Lmbncher Leitung. Nr 3. Pränumeratioll«prlls: Im Iomptoir g«nzj. st. ll, Huld', fl. 5.5U. Für die Zustellung ins Hau« halbj. 50 !, Hiit der Post ganzj. ft. ,5, halbj. ft. ?.b(». Mittwoch, 4. Immer l«m. «0 »r., »m. l ft.; sonst pr. ^leile,».« lr.. »m." lr., 2m. iu lr. u. s. n>. Inltrlioneftempel ittee«. 30 lr. l^7l. Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Vaiback, 3. Jänner. Die Instructions des preußischen Gcsand-cn in London, Grafen Bernslolff, für die Con. serenz sollen mit den Weisungen, welche die Vertreter Oestcrreich'Ungarns und Englands erhielten, über-«lnstimmen. Em Pester Glatt bezweifelt diese Millhei-lung Man müßle — schreibt dasfclbe — in Berlin m«t allen bisherigen Traditionen gebrochen haben, sobald m<" einschlössen sein sollte, mit Oesterreich-Uugarn und ^naland auf der Pontus-Confcren; zugehen; denn dieses oeomlci sovlel. als gegen Rußland mit diesen beiden l 1 A ^' ^""' Selbsi^-rständllch würden wir eine ,0z ^rleulpolitlk Preußens hochwillkommen heißen und ware ,ic nns die sicherste Gewähr für die Aufrichtigkeit v^r lungsten nach Wien adressirtcn Frcl-ndschaflsocrsiche. ^'^'.^^ l'"b jedoch oon Berlin aus viel zu wenig M^" worden, als daß wir so rasch aus unserer «eserve, Waustrelcn sollten. slsck^^.l'c^" "'"nt. die Chancen des franzö-^inu^ .^^ ^^"gcs erwägend, es sel nicht unwahr a E ?e ^ ^ kutschen, fall« der Fall von Pari« nicht das Ende de« Krle8.«j mit sich dringt, jeden Gedanken an "'"« tnegerlsche Unternehmungen fallen lassen dürften. ..Zwe. smd nülh.g." sagt das Blatt, „sowohl um Kr.eg ° «^" °^ ^'^" zu schien! Es würde wenig ausmachen, wenn die Franzose», nachdem sie ihre Haupt, nick! . "' ^ ^" besiegt lietennen würden oder ^vl.« 5 °" ^'^ ^ ^^l" del Friedensbedingungen oer land.llcn würden oder nicht. Die Deutschen halten N,s ,^""t""' was sie kluger oder unbedachlsamer na5 -l. ^" ^legcspreis beanspruchen. Sie können sich n«^ "" """" Acquisilionen zurückgehen und. wenn «olylg, eme andere Provinz als ein von den Franzosen «l der Annahme der Gedingungen dc« Eroberers einzulösende« Pfand besetzen. Von der Amlicsenyelt des Fcln-deS erlöst, könnte Frankreich natürlich den Kampf erneuern, aber es ist fraglich, ob das stolze und rachsüch« tige Gefühl, das eS jetzt in der Hitze des Kampfes noch immer bescclt, die Erschöpfung, die sicher eintreten wird. wenn es aus jeder Wunde blutend und durch wiederholte Schläge belaubt auf dem Boden liegen bleibt, überleben würde." Eine Eftra.AuSgabe des Berliner ..Sta ats - An -zeig er" bringt einen vier Seiten langen Bericht über dcn sehr blutigen Ausfall gegen das Garoecorps am ^1. December. Darin wird unter anderm gesagt, daß d!e feindlichen Forts seit 7'/, Uhr Morgens ein wildes muer auf die sämmtlichen Positionen der Belagerer eröffneten. Dies dauerte ununterbrochen während des gan-A' Tages fort, und zwar wurden dic schwelslcn Gc-lyossc bis auf die Entfernung von 8000 Schrilln, gc-len!, c ^"^ Gedonner, welches die Entladung der ric-»rnyasten^Granatcn begleitete, war so ungeheuer, daß 3 °en -oldaten ^^ ^^^^ entstand, es fänden in den A°"^prmgungen von Minen statt. Der Schluß deö unl! x ^"' ..Das geflossene Glut ist der Eitelkeit Llenk ?- ^" geopfert und Trauer. Jammer und mitt' °>c dadurch wieder Tausenden bereitet wurden, di V !' verstockten Führern zur Last gelegt werden, bitt? nn "n Patriotischen Muth nicht haben, die ^ " ^hrheit zu erkennen. Die hcutigm Führer dcS '. ""^Mchcn Volkes scheinen nnr Einen Zweck zu haben. ^' °le ergebene blinde Menge in sicheres Verderben zu abe ü' ^" staunt ob deS großcn maßlosen Elends, a^. m"°" ^"' französischen Eilcllcil damit zum Ziel " ^.^"vunderung von Europa ünm selbst durch die reick n!/" ^pf^r mcht erreicht werden, und Frank Ruhm" '" Selbstmorde ohne Ehre und ohne Schiffs ^/^"Mch bereits mitgethcilt wurde, ist das Kali" l ^'"cm°""l," ^.^ ^,^^ unterseeischen Regierung an Grafen Bcn°rtt1""""e ^s Preußischen Botschafter. ^ ">en Vctns.orff h,„ ,^^ Beschlag bcleat worden und l'eg letzt unter Bewachung 'der Zollbehörden in der UM r 7ni '^ ^°" K°lnl war «on der „InM ^n> unter einem Contract m.t M, St.enackcrS. Ge-nera d.n,t^ d^ ^ .^ ^^.^.^^^ ^,, bou . ^/'""' ^"induna zwischen Dimtnckcn. Cder-Nm^'^. ""^ ""''""k angefertigt worden. D..-««schwerde de« Orafen Gernsto.ff begründete sich auf ein während der letzten Parlamentssession zur Annahme gelangtes Ocs'tzeSamcndement, welches nnter andcrm auch „mililärische Telegraphic" unt den NcutralllälSgcsltz l> in G^ichung bringt. Die Hmwcisung auf dl»fcu Gc-setzeeparacnaphen zwang dic englisllie Regierung, vor, der Beschwerde des Grafen Berostorff Noii; ^u Nthmcn und das erwähnte Fahrzeug anzlchaüeu lie Eumpagnil liat nun zwar an gcel.»ncler SlcUc die Frellasfung von Schiff nnd .ftabel nachqesnchl. abcr umsonst. Da ln>i.t i» Abrede gestellt wird. daß daS Kabel ;ur Regung ^wische» Oimllrcken nnd Bordeaux btsl'mmt war. und da cS in Folge dessen von der französischen Regierung zweifele-ohne zu militärischen Zwecken verwendet werden könnte, kam der Fall gan; deutlich unter die Bestimmungen dc> oorerwühnlcn Parlainenlsacle. Die von Versailles auS sowohl wie von Verlm her aufgestellte Ve,mulhut>g. daß Trochu den Monl Valerien in ein verschanztes Malier umwandle, um sick, falls die Stadt Paris nicht länger mehr z» halten sei, mit der kampffähigen Besatzung dorthm zu-lück^uziehen, wird von verschiedenen Blättern erörtert, findet aber wenig (Klauben. Sowohl die ..Morning Post" wie „Daily Ncws" halten mit Hinweis auf Metz diesen Plan für unausführbar und sprechen sich für die Ansicht auS, daß T'vchu mit der Stadt capitu« liren müsse. Kricggchronik. Die Beschießung von Paris ist nach den über» einstimmenden Nachrichten aus dem deutschen Haupt« quartier beschlossen und der Beginn war auf den Neu» jahrSlag feslge,ctzt Vorerst scheint ein Theil der Ost- und Südfrout für die Beschießung auserfehen zu sein, und zwar im Osten die Foils Nosny. Noisy, Nogent und die Re» doulen Romainoille. Bolss,öre und Fontenny sowie die zwischen diesen stabilen Fortificationen liegenden pafsa» geren Befestigungen; im Süden die FortS VanocS, Mo«, trouge und Issy. Die dcuischen Batterien, welche die Ostfront beslrelchcn sollen, wurden nur zum geringsten Theil anf dem rechlen Marne-Ufer. die meisten auf dem linken errichtet; die gegen die Lüdfront operirenden Batterien liegen in Meudon, Clamart und Söores. Die Geschütze selbst sind von weittragendstem Kaliber und reichen 7—8000 schritt, also nahezu eine deutsche Meile weit; die Vorstädte an der Ostiront werden sie wohl kaum streifen, dagegen erreichen sie die innerhalb der süd> lichen Stadtumwallung liegenden Vororte und Vorstädte von Paris. Der „C ölu. Ztg." wird aus London der Inhalt eines Pariser Ballon briefs vom 21. d. mitgetheilt. ..Wir sind," so heißt eS darin, „schlechterdings nicht im Slande, Verläßliches über den noch vorhandenen Vorralh von Lcbcnsmitteln zu erfahren. Die Regierung versichert, daß noch für zwei Monate Pferde» fleisch, Mehl und Wein vorhanden sei. Diese Angabe kann ich nun allerdings nicht bestimmt als falsch bezeich» nen, das jedoch