Nr. 8. Plänum«t»»ion«pl«l«: Im «omptoit »an,!. ft l'< halbl. fi, ü«<». sslll die Zufiellun» >n« Hau« halb». 50 lr, M!t ber Post ganzj. fi, 15. Yalbi, 7 b«. Samstag, 3. Jänner. In1elt«on»««b»l: ff«l Neln« Vn<«»»e »>«» ,« < gtileu « Vl. Nr. «8), betreffend die Veröffentlichung lion siefattien und sonstigen Begünstigungen im Gütervcrlehre aus Eisenbahnen, abgeändert wird. („Wi-Ztg." Ar. 1 vom 1. Jänner 1880.) Erkenutnissc. Das k. l ttreisgericht als Pressgericht in Äcichenberg hat aus Antrag der t. t. Elaalsanwaltschast mit dem Erkenntnisse vom «.Dezember 187l>, ^j. 42l!> Stf., die Weitcrverbreitung der nachslehcxden Keilschriften verboten: „Die Factel." Äerlin. 20. September 18?!». Probenummer, wegen des Artilels „Socilll.p»litische Rundschau", beginnend mit .M'nosse Polizze^" nach H -WO St. W. „Vie Phalanx." Verlin, l8. Oitobcr 1«79 Probenummer wegen der VlNllrl «Französischr Prolclarier-Lieder", „Social-politische Rundschau" und „(lurrespondenzen" „ach g 5i8«'St G dann nach den tztz 600, :j02 und -',05 St. G - ' ' „Avantgarde." Verlin, 2i), Oltobcr 1879. Probenummcr wegen der Artikel „Das Arbeitsrecht" und „Social.politische Äundsäiau" nach den 8 ^2 und <>4 St. G.; „Der Hammer." Berlin. ».November 18?V. Probenummer wegen d^s ArtilclS »Social'politische Rundschau" beginnend mit .Oesleirclch". nach l; :'.<)2 Et. G - '" ' " ^Imu, ^'!<«1.« Verlin. 15. November 187^. Probenun.mer. wegen der Artilcl «hungcrchvhus" und „Vernichtet die Infame" nach 8 "»« St. G.; ^Dcr Soclaldemolrat" Nr. li. Zürich. 8. November 1879. wegen des Ärmels »Social-politische Rundschau" von Dem österreichischen ^ollc . dann von „Dem Socialismus" nach den 88 65 u und :w0 St. G. Das l. k. Landgericht als Pressgericht in Trieft hat auf Antrag der l. l. StaatSanwaltschajt mit dem Erkenntnisse vom 4. Dezember 18,». Z. «20.'./l0il2. die Weitcrvcrbrcitung der in Bologna erscheii'.cndcu Zeitschrift „I.,, li^^" ^. ^ ^m 28. No- unrz^mn7nÄ7'r^^?N^ sammt Ausschrift Nichtamtlicher Theil. Politischer Iahresrückblick. s c Das abgelaufene Jahr war, obgleich sich im Verlaufe dcsselwi em Ereignis von welterschütternder Tragweite abspielte und lein Krieg den Frieden des Welttheils störte, doch gerade für die Staatenqeschichte Europas von hervorragender Bedeutung. Lang vorbereitete wichtige Aenderungen in deu gegenseitigen Beziehungen der leitenden Mächte gelangten zum Voll» zuge. Internationale Fragen, deren Lösnng im Vor» jähre angebahnt war und von denen man vor Jahresfrist noch ernste Complicatwnen befürchtete, wurden in friedlicher, dem Willen und den Interessen Europas entsprechender Weise abgewickelt. Wenn daher das ganze friedliebende Europa das Jahr IK7U als lein verlorenes betrachten wird, so hat unsere Monarchie noch besondere Ursache, mit dem Gan«,, welchen die Ereignisse während der lrhlen zwölf Monate auf internationalem Gebiete genommen habe», zufrieden zu sein. Die so heftig getadelte, leidenschaftlich betämpfte Pu> litik des Grafen Andrassy h,ü sich in glänzender Weise bewährt. Im Laufe des verflossenen Jahres haben sich selbst die enragiertestm Gegner des von der Leitung der Gcfchäfte zurückgetretenen Ministers überzeugen müssen, dass derselbe den Interessen des Reiches den größten Dienst erwies, als er, allen Angriffen zum Trotz, fest und consequent auf der einmal eingeschlagenen Bahn beharrte. Wird doch seinem Nachfula/r von allen Seilen zngerusen, er möge fortsetzen, was sein Vorgänger begonnen, — haben ihm doch die Delegationen die nachgesuchte provisorische Bewilligung dcs Budgets nur unler der Voraussetzung votiert, dass an dem System der auswärtigen Polllik nicht gerüt« telt werde. Wir haben um so mehr Ursache, voll Vefriedi' gung auf die Stellung zn blicken, die Oesterreich. Ungarn gegenwärtig im eurupäifchen Concerte einnimmt, als alle Zeichen dafür sprechen, oafs dicfe günstige Position auf sicherer Basis beruht. Was der vom Grafen Andrassy inaugurierten Politik von vornherein ihren Erfolg verbürgte, war, dass sie, weit entfernt, die historische Entwicklung der Habsburgischen Monarchie zu ignorieren, an die Traditionen anknüpfte, denen es die deutsche Ostmark verdankt, dass sie sich zur europäischen Großmacht entwickelte. Graf Andrassy erstreble mit den rechten Mitteln das rechte Ziel. Ohne ourcilig in die Altion eiuzulrelen. ohne in prahlerischer Weise mit dem Schwerte zu rasseln, vermied er es, die Kräfte der Monarchie an kriegerische Demonstrationen zu,verfchwenocn. Er bildete sich nicht ein, dass es möglich sei, einen historischen Entwick-lungsprocess mit Menschenlräften anfzuhaltcn; darum verzichtete er auf den Versnch, das osmanische Ncich unverändert in feiner Integrität zu erhalten; ruhig ließ er die Angriffe seiner engeren Landslcute, die das Schicksal Oesterreich-Ungarns an das der Türkei geknüpft erachteten, über sich ergehen. Aber so entschieden er sich weigerte, Gut und Blut Oesterreich-Ungarns für andere als österreichisch, ungarische Iittcressen zn opfern, meldete er doch rechtzeitig die Ansprüche unserer Monarchie auf das türkifche Erbe in jenen Provinzen an, welche in unsere unmittelbare Interessensphäre fallen. In den Hinterländern unserer Küstengebiete, das war der erste Sah in der Anorasjy'schen Orientpolitit, darf nur Oesterreich-Ungarn die Türkei ablösen. Wir befördern nicht den Zerfall der türkischen Herrschaft in Bosnien und ber Herzegowina; aber wenn der Zusammenbruch unabwendbar gworden, dulden wir mcht, dass sich ein anderer dort festsetze. Die türtifchen Tributärstaaten an unseren Grenzen, so lautete der zweite Eardinalsatz der Anorassv/schen Politik, dürfen nicht durch russische Vasallenstaaten erseht werden. Nicht Russland und die besiegte Türlei dürfen die Neugestaltung der Balkanländcr vollziehen, sondern das vereinigte Europa hat zu bestimmen, welche staatlichen Neubildungen an beiden Abhängen des Balkans ins Leben gerufen werden follen. Dieses Programm ist im Laufe des Jahres vollständig zur Durchführung gelangt. Bosnien und die Herzegowina sind der militärischen Macht- und der wirtschaftlichen Interessensphäre Oesterreich-Ungarns einverlelbt, Russland hat seine Truppen vollständig aus dem Blllkaiigel'iete zulückgezogen, und die Entschei» düngen Europas bezüglich der staatlichen Neubildungen sind in allen Hauptpunkten zur Ausführung gelangt. Keine der düsteren Prophezeiungen, womit die Pessi» misten vor Jahr und Tag ihre Neujahrsvetrachtungeu füllten, hat sich verwirklicht. Die Herrschaft Oesterreich-Ungarns in den occupierten Gebieten hat keinerlei Störung erfahren; ohne Blutvergießen sind unsere Truppen bis an den Lim vorgeschoben wurden, während die russische Aimec vollständig in die Heimat zurückgekehrt ist. Das