« R SS Mittwoch. k»ri,2V, AoveWer t«72. f - T«hrga«s. Di- rburger Stitung" erscheint jeden Sonntag, ^itchzoch und Freitag. Preise für Marbura' aan»sSkria S tl ^ " Dit gthtimiiißvollt Macht ia Vtstrrrtich vlld dir Prtsst. Marburg, 19. Noo. Vclegkntlich der Ti:olcr Ereignisse wird von oUen freisinnig'» Blättern vtiblüml und schüch-teln aus jcne gthkimnlßvoUe M.,cht hint^kdeutet wklche den Arm der Regierung den Ultramontanen t^tgenvbtr lähmt. Die „Prtsle" kennt d est M 'cht; sie ncnnt abtr n cht den NomtN. zrichnkt die Gestalten mcht, ziiht jtNt Lchlüss« Vicht, welche sich dem ernsten D,uk«r mit unkriderstehlicher Gelvalt ausdranj^rn. Wäre die Presse unbeschränkt, so könnte sie ihre Pflicht elsüllrn. Ja, hätte ste «venigstcns keine engeliN Grenzen, als die Verfassung be stimmt — hätten wir nur d e Gewißheit, daß vor die Geschwornen gestellt wird, wer die bitterk Guhiheit geschrieben! Allein da ist die Eifin dung des Herrn Ritters von W ser ^ ist trotz Rechtsdegriff und Vers^ssung das „objektive" Versah« en und wird diesem g mäh nicht der Vtr^ sa!ler oder der vfr.^ntwortliche Redakteur versol^jt. soydera drr Gegenstand (Obj k ), die Rummer des verwegenen Blattes, »relch-s den sraiiltche« Aüssad gebraiit; diese Numm r w rd angck agt Verultytilt/ unterdrückt. Nach dem „Schuldigen" sorscht man gar nicht bei diesem Verfahre«. Der Angegriffene würde sich ja Verlheidigen: in öffentlich gehegtem Gericht stünde der Angekl^igte sür die Wahrheit n», »och entschiedener, noch rückhaltloser, noch ül>erzeugender. als dieS bei dem blos geschriebenen Worte möglich ist. Die SchuldloSerklärung durch die. Geschwqraea tv^e ein neuer, noch ruhmvollerer Sieg der Wahrheit, e^' wkdetholte Niederlage ihrer geind« — sie wäre endlich die Niederlage jener Macht, die wir jetzt ia der Presse nur als eine geheimnißvolle anzudeuten wagen, die tvir in der Presse nur mit stumpfer Waffe und darum ersslglos b. kämpfen. Die Wahlheit, welche in der Presse Oester-reichs keine Heimstätte, keine Offenbarung findet, kann deshalb aul) n cht auf diesem Wege in die m -bgebenden Kreise dringen — und doch sind es diese Kreise vor allem. wtt:he die ganze Wahrheit lzören und danach handeln sollten. Die Wahrheit bleibt hoch droben ung kannt — ungeahnt dleiben die Gefahren, welche die Gesammheit be-drohtn. Die Unfreiheit der Presse sammt Allem, was daraus folgt, ist ein U-^glück, ist das Unglück Oesttrreichs. A«s der Lalldst«bt. Das Ansuchen der Marburger Gemsi!ion an sich für ihn nachteilig war, daS wissen wir nicht; «S geht uns auch nicht« an. Der Ministerpräsident hat dtiS Recht, sich ein Tut nach dem anderen zu kaufen, sür sich und stine „grästiche" F,milie, wenn auch daS Land unter seiner Regierung her» »iMbcttclt und von Jahr zu 3.rhr ein grSßereS Dlfizit mit sich schleppt. DaS beiveist nur. daß Gras Lonyay ein Mann ist, her zu lebcn versteht uad daß Ungarn ein unbeliolseneS Land ist. Was aber auch Farkadina an sich w:rth tvar, heute beginnt es bereits sich hüblch zu rentiren. ES wurde nümlich endeckt, daß eS gut sein werde, die in der unmlttbaren Nachbl^rschaft der Farka» diaer Wälder gcl treuen C senbergweike deS Staates All verpachten. ES