Lllibllcher Zeitung. Nr. 24. Prällumerationspieis: Im Comptoir ganzj. st. II, hnü>j, N. 5.5«. Für dic Zustellung ius Ha»i> palbj. 50 li, 1»ilt der Post ganzi. ss. I5, ball'j. fl. 7.5«, Molltilg, -iij. Iällller Insertionsgebühi bis w Zeilen: imal oolt.. «m. «0 lr., 3in. I sl.z sonst pr. Zeile lm. «lr., xm.«fr., »m. 10 lr. u. s. w. Inftrtionsstcmpel jcdcsm. ua fr. l87». Mit 1. Februar beginnt ein neues Abonnement auf die „Laibacher Zeitung." Der Präuumerations - Prc i s beträgt für die Zeit vom 1. Februar biö Ende März 1871: Im Comptoir offen.......1 fl. 84 kr. Im Comptoir unter Convert .... 2 „ — „ 3ür Laibach ins Haus zugestellt . . . 2 „ — „ Mit Post unter Schleifen.....2 .. 50 „ Amtlicher Tbeil. 3e. t. und t> Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 9. Jänner d. I. den vrofrssor der Theologie an der theologischen Diöcesan-^hranstalt in Tal now Joseph Martusievicz zum ^lemial^Domherru am Tarnower Domcapitcl allcrgnä-^'gst zu ernennen geruht. Strcmayr m. ^). Der Ackerbauministcr hat den Christian kippelt, l^rstl. hohenzollcrn'schen Forslverwaltcr zu Eisenstein in Böhmen, zum Forstinspeclor bei der l, f. ^andesrcgie' '"na. >n Salzburg ernannt. Erlast des Finanzministeriums vom 27. Jänner «57» 'n Betreff der Aufhebung des Verbotes der Ausfuhr von Pferden. In Folge Ministerrathsbeschlusses und im Einvernehmen mit dem königl. ungarischen Ministerium wird ^ls mit dem Erlasse des Finanzministeriums vom INcn Juli 1870 (R. G. Bl. Nr. 90) erlassene Verbot der Ausfuhr von Pferden aufgehoben. Diese Bcstimumng hat mit dem Tage in Wirksamkeit zu tretet,, an welchem dieselbe den Zollämtern bekannt wird. Potocki m. i). HolMthan in. p. Am 2« Immer 1871 wurdc in der l. l. Hof- und 3taals-^ruclnci dns II!, Stück dc« Reichsgrsehblattcs ausgrgcben und verendet. Dasselbe enthält unter "', 7 den Erlaß de« Finlln;min!s!crin!Uö vom 27. Jänner 1871 in Velrcff der Aufhebung des Verbotes dcr Ausfuhr uun Pferden. (Wr. Ztg. Nr. 28 oom 28. Jänner.) Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 29. Jänner. Graf Andrassy hat am 26. im Abgeordnetenhause es ungarischen Reichstags die vom General Stratimiro- i"s gestellte Interpellation über die Stellung der Pcster ^cglerung zn der Politik, welche das Auswärtige Amt eutschland gegenüber eingeschlagen, sehr eingehend bc-^'wortet. Aus den Erklärungen des Minister - Präsi- '. ", die von dem Hause mit rückhaltlosem Beifall lgenommcn wurden, und welche wi> an anderer Stelle Ergehen, gcht hervor, daß die Antwort dcs Grafen do,, °"s ^^ Versaillcr Depesche des Grafen Bismarck h . December, und die durch diesen Schriften-^^>kl sich vollziehende Annäherung an das ncligestaltctc Mchland unter rückhaltloser Zustimmung des uuaa-"'chcn Ätinisterinms erfolgte. des in ^^^" Amtsblatt veröffentlicht die Enthebung Nii >s"^" ^cvin Rauch und die Ernennung des ""Mcrs Bcdelovic' zum Banns von Eroalien. yea?« ' '^Pcuer'schc Zeitung" spricht sich entschieden ^rml ' Intervention der Mächte zu Gunsten ^w° "^chs aus. Sie sagt: Europa hat nicht da« land s ^^""' ^lanllcichs lchtcu Angriff auf Deutsch-^o, als er unternommen wurde, zu hindern oder auch Wie s"s '^endciuer feierlichen Form zu verurlheileu. rickt? ^ ^^ ^"^" tommcn, einen Arcopag anfzu^ "eu um den schuldigen Theil der gelinden Strafe l' a "lßeu? Denn das ist der Sim, aller Vermitt h '^/unegungen. Um dm Schuldigen zu b.strafen. werde <. ^""l'äische Nrcopag nicht ^ Zugesetzt zu Eine Verordnung des deutschen Kaisers ordnet die Rcichstagswahleu fli,- den A. März an und setzt die Berufung des Reichstags auf den 9. März fest. Aus Berlin wird unterm 24. d. geschrieben: „Es ist heute eine als Manuscript gedruckte Publics tion vom auswärtige!, v'Imte an die Gcsaudlschasleu im Auslande versendet wo den, enthaltend: „Protokolle, Berichlc zc. über Vcl letzn'> ge» der Gcofer Eon--venliou im Augriffe auf deutsche Parlamentäre u. f. w, von Seiten der Franzose!'," claise> Eorrespondent nnlcrm 21. schreibt, fanden dort bereits vor dem vcrhäügnißvollcn. für das Schicksal der Pariser entscheidenden lchtcn Ausfalle ernste Wasseustillstauds Vcrhandluugcn statt. Auch die Partei der Vertheidigung bis zum Acußcrstcn, die bisher von keiner Vcen Betrachtung auf die Ereignisse des Jahres 185>5) in dcr „Grazer Zeitung/' wie folgt, nachgewiesen wird: „In Folge des Thronwechsels in Nußland und des Umslandes, daß Kaiser Alexander zum Frieden geneigt schien, trat in Wien eine FriedcnSconfcrcuz zusammen, deren Verhandlungen anfaugS gute» Fortgang nahmen. Allein gerade bezüglich dcr Frage, wie viel Kriegsschiffe Ruhland und die Pforte im Schwarzen Meere halten dürften, kam eine Einigung nicht zu Stande, und wurde die Eouferenz auf unbestimmte Zeit abgebrochen. Da-mals nnn wurde Oesterreich von den Wcstmächtc» gedrängt, gemeinsam mit ihnen gegen Rußland iu die kriegerische Action zn treten, uud das Organ dcr russischen Regierung dürfte wohl nicht verkenne», daß. wenn Oesterreich sich diesem Ausinnlu gefügt hätte, cine schr gefahrdrohende Couiunctur slir Rußland entstanden wäre. „Am 4. Iu»i 185)5 faud nochmals eine Confcrenz-sitzung statt, in welcher Oesterreich die Erklärung abgab, die Westmächtc möchten wegcn dcs relativ unerhevlichen Punktes iu Betreff dcr Zahl der Kriegsschiffe a„f dem! Schwarzen Meere dem FriedenSavschlusfe keine weiteren Schwierigkeiten in den Weg legen; man solle diese» Punkt einer Ucbereinkuuft zwischen Rußland und der Pforte überlassen. Da die Wcslmächte und die Türkei darauf bestanden, daß auch dieser Punkt von der Con-screuz erledigt werden müsse, so zog sich Oesterreich von l'e» Eomm'nalion zurück und löste die in Gallzien aufgestellte Bcobachlungsarmee auf. — Es kann wohl nicht geleugnet werden, daß dies ein eminent friedliches, in Anbetracht Rußlands sehr sreunduachbarlichcs Vor« gehen war. „Ocstcr,eich halle nur darauf gesehen, daß die Donaufürstcnlhümcr nicht von Rußlaud definitiv besetzt dlciben und daß die Armee des Czars nicht über den Balkan bis Eonstautinopcl vordringe. Später verhielt es sich entschieden vermittelnd, seine Beziehungen zu Rußland waren frei von jedem Geiste systematischer Feindseligkeit, und wenn es im Jahre 185N mit den bekannten Friedensbcdingungcn hervortrat. welche von Rußland angenommen wurden, so geschah dies nur in« Interesse dcr Wiederherstellung dcs allgemeinen Friedens, und weil das k. k, Eabinct die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß jene Bedingungen nichts enthielten, waS mit der Würde Rußlands unverträglich wäre. Ja eS ist eine dcr Geschichte angehörende Thatsache, daß Oester-icich vor der Stellung seiner Anträge auf