LmbacherWMtlmg. Nr. 92. Pränumcrationsprei»: Im üomptoli ganzj. ft. 11, hnlbj. si. 5.50. Für bie Zustelluns, in« Hau« halbj.üdlr. Mit derPostganzj.fl. 15, halbj.fi.7.50. Dienstag, 23. April Inserti onsgebOhr biö 10 feilen: imal eo lr., «m. 6N lr., 3m. 1 fi.; sonft pr. Zeile im. U tt.< i!m. 8 lr., 3m. lu lr. u. s. w. Inscrtionöstempcl jedcsm. 3u lt. 18«7. Amtlicher Theil. Kaiserliches Patent vom 20. April 1867, für Böhmen, Dalmaticn, Galizicu und Lodomcricn mit Kratan, Ocstcrreich nnter nnd ob dcr Cnns, Salzbnrg, Stcicrmark, Kärntcn, Kram, Vnkowina, Atährcn, Schlesien, Tirol, Vorarlberg, Istricn, Görz und Gra- disca nnd Trieft mit seinem Gebiete, lvomit der Reichörath ans den 20. Mai 1667 in Wien einberufen wird. Wir Fran) Joseph der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich, König von Ungarn nnd Aöhmcu, Köuig von Dalmaticu, Kroatien, Slavonien, Galizicn,Lodomcricn nndIllyricn; König von Jerusalem :c.; Crzherzog von Oesterreich; Großhcrzog von Toscana nnd Krakan; Herzog von Lothringen, Salzbnrg, Stcyer, Kärntcn, Krain nnd der Bukowina; Großfürst lion Siebenbürgen; Marthas von Mähren; Herzog von Ober- und Nicdcr-schlesicn, von Modena, Parma, Piaccnza und Gua-stalla, von Auschwitz und Zator, von Teschcu, Frianl, ^iagnsa nnd Zara; gcsürsteter Graf von Habsbnrg und Tirol, von Kybnrg, Görz llnd Gradisca; Fürst von Tricnt nnd Brisen; Markgraf von Ober- nnd Lieder-Lausitz und iu Istricu; Graf von Hoheuembs, ^cldkirch, Bregen;, Somicubcrg :c.; Herr von Trieft, "on Cattaro und anf der windischcn Mark; Groß-^ujwod der Wojwodschaft Serbien :c. :c. fronen „»it Bernsnng auf Unsere den Landtagen mit. c>!t ^legicvuug^eröffnnug vom 11. Februar zur Kenntniß Mrachte Entschließung vom 4. Februar d. I.: ^ Der Ncichsrnth ist auf den 20. Mai 1807 in ""scrc Haupt, nnd Residenzstadt Wien einbcrufcu. ^ Gegeben in Unserer Hanpt und Residenzstadt Wien uln ^».^p^ ^ i,^ eintlniftndlichlyilüdcrtsicbcnlint'sech^ziaslcn, ''Userer ^iciche iiu »clinzchnten Jahre. Frmy Josrpl) in. ^). Vkust l«, p. Komcrs m. p. John m. ^., FM^. Brckc iu. i). Taaffe in. p. Auf Allerhöchste Anordnung: Bernhard Ritter v. Meyer m. p. Vs l?!'/' ^' Apostolische Vtajcstät haben nachstehende '"lcriMsle Handschreiben zu crlasscu geruht: Fieber Freiherr v. W ü llerstorf! Ich enthebe ^lc m Gewährung der Mir vorgebrachten Bitte von "" stelle cincs Ministers für sscmdcl nud Volkswirth. !Mft und spreche Ihnen unter gleichzeitiger taxfreier ss"V"ug ^^ Grobkrcnzes Meines Veopold-Ordens 'Ihre unt treuer Hingebung geleisteten Dienste Meine ""lle Ancrtennnng ans. Wie», am 18. April 1867. /rm,) Josepl) in. n. lieber Freiherr v. Bcckc! Ich übertrage Ihnen ncr Belassnug der Leitung des Finanzmimsterinms ^' einstweilen auch die ^eitnng des Minislcrinms für ''"»'del und Volkslvirthschaft. ' ">ieu, am 20. April 1867. Fran) Joseph in. n. h^ Sc- t. k. Apostolische Majestät habcu folgende Aller- 1>lc C'utschlicßnng allcrgnädigst zn erlassen geruht: k >>ch ernenne den Erzbischof von Carthago Lndwig ' 'l)nald zum Erzbischofc von Kalocsa. "ft", am ü. April 1867. Franz Ioslpl) in. i>. Joseph Freiherr v. (5ötvös u,. p., k. nng. Minister für Cultus uud Unterricht. hoclm^) ^- ^ Apostolischc^otajcstät haben mit Aller-^M^'Mlicßnng vom 11. März d. I. die Titular-^Iw.? c!'^'^ Holloto dem Leutschancr Pfarrer llnd Vice->>cn' p"ul Still mit Nachsicht der Hälfte der Er-'u^tnzc allcrguädigst zn verleihen gcrnht. ^cn ^"6 Ministerinn, für CultuS und Unterricht hat ^>!!l^'^wlcn ^,i, ^ f. Frauz.Ioscph-Gymnasinm in l. f .^. Karl Benoni, znm wirklichen Vchrcr an der 'uerrealschule in Tarnovol ernannt. !" ,^"' ^ustizmilustcr hat die bei dein i'audcögcrichte ^^."l^'gle Krci^crichldail^stellc dem Prätor "^o Joseph Piperata verliehen. Der Iustizministcr hat die beim Tarnowcr KrciS-gcrichte erledigte Rathssccrctärsstellc dem dortigen Krcis-gcrichtsadjnuctcn Ladiölaus v. Loftacki verliehen. Die erledigte, dcm Patronate dcs krainischcn Rc« ligionsfondcS unterstehende Pfarre Grafcubrnuu im Dc» canatc Fcistriz nnd politischen Bezirke Adclsbcrg wnrdc über Präsentation der f. k. Landcörcgicrnng in Krain dein Andreas Drobuie, Borstadtpfarr-Coopcrator zu St. Peter in Laibach, verliehen. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 23. April. Der Rcichörath ist einberufen. Während düstere Wolken den cnropaifchcn Horizont vcrdnnkcln, ergeht der Rnf an die Vertreter der Böller Oesterreichs, sich znr Vollendung des großen VcrfassnnaMcrkcö zu versammeln, welches die Nengcstaltnng Oesterreichs vollenden und in den Stürmen der Zntuuft als fester Schild gegen innere nnd änßerc Feinde dieucu soll. Daß der Wille be» steht, durch einen die Interessen der Monarchie schützenden Anöglcich mit Ungarn zn jenem Ziele zu gclaugcu, darau darf mau bei dcm erprobten Patriotismus dcrjcuigcu Mänucr, welche die Führerschaft im RcichSrathe übernehmen werden, nicht zweifeln. Mit um so größerem Interesse bcgrüßcu wir die Nachrichten von Abgcord-netcn<.o!!fcrenzcn in Wien, welche mit Rücksicht anf die bevorstehende Cröffnnng des Rcichörathcö nnd die großen Aufgaben, mit denen derselbe sich zu bcfaffcn haben