weiß ich, daß ich gestern von meinem Bäcker lein Brot bekommen konnte, da sein gesammlcr Vorrath schon am frühen Morgen durch die Menge fortgeschleppt worden war. Die arbeitenden Classen stehen nämlich die ganze Nacht hindurch vor den Bäckerläden und bemächtigen sich des neugebackenen Brotes in den frühen Morgenstunden. Schon sind werlhvollc Reit- und Wagenpfcrdc geschlachtet worden, um zu '/, Pfd. per Kopf als Ration für drci Tage vertheilt zu werdcu. Von den Droschtenpfcrden mögen ebenfalls schon zwei Drittel den Weg der Schlachtbank gegangen sein, su daß die Zahl dcr Droschken bereits merklich zusammen geschrumpft ist. Demnächst müssen die OmmbuSgäulr daran. Wenn cS wahr ist, daß o>c Regierung bereits em Embargo auf sie gelegt hat, wird cs m«t dem Omnibus fahren demnächst wohl auch zu Ende und Paris über kurz oder lang zumeist anf Pflanzenkost angewiesen sein. Einstweilen laßt sich ein Huhn noch immer um 25 Fr. erstehen, einc GanS um 80, ein Trntl^hn um 100 und em Kaninchen um 30 Fr. Daß die Ratte bclicrte No,' malkost geworden sei, ist eine Uebertreibung, aber im Urbcifluß schwelgen wir wahrhaftig nickt, und hat die erwachsene Bevölkerung bisher noch keinen dringenden Manael empfunden, so leiden Klante, Orcise u„h mm aar Kindn' doch gewaltig. Die Sttrl'lickk-il ist dopvcll so groß (wic wir gestern mittheillen. tu'l,ägl die Z,ilj> dcr Todrojälle in der l'hlcn Woclic 2791, wälirciw si z. B. vom 22 bis 28. Mai, wo auä, säwn die Blcu« tern herrschten, 1254beu-illtlon spräche, lieber verhungeln, ist die Losung. Und demgemäß behilft sich jeder m«t dem Wenige», was er erschwingen kann. Ms Elsutz für die l,apl'e Flelskloll warden liüitige Eflracle aus Htnochcr,. Höonrn und Hu« sen, nahrhafte Brüh.n und ^e>6^s aus den son» u>,t'e' nutzten Ttnereingemelden beiellel, ja selbst die Butler versucht ma» jetzt m ftlir lwllpürsliaer Welse duich e>n auS Felt und Eocosnutzöl bereitttee Plapaial zu llsltz^', wclchcs zur Seifc alle dings »n näherer Vclwaildlchuit als zur echlcn Butter stcht." Äus ^olhrlnuen, 26. De>ember, schreibt man der ^K. Z." : „Da die E'senbahocn nicht mehr gnlil>n, um den ungchluren «ve^ais an Munilion. Klc>dungs-«ückcn und «»sonders ^cbensmilteln für Uenjc»en und Pferde, für die 650.000 Mann deutschcr Truppen, welche 'ich gcgemlärtig auf fian^ösischem Gooeu b^fiüdcn. her-beizuschaffcn, so sind jetzt auch wieder große Wagc'co-lonnen auf den Bandstraße» dabei zu Hllse gei,o,nlnen. So kommen jetzt wiederholt Wagcnzüge oon !5(> bis 200 zwcispiinnigen Wagen hier durch, welche diln« Hafcr von Dresden und Leipzig zu den vor Paris slchc^den Truppen bringen. Von Dresden bis Nancy fährt em solcher Wagen 4'/. Wochen, von h>er b,s Verfall.« 14 Tage, so daß etwa 7 Wocken vergehen, bevor der Transport an Ort und Bestimmung angelangt »st. Welche un« geheuren Kosten ein solcher Transport verursacht, t^nn man berechnen. Die strenge Kälte, wel^e bis zu »0uno 12 Graden stieg, vermehrt die beiden unserer Truppen »ehr. Besonders die armen Klanlen und Vtlwundrlen, welche oft ganze Tage in off.nen Güterwagen fahren müssen und die Tausende von französischen Ocfangenm, welche, aus Mangel an Play auf unbedeckten Kohlenwagen eng zusammengedrängt stehend, ohne warm« Klei» dung und n/nügcnde Nahrung befördert werden, leiden entsetzlich. Die Anzahl aller Kranken, Verwundeten und Gefangenen ist in die>em furchtbaren Kriege sogroß, daß selbst bei dem besten Willen eS ganz unmöglich ist. solche Maßregeln der Humanität zu treffen, wie es sonst bil-ligerwelse geschehen müßte." Nach clner Eorrespondenz der „Nllg. Ztg." vom Obcrrhein. 29. December, kann es nun keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die französischen Gewalthaber cme Erhebung im Rücken der deutschen Armee angezettelt hatten und darauf rechneten, daß dieselbe nicht blos vom Elsaß, sondern auch oon gewissen Parteien in Deutschland unterstützt werde; hat doch ein Theil der Presse täglich nichts besseres zu thun. als von einer angeblichen Friedensbedürfli^tcit zu sprechen, und gibt auch daS Gebaren der baierlschen Kammer lein besonderes Zeichen vom deutschen Patriotismus ab. Mag auch ein Theil der Revolverscndungen an französische Kriegsgefangene in den Vereich der Märchen gehörrn. so steht doch fest, daß eine Erb/bung und ein Durch' bruch derselben beabsichtigt war, und nur durch recht» zeitiges Einschreiten verhindert wurde. Auch mehren sich die Fälle der Desertion solcher Kriegsgefangenen, was bei der Menge derselben nur schwer zu verhüten ist. Denken Sie sich. daß z. V. in Naslalt ihrer 15 000 sind und die Garnison blos 1500 Mann beträat. und Sie werden begreifen, wie es in voriger Woche möglich wurde, daß ihrer 23 in Civilkleidern b,s stollhojcn kamen, wo sie einen Wagen miethen wolllen. wa« aber dem Wirlh so verdächtig vorkam, doß er sofort einige berittene Grcn^wächter ans dem nahen Rhcmorle Gref» fern holen und durch diese die ^eule vcrl^smi lieh. ^m Oberelsaß l,at man wiederholt e«ne geheime Pust« Verbindung entdeckt, die diesmal von einer Frau besorgt wurde, und »vie anch diese crwiesencrmascn über Biscl ihren Weg nahm. so hat man auch die Eisendahnliclbm' dung von Mi!li!hauscn bis daliin cinsttllcn miisscn, weil in schlecht vc,het>lter Weise dcr Dienst dnich s>a,'zösis1».-Eisenbahnbcdirnsttle versehen wurde, die sich als Ängc-stcll'e der schweizer Bahnen ausgegeben hallen. I er '!l,i»t. wohin die K'äfle nun ollen Seittn dirigirt wc»den sull't». GcimbMu lnaub sich dc?l)a!l' persönlich na>t, N)un. um oon don mo^äM viele Trupp n naä, Bcsc"fon zu senden und d»l,,rlben salbst ;u folacn. Gourluiti sollte dagegen von '^oullicS r»lr gtgcn D'jl'N u»d daS Wl'idlr'sche Eoipi» mclls^irrii und so dasscibc «»sblagcu Uüd ^r'picnat. Bv>fo,l enl-setzt und ein EinsüU in das Elsuß glmachl ireldcn. Äuf diesem Plan beruhte die im Elsaß wieder neu erwachte N' Slegeshossnung und dieselbe trat auch immer offener und in feindseligerer Wcisc hcrvor, Hoffentlich traben die starten Nachschkliurigm vou Truppen in den letzten Tagen dicsc Plane auch nach dieser Richtung hin vcr-eüelt und wird man dic heranrückenden Truppen gebührend empfangen und zurückwerfen. Eine Korrespondenz dcs Genfer Journals vom 18. gibt in lurzcn Zügen ein wirkungsvolles Oild von der gegenwärtigen Lage in D i j o n. „Das Aussehen der Stadt, heißt es darin, ist seltsam genug; man geht nur aus, wenn man Geschäfte zu mache» hat ; Niemand taun sonst das HauS verlassen; Abends findet sich in den Straßen ttinc Seele; es herrscht Todtcnstille; die Hausthüren kleiden die ganze Nacht übcr offen, da dies so angeordnet ist. Oft nehmen die Preußen in den Htlu» fern Platz, während die Hausleute schlafen; früh Morgens beim Aufstehen ist man erstaunt, cine neue Schaar Soldaten zu finden. Seit fcchs Wochen find die Glocken unserer Kirche verstummt. Die materiellen Sorgen treten stall hervor; Niemand hatOcld; seit langer Zeit werden die Ängcstclllcu nicht mehr l»c;ahlt; die Malereien sind auf einige Stunden ringsum verwüstet und ausgeplündert. Es ist unmöglich, zu bezahlen; man kauft alles auf Credit. Die Lcbcusmitlcl find maßlos