die größtmögliche Milderung der von dcn Kriegführenden in Aus-ficht genommenen drückeudcn Bedingungen hinwirkte. „Wenn das „Journal de St. Pelcrsbourg" dlcfe Thatsachen in Erwägung .ziehen will, so dürfte es sich wohl zu einer fleundlichercu Anschauung bequemen und dcr Meinung definitiv cntfagen, daß Oesterreich während des Krim-Krieges Rußland beschädigen oder auch nur empfindlich wehthun wollte." Ungarisches Unterhaus. Pest, 2tt. Jänner. In dcr heutigen Sitzung wurdc das Budget dcs MinisterpräsidinmS, des croati--schen Ministeriums, dcs Ministeriums um die Person Sr. Majestät und drei Titel des Ministeriums des In-nern ohne Abstrich votirt. Der Ministerpräsident Graf Julius Andrassy w antwortet die Interpellation dcs Abgeordneten Stratimi° rovics: Geehrtes Haus: Der Herr Abgeordnete Georg Stratimirovics hat mit Bezug auf den Depcschenwechsel, welcher in Angelegenheit der Neugestaltung des deutschen Bundes zwischen Preußen und dem gemeinsamen Ministerium des Aeußern iüngst statt hatte, drei Fragen au mich gerichtet. Mit Erlaubniß dcs geehrten Hauses werde ich alle drei Fragen dcr Reihe nach beantworten. (Hört! hört!) Die erste Frage, welche der geehrte Herr Abgeordnete an mich gerichtet, ist die, ob die Antwort auf die Depesche, welche die Neugestaltung Deutschlands notifi-cirt, mit Zustimmung der ungarische» Regierung abgesandt wurde und was deren thatsächliche Tragweite ist? Darauf habe ich die Ehre zu antworten, daß diefe Note allcrdiugs mit vollständiger Zustimmung und Be« »Heiligung der uugarischcn Regierung zu Stande gelom» men ist. Was die Tragweite dieser Note. oder wenn Sie wollen, dieses politischen Schrittes betrifft, so kann dieselbe meiner Ansicht nach auS dcr Note selbst vollständig beurtheilt werden; wenn indeß der Herr Abgeordnete sie von mir dargestellt hören will, so werde ich die Tragweite der Note iu einigen Worten zusammenziehen. — Diese Note enthält die vollständige rückhalts-lose Ancrlennnng des neugcbildeten deutschen Bundes, wie uns derselbe notificirt wurde, und die Wiederherstellung deS frcuudnachbarlichen Verhältnisses mit diesem in solcher Weise neugebildeten deutschen Bunde; weder mehr noch weniger. (Allgemeiner Beifall.) Nachdem die Abfassung der zweiten Frage ein wenig verworren ist, so will ich dicfelbe dem Wortlaute nach verlesen. Sie lautet: „Beabsichtigt die ungarische Regierung rechtzeitig dcn Gefahren, welche ein solches die »atürlichc Kräftigung dcS Germanismus beförderndes Büuduiß für Uugaru und fciuc Völker in sich birgt, durch Vereitlung dcs Bündnisses zu begegnen?" Aus diese Frage ist mcinc Antwort folgende: Ich kann weder in der uns Mitificirten Neugestaltung Deutschlands, noch in dem Umstände, daß dieses so hergestellte verbündete Dcutschlaud mit uns cin gutnachbarliches Verhältniß aufrechterhalten will; noch auch darin, daß Oesterreich und Uugarn auch ihrerseits auf die Erhaltung dieses gutnachbarlichell Verhältnisses ein natürliches Gewicht !lcge>', eine Gcrmanisationsgefahr schen, die, sei es Un- 1(54 gärn, sei es die Nachbarvölker, bedrohen würde. (Allge-meiner Beifall.) Ja ich sehe vielmehr darin ein naturgemäßes Bestreben, von dem man nur dann abweichen tan» und darf, wenn die Befolgung dieses Weges sich als un« möglich erweisen sollte. (Beifall.) Dieses ab.r wird meiner Ansicht nach mindestens aus der fraglichen Note niemand folgern. Demzufolge muß ich auf die zweite Frage des Herrn Abgeordneten antworten, daß die ungarische Regierung durchaus nicht den Beruf in sich fühlen lann, in Befolgung des vom geehrten Herrn Abgeordnelen ertheilten Rathes die Consolidation der inneren Verhältnisse des deutschen Bundes, oder die Erhaltung der freundnachbarlichcn Beziehungen in irg?:,!' einer Weise zu verhindern. (Allgemeiner Beifall.) Die dritte Frage des Herrn Abgeordneten lautet: Beabsichtigt schließlich die ungarische Regie ung in dem Falle, als das fragliche Bündniß unvermeidlich wäre, dahin zu Wirten, daß hieraus fü>' den Freiheilskampf deö französischen Volles keinerlei Nachtheil erwachse und unsererseits auf den Ausgang des Kampfes znin Vortheile Preußen? keinerlei illoyale Pnssion gefühlt werde? Darauf viu ich so frei zn erwidern, daß Ungarn nnd Oesterreich mit Bedauern den Ansbruch deS KlicgcS zwischen den beiden großen Nationen gesehen hat, welche kerben sind, die Hanplfactoren des friedlichen Forl' schrllteS Europa's zu sein. Die Regierung hat Villen gethan, was sie zur Verhinderung dieses Krieg.'S lhuu sonnte, und als sich ihre Bestrebungen crf^los erwiesen, so nahm sie sofort den Standpunkt entschiedener Neutralität ein. Ich gebe zu, daß hicdurch der Kreis ihrer Thätigtcit hinsichtlich der fraglichen Ereignisse einigermaßen beschränkt wurde, insofern sie sich der Möglichkeit dessen beraubte, was die Befolgung der sogenannten „Politit der freien Hand' allerdings gesellet hätte, die Neutralität aber nicht erlaubt, nämlich auf den einen oder anderen kriegführenden Theil eine Pression ;n üben und dadurch das Endc d.-ö langen nnd blutigen Krieges zn beschleunigen. Allein ebcn diese Politik der Neutralität, welche von beiden Kriegführenden in gleichem Maße anerkannt wurde und welche den Interessen der Monarchie am besten entspricht und entsprach, bewahrt das Reich dar>or, daß irgend eine kriegführende Partei mit der Forderung gegen uns auftrete, daß wir irgend eine, am wenigste» aber, daß wir eine illoyale Pression auf den anderen Theil üben, Die Neutralität selost also dielet die vollständige Garantie dasiir, daß eine solche Forderung von Seite des deutschen Bundes uns gegenüber nicht wird crhoucn werden, wie sie denn auch nicht erhoben wurde. Dies ist cö, was ich auf die Interpellation des geehrten Herrn Abgeordnelen anlwoiten wollte. (Lebhafter allgemeiner Beifall.) Km'glzchllinik. Die wichtigste Nachricht ist die Anknüpfung von CapitulatiouSverhandlungc» zwischen Graf Bismaick und Illlts Favrc. Wir haben die Capitulalionsbcdingungcn, welche Graf Bismarck aufstellte und welchc die Franzosen „allzu hart" fanden, gestern mitgetheilt. A!!