wird, stattfinden. Nach einer Milthcilnug der „N. Fr. Pr." haben diese Couferenzcn den Zweck, unter den Abgcord-uctcu eine vorläufige Verständigung über die politische ^agc und über den dnrch diese gebotenen Vorgang im Ncichörathc herbeizuführen. Iu den die Coufereuzeu vorbereitenden Vcsprcchnn-gcu wurde ein Mitglied damit beauftragt, in der ersten Sitznug der Abgcorductcn'Confcrcnz einen Antrag über den Gang der Verhandlungen zn stellen, nnd wnrdc derselbe i>l ausführlicher Motivirnng, welche das ganze Gebiet der an den Rcichsrath herantretenden politischen Fragen nmfaßtc, von jenem Mitglicdc gestellte Antrag sofort angenommen nnd noch iu der crstcu Sitzung den mcritorischen Diskussionen zu Grnnde gelegt. Nach dcm von dcm Referenten entwickelten Programme treten an den Rcichs-rath zwei große principielle Vorfragen uud zwei große Gebiete vou legislativen Aufgaben heran. Die crstc Vorfrage ist die über dic verfassungsmäßige Natur des Neichsrathcs nnd seine hicnnch sich bestimmende Comvetcuz; die andere Vorfrage for-mnlirt sich dahin, ob die zwischen der Krone uud dcm ungarischen Reichstage getroffene Vereiubaruug sür den Reichsralh ciuc vollendete Thatsache sei, uud vou wclchcu Thatsachen überhaupt der Rcichsrath in dicscr Beziehung anszngehen habe. Als die zwci großen Gebiete der bevorstehenden legislativen Anfgaben wurden defiuirt: dic 9tcvisiou dcr Verfassung uud die zahlreichen Ocsc tzgcvnu gö - Arbci tcu, welche dcr Rcichsrath anf den Gebieten dcr Finanzen und dcr Volks» wirthschaft, dcr Justiz uud Administration, dcs Cnltus und Untcrrichtcs zu crledigcu haben wird. Dic Revision dcr Vcrfassnng bcgrcift cincrscits dic Acndcrnug dcr Vcr-fassuug mit Rücksicht auf dcu „Ausgleich mit Un-garu," audcrcrscitö jene Crgänznngcn nnd Aenderungen in sich, welche bei ernstlicher Verwirklichung des cou-stitutioncllcu Princips nach allcn Richtnugcu dcs Staats-lebcus als ciuc uuabwcislichc ^iothwcndigkcit erscheinen. Die Revision dcr Vcrfassnng nach bcidcn Scitcn wurde dabei als cinc cinzigc einheitliche Anfgabc betrachtet Dic Abgcordnctcn-Coufcrcuz hat in dcn ersten Sl-tznngcn dic principicllcu Vorfragen erledigt nnd schreitet derzeit in der Discnssion dcr Fragc dcr Vcrfassnngs-Rcvisiou, und zwar jcncs Theiles derselben vor, dcr den „Anöglcich mit Uugaru" betrifft. Selbstucrstäudlich ist daher derzeit dcr „Sicbcnnndscchzigcr Cntwnrf" Gc-gcnstand schr eingehender Crörtcrungcu. Diese lctztcrcu wcrdcn jedoch uicht zn Veschlußfassuugcu zugespitzt, da die Confercnz eben noch keine Partei ist, soudcru ihre Arbcit cincrscits als deu Weg zu einer couipacten Parte i b i l d n n g, andcrcrscits als dcn Cmbryo cincs A r -bcitsftrogramms bctrachtet, welches für dic fast nnübcrschbarc und kaum zu bewältigende Arbeit dcs Rcichsrathcs von allein Anfang an wird aufgestellt wer-deu müssen, wcuu nicht chaotische Zcrfahrcnhcit nnd im-provisircndc dilettantische Znsälligkcit statt planvollcu Vorgehens walten und dcn Ansschlag ycbcn sollen. Ueber dcn ModuS, nach welchen: dcr Bcschlnß dcs ungarischen 9tcichstagcs über die gemeinsamen Angelegenheiten zum Gesetze crhobcu und dcm Rcichsrathc znr Annahme für die cisleithanischcn Länder vorgelegt wcrdcn soll, erfährt dcr „Ncnc Lloyd" Folgendes: Dcr ungarische Reichstag wird sofort uach seiucm Zusaunucn-trctcu die 1848er Gesetze rcvidircn. Die Krone fordert die üliminirnng dcr Punctationcn über dic Palatinal -würde, die Nationalgarde uud daö Verbot der Reich stag sauflösnng vor Votirnug deS Jahres budgets. Dcr Reichstag wird zuvcr« lässig dicsc Forderung erfüllen. Hicrallf wird derselbe das königliche Inangnraldipl om ausarbeiten uud in dasselbe znglcich dic Vcstimmuug aufuchmcu, daß dcr Köuig sofort uaä) crfolgtcr skröuuug uicht uur dic rc-vidirtcu 1848er Gesetze, soudcrn anch dcn NciclMags-bcschluß übcr gcmciusauic Angelegenheiten sanctionirc nnd demselben dadnrch für Ungarn Gesetzeskraft verleihe. Dadnrch wärc dann vorläufig das Auöglcichswcrk dcs Pcslcr Reichstages geschlossen und hätte dic Krone die mit Ungarn getroffenen Vcrcinbaruugcu dcm Rcichsrathc zu untcrbrcitcu uud vor dcmsclbcu zn vertreten. Acceptirt dieser die iu Form cincr ii^cgicrungsvorlagc uutcrbrcitctcu Puuctatioucu «n I,I<><', so ist der Ausgleich fertig; bemängelt er cinzcluc Punkte, so wcrdcn dic Verhandlungen hierüber uicht direct zwischen bcidcn Vcrtrctungskörpcrn, soudcrn zwischen den beiden Regierungen flicßcu, uud wcrdcu dicsc cinc Vcrciubaruug zn finden habcu, wclchc bcidcn Reichstagen genehm ist; verwirft der Rcichsrath dcn Ausglcichvorschlag vollständig, oder grcift cr dic Grundbcdiuguugcn dcssclbcu an, so wird dcrsclbc aufgelöst, uud wird dic trauslcithauifchc Regierung dnrch Ncnwahlcu an das Volk appellim». Zur Justtzrkftrm. W icu, ^0. April. Iu dcr „Wiener Zeitung" veröffentlicht das k. k. Iustizministcrinm Äcachstchcudcs: Das Instizministcriuin hat bcrcits mehrcrc in dcmsclbcu ausgearbeitete Gesctzelitwürfc, welche znr künftigen ver-fassungsmäßigcn Verhandlung bestimmt sind, vorläufig veröffentlicht und im Wcgc dcs Verschleißes vou Seite dcr k. k. Hos- uud Staatsdruckerci für jedcrmauu zu-gäuglich