Mrt»»Mtr«"»«SPrrt«c: Für f eibtA: • 8 H- 40 k- Halbjährig 4 „ 20 „ ^ntfljilhrig - 2 „ 10 „ Igesetli* • • — * 70 » Mit der P»-: N»»rjähng.............Vi f1- ^mdg................... 6 " NtrrtrljLhrig.......... 3 " gfc ynpeSeng in« Hau« t*Rtdj. 25 tr., menetl. 9 k. «mzelne «ummrru ti kr Laibacher -le-«cti»n: «ahnhosgaffe ffr. 132. % Nr. 44. "agblatt Itnifne Mittheilungru werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgeseiider. Mittwoch, 24. Februar 1875. — Morgen: Walpurga. Gxpeditto«- L Zuserate»-Suveou: Lvngreßplatz Nr. (Jöud>= Handlung von 3g. v. Klein mayr & Fed. Bamberg.) -«sertiouspreise: Für die eiiispaliigp^j>etüFe8e Ä 4 kr., bei wiedeHolM MkHÄ schallung dijä kr. ■■ J6| Anzeigen bis 5 Hileik M hy f ~Xik V -; Xgf Bei größeren Jnseraten^mM öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. 8. Jahrgang. Berwaltuugsresorm. Die Frage einer Reform der politischen Verwaltung ist während der gegenwärtigen Sitzung«-vrriode auch im ReichSrathe in aller Form ange-r-al worden, und sie wird, so hoffen wir, nicht tarfir von der Tagesordnung verschwinden, bevor fie niAt in annähernd befriedigender Weise ihre Lösung befunden Die Meinungen hatten in bei Zwischen-Uit wo diese Frage zuerst publicistisch augeregt Whe bis zu dem Momente, wo der vom Abge-drdnet'enbause über Antrag Göllerich'ö eingesetzte »as'sckutz für die Verwaltungsreform die Sache in W Hund nahm, vielfach Gelegenheit, 'ich zu klären. Mau wird sich erinnern, daß die Frage ur-fhfflnäliA in der Gestalt von Klagen auftrat, . daß r! so auf die Dauer nicht bleiben lönne"; jene Xufaaben welche den OrtSgemeinden im übertra-aenen Wirkungskreise zugewiesen seien, würden ent-kitber qqi nicht oder nur mangelhaft erledigt; die »«mttjL Unsicherheit, da« Bettel« und Vagabunden-»kfev nehme überhand; die Schulgesetze würden nur »naniLaend durchgeführt, da zahllose Landgemeinden het neuen Ordnung der Dinge weder Verständnis flUte« Willen entgegen bringen, wohl auch in St« Füllen nicht die Mittel dazu besäßen; die &tIb. »nd Forstpolizei befinde sich in einem klüg. «chen Zustande u. s. w. Solche und ähnliche Klagen Mam man auf jedem Parteitage, in allen Landtagen I: Mtt„ So gelangte man nach und nach zu der Mligm 'Erkenntnis der Grundursachen des Uebel« Ieuilleton. Der La-Manche-Tunnel. üur Ergänzung der vielen, in einigen Punkten tot differierenden Nachrichten, welche über das Pro-w» vr unterseeischen Verbindung zwischen Frank. Sch und England bisher in die Oeffeutlichkeit ge-|OTflten «nd die Mi'thkilungen von hohem Interesse. Welche Michel Chevalier in der letzten Ver-taalnnn der Soctttö d'Economie Politique machte, «kkamtlich ist dieser als Ingenieur wie als Volks. Wtri aleich erfahrene Staatsmann der eigentliche SncefRonär des großartigen Unternehmen«, also LZL am besten informiert und die verläßlichste SÄ 06« i« bk KreiW w -m!„. Z,i, 2l^?nftren Lesern milgetheilteu Motive des Con-SL“ Besetze« tinzusehen, welches auf Grund einet 12 Aen der französischen Regierung und der Tun. ^ Gesellschaft geschlossenen Convention der letzteren R-« d-1 $»ra,b.itm tlntäiinil, feien blos die neuen Details erwähnt, welche Michel Die Eigenlhumlichkeiken der Meerenge des PaS ^ - jagt er — liegen weniger in der und begann die ‘Angelegenheit von einem hohem prin-cipiellen Gesichtspunkte aufzufassen. Während man anfänglich sich damit begnügte, für die einzelnen Misstände vereinzelte Palliativmittel vorzuschlageu. hat man sich endlich mit dem richtigen Gedanken einer umfassenden und systematischen Reform der politischen Verwaltung vertraut gemacht War man früher sogar hie und da bereit gewesen, ein gutes Stück ber kostbaren Gemeinde Autonomie „dem hungrigen Moloch einer bureaukraiischen Reaktion in den gierigen Rachen zu werfenso fanden nch im Abgeordnetenhaus die verschiedensten Parteianschauungen schließlich in dem positiven Vorschläge zusammen: Die Regierung möge auf Grund der gesammelten