MlmchclWMtMlg. Nr 29«. «rän»melalt«n«Pl«<«: ^»» «ompt»ii «an,l-st. ll, halbj. st. 5.50. Für bl« HusteNuna ln« Hau« holbj. b0ll, Vt!l d«PoN «an,!, sl.ll, h2lbj.fi. 7.« Dienstag, l 7. Dezember »«. »olr.. 5«. l fi.i lonft pi. .<,ten underen t. t. Ministerien den Herren Dr. Maximilian Steiner, Leo Karo. Dr, Rudolf »fenz und De Laallo die Newilliauilg zur Errich-' tuna einer Aktiengesellschaft unter Firma „Internalio-illlle Gesellschaft für Ausrüstung und Gau von Eisen, bahnen und Beschaffung und Vermiethung von Eisen-bahn-Betriebsmalerial" mit dem Sitze in Wien ertheilt und deren Statuten genehmigt. Am 14 Dezember !»72 wurden in der l. t. Hof- und StalltS-dnictelc, ii, Wien die italienische, böhmische, polnische, ruthcmsche, slovenisch«'. troaüsche und romanische Ausgabe dec am 3^ und 10. September 1872 vorläufig blo« m der deutsche,, Ausgabe erschieneneu Stilckc XI.V! und Xl.Vlll de« Ne.chSaesehblatte« aus-«legkbcn und vcrsrudet. Das Xl.VI Stück enthält unter Nr 12« den Frcundschaüs-. Handelt! und Schisfahrlsverlrag Wlschen der ostrrrcichisch-unacmschen Monarchie und dem Kaiscrthume Japan vom Ift. Otlober l^i.>. Da« XI>Vl!l. Slilcl enthält untrr , .^ «, .... Nr. 133 die Koncession vom U», August l»72 zum Ban nnd Betrieb einer Locomotioeisenbahn mit Ialmradbetneb u°n Nuhdors auf da« Plateau des «ahlenberges; «r. l34 die C°n essi°n vom ,0. August '»72 zum Bau und Be-triebe einer iocomotiveisenbahn mit Zahnraobetneb von St Wolfaaua auf dir Spitze des Schafberges; Nr. 135 die Kundmachung des Ministerium« fUr C.lltuß und Unterricht vom ^5 August '872, wreffeud da« Orgmna-tioussiatul filr die Nladeime der bildenden Künste m Mm; Nr. 136 die Kund,n°chung des Fmanzm.nistenumS von, 4 September 1^72. betrcfieud eine Erlautcrung uud thcilweise Ab-»ndcruua der Bestimmungen der Knndmachung des Finanzministeriums vom 5, März '««' beMl'ch^ «nnc, dcr neum Titel der als Laul.onen zu üssentlicheu Zwecteu haste, oder auf <5°r-P°r».ionen. Kirch^SUs.ungm l^dg^°u^^^^ ')iichtalntlicher Theil. Zur Wahlrcftrm lüßt sich auch eines der hervorragendsten französischen Blätter, das „Journal des Debats" vernehmen. Der betreffende Artikel gibt Zeugnis, daß er auS informierter Quelle geschöpft wurde und mit den üster. "ichischei, Vcrbällmssen wohl bekannt ist. Der Artikel beginnt mit der Darstellung des Reichs» lathes in seiner geuenwitttiaen Situation und gibt stch die Mühe den Föderalisten begreiflich zu machen, daß st« sich nicht im mindesten darüber klar zu sein scheinen, bah die Zusammensetzung des ReichS'lllhs auf emem rein föderalistischen Prinzipe basiere und m,t der Idee des Einheitsstaates in geradem Widerspruch stehe. Aus den Landtagen hervorgegangen, sei der Reich«rath allzß sehr an dieselben gebunden und hänge geradezu von ihrer Gnade ab. Die Landtage aber werden ihrem ursprüng« lichen Zwecke entfremdet, vernachlässigen ihre eigenen localm Angelegenheiten und vergeuden (Föspilier) die Zeit mit Fundamentlllartilel^. Deklarationen. Nesolu» tionen und Adressen an die slone. Zur Heilung der Uebclstiinde sei es nothwendig, den Reichsiath von den Landtagen unabhängig zu erklären und die letzteren auf ihren natürlichen Wirkungskreis zu beschränken. Der U.ntel. zu seinem Hauptaegenstande übergeh» end. sagt: Die Idee. die der Wahlreform zugrunde liegt, ist theoretisch vollkommen gerecht und unanfechtbar. Soll Oesterreich als ein moderner Staat, als eine Großmacht, stark und geeinigt existieren and nicht als ein formloses Ngglomcrat oon Königreichen und Provinzen, dann muß die allgemeine Staatsik«, die Idee deS einheitlichen Oesterreich« in einem Parlamente gebührend repliisen» tiert und verkörpert werden. Die localen uud nationa. len Interessen .haben ihre Vertretung in den Landtagen; e« ist nothwendig, kaß jene allgemeinen Interessen, die allen Nationalitäten Heslerreichil gemeinsam sind, in gleicher Weise ihre eigene und unabhängige Vertretung finden. Ist einmal der gesammtöstelreichische Gedanke in einem wirklichen Parlamente verkörpert, so kann man gefahrlos die Befugnisse der Landtage im Kreise localer Angelegenheiten nach dem Prinzipe der Selbstverwaltung e'w'eitern, Wenn dies der Plan des Ministeriums Auersperg ist. wenn e« zum mindesten nicht beabsich» tigt, unter dem Vorwande einer Reform den örtlichen Freiheiten ein Vein zu stellen und die administrative Eentrulisation. welche stets von Nachtheil ist, zu stei-gern. sondern wenn sein Zweck nur dahin geht. die Po» litische Centralisation, welche in unseren Tagen überall unerläßlich ist, zu befestigen; so können wir demselben nur zustimmen. Man darf der Hoffnung Raum geben, daß eine in diesem Sinne u;iterliommene Reform die Gefest'gung und EonjMivung Oesterreichs zur Folge h^ben wird. AllcS aber. waS zu diesem Erfolae sührt. ist höchst wiwschcnswerlh. indem dic Existenz eineS mächtigen und kräftig gefugten Oesterreich sowohl im II" teressc Frankreichs, wie in dem von ganz Europa gelegen ist. D,er Artikel betont nun die einzelnen Andeutungen, wie sie in letzter Zelt gerüchtweise und in mehr oder minder beglaubigter Form über die Details der Wahl» rcfolmomlage auftauchten. Er beschäftigt sich mit der künftigen Abgeordxelen^hl, hebt das MisverbMniS hervor, welches diesbezüglich zwischen den Vertretungen der beiden Reichshälften waltet, und fährt also fort: „Die bisherige Ziffer von 203 Mitgliedern wird Wahlschein» lich verdoppelt, zum