Nr. 285. Mittwoch, 11. Dezember 1907. 126. Jahrgang. Mbllcher Zeitung Pr«nn»«»tlouSpreis: MtPoftversendung: „anMrig 30 «, halüMria 1b li. I« «onlor: ganzjühr!« « X, halbjährig 11 ll. ssüi die Zustellung ins Hau« ganzjährig L X. — Inss?tlonSaebtthr: ffür lleiue Inserate bi« zu 4 Zeilen 50 d, größere per Hetto 1« b: bei oller«!-. Wieorrhulungen per Zeile « b. Die «Laibacher Zeitung» erscbeilit läßlich, nit Nusnahme der Tonn« »uid Feiertage. Die Nbminiftvarlon befinbtt sich km'grekplah Nr. 2, die Nebaltion Dalmatiogasse Nr. 10. Kprcchsiunden der »iedattion von « bis l0 Uhr vn» mittag«. Uilfrantierte ?^<>>fe werden nicht nogenommen, Mani-slnpte nicht zurückgestellt. Nichtamtlicher Heil. König Oskar von Schweden f. Die Wiener Blatter hebeii rühinend die außerordentliche Bildung des verstorbenen Königs Oskar von Schweden hervor, der als milder Friedensfürst fortleben werde in der Erinnerung seines Volkes und der Menschheit. Seine geradezu ideale Haltung bei der Üosreißung Norwegens gereiche ihm, zum höchsten Ruhme, denn sie bedeute eine grandiose Selbstüberwindung, zmnal in Schweden da und dort die Neigung zum Appell an die Gewalt bestanden habe. Tie „Neue Freie Presse" bezeichnet den König Oskar als eine Fürstencrscheinung von ganz ungewöhnlicher Art. Er genoß nicht bloß in Skandinavien, sondern in der ganzen Welt eine große Perehrung, seine Weisheit, seine (Gerechtigkeit wur--den oft bei internationalen Streitigkeiten für den Schiedsfpruch angerufen. In den von ihm be-herrschten Ländern hat dieser Friedcnsfürst eine reiche Knltursaat ausgestreut, die üppig in die Halme schoß. Das „Frelndenblatt" sagt, daß den König Oskar Weisheit und Edelsinn zierten. Er war ein moderner Fürst, ein kraftvoller Regent und bei allein Respekt vor dein Volkswillen ein ganzer Mann auf dein Throne. Das „Neue Wiener Tagblatt" führt aus, mit König Oskar sei ein Fürst des Friedens, ein Dichter und Gelehrter und ein großherziger, unermüdlicher Förderer aller wissenschaftlichen Bestrebungen dahingegangen. Das „Illustrierte Wiener Extrablatt" nennt die Verdienste des Königs Oskar nm die Kultur außerordentliche. Sein Andenken werde ein rnhm-volles bleiben. Im Nachruf der „Reichspost" heißt es, nicht bald habe ein Fürst so erhaben wie König Oskar seine Herrschcranfgabc erfaßt. Er war erster Diener des Staates, aber anch Erzieher des Volkes. T>as „Vaterland" bemerkt, über die Regierung des Königs Oskar lasse sich im allgemeinen nur Gutes sagen. Auch die Stellung der katholischen Kirche habe unter seiner Negierung einige Erleichterungen erfahren. Das „Neue Wiener Journal" betont, daß der verstorbene Monarch von hohen Kulturidealen erfüllt war nnd persönlich die höchste Wertschätzung der ganzen Kulturwelt genoß. Die „Montagsrevue" schreibt: König Oskar war nnter den Monarchen Europas eine Erschei nnng ganz ungewöhnlicher Art. Unter ihm eroberte sich Schweden einen hervorragenden Platz in der Wissenschaft. Seine Freigebigkeit nnd sein Interesse boten die Mittel dazn. König Oskar hatte vorzügliche Eharaktereigenschaften. Als Dichter, Gelehrter, Komponist, Historiker und Forscher war er gleich hervorragend. Sein Leben uud Wirken be faßen die Sympathie der ganzen Welt. Japanische Auswandernng nach Amerika. Aus London wird zu der sich ihrer vollständigen Regelung nähernden Frage der japanischen Auswanderung nach Amerika von unterrichteter Seite geschrieben: Anf japanischer Seite wnrde immer anerkannt, daß weder seitens der amerikanischen noch seitens der kanadischen Regierung irgendeine Verletzung der Vertragsrechte begangen wurde. Die korrekte und ftenndschaftlicl^e Haltung der beiden amerikanischen Zentralleitungen gegeu-über den lokalen Agitationen war im Gegenteil geeignet, in Japan volle Befriedigung zu wecken. Man verkannte die fchwierige Lage der Washingtoner uud der kanadischen Regierung nicht und man bemühte sich, den Weg für einen alle Teile und alle Interessen befriedigenden Modns vivendi zn entdecken. Die japanische Bevölkerung ist keineswegs schon so dicht gedrängt, daß die Bodenfläche des Inselreichs nicht mehr für sie ausreicht. Es liegen vielmehr noch weite Strecken für eine intensive Bodenbearbeitung offen. Nichtsdestowen.iger gibt es aber außer den der Landarbeit zuneigenden nnd für sie geeigneten Bevölkerungsschichten uud auch innerhalb dieser Hnnderttausende, welche nach neuen Gebieten nnd Aussichten streben. Selbstverständlich bietet Korea für diese Strömung einen sehr großen Raum. Koreas Erschließung in kommerzieller, industrieller nnd landwirtschaftlicher Beziehung war zu einer Lebensfrage für Japan geworden, und obschon seit Beginn der neuen Zu^ stände große Massen hilmbergeströmt sind, ist immer noch Raum für sehr viele und bedarf das japanische Element immer noch der Verstärkung. Das zweite Hanptgebiet, welches in noch viel größerer Ansochnnng zur Verfügung steht, ist die südliche Mandschurei. Von Ehina her ist, wie es scheint, beiweitem kein entsprechender Zuzug zu erwarten. Es wird in Ehina überhaupt uach japanischem Urteil durchaus kein angemessenes Interesse für die alten Reichsteile bekundet. Gerade darum erscheint es aber in jeder Beziehung wünschenswert, nach der Mandschurei eine geregelte Zufnhr japanischer Einwanderer zn leiten. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, dahin zu wirken, daß die Auswanderer ihren Weg in geringerem Maße über den Stillen Ozean als nach den neuen Sphären des Japan benachbarten Festlandes nehmen, nnd damit wäre man der Lösung der schwierigen internationalen Frage nahe gekommen. Jedenfalls braucht man in Kanada und in Kalifornien eine Hochflut japanischer Einwanderer nicht mehr zn befürchten, welche dein heiniischen Arbeitsmarkt direkten Schaden bringen könnte. Die anf Gegenseitigkeit beruhenden Rechte, die aus den zwischen Japan und Amerika bestehenden Verträgen fließen, müssen freilich erhalten bleiben und von einer direkten Absperrung der mehrerwähnten amerikanischen! Gebiete gegen japanische Einwanderer kann nicht die Rede sein. Feuilleton. Ist der Fuchs intelligent?" Daß der Fuchs, wie alle Hundearten, nicht sehr sl'lM'f äugt, dieser Sinn vielmehr bei ihm am schwächsten entwickelt ist, lehren viele Fälle aus der jagdlichen Praris. Eines Nachmittags sah ich gelegentlich eines ^pazierganges einen Fuchs aus einer- Dickung ins Feld hinaus schnüren, um dort der Mäusejagd obzuliegen. Aus bloßer Nengicrde machte ich den Versuch, ihn ohne jede Deckung, den hinter meinein Rücken liegenden Wald ausgenommen, anzubirschen. Reincke unverwandt im Auge bchaltend nnd bei der geringsten Seitenbcwegung des Fuchses regnngslos stehen bleibend, schlich ich dem von nnr weg trabenden Rotrock behutsam nach. Da er oft stehen blieb und auf Mänse lauerte, verringerte sich der Zwischenraum zwisck>en nur und dem arglosen Fuchs immer mehr. Es fiel ihm gar nie ein, auch einmal nach rückwärts zn sichern, denn von dort glaubte er sich anßer Gefahr, ^o war ich ihm bis anf etwa "><1 Schritt nahegekom men, als er sich plötzlich umwandte- er starrte mich einen Augenblick betroffen an, dann schnürte er » Wir entnehmen diese interessante Schilderung der von F. Nergmiller bearbeiteten, nach dem heutigen Stande der Jagd. lunde ergänzten neuen Ausgabe von «Diezcls Erfahrungen aus dem Gebiete der Niederjagd», die der bewährte Kosmosverlag (Stuttgart, Franckhsche Verlagshandlung) für den Preis von Ntt. 550 jetzt in einem starken Band von über 400 Grofjoltau. selten den zahlreichen Verehren, des Altmeisters Diezel dar« bietet. Nicht nur der Jäger und Iagdfreund — überhaupt jeder Tierfreund muß seine Freude an diesem gediegen aus. gestatteten Vuch haben, das die annähernd 40,000 Mitglieder der Kosmos.Gesellschaft (Jahresbeitrag Ml. 4 80) sogar schon für Ml. 