nurde dicSb'ezüg.ich mit einer Airq^ der Bcrtrag abgeschlossen, welche natürlich Aber meine individuelle Ueberzsugung war« nichts und galt nichts, gegenliber der Ueberzeu-gung dcs h^es'hcS. Und daS Gesetz sah diese Unruhe und ihren btsondee^ Charakter nicht, sondern, zahlte nur jene Indizien auf. „Mein Gott." rief sie in ihrcr Angst, „waS solt'ich dean beweisen . Ich sann nach. „Kann Jemand von den Leuten der Frau von Walthkim irgend eine Auskunft darüber geben?" „Ni.m^nd. Sie sprach nur mit mir und nur heimlich." „Puch Niemand von ihren Bekannten oder Fxcundinncn ii" „Sie Hi ll die Sache im höchsten Grade geheim." „Hat die Kammerjungfer nicht etwa eine Veränderung an dem Schmuck wahrgenommen od^r daiüber gssprochen? ^ „Niemals." ' „Hat die Majorin den Verrvandten genannt, dem sie daS Geld leihen wollte?" ' „Sie hütete sich." .Könncn Sie einen der Gläubiger bezeichnen, die sie nach Ähr^n Annahmen Mit dem für die Iuwelrn erhaltenen Gelde bifriedigt hat?" „Ich b!N dazu nicht im Stande." im voraus dafür bedacht seln mußte, Holz für ihre Hammerschmiede zu haben. DeSh Ub stie^^en die Farkadinaer Wälder so sehr im Preise, ivic .? d r t'.a "ie g-ahut hatte. Ueber diese .^dhe sind zwei Bersionen im Umlaus. Nach der einen bekommt Se. Exzellenz (oder vielleicht sein Sohn?) sür jede Klafter Holz 3 fl. 50 kr., bei welchem Preise selbst ein Rothschild im Hunyader Komitate dem unvermeidlichen Bankerott entt^lgensehen könnte, wenn er lange um diese« Preis daS Holz fällen ließe und wenn nicht ganz zufällig zum Gerbrauche dieses HolzeS — die vikpachteten StaotS^'sentverke in dcr Nähe waren. Nach der andern Version erhält der glückliche Cigenthümer von F^ukavina etwiS weniger sm duS Abholzen seiner Wälder, nämlich jähilich ö0.000 Gulden, somit eine volle Million währind der zwanzig J'^rc, sür l^elche er die AbHolzung in Pacht gegeben hak. K?in übleS Geschäft, welche Bcrjion auch immer die richtige sein mag l Die Steuerzahler deS mit der Verschuldigung ringenden Ungarn können sich in ihrer traurigen Lage wenigstens mit der Wal)rnrhmung trösten, daß ihr Mi-usterpräsident ein ausgezeichneter Ge-ichäflSmann ist und mit seinen Gütern großartig zu wilthschaste« Versteht. Dazu haben wir nur noch zu bemerken, daß worden. Sie mußte sich schnell auf einen Stuhl s'tzen, wenn sie uiqt umstuken sollte. Sie konnte Mir nur noch mühsam jene wenigen, kurzen. 133. Korn U!N 101. Kartoffeln um 191, hartes Holz um 90, wncheS Holz um 140 Perzent. ^BolkSwirthschaft — Ein neuer Industriezweig.) Die „Wiener Weltaus-stellungS-Zcitung" macht auf einen Industriezweig aufmerksam, der jedenfalls für Europa von i)cr schwerwiegendsten Bedeutung ist. einmal begründet, einen überraschenden Aufschwung nehmen wird. ES ist dies die Berwendnng von Kaninchenhaaren zu Gespinnst n statt Wolle und Vaumivolle. DuS Kaninchcnhaar wird gegenwärtig schon von den Hutmachern zur Anfertigung der Filze verarbeitet und zu l)ohett Preisen (6 fl. für daS Pfund.) bezahlt. ES besitzt bei gvir nahstehende Mittheilung: „Die am Sonnlnj.den t0. November d. I. geblochte Noliz in Ihrem geschätzten Blatte, b^tr ffend den Brand in Unter-PulSgaa, ist dahin zu berichtigen, daß die Ursache deS FeuerauSbru-cheS biSH r nicht eruirt werden konnte, daher daS Legen d-S FenerS nicht konstatirt erscheint. WaS den Schaden anbelingt. 