Htr. 99. Donnerstag, den 11. December 1879. IV. Jahrgang. Cillier Jrituna. Pränumerations-Bedingungen. Für Silli: Mo»«tlich . . . —.&& Vin!-Ij->d->» . . l-M «tifejdtrio . . . ««««Iltis. .. Inrnil | Vinzel»« Nummer« 7 fr. * _ Mit V»st. Versendung: vurlelithri« . . l.« &«It>fjU)ri| . . . ».»« WoiMjattig . . . <.M Erscheint zeden Donnerstag und Sonntag Morgens. lnssrst« wsi-ltsn angonommsi, t» »er Sfpedil,»» »er „tiOin JeitBig", Hrr-[« „«II,er »»! «. MiiNr j» »!?», an» »lle» tKbtaünbm et«klf* 1 t >»»«»»»»'. Jo1. *ira-tc>ch I» I9t0|, ». Cmli' UN» Statte, k a»m». t» Oh». a. Willst. Zkllang«. *ii«ntat >» e,id»ck. Hin ^yrrhussteg. Wie problematisch der Ernst der feudalen, rirricalen, czechischen, polnischen und slovenischen Abgeordneten sei, durch Ersparungen in allen Zweigen der Verwaltung, die fast unerschwinglich gewordene Steuerlast zu erleichtern, erhellte die fünftägige Wehrgesetz-Debatte bis zur Evidenz. Richt eigene Ueverzeugung, sondern theil« gemachte, theil» in Aussicht gestellie Zugeständnisse von Seite der Regierung. so wie traditionelle Opposition gegen die Verfassungspartei und da» Deutfchthum dictine diesen Volks oeurnern für die Blutsteuer zu stimmen und so die da« Mark de« Volke« ver> zehrenden erzwungenen Opfer ungeschwächt fortzu» erhalten. Trotz aller Zugeständnisse gelang e« indeß der Regie, ung doch nicht für den Z 2 der Vor-läge „Verzicht auf die Abänderung de« Krieg«» stände« von 800.000 Mann für 10 Jahre" die erforderliche Zweidrittel-Ma^orität zu erlangen. Vorläufig hängt also trotz aller Anstrengungen und Erfolge noch da« ganze Gesetz in der Schweb«. Der Entwurf gehl jetzt aa da« Herrenhaus, da« wohl in dem entlcheicenden Punkte dem Beschlusse dtSAbgeordneteuhauseS nicht beitreten dürfte.DieRe« gierung wird gewiß alle Mittel aufbieten um doch »och auf irgend ein« Weise die Zweidrittel-Majorität zu erlangen. Sollte ihr aber das — wie es wahrscheinlich ist — nicht gelingen, so wird sie sich mit einer dreijährigen Verlängerung deS jetzigen Zustande» zufrieden geben müssen, odzwar bereit« der Schreckschuß von einer parla» mentarichen, wie auch einer EabinetS-Crise, falls die verfassungstreue Opposition dem durch das Herrenhau« restituirten § 2 nicht zustimmen sollte. — bereit« abgegeben wurde. Mit lebhafter Genugthuung, ja mit Stolz konnten die Anhänger der VerfassungSpartei dem fünftägigen Redetourvier ihrer erprobten Kämpen folgen. Fux. Ravel, Menger. Wolfrum, Walter« kirchen. Toma«zczuk, Ezedit und «schönerer wußten in erschöpfender und geistreicher Behandlung de» Gegenstände« die Gründe und Auslassungen der Redner der Majorität aä adsurckum zu führen. Die Debatten, die sich die beiden ersten Tage ziemlich leidenschaftslos abwickelten erhitzten sich immer wehr und mehr bis am fünften Tage e« zu einer äußerst heftig! erregten Scene kam. die kein Geringerer als Minister-Präsident Taaffe selbst provocirte, indem er die Behauptung aussprach, er habe den Czechen die Möglichkeit geboten, in da« österreichische Parlament einzutreten. Rufe: „Die Verfassung hat die Möglichkeit geboten/ wurden laut, ja sogar ein Ordnung«ruf an den Ministerpräsidenten selbst wurde verlangt. Auch Grafen Taaffe mochte sein in der Hitze entschlüpfter Au«>pruch gereuen, denn kaum war ihm das Wort entfahren, so eilte er auch schon dasselbe im ste-nographischea Protokolle zu corrigiren und die „Möglichkeit" in eine „politisch« Möglichkeit" umzuwanoelu. , Run krabeln allerdings die Officiösea wie »ie Ratten auf der Keule de« Herkules, am au« der improvisirten Rede de« Grafen Taaffe einen anderen Sinn zu deduciren und die