theuer, die Milch ist »ur Nciswasser und doch verkauft man sie für 1 Frc. 25 E. per Liter. Alle Kühe sind aufgegessen. Die Eier und Hühner sind zur Myche geworden. Wir ha» ben tcine Kohlen mehr und man befiehlt drohend, daß jeder seine Hausthür beleuchte, da die Gasbeleuchtung aufgeholt hat. Ohne Unterlaß donnert die Kanone, bald rechts, bald links; in Zwischenräumeu hört man starkes Gcwehrfeucr. So leben wir nun schon seit sechs Wochen." Die „Liberts" vom 25. December meldet, daß der Commandant der 2l. Division einen Tagesbefehl erlassen hat, in welchem angekündigt wird, daß alle Of-ficicre der Mobilgardcn des Departements Ereuse vor« ein Kriegsgericht gestellt werden. Dieser Truppcnthcil,! welchcr Äcfehi erhalten hatte, nach Tours zu Mluschireu, war ill Auflösung zurückgekehrt und hatte überall lüg« nerische, übertriebene Nachrichten verbreitet. AuS Cha um out vom 24. v. M. wird der „Vos»! fischen Zeitung" geschrieben: Ucbcr Langres weiß man nun auch Gcüllueics. Wed^r Mcnotti noch dcr Republikaner Splitter commaudirt die Truppen der Festung, sondern es ist nach wie vor dcr General Arbelot. Auch übersteigt die Zahl der Streilträfte nicht 8000; die Aussagen entwichener Civilisten und gefangener Mobilgardisten stimmen hierin üderein. Lcmqxs wird jetzt r»on mchrcrcu Seiten beobachtet. wenn cs zur Stunde »icht schon ccrnirt ist. Der Verkehr im Departement wird dadurch f cicr und gesicherter. Ga-iz geheuer ist cö jedoch ilnmer noch nickt; sowohl bei Äricon, wie bei Neufchateau treiben sich Bcndcu herum, die Bahn» und Telegraphenleitungen werden immer noch gestört. Die Geiseln vou Nogent find gestcr» flcigckasfcn worden, doch haben wir eine gan^e Anzahl Kriegsgefangener in Vclwahrsam. Es kam gestern ciuc Frau und bnt weinend, man möchte doch ihrei, gefangenen Bruder frei-gc'oen. „Wo ist cr gefangen worden?" fragte ich. — „Vei Langres." sagte sie schluchzend ..Er ist wohl Mobilgardist?" — „Ja." — „Dann ist cr ja regelrechter Kriegsaefauaener!" — „Oui, Nonsisur, M3i3 o'sst un 8i Mwo 8o1cl«.t,!^ Mau kann wohl nicht naiver sein. Eben trifft die Nachricht ein, daß ein Militärzug bei Äricon, 14 Kilometres von hier überfallen wovdeu. Dieses Bri-con ist schon seit Langem das gefährlichste Nest im De^ parlemcut. Ein Schreiben aus Lille vom 27. December in dcr „Independance Vclgc" meldet: „Die Dinge verwickeln sich; cS ist wahrscheinlich, daß wir binnen kurzem wichtigen Ereignissen anwohucn. Die Nordarmee hat sich zwischen Arraö und Eambrai vollständig conccntrirt und alles Terrain zwischcu lctzlcrer Stadt und Amieuö auf--gegeben. Die nie fehlenden Uhlanen haben dicfc Gegenden übcrfalleu, und zwar viel schneller, als man cs für müg< lich gehalten. Corbie und Albert tonnten geräumt werden, Achict abcr nicht, wo die Nordbahn einen Theil ihres Materials zurückgelassen hat. In Buileux. ebenfalls einer Station der Norobuhu. haben die deutschen Neitcr noch größere Kühnheit gezeigt und den Tclcgra phcn 200 Mcter vor den französischen Linien zerstört." Dcr preußische ..StaatSauzciger" giiit über die KriegStrophäcn eine Uebersicht, ocrcn Ncsum6 fol-i^cudcS ist: 10.067 (nicht, wie früher vom Slaatsau-;e!ge> behauptet, 15.253) gcfaugcuc Officicre, Z03.842 gefangene Soldatcu. Erobert über 4100 Geschütze, l12 Adler. PrMclwgcnoffenschastcn in Wcsterreich. Die ..Vorsladt-.Zta." bringt hierübcr cincn Artikel, tcm wir Folgendes entuehmeu: Seit Jahren hört man die Klage, daß dus drulschc Gewerbe, cin>! das kunst-sinnigste und fieißigstc dcr Wclt, allmälig in Verfall gc-rathcn und hinter den französischen uud englischen Ge» werben zurückgelilicdcn sei. Und doch steht der deutsche Arbeiter dcm französischen und englischen wedcr im Fleiße noch in der Intelligenz nach, und die vielen deutschen Arbeiter in Frankreich und England bewciscu, daß deutscher Fleiß uud deutsche Arbeit überall geachtet uud geehrt werden. Während ro» visien Zeiten d^für plaidirt wird, durch Hlnwegräumung der Nannrechte, Monopole und Privilegien, sowie aller aus öeni Zunftözwange dcr Gew^rbcfrciheit entgegenstchcnden Hindernisse, durch diej Errichtung von Fachschulen, durch Belehrung, durch! FachblÄlter, durch Erleichterung des Verkehrs, durch! Herabminderung und Erleichterung dcr Militärpflicht, durch Veranstaltung von Industrieausstellungen, durch Errichtung von Vorschuß- und UutcrstiitzungScasscn und durch Beförderung dcr Associationm das Ocwcrlie zu! beleben und zu unterstützen, will maü von audcrcr Seite 5 zu den alten Zünften zurückkehren und klagt, daß bei,! dcr vollkommenen Oewerbcfrcihcit dic Producliou immer mehr in die Hände dce gros^n Capitals komme, und die Arbeit am Endc van dcms^bcn vollständig abhängig werde. Die immer größer werdende Arbeitölheilulia. und Geldwirthschaft läßt sich >mn einmal nicht mchr aufhalten, ihre Vortheile sind so überwiegend, daß sich dieselben überall Batju breche» müsscü, cs ist daycr Sache der Association, die Vorthcilc des gioßcn Capitals auch den Arbeitern zuzuwenden, iridcm sie dicscldcn creditfähig macht. Das hat man in Frankreich, Eüglcmd und Nord» deutschland schnell begriffen. In Frcuittcich c^istircu zahlreiche Product!» - Associationen. Die dortige Regierung erkannte, daß die Productivgeuosscnschaften uicht uur Handel und Gewerbe fördcin, soiidern auch das Pro« lclariat vcrmiudern, auf die Arbeiter einen erhebenden sittlichen Einfluß üben uud viele derselben, dic sonst dcr Armencasse zur Last gefallen wären, m wcuigeu Jahren zu wohlhabenden beulen machten, uud unterstützte dic Genossenschaften mit einem Credite von 3 Millionen Franken. In England existiren die meisten Genossen« schuften, bort ist auch ihre Wiege uud steheu dieselben größteuthcils untcr einander in Verbindung. In Deutschland vcrmchren sich die Genossenschaften täglich u»d Hut dort wi? überall die Erfahrung bewiesen, daß l:ur dic Gründung derartiger Gcuossei.schaflcu schwierig sei. sowie aber diese überwunden, die Sache wic vou selbst weiter gehe. Nach dem bishcr Gesaglcn drängt sich die Frage auf, warum in Oesterreich solche Genossenschaften, über deren Nutzen und Nothwendigknl noch ciu Wort zu vcr-liercu, Thorheit wär«', bis jetzt keinen festen Vodcn fin» den konnten? Die Schuld trifft unsere hicriu unvollständige Gesetzgebung. Dcr Gesetzentwurf ü'^er dic Stellung der Erwerbs- uud Wirthschaftsgcnossciischaftcn ist noch nicht der parlamentarischcn Vchandlung unterzogen worden. Die Folge ist, daß, durch die Gesetzgebung an dcr Protokul' lirung ihrer Firmen gchiudctt, zahlreiche Produttivgenosscn« schaftcu verkümmern, d.i sie durch die Nichlprototolllrung an der Crediterwerbung gchmdnt sind, und das ist clicn so viel, als ob man einem Manne die Pulsader unterbindet, denn die Pulsader eines Geschäftes ist der Credit. Auf die licrcchlc KlM, daß die Produclivgcnossen schuften durch ihre Nichiftrolotolliruug große Einbuße erleiden, wurde erwiedert, daß die Produttivg?,wsscnschaf° ten, da sie als solche au der Prololollnlma nchindert sind, doch auf dc« Namen von Privalpclsonen si^ pro-tololliren lass>u können. Man vergaß aber ganz darauf, daß die Credilinstitutc wohl