1o belauft sich derselbe auf 8000 st. Der Berficherte war mit dem Jahresbeiträge b'oß insoweit im Rückstände, al» der schon bezahlte Jahr Sbe trag für 1872 nur bis zum letzten Oktooer 1872 reich e und er die sü S folgende Äa!)r enif»Uende und im BorauS zu bezahteade Prämie seit S T'gen vor dem weiteren Antworten geben. Dann viel sie. völlig erschöpft, ineinander, schloß die Aug n und sch eu einer Ohnmacht nahe zu fein. Ich li.ß hr Zeit sich zu e halen. Sie schlug die Aug n tvieder auf. „Darf ich mit dcr Vernehmung fortfahren?" fragte ich sie. Sie nickte mit dem Kopse. „WaS soll der Prinz Oltokar bekunden?" Als ich d.n Namen aussprach, zuckte ihr ganzer Körper zusammen. „Habe ich den Namrn genannt?" ries sie. „Nein, nein l Ich habe im Wahnsinn gesprochen. Fragen Sie ihn nicht, er weiß nichts. Fragen Tie auch mich nichts mehr ; ich »veiß nicht mehr, was ich sage. ES ist mir All S wirr im Kopfe. Ich beschn'ore Sie, brechen Sie daS Verhör ab. Selen Sic menschlich.^ Ich bvch das V i hör ab un^ ließ sie in daS Gefängniß zurückführen. WaS war daS getv sen ? Welche neue Phase ? War eS rine neue Phase unmittelbar für die l^ntersnchung? Oder nur sür die Kenntniß deS Znnern, d S HerzenS d.r Angeschuldigten? Der' Prinz Ottokar war ein entfernter An-v.rtvandter deS HofeS, nicht so.häufig am Hose selbst, als in den höchsten AdelSges^llschaften der Residenz geseh.n. Er war hier, wie überall, gern gksehen, denn er war ein schöner, sehr angenehmer Bravd schuldete, dahtr die Schadtvvergütung Vicht gänzlich verlorea gkht. Uebrigtv» hat ditser Vravd gezeigt, wie fchlecht es mit den Feuerlöschrequisite« i« einem Ort,, wie Unter-Pulsgau, bestellt ist. Boa den vori»and,nea zwei FeuerspriKen war die eine in Folge vieler Mängel unbrauchbar und die andere hatte die Tragweite einer Handspriße. DaS ganz, Feuerlöschwrsen auf dem Lande ist wahrlich nicht geeignet, t>cn jetzigen Anforderungen zu entsprechen. Soviel kövnte die Gemeinde Unter PulSgau schon bestreiten, daß sie sich eine ordentliche Feuee-spritze anschafft. Oder glauben die Lcute, daß die Peterspslnnige, die sie so fleißig zahlen, sie vor F uer sichern wtrden? Gtwih nicht!" (Vom Turnverein.) Am 16. d. M. hielt der Marburger Tmverein in seinem Knttp» lokale („roth r Igel") seine ditSjährige ordentliche Haup'vcrsommluug ab. Den ersten Gegen-stand der Tagesordnung bildete die Verlesung der Jahresberichte der Zurnrälh', unterw lchen jentr deS TurnwartS H,n. Markl besondere Erwähnung verdient. In wenigen, abtr markigen Zügen schildert derselbe die Geschichte deS Turnvereins im abgelaufenen Jahrzehnt und bespricht schließlich den Hohen Ausschwung ui.d die besonders günstigen Ergebnisse deS Schulturnens. — AuS dem Berichte deS Sälkelwarlö entnehmen wir, daß im letzten Vereinkjohr die Einnahm,» 2227st. 83kr. die Au lagcu 1722 fl. 10 kr. betrugen und somit ei t Kasiarest von 505 fl. 73 tr. bleibt. waS umsomehr si»r daS wirchschaftliche Gedeihen deS B'reines spricht, ols dabli die ausständigen Verträge nicht