MARBURGERZEITUIVG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES ^feSr srrpf ,':SÄE'C'!rSÄ."TÄ:.-. Ä-VS r .sstsir^ Nr. 161 — 84. Jahrgang_Marbnrg-Dran, Freitag, 9. Juni 1944 Einzelpreis 10 Rp! Schwerste Verluste der Feinde Unerschütterlicher Widerstand unserer Stützpunkte — Der kraftvolle Gegenangriff gegen die Invasionstruppen Im deutschen Vernichtungsfeuer dnb Berlin, 8. Juat An der normannicchen Küat» tobt dl« Hölle. So oder ähnlich lauten di« Aim-saqen der am zweiten Invasionfitaq ge-fanqenen Bniten, Kanadier und Nordam*-fikaner, die dem deutschen Feuer entgingen. Trotz pajuecnloser Luftangriffe und echwersten Beschuseee durch Schiffß-artillerie sitzen an entscheidenden Stellen unsere Stützpunkte wie Dorne Im Fleisch mitten zwischen den feindlichen Landestellen und feuern, was die Rohre hergeben. Vor ihneo türmei» «ich die qe-fallenen Angreifer und am Strand lieqea die Wracks xerschossener Landungsboote und Kriegsschiff« Die Verluste der Briten und Nordame-rikaner sind schwer. Von manchen feindlichen Verbänden lebte am zweiten In-vaeionstaqe kaum noch ein Drittel der Mannschaften. Besonders hoch waren die Auställe der Luftlandetruppen. Kaum waren die von Flak und Jägern zersprengten Verbände der Lastensegler gelandet, als schon unsere Abschnittsreserven angriffen. Oft waren die Einheiten der Fallschirmspringer bereits aufgerieben, bevor sie sich noch zur Gegenwehr sammeln konnten. Andere Lastensegler gingen mitsamt ihren Besatzungen in Minenfeldern oder in künstlichen Staiusesn T«r-loren. Die deutschen Gegenschläg« trafen die östlich der Orne abgesetzten Einheiten vernichtend, und auf der Halbinsel Cotentin sahen sich die nordame-riknnischen Landetruppen sofort umstellt und mußten eich verzweifelt kämpfend zur Küste durchschlagen. Die über See ankommenden Truppen hatten schon auf der überfahrt, trotz Abschirmung des Luftraums durch hunderte von Jägern und Sicherung der Flügel durch Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoboote, ebenfalls schwerste Verluste. Unsere wachsend aktiv werdende Luftflotte warf ihre Bomben mitten zwischen die Landungsflotten und zerschlug Boote, Waffen und Menschen. Mit jedem der Landeschiffe sind 40 schwere Panzer und etwa 1060 Mann untergegangen. Die vernichteten Landungsboote gehörten dem 3^ brt großen Einheitstyp an. der elf leichte oder drei schwerste Panzer mit allen Bedienungsmannschaften trägt Weitere Treffer waren auf britischen Torpedobooten und an anderen Stellen schössen unsere Vorpostenschiffe in kurzer Zeit nicht weniger als 17 000 Granaten aller Kaliber auf einen Pulk von 13 Landungsbootien, der mit Sperrbai-" Ionen über sich die Küste ansteuerte. Die in den Booten dichtgedrängt stehenden Besatzungen hatten furchtbare Verluste. Eines der Boote schlug um und sank. Die Angriffe unserer Flieger sowie der Schnell- und Torpedoboote waren aber nur das Vorspiel. Als sich die feindlichen Boote der Küste näherten, gerieten viele auf überflutete 'Vorstrandsperren. Die von den Hindernissen aufgehaltenen Fahrzeuge wurden zum Zielfeuer der Artillerie und wurden von dem GeschoB-hagel durchsiebt. Mehrfach zeigten die Besatzungen weiße Fahnen, sprangen auf Schlauchboote über, arbeiteten sich an Land und gaben sich gefangen. Solche Bilder boten vor allem die gescheiterton Landungsversuche südlich Le Hdvre und in der Bucht von St. Martin. Auch die Ausfälle der als zweite Welle über See nachgeführten Verstärkungen waren nicht weniger al« die der beim ersten Ansturm eingesetzten feindlichen Verbände. Sie sollten die heset7tpn schalen Küstensäume verliefen. Bei jedem Vorstoß trafen sie aber auf unsere Verteidigungswerke vor den Befestigungen nördlich Bayeux, die das Abladegebiet Das Eichenlaub dnb Führerhauptquartier, 8. Juni Der Führer verlieh am 4. Juni dns Eichenlaub zuui Rilterkieuz des Hisernen Kreuze« an fjenejalniaioi Wolf K.ige-mann, Konnaandeur einer «ächnisrhen InfantprleJ!vI«lon. .ils 484 Soldf.ten der dcutscheu Wehrmacht. Generalmajor Hagemann erhielt dd« Ritterkreuz bereits im September 1940 nach dem West-felclzug in einem Kiagenfurter Gebirgs-jd(jer;eginient. Vor Sewastopol zeichnete er sich besrt.rieis cus. Insbesondere meisterte er krisenhelle Lagen anfangs Mai d. J., wofür er jetzt mit dem Eichen-lauf belohnt wurde. dsr Tnyasionttnippen Im grOflsr«! Brtlk-kenkopf nördlich Caen und den kltin«" ren bei Visrvielle zerschneidsn und blieben trotz Panzer-, Artillerie- und Bombenunterstützung Im Feuer liegen. Auch der ttui dem größeren Brückenkopf übet Bayeux In südwestlicher Richtung versuchte Angriff britisch-kanadischer Infanterie- und Panzerkräfte kostete dem Feind Dutzende von Panzern. Der an dieser Stelle angelaufene deutsche Gegenangriff wird noch weitere schwere Opfer vom Feind fordern. Als der Gegner imter dem Eindruck seiner Rückschläge entlang der ganzen normannischen Küste zwischen Caen und Valognei weitere Luftlandetruppen absetzte, um dadurch den Angriff auf die Küstenwerke zu erleiditem, war diesen das gleiche Schicksal wie den in der vorausgegangenen Nacht gelandeten Fallsohirmeinheiten beschieden. Sie wurden in ihrer Masse aufgerieben oder durch Abriegelung hinter den deutschen Linien unschädlich gemacht. Als der Feind einen solchen Kessel zu entsetzen versuchte, stießen seine Panzer in unsere eigenen Gegenangriffe hinein. Belm Zu-eammenprall kam es xu erbitterten Pan- wriclmpfsB, ta Mmmt die dentediaii Truppen unter Vernichtung lahlrelcher Kampfwagen langsam, aber etetlg nach Norden Boden gewinnen. Auf der normannlichen Halbioeel, die Immer mehr zum Massengrab nordame-nikanischer Lastensegler und Fallschirmspringer wird, drückten unsere Verbände die feindlichen Luftlandeeinheiten zurück, riegelten und preßten sie immer mehr zusammen. In der Nacht zum B. Juni brachte der Gegner weder aus der Luft noch über See ins Gewicht fallende Verstärkungen heran. Im Zusammenhang mit britischen Bombenangriffen gegen das Hinterland, bed denen die Zivilbevölkerung von St. Lo und Vlre erhebliche Verluste hatte, entstanden dagegen über dem Invasionsraum Luftkämpfe größten Ausmaßes. Hierbei erhöhten unsere Jäqer die Zahl ihrer am Mittwoch erzielten Abschüsse auf 97, Zahlreiche weitere feindliche Fluqzcuge und Lastensegler brachte die Flakartillerie zum Absturz. Die Gesamtlage an der nordfranzösf-sehen Küste war »m Mittwoch eomlt vor allem durch das Anlaufen der deutschen Geqermiaßnahmen gekennzeichnet. Ffinf Schiffe mit 31000 brt versenkt Einsatz der Luftwaffe gegen die Invasion dnb Berlin, 8, Juni Nachdem Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge bereit« In der Nacht zum Mittwoch mit guter Wirkung Ausladungen und Schiffsansammlungen der Anglo-Amerikaner an dei normannischen Küste angegriffen hatten, erzielten sie in der Nacht zum 8. Juni im Kampf gegen den erheblichen Nachschubverkehr über See bedeutende Erfolge. Unsere Kampfflieger erschienen von der Abenddämmerung an immer wieder über den Landeplätzen und Schiffsansammlungen des Gegners und warfen große Mengen Sprengbomben auf die erkannten Ziele ab. Dabei wurden nach bisherigen Feststellungen fünf Transport-und Frachtschiffe mit insgesamt 31.000 brt versenkt. Diese