Laibachkr Taiiblatt. Rcdaction und Expedition: Bahnhosgasie Nr. 15. - —PrLuumerationSPreise 9^ Laib-»I>I Ban,j. fl. « 4V; Zustellung ius Hau« vrllj.rÖ kr. Mit der Post: GanzjLhr. fl. 1i. Arme Seelen! Insertion-preise: Ein- Montaq, 4.November 1878.— Morgen: Emerich. 11. Zahrq " j-igen bi» s Zeilen SV Ir. O Auch der nationale Moniteur „Slovenski Narod" feierte seinen „Armen-Seelentag" in der ihm eigenthümlichen Form, er warf im gewohnten gehässigen Tone einen Rückblick auf die ab-gelausene Landtagssession, er constatiert, daß die nationale Partei nicht besondere Ursache habe, mit den Resultaten der Session unzufrieden zu sein, er bläst in die weitaus tönende Posaune, er schlägt in die allarmierende Lärmtrommel und gibt seinen Gesinnungsgenossen kund, daß die nationale Landtagsminorität Heuer entschiedener und slavischer ins Treffen zog, als zur Zeit, in welcher die nationale Majorität in der Landstube die Zügel führte. „Slov. Narod" gibt seiner Freude lebhaften Ausdruck darüber, daß die national-klerikalen Landtagsmitglieder gegenüber der verfassungstreuen Majorität kräftig ins Zeug gingen und die letztere, angeblich auf der Anklagebank fitzend, stark gefalzte Speisen verdauen mußte. „Slov. Narod" erhebt das national-klerikale Dreigestirn Svetec-Voönjak-Navratil in den siebenten Himmel, er streut den mnthigen Streitern der Minorität qualmenden, nahezu übelriechenden Weihrauch; er setzt sich auf das hohe Roß und rühmt die hohe politische Reife, die strenge Dis-ciplin, die der national-klerikalen Minorität innewohnte. „Slovenski Narod" will mit seinem scharfen Auge wahrgenommen haben, daß in den Reihen der liberalen Landtagsmajorität ein deprimierendes Gefühl und ein „moralischer Katzenjammer" sich breit gemacht haben, und daß die Tagesordnungen der Landtagssession Heuer nicht günstiger erledigt wurden, als in den Vorjahren. „Slov. Narod" gelangt im Verlaufe seiner kritischen Bemerkungen zu der Erkenntnis, daß die nationale Partei durch das vom Landtage beschlossene Schulgesetz eine Schädigung nicht er- fahren werde. Dieses offene Geständnis wurde in liberalen Kreisen mit Befriedigung begrüßt. „Slov. Narod" bedauert den Abstrich der Subvention für die flovenifche Bühne und gibt unter einem die Eisprung ab, daß die nationale Partei für VerbreitustL der flovenifchen Literatur eifrige Sorge tragen'-«erde. „Slov. Narod" konnte auch bei dieser Gelegenheit der gewohnten Uebung, ehrenhafte, für Recht und Ordnung begeisterte Charaktere aus Kreisen seiner politischen Gegner mit Koth zu besudeln, nicht entsagen. Wir skizzierten im Vorstehenden in kurzen, getreuen Zügen die Psalmen, die der nationale Proset „Narod" gelegenheitlich des Armenseelen-tages gesungen hat. Wir wollen diesen Ausführungen einige Worte gegenüberstellen. ^ Die Thatsache, daß das Trifolium Svetec-Vosnjak-Navratil muthig ins Zeug ging, ist unanfechtbar, jedoch mit welchen Waffen? Svetec gab seinen von persönlichen Ausfällen strotzenden Reden durch wuchtige Faustschläge auf den Tisch des Hauses kräftigsten parlamentarischen (?!) Ausdruck; in Dorsschänken kann nicht eindringlicher und energischer gesprochen werden! Dr. Vosnjak bewährte sich dnrch phrasenreiche Zungenfertigkeit als Statistiker ersten Ranges; bereits zum hundertsten male vernahmen wir, daß nach seiner Volkszählung in Krain 30,000 Deutsche und 430,000 Sloveuen leben. Navratil ging mit Pathos ins Feuer und wollte konstatieren, daß bei den Landtagswahlen Stimmenkäufe stattgefunden haben; jedoch er blieb den Nachweis schuldig. Wir gönnen der national-klerikalen Landtagsminorität das Siegesbewußtsein, Volksvertreter von besonders hervorragender politischer Reife in ihrer Mitte zu besitzen. Nicht jede Landstube kann sich mit einem — Robiö rühmen! Ein Philippovich würde die betonte hochgradige Dis-ciplin der national-klerikalen Landtagsmitglieder, die sich zn wiederholten malen durch Fahnenflucht bei deutschen Debatten äußerte, sicher nicht mit der Kriegsmedaille belohnen! Die vorliegenden Berichte über die Landtagssession erbringen klassischen, unumstößlichen Nachweis, daß die verfassungstreue, liberale Majorität des Landtages ihres Amtes bestens gewaltet hat, daß ihre Mitglieder, in erster Linie die Abgeordneten Freiherr v. Apfaltrern, Desch-mann, Dr. v. Schrey, Dr. R. v. Vesteneck, nicht, wie „Ehren-Narod" bemerkt, vom „moralischen Katzenjammer", sondern insgesammt vom besten Eifer beseelt waren, auf vollkommen nüchterner Bahn die Schonung der Finanzkräfte des Landes Krain und seiner Bevölkerung, die Besserung des Straßen-, Schul- und Gemeindewesens, die Regelung der Landesverwaltung im Innern und nach außen, die Ordnung im Landeshaushalte, die Hebuug der land- und volkswirtschaftlichen Zn-ftäude in Krain zu vertreten und der von der weiland national-klerikalen Majorität geübten Mißwirthschast ein Ende zu machen. Auf der Anklagebank faßen nicht die Mitglieder der gegenwärtigen Majorität, sondern jene der