>,i dings sind die Verhandlungen augenblicklich geschcilerl, allein die Neigung zur Capitulation ist constatirt und InleS Faore hat sich im deutschen Hauplqnartier die ^ilaul" uiß erbeten, seine Collcgen Picard und Dorian »umzubringen, um sich in dringenden Fallen mit ihnen berathen zu können. Die Regierung scheint also zur Einsitl von ocr Nutzlosigkeit ferneren Widerstandes gclangl ;» sein, allein sie hat nicht die Macht, dieser Einsicht, gcgeniibcr der extremen Partei, welche durch Rochefort auch in der Rcgicruug rcpräsentirt ist, Geltnng zu verschaffe. Alle Anzeichen stimmen darin übercin, tos; ma» nicht nur den baldigen Fall von Paris, sondern den damit eingeleiteten endlichen Abschluß des Krieges überhaupt erwartet. Auch darf die Aussicht hierauf gegen^ würtig als begründet angesehen werden. Fi'ir Paris erscheint mit der Zurückweisung dcS letzten g>us;cn A^> falls und der durch die diesseitigen Batterien bewullen Umfassung von St. Denis, der Hauptausfallspiorte der französischen Hanplstadt, die Möglichkeit eine- irgend wirksamen Offensive ausgeschlossen; die lrtzlcn großen Kämpfe vei Lc Maus. Belfort und St. Qucnliü haben anderseits aber die Unfähigkeit der neuen französischen Massenaufgebote, sich im Felde zu lichanpten, zu überzeugend nachgewiesen, als daß für Frankreich anch in den höchstgestcigerten Anstrengungen dieser Art noch ein Umschlag des bisherigen Kriegsocrlanfs zu erwarten wäre. An Paris wird, wie verlautet, erst mit der Besitznahme eines oder einiger Forts eine directe Aufforderung zur Ucbcrgabc ^richtet werden. Der thcilweisen Ueberführung der bisher in den rheinischen Festungen internirten französischen Gefangenen nach den preußischen Ost' und Nordprovizen wird neuerdings die Absicht unterbreitet, damit für die Unterbringung neuer großer Gefangenentransporte Raum zu schaffen. Es sollen dem Vernehmen nach in Deutschland noch die UntertunflS-räume für 100.000 Gefangene sichergestellt werden. Da in Paris jedoch nach der diesseitigen Schätzung mindestens 100.000 bis 180,000 Mann Linicutruppen und Mobilgarden eingeschlossen sind, werden zur Unterbringung dieser Massen anßer Metz und Chalons voraussichtlich auch noch die anderen hiczu geeigneten eroberten französischen Festungen mit herangezogen werden müssen. In Chalons sollen die Vorbereitungen dazu seit lange in der Ausführung begriffen fein, während Metz bereits gegenwärtig als Intcrnirungspunlt benutzt wird. Ueber die Vorgänge bei Absetzung des Generals Trochu in Paris bringen Ballonbriefe vom 20. und 21. Jänner Details, welchen wir entnehmen, daß es zunächst der Mißerfolg des Ausfalls vom 19ten war, der die Sache zur Reife brachte. General Trochu scheint den Machthabern von Paris für die Offensive nicht talentirt genug. Man hält den Rückzug nach dem Kampf vom 19. d. nicht für gerechtfertigt und glaubt, daß der Kampf hätte fortgeführt und gewonnen werden können. General Trochu gab gleich am Abend des 19. d. seine Entlassung. Der Ministcrrath nahm sie am 2l. d. Nachmittag an, insoweit sie sich auf feine Leitung der militärischen Operationen bezieht. Dagegen bleibt er Gouverneur vm, Paris. Als Nachfolger in ersterer Fnnction nannte man die Admiräle Saißet und La Ronciüre. Letzterer machle sich anheischig. Paris mit 50.000 von ihm gewählten Männern zu dcblokiren. Als Kriegsminister wird an Stelle des Generals Le Flü Herr Dorian genannt. Der bisherige Minister der öffentlichen Arbeiten hat nicht nur die gauze neue Artillerie organisirt, sondern er hat auch in den Erfolg Vertrauen. Mau erzählt von ihm die Aeußerung, man branche an dem Heile Frankreichs nicht zn verzweifeln, auch wenn die Preußen auf der 1^1^ äu l:l Ooncoräo ständen. Inzwischen herrscht in Paris die grüßte Ruhe und Zuversicht, soweit die bezogenen Ballonbriefe. Hinsichtlich der A r m atur der Ostforts vo n Paris, gibt der Correspondent der „Daily News" im sächsischen Haufttquarlicr »ach den Aufzeichnungen der mit den Observations beauflragten Officicrc folgende Mittheilungen: In Fort Roöny steht eine Batterie von 24-Pfündern und Fort Noissy ist in derselben Weise bewehrt. In der Redoule de la Boissiere befindet sich eine Balteiie von 48-Pfündern, die je 6 Schritte von cin^ ander stehen, daran schließt sich nach Norden eine Verlängerung, welche eine Batterie von neuen langen Sieben-psündcrn aufgepflanzt hat. Die Tragweite derselben beträgt 7000 Schritt. Dc>S Fort La Brichc hat im Ganzen 40 Geschütze, allein nur 12 davon sind von schwerem Kaliber nnd bedeutender Tragweite. Die Garnison schien in diesem letzteren Fort sich in den letzten Tagen vor dem 21. >n>f das Bombardement voizubereitcn, denn sie war eifrig beschäftigt, die Erdaufwürfc über den Ea sematten zu stärken und die Schießscharten zu verengen. Ueber die Wirlungen des Bombardements von Paris vernimmt man noch folgende Einzcln-heiten: Am 19, Jänner, ulS der Professor Lcvassenr seine Vorlesung in dem College de France abhielt, fiel cu,e Bombe auf die Treppe, die zu seinem Katheder sührle. Der Professor bricht ab, und nachdem er sich vergewissert, daß die Bombensplitter niemanden verwnndcl, sagte er, ohne im mindesten seine Ruhe verloren zu ha> ben, zu seinen Zuhörern: „Wenn es Ihnen nicht unbequem ist, so werde ich die Vorlesung fortsetzen." Am 18ten Jänner fielen mehrere Bomben auf das Ackerbau- und Ha»' dclsministcrinm, ohne jedoch besonderen Schaden ;n thun. Die Preußen schießen auch viel nach dein Haupt-Telegraphenamt, wo sich bekanntlich die Brieflauben befinden. Besonders stark gelitten haben die Viertel Italic, Iar-din des Planlcs und Pantheon. Viele Häuser wurden beschädigt, nnd die Bewohner ziehen massenhaft fort. Auf den Orleanser Eisenbahnhof sielen auch viele Bomben. Am 17. fiel eine Bombe in die Ställe der Fiaker-Gesellschaft. Es befanden sich dort keine Pferde der Gesellschaft mehr, aber solche, welche der Stadt angehören. Acht wurden gclödlet und fünf verwundet, ^ehr barmherzig benahm sich eine Bomlie, welche in ein Haus der Nue de Conde fiel. Sie schlug in das Dach ein und gelangte bis in den dritten stock, wo sie am Kamin auf einem gut gepolsterten Sessel, der sich dem Bewohner des betreffenden Appartements gegenüber befand, Platz nahm, ohne zu zerspringen. Weiter als bis anf die Quais der Isle St. Louis waren die Bomben bis zum 20. nicht gefallen. Ueber die A vs ch l ag u ng der A n grif fe Bour-bati's auf der ganzen Linie bei Gel fort in den Tagen dom 14. bis 18. Jänner wird der „Schlesischen Ztg." vom Oberrhein, 19. Jänner gcfchrieben, daß die Franzosen immer neue Truppen zum Angriffe vorführten, wahrend die deutschen Soldaten einer dem andern zuriefen: „Durch dürfen sie nicht, nicht um die Welt." Und sie (die Franzosen) brachen nicht durch. General v. Fransecly soll mit einem Theil seines Nr-meccorps am l7. d. in Epinal eingetroffen sein und Theile dcs Zastrow'schen Corps sollen in Antun stehen. Somit stünden deutsche Trnppcn im Rücken Gourvatl's und es dürfte dessen Hauptaufgabe geworden fein, sich, wenn möglich, den Rückzug zu sichern. General v Werder hat folgenden Armeebefehl erlassen, den die ..Franks. Presse" mittheilt: „Das 14te Armeecorps und die um Vclfort vereinigten Truppen ha» ben durch ihre außerordentlichen Leistungen in Ertragung von Strapazen größter nur denkbarster Art, sowie durch ihre glänzende Tapferkeit dem Valcrlande einen Dienst geleistet den die Geschichte gewiß zu den denkwürdigsten Ereignissen des ruhmreichen Fcldzugcs zählen wird. Es ist unS gclnngen, den sehr überlegenen Feind, der Bel-ort entsetzen und in Deutschland einfallen woll^c, aufzu^ «halten und sodann siegreich abzuweisen. Mögen dle Truppen, auf deren Leistungen die Augen Deutschland« gerichtet waren, zuvörderst in diesem Erfolg einen Lohn für ihre Mühe erblicken. Der Dank Sr. Majestät wurde mir bereits allergnädigst übermittelt. Meine aufrichtigsten Glückwünsche für diese ruhmreichen Tage vom 14.