Schiffe hatten noch ihre gesamte Ladung an Bord, sodaß bei den Anglo-Amerikanem beträchtliche Ausfälle an Mensrhen und Material entstanden. Außerdem erhielten drei Kreuzer durch Bombentreffer erhebliche Beschädigungen, ebenso ein Transportschiff von 8000 brt, zwei große Frachter mit zusammen 26.000 brt sowie ein großes Landunqsspe^ialschiff. Ein Teil dieser Schiffseinheiten dürfte vernichtet worden sein. In Tiefangriffen unterstützten schnelle Kampfflugzeuge und Schlachtflieger diese nächtlichen Einsätze deutscher schwerer Kampfverbänrie, wobei sie dem Feind ebenfalls empfindliche Verluste bei-br.achten. Sie beschädigten dicht vor der Küste ein größeres Schiff erheblich. Marburg, 8. Juni Die Gegner sind merkwürdig kleinlaut geworden. Wo bleiben die Siegeifanfa-ren, die sie doch sonst immer frohge-stlmmt in die Welt blasen lassen? Ist etwa die Invasion doch nicht Ihren Wünschen und Hoffnungen entsprechend gegangen? Haben sie sich an dem heißen Eisen die Finger verbrannt? Sie waren doch sonst nicht so zurückhaltend. Man braucht sich nur an Afrika, an Sizilien, an Süditalien und noch letzthin an Rom zu erinnern. Das Siegesgeschrei nahm fast kein Ende. Und dabei ist doch die Invasion an den Küsten Nordfrenkreichs bestimmt kein kleineres Unternehmen als alle die anderen, die dem „großen Schlag" der Landung vorausgingen. Hatte man mit dem Invasionsgeschrei nicht monatelang die ganze Welt in Aufregung versetzt? Sind in England nicht Menschen nervenkrank geworden, nur deshalb, weil der Agitationsapparat dos Mister Churchill täglich neue Nuancen der großartigen Vorbereitungen verbreitete? Brach nicht in der USA eine Panik aus, der ein großer Börsenstun folgte, weil auch die USA-Propaganda täglich nur Wunderdinge über das Rie-senuntemehmen verbreitete? Man möchte immer welter wo im Fragesatz schreiben, weil man aus dem Staunen Ober das absonderliche Verhalten nicht hinhinwegkommt. Anscheinend ist doch nicht alini so verlaufen, wie die Gegenseite sich es gedacht hatte. Wir haben nun nicht die Absicht, der plötzlich weniger beredten gegnerischen Propaganda unter die Arme zu greifen, obwohl uns, oder, well gerade uns in Deutschland der Nervenkrieg mit der Invasion weniger als den Menschen In England und USA geschadet hat. Wir haben keine Nervenkrise bekommen wie die Leute in England und den USA., sondern haben ruhig und festentschlossen abgewartet, was da kommen wird. Es war für uns interessant zu erfahren, was die Gegner alles planten. Aber es war auch für uns beruhigend, von unserer militärischen Führung zu hören, daß alles nur menschenmögliche getan wor- Der deutsche Wehrmachihericht Gegenstoss unserer Reserven Der Feind östlich der Orne-Mündung von der Küste abgedrängt — Heftiger Kampf um Bayeux — Schwerste Verluste der USA-Truppen nördlich Carentan dnb Führerhauptquartier, 8. Juni Das Oberkommando der Wehrmacht gibt beJtannt: In der Normandie versuchte der Feind die gebildeten Brückenköpfe zu verstärken. Neue Landungsversuche fanden aber nicht statt, östlich der Orne-Mün-dunq wurde der Feind auf engem Raum zusammen- und von der Küste abgedrängt. Aus seinem Brückenkopf zwischen Caen und Bayeux trat der Femd in südwestlicher Richtung zum Angriff an. Gleichzeitig hat der Gegenangriff unserer herangeführten Reserven begonnen. Um die Stadt Bayeux ist zur Zeit ein heftiger Kampf im Gange, überall im feindlichen Brüokenkopl halten sich eigene Stützpunkte in unerschütterter Abwehr Di© amerikanischen Truppen, die sich nördlich Carentan am Fuß der Halbinsel Cherbourg aus der Luft und von See festgesetzt hatten, erlittan schwerste Verluste. Die eigenen konzentrisch geführten Gegenangriffe pressen den Gegner immer mehr zusammen. In der Bucht von St. Martin an der Nordwestspitze der Halbinsel wurde ein feindlicher Landunqsversurh Im Feuer der Küstenbatlerien zerschlagen. Kampfflleqerverbände führten In der vergangenen Nacht Angrilft gegen die trillsch-nordameilkanlschß Landungsflotte vor den feindlichen Brückenköpfen. Brände und Exploelonen wurden beobachtet. Jaqdflieoer allein schössen über dem Landungsraum mindestens 89 feindliche Flugzeuge daiunter In der j Nacht dreißig viermotorige Bomber, ab. ' Die Abschußzahlen dei» Flak liegen noch nicht feet Deutsche Kampfflugzeuge | grillen HLuzelziele in Su/dostengland au. I Schnellboote versenkten bei einem Vorstoß in die Solne-Buchf zwei feindliche Landungsschiffe von zusammen 4000 brt. In harten Artllleriegefechten mit Zerstörern und Schnellbooten erzielten sie zahlreiche Treffer auf den feindlichen Schiffen und wehrten auf der Rückfahrt in ihre Stützpunkte starke Luftangriffe ab. Eine andere Schnellbootflotllle griff in der vergangenen Nacht westlich Fecamp einen feindlichen Landungsverband an und versenkte aus ihm sieben vollbela-dene Landungsfahrzeuge. Unsere Sicherungsstreitkiäfte beschädigten in Gefechten mit überlegenen feindlichen Verbänden durch Artillerietreffer mehrere Zerstörer und Schnellboote, die darauf den Kampf abbrachen. Die Marineküstenbatt« rje Marcouf liegt seit Beginn der Invasion Im Schwerpunkt des Kampfes gegen die feindliche Landungsflotte im Ostteil der Halbinsel Cherbourg. Trotz heftiger Beschießung von See her und starker Luftangriffe vernichtete sie mehrere Landunqsfahr-zeuge und versenkte durch Volltreffer ein feindliches Kriegsschiff vom Kreuzertyp. Nachdem sie von feindlichen Fallschirmjägern eingeschlossen war, hielt sich die Batterie gegen die überlegenen feindlichen Kräf'o und sprengte schließlich den Einschlleßunqsrlng. Andere Marlne-Küstenbatterlen zwangen vor Le Havre durch gutliegendes Feuer zwei feindliche Kreuzer zum Abdrehen. Fernkampfbatterien beschossen in der Nacht vor Dover einen großen feindli- cl^en Geleitzun In Itali« ilien stieß der Gegnci mit starken Panzerkrälten, denen Infanterie folgte, beiderseits des Bracciano-Sees weiter vor. Hierbei kam e« im Raum von Civi-tdvccchia und bei Clvitd Castellana zu heftigen Kämpfen. Au« dem Frontabschnitt nordöstlich und östlich Rom werden keine besonderen Kampfhandlungen gemeldet. Der Feind folgt unseren Absetzbewegungen nur zögernd. An der Ostfront scheiterten erneute Gegenangriffe der Sowlels nordwestlich Jassy unter Abschuß von 31 feindlichen Panzern. Bei den Kämpfen im Raum von Jassy haben deutsch-rumänische Truppen unter dem Befehl des rumänischen Generals der Kavallerie Racovila, des Generals der Panzertruppen von Knobeisdorff sowie des Generals der Infanterie Mieth, hervorragend unterstützt durch starke deutsch - rumänische Kampf- und Schlachlfliegerverbände, in harten Kämpfen die Bolschewisten aus tlefqeglieder-ten, zäh verteidigten Stellurgen geworfen und die eigenen Stellu.iqen dadurch bedeutend verbessert. Der Feind hatte schwerste blutige Verluste und verlor außerdem in der Zeit vom 30. Mal bis 7. Jimt rund 1400 Gefangene, 209 Panzer, 410 Geschütze und Granatwerfer, sowie zahlreiche sonstige Walten. 