inbegriffen sind. — Andere Berichte z igen uns ferner, daß der Berkehr mit auSs wältigen Vereinen ein äußerst reger war und daß auch Heuer wieder eine große Anzahl neuer Turngerä'he angeschafft wurde. Die zum Turn-stft m Bona abgeordneten Herren Schildkntcht und Markl eistattetin in lauuiger Weise Bericht über die Leiden bei dieser verregneten und auch sonst Mißlaugenen Feier. Ein Gegenstand der Verhandlung war auch die Verlegung deS Vcr-einsjahreS, welches bisher am 1. Ottober begann, auf« Kalenderjahr; diestr Antrag wurde zum Be» schluß eihobea. — Als Mitglieder deS NtUge-wühlten TurnraihtS erschienen die H.rcen : Schaller. Spreä wart — Tauß, Eprechivart-Stellvertreter — Standfest. Schriftwart — Ulrich Schristwart-^tellverteeter — Markl, Turnwart — Schuster. Sangwart — gelber, 3 Utjlvart — Hutter, Säckrl-wart — Markotter. Festwart. Die Versammlung wurde erst gegen Mitternacht geschlossen. („Merkur'') In der letzten Hauptversammlung deS kaufmännischen. Vereins, welche am 17. November stattfand, wurde der Ausschuß neugewählt; diesen bilden nun folgevde Herren: G. S. Mandl, Obmann — K. P sstrl. Ob- mann-Ttellvertreter — Joseph Bergles, Schriftführer — E Strauß, Schriftführer-Stellvertreter— A. Küngberg. Kassi r — g. Biblio- thekar — F. S. Lpazzek. S. Pait!ar.)tvilsch, F. P. Holasek. BerathungSmänner. Die Stellen-vermntlung ist den Herren: A. Klingberfl, A. Meier, I. B. Kiß, A. Dollenz und A. Reubauer übertragen. ^/(Schadenfeuer.) Am 18. November Vormittag 10 Ul)r e.itstand im WirthschaftSge-bäude des Grundbesitzers Robitsh zu Lembach ein Brand, der nur mühsam auf dasselbe beschränkt wurde. Die hiesige Feuertvehr konnte nicht zu Hilfe eilen, da eS unmöglich war, recht« zeitig die nöthlgen Pferde aufzutreiben. (Evangelische Gemeinde.) Herr Kurl Reuter hat die Stelle alS Kurator und Presbyter der hiesigen Gemeinde niedergelegt. (Ka t ha ri n e n^ Ba l l der Arbeiter.) Sonntag den 24. November AbendS wird in der Götz'schen ViertiaUe ein Katharincn-BaU der Arbeiter stattfinden; die Musikkapelle der Südbahu-Werkstätten hat ihre Mitwirkung zugesagt. (Tanzschule.) Der diplomilte Lehrer der Tanzkunst, Herr Eichler jun., welcher sich gegenwärtig in Groß-Kanischa befindet, war durch ne große Zahl wner Schüler verhindert, schon Mitte November nach Marburg zu komm?» ; er hofft abrr, El,de d.M. hi-r eintresfen und seinen WinterkulS beginnen zu können. ^(Wahlen für die Handelskammer) Laut Gesetz ist eine geivisse Anzahl von Mitgliedern der Handels- und Vetverblkammer ausgeschitdeu, darunter auch die Htrrrn: ZuliuS Psrimer in Marburg, Johann Sima inPkttau. Kaspar Sagoujchek »n Cilli, vell'LM in Kann. Die Srgänzungstvahlen fi.^ven am 28. Dezembkr statt. Die AuSgrschiedenen find neuerdlngK ivühlbar. Iber Impfung bis zu einer solchen Evidenz geltend -gemacht, als in der gegenwärtigen Blattern^Epi-.deulie. Obgleich noch bisher genauere statistische ssusammenstellungtn fehlen, so stimmen doch die Urtheile aller AbtheilungS-ChkfS in der einen Beobachtung überein: 1. Daß die Mortalität der Blatternkranten nahezu 10 Mal größer sei bei den Nichtgeimpften als bei den Geimpften. 