Minorität; jedoch lassen wir die „armen Seelen" ruhen! Schließlich möchten wir noch bemerken, daß die vom „Narod" abgegebene Erklärung inbetreff der Verbreitung der slovenischen Literatur auch in deutschen Kreisen mit Befriedigung zur Kenntnis genommen wurde. Wird die abgegebene Erklärung Fleisch nnd Blut, dann wird auch „Slov. Narod" zur Erkenntnis kommen, daß cs mit seiner „armen Seelen "-Politik zu Ende ist. Die Hebung der slovenischen Literatur muß auf anderem Wege angestrebt werden, als auf jenem, welchen „Narod" wandelt. Die Kronadresse. Der Adreßansfchnß des österreichischen Abgeordnetenhauses ist nach Bericht der „Deutschen Zt." nach viertägiger angestrengter Thätigkeit mit seiner Arbeit fertig geworden. Der Adreßentwurf, Feuilleton. Eine Erzählung ohne Titel. Von Jean Baptiste. (Fortsetzung.) 4. Das Concilium. Als die Liebenden sich dem Wallner'schen Hause näherten, bemerkte Leopoldine mit Befremden, daß der ganze zweite Stock erleuchtet war, und eilte daher doppelt, die Treppe zu ersteigen. Der treue Jakob, ihr Reisegefährte von Linz, öffnete ihr den Vorsaal und schrie ihr entgegen: „Nun gottlob! daß Sie nur wieder da sind, Fräulein Leopoldine! nun ist alles gut. Wir hatten rechie Angst um Sie gehabt, als der gnädige Herr und das Fräulein Tante ohne Sie nach Hause kamen, ich mußte gleich in den Augarten, und der Kutscher uud der Hausmeister und emige Leute aus der Nachbarschaft rannten in die Au. Wir haben alle Winkel durchkrochen, doch nirgends war etwas zu sehen —" „Aber Jakob!" unterbrach Leopoldine den Strom seiner Rede, „was bedeutet denn die Erleuchtung aller Zimmer?" „Ei, der gnädige Herr ist krank geworden vor Schreck über das Feuer und über Ihren Verlust, da hat er den Doktor Morosini holen lassen, und die Doktoren Fix und Grieskirchuer sollten auch Herkommen ins Concilium — wir haben nur den einen finden können, es ist aber auch so gut, es hat bei ihm nicht so viel zu sagen, als er glaubt. Leopoldine bat den Unbekannten — denn obschon sie ihm ihre ganzen Verhältnisse mit-getheilt, war es ihr doch nicht einmal eingefallen, nach seinem Familiennamen zu fragen, nnd sie begnügte sich damit, zu wiffen, daß er Ferdinand heiße — einen Augenblick im Vorsaale zu warten, bis sie den Onkel auf seine Erscheinung vorbereitet haben würde, uud wollte eben in das Zimmer des Kranken schlüpfen, als ihr aus demselben ein großer dicker und ein schmächtiger kleiner Mann entgegen traten; der erste, Wallners Hausarzt, freute sich sehr über Leopoldiuens Erscheinung, und versicherte, ihr Unfall hätte dem Onkel theuer zu stehen kommen können, wenn er nicht zu rechter Zeit gerufen worden wäre. „Jetzt aber," schloß er seine Rede, „hoffe ich mit Gottes und meines werthen Herrn Collegen Hilfe — ich habe die Ehre, Ihnen den verdienstvollen Herrn Doktor Fix vorzustellen — das Beste, ja das Beste." „Mein Onkel ist also —", frug Leopoldine ängstlich, und mit beträchtlicher Verlängerung seines vollmondartigen Antlitzes fiel der Ordinarius ein: „Noch immer im sehr bedenklichen Zustande seine Krankheit ,st das furchtbare I^^oedonllria-eum malum, ka,88io I>)'i)c>cIioii(1riii,eg, auch lhpo-elionärmeuin üilleetun; oder morlms genannt. Die Alten ertheilten ihr wegen ihrer vermischten und widerwärtigen Zusälle den Namen eines Gegenstreites der natürlichen Verrichtung, und Hyppokrates hat eine dergleichen Krankheit unter dem Namen Milzgeschwulst beschrieben —" „Warum nicht gar, Herr College!" unterbrach ihn Dr. Fix, „Milzgeschwulst, Milzsucht sind falsche Ausdrücke, die man längst nicht mehr wie er vom Fortschrittsklub im Hause eingebracht worden ist, hat im Ausschüsse nur in zwei Punkten wesentliche Abänderungen erfahren, die aber den Zweck der Adresse nicht alterieren. Es wurden nämlich im zweiten und dritten Alinea jene Stellen eliminiert, die „von den schweren politischen und wirtschaftlichen Opfern, welche bei den letzten Vereinbarungen mit der ungarischen Krone gebracht wurden," ferner von den „Beschränkungen und Lasten" handeln, „welche die gegenwärtige Behandlung der gemeinsamen Angelegenheiten und der Kostenaufwand für dieselben den Vertretungskör-Pern und der Bevölkerung Oesterreichs auferlegen". Im übrigen ist der Inhalt der Adresse, insofern er gegen die Politik des Grafen Andrassy und besonders gegen die Methode dieser Politik gerichtet war, von einigen stilistischen Aenderungen abgesehen, fast unverändert geblieben. Vom Occupationsschauplatze. Der bosnische Regierungskommissär, gewesener kroatischer Vizegespan Vladimir Mazu-ranic, ist mit dem Elaborat der bosnischen Organisierungskommission nach Wien abgereist und wird etwa nothwendige mündliche Aufklärungen daselbst ertheilen. Der Feldzeugmeister Baron Joses Philip-povich hat den wiedergenesenen Oberstaatsanwalt Napoleon v. Spun-Strizik nach Serajewo berufen Nach Inhalt eines der „Allg. Ztg." aus Belgrad zugekommenen Berichtes lauten die letzten Mittheilungen von der bosnischen