Erfahrungen geeignete Vorschläge zur Reorganisierung der politischen Verwaltung machen. Wie weit die Frage bis nun gediehet-, darüber möge folgendes die Anhaltspunkte bieten. Im Ausschüsse des Abgeordnetenhauses für die Verwaltungsreform nahm jüngst der Minister des Innern, Freiherr o. L a s s e r, das Wort, nm sich über die Angelegenheit zu äußern. Er sagte: Der Kern der Frage liege nicht in der politischen Or« ganisation. sondern in der Ortspolizei, und von dort aus müsse wohl der größte Theil der Reformen begonnen werden; c6 liege dies im Interesse der Autonomie selbst, zumal der Staat im polizeilichen wie im übertragenen Wirkungskreise der Mitwirkung der untersten Organe, der Gemeinde, nicht entbehren könne. geringen Breite, als darin, daß sie von Untiefen frei ist. In dem größeren Theile der Meerenge sind nur 35 bis 40 Meter Wafferhöhe und die bedeutendste Einsenkung reicht nur auf 54 Meter. Ueberdieü sind die Gesteinsschichten, welchen man voraussichtlich bei der Bohrung begegnen wird, von einer Beschaffenheit, welche man als günstig bezeichnen kann Es besteht die größte Wahrscheinlichkeit, daß der Tunnel immer in jener sehr dicken Bank von Kreide bleiben wird, welche ebenso deutlich an den Felsenriffen auf der englischen Seite, als an der französischen Küste zu bemerken ist. Einer berechtigten Annahme gemäß dankt die Meerenge ihre Entstehung nicht einer Diluvialfluth, welche die Felsen der ganzen Länge nach durchbrochen hatte, sondern einem einfachen AuSfpülen und Abschwemmen infolge heftiger Bewegungen des MeereS. Wenn diese Prognose, welche durch gewissenhafte Beobachter gestellt wird, sich bei einer genaueren und aufmerksameren Untersuchung als richtig erweist, so besteht kein Zweifel mehr für das Gelingen deS Unternehmens. Dieser gründlichen Untersuchung wendet jetzt die Tunnel-Gesellschaft ihre ganze Kraft zu, sie besitzt genügende Geldmittel für eine gewissenhafte Durchforschung des Untergrundes. Sie wird ohne Die Organisation der politischen Behörden nach dem Gesetze vom Jahre 1868 stehe nicht im Wege. Dieselbe sei derart elastisch, daß die politischen Behörden alles übernehmen können, was durch autonome Organe der Verwaltung nicht besorgt werde und der Wirkungskreis derselben sei im großen und ganzen gut abgegrenzk. Die einzelnen Erwägungen des Antrags Göllerich kritisierend, gelangte der Minister dazu, die aus denselben gezogenen Schlüffe als nicht zutreffend zu bezeichnen. Die Vermehrung der Bezirkshauptmannschaften wäre ebensowenig dem Bedürfnis entsprechend als die Aufstellung zahl-reicher Exposituren, weil es an drm positiven Entscheidungsrechte der staatlichen Organe in Angelegenheiten der Ortspolizei fehle. Die Reform soll nicht dazu dienen, das, waS den Gemeinden unbequem ist unb etwa Gelb kostet, sowie eine gewisse Verantwortlichkeit mit sich bringt, einfach auf die staatlichen Organe abzuwälzen. Das sei weder im Interesse des Staates noch der Autonomie gelegen. Eine Minderung der Gemeindegesetz' gebung inbetreff der Compelenz bezüglich der Orts-Polizei und eine Revision des Organisationsstatutes der politischen Behörden werde genügen. Dem stimmte Dr. Herbst zum größten Theile bei und beantragte folgende Resolution: „In Erwägung, daß infolge der vielfach vermehrten Agen« den der k. k Bezirkshauptmannfchaften der Personal« stanb zur Bewältigung der gegenwärtigen Geschäfte kaum mehr ausreichend ist, daß über die ungenügende Sorge für die Sicherheit der Person und des Eigen« i vorgefaßte Meinung, ohne sich auf abenteuerliche Erfahrungen einzulassen und mit der Ueberzengung vvrgehen, daß die moderne Wissenschaft die Macht besitzt, große Hindernisse zu übetwinben, wenn ihr die nöthige Ausdauer zur Seite steht. In wenigen Jahren wirb die Tunnel-Gesellschaft die Vorfrage» ^ erfahrungsmäßig gelöst haben; je nachbem ber Er. i folg mehr ober weniger wahrscheinlich ist oder je ! nachdem man im