323 feindliche Flugzeuge wurden vernichtet, davon 50 du'-ch Truppen des Heeres. Der Kommandeur eines rumänischen Gebirgsjägerbatalllons, Major Lunga, hat sich bei diesen Kämpfen besonders ausgezeichnet. Im Finnischen Meerbusen nriffen deutsche Wachfahr/.eiige die Sicherung eines sowjetischen Rduniveihandes an, versenkten zwei Schnellboote und schosscn drei weitere in Brand, von rlcncn wahr-scheiinlich eines gesunken ist. Einzelne billische Flugzeucie warfen in der vergduqenen Nacul Bümbea un RdUiU vou Küiu* den war, um bereit zu leln, wenn die vasion ttarten würde. Wir haben auch Jetzt nicht die Absicht um Spekulationen über den Verlauf hinzugeben. Wir verlassen um getroet auf die Nachrichten, die uns die Obe»^ ste Heeresleitung zukommen läßt, weil wir wissen, daß sie schon den rechten Zeitpunkt finden wird, uns und der Welt Mitteilung zur Lage zu geben. Gewiß, der Beginn der Invasion hat uns auch nicht unbewegt gelassen, denn wir wissen, um was es geht, aber sonet können wir in Ruhe warten, umsomehi, wenn Churchill und Roosevelt sichtbar auf Zurückhaltung gestimmt ilnd. Wir r«. glstrleren die Augenzeugenberichte atu dem Lager unserer Gegner, die Oberelz^» stimmend aussagen, dafl der Angriff ,,Heißer als die Hölle" war, wöbet man voraussetzen muß, daß der Betreffende, der den Ausspruch prägte, schon das Höllenfeuer kennt, oder, wenn er eine Vorstellung davon hat, sich bewußt Ist, daß das Höllenfeuer etwas ganz fürchterliches ist und dann lu der Anechatv ung kommt, daß es nichts Ist Im Vei^ gleich zu dem, welches die deutechen Verteidiger an Frankreich« NordkQste den Angreifern angezündet haben. ' Und das können wir auch mhig glei^ ben. Die Verluste unserer Feinde müssen ungeheuer gewt^sen leln, da« peht klar aus den Augcnzeugenberlchten hervor, aus denen man auch entnimmt, daß sie heilfroh sind, lebend der „Hölle" entronnen zu sein. General Elsenhower hat vor den elgnlssen gegenüber den Soldaten eigentlich kein Blatt vor den Mund genommen, sondern Ihnen gesagt, daß ee einen ,,hartnäckigen Kampf" geben wird. Churchill dagegen, gab Im Unterhaus eine seiner üblichen Szenen zum Besten, wobei er den Mund nicht voll genug nehmen konnte von der Großai^ tlgkeit der erfolgenden Luft- und ande-ren Landungen. Er wurde dramatisch bewegt. Es war schllpßllcb auch .jeln** Tag, sein „Abenteuer", wenn auch auf den Befehl von Moskau hin. Umsomehr befremdet jetzt die Stille. Die nachrlch» tenhungrigen Korrespondenten In London und Washington müssen sich an die deutschen Berichte halten, statt sn die britischen und amerikanischen Siegesmeldungen. Mit den Meldungen, die das englische Nachrichtenbüro Reute? ausgab, ließ sich nicht viel Geld verdienen. Reuter meldete nSmlich am ?. Juni aus dem Hauptquartier Elsenhower«, daß am frühen Mittwochmorgen allgemein „der Eindruck vorgeherrscht" habe, dafl ,,weniger erreicht worden war, als «nan erhofft" hatte. Aber die Truppen, «e hieß es, hielten Ibra Termine nicht ein und der Widerstand sei sehr «tark gewesen. Das klang ziemlich gedÄmpft, wobei man berücksichtigen muß, daS man am frühen Mittwochmorgen noch immer die Hoffnung hatte, daß «s Im Laufe des Schlachttages vielleicht doch noch besser werde, Wir wollen den Dingen nicht greifen, aber daß diese Hoffnung falsch war, geht aus vielen Anzeichen auf der Gegenseite hervor, Der neuseeländische Ministerpräsident Faser, der dl© Ereignisse In Kairo abwartete, scheint schon mit einem Fehlschlag zu rechnen, denn er erklärte gegenüber Reuter: »Sollte in Prankreich Irgendein Rückschlag kommen, so wäre es nur eine kurz© Pause für einen noch größeren Einsatz.« Da« klingt auch nicht gerade hoffnungsvoll und die «nnehang'e Drnhung klingt nach dem Rezept des kleinen Fritz, der Hau« be7nnen hat \ind nun sapt: *Na warte nur, wenn mein großer Bruder kommt.t Wir w.iricn ab Roosevelt scheint sehr ungeduldig zn sein, was wii uns vorstellen können in seäier Lage. Er erwartet nach einer Neuyorker Meldung die Entscheidung innerhalb von »Tagen«. Erst wenn »ungefähr« das Ergebnis feststehe, so berichtet der Korrespondent, wolle der Präsident über die Frage seiner neuen Kandidatur für die PräsicIentÄrhaft entscheiden Im übrigen rechne Wabhington mit »vier vcrschteGOnen E.'gebiiissen«, entweder uiit einem »überwMtigendcn Sieg«, mit einem »klafcn liilolgo, mit einem »Erfolg mit Einschriiiikungtf oder mit »einer Nicdrrldge« Wem; d'«» Sdchn l.icLt so ernsthatt wäre, könnte man Idchcn, aber man kann sich da"'*, dumma Gesicht der braven Ameiikaner vor-aielltiu, wcuü uö üds lin ihrem Morgeji* Seite ? * Nr 16^ * Frcitaj^ 9. Juni JO',4 MAFBU^HEF blatt IcsL'n we den. Aach abei eine A.us-•pr.iche mit Ci'ttrch Ii will Rooscvolt sich • r»l »nacii« Klo ung di-r Lage entscheiden. Wenn man nun noch festbteilt, d srnibolifich'" Deutiinq, daß der j amerikruilsrhe Generaktribsr hei Ma*"- i shrill der obrr'stc Leiter der milit^irischen Operationen 'm Laqer der Westmächte, • pine let^liJ \n'^p''Hrhp vor ßeqinn der Invtixinn (Ulf Sowjeti«!rhem Territorium h'"lt Er sorflch auf der sowif^tisrhen Polsrhaff in Wash'mton, wo ihm Bot-cha'ler G'omvl'o pipen hohen Sowiet-o'den überreichte Auch dann tritt der ('l'r»'^kler dc' neneii Offensive cleiitUch hrrvor, die Moskau unter «lärkstein Diuck den Westmachten abzwang. Vr>n 200 'l'»nn nur 21 riirftck Die "chwercn Verlmfe der Engländer in Italien dnb Genf, 8. Tuni 'Von 2<1(1 Offizieren und Mannschiiften de» f 'ueen«. Royal-RntjinieiUß konnten nur Jl /u unseren Linien nach emem K'i'ti!*! auf den HüC|eln von An^io r.u-iiK Hebron. Diese Fe tstellung ent-»cbluoft der enqliechen Zeitunq »Daily Skelf h«, vi>ni Zensor olfeusichtlit h über-»i'hnn, ;ni R-ihmen einer Belrachtung der hi teil Kample in Ita' en. Q.iern s Rovai sind eirie der Eltte-triiii|ii n der enqllschen Armee. Der Berit hl beslüliql die Schwere der Verluste, d p il p EncilHnder und Amerikaner hei den Kainplen in Italien erlitten. „Heisser als in der Hölle" Augenzeugen der Gegner berichten dnb Stockholm, 8 Juni De ers'en britischen und nord-ineii-kiin «chfii Siu mt uppen flie an dti Iran-zonischen Küste anlangten, wurden fast ' alle von dem furchtbaren deutschen I Sperrfcuct niedergelegt, bciichlen Au-yenzeuytji des Beginns de^ alliieiten In-vas onsunternehmens d e, wie Uniled ! Press in einer von »Daqr ns Nyheter« gebrachten Meldung aub London meidet, am Mittwoch von der Invationskiiste nach England zurückkohrten. Die ers'e Phase der Invasion sei pine blu'iqe An-geleijenlieit und furchtbarer, als sich «elb^t flie hirtgesoftensten Krieqsvetcrn-nen hätten vorstellon können, gewesen Die deiit5chf?n Maschinengewehre und K inonen seien wie eine Sense mit ihrem GesrhoRhage) über den Sirandstreifen (Ifihinqnqanqen. Dei britische Krieq-sphotoqraph Hu-bert Brandt, dor eine haihe Stunde in dem ziieifit qubildeten «illi'erlen Brük* kenkopt am D enstriq zubrac htf. ,kehrte cischiitterl von dein Anblick der doit ■Sic h abspielenden S/enen an die englische Küste zurjjck. Jenseils des Kan;ils, so safilc er, sei es heif^c^r als 'n der Holle. Dtu Anzio-Brückenkopf sei nichU dagegen gewesen. Die Deutschen hätten über ein geschickt angelegles System von Maschlnngewehi nestern an der Küstfi verfügt. Die deutschen Soldaten hatten grofle Kaltblütigkeit an den Tag gelegt. Sie halten gewartet, bis die ersten alliierten Soldaten an Land kamen und dann einen Orkan von Feuer und Stahl über dem Gewimmel am Strande Irvshrechen lassen. Gleichzeitig hatten d'e