Fürstenthum Bulgarien und die autonome Provinz Ostrumellen sind constiluiert; bis auf die Plava und Gusinje betreffenden Bestimmungen sind alle vom Congress verfügten Grbielsanderuugen in friedlicher Weise zum Vollzug gelangt. Wohl fehlt es auch heute noch nicht an bedenklichen Zuckungen in den Balkanländern; aber wenn wir das, was feit dem Jänner 1879 im Orient zur Ausführung der Beschlüsse der europäischen Mächte geschehen ist, mit dem vergleichen, was noch der Verwirklichung harrt, dann dürfen wir vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Der Berliner Vertrag würde, wie er ohne, die Einigkeit Deutschlands und Ocsterreich.Ungarns über die wichtigsten Fragen sicherlich nicht zustande gekommen wäre, auch gewiss nicht iu so vollständiger und friedlicher Weise zur Ausführung gelangt sein, wenn sich das Einvernehmen der beiden Mächte nicht immer inniger gestaltet hätte. Die Aesiegelung der österreichisch-deutschen Entente ist wohl das wichtigste Ereignis, welche» sich während des letzten Jahres auf internationalem Gebiete vollzogen hat. Der Rücktritt Iwilleton. Wiener Skizzen. 1. Jänner. Das ganze Jahr hindurch gibt es nicht fo ..zwingende" Gelegenheiten znm Geldausgeben, als zu Weihnachten und zu Neujahr. Der Mensch lässt sich Pres' sionen mcht gerne gefallen, aber zn Weihnachten ist er nachgiebig wie Bntler. Da rinnt ihm das Geld durch die Fmger als wäre es ein flüssiges Element. Die Silber« und Papleraulden revoltieren in der Tasche und wollen alchi". und das mnss schon ein..höchster ^ctimntzlan" sein. der um diese Zeit nicht einen Kreuzer 2/^lbt. als an gewöhnlichen Tagen. Zu Weih- noch einen gewissen Reiz. ne „,„,. b^i^ anderen eine Freude r.elt .^ "',""" »"""' "ne wohlthuende Wieder-W^ m ? . '^' '" ^'"j"l)r gibt man sein Geld mit Widerwillen nnd mürrischen Sinnes aus, weil die An-spnlch', dle an nns gestellt werden, meistens sehr n -berechtlgt sind Wenn Leute, d.e uns persönlich Dee elften der Kellner ,m Gasthanse. der Marqnenr m ztassechni e, der Barbier u. s. w., anf ein Nenjahrs-geld spenll,er.'N'. so mag das noch hingehen, auch wenn der Briefträger, der Zettnngsbote, der Hausmeister auf unsere Fre,gieb,gkeit rechnen, so lässt sich das noch entschuldigen, aber wie der Schornsteinfeger, die Milch-frau, der Aäckerjunge und der Mistbauer, ja wahr« hastig, sugar der Mistbauer, der die Küchenabfälle fammelt und verwertet, dazukommen, nns um eiu Neu-jahrgeld anzugehen, das verstehe ich nicht. Den Unsinn des Trinlgelderwefens fühlt man erst recht deutlich zn Nenjahr. Dafs man das Jahr hinonrch für jede Dienstleistung — wenn man es so nennen will — ein Trinkgeld zahlt, genügt nicht, man muss zu Neu» jähr auch noch so ein „condensiertes" Trinkgeld geben. Die. während dcs Ofenheim-Processes bekannt gewordene Definition des Begriffes „Trinkgeld" Hai mich von der Nothwendigkeit desselben nicht zu überzeugen vermocht, nnd der Gölhe'sche Vers: Mann, mit zugclnöpften Taschen, Dir thut niemand was zulieb; Hand wird nnr von Hand gewaschen. Willst du nehmen, nun, so gib! hat jedenfalls einen anderen Sinn, als den, unsere Trintgelderunsitte zu beschönigen. Allein. U8U3 l^rau-nu8 ««t, man kann und darf sich nicht außerhalb der großen Menge stellen, ohne diese herauszufordern, und fo heißt es denn: zahle! Zu leiner Zeit de« Jahres werden fo viel wohlthätige Werke geübt, als zur Weihnachlkzeit. nnd Wien steht da nnter den Slädten des Continents in erster Reihe. Die Wiener sind überhaupt gutherzig und theilen von ihrem Ueberfluffc den Bedürftigen gerne mit; zur Weihnachtszeit aber gibt es hier einen förmlichen Wettstreit im Wohlthun, mid si„d es besonders die armen Kinder, welche mit Gaben überhänft werden, damit sie auch fröhliche Weihnachten flirrn können. Da glbt es Weihnachtsbescherungen in den Volksschulen, ill den Wohlthäligkeitsvereinen, in den Asyl- häusern, in den Heilanstalten, und selbst die Bewohner der entferntesten Stadtlheile werden nicht Übergängen. Znr Weihnachtszeit feiert die Humanität ihre Triumphe, und wenn man im Verlaufe des Jahres auch öfter irre wird an der Menschlichkeit des Menschen, zu Weihnachten gewinnt man sofort wieder eine bessere Mcinnng von ihm. Es ist eigentlich ganz erstaunlich, was Wien all-jährlich zur Linderung der Noth seiner Armen verausgabt. Man hat ausgerechnet, dass ohne communale und pfarrämtliche Armenversorgung, also durch private und gesellschaftliche Thätigkeit mittelst Bazars, Concerten, Theatervorstellungen. Sammlungen und regelmäßigen Beiträgen an acht Millionen ausgebracht werden. Und dennoch reicht das nicht zn, dennoch gibt es Arme. die darben, denen von den reichen Spenden nichts zuflieht. Es ist das die Folge mangelhafter Organisation unseres Armenverforgungswefens, die Spenden werden unabsichtlich m ungleicher Weise vertheilt, es gibt Familien, welche nur von Almosen und dabei gar nicht schlecht leben, während andere wenig oder gar nichts bekommen. Da hat sich denn nun letzthin ein Verein gebildet, der die Organisation und Regelung des Armenwesens durch Centralisation unternehmen will. Es ist das keine leichte Ausgabe, denn es handelt sich dabei nm die Beseitigung eines gewissen Miss« lranens der Privatwohlthätigen, die der Meinung sind. ihre Gaben gelangten üicht all das bestimmte Ziel, wenn sie durch Vereinshände giengen. Eine ein-zelne Art Wohlthätigkeit hat ein hiesiges Volköblatt entriert. indem rs nach dem Vorbilde des «Figaro 10 Oesterreich'Ungarns von dem Artikel 5 des Prager Friedens beseitigte den letzten Rest der Erinnerung an eine Z-it trauriger Missverständnisse und documentierte vor aller Welt, dass unsere Monarchie jeglichen Gedanken einer Recriminationspolitik aufgegeben habe. Die chauvinistischen Orgien der russischen Kriegspartei, deren Angehörige in den höchsten und cinflussreichsteu Stellen zu suchen sind, bestärkten Oesterreich'Ungarn und Deutschland in dem Gefühl der Solidarität ihrer Interessen. Der Besuch des Fürsten Bismarck in Wien im Moment, wo sich Graf Andrassy von der Leitung dcs auswärtigen Amtes zurückzog, that dar, dass die österreichisch-deutsche Freundschaft unabhängig von allen persönlichen Factoren, eine dauernde, auf wichtigen gemeinschaftlichen Interessen basierende Entente beider Reiche sei. Das innige Einvernehmen zwischen den beiden Kaiserreichen, wie es dem zur Neige gehenden Jahre den Stempel aufgedrückt hat, wird auch zweifellos die Ereignisse des kommenden beherrschen. Angesichts der ungeklärten Verhältnisse in Russland und im Hinblick auf die Metamorphose, die sich in Frankreich vollzieht und über deren Verlauf niemand ein bestimmtes Urtheil füllen kann, ist die österreichisch-deutsche Entente der feste Punkt, auf den