Gegentheile auf die äußersten Schwierigkeiten stößt, wird man das Unternehmen fortsetzen oder aufgeben; aber wenn sich auch diese Gesellschaft zurückzieht, so bedeutet daS noch keineswegs, daß die beiden beseitigten Nationen nicht fortarbeiten. Der Gedanke dieser unterirdischen Verbindung zwischen den beiden größten Städten der Welt ist schon in Schriften aus früheren Jahrhunderten ausgesprochen worden; seit einigen Jahre« hot sich der französische Ingenieur Thom<5 de Ga-mon mit der Propaganda dafür beschäftigt unb endlich wird dieser Plan ernstlich in Angriff genommen. Vielleicht gilt in 10 Jahren von heute der Tunnel wieder als ein unausführbares Project, aber gewiß nur für einige Zeit; es ist vielmehr höchst wahrscheinlich, haß, Dank den technischen Fort« schritten, dqS 19. Jahrhundert nicht ablaufen wird, ohne daß der Tunnel eröffnet ist. thums und über die mangelhafte Handhabung der bestehenden Gesetze vielfach und mit Grund geklagt wird, daß aber das wiinschenswerlhe Einschreiten der politischen Behörden auf diesem Gebiete bei den großen, mehrere Gerichtsbezirke umfassenden Verwaltungsbezirken nun durch eine entsprechende Vertheilung der politischen Verwaltungsorgane in die Bezirke, ohne Vermehrung derselben am, Sitze der Bezirkshauptmannschaft, erreichbar scheint; in Erwägung, daß Lurch eine solche Einrichtung zugleich die LandeSver-lretungen in die Lage versetzt würden, jene in ihrer gesetzlichen Competenz gelegenen Aenderungen der Gemeindeordnung zu beantragen, welche unbeschadet der Gemeindeautonomic den Bedürfnissen der einzelnen Länder in der Richtung entsprechen, daß die den Gemeinden näher gerückten staatlichen Organe kräftig für die Sicherheit der Person und des Gigeiv thums sorgen und in wirksamer Weise auf die Handhabung der bestehenden Gesetze durch die Gemeinden rinwirken können, und eine Aenderung der Competenz bei gewissen Polizeiagenden, sowie de« Instanzen zugeS bei diesen Gelegenheiten ermöglicht wäre — wird die Regierung aufgefordert, entsprechende Vorlagen zur Ergänzung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 im Sinne der vorstehenden Erwägungen zur verfassungsmäßigen Behandlung zu bringen." Minister v. Lasser erklärte, die Resolution als Richtschnur und als eine bedingungsweise Ermächtigung betrachten zu wollen, weitere Erhebungen und Vorlagen zu machen, wobei er sich nicht an den Wortlaut im einzelnen halten und nur den Sinn im großen und ganzen acceptieren könne, wogegen die Reform auch bei der OrtSpolizei in Angriff zu nehmen sei. Der Minister besprach hierauf die Möglichkeit in jedem Bezirke Sicherheitscommifsäre aufzustellen, welche die staatsanwaltlichen Functionen zu besorgen und auch nach Bedarf die von den Gemeinden nicht zu versehenden Agenden zu übernehmen hätten. Die von Herbst beantragte Resolution wurde vom Ausschüsse angenommen.__________________________ Politische Rundschau. Laibach, 24. Februar. Inland. Letzten Samstag fand im Städte-dczirk von Bozen die Reichsraths-Er-gän^ungSwahl an Stelle des verstorbenen Grebmer statt. Trotz riesiger Gegenanstrengungen der Klerikalen wurde der liberale Eandidat Dr. Florian BlaaS mit 398 Stimmen gewählt. Der ultramonlane Eandidat Franz v. Zallinger erhielt 197 Stimmen. Um die Mitte des nächsten Monats finden die L a n d t a g s w a h l e n für die der Abstinenzpolitik in Böhmen und Tirol zum Opfer gefallenen Mandate statt. In Böhmen finden die Auf mehrere Anfragen erklärte Michel Chevalier, daß man dafür vorgesehen hat, die bisher vorhandenen 4,000 000 Francs Gcfellfchafrskapital, wenn sie sich als unzureichend zeigen, leicht zu vermehren, und daß, wenn man sich einmal auf Grund der Vorarbeiten entschlossen haben wird, den Tunnel zu bauen, die Vollendung nur fünf bis sechs Jahre beanspruchen dürfte. Der ebenfalls in jener Versammlung anwesende Ingenieur de Labry erklärt sich über die Methode der Ausführung dahin, daß man eventuell