—18. Jänner füge ich hinzu. gez. o. Werder. Zu denjenigen ehrenhaften Männern, welche Widerspruch gegen den Dictator Gambctta zu erheben wagen, gehört der Abgeordnete der Hante-Loü c, Ouyot Monl-payroux. Mitglied der Linken. Seine Absicht geht dahin, die Regierung der nationalen Vertheidigung wcaen unberechtigten und si'mdflulhüchen Gebahrens mit den Tlaalsgeldcrn v?r den obersten Gerichtshof zu ziehen. Guyot setzt sich nicht weniger als der Verurtheilung znm Tode durch die rothcu Clubbs auö. Ueber die Sprengung der Eisenbahn-brücke bei Toul über die Mosel durch FranctireurS wird der «Allg. Ztg," aus Nancy, 23. Jänner, ge- ! schrieben: Gestern Mittags traf die sehr nnangenchmc Nach« richt hier ein, daß ein französisches Streifcorps von 400 Mann. welches wahrscheinlich zu der Besatzung der Festung Langrcs gchört. unsern dosten von 50 Mann, der in dem Dorf Fontcnay unweit Tmil die Eiscnbahn-brücke über die Mosel bewacht, in der Morgendämmerung überfallen, thcilwcisc getödtcl, allseinandcr gesprengt nnd gefangen genommen habe, und dann vermittelst Petarden einen Pfeiler der Brücke in die Luft sprengte. Bevor hinreichende Truppen von Nancy aus zur Verfolgung des Feindes abgesandt werden konnten, war die« scr schon längst wieder verschwunden. Das ganze Dorf Fontcnay ist unsererseits als warnendes Beispiel bis auf das letzte HauS niedergebrannt worden. Ungefähr 8 Tage wird es dauern, bevor die gesprengte Brücke wieder so weit hergestellt sein wird, um von Cisenbahnzügen benutzt zu werden. Der Verkehr auf der wichtigen Nancy-Pariser-Linie erleidet so lange zwar keine Unterbrechung, doch eine Verzögerung, da alle Peisonen und Sach>n jetzt 2/2 Meile auf Landwegen gefahren werden müsse,', um jeuscitS der Mosel wieder iu einen andern Eiscn-bahnzug überladen zu werden, was besonders bei Lc-bensmilteln und Munition stets viele Schwierigkeiten macht. Von Deutschland ist jetzt auch die Metz- Thion-ville-M^ziöres-lHisenbahnlinie bis dicht vor Paris cvosf' net worden. Aus Toul, 20. Jänner wird der „Allg. Z." gc< schrieben: Es kommen aus den letzten Kämpfen vom 6. bis 12. Jänner bei Vcndome und Lc Mans, bei denen die Armeen des Prinzen Friedrich Karl nnd des Gruß' Herzogs von Mecklenburg de, Chanzy'schen Armee über 22.000 unucrwundctc Gefai^, l-.c nunnhmc,,. freilich auch 173 tadle nnd verwundete Officieic und 3100 todte und verwundete Soldaten vcüorcn, jetzt wieder endlos lange Züge mit französischen Gefangenen hier durch. Auch bei Äapaume hat die Nordarmee des Generals Faidherbc iu den Kämpfen vom 3. Jänner und neuer« dings am 18. Jänner an 12.000 nnverwnndete Gesan-» gene verloren, und da bei Peronne 3000 Gefangene ge-macht wurdm, so passircn allein in, Monate Jänner die Piris-Nanzig-Wcißenburgcr Bahn wieder cioigl 40.000 französische Gefangene, ganz abgesehen von den Tausenden, die in den sehr blutigen Kämpfen der Wer-der'schcn Armee gegen Bourbali, im Osten von Frankreich, gemacht wurden. Wir werde» mit diesem neuen Nachschub jetzt schon an 450.000 französische Gefangene in Deutschland haben, und jeder Tag steigert noch deren Zahl. Die meisten Gefangenen, wclchc ich sah mid sprach sahen verhungert nnd verkümmert aus, waren elend bekleidet, und zeigten nnr zn schr die Spuren der unendlichen Straftaten, die sie hatten ctdnldcn müsse", die Lcnte sagten sclust: sie seien froh, daß sie in die Gefangenschaft gekommen, denn sie hätten dicseS LcbcN znlctzt nicht mehr c,tragen können. Von den MobilcM'-dislen werfen Hunderte j.tzt scbon aus freien Sliiclcn die Gewehre wea, und ergeben sich freiwillig als Gesa"' gcne. Der Mcnschcnverbrauch in Frunlreich ist ein kolossaler, und das Land wird zulcyt ganz von Männern entvölkert, wenn das so fortgeht, Krüppel und Bcttlel ficht man freilich jetzt überall in d,sto größerer Zahl. Bei Bordeaux finden bedeutende TruppenconceN' trirungen statt. Die Reorganisation der Nordarmee wird c!fr>s betrieben. Gam betta ist nach Cherbourg geeilt, um das dortige Lager zu inspiciren und die 50.000 Mann gcgtll Göbcn zu führeu. In Havre ist und war man vom Maire abwärts orleanistisch. In Toulouse herrscht die rothe Far^' Dieselbe herrscht nur durch den Schrecken. In Me in in gen ist folgendes Telegramm des Herzogs über die Besetzung oon Alenxon veröffentlicht worden: „Am 13. und 14. Jänner Avantgarde"' gefecht der 21. Division bei Ballon und Beaumont, wobei 83. Regiment feindliche Arricrgarde überfalle^ 1500 Gefangene gemacht und eine Menge Bagage «^ Lebcnsmittel erbeutet. Am 15. Avantgardengcfecht v" Alenxon. In der Nacht zum 16. Alen^on dnrch Fusels battaillon 94. Regiments und Caoalleriebrigade v°" Bredow befetzt, am 16. 22. und 17. Division in AlcN-^on eingerückt, Feind auf der Straße nach Ren"" verfolgt. 165 Nie aus Weimar gemeldet wurde, ist das 94te vtegimenl 'licht weiter auf Rennes marfchirt, sondern yat die Nichtnug auf Roucn eingeschlafn. Hienach 'chenit dasgesammteCo.ps dcs Grohherzogs von Meck' lenburg von dtr zweiten Armee getrennt wordcn zu sein um sich mit dem I. Alineecorps zur vollständigen Un-ttrwcrsnüg der Normanoie in Verbindung zu setzen, ^as l. Armeecorps halte bekanntlich in der neuesten Zeit Lisicux und mehrere andere Orte besetzt. Die Besatzung der Festung Bitsch hat in der ^iacht vom 19. auf den 20. Jänner einen Ausfall gemacht, bcr durch lebhaftes Arlilleriefeuer unterstützt, aber vom baillischen Oliservationsco?vs zurückgeschlagen wurde. Telegramme. Berlin. .'7. Iäuucr. (Osficicll.) Versailles, ^.Jänner. lie Armee Bourbali's zieht sich auf Bc-lan^on am linkcn Ufer des Doubs zurück und wird von einzelnen Coip? der Südarmce verfolgt. Der Verlust des stcindes bei seiner mißglückten Offensive gegen Werder wird mindestens 10.000 Mann geschätzt. Das Elend »utcr den zurückgebliebenen französischen ^ "rrwundeten und Kranken, welche ohne Hilfe und Vcr-^ pflegunq zurückgclasfcu wurden, ist nbcrans groß. ! Die übrigen Corps der von Manlcuffcl comman-, dlrtei! Südarmec haben die rückwärtigen Verbindungen' °er Voulbut^'sHcn Aiü^cc d.