2 50 erhalten lönnen. beruhigt näher, als wäre es ganz selbstverständlich, daß der regungslose Gegenstand dort mitten im Feld kein Mensch sein könne! Er schien sich nicht zu erinnern, daß dieser auffällige Gegenstand nicht da war, als er vor einigen Minuten an derselben Stelle vorüberkam. So trabte Reineke näher und näher, sah mich, als er nur noch 20 Schritt entfernt war, von nnten herauf wie prüfend an, ohne die Richtung zu äudenl. Zuletzt aber merkte ich es ihm dentlich an, daß ihm nicht mehr ganz wohl bei der Sache war und endlich kam er zu der Gewißheit, daß er hier wieder einmal bei all seiner Vorsicht hereingefallen sei, und sprang mit entsetzten Flnchten znr Seite. Damals dachte ich bei mir: der Fuchs ist dünnn, sonst könnte ihm so etwas nicht passieren. Im Mai 1906 stand ich in der Früh an einem tags zuvor entdeckten Fnchsban an, um die Fähe zu schießen. Gegen 5 Uhr kam ein halbes Dntzcnd Iungfüchse aus dem Bau und begannen zn spielen. Sie waren beinahe scholl von Katzengrö'ße. Nach einer Stunde, während der mir die Zeit keineswegs lang geworden war, trabte anch die Fähe anf den Bau zn, jedoch ohne Bente. Ich ließ mich verleiten, spitz vorn anf die ohnehin durch Stangen gedeckte Fähe ',u schießen. Sie überschlug sich und wurde flüchtig, ohne daß ich einen zweiten Schuß anbringen konnte, da, ich eine Büchsflinte führte. Von den Jungen bekam ich drei Stück. Die übrigen entgingen dein Verderben. Nach etwa 14 Tagen meldete mir ein Jagdaufseher, daß er in einem Dachsban, der vorher nicht befahren war, wie ich mich selbst öfters überzeugt hatte, Inngfüchse ver-mntete. Als ich mit ihm den Ban anfsnchtc, wnrde dort ein alter Fuchs flüchtig, mlf den ich nachher stundenlang vergebens anstand. Kein anderes Kennzeichen, als ein paar winzige Federn verrieten, daß der Van vielleicht befahren sei. Wir, zwei Jagdaufseher und ich, gaben uns alle Mühe, den alteil Fuchs oder wenigstens die Jungen zu schießen, da in jenem Hanptban mit dem. Hund oder mit Graben nichts zu machen war. Da aber weder ein junger noch ein alter Fuchs sich blicken ließ, glaubten wir schlichlich, daß der- Bau am Ende doch nicht befahren sei, und gaben unsere Bemühungen anf. Als wir aber in den folgendeil Tagen bald eine verlorene Nebhuhnfeder, bald ein Stückchen Hasenwolle fanden, die vor den Röhren wie, znfällig zerftrent lagen, schöpften wir doch wieder Verdacht. Ich merkte mir schließlich jedes Federchen, jedes Wollstückchen, nm konstatieren zu können, ob diese verräterischen Zeichen sich mehren würden. Aber das Gegenteil trat ein: sie ver» schwanden. Endlich fand ich einige Schritte vom Bau entfernt eine Stelle, wo offenbar jnnge Füchse sich herumgetrieben hatten, lind als untrüglichen Beweis dafür auch Losung, die von bereits sehr starkeu Inngfüchsen stammen mnßte. Am anderen Tag war nnch diese verschwunden, also ohne Zwei^ fel von der schlauen Füchsin weggetragen. ??nn wußte ich, daß ich es mit einem sehr schlauen Fuchs zu tun hatte, den eine schlimme Erfahrung so klug und vorsichtig gemacht, so daß er das geringste verräterische Zeichen vom Ban forttrug, ürn das Versteck seiner Nachkonnnenschaft nicht zu offenbaren. Anch diese schien gn'mdlich über die Gefahren ihres jnngen Lebens belehrt zu sein, da sich nie einer der Inngfüchse vor dem Ban zeigte, obwolil wir viele Stunden lang lauerten. Diese Fähe hatte ohne Zweifel mit ihrem nicht mchr zahlreichen Geheck — ich setzte es auf zwei bis drei Stück an ihrem ersten Bau Malheur ge- Laibacher Zeitung Nr. 285. 2666 11. Dezember 1907. Politische Neberftcht. Laib ach, 10. Dezember. Abgeordneter Dr. Bendel führt in der „Österreichischen Volk^zeitung" aus, daß die Ver-l)andlnngen über die letzten Drin g li ch keits -antrage doch ein Gntes hatten. Sie haben deili uellen Hanse zur Selbstorientierung verholfen, das Verhälwis der Parteien zueinander klarer gestellt und den Beweis erbracht, wie unbegründet die Befürchtungen sind, es sei in diesem neuen Hanse des allgemeinen Wahlrechts ein Alisgleich der wirtschaftlichen Interessen weit schwerer möglich als im alten, und es werde den reaktionären Parteien nur zu leicht gelingen, das Heft vollkommen in die Hand zu bekommen. Es läßt sich nach den jüugsten Vorgängen doch schon mit einem hohen Grad von Gewißheit, behaupten: Wir haben ein arbeitsfähiges und nicht reaktionäres Parlament. — Das „Vaterland" fordert, daß dein .5 erre n Hans e mehr Einfluß auf die Vorberatuug des Budgets und der sozialpolitischen Gesetzentwürfe gewährt werde, als bisher, da es als sicher anzunehmen sei, daß das Volkshaus unter den gegenwärtigen Ver^ Hältnissen zu einer fruchtbringenden Tätigkeit auf sozialem nnd wirtschaftliä>em Gebiete nicht kommen werde. Aus Nonr wird gemeldet: Ein Edikt der Kongregation der Niten ordnet die Durchforschung der Schriften des Papstes Pins IX. an nnd befiehlt allen Geistlicheil und Laien, Männern und Frauen, derartige in ihrem Besitze befindliche Schriften dein Archiv der Kongregation zn überliefei-n oder diejenigen Personen anzuzeigen, welche solche Schriften besitzen, und zwar, binnen zwei Monaten bei Androhung von kirchlichen Strafen. Diesev Edikt wird als der erste Schritt, zur Einleitung, der Seligspre ch u n g des P a p st c s P i n s IX. angesehen. Aus Nom, k. Dezember, wird gemeldet: Ans Anlaß des 25jähr,igcn Vischofsjubiläums des Kardinals Nampolla hat das Domkapitel der vatikanischen Basilika, deren ErzPriester Nampolla ist, dem kardinal ein prächtige» Erinnerungsdiplom mit einer Adresse überreicht, worin ihm die Verehrung und Ergebenheit ausgedrückt werden. Nam-polla dankte herzlich nnd wohnte sodann einer Messe in der St. Peter-Basilika bei. Der Papst ließ dein Kardinal ein eigenhändiges Glückwunschschreiben zugehen. Nampolla erhielt ans Italien und aus dem Auslande zahlreiche Glückwunschtelegramme und kostbare Geschenke. Aus Sophia, 7. Dezember, lvird berichtet: Der Führer der hiesigen Nationalpartei Todor T» dorov hat in einem Interview mit dein Nedaktenr des sozialistischen Blattes „Kainbana" („Die Glocke") folgende, allgemeines Anfsehen nnd Zu-stnmnung erregende Erklärungen gemacht: Es ist notwendig, daß Bulgarie n eine absolut friedfertige Politik einschlägt, dnrch welche die Aufgabe Nußlands und Österreich-Ungarns als Nefonna-toren Mazedoniens erleichtert nnd gefördert wird. Es ist daher notwendig, daß wir eine ehrliche turkop h il e PoIitik machen, denn nur durch eine vollkommen loyale Annäherung cm die Türkei können loir das Schicksal unserer Volksgenossen in Mazedonien günstig beeinflussen. Man schreibt aus K o u ft a n tinopel: Die Ankunft des persischen Delegierten Mnkte-schem-ns-Saltana mit, einer Eskorte in Sutschbnlak, iu jenein Teil persischen. Gebiets, das die Türken als das ihre beanspruchen, hat zn der Meldung Anlaß gegeben, daß sich persische Truppen an diesem Orte angesammelt befinden und die Ordre haben, auf Serdescht zu marschieren, auf welchen persischen Ort nahe der türkischeil Grenze die Türkei gleichfalls Anspruch erhebt. Die Pforte hat dem persischeil, Botschafter erklärt, daß ein derartiges Vorgehen in einem Augenblicke, in dein sich die lwtersuchungskommission an der Grenze befindet, als eine gegen die Türkei gerichtete Drohung angesehen werden müßte, nnd daß die türkische Negie-rnng eventuell gezwungen wäre, zum Schutze ihrer Interessen mizuschreiteu. Tagesneuigleiten. — (Wie man gratrs wohnt.) In mehreren Kantonen der Schweiz herrscht der Brauch, bah bei Sänger-. Turner- und Schützenfesten Ringkä'mpfe und andere Kraftleistungen das Fest verschönen. An diesen athletischen Uebungen beteiligen sich gewöhnlich „Champions", die den vcr-schiedenen gesellschaftlichen Klaffen angehören. So traten jüngst bei einem Feste in Grenchen. einem kleinen Orte im