deutschen Cleschütze das Feuer auf die sich der Küste nähernden Landungsboote eiöffnet. Der plötzliche deutsche Widerstand hn-be Unordnung in d'e Sch'ffe gebracht, die «r*hwerR Ausrüstung für die gelanile-ten Infanteristen an Bord haften. D'e anglo-amenkanische Infanterie sei dadurch in e'ne gefährliche Lage gekommen Brandl zweifelt daran, daß die deutsche Kilstenverteidigung überrumpelt wurde, da mai. deutscherseits geschickt den entscheidenden Ze'tpunkt abgewartet habe, um das Sperrfeuer mit verheerender Wirkung zu eröffnen. An manchen Punkten der Küste seien die Verluste der zuerst landenden alliieiten Truppen unerhört gewesen. Durch-«chnittlich dürfte nach Ansicht des bri-ti«rhen Kriegspholographen ein großer Prozentsatz der erster Welle der Alliierten gef'illen sein. Solange Mochwaesei herrschte, hÄtten die Sturmboote der Alliierten unbehindert von den deutschen Unlerwasserhin-dernisfien landen können Als dber dann die Ebbe eintrat seien viele Boote diesen Hindernissen festgefahren und hännen geblieben Diese Unterwasser-hindeinisse seien mfnierte Stahlpfähle gewesen. Mit /.unehmendcr Ebbe seien (lann unaufhörlich txplosioneii erfolgt, die die we lere I leranschaflung von Truppen unci Material erschwert hätten. Ehrnsc» sei eelbst bc.dnd, se' bei seiner Rückkehr nach England übel zugerichtet gewesen. Das Flug/eug habe wie eine Konservendose duügesehen, die mit einem billigen Bücliue;iöffiier von einei- Frau geöffnet worden war, die zum ersten Male so etwas m'li i;slrcil n zusnmmi^iujesrhlagcn. Al!er..!iri'i« 7r!gt die Aufkldrung, daß dei Gc-giu r zur I n-lerslützung noch vorluunlener Brückl n-köpfe und zur Aufrcchtorhallrnci seiner Erfolge im Raum der Slädte Baycnix uiid Careiitari weitere starke Kralle herangeführt, Churchills Stillschweigen Das unterbliebene GlockcnjJcläute in Amerika tc Stockholm, 8. Juni Wider alles Erwarten lehnte Premierminister Churchill es db, «ich über den Fortgang der Invasion zu äußern, als er Donnerstag das Wort im Londoner Unterhaus ergriff. Churehill beschränkte sich darauf, die Abgeordneten vor Optimismus zu warnen und bat sie, das Wochenende dazu zu benutzen, die Moral dei Bevölkerung zu stärken. Weiter wird aus Lissabon gemeldet; Trotz bi« "ins einzelne gehender Vorbereitungen einschließlich Glockenge-läule, Sirenengeheul und Blllznachrichten über den Rundfunk, ginc] irgendwo etwas sch ef, und di#. meisten Noidamerlkane; erluhren vom Beginn der Invasion erst, als sie beim Frühstückstisch die Morgen-zeilimgen auf«chluf(en, schreibt Don Iddon in der »Daily Mail« zur Aufnahme der Invasionsndchrichten in den USA. Als die prslen deutschon Blitzmeldun-gen von den aufgetauchten Fallschirm-und Lultlandetjiipprii an der Se'ne-Mün-dimg über die Sender gingen, war es in den USA eine halbp Slunde nach Millernacht. Man beobachlele in Neuyoik überall eine auf'allende fühlbire und kühle Reserve Einige Zeitungen brach- ten auf der ersten Seile das noch vor wenigen Tagen vom KriegHinformations-anit verbannte Wort »Invasion« in sechs Zoll großen Lellern. Die großen Riind-funkkonzrrne gaben möglichst viele Nachrichten vom Verlauf dor Invasion, wobei sie «ich mei das Rilterkreuz des Eisernen Kreuzes Ocui k n \mi hu islt füi AuiPiQun die Pcoiitiile Nr. 3 üUIUu- MAJRBURGER ZEITUNG HtiutoUUke Rukäsätou, Di eser Jage ui Peilait Kultureller Wettbewerb der Jugend ..Kultur hftllmmt die Maße der «ce-Iltchfn Stärke finet t^ollfes und en/-$cheide( damil letzthin üher Sic/? urj Niederlager' Wie bereits cinqeküntligt, treten in der Zeit vom 9. bis 11. Juni 1944 in der eilten Draustadt Peltdu die besten kulturellen Einheiten der Deutschen Jugend aus der gesamten Untersteiermark zum We't-bewerb an, Wenn auch bei manchem die Frage auftauchen wird, oh es wohl rieh tfg Ist, dafi geradt jetzt In der Zelt der Fntscheidung die Jugend Kullurtage abhält, 9o wollen wir daran denken, dflf^ die Erhaltung der Kultur flor Sinn des Kampfes ist. Die Kultur hat ihre Wurzeln lief im Volke und enllaltct s?ch nur freiwillig, Rciphlen und organisierpu krtnn man sie nicht. Gprade hier in der Uir tersteiermark hat I.ied, Musik und Spiel von jeher das Volkstum vereint und r|e-nen fremde E'ntlü#;se stark gemacht So will die Deutsche Jugend auch )et7t durch ihre KuMiirtaqe zeigen, wie rcich und stark «ie inne'lich ist. Wenn in diesen Tagen über Tel lau die Fahne der Jugend weht, so ist sie der Ausdruck imseres festen Glauliens an den Sieg! Kreislührer, HJ Hauptbannluhrer Fiitz Bauer, wendet sich mit fc'geTidem Be-qrüßungswort an die Jungen und Mädel: »Als Kreisführer und Landrat heiße ich Euch Jungen und Madel, die ihr zum kulturellen Wettbewerb in der Zeit vom 9.—11. Juni aus der ganzen Unterstei-ermark nach Pettau kommt harrllcti willkommen Pettau Ist «tolz, Buch qernda latxt In der Zelt der Entsrheldunq beartißen und aufnehmen zu können Euet kultureller Wettbewerb wird an der Frenze de« Ueiche« von der Tiefe und Stä ke unfie-res Volkstums künden Die Tage von Pettau sollen Euch und uns weitere Kraft tind neue Begeisterung hrinnen in dem Kampf für untier Lehen und unsere Fl eiheit.« Am heutigen Tage, um 14 Uhr, treten flie Einzelwettbewerber der Gnippe Musik In der Kreismusikschute Pettau zuriA Wettbewerb an. Um IR Uhr erfolgt Im Festsaal de^j Krcishausefi die feierliche Erölfming rlurch den stellvertretenden Bundesjugendführer. Den Tag beschließt ein Kammermnsikabend, der vom Pet-t.uier Streichguartett gestaltet wird. Tödlich verunglückt. L)ei .13jahrige Pdrt.efühiei Jo-i: ciÜlIc i i M i tl i} erlitt heim Montieien von Mabchiiieu einen Belhelj«>untdll und erlag bald dar-iiut seinen schweien Verlelzungeii, Seine Leiche wurde nach Fiebe brunn in Tirol ubfcrliihrt. Kleine iJnfallHchroiiik. Dci Hilisarl)ei-ter Viktor Krelnz aus Wöllan kam mit der Hand zwischen die Zrihurader einer Maschine, die Ihm den Mittelfinger wegriß. ~ fJer Angestellte Max Piächotek in Marburg wurde von seinem mit einer Axt spielenden Söhuthen derart unglücklich getrofteii, dtiR er an der rechten Hand eine klaflende Hiebwunde davontrug. Das Stadtthealer Marburg veranstaltet am II und 18 Juni im großen Heimat-bundsaal Runts Abende mit verschiedenen und abwechslung«iveichen Programmen. Der Vorverkauf für diese Veranstaltungen an der Theaterkasse hat bereits einge-BPl/t. Die restlichen Karlen sind an der Abendkasse des Sieirisclien Heimatbundes zu hal)pn Vorverkaulszeiten bis aul Montag an allen Wochentagon von 9—Uhr an der Theaterk-iftse, Theater-gas^e 4. »Reisen im Stuminlilm«. Reihen /um Vergnügen und zum Besuch von Soheus-würdigkeitcn sind zurzeit nicht möglich. Deshall) beabsichtigt die Marburger Volkt»bildungs«lätte monatlich einmal mit ihreu ITöiein eine Reise im Stumm-tilm zu unternehmen. Zuerst wollen wir unsere Heimat kennen lernen und später auch fremde und ferne Lander. So werden Freitag, den 9. Juni um 1!