2. Die Intensität der Erkrankung ist im Durchschnitte bei den Nichtgeimpften eine viel größere alS bei den Geimpsten. 3. Fälle von hämorrhagischen Blattern kommen viel häufiger vor bei N'chtgeimpsten als bei Geimpften. den Kinderspitälern, wo leider die Mortalität der Blatternkranken eine enorm große ist, und auch die hämorrhagiischen Blattern häufiger vorkommen, zeigt sich evident, daß der ungünstige Verlauf unter den nicht Geimpkten tu finden ist. ° Diese Thatsachen, tvelche später durch genauere, statistische Daten erhärtet und klarer zur Anschauung gebracht werden, dürften wesentlich dazu beitragen, die Gegner der Impfung zu entivaffnen ur»d eines Bessern zu örlehren. S. Letzte Most. Die Mehrheit der tschechischen Gemeinden dürfte stch an den TchulrathS Wahlen be-theiligen. Im ungarischen Abgeordnetenhause gab e» am 18. November so stürmische Auftritte, daß die Sitzung geschlossen und der Minifter-prSstoent krank nach Hanse gebracht wurde. Zwischen Rußland und dem östlichen Turkestan sollen freie Handelsstraßen gebaut werden. Eingesandt. ÄmpsungSresultate. gu keiner Zeit hat sich, wie die „Allgemeine medizinische geitung" schreibt, die Nützlichkeit Mann in der Mitte der dreißiger Jahre, und Witwer. Seine Gemahlin hatte ihm zwei Kinder hinterlassen. Er hatte ein s.lbst für seinen hohen Stand bedeutendes Privatvermögen und lebte auch unabhängig vom Hofe. Er machte gern den Damen den Hof. Zur Regierung konnte er nie gelangen, ovch schwerlich seine etwaige Nachkommenschast. So war ihm eine anderweite, auch unebeubürtige Vermählung nicht verwehrt. Manche schöne adlige Dame mochte sich in dem süßen Traume wiegen, alS Prinzeß Ottokar am Hofe wie eine Cousine empfangen zu werden. . DaS war von dem Prinzen Ottokar allgemein bekannt. Aber in welcher Beziehung stand er zu der Angeschuldigten? Oder der Krau von Waldheim? Odl? zu Btiden? Ich hatte nie etwaS davon gehört, auch nicht daS Geringste. Ich wußte nicht einmal, l)ttß er die G sellschastea der Frau von Waldheim besuche, obwohl ich eS vorauSsktzen konnte. 3n irt^eud einer Beziehung mußte er zu einer von Beiden stehen ; wahrscheinlich zuBeidrn. weil er über Thatsachen Auskunst geben sollte, welche Beide betrafen; jedenfalls zu der Angeklagten oder sie zu ihm. Und jedenfalls mußte wenigstens auf ihrer Seite daS Velhältniß ein durchaus eigeuthümlichrS sein, weil eS ihr eine so große Anstrengung gekostet hatte, seinen Namen ju nennen. Er sollte, er konnte ihre Ehre retten; aber wie htstig hotte sie mit sich kämpfen miifsen, bevor sie ihn als Zeugen benannte l Und nur eist, als sie gar kein anderes Mittel mehr sah, und nur in einem Zustande halber Verzweiflung war d r Name mehr umvillkürlich plötzlich ihren Lippen entfallen, als daß sie ihn mit klirem Borsatze ausgesprochen hat)en mochte. Hier lag ein neurS Räthsel vor, daS freilich mit manchem bisher beobachteten Geheimnißvollen in Verbindung stehen konnte. Ob eS sich aufklä-reu, vollständig aufklären werde, stand dahin. Aus alle Falle mußte durch die Vernehmung drS Prinzen sich herauSstellrn, ob die Angeschuldigte eine Diebin oder die Frau von Waldheim eine saljche Aiiklägerin war. Ich konnte gleichwohl sofort nichts weiter veranlassen. Den