Kanton Solothnrn. ein reicher Hausbesther und sein Mieter, ein biederer Tischler, auf den Plan, um nach aNen Regeln der Kunst zu ringen. EZ sollten vier Gange stattfinden; der Einsah bei jedem Gange war der — Mietzins für ein Vierteljahr! Nachdem der Tischler seinen Hauswirt viermal in den Sand geworfen hatte, wurde ihm feierlich der Siegerpreis zuerkannt; er hat sich also für ein ganzes Jahr freie Wohnung errungen. — (Der schlagfertige Mönch.) Im Kloster von S. Jacques b'Agas ist diesertage, wie aus Rom berichtet wnd. der Abt Anne Göret im Alter von 73 Jahren gestorben. Göret war nicht nur ein sehr frommer Herr, sondern auch ein großer Alpinist, der mehrere berühmte Erstbesteigungen ausgeführt hat. Enge Freundschaft verband Göret mit König Viktor Emanuel II,, dessen ständiger Ve-gleiter er bei des Königs Hochgebirgsjagden war. Göret» kraftvolles, derbes Wesen und sein schlagfertiger Wih behagten Viktor Emanuel. Man erzählt viele Anekdoten über den Veilehr des Viemon^csentönigs mit dem geistlichen Gebirgsfreunde. So geschah eZ einmal, daß Göret den Monarchen über einen Gießbach trug, dessen Brücke durch ein Gewitter fortgerissen worden war. Am anderen Ufer angelangt, bemerkte Viktor Emanuel sarkastisch: „Bei uns tragen nur die Esel Menschen," worauf Gore: noch beißender entgegnete: „Hier ist es genau umgekehri." — (Das Schiff mit den drei Rauch-fänge n.) Ein amüsanter Iwischenfall wird aus Glasgow gemeldet: 250 russische Auswanderer weigerten sich hartnäckig, auf der „Astoria" die Fahrt in die neue Welt anzutreten, weil der Dampfer — nur zwei Rauchfänge hatte. Auf dem Prospekt der Schiffahrtsagenten hatten sie da6 Bild eines Schiffes mit drei Rauchfängen gesehen und glaubten sich nun benachteiligt. Alles Zureden war umsonst, sie fahren erst nächste Woche mit der „Columbia", mit drei richtigen Rauchfängen. — (3600 "n «uito-'Aiufführungen einer Operette.) Die Operette der „Prinz von Pilsen" wird in ihrer Heimat Amerika seit dem September 1902 täglich ohne Unterbrechung gegeben; da sie immer in zwei Theatern zu gleicher Zeit gespielt wird, hat sie bisher rund 3600 Aufführungen erlebt! Dieser Erfolg übertrifft noch den der „Lustigen Witwe", sogar der „Belle of Mw-yorl" seligen Angedenkens. Man darf auf die europäischen Aufführungen, die demnächst in Paris beginnen, gespannt sein, denn die Pariser Bearbeitung des Textes rührt von den bekannten Autoren Pierre Veber und Victor de CottenZ her. — (Das Dorado der Mörder.) Frau Anna Bradley, die sich diesertage in Washington wegen der Ermordung des Er-Senators Artur Brown zu verantworten hatte, wurde von den Geschwornen auf Grund des „Unwritten Law" freigesprochen. Als die Geschwornen sich nach einer fünfstündigen Beratung zu keinem Verdikt einigen konnten, sandte der Richter sie noch einmal zurück, worauf die Jury den Freispruch fällte. Wie bekannt wird, waren elf Geschworne für Freisprechung und nur einer für die Verurteilung. Im Laufe der Beratung wurde aber auch der zwölfte Geschworne „mürbe gemacht". Der Freispruch hat große Sensation erregt, besonders aber bei der Mörderin selbst, die auf die Verurteilung gefaßt war. Der Ausgang des Prozesses hat natürlich bereits die bekannten amerikanischen hysterischen Folgen gezeitigt: Heiratsofftrteu usw.. die der Mörderin gemacht worden sind. Ein Theaterdirektor hat sich bereit erklärt, ihr eine große Gage zu zahlen, wenn sie in einem Drama, betitelt „Der schuldige Senator", die Hauptrolle spielen würde. Ein anderer Direktor machte ihr den Vorschlag, allabendlich für ein Honorar von 2000 Mark einen kurzen Vortrag über das „ungeschriebene Geseh" zu halten. — (Ueberfall auf eine Stadt.) Der „Standard" meldet aus Newyork, daß 500 maskierte Reiter einen nächtlichen Angriff auf die Stadt Hoptinsville im Staate Kentucky ausgeführt haben. Es handelte sich um einen Racheakt der Tabalpflanzer, die sich durch die Geschäft Zmethoden des Tabattrusts. der große Lagerhäuser in Hoptinsville unterhält, übervorteilt fühlten. Die Reiter drangen um Mitternacht in die Stadt und überfielen das Polizeiamt. Sämtliche Polizisten wurden gebunden und eingesperrt. Daraufhin griffen die Reiter die Feuerwehrstation und den Bahnhof an. Das Postamt wurde beseht, um den Telegraphenverkchr unmöglich zu machen, ebenso b« Telefonzentrale. Daraufhin verbrannten die Gewalttäter drei große Lagerhäuser des Tabaltrusts und plünderten noch andere Gebäude. Der Direktor des Trusts in Hoplinsville, Reed, wurde erschlagen. habt und mm diesen, bezogen. Damals dachte ich nicht daran, daß es hächstwahrfck>einlich dieselbe war, die ich einige Wochen vorher angeschossen und der Hälfte ihresGehecks beraubt hatte. Hellte bin ich fest davon überzeugt, obwohl die beiden Pane weit Mtseinanderliegeu. Am nächsten Tag stand ich von morgens halb 4 Uhr an diesem Van an nnd schoß die Füchsin gegen 7 Uhr, nachdem sie bei ihrem ersten Erscheinen, Wind von mir bekommen und diese unliebsame Entdeckung zehn Minuten lang dnrch anhaltendes Bellen bekundet hatte. Einen der Inngfüchse fand ich bald darauf verendet, einen zweiten, traf ich auf der Fnchbirsch an. Ein Mde hat sich ihrer nicht angenommen; sie waren aber bereits so staick, daß sie sich selbst ernähren konnten. Ans diesen beiden Beispielen könnte man die widersprechendsten Schlüsse auf die intellektuellen Eigenschaften Neinekes ziehen. Man muß sich jedoch vor Trugschlüssen hüten. Hätte ich aus der zuerst angeführten Beobachtung geschlossen, der Fuchs sei schwachsinnig, so hätte ich richtiger gehandelt als zu sagen, der Fnchs ist dumm. In der Tat, dai-f man Neineke einen hohen Grad von Intelligenz nicht absprechen. Schon in einem Pnnkt unterscheidet er sich von den meisten anderen Wildarten, wie Hase, Neh, Hirsch: bei unverhofften Begegnungen mit dem Menschen, bei Plötzlich sich offenbarender Gewalt beweist er rasche Entschlossenheit, indem er. ohne auch uur einen Augen-blick zu, sichern oder zn stutzen, wie der Blitz verschwindet, während jene Wildarten meistens einen Moment, manchmal auch viel länger — aber auch ein Moment kann ihnen schon verhängnisvoll wer-den — sich verblüffen lassen.-------- Dreizehn Trümpfe. Erzählung von Carl Muusmann. Berechtigte Übersetzung aus dem Dänischen von Bernhard Manu. (Tchluß.) (Nachdruck verboten.) Holger Werner stürmte davon, während die Mutter ihn beruhigend folgte. „Nicht so stürmisch, Holger, nicht so stürmisch!" Die Tage gingen für die Freunde vergnügt dahin, während sie über" alte Zeiten plauderten. Virginie, die noch etwas blaß war, wodurch ihr Antlitz wohl noch feiner als früher erschien, war jetzt oft einige Etuuden außer Bett und saß in ihrem Etnhl draußen unter der großen, schattigen Linde im Garten. Sie sprach nicht viel, desto eifriger hörte sie al>er zu. Sie hatte ja alles selbst miterlebt oder kannte es doch voll vorneherein, und sie sehnte sich förmlich nach einem Haitli>' ans der großen Ar-tistenwelt, in der sie selbst einstmals ein Ttern war. Es war denn auch für Hans Voß eine große Freude, als er nach dem Frühstück dranßen im Garten eine neue (beschichte vorlesen konnte, die er ans der Erinnerung niedergeschrieben hatte. Als er damit fertig war, äußerte Virginie: „Es macht mir immer Vergnügen, wenn an dere über das Artistenleben sprechen. Tie entdecken so viel bei uns. Als ich dabei war, fiel es mir nie ein, daß es mit Ausnahme der kleinen Manege intrigen im Zirkus anders aussähe als sonst in der Welt." „Von derartigen (beschichten weiß Hans eine ganze Menge." „So sollten Sie sie niederschreiben. Sie verstehen e5 ja, mit Feder und Tinte umzugehen, vor denen wir anderen ein Entsetzen empfinden." „Das habe ich ihm auch schon gesagt." „Ich fürchte, daß meine Erzählungen nnr ein begrenztes Interesse finden. Einen literarischen