},3Ü Uhr im Saal dei Volkshildungsstätte, Dora-platz 17 die Filme »Deutschland kreuz und quer«, »Wunderwelt des Teiches« und der farbige Sportfilm »Unsere sonnige Welttt sowie ein Beiprogramm gebracht. Die Vorführung ist tür Jugendliche wie für Erwachsene gleich interessant Der i^raue Glücksmann Ah morgen wieder In den Siralien Von Samstag ab werden wir wieder den uns lieb und vertraut gewordenen Losvetkrlufer, von dem wir im MSnt alt (jrdurii Cilücksmann Atischied genommen hiibeii, im braunen Umhang begrüßen können. Vielen worden die von ihnen angebotenen Lose der Reichsiotterie dei NSDAP Cilück bringen. Der (jewiunplan sieht wieder pro Reihe tür eine Million Mark Gewinne vor. Man achtp aber ganz be-sr)ndeih auch aiit den PramienKcheiu, driiii er kann bei dei Ziehung am 3(t. ^ Septembei 1944 nr| seint:) f'icwiiinmoi) lichkeit bis zu .5(K)0 RM noch /in treu-I d'gen ütiei raschung weifl"u Auih dicfi mal wird die Lolteiit» iind ddunt dns Kr'egshiltswerk den gewohnten Litnbi haben. Die verzögerte Rückreise HArteausgleich iUr Bahnreisende Nach den Verkehrsbestimniungen der Reichsbahn werden Reisende, die iiinncn der viertägigen Geltungsdaiie« der Rückfahrkarten die Reise nicht beendet haben, wie Reisende ohne gültige Faht-karte behandelt, Sie müssen den doppelten Fahrpreis für die Strecke entrichten, die nach Mitternacht zurückgelegt wuide. Daraus haben tirh HSrten ergeben. w»»nn zum Beispiel ROckrei«end* die RiVk-fahrt eret am vlurten Tage abends antreten konnten, weil wegen Fliegerangriffs Züge aiisqefallpn waren. Zur Ver- ' me.idung solcher Härten iind iiMnn|^npf ■ Erstatt ungsantrtiqc hat rlie Re'chslia\in angeordnet, daß in rliescm fall von Nacherhebung rles Fahrgeldes für die nach Ablaut der Gellundsdaurr ziinirk-gelpgte Strecke abgesehen werden knnix, wenn die Geltungsdauer nur um pineu Tag übersrhritten ist. , 1 A C !- t K fc V U N T E P S T E I R E. H I 'Utiirint der Res l.fo|Hili| Walinc.r ei-tiielt not Vrrleiliiiiuisui kl,nde vom 7, 4. 1944 tias Eiscinr- Kreuz 11. Kl. Die Aus-zeicitiiung wurtit- nacii 'lf»m Tode der Wilwe liliersaiidl Aus Hrm iOeiB l-'eMau wurden mit dem liseriien Kieu/ II Klasse ausge-zuiclinet: lüi; Ciflfrilrn piaii/ Piiitarilsch aus Lacliriidort \()2 |(Jrlsgiup[)e Tiiomas-berg), Knurad .Seiitscbar aus IJnter Burg-stall lOitsgriippo Leonbaid|, Jnliann Si-moiiitsch aus Teichwiesen (Urlsgruppe Friedau) sowie der Panzergrenadier Jakob Winsetitsch aus Littenberg 6. Da« Kriegsverdienstkreuz II. Klasie ralt Schwertern erhielt f<-Rottenführer Weiter Herbst ans I *onhflrd (Orttcfrupp* Leonhard). Aiisötcuh mid Land Dem Kameraden Franz Pinter Gefallen bei Sachsenwart im Kampf ^e^en die Banditen 25)ährlges Arbeits)ubilüum. Die Hausgehilfin Frl. Justi März feierte in diesen Tagen ihr 2.5jährige8 Arbeitsjubüäum. In dieser langen, Zeit hat sie -in aufopfernder treuer Arbeit Freud und Leid der Familie de» verstorbenen Großkauf-matws Gulda In Marburg geteilt, ein eeltener Beweis von Sclbstlosigke'it, nimmeimüdei Pflichterfüllung und Treue. Bestrebt, auch ihren Beitrag für den deutschen Sieg zu leisten, ail>eitet sie heute im lieiwilligru Kriegseiiisatz in einem Indusliicunternehmen. Im Kaiupte qegen landfremde Banditen fand am 7 Mai der Ortsqiuppenlührer der Ortsgruppe Pragwald im Kre.s Cilli, Pg. Franz Pintcär, den Heidontod. Er fiel bei der Brücke in Sachisenwart, da« eine deutsche Gründung aus der Zeit Karl's des Großen ist, der hier Sachsen ansiedelte. Mit glcichgoflinntAU unterstelrl-•chen Kameraden zog er aus zum Schutze des Heimatorte« An der Spitz» der Einheit, als Führer und tapfeister der Kameraden, fand das Leben eines Mannes Erfüllung, de-vsen Inhalt glühende Liebe zur unter-sleiiischen Heimat und unentwegter Kamp! qegan alle ihre Feinde war. In Graz am 17 .laniiei 1914 geboren, kam Fianz Pinter als fiühliegabter Knabe liercits mil liiiif Jahren in die Volksschule. Schon seine Kindheit vernütlelte ihm die ersten Eindrücke des politischen Kamples. In den Wirren der Nachkriegszeit und im wütendsten VeruichtuiKjs-kampf geqen alles Deutsche kam dann Franz Pinter mit seinen Eltern nach Laibach. Dort besuchte ei die, allerdings nur kurze Zeit bestehende, deutsche Minderheitsschule. In diese Zeit kam seine Schwcster Erika ziii Welt, die er stets mit brüdcilicher Liebe umhegte und der er immer zur Seile shind Durch den Ankauf einen Besitze« der Eltern in dem romantischen Gobirqs-stadtchen Kronau in Krain, wechselte der kleine Franzi abermals seinen Wohnort. Die schöne Bergwelt der Jullschen Alpen hegeistertn ihn und war ihm Ansporn zu eo mancher gebirqsfiportlicher Leistung. In enger Verbundenheit mit Natur und Bergwelt «chärftr sich so sein Sinn für alles Schöne und Gute, und ließ ihn /.ii dem vortielMichen Menschen und Kameraden werden, als den ihn alle schätzlen. Im Jahre IJ)-'U) kam Pinter« Vater zu den Textilwerken nach Pragwald, Dadurch ging ein langqeheqter Wunsch des juncien Pinter, wieder in die geliebte Heimat zu kommen, m Erlüllunq. Getrübt wurde diese Freude nur dadurch, Fli'd: An-lii* daß die Untersteiermark, und dadurch auch Praqwald unter fremtler Herrschaft litt. Franz Pinter besuchte darauf die Handelsschule in Marburg und trat al« Kanzleipraktiknnt bei den Pragwalder Textilwerken ein. 1935 kam der aufgeweckte und betriebsamt Praktikant zur weiteren Ausbildung im Textilfache nach Belgrad und kam wiedei nach Praqwald zurück, wo er in der Dnickereiabteiluiig der Textilwerke eine sichrre Existenz fand. Seiner, IfKKi geschlossenen Ehe entsprossen zwei Kinder, ein Mädchen Lehrreicher Gang durch Flur und Garten Wie der Boden richtig genutzt wird —' Flurbegehung in Pulsgau Nicht überall im Gau Steieimark gibt die Erde ihren Segen so freiqibig und in solch reichem Maße her wie im Unterland. Wir denken dabei etwa an die harte Aibeit unserer Bergbauern, die die Frucht dem stftilen Gel)ir(|äboden abringen mütÄcn und dabei im dauernden Kampf mil dem Wetter stehen, au die überaus schwierige Einbringunq der Ernte und wir bewundern die Arbeit dieser Pioniere uiitei den liauerti. Damit Süll nicht ausqediückt werren, daß die Leistung der Bauern de« Hachen Unterlandes weniger Anforderungen stellt, sie muß nur vcui einem anderen (iesichts-punkl betrachtet weiden: er kcinn ja um ein Vielfaches mehr au« seinem Boden erwirtschaften, als sein Kamerad in den Beigen und kann so auch ein Vielfache« mehr zur Sicherung unserei Ernährung beitragen. Es erwächst ihm aber daiaus auch die Verpllichtunq, die Vorteile seines Heimatbodens richtig zu erkennen und ihn intensiv auszunützen. Daß dies in der Zeit vor der Einglicderunq nicht geschehen ist. durch die Iremde Wirt-schaltspolitik auch nicht qeschehen konnte, ist wohl jedem untersteirischen Bauern klar. In den Jahren nach dem Umbruch hatten unsere Bauern Gele(|en-heit, die richtige Ausnutzung ihte« Boden« kennen zu lernen. In jeder Beziehung fanden sie hierzu die tatkräftige Unterstützung der Behörden. Ein wichtiger Behelf für die sachgemäße Bodenbearbeitung sind die »Flurbegehungen«. die fallweise von den Er-nübrungsämtern veranstaltet werden. Wir hatten unlängst Gelegenheit, eine Flurbegehung in Unterpulsgau in der Ge- meinde Prageihof mitzunuicheu, die Wirtschaftslreratei Hanifinn leitete. Ein heißer Fruhsomniortaq lieqt über den Feldern, deren gutei Stand die günstigen Bodenverliällnisso erkennen lassen, die in diesem Landstiich mit seinem hohen Grundwaeserstand vorherrschen. Es ist ein gesunder, guter Bauernort, in dem wir un« befinden. Besitzunqen von über