gemacht. — Dic k. f. Rcgicrnng beabsichtigt damit, die Urtheile fachkundiger Stimmen übcr diese Gesetzentwürfe nnd übcr dic darau wüuschcuswcrth cr-schciueudcu Abändcrnngcn nnd Verbesserungen ans den weitesten Kreisen zn ermöglichen und sofort diese ihr bekauut werdenden Bcnrthcilnngcn sorgfältig zn würdigen, chcvor sie selbst sich zu derjenigen Form dicscr Gcsctz-entwürfe schlüssig machen wird, in welcher dieselben dem Rcichsrathc znr verfassungsmäßigen Vcrhandlnug vor-gclcgt wcrdcn sollen. Aus diesem Standpnnktc hat nunmehr das Iustizministcrinm anch die Veröffentlichung dcs Entwurfes cincs neuen Strafgesetzes über Verbrechen und Vergehen, uud zwar sowohl dcs dics-fälligcu Rcfcreutcu-, als auch des vou ciucr Special-ministerialcommission darüber beschlossenen Gesetzentwurfes sammt dcn bciocrscitigcn Motivcnberichtcn dnrch dic k. k. Hof- nud Staatsdruckcrci ciugcleitct. Das° Viinistcrinm hält dicsc Vcröffcntlichnng und dic vorläufigc Vernchmui^g dcr öffcutlichcu Stimuien geradc bci dicscin Gesetzentwürfe nm so wichtiger, als wohl kein Theil dcr Gesetzgebung so tief iu allc politischen, socialen uud Culturverhältuissc ciugrcift, als ciu materielles Strafgesetz, nnd weil daher übcr dic Zcit-gemäßhcit und insbesondere über die Gemciuvcrständlich-kcit dcr dicsfälligcn Ocsctzcsbcstimmnngcn anßcr dcm Urthcilc dcr unmittclbarcn Fachbcrufcucn gcwiß auch dic Meinungen dcr Gcbildctcn ans andcrcn Kreisen nm so maßgebender sein wcrdcu, als dic k. k. Rcgicruug beabsichtigt, iu dic ucne Strafproceßorduung, deren Entwnrf ebenfalls alsbald veröffentlicht wcrdcu wird, dcn Vor> schlag aufzuuchmcu, daß übcr die Schnldfragc bci den schwersten nnd wichtigsten Delictcu Geschworucn-gcrichtc zn entscheiden habcu sollen. Damit unu das Iustizmiuistcrium sichcr iu die Lagc komme, uou allcn über dcn vorbczcichnctcn Gesetz' cutwurf crschciucndcn eingehenden Venrthciluugcn bei dcr Schlnßrcvisiou desselben znm Behufe der Vorlage an dcu Rcichörnth Gebrauch zn machen, richtet dasselbe hiemit zugleich au die Uutcruchmuugcu allcr jcncr Zcit-schriftcn nnd Journale, wclchc solche Aellrthcilnngcu aiifuchmcn »ucrdcii, die frcnndlichc Nliffordcrimg, gefälligst entweder einen Abdrnck derselben oder doch cine kurzc Hiuwcisuug auf die dicMliacn Blätter ii,»»Ittcl' bar an' das Iiist^mimstcriinu cixzilschickeil. 600 Oesterreich. Wien, 20. April. Die ..Wr. Abdpst." schreibt: Unter den heute cingctroffcnen Telegrammen findet sich auch eine Berliner Meldung, welche die friedliche Lösung der Lnxcmbnrgcr Frage als bestimmte Thatsache hinstellt. Wir künncn aus guter Quelle nur bestätigen, daß die BcrmittlungSbestrebuugcn von allen Seiten fortgesetzt uud keineswegs als aussichtslos betrachtet werden, müsscu aber hiuzusügcu, daß uns die Depesche in dieser bestimm» ten Fassung jedenfalls als zu sanguinisch erscheint. Wir glauben hicbci überhaupt ucucrdiugs bemcrkcu zu müsseu, daß alle Mittheilungen über die Modalitäten der Vermittlung, wie sie von den Blättern hie und da angegeben werden, nur mit Vorsicht aufzunehmen find. Es ist bcgrcifiich, daß keine Ncgicrnug Details in dieser Nichtuug veröffcutlichcu wird, da gerade hiednrch die Chancen des Ausgleiches compromittirt werden könnten. Was insbesondere die österreichische Regierung be-» trifft, so wird sie gewiß nicht vor der Zeit sanguinischen Hoffnungen anf einen Erfolg der Vermittlungsversuche zu sehr Raum geben; der Anschauung aber muß sie mit Entschiedenheit entgegentreten, als ob ihre Vorschläge hier oder dort leine günstige Aufnahme gcfuudcu hättcu. DicS mag zugleich als Beantwortung der Ausführungen dienen, welche über AuSgleichSprojcctc dcö Wiener CabinctS in einem gestrigen Abendblattc cuthaltcu waren. — 20. April. Die „Wiener Ztg." schreibt: Wie wir vernehmen, ist der Abgang der ostasiatisch cn Expedition, deren AnSrüstung bekanntlich schon seit längerer Zeit in bestimmte AnSsicht genommen war, für den Herbst dicscö Jahres festgestellt nnd Sc. Excellenz Herr^Viccadmiral Freiherr v. W üllcrStorf mit der obersten Leitung dicfcr Angelegenheit, insbesondere mit der cvcutncllcn Verhandlung uud Abschließuug von Hau« dels- und SchifffahrtSvcrträgeu beauftragt wordcu. Iu den zuuächst bcthciligtcn Kreiscu wird das Zustandekommen dieser Expedition nach Ehiua, Iapau und Siam uud den Küsten Snd-Amcrika's gewiß mit um so grö» ßcrcr Freude begrüßt werden, als gerade diese Kreise schon die ersten Vorarbeiten mit lebhaftem Iutcrcssc begleitet habcu, wie es denn das schöne Verdienst der Stadt Trieft ist, neuerliche Anregung in der Sache gegeben zu haben. In der That entspricht die AnSrüstnug der ostasiatischcu Expeditiou uicht nur rcalcu Vediirf-nisscu des österreichischen Handels und der österreichischen Schifffahrt — Bedürfnissen, welche durch die allgcmciuc Lage dcö StaatcS uur noch dringender uud nnabwcis-barer gcwordcil sind — anch die Würde uud daö Au< scheu des Reiches fordern, daß sür österreichische Unter« lhancn jene rechtlichen Grundlagen des Verkehrs uud der mercautilcu Beziehungen geschaffen werden, deren andere Nationen fich bereits crfrcucu. Die für die Voraus-lagen bestimmten Geldmittel, deren Vcrwcilduug sich in diesem Sinne als eine nothwendige, jedenfalls aber nnch als eine vorthcilhaftc nnd productive Eapitalsaulagc rc-präscntirt, sind beschafft, nnd es kann nur als eine erfreuliche Bürgschaft für den Erfolg des Unternehmens betrachtet werden, daß die oberste Vcituug desselben einer so hervorragenden see- nnd fachmännischen Eapacität, wie Freiherr v. WüllcrStorf, zugewiesen worden ist. -^ DaS Minislerinm dcö Innern hat im Interesse einer beschleunigte» Erledigung der Eingaben von Vereinen nm die Genehmigung vou Statutcuäudcruugcu die Lau-dcSstcllcn angewiesen, Sorge zn tragen, daß derlei Ein-gaben, wenn eS sich um umfangreichere Aenderungen handelt, stets mit einer paragraphenweise vergleichenden Zusammenstellung der allen und der ncncn Statnteubc-stimmungcn belegt werden. — Wie die „Wr. Abdpst." aus vollkommen verläßlicher Quelle erfährt, sind die verloren gcglanbtcn Mil it äranfnahm sscct i oncn dc r W alachci nur verlegt gcwcseu und soeben im KricgSarchive selbst wieder aufgcfuudcn worden. Pest, 20. April. In der ersten Sitzuug der Co-mitatöcomnnssion in Bihar am 1(i. d. M. beantragte Colomau Tisza, die Eoulnnssion möge anSsprcchcn, daß sie dem Ministerinn! nicht allein kein Hinderniß in den Weg legen, soudern dasselbe anch gegen die Feinde des LaudcS vertheidigen werde. Im (i7cr-Elnborat finde sie zwar keine Beruhigung, doch werde sie dasselbe als Gesetz rcspcctiren, wcuu cS dazu crhobcu wird, und darüber wachen, daß die darin stipnlirten Fcstslclluugcu iu der Ausführung nicht nachthciliger, sondern günstiger werden. Der Antrag wurde augcuummcu; nur Joseph Nagy sprach iusofcrnc dagegen, als er bemerkte, es gehöre nicht in den Wirkungskreis dcö Eomitatcs, über Gesetze Beschlüsse zn füsscu. Unsl'and. Verlin, 20. April. Der „StaatSnnzeigcr" veröffentlicht ciue Vcrordnnng, mit welcher die beiden Häuser dcS Landtages anf den 2'.». April ein-lie rufen werden. — Die .Mrod. Allg. Ztg." demen-tirt die Nachricht von der Einberufung des Reichstages zum nächsten September. — 20. April. Nachrichten aus Paris zufolge wird zuverlässig versichert, daß cs miumchr dcn vermittelnden Mächten gelungen sei, in der schwebenden Frage cin für beidcTheile annehmbares, uonFrauk -reich bereits angenommenes Ausgleichs- Princip aufzustellen. Kaiser Napoleon soll sich gegen Marquis dc Mousticr für die Friedenspolitik RouherS entschieden ausgesprochen haben. Dresden, 20. April. Eine Bekanntmachung dcö Gcsamiutininislcriums beruft den sächsischen Landtag anf dcn 29. April cin. Hamburg 20. April. (N. Fr. Pr.) Der ..Vör-scnhallc" wird auS Paris geschrieben: Um die Nlittcl für die außerordentlichen KriegSvorbereitungcn zu beschaffen, ist wahrscheinlich eine ^liati onal-Anlcihe bevorstehend. In Versailles wird die Errichtung cincS großartigen Art illcric-Lagers beabsichtigt. Florenz, 19. April. Die „Italic" schreibt: Die Vcrhandlnngcn über dcn ö st crrc i ch i s ch «i t a -licnischcn Handelsvertrag sind fast bc-endigt; der Bertrag kann als abgeschlossen betrachtet werden. — Nach dem „Semaphore" vou Marseille bcfiudet sich cin preußisches Geschwader auf dcm Wege uach dem Mittelmcerc, cin amcrikauisches, dcr bekannte Monitor „Miantonomah" uiit dem Dampfer „Augusta", bcfindct fich bcrcitS in Genua uud auch ciu russisches soll dcmuächst von Kronstadt nach dein Mittclmccre abgehen. Anf den Werfteu der italienischeu KricgSmariuc iu Neapel uud Eastcllamarc werden anf neuerdings cin-getroffene Befehle alle in Angriff genommenen Arbeiten mit bcdcutcud vermehrtem Personale eifrigst fortgesetzt. PariS, IN. April. Nachfolgend die Acußcrnugcu dcr meisten Ionrnale über die Thron redc des it'ö-uigö vonPrenßcn: Die „France" findet die Sprache dcö Königs der hohen Stelluug entsprechend, welche Prcn-ßcu crlaugt hat, und sagt: Die Stelle, in welcher der ^önig vom Frieden gesprochen, beweise, daß man vom Frieden sprechen könne, ohne friedlich zu fciu. Die Behauptung, den Fricdcu gebiete« zu wollcu, hicßc fich cincr Gefährdung dcsfelben aussetzen. Es ist wahr, daß der Friede in dcn Händen PrenßenS liege, aber nicht, weil Prcußeu unangreifbar ist, wohl aber, wcnn cs in seiner Umgcbuug Gerechtigkeit und Recht anerkannt uud geachtet habcu wird. Dic „Palrie" erwähnt blos, der iiöuig habe zwei mal vom Fricdcu gcsprochen. Die „Opinion nationale" findet die Thronrede nicht friedlich. Der König sagt, er wolle dcn Fricdcu, aber er sagt uicht, ob er iu die Abtretung Luxemburgs einwillige uud ob cr Nord-schlcöwig au Dänemark zurückgeben wullc. Er möge uicht zögern, die Verpflichtungen des Präger Friedens zn erfüllen. Dcr „Temps" findet, die Thronrede berühre uicht die wichtige Frage. „La Prcsfc" findet cs natürlich, daß die Thronrede nicht vou dcn internationalen Angelegenheiten fprechc. Sie konnte nicht vou Ruß< laud sprechen, ohne auf die mit demselben bestehenden Abmachuugen anzuspielen, sie konnte nicht Oesterreich ncnncu, ohne die schwicrigcn Bczichuugcn zn demselben zu bezeichnen, sic lonutc nicht von Frantrcich sprechen, ohne cincr Kundgebung Raum zn geben, ohne dcn gegenwärtigen Zwist zu verbittern. „La Presse" findet