Wert besitzeil sie nicht." „Weshalb sprecht ihr immer vom lüerarischen Wert? Mein Gott, glanbst du nicht, daß das lesende Publikum, und nicht am wenigsten wir Landleutc, die wir die langen Winterabende hier dranßen auf dem Lande sitzen und uns langweilen, von dein sogenannten Literarischen und allen diesen unendlichen psychologischen Entwicklungen ohne Handlung übersättigt sind? Schreibe du uns etwas, das uns unterhält, so wird es für uns einfache Lente immer einen Wert, wenn auch nur den Wert der Aufmunterung, haben, zumal, wenn du ein Gebiet l^handelst, das bis jetzt so wenig beachtet wird." „Darin stimme ich meinem Manne bei!" sagte Virginie, nnd erhob sich, um sich nach ihrem Knaben umzusehen. Gleichzeitig wurde Holger Wenier. abgerufen. Hans Voß blieb allein mit seinen Gedanken zurück. Wohl eine ganze Stunde saß er grübelnd uuter der Linde, während er eine gewaltige Rauchsäule nach der anderen aus seiner Pfeife blies. Von. diesem Tage ging eine Veränderung mit ihm vor. Er, der früher immer froh und glücklich gewesen war, wurde jetzt so eigentümlich nervös nnd verschlossen. Die alte Frau Werner ängstigte sich förmlich scinetloegen. Laibllcher Zeitung Nr. 285. 2667 11. Dezember 1907. — (Ueber eine eigenartige Hochzeitsfeier) wird alls Washington berichtet: Mrs. Mart) Broome hatte sich dnrch die traurigen Erfahrungen ihrer ersten Ehe nicht abschrecken lassen und schritt zu einer zweiten Vermählung. Ihre erste Ehe war vor sechs Jahren getrennt worden und inzwischen hatte sie ihr Herz an Herrn Colonel Trucker verloren. Der Hochzeitstag war bestimmt und das Fest sollte mit großem Pomp gefeiert werden. Da stiegen aber Mrs. Vroome Vedenlcn auf. Ihr erster Gatte, mit dem sie sehr unglücklich gelebt hatte, hatte ihr bei der Scheidung gedroht, er werde sie erschießen, wenn sie sich wiedervermähle. Bei den Charaktereigenschaften ihres verflossenen Gemahls mußte Mrs. Vroome auf das Schlimmste gefaßt sein. Man hielt die Vorbereitungen zu dem Hochzeitsfcst nach Möglichkeit geheim. Um sich jedoch vollkommen vor der Rache ihres früheren Gatten zu schützen, hatte die resolute Vraut veranlaßt, daß sie auf dem Wege zur Trauung von Polizisten eskortiert würde, die auch während der Zeremonie die Kirche bewachen sollten. Vci der Rückkehr von der Trauung wurde der Vraut-wagen ebenfalls von Polizisten geleitet, was natürlich zu den ungeheuerlichsten Gerüchten willkommenen Vorwand bot. — Dank der getroffenen Vorkehrungen verlief das Hochzeitsfest ungestört und das junge Paar entkam glücklich auf die Hochzeitsreise. Mal- und Provinzial-Nachrichten. " (S t a a t,Z su b v c n t i o n,) Seine Exzellenz der Herr Ackerbauminister hat der Gemeinde (^'elje, politischer Vczirl Adelsberg, zu der mit 3100 X veranschlagten Herstellung einer Wasservcrsorgungsanlagc für die Insassen von (>lje einen Staatsbeitrag von 1240 X bewilligt. —v. " (K. l. kunstgewerbliche Fachschule in Laiba ch,) Seine Exzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat die Direktion der l. k. kunstgewerblichen Fachschule in Laibach ermächtigt, die deutsche Sprache (als zweite Landessprache) unter die obligaten Lehrfächer an der neuattivierten Abteilung für vollsschulpflichtige Knaben an der Vau- und Kunsthandwerlerschule einzureihen. —i'. " (Gewerbliche Fortbildungsschule in Adels derg.) Der Herr Landespräsibcnt hat an Stelle des der t. k. Vezirkshauptmannschaft in Gottschee zur Dienstleistung zugewiesenen k. l. Vezirlslommissärs Herrn Leo Grase lli den l. l. Landesregicrungslonzipistcn Herrn Dr. Rudolf Andrejla Edlen von Livnograd für den Rest der laufenden Funltionsperiode, d. i. bis zum Schlüsse des Kalenderjahres 1908, zum Vertreter der Unterrichtsverwaltung im Schulausschufse der gewerblichen Fortbildungsschule in AdclZberg ernannt. —,-. — (Ernennungen im P o st d i e n st e.) Ernannt wurden: Zu Postoberoffizialen die Postoffiziale: Alois Maggi. Josef Loj, Gregor Ver3a. Michael KuZoer, Alois Diechtl. Marins Poljal, Franz Verger, Narcis Puccher. Josef Sin, Leopold Visjan, Iofef Taft, Adolf Kürschner, August A m Häuser, Karl Dalle-Feste. Franz Poljak in Trieft und Viktor Zalaznit in Pola: zn Postoffi-zialcn die Assistenten: Friedrich Vrumat und Anton Piccimini in Görz, Josef Z e n t r i 5 und Matthias Nöthl iil Laibach, Adolf Luna 5 e l in Abbazia. Justus Pe 5 le in Pifino, Rudolf Mayerweg , Renatus L o -rin<ži5, Aristides Tamanini, Franz Titzlo, Alois Nabusin , Karl Milsi 5 et, Aristidcs W u r m -brand und Hermann Mayer in Trieft. —1. " (Au s der D iöze se.) Die der freien fürstbischöflichen Kollation unterstehende Pfarre in Podlraj, politischer Bezirk Adelsberg, wurde dem Pfarradministrator dortselbst, Herrn Vartholmnäus Perjatelj. verliehen. —1>. — (Ernennung im P o st d i e n st e,) Wie man uns aus Wien meldet, hat Seine Exzellenz der .Herr Han-delsminister den Postvcrwalter in Neumarltl, Herrn Adalbert Zelenta, zum Oberpostlontrollor in Pola ernannt. — (Steuerfreie Vranntweinerzeugung zum Hausgebrauch.) Auf Grund einer im Juli l. I. vom Finanzministerium unter Teilnahme des Ackerbauministeriums veranstalteten Enquete wurden den bäuerlichen Hausbrennern Erleichterungeil für steuerfreie Vrannt-wcinerzeugung zugestanden. Diese Erleichterungen sind von der „Freien agrarischen Vereinigung" des Abgeordnetenhauses anläßlich einer am 25. Oktober l. I. abgehaltenen Sitzung mit Dank zur Kenntnis genommen worden. Gleichzeitig wurden aber folgende Wünsche vorgebracht: 1.) Es sei für die Festsetzung des den einzelnen Parteien zu bewilligenden steuerfreien Vranniweinquantums ein einheitlicher' Schlüssel zn normieren, damit in den verschiedenen Verwaltungsgebieten und in den einzelnen Finanzbezirten nicht ungleichmäßig vorgegangen werde; 2.) es möge bei der Fixierung des steuerfreien Vranntweinquantums nicht bloß auf erwachsene Personen Vedacht genommen werden; ?>.) es solle auch den sogenannten Zulchcn (kleineren Realitäten, welche die Bauern oft neben der von ihnen selbst bewirtschafteten Stammrealität besitzen), die steuerfreie Vranniweinerzcugung zugestanden werden. Diesen Anregungen hat das Finanzministerium in einem an die Finanz-Landesbchörden gerichteten Erlasse Rechnung getragen; die neuen Konzessionen beziehen sich jedoch nur auf jene Kronländer, in welchen die Iahresmenge des steuerfrei zu erzeugenden Branntweines mit nicht mehr als 26 Liter festgesetzt ist. — (Vom „Kern".) Wir erhalten folgende Zuschrift: Die alljährliche Wasserschwellung in der Tirnau am sogenannten „Kern" tritt besonders heuer sehr drastisch zutage, weil die angesammelten Gewässer weder mit Eis bedeckt sind, noch die Umgcbnng unter Schnee liegt. Heuer zeigt sich besonders klar, daß der seit einem Jahrhundert schon geübte Vrauch, die dortigen Wiesen behufs städtischer Eisgewinnung unter Wasser zu sehen, wirklich recht steinalt geworden ist, wie auch dessen Ausübung selbst alles eher als zeitgemäß genannt werden muß. Wenn man zwischen der zur praktischen Verwendung am „Kern" gewonnenen Gismenge und der unter Wasser gesetzten Terrain-flache einen Vergleich zieht, so kann man sagen, baß kaum ein Zehntel dieser hier produzierten Eismenge wirklich zur Wegführung gelangt. Wozu braucht mail dann für diese verhältnismäßig geringe Eisnutzung ein so großes Gelände zu überschwemmen, und zwar an einem bewohnten, rings uon Häusern umgebenen Orte, der schon an und für sich an Feuchtigkeit leidet und durch diese zurückgehaltenen Wassermassen damit förmlich übersättigt wird? Zndem ist der Abfluß, der durch eine in der einfachsten Art mittels gestampften Erdreichs hergestellte Wassersperre geregelt wird, im Verhältnisse zu diesen ganz gewaltigen Wassermassen viel zu gering angelegt. So stieg das Niveau des angesammelten Wassers beim letzten