mindesten auf 350 erhöht werden. Eine solche Permehrung ist »olhwcndia, um die Würde und den Einfluß des ReichSrathes zu erhöhen und um ihm die Gestalt eines echten Parlaments zu verleihen." Auf t>aS Verlangen der Polen nach Sonderstellung zu sprechen kommend, äußert sich der Artikel wie folgt: „Dieser Wunsch verdient in Erwägung gezogen zu werden, um so mehr, als die Polen nicht wie die Czechen geschworne Feiude der wiener Regierung sind und ihr nicht systematische Opposition machen." Allein der Per-fasser st sich der Schwierigleiten, die der Realisierung dieses Wunsches im Wege stehen, bewußt. Eine solche erblickt er i>, der Frage, waS mit der Ziffer der auS GaUzien zu entsendenden Reichsralhsabgeordneten zu geschehen haben werde, falls die directen Wahlen auf dieses Land nicht ausgedehnt werden sollten. Er meint, die Polen würden wohl die Verdopplung der bisherigen Zahl, also statt der Ziffer 38 die von 76 verlangen. Nun zählt aber der lemberger Landtag im ganzen I5>0 Mitglieder, und mit Recht findet der Verfasser dem Gedanken „bizarr, wenn nicht ganz unausführbar", daß eine Versammlung von 150 Mitgliedern nicht weniger als 76 derselben an den Reichsrath entsende. Es wirb nun den Polen der Ra. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien. !4. Dezencher Die Sitzung wird um 12 Uhr eröffnet. Auf der Ministerbanl: Se. Durchlaucht Mnister-p'iisident Fürst Nuersperg und Ihre Exzellenzen die Minister: Freiherr v. Lass er, Dr. Glaser, pr. Unger. Freiherr de Pret is, Dr. o. SlremHyr, Dr. Vanhans, Mter o. Ehlumeclh und Oberst Horst. Der Abg. Ezerlawsli leistet da« Gelobni«. Abg. Venescb legt sein Mandat al« Mitglied des Finanzausschusses nieder. Vom Abg. Groß wird der ßlntrag auf Peoifton der Geschäftsordnung und Niebersehung eines Ausschusses von neun Mitgliedern zur Berathung derselben eingebracht. Finanzminister Freiherr de Preti« überreicht den StaatSvoranschlag für 187? mit folgendem Gf-voss: Das Finazaesetz pro 1Y72 stellte den NuSgabe-Etat mit 353.700 000 fi. fest; der Staatevoranschlag für das Jahr 1873 erfordert eine Summe von 379.300.000 Gulden, also eine Erhöhung von 25.600.000 fl. Gei der Entwerfung deS Voranschlages konnte auf die Kreditherabsetzungen von größerem Betrage nur insoweit Rücksicht genommen werden, als für die Weltausstellung im künftigen Jahre nach Maßgabe be« Ge» sehe« vom 21. Juli 13/1 eine Million eingesetzt werden mußte. Im übrigen treten erhebliche Reductionen nur ein bezüglich der VeitragSquote für die gemeinsamen An» gelegenheiten mit 1,100.000 ft., und zwar infolge der höher präliminierten Zolleinnahmen. sodann bei dem PensionSfonde mit 100.000 fl. Diesen stehen aber Mehlforderunaen gegenüber, welchen sich zu entziehen, zum Theil deshalb nicht möglich ist, weil sie auf vertragsmäßigen Leistungen beruhen, und zwar erheischt die Schuldentilgung im Jahre 1873 den Getrag von 12.880.tX)0 fl. yeqenüber 7,006.000 fi. des Jahres 1872, welche Erhöhung dadurch hervorgerufen wird, daß eine Quote de« 1839er «nlchen« per fünf Millionen fällig wird; rechnet man dazu da« planmäßige Steigen der übrigen Tilgungs-Unnuitälen, so erhöht sick das Erfordernis für die Staatsschuld allein um den Vetrag von ungefähr sechs Millionen. Die Subventionsleistung an Industrie'Unterne^ mungen wirb sich im kommenden Jahre um drei Millio> nen gegen das Vorjahr höher stellen. Die Lebhaftigkeit des Verkehr« auf allen Gebieten, die täglich wachsende Geschäftslhätigleit tritt nothwendl-gerweise mit steigenden Anforderungen an alle Zweige der Staatsverwaltung heran, und in dieser Richtung ift, wenn der Staat ewmal auf tüchtige Krüfte soll zählen können, die unabweisbare Nothwendigkeit, die Bezüge der Staatsbeamten urid Diener in einer den heutigen Preis-verhältnisfen Halbweg« angemessenen Weise zu verbessern, bereits anerkannt. Der diesbezügliche finanzielle Mehraufwand beziffert sich für das Jähr 1873 auf 4 Millionen Gulden (im ganzen 9 Millionen); außerdem mußten an Mehrforderungen für Regieauslagen, namentlich de« Handelsministeriums für Post» und Telegraphenwesen mit 3 Millionen dreimalhundcrttausenb Gulden prüliminierl werden; für da« Ackcrbauministerium wurden 800.000 Gulden für Staatsdomänen. Bergwesen und Landes, lultur und Gestütswesen eingestellt; für da« Finanz. Ministerium endlich wurde eine Vermehrung von 4 Millionen, fünfmalhunderttausenb Gulden, worunter allein 3 Millionen zum «höhten Anlauf von Tabalrohpro-dukten, priiliminiert Zu diesen AufwanbSerhöhungen gesellten sich noch jene Beträge, welche durch die Well-ausstellung in den verschiedenen Rubriken des Budget« motiviert sind. Auf die Bedeckung übergehend, bemerkt der Minister daß die laufenden Einnahmen de« Jahre« 1873 mit 340.771.000 fl., daher um »8,800.000 fi. höher aw gefetzt sind als im Vorjahre. Davo,, entfallen, abgesehen von den 3.600.000 fl. an erhöhten Zolleinnahmen, auf die direkten Steuern 1,300.000 fi. auf die indirecten 9,700.000 fi. Im Präliminare deS Handelsministerium« erscheint als außerordentliche Einnahme der Betrag von 3,000.000 Gulden eingestellt, welche dem NuSstellungSunternehmen als Porschuh gewährt wurden und im Jahre 1872 zurück- 2054 zuzahlen sind. Nach Abzug dieser Summe und der aus den laufenden Eilmahmen zu deckenden 340,770.000 ft. oo» dem Hrsamu!tersol,dermsfe per 379,300.000 ft. bleibt noch ein unbedeckter Nest' von 35,500.000 ft. Dic