iu der Thronrede den Beweis, daß die Rede Bennigsens officicllcr als jene Bismarcks gewesen. Die „Gazette de France" findet, daß der König sagcn wollte, LnxciN' bnrg dürfe nicht abgetreten werden. DaS „Pays" will wohl, daß Deutschland sich mit dcn Wohlthaten dcS Friedens befasse, abcr cS dürfc nicht vergessen, daß das bcstc Mittcl hiezn die Achtung deS Rechtes uud dcr Würdc audcrcr Völker sei. Dcr „Uuivcrs" fiudct, die Thronrede beschwichtige nicht die beunruhigten Interessen. Die „Libcrt<>," wclchc eine Karte des prcnßischen IcstnngS-Vierecks bringt, sagt, das dcnlschc Kaiscrthum sei gc-macht. Die Thronrede drücke klar aus, daß Preußen nichts abtreten wolle. Pariö, 19. April. Dcr Votschaftcr Duc dc Gramm out lehrt Montag uach Wien znrück. — Dcr „Etcndard" dcmcntirt dic Abscnduug ciucr frauzö-sischcu Note au Preußen; cs finde keinerlei dircctc Ver-handlnng zwischen Paris und Äcrliu statt. Dasselbe Iourual dcmcnlirt die Nachricht von dcr Einberufuug dcr Rcscrvcu. DaS „Memorial diplomatianc" veröffentlicht cin Telegramm anö Berlin vom 19. d. M., wcl-chcs behauptet, daß Preußen, wie immer die Löfnng fein uwgc, Luxemburg nicht räumen werde. — Die „France" constatirt, daß authentische Nachrichten über die Haltung Preußens fehlen, uud fügt hinzu, dcsscu-uugcachtct lassen die Thatsachen nnd die Sprache dcr deutschen Ionrnalc zusammengenommen erkennen, daß die Sachlage in dcn letzten Tagen eine gespannte geworden sei. — 20. April. Sc. Majestät dcr Kaiser Via-polcon gcruhtcu heute Nachmittags ohuc vorhcrgcgaugcuc Ansage dcn österreichischen Maschincnraum mit seinem Besuche zu bcglückcu. Graf Nickcnburg halte die Ehre, ihn dnrch dcu Raum zu gclcitcu. Sc. Majestät spra-chcu sich sehr wohlwollend über die Exposition aus und lauftcu ciuc Wcrthcim'schc Eassc uud eine Fcldschmiede von Schalter. Graf Wickcnburg stellte inchrcre dcr anwesenden Aussteller, die Herren H. D. Schmied, Wert-Heim uud dcu lcitcudcu Iugcuicur Wottitz, Sr. Majestät vor, au welchen Allerhüchstdieselbeu hnldvolle Worte richteten. — 20. April. Dic „France" sagt: Seit der Rede des Grafen Bismarck hat Preußen seine Absichten in ciuem diplomatischen Actcustückc nicht angcdcntet. Es ist gestattet zu glanbcu, daß die Aussöhnung nicht jede Aussicht verloren habe, und daß die freundschaftliche l Dazwischeukunft Europa'S nicht auf unzulässige Förde-rungcu stoßen werde. Weuu Prcußcu Luxemburg aufgicbt, so ist dies nicht, weil Frankreich cö verlangt, sondern weil die Verträge zerrissen sind. Wenn dem-gemäß ungeachtet des Vcrmittlnngövcrsuchcs dcr Mächte dcr Krieg auöbrecheu würde, so müßte man in Berlin mit ebensoviel Beharrlichkeit dcn Krieg wollen, als maü überall anderwärts sich bemüht, dcu Kricg zn beseitigen. Dasselbe Ionrnal demcntirt das „Memorial divl> maligne", welches sagt, Preußcu werde iu keinem Fallc Luxemburg aufgebeu. — Die „Patric" sagt: Oesterreich, Rußland und England hegen die gegründete Hoffmmg zn ciucr befriedigenden Lösnng zu gelangM Dasselbe Blatt sagt: Depeschen ans Wien versichern, die ö st crrci ch ischc Rcgicr u n g sei im Begrifft odcr habe bereits die erste Mittheilung au die Eabinctt von Paris und Berlin über die Luxemburger Angelegenheit gerichtet. Erster allgemeiner Veamlenverein. Die zweite ordentliche Generalversammlung des ersten allgemeinen Vcamtcnvcrcines wird am Sonntag uach Ostern den 2«. April l. I. 4 Uhr Nachmittag« im Saale dcö östcrr. MusikvcrcincS abgehalten werde», Wir haben sowohl dic Bediugnngcn der Theil' nähme als das Programm derselben bcrcitS veröffentlicht. Zur Erleichterung dcö VcsnchcS von Seile an^ wärtigcr Mitglieder ist von Scitc dcr nachstehenden Eisen< bahngcscllschaftcn eine Fahrpreisermäßigung von 50 Perc, in der zwcitcu und dritten Elassc bcwilligct worden, nnd zwar: anf dcr Südbahn vom 25. April bis inclnfivc l!0. April; auf dcr StaatSbahu vom 21. April bis inclusive 5. Mai; anf dcr Nordbahn vom ^5. April bis inclnsiuc 5. Mai; ans dcr Süduorddcutschcu Vtt' bindnngSbahn vom 24. April bis inclusive I. Mai, anf dcr Westbahn vom 2(>. April bis inclnfivc 30, April! anf dcr Thcißbahn vom 2l. April bis inclnsivc 5. Mai; cmf dcr Karl'Lndw. Bahn vom 20. April bis iucl. > mittheilt, hat Se. Majsslät der Kaiser der vom Krei6g<< richte in Cilli im Moilatc Januar dieses Jahres wegcu M' brcchcüs dci< Meuchelmordes zum Tode durch den Strc>»g verurlheillen Maria Dollovic die Todeöslrase im Gnadk"' wege nachzusehen befunden, und wurde letzcre vom Obersts Gerichtshöfe in sechsjährigen schweren Kerker umgewandelt» — (Tägliche EilzNge der S t a at sb a H"') Vom I. Mat ab verkehren die Eilzilge zwischen Wien u>^ Prag, dann zwischen Trudau und Olmütz bis Prcran tägli^ — (Von Wien nach C on st an tinop e l.) ^ Dona» DampsschisfsahttH. Gesellschaft richtet vom 3. Mm "b einen directen Dienst von Wien nach dcn unteren Do»""' ländern bis Constantinopel ubcr Varna, und der „OeM' reichijchc Lloud" vom L. Mai ad einen solche», von M" nach Odessa über Pest und Varna cin. — (Von pensionirten l. l. Militärs) vo"»' ciliren in Graz gegenwärtig 3 k. t. Ieldzcugmcister, ^^ FelvmaljchalllicutenantH, 33 Generalmajore, 73 