zwanzig Joch sind hiei keine Seltenheit. Vierzig leilnehmei zui Flurbe-cichunq halten sich veisammelt und in einem mehrstündigen Ganq durch die Felder wurde «ozusacien am »lebenden Objektn alles d is qpiieiq', besorochen und erwoiien, was zu einer weiteren Intensivierung und damit natürlich zu einer Hebung des Wohlstandos der Pula-qauer Bauernschaft führen kann. Wirtschaltsberatpr Hamann, detssen aus I der Eifahriiiui kommenden Auslührungen von den Bauern mil qrößtem Interesse I aulgenommen wurden gal Ratschläge : tür den Saalquiwechsel. tu« uchtiqe Düngunq, Reiniqiinq, Reizuno und Anbau, Breilsaat und Drillsaat und über die so notwendiqp Unkrautbekämplung. Die Felder der Besitzer wurden viiglichen und dadurch konnten Fehlei aufgezeigt werden Wichtig alnd heut« zui Schli«ßung unserer Fettlücke der Anbau von Rnps, Rübficn und Küibi« als Zwlachenkultur. Der Bau von Ölfrüchten wurde in den letzten Jahrzehnten duich die Einfuhr von öl stark vernachlässigt, Hier muß mächtig aufgeholl weiden, um zumindest den früheren Stand der Ölkulturen zu erreichen, denn schon die Ur-qroßväter der Pulsgauer Bauern betrieben in reichem Maß den Anbau von Öl- früchten, wofür der Boden besondcis qe-eignet fct. Durch Frage und Antwort eihielten die Teilnehmer der Flurbegehung durch den Wirlschaftsberater j wertvollen .Aufschluß. Er verteilte Bro-I srhürcn, lustige »Fibeln«, die in Wort I und Bild die richtige Bewirtschaftung des öllruchtanbaues zeigen. Der Saatenstand auf den Unter-Puls-gauer Feldern ist sehr gut. Hiebei soll erwähnt werden, daß die Pulsgauer Bauernschaft ihre Ablieferungspflicht, beispielsweise bei Kartoffeln, vollkommen eifüllten. Die Fluibegehunq wiid lür die Teilnehmer nicht nur ein wertvoller Behelf, sondern auch ein Ansporn zur weiteren Intensivierung ihre« Bodens «ein. Die Bauern sagten WirlschafUsbera-ter Hamann herzlichsten Dank für den Nrtchmittag, den er ihnen widmete. Zugleich führte Wirtschaftsberate-lin Kramm in Ober-Pulsgau eine Gartenbegehung. Sie zeigte die richtige Anlage und Bewirtschaftunq de« Httus-qarten« auf dem Lande. Zuerst wurde ein Bildbandstreifen vorgeführt und anschließend ging es In die Hausgärten, in denen Fräulein Kramm arbeit- und leit-aparenda GerAt« zeigt«, durch deren Anwendung In Kürze die Gärten verhM-s^rt werden können. SphSdling«beklmp-funq, richtige Düngung und zweckmäßiger Anbau, da« alle« wurde eingehend besprochen. Die »Luatige Gemüflsfibel»«, die jede Teilnehmerin mit Freude entgegennahm, wurde auch verteilt. Abschlie-» ßend fand eine Ausspiarhe mit den Bäuerinnen statt, bei der Wirtschaftsba-raterin Kramm viele wertvolle Hinwelse geben konnte. A. i ■Si-* *•>. und t»in Knatie, Fleißig uufj ^il,|^1|^^r^lll im Berule, hallo Fianz Pinter weqeti soinps Deutschtums unri seiner qluhcndm Hin-qabe zu Fühier und Rcich viel Unqe-mach zu bestehen. Aber nicht« konnte ihn in der Überzeugung wankend machen, daß auch die Untersteiermark einmal windei ins Reich heimkehren wird. Mit den qleichqcainnten Kameraden in Cilli hielt Pinter stets gute Verbindung. Sein Eintritt Ln den Schwabl«ch-Deut-•chMi Kulturbund -«rai tin &uAeres B«-kanAtnl« nun Deutschtum, «Aln» klmp-farlsdie Getinnung zeicrU tldi dab«i ia der «tlllen, a!>er zShen vorbereitenden Arbeit die er bis zur Befreiung leistete. Der 14, April 1?}41 wai daher für ihn der schönste Tao de« Leben«, wiewohl gerade jetzierst die größte und politisch schwerste Arbeit begann Denn Piag-wald war ein Zentrum der marxistischen Verhetzung und jüdisch komuiiinfutl-schen Wühlarbeit gewesen. Pinter hat e« jedoch als Ortsgruppentührei duich kluge und weitschauende Führunq verstanden die unlauteren und feindlichen Elemente auszumerzen und die heimat-treue Bevölkerung ganz zu gewinnen. Er hat aus der einst «tark rotverscuch-ten Bevölkeiung der Ortsgrunpo Piag-wald eine glaubensstarke unjTaq der Grenze« wurde die Volkstanzgruppe Rabensbprg in Witterdnrf hei Rann einge«et7t. Diese Grenztand-fahrt war für die Jugend ein besondere« Erlebnis. Einen «tarken Flndnick hin'rr-ließ die Morgenfeier an der Grenze. D'a Offenheit und Gastfreundschaft der Ansiedler erfreute d'e Jugend vor Bei Doifnachmittag führte sie der Gienz-bevölkprunq oberstcirisrhe Täuze vnr und sang Lieder, die allqcmein gef'elen. Fron.ien und Ounsfrn von unrf Vorhflngpn, Tf.^chtüchprn unti Sen'/e/<»n tjehrn efnen ou.sg'*.''e/rhnefen "sp/nn.'fo/f. Brinqt ife zur Snmmpl.^frllc. Spinii'^toff^nrnwliinfj — Irl/Ipr Snmwpl-lag 10. Juni! v^, .; ■ Der landwhtschdftsberater bespricht den Saoteiistnnd Wie der Hausgarten angelegt werden soll, erklärt die Wlrtschaflüberalerin der Frauen Auln«hnieoi Steflcn Lichtbild, Cir«i Wo Frauen gebraucht werden Auf einctT» Frauenappcll in Pettau wurde es Am Montag hielt da« Amt Frauen in Pettau im Saal dar Kreiamuatkcchule einen PfUchtappel) ab, bei dem von der BundeefQhrung dl« Aibeitsgebiet«leiteiin für soziale Fragen Pqn, Mdbcher und die Arbeltegebietalelterln de« Hilf«dien*itefl, Pqn. Wenk über wichtige Fraqen der Gegenwart «piaclien. Nach der Erötlnung durch die Kreis-fraucnamteleiterin, Kam Pirich, in der sie die Gaste, insbesondere auch Kreis-inspckteiir, Pg, Waqncr als Vertreter des Kreislührer« beqrüßte, sprach Pqn. Maticher über die geqenwartiqe Lage, in der e« für die Frau mehr denn je qiJt, den Mann allentlialbtn in scinei .Arbeit zu ersetzen, um ihn frei zu machen zuiu Kampf um Deutschlands Zukunft. Es ist Pflicht und Ehre jeder Frau, aul diese Weise den giößtmöglichsten Beiliaq zum Endsieg zu Icistem keine darf abscls fltehen Die Rednerin knüpfte da'an die Aulforderung an alle meldcpflichticien Frauen, die es vielleicht noch qebe. sich hauptamtlich durch das Arbeitsamt in den Arbeitsprozeß einbauen /.u laviPii. Sie wir« aber auch aul den maniiHii.i-chen ehrenamtlichen Einsatz hin, wie die Werknblöse, durch die einer eibo-lunqsbedüritigen Kameradin aus einri Fabrik, die schwerst" diisti ennpiidst!-Arbeit in uneimüdlichei Ptlichtoilüllunq leistet ein zusätzlichei Urlaiiu viui ß bis 14 Tagen ermoqlicht wird Neu und befricdiqend liii nnsrie Frauen aber ist auch die Arbeit ui dea betriebaeigenen Repai aiai wer ksta ttea, in dwien den «chaffenden alleinstehenden Kameraden vom .