Grenze gar nicht günstig und beinahe beunruhigend : Die Bevölkerung hat kein Brod, die Armee aber hat alles schon verzehrt, was da war, so daß man einer Hungersnoth entgegengehe. Offiziell ist die Ausfuhr der Lebensmittel aus Serbien noch verboten, aber die Bosniaken haben der Regierung Bittge» suche eingereicht, in bestimmten Fällen die Ausfuhr von Weizen und Kukurutz zu erlauben. Wie ich gehört, hat die hiesige Regierung auch erlaubt, bei Ratscha, Schepak nnd Ljubovija Weizen und Kukurutz auszuführen. Infolge dessen sollen Tausende von Zentnern täglich nach Bosnien transportiert worden sein, und zwar um den für uns fabelhaften Preis von 11 bis 12 Gulden per Zentner. Die Militärbehörden müssen für den Winter Vorsorgen, dem die Straßen von der Save in das Innere des Landes sind im Winter unpassierbar , und wenn dann die hiesige Regierung die Ausfuhr der Lebensmittel aus Serbien nicht gestattet, kann sehr leicht auch die österreichische Armee ohne Brod bleiben. Nicht im mindesten besser lauten die Nachrichten von der Grenze des Paschaliks Novibazar. Die Besatzungen von Vi-öegrad, Srebrenitza und Zwornik müssen noch immer stets in Bereitschaft stehen. Seitdem aber die Reservisten ihre Regimenter verlassen haben, sollen die Mannschaften, welche zurückgeblieben sind, sehr niedergedrückt sein, denn man verbreitet in Bosnien, besonders an unserer Grenze, die schrecklichsten Nachrichten über die Arnauten. So wird erzählt, daß über 100,000 (?) Arnauten mit 150 Kanonen im Anmarsche gegen Viöegrad sich befinden sollen, und daß die Bosniaken nur auf ein Zeichen von der Liga aus Prisrend warten, um dann alle Garnisonen in einer Nacht zu überfallen und zu massakrieren. Jedenfalls sind solche Nachrichten sehr übertrieben, aber doch können sie auf den Geist der Armee nachtheilig wirken. Wenn es anch nicht wahr ist, daß 100,000 Arnauten der Occupatiousarmee drohen, so ist so viel ganz sicher, daß, sobald der Schnee fällt, ein nener Aufstand in Bosnien entflammen wird — ein neuer, aber sehr blutiger Krieg. Austro-italienischer Handelsvertrag. Die Vorverhandlungen wegen eines österreichisch-italienischen Handelsvertrages haben, wie die „Italic" schreibt, am 26. September in Wien begonnen und sind am 3. Oktober beendet worden. Die italienischen Vertreter Ellena und Axerio, von den wohlwollenden Dispositionen der Vertreter Oesterreich-Ungarns unterstützt, haben die Verhandlungen zu einem gedeihlichen Ende geführt. Es wurde am 3. Oktober in Wien ein vorläufiges Protokoll unterzeichnet, welches den definitiven Verhandlungen zur Grundlage dienen wird. Diese Verhandlungen werden sogleich beginnen, sobald die betheiligten Regierungen das Protokoll rati-ficiert haben werden. Deutschland, die Schweiz und der Vatican. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und der römischen Curie dauern, wenngleich langsam, fort. Eine wichtige Frage, die zu lösen ist, bezieht sich auf die religiösen Verhältnisse in Elfaß-Loth-ringen, dessen Diözesen noch in der Weise verwaltet werden, als ob sie zu Frankreich gehörten. Die deutsche Regierung und der Vatiean wünschen eine rasche Lösung dieser Frage. Der Vatican wird die letzten Wahlen in der Schweiz zum Anlaß nehmen, von wegen Wiederherstellung der Beziehungen Verhandlungen einzuleiten. Die exilierten schweizerischen Bischöfe erhielten Instructionen, sich zur Rückkehr in ihre Diözesen vorzubereiten. Tagesneuigkeiten. — Avancement in der Armee. Die „N f. Pr." erfährt, daß das jedenfalls vom 1. November geltende Avancement aus dem Grunde sich verzögert, weil während der Truppenrückmärsche gewisse nothwendige Aufklärungen der Truppen-kommandanten Verspätungen erlitten haben; das Avancement wird jedenfalls noch im Monate November publieiert werden. — Zuk unsts Programme. In den national gesinnten Blättern Triests nnd Wälschtirols wurden diesertage die Zukunftsprogramme der griechisch-italienischen Consöderation veröffentlicht, deren angeblicher Endzweck ist: alle Völker dieses Stammes zu einer Offensiv- nnd Defensivallianz gegen daS Uebergewicht des Pangermanismns und des Panslavismns zu vereinen. Nach dem Programm sollen 80 Millionen Gräkolatiner den 60 Millionen Germanen und 75 Millionen Slaven gegenüberstehen ! Die enthnographische Statistik scheint nicht die stärkste Seite der Herren Castelar, Zorrilla, Gambetta, Frkre-Orban, Rosetti und Deligiorgis zn sein, von denen das Programm ausgeht; denn nach den neuesten statistischen Handbüchern wird für die griechisch-lateinischen Völker eine Kopfzahl von 96*/z, für die germanischen von 95, für die slavi-schen von 82*/z Millionen angenommen. Unter dem Centraleomite in Paris, an dessen Spitze der intime Freund Gambetta's, der Seine-Deputierte Duprat. sich befindet, stehen 7 Spezialeomites, davon eines in Turin, großentheils aus Anhängern der „Jtalia irredenta" zusammengesetzt. Die Vermuthung, daß diese rastlos ihre Zwecke verfolgende Coterie die „gräko-italische" Bewegung dazn benützen wird, um Beisteuern aus den „nicht erlösten Ländern" für den Agitationsfonds zu gewinnen, und in der öfter-reichischningarischen Monarchie, deren Bevölkerung größtentheils aus Dentschcn und Slaven besteht und nur gegen 3^/z Millionen Romanen zählt, den leider schon vorhandenen Nationalitätcnzwist noch mehr anznsachen, scheint nicht unbegründet, daher diese von vielen verlachte „Phantasterei" immerhin einen reellen Hintergrund haben dürste. — Aus Bosnien. Die Repatriierung der bosnischen Flüchtlinge beginnt am 9. d. bei dem bosnisch-kroatischen Grenzorte Rnjevac. In Zavalje, woselbst der Kommissär der bosnischen Landesregierung Zaknla und der Agramer Landeskommandierende Baron Franz Philippovich eingetroffen sind, finden diesertage alle nähern Feststellungen statt. Nachdem fast sämmtliche Wohnptätze der Flüchtlinge während der drei Revolutionsjahre von den Türken niedergebrannt wurden, so bildet deren Unterkunft die Hauptsorge dieser Kommission. Es fehlen 20,000 Häuser zu deren Unterbringung, und verlassene Tür-kenhänfer gibt es kaum ein paar Tausend. für diese Krankheitsform gebraucht. Schon der gelehrte Sylvius hat in seiner Difsertion „äs ukuliönis" bezeugt, daß er mehr als 100 Personen in dieser Krankheit behandelt hat, die alle gestorben sind, und bei der Leicheneröffnung wurde die Milz bei allen gut und frisch angetrossen." „Der Patient", fuhr Doktor Morosini nach einem wüthenden Blicke auf seinen Colle^en, der, so undankbar für die Ehre, daß er von ihm zum Coueilinm berufen worden, wage, anderer Mei-""M N Der Patient ist zwar noch im ersten Stadium dieser menschenwürgenden Pestseuche; aber wird nicht ernstlich dazu gethan, so kann er gar bald ins zweite übertreten, seine Beklemmungen werden sich in tödtliche Anast verwandeln, km-zer und schwerer Athen, wird sich zeigen, Herzklopfen, als hätte er einen Polyp, bis er endlich zum dritten Stadium gereift, in die vollständige Melancholiam, in die Tollsucht allein verfällt, oder diese, mit dem Marasmo oder abzehrenden Fieber vergesellschaftet, ihn auf die qualvollste Weise in die Grube stürzt." „Die Krankheit Ihres Herrn Onkels", wandte sich Doktor Fix zu Leopoldinen, die, von dem entsetzlichen Bilde erschreckt, an ihm vorüber in die Krankenstube zu gleiten versuchte, uud hielt sie an der Hand fest, „besteht eigentlich nur aus einzelnen Symptomen, und wenn diese durch unsere Kuust — wie ich nicht zweifle — gehoben werde», ist auch das ganze Uebel gehoben." „Herr College!" ereiferte sich Doktor Morosini, „Sie scheinen sich auf die Seite gewisser Neuerer zu schlagen, aber Ihre Symptomatologie wird keine so gefährliche Krankheit heilen." „Gefährlich nun wol eben nicht", bemerkte lächelnd der Grünrock, „denn im höhern Alter verliert sie sich manchmal bei der verminderten Reizbarkeit des Nervcnsistcms von selbst; aber eine furchtbare Krankheit ist es allerdings, die dem Kranken so qualvoll ist, als seiner Umgebung, und selten geheilt wird, weil größtentheils weder die Aerzte den rechten Weg angeben, noch die Kranken denselben verfolgen. Nach meiner Meinung sollte physische Heilmethode die passendste für diesen Proteus aller Krankheiten sein." Die Doktoren starrten ebenso verwundert auf deu Grünrock, als Leopoldine, und jener, das allgemeine Erstaunen bemerkend, stellte sich seinen Lollegen als den Doktor Klar vor, dessen Kuren, obschon er erst zwei Jahre graduiert war, doch schon ansiugen, Aufsehen in der Stadt zu erregen. Die entzückte Leopoldine sah in dieser Entdeckung ein neues, beglückendes Pfand ihres künftigen Glückes; denn wenn wirklich der Onkel ihre Rettung aus der gefahrlosen Feuersbrunst nicht so hoch anschlagen sollte, als es ihr dankbares Herz gethan, konnte er wol dem Hersteller seiner Gesundheit — nnd daß Klar dies werden mußte, schien ihr mit apodiktischer Gewißheit klar, — ihre Hand versagen? Ueberzeugt, daß ihr Geliebter mit den beiden Doktoren, die gute Lust zu habeu schienen, sich mit ihm in einen Wor 'ampf einzulassen, leicht fertig würde, ließ sie ihn ganz rnhig mit seinen Gegnern allein und eilte in das Schlafgemach ihres Onkels, wo ihr eine viel stürmischere Aufnahme bevorstand, als sie sich im Rosentraume des ersten Liebesglückes einfallen ließ. (Fortsetzung folgt.) — Fürst Milan wird mit seinem ganzen Hofe den Winter über in Nisch verweilen. Auch wird die serbische Sknpschtina dort ihre Sitzungen halten, während die bulgarische Sknpschtina sich zu derselben Zeit in Sophia versammeln wird- In dortigen hochstehenden Kreisen wird es nicht für unwahrscheinlich gehalten, daß Fürst Milan znm Fürsten von Bulgarien gewählt wird. — Lassale's Schriften. Ans Grnnd des Socialistengesetzes wurden vom Berliner Polizeipräsidium sämmtliche auf die Arbeiterbewegung bezüglichen Schriften Lassale's im deutschen Reiche verboten, und zwar: 1.) Zur Arbeiterfrage; 2.) an die Arbeiter Berlins; 3.) offenes Antwortschreiben; 4.) dis Feste, die