alle Freunde des Friedens ihre Hoffnung richten. Niemand vermag zu sagen — so schließt das „Fremdenblatt" seine vorstehende Betrachtung, — was das neue Jahr in seinem Schoße birgt, das aber dürfen wir kühn behaupten, ohne fürchten zu müssen, von den Ereignissen desavouiert zu werden, dass, so lange Deutschland und Oesterreich-Ungarn als Freunde zusammenhalten, es niemand ungestraft wagen wird, den Frieden des Welttheils zu brechen. Wer in der ungestörten friedlichen Arbeit, in dem wirtschaftlichen Wettkampf der Völker seines Stre-bens Ziel erblickt, der muss wünschen, dass sich die Freundschaft der beiden Kaisermächte immer mehr be< festige und vertiefe. Verlängerung des österreichisch-deutschen Handelsvertrages. Am letzten Tage des eben abgelaufenen Jahres wurde in Berlin von den Bevollmächtigten der k. und t. österreichisch-ungarischen Regierung und jenen des deutschen Reiches eine Erklärung unterzeichnet, durch welche der Handelsvertrag mit dem deutschen Reiche vom N». Dezember 1878 (mit Hinweglassmig der im Artikel 6 stipulierten Begünstigungen für das Appreturverfahren und die Ausfuhr von Rohleinen, dann der in den Artikeln 15 und 1? bisher vereinbarten Verpflichtung zur Publicierung der Refacticn und des Verbotes der Beschlagnahme vun Fahrbetriebsmitteln, endlich unter gewissen Vorbehalten hinsichtlich des Zollcartells) bis 30. Juni 1880 verlängert wird. Am 1. d. M. wurde auch bereits eine Verordnung des Oesammtministeriums im Reichsgesetzblatte pnbliciert, wodurch der Veredlungsverkehr mit dem deutschen Zollgebiete autonom insoweit geregelt wird, als die Veredelung im Auslande geschieht, während für die Veredelung im Inlande die bisherigen autonomen Bestim» mungen in Wirksamkeit bleiben. Darnach ist für Gewebe, welche von, 15. Februar bis 30. Juni 1880 zum Bedrucken und Färben nach dem deutschen Zollgebiete ausgeführt werden, beim Wiedereintritte ein Zoll von 14 fl. in Gold zu erheben. In allen übrigen Punkten bleibt die zollfreie Behandlung des Veredlungs- ^ Verkehrs aufrecht, daher auch vom l. Jänner bis 15,. Februar Gewebe zum Drucken und Färben mit dem Ansprüche auf zollfreie Behandlung beim Wieder« eintritte ausgeführt werden können. Die detaillierten Durchführungsbestimmungen wurden gleichzeitig im Finanzverorduungsblatte kundgemacht. Darnach ist der Betrieb des Veredlungsverkehrs von Erlaubnisscheinen abhängig gemacht, welche nur Fabrikanten für eigene Fabrikate ertheilt werden. Doch gelten die Vor31stem Dezember 1879 ertheilten Erlaubnisscheine bis 15ten Februar. Die Fristen für die Wiedereinfuhr sind auf drei Monate im allgemeinen beschränkt. Doch kann im Falle des Bedarfes eine Verlängerung bis längstens sechs Monate und nicht über den 30. September 1880 hinaus bewillig! werden. Die Controlmaßregeln wur» den mehrfach geändert. Durch eine weitere, gleichfalls am 1. d. M. im Reichsgesehblatte Verlautbarte Ministerialverordnung wird in theilweiser Abänderung der Verordnung des Handelsministeriums vom 12. März 1879 (R. G. Bl. Nr. 38), betreffend die Veröffentlichung von Refactien und sonstigen Begünstigungen im Güterverkehre auf Eisenbahnen, die k. k. Generalinspection der österreichischen Eisenbahnen vom 1. Jänner 1880 an ermäch. tigt, in Fällen, wo nach ihrem Erachten die durch obige Verordnung vorgeschriebene Veröffentlichung einer in Wirksamkeit zu setzenden Tarifermäßigung oder sonstigen Begünstigung inländische Verkehrsanstalten gegen, über ausländischer Concurrenz benachtheiligen würde, ausnahmsweise über specielles und motiviertes Ansuchen der betheiligten Aahnverwaltung zu gestatten dass die bezeichnete Veröffentlichung unterbleibe, wobei jedoch anderweitige Vorforge für die möglichst gleich-mäßige Anwendung der Begünstigung vorbehalten wird. Die Forderungen der Czechen in der Universitätsfrage. In dem Club der altczechischen Abgeordneten in Prag wurde vor emigen Tagen das czechi che Universitäts»Memorandum dismtiert, und es kam dabei in concreter Weise zur Sprache, was eigentlich die Czechen zur Durchführung ihrer Gleichberech« tigungsansftrüche an der Präger Universität verlangen. Es gieng dies aus dem Referate hervor, das Herr Professor Mustiocty vom czechischen Communalgymnasium auf der Kleinseite über den Gegenstand hielt. Demzufolge wollen die Czechen eine eigene und selbständige czechische Universität durchaus nicht anstreben. Es sollen vielmehr an der gegenwärtig bestehenden nur die Profesforencollegia nach den Nationalitäten go schieden, der gemeinsame Senat aber aus den Dekanen der czechischen und deutschen Facultätscollegia gebildet uud der Rector von Jahr zu Jahr abwechselnd aus einer Nationalität gewählt werden. Zur Herstellung der nationalen Gleichberechtigung in der Besetzung der Hauptfächer sollen mindestens 32 czechische Professoren mit einem jährlichen Gefammterforderms von 150,000 fl. neu errichtet werden. Zu dem Referate des Professors Mustiocku gab Dr. Rieger noch einen Commentar, worin er unter anderm erklärte, der Grund, warum die deutschen Professoren der Prager Universität dem rzechischen Meich-berechtigungsproject opponieren, sei nur „die niedrige Furcht, dass sie irgend einen Theil ihrer Einnahmen aus den Collegiengeldern verlieren könnten", und das seien die „heiligen Interessen der Wissenschaften". (Stürmischer Beifall.) Bei dieser Gelegenheit machte Dr. Ricger als Grund für die Berechtigung der cze-chischcn Ansprüche unter anderem auch geltend, dass „aus Böhmen jährlich ein Ueberschuss von über 20 Millionen Gulden in die Staatstassen flieht", und behauptete weiters, die Czechen wären berechtigt, zwei Universitäten für sich zu forderu — eine in Prag und die zweite in Brunn. Schließlich berührte Dr. Rieger die politischen Chancen der czechischen Forderungen und sagte: „Die Durchführung der Gleichberechtigung an der Universität hängt hauptsächlich davon ab, wie und wem das Portefeuille des Unterrichtsministeriums übertragen werden wird, und ich verleugne es mir nicht, dass es schwer ist, einen Mann zu finden, der zu den gegenwärtigen Verhältnissen und zugleich für die Aufgaben passen würde, die durchgeführt werden müssen, wenn der wünschenswerte Friede mit unserer Nation herbeigeführt werden soll. Von den einzelnen hervorragenden Beamten im Unterrichtsministerium ist es freilich bekannt, dass sie nicht nur deutsche Parteimänner, sondern auch entschiedene Feinde unserer Nation sind. Kommt ein anderer Unterrichtsminister, so muss ähn-lichen Äeamteu ein Nessort abgewiesen werden, in dem sie weiter nützlich wirken können; jedoch das Referat über böhmische Angelegenheiten muss in die Hände anderer Männer kommen, bei denen keine offene Feindschaft gegen uus zu finden wäre. Auf