Erregtheit der Sinken de« Hause* als unmotivirt und gänzlich aus der Luft gegriffen hinzustellen. Doch „von einem Wort läßt sich kein Iota rauben", die« mugte ja auch Ministerpräsident Taaffe erfahren, er al« die Sorrectur vornehme« wollte. — Da« Eoalition«-, oder wie e« nach officieller Schönfärberei heißt, da« Versöhnung«ministeriuw, da« sich an Czechen. Polen, Feudale und Elericale rankt um gegen die Deutschen, die Verfassung«» treuen Front zu machen, mag au« dieser Verhand» lung«.Campagne, in welcher e» allerding« mit ver« schwindende? Majorität, nachdem e« sein bestes Sönnen und Dürfen eingesetzt, einen so winzigen ja fast fraglichen Sieg erfochten, ersehen, daß alle Eoncessionen nur zwecklos verschwendet werden und daß selbst eine gefügige Majorität den Muth, die Ausdauer und die Kraft der verfassungstreuen Opposition nicht brechen könne. Roch ein solcher Sieg und das Eadinet hat seine Munition verbraucht. Politische Rundschau. CiUi. 10. T«ember. Die in der Abendsitzung des Adgeortneten» Hauses vom Freitag vorgenommene Delegieren» wähl stimmt in Bezug auf alle Kronländer Oester» reich», mit Ausnahme Böhmen« und Mähren«, mit den angestellten Berechnungen überein. E« wäre auch nachdem Niederöfterreich, Steier» mark, Kärnten, Schlesien, Trieft und Istrien nur verfussungStreue Abgeordnete wählten, die Majorität gewiß der VerfassungSpartei zugefallen, wenn nicht die aerfassuugSlreue Majorität der böhmischen und mährischen Abgeordneten mit den VerfassungSgegnern Compromisse abgeschlossen hätten. Infolg« dieses Entgegenkommens werden 22 föderalistisch« Dtlr» gilt« 18 verfassungstreuen Delegirten gegenüberstehen. Feuilleton. Au spät! Ein GeselljchaslSbild. Roman von W. Hoffer. (24. Fortsetzung.) AgneS sah ihn blitzenden AugeS an. — Da« ist Alle«, wo« Du mir zu sagen hast. Ernst? Eva's Schicksal gilt Dir mehr al« da« meine? — Im Augenblick ja, versetzte er ruhig. Du lebst im Schutze eine« anständigen Hause«... für meine unglücklche Schwester aber habe ich polizeiliche Nachforschungen eingeleitet, also scheint eS begreiflich, daß mich derartige schwerwiegende Fragen ernstlicher beschäftigen als der Verdruß, den mir die Kleinlichkeit Deiner Tanten v«rur» facht, und den Du allerdings theilst, da ich es nicht ändern kann. Glaub' mir, mein Herz, die arme Eva ist verloren. Sie zuckte die Achseln. — Du würdest sie wohl sehr . . . sehr b«» trauern, nicht wahr? — Grenzenlos ! antwortete er. Da hast Du Recht. Ev« könnte mir al« al« Da«, was ich in ihr geliebt hab« und noch immer liebe . . . nie« mal» ersetzt werden. Sie kreuzte die Arme und sah ihn herau«» fordernd an. Ihr Gesicht war gz farblos. — Du bist wenigsten« aufrichtig, sagte sie bitter. Er runzelte ärgerlich die Stirne. — Agne«, ich bitte Dich ... solche Thor-heilen, wo e» sich um mehr als da» Leben handelt! Sie blieb in ihrer abweisenden Haltung. — Für Eva. Ernst, da« ist möglich! — Du willst damit andeuten, daß Dir diese Frage durchaus gleichgiltig sei? fragte er hastig. O nein, Ernst, nicht gleichgiltig ... ich hasse Eva, da» weißt Du! — Eine merkwürdige Art und Weise, mir Deine Liebe zu bezeugen, warf er hin. Könntest Du mich in der That achten, wenn mich oaS trostlose Schicksal meiner Schwester ganz kalt ließe? Sie legte zwei Finger aus seinen Arm; ihr schwarze» Auge blitzte dämonisch. — Deiner Schwester, Ernst? ... Ja, wäre sie da« nur! — Agne«! rief vom Wohnzimmer her Tante Regine mit schrillem Ton in da» unerquickliche Gespräch d«r Beiden hinein. AgneS, komm gleich einmal hierher I Ernst Orthloff seufzte. — Un« wirb Niemand für Verliebte hallen, sagte