GebarungSergebnisse des Jahres 1.872 waren vollständig befriedend. Oie Erträgnisse der direkten und indirekten Abgaben sind so reichlich gewesen, daß eine Heranziehung der fur die Bedeckung des Staatshaushaltes gewidmeten außerordentlichen Mittel in leiner Weise nothwendig gewesen »st. (Bravo.) Die in Aussicht Mommcne Zahlung der Donau» Damvfschiffahrts.Gejellschaft pr. 2.200.000 st., sowie die Einnahme aus den Zentralaltioen pr. 6,000.000 sind nicht realisiert, ebensowenig hat die Regierung von der Ermächtigung, Renten bis zum Betrage von 10,000.000 ft. auszugeben, Gebrauch gemacht. Die Emnahme von der Donau-Dampsschifffahrts-Gesellschast ist im Jahre 1873 mit Sicherheit zu erwarten, und sollte es nicht gelingen, über die Vertheilung ^er Zentralaltiuen ülit der anjarischea Regierung ins Neue zu kommen, so würde nötigenfalls der durch das ^inanzgesctz pro 1872 beretts bewilligte Renten-vertauf vorgenommen werden, wofür ein Erlös von 6.500.000 fi. erwartet werden darf. -Außerdem stehen 25.000 Stück Aktien der Franz Iofesoadn mit einem wahrscheinlichen Werthe von min« bestens 5.500.000 ft. zur Verfügung. Die Staats-Zentraltasse besitzt frrner die für die Schuloe»lllgung des Jahres 1872 bewilligten, aber nicht begebenen Rentcntitel, deren Erträgnis auf mindestens 3,789.900 fl. veranschlagt werden darf. Die Kassereste au« dem Zat^e 1872 pcr 18,000.300 fl. sind zur Be< deckung in diesem Budget nicht herangezogen worden, vielmehr oem durch das ungestüme Trciben der Börse arg bedrängten Ocschästsmarkle vorbehalten. Wenn auch zur Deckung der starten Erfordernisse der auf die jeweilige Finanzperiode folgenden ersten IahreSmouate ein Fond von 25,000.000 fl. gesichert bleiben muß, so kann seldn nach Abzug tmser Humme ein Betrag von 21,000.000 fl. aus den baren Kasse« resten zur Deckung der Erfordernisse für 1873 herangezogen werden. Die Staatseinnahmen belaufen sich also auf Gnlden, was mithin, wenn nicht unerwartete Calami« täten eintreten, einen Ueberfchuß von 3,460.000 ft. er« gäbe, der auf das Jahr 1874 übei tragen werden kann. Zwar sei das Erfordernis für 1873 mn 25 Mil« lionen gestiegen, insbesondere durch starke Posw, für Schuldentilgung und durch außerordentuche Ausgaben auS Anlaß der Weltausstellung, nichtsdestoweniger werde mit allein lger Heranziehung der für das Jahr 1872 bestimmten alißerordentlichen Einnahmen ohne neuerliche Iuallsprucynatzme des SlaatStredites daS Auslangen gefunden, ja sogar für das Jahr 1874 noch ein Saldo erübrigt werden könne.,. Es sel daher lein düsteres Bild, in welchem sich unsere Finanzlage zeigt, und umsomehr, wenn man dieselbe dem StaatSrechnungsabschlusse des vergangenen Jahres gegcnüberhült. Dcr Recynungsabschluß pro 1871 habe mit einem Ueberschusse von 9 MrlUouen geschlossen, und dieser Uebcrschuß sei nicht etwa auf Rechnunq außerordentlicher Einnahmen, fondern auf die in erfreulicher Weise alljährlich steigenden direkten und indirekten Steuern zu stellen, welche sich in den Jahren 1868 auf 1869 um mehr als 3, von 1869 auf 1870 um mehr als 5, von 1870 auf 1871 um mehr als 7. ooa 1868 bis 1871 um mehr als 16 Perzent gesteigert haben. Wenn man auch nicht hoffen dürfe, daß diese Stei- genmg in gleichmäßiger Progression sich wiederholen werde, so könne man doch, wenn die absolut gebotene Sparsamkeit in allen Zweigen des Slaatslebens eingehalten, die Reform der Steu^n, deren Ziel nicht ihre Erhöhung, sondern nur ihre gleichmäßige Vcrtheilung sei, durchgeführt werde, mit Recht einem endlichen Oleichgewichte im Staatshaushalle entgegensehen. Auf diesem nüchternen und ungekünstelten, aber die Sicherheit des dauernden Erfolges gewährenden Wege werden wir auch die Heilung jencr schweren Wunde erreichen, welche nun seit fast einem Viertcljahrhundert die freie Entwicklung unseres wirthschafllichen Lebens empfindlich hindert. DaS Erpos6 wird wiederholt von Beifall unterbrochen, der sich am Schlüsse erncucrt. Abg. Plener beantragt, sofort die zweite Lesung des Gesetzes über die Forterhebung der Steuern bis Ende März 1873 vorzunehmen. Der Antrag wird genehmigt, das Gesetz angenommen. Die Ergänzungswalilen für die Ausschüsse werden vorgenommen, das Scrutinium erfolgt durch das Bureau. Die Anträge deS Finanzausschusses, betreffend den Bc-richt der StaatsschuldeN'Controlslommission vom Jahre 1872, der unter Anerkennung der Gründlichkeit, Gewissenhaftigkeit und aufopfernd.» Hingebung dec Kommission zu Kenntnis genommen wird, werden ohne Debatte genehmigt. Zur Berathung des Relru teng esetzes wird die Niedersehung eines aus neun Mitgliedern bestehen« den Ausschusses beschlossen. Die Sitzung wird um 1 Uhr geschlossen. Nächste Sitzung Dienstag. Kic Colonistcnsragc in Ungarn ist nach Ansicht des „Unq. Lloyd" nur eine ,>rage der Staatsraison, nicht aber eine Rechtsfrage Nichtsdestoweniger anlrlennt cr, daß der ^roße Grundbesitz von Ungarn nun des staatlichen Friedens willen sich zu einem Opfer verstanden hat, das in »er Geschichte anderer Böller nur wenig sen,e^le,chen hat. „Gleichzeitig aber" — so schreibt das Blatt — „muß endlich mit jenem sozialistischen Geiste gebrochen wecken, der absolut leine Achtung hat vor alten und wohlerworbnen Privat« interessen. Es ,st in der Angelegenheit der Colonisten-gemeinden auf der Rednerbühne und in der Presse in sozialistischer Phrase so viel gesündigt, die Geister sind so uerwirrt, die Leidenschaften sind