unserer Seite ist die Absicht, in der Budgetcommission geradezu den Antrag zu stellen, die Regierung möge ohue Verzug untersuchen lassen, welchen Aufwand die Durchführung der Gleichberechtigung an der Universität und an den Mittelschulen der Länder der böhmischen Krone erfordern wird, und ebeufo möge die Regierung noch in der gegenwärtigen Reichsrathssession in dieser An-elegenheit einen Nachtragscredit verlangen." Das Attentat in Madrid. Aus Madrid brachte der Telegraph die erschütternde Meldung von einem am 30. v. M. um 5 Uhr abends daselbst verübten Attentate auf das Leben Ihrer Majestäten des Königs und der Königin. Gewiss wird der ruchlose Versuch iiberall tiefen Adschcn und seine glückliche Vereitlung ülierall herzliche Freude wecken, nirgends aber in solchem Grade, wie in Oesterreich, welches neben Spanien das erste Anrecht hat, das erlauchte Paar unter die Seinigen zu zählen. Ist es doch ein Mit' glied unseres allgelicbten Kaiserhauses, dessen jungeS hoffnungsvolles Leben auf dem Spiele stand. Die Äe-wohner Madrids und Spaniens beeilten sich, ihrem Jubel übl'r die Rettung des königlichen Paares begeisterten Ausdruck zu geben; die Bewohner Oester-reichs schließen sich ihnen aufrichtigen Herzens und mit innigem Antheile an. Das ruchlose Attentat wurde von einem junaeli, zwanzigjährigen Menschen, Namens Otero Gonzalez, aus Galicien gebürtig, ausgeführt. Als das Königs-paar den Palast verließ, feuerte der unselige Verbrecher d,e beiden Läufe eines Doppelpistols auf dasselbe ab; glücklicherweise fehlten beide Schüfst und wurde überhaupt niemand verletzt. Die eine der Kugeln flog in der Nähe des Gesichtes der Königin vorüber. Das königliche Paar erschien, vom Pnblicum mit loyalem Enthusiasmus begrüßt, nach dem Attentate in der Oper und wurde beim Verlasse derselben, abermals stürmisch acclamiert, von einer Volksmenge mit Fackeln bis zum Palaste zurückbegleitet. Der schändliche Verbrecher, der den Mordanschlag ausführen sollte — seines Zeichens ein Zuckerbäcker — ist aus Galicien, also aus eincr der Nordprovinzen des Königreiches, gebürtig, wo der Carlismus noch immer seine getreuen Anhänger hat, wo aber auch re-pnblilanisch-socialistische Theorien hie und da Wurzeln geschlagen haben. Da von Complicen gemeldet wird, welche nebst dem Attentäter verhaftet worden seien. in Paris eine Subscription von Beiträgen eröffnete, mittelst welcher die von Armen im Leihhause versetzten unentbehrlichen Gegenstände, als Kleidungs-stücke, Bettzcuge und Decken „ausgelöst" werden sollen. Die Subscription hat über 15,000 fl. ergeben, eine Summe, die wieder Zeugnis von dem wohlthätigen Sinn der Wiener gibt. Gestern wurden dem Gemcinde-rathe bereits 10,000 st. hievon übergeben, und es bleibt nnn nur noch zu wüschen, dass dieselben den wirtlich Bedürftigen nun rasch zugute kommen mögen. Mit der Raschheit freilich haperts manchmal bei unseren Stadtvätern, wie das die Geschichte vom Fest« zugswerl beweist. Es war beschlossen worden, das herrliche Bild, wie es die geniale Initiative Makarts schuf, der Nachwelt zu überliefern. Anfänglich plante man einen Festzugfries im neuen Rathause; das kam zu theuer. Dann wollte man die Urskizzen Makarts erwerben und zum ewigen Angedenken aufbewahren. Da war ein fchlauer Engländer zuvorgekommen. Nun beschloss man die Herausgabc eiuer graphischen Nachbildung des Festzugs uud betraute eine Anzahl von Künstlern mit der Ausführung der Cartons. Gleichzeitig wurde eine eigene gcmeinderäthliche Festzug-werls-Commission eingesetzt, welche die Herstellung und Veröffentlichung des Werkes veranlassen sollte. Damit war nun richtig der Weg der Verschleppung und Verzögerung betreten. Mittlerweile bemächtigte sich ein Privatunternehmer der Idee, und als die Commission noch nicht wusste, wie sie eigentlich die Sache nngreifen sollte, erschienen schon die ersten Lieferungen des Werkes des Privatunternehmers. Darob entstand nun großes Geschrei uud großer Scandal und eine unerquickliche Zeitungspolemik. Das Pnbicum aber taufte das Wcrk und dachte sich, wenn es auch nicht tadellos ist, so ist es doch besser, als jenes der Commission, das wahrscheinlich gar nie das Licht der Welt erblicken wird, denn mittlerweile hat sich eine starke Opposition gegen alles unnütze Geldausgeben erhoben. Das kümmert die Commission aber durchaus uicht, sie tagt noch immer. Nicht geringe Sorgen macht unseren Gemeindebehörden die Donau; seit einigen Tagen herrscht Thauwettcr, und wenn dasselbe anhält, so droht eine Ueberschwemmung. Als die Donauregulieruug durchgeführt war, hieß es, dafs uun jede Uebcrschwcm-mungsgefahr für Wien beseitigt sei. Allein trotz dieser Versicherung trifft man alle Vorkehrungen, um der Gefahr zu begegnen, man traut dem Gott Danubius nicht. Gegenwärtig liegt er noch, vom Winter gefesselt, so starr und fest, dass die Leute bei Nussdorf über feinen Rücken promenieren, es isl das heuer ein Extra-Wintcrvergniigell der Wiener, die massenhaft nach Nussdorf wandern, um gegen Erlag eines „Schestü.!" die Donau zu überschreiten. Von einer dcr nächsten Höhen gesehen, glaubt man, eine Amcisen-procession ziehe über das Eis. Man lacht und schiebt und drängt sich, dcr Uebergang ist eine formidable „Hetz", drüben in der Au angekommen, trinkt man Wein von Langenzersdorf und isstWürstl von Iedlersee, schleift ein wenig mit den Bubcn um die Wette, jauchzt wen» ein Fräulein ausgleitct und fällt — wobei die obligaten Witze nicht ausbleiben — und kehrt mit sinken-drr Nacht nach Wien zurück. Das war Wiener Leben zur Weihnachtszeit. Am schlechtesten erqehts zur Weihnachtszeit den TlMtertmectoren, sie können bei aller Anstrengung kenie vollen Häuser erzielen, weil das Hans, die Fa-Mllie die Menschen gefangennimmt. Es werden da gewöhnlich Vorstellungeu zu wohlthätigen Zwecken veranstaltet, bei denen es den Directoren gleichgiltig M, ob ein großer Kasse-Erfolg refultiert öder uicht. 