Oberste, >'" OberstlieutenautS, 13« Majore, 238 Hauptleute und 9l>ll' mcislcr, 49 Oherlicutenants nnd 35 Lieutenants. — (Der Obslhandel in Stcierma rl.) b^ '" den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung gewo»"^' Dies beweiZt unter andern der Umstand, das; seit Octobe 1L05 biö Mai 1800 in Graz allein am Bahnhof 95.6° Centner Ohsl in 9773 Fässern aufgegeben wurden. D^ gingt« nach Wien ab 70.286 Centner, uach Ofen 1cl ^ und nach Warschau 144 Centner. ,^. — (Der allgemein« vollöwirthschaftl'^ Congreß), dessen Zusammentreten im vorigen Icch^,^» Kriegöwirren wegen vertagt wurde, will es in diesem In^^^z. dcr gleicher Wcise drohenden Aspectcn wagen, seine >< ^ ten wieder aufzunehmen. Der Congrch soll vom 2^ ,<,^ September in Hamburg abgehalten werden und die ^, stehenden Gegenstände behandeln: 1. Vereinfachung d" ",z< tarife im wirthschaftlichen und finanziell«': Interesse! 2« ^ cinheit und Goldwährung: 3. Veschasfnng der Mw^^z, Gemcindezwccke in Stadt und Land: 4. Die ^oy" >', frage in Großstädten. Man darf den Congreßverhand" ^ vorausgesetzt, daß der Krieg sie nicht wiederum ""^^ mit dem gröhlen Interesse entgegensehen. Für ^> „ve haben die auf der Tagesordnung befindlichen Gcge ohne 3lu?»ahme besondere Wichtigkeit. ^e'^ — (Telegrap henstalio nen in F ra " ^ ^, wurden im verflossenen Jahre 200 neue zu be" dere 1 stehenden 2991 errichtet, und daZ unterseeische Telegraphen« nch um 135 Kilo erweitert. Auch Telegraphen'Freimarlen zu 25 Cent., 1 Francs 50 Cent. und 2 Francs sind in Frankreich eingeführt worden. — (Tin Crösus unter den Mexican ischen Freiwilligen.) Einer von den aus Mexico zurückkehren» den Osficieren der österreichischen Freiwilligen hat ein Pracht» stück von einem Diamanten mitgebracht. Gleich nach der Ausschiffung wäre er ilM um 1200 fl. feil gewesen. (3s fand sich indeß lein Käufer — und daS war kein kleines Glück silr den Bescher des Diamanten, denn ein Kenner schälzte später den Slcin auf 15.000 fl. und erbot sich auch, diesen Betrag sofort dafür zu erlegen. Icht wollte aber unser Ossicier nicht, der nun mit seinem „Koh-ilufar" in Nicn angekommen ist. Das diamantene Prachtstück dürste wohl demnächst in irgend einer Schatzkammer prangen. — (Königlich preußischer Titel.) Vor einiger Zeit war davon die Nede, in den königlichen Titel, wie er an der Spitze feierlicher Patente und Erlässe gebraucht zu werden pflegt, sollten auch die Titel der depossedicten Fürsten aufgenommen werden. Der König werde sich also künftig, wie er sich Markgraf von Brandenburg, Herzog zu Sachsen, Pommern, Westphalen u. s. w. nennt, auch König von Hannover, Herzog von Nassau und KurftUst von Hessen nennen. Eine solche Absicht scheint wirtlich einmal obgc« waltet zu hadcn, c3 hieß sogar, es wären darüber bereits StaatSschriflen abgefaßt worden. Es ist jedoch jetzt, wie die Berliner „Tribüne" versichert, davon nicht mehr die Nede. — (Juristen tag.) AnZ Berlin, 11. April, wirb gemeldel: Wie wir hören, hat in diesen Tagen hier eine Conserenz mehrerer hervorragender Mitglieder des Juristen« tagrs, welche zum Reichstage hier uelfammelt sind, stattgefunden. Man nennt vorzugsweise die Herren Dr. Gneist, Plauck, v. Wächter und Schwarze. Es soll von ihnen der Aeschlns; gcfaßl wviden sein, mit allen Kräften für die Iorttlhaltung des Imislcntages besorgt zu fein. Zn einer entgegengesehen Erklärung der ständigen Deputation des Iurislentages soll von keiner Seite ein Auftrag ertheilt gc« wcsrn sein, und es zerfallen daher die Gerüchte von einer Auflösung de« Iunstenlageö von selbst." Locales. — (Ärlttirung) Gestern Nachmittag wurden in ^chischla in einem Privathause zwei Pferdediebe, welche vor Kurzem in der Tirnan des Abends aus veo Zerrtem Stalle ein Pferd sammt Geschirr, dann in Waitsch "nen Wagen stahlen, nach heftigen Widerstände arrelitt. — (Eine Proscriptio n.) Die lchte Nummer des „Slovcncc" enthält die Liste jener Männer, welche bn der aw 27. März l. I. stallgefundcncn Landtag?wahl in Laibach „anlinalional" gestimmt haben. Mit Ausnahme der l. t. Neamtcn, Pensionisten, Professor«», Aovocaten und Toclorcn werden alle „amenllicb nnts die Fenster eingeworfen: sollte die« den anderen, "Nt fetten Lettern Gedruckten vielleicht auch bevorstehen? 6. — (Confiscation.) Dcm Vernehinen nach wurden "' der Restauration der llilavnica mehrere dort aufliegende ^jkmplare eines Ezlraabdrucles aus dem „Slovenes", obige Pwscriptionölisle enthaltend, polizeilich confiscict. — (Die heurige Ausstellung kirchlich er GeniHnder) und anderer Gegenstände, welche jedes Jahr durch den Verein vom h. Allarösalramcnt veranstaltet wird, beginnt am 1. Mai im großen Parlatorium der EE. FF. ^rsulineriiiuen, wo sie bis 8. Mai jeden Tag von 10 biö 12 Uhr Vormittags und vvn 4 bis 0 Uhr Nachmittags zu sehen ist. Die Thaligtcit dieses Vereins, welcher schon viele "we Kirchen mit Gegenständen des tuchlichcn Cultus aus-^'slallet hat, verdient alle Anerkennung und Förderung, Die "erciuMitgliedcr wohnten heuer zum ersten male der Auf' ktstehungsplixl'ssiou cm: Charfamstag ill feierlichem Zuge mit "cnucndcn Kerzen bci. ^ (Anpflanzung vonWeinreben