-rch Besetzung von St. Vit,! "uili^y und des Eiscnbahul'notens von Ntonchard uu-tcrbiochen. Vor Paris ist nichts Neues. Haag, 2<). Iäüncr. Colonel Engelvaart wurde an H<^e dcS Colonel Vooms. welcher ans Gesundheits-^ucksichten rcsignirlc, zum Kriegsminister ernannt. Verhandlung vor dcm Ncichsgmchtk. Wien, den 26. Jänner. Die principiell wichtige ''läge. welche gcfetzlichen Bestimmungen hinfort bezüglich ^er Schullostenleistung in den cisleithanischcn Königrci-^n und Bändern und inwieweit dieselben maßgebend seien, wurde durch cincn concrcten Fall, dcr der Ent-schcidnng des Reichsgerichtes nntclbrcitct wurde, angeregt Und harrt nun, da das Reichsgericht, darüber zu urtheiln, hente zusammentrat, seincr Lösnng. Das Reichsgericht ist zusammengesetzt, wie folgt: Präsident Ba-on v. ApfaUrcrü. Referent Freiherr v. Hye, ^chriftführc:- Dr. ssauziani, RcichSrichtcr penfionirter Hofrath zNcchl, pcusioniric,- Oberlandesgcrichts ' Vice-Präsident S'^yrcr. Advocal und Bürgermeister von Arünn Dr. v. Oll, Advocat Dr. Dollen,, Handclsgcrichts-Plä-Ndent Merll, Professor Dr. Hcyßlcr, Graf Hartig. Bür« germeister von Laibach Dr. Suppan, Hosralh Dr, Ungcr, professor Dr. Habictinet. Der concrete Fall, welcher dcr Entscheidung des Reichsgerichte« vorliegt, ist dcr, daß eine nach Wieliczta Ui Galizien zuständige Frauensperson wegen ganzlicher Mittellosigkeit von Trieft in ihre Heimat abgeschoben wurde. Den Ersatz dcr hieraus dem Landesausschusse von Trieft erwachsenen Kosten per 2 fl. 35 kr. begehrte derselbe auf Grund des Rcichsgcsetzes vom 12. Mai 1808. welches an die Stelle des früher üblichen Territorial» Principes das der Inständigkeit setzt, aus dem galizischen "andcsfonds. Der gallische Landcsauöschuß erhob hingegen Einsprache auf Grnnd der Bestimmungen dcS Patentes vom! 3> November 1786. welches dem Schnbwcfen in Gali-! i'en zu Grunde liege und das noch nicht aufgehoben sei, Weshalb das betreffende Gesetz vom Mai 1868 auf Ga lizicn nicht anwendbar sei. Mit der Darlegung dieser divcrqircndcn Ncchtsauf-sassmigcu war ein Fall gcgcvcn, über mclchcn zu enlschci>, ben dem Ncichsgcrichtc zuslcht. ^ Die Verhandlung begauu mit der Vcrlefnng des ilemlich umfangreichen Referates, in welchem die bctrcf-, senden Gcfetzcsauffassuugen nnd die hieraus abgeleiteten -Ansprüche der LandcSanöschnssc von Trieft uud Galizicn. ^ ^ ersteren auf Ersatzleistung aus dem galizischcn Lan-desfonds. des letzteren auf Abweisung dieses Begehrens, ^gehend begründet crfcheinen. > Dcr Vertreter des llägcrischen Theiles (Landcsaus-!Ml>ß von Trieft), Hof- und Gerichsaduocat Dr. Grnnd, ^ ^llhm sonach daS Wort, um zunächst darzuthun, daß die' ^'gcsuchtc Entscheidung eine bedcutuuasvolle Wichtigkeit >cho!i deshalb habe, wcil sie die Bestimmung hat, ein ^ ^>»cip zur Geltung zu bringen, welches in dem vom "eichsrathe znr Rcgclnng dcr Schubtostenersatzlcistunq ^ ^M'afftncn Gesctzc vom Mai 1868 offenbar für alle' un NeiäMathc vertretenen Königreiche nnd Länder maß' ^, siebend fein solle. ! Nach dem klaren Wortlaute dicscs Gesetzes stehe cs ^ ^>n Landcsansschussc von Tricst zn, den Ersatz dcr! hosten f^. ^^ Abschiebung der Katharina Slofttnczla. ! ^a dicfclbc nach Galizien zuständig fei. au dcu Kandis-!! >°l'd anzusprechen, da dieses Recht auhcr ans dcr allgc- ^ Mklncn Tcxlirung des betreffenden Gcschcs, inobcsoi'drre!! "us dem Inhalte dcS ß 2 dieses Gcsctzcs erhellt. Die ' Berufung des gegnerische» Theils auf die Vcstimmuu- , 3en des Patentes von 1786 sei nm so wcnigcr zulässig, ^ nls ältere Gcsctzc durch dcusllben Gegenstand bcrührrudc 1 "enerc aufgehoben we,den N!.^ cö eben aus dem Gchtze l ^>m N?ai'i868 hervorgehe daß dem Ncichöralbc bci l ^chnff.nig dicscs Ochtzcs die Durchführung cines allge- ( meinen Principes, desjenigen der Zuständigkeit vorge schwebt habe. Der Vertreter des LandesausschusscS von Galizien, der Reichsrathsabgeordnete Dr. Smolla. bestritt die Gil !tigleit jeues Gesetzes auch für Galizien und berief sich ! darauf, daß auf eine Anfrage des gulizifchen an den ! böhmischen Landesausfchuß dieser erklärte, daß er seine etwaigen Ansprüche aus gedachtem Anlasse au den galizischen Lanbesfond auf Grund des mehrerwähnteu Gesetzes insolange nicht geltend machen werde, bis darüber klarere Bestimmungen erfolgt sein würden. Daß insbesondere das Maigesctz auf daS galizische Schubwesen keine Anwendung zu finden habe, gehe schon daraus hervor, daß es keine Bestimmungen enthalte, wer den Landcsfono entschädigen würde. Aber auch die Durchführung diefcs Gesetzes wcrdc in Galizien auf unüberwindliche Hindernisse stoßen. Dr. Grund replicirt, daß bezüglich des Ersatzes an den Landcsfond der tz 3 dcö betreffenden Gcfctzes cs dem jeweiligen Lande anheimstelle, im Wege der Landesgesetz' gcbung sich au dic Gemeinden zu hallen. Nachdem in noch weiteren Erörterungen beide Rechts-! auwälte ihreu jeweiligen Etandpnntt zu wahren gcsucht, Erklärt der Präsident, daß dic Entscheidung des ReichS-!gcrichtes am Samstag (2«. d.) um l Uhr Mittags , wird publicirt werden. Hassesneuigkeiten. — (Der heurige Winter.) Aus Vöhmen, Mäh. ren und Schlesien werden neuerlich große Schneefälle gemeldet. Aber am ärgsten hauste in den letzten Tagen Gott Nivcus in Tirol und Vorarlberg, Am Brenner traten wiederholt Verkehrsstörungen ein. Aul Arlbcrgc gelang cs Menschenkräftcn mit großer Anstrengung, den „Eilwagen" sehr langsam hiuüber zu bringen, während die Straße durch die Finstcrml'mz wegen Schneeverwehungen und Lawinen ganz gesperrt war. Aus der berüchtigten Malserheide liegt der Schnee so hoch, daß er Alles uivel-lirt hat uud Über deuselbeu hiu ebener Weg ist. Ober. halb Kortsch war durch 9 Fuß hohe Berwchungen die Straße einen Tag gänzlich gesperrt. Aus den, Pusterlhale wird über großen Schneefall und Lawinen zwischen Juni-chen uud Au berichtet; iuSbesoudere ist aber die Straße nach Ampezzo durch immense Lawinenstürze am Dürrensec, bei Ospitalc und in großer Ausdehnung am südlichen AbHange ganz verschüttet und unprakticabel geworden. — (Netluug.) Ein Gömörcr Lomitatsbeamter rettete am 18. d. im Apatcr Walde eiue Frau, die von einem Wolf verfolgt wurde uud bereits verzweifelnd dem schrecklichen Augenblicke eutgegenscih, wo sie von dcr blutgierigen Bestie erreicht und zerfleischt werde» würde. In diesem Momente kam der im Walde jagende Beamte hinzu und mit einem wohlgcziellcn Schusse streckte er den Wolf nieder. Die dem Tode nahe Frau fand nicht Worte, um ihren Dank auszudrücken. — (Das Hochwasser) hat, wie