6s lasst sich deshalb auch über unser Theater jetzt mcht viel berichten, dcnn dass im Aurgtheater zwei Novitäten französischer Provenienz durchgefallcn sind, will nicht viel sagen; bemerkenswerter schon ist, dass unser Anzcngruber wieder einmal einen Fehlgriff gethan hcit, iuocm er den Possendichtern ins Handwerk Pfuschte, was Anz<-ngrulit!r doch gar uicht nölhia hat. Smie Puffe „AuK'm recht'., G'leib" hat nicht durchgerissen, weil man an ein Anzenaruber'sches Drama höhere Ansprüche macht. Am meisten machte verflossene Woche das Stadt-lhcater von sich sprechen, nicht deshalb, weil wieder cmmal ein paar Novitäten durchfielen, sondern weil die so lange erwartete Entscheidung über den Fort-deftand dieses Kunstinstitutes getroffen wurde. Es fand nämlich die Generalversammlung der Gründer des Stadlthcatt'rs statt, in welcher alle jene Anträge angenommen wurden, welche den Fortbestand desselben als Eigenthum der Gründer zum Ziele hatten. Die HI so wäre es immerhin möglich, dass das Verbrechen von einer förmlichen Verschwörung geplant und zur Ausführung gebracht wurde. Welcher Partei die Ver-vrecher angehören, ob der legitimistisch-bigotten oder derjenigen der communistischen Revolutionäre, welche chrerzeit die Insurrection von Carthagena in Scene gesetzt haben, wird sich aus weiteren Berichten ergeben. Mit der Bewegung, welche die jüngste Ministerlrisis m den politischen Kreisen Madrids hervorgerufen, hangt der Mordanschlag gewiss nicht zusammen. Die Martinez-Campos. Valmasedas und Genossen machen wohl. ohne Gewissensbisse zu empfinden, ein Pronun-cmmlellto. liefen ihren Gegnern im offenen Felde Schlacht!'«, sehen Könige ein und ab — sie bewaffnen aber wne Mörder und verbinden sich nicht mit go memen Verbrechern. > -? ^ » In Wien langte die Depesche über das Attentat am Mittwoch vormittags ein und erregte in allen Kreisen die allergrößte Sensation. Galt doch der Mordversuch emem Fürsten, der jahrelang in Wien gewe,l. und e.ner Fürstin aus unserem erlauchten Kalserhause emer Prinzessin, die Wien vor laum sechs Wochen m blühender Iugendschönheit aus dem Kreise ihrer Famme. aus dem theueren Heimatlande hatte schnden und auf emen der ältesten, ruhmreichsten, aber auch von Gefahren umtobten Throne steigen gesehen. "'Wien ließ au die AA^ l °." b" «lücklichen Errettung ihres Herr cher-d,«^nV«5 "« ^'"'" lür die glückliche Errettung ^n5n^?"^ Ehalten und der Gesandte mit dem Ä,im vm^?"^ ^ltspersonal wohnten demselben bei. ^.. Allerhöchsten ^fe und bei den in Wien wei-abl ^?/^?°5!! ^"" '" 2aufe des Vormittags matN. ?5 3^^' ^" Aristokratie und des oiplo-Mr^ ""' um ihre Glückwünsche dar- Ws°n?n° w?^^ ^l"'"" ist das zweite, das auf Don mV«, ^"m l"ner fünfjährigen Regierung a.e. 2.r W^ ?'" ^' Oktober 1878 schoss der A... m. n^. ^w""^. °uf den König, ohne ihn zu ver-m^- i/^"^!^ ^"'^lls ein junger Mensch, be-«n /^ ^- ?°' dem Untersuchungsrichter zur republi-an sch-sl)c.al.stlsHen Partei und behauptete, keine Mit-schuldigen zu haben. Er wurde am 4 Jänner hinae-2r n^/ ^"'? ^"'°^ und seine M^^7^/"^' ^gierungszeit ebenfalls ein 19 ^i iV ^ "^ '^t vom 18. zum y«ni? .. ^ ^ wesentlich dazu beigetragen, den 5" bestimmen. Die Mutter des ^V,N"l°' Königin Isabella, wurde am 2. Dc. Nr .. ^ '" ^' K"He von einem Priester Don ^d r^'^"^^H°upte der Regierung einen Act der Privatrache glaubte ausüben zu müssen, mittelst eines großen catalonischen Messers verwundet. Das ^Mi^""^ 'pichen Verschwörung, wie dies die W^ N"s«lan° sind. war keines Hagesneuigkeiten. M n ' Am Vmitl", "^"swmgen zum Opfer ge- Vlll,^^ f^««/. «<,» "l^lln ausgab und nach Pro essor 3 l b 5 / 'hm sagte, dass letzterer abwesend H N^ /.Ns'^" ^7' starte «rück und entfernte w d!?s.n M ^ ""ttags suchte er den Professor Albert m dessen Woh..m.g auf und forderte dringend, der ^",^7ziä)leten auf^hr?Rechte der freiend man w,n, ^ " ^" ""pachten. Es scheint nun dass vrov^i ^ ^ü' b?5 Jahr 1880 einen Theaterkrach prophezelt Fur das Stadttheater wäre er abgewendet^ Neater 7 "" ^" andern Theatern -die Hof^ theater ausgeuomnlen — stsht. lässt sich iellt nock mch sagen. Karltheater m'id^Wiedner Theater^ h Ä d r Ow a"V"' Geschäfte gemacht, aber die Zeit tbeate? s^ !^^"^" !°?""^ "st jetzt. Das Rmg. an9^Z ' ^^"^' basses international wurde, an Lebenskraft gewonnen zll haben, ob dieselbe abe anhält, fragt stch sehr. Vom Iosefstädter Theater »cht e."^'^ Fachen- AUes in Vliem cnolnen 3nd d. ^" ^c^"" ^Kl r"" ül leeren Jahren, ez ^." d" Faschmg glücklicherweise kurz ist. so ist beH^^ !"^ ?'"'"ei Katastrophe eintritt. Mm. fettes"» das Jahr 1880 als das erste der sieben werd... U' ^ auf d.c letzte» sieben mageren folgen werden. Wenn's nur wahr wird! Lewis ^ Arzt mvge ihn sofort untersuchen; auch müsse er ihm frische Wüsche leihen, weil seine, des Patienten. Kleider vergiftet seien. u. s. w. Professor Albert, der wohl sah, dass es mit dem Verstande des Menschen nicht richtig sei, gieng scheinbar ans seinen Wunsch ein, worauf sich der junge Mann entkleidete. Plötzlich aber sprang er mit dem Rufe: „Ich werde Ihnen etwas zeigen!" auf. riss aus seinem Winterrock einen geladenen Revolver und legte denselben mit den Worten: „Wenn ich das alles bedenke, so . ..." auf Professor Albert an. Mit einem festen Griff suchte sich der auf so bedenkliche Weise Ueberraschte der Waffe zu bemächtigen, doch ließ sie der Wahnsinnige nicht los; es kam zum Ringen; vergebens hatte Professor Albert in dem von innen verschlossenen Zimmer um Hilfe gerufen, da gebrauchte er die Finte, seinen Gegner anzuherrschen: „Ich lasse Sie sofort arretieren, wenn Sie den Revolver nicht hergeben." Der Wahnsinnige stutzte, und diesen Moment benutzte jener mit seltener Geistesgegenwart, ihm die Waffe zu ent-reißen und die Thür zu öffnen. Im Nu stand aber der Tobende mit einem aus dem Ofen gerissenen Scheite hinter ihm, zum Streiche ausholend, doch in dem Mo« meute gelang es Herrn Professor Albert, ins Neben» zimmer zn entweichen. Der Tobende beruhigte sich, nach» den« er allein im Zimmer war, kleidete sich rasch an und enteilte, Sofort wurde die Polizei von dem Vorfalle avisiert und der Unglückliche auf der Straße von der Sicherheitswache verhastet. Bisher wurde sichergestellt, dass der Bedauernswerte am vorhergehenden Tage mit der Vahn in Innsbruck angelangt isl. In einem Kaffee» hause soll er sich geäußert haben, er sei bereits einmal im Irrenhause eingesperrt gewesen, und man wolle ihn wieder dahin bringen. Er werde aber den Innsbruckern zeigen, dass er bei vollem Verstande sei. — (Das fürchterliche Eisenbahnunglück bei Dundee.) Ueber diese telegraphisch bereits gemeldete Katastrophe erhält die „N. fr. Pr." einen Bericht aus London. 