er. Du scheinst in letzterer Zeit noch unge- duldiger und anspruchsvoller geworden zu sein als jemals. Es ist mir unerklärlich und ich begreife nicht, weshalb Du den vielen äußeren Verdrieß» lichkeiten unserer Lage geflissentlich noch Hirnge» spinnste hinzufügst, welche Dich sowohl al» auch mich beleidigen müssen. Agne» nickte. — Mich beleidigt Dein Interesse für Eva allerdings sehr, versetzt« sie. Er sah ihr ruhig in's Auge. — Agne«, suchst Du eine Veranlassung zum Bruch? fragte er. Ihr Kopf erhob sich unmerklich. Obgleich zitternd, fast sprachlos vor Furcht, ihn zu verlieren, gab sie doch trotzig seinenVlick zurück. — Ist etwa in Deinen Worten eine solche enthalten, Ernst? Dann freilich .. . — Nein, antwortete er freundlich. Nein, Agne«, ich möcht« Dich um Alles in der Welt nicht t'änken. Ich liebe Dich wirklich so herzlich und aufrichtig, wie ich eS Dir sage. Ihr blasse« Gesicht überzog sich mit tiefem Purpur. — Und warum zeigst Du niemal« diese Liebe, Ernst? Warum findet keiner meiner Ge» danken, kein Wunsch bei Dir einen Wiederhall? Er legte alle jeae warme Zärtlichkeit, welche er durch keine Liebkosung, leine Bewegung ver» rathen durfte, in denBlick, der ihr antwonete. Die Montenegriner und AKanesen kämpfen bereit« miteinander. Der montenegrinische Posten bei Velika, bei äufig 3(X> Mann stark, wurde am 2 6. von angeblich mehreren Tausend Albanesen überfallen und auf da» höchste bedrängt: in Folge dessen sind vier bis fiiuf Bataillone Montenegriner in die Action eingetreten uns wurden die Albanesen — mit beiderseitig nicht unbeträchlichem Verluste — zurückgedrängt. MontenegrinifcherseltS wurden zwei Bataillone Verstärkung abgesendet. Die türkische Regierung hat nunmehr formell wenigsten« mit der Lösung der Resormfroge be« gönnen. Am Freitag hat Mahmud Neoim Pascha dem Ministerrathe einen Gesetzentwurf betreffend die inneren Reformen untcrvreüet und die Einsetzung einer Comisfion vorgeschlagen zur Ueber« wachung und schleunigen Dmch'ührung derselben. Oo dem Beginn dieser theoretischen Lösung auch bald eine p aktische folgen wird, ist nach den bis-her gemachten Erfahrungen nicht ai« sicher zu betrachten. Meine Chronik. Cilli. 10. December. (Todesfall.) Sonnlag Abend« verstarb hier in ihrem 76. Lebensjahre Frau Therese Schmidt, Schwester de» FürstuischofS von l'aoant Dr. Maximilian Stepifchnegg. Da« ^eichcnbegängniß fand Dienstag den 9. d. unter zahlreicher Betheiligung stall und hatte der Ftiist-bifchof selbst die Einsegnung der Leiche vollzogen. (Fremder Orden.) Dem Herrn Psarrer von Tücher», Thowa« Je rettn, wurde von Kaiser gestaltet, da« R.lle, kreuz de« Orden« vom heit. Giobe annehmen und trogen zu dürfen. (Vom (Yemeinderathe.) Auf der TageSoidnung, der am Freitag oen 12. d. statt-sinsenven Gemeinderath»sitzung stehen: Mittheilung ver E.nläufe und Berichte der ll. und IV. Section. (Der Cillier Musikverein) halt Montag oen 15. d. M. im «aion de« Hotel« „Erzherzog Johann" seine diesjährige General-Versa nimlung ad. Nähere« im Inieraten-theile. (Casino-Verein in Cilli.) Der am 7. d. M. in den Vtlejnslocalltaten abgehaltene Conversatioii«adend war sehr gut besucht, und sehr anlwirt. Die p- ogrammmüßigen Bortrage bestanden in zwei Liedern nämlich „Meine Lreoer, meine Sänge" von C. M. v. Weber und „Sehnsucht" von il. Rubinstein; ferneres in zwei Piccen für da« P-anoforte und zwar „Serenade" von I. *a(fa und „Bravour-Galopp" von H. ^ichner. Die beiden Lieder fang Fräulein Johanna Angerle für die kurze Zeit des b>«her ge, ofsinen Unterrichte« sehr brav, ihre bedeutenden Stimmitleln berechtigen zu schönen