aus Temesvar gemeldet wird, nunmehr auch in die Festung Eingang gefunden und die Keller überfluchet. In den Vorstädten war fortwährendes Steigen der Wässer, der Stadtpart war vollständig ungangbar geworden. — (Erd ab rutschung.) Am 23. d. fand aus der croatischen Bahnstrecke oberhalb Lichleuwalo eine nicht unbedeutende Erdabrulschung statt, wodurch der von Agram ^abgegangene Personenzug eine bedeutende Verspätung er-! litt. Zum Glück ergab sich dcim Zuge nicht der geringste ! Unfall. — (Die bisherige Selbständigkeit deS Postwefens) im Königreich Polen ist durch Mas des Kaifers von Rußland aufgehoben worden. Derselbe ordnet die Errichtung von vier Oberpostämlcrn an uud stellt diefc unter die Verwaltung des Postdeparlemeuls in Petersburg. Die neue Postorganifalion ist bereits mit dem griechischen Neujahr ins Leben getreteu. Locales. Auszuss aus dem Protokolle über die ordentliche Sitzung des k. k. Landesschulrathes für Kram in Laibach an, 12. Jänner 1871 unter dem Vorsitze des k. k. Lcmdespräsidculeli Sig-mund Conrad Freiherrn von Eybesfeld in An« wcfenheil von 9 Mitgliedern. Nach Eröffnung der Sitzung läßt der Vorsitzende durch den Schriftführer die feit der letzten Sitzung erledigten Geschäftsstücke an dcr Hand des Geschäftsprotokolls vortragen, und wird hierauf mit dcr Verleihung dcr vom Herrn Miuister für Cultus und Unterricht pro 1871 bewilligten 24 halben Staalsstipeudien flir Lehramlscandioatcn vorgegangen. In Be;ug auf den Miuisterialerlaß vom 22. Deceim ber 1870, Z. 10.447, womit dic Verordnungen vom 12teu i Juli 1809, Z. «299, und 15. November 1869, Z. 10.864, , betreffend die Bilduugsanstallen silr Lehrer und Lehrerinnen, , uud die Priifuugen' dcr Lehrer an Voltö- und Biirgcr- , schulen auf das Herzogthum Kram ausgedehnt wcroeu, l wird beschlossen: 1. Hievon dcu gesammlcn Volksschullchrer- j stand im Wege der k. k. Bczirt'Sschulrälhe und die Direction c der f. l. Lehrerbildungsanstalt in Kenntniß zu setzen; 2. bc- 5 Hufs der Vorberalhung für den Vorschlag der Mitglieder ( und den Director der Priifuugöcomunssiou iu Laibach ein z Eomitö niederzusetzen, in welches Comitu unter Einem die c. Herren Domprobst Dr. Pogaöar, Landesschulinfpector Dr. Iarz, Domherr E^vaschnigg uud Lehrer Praprotnit ge-. wählt werde», und 3 im Gegenstands der Errichtung einer Lehreriunenl'itouug^ustall iu Laiback vorerst noch sämmt-, liche Bezirksschulrats uu:cr Bestimmung eiuev turzm Frist l zur Erstattung der diesfälUgeu Berichte zu vernehmen. > Ueber den Bericht des f. f. Bezirksschulrates der - Stadt Laibach, betreffend den Religionsunterricht a» der - WiederholuugSschule zu St. Ialob' wird begossen, das - furstbischöflichc Ordinariat um die Verfüguug zu ersuchen, daß der so wichtige uud gesetzlich zu den Gegenständen deb ! sonntäglichen Wicdcrholungöuntcrrichleö zählende Religions- , unterricht au bcidcu städtische» Schule» ertheilt werde. Aus Aulaß des Ansuchens eines Bezirtsschulrathes um Wcismlg wegcu Abhaltung des Wiederholungsunter-richles wird beschlosscu, alle k. k. Bczirköschulrälhc aufmert-sam zu machcu, daß die Wicdcrholuugöschulcn nach den l bestehenden Vorschriften weiter zu fl'chrcu sind. , Der Berufung einer Gutsiuhabung gegen ein Erkennt- niß erster Instanz, womit dieselbe zur Zahlung der Patrv-natstangenle siir die betreffenden Echulbedinfuissc vcrurthcill - wurde, wird tciuc Folge zu geben beschlösse». Ueber den Recurs einer Gemeinde gegen bezirks- - hauptmaimschclfllichc Zahlungsaufträge, betreffend die Reise« l kosten dcö provisorischeu Bczirtsschulinspeclors, dann der Commissiouöwstcn aus Anlaß dcr Concurrenzverhcmdlung zur Regelung der Lehrerdotation, wird der Antrag, den Recurs in cister Bezlehuug abzuweisen, in letzterer Bczie-hung aber unter grundsätzlicher Bestätigung dcr Zahlungs- ' verpflichtuug dem Bezirköschulrathc die Richtigstellung der - Repartition auszutragen, einstimmig augenommcn. > Die Anfrage eines k. t. Bczirkshauptmaunes, betres- - send die Constituirung der Ortsschulräthe, wird mit Hiu> - weisuug auf die Bestimmungen der Landesschulrathsverord' > uuug vom 15. December 1670 und des SchulaufsichtS-' gcfctzcs dahin erledigt, daß allfällige begründete Zweifel > darilber zunächst im Bezirksschulrathe auszutragen sind. > Ferner wird einstimmig beschlossen, einen: Gymnasial-' Professor die dritte Quiuquennalzulage flüssig zu machen, daun Uder de» Besehungövorschlag fttr die am Obergymua-: slum in Laibach neu systemisirte'Lehrstelle fllr die mathe-! malisch-naturhistorische Fachgruppe «xtra, «wwm Beschluß ' gefaßt. ! Den Schulgelueiuden Kraxen, Salilog uud Trata werdeu die bisherigen Normalschulfondöbeiträge fUr Lehrersdotationen slir zwei, rUcksichllich drei Jahre weiter belassen, dann mehreren Lehrern Geldaushilfen bewilligt. ^ Ueber Ansuchen der Direction des k. k. Oberreal« gymnasiums in Rudolfswerth wird die Anschaffung von > Tischen für den Zeichuungsuutcrrichl bewilligt, in Betreff der Acquirirung von einigen noch erforderlichen Localitäten l flir das dortige Gymnasium aber die Einleitung von Vor-crhebungen angeordnet. Nachdem noch die befürwortende Vorlage des Gesuches der Direction der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Laibach um Creirung einer Schuldienersstelle an das hohe k. f. Mini^ sterium fUr Cultus und Unterricht einhellig beschlossen wird, wird die Sitzung geschlossen. — (Ernennung.) Das Oberlandesgerichtspräsidium in Graz hat dem Auscultanten Johann Vcncajz in Laibach ein systemisirtes Adjutum mit 315 st. verliehen. — sCadettenpriisuugen.) Am 3. April d. I. und den darauf folgenden Tagen werden in Graz die Ca-detlcnprüfungen für die k. k. Landwehr vorgenommen wer» den. Jedem gebildeten und bezüglich seines Vorlebens taoel< losen Lanowehrmaune ist gestatte!, sich um Zulassung zur Cadettenprüsung zu bewerben. Der Landwehr nicht ange» hörige Personen von guter Erziehung und Bildung können cbcufalls die Cadeltenprüsung ablegeu, wenn sie die für de» freiwilligen Eintritt in die Landwehr festgesetzten Be-dinguugen erfüllen. Gesuche sind längstens bis 10. März beim k' k. Lcmdwehr-Commaudo zu Graz einzubringen. , — (Gehalts eiustell ung.) Der Oderlandes-1 grichtspräsidcnt hat die Gchaltseiustelluug des schon seit längerer Zeit ungerechtfertigterweise vom Amte abwesenden disponiblen Bezirtsgenchtskanzlisten Josef Fabian in I Kronau mit Ende Jänner 1871 verfügt. l — (Für die Stelle des StrafhausarzteS in l Graz) wird von dcr k. k. Oberstaatöanwaltschaft der Con- « curö ausgeschrieben. Gehalt «00 fl. Termin bis 10. Februar, l — (Schlußvcrhandluugen dein» t. t. Lan - « desge richte