30. Dezember, dem wir folgende Einzelheiten entnehmen: Ein furchtbarer Sturm fegte über Dundee, als sich Sonntag, den 28. d. M., abends der von Süden aus Edinbnrg kommende Per-sonentrain der neuen Tay.Brücke näherte. Dort. wo die Briicke den Tay passiert, ist der Fluss zwei englische Meilen breit, im Fahrwasser 40 bis 50 Fuß tief. Die Brück hat 85) Oeffnungen von 07 bis 245 Fuß Höhe bei normalem u„d 88 Fuß Höhe bei Hochwasserstand. Dreizehn mittlere Bogen bilden eine Art Tunnel. Jeder Bogen ist 245 Fuß breit und 250 Tonnen schwer, aus bestem Eisen erzeugt. Diese Bogen ruhen bis 16 Fuß über Hochwasser auf sehr starken Säulen ans Quadern und nieiters auf sechsfachen Eisensäulen. Auch alle anderen Säulen und Bogen find gleichmäßig stark gebaut. Der unglückliche Zug verließ um 4 Uhr nachmittags mit ungefähr 200 Passagieren Gdinburg. In St. Fort wurden die Nillete für Dundee abgenommen. Um 7 Uhr 10 Minuten erreichte der Zug die Südseite der Brücke. Der Abend war klar, der Mond schien hell. der Stnrm aber heulte unglaublich. Der Signalmann telegraphierte bei Nahen des Zuges: „äll riM!" (Alles in Ord. m'ng!) und sieht de^l Zug gegen die Mitte der Brücke dampfen. Lichter und Lampen leuchten hell, als mit einemmal eine ungeheuere Feuergarbe gegen den Himmel aufschießt und es plötzlich stockfinster auf der Brücke wird. Der Sturm wird zu gleicher Zeit immer heftiger. Jetzt wird der Signalmann unruhig und will nach der Südfeite telegraphieren, aber sein Instrument arlieitct nicht. EK ahnt ihm ein schreckliches Unheil. Er schlägt Lärm, und der Betriebschef versucht Aufklärung zu er. halten. Er begibt sich auf die Brücke, geht und kriecht mit Lebensgefahr die Geleise entlang; der Sturm hebt ihn zuweilen förmlich in die Luft. Plötzlich gewahrt er aus dem Rohre der Wasserleitung über den Schieneil Wasser ausströmen und vor ihm gähnt ein entsetzlicher Abgrund, den er nicht zu übersehen vermag. Entseht lehrt er zurück und meldet der auf der Station bereits angesammelten Menschenmenge die grässliche Katastrophe. Nachdem an dem schrecklichen Unglück nicht mehr gezweifelt werden konnte, fuhren angeschene Bürger Dundees auf Dampfern um 10 Uhr nachts auf den Schauplatz des Unglücks; wiewohl der Sturm etwatz nachließ, so war er doch noch immer so verheerend, dass der Dampfer nicht ganz an die Brücke gelangen konnte. Sie mussten daher im weiten Umkreise herumfahren. Aon dem Mitteltheile der Brücke, von den Säulen, Bogen und dem Train war leine Spur wahrzunehmen. Man ließ nun eiu kleineres Boot herab, welches hart an die Brücke anfuhr. Es war Mitternacht. Vorsichtig fahren drei Mann gegen die Brücke an, allein ihren Blicken bietet sich nichts von den zertrümmerten Theilen. Nichts sah man über Wasser. Nur auf einer Stelle wirbelt das Wasser in Kreisen, als ob dort Trümmer verschwunden wären. Eine halbe Meile fast gähnt der Abgrund zwischen den beiden Ueberresten der Brücke. Niemand vermag noch anzugeben, wie groß die Verluste an Menschenleben sind. Officicll meldet der Director, dass sich 200 Personen in dem Zuge befanden. Nach abends eingetroffcnen Privatnachrichtcn soll die Zahl der Verunglückten nur 75 betragen. Die Ungewifsheit über die Ziffern hat ihren Grund in dem Umstände, dass Saisonbillete abgeben werden. Nach der Rücklehr des Bootes spielten sich aus dem Bahnhofe Dundees herzzerreißende Scenen ab. Fast alle Passagiere sind aus der Stadt oder Umgebung. Jede Familie zittert um einen Verwandten oder Freund. Bis jetzt sind noch leine Leichen aufgefunden worden. Einige Poftfelleisen, oann leichtes Gepäck wurden vier Meilen unterhalb der Unglücksstätte ans Land getrieben. Unter den Passagieren befand sich auch ein jnnges Ehepaar, welches eben von der Hochzeitsreise heimlehrte Alle Sachverständigen erklären es als verbrecherischen Wahnsinn, dem Train die Ueberfahrt in solchem Sturme zu gestatten. Alle Telegraphendrähte waren während der Ueberfahrt gebrochen. Locales. — (Ovation.) Anlässlich des Rücktritte» des wegen seiner Ehrenhaftigkeit und seines uneigennützigen öffentlichen Wirkens allgemein hochgeachteten Herrn Vincenz Seunig vom Präsidium des krainischen Sparkasse-Vereins, dem er durch 44 Jahre in verschiedenen Eigenschaften angehörte und zuletzt durch zwei Wahlperioden präsidierte, begab sich am Ncujahrstage eine Deputation der bei diesem Vereine bcdiensteten Beamten zu demselben, um ihm für die in ihrem Interesse während sein?r Wirksamkeit ununterbrochen bethätigte humane Behandlung und edle, wohlwollende Gesinnung die innigste Verehrung auszudrücken. Bei dieser Gelegenheit wurde Herrn Vince»z Seunig ein aus dem Atelier des hiesigen Photographen Herrn Müller hervorgegangenes. gelungenes photographisches Tableau des Beamten-lörpers der lrainischen Sparlasse überreicht. Die Aul-stattung dieses Tableaus hatte ein renommiertes Wiener Atelier besorgt. — (Evangelischer Gottesdienst.) Infolge einer am Sylvestertage mittags plvhlich eingetretenen heftigen Erkrankung des Herrn Pfarrers Schack musste die für diesen Abend anberaumte Predigt sowie auch der Frühgottesdienst am NcujahrStage unterbleiben. Seitdem hat sich das Befinden des Erkrankten zwar gebessert und ist derselbe bereits außer Gefahr, jedoch noch immer nicht imstande, seine geistlichen Function?» wieder aufzunehmen, daher auch der morgige Gottesdienst entfällt. — lLaibacher Liedertafel.) Wie viele Freunde sich der junge Gesangsverein „Laibacher Liedertafel" während der lurzen Zrit seines Bestehens schon erworben hat, bewies die Sylvesterseier am vergangenen Mittwoch in den Restaurationslocalitäten des Hotels „Europa", woselbst weit über dreihundert Personen troh des lästigsten Platzmangels bis in die späte Morgenstunde beisammen blieben und sich die beste Stimmung bewahrten. Das Gesangsprogramm brachte eine Blutenlese aus bekannten Nummern, welche insgesammt vorzüglich executiert und mit enormem Veifalle aufgenommen wurden. Besonders das prachtvolle Soloquartett „Von» nenlicht ist schlafen gangen" von Abt und der Thor „l)0lnovilii" mit Tenor- und Baritonsolo von Ipavec riefen nicht endenwollende Applaussalven hervor, welche sich lauge auch dann nicht legten, nachdem beide Nummern wiederholt worden waren. Mit seinem Programm hat Herr Churmeister Schulz in der That einen glänzenden Erfolg gefeiert, welcher den sichersten Beweis für die Lebensfähigkeit des Vereins bildet und ersterem die Anerkennung des Publicums für seine Leistungen als Dirigent und Solosänger in der unzweideutigsten Weise ausdrückte. Der mit 70 Besten ausgestattete Glückshafen gienst in der geordnetsten Weife vor sich und rief eine förmliche Spielwuth im Publicum hervor, fo dass gegeu 2000 Lose binnen kurzem verlauft wurden. Um Mitternacht hielt der Vereinssecrctär eine kurze Ansprache an das Pnblicnm, in welcher er das neue Jahr begrüßte. Bei den Worten: „Die Laibacher Liedertafel aber möge im neuen Jahre erstarken und gedeihen; Ihre Sympathie. Ihr Wohlwollen sei die Basis, auf welcher der junge Verein uns allen zur Freude wachse und emporblühe, und so oft unsere Lieder Ihren Beifall erringen, wollen Wir dieses feierlichen Momentes gedenken und wiederholen: Prosit ittttO! Glück auf. Laibacher Lieder-tafel!" erhob sich ein endloser Sturm von Acclamation-«, auf welchen die üblichen gegenseitigen Glückwünsche folgten. Das hierauf improvisierte Kränzchen wurde empfindlich durch Platzmangel beeinträchtigt, obwohl sich die tanz« lustige Jugend dadurch nicht abhalten ließ. sondern unverdrossen Schritt für Schritt an Terrain