zu der bei der Tunnelierung des Mont EeniS und des St. Golthard erprobten An-Wendung der komprimierten Luft greifen, dann die in den Vereinigten Staaten jetzt bei Wasserbauten fo allgemein angewendete Fundation mittelst Röhren oder Caissons und comprimierter Luft anwenden werde. Uebrigens habe man im Tunnel, wenn er einmal dem Verkehr übergeben fein wird, die Stagnation der Luft nicht zu besorgen; die durchlaufenden Eisenbahnzüge selbst würden gewissermaßen als mächtige Kolben die Ventilation bewerkstelligen, indem sie die Luft vor sich herschieben und hinter sich «achziehen; endlich genüge eine geringe Verschiedenheit de» Niveau» der beiden Endpunkte des Tunnel» um eine stetige und natürliche Luftbewegung zu be-werkstelligen. Landtagsmahlen am 15. März in den Landgemeinden, am 18. März in den Städtebezirken; in Tirol, wo im ganzen sechs Mandate erledigt sind, vom 15. bis 18. März nacheinander statt. Von den letzten sechs Mandaten sind fünf durch die Land-tagsabstinenz der wälschiiroler Deputierten, eines durch den Tod des Abgeordneten Christel in Erledigung gekommen. Wie schrecklich man in O e st e r r e i ch die „Kircheaus der Sch ule hinauswirft/' das zeigt am besten die Thatsache, daß sich unter den neun ernannten böhmischen Bezirksschulinspec-toren nicht weniger als sieben und unter den dreiundzwanzig Bezirksschulinspectoren für die deutschen Volksschulen vier Geistliche befinden. Mehr als der fünfte Theil sämmtlicher böhmischen Bezirksschulinspectoren gehört somit dem geistlichen «Stande an. Auch von den acht LandeSschulinspectoren gehörten bis vor kurzem nicht weniger als drei dem Klerus an. Die katholische Kirche hat somit wahrlich keinerlei Ursache, sich über eine Vernachlässigung ihrer Interessen durch die neuen Schulgesetze zu beklagen. Noch interessanter als diese Thalsachen ist die andere, daß die tatholt che Kirche in Tirol, d. H. das Kirchenreglinent in Brixen, den Geistlichen die Annahme von Schulinspectorsstellen verbietet, während dies vonseite der katholischen Kirche in Böhmen nicht geschieht. Die „Kirche" kann demnach an einzelnen Orten auch ein wenig querköpfig, eigensinnig und rechthaberisch sein. Der Kaiser ist «Sonntag nach Pest gereist, um der Entwicklung der Krise persönlich nahe zu sein. Wann die letztere soweit gediehen sein wird, daß die Frage der neuen Minister zur Lösung an die Krone herantreten kann, ist aber noch gar nicht abzusehen. Die Conserenzen der Parteiführer bei Szlavy find allerdings sehr glatt abgelaufen, aber nur deshalb, weil man die Diffe-renzpunkte zu berühren sich wohl gehütet hat, und die pester Journale gestehen unumwunden, daß die Parteisusion nicht um einen Schritt vorwärts gekommen ist. Vielleicht überlegt man sichs und bildet zuerst die Regierung, und überläßt es ihr, sich eine Partei zu schaffen, anstatt das Ministerium aus den Gewehr bei Fuß einander gegenüberstehen-den Parteien entstehen zu lassen. Ausland. Auf dem Umwege durch das Re-dactionsbureau des „Westfälischen Merkur" hat diesmal Pius IX. seine Bulle an den preußischen E p i s c o p a t zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Dieselbe ist, der „Germania" zufolge, schon seit einigen Tagen in die Hände der Bischöfe gelangt, u. z. „um der größeren Sicherheit willen" durch Privatvermittlung. Die bischöflichen Adressaten beriethen noch miteinander, ob es opportun sei, den päpstlichen Brandbrief zu pnblicieren; aber dem Kaplan des „Westfälischen Merkur" mag der Geduldsfaden gerissen sein und so schoß er das Acten, stück zur Unzeit los. Nun liegt das famose Scriptum im Wortlaute vor und kann nicht mehr vertuscht werden. Papst Pius IX. „erklärt ganz offen allen, welche es angeht, und dem ganzen katholischen Erdkreise, daß die Maigesctzc ungiltig sind, da sie der göttlichen Einrichtung der Kirche ganz und gar widerstreiten". Es will ihm scheinen, „als ob jene Gesetze nicht freien Bürgern