so erregt worden, daß es gefährlich wäre, d>e Sache auf die Spitze zu treiben. Würden oie Hoffnungen derer getäuscht, die sich schon als kleine Grundbesitzer geträumt haben, so wären liedenllichc Bewegungen zu üefürchlen, unter tml-chen der große Grundbesitzer nicht weniger leiden würde, wie der gegenwärtige Arbiter, und für welche nicht diejenigen verantwortlich zu machen wären, welche dabei direct als schuldige erschcincn. sondern diejenigen, welche mit ihrer Leidenschaft ein frevelhaftes Spiel getrieben gaben. Aber ein „Bis hielzer und nicht weiter" muß endlich den sozialistischen Bollsbeglückern zugerufen, der Grundsatz muß endlich proclamiert werden, daß nie« mand fortan etwas zu erwarten habe auf Kosten deS anderen, auch wenn oiescr andere der Reichere ist, daß dcr Staat ihm nichts gcwähre, als die Freiheit der Arbeit, uno nichts sicherstelle, als oie Früchte dieser Arbeit." „Hon" bespricht ebenfalls das Colonisteligesetz und tadelt, daß die Frage vom rein prioattechtlichell Gc» sichtspunlte aus beurtheilt wurde. Hier müssen die höheren staatswirthschaftlichen und sozialen Momente in Betracht kommen. Znr Vertretung in Nom. Der wiener Corresponds des ,.P. Lloyd" bringt nachstehendes Eommuniqnü: „Meist italienische, theilwelse aber auch andere Blä> 'ter beschäftigen sich seit einiger Zeit angeleaentlichst m>t der andauerden Abwensenheit deS österreichsch-ungarischm Botschafters am heiligen Stuhl von seinem Posten, und neuestens hat sich namentlich die Meldung stark accrtd>> tiert, der heilige Vater habr sich bcoauernu oder beschwerend desfalls nach Wien gewendet; ob daS wiener C^ binet blos ausweichend oder geradezu ablehend geantrvortc!, darüber gehen die Nachtichlen auseinander; zunächst mas constatiert werden, daß Baron Kübeck wirklich ein kranker Mann ist und daß man das in Rom sehr genau weiß, also übcr die Vcranlasslm^ seiner Amtsenthaltuns nicht im Zweifel sein kann. Wenn es aber schwerlich üblich und zulässig ist, die sofortige Erfehnng eines D«' plomaten zu erwarten oder zu begehren, so wird man auch im gegebenen Falle laum glauben können, daß die Curie in duser Richtung Schritte gethan, wenn es gleich richtig sein ma^,, daß sie aerabe unter dem auaenblill' llchen Verhältnisse Wcrtl) darauf legt, das bei ihr veglall' digte diplomatische Corps möglichst vollzählig versaß melt zu sehen und insonderheit den österreichischen M' schafler nicht darunter zu vermissen. Daß Herr o. Kubes leidend, ist einfach ein Unglück und Rom muß sich darein zu finden suchen. Die wenigen Geschäfte übrigens, welche Oesterreich mit dem Oberhaupt der Kirche zu erledig^ hat, haben unter der Abwesenheit des Botschafters noch nicht gelitten, und da« ist die Hauts^che. vielleicht nM für Rom, aber für Oesterreich." Dcr Rücktritt des Fürsten Dismarck von dem Präsidium deS preußischen StaatsmimsterillNis wird in mehreren Blättcrn in nahe Aassicht gestellt. Die „Spener'sche Ztg." widmet diesem Gerüchte ein' gchenoe Besprechung, dcr wir nachfolgende Stelle ent' nehmen: „Auswärtigen Glättern wird von Berlin auS die überraschende Nachricht telegraphiert, daß Fürst V^ marck beabsichtige, das Präsidium des preußischen Staats' Ministerium niederzulegen. Wir würden diese Nachricht uern in daS Reich der Phantasie verweisen, wenn die Quelle, aus der sie zu stammen scheint, uns dies 8«" stattete. Mag die Fassung jener Neuigkeit einseitig und zu kategorisch sein, mag sie daS, was als mögliches Resultat aus den Verhandlungen hervorgehen lan«, welche nach der Rücklehr des Fürsten gepflogen werden sollen, bereits als Thatsache hinstellen, so viel sche'l" gewiß, .duß der Reichskanzler die Frage über das Vcr' hältms zwischen Reichsregierung und dem preußischen Staatsministerium aufgeworfen hat und daß cr das Bedürfnis fühlt, sich von den preußischen Geschäften in der Weife, wie sie ihm bis jetzt oblagen, mehr als bisher freizumachen." Die »National-Zeitung" jedoch bezeichnet diese«! Rücktritt als unwahrscheinlich. Das genannte Blatt schreibt : „Oie Nachricht ist höchst unwahrscheinlich, einmal, weil der Ministerpräsident viel zu tief in die preußis^ Kirchenpolttil sich eingelassen hat, um sich jetzt von ihr zurückziehen zu können, und dann, weil Fürst Bismalll jene Nachricht nur wahr machen könnte, wenn er frühere, sehr entschieden gethane Aeußerungen ebenso unumwu"" den desavouierte. Man wird sich seiner Rede im Reichs tage erinnern, in der er ausführte, daß er es sich nicht andcrs denken könne, als daß Reichslanzlcramt und preU' - öemlletoil. Kurfärstm und Hofdame. Historische Novelle von Albert H ö f e r. (Fortsetzung.) Jetzt war Maria allein, unter fremden Menschen — ganz allein. Unter heißen Thränen und Klagen über die Härte der Kurfürstin hatte fie Aoschled von ihrer alten Amme genommen und ihr versprochen, nicht länger alS ein Jahr am Hofe zu bleiben. „Halte nur alles bereit. Gertrude," hatte sie gesagt, „wenn ein Jahr um siehst du Mich wieder auf Schloß Degenfeld, dann aber werde ich n verennierendc Ministe, lrisis zum Abschluß und unser Mli'islerium zu einem gleichartigen Aussehen Ueber >ie Krise in /rankreich . berichtet die „Wiener Abendposl", daß die Discussion uder die Petition zur Auflösung der französischen Na. llonaloelsammlung fortdauert. Es handelt sich selbswer« Nandlich nur um die Petitionen, wel^e schon vor län-! s^er Heit eingereicht wurdet', nickt um die. welche