erkämpfte. Das Streichorchester des Kapellmeisters Herrn Stiaral zeichnete sich durch unermüdlichen Fleiß aus und fpielte die neuesten und beliebtesten Tanzstücke in präciser Weise. — (Ehrenpforte.) Gestern endlich wurde mit dem Abbrüche der zur Begrüßung des auS Bosnien heimgelehrten vaterländischen Infanterieregiments Baron Knhn auf der Wienerstraße errichteten Ehrenpforte begonnen. Dieselbe wurde Samstag, den 22. November v. I.. aufgestellt, hatte somit durch sechs Wochen im vollcn Schmucke dagestanden. Die Ursache ihrer so spülen Demolierung lag in dem gleich nach dem Abzüge des Regiments eingetretenen heftigen und anhaltenden Froste, der die Abbruchsarbeiten, namentlich betreffs der GaS-leitungsrvhren, bedeutend erschwert hätte, so dass man die Vornahme derselben lieber auf den Eintritt wärmerer Witterung verschob. — (Generalversammlung) Der Verem «zur Unterstützung dürftiger Realschüler in Laibach hält ' am 6. Jänner um 10 Uhr vormiltaa> im Konferenz' 12 zimmer des Realschulgebäudes seine 13. Generalversamm« lung ah, an welcher theilzunehmen alle Vereinsmitglieder eingeladen find. — (Sylvesterlneipe der Feuerwehr.) Einem vieljährigen Gebrauche folgend versammelten sich auch die Mitglieder der hiesigen freiwilligen Feuerwehr am Mittwochabende in dem aus diesem Anlasse deco» rierteu Glassalon des Perles'scheu Brauhauses zu einer gemüthlichen Sylvesterkneipe. Die Musikvorträge eines kleinen Orchesters sowie mehrere launige und ernste De» clamationen füllten die letzten Stunden des scheidenden Jahres in angenehmer Weise aus. An der Schwelle des anbrechenden neuen Jahres erhob sich Herr Hauptmann Doberlet zu einer dem Momente angepassten Begrüßungs» anspräche, die mit einem stürmisch erwiderten dreimaligen „Hoch" auf Se. Majestät den Kaifer als obersten Schützer des humanen Institutes der freiwilligen Feuerwehren schloss. Dant dem Umstände, dass der böse Mann am Schlossbergthurme unsere wackeren Feuerbezwinger dies« mal in ihrer Sylvesterunterhaltung nicht störte, konnte sich auch der zweite, ins neue Jahr fallende Theil der Kneipe, dessen Haufttprogramm in ungezählten gegensei» tigen „Prosit" uud „Gut Schlauch" bestand, bis zu den ersten Morgenstunden fröhlich und heiter entwickeln. — (Epizootien.) In den Ortschaften Großlack des Rudolfswerter und Kal des Adelsberger Bezirkes ist der Pferderotz aufgetreten, und werden mit Rücksicht hierauf die im Thierseuchennormale vorgeschriebenen vc--terinär-polizeilichen Maßregeln gehandhabt. — Die in den Ortschaften Veldes, Gorjach und Iauerburg des Radmaunsdorfer Bezirkes schon feit längerer Zeit herrschende Schafräude ist noch nicht behoben. —ä. (Theater.) Der Sylvesterabend war seit zeher bei den Theaterdircctoren in Misscredit, weil die Majorität des Publicums diesen Abend im engeren Freundeskreise zu feiern pflegt. Trotzdem machte die heurige Sylvcstervorstcllung von der Regel eine Ausnahme, indem sie so ziemlich gut besucht war. Gegeben Wurden zwei Stücke, darunter: „Der Schütze von der Pertlrau", ein dramatisches Gedicht in einem Aufzuge von Carl Konschegg. das Erstlingswerk eines hiesigen jungen Dichters, welches letzteren! zur Ehre gereicht und zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Die Dichtung verräth ein glückliches Erfassen der dramatischen Erfordernisse, ist sehr effectvoll ausgearbeitet und reich an poetischen Schönheiten. Einige Härte» der Sprache, die sich im Folinc»zwange des fünffüßigen Iambus stellenweise nicht genug schwungvoll bewegt, werden durch die dichterische Situationstechnik ausgewogen, welche namentlich am Schlüsse mit dem patriotischen Dithyrambe zum Durchbruche gelangt und das unzweifelhafte Talent des Verfassers bekundet. Der» selbe wurde vom Publicum dnrch stürmische Beifallsbezeigungen ausgezeichnet und zweimal hervorgerufen. Wlr gratulieren ihm zu seinem Erfolge und wünschen, dass er den Beruf zur begonnenen Lausbahn durch ei» cbeufo gelungenes größeres dramatisches Werk erhärte. An der durchwegs gelungenen Darstellung betheiligten sich Frau Andreä.Kiihn, Herr Frederigt und Herr Balajthy Die hierauf zur Aufführung gebrachte Burleske „Ein Narrenabend im Salon Pitzelberger" von F. Ur brachte die gewünschte Wirkung hervor und wurde schwungvoll abgespielt. Unter den Coucerteinlagen, die insgesammt großen Balfall fanden, gefielen insbeson« dere das Duett aus der Oper „Das Glückchen des Eremiten" (Frl. Hcißig und Herr Weiß), dann das von Frl. Widemann gesungene Abt'sche Lied und die Decla« mationseiulage der Frau Andreä'.Kühu „Dic Spinnerin von Gerhard." Die Quadrille-Polka ä. Ia Pihelberger fiel nicht gerade künstlerisch aus. Befremdend wirkte es, dass Frl. Bellau, unserer reizenden Naiven, nicht auch Gelegenheit geboten wurde, sich mit einem kleinen Vortrage auszuzeichnen. Uenefte Post. Original«Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 2. Jänner. Auf den Nebenflüssen der Donau oberhalb Wiens ist das Eis in Bewegung; bei Tuln und Wien sind die Eisverhältnisse abends unverändert; bei Greifenstein steigt das Wasser rapid; von Fisch« amend bis Ort ist der Eisstoss abgegangen, und ist daselbst die Donau eisfrei. In Krems erreichte der Wasserstand nachmittags 19'/, Fuß. Die Stadt ist überschwemmt. — Im Main mid Rhein ist das Eis gleichfalls in Bewegung. Mehrfache Dammbrüche haben, stattgefunden. Paris, 2. Jänner. Beim gestrigen Empfange im Elysee versicherte Fürst Hohenlohe den Minister Frey' cinet der friedlichen und sympathischen Gesinnungen Deutschlands. Freycinet sprach hierüber seine Befrie« digung aus und erklärte, er werde nichts vernachlässigen, um die guten Beziehungen beiden Ländern aufrecht.' zuerhalten. Paris, 2. Jänner. Anlässlich des officiellen Neu-jahrsempfanges im Palais Elysce drückten die Präsi-denten der Kammer und des Senats dem Präsidenten der Republik, Grevy, die wärmsten Wünsche für ihn feine Familie und die republikanischen Institutionen aus, welche heute die Gesetze des Landes seien. Grevy empsieng zahlreiche Persönlichkeiten. In der gestrige» Audienz Layaids be«m Sultan wurde inbetreff der Bibelaffaire ein Einverständnis auf folgenden Grundlagen erzielt: 1.) Rückstellung der bei den Missionären ^lsterten Papiere; 2.) zeitweilige Entfernung Achmed Tewstks; 3.) der Pollzeiminister richtet an Layard ein aufklärendes Schreiben. Sobald diese Bediuauuaen erfüllt sind, werde der Verkehr zwischen der Pforte und England wieder aufgenommen. Madrid, 1. Jänner (Presse.) Das Attentat halt noch immer alle Kreise unserer Bevölkerung in der größten Aufregung, ja, dieselbe steigert sich noch je genauer man das Vorgehen "des Mörders und die wunderbare Errettung des königlichen Paares kennen lernt. Das Verbrechen wurde