Hoffnungen. Fräulein Angerle ist edenfall« Schülerin unserer tüchtigen GesangSlehrcrin Frau Paula ®inc, die un« bereit« bei dem l. Conver« sationSabende Fräulein Orelie Mark auch al« eine ihrer Schülerinnen kennen zu lernen die angenehme Gelegenheit bot. Die beiden Pi,no Piecen gelangten durch Frl. Ioh. Bahr zum ausgezeichneten Vortrage und verdienen die Technik sovie die Spielart alle Anerkennung. Beide Fräuleins wurden durch ungeteilten, lebhaften Beifall ausgezeichnet. Die hierauf folgende Tombola fand umso mehr eine allgemeine Tbeilnahme. al« schon seit mehreren Irhren eine solche nicht abgehiltei» worden war. Die Gewinnst« waren recht schön und sehr praktisch gewählt, insbesondere verdient die als Tomvola bestimmte Salon-Lampe al« ein prachtvolle» Stück bezeichnet zu werden, auf welche« manche Blicke voll fy npilhifcher Hoffnung geworfen wurden. Die Abjpzelung gab manch« höchst heitere und ergötz-liche Momente, in«t>efotaere dann, wenn g.hegte Hoffnungen durch unterlaufene Irrthümer zur Aufklärung gelangten. Zum Schlüsse folgte der Tanz, welcher sich sehr lebhaft entwickelte, al« Beweis der zahlreichen Betheiligung daran diene der Umstand, daß bei den Oiiadrillen 40 Paare constati« worden sind. Wir sehen mit Brrgnügen de-, nächsten Conoersation»>Avend vom 2V. d. M. bereits entgegen. (Schülerproduction) Die Gesang, und itlaviertehrerin F>au Paula Sinz veranstaltete am 8. d. in ihrem Salon eine Schüler« Produktion, deren Resultat als ein in jeder Be-ziehui g vollkommene» bezeichnet werde» muß. und welche» auch der unermüdlichen Lehrerin oa« bered« »este Zeugniß für ihre treffliche Lehrmethode an«-stellt. Da« schöne zweckmäßig gewählte Programm wurde von den jugendlichen Oebuianten mit aner« kennens.verther Feische und Fertigkeit absolvirt und von den geladenen Zuhörern recht beifällig aufge-nommen. Theater.) Director Bollmann in Marburg hat seinen Mitgliedern angezeigt, daß er die Direktion de» Marbinger Siadtthealer« nicht weiter fortführen könne, da die Regieauslagen mit den bisher erzielten Einnahmen in keinem Ein» klänge ständen. Selbstredend sin d dadurch auch die in Cilli beabsichtigten Vorstellumgen illusorisch ge« worden. Wie un« nun mitgetheilt wird hat die Mardurger Easino-Ge,ellschaft vorläufig die Wnlerführnnz des Theater« unter der artistischen Teilung dc« Director Bollmann in eigene Regie übernommen. Die speciell für Eilli e> gagirten Mitglieder sind durch diese Eventualität in eine sehr mißliche Lage verseht worden. Um nun diesen Theil der Gesellschaft wenigsten« loszue'jen, sind für die kommende Woche drei Operetlenadendc hier in Aussicht genommen worden, die fall« sie sich ren-tiren sollten, für weitere Theaterabende in Cilli maßgebend sein sollen. So gelangt Montag unter Nachdem die Wahlen in die Delegation vor-genommen waren kam e« noch zu einer sehr hef-eigen Debatte, die durch den vom Abgeordneten Posch gestellten Antrag hervorgerufen wurde, baß der SteuerouSschuß beauftragt werde, seinen Be-richt über die Grundsteuer,Novelle binnen acht Togen zu »stalten. Der Zweck diese« Antrage« war, verhüten, daß die Erledigung der Vorlage im Ausschüsse durch die autonomistnche Majorität deSsclben verschleppt werde. Die Absicht der Rechten, die Erledigung der Vorlage auf unbestimmte Zeit zu verschleppen, wuide schließlich durch die Per» lagung der Debatle erreicht. Die Commission des Herrenhauses stellte ein-stimmig den vom Al'geo'dneten-Hause abgelehnten Paragraph 2 de« Wehrgezetze«, betreffend die zehn-jährige Dauer her. In Bezug auf die deutsch»österreichischen Handelsbeziehungen dauern die diplomatischen