man '" den letzten Tagen unler^eichxtt,. Die Kommission, "elche die benits vor längerer Zelt eingereichten Auf» vsunszsft^itionen zu prüfen hatte, verlangt, daß man be» ^sfS derselben zur Tagesmdnm'g übergehe; die Linke '°U beaittragel, wollen, diese!!' n an die Defaurc-Eom-^>ss>c»l zu verwtisei, währci,^ ein Theil der Rechten dem Petitionieren durch die Annahme einer Tagesord-""Ny. Welche die Auflösung der Versammlung bis zu °rm Tag« !ilnanSsch,ebt, wo die Befreiung des Territoriums ein: vollständige ist, eln Ende machen will. Der officiöse „Gien Public" bezeichnet die Ngita-lation zugunsten der Auflösung als ungelegen und sagt '«betreff der Haltung der Regierung: „Die Regierung steht außerhalb 5cr Debalte; höchstens kann sie ihre Meinung abaeben. Was ihr Auftreten anbelangt, so ist es sehr einfach und von den Gesehen vorgezeichnet. Die "lcgicrnnu hat die Pflicht. daS Petitionsrccht zu achten und ihm Achtung zu verschaffen; sie muß gleichfalls dem Gesetze Achtung verschaffen und jeder Beleidigung gegen den Souverain, welcher dir Versammlung ist, eotgegen' treten; so will es das Prinzip, Was die Praxis anbe. langt, so lann sie das Petitionieren an öffentlichen Orten und für die Versammlung beleidigende Petitionen nicht dulden; sie lann nicht gestatten, daß die General- und die Gemeindcräthc Pctitionen unterzeichnen, Außerhalb dieser spezielle» stalle muß das Petitionsrecht geachttt werden. Nichts ist einfacher und klarer. Wenn das Peti. tionicren durch dic Samstagsdiscussion nicht zum Stillstand gebracht wird, so wird es zum wenigsten stattfinden, ohne daß es die Ruhe und Sicherheit so wie die Geschüftc stört. Die Regierung wird eincn neuen Vewels von ihrer Achtung vor dem Gesetz und von lhrer Festigkeit, insofern es die Ausübung ihrer Pflicht betrifft, fo wie von ihrem aufrichtigen Liberalismus ge» geben haben." Politische Uebersicht. »«»back. 16. Dezember. Der ..Pester Aoyd" meldet, daß Ministerialrath Szende zum ungarischen Landesoertheidigungs-Minister vorgeschlagen ist. — Das ungarische Uh. yeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf über die Indemnität an, nachdem die Opposition heftige An-lNiffe gegen die R^ierung und namentlich gegen den abwesenden und durch Minister Trefort vertretenen Fi» nanzminister gerichtet und sich gegen die Annahme er, Maria, die nicht einmal den Grund ahnte, warum b'e ssmfürstin ihr so wenig geneigt war, litt am mcistell Unter dicsen Verhältmssm. Wie viele male fthiUc sic sich "ach Schluß Degenscld, >n ihie geliebte Heimat zurück! "!>c ssern, wie freudig hätte sie ihr kleines Thnrnzim-Nlelchln gcgcn daS ganze Hoflcben eing.tauscht, lim wic-ber Ruhe u»d frieden zu haben, die ihr jetzt so ganz Mangelten! Sic suhlte, daß die Kurfürstin sie haßte, und bleser Haß lhat ihr um so weher, je wcniqcr sie die Ursache oessc'ben ahnen konnte. Ma.ia wußle nichts von d.r zunchmenden Neigung "s Kurfürstc». Wohl hatte er ihr machmal Muth cin-^sftlochen, wenn sie zu verzwe>feln drohte, aber war das ^lrhr als das Mlllcid eiucö Mannes mit der Einsam-">t drs Kindes? Die ^rau Kurfürstin hatte mittlerweile einen AuS-^.e» aus dem sie umgebenden Labyrinthe gefunden und herbei stützte sie sich aus Manas Nachgibigleit und auf ^^e eigene Klugheil. Maria mußte sich verheiraten, ""t L.st odcr Ocwalt. ^ange zu suchen brauchte sie nicht nach einer passcn-^ Partie sin Fräulein von Degenseld; unter dun schwärm ihrer lttcwunderer war wohl leiner, dcm es "'Hl E,nsl uiil seiner Bewerbung um das junge Mädchen war, Freilich glng die Frau Kurflnstin hierbei nicht gerade wählerisch zu Werte. Sie n ußte einen Mann ^ndcl,. der sich nicht durch ein ..Nein" aus dem Munde es Hoffrälllcins abschrecken ließ, sondern wcnn eS nöihig I °"l, List und Gewalt anwandle, sie zu erlangen, ! Far» letzung loljzl, llllrl hatte. — Im Oberhaut wurde der Poftoer. trag mit Montenegro atigenommen. — Der Commu» nicationsminister Tisza versprach betreffe des Antrages des Grafen Stephan Kcglevich einen Plan des unga» rischen Oahnnehes möglichst bald vorzulegen. — Die von den l. ungarischen Ministern des Innern und ^ der Justiz behufs Gerathung über die judiciellen Punkte deS hauptstädtischen Gesetzentwurfs eingesetzte Kommission nimml iyre Thätigkeit dieser Tage wieder auf. Der Miniswial-ath R'bary wird einen im Sinne der von der Kommission angenommenen Prin« zipien ausgearbeiteten Entwurf vorlegen, welcher die Grundlage der sofortigen meritorischen Berathungen bilden, wird. — Der l. ungarische Ministerpräsident Szlavy wurde von den Kroaten ersucht, die ungarisch-kroatischen Perhandlungen wieder aufnehmen zu lassen, und versprach er, selbes lu einigen Tagen, wo alles in Ordnung sein wird, zu veranlasse». — „Naplo" nennt In ley als künftigen kroatischen Banus. ÄuS Frankreich registrieren wir nachstehende Neuigkeiten: Das linkt Centrum blabsiHtigt eine Tagesordnung zu beantragen, in welcher es sich in cner-gischer Wcise non den Radicalcn lossagt und sich gegen die Zweckmäßigkeit der Kuflösung der Nationalversammlung ausspriüil, indem es der Regierung überläßt, die Auslösung zur geeigneten Heil zu beantragen. Die republikanische Linke ist entschlossen, die Auflösung weniger zu befürworten, we im Mai odcr Juni gezahlt. Das Gerücht, daß Frankreich wegen früherer Gefreiung deS Gebietes Verhandlungen eröffnen soll, ist unbegründet. 