gegeben, um einen vernünftigen Gehorsam zu fordern, sondern Sklaven aufgelegt seien, um den Gehorsam durch des Schreckens Gewalt zu erzwingen". Der alte Herr erklärt daher, „daß jene gottlosen und alle, welche in Zukunft sich in die Regierung der Kirchen kindrängen, gemäß den heiligen EanoneS recht, lich und thatfächlich der größeren Excommunication verfallen sind und verfallen", und er ermahnt „die frommen Gläubigen, daß sie sich von dem Gottesdienste derselben fernhalten, von ihnen die Sacra-mente nicht empfangen und so sich vorsichtig des Umgänge» und Verkehre» mit denselben enthalten, damit nicht der böse Sauerteig die gute Masse verderbe." Nach diesen Stichproben ist e» begreif-lich. das dir Staatsanwaltschaft in dem Schrift. stücke eine Aufreizung zum Ungehorsam gegen dir Gesetze erblickte und die „Germania" sowie de» „Westfälischen Merkur" confiscierte. Die deutsche» Blätter sprechen aber der Bulle einerseits jegliche Bedeutung ab, andererseits weisen sie den in der« selben enthaltenen direkten Eingriff in die preußischen Kirchenwirren auf das entschiedenste zurück. Darin sind alle Stimmen einig, daß nach dies« Kundgebung alle Brücken zwischen dem Staate und der Curie abgebrochen sind. Neben diesem päpstlichen Brandbriefe beschäftigt die Bismarck-Krise noch immer die deutschen Blätter. Hinsichtlich einer Vertretung bei Reichskanzlers schreibt man der „Elberselder Ztg.", daß alle Combinationen, welche von einem Succurst durch einen anderen Staatsmann, insbesondere bunt den Fürsten Hohenlohe, zu erzählen wissen, vollständig erfunden seien. Man weist daraus hin, daß, falls Bismarck einmal eines längeren Urlaube» be« dürfen sollte, die Organisation der Reichsbehörde« trotz mangelnder Reichsministerien bereits eine derartige sei, daß die Vertreter des Fürsten in den einzelnen Ressortö nicht erst gesucht zu werden brauchen, sondern sich, wie bekannt, bereits an ihre» Plätzen befinden. In Frankreich haben wir eine erfreuliche Thatsache zu verzeichnen. Die vereinigten republifo1' mfchen Parteien haben den Wallon'schen Se-natSge setz-Entwurf acceptiert, und ist somit dessen Annahme durch die Kammer außer Frage gestellt. Der einzige Republikaner, der dagegen sprach und den Wallon'schen Entwurf als ausschließlich den orleanistischcn Interessen dienend bezeichnte/ war Jules Grövy, der ehemalige Kammerpräsident und Freund Thiers! Dieser letztere Umstand mag zu dem Gerüchte Veranlassung gegeben haben, daß Thiers selbst gegen den Wallon'schen Entwurf sei, weil er das Zustandekommen der Republik unter Mac Mahon nicht wünsche und die Auflösung herbeiführen wolle. Auf dem spanischen Kriegsschauplätze herrscht Friede. Die Truppen verschanzen sich, die General-/ stabsoffiziere — gehen auf Urlaub. Von dem große» Siege hat man weiter nichts gehört. Die Rückkehr des Königs nach Madrid soll zunächst auf Wunsch der Generale erfolgt fein, denn es bedurfte immer einer ganzen Division, um die Straße zu decken, aus welcher Alfons XII. dahinzog. Das „Regent-schaftS-Ministerium" hat diesen Titel abgelegt uni heißt jetzt Ministerium schlechtweg. General Loma'i Berichte aus Guipuzcoa sprechen von der Tapferkeit seiner Truppen, aber ausgerichtet hat er doch nichts Aus Bayonne kommt die Bestätigung der Thatsache,' daß die Carlisten auf den englischen Dampser geschossen haben, der zwischen Santander und Futtv terabia ein unterseeisches Kabel legen wollte, aber wegen des carlistischen FeuerS die Arbeit einstcllei mußten. Nach einem madrider Telegramme ist die „Vir-ginius"°Äffaire nunmehr definitiv erledigt, so daß keine Schwierigkeit mehr zwischen Spanien und. de» Vereinigten Staaten vorhanden sei. ^ Zur Tagesgeschichte. — „Internationale Handelskamme r.