einer Association, in der Alle für Einen und Einer jln' Alle haftet. Credit scheu» keu können, nicht abcr, wenigstens im vorliegenden Fallc nicht, einer einzelnen Person. Wir richten dahcr au unsere Staatsverwaltung da? Ersuchen, cincn „Gesetzentwurf über die Stellung der Erwerbs' und Wirthschafte« genossenschaften" dcr parlamentarischen Vchcmdlung uu» terzichen zu losseu, damit dic Gleichheit vor dem Gesetze auch iu dieser wichtigen Frage zur Wahrheit werde und die Productivqeiwssclischaftcn dic Stellung ciuuchmeu können, die ihnen, mit Rücksicht auf die Voltswirthschaft lichc Entwicklung, gebührt. Hagesneuigkeiten. — (L a ndwi rthscha f tlicheö Wochenblatt de» k. l. Ackerbauministeriums.) Am 1. d. M. ist die letzte Nummer dieser Zeilschrift ausgegeben worden. In dem neuen Jahre wird anstatt der vom Grafen Po^ tocki in seiner Eigenschaft als Ackerbau minister im verfassungstreuen Ministerium gegründeten Wochenschrift ein iu zwanglosen Heften jedoch mindestens einmal monatlich) er-scheinendes Werk unter dem Titel: „Amlliche Mittheilungen des l. k. Uckerbauministeriums" treten. Das amtliche Blatt wird, wie die letzte Nummer des Wochenblattes iu einer Ansprache an die Leser bcmcrkt, alle Maßnahmen des Ackerbauministeriums möglichst rasch, genau und ausführlich zur Kenulniß des laudwirihfchastlichen Publicums bringen, den Text der von diesem Ministerium ausgehenden Gesetze und Verordnungen veröffentlichen uud comiueutiren, Aufklärung über die Intentionen des Ministeriums geben, über die Verweuduug der ministerielle» Dotationen berichten, statistische Znscimmenstelluugeu veröffentlichen, und wichtige, auf die vaterländische Vodencullur bezügliche Zeitfragcu bc-sprechcu. Den landwirtschaftlichen Gesellschaften uud dere» Filialen, au die Landescoulmissiouen für Pferdezucht uud dann allen Vereinen und Lehranstalten, welche sich die He-buug der Bodeucultur zur Aufgabe machen uud die Zusendung der Zeitschrift wünsche», wird dieselbe gratis ver» abfolgt. — (Zöglinge der 5!el)r er bild ungsansla l« ten.) Dic Assentirung von Zöglingen der Lehrerdildungs-anstalteu, welche der Staat mit so großen Opfern organi» sirt hat, um gediegene Kräfte fltr die Volsschule heranzuziehen, macht sich mit empfindlichen Nachtheileu fühlbar. Wenu sich die Anstalten einige Jahre lang eingebürgert haben werden, werden auch die Zöglinge ihre Studien noch vor der Erreichung des militärpflichtigen Alters zurllckgelegt haben und nicht wie jetzt mit dem Staate, der auf ihre Dienste zählt, durch eine Unterbrechung derselben leiden. Eine Abhilfe kaun nach den obwaltendeu Verhältnissen nur durch das Zugeständniß liberaler Beurlaubungen gewährt werden und in dieser Richtung hat. wie wir vernehmet!, daS Ministerium für Cultus und Unterricht die Aereiüvil' ligkeit des RcichskriegöministeriumS dringend iu Anspruch genommen. — (Generalinspect ion der öste rrei ch i-< schen Eisenbahnen.) Vorstand dcr zweiten Abtheilung der neu organisirten Gcueraliuspettion der österreichischen Eisenbahnen — der Abtheilung für deu Betrieb und die administrative Controle der Eisenbahnen — ist dcr Oberinspector kaiserl. Nath Niener. Die beiden Vor' stände werden demnächst die Vorschläge bezüglich der erforderlichen Vermehrung der Personallräfte der Generalinspec-liou machen, von welcher nunmehr eine bedeutend erHöhle Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird. — (Eiue gefährliche Cur.1 Einem Laudmann unweit Debreczin waren zwei Pferde an eiuem Hautübel erkrankt. Zu einem Vieharzte wollte er nicht gehen, und so versuchte er ans eigene Faust dies und jenes, ohne Erfolg, bis ihm endlich jemand rieth, sie mit Petroleum einzuschmieren, was er dcuu auch endlich that, und am Abend in den Stall nachsehen kam, ob schon eine Wirkung an deu Patienten bemerkbar sei. Dabei kam er mit der bren< ucnden Kerze dem eine» Thiere zu nahe, so daß das Pe< troleum sich eutzUndele und beide Pferde gleich darauf in Flammen standen. Er hatte noch Geistesgegenwart genug, sie loszubinden und aus dem Stall zu treiben; die FlaM' menrosfe rannten nun zum nicht geringen Schrecken dcr Dorfbewohner im Freien herum, bis sie endlich in einen Stall hineingeriethen, in dem sie verbrannten und der Stall mit ihnen. Zum Gluck verhinderte der hohe Schnee, der auf den Strohdächern lag, ein weiteres Umsichgreifen des Brandes. — (Pro viant au « Oesterreich.) Ein französische« Haus, welches in Wien über einen namhaften Credit verfügt, hat denfelbcn in der jüngsten Zeit nahezu erschöpft, und zwar zumeist zum Ankaufe von ungarischem Speck und Schinken für die französische Armee. Für Schinken allein ist bereits mehr als eine Million Gulden nach Ungarn gewandert. Iu Böhmen und Mähren finde» wieder starke Getreidekäufe für die deutsche Armee statt, und wahrt Oesterreich wohl seine Neutralität dadurch, daß es die Ver-prouianlirung beider Armeen iu gleicher Wcise uuterstützt. In jedem Falle bringt der Krieg viel Geld nach Oesterreich. — (Eine Taufe im feindlichen Lager.) Äus Versailles wird der „Nordd. Allg. Ztg." geschrieben: Um 11. d. wurde in der Kathedrale zu Versailles eine kleine Französin getauft unter Umständen, wie bis jetzt hier und auch wohl in ganz Frankreich noch nie eine Taufe stattgefunden hat. Beim Einrücken der deutschen Truppen hie-selbst ward durch unsere Telegraphen.Abtheilungen die hiesige Telegraphen-Station zu gleichem Zwecke fltr uns ein-gerichtet. Dcr französische Vmstcher hatte sich gefluchtet, mußte jedoch seine Frau hier zurücklassen, da deren Entbindung nahe bevorstand. Alle derselben von unseren Te> lcgraphen-Bcamlen gemachten Unlerstutzuugs.Auerbieiunge" wies sie freundlich, aber entschieden ab. Am 6. d. vermehrte sich ihre Familie um ein gcsuudes Mädchen, zu dessen Taufe sie sämmtliche College« ihres Mannes einlud. — Mit Freuden acceptirt, erschienen dre hier anwesenden dienstfreien Beamten der Feldtelcgraphen - Abtheiluug des großen Hauptquartiers uud dcr Kriegstelegraphie im scsl-licheu Kriegsgewande Sonntag Nachmittags den 11. d. in der Kathedrale, wo die heilige Handlung — un'er höchst verblüfften Gesichter» der zufällig versammelten Einwohner — vor sich ging. Ein reiches Geschenk verblieb der jungen Christin als Erinnerung an die LandeSfcinde. — (Ueber die Durchbohrung des Mout-Cenis) wird aus Bordeaux, 30. December, geschrieben: Äardonnöche. 