63 Natillnalrüthe stelln sen Antrag, irr schwei» zerische Bundeslulh soll in bei nächsten Scjsion im Juli einen Gericht und Antrug betreffs Wiederauf» nähme der Bundesreoision vorlegen. Die liberalen katholischen Nationalräthe stellen i>cn Antrag, der Vundesralh soll die gegen die Uebergriffe der römischen Eurie zu ergreifenden Maßregeln und die Frage der ferneren Nichtalmlennung des päpstlichen Nunciuv ftrü« fen und hierauf bezügliche Anträge vorlegen. Die «Voce della Perilu" oelstchtrt, daß die von mehreren Journalen gebrachte Naämchl vollständig falsch sei, daß der heilige Stuhl benn wiener Hl,>c Schrille gemacht hätte, daß em neuer Gesandter sür Rom ernann» werde. — Aus dem Vatican lhellcn-die „Italieuischtll Nachrichten' mil: „P i o IX. ,st endlich zu der Einsicht gekommen, daß sich dic Iöeen über die katholische Kirche in bemahc allen europäischen Slanten in letzter Ze,t wesentlich umgestaltet haben, und er nM deshalb der neulich von neuem ausgestoßenen Drohung, Rom zu vnlasscn, wenn der Gesetzentwurf üoer die religiösen KorMschafltn angenommen werden sollte, leine Ausführung folgen lassen, Cardinal Änlonelli. welcher von einem Diplomaten über diesen Punkt befragt wuide, hat ganz beslilnmt eltlint, daß der.Papst gar nicht mehr daran denke, Rom zu verlassen." Ruiz Horilla o ripr'cht in den CorteS Äufllüruu-gen über die Ursachen der Unruhen ,n Madrid; er vertheidigt die Nothwendigkeit vo» Reformen in den Co-lonien und theilt mit, daß die ttoleihe dreimal gezeich. net worden sei; das Eimmhmelioubgcl wird nnl 155 gegen 47 Ltilmnm l»enchmigl. — Im Coligressc ue-stäligt der F.lianzmlnister, daß alle lückständigen Zinsen der Staatsschuld im kaufe dieses Monats ausgc» zahlt werden. Eine Depesche aus Conslantinopel meldet, baß die türkische Regierung Mittel und Wege vorbereite behufs Unificierung del Staatsschuld durch Converlic-rung der auswärtigel, Anleihen in eine allgemeine Schuld unter Aushebung der Oaramien der Amortlsie» rung. sm 13. d. wurde in Athen das königliche T e-crct veröffentlicht, durch welches die Kammer aufgelöst und die neue Kammer am 14. Februar 1873 einberufen wird. Präsident Grant hat die Ernennung deS Negers Pinchbeck zum Gouverneur deS Staates Louisiana ratificiert. Man schreibt dcm Präsidenten die Absicht zu, eine Pioclamülion zu erlassen, worin er die gegenwär« tige Legislatur von Louisiana als o«e gesetzliche Vertretung des Volles crllint und ausgibige Hilfe verspricht um diesen Staat gegen Vergewaltigung und Unruhen zu schütze». Nachrichten aus Mexiko melden, daß Präsident Lerdo in seiner AnttiltSbotschaft eine freundschaftliche auswärtige Politik ankündigt und den Wunich nach Wie. derhcrstellung der Ve> träge ausdrückt. chlgesnmigkeilen. — Se. l. Hoheit He« Erzherzog Karl Ludwig ttiffl Mittwoch in Oörz ein und bezieht dic „Villa Seiler." — (Personachrichten.) Ihre Excellenzen die Herren Kriegsminister Frech. v. Kühn, Anton Graf Auers perg und f. l. Vizeadmiral Pöck find von Traz »ach Wien abgereist. > — (Veruntreuung.) DaS LandeSgencht in ^Wien veröffentlicht unterm 4. o. folgenden Steckbrief: „Heinrich Klemer», Procu:afUhter »er protokollierten Firm« ,Gebrüder Schund und ^.omp/', aus den Canton Zürich gebürtig, bei 30 Jahre alt, groß, sehr kräftig mit ovalem, gesundsälvigeM Gesichte, blonden struppigen Haaren, rüth-lichem Vollbatle, platter ziemlich großer Nase, guten Zähnen, deutsch, spanisch und französisch sprechend, ist de« Verbrechens der Veruntreuung eineS 200.000 fi. übersteigenden Be'rageS rechtlich beschuldigt und seit 28. v. M. von hier flüchtig, demnach festzunehmen und anher einzuliefern." -» (DaS GeneralstabSwerk Uder den Krieg 1859 in Italien) wird demnächst erscheinen. Der erste Band umsaßl die Irelgnifse von der Eröffnung der Feindseligkeiten bis nach der Schlacht von Magenta. Für Armeeangehörige (Offiziere von der ifinie, der beiden Landwehren, der Reserve und des Ruhestandes), welche den ersten Band im Wege der Truppen Commanden oder direct beim OeneralstabS-Bureau für Kriegsgeschichte bestellen, ist der ermäßigte Preis von 5 fl. ö. W. festgesetzt worden. Vom 1. Februar 1873 an lann derselbe nur mehr im Buchhandel zum Preise von 9 st. bezogen werden. — ( Sler b efall.) In Cilli starb der hochw. Herr Mathias Voousek. infulierter Abt, Confiftorialrath, Dechant und Stadtpfaner seit 1846, im 71 Lebensjahre. — (Seltenes hohes Aller.) Vor einigen Tagen starb in FUnslirchen eine Frau namens Katharina Prose, welche gerade an dem Tage geboren «urde, an welche» Kaiser Josef II. den Thron bestieg. — (Große Wallfahrt.) Dem „Unioer«" unrb teleqraphieu, daß „40.000 Personen" an der Wallfahrt nacd St. Anne d' Ausay in der Bretagne lheilgenommen und in der „11-Uhr-Messe 25.000 Personen" comwuniciert haben. ^ o c u l e s. Iur MandatSniederlsssUng deS Handelskam merpräsidenten V. E Supan Herr V. md Zei« chenn'qmsiten betheill, andere erhielten Kleidungsstücke und wieder andere durch Vermittlung des Vereines Kosttage und Instructioneu. Die namhaftesten Geschenke erhielt der Verein von der löblichen krainischen Sparlasse mit 300 Gulden und 50 Gulden vom Reinerträge der Bürger« lränzchen. Die Einnahme» betrugen 783 fl. 96 kr,, die Ausgaben 732 fl. 88 tr,, somit sich ein Kasserest von, 51 fl. 8 kr. ergibt. Das Vereinsvermögen beziffert sich bereis auf 1639 fl. 8 kr. In den Ausschuß wurden als Obmann: Director Dr. Mr Hal, als Stellvertreter: Prof. Dr. N. Euppan, als