aus den "ciulauden uud Burgund.) Echou vor einigen ^hlen wurden Versuche nn't Anpflanzung von Rhein- und urgundcityteben in unseren südlicheren Gegenden gemacht, "d seither mehren sich diese Versuche besonders mit Rcbcn ^ den Nheinlanden alljährlich. So sollen auch heuer wie- er Besitzer vou Weingärten in Krain cine beträchtliche Zahl ^besten Nebgattungen von Iohannisberg, Rüdcshcim, vom ebsraukngruud bci Worms und ähnlichen vorzüglichen Lagen ^cvflcmzt ^^„ ^ großartigsten aber bisher betreibt ^en 3tcbbau ! besetzen ließ. Die bisherigen Versuche, die man tnesem Nebbau in Krain und im Elschlnnde in Tirol z e., ^ bat, ergaben ein sehr starkes, hochgradiges Er. 5 'a'"K, das sich nach dem AuZspruche von EachuerstHn- 'iq,., ^'^rs für den überseeischen Transport l^t "' !>tur das feine Bouquet der edleren Nheinwcinsorten da """ bishcr noch nirgends ga»z erreicht, und es kommt U^ s.'' der Nebgattung aus die Beschaffenheit des Bodens "'"e Vestandthcile, auf die klimatischen Einflüsse und die Art der Bearbeitung und Behandlung sehr viel an. Der Bau dieser Neben wird übrigens durchaus als Pfahlrebenbau betrieben, und er verändert daher, wie man das bei St. Pauls in Südtirol beobachten kann, durch die allmälige Verdrängung des Anbaues in Stcrgcln oder Bogengängen das Aussehen der Landschaft. — (Veränderungen im Clerns der Lai« bach er Diöcose.) Ec. Hochw. Herr Thomas Mraz, Pfarrvicär in Weiniz, ist in die Weis;enburg?r Diöcese (SW bcnbürgen) übergetreten. — Gestorben ist am 13. d. M. Herr Math. Erzar, Pfarrer in Oblal. Die Pfarre ist am 17. d. M. ausgeschrieben. (Korrespondenz. KrolMN (Obcrtrain), 19. April. Gestern Morgens halb 2 Uhr brach hier ein verheerendes Feuer aus, das in wenigen Stunden 13 Häuser und 9 Wirlhschastsgebäude ein« geäschert hatte. Wiewohl bisher die Entstehungsutsache un» bekannt, so ist doch Grund zur Annahme vorhanden, daß das Unglück durch Unvorsichtigkeit herbeigeführt wurde. Leider ist dabei eiu Menschenleben zu beklagen' ein Knabe von sieben Jahren, der im bloßen Hemdchen auf die Straße geraunt war, ist bis hentc noch nicht aufgesunden worden. Wahr» scheinlich ist er, nach seinen Eltern suchend, die er in der heillosen Verwirrung nicht fand, von stürzenden Ballen verschüttet worden oder ist er den Feuertod gestorben. Der Schabe, welcher sich aus circa 8000 fl. belaufen dürfte, hat mitunter auch sehr arme, jcht um so mehr hilfebedürftige Leute getroffen. Unter allen abgebrannten Gebäuden war ein einziges assecurirt. Empfindlich fühlbar machte sich bei dem Brande, namentlich in seinem ersten Entstehen, der gänzliche Abgang von Feuerlöschrtc,uisiten. Die Ortschaft Kronau befaß und befiel weder eine Spritze, noch Feuer« haken, Leitern, Kübel u. dgl. Die erste Hilfe kam mit der von Würzen Herbeigehollen Feuerspritze, etwas später langte auch jene von Nätsch ach a». Das Feuer verbreitete sich von Oft nach West. Den umsichtigen Anordnungen des Herrn Postmeisters Nasiuger, sowie den nncnnüdlichen Bemühun' gen des Büchsenmachers Herrn Zupancic, der die Spritze dirigirte, ist es hauptsächlich zu danken, das; nicht auch der westliche Theil des Torfes ciu Opfer der Flammen wurde. Ebenso dankbar sind wir dem wackeren Mezil von Natschach verpflichtet, der die dortige Spritze leitete. Auch die Anordnungen des hiesigen Bürgermeisters und der Beamten, die rastlose Thätigkeit der Insassen von Würzen, Natschach und Wald verdient gebührende Erwähnung an dieser Stelle. Dieses traurige Ereignis; ist geeignet, uns eindringlichst darüber zu belehren, daß in jeder Gemeinde Fcu erlösch» rca, uisiten, sowie die strengstc Handhabung der Feuerpolizei dringend nothwendig ist, daß auf eine allgemeinere Verbreitung dcr Fe uerversicherungen mit allen Mitteln hingewirkt werden müsje. Die erst vor Kurzem durch Herrn M. Nasinger veranlaßte Anschaffung der Feuelsp»itze für die Ortschaft Wur« zcn, welche, ob der Ankauf auch auf die schonendste und niindrftfühlbare Weise eingeleitet war, dennoch eine große Opposition in der Gemeinde hervorrief, — fowie die durch Jahre projectirte, aber erst durch den jetzigen Bürgermeister Herrn Anton Hribar mit (incrgie vollendete Nasser- und Brunncnleitung, — diese beiden Factoreu haben einen Haupt-anthcil an der Neltung des anderen Theil« unseres Dorfes. Der Correspondeut gibt sich auch der augenehmen Hoffnung hin, das; die geehrte Redaction gewiß gerne Sammlungen für die durch diesen Brand hart blttosscnen Leute einleiten, die edlen Spender aber, deren Laibach ja bei derlei Anlässen immer so viele zählt, auch in diesem Blatte ver» öffentlichen werde. * " Die Redaction ist gern bereit, ihr znloinineiide Spende» zu nbernehmeu und ihrer Bestimmung zuzuführen. Neueste W I>l ciucm Artikel „D i c Wacht am Nheiu" behandelt die „Mg. Ztg." die strategische Äcdeu-tuug dcr Luxemburger Frage uud tommt zu dem Schlüsse, daß dcr deutsche Südeu nicht genug gethan hat, um das Defensivsystcill am Qberrheiu auszubildcu. Dcr Artikel schließt: Es ist jcdcufalls tlar, daß die Unterhaltung des niittcl« uud norddeutschen Bertheidiguugssystcms, einschließlich Mainz, die Staaten des Norddeutschen