\mt Fronon Wische und Kleider ameiiert werden Neben diesen Möglichkeiten führt« Pqn. Wenk noch eine Reihe anderer ehien amtlicher Arbeiteeinsätve ,»n, bei denen jede Frau ihre hnsonderm Fuhiqkeiteu bewähren kann, sei e«, m dci Nahstuhr oder beim Nahen vop Palschc:i fiir die Verwundeten oder beim Flicken für die Wehrindcbt imtl bei der Flick!)eutel-aktion, sei es in Form von Nachbarschaf tsbille in Ga' "11 und Hau*, oder beim Einkochen und Backen lui iin^e'c Verwundeten. Mit qroßei Fronde hörlen die vpisammelten Fiaiion in diesem Zu-sanimenhanq sehr anerkennend«' Woilc der Rednerin ül>ei die Nabstnbe der P''t-tauei S'acitliciiien. deren Leistnnq men-qen- imd werlmäßiq vi'bildlich für die ri-Tiize UnlerhlcermarV herausqestpllt winde. r>as liiiilte Krieii Ri'if li vor» der Rrrl'iiMin selbst m'ei'plit, e st-ir.d hei/-eune'lend V'>r den /uhn-ei in-'n. von denpn wob! iede im'«" df^in Fiudruik ilrs Geholten (l'^-ii jet/t'Mi iiineion Vorbehalt lallen ließ und ».icli, oh jiiiKi oder rtl', mit w ichen Sinnen und offenem Herfen neu m die Arbeit zu stellen qe-Uilite. Dl. Uta Kiakei \ Seite 4 * Nr 161 * Freitag, *). Juni 1944 Soldat bevorzugt das Schweinefleisch Die Lieblingsgerichte der Truppe — Vom Wert der Konserven »Der Soldat will «ein Fleisch tiehen«, diBAer Satz steht in drra Autncitz von Generaloberstabsintenfidnt a. D. Geh Rat Pioezczek »Das Fleisch ir der Sol-daienvdrpflequng«, der in der Zeilschrift •Dl« Fleischwirtschaft« erschienen ist. Von allen Fle'ficharten zieht der Soldnt da« Schwelnefl<>i«ch vor. Seine Lieblrnq«-qerichte sind Srhweinebrafpn, Schweinefleisch mit Sauerkfdut, Ertwen mit Speck und Wurst. Auch Schweinefleierh-kon5erv<>n bevorzuqt di r Snldrit vor allen anderen Konserven. Nach dorn Schwoinefleifich Inlqt ildS Rindlieisch. D.i« HammnltlfM h wiid pr«it belipht. wenn p« fnschr^ Gemiise riolnioji o(l»n Woittktiiuf tplif. tinf bp-siiiuiere Rolle spielrn in <|pf Soidfllen-kost dir Ciorichlo iUih OhritkU'in B nt-klM()« Koniqftbor<|er KU)»)-! Utirkbitilrn, fiher duch dnitschps Rp.ifstrnk odpi auch rüllunqen mit GehncktPiii kehren diif dein Speisezettel immer wirdf^r. Dn einer Streite ties alpinen Keilunns-dieiistes geboigen und zu Tal gcbraciit. Kinder mit Revolver 1 luiin<»ver, Bei I-iicliow (Heide) luitten sich mehrere Kiicibcn einen Rtvolvei mit Munition verschafft. Sie bauten sieb im Wdld ein°n Bunker und machten dott ,,Schießubun([en". Bei dem Veisuch, eiup Lddehemiriung im Revolver zu beseitigen, lüsle sich ein Schuß und tötete einen mitspielenden Jutuien Die Eltern erhielten von dem Vorfall erst am späten Abend Kenntnis, denn die Kinder hatten den tftdlichen Aiisganq ihres Spiels aus Angst verschwiegen. Erst «Is diR Elfern ihr Kind suchten, wurde der t'nfnil aufgedeckt. geachtet. Größte Bedeutunq hdben während des Kriecjes die Fleisch- und Wurstkonserven erhalten. Gegenwärtig gibt es Fleisch-, Wurst-, Schmalz- und Misch-krmserven in so verschiedener Art, daß Sie all« bei den Soldaten sehr behebt sind Der Ersatz des frischen und de« Posenkon'^ervenfleischefi durch Trocken-flejsch beddtf größter Vorsicht. — Da« »dehydrierte Fleisch«, da« ist dds Fleisch ohne Wdsset mit dem unsere Feinde Eindruck zu machen suchten, das in Wirklichkeit jedoch nur ein Notbehelf aus Mangel an Kühlschiffen ist, ist kaum noch als Fleisch erkennbar. Die Truppe hat sich die Gerichte mit Trockenfleisch schnell übergeqeseen, Solange hier nicht Erzeugnisse hergestellt werden, die auch nach Fleisch schmecken, wird jed«r Soldat die schmackhaften Fleischkonserven, wie sie für die Truppe hergestellt wer-den, vorziehen. wollte und hierbei kopfüber hineinfiel. Trotz des niedrigen Wasserstandes von 40 cm gelang es dem Kinde nicht, sich aus dieser schrecklichen Lage zu befreien, und es erlitt den Erstickungstod. Verschmähter als Messerstecher Zürich. Ein gefahrlicher Bursche konnte dieser Tage in Zürich festgenommen werden. Nachts nach der Verdunkelung lauerte er am Zürichberg mit «einem Rad und einer Blendlaterne heimkehr renden Frauen auf, die er plötzlich blendete und ihnen dann einen Stich in den Unterleib versetzte, Vier Frauen, darunter eine siebzigjährige Greisin, wurden mehr oder weniger schwer verletzt, bis es der Polize'streife gelang, dea Täter« habhaft zu werden. Da er den ihn verhaftenden Detektiv niederschlug und zu fliehen versuchte, wurde er von einem Motorfahrer der Polizei kurzerhand samt seinem Fahrrad über den Haufen gefahren. Wie er nach «einer Verhaftung erklärte, will er aus Haß gegen Frauen gehandelt haben, die ihm eines Sprachfehlers wegen ihre Gunst versagten. * Im Leichenwagen zur Klinik. Ein Radfahrer stieß in Halle mit einem Leichen-transportwagen zustunmen, dabei erlitt der Radfahrer einen Unterschenkelbruch. Der Verunglückte wurde gleich mit dem Leichenwagen in die Chirurgieche Klinik gebracht. MARBURGER ZEITUTIG Sport und liinien 25 Jahre Rapid Marburg Erster Tag der Veranstrtltunqon Die großen Jublläumöveiin«tciltuiiqeM von Rapid Marburg, deren Gründung vor 25 Jahren erfoiqt ist. werden am heutigen Freitag mit einem Turn- und Fecht-ibend 3m Marburger He.matbundfiafll •Ingeleitet. Beginn uiö 20 Uhr Dem Fechten und Turnen geht ein von df^n Krlegehilfedienitmaiden der RAD vorgeführter Mädeltanz sowie elr. Klavierrnu-sikvortrag vorau«. Eintrittskartenvorver-kauf In der Geschäftsstelle des Amtos Volkbildung In der Teqetthoi|.slr,ine lOd. * Handballerinnen trainieren. Freitag um 18..10 Uhr findet aut (Um R.jpHlspni 1-platz ein Frauen-Handbcillspinl zwischen rtapid Marburg und dei Bdnn^chHflsrll von Marburg statt Alle Spiolcriniien h.i-ben um IB Uhr startherei. zu spiii. Deutsche Jugend Marburg spielt in Deut9chi.andsberg, Am kom ueudcn Sottn tag tritt die Fußballelf des Bruines Marburg-Stadt der Deutschen Jurimd in Deutechlandsberg zu einem Fiinballtrcf-fen gegen die dortiqe Hitler-Ju(|cnd an, Deutsche Jugend im Fußbalidger. Die Gefolgschaft 2 der Deutschen Jugend trat zu einem Fußbalikanipf quqon die Sondergefolgschalt an und büh;ell mit 10;2 (5:1) die Oberhand. In der Umgebung von Graz. Der Gra-zer Radfahrerverein »Wanderliwt« veranstaltet am kommenden Sonntag auf der Strecke Fernitz-Hausin'iniifitälten Dörfla-Gösspndorf-Fernitz ein Rundstrek-kenrennen. Der Kurs ist 9 km lang und muß sechsmal durchfahren werden. Außer den bekannten steirischen Radsport-lern werden auch Teilnehmer aus den Nachbdrqauen antreten Für die Hitler-Jugend wurden auf gleicher Strecke Rennen über 27 km (= ,'J Rimdcn) und 18 km (= 2 Runden) ausgeschrieben. Döriel, der Hamburqer National-spio-1er, befindet «ich zur Zeit wieder in Wien und spielt wieder fii» Vieniia. F;r soll in der Wiener Stadte'f qecien B^rjin zum Einsatz kommen Dr. Wegner, der bekrtniite deiitflcho Hürdenmeister früherer Jahie, startet gegenwärtig für die Sportgrni. Klagenfurt. Bei der ersten KAC-Bdhnvpr.mslal-tung wurde der Altmeister im Speerwerfen mit 48,90 m Sieger, belecilo im Kugelstoßen mit 12 08 in ('en zweiten und Im Diskuswerfen mit 3.1,1') m di'ii dritten Platz. Der Afthngcr KÜiuir knm /u vier Siegen (400 m 5b,b, Weit iil.lb, Kugel 12 61 und Diskufi 36,80). Mlklau-Gedcnkrennen In Kürnli'n. Die Kärntner Radsportler tragen von Kla-genfurt nach VeJden und zijrück da« überlieferte Miklau-Gedenkrennen aus. Der 40-kin-Wettbewerh brachte einen Sieg de« GauhanptstÄdters Paul Pipmk In 1:16'30 Stunden vor dem nur 5 Mater zurückgebliebenen Sal/burgot- M«!-thlfl« Maniler. Uffz. ^Inrbert Clemen« (Wl./RC Diamant Hamburg)) belegte mit 1:20:30 den dritten Plat7 Bei den H.T-Fahrern gewann Ernst Schmidt in 1:21 [(Ti mit einer Radlänge Vorspiung nrgon Georg Hcidelmaier. Einige gute Ergebnisse' (jah e^ b»»1 einem leichtrithletifichen Sportfer.t in Hannover. So durchlief Herimi (Shidenton-kompanie) die 100 ni in II,.") uiid die 400 m in 54,0 Sekunden. Rie-n-'k (TKHI siegte über 3000 m in 0:^1,0, (KU t (IKll) sprang 6,27, Bfiuei (TKIl) kam nn Kugelstoßen auf 1.1,.58 tn tit>d flu: 4m.tl HUI in legte die Studentenkomp niio fV> SV 'Ki Hannover in 46 6 Sekun0 übel, übers letzte Schuaulerchen nachzudenken!« ★ Der hnlliche Graf fmmenbolf kdm den Tappauns zuvor: schon am Tage nach diesem Sonntagsausflug fuhr er mit Burgl nach dem Lugeck. Burgl begründete den Ansturm lächelnd: »Ich muß nur den lieniienicinn tluch schnell an-schducii!