Laibach.) Am I.Februar. Franz Mcch-« kouc und Ignaz Vertacnik: Diebstahl. - - Am 3, Februar. « Paul Berni't: öffentliche Gewaltthätigkeit; Johann Zaverl: « Dicbstahl; Franz Zupan: fchwere körperliche Beschädigung; ^ Urban Martun und zwei Genossen: Diebstahl. z (Korrespondenz. ^W X Aus 3)berrraitt, 29. Jänner. Schon hossm^ wir, des Winters Qual habe ihr Ende erreicht, der Schnee l war bis auf zwei Schuh hcrabgeschmolzcn, an den sonuseits gelegenen Äcrgcn war der Schuec schon ganz verschwunden, die Straßen überall breit ausgeschaufelt, dcr Verkehr voll» kommeu hergestellt, die Vahuziigc verkehrte« regelmäßig, — , da trat auf'ciumal wieder ein heftiger Schneefall ein, es ^ schneite zwei Tage, uud diese zweite Schneelast übertrifft die erste noch an Höhe, so daß, wenn auch das eingetretene Thauwettcr andauert, wir doch zn Ostern noch kaum des Schnees ganz lcdig sein werden. Die Verbindungswege sind. zwar nicht uufahrbar, d^ sie entgegen ausgefahrcn nud aus-grn-cleu wurden, wril kein Feiertag inzwischen lag, ab" 166 doch gibt es der Unannehmlichkeiten viele, die durch diesen Schneefall verursacht werden. 3a sehr starler Südwind herrscht, so hat der Schnee an den abschüssigen Slcllei, tci-nen Halt nnd gehen vicle Lawinen nieder, die theils in den Forsten großen Schaden anrichten theils die Zugänge zu den Seitenthälern versperren, aber auch den Menschen sind sie gefährlich. So ging vor einigen Tagen am Eingänge in das Dragathal hmlcr der Nnine Stein eine große ^'a< wine nieder, die eincu Landmann, der eben mit seinem Gefährte ums Holz fuhr verschüttete, zum Glück souine er, da gleich Leute bei der Hand waren, sammt den Zugochsen ausgeschaufelt werden. Eine weitere Unannehmlichkeit jst der durch den Schnecfall verhinderte regelmäßige Verkehr der Vahnzllge und mithin dai« unordentliche (5inlrcsfcn der Posten. Weil wir gerade von dcr Vahn reden, so müssen wir hier noch einer anderweitigen Unzulömmlichkcil erwähnen, die schon so manchen hier hart lras »nd >^ru>,d zu llagen gab. ES ist dies nämlich daö Divcrgircu dcr Pf^rrnhrcn. Wenu es früher schon dcr Fall war, daß die Uhren zweier Nachbarpfarren oft um mchr als eine halbe Stunde divcr-girten, so halte dies unö weniger unangenehm betroffen, wohl aber wäre cö jetzt sehr zu wünschen, das; alle Uhren möglichst genau »nil der Nahnuhr übereinstimmen möchten, da, wie wir selbst Zeuge wcnen, schon Manche ob dieser Ulsachc die Vahnzügc versäumte. Es wäre daher dringend noilM'ndig, daß diesem Ucbelstande abgeholfen würde, um-somehr, als von Leite dcr Vahugeselischaft aNcS aufgeboten wird, nm den Verkehr zu crlcchlcrn, was nanicmlich durch die feit 25. d. M. eingeführten Marktzüg^' wn Nad-mannsdorfLeeö nach Laibach geschehen ist, welche Züge, wenn slV' auch zu Anfang ob der für jeden Verkehr ungünstigen Winterszeit sich uicht fo bewähre« sollten als mau glaubte, in >.'cr schönen Jahreszeit gewiß recht stark bemcht werden dürsten, uud hat sich dal^r die löbliche Handeln und Ve-wcrdetaunner über deren Vorschlag diese Züge eingeführt wurden, den Dank aller Ober trainer erworben. Daß aber der Personen, nnd Frachtenvcrkehr trotz der Uligünstigen Witterung cm großer ist, dafür sprechen folgende Zahlen: Vom Eröffnungstage (14. December 1870) bis zum 1. Jänner 1871 sind nur bei dcr Elation Nad-mannsdorf - Lees 285 Personenkarlen ausgegeben worden. Aufgenommen wurden ferner 2183 Zollpfuud Gepäck uud 7Ü00 Zollcenluer Frachtgut, wahrend 10,000 Zollceutncr Frachtgut abgegeben - wurdcn, Zahlen, die beweise»«, daß trotz des strengen Winters dcr Frachtenvcrkehr und die Pcrfonenfrcquenz eine rege war. Aber auch dem Prinzcn Carneval unsere Huldigung darzubringen, hindert unS Odcrkraincr der strenge Winter nicht. So wurde am 17. d. M. in Lack ein Tanzlräuzchen abgehallen, welches sehr besucht war, und heute findet in Hiaomannsdorf ein Ball statt, welcher, wenn die Anzeichen nicht trügen, recht cmimirt zu werden verspricht, und zu ^ welchem Freunde uud Freundinnen des Carnevalö auch aus den benachbarten Orleu zu erscheinen versprochen haben. Allch wollte man am Vcldeser See eine Unterhaltung sn! t'ftktums arrangiren, allein der See hatte es vorgezogen, hcuer seine Eisdecke früher abzulegen als fönst, uud somit luucrblcibl dieses schöne Fest, zu welchem gewis; auch Freunde des Eissportes aus Laibach erschienen wären, da ja eine Reise nach Veldes mittelst Bahn nun auch im Wmler ihr Angenehmes bieten würde. Nrnestt Post. iTriMal'Telestmmme der,.Lmbackcr Zeitung.") Verlin, 29. Jänner. Favre unterzeichnete am 28. Jänner die Kapitulation sämmtlicher Pariser Forts. Dreiwöchentlicher Waffenstillstand. Tie Armee bleibt triettSttefnusten in der Ttadt. Berlin, 2!> Jänner. Paris bleibt rcl uirt, darf sich verpfte^en, wenn die Waffen ausgeliefert sind. Linien und Mobil,,, wer den triegSssefangen in Paris internirt. Die Garde nationale Hedentaire übernimnlt die Aufrechthaltung der Ordnung. Die deutschen Truppen besetzen alle Forts Die Eoustituaute wird nach Bordeaux binnen >4 Tagen einberufen. ! Die Armeen in» fr'ien Felde erhalten die respective» tlandessirecken besetzt, mit Neutra-litätszonen zwischen sich. PariS zahlt Htttt ^Millionen Oontribution. Bordeaux. 20. Jänner. General Olin chant wurde zum t>be,commandanten der er-steu Armee ernannt au Stelle des verunglückten Vourvaki. Bordeaux, 2!> Jänner. Die Negiernng thville den Präfcrt<« uud Generalen eine Depesche Favres aus Versailles über Waffen stillstandsabschluft uud die Aufforderung mit, die Tvahlcn für die anf den < 5. Februar einzuberufende Assemblce am 8. Februar vorzu» nehmen. Die Nachricht wurde in Bordeaux ungün ! sti g aufg ^ uo »l» me«. ! Brüssel, 2U. Jänner. Gs eirculirt das Gerücht, dasl Gambetta demissionirte. W ie u, 2^. Iäülici. Ans Verlin nnd Miinchen! !l!)i>d dcr „Presse" gcnicldct, daß Paris bereits lapitulirt !l)udc. Es handle sich nur noch um die Modalitäten dcr ^ Bch'Miq vo„ Paris, weil man weitere Ausstände de-' !fürchlct. ! Das Äombardcmcnt wurde unterbrochen. Aus' i Versailles wird bcrichttt, daß zugleich mit dcr Capitula-^ ! lion ssliedenofträliminaricn ^i Slai,de kommen. ! W ien, 28. IaKin'l'. Das Reichsgericht erkannte dic Vcschwerdc WicSthalers nicht für berechtigt, weil nach^ dein Berichte dcs Marbuigcr Stadlrathes dcr Verein seine statutenmäßige Wntiamkctt übcrschrittc» habe. Dies genügt nach dem Vcreinsgcsetz zur Ncchlfcrligung der ^'lnstöfung dcs VcreiuS, Zu weiteren Ertlärnnsscn ball fich dac Reichsgericht nicht sin lompe schöfe. Pater Hyacinth fagt darin: Es gab zwei Ad-solutismen. welche auf dcr Kirche und der Welt lasteten: das napoleonische Kaiserreich und die weltliche Herrschaft des Papstes, die nunmehr vergangen sind. Er zählt wciter die Künste der Kämpen dcr Unfehlbarkeit auf u"d weist nach, daß die Hauptfrage in Frankreich die reli' giösc Frage sei. Hyacinth beschwört die Bischöfe, das Schisma, welches sie spaltet, aufhören zu machen, er gibt die letzte Eocyclica und den Syllabus nicht zu. i»dcm er die Biucl als den Führer dcs Voltes bczeich' net; er tadelt den Mißbrauch der hierarchischen Gewalt, will die Aufhebung des Cölibalö dcr Priester und schließt, indeui er sagt, er wolle bei dem katholischen Glanben verbleiben. Telegraphischer WechselcourK vom 28. Iiimirr. 