* j Eine große, den Continent Europa's umfassende Liga wirk von den englischen Handelskammern London, Liverpool, Manchester und Glasgow im Vereine mit den Herren Michel. Chevalier und W o l o w s k i, den bekannten franjöf., Nationalökonomen und dem österr. Generalconsul Bauer, geplant. Die Liga soll, so wird in wiener diplomatische» Kreisen erzählt, den Namen einer „internationalen Handels-kammer" annehmen und aus die Errichtung international« Tribunale hinarbeilen und die Vermittlung zwischen Production und Consnmtion anstreben. ES ist aber nicht uiv wahrscheinlich, daß unter dieser harmlosen Firma ganz andere Dinge noch sich bergen unv daß damit hauptsächlich gegen die schutzzöllnerische Bewegung Front gemacht werden soll. — Wie baä „Siebenbilrgisch.deutsche Tagblatt" mit- theilt, wird ber rumänische Justij«i»ister alt t Amtsmisbräuche, welche bei Gelegenheit der Erwerbung der (tonaffton der Jaffy-Czernowitzer Eisenbahn begangen wurden eruieren und bestrafen. Der Staatsprocurator erhielt deshalb den Auftrag, den Director der rumänischen Bank, Herz, zu verhaften, daß er die Namen aller Rumänen nenne, welche O s e n h e i m und Lompagnie mit Geld betheilt baben. Ein Opfer des Sotto. Aus St.Pölten wird geschrieben: „Ich erlaube mir, als argumentive Beihilfe zu den in ihrem geschätzten Blatte wiederholt erschienenen Auseinandersetzungen über die Jmmoralilität des kleinen rottvspieles ein Factum zu berichten, das sich hierorts diese M-che zugetragen hat. A. Geier, Näherin. Lottospielerin bon Profession, soll ihre ganze Barschaft von 200 st. auf «liSwnto „versetzt" haben, und da der „lerne" ausblieb, ftürzte sic sich in den hiesigen sogenannten Bischofteich, aus nxlfym sie erst nach drei Tagen tobt herausgezogen wurde. 3)ie Damen des St. PLltener Eislaufvereines hatten gewiß ttiuc Ahnung, daß unter der Eisdecke, aus der sie aus und ^iederfcbwebten, eine Unglückliche schon zwei Tage begraben liege." > _ — Historische Entdeckungen. Mr. George Smith dem „Athenäum" zufolge unter den assyrischen Schrift-rrt Warum ein Theil des Klerus dev gedachten Seichen, ^katfngsanstalt noch immer hartnäckig Hindernisse in den legt bleibt um so rätselhafter, als die Kirche und ihre Getier durch sie nicht einen Kreuzer ihrer üblichen Tobten* ^^Ühren einbüßten — (gür Errichtung ber stöbt,scheu Mnsillo- He) sinb an weiteren Spenden eingegangeu: von ben Ar I. P. » fl- i ®- Kostcl. Pfarrer. 2 fl.; Bolz i fl., Johann Berhovz 1 fl.; flubrea« Sakra.scheg 3 fl.; **»81 Xarun, Pfarrer. 2 fl ; Sl. 2 fl. — (Der „Neffe des Grafen Hohenwart") Die ^htetsmhung gege“ lcn ehemaligen Hofmeister der Baronin keyle, gart Br >iS, welcher bekanntlich als „Neffe des %afen Hohenwart - große Betrügereien verübte unb vor dem Kreisgerichte Wiener Neustadt eiugeliefert wurde, sich wie dem „N. W. L." mi,gelheilt wird, weiter decken'als anfänglich vermuthet werden konnte. Brus l^eint'nemlich verdächtig, den Stubeuten Supanz, der i ^ mehreren Jahren verschollen ist und dessen Zeugnisse ^ Etfihe des verhafteten Schwindler« gefunden wurden, »Sorbet zu haben. Auch das räthselhaste Verschollenen der f^tonin Kleyle, welche mit ihm zugleich im Jahre 1871 Xute gibt Stoff zu Erhebungen. v jAttt Eisenbahnfrage Triest.Lack.) In «anv Sonntag den 21. d. M. eine Volksversammlung Erörterung der Eisenbahnfrage statt. In dem zahl-^ besuchten Öffentlichen Meeting wurde folgende Resolu-inirimw'g anzenomme« : „Die heute abgehaltene Bolks. Mwnmlnnfl der Bewohner von Triest, dem Beschlüsse M hiesigen Stadtrathes, welcher in der .Sitzung vom 29. ginnet l. I. gefaßt wurde, Beifall zollend, erkennt als dringende Notwendigkeit: 1. daß eine zweite unb Unabhängige Eisenbahn-Verbindung Triests mit den Ländern unb Königreichen im Innern der Monarchie und dies mittelst ber Verlängerung der Rudolfbahn bis nach Triest, in möglichst kurzer Zeit beschlossen, gebaut und eröffne! werde; 2. daß zu diesem Ende der projezierten Linie Triest-Lack der Vorzug gegeben werde, weil dieselbe wegen der Kürze, des leichten und prompten Baues und der geringem Koten für den Staat und für Triest vorteilhafter ist und