Prinzen konnte ich nicht wohl vernehmen, bevor die Angeschuldigte brstimmte Thatsachen, über die er Auskunft ertheilen solle, angegeben hatte. Erst, wenn sie dieft verweigerte, dU'fte ich ihn bloS allgemein b-sragen Ich wußte sie also vorher noch einmal verhören, und dieS sosort zu thun, erlaubte ihr Zustand nicht. Ich beschloß daher, sür den heutigen Tag in der Sache nichts Mkhr zu veranlassen. Aber eS kam anders. Ich hatte sie d.S Vormittags veihört. Ich hatte darauf meine übrigen Arbeiten auf dem Kriminal^ichte erledigt und stand im Begriff, mich zu Mittag nach Hause zu begeben, als mir Marburg, 16. Noti. M ochenmarktsberi cht.) ^ Veizen fl. 6.20. Korn fl. 8.30, Gerste fl. 3.5^. Haser fl.1 35. Kururutz fl.3.50. Hirse fl. S.80. Hirsebrei« fl. b.90, Heiden fl. 3.10, Srdapfel st. 1.40, Bohnen fl. 4.40 pr.Metz. KukuruKmehl fl. 3.-, Weizengrie» fl. 16.50, Mundmehl, fl. 12.—. Semmelmehl fl. U.—, Weißpohlmehl fl. 10.—. Schtvarzpohlmehl fl.8.— pr. Ent. Heu 1.K0, Lagerstroh ll. 1.50, Futterslroh fl.0.—. Strenstroh fi.0.90pr. Cent. Siiiidfleisch 26, Kalbfleisch 32, Schweiusteisch zung 30, Lammfleisch 22, Speck fr. 84, iltindschmalz 60. Schwein, schmalz44, SchmeerL3, Butttr ö6. Topfenkäse 12, Zwiebel 9, Knoblauch 24, Aren 10, Kümmel 48 tr. pr. Pfd. Sier 1 St. 8 kr. Milch frische 10 kr. pr. Maß. Holz, hart 18" fl. 5.90, dto. weich fl. 4.60 pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.60, dto. weich fl. 0.40 pr. Metze«. kimolilier HMlell. veekor.) Samstag den ZV. November 1872 Abends 8 Rhr im großen Clißno-Saale. VroKr»u»v»: 1. S. in O-äur. 2. a) r. ^uäauts nüb Va- riatiouvll uuä l>) NnF'Äi» Lertzvaäö. 3. Soliulkvrt M'r. Quartett lu 3xorrsii2s unä Livtrittslrarteli a 1 A. 50 Icr. bei llerri» I'rieZriek l^e^rer uaä ^lzenäs au äör 0ag86. ^914 noch die Majorin von Waldheim gemeldet wurde. Sie konnte mir neue Mittheilungen für die Untersuchung zu mache,! haben. iSs kam mir auch auf einmal der Gedanke, ihr in Betreff deS Prinzen eine Fraget vorzulegeri. um zu beobachten, welchen Eindrulf die Nennung deS NamenS auf sie machen we^e, um danach meine weit ^en Fragen an die Angeschuldigte einrichten zu können. Ich ließ jjie vorkommen. Sie trat^mit einer Ruhe ein, die mir eine gemachte zu sein schien. ^Ich komme bloe," Hub sie an. „mich zu erkundigen, ob die Person auch jetzt noch kein Geständniß abgelegt hat?" FrineS Gefühl zeigte diese Frage nicht. Zu einer lveiteren Konjunktur konnte sie mich nicht berechtigen, einen »vie unangenehmen Eindruck sie auch auf mich machte. »Nein," antworte ich ihr kalt. »WaS hat sie denn gesagt?" fragte die Dame rasch weiter. „Gnädige Frau." erwiderte ich ihr. „meine omtliche Stellung verbietet mir. wenigstens sür den Augenblick, Ihnen darüber Auskunft zu ertheilen." Sie blieb ruhig. „Ah, entschuldigen Sie, Herr Kriminalrath." ' (Fortsetzung folgt) Rr> 702S^ (91g Kundmachung. Zufolge dks Gemkinderaths NeschlufftS vom 18. d.M. wild die Ausführung der Kanalisirung in der Flößer- und Kärntnergafse, dann über dcn Hc,up!pl^^tz bis zur Domgafse im Wet^e einer Mlnuendo-Lizittition vergtdcn und eS findet die diesbezügliche L zitation»verhandlung Samstag den 23. November