Presse und der''Frankfurter Abgeordnetentag; 5.) Arbeiterlesebuch; 6.) Herr Ba-stiat-Schulze von Delitzsch. Lokal- und provillMl-Ängelegenheiten. Original-Korrespondenz. Nassensnß, 30. Oktober. Die Weinlese in unserer Gegend ist beendet, und übertras dieselbe der Quantität nach alle Erwartungen. Weingartenbesitzer, die im vorigen Jahre 100 Eimer eingekellert hatten, bekamen Heuer 225 Eimer. Auch die Qualität wird gelobt, weshalb der Preisanbot mit 3 bis 4 Gulden per Eimer abgelehnt und zugewartet wird. Der junge Wein geringerer Qualität wird um 2 Gulden per alten Eimer losgeschlagen. Die Lipna- und Schwarztraube hielten Stand, aber die Edelrebe wnrde durch Fröste geschädigt und trug keine Trauben. Es erübrigt mir noch, eine komische Szene aus unserem Weingebirge, die sich ober Vicherberg abspielte, mitzutheilen. Ein Weingartenbesitzer begab sich in seinen Weingarten, fand denselben ganz zertreten und viele Reben der Tranben beraubt. Der Besitzer begab sich eines frühen Morgens, mit geladenem Schießgewehr bewaffnet, in seinen Weingarten, um dem verwegenen Traubendieb einzufangen. Der Besitzer mag kaum eine halbe Stunde seinen Stand eingenommen haben, da schlich sich der kecke Tranbendieb an, der Besitzer richtete sich znm Schnß, jedoch der Dieb war kein zwei-, sondern ein vierfüßiger, cs war Meister Petz; als der Besitzer denselben erblickte, ließ er aus Furcht die Schußwaffe fallen und ergriff die Flucht. Der Besitzer, welcher seine Heldenthat im Gasthause erzählte, wurde tüchtig ausgelacht. — (Die Abbrändler inKroisenbach) empfingen ans der Privatkasse des Kaisers einen Unterstützungsbetrag von 400 fl. — (Verloste krainische Grunde nt -lastnngs-Obligati onen.) Mit Coupons L 50 Gulden: Nr. 177, 458, 465; mit Coupons L 100 Gulden: Nr. 263, 307, 335, 508, 531, 581. 622, 755, 825, 912, 950, 976, 1003, 1127, 1130, 1133, 1147, 1343, 1351, 1586, 1703, 1809, 1945, 2119, 2126, 2133, 2194, 2301, 2304, 2357, 2372, 2438, 2444, 2457, 2458, 2508, 2525, 2550, 2656, 2699, 2744, 2773, 2805, 3031, 3069, 3115; mit Coupons ä> 500 Gnlden: Nr. 8, 19. 23, 89, 163, 180, 251, 434, 443, 584, 743, 787; mit Coupons ü, 1000 Gulden: Nr. 97, 222, 384, 408, 425, 453, 562, 660, 859, 1035, 1122, 1158, 1194, 1270, 1276, 1285, 1295, 1296. 1297, 1349, 1361, 1532, 1^49, 1684, 1706, 1746, 1900, 1902, 1904, 1956, 1962, 2211, 2218, 2285, 2312, 2342, 2358, 2361, 2452, 2454, 2490, 2639, 2648, 2700, 2892, 2921; mit Coupons ü, 5000 Gulden: Nr 27, 52, 55, 176, 250, 279, 390, 435, 593. Lit. ^ Nr. 321 per 2800 fl., Nr. 1272 per 10,000 fl, Nr. 1474 per 50 fl., Nr. 1472 per 1100 fl, Nr. 1588 per 120 fl. Hiezu von der Obligation Lit. ^ Nr. 1078 Per 37,760 fl. den Teilbetrag per 4180 fl. Folgende, bereits gezogene und rückzahlbar gewordene Obligationen wurden noch nicht zur baren Auszahlung präsentiert: Mit Coupon Nr. 74, 260, 327 ü. 50 fl.; mit Coupon Nr. >37, 317, 413, 494, 601, 927, 1122, 1254, 1409, 1484, 1485, 1693, 1831, 1843, 1855, 1861, 2013, 2041, 205', 2137, 2144, 2369, 2488, 2576, 2577, 2581, 2746, 2928, 3036 L 100 fl; mit Coupon Nr. 166, 203, 211, 218, 446, 520, 553, 569, 655, 657, 802 L 500 fl; mit Coupon Nr. 216, 244, 290, 850, 856, 1294, 1550, 2037. 2160, 2254, 2302. 2592, 2594, 2653, 2830 L 1000 fl. — (Fleischtarif für den Mo natNovem-b e r.) Das Kilogramm bester Qualität von Mastochsen kostet 54 kr., mittlerer Qualität 46 kr., geringster Qualität 38 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 48, 40 und 32 kr. — (Der Hauptrapp ort) sämmtlicher in Krain im Aufenthalte befindlichen Reserve-Offiziere fand heute iu Laibach statt. — (Das Konzert Raab-Sauret), welches am 9. d. im Redoutensaale stattfinden sollte, wurde abgesagt. — (Verkehrsstörung.) Auf der Südbahn-strecke Liesing-Mödling sind gestern Schneeverwehungen eingetreten, weshalb die Wieuer Post mit dem gestrigen Schnell- und heutigen Nacht-Postzuge ausgeblieben ist. — (Aera rische Po st ge fälle.) Am 11. d. werden bei der Finanzdireetion in Klagenfnrt die ärarischen Weg- und Brückenmanthgesälle der Stationen Kappel, Bellach, Pontafel, Thörl, Arnold-stcin, Greifenburg und Paternion verpachtet werden. — (Krankentransport.) Der Sanitätszug des Malteserordens hat in der Zeit vom 11. August bis 26. Oktober d. I. 1800 Kranke und Verwundete auf einer Bahnstrecke von 12,000 Kilometern nach den Spitälern von Laibach, Pettan, Marburg, Klagenfurt, Graz und Wien transportiert. — (Aus der Musikwelt.) Der bekannte junge kroatische Violinvirtuose Herr Krezma konzertiert diesertage in Agram und präsentiert sich unter einem als Compositeur von Orchesterpiecen. — (Ans der Bühnen Welt.) Die Operettensängerin Frl. Allegri, vor vier Jahren in Laibach engagiert, ist in Würzburg gestorben. Frl. Arensdorf wirkt auf der Stadtbühne zu Jglan in Mähren. — (Landschaftliches Theater.) I. Rasens auch hier sehr beliebter vieractiger Schwank „Größenwahn" gelangte vorgestern in einer von den bisherigen Darstellungen