5perc. MctalliqueS 59 15. — 5perc, Motalliques mit Mai-uud November-Zinsen 5l>.15, — 5pcrc, Nalioual-Aulrhm 68..W — 18U0cr StaatS-Aulcheu 97.10. — Vanlactiell 724 - Credit-Actini 25^.50. London 124 25. - Silbrr 122.-, — K. l ! Münz-Ducatcn 5.86. - Napoleonb'or 9.96',. ! Das ain 10. IUliner von Vlew-Iort üligegaugene Hamburger Postoampfschiff „Cimbria," Capitäu Haack, ist am 23. d. wohl' , lichaltm in Cllfhaven angekommen. Handel und 1.'ail»acl», 28. Iänuer. Auf dem heiKi^m Marltc sind r-schieuru: 5 WassM mit Getreide. 4 Wcn,?ii'mit Heu (^5 Ztt'> und Stroh (l3 Ztr.). 22 Wagen uud ci Schifsi mit Holz (15 Klafter). Durchschn lils-Preise. , ' Ml'.''"!l)ii,,.. ' - -' - - Hj^. M/" >l. tr. «. ll. st. ^ si. Wch.l' ^l 'I'l,tz<>» 5 50 6 2? ^iillel P,. ^üiüü 40!- Korn-Saat« 4 20 418 E.cl Pl 3tu^ — Z! — Gerste <. 3-3 26 Milch pr. Matz - 10! Hüftr ,. 210 2 47 Niudstc.schrn' Pjd, 23- Halbsruch!,, -------4 68 .«lnlbsteisch „ 24 — Heide» « 3 20 358 <-chiucimsl^ich „ 22> Hirse ,. 3-- 348 ^Hüps^sicisch « .....16-- ttülurutz .. 3 40 3 98 H^üdrl pr. Stillt - 50 . Tldäpscl „ 2----------- Taudeu „ 20.....- Linse,, .. 5 20------- H.ii pr Zenl»,l g — .. Lrbs.ll „ 5 50— öcroh „ 155... Fislilen „ 5 50------- Ho'z, hart., pr,k>fl. -.(:.'><< Rlndsschinal, P,d, ' - 50------- - weicknö, 22" - - - fi - Schwcimschmal, „ —46!-— W.in, rothcr, pr Speck, f.ilch, „ .-A0"— Eimer 12 - qeriluch.'l: .. -44^—- - '.ocißec „ -----^10 — Votto;iel,ung vom 38. Jänner. Wien: 19 88 5'> 26 32. Graz: 80 7 5(> 9 67. Theater. Heute: Der Pfarrer vou Kirchfeld. Voltöstilck mit Hesall^ 4 Acte». 8. in TUien: Bcdaurr», I!,l gsfclll,gcs Axerdiclen llicht aiüichme» zu lünnen, da wir dieöfallV trrcil«!' versorgt sind. , 6 ll Mg. '324 «z ->- 0 « windstill lrttbc""^ '..... 2^.. 2 „ N.' tt24.l5 -l- 1.« windstill ! irüde 0 «c, l10,, Ab. 324,« > l'.< windstill j trnbe " 6U Mg. 324^'?'"^'07« wiudilill 'trlllr^ "I" 29 2 „ N. 325.«., > 2.5 windstill Negen ,^"^' I!»., Ab. 327.»4 > 0..! windstill ttü'lie j"legen. Den 28. nnd 29. trübe, windstille Tage, tciu Soiineublick. Das vorgestrige Tagcömiltcl dcr Wärme -s- 1.1°, um 2.1°; dc,3 gestrige ->- 1,0°, um 2,0° ilbcr dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz u. K l c i n m a y r. Düljcnbmcht. 'zUien, 27. Jänner. ,«. Allgemeine Ä'taatoscbllld. i^itr 100 si. liculheitliche Staalülchnlo zn !'> plHt.: in'Itoleu vcr^ilijl.^lal'.Vtovcmber 58 75 58,90 „ „ „ Febrnar-Angnst —,.- —.— „ Gilber „ Iä»ner-)nli . 67 90 68.10 ,. ,. Aprll-Oclobrr. K8.- - 68,20 Lr,. u ^< 1839 . . , . , 866 50 267.-., " l854 (l"/,) zn 250 sl. 88 50 89.-„ l«60 ;u 500 si. . . 9^.70 96 90 „ I860 zn U>0 st. . .10750 108, -„ 1864 zn 100 st. . 119 60 1l!'.80 6 ^lö-Domänen Pfandbrief,' zn l'!0 st. ü W. in Silber . ' . 120.75 121,25 «e. 0 ft. ^^meu .... zu5pCl 94- 95.- A.nizi«! ......l' ,. 7320 73.70 siieder-Ocslerreich. . „ 5 . l)5.50 96.50 Obcr-Oestrrreich . . „5 „ 94. 95^ Silbeuburgeu ... „ 5 „ 7475 75.25 '^, p'7,,!il^.' .....>. , 9Z — 94 — Ungarn .... ,. 5 „ 78 '^5 78 75 t). Andere öffentliche Anlehe» N».,. Eisenbahnanlchcn zu 120 st. ^, W. Silber 5"/, pr. Slüct 104.50 >05st. Einzahl,) pr. Stiitt 92 80 93, - »V. Actien von Vanfinstitute«. Gelt, Waare Auqlo-östeir. Bant.....219.25 219.75 Bantuerein.......228.- 229,- Boden-Creditllnstalt .... —,- -." (5rrd>talist«ll s, Handel u. Gew . 855.60 255 80 Kreditanstalt, allgem. ungar. . 64.25 84 75 EScompte-Gesellschaft, n ü. . . 935. 938. -ssrauco-östelr. Bnnl .... 103.40 103.60 Ocncralbanl.......90.50 90.75 Handelöbant.......i>^.^ ^-" '^ationalbanl.......723 — 725.— Unionbanl.......23820 238 50 Bcrciilöbanl...... . 96 50 97.— Vcrtrhrsbanl.......l32.— 133.— l«. Action von Xvansportlliilterneh- lllnngel,. Oelt> Waare Alsölo-Finmauer Bahn , , .170 25 170.75 Vühm, Westbahn.....247.-248- Carl-l!nd!vig-Nahn.....246.80 247.-- Donau-Dampsschlffs. (Zcsellsch. . 573 - 574, - j Olisabeth.Westbahu.....224.25 224 75 Llisabeth-Wcstbllhu (Linz - Bud- wcifcr Strecke).....187.75 188,25 sserdtt..lllds-Nordbal,n . . . .2120 2125.— F!!ns?'>ch^' ^-^!!" ^Ias'bl»i<'Vub,' , , .193-194 — wllbern-T,ern.lIafstM-Vahn . 194.50 195,— ?Iol,d, dstrrr........344— 346.- Oesterr. Nordweslbahn . , . 199 50 199 75 gtuoolfS-Bcchn......I6l,75 162,25 Siebrubürgrr Bchu . , . . 168 50 168.75 ^ Staalßbah:,.......380,50 381.50 Slldbahu.......186.50 18?.- Siid-uordd, Velbiub. Bahn . 175.50 176.- Theiß Bah».......227.75 229.25 Ungarische Nordostbahn . . . 158.— 158 50 llugarische Oslbahn .... 83.75 84,25 tramway........183 50 1d4.— r. Pfandbriefe (silr 100 st) illlg. öft Bodtn-Credit-Anftall Geld Waare verlnöbar zu 5 pCt. in Silber 106,75 107 - dto.iu33I.rilch.zu5pCt.,no.W. 88. - 88 50 Üialionalb. zu 5 vEt, ö, W. . . 97.40 97,70 Hug, God.-Cred.-Anst. zn 5'/, pCt. 88 90 89.20 «. PrioritätSvbliaationen. Geld Waare 3l>f.-Wrstb, in S. verz. (l. Emiss.) 93 50 94.50 ^crdinünds-Nordb. in Gilb verz. 103.40 103.60 ^auz-Ioscphs-V^hlt .... 94.— 9425 S.sarl^u^.B.i.G. «",-'!. l^'. 103- 103 25 ^'^.rr. Na>.-!?'^.'i'l.u . . 93 45 93 60 Gelt' Waare Sirbenb. Bah« in Silber vcrz. . 88.40 88.70 Staatöb. G. 3"/, i> 5>00Fr ..!. Vm. 136,- 136 50 Siidb.G. 3"« i. 500 Frc. pr. Stilck 115 25 115 75 Slldb.-G. ä 200 fl. z. 5",^ für 100 fl. 89.— 89.25 Sildb.-Bons 6"/. (187X-74) » 500 FrcS pr. s tiick . ,237 -.— Ung. Ostbahn silr 100 ft. . . 64.90 85 1«) »». Privatlose iM Slilck.) Crcbilaustalt f. Handel u.Gew. Geld Waar« zu 100 st, i! W......161. - 161.50 Rudolf-Stiftung zu 10 ft. . . 1550 16.50 Wechsel (3 Mon ) Geld Waare Augsburg silr 100 st sildd. W. 103 75 103 85 Frnnlsurt a.M. 100 st. dcti° 104.-104 — Hamburg, für 1A» Marl Banco 91 90 92.— London, für 10 Pfund Sterling 124.30 124.45 Parie, silr 100 Franco . . . —. - -. - (5?ul'<5 vev Oelds.'Vt<>n ,t. Münz-Ducatn . 5 si. 86j'r. 5N, 8?zlr. llaholeou^d'or . . 9 ., 97 ,, 9 „ 97z „ Preuß. Casscnscheiue — „ -^ ., ^ < -- " '.ilh.r , . '22 „ .- „ 122 .. 15 „ Ii'mnischc Gcundcntlastnugs - Obligatioxm, P"< !'«:i!,:l!ri',uq: 86 ^,-:,,. "?<»ar.'.