begangen, als das köniq-liche Paar vorgestern um 5) Uhr abends von der Spazierfahrt in den Palast zurückkehrte. Der Könia kutschierte den Phaiiton, in dem er mit der Köniain sah. selbst. Als der Wagen vor dem Portal des Schlosses anlangte, sprang plötzlich ein Mensch hinter dem Schilderhaus der Wache hervor und gab zwei Schüsse ab. Eine Kugel streifte die Stirn der Königin. Der Mensch ergriff sogleich die Flucht, wurde aber verfolgt, ergriffen und war in Gefahr, von der Menge zerrissen zu werden. Der König bewahrte die größte Kaltblütigkeit, lenkte den Wagen bis unter das Portal und nahm beim Absteigen die Königin in seine Arme, die tief ergriffen war und sich erknndigte, ob niemand getroffen worden sei. Die Nachricht von dem Attentat verbreitete sich mit Blitzesschnelle durch ganz Madrid. Die Plaza Oriental vor dem königlichen Schlosse war bald von einer aufgeregten Menge erfüllt, welche in der lebhaftesten Weise ihre Entrüstung über das Ver-brechen und namentlich ihre Sympathien für die junge Königin kundgab. Der Verbrecher, der sehr roh aus< sicht, gab gleich bei dem ersten Verhöre an, er heiße Francesco Otero Gonzalez, sei 111 Jahre alt, Zuckerbäckergehilfe, habe keinen Unterricht erhalte» und sei gegenwärtig von allen Mitteln entblößt. Er behauptete ferner, voll dem Zuckerbäcker, bei dem er bedienstet war, und von einem anderen Arbeiter aufgereizt wor-den zu seiu. Um seinem Elend ein Ende zu machen, habe er den König erschießen wollen. Die beiden km! ihm namhaft gemachten Personen wurden alsbald verhaftet, aber bald wieder in Freiheit gesetzt, da sich herausstellte, dass sie nicht mitschuldig sind. Cattaro, 1. Jänner. (Frdbl.) Moukhtar Pascha fordert von der Pforte eine fernere Geldsendung von 600,000 Piastern, um dieselben an die Bewohner GusinjeS und Plavas vertheilen zu können. — Die Bevölkerung Gusinjes erklärte, dass sie vor April nicht auf türkisches Gebiet auswandern könne und wolle. Constantinopel, 1. Jänner. (N. Wr. Tagbl.) Der Scheikh-lll-Islam hat vorgestern Achmed Tewfit an die Staatsbehörden ausliefern lassen. London, 2. Jänner. Reuters Vureau meldet aus Jolohama: Der Streit zwischen China und Japan ist in eine friedliche Phase getreten; es wurde eine commissionelle Berathung der streitigen Punkte beschlossen. Telegraphischer Wechselcnis vom 2. Jänner. Papier»Rente 69 50. — Silber» Rente 70 95. - Gold« Rente 81 65. - 1860er Staats-Anlehen 130 75. - Nanlactien 829. — Creditacticn 291 90. — London 11« 70. — Silber -. — K. t. Münz-Ducatcn 552. — 20»Franten-Stücke 9 30'/,, 100.Reichsmarl 57 70. Angekommene Fremde. Am 2. Jänner. Hotel Vtadt Wien. Essinger und Blau, Kaufleute, Wie». - Prayer, Disponent, Linz. Hotel Elephant. Kohn und Frühlich, Kaufleute. Wien. — Dcpole, l, l. Consularbeamter, Trieft. Kaiser von Oesterreich. Pöschel. Hausierer, Nrischdors. Mohren, (lerne, Gcndllrmcric.Postenführer, Stefansdorf. — Nowak Johanna, Laibach, — Dollenz, Grundbesitzer, Lack, Theater. heute (ungerader Tag) bei aufgehobenem Abonnement. Zum Vortheile der Ichalispielerin Adele A n d rea e - Kü hn. Zum erstenmale: Der Kuss. Lustspiel in 4 Auszügen von Ludwig D6czi. M orgen (gerader Tag): Der böse Geist Lumpazi- Vagabund us oder: Das liederliche Kleeblatt. Posse mit Gesang in :l Acten von I. Nestroy Meteorologische Beobachtungen in Laibach. L "" ^ßl^ l^^ « "L —3 3 ' ^ D z? i z. ^ __ ^ "^'Z _ _ * ! «^" " 7F.Viä? "742 !0 — 14 I O. schwach >theilw.heiter! 2. 2 „ N. 742 60 -l- A ti SW. schwach halbheiter 0 00 9 . Ab.j 744 «4 — 2-ü SO. schwach sternenhell Tagsüber Thauweltcr, Sonnenschein. Das Tagesmittel der Temperatur - 0l'. u»n 2 8" über dem Normale. Verantwortlicher Nedacteur-. Ottomnr Vamberg. Guido «uido und Maria Jeschko. Laibach am 2. Jänner WO. Danksagung. ^«,.?^^'°^'l""'?^ Theilnahme während der ^n^l"'^/" das sehr zahlreiche Geleite zur Ursula Dimnik, msbesoiidcre für die vielen Kranzspende», sagen wir he nut allen unseren Verwandtm. Freunden und plannten, besonders auch der hochni. Geistlichkeit, den huchw. I'I'. F-ranciscanern, den chrw. Herren ^hco ouen für den rührenden Grabgcsang und dem len°D ?' '"' "" ""^" tiefgefühlten, wärm« Die trauernde Familie. >N!i, i^lV'ri^s ^""' ^ Dezember (I Uhr.) Geld war ziemlich knapp, dessenungeachtet gieng die Vcrsorauna der l5si„,«..' s . . " VV! scl)t. llcyl. «us den Gang des Geschäftes einen günstigen Einfluss auszuüben. "^«"gung der Effecten ohne besondere Schwierigkeiten vor sich. was nicht verfehlt^ Papierrente........ 69 05 69 15 Silberrente........ 7080 7090 Goldrente......... 8140 8150 Lose. 1854........ 12425 12450 . 1860........ 130— 130 50 . I860 (zu 100 st.) ... 134 - 13450 , 1864........ 16«- 166 75 Ung. Pr«mlen«AnI..... 107 25 107 50 «redit-L.......... 176 50 177 - «udolss-L......... 18— 1850 Prämienanl. der Stadt Vien 119 119 50 Donau<3tcgulierungs»Lose . . —-— —» Domänen. Pfandbriefe . . . 144— 144 50 Oesterr. Schahscheine 1881 rück« zahlbar......... 101 — 102 — Vesterr. Schatzscheine 1882 rückzahlbar ......... 101 - 101 50 Ungarische Golbrente .... 9750 9760 Ungarische Eisenbabn»Anleihe , 116 — 11650 Ungarische Eiscnbahn»Anleihe, Uumulativstücke...... 115-113 30 Ungarische Schahanw. vom I. 1674.......... -- —'- Unlehcn der Stabtgemeinde Uien in V. V...... 10150 102' - ! »elb W»i« Grundeutlsttungs Vbllgatlsnen. Böhmen......... 102 75 103 25 Niederösterreich...... 104 7.". 105 25 Galizien......... 9575 9625 Siebenbürgen....... 85 75 86 25 Temeser Vanat...... 87 25 8? 75 Ungarn.......... 88' 88 75 Netten »«« vanlen Veil, lvai« Nnglo-öslerr. Vant.....14425 14450 Treditanstalt .......291 — 291 20 Depositenbank.......22850 22950 Creditanstalt, ungar.....27025 27075 Oesterreichisch «ungarische Vanl 8«7 - 839 — Unionbant ........9950 9975 Nerlehrsbank.......132 - 132 50 Wiener Vankverem.....14875 149'- klctlen v,n transport Unternehmungen. Alföld.Vahn .......144 50 144 75 Donau.Dampfschiff..Gesellfchaft 590 - 592 Glisabcth.Westbahn.....18050 181 - Ferdinandz-Nordbahn . . 232?" 2n..... 168^ i«, _. Südbahn 5 3'/....... Hg 25 11875 »5«/....... 10825 —>.. Devisen. Auf deutsche Plätze..... 57 20 57 30 London, kurze Sicht .... 11675 1166.'. London, lange Sicht .... 11585 117.. P°"».......... 4630 468t, «eldlorte». Ducalen . . 5 ^ z^ ^. 5 ft. 54 kr. Napoleonid'or . 9 21 0 ,2 Deutsche Reichs. " . " . " . Noten . . 57 u^ 57 ys» Silbergulden '. ' - I ^ ^ ^ ?? .' Krainische Grundentlastunas-Qliliaationen-Geld 96 50. Ware 97 50 »lachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 69 10 bi« 6920. Eilberrente 7080 bis 7090. Ooldrente «I^b bis 81 4b «redit 2»,- ^i« ««,«,»«" ^'.^ 0^ ^.. 144 50 London 116 75 bi« 117- Napoleon» 331 bis »32 Vilber -' bi» -- -, "^ " "" ^ ^). ««glo 1443s hl«