Ver-Handlungen über die Verlängerung der gegenwar-tigen Beziehungen oder Über ein ganz neue» Pro-visorium fort. Wa« den späteren definitiven Ver» trag anlangt, so scheint Oesteneich jetzt mehr ge-neigt, den Wünschen Deutschland« bezüglich ve« Appreturversahren» entgegen zu kommen. Der österreichische HandelSmuuster hat bereit« bie böhmischen G oß ndustriellen zu einer Eonserenz da-rüder und über den Rohlemen-Verkehr nach Wien berufen. Die in jüngster Zeit neu in Umlauf gesetzten Gerüchte, daß C,ar Alexander mit Abdankung«. Gedanken umgehe, mochten wohl auS der Luft ge« griffen gewesen sein. Wenn einem solchen Gerüchte irgend ein Sinn innewohnt, so kann e« nur der sein, daß der Monarch fest entschlossen sei, sich auf die slavische Po.ilik nicht einzulassen, zu welcher zahlreiche und energische E.erneute seine» Volkes und seiner Umgeouug aus'» neue dränge« und die mit der Auflösung der russi>ch-deut>chen Allianz ihre erste Eiappe erreicht hat. Die englische Regierung hat den llows-ruls Führer Parnell, der auch Mitglied des Pa» latente« ist verhaften lassen. Mit dieser Verhaftung ist aber auch die irische t?ansfrage in ein neues Sta. dium getreten. Wenn die ttandagitatoren überhaupt jemals auf eine bewaffnete Erhebung gegen die Regierung zu Dublin dachten, so werden sie jetzt dieselbe in Scene setzen. Noch vor einer Woche hatte Parnell in der Queen« Hall in Birken» head eine Ansprache an ein Meeting gehalten, da« schließlich, die Resolution ann. hm: „daß die Verhaftung der Heiren Davill, Daiy und KiUeen ein cespotifcher unmoralischer Act der Regierung gewesen, welcher gegen den Geist der englischen Constitution verstoße," und „daß die Regierung da« Blut und Vermögen des Voike» in ungerechten Kriegen auswän» > erschwenoe, während Elend und Hun^erSnoth im Innere» herrschen und daß sie darum vor den Augen aller de»ke»den verurtheilt stehe." — Da« wird sich ausgleichen, mein liebes Herz. Ich bin vom Leben, wie es factisch ist, in harter Schule erzogen worden, während Du da« wuhre Antlitz der Dinge niemals gesehen hast. Wa» Du denkst, ist größten theil« Illusion, was Du wünschest unausführbar. Agne» lächelte, verletzt und spöttisch zugleich. — Glaubst Du wirklich, Ernst? E» könnte doch auch sein, daß trotz aller Unfehlbarkeit der Irrthum auf Deiner Seite wäre. Vielleicht läßt sich Alle«, wa« ich wünsche, auf da« beste au«-führen. Er sah sie aufmerksam an. — Wa« mrsteckt sich hinter diesen Worten, Azne« ? — Daß Du mich doch nicht genug liebst, um von Deinen Vorunheilen ablassen zu können, Ernst ... daß Du mich minder zärtlich liebst, al» ich Dich. Dein Verstand muß für jede« Ge-fühl einen Paffirfchein ausstellen, oder aber ... er erklärt eS für Eontrebande und verweigert ihm die Heimstätte. — Siehst Du, lächelte er, Wahn und Wirk-llchkeit ! — Agne«, rief jetzt zum zweiten Male Tante Regine. Hast Du nicht gehört? Jetzt mußte sie gehen, der Lehrlinge wegen. — Ja, Ernst, nickte sie, Wahn und Wirk« lichkeit. Du hast Recht ... zwei schroffe Gegen- > sätze, und daß man zwischen beiden den Ausgleich nicht findet, daran verblut t da« Herz. — Einen 'Augenblick noch l flüsterte er. Ehe ich von hier fortgehe, müssen wir in Ruhe mit einander sprechen können. Wo aber? Sie zuckte die Achseln. Da« ist - eine Sache, Ernst. Wo» bedeuten auch alle Worte, da Du mich doch meinem Schicksal ohne Weitere» überlasten willst? Dann verließ sie langsamen Schritte» den Laden. Es gührte und stürmte in ihr, wie kaum jema l». Noch zwei Tage und Ernst war fort. .. Auch der Andere hatte ihr zugeraunt, da? e» nicht so bleiben könne, daß er ein