überdies die nachträgliche Abzweigung von Lack nach Launsdocf oder Klagenfurt je nach den Verträgen und den Bedürfnissen der mitinteressierten Prooinzen ermöglicht; 3. daß diese Resolution durch Fürsorge des Eomitös zur Kenntnis beider Häuser des hohen Reichscathes gebracht werde, auf daß dieselbe in Erwägung gezogen und demgemäß angenommen werde, und gleichzeitig sei eine authentische Abschrift dieser Resolution unb des Verbal-Prozesses dem löblichen Arbeiterverein zu übergebe«, welcher Verwahrer dieser Urkunde bleibt." — (Warum der heutige Winter so kalt i fl.) Die außerordentliche Strenge des heurigen Winters wird der in diesem Jahre eingetretenen periodischen starken Anballung von Sonnenflecken zugeschrieben. Da der Winter eigentlich dadurch herbeigeführt wirb, baß die Wärme-Ausstrahlung der einen Erbhälste in ben langen Nächten eine größere ist, als die Wärme-Aussaugung während der kurzen Tage, die die Sonne überdies nur mit fchrägfallen-den, weniger wärmeeutwickelnden Strahlen befcheint, so wird dieses Misverhältnis durch eine partielle Verdunklung der erwärmenden Sonne uoch gesteigert. Diese kosmischen Ursachen des strengen Winters gestatten jedoch keinen Schluß aus die Temperatur des nächsten Sommers. Wohl aber die tellurischen Ursachen. Die Wintertemperatur wird noch tiefer gemacht durch das Uebetwicgen der arktischen Luftströmung. Bei der ständigen Circulalion der Luft, dem Zuströmen der erwärmten äquatorialen zu den Polen und dem Abstößen der erkalteten zum A.'qiator, wird der Winter dort strenger, wo di: Polarströmung der Luft zieht, dort milder, wo die Aequatorialströinung fließt. Die ersiere herrscht jetzt bei uns vor; cs bläst aus Nord-, Nordost- und Ost. DaS sind Winde, welche die arktische Kälte südwärts tragen und darum kalte Winter dringen. Aber sie sind auch gesättigt mit den feuchten Niedetschlägen der Polatzone, darum haben sie starken Schneesall im Gefolge nnd lagern in unserem Boden, in unserer Atmosphäre so viel Feuchtigkeit ab, daß gewöhnlich auch noch füc den Sommer genug bleibt. Durch solche Luftströmung hetvorgerusene kalte Winter haben in der Regel feuchte Sommer im Gefolge. — Nun prophezeie sich daS kommende Sommerwettet jeder selbst. — (Die vierte Wagenklasse auf den österreichisch.ungarischen Bahnen.) Da aus den bisher bezüglich der aus mehreren österreichisch - ungarischen Bahnen bestehenden vierten Pcrsonenklaffe erlangten Erfahrungen ber Nutzen derselben sowohl für die betreffenden Bahnen als für das Publicum sich unzweifelhaft hetausgestellc hat, so wurde von dem Ministerium der Beschluß gefaßt, jamint-liehe Bahnverwaltungen, bei denen die vierte Wagenklaffe noch nicht besteht, auszusordetn, letztere binnen einer Frist von drei Jahren einzusühren. — (Zur Nachahmung.) Zur Erhaltung unserer Wälder dürsien Forjtgesetz und Fotstinspectoren zusammen-genommen kaum jo viel beitragen als ein zweckmäßiger Unterricht, wodurch schon in der Jugend Liebe und Verständnis für den Wald und Lust zur Waldkultur geweckt werden. In dieser Richtung harrt unserer Landschulen noch eine große und segensreiche Ausgabe. Dem Bezirksschulrath Siezen, Rottenmann und St. Gallen in Steiermark gebührt das Verdienst, eine derartige praktische Volkserziehung schon im vorigen Jahre dadurch angestrebt zu haben, daß derselbe sich an den alp. und forstwirthfchastlicheii Verein wendete und 21 Schulen mit Samen der anbauwürdigsten Holz orten betheilte. Dieses Vorgehen verdient nicht nur alle Anerkennung, sondern auch Nachahmung in weitern Kreisen. — (Außer Huts gesetzte Münzen.) Das Finanzministerium hat angevrdnel, daß bie im Erlasse vom 21. Oktober 1862 angeführten Kronenthaler der deutschen Staaten, weicht im deutschen Reiche bereits außer Lucs gesetzt wurden, bei Zollzahlungen nicht angenommen werbe« Dürfen. Zugleich würbe erinnert, baß von 1860, gerne ,'e Bo» 1860, Füllst. Prämiensch. ». 1864 Qrundent.