Regengüsse am Freitag so hoch, daß beinahe die Kolesiagafse an der Biegung difundiert worden wäre. Das kann ein etwas stärkerer Regenguß auch leicht bewirken, weil die zu große Wasser-mcnae so langsam abfließt, daß selbst nach vier Tagen der Wassersland noch immer nicht das durch die Wassersperre gegebene Niveau erreichte. Als Eislaufplatz hat der „Kern", da er fast gar nicht gepflegt wird, seinen früheren Wert ganz eingebüßt und die gefrorenen Wassermcngcn wirken nur noch als ein gewaltiger Ablühlcr für die Umgebnng, während sie ansonslen nur die Erzeugnisstättc eines dichten, ungesunden Nebels und im Frühjahr beim Abrinnen eines unerträglichen Gestankes sind. Solche Zustände sind nur geeignet, jeden Aufschwung der Umgebung, die sich in neuerer Zeit schön zu entwickeln begann, zu verhindern. Es wäre daher nur im Interesse der Stadtgemcindc selbst gelegen, von ihrem verbuchten Rechte ganz abzusehen und sich einen anderen passenden Platz zur Gisgewinnung zu wählen. Durch einen solchen Alt würde die Stadtverwaltung bekunden, daß sie den modernen Geist der Zeit wirtlich voll zn erfassen versteht und durch ihr geneigtes Entgegenkommen dem schon wiederholt vorgebrachten Ansuchen der interessierten Kreise um Trockenlegung des „Kerns" einen neuen Antrieb zu noch intensiverer Bautätigkeit und zu noch kräftigerem Aufschwünge der Tirnauer Vorstadt geben. — (Die neuen ö st e r r e i ch i sch e n Briefmarken ,) die zu Neujahr ausgegeben werden, sind sämtlich kleine Kunstwerke. Alle Marken der Emission 1908 sind größer als die jetzigen. Die schwarz-graue 1-Heller-Marle zeigt Kaiser Karl VI., die 2-Heller-Marle Maria Theresia, die 3-Heller-Marle Kaiser Josef, die 5-. 10- und 25-Heller-Marle Kaiser Franz Josef, wie er jetzt aussieht, die «-Heller-Marke Leopold II.. die 12-Hellcr-Marke Franz I.. die 20-Heller-Marle Franz Ferdinand I., die "0-Heller-Marle Franz Josef im Jahre 1848. die 35-Heller-Marle den Kaiser bei der silbernen Hochzeit im Jahre 1878, die 50-Heller-Marle den Kaiser in Marschallnniform, die 1-Kronen-Marke den Kaiser im Toisonornat, die 2Kronen-Marle das Schloß Schönbrunn, die 5-Kroncn-Marle die Hofburg. Die beiden letzteren sind breiter als hoch. — (Medikamentöse Weine.) In der gestrigen „Wiener Zeitung" wird das Verzeichnis jener ftharmazeu-tischen Zubereitungen veröffentlicht, die als medikamentöse Weine erklärt wurden. Darunter ist auch der eisenhaltige Wein des Herrn Apothekers Gabriel Piccoli in Laibach angeführt. — (Sa nitäts - Wochenbericht.) In der Zeit vom 24. bis 30. November lamen in Laibach Itt Kinder znr Welt (22-1 pro Mille), dagegen starben 17 Personen (23-5 pro Mille), und zwar an Typhus 1, an Tuberkulose 5, an sonstigen Krankheiten 11 Personen. Unter den Verstorbenen befanden sich 5 Ortsfremde (29-5^) und 11 Perfoneii aus Anstalten (64-7 <^,). Infeltionserlrantungen wurden gemeldet: Scharlach 1, Typhus 2, Diphtheritis 4, Notlauf 2, Mumps 1, tontagiöse Augenentzündung 2. — (Das Panorama International) bietet diesmal eine Serie prächtiger Ansichten von der französischen Riviera, die ganz besonderer Beachtung wert sind. Man sieht da Mentone, Monte Carlo, Monaco, Nizza, Cannes, Kap Martin mit ihren Kurhäusern. .Hotels. Garten-anlagen, Promenaden, Palmenalleen usw. Höchst inter-» cssant sind die kunstvollen Monumente auf den dortigen Friedhöfen, der Palast in Monaco, die Napoleonsbrücke, die Kriegsschiffe und ein französisches Schlachtschiff. Diese herrliche Vilderreihe sei zu zahlreichem Besuche bestens empfohlen. — (Das P a n o r a m a ^ K, o s m o r a m a) am Vurgplatze zeigt in der laufenden Woche sehr beachtenswerte Bilder aus Rumänien. Hervorragend sind die Ansichten von Sinaia, der Sommerresidenz der königlichen Familie, des Schlosses Peles mit den inneren Gemächern, dem Musilzimmer der Königin und dem Arbeitszimmer des Königs, der großen königlichen Gärten. Ferner sind sehr interessant der Volksgarlen in Turn-Scberin, der Hosen in Braila. die ausgedehnte Stadt Iassy und der äußerst lebhafte Warenverkehr auf der Donall. Die Bilder sind rein und zeichnen sich durch N'aturtreue aus. Der Besuch dieser Bilderseric kann nachdrücklich empfohlen werden. -' (Vom Schlage gerührt) wurde diesertage dcr Rechnungsrat der landschaftlichen Buchhaltung, Herr Vinzenz V i z j a k. Er wurde ins Krankenhaus überführt. „Ich habe recht siehofft, daß die Landluft ihm gut bekommen und ihn erfrischen wird. Er wird aber von Tag zn Tan schlaffer und blasser." Holger Werner wunderte sich gleichfalls über die Veränderung, die mit dein freunde vorgegangen war. Zu nichts war er zn bewegen. Alle Auf-forderuugen zum Iageu, fischen, Gleiten, ^3pa zicreufahreu schlug er kurzer Hand ab. Ten ganzen Tag verbrachte er oben auf seinem Zimmer und geigte sich nur bei den Mahlzeiten. Indessen berichtete der Nachtwächter, das; der fremde Herr die ganze Nacht anf seinem Zimmer Licht brenne, und das; man sehen könne, wie sein Tchatten sich oft stundenlang hin und her bewege. Er glaube bestimmt, daft der Freund des Herrn nicht ganz richtig im Kopfe sei, denn bisweilen habe er ihn auch nm Mitteruachi im (^arten^nnd im Felde nmherstreichen gesehen, (^eseyt den Fall. das; er eines Tages in seiner Verwirrung den ganzen Hof anstecke'! To etwas solle schon häufig vorgekommen sein. Holger Werner beschloß schließlich, init sei »ew Freunde ein ernstes Wort zu sprechen. Er fürchtete wirklich für seinen Verstand. Am nächsten Morgen wartete er denn auch länger als gewöhnlich am Teelisch. Aber die eine halbe Ttnnde ver ging nach der anderen, ohne daß Hans Voß sich zeigte. Schließlich wurde die Tür geöffnei, und der Journalist trat ein. Er war blaß, mit roten Nän^ dern um die Augen und zeigte ein müdes, übcr-angestrengtes Aussehen. Unter dem Arm trng er ein Paket, das er neben sich legte. „Hör einmal, Hans," sagte Holger Werner vorsichtig, „ich finde, daß die Lnft hier bei nn5 dir nicht, bekommt." „Vis jetzt noch nicht. Aber von heute wollen wir jeden Tag hinans." „Genuß, mit dem größten Vergnügen. Wa5 hat dir aber nur solange gefehlt?" „Nichts und dli hast am wenigsten O)rund, mir einen Vorwnrf zu machen. Ich bin nur deinem Nate gefolgt." „Meinem Rate?" Hans Voß überreichte ihm das Paket. Holger Werner öffnete es erstannt. Es war eil, großes Mannskript. Auf dem Titelblatt, stand: „Dreizehn Trümpfe", lind das Vuch begauu folgendermaßen: „Es herrschte Totenstille in der großen Vidlio thet' anf Fri)denlnnd." Zwanzig Millionen Kronen. Noman von I. K. Lehs. Autorisierte Übersetzung von Minna Bahnf,n. (Nachdruck verboten.) E rst e s K apitel. E'5 war ein kalter Novembennorgen. Dick und gelb lag der Nebel über Ttraßen, Plätzen nnd Parks. In der Luft schwebte leichter Frost. Die große Nhr auf den, Hanpt-Vahnfteig der >tiugscroß-3tation der bircat Northern-Pahn zeigte anf ein Viertel vor Zehn. Der „Flying Scotchman" sollte in fünfzehn Minuten abgehen; trotzdem herrschte anf dein Bahnsteig noch wenig Unrnhe und der große Naum vor dem Fahrkartenschalter war beinahe leer. Keiller, der es nur irgend vermeiden konnte, unternahm an einein solchen Morgen eine längere Neise. Draußen vernahm man hin und wieder dumpfes Pferdetrappeln auf dein Holzpflaster, wenn ein Eonp6. den Handkoffer vorn anf, mit einem einsamen weisenden lautlos vorfuhr. Noch seltener hörte man das Rumpeln einer Droschke. Doch jetzt näherte sich eine, und hinter dem >topf de5 bejahrten Nosselenkers konnte man auf dein Dache de5 Vehikels einen dieser laugen, geflochtenen Laibacher Zeitung Nr. 285. 