29. December. Der Präfect vo» Savoyen wohnte der Beendigung der Durchstechuug der Alpe» bei, durchschritt hierauf den Tunnel uud wurde von den Ingenieuren und Arbeitern mit dem Nufe: ..Es lebe Frank' reich!" empfangen. Bei dem Einweihuugs-Vanket sagte dcr Präfect: „Es ist gut, daß die Welt wisse, daß ungeachtet der Gefahren uud Schmerzen, ungeachtet des Kampfes fllr die Vertheidigung dcr Ehre und des Lebens das republic ca,msche Frankreich sich durch seinen Nepräsentanten der Begehung dieses Tages beigesellt habe, welcher für dic gauze civilisirte Welt angesichts des so glorreich vollführten kolossalen Werkes eine feierliche Stunde kennzeichnet." Der Präfect sagte zum Schlüsse seiner Nede, von lebhaften, Bei' falle überschüttet: „Frankreich und Italien sind in diesem civilisalorischen Werte vereinigt." Der Enthusiasmus wurde noch größer, als der Präfect zum Schlüsse des Banketts einen Toast auf die zwei unter allen übrigen hervorragen» den Hauptstädte ausbrachte: „Auf Nom, das Sie erodcrt habeu, und auf Paris, das wir nicht verlieren werden." — (Dr. Livingstone.) Ludlich ist wieder eine Nachricht über Dr. Livingstone eingetroffen. Ein Reisender, welcher Anfangs October iu Natal angekomme» war, berichtet, von einem anderen Reisenden von der DelagoaÄai gehört zu habeu, daß Livingstone in Mozambique sei, wo er aus eine TchiffSgelegenheit nach England warte. l7 Locales. Protokoll der Sitzung des k. f. Landes < Sanitätsrathes fllr Kram vom 19. October 1870. Vorsitzender: Professor Dr. Valenta. Anwesend: Die ordentlichen Mitglieder k. l. Sanitälsräthe: Negieruugsrath v- Andrioli, p. t. Doctores: Bleiweis Carl, Gauster, «azpet, v. Stöckl und Professor Schiffer, das außerordentliche Mitglied Apotheker Albert Ramm. Schrift« »Uhrer: l. f. Regierungs-Concipist Eduard Baron Gußich. Nachdem der Vorsitzende den Gremial-Vorsteher Namm als über Anordnung der hohen t. f. Landesregierung abgeordnetes außerordentliches Mitglied und den t. t. Negie-rungs-ConclMcn Eduard Varon Gußich als Schriftführer der Versammlung vorgestellt halte, wurde das letzte Eitzunas-'Protokoll vom 1. October 1870 vorgelesen, unverändert angenommen und sohin zur Tagesordnung gefchritlen. l. Sanitatsrath Dr. v. Stöckl referirte über das mit Erlaß der hoben k. l. Landesregierung vom 26. Sep. ember l. I., Z. 6702. zur Begutachtung herabgelangte An. 'uchen: „ob eine süufie Apotheke in Laibach' nothwendig und zulässig sei mit Bezugname auf das Gesuch des Apotheker? Schenk." Referent theilte vor allem mit, daß der Wunfch des ^andcs-SanitätSrathcS, vorher ein Gutachten des Apolheler-wremlums abzufordern, von der hohen k. l. Landesregierung laut der mit viä62t mitgetheilten Verfügung gul) A 7?47 äo 1870 durch die Deleairuna dcs Apothekers Ramm erledigt wurde. . ^H Vorlesung des Gesuches sammt Beilagen fordert oer Vorsitzende Herrn Namm um seine Wohlmeinung auf, welcyc dann gipfelt, daß er vor allem die gegenwärtigen ""Yaltnlsse mit den vergangenen vergleicht und zu dem »e '? " <°"^ daß Laibach als Geschäftsplatz in jeder ^ezieyung herabgeganqeu sei und daß sich die jetzigen vier 'pooler schon dermalen schlechter stehen, als im Jahre su^« ' n" ^"^" ^"geli wegen eines gleichen Ge- .m k k" Instanzen abgewiesen wurde, er müsse sich n^. «. s^' "^'ltraüichen Gutachten dem vollen InHalle ^/,^l«W' M'v beantragen: ..Der ,. l. Landes-Sani-^"h möge dte Errichtung einer fünften Apotheke als mcht nothwendig und nicht zulässig erklären." - Sanitäls-^« m ^^' ^'°^^ "sucht sohin um Aufklärung wegen d s Pracedenz^alles Angeli; worauf Negierungsrath v. An-9^! ."«ü'^"^ daß sich im Jahre 1865 die gewesene "ndes.Mduinal-Commisswn einstimmig gegen die Errich' »^ 5"" ^"^"' ^p"^ke ausgesprochen, jedoch einem Lenient Dr. Valenta's, dahin gehend, es möge eine zwecimaßtgere Vertheilung der Apotheken angestrebt werden, , Dr. v. Stöckl erklärt, auch jetzt sich dem vorerwähn, «n Beschlusse der Medicinal-Commission sammt Amende-Ment anschließen zu müssen, da sich die Verhältnisse durch, aus nicht geändert haben, und stellt folgenden Antrag: «Eine fünfte Npolhele in Laibach sei nicht nothwendig, jedoch wäre es in Zukunft wUnschenswerlh, in diefer Richtung eine freiere Concurrenz anzustreben." — Eanitätsrath Dr. Gauster replicirt vor allem Namm's Anschauungen; eS sei allerdings strenge genommen eine fluche Apotheke mcht nothwendig, aber im Interesse dcs Publicums wün-schenswerth; es sei besser, sich allmä'lig mit dem Gedanken emer freiern Concurrenz, welche bestimmt früher oder spater Platz greifen wird, vertraut zu machen, als plötzlich unvorbereitet hievon Uberrafcht zu werden; eine Schädigung oer Apotheker sei nicht wahrscheinlich, jeder Apotheker wird trotzdem Honnet eristiren können — -.nd stellt schließlich fol' genden Antrag: „Eine fünfte Apotheke ist nicht absolut nolywendlg, allein im Interesse des Publicums wlmschens-^"" u"d die alten Apotheken in ihrer Existenz nicht schade ^ eventuell wäre bei Annahme des Antrages a^I I" ^"' b"b diese Apotheke mit Einhaltung der ^ieynchen Vorschriften im Concursweqe an den Würdigsten verliehen werde. Ga, ^""^tsrath Dr. Karl Bleiweis spricht gegen Dr. 9nn> , ^! - "^ sich dem Entscheid der vorbestandeuen ""oesmedicinalcommission vollständig an und stellt den nm^^" ^"^^"5 ""^ fünften Apotheke ist nicht nothwendig und nicht zulässig." ^ ' wn,„^ l """ ^"plit Dr. Gausters und Apothekers r/^s , "."^ dem Bemerken deS Referenten Dr. ,,',. N s"""" ^""^e beharren zu müssen, wird zur Abstimmung geschritten. v°r !!> Vorsitzende schlägt eine Theilung der Anträge ur, welche angenommen wird, und bringt zuerst zur Ab« wendi"^' ^?!^ "" s""ste Apotheke in Laibach noth- 2 . ^lrd einstimmig verneint, des D?Nl '"""" ^^"^ der Anträge wurde der Antrag daher dieser '^ ^^ ""' "eitesten gehend befunden und aebrackt - c??"^ Abstimmung vor alle» anderen Anträgen dn Antraa «!""s^p"^ ist nicht zulässig." Für D ctores Vleiwei«^"^« ^ ^ ^gierungsrath Andrioli, den lben-1 ^^^fer und Apotheker Ramm; gegen K mi ,,'s^ '°^ ^«uster, Razpet und v. Stöckl. Stimmn n/^"" "^" Antrag mit Majorität der Sttmmen angenommen und entfallen hiedurch alle anderen Herauf meldet Dr. Gauster ein Separatvotum an. virun. s ?""i^ Dr. Gauster fchreitet zur Moli-! en^l ^ ." ^« ^'^'" Sitzung 8ud IV angemel-^en selbständigen Antrages, dahin gehmd: ,Der Landes. sanitätsrath möge durch den Herrn Aindeschef dahin wirkn, daß den bisher provisorisch bestellten Aezirksärzten bei einer eventuellen definitiven Anstellung ihre zurückgelegte ! provisorische Dienstzeit nach dem Gesetze vom 30. April 11670 behufs Zutheilung von Quinquennalzulagen ange» rechuct werde." Dr. Gauster betont ror allem, daß. in diesem Gefetze nicht blos ausgedrückt sei, ob die bisher schon zurück, gelegten Dienstjahre im Physicatsdienste bei der definitiven Anstellung im neuen Organism,.« angerechnet werden oder nicht, was um so wichtiger st^ ol.« alle hiesigen Bezirks« ärzte, mit Ausnahme eines Einzigen, provisorisch bestellt seien, und trägt, nachdem der Eingangs citirlc Nutrag in der letzten Sitzung schon principiell angenommen wurde, den Entwurf eines dieSbezUglicken Gesuches an. den Herrn Landespräsidenlen vor, welcher ou dioc einstimmig ange uommen wird, mit dem Zusätze, daß der Voisitzende dieses Gesuch vorlege. III. Sanitätsrath Dr. Karl Blei we is motivirt seiuen in der zweiten Sitzung angemeldeten selbständigen Antrag des Inhaltes: „Es möge die hohe Negierung zur Abgabe einer diesbezüglichen Aeußerung ersucht werden, welche Entichädlgung den außer Laibach domizilirenden Ea-nilätsräthen für ihre Inlervenirung bei den Sitzungen des Landes-SanilälSralhcs zukomme." Die Molivirung gipfell darin, daß man wohl von den Mitgliedern des Landes« Sanilälsrathcs, welche ihr fachmännisches Wissen der Regierung zu Gebote stellen, nicht überdies verlangen könne daß dieselben, abgesehen vom Zeitverluste, thalsächlich auch materielle Verluste erleiden sullen; die Billigkeit einer Ent schädigung (sogenannter Diäten) für die Neise und Verpflegung könne doch wohl Niemand ableugnen. Es fei das Quantum principiell festzustellen, da es nie und nimmer als Gnade angesehen werden kann. Der Autrag wird cm lilo« einstimmig angenommen und beigefügt, es habe der Vorsitzende wie u.