wesentlich abweichenden Form zur Aufführung. Herr Smaha faßte die Rolle deS „Banquiers Ringheim" anders auf, als seine Vorgänger, er schuf an Stelle des bornierten, vom Größenwahne ergriffenen, gemüthlich und komisch auftretenden Finanzmannes ein anderes Charakterbild, ein Superplus von Aufgeregtheit, ein auf den Brettern sich herumtummelndes Perpetuum mobile, eine dem Nervenschlage entgegeneilende Individualität, die der Gemüthlichkeit nahezu gänzlich entbehrt. Herr Smaha erntete für dieses neue Charakterbild lauten Applaus; die Spiegelszene im vierten Acte wurde von Herrn Smaha und Fräulein Solvey (Conrad) vorzüglich dargestellt, diese einzige Szene trug das gelungene Gepräge eines Schwankes. Frl. Solvey trat als „Conrad" resoluter auf, als ihre Vorgängerin Frl. Nufcha-Bntze; auch diese Rollenauffassung fand großen Beifall. Herr Waldburger präsentierte sich als „Professor Ander?" in guter Maske, aber die Bewegungen des pedantischen, ruhigen Professors waren zu lebhaft, in mehreren Stellen klang sein Stimmorgan unverständlich nnd tief. Frl. Wilhelmi gab die „Tante Ringheim" meisterhaft in Wort und Spiel. Die Nebenrollen waren gut besetzt, die Herren Direktor Ludwig (Major Lauter), Baum (Heinrich Lauter), Ehrlich (Waller) und Fried mann (Cornelius), die Fräulein Laughos (Eugenie), Binder (Bertha), Meyer (Therese) und Ulrich (Anna)unterstützten die Träger der Hauptpartien bestens. — Die Operette „Schönröschen" bürgert sich denn doch auch in unseren Mauern ein, sie ging gestern, recht lebhaft und beifällig begrüßt, znm dritten male über unsere Bretter. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Die Nachricht, daß der ungarisch-kroatische Finanzausgleich auf ein Jahr verlängert werden soll, hat in Agram einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. — Die gesammte Lehrerschaft in den Schulbezirken Judenburg, Knittelfeld, Oberzeiring, Obdach, Mnrau, Neumarkt und Oberwölz hat sich nach Bericht der Grazer „Tagespost" bei den im Verlaufe der zweiten Hälfte des Oktobers dieses Jahres abgehaltenen Bezirkskonserenzen dahin ausgesprochen, daß die achtjährige Schulpflicht zu einer den Anforderungen des Zeitgeistes entsprechenden Volkserziehnng und zur Entwicklung des Volkswohles unbedingt noth-wendig ist. — (Berichtigung) der den Jdeengang störenden Satzverbindung im Feuilleton dieses Blattes Nr. 249 vom 29. Oktober zur „Erzählung ohne Titel": Durch einen 1r»,p8U8 calami wurde der Schlußsatz: „Hier ist der Punkt, wo wir den Titel dieser Erzählung sestsetzen, durch die Hauptpersonen dreier Grünröcke," vor dem 2. Kapitel, statt nach demselben eingeschaltet, was der freundliche Leser zur Notiz nehmen wolle. Aus der Generalversammlung der philharmonischen Gesellschaft. Laibach, 3. November. Der Gesellschastsdircktor Regierungsrath Dr. R. v. Schöppl begrüßt die Versammlung, wirft einen Rückblick auf die Thätigkeit der Gesellschaft im abgelaufenen Vereinsjahre, theilt mit: daß die Gesellschaft 344 Mitglieder und die Musikschule 89 Schüler zählt, daß die Familie Smole das italienische Liederspiel „Paradies und Peri" in Partitur und Auslagstimmen, die krainische Sparkasse einen Betrag von 150 fl. und das Reichsrathsmitglied Herr M. Hotschewar 300 fl. spendeten. Der Jahresbericht wird soeben in Druck gelegt und demnächst an die GesellschaftSmitglieder vertheilt werden. Steuer-Oberinspektor Verderber erstattet im Namen des Rechnnngs-Revisionscomites Bericht, daß die Vereinsrechnung pro 1877/78 revidiert und richtig befunden wurde. Der Vereinskassier C. Karinger theilt den Rechnungsabschluß Pro 1877/78 mit; die Gesammt-empsänge beliefen sich auf 5357 fl. 39 kr. und die Gefammtausgaben auf 4758 fl. 68 kr. Die Vereinsmitglieder Steuer - Oberinspektor Verderber und Bezirkskommissär Schaschel werden per Acclamation als Rechnungsrevisoren gewählt. RN. v. Fladnng erstattet namens der Direktion Bericht, daß Fräulein Klementine Eberhart als gesellschaftliche Gesangslehrerin wieder gewonnen und mit der bestbekannten vorzüglichen Sängerin ein Vertrag abgeschlossen wurde, womit sich Fräulein Eberhart verpflichtet, wöchentlich in der Vereins-Gesangsschule 14 Unterrichtsstunden zu geben nnd jährlich in zwei Gesellschaftskonzerten als Solosängerin mitzuwirken, wofür daS genannte Fräulein bis auf Widerruf eine JahreSbefoldung von 400 fl. aus der Gesellschaftskasse empfängt. Die Versammlung genehmigt den diessälligen ContractSabschluß. Der Vereinssekretär M. Krenner theilt das Präliminare Pro 1878/79 mit. Die Gesammt-empsänge werden mit 4420 fl. und die Ausgaben niit 4823 fl. veranschlagt. Das Deficit dürfte durch Kafsebestände und Ersparungen im innern Haushalte gedeckt werden. Der Gesellschaftsdirektor Regierungsrath Dr. R. v. Schöppl beleuchtet die hervorragenden Verdienste, welche das Vereinsmitglied und Sekretär Dr. Friedrich Keesbacher durch langjährige Mitwirkung bei Gesellschaftskonzerten und durch Verfassung der Gesellschafts-Jahresberichte, — welche