2666 11. Dezember 1907. — (Aufnahme von Schiffsjungen in die k. u. l. Kriegsmarine.) Infolge Erweiterung der Schiffsjungenschule der l. u. k. Kriegsmarine werden in größerer Anzahl Jünglinge im Alier vom vollendeten )5. und noch nicht überschrittenen 17. Lebensjahr alZSchiffZ-jungen aufgenommen. Nähere Auskünfte werden täglich vom städtischen Militärreferenten erteilt. ku—. — (Schwer verletzt.) Am 8. d. M. abends befanden sich mehrere Burschen aus Sotesla und Umgebung, dann drei Jäger aus Laibach im Gasthause des Johann Zajec in Sotesla. Weil die Jäger im Gasthause von dem Ü7 Jahre alten Maurer Johann Pengal beschimpft wurden, verließen sie das Gasthaus, begaben sich auf einen bereit gehaltenen Wagen und wollten gegen Laibach abfahren. Pengal lam ihnen nach und setzte mit einem Knechte die Beschimpfungen fort, worauf die Jäger zurückkehrten und die Beleidiger zur Rede stellten. Kurze Zeit hierauf gingen die Jäger, vom Gastwirte Zajec begleitet, wieder zum Wagen. In einer Entfernung von 30 Schritten sprang Pengal, der auf die Jäger gewartet halie, auf die Straße und versetzte dem Zajec einen Messerstich, wodurch er ihm oberhalb des linken Auges und auf der Nase eine bis zum Knochen reichende Wunde beibrachte. Pengal, von der Gendarmerie verhaftet, leugnete anfangs die Tat, gestand sie aber endlich mit dem Bemerken ein, er habe nicht Zajec, sondern einen der Jäger beschädigen wollen. —1. — (Der G e sa n gs v er e i n „Postojna" in A delZberg) hält am 13. d. M. um 8 Uhr abends in den Lokalitäten des Hotels „Zur ungarischen Krone" seine Generalversammlung ab. Hiebei gelangen auch einige Gesangsnummern zum Vortrage. * (Versuchter E i n b r u ch s d i e b ft a H l.) Diesertage drang ein unbekannter Dieb in die DireltionZ-lanzlei der Philharmonischen Gesellschaft ein und versuchte die Schreibtischlade mit einem Stemmeisen zu öffnen. Der Dieb dürfte verscheucht worden sein. " (E i n b ru chs d i e b st a h l in einem Pfarr-h of.) Zu dieser vorgestern gebrachten N'oliz sei noch mitgeteilt, daß der Täter durch ein eingedrücktes Fenster in den Pfarrhof in Schwarzenberg ob Idria eindrang und aus einem Zinnner ein Paar Stiefeletten sowie ein hölzernes versperrtes Kistchen stahl, worin sich nicht, wie ursprünglich angegeben, fünfzehn, sondern hundertfünfzig Stück Obligationen im Werte von 25.(X)0 X, ferner mehrere Sparlassebüchel, Schuldscheine und sodann ein Geldbetrag von 20 X befanden. Dieses Kistchen wurde im Walde nächst Lomec erbrochen aufgefunden. Das Bargeld fehlte darin. , * (Desertiert) ist der Infanterist Robert Sitz des t. u. k. Infanterieregiments Nr. 27. — (Die Laibacher V e r e i n s t a pe l l e) konzertiert heute abend nach der öffentlichen Weinlost im Cafs „Europa". Anfang um 9 Uhr abends; Eintritt frei. *' (Verloren) wurde: eine Zehnlronen-Note, eine Damenhandtasche mit 8 X, einem Schlüssel und mehreren Dokumenten, ferner ein goldener Fingerring mit Rubinen. * (Gefunden) wurde auf der Sübbahnstation: eine Schachtel mit 35 Zigarren, ein Regenschirm und ein militärisches Tekorationstreuz. Ferner wurde in der Stadt ein Geldtäschchen mit Gelb gefunden. Theater, Kunst und Literatur. — (Die Sitzordnung der Mitglieder des Abgeordnetenhauses) nebst Angabe der politischen Parteistellung der 18. Session 1907, zeigt uns ein unter diesem Titel zu dem billigen Preise von 50 k (mit Porto 55 k), eben bei G. Freytag H Verndt. Wien VII/1, Schottenfeldgasse 62, erschienenes Tableau in sehr übersichtlicher Form. Jede Partei ist durch eine andere Farbe gekennzeichnet, so daß die Orientierung auf den ersten Blick ermöglicht ist. Jede Buchhandlung, wie auch der Verlag G. Freytag H Vernbt. Wien VII/1, Schottenfeldgasse Nr. 62, liefert gegen Einsendung von 55 k (in Briefmarken oder per Post-Anweisung), das sehr interessante Tableau, welches auf der Rückseite noch die Zusammenstellung folgender Ausschüsse bringt: Ausgleichs-, Budget-. Eisenbahn-, Gewerbe-, Landwirtschaftlicher, Volkswirtschaftlicher und Wehr-Ausschuß. — (V e et hov e n a b e n d.) Die Philharmonische Gesellschaft in Laibach veranstaltet Sonntag, den 15. d. M., um 5 Uhr nachmittags ihr drittes Mitgliederlonzert (Veelhovcnabcnd). In die Leitung werden sich Herr Kapellmeister Theodor Christoph und Herr Musikdirektor Josef Zöhrer teilen. Vortragsord'nung: 1. Abteilung: 1.) Ouvertüre zum Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus". 2.) Phantasie für Pianoforte mit Chor und Orchester, Dirigent Herr Kapellmeister Theodor Christoph, an, Klavier Musikdirektor Josef Zöhrer, mitwirkend der gemischte Chor. 2. Abteilung: Achte Sinfonie. — (Eine slovenische populäre juridische Bibliothek.) Der Verein „Pravnik" hat kürzlich das erste Vändchen der „I'oi.iuän^ pi-nvna Ivn.il/.-ni«n" herausgegeben. Darin ist das Gesetz über die Bewilligung von Notwegen vom 7. Juli 1896, R. G. Vl. Nr. 140. enthalten und im Anschlüsse daran finden sich erläuternde Bemerkungen zu diesem Gesetze aus der Feder des LandeZ-gerichtsrates Dr. Ed. Vol 5 i <" in Rudolfswert. Die neue Sammlung von juridischen Vorschriften verfolgt den Zweck, die Kenntnis dieser Vorschriften unter die breiten Volks-massen zu tragen i daher weiden darin in kurzen Zwischen-raumen alle für das slovenische Volt wichtigeren Gesetze mit kurzen populären Erläuterungen veröffentlicht werden. Das Unternehmen ist praktisch wertvoll und dürfte infolgedessen lcbenfähig sein. — Preis des ersten Vändchen s 40 il. — (Der Kunst wart.) .Halbmonatschan für Ausdruckslultur auf allen Lebensgebieten. Herausgeber: Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 4 Mark, das einzelne Heft 75 Pfennig.) — Inhalt des ersten Dezember-Heftes 1907: Vom Geistreichsein. Von Artur Bonus. — Die Rezepte der „Geistreichen". Von Fr. Kuntzc. — Lose Blätter: Aus dem „Valladcnbuche" des Kunstwarls. — Rundschau: „Welche Bücher versanken wir zum Fest?" (Avenarius). Lyrik von Heymann und Mombert (H. Vöhm). Neue Erzählungen. Berliner Theater (F. Dusel). Hamburger Theater (H. Francl). Münchner Theater. Ein „neues" Werk von Mozart (F. Vrandes). Berliner Musil (L. Schmidt). Zumpes „Süwitri" (L. Schmidt). Von Museen der Lebenden (Th. Volbehr). Grabmäler. Nachtrag. Ein verlorenes Stadtbild? Vom Kaufen und vom Verkaufen (I. Buschmann). Zum Falle Ahleseldt. Vom Heirais-markt (Avenarius). Ausleihbibliothel oder Lesehalle? (W. Hofmann). Welche Schriften geben wir Kindern? Neue Kunstwart-Unternehmungen. Feinde. Wichtiges in Sachen der „Ratgeber" (Avenarius). — Nilder- und Notenbeilagen: Friedrich Kallmorgen, Glühender Horizont. Arnold Vöcklin, Abenteurer. Friedrich Kallmorgcn, Hamburgisches Fletbilb. Eine Abbildung zum Beitrage „Gin verlorenes Stadtbild?" Vier Abbildungen: Stabttheater in Dortmund. Leopold Kozeluch, An eine kleine Schöne. Ludwig Venda, Andante grazioso. — (Die Krisis der amerikanischen Theater.) Die Menge der beschäftigungslosen Schauspieler in den Vereinigten Staaten wird für diese Saison auf mehr als dreitausend geschätzt. Die gegenwärtige be- drängte Lage des amerikanischen Geldmarktes hat auch auf die Theaterverhältnisse übergegriffen. Es sind aber auch noch andere Umstände, die auf eine schwere Krisis im Theaterleben der Vereinigten Staaten hindrängen. Vor allem wird der Mangel an zugkräftigen Theaterstücken beklagt, die Unfruchtbarkeit und Ungeschicklichkeit der Theaterschriftsteller, dann die Erbauung allzu vieler Theater, die wie Pilze aus dem Boden schießen und sich nicht halten könne». Unter den Neuaufführungcn. die in den Monaten September und Oktober stattfanden, machten 80 Prozent aller Stücke völliges Fiasko und die Verfasser dieser Dramen waren dabei die tüchtigsten und sonst erfolgreichsten Schriftsteller der amerikanischen Bühne. Die Not trifft nicht nur die Schauspieler, sondern erstreckt sich auch auf die Theateragenten, Theaterarbeiter und alle di? Berufe, die mit dem Theater in Verbindung stehen. Telegramme des k. k. Telegraphen-Borrespondenz-Bureaus. Wien, 10. Dezember. Seine Majestät der Kaiser ordnete für den verstorbenen König von Schweden eine zwölftägige Hoftrauer ab 12. d. M. an. Reichsrat. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 10. Dezember. Das Abgeordnetenhaus erkannte der Behandlung der Ausgleichsvorlagen die Dringlichkeit zu, worauf die Gruppe der Czechischradilalen und Kroaten in stürmische Pfuirufe ausbrach. Das Haus ging hierauf in die Generaldebatte der Ausgleichsvorlagen ein. Der Berichterstatter des Ausgleichsausschusses Dr. Pergelt leitete die Generaldebatte über die AusgleichZvorlagen ein und betonte, daß der Ausgleich trotz seiner Fehler einem vertragsloscn Zustande vorzuziehen sei. Von den zum Wort gelangten Rednern erklärte Abg. Dir ich, bah die cze-chischen Agrarier für den Ausgleich stimmen werden. Hofrat 8 uklje erklärte, der „Slovensti Klub" sei nach reiflichem Studium zum Schlüsse gekommen, daß er seine Pflicht gegen Staat und Bevölkerung erfülle, lvenn er für den Ausgleich stimme, und weil die Zukunft des slovenischen Volles in einem kräftigen Oesterreich gewährleistet sei. Er verweist auf die wertvollen wirtschaftlichen Konzessionen im Ausgleiche und tritt dafür ein, daß diesem Ausgleiche eine Lösung der nationalen Frage folgen möge. Abg. Vian -chini erörtert den ablehnenden Standpunkt der kroatischen Rechtspartei gegenüber dcm Ausgleich und bespricht den ungarisch-kroatischen Konflikt, kritisiert den vorliegenden Ausgleich, welcher ein politisches und ökonomisches Verbrechen und ein Verrat an den heiligen Rechten Kroatiens sei. — Schluß der Sitzung halb 7 Uhr. Nächste Sitzung morgen. Parlamentarisches. Wien, 10. Dezember. Der Nudgeiausschuh trat heute um halb 8 Uhr zu einer Sitzung zusammen, in welcher über die Frage der Herabsehung der Zuckersteuer weiter beraten wurde. Im Laufe der Debatte erklärte Finanzminister Ritter von KorYtowZli, so schmerzhaft es für das Staatsbudget sei, jährlich einen Verlust von 28 Millionen Kronen zu haben, entschloß sich die Regierung dennoch, den Antrag, die Zuckersteuer ein für alle Mal um 8 X herabzusetzen, zu akzeptieren. Sie mußte aber jeden weitergehenden Antrag ablehnen. Der Minister empfahl weiters den Paragraph 2 der Regierungsvorlage, betreffend die Strafbestimmungen gegen die Zuckerpreiserhöhung, Reisekörbe stehen sehen, in welche Damen ihre Kleidung der ganzen Länge nach zu packen lieben, um Falten zu vermeiden. Iwei Kofferträger traten vor, mn da5 unhandliche C^epäck in den Bahnhof zu tragen. „Einer von Euch beiden muß 'raufkommen nn' mir helfen," sagte der Nossclenker geschäftsmäßig gleichgültig und ließ dabei die Hände klatschend aufs Knie fallen. „'s is doll schiver." „Was 'n Unsinn," sagte einer der Kofferträger. „Ein Neisekorb un' schwer." Er faßte ihn an einem Ende an nnd gab ihm einen tüchtigen Ruck, machte aber große Augen, als er sah, daß er ihn kaum um Zollcsbreite gerückt hatte. Jetzt kam ein dritter Gepäcksträger den anderen zu Hilfe. Er kletterte oben hinauf, nnd mit Hilfe des Kutschers schien sie den Korb aufs Pflaster. Er war etwas über fünf Fuß lang, etwa zwei Fuß breit nnd einen Fuß hoch. Sie waren so mit dem Abladen beschäftigt gewesen, daß es keinem eingefallen war, die Wagentür zu öffnen. Als einer es seht tat. prallte er entseht zurück. „Nanu, Kutscher, dein Nciitelkasten 15 leer!" rk'f er evschrockcn au>5. Der Fuhrmann, der sich wieder zurecht gesetzt hatte, blickte sich ziemlich gleichgültig um, „Wahrhaftig?" sagte er. „Die 's Euch ausgekniffen. Na, Ihr nehmt 's ia kühl." „Mir 's einerlei. Ich bin bezahlt," sagte der Kutscher. „O, so seid Ihr? Nn' was soll'n wir hiemit machen? Schwer genug für'n zweisvännigen Möbel wagen, scheint mir." „Das geht mich nir an! Hüh!" Das Tier zog gehorsam an' aber ehe der Kutscher noch wenden konnte, hielt ein Bahnhofs' konstabler ihn an. „Das gilü's hier nicht. Tie können, hier kein Gepäck absetzen, wenn Tie nicht beauftragt sind, es auch an eine beftimmte Adresse zu expedieren." Als einzige Antwort hierauf versetzte der Kutscher seinem Pferde einen gehörigen Peitschen hieb, so oaß dieses sich in flotten Trab setzte. Aber der über diese Mißachtung seiner, Autorität ergrimmte Konstabler sprang zn, ergriff das Tier am Kopfe beim Zügel und führte Gefpann nnd Kutscher wieder zur Stelle, wo der große Neise-korb, von müßigen Zuschauern umgeben, auf dem Bürgersteig stand. In diesem Augenblicke eilte auch > der Stationsvorsteher geschäftig herzu. „Was gibt's?" fragte er scharf. Die Sachlage wurde ihm erklärt. „Was für ein Name oder Adresse steht auf dein Gepäcksstück?" fragte er- in demselben scharfen, Gehorsam heischenden Beamtenton. „Da steht, weder 'n Name, noch 'ne Adresse dranf," sagte einer der Kofferträger, nachdem er genau nachgesehen. „Hört mal zu, mein guter," sagte er dann zu dein Mltscher. „Ihr könnt dies Gepäck nicht so ohne weiteres hier stehen lassen. Keiner ist dafür verantwortlich. Es kann nns Unannehmlichkeiten zuziehen. Es kann — es kann Dynamit drinnen sein!" „Wenn dies kleine Paketchen Dynamit wäre und erplodierte, dann wären Sie wohl die längste Zeit in London, oder gar in England gewesen", lachte ein frivoler Zusck>aner. „Wir wissen nicht, was es enthält, es steht kein Name dran, und darum können wir es hier nicht brauchen," sagte der Stationsvorsteher mit der Miene eines unbesoldeten urteilsprechenden Friedensrichters. „Es ist kein richtiges Gepäck. E<-ist herrenlos. Nehmt es wieder fort!" (Fortsetzung folgt.) Lmoacher Zeitung Nr. 285. 2673 11. Dezember 1907. zur Annahme. Auch Ministerpräsident Freiherr v, V c cl griff in die Debatte ein. Er trat entschieden dem Antrage Ellenbogen entgegen, der kaiserlichen Verordnung, betreffend die Zuckersteuer, in einzelnen Punkten die Genehmigung zu versagen, indem er betoute, dah eine kaiserliche Verordnung nur im ganzen genehmigt oder aber derselben die Genehmigung versagt werden könne, Ein Beschluß im Sinne des Antrages Ellenbogen wäre mit der Verfassung nicht in Einklang zu bringen. In die Debatte griff auch Abg. Ho f m an n - We ll e n h o f ein, welcher für die Herabsetzung der Zuclerstcuer auf 8 I< vlaidierte und fiir die Beibehaltung der Strafbestinnnungen eintrat. Abgeord neter Dr, K o r o ,^ e c führte Klage über die unfreiwillige Haltung des Finanzministers gegenüber einzelnen Abgeordneten, die bei ihm erschienen, sowie auch gegen Steuerträger, die bei ihm petitionieren. Der Finanzmini st r r verwahrte sich gegenüber dieser Vcschnldigung und betonte, daß er stets wohlwollend und liebenswürdig den einzelnen Abgeordneten entgegentrete. Die Beratung konnte nicht zu End.' geführt werde», Schluß der Sitzung um halb 10 Uhr nachts. Nächste Sitzung morgen halb 10 Uhr vormittags Wien, 10. Dezember. Die ungünstige finanzielle Lage in den Vereinigten Staaten von Amerika hat die Einstellung oder weitgehende Einschränkung vieler großer industrieller Betriebe, sowie die Unterlassung vieler schon in Aussicht gcuominencr großer Arbeiten Zur Folge. Solange nicht eine Besserung der Verhältnisse eingetreten ist, muß von der Auswanderung nach den Vereinigten Staaten von Amerika dringend abgeraten werden. Agram, 10, Dezember, „Hrvatsko Pravo", das Organ der Star<"evi<:-Partei, veröffentlicht an leitender Stelle ein Kommunique, worin ausgeführt wirb, dah Ministerpräsident Dr, Welcrlc den Abgeordneten Dr, Josef Frank mit Wissen Seiner Majestät des Kaisers zu einer Konferenz geladen habe, die fünf Stunden dauerte. Das kroatische Volk dürfe auch nach dieser Unterredung der Staröeviö-Partei das bisherige Vertrauen bewahren, weil Frank dem Ministerpräsidenten erklärt hat, daß die Star-<'evi<--Partei auf ihrem Programm und auf ihrem prinzipiellen Standpunkt strenge verharre. Dr. Welerle habe dem Abgeordneten Frank die Versicherung gegeben, daß, wenn die Indemnität nicht