Ja ober Nein von ihr hören müsse, um darnach die Zukunft «in-zurichten . .. Ihr graute, wie bei dem Anblick eine» Sarge». Ganz allein, wie in einer Wüste, in diesen öden, widerwärtigen Räumen? Ganz, ganz allein? Wozu denn noch leben? Um mit Ernst viel« leicht zu correspondireo, «1» höchste«, glänzendste« Glück de« Dasein« ? Lsrenz Berning besaß ein eigene« Hau«, bot ihr die Stellung der reichen beneideten Frau, sie würde wieder, wie sonst bei Mama, gehätschelt und verzogen werden . . . und da« Alle« sollte sie dahingehen, ohne zu zaudern? — Wie ich Eva hasse! dachte sie grollend. E« ist ihr Heiligenschein, den er an mir vermißt . .. es ist'ihr Bild, welche« er al« Ideal hin-stellt, und von dessen Glanz auf mich die Schatten zurückfallen. Sie hörtte kaum, wa« Tante Regine mit leiser Stimme Zornige« und Drohende« hervor-sprudelte. Sie lachte nur, al« die alte Dame da« Schicksal anflehte, einen Bewerber in'« Hau« zu senden. — Er sei, wer er wolle, wenn er nur gleich heirathen kann, so geb« ich meine Zustimmung, um Dich Unselige au« den Augen zu verlieren, rief sie voll Erbitterung. Agne« schob unsanft die Katze au« dem Wege. — Fort, widerwärtige« Thier. Du hast mich gerufen, Tante? setzte sie hinzu. — Gewiß habe ich da«, 'bebte e« von den Lippen der alten Dame. Gewiß, und ich verlange, daß solche Unterhaltungen nie wieder stattfinden. Du bist nicht die Braut diese« Menschen, Du sollst e« nimmer «erden, so lange Du in meinem Hause lebst! — Amen! flüsterte salbungsvoll Tante Amalie. Amen! (Fortsetzung folgt.) Anderem die einoclige Operette: .Die schöne Galathc" zur Aufführung. Schulsperre.) Die Volksschule in Gams bei Marburg wurdc gesperrt, weil mehrere Schul« kinder an der Rache, bräune erkrankt und einigt auch schon dieser gefährlichen Krankheit erlegen sind. (Selbstverstümmlung.) Die nahe an 70 Jahre alte Grunddesigerin Iasefa GaSparitsch in Vrunndors bei Marburg hat Dten«iag Morgens ihre Magd zur Kirbe geschickt, um sich dann mit einer Axt ihre rechte Hanv ai'zuhauen. Dieie That geschah wahrsttinlich in Folge einer aren Phantasiegebilden, da verbreitete sich vorerst in einem k.einen Kreise die Nachricht von der Entdeckung eirer ergiebigen Bierquelle, unv jwar in einem Cafe auf der Ploce Blanche, da« einige Monate später von per Commune zusammen« geschossen wu»de. Es dauerte nicht lange, bi« sich jene« Cafee mit einer enthusiaSmirten Menge füllte; da« Bier floß in geradezu unerschöpflichen Strömen, mit schneeigem Schaum und von er-quickender Frische. Man legte sich erstaunt die Frage vor, naher denn der Lafvbesitzer seine rie-sigen Vorräthe beziehe, und ob er, der kein Kran-zose war, nicht etwa geheime Verbindungen mit den Prussien» habe, welche ihm da» Bier durch irgend einen unterirdischen Gang zukommen lassen. Die» Alles war indessen für die Trinker Neben-sache: sie sagten sich btoö: „E» ist schlecht, davon zu trinken, aber e» ist so gut." — Zwei Jahre später, al« der Casöbesitzer eine« Tage« etwa» viel von dem guten französischen Weine — er war eben kein Bieitrinker — zu sich genommen, plauderte er im intimen Freundeskreis jenes Äe-heimniß au«, da« seinen Kunden einst so vieles Kopfzerbrechen verursachte. Er war in früheren Zeiten Apotheker und benutzte seine Kenntnisse, um in der bierarmen und doch so bierlüsternen Zeit während der Belagerung ein Decoct zuzube-reiten, da« in seinen Hauptbestandtheilen au» einem Eamillen-Abfud und Soda bestand. Viele seiner ehemaligen Kunden wurden nach diescn Enthül-lungen von einem nachträglichen Unwohlsein er-griffen. Eingesendet. Spielwerke und Weihnachten. Unzertrennlich, warum ? hören wir den Leser fragen, weil man die weltberühmten Spielwerke des Herrn I. H. H e l l e r in B e r n alljährlich um diese Zeit angekündigt, und dann auf Tausenden von Weih-nachtötischen als Glanzpunkt die kostbarsten Sachen übn« strahlend, findet; eS ist dieses mich ganz natürlich, da Herr Heller dieselben in einer Vollkommenheit erzeugt, daß Jeder, der je eine? seiner We.ke gehört, von dem Wunsch« beseeU wird, ebenfalls eines zu Was kann der Gatte der Gattin, der Bräutigam der Braut, der Freund dem Freunde Schönere« und WillkommcmreS schenken? es vergegenwärtigt glücklich verlebte Etunrxn, ist alleweil munter,' lach' und scherzt durch fvine bald heitern, erheb» Herz und Gemüih durch seine ernsten Weisen, verscheucht Traurigkeit und Melancholie, ist der beste Ge ellschafier, der Einsamen treuester Freund, und nun gar den Leidenden den Kranken, den an das Haus Ge-sefselten l — mil einem Worte ein Helle r'schi"? Spiel-wert dars und soll in keinem Salon, an keinem Kranken-bette, überhaupt in keinem guten Hause fehlen. Für die Herren Wirthe gibt es keine einsachere und sichere»» Änziehungstrast als solch' ein Weit, um die Gäste dauernd zu jesieln; die gemachte Ausgabe hat dieselben, ivie uns von mehreren Seilen bestätigt wird, nicht nur nicht gereut, sondern sie verantav», gröbere Werke anzuscl äffen, nachdem sie die erste» mit Nutzen weiter gegeben, darum jenen Herren Wirthen, die noch nicht im Besiye eine» vpielwettes sind, nicht warn» ge-nug anempfohlen werden kann, nch die,er so sicher erweisenden Zugkraft ohne Zögern zu bedienen, um so mehr, da bei gröhe>n Betrage» nicht alle« aus einmal bezahlt werde»» muß Wir bemerken noch, daß die Wahl der einzelnen Stücke eine sein durchdachte i)l, die neuesten, sowie die beliebtesten äliern Opern, Operretten, Tanze und Lieder find.m sich in den Heuer'schen Werten aus das Schönste vereinigt. Herr Heller hat die Lhre. Lieferant verschieoener öse und Hoheiten zu fein, ist üdeidieh aus den Au»-stellungen preisgekrönt. Kurz, wir können sür unsere Leser und Leserinnen keinen ausrlchiiqen Wun>ch au» sprechen, uls sich recht dato ein HeUer'iches Spieliverk kommen zu lassen, reichhaltige illustrirte Preislisten werden sranco iugesandt. Wir empfehlen Jederman auch bei einer kleinen Spieldose, sich direkt an die Fabrik zu wenden, da vielerorts Werte für Heller'sche angepriesen werden, die es nicht sind! jedes seiner Werke und Dosen muß seinen volle» gedruckten Namen tragen wenn es ächt sein soll. Wer je nach Bern kommt, versäume nicht, die Fabrik zu besichtigen, was bereitwillig gestattet »vird. Eourse der Wiener Aörse vom 10. Dezember 1879. Gold, eil»...........80.95 Einheitliche Staatsschuld in Noten . . 68.70 „ „in Silber . 70.15 I8ti0cr Staat« Anlrhenskose .... 131.— Vankactien........... 856.— Ereditactien........... 280.50 Vondon............116.55 Napoleond'or.......... il.30'/, t. f. Münzducaten........ 5.54 100 Reichemark.........57.70 Am Ltta Ata durch crhte Johann Hoffsche Malz-Chocolade. Dankschreiben aus Graz. ludern der Gefertigte durch den Gebrauch de HofTachen Chocolade zweien »einer Kinder das Leben verdanken hat, fohlt sieh der Gefertigte verpflichtet, hievon andere Bedüritige in KenntnLss m set*en nnd »war nmsotnehr, als solche Arzneien, die zugleich als Nahrungsmittel dienen, wirklich sehr billig «ind. Grai, 1878. A. Schwert. An die k. k. Hof-Malzprä|tarat<>n-Pnbnk de» k. k. Rathen und Hoflieferauten der meisten Souveräne Karopa*. Herrn Joh. Hoff. Besitzer des goldenen Verdlenntkreuases mit der Krone, Kitter hoher deutlicher Orden etc. etc., Wien, Graben, Braunerstrasse Nr. 8. In Cilli zn haben bei J. Kupfcrschmid. Casino-Verein in Cilli. Im Sinne des §12 der Vereina-Statnten wird bicmit eine General-Versammlung (flr Samstujr den 13. Dezember, Abends nm 7 Uhr. anberaumt und werden hier» die P. T. ständigen Mitglieder zn erscheinen höflichst eingeladen. Pl'OffrflMIMI , 1. Rechenschaftsbericht pro 1879. 