der ! Gesellschafts-Musikdirektor A. Nedved durch 23jäh- rige aufopfernde Thätigkeit, durch Hebung der musikalischen Zustande, durch Pflege der klassischen Musik in Laibach und als Compositeur sich erworben haben, und stellt im Namen der Direktion den Antrag : beide Herren, Dr. Keesbacher und Direktor Nedved, seien in Würdigung dieser Verdienste zu Ehrenmitgliedern der philharmonischen Gesellschaft in Laibach zu ernennen. Dieser Antrag wird einstimmig zum Beschlüsse erhoben. Die Versammlung schritt zur Erledigung des letzten Punktes der Tagesordnung, zur Vornahme der Wahlen des Gesellschaftsdirektors und der neun Directionsmitglieder. Die Wahlen erfolgten per . Acclamation, wiedergewählt wurden: als Direktor RR. Dr. R. v. Schöppl und als Directionsmitglieder die Herren: Didak, v. Fladuug, Karinger, Dr Keesbacher, Krenner, Leskovic, Mühleisen, Presniz und Twerdy. Zu den Volksschulgesetzen für Kram. (Fortsetzung.) II. Abschnitt. Z 22. Die Feststellung der Zahl der Lehrstellen an jeder Schule sowie die Bestimmungen, welche derselben mit Unterlehrern besetzt werden können, steht dem Landesfchnlrath unter Beobachtung der Vorschrift der §8 11 und 13 des Volksschulgesetzes vom 14. Mai 1869, R. G. Bl. Nr. 61, zu. Mit Berücksichtigung tcr für die einzelnen Lehrstellen bestimmten Dienstkategorien entscheidet der Landesfchnlrath nach Einvernehmung des Bezirksschulrates über die Zulassung weiblicher Lehrkräfte in den unteren vier Jahresstufen der Knabenoder gemischten Volksschulen. tz 23. Jede Erledigung einer Lehrstelle an einer öffentlichen Volksschule zeigt der Ortsfchulrath sofort dem Bezirksschulrats au, welcher ohne Verzug für deren provisorische Besetzung Sorge zu tragen hat. Steheu zu diesem Behufe disponible Lehrkräfte nicht zur Verfügung, so soll die vaeante Lehrstelle an eiuklassigen Schulen durch eine Lehrkraft einer mehrklasfigen Schule aushilfsweise versehen, an mehrklafsigen Schnlen aber durch das übrige Lehr-perfonale derselben Schule besorgt werden. Das Lehrpersonale hat sich jeder solchen Anordnung des Bezirksfchulrathes z» fügen. ß 24. Die definitive Besetzung der Lehrstellen erfolgt im öffentlichen Concnrswege. Zu diesem Ende hat der Bezirksschulrat für jede erledigte Lehrstelle unter Bezeichnung der für dieselbe bestimmten Dienstkategorie nnd mit Angabe der damit verbundenen Bezüge den Concurs im amtlichen Landesblatte und in einem oder mehreren anderen, nach dem Ermessen des Bezirksschulrates zu bestimmenden, namentlich fachmännischen Orgaueu der öffentlichen Presse auszuschreiben. Jnbetreff dieser Kategorien ist für die Con-enrsansfchreibung iu der Regel die vom Laudes-schulrathe vorgeuommene Feststellung (8 22) maß» gebend. Ausnahmen hievon werden Fall für Fall vom LandeSschnlrathe bewilligt. _______________(Fortsetzung folgt.)__________________ Eingesendet. Aus unser „Eingesendet" vom 29. Oktober d. I. erscheint in der Nr. 251 des „Slovenski Narod" eine Erwiderung mit dem seierlichen Proteste gegen unsere Zeich- ' "Aür djx landschaftlichen Beamten: das Comite" mir ver Drohung, daß, wenn wir dieser Firma noch wei-tersyln zu bedienen uns erkühnen sollten, cvmpetcnteuorts Satlsfaction verlangt werden würde. Gezeichnet: die landschaftlichen Beamten (15 Unterschriften, deren Namen „Narod" ,edoch verschweigt. Wir würden das Gefasel einiger Schwätzer gar keiner Antwort würdigen, wenn cs uns nicht darum zu thun wäre, selbst den Schein einer Anmaßung von uns zu wälzen, und nns vor der Oeffentllchkeit zu rechtfertigen. Wir Endesgefertigten haben die Petition an den Krainer Landtag verfaßt, dieselbe wurde geprüft, angenommen und von den Herren: Joanctik, Tekauiik KremZar, lchofmann, Urbas, Dremk, Prelesiuk. Peternell, Peinik, Flöre, Tertnik, Tomanii, Vizjak, Lusin, Zupan, Kozjek, Paternoster, Pagliaruzzi und Omeje unterfertiget. In Gegenwart von dreiviertel dieser genannten Herren wurden wir Unterzeichneten zur Ueberreichung dieser Petition bestimmt und uns zu allem, was zur Förderung des Zweckes dienlich sein sollte, Vollmacht ertheilt. Der Stand der landschaftlichen Beamten zählt 24, oben erschienen 19 verzeichnet, und nur 5 haben sich von der Mitsertigung aus Gründen, welche wir hier anzufüh-ren nicht berufen sind, ausgeschlossen. Woher nahm „Narod" die fein sollenden 15 Unterschriften? Wer repräsentiert in der Bcamtenfrage die landschaftlichen Beamten rechtmäßig, wir Beamte oder die Schwätzer des „Narod?" Es diene Euch zur Wissenschaft, daß wir uns bis zur Schlichtung der Beamtenfrage als das von der Majorität der landschaftlichen Beamten eingesetzte Comite noch sortan gerieren, fertigen und durch niemanden, wohlgemerkt, durch niemanden in der Ausübung unseres Rechtes beirren lassen werden. An Eure lächerliche Drohung bezüglich der Satissaetion Vonseite der competenten Behörde kniipsen wir den sehnlichsten Wunsch, daß diese Drohung ehemöglichst zurThat-sache werden möge, denn dort, vor den