bewilligt werden sollte, der Landtag nicht vertagt, sondern aufgelöst würde. Bern, 10. Dezember. Der Nationalrat und der Ständerat haben das neue schweizerische Zivilgesetzbuch einstimmig angenommen. Es soll am 1. Jänner 1912 in Kraft treten. Der Ständerat hat ferner durch Einstellung einer bezüglichen Post in das Vundesbahneubudgct fiir )!)08 den Ausbau des zweiten Simplontunnels beschlossen, Aruzzano (Calabrien), 10. Dezember. In der ver gangenen Nacht wurde hier ein starkes Erdbeben wahrgenommen. Die Bevölkerung floh, von Panik erfaßt, ins Freie. Petersburg, 10. Dezember, Vor dem obersten Militärgericht erschienen heute die wegen der Uebergabe von Port Artur angeklagten Generale Stößl, Smirnov, Focl und Reisz. Unter den 150 vorgeladenen Zeugen befinden sich General Kuropatkin und Konteradmiral Wiren. Teheran, 10 Dezember. In Täbris wurde gestern der dortige Polizeipräfelt ermordet. Er hatte der Aufforderung des russischen Konsuls, wegen Verletzung eines russischen Untertanen durch betrunkene Perser scharfe Maß' regeln zu ergreifen, stattgegeben, was ernste Unruhen in dür Bevölkerung zur Folge hatte. Verstorbene. Am 9. Dezember, Maria Kresse, Nöchiil, 05» I, Alter Markt 2, Pneumonic, A m 10. Dczembc r. Franz König, Schneider, 89 I., Nadctzkystraßc 11, klkraemus »«nilin. Im Zitii Ispitale: Am 6. Dezember. Alfcms Habe, Merkführer, 49 I,, Lmpn^ein» zmim. ?I m p. Dezember. Matthias Rosi, Werksührer, 4-j I., 8«p»>8 acutH. ?lm 9. Dezember. Maria Kramar, Bahnwächtcrs' witwe, 35 I, (?0mI)U8tienlc: 4 «/<> lonv. steuerfrei, Krone» (Mai-Niw.) per «asse. . '.'6 20 U0 w bettn (Jan.-Juli) Per llassc '.!', ö. W, Eilbcr » fl. 4"/s, 1^7ü» >ü< üo !»60er ,, l»>« sl. 4", ^o? 5»2>l'ü<> l8l!4er ,, !W !I. , 2s>2 - übe^ 1864 er ,, bO sl, . ÜÜ2-- 2ÜL — DllM,.Pfll»bbr, k 120 sl, b"/,2!'^-292'ÜU Staatsschuld d. i. »leicht rate vertretenen König reiche und Münder. Ösleir. Golbrente, stsr., Guld per nasse . . . 4"/, 114 2ü U4 45 Osterr, Reillc i» iiloneiiw. stfr. l,i per Kasse. . . 4"/, W'üo L6'70 netlo per Ultimo . . 4"/„ u« cu 9LN0 Öst, Iiwrslitioiis,-Rente, stfr., ltr. prr ilassc . 8'/»"/» f<0 «c »7 ^ ßistüdllliil'Ztalll^schlllt!' velschrcilnmgr». Eli sadethbal),! ,» G.. slrnerfrci, zu l0.0<0 fl, . . . 4°/« —'----------- ^ranz Iusrf-Bahn in Silber (bio. Gt.) . . . b'/<"/„l''.) 20120-3« Äal. «arl Lndwil! Bahn chiv. Slücle) Nro»rn . . 4"/^ Uü L« L« Lii Rudolfl'llli» in ziruiienw^hriiiin. steuersr. (div. St,) . 4",„ ll<> >ü ll7'1ü V'^rarlberger Bah», steüersvei, 4«u «rrnri! , , , l"/ >>ü «<>'-'<> co Zu ! lanli schul dverschi eil»!«»,»» »ligellliuprllr ^islübnliN'flilici! ltisabetli-Ä. Uwll.NM. b'//, UüN 400 tlluneil . . ,. L- 5"/,. . . , l'^l'- 425 — ! Veld Ware Pom Vlünie zur Zn>!lnng über^ nouüücüe ßüli'.dr^N'^rinritn!^ , h'bliglliionl». ^öl!iü, «Lchbl'y», ^m, ü'tt» ^,X! sironrn ^,..... L«'.. 97- ^l.i. brthbal», «l>l> und »c«« A , ^ ll», 'l,«,...... N4 !>0 -'- >!i,nbc»!ch2!!', 4cl' ,I!,l '.'UlX> N ^,/.......113 75N475 ,',rül,j Iolsf'^alü! . '«W< ibir. E,l.> K«b, 4"'« . lie!>0 N7-5« .!al' nail L»t>il>!!? > , 4"/> . vs> «ü U6 95 >ll!l,.-„«,!!z. Bad!' 'rurlber«er Val>n it». 1«»4 ^!v. <:<,> bill>, 4"'. 96 10 »7 ic> Ztaatösllinld der Lärdci der nngnrischen iirone. 4"/« »il>j, G^Ibreme pel »a>i> 1l0 70 l,o 9« 4»/^ ücito P« UN«!!,, 110 »0>il- ^"/„ ling. U»ent>' l>. iirui'l'/ wUn. Mrei p?' «a'„^ ^ l>2 ^l> Ü3-05 4° det!« p" UN,!!!!,' V— !)!j 2(, ^>/.n,„ detto pn K's!< ""2" x^"ll> lna. Prämien-Anl. k AI>0 ^lieiii »!en -«öl, 4",„ , ^> ^ l^ü 75 -"/«. UlMI, Or»üs>Ml!.°Ol)l^ »2-75 93 75 "/o lrulll. ,!. slar Gr.il'denN. ci'liß...... 94'^ — ^ Vlndcic öfirutlichc A«lel)cn. ^!.t!!. ^uiwrb»«»». ,., hrrcea,. Etscl^. i.'llndct' Aulelie!! (bin.: 4',,",,, U8 w uu 4^ ^"/u ToiinuNesi. Anleibt l«'/> 103^5 w4 25 ,l-n»si Berleliri-ttülech'.' ^,^,, U!l ^5 u? 2l, detto lhl,0 4< , U«'60 U7 80 Ailehs» d« ülüdi Wien , ioi — !02- belw (S, od, G > , 11U »5 ,20 85 den.,' (1«S4) , U4 30 95'30 deNl' (1 u« 15 97-15 dltl? (1Ü00, 98- <^7>.. delro I:>r.Ä.) N02 W- 97 — 'Wrieda>!>?l!,lf!!rn verlest», b °l W— 97 — ÄUlg. 3>!ullti. Hup. 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Äculdwestb. /0» , 294-0« 296 2l-05 !22-05 Diverse Lose (per Ttücl). l.'c»;lli!>l!chr ^ose. >'^ i»'l.0!,'nlrebtt'^!i>t «tm, >»d> 27! — 27? - dett» «im. >««^ 2?3'b^ 279 50 iO!. ü. ^. , . 257-50 2U3-50 ,rf>, 'i.!ä!N,.^»l, r, 10!. gl,, « ,, 102 75 108-75 Z'nuerzinl,Ncht Los«. >^,!,^..^^!Uila ^)t m:^ul! b !> 20 00 22-00 -rcdillosr ,0" fl , . 444-— 454-— Inry'Ln,!- 46 ,1, ^!, Ä! , 152-— 158 - »eüei i.'ll>!' 40 N , 215'— 225'— ,>a!i,I>'Ll',> 4l> fl, ^:, W 192-50,98 50 u>e>, prel:,^, öst. i>7!, v. 10 ,l 48-50 50 l>0 ulc» i«kU), u»«. »>'i>, v., b ?! 25-85 27'85 .uo>'!s.Vu>c 1^ !! 06' 70'^ nini.iiolk in ^!, K, M, 213 - 221!- Geld Ware U!ll. ^.«»U.'Änl, Prlwl..Ol)lis,, 4!«pllri'Unltl!!tlimn»gen. ')l'>!N,!'i!:)I, !tl!r»o. ^^»u N. 2385'— 2390'— K'.'w, «urdl.al)!, 150 sl. . 3N5'— »69'- Ä !!chtirt!iadcr lli!l!,5»0 ,!. NM, 2825^- 2835'- üllln (üt, N,< 2 Tnmpsf^iffcllirl« . Ge!,, 1., l. l. PNN., 5(»: II, - D.!Z-.s>l>delch!lckor Nisb. 400 lir, 52!>'— f>3,-50 z r'd!!!lli,de>Noidl>, looo sl. lfM, 5>90'— 5220°— L U!b.>Vzcrü,>Iü!iy > Eifenbllli,!'- (Nesellschasi, i!«»' sl. ^3 553'— 554 50 Ll.'Ud, österr.,Ir!eN.,5fl.i!Vi, 4>3'— 4,9-. ,^slerr. Nurbwes'bahn 2Nl»fl. H. 430>— 432-— l'cll0(!ll l).)UMfl.K. p. Nil 4,8- 42,-50 rass'T»x.trlHi!e»!i. loofl.abgN L13-- 215 — laaiecisli. 2>'«> <> S. per Ull',».ir, SL8-— «09 - ^ildb. 8N0 . z^M. , . 405'50 408-— Tvamway > Ges., ü^uc Wieiiei,', > Prioritat^^üie" NW !!, —-— ^.»^ U igar. Westbadü (Raab-Graz) !i!>" !l. 0....... 402— 405'- W', Lolalb,-?Ilt!en.w,!!, «<«> 'I 220'— 24«'— Banken. X'!glo>Ostcrl. ^llüs, l»!0i:. , 29050 291-50 Ä^i'lue^!«. Wie»«, p,l Naisc —'-.^ —-- llültu pe« Ultimo . , , 51350 5l4'50 Ä6de!llr,.'>'l!!si. üst>,rl..30c>fl.E 1000'- ',002'- Zmtl,.Bod.>l»redb, üst., 2.!l !ür Hnndc! un' >^e»urll,e, 1Ul> fl., p« ttall» -'— —-— deN« per Ullimu 033'—> 634'— 5t,>,'l!Ül'a»f alla. !!!>,,, Ä «> ll , 751'bU 752'5« D.p>.'sl>ü!i!>anl, aN«., «0l> fl, , 4b?'— 458'— Eilimipte. Gesellschaft, ni'.'fter. vstcvr.. »00 t>:uücn . , 551'— 5b4'— (Ä rc,. »!, . ... 448'— 452'— H »pot!)ele»banl, öster«ich!fch>> i!Uu K d"/^, 6. , . . . 287'— 289'^ L mocrvcml. «!i«r,,!«« s!. p?: Nnsic..... —'— —'— «tti per UlÜmo . , . . 408'50 40»'— ,, "lertur", Wechielst, 'Tittitü' G'IellsHa ^, 20" st, , 593'- 597'- Gelb Ware !:^..i,ng. Äüü! 140« Kronen 176»'— 1778- — u >io>wa:ls »uo fl...... 53l50 532 50 V rlefiröbüni, aNg., 140 n, , 321'— 325'— Inl>ustril>j't,.^ah"N»^«r Bca»ere! 100 »!. . . 240'— 250- — Ml),i!ll!!»GelrlUch , östesr..6!pl»,' 580'75 58175 ,,P,'Idi.viltte", Iie^el!,u!,stalil. j ss..A..«, ,>,!> fl, ... 4l,1>— 4>M>:ra»y > Ta:>;"l»fl 565— 571'— ^chlt>gImi>!,!",Vav,erl..2a!>fl, 3l0-— 312-Hchodnica", «>l«. '. Perrol.« Ind,, b"ü N^..... 485-— 48«'— 5lei,rmnül,l", Püpiersü'.'.!! »Nd V'G..... 434'— 440' — T:ifailei Nuhl?nw..N ?<» il. , 24:«'— 245 — Tiirl. Ial,ej,l>-.O>-! 2l»0 H-.. p.r Kaste . —'— —'— detln per Ultimu 405' 406 — Wiffen!,iGl>!.. «sterr.. i» Älen, »uoil........ 453- 455 — W.Moi»L, ailac!»,, » Zcheck». A n,ll>r0ll!N...... 199 50 193 70 D'ittichc Pl^,. , , .11777' 11U-— Umduu........ 24, 55 241-77' I^lienlsche Aml?!'lü!,v,' , . 95 92^> V6U5 P.ri»........ 95 95 9610 ijttcich »nli Aale! , . 95 00 95'72' Valuten. Dlloten , . 1136 1140 20 graulen-Hiiick^ , . ,9 18 1920 20 Mart Vtücl?. , 2^52 23 58 c>:!sche Neichzbi^tüo'l u 1,790 1,81» !e!-1l,1tl'!i . 2-52'1 2-53'^ ¦von üi-jiKii, l»t~.<vi«tVii. R"ri<>r*»ftt*'i»s AMJ«««, (4''________Loa-VerBlcherung. «V. C1. Mayer Bank- -o-nd. TX7"ecli.slergrescliä.ft Privat - Depots (Safe - Deposits) Unter aleranem Verach.lus« d.«r 2=«.rt»5.. Verzlmung von Barelolajen Im Konto-Xorrant und auf Qira-Kinto.