d. I. um 11 Uhr Vor-milw.i im Bureau deS Gefertigten statt. Die Lizitationsbedingnisse, Plan, Ausmaß und Kostenvoranschlaz sonnen täglich wäh end den Anussiunden bci dem Stadlrathe eingesehen werden. St.chtr.it) Marburg, 19. November 1872. T^er Bürgermeister: Dr. M. Reiser. «Ii« jii»xe» >i»lille»le I Im Vorviuo „Illorlkur- deZioneQ so-eilen 6is DuterrielitgstuiKlsv sovolil in sromävv öpraolleu, als in RuolitiitirunA, Oorresponlienz! ur^ä ^eolisolreelit, un6 laäet 8is äis AetertiAtv Veroinsleitung 2um Beitritte ein. vie Vereiiisiviliinz lies SIS) Vereines „Uerkor.'^ «S9 Kundmachung. Die Kanzlei d r k. k priv Wechsel seitigen Brandschaden BerslcherungS Anstalt für Steiermark, Kärnten und Krain befindet sich im frühere» Lokale: Grazervor« stadt, «eueS Girftmayr'sches Hau» im 1. Stock. Wrg'N gänzlichem Umbau drS HauseS ist für einigt Zeit der Aufgang ruckwckrtS, FrcihouSgass-. (915 Warnung. Ich ersuche. Niemanden auf meinen Namen lvedcr Geld noch GeldeSiverth zu verabfolgen. gzo)__H. Murnig, Stm. Einkauf oo« WeiBei«, altm Messing. Kupfer, Zinn. Eisen, Klauen, Roß- und Schweinhaarcn, Bqrsten, Leimleder, Schafwolle, Schaf-, Kalb- und Hascnfellen, Rauh» waaren, ollen anderen Landesprodukten und An« tiquitätkn im Großen und Kleinen. ^»lv vto. s k 7.S<> Oltsr tu SGoo«t«r»ten ck k >. Vromtssca auf iitr äio am Z. 0v«owbei' «.^ e. (Ukupt- trsKoi' ti. LöV.VOo) i!» k. 2 unck üv kr. 8tömpvl. IkKiÄ«Kk VtuGlc, >a»k- »vd Wechsler-Veschüst, öl-ieüielze ttsstollunAen vorävn prompt eL^eetllirt. 911 Lekt liwlor tur nncl ^V^interröeke ewpiielllt 5ossk 2S.ÄS. GirSssIv llörrsukIßiÄvr vigvnvi' Lrivugung ewpkielllt äio KIviiierHan^IuiiA von 670) _ iil- iinä ausIZliäiselier Ltott« naoti Kla88 ?ur /^nfortigung Kelieilcl, HerrovgagZS. Aus M Zthungm jährlich, worunter 3 Haupttreffer k fl. 250,000 1 „ „ „ 220,000 7 „ .. „ 200,000 1 „ „ „ 150,000 l „ „ „ 110,000 und uoch eine große Anzahl ^ fl. 60,000, 60,000, 40,000, 30,000 zc. spielt man mittelst eineS AntheilschcineS unserer Spl-laefevschaft Grttppe ^ unter 18 Thtilnel>mer zu 25 Vierteljährigen Raten a fl. 6. — Diese belieble Gruppe enthält sSmmtiiche iu Oesterreich existirendtuStiatS-«od Privat-AiileheuS-Losk, deren kursmäßiger Erlös nach vollständiger Einzahlung unter die Tlieilnehmer b,re Ai'sl'ül'fte ertheilt der Eigenthümer, Herr 2oh Scheriau,1. Stock. Zhür links, daselbst. (811 Weingall-Realität. Eine gut kultivirte Weingart Realität mit guter Lag? in drr Nähe von Guten Haag, t'/, Stnnd n von d^r Cijenbahnftation PKßnitz entfernt, mit einem Gesammtflächenmaße von circa 13 )och. darunter circa 4 Joch Reben-grund. mit H.rrenhauS in frenndlichcr Lage, zu einem a? ge"el)M n Sommeraufenthalte vorzitg-lich geeigne', Wi"z?rhans. 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S »»sUtrt» »so 4Vp«rnrlnA SI, /^niksilsoksinv kür aUo 2tokuaxoQ xiltlK okvv vsttsro Uksd-adlung. ^Sstvl L. Ic. osterr. Ltaats>1.oo«o 1S39«' «. o > 20Ltt.'I X. Ir. öv^orr. Ltaats-l^ooss 186<1«r tl. ö LSstvI Ilo^vr. ?r»m!öu«I^ooio 1370« . tl. 7 20»ts1 Lürllisedv Lissrlb>»bn»1.oods 1670« ^gg IZisKuvjxsv eiltix) . tl. 4 Verantwortliche Viedaktion, Dmck und Verlag von Eduard Marburg. S. dl. St. v.