Schranken des Gerichtes, könnt Ihr Wahrheiten zu höreu bekommen, daß euch die Lust zu weiteren Protesten gewiß nicht mehr kommen soll. Im Namen der Majorität der landschaftlichen Beamten: Die Comitemitglieder: Drcnik, Hofmann, Omcjc. Witterung. Laibach, 4. November. Morgenroth, die Alpen klar, nachmittags Aufheiterung, Svilnenschein, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr — 1.4', nachmittag» 2 Uhr 6 4'0. (1877 -j- 11-6'; 1876 -t- 61» 6.) Barometer 729 l 8 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur 0 5«, das gestrige -j- 2-9°, beziehungsweise um 6 5° und 3-9° unter dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 12 10 mm. Regen und Schnee. Angekommene Fremde am 3. November. Hotel Stadt Wie». Ritter v. Gutmannsthal, Triest. — Stalzer, Kfm., Gottschee. — Nagy, Kfm., Oedenburg. — Dr. Rikli sammt Gemalin, Veldes. — Pekolj, Ad-junetensgattin, Bleibnrg. — Bossow, Kfm., Kurz, Reif., und Trinker, Wien. Hotel Elefant. Graf Barbo, Kroisenbach. — Vietin I., Vietin, Private; Cavino und Poche, Triest. — Jegher, Ingenieur, Görz. — Erschen, Steueramtsadjnnet, Treffen. — Lach, Bezirksrichter, Radmannsdorf. — Berger, Kfm., Leipzig. Hotel Europa. Kruschitfch, k. k. Lieut,, CM. — Fürst Wiudischgräz, k. k. Lieut, Wien. Baierischer Hof. Sabil, Krain. — Verkitsch, Geschäfts«!., Tüffer. — Prohaszka sammt Gemalin, Wien. Mohren. Stubenwolf, Mariendorf. — Katalon, Sesfana. — Klobas, Bischoflack. Berstorbene. Den 2. Novembe r. Maria Kasteliz, Vcrzehrungs-steiierbcstellteii-Tochter, 3 I., Karlstädterstraße Nr. 10, Caries des Fersenbeins. Den 3. Novembe r. Rudolf Blumauer, k. k. Post-offieials-Sohn, 3J., Maria-Theresicustraßc 1, Bronchitis. — Alois Paternoster, landschaftl. Beamtensfohn, ,2 I. 16 Tage, Petersstrajze Nr. 24, Atrophie. — Cacilia Cesen, Jnstitutsarme, 74 I., Chröngasse Nr. 5, Lungenblntsturz Gedenktafel aber die am 6. November 1 87 8 stattfindenden Licitationen. 1. Feilb., Blazie'sche Real-, Loka, BG. Neumarktl. — 1. Feilb., Baljavec'sche Real., Swirtsche, BG. Neumarktl. — 1. Feilb., Zontar'sche Real., Lack, BG. Lack. — Reass. 3. Feilb., Bernesche üieal., Laze, BG. Senosetsch. — Reass. 3. Feilb., StcfanHi'sche Real., St. Michael, BG. Senosetsch. -- 1. Feilb., Grahor'fche Real., Smerje, BG. Fei-striz. — Reass. 2. Feilb., BostjaniiS'sche Real., Harije, BG. Feistriz. Am 7. November. 3. Feilb., Wohlgemuth'sche Real., Uuterfermk, BG. Kraiuburg. — 3. Feilb., Strupi'sche Real., Rupa, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Hren'fche Real., Kompolje, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Adamtt'sche Real., Kompolje, BG. Großlaschiz. — 3. Feilb., Zrimseksche Real., Großmaier-hos, BG. Adelsberg. — Neuerliche 3. Feilb., Zele'sche Real., Dorn, BG. Adelsberg. — 1. Feilb, Pileu'sche Real., Michelstetten, BG. Krainburg. — 1. Feilb., Trele'sche Real, HotemaZ, BG. Krainburg. Theater. Heute (ungerader Tag): Die Journalisten-Lustspiel in 4 Acten von Gustav Freitag. Morgen (gerader Tag): Die Prinzessin von Trapez u nt. Komische Operette in 3 Acten von Offenbach. Lebensmittel-Preise in Laibach am 2. November. Weizen 6 fl. 83 kr., Korn 4 fl. 55 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Hafer 2 fl. 70 kr., Buchweizen 4 fl. 40 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Kukurutz 5 fl. 20 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 3 kr. per IM Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr,, Schweinsett 80 kr., Speck, srischer 62 kr., geselchter 74 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2'/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 64 kr., Schweinfleisch 62 kr., Schöpsenfleisch 30 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. — kr., weiches Holz 5 fl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 26 fl. per 100 Liter. Täglich zu haben im Sparkassegebäude, I. Stock, Wohnung Nr. VIII.: Aepfel der edelsten Gattung mit 1 fl. 30 kr., 2 und 3 fl. per Merling; luftgetrocknetes Obst, als: Zwetschken, das Pfund mit 12 kr.' geschälte »nd lnftgetrocknete Maschanzger, per Pfund 40 kr. (5l3) 3-1 Herrn E. in Laibach! Es ist mir nicht unbekannt, daß Sic der Verfasser und Absender der anonymen Korrespondenzkarten sind, doch finde ich es unter meiner Würde, mich mit einem so verkommenen Individuum, wie Sie, in irgend eine Polemik einznlasscn, und ignoriere ganz einsach Ihr bubenhaftes Vorgehen. (o12) k. 1. Gelier. Gasthaus „zur Schnalle (Schellenbnrggasse): Mittags-Abonnements ä 8 fl. und 12 fl. (511) 5. Zu-WL'L Graz, Neugasse 3, 2. Stock, empfiehlt neue vorzügliche Konzert-, Salon-und Stutzflügel mit Wiener nnd englischen Mechaniken von fl. 320 aufwärts, Pianinos von fl. 220, Harmoniums von fl. 100 ferner die berühmten amerikanischen Estey-Orgeln mit und ohne Pedal von fl. 145 auswärts. — Billigste Prelse. --Leichte Zahlungsmodalitäten. — Mehrjährige Garantre. Preislisten gratis und franco. 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