Kassier: Prof. Opl, als Tecrelär: Prof. Wastler, dann die Herren: Prof. Finger, Dr. Schaff er und L. Ter pin; endlich zu Revisoren die Herren Bresnitz und Iagodiz gewählt. Dem um den Verein sehr verdienten frühern Odmanne, Herrn Landes'Schulinspector Pirler, der eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können glaubte, wurde einhellig der Dank des Vereines votiert. Schließlich können wir nicht umhin, diesen höchst wohlthätigen und wahrhaft segensreich wirkenden Verein der allgemeinsten Unterstützung aufs wärmste zu empfehlen. — lBei MollereiauSstellung in Wien) — am 15 d, - wurden drei Aussteller aus Krain mit Prämien betheilt, u. z die Herren Rabic au« Wald bei Kronau und Ritler von Outtmannsthalnen Szenen, in welchen „Jeane Eyre's" eiserner Charakter mit den Gefühlen der ersten heißen aber anspruchslosen Llebe in Kampf geräth, war sie vortrefflich; Beifall und Hervorrufe waren der Lohn der gutdurchgeführten Rolle. — Herr Röder (Rochester) war semer Rolle wohl nicht total sicher, aber seine Leistung, namentlich in den ersten Szenen der zweiten Abtheilung kann als eine recht gute bezeichnet werden. Herr Röder erhielt Beifall und Auszeichnungen durch Hervorrufe. — Diesen Trägern der Hauptparte zunächst müssen wir die Darstellung der „Mistreß Sarah Ried" durch Frau Kohty als eine hervorragende, mit Beifall und Hervorruf begleitete betonen. Der kleine Louis (Adele) war recht nett, trat couragiert in Szene; auch ec wurde mit Beifall »nd Her« vorruf belohnt. — (Berichtigung.) In das überwachende Ve« werbeschul.Comitä wurde nicht Anton Weiß, sondern Herr Änlon Goaiz gewiHU. — (Schlußverhandlungen beiml. t. Lan desge richte in Laibach.) Am 18. Dezember. Johann «imc: schwere körperliche Beschädigung; Anton Her, vatin: Diebstahl. — Am 19. Dezember. Anton Kurbiö: Diebfiahl; Jakob Stuz: Majestätsbeleidigung; Mathias Koiar: schwerc körperliche Beschädigung; Johann Eleuc: Majestätsbeleidiguug. — Am 20. Dezember. Johann Klem. bas und Anton Hoöevar: schwere körperliche Beschädigung; Bartlmä Tmolej : öffentliche Gewaltthätigkeit; I?sef Korak: schwere körperliche Beschädigulig; Rainer Misset: Dieb stlchl. — Am 27. Dezember. Valentin Kunkö: Diebstahl ; Bartlmä Skraba: Diebstahl; Franz Zalctu: schwere körperliche Beschädigung; Matthäus Loönitar: Diebstahl; Johann Schwitz: Veruntreuung; Andres Cerl: Dicbst.ihl; Josef Podjeo: Diebstahl und Betrug; Valentin Peröun: Diebstahl. — (Das Weihnachlsfest) steht vor der Thür. l Vor eintausend achthundert siebenzig drei Jahren wurde der König der Könige in einem Stalle zu Betlehem geboren. Die Christenheit feiert diesen Tag alljährlich im Tempel Gottes und im Familienkreise. Im Prunlsaale der Fürsten, in der ärmlichen Hütte des Holzhauers prangt alljährlich ^ am Weihnachtsabende der Christbaum, laghell beleuchtet mit Hunderten von Kerzchen, ausgestattet mit Christgeschenten aller Art. Für Eltern und Vormünder, für Ehegalten, Liebende und Freunde ist es bereits höchste Zeit, das Arran» ^ gement fUr Decoration des Christbaumes zu treffen und für! entsprechende Weihnachtsgeschenke zu sorgen. Wir Habens aus den Inseratentheilen der „Laib. Ztg." und des „Laib. > Tgbl." jene Firmen zusammengestellt und wollen sie hier nachfolgen lassen, die au« Anlaß des h. Weihnacht«, festes ihr Warenlager wohl ausgestattet und zum Verkaufe offeriert haben: M. Bernbacher (Tpitalgasse) liefert Gichtleiden, den Naldwoll-Fabrilate und Präparate. Wer den Rheu« matismus z„ feinen Lebensfreuden zählt, der taufe! F. Detter «Hudengasse 231) führt ein großes Lager von Mhmaschmen. Minderbemittelte kaufen gegen Ratenzahlungen. M. Golob (Hauptplatz) expediert für Kranke: Malzpräparale, Aichtthee, Tincluren, Pulver, und für Gesunde : Rum, Bonbons, russischen Thee feinster Sorte; von letzlerem sollen selbst fünf Schalen angenehm zu schlürfen sein! Bei C. I. Ha mann (Hauptplatz) finden wir Sei» den« und Wollstoffe zu Noben und Möbeln, Seiden- und Sammlbänder, Spitzen aller Nn. Bräute und Nonnen können hier de« Schleier nehmen; Männer, die Gardi» nenpredigte» anhören müssen, erhalten Gardinen» und Vor» Hangquasten zu dilligen Preisen. In Jg. v. Kleinmayer KF.Bam berg's Buchhandlung (Congreßplatz) können Sie alte Klassiker, neue Volksschrlften, prachtvolle Oelfarbendruck-Bilder und Oclgemälde, Pracht« und Kunstwerke, Photographien, Bilderbücher, Musilalien, auch Kalender beziehe»; wir erinnern die Frauen, im Kalender die Kuchengelber genau verrechnen zu wollen! Peter Laßnil serviert Delicatessen feinster Qualität: Strachino, Gorgonzols, Fromage, Holländer; offeriert Extrawürste, schmackhafte Schinken und Zungen, saftige Orangen, candiertes Obst, Bisquits; er präsentiert uns dazu echten Rüderer Champagner — gegen prompte Bezahlung; für Gourmands eine höchst pikante Revue l In N. Popoviö'S Schnttt» und Modewaren-Ntab« lissemenl (Hauplplah) sehen Sie prachtvolle Mäntel, Man« tille», Jacken, Winlectücher, schwere Damentleider u. a. Stoffe. Elne Augenweide ersten Ranges! Treten Sie ein, meine Damen, mit wohlgesülltem Portemonnaie! /Fortsetzung folgt.) Ncnestf W (^iglNal'Telegramm der „Uaivucker Henung." j Wien, >2<> erhöht» in der Gruppe des Grohgrundbt siyes und der Landgemeinden beträgt die Vermehrung ^ 5<> p(5t der bisherigen aus diesen Gruppe« entsendeten Vtitgliederzahlen. Die VZahlbe-zirksbildung in der städtischen und ilandge» meindeugruppe ist fast ausnahmslos