Buudcö auch im Verhältniß dcr BeMkcruugSzchl mindestens ebenso schwer, ja noch schwerer, belasten muß, als dies snr die süddeutschen Staaten durch die selbst-staubige Erhaltung von ttaudau, Nchatt uud Ulm dcr Fall seiu würde. Werden doch auch die Kosten der Marine uud dcr Küslcuvcrthcidiguug dem Norddeutschen Äuud zur ^ast fallcu. Damit wulleu wir ciuer selbst-stäudigcu Unterhaltung der südlichen Festungen durch dic südlichen Staateu unr fiuanzicll, nicht militärisch, das Wort redcu. Gerade die hier iu Frage stehenden Verhältnisse zeigcu sehr deutlich, daß ciuc ccutral i si rte Leitung unseres ganzen Dcfens i vsy stems durch Preußen zu den ersten Bedingungen unser Scll'st er Haltung gehört. Zunächst aber fordert das Vaterland, daß wenigstens durch rascheste Stciacrllilg dcr molnleu süddeutschen Wehrkräfte ein Acquiualcut für die mangelhafte „Wacht am Oberrhciu" geschaffen werde. ES handelt sich dabei viel weniger um die Aufstellung und Diöcussiou neuer Wchrfystcmc, als uui die augeublicklichc Ausführung dcr Aushebungen, welche erforderlich siud, um die füddculscheu Eoutiugcute auf dcu Betrag oou 2 Proceut der Äcvölleruug zu brmgcu. In Oporto sind wieder Unruhen auSgebrocheu, aber mit Waffcugcwalt, zum Glück ohuc Blutvergießen, unterdrückt worden. Iu Lissabon steht ciuc Eabmcts-krisis liclior; der Ministerpräsident Aguiar ist schwer erkrankt. Das Postdampffchisf „Sc^onia," Capitän Haack, am 6. April r>ou Ncw'Zort abgegangen, ist am 10. April iu Eoweö augckommcu und hat alsbald die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt W Passagiere, 2 Vricfsäckc, 1100 Tons Ladung und 97.081 Dollars Comptantcu. Keschästs-Zeitung. Kronprinz Nlldolf-Vahu. Zwischen deu Concession uüreu dieser Bahn und ihren Geldgebern findm fortwährend Verhandlungen wegen Sicherslellmig de« Erfordernisses filr das ganze llüternclimen, und zwar, wie die „W. C." vernimmt, mit uielein Erfolge stall, so daß alle Hoffnung vorhanden ist, dasi der Bau mich zwischen Sleyr nnd St. Michael iwch in dirsein Jahre wird in Angriff genommen werden lünnen. Mit den Vauunlernehmern soll sowuhl für diesc Linie, wie mich für die Forlschmigeu nUrdüch nach Biidweiö und südlich nach PuiNeba bereit« drfiiiiliu nbsse-schlosseii seiu. Für die Sirecke Pontelm.Udiue lieclt der italienischeil Regierung auch schon daö ^oinesslon^ansnchen vor. Wenn daher nicht besondere Ereignisse dem Unternehmen hinderlich in den Weg treten, so dürfte die Verbindung zwischen B ü h m e n nnb Italien mittelst der Nndolfö-Vahn schon in drei Iah reu eine vollendete Thatsnchr sein. vesterreichische (Kreditanstalt. Aus gntunterrichtetcr Quelle uerninnnt man, daß trotz der Uerhänguißvolleu Ereignisse des verflossenen Jahre« die Creditmistalt ein Erträmiisz von 7'/, Percent geliefert hätte, wenn nicht hauptsächlich die Äl.^audrincr Affaire dazwischen getreten wäre. Gleichwohl wird die Anspruchs-nähme des Neservefondeö zur vervollständigten Auszahlung der silnfpercenligen Zinsen deö NominalcavitcM 'zmmist auf Rechnnnss der im Geiste einer soliden Gclmhlung nnan^geseht gemachten scharfen Abstriche zu scheu sein. Die Aspecten für die Znlnnft nnd namentlich für das lausende Jahr sind, wie der „Geschäfts« bericht" vernimmt, hoffnungsreicher Art, TaS Znstmidelumilien der Sielxnullrger Vah», welchcö durch den Anfall der Snli^ripliou lei»clah»besitz der Crrdil-anstalt einen erholiten Werth zn. Aiich hievon abgesehen hat sich aber derselbe durch die jcht schon eingetrelme belrächlliche Vermehrung der Vetritböeinnahme sehr gehoben. Uebrigenö »uerdcu erst dem lansenden Jahre die Erträgnisse mehrerer günstigen, schon iin Vongen Jahre eingeleilendcn Geschäfte zugute kommen, wie namentlich die Bethcilimmg an deu Südbcchubons uud an dem nenen Nenerfreien Anlehen Andere zn Anfang dieses Jahres abgeschlossene Geschäfte, wie daü Tnbalgl'schäst 'in Italien und die Uebernahme eineö Gntöeoinplexes in Galizien, versprechen gleich' fallö sich lncrativ zu gestalten. ^!aibach, 2>1. Npril. Auf dem he>il!g»n Marlle sind er. schienen? 2 Wagen mit Hen W Etr. <<6 Pfd.), l0 Wagen und I Schiff (5) Klafter) mit Holz. ____ DurchschniNS-Preisc. Mtt.. Mgz.^ Mlt.. Mgz.. sl.>lr. st. lr. st. lr. si., lr. Weizen Pr, Metzen 0 40 7 74 Butter pr. Psund !4'— Hirse „ 2i)0 3 i>4 Schöpsenfleisch „ -^14—! — Knlnrntz „ --. 3i'8 Hähndel pr. Stllck — 35, ,.. _ Erdäpfel „ 2 30-^-, Tmiben „ -.13-.'— linsen „ 5 80—,— Heu pr. Zentner l 10 - ! — »lrbsen „ <^------ ! Stroh „ -,.-____ Fisoleu „ 6-,------- Holz, hart., prKlsl. —^— 7 50 Nind^lfchmalz Pfd, -'45-------^ - weiches, „ —.. 55,0 Schlveinefchnialz „ —^44------- Wein, rother, ftr. ^ Speck, frisch, „—^35——^ Eimer - l ^ 14 __ — geräuchert ,. —40-------1 — weißer „ —^— 15, ^ Attstokommone Fremde. Am 20. April. Etadt Ätticn. Herr Urbanic mit Frl. Schwester, von Graz. Elephant. Die Herren: Kücher nnd Zerse, Handlnriglanraiit, von Fiirstenfeld, > Hinze, Stallnn'ister, von Haa<vai< gelichtet. Ans de,< Alpen leichlichee Schneesl,N. Dll'^iiln nnd Mollizberg tirf herab in Schnee gehüll!. Empfindlich salt. Barometer steigend, Veralltiuortlichel Neduen-ln.- Igilu,, ». Klcittmayr.