2. Antrag auf Abänderung der Statuten in Betreff der Erleichterung de* Eintrittes in den Verein für nicht stAndige Mitglieder. 3. Allfiillige andere Antrüge. ■4. Wahl der Directions-Mitglieder, wie der Censoren pru 1880. In Anbetracht des Umstanden, als die Erfahrung der letzten Jahre nahezu ausnahmslos den Beweis geliefert hat. dass di>* erste General-Versammlung w°gen Mangelt an Theilnahme die Anwesenheit eines Dritt-theiles der st&ndigen Mitglieder nicht ergab, und daher be»chlu*snnsiUiig geblieben ist, wird zur Vermeidung einer Verlagerung im wohlerwogenen Interesse des Vereine» hieinit bestimmt, das« filr den Fall, als die ftlr den 13. d. M., um 7 Uhr Abends, einberufene L General-Versammlung wegen Mangels der Anwesenheit der erforderlichen Anzahl Ton itindlgen Mitgliedern nicht beschlu.ssfähig sein sollte, die II. General-Versammlung för denselben Tag. d. i. den 13. d. M., jedoch uiü 8 Uhr Abends, einberufen werde, bei welcher jede Anzahl erschienener ständiger Mitglieder beschlußfähig ist, und wobei die Abstimmung mit absoluter Majorität erfolgt. CILLI, den 3. Deiember 1879. 328 2 Die Oirection. Zwei /immer i sammt Zugehör sind am Burgjdatz Kr. 24 zu rer-1 miethen. 530 2 Apiclwcrke 4—200 Etüde spielend; mit oder ohne Erpresiion, Mandoline, Trommel, Glocken, Castagnetten, Himmelftimmen, Harfenfpiel »c- Lvteldvscn 2 bis 1(1 stricke spielend: serner Necessaires, Cigarrenständer, Schmeizerhäuschen, Photographie, albums, Schreibzeuqe, Handschuhkaften, Brief-beschwerer. Blumenvasen. Cigarren Smis, Tabak«-dosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Porte-monnaies, Stühle jc., alles mit Musik. Stets das Neueste empfiehlt 504 4 Z. H. Heller, Vern. D4E~ Nur direkter Bezug garanlirt Aechtheil: fremdes Fabrikat ist jedes Wert, das nicht meinen Nam>n trägt. Fabrik im eigenen Haus«. -oimuj ,qu,j uj|)i|«»«sli iijnnG fiun]wq»jj® mS g]o )Udjj ;iq nqwiaozg uioa ujjia«» •p! ► «( 425 ^ D. Rakusch, Cilli. ^ m rjt JOT M Für die so vielen Beweise herzlicher Theilnahme anlässlich des Hin-scheidens unseres unvergesslichen Sohnes und Bruders, Herrn Josef Wallentschag, sowie für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte desselben sagen wir Allen, insbesondere den Herren Beamten des lstbl. k. k. Kreisgerichtes, unseren innigsten, tiefgekühltesten Dank. CILLI, am 9. December i#79. MHe trauernde Van »Hie. Bis Jangsr hübaoher Kann, mittlerer Statur, 40 Jahre alt, Profi-saion Schuhmacher, mit einem Baarvermögen von 600 fl., wünscht sich mit einer kinderlosen Witwe oder einem Mädchen von 30 bis I}5 Jahren va verehelichen. Vermögen wird beansprucht. Briefe werden sobald als möglich unter der Adresse J. Blanki, poste reitante, erbeten. 541 Die amUrbaniberg nächst Wi»d.-Landsberg schonst gelegene Nagy'sche Weingartrealität mit 4 Joch Rebengrund, Obstgarten u. ». w. ist weit unter dem Schätzungswerte zu verkaufen und kann die Hilft« der Kaufsumme auf der Realität lautend verbleiben.— Da* vor wenigen Jahren komfortabel erbaute Herrenhaus fasst ein geräumige« PreKshaus mit zweckmässiger grosser Wein presse, drei Zimmer und ein Dachzünmer, Kftche sowie einm gewölbten Weinkeller für mehr als 30 Startin Wein — Anfragen sind an die MfMirraHr der Stadtge- meinde r