ä II das Nö, thige zu veranlassen. IV. Sanilätsrath Dr. Gauster iuterpellirt den Lan-dcssauitälö»Referem«n Negierungsrath v. Andrioli, ob be? züglich der Organisirung des Gemeinde-EanitätSdienstes von Seite der Regierung eine Vorlage für die nächste Landtags Session zu erwarten stehe. Regierungsrath v. Andrioli erwiedert, daß in diefer Richtung etwas geschehen werde, allein es müsse vorerst die Organisirung der hauptgemeinden vor sich gehen, ein Landesgesetz müsse sohin folgen, die betreffenden Vorarbeiten können erst nach Constituirung der Hauptgemeinden vorge-nommen werden. Hierauf schließt der Vorsitzende die Sitzung mit dem Bemerken, daß er vor der Hand den Tag der nächsten Sitzung zu bestimmen nicht in der Lage sei. Gemeinderathssitzung vom 3. Jänner. Vorsitzender: Bürgermeister Dr. Suppan. Nach Verlesung des letzten Sitzungsprotokolls inter» Pelliren: GN. BUrger wegen der schlechten Qualität der l Gasbeleuchtung; GR. Dreo wegen der unaufschieblich nothwendigen Umpflasterung der Hauptgasse der Gradischa. Vorstadt; GR. Sa massa wegen Abstellung des Uebelstandes, daß die Passage durch vor Wirthshäusern stehen gelassene Wägen versperrt wird; worüber Bürgermeister die nöthigen Verfügungen zur Abhilfe zusagt. GN. Dr. v. Kaltenegger stellt an den Vor« sitzenden die Anfrage, ob dem Magistrate ein auf die > Durchführung dcs VolkbschulgeseheS bezüglicher Erlaß der , hohen Regierung zugekommen sei und wessen Inhaltes er sei? ! Bürgermeister enlgegnet, daß dem Magistrate ^ allerdings ein Erlaß der hohen Regierung vom 8. October v. I., Z. 316 des Landesschulrathes, zugekommen sei, dessen wesemlichen Inhalt er verliest und der in Betreff der ^ Unterrichtssprache an den Voltsschulen bestimmt, daß als solche in Krain, mit Ausnahme der Gemeinden Goltschce uud Weißenfels, die slovenische zu gelten habe, wornach der Bezirksschulrat!) die weiteren Verfügungen zur Durchführung dieser Bestimmung zu treffen habe. Dr. Kaltenegger erklärt, daß er auf diese Mittheilung einen Dringlichkeitsantrag zu stellen habe, Nach § 6 des Voltsschulgesetzes habe der Landesschulrath über die Unterrichtssprache zu entscheiden nach Anhörung Der? > jenigen, welche die Schule zu erhalten haben. Der Landeö-schulrath habe diese Bestimmung umgangen, die Gemeinden ^ seien hierüber nie gefragt worden; dies fei eine Umgehung des Gemeinderathes, eine Verletzung der gesetzlichen Aulo- 'nomie der Gemeinde. Der Gcmeinderath habe in dieser Angelegenheit sein Recht, seine Stellung, seinen Einfluß zu wahren. Wenn man gegen diese Anschauung einwenden wolle, die Sache sei nicht dringlich, so müsse man auch ! zugeben, daß sie für den Landesschulrath ebensowenig dringlich war. Die Dringlichkeit trete aber um so mehr hervor, ^ als der Bürgermeister, als Vorsitzender des Vezirtsschul» rathes, aufgefordert sei, diese vom Landcsschulralhe getroffene Anordnung durchzuführen. Er stelle daher den Antrag: 1. Der Gemeinderath ^ beschließt eine Verwahrung gegen die Verfügung des Lan« 5 desschulrathes, mit Bezug auf § 6 des Volkeschulgesetzcs und überreicht dieselbe dem Laudespräsidenlen mit der Vitte, daß er dem verletzten Gesetze, der verletzten Autonomie Geltung verschaffen und die Ausführung des Beschlusses sisti-ren möge, bis der Gemeinderath sich über dcuselbe» ausgesprochen uud: 2. Der Bezirksschulrat) ist von dem Protest in Kenntniß zu setzen mit dem Ersuchen, davon Act zu nehmen. (Lebhafte Vravos.) Die Dringlichkeit des Antrage? wird angenommen und der Antragsteller erhält das Wort zur Motivirung desselben. Er sagt, er wolle die Begründung nicht aus bloßer Rechthaberei, aus verletztem Gefühl herleiten, der Gemein« derath habe fachliche Gründe zu seinem Protest. Der Lan-oesschulralh berufe sich auf tz bi des Ministerialerlasse« über Ausführung deS Voltsschulgesetzes, diefer handle aber nicht von der Unterrichtssprache, sondern von der BeHand« lung einer zweiten Landessprache, er sehe voraus, daß über die Unlerrichlssprache bereits entschieden sei. Der Vandes» schulrath war verpflichtet, in Betreff der Festsetzung der Unterrichtssprache bei de« Gemeinden Umfrage zu ballen, es handle sich eben darum, zu wissen, welches die Mutier» spräche der Schüler sei? Dagegen gehe der E'laß über diesen wesentlichen Punkt oberflächlich hinweg und suche der slovenifchen Unterrichtssprache rücksichtslos Geltung zu verschaffen. (Bravo.) Nach dieser Begründung wird der Antrag des Dr. u. Kaltenegger ohne weitere Debatte einstimmig ange« n o m m e n. Es wird nun zur Tagesordnung, und zwar zunächst zur Auslosung der nach dem Gcmeindestatute ausirelcnden 10 Gemeiuderä'lhe geschritten, während welcher der H rr '/andespräsidcut Baron llonrad erscheint, um als Ver-lreler der Regierung der Sitzung beizuwohnen. Es werden ausgelost die Gemeinderäthe: Dreo, Kallenegger, Bilina, Deschmann, Haussen, BUrger, Laßnik, Eamasfa, Nudcsch, Dr. Necher. Die Neuwahl wird für den 3. WatMrper auf den 6. für den 2. auf den 7. und für den 3. auf den 9. März bestimmt, und die Zusammensetzung der Wahl-commission dem Bürgermeister überlassen. GN. Kalten egger referirt über das Gesuch deS Pächters L. E. Luckmann über die Eiuhebung der städtischen Pflastermauth an der Zufahrtsstraße zum Nudolfsbahnliofe. Die Nechtösectioii beantragt, mit Rücksicht auf den Umstand, daß die EinHebung diefer städtischen Gebühr nach der Gub.'Curr. vom Jahre 1646 auf allen städtischen Linien gestattet sei, daß aus der Berechtigung der Gemeinde aber auch consequent jene des Pächters ohne Anspruch der ersteren auf eine Nachtragszahlung stieße: 1. Der Gemeinde' rath beschließt die EinHebung der Pflastermauih sammt Staudgeld und Bierzuschlag auf der Zufahrtsstraße zum Rudolfsbahnhofe; 2. Der Magistrat wird mit der fchleu» nigen Durchführung dieses Beschlusses in einer den Zweck sichernden, die Passanten aber möglichst wenig belästigenden Weife über vorheriges Einvernehmen mit der Iinanzdirec-tion, beauftragt. GR. Stedry macht aufmerksam, daß die Magazine der Rudolfsbahn im Stadlpomörio liegen, daher von den dahinfahrenden Wägen die Einhevung einer Pslastermauth nicht gerechtfertigt sei. (3s wäre daher der Unterschied zwischen Weg- und Pflastermauth festzuhalten und die Fuhren zum Rudolfsbahnhofe so zu bchandeln, wie jene zur SUdbahn. ES müßte daher erst die für die Süd-bahn gellende Ausnahme auch für die Rudolfsbahn erwirkt werden. Cr beantragt daher, daß 1. die iiinhebung der städtischen wie der Wegmauch bei dem RudolfSbahn» Hofe in derselben Weise stattzufinden habe, wie bei der SUdbahn, und 2. daß der Pächter, da er ein neues Pacht» object erhält, eventuell zur Nachzahlung verhallen werde. Der Antrag kä 1 wird nach einer Replik Dr. v. Kalte» neggers, der darauf hinweist, daß aUe Fuhren zum Nu-dolfsbahnhofe die Tendenz haben, die Poiuörialgrenze zu überschreiten, angenommen, womit der bezügliche Antrag der Section gefallen ist; der 2. Theil des Antrages dagegen wird abgelehnt. Dr. Schöppl referirt über das städtische Budget pro 1671. Dasselbe schließt mit einer Einnahme von 110.790 st. 8 kr., einer Ausgabe per 123.770 st. 57 kr.; also einent Deficit per 12.960 fl. 49 kr. Die Section hat zunächst die Frage in Erwägung gebogen, ob nicht zur Deckung dieses Deficits, abgesehen von der lheilweisen Oeckung durch den Cassarest von 1670, neue Verkäufe von Neali< täten, wirlhschaflliche Gebarung und Verschiebung von Neubauten, durch Eröffnung neuer Einnahmequellen vorzusor-gen wäre. Die Section befürwortet in dieser Beziehung die Erhöhung der städtischen Abgabe von Spirituoscn auf 4 fl. und von Branntwein auf 2 fl. per Eimer und beantragt zugleich, an das Finanzministerium das Ersuchen zu richten, es möge dem Magistrat die eigene Einhebung der städtischen Gebühr von Epiriluosen und Branntwein gestallet werden. Ueber die Frage, ob nicht Zuschläge zu nicht be< steuerten Artikeln für die städtischen Bedürfnisse emzufüh-ren seien, wäre bis zur nächsten Sitzung Bericht zu erstat» ten. Tiese Anträge werden ohne Debatte angenommen. Die Fl'nanzsection beantragt ferner Wiedereinführung der im Jahre 1853 in Folge des Zoll- und Handelsuer« träges mit Preußen sislirten Abgabe von O e l, was gleichfalls angenommen wird. Es folgen Vortrage der Baufection von keinem allgemeinen Interesse und schließlich Vorträge der Schul-section. GR. Pirker referirt über die beantragte Erweiterung der auch von mehreren Landgemeinden benutzten ein^ classigen Volksschule der Vorstadt St. Pctcr. Die Eeciion beantragt in Zurlickweisung der dicssälligen Zuschrift des Pfarrers von St. Petcr, daß, nachdem diese Schule von den Landgemeinden sehr schlecht bcsucht wird. gegen die Erweiterung, nach dem Zugeständnisse des Pfarrers, fclbst 'Hindernisse obwalten, dieselbe auch dem Bedürfnisse der Stadtkinder nicht abhelfen würde, andererseits aber bei dem projectirten Schulhausban die Stadt in der Lage fein 18 werde, dem Bedürfnisse durch Parallelklassen abzuhelfen: 1. Der Bezirlsfchulralh Laibachs werde ersucht, die Aus« schulung der nach St. Peter eingeschulten Gemeinden fUr das Schuljahr 1871/72 zu veranlassen, mit Vorbehalt der nachträglichen Ordnung der Vermögensverhältnisse; 2. der Magistrat werde mit der Durchführung beauftragt. Wird angenommen. Ueber Antrag des Dr. Kaltenegger bewilligt der Gemeinderalh der hiesigen evangelischen Schule eine Subvention von 100 fl., und es wird die öffentliche Sitzung geschlossen. — (Feuerwehr.) Kommenden Samstag wird die freiwillige Feuerwehr ihre Übliche monatliche Kneipe ab' halten; daß diefelbe möglichst glänzend ausfalle, dafür wer-den um so größere Anstrengungen gemacht, als sie gewissermaßen einen Ersatz fllr den Entgang einer eigenen Syl» vesterlneipe bilden soll. — (Lieferung von Pferdekotzen.) Die l. t. Militär-Intendenz in Graz hat an die Handels- und Ge» werbelammer folgende Zuschrift gerichtet: „Um die Erzeugung der für die Cavallerie neu eingeführten Pferdedecken im Gewichte von 6'/, bis 7 Pfund in einer möglichst umfassenden Weise zu fördern, und um constatiren zu lönnen, ob die Fabrication von derlei Decken technisch leicht durch-fllhrbar sei, wird zufolge Rescriptes des k. l. Reichskriegs- ministeriums vom 24. December 1870, Nr. 3516, ersucht, alle iul dortseitigen Bereiche befindlichen Decke»', Kohen-und Lodenindustriellen unverzüglich aufzufordern nach An» Handgabe der beiliegenden Confections' und Gewichlsbeschrei« bung * je lO Stllck Pferdedecken in möglichst kurzer Zeit als Muster anzufertigen nnd diese unter Bekanntgabe der be-zUglichen Veköstigungs'Nachweisung und des bei einer größeren Einlieferung entfallenden Belöstigungspreises hiehcr in Ablieferung zu bringen." Jene Industriellen, welche sich zur Erzeugung der neuartigen Pferdedecken-Muster bereit erklären und auf eine Fabrication und Einlieferuug folcher Teckeu in größern Quantitäten reflecliren follten, werden ersucht, der Handels- und Gewerbelammer hicvou Mittheilung zu machen. — (Schlußverhandlungcn beim t. l. Landesgerichte Laibach.) Am 4. Jänner. Johann Stampft : Majestätsbeleidigung und ösfcnlliche Gewaltthätigkeit; Johann Leuc: öffentliche Gewaltthätigkeit. -Am 5. Jänner. Josef Tußet und Vucas Poloönik: fchwere körperliche Beschädigung; Johann Kastelic und Consorten: Betrug; Anton Zavirßel: schlvere körperliche Beschädigung; Johann Petelin: schwere körperliche Beschädigung. * Diese wurde einigen Indüstrielleu mitgetheilt und wird den sich bei der Handels- >md Gcwrrbekammer meldenden uuvn-ziiglich üdermittell werden Ausweis Über die vom 1. Jänner 1870 bis inclusive 31, December 1870 bei den Landes»Wohlthütigkeits-Anstalten in Laibach verpflegten Individuen. Kranlen-Anstalt ^, ^" Findlinge ^^^.».^—»—————^— Irren- » « , , ........ Medk-imjcht ^'rnrgischc Anstalt " I im Hause iu der Laudpstege Darstellung Alilhellmig Ablhellluig__________________T^_________^ '_______ M. W. Hß M. W. Z,L M. W. n,^ ^ M. W. ^V M. W, ^ Mit 31. December 1869 blieben 43 24! 6? 52 66 1l8 33 19! 52 39 2<> 1i' 31 476 495 973 Zuwachs in obig.r Zeit . , . 514 28t)! 794 «37 39!» 103« 45 17j 62 350 136 148! 284 66 85 15l summe . 557 304! 861 689 465 1154 78 36 114 389 15« 159 315 544 580 1124 Alisall: ! ! Geheilt nnd ausgetreten , . . 335 155! 49,» 519 295! 814 23 8 31 313 — . -- — 9 20 2^ Gebessert oder »»geheilt mllassm 46 28. 74 46 54 WO 10 I 11 - — ! - — - — TranSscrirt....... 13 26 39 10 23 3.j 5 - ^ 5 33 - — — - .. - Den leiblichen Eltern Übergebe» — — — — - ,,____. __ — 19 21 40 15 18! 33 In die Landespfleae überacbrn , — — — — - _____ __ _ 66 «5 151 -- — Gestorden........108 62 170 28 24 52 9 9 18 8 50 3l 81 34 32 66 Lodtgeboreu.......— — — — — — .,. — , — — ft 7! 15 — — — Summe des Abfalle« . 50 15 28 486^510 996 Neueste Post. (Dria,inal'Telea.ramme der „Laidacher Zeitung.") London, 3. Jänner. Die ,,Ti,nes" erfährt, eS sci kein Zweifel übcr die demnächstige (Kapitulation von Paris. Vern, 3. Jänner. Am ». Jänner Kampf bei AbbcvillierS und Sroix. Die Franzosen sind auf dem Niickzusse. llttQ Franzosen wurden auf Schweizer Gebiet gefangen genommen 2lm H. Jänner heftiger Zusammenstoß bei Delle. VdähereS unbekannt. Bozen, 2. Jänner. (WrTZ.) Se. Majestät der Kaiser sind um 9 Uhr Vorm. hier eingetroffen, von der zahlreich versammelten Vtvülleruug mit enthusiastischem Huruf empfanden worden uud soebc», um 12 Uhr Mittags mit Separathofzug im vestcn Wohlsein abgereist. Allgemein herrscht die freudigste Stimmung. Innsbruck, 2. Jänner. Se. Majestät der Kaiser ist um 5>'/z Uhr hier angelommcn und wurde am Bahnhose oom Bürgermeister mit einer läligcien Anspiache begrüßt, die Se. Majestät huldvoll erwiedeilcil und der Freude Ausdruck galicn, Innsbruck wiederzusehen. Hicr-auf nahm der Monarch dic Aufwartung deS Obersten vom Kaiserjägeiregimenle entge^cn. Unter Vorantiilt eines ÄandcriumS in Landestracht und Polfahlt des Äürgcr-meisterö fuhr der Kaiser voil