-Obl. Eiebenbür,. Ungarn Actien. Anal»-Bank......... Kreditanstalt....... Depositenbank.... E«compte|I3«'75 220 : 2*0-16 127 - : 128*— 810*- «15*— {S 2ri 58*50 62 .Mi 68 — 9€2- «68-- 101>o 10V6U 38-25 32*50 88'-! 88-50 UH'- 128 J» 230*50 231. 182*50, ISS* 168*50! 163* 292-— |29S-50 133--! 133-25 Pfandbriefe. Allg. oft. Bod.-Credit. dto. in 33 3....... Nation, ö. SB....... Unfl. Bod.-Creditallst. Prioritäts-Obl. granz-JosefS-Bah« . >est.-Nordwestbahn. Siebenbürger . . . . Staat«b»hn.......... Eüdb.Gcs.,u500Fr. dto. Bon» Lose. Tredit - Lose....... Rudolf« - Lose . . . . Wechs. (3Mon.) Äug«b.l00fl.südd.W ~tanlf.l00fl. „ „ amburg............ ondon 10 Pfd. Eterl. Pari« 100 Franc» . . Münzen. Äaif. Münz-Ducaten 20-FrancSstück . . . . reuß. Kassenscheine. Silber . . Seid Ware 66 5(i! 87-75 87* | 87*50 »5-;ö| 95-85 80*751 87.15 S6 75 95U0 78-- 97.— 90.10 78*85 143— 143*63 109 - ,109*25 22«*- — 1167 - ]187'50 i IS'751 14*85 92-40! y» C' 54.151 54.25 54-201 54*85 111-40 111-65 44*20! 4415 5-26-I5-27-8*90— 8-91-1-63" 1«4-105-70 105.80 Telegraphischer (Kursbericht m m am 24. Februar Papier-Rente 70 00 — Silber-Rente 75-80 — 1860er Staats-Anlehen 111*60 — Bankaktien 963.— Credit 219-50 — London 11186 — «Uder 10560 — Ä-i! bucotcn—Krams Stücke 8 69. — 1001 mark —'—. Herrn Franz Dqberlet Laibach. Euer Wvhlgeboren! Ich fühle mich verpflichtet, Ihnen sür die freundlw Unterstützung, mit welcher Sie anläßlich deS Begräbnisse! meines «heuern Gatten mir und meiner Familie 6ti|tait6et hiemit meinen besten, aufrichtigen Dank abzustattm. Achtungsvollst (129) Iosefiue Lerpiy. Echter syrmier und slavomscher Slivvvitz bei JL. L. Hirsch A Comp. Siseek, je nach Qualität von fl. 22 per Eimer aufwärts fran» Gebinde ab fisseker Bahn erhältlich Auf Verlangen toi* Muster gesendet. (105) 10—6 m CREDIT-VEREIN kr aiill scheu der & parkassc Dirrclion der krainischrn Sparkasse. in Lalbacb. Nachdem die Statuten des Creditvereines der krainischrn Sparkasse in Laibach von der hiesigen hohen k. k. Landesregierung am 28. September v. I., Z. 7571, über Ermächtigung des hohen k. k. Ministeriums des Innern vom 31. März 1874, Z. 3722, und 22. Juli 1874, Z. 9178, genehmiget wurden, werden jene in der Hauptstadt Laibach und am flachen Lande des Äronlandes Kram domicilierenden Personen oder Firmen, welche als Credittheilnehmer dem Vereine beitreten wollen, hiemit eingeladen, ihre diesbezügliche Erklärung abzugeben. Bemerkt wird, daß Credittheilnehmer des Vereines nur jene Personen sein können, welche in Krain domi« ciliercn, oder jene Firmen, die in Krain ihre Geschäfte selbständig betreiben und mit Rücksicht auf die Ehrenhaftigkeit ihres Charakters, ihrer Erwerbsfähigkeil und Solvenz zur Aufnahme in den Creditverein geeignet erkannt werden. Jeder Creditwerber, welcher in den Creditverein ausgenommen wird, ist verpflichtet, 10 Perzent des ihm eröffneten Credites binnen Monatsfrist zum Sicherheitssonde des Vereines und */4 Perzent für dessen Reservefond im Baren zu erlegen, diesfällige Beträge werden zu statutenmäßigen Geschäften verwendet und den Creditheilneh-metn jährlich nach dem jeweilig für die Sparkasse-Interessenten bestehenden Zinsfüße verzinset. Die Wechsel, welche mindestens aus 20 fl. zu lauten haben, dürfen vom Tage der Einreichung in der Regel nicht über vier Monate, keinesfalls aber über 6 Monate laufen. Der niedrigste Gefauimtcredit, welcher einem Theilnehmer gewährt werden kann, wird mit 100 fi. fest- gesetzt, der höchste darf die Summe von 15,000 fl. nicht übersteigen. Alle weiteren Bedingungen enthalten die Statuten, welche sammt den Gesuchsblanketten in der Sparkasse- kanzlei zur Verkeilung aufliegen, und werden auf Wunsch gegen Berichtigung der Portogebühr auch mittelst Post zugesendet. Laibach, am 20. Februar 1875. (124) 3—2 a smmmmmmrnms Druck von Jg. ». Kle inmoyr & Fed. Bamberg. Verleger Ottomor Bamberg. tzkr dir Vitdaction wiautwullich: Franz Spitaler.