derartig, l»aß iu jedem Wahlbezirke nur ein Abgeord« neter zu wählen, in der Neihe nach der z!an^ tagSwahlorduung von Rltzttll. In die städtisch* Gruppe der wahlberechtigten Städte, Märkte nnd Industrialorte werden für die Reichs rathSwahlen durch VoltSzahl, Steuerleiftuns oder industrielle Acdrutung hierauf Anspru^ verdienende Qrte aufgenommen Tver in eincnl Lande in einer Wählerklasse für den Landtag das Wahlrecht hat,«ist daselbst auch für den sleichörath wahlberechtigt. Die Wahl erfolg schriftlich mit absoluter Majorität, in de» Landgemeinden durch ebenso, gewählte Wahl' manner, in den anderen Wählerklassen uN< mittelbar. Gin «« einem Lande Wahlberea> tigter ist mit zurückgelegtem H<>. Lebensjahre in allrn im )leichSrath vertretenen Ländern wählbar. Das Abgeordnetenmandat ist seck^ jährig; gewesene Abgeordnete sind wiede« wählbar. Wien. 10. Dezember. Dic ..Montag-Revue" meldet, die Regierung wlrde demnächst Vorlagen betreffs der dalmatinischen Eisenbahnen, der NarentaregulicrM und der Austrocknung der dalmatinischen Sümpfe ei> bringen. «»learaphischer Wechselcurs vom 16. Dezember. Pllpier'Reute <:6..'i0. Gilber^Renle 70.80. - lS6Ucl ^'i„e-Ai!lchn! 103.25. «a^.Al!i,u 966. jl^bil,»ti,tl' 334.50. - V'„,dc>ll 109.10. — Gilb« 107.80. Kl ^m Du-«tv, —. - ittap^onsd'l', 8.71 ^. 'A«stokc»»»»nene »fremde ilm 15. Dezember. «««s»»e. Pul, Heller und Fllrst, Pest. - Haidi», Ast"" — Elsncr, t. f. Mimsicrialr.ill,; S. Deutsch, Krauß. V'N»^ mid Pah. Wien. - Gorjnp, Gorz. «nipp, Kfm.. Offcl,ba°» »t»«>t HV««n. Graf Thuru, Besitzer. NadmannSdorf. ^ Olaß und Pollal, Handelsleute; Zwetko und stischer, KaufteU"' Wien. - Zclzel, Priuat, Oberlaibach. - Papper, Steinalü' anger. , «>«»«« «u«>»p». Munele« N., Prag. - Movlec M., l)bla> Theater. Heute: Zum Vortheile der Schauspielerin Sofie Kros«"' Zum ersten male: Fernande. Pariser Sittenbild iu 4 Alle», von Sardou. Aletemololnsch? Nnolwchlnnsslm i» l^aihach ,. i ^ M l? . U ;l« i « ll. Mg. 732 92 -l- 1.» W. schwach ganz bew. ! l6. 2 ,. N 732.,, ,3s W. schwach gan, bew. 0,0« j!0„ Nb. 732,?l »- 2.o SO. schwach aau» bew. Dicht blwüllt. Abend« gelockert, auf lurze Zeit helter. 2)«» Tagtsmilttl der Wärme -j- 2 4". um 3 8° Über dem Normale. Ps-antr!, ^ilicher Redacteur: Igna» u. K l e» u m « U r» ^ ^NslpN^psll^k ^ttie», 14. Dezember. Die Börse war in ihrem ersten Theile sehr ungllnstig, da in Speculatioiispapicre» eine sehr erstarkte Contrcmine operierte. Später wendet sich ^ HiUl^UVlllU^. Nusmerlsamleit der Finanzlage zu und stieg Rente bis 67,90, Da« bewirltc eine günstigere Haltung auf der ganzen Liuie. A. Allgemein? Wt^«55s<»> >? Für 100 st. «lnheitlichc Staatsschuld zu i. p«t.: w 3lot>»n uer,in«l Mai-9to»embel 66.80 67.— - . ^ Februar-Nugufi 66 dO 67.-Silber ^ Iänner-Iul< 70 40 70.50 Nvril-Octobtl . 70.40 7O.i»0 L3,lv"3 1lj39......»">" 205- >. . 1854 (4 '^ zu 250 ji. 86,25. 96 50 ^ " 1U60 zu s 90.— 91 — Ungarn .... „ 5 „ 79.- 79.50 C. Andere öffentliche Nnleben Oonauregulirungslos, zu 5 pCt. 97,7b 96.--U, g. Eisenbahnanllben zu 120 fl. ii. W. O'lber 5«. pr. Gtücl 100.50 101.— Nu« Prämitllllnlehtu zu 100 ft. ? «e 75 L. Ei"^<'j^. «!«,<» 101.— 101.2b Wiener Tommunalanlehen, ^!ick- Vtlt, Wnare z zahlbar f,p«t. für 100 fi. . 84— 8460 Geld Wüu^ ?ln^l,->istlcl. ^llul . 326.-326 50 Vantuerein......374.— 375 — H°de>l-«r?oitanf»'t . . . 278,— 280.— treditanftlllt f Haudel u. Vew . 335.- 335,50 i Hleoitailstall, allgem. uugac. . , 179.-- 179 50 ' Depositenbank...... 134.50 185.- Escompte-Osselllchast n l< . 1I80-H90—j Franco-üsterr. «anl . . 134 75 135.- Handelsbank . . Üli.— 3N.50 ^iatillnalbans 968,— 970 — Umondant . 272.25 272,75 Vereinsbanl . . . . 219.— 220 — Verlehrsbaut.....259.— 260.— «. «ttlen »,« ^«an4vo»,ui»te»ney» munge» Gell» »Vaarl Nlflild-Fiumaner «ahn 17450 17b.— Vöhm. Weftbahn .... —.— —... llorl-Ludwig-Bahn . . . , . 230.50 23^.50 Donau-Dampfschiffs. Gtsellsch. . 636.- 638 — Elisabcth-Weftbahu.... 247.— 247.50 «Llisabeth-Westbahn (Vin,«Vub» weiser Streckt) . . . . 210.— 211.— Ferdmand«.«arob«hu . . . 2160—2170 — Fr«n<<>n't. l,«.v<»^l! 215— 216 — Lembe^««,r^..I<»ssl,tr«B<,^ 152.— 152 50 Llovd, »fterr. ... 572— 574,— Oefterr. Nordweflbahn 2I4—2I4 50 Rubolfs-Vühn..... 170 5,0 171,i^) siebenbUrger «nhn . 177.50 178.-- Gtaatsbahu . . , »36,— «37.— Südbahn . ..... 192 5,0 193.- sttd.norbd Verbind. Nahn . 170,— 171. - T,he,ß-Bahn . . , . 242 - 244.— Ungarische HorboNbah« 156.— 157.-- Uuqarische Oftbahn . , . 13!).— 135.5,0 Tramway........ 335.— 337. — >?. Vfnndbriese (für 1^)1 » «vg. oft V°dm-«redlt-?lnstall Oelb Waare verlosbnr zu 5 p«t. in Gllber 1007b 101 oto.'n33I.rnck,.,u5p.»m. 100.50 101 — 0'Ht- ?),- ^5ff>^! 98.75 99.— Siebend. Vahil iu Bilder verz. . 8725» s?"" Ataatsb. V.3'/. ^500ffr. „I,Vm. 12t,— l26^ SNdb. G, 3°.« 500 Zsrc. pr. Stilck 109 - l« Sudb.-V.«200fi.z.5°,für100fl. 92.25 9^ Blldb.'Vous <^. (1870 74) > 500 Frc« pr. ?««« . , —." ^'^ Un«. Yfthnbn f<,r 100 fi . 7575 "b ». Vrivailos, (Per stück). , «reditllnstlll» f.Handel ».sen-, Held «°°^ «n I00fl. ö.W......^«^5sb «udols.Gtiftung zu 10 st. . . 14.75 ^' Achsel (3 Mnn.) Veld V»'^ »ugsburg für 100 fi llldd. W 91 40 ^ ^ Franlwrt a,M. 100 ft. delt» 9170 ^^ Hamburg, für 100 Mari Vauco 79 60 ^ ,g London, ^uc 10 Pfu, ü st'V'i-g 103.9« ^''^) ^^'< für 110Fr»Nt5 , . 4255 »' E^ne«. ,e» Gel»»»»«« «. Müuz-Nueatt,. 5 fi. 11 l oN 7z , Nllp°leon«d's.r . . 8 » ?0j. 7 " ß4 -