dein in bengalischem Lichte strahlenden Bahuhosplatzc dulch die glänzend erleuchteten, im Flaggenschmucke prangende»! Straßen mttcr bereister» ter Acclamation der den Wagen umwogenden Menge langsam der Residenz zu. Dort halten sich im Garde« faale mittlerweile die Spitzen der Civil« und Militär» vehörden, der LandcSauöschuß mit dem Landeshauptmanne, der Gilrgerausschuß, die Bischöfe von Brixen und Feld-lirch, dic geistlichen Würdenträger, die Vertreter der Universität und das Osficicrcorps versammelt, um Se. Majestät erfurchtsvoll zu begrüßen. Der Kaiser, mit 3ll« lerhüchstwelchem gleichzeitig der Stalthalter und der Lan< descommlllidirende ankamen, durchschritt den Saal, an einzelne der Anwesenden huldreiche Worte richtend, und zog sich hierauf in die inneren Gemächer zurück. Auf dem pittoresk decorirlen Remiplatz vor der Residenz steht! dicht geschaart die tausendlöpfigc Menge. Die Glocken! lauten, Pöller krachen. Se. kais. und königl Hoheit der Kronprinz Rudolf wird morgen Nachmittag erwartet. Bcim smpfange Sr. Majestät dcS Kaisers am Bahnhöfe wlr auch der Validesdauptman» Grebmcr an-wcsend und wulde dessen Gcgrußuü^ lwm Monnrchcn hiüdvollst etwlcdett. Nm 8 Uhr brachte die Oürgerschaft eincn Fackelzug, die Liedertafel eine Serenade dar. Se. Majestät hotten vom Nalcone aus dcn Vollragen zu nnd wurden beim Erscheinen mit endlosem Jubel begrüßt, der sich wiederholte, als Sc. Majestät Allerhüchstsich grüßend zurückzogen. Der Vorstand der Liedertafel. Glas Bclrupt, nebst den Ausschußmitgliedern wurde berufen, und drückte Se. Majestät denselben Allerhöchstihre before derc Anerkennung aus. Morgen erfolgt die AuSrückung der Garnison, wonach allgemeine Audienzen ertheilt werden. Auf der Fahrt von Go^en hichcr war auf allen Stationen die Bevolliu ung in Massen erschienen. Se. Majestät stiegen Überall aus, besichtigten die Schuhencom. pagnien und nahmen die Begrüßung der Vczillsbehör« den entgegen. Wien. ^ Jänner. (Tr. Z.) Die Dividende der Nationalbank fürö zweite Semester beträgt nach der gestern festgesetzten Bilanz 31 Gulden 50 Kreuzer. Nach einer nach Berlin gelangten Mittheilung aus M ünchen , 2, Jänner, ist die Annahme der Vünd' nißuerllägc mit dem norddeutschen Bunde auch durch die zwcite Kammer nicht mehr zweifelhaft. Die ..Times" melden, Graf Gismarck befinde sich unwohl. Berliner Nachrichten, welche diplomatischen Quellen entlehnt si»d, melden übereinstimmend, daß Rußland mit seinen Rüstungen vollständig fertig sei. Ungeheuere Pro« vianloorräthe werden südlich von Petersburg liansportirt. Telessraphiscker Wechselcours vom 3. IiilMtr. 5perc. Mtalliaues 5)7,20, -- 5pcrc Mttallique« mit Mai-Mld Nooen!l,cr-Zitts>.ll 5»7.^0 — 5perc, ^lalioiial.Aiileh^l 65,«'». - 1860cr Siallts-Aillehen 92.90. - Vautactiru 734 Lredn-Äctiin 247. . — London 124 25. - Silber 121.75 — K l Milnz-Ducatcn 5.89. — Napoleond'or 9.96'/,. Handel' und Golkswirthschastliches. Ziehllllst der kreditlose. Dm Hauvtlnsfer mil 200.000 Gulden gewann S 2373 Nr. 48, btii zweüen S. 2937 Nr. 72. dnl drillen S. 3833 Nr. 12. Uebrige g^ogcne Serien: 1W9, 1276. I3<;5. 1375, Itt52, 1803, 1851, 2679, 3376,3558,3713, 4086, 4153. Angekommene Fremde. Am 2. Jänner. 8«»«>t ^T««,». Die Herren: Melzer. Kaufmann, Wien. — Vessel, Kaufmann, Hof. — Lalner, Fabnlant, Wotfchee — Seidl, Restanralenr, Mrz. - Dr. Munda, Advokat, Nadmanns» dorf — Munda, Jurist, Graz. l5>^«'««t. Die Herren: Vidk Theodur, Rudolfswerth — Ofavernig Mathias, Lack. - Dollenz Josef, Lack. — Smnck, Vir. — Hirner Adolf, Wien. — Vruun Sigmuud, Wien. — Potocnig, Ingcuieur, Karlstadt, — Pelz I,, Wien. — De Guari, Private, Trieft. — Persche, k. l. Staatsanwalt, Rudolfswertb, — Kottnig, Besitzer, Oberlaibach — Trewola, Ingenieur, Krainburg. ?»><»>»r«-,,. Die Herren: Giixato Jakob, Strinmeh, Obcr^ laibach. — Pospisil Emil, Brauer, Brunn. Theater. Hl'lile: Die Frau Wirthi». Posse mit Gesang in 3 Acten. i L !^2"___^ 5__ 6" 3 ?6U'Mll7 327 3»^—"4.? O. schwach bewölkt" ' 3, - 2 „ N. ^26.88 — 3.4 O. schwach halbheiter 0.<» j!0 „ Ab. 32?.i„ - 4 ., O schwach thcilw. bew. Morg/nroth. Vormittags Aufheiterung. Nachmittags wech» sclnde Ocwöltung. Hiondhof. Das Tagcömittel der Temperatur — 4.2", um l.9° unler dcm Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz u. it l e i u m a y r. NH-l^^i^^l^i Wien, 2. Jänner. Die Äürse war leineswcgs flau. Die im Tableau erscheinenden lieferen l^nrse rilhreu daher, daß bei in Silber uerzinslichen Effecten das DNl^NllllzlV^» Agio silr den Coupon in Abschlag kommt, SpeculalionSeffccteu noliren annähernd wie SamSlag. Ncnte und andere AnlagSpapiere, wenn da« cnlsallenoe Agio des Loupou« in Rechnung gezogen wird, meist etwas höher. ____ _____^^______________^_^^ T. Allst«m«ine Staatsschuld. Filr 100 si. Einheitliche Staatsschuld zu 5 p«lt.: in Noten verzinst. Mai-Nouember 56 65 56.80 „ „ « Fcbrnar-August 56 55 56.65 „ Silber „ Jänner-Juli . 65.40 65.50 „ „ Npril-October. 65.50 Ü5.60 ^leueranlehen rückzahlbar (j) , —.— —. -i,'c,,e v,I. 1839 .... -.- —.- ,. „ 1854 (4 "/,) zu 250 fl. -. -.-^ 1860 zu 500 fl. . . 92.50 i>2.75 . „ 1860 zu 100 si. . . 104 50 105.-.. .. 1864 zu 100 sl. . 113 75 114,25 < caats-Domäneu-Pfaildbiiefe zu 120 st. ü,W. in Silber . . 121.— 121,50 ». Wrundentlastunas«Obligationen. FUr 100 ft. Geld Maare ^hmcl! .... ;u5pCt 94,— 95.— ^aUzlkU .... „ b „ 7210 7250 Lieder-Oesterreich. . „ 5 „ 95.— 96.-Oder-Oesterreich . . „ 5 „ 94.- 95 — Siebenbürgen ... „ 5 „ 75—7550 Sttlerm"' ... v 5 ,. 9850 9850 l1'i/,s . . . . . 7? - 77 50 V. Actlen von Gankinstituten. Geld Waare Anglo-iisterr. «ant abgrst. . . 192 - 192.50 Anglo-ungar. Van! .... —.— —.— Bankverein.......199.— 200.- Noden-Ereditanstlllt . . . —.— —.— CreditanNalt f Handel u. Gew . 246 — 2^6 25 Üreoilanslalt, allgem. migar. . . 81.50 82 — <§sc°mpte-Gescllfchaft, n, ü. . . «93. 8U7.— Franco-osterr. Banl .... 95.75 96.25 Oeneralbanl.......66.-8«.— Handelsbank.......9950 100.50 Nanonalbaul......731 50 73 Fllnslnch^iPnrcw'iftühl, . - .— ssrlln>3°s,vb«'Vll!il' . . .'87 75 188 25 Lemberß-C;ern.rIafsyer-Vahn . 187.75 186.- Lloyd. öflcrr........315,— 320.— Omnibus........—.-—.- Rndoiss-Bahn......160,25 16175 Siebcubttrger Bchn .... 16350 164.50 slaaiöbahu...... . 378 -- 3>9.— Sildbuhn . ......179.70 179 90 Silo.nordd Verbind. Bah» . . —.— —.— TheisH'Vahn.......225. 825.25 Tramway........16750 168.— «. «Pfandbriefe (sllr 100 fl.) Allg. üst, Bodtn- 10) fl. il. W. Geld Waare Elil.-Westb. in S. verz. (I. Tmiss.) 93- 9325 FerdiuandS'.Nordb. in Silb verz. 104. - 104.75 Franz^IosephS-Nihn .... 94.— 9425 A,H'a'-l-?udn>.B.i.S.verz.!.Sm. 101.— 10150 >^,'500Frc.....113 50 114^ südb.-G. 5 2l>0 fl.z. 5"/« fllr 100 st. 88.75 89.— Slldb.-Bon« 6"/, (1U?3 90 Hamburg, für 100 Mark Banco 91 50 91 50 London, filr 10 Pfund Sterling 124 30 124 50 Pari?, für 100 Francs . . . __.„ _..__ <5oui?s t»er (Hlldsovten ss'eld Waare K. Müuz-Ducate: / 5 st. 88 lr. 5N. 90 tr. NapolronSd'or . . 9 „ 97 » 9 „ 98 „ Vereinsthaler. . . 1 ,. 83 ., 1 '. 84 „ silb-r , , '21 ,. 75 , 122 , ^ „ Kraiinsche GrulldentlastungZ - Obligationen, Prt, ! »"'ll-.xirnnq: 86 - Geld. Waare