« Aul den Hulispition trat «le herzu. Wirklich...« Sie war von doi Gestalt ergriffen. «Mir scheint, den müßte ein Bildner au« hartem Holz schnitzen!« »Odei in Erz gießen , ergänzte Cnp paun, »und zu den anderen Rittern ans Maximilkinffrabmal in der Innsbiucker Hoikiichc stellen.« Graf Immenhofl nickte lebhaft: »Haargenau f]rtroflen!« »Warunt eigentlich adelte "man Ihn nicht, Papa?» »Bekam die Go'dene, seine Gefährten d^e Silberne und Steuerbefreiungen. Zudem glaube ich, daß ihm nichts daran gelegen wäre!« C'appaun griff ein: »Aber uns müßte daran liegen, daß die Adeifigemeinschaft um solches Blut vermehrt werde. Allzuviel Cischnas ist hereingpschnuuigelt worden: Roßtäuscher, Geldkanaillen, Speichellecker!« Er stel'/te. von einer Eingebimg befallen, zum Sekretär und bowchricb großes weiße? Papier mit seinen charaktervollen BuchfitHben. »Euer Majefität», stand unter anderem darauf »Euer Majestät haben mir nach der Mützenechlacht von Bogschan eine Bitte in privater Sache freigegeben, .letzt komme ich damit vor den Thron Euerer Majefität: Geruhen den Helden von Wersrhetz, Johann Jakob Henne-mann, zu atlelnj dem untertänigst G«-l'-rtlgten dünkt, daß solcher Zuwachs dem Adel frommen würde.« * Der Tambour trommelte, daß ihm die Augen harvorquollen, Die Wache itend wie erstarrt da. Sie leistete der Majestät des Deutf'Chen Reiches die Ehrenbezeigung. Jofceph etieq langsam die Treppe empor, vordem war ei hlnauf-gelaulen in seinem Ungestüm, damit war es vorbei. Man legte ihm die Referate des Tages vor. Darunter war auch das Gesuch des Rittmeifiters Freiheiin von Cappaun von den Harrach-Kürawiieren. Ei ias ee aulmerksam »Schick Er um lemanden aus der Ungarischen HolkanzleÜ« Dann fragte er den Adjutanten: »Da les' ich, daß dei Rittmeister Cappaun noch krank ist. Wie war das mit seiner Verwundung?« »Ein Giftpfeil hat Ihn getroffen, im Banat irqenr'wo, daian siecht er ohne End', Majestät.« »Ein Giftpfeil auch ihn? Freilich, ja, an vergifteten Pfeilen muß man aiechenl Der Pfeil kam ebenfalls aus dem Hinterhalt? Sieht Er, jetzt erinnere ich mich an den Cappaun genau Ee war ein aufrichtiger Kerl strengen Gesichts gleich einem mönchischen Ritter. Soldat, wie er Im Buch steht, voller Sehnsucht nach Taten, und just diesem wurden Gift zuteil und Krankenlager? Wenn e« mir mit der Zeit halbwegs auegeht, such ich ihn auf. Und das mit dem Henn6mann? Er hat doch die Schrift geleeen? Bewilligt natürlich! Hött« selber machen müssen, der Cappaun wird wieder einmal mit mir unzufrieden «ein, werd' mich zu entschuldigen haben, aber der Drang der Geschäfte haltl Wo ist also der Ungar?« Der Ungar kam: »Lauf Er zum Ritt-meleter von Cappaun, am Lugeck, und laß Er sich den Adelahrlel für einen gewissen Hennemann in Werechetz auf-' üelzen, verstanden?! Ee ge«c±dh. Hernach freilich fanden die Herren in den Kanzle.en Haare In der Suppe: der Bduernbonge! und adelig! Geht, wie luin hört, «elbst hinterm Pflug her und ackert Regenwürmer und Engerlinge aus der Erde! Auch bc«chiägt er Pferde. Sie verzögerten die Ausstellung. »Noch nicht geadelt?« fragte Cappaun die Burgl. »Sie zicien («ich, aber ich hetz' ihnen den Pa auf den Hals.« »Du, Pa, die Magnaten haben die Göchicht mit 'm Hennemann auf die gewisse lange Bank geschoben. Geh, tauch a wengerl anl Sag in der Ungarischeu zum Beispiel... na, «ag halt, daß Ich c'en Bauern heiraten will und mir na-tüilich viel daran liegt, einen von Stand zu ehelichen.« Sie lachte herzlich auf, well der »Pa« ein Gesicht schnitt wie Bruder Hanswurst im Kärntnertheater. Du wirst doch nel,,.?« fragte halb scherzhaft der »Pa«. »Bei mir kann man Im vorhinein nicht« wissen, wie dir doch geläufig ist, lieb-ater aller Väter. Aber vorderhand... deut's denen Herren nur einmal anl« In der Ungarischen Hofkanzlei lÄchelte Graf Immenhoff: »Meine Herren, aum Fall Hennemann hab' Ich zu bemerken ...« Am selben Tag noch legte man dem Kaiser den Entwurf zum Adelsbrief vor. »Jetzt erst? Man sündigt denn doch zu «ehr a conto meiner Uberhäufung! Der Bauer war euch wohl zu schlecht? Zumal er für mich gestritten hat, für seinen Kaiser, was meinen Magnaten freilich nicht in den lieben Kram paßt.« »Majestät geruhen ...« Der Kdisei winkte ab, »L.iß Bi an (len Baccho ins Banal (ichrcibcn, Plaiilu p ile, daß ich den Hennemaim sclun wilM Voraubqesetzt, daß er Zeil hat, IKitiem sind beschäftigter als liolriite. Uiul Rc. segeld anweisen!« * Der Oberstuhlrichter von Weifichei/ suchte den Bauern Jakob 1 Ifnneni.iiui auf. Er traf ihn — es war (legen AUeiid — am Brunnen, wo ei «ich einen Uiuiei kalten Wassers über Kopt und Um kon hatte gießen lassen nach tlee l agcs schwelBlreibendei Rackerei. »Was verschafft mit die thre?« »Herr von Henneiuanii, Seine ylor-reiche Majestät geruhten, Sie in den Adelsstand zu erheben Det Adi;lbbrief folgt.« Hennemann war überrascht. W^/u di>«'' Und nach so langer Zell? Aber er dankte »Seine Majestät geruhien zudem, den Wunsch auszusprechen, Sic in Wien zu sehen, Herr von Hennemann. vorau«ge setzt, daß Sie dafür Zeit haben, Herr von Hennemann Das Reisegeld ist angewie-•en, ich brachte es gleich mit.« Als der Beamte sich dienernd emj) fohlen hatte überdachte Hennenuiim d^r Geschehnis Er zuckte die Achseln Nach Wien reisen? von Temesvai fünf Taqe hin, fünf Tage zurück? Dazu den Auf enthalt in der Residenz? Am Anw'ben ging ja alles wie am Schnürchen, wob' wahr, auch tat der Vater seiner seligen Frau ihm gern den Gefallen nach dem Rechten zu sehen, 's Gretche Lind entwickelte erstaunliche IJiiKsichl. das !'e-lerle hatte sie zudem gern, und die M t-jestät .. Hennemann enlS(:bioß h rasch. Ja, ei wird nach Wien laliioii! MARBURGEK ZEITUNG Freitag, 9,Jun{ 1944 * Nr, IfSl ^ Seite 5 UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MA»iBURG-3RAU | 8URG-LICHTSPIELE -I IS 17 tO. 19 45 Uhr Fernruf 1219 Vcia fralliig, 9. bli Moiitng, 11. Juni Drei tolle Mädels CariMü Urthn, Lurle Giiglli;cli uml Flue von Mlillen-(lorfl üirnl cUs Uikühp. M.idel-Trin, d.n im VeiHin mit Jiihdnneii ttlemdnn, Grelh« Weliei unri einer lani|en ncr HoifprtctMt vursdiullt . I Or Jiiqi;ndllche iml«i 14 Jahren tvlrhl (iifieldinpitl Sonrlerverdiifliilliingcn; Simntitgvormitldq 10 Uhr, ^l^lntilq Dienstiiit und Mittworh um 12 4.5 Uhr: Mitrla HokI, Wtlly Früüih, lliins Moter und Theo l.lnqttn in der vnrlilmlen Operette von Johrtnn Slrduß- Wiener Blut Für JuqcndlUhe unter 14 Jdhrpn nirht zuq^lassiml F.S^PT.y^NAT^r S(1 IS 45 Uhl w In qenpr, Ivan l't-lrovlrh, Paul Rlchlfr und tdu Wesunt-r. FUr Jugendllth* nicht tiigelaüst'nl Von Dl«tn«lag, O. blt elnichl Donnaritag, II. Jnnl Soldaten Kameraden ntn mit Tlnl|.b Arthur Roberts, HerH Klrrhn^r, Han» Richter, Vera lldrtrqq, CJu^tl Stark' CitAttenhauar. — fflf Juyendllchu zugeUitenl Lichtso'clc Brunndorf Die Vorstellungen beginnen^ Montaq hl* Fmllng in.15 Uhr, Samitag 17, 19,15 Uhr, Sonntag 14.10, 17, l9 45Uht Freitag, Samitag, It. und Bonntag, II. Juni Fräulein Pioffmaiins Erzählungen Pflr i«gt>ndllrha luguUsaanl VoB Montag, 13. bla «Inichl. Donnaritag, II, Jual Menschen vom Variet6 Fdr Jogendttcