unicr Präsidium des Duc Decazes und unter Theilnahme Dufaure'S, Leon Renault« u. s. w. In den der Regierung befreundeten Kreisen macht sich noch elne drille Ansicht geltend. Selbst für den unmöglichen Fall, sagt man, daß die republikanische Majorität unverändert oder nach der Voraussage Gambetta's sogar verstärkt in der Zahl von 400 Mitgliedern zurück-lehren sollte, so wäre trotzdem für den Marschall M a c Mahon kein Grund zu einem Rücktritte vorhanden und er würde sich auch in der That nicht zurückziehen. Gestützt auf die Majorität im Senate, würde er zu einer zweiten Auflösung schreiten, um einen zweite», Versuch zu machen. Mit einem Worte, nach allem, was in Re. gierungslreisen verlautet, kann als sicher angesehen werden, daß Marschall Mac Mahon entschlossen sei, unter allen Umständen bis 1880 die Macht in Händen zu behalten. Er hat diesen Entschluß in seinem Tagesbefehl an die Armee selbst belont; aber man versichert zugleich sehr kategorisch im Elis6e, daß der Marschall nie zu einem Staatsstreiche Zuflucht nehmen, daß er vielmehr immer und bis zum letzlen Momente die Schranken des Gesetzes, welches ihm ohnehin einen weiten Spielraum gestattet, strengstens einhalten werde. Da« sind die Anschauungen im Lager der Rcqie. rung und ihrer Anhänger. Was die Opposition betrifft, so manifestieren oe> gutem Willen die Regierung nicht einige Persönlichlcile" christlichen Glaubens hätte ausfindig machen lünnen, «>" ihnen die Stellen von Gouverneuren und Umer-GoMl' neuren in j" mer votierten Gesetze und von der Regierung erlast""" Verfügungen beweisen, wie wenig Fortschritt in dies" Richtung zu erwarten, insolange nicht mternatio""" Verbmollchleilen die Pforte zwingen würden, diese Äah" ernstlich zu bclreten und auf derselben zu verbleibe"' Es wird nicht genügen, daß die Constitution gcwisf^ maßen unter curopäische Kontrolle gestellt würde; d" Pforte muß vor allem Gesetze erlassen und organisa^ nsche Maßnahmen treffen, die den in dcr Constit»^" enthaltenen Grundsätze,! wirklich entsprechen und d"' Bedürfnissen nach einer Decentralisierung der Verwalt""^ so weit als möglich Rechnung tragen Die Durckf^' rung dieser Gesetze und die Aufrechthaltung dieser 'M' nahmen müßte sodann den Mächten gegenüber verbiß und von denselben in einer wirlsamcn Wcisc überlv^ ^295 werden, ohne hiebci das Ansehen de« Sultans seinen Vollern gegenüher zu compromittleren. ^liur so könnte tt, wenn nicht weltsscschichtliche Ereignisse cine radicalc Lösung der Orienlfrage >r Ecrniernng von Rustschul schreiten tonnen. Von dcm Verhalten Abdul Kerlm Paschas, der mittlerweile eine ansehnliche Streitmacht zwischen Schumla und Nustschut versammelt haben lann, werden vor allem die weiteren russischen Operationen abhängen. Eine weitere und vielleicht die Hauptursache der langsamen Vorrückung der Russen liegt in der durch die schlechten Communicationcn bedingten Schwerfälligkeit ihres Trains und der Unzulänglichkeit der für die Verpflegung der Armee getroffenen Einrichtungen. So wird berichtet, daß die Soldaten nicht nur am Tage nach der Vcsetzung Sistooo's nichts zu essen hatten, sondern daß auch das russische Hauptquartier, als es noch in Zim. nica stand, nicht wenig mit Hunger, Durst und unerschwinglichen Marletenderpreisen zu lämpfcn hatte. Die russische Heeresleitung scheint sich die letzten euro, pälschen Kriege nicht zum Muster genommen und sich auf Experimente eingelassen zu haben, welche gerade unter den abnormalen Verhältnissen in Bulgarien am wenigsten anzurathen sind. Zudem ist die russische I,,. tendanz in jeder Beziehung unverläßlich, und welche Strenge auch Großfürst Nikolaus gegen Lieferanten und Verpftegsdeamte anwenden mag, es wird ihm schwerlich gelingen, diefen Branchen das beizubringen, wozu siste-Matischc Schulung und Vorbereitung schon in Friedens, zeiten nothwendig sind. — Die so oft ventilierte Frage, ob die rumänische «rmee die Donau überschreiten wird oder nicht, ist definitiv im bejahenden Sinne gelöst worden. Zwar ist oer Fürst vielleicht der einzige Rumäne, der für einen Offensivkrieg gegen die Türkei schwärmt, aber er hat es in diesem Falle verstanden, seinen Willen im Lande so« wol als auch, was noch viel schwieriger war, im russischen Hauptquartier durchzusetzen. Die strategische Auf-stellung der rumänischen Armee ist gegenwärtig fol Mde: I. Nrmcecorps, Kommandant General ttupu, Sitz des Hauptquartiers in Pojana, zwei Meilen von «alllfat. 1. Division in Kalafat, II. Division in Gruja und Girla, der serbischen Grenze gegenüber; II. Armeecorps, Kommandant General Radovici, Sitz des Haupt» quartier« in «aralal, I. Division in Dioinis. II. Di. Vision unter dem selbständigen ztommando des Generals Manu in Turnu-Magurclli und Islasch. Der Uebergang über die Donau dürfte wahrscheinlich bei Gruja statt-stnden, an diesem Orte ist wenigstens das zur Brücken-Eonstruction nöthige Material zusammengebracht wor« den. Uebrigens verlautet, daß auch bei Islasch, eventuell l jedenfalls, daß im KriegSministcrium ein neuer Kre-"t von 350.000 Francs für den Kauf von Vrücken-lnaterial eröffnet worden ist. Auch die Verpflegung der rumänischen Truppen läßt noch immer viel zu wünschen «brig. Die Enquöten. die auf die Klagen der Journale vom Minister des Innern unternommen wurden — °le«! ist der Zweck seiner Reise nach Krajova gewesen — Men kolossale Betrügereien und Unlcrschleife ans Licht aevracht. die von einzelnen Präfccten im Einverständnisse ln»t Inteudanzbeamtcn ausgeführt worden sind. Man ' A' baß kr Kriegsminister seine Demission einreichen s^ burch den General Mann ersetzt werden wird. Es nlsck- m ledenfalls der fähigste Offizier, den die rumä-"'IM Armee besitzt. der ^ Situation auf dem Kriegsschauplätze »n "°nau wird dlr „Allgemeinen Zeitung" aus Vu« lareft geschrieben: „Zufolge der ntueften Nachrichten von jenseits der Donau leistet der russischen Armee ihre zahlreiche Kavallerie die vorzüglichsten Dienste. Diefelbe ist der russischen Infanterie stels um 20 Kilometer voraus und umgibt sie mit einem weiten schützenden Kreise, welchem sich nicht die kleinste türkische Abtheilung nühttn kann, ohne bemerkt zu werden. Auch den beschwerlichen Dienst der Recognoscierungen hat die Ka» oallerie ganz allein übernommen. In der Nähe von Rustschul sollen die Türken eine Nrmee von 80.000 Mann zusammengezogen haben, und man erwartet eine Schlacht zwischen Rustschul, RaSzrad, Tirnooo und Si» stowo. In Wiooin soll die türkische Besatzung 55.000 Mann betragen, in^om.Palanla 8000 Mann, in Mo-poliS 5,000 Mann, in Scherlowiza, gegenüber von Is« lasch, sollen 1000 Mann und 5000 Mann noch an verschiedenen anderen Orten in kleinen Abtheilungen fte« hen, so daß die Zahl der türkischen Soldaten in Wlt». din und Umgebung etwa 74,000 bis 75.000 Mann betragen soll. Rechnet man zu diesen die 80,000 Mann, welche bei Rustschul zusammengezogen sein sollen, so er» gibt dies 155,000 Mann, und da die türkische Armee in Bulgarien lm ganzen nur etwa 250,000 Mann stark ist, so bleiben zur Besehung der Festungen Silistria. Ruslschul, Schumla, Varna lc. kaum 100,000 Mann disponibel. In der That ist von Silistria die Meldung .eingetroffen, daß die Garnison daselbst kaum noch 14,000 bis 10,000 Mann betrage." Drei vorrückende russische Colonnen sollen von Rustschul auS den Ballan.Ucbergang auf der Straße von Schlpla nach Kazanlil und von Estropol nach dem Balkan zum Ziele haben. Entschieden ungünstig ist die Lage der Rus. sen auf dem asiatischen Kriegsschauplätze, und haben die Türken daselbst in den letzten Wochen Schlag auf Schlag glänzende Erfolge errungen. Wüh. rend von russischer Seile noch in den letzten Tagen die Hoffnung ausgesprochen wurde, es werde Mulhtar Pascha nicht gelingen, Kars zu entsetzen, meldet ein heule bc. lannt gewordenes Telegramm aus Konstanlinopel, baß die Operationen der türkischen Armee vollkommen gelun. gen sind und daß Mulhtar Pascha am 10. d. M. in Kars eingerückt ist. Die Russen zogen sich nach Alexandropol zurück. — Nähere Details hierüber sowie überhaupt dic offizielle Bestätigung dieser sensationellen Nachricht find allerdings erst abzuwarten, doch werden uns hoffentlich die nächsten Tage Gewißheit bringen. Hagesnemgkeiten. — lDic Tagesordnung Piu« IX.) Uhr gehl der Papst in seine Hau«, lapelle und spüler in die ^'ogen des Nafacl. Während dc« Som« merS lilhl er sich in den Gauen tragen. Unm er bei der Via» dom,ll von ilomde« vorllbelschtellet, reciliett er ein «ve Maria und ewige latelnische Gebete Vei der Fontaine von Zilell» hüll er an einer Trauerweide und lllhl den Vögeln, die dort in einem großen Kllfigt untergebracht sind, Futter streuen. Nach der Nllck« lehr von der Promenod, liest er wieder Vriese und nach dcm Nbendgebelläuleu nimm! er noch b,» a/gen K Uhr Prival'flxdir»! zen nrtglgell. G« wird txnm noch ungcführ eine Viertelstunde im Kreise der Intimen converfirrt und bann da« Souper eingenom» men, da« aber nur au« einer Schale Vouillon und zwei geloch» ten oder gebratenen Kartoffeln besteht. Wenn er sich in» Schlafzimmer zurllg«stande »ngchvrig. fand bald einen Posten, und e» gelang ihm, sich eine behagliche Crifienz zu gründen. Nach Verlauf von zwei Jahren belomml er sein Einbeinfungsbelret a!« Reservist zur mehrwöchentlichen Wasscnübung. Vr ist dieejall« ganz entsetzt, denn seine Zukunft steht auf dem Spiele, Zufällig begegnete er dem allen Wassengefllhrlcn und Freunde, dem degradierten Führer F,, dem er sein unangenehmes Geschick mittheilt. Hcirn F. war e« bisher nicht so gut ergangen wie seinem Kameraden, er hatte momentan leinen Posten und auch leine Aussicht, emrn sol» chen zu erlangen. Der Eingebung dc« Augenblickes folgend, ohne Ucberlegung, machte er O. den Vorschlag, an seiner Stelle die Wllffenlibung mitmachen zu wollen. O. nnlligl natürlich hoch' erfreut ein, belhcurrte frine unbegrenzte Danlbarleit, und beide geloben unverbrüchliches Stillschweigen über diese Abmachung zu bewahren. F. stellte sich einem anderen Regimente, da» damals in Prcßburg in Garnison lag, unter dem Namen seines Freun« dc» O., bcssen Atteste er Präsentiert hatte, und machte al» FUH« rer, welchen Ranz bekanntlich jener »I« Reservist bekleidet,, die mchrwvchentllchcn Uebungen mit. Dieselben gingen rasch z» Ende und F., welchem e» nun beim Militär gefiel, saßte ben Lnlfchlliß, sich rcengagieren zn lassen. Unter dem angenommenen Namen diente er weitere drei Jahre, avancierte während dieser Zeit zum Feldwebel und ersrenle sich eirirr allgemeinen Vcliebthcil bei seinen Vorgesetzten sowol wie bei seinen Kameraden und Untergebenen, Kurz vor Ablaus de» dritten Jahre« lernte der vermeintliche O. die Tochter eine« achtbaren VUrgers kennen, zu der er heftige Neigung faßte. Im September v. I. verließ er den activen Dienst, suchte und f»,,d bald eine« Vrwerbszwelg und heiratete nach slch» Monaten seine Angebetete, die ihn schätzen und lieb?« gelernt halle. Mittlerweile halle sich aber be, dem eigentlichen O. das Gllicl gewendet, er war brodlo» geworden nnd hatte mit Eristenzsorgen zu «mpsen. In dieser Klemme wendet er sich an seinen opferwilligen Freund und droht da» zwischen beiden ob' waltende Gehcimni» zn enthüllen, wenn er nicht sosort einen nllmhujten Geldbetrag beläme, Veängstigl händigt F. die verlangte Summe dem Ulidanlbare« ein und glaubte damit vor weiteren Velilstigungen geschützt zu sein. Doch dem war nicht so. O. enl» deckte in F.« Aeugsllichleit eine sehr lohnende Einnahmequelle, mehrmals im Monate drohte er m«l Denunciation, wenn er nicht eine gewünschte Summe sogleich erhielt. Der salsche O. HHltc sich zum Voller machen müssen, wäre er allen unverschämt«, Forderungen dl« wirllichen O. nachgekommen. El entdeckte seiner jungen Gattin, bah er sie unter falschem N»men «eehlichl, und theilte ihr aulführlich da« so lange strenge verwahrte Geheimnis mit. Da« Ehepaar überlegt» nun re,fiich und kam zum änlschlusse, die Angelegenheit be« compelenle» Militärgerichte anzuzeigen. F. will lieber die allsällige «bftrafung eilrageu, al« in ewiger »ngfi und Aufregung leben. Dieser h»l sich vorige Woche, nachdem er fich bei einem Juristen Rath ge» holt, in der That feinem Negimente gestellt, da« ihn, da er unter falschem Namm gedient, dni Jahre lang »I« Deserteur fieÄbrics' lich verfolgen l,eß, weil er zu den Waffcnllbungen mchl eingerückt war. F. ist in Host behalten worden. fokales. — (Land»»g«u,«lhl.) Morgen u« 10 Uhr vormittag» nimmt der Großgrundbesitz im hiesigen kandhause die Wahl seiner zehn Vertreter in den lrainischen t'andtag vor. — < M » turit « l « prüfung.) Die mündlichen M»tm». tät»prllon d»e Mu-sttprüsung der SchNler und Schülerinnen der Musilfchule der philharmonischen Gesellschaft. Heute nachmittags wird dieselbe beendet. — ( Sch ulschluß.) Morgen findet an den hiesigen Voll»' und Mittelschulen der Jahresschluß statt. — (Freiwillige ßenerwehr. ) Als unterstützende Mitglieder der Laibacher s r e i w i l l, ge n iFeu erwehr haben den Jahresbeitrag pro ltt?7 geleistet, die Herren: Fran, Kollmann b sl., Ignaz Seemann 10 ft,, Alton Perme 5 fl., Iofcf Pillcr 5» fl., Ollomar »amberg 10 fi., Franz Heugthaler 8 fi.. Franz Pirler !0ft,, M. slanth U st., «. Tfchmll Söhne 1b fl.. «ail Tauier 10 ft., Gras Volza 10 fl. r«polb «ürgei b fl., Franz G^llsch 5 ft, H. Halbenfteiner 3 fi., Jalob «apsch 5» fi., Peter ilahnil 0 fi.. Johann Müller b ft. Ferdinand Wahr 5 fi., A. M°rfch°let 3 ft, Johann Pelban 8 ft.. Joses Victor withalm w ft.. »loi« Walbherr ü fi.. Joses Strzell»°3 fi., Gustav Fischer 5 si.. Michael Fleifchmann b fi., Moz Günz« lei ^ ft.. Josef ikorbin b fi. M. K»ftn« ly fi., Hein-ich Maurer 5» fi., Heinrich Niiman ü fi., Johann Plauy sen. b ft., Kraimfcht vaugefellschafl 10 fi. . - lThta « er ) Da die Lnsfinblsssefellschaf' des wiener Staotlhealer« ih, Guftspiel i„ Inn»bt«ck Über Verl«nge« uuch 1296 auf den heutig« Abend ausdehnen mußte, so trifft dieselbe erst morgen hier ein und wird daher Sonntag am hiesigen Then« ter die erste Vorstellung geben. Vie Veistellung der Musil wurde von der Regimentstapelle übernommen. — («asino«itonzerl.) Wegen der Sonntag den 15. d.M. stattfindenden Eröffnungsvorstellung des Ensemble-Gastspiele« de« Wiener stadttheater« findet da« nächste Mililärlonzert im «a-sin«garten nicht Sonntag, sondern morgen den 14. d. statt. — lArtill erie.) Vie zu den Schießübungen bei Viz» marje kürzlich au« Törz nach Laib ach gelommenen zwei Vatterien des hiesigen Artillerieregiment« sind gestern wieder in ihre Station abgerückt. — Zwei andere Vatterien de« Regiments au« Laibach sowie drei Valtericn aus Agram begeben sich am 22. d. M. zu den Schießübungen nach Peltau. — (Landesthierschau.) Die Landeelhierschau in «lagtnfurt findel in der Zeit vom 20. bi« 83. September l. I. statt. Bei dieser Thierschau gelangen, außer den vielen Prämien für Pferdezucht, sllr Rinder 2700 fi., für Schweine 250 f!.. für Schafe 150 fi. und für die Vlollcieiprodutte mehrere silberne Medaillen und Diplome zur Verlheilung. Die l. l. Landwirth« schaftsgesellschast in Klagensurt hat einen ganz besonderen Werth darauf gelegt, daß für die Leistungen ihrer Viehzüchter ein Preis« gericht entschiede, dessen unparteiische«, fachgemäße« Urtheil von teiner Seite angezweifelt werden lann. Ueber Vorschlag des Aus« stellungscomils« wurden aus Fachmllnncrn der Wissenschaft und Profi« nachstehende Preisrichter gewählt: I. Für die Gruppe Pferde, vertreten durch circa 200 Thiere, fungiert statutenmäßig al« Preisgericht die l. l. Landeslommifston für Pferdezucht in ilärnten. II. Für die Vruppe Rinder, vertreten durch circa 300 Thiere, fungieren als Preisrichter die Herren: Graf Nel< lupl, Präses de« Vorarlberger laudwirlhschastlichen Verein« in Vregenz; H. Teden, Viehlieferanl in Urfahr»Linz; Dr. Heinrich Klingan, l. l. Landlsthierarzt in Graz; Ferdinand Hallenegger, Professor m «risen; Hugo Lehnelt, Gutsbesitzer und Vieh« lieferant in Verlin; Marzell Mayer«, Viehhändler in Lieuz; Franz v. Orlando in Therefteuau; Johann Phohl, Professor der Viehzucht am ,Franci«co-Iosephinum" in Müoling; Dr. Heinrich Sellegast, Direttor der landwirlhschafllichen Alademie Proslau in Prenß,sch«Vchlesien; Franz Schollmayer, «lenlralausschuh-Mitglied der l. l. Landwirthschaflsgesellschasl in Laibach. III. Flii die Gruppe Schweine und Schafe wurden gewählt die Herren: Adolf Vaumgarlner bei der fttiermäitlschen Ackerbauschult in Groltenhof bei Graz; Konstantin «lurli, Gutsbesitzer und Centralausschuß der l. l. niederöfierreichischen Landwirthschafts» Gesellschaft; Dr. Ritler v. Hamm, l. t. Hufrath im Ackerbau-Minifierium; 2>r. Eugen Rodiczly, Professor an der landwirth-schafllichln Akademie in Ungarisch.»ltenbucg; Maf Varon Wa« fingthon, Präsident der l. l. steiermärlischen Landwirthschafls-Gesellschafl in Graz; Dr. Gustav Wilhelm, Proscssar der Land. wirlhschast an der l. l. lechn'schcn HnchschM« ,n «r,z. IV. Für die Gruppe Mollereiprodulle und Produlle au« der Viehzucht die Herren: Kurt Graf Velrupl; Leopold Ritter o. Moro in Villring; Adolf Tiintl, Kurat und landwirthschaftlicher Wanderlehrer für Tirol »n Hall. — (»»rblveiden zucht.) Se. Exe. der Herr Ackerbau-minister hat in einem Erlasse die Landwirthe auf die wichtige zlorbweiornzucht anfmerlsam gemacht. In vielen Nie-derungslagen finden sich Grundstücke oft von größerer Ausdehnung, deren Voden. talt und feucht, mit Ackerweilzeugen schwer zu be« arbeit:«, auch sür den Graswuch« minder vortheilall« einer besonderen Verücksichligung werth ist. Der Herr Minister hat gleich, zeitig Veranlassung genommen, den Unterricht in diesen, Vetriebs» zweige an dafür geeigneten Anstalten einzuführen. Zugleich beabsichtigt er, einem hinreichend vorgebildeten und befähigten Forst, manne durch Gewährung eine» Reisefiipendiume die Gelegenheit zu bieten, an Orten de« Auslandes, woselbst eine rationelle Korb« weidenzucht im großen betrieben wird, sich mit allen Erfordernissen und Verfahren derselben eingehend btlanntzumachen, um später im Inlande al« slathgeber oder Leiter bei derartigen Anlagen fungieren zu lönnen. — (Geschmuggelter Tabak.) Nach mehrseitigen Mittheilungen werden nicht selten in inländischen Fahrpoftsendun-gen ausländische Tabalsorten und Zigarre«, welche im Wege de« Schmuggel« über die Grenze gekommen sind, besäidert. 2« sollen solch« Sendungen in Schachteln, Kisten, auch in Leinwand gepackt sein und ihr Inhalt zuweilen außer in Tabal noch in anderen Gegenständen bestehen. Der Aufgeber sowol al« dcr Adressat erscheinen gewöhnlich unter fingierten Namen, die Abholung der Sendung vom Postamt: geschieht selten persönlich durch den Adressaten, sondern durch einen Dienstmann, Träger oder sonst durch ein gezahlte« Individuum. Um diesem Unfuge thnnlichst zu begegnen, wurden im Einvernehmen mit dem lön. ungarischen Handelsministerium die l. l. Postdirectionen angewiesen, die Post» ämler zu besonderer Aufmerksamkeit anzuhalten, und find gleich« zeilig die geeigneten Weisungen für den Fall des rege gewo» denen Verdachte«, daß eine Sendung geschwärzten Tabal ober Zigarren enthält, erlassen. — lSchadenfeuer.j «m 1. d. um Mitternacht brach auf dem Dreschboden de« Grundbesitzer« Johann Burger in Grad. Gemeinde Zirllach (im Krainburgcr Vezirle), Feuer au», welche« die gesammten Wohn- und Wirthschaflsgebkude des genannten VesitzerS einäscherte und einen Schaden von 3000 fi. anrichtete. Der Besitzer war nicht feuerversichert. — (Unglücksfall auf der Rudolfsbahn.) Am 5. d. M. erlitt der Eifenbahnarbeiter Fran, Mayerhofer in der Slotion Hieflau der l. l. priv. Kronprinz Nudolfsbahn beim Ab-laden von Eisenbahnschienen durch Zurückspringen einer derselben am linlen Neine einen Schenlelbrnch. — Desgleichen erlitt ein Eisenbahnarbeiler beim Oberbaue im Tunnel Kilone 1013 der Streckt Hieflau-Admont durch eigene Unoorsichligkeil einen Schen« lelbruch. Neueste Post. (Original-Telegramme der «Laib. Zeitung.") Wien, 12. Juli. Die „Politische Korrespondenz" bezeichnet die Gerüchte wegen Aufhebung der Sperre de« Kleter Hafen« sowie üd« Pourparler« betreff« even, tueller Occupation Bosniens als unbegründet. Ein Bularester Telegramm derselben Korrespondenz dementiert alle Gerüchte über einen rumänischen Donau-Uebergang und den Abschluß einer serbisch-rumänischen Convention. «snftantinopel, 12. Juli. Nachdem die russische Garnison von Vajazid die Uebergabe verweigerte, beschießen die Türken das Kastell von Bajazid. Ismael Pascha hat sich mit FallPascha an der Grenze vereinigt. Petersburg, 12.Iuli. Agentur>Depesche ausTiflis vom 12. d.: Die russische Garnison von Bajazid wurde durch Tergulassoff befreit, der einen vollständigen Sieg über 30,000 Türlen errungen hat. 4 Geschütze wurden durch die Russen erbeutet und 80 Gefangene gemacht. Bajazid wurde zerstört._________ Berlin, 11. Juli. Da« «Wolff'sche Bureau" meldet: „Die Zusammenkunft der Kaiser von Deutsch, land und Oesterreich ist für die Gasteiner Reise nicht vorgesehen. Für wahrscheinlich »lrd die Zusammenkunft bei der Rückreise deS deutschen Kaisers über Salzburg am 8. August gehalten." I assy, 11. Juli. (N. Wr. Tgbl.) Die Nachrich. ten vom asiatischen Kriegsschauplatze und da« langsame Vorrücken an der Donau haben in der russischen Armee große Erbitterung hervorgerufen. Gegen das Hauptquar. tier werden Anklagen laut. Man glaubt, der Zar werde daS Kommando theilen und eine west- und ostbulgarlschl Armee bilden. > Bukarest. 10. Juli. (Pol. Korr.) Nach glaubwürdigen, aus höheren Mllitärlreisen stammenden An-gaben soll der Donau-Uebergang der rumänischen Armee Donnerstag den 12. Juli auf zwei Punkten, und zwar oberhalb und unterhalb von Kalafat, stattfinden. Als erste UcbergangStruppen sind bestimmt: Das 8. Infanterie-Regiment, das 4. Iägerbataillon und das 8. Do-robanzen.Regiment. Fürst Karol wird das Kommando persönlich führen. In hiesigen russischen Kreisen tauchte gestern das Gerücht von einem angeblich dem Großfürst-Thronfolger zugestoßenen ernsten Unfälle auf. Da bi« zur Stunde absolut nichts nähere« hierüber verlautet, ist mit gutem Grunde anzunehmen, daß es sich um eint nichtige Sensalions-AuSstreuung handle. Das russische Hauptquartier wird nach Batal verlegt werden. Groß« fürst Wladimir ist heute morgens zu seinem Corps at> gereist. Die mohamedanischen Einwohner in den von den Russen besetzten bulgarischen Distrikten sind entwaffnet worden. Bukarest, 11. Juli. (N. fr. Pr.) Die Türlen ziehen in feste Stellungen zwischen Schumla und Rust-schul ein starkes Heer zusammen, um den Russen eine entscheidende Schlacht zu liefern. Russische Kosaken-Abtheilungen streifen bis Osmanbazar und Dranovo. Der Kaiser besindtt sich seit gestern in Zarooiz Die Fürstin Elisabeth und Minister Bratiano werden für Freitag in Bukarest erwartet. Telegrafischer Wechselkurs vom 12. Juli, Papier - Rente 60 7b. - Gilber - «ente «6 Ift - Gold« Nente 72 40 - I860« St°°t«-«nlehen 113 25. - «»«l-Actie" ^'^' " ««dit-Nctien 145-10. - London 120-. - Sill," -'lÄ ""'- ~ «°p°'"".d'or 005 «r.d^ öfterreichilche Ncnte in Papier 6075. Stoalsbalzn 22550 '/lord-^"u^«"' N-Fr°nl,nlll.cke !0-0«'/,. ungarische 5redil°clilN 135 «0. österreichisch, ssrancobank --—. »nerreichische «nalobanl «6 50, Lombarden 7150, Uulonbanl 47 50. «uftro-°riel,lalisch< Vanl ——, Llaudactit« 337-—, »uftro.oltomanische «anl - , türkische Lose 13 25, Kommunal. Knleheu 9175 Vunvlllchl z — —. Voldrente 70 40. .»«,?' » Angekommene Fremde. > Am 12. Juli. ' Hotel Vtadt Wien. Pannwiy, Lehrer; Nittenauer Marinebeamter; Verier Elisabeth und PaHer Maria Trieft — 5«' ! dolijch. «utaves,. und Pendel „. Kfm.. Eibenschuv. - Klette. Zollamtö-KolltroX lamm ^a m.lie und Iellersig. Lieutenant. Laibach "^/"«"H. Unterlram. - Uohrer Mari,. Klagmfurt ' U"d Tellheimer. »fite.. Vien- V^inbi!r7 2""""' "in. _ vFnz. ^ Hotel Europa. Freih. v. Pilat. l. l. Legationsrath und General-tolisul. Venedig. - Kalister. Prieller und Osmo »ri,ft ^-Schlägelhofer. Genie-Oberlieut Wien 3!»""".' "^"ll' ^"' ^"""Ns - Veargomila, Triefi. «aiser von Defterrei«. Srebre Victoria, Krain. Lottoziehung vom 11. Juli: _______Vrünn: 0I 49 88 82 38. Meteorologische Veobachtunaen in «aibach." - .l N n . -- W i ' 'Z D n ^ 3.^ H ! 7UM«. 73».« -z-17. windstill ^tMheile^---------^ 12. 2,. N. 737... f25-4 SW. mllßig h°° " ttoo 9 «Ab. 737.« ^.18.« SW. schwach sternenhell in MM^^?^ s°nni«er Tag. schllne« «bendrolh. Wetterleuchten ,n NW. Da« Tagesmlltel der Wilrme 4. 20 5». um 15' Ubcr dem Normale. ^ ' «», ^ ^ «erantwortlicher Nedacieur: Ott"om ° r V «, mber a. <)l)t1(Nb(llchl. «le», 11. Juli, ll Uhr.) Die Viirse war ziemlich fest, aber wie schon seit einigen Tagen ohne lebe Anregung. Da« Geschäft blieb durchau« schwach. »«ld «0«, Papierrente........ 6080 6090 «Uberrente........ 66W 66 80 »»lbrntte......... 7«b0 7260 l«l«. 1833........ 31« — 318 — , 1854........ 109 - 10«50 » I8«0........ 113 25 113 50 . I860 lF4 ?5 Domänen.PsaHdbrieft .... 142 — 14250 Oefterreichische Schahscheine. . 99 90 100 20 Ung. Eisenbahn.«,,!..... 9850 99 50 Ung. Gchahbon« vom I. 1874 100 - 100 50 «nleheu b. Ellldlgemnude Wien » B. V......... 97 - 972b Gr««denll«ft«»«K-vhlis«N«»en. V»h«n»..........10« 2b 103-50 Nieder«fterreich.......103 — - — Oalizien..........84 80 8510 Giebenbürgtl,.......73 70 74 20 Temeser Vana»......78 7b 74 2b Ungarn..........7575 76 - Netie» »«» v«nlen. «nglo.Vfterr. Vanl..... 67 85 67 75 «reditanftalt........ I4H40 ,4550 Depofilenbmll....... 124 — 125^. «reditanftalt. nn,ar..... ,36 25 136 50 V«l°mpte.«nst<»lt...... 670— 6K0-— ««tionolbant....... 803 — 804 — Oefterr. Vanl,esellsch«ft . . . —- _7.^ Uuionbanl ........ 47b0 48 ^ Verlehrsbonl ....... 79.^ 7«^, Wiener «»ntverew..... 56 - 57 __ «lctien tzsn Tranbpsrt-Unterneh-«unge». »«ld «y«, AlfUld.Vahn........,02 - IN2 50 Douan-Dampschiff.. «esellschaft 326- 838-«lisabcth.Weftdahn . .... 142 - 14». _ Ferdinllnd«,«ordbahn . . . 1837—1842 — »eld «a« , Franz - Joseph , Vahn .... 121 — l82 — Oaltzifche »arl.Lnbwlg.Vahn . 214 25 214 5a Kaschau-Oderberger Vahn . . 86 75 87 25 Lemberg-tlernowitz« Nahn . 10« 50 NN — Llol,d.»esellsch........ 336 - 838 — Oefterr. «ord«eftb»hn .... 10750 10850 «ubolss.Vahn....... 109 - 109 50 Gtaatsbahu........ 236 50 237 - Oübbahn......... 71 b0 717b Theiß'Vahn........ 179- I8l) - Ungar.-galiz. Vcrbindun,«b<»hn 82K0 83- Ungarische Viordofibahn . . . 95— 9550 Wiener lrarn»ay»Gestllsch. . 97 — 98— Pfandbriefe. «ll«. öft. Vodnllredilanft. (i.Volb) 106 30 106 60 .. , « (i.V..V.) 88- 88 25 slationalbanl........98 — 98 25 Ung.Vodenkredit-InstilutlV.'V.) 9010 9<»80 PriorltiitH-ebllgatilmen. «lisabelh-V. I. Lm.....93 50 94 — ßtld.«Norob. in Silber < . . 109-— 1095«) Kranz-Ioseph'Vahn .... 90 - 908b l «al. «arl.Lnd»la«V.. 1. «m. . 103 - U»» b" Oesterr Norhwels.Vahn «8 70 «9'^ GlebenbUrger V«,hn.....6N59 ^?ß St»al«bahn 1. «»......IH9.. ^9.^) «ndbahn ä 3'/.......„2-50 „3 ' «_ " ^ b',.......gg. 93-.ib Südbahn, Van«......^. _ ^ ^ Vevise«. «uf deutsche Pllltze..... L, 85 «l^l'' London, kurze Slcht..... 12b 8l» l2i»^ London, lange Sicht .... 12Y-- 126 l^ Pari« .......... 439h b<)1' Teldsorte». V«ld »Sa« Dnlatm .... «fi._. ,r. tt n. 01 lc. Napoleonsd'or . . 1b . 04 . 10 . Ob " Deutsche «eich«. banlnolen ... 61 ^ 80 , 61 , 90 - Silbergulbm. . I09,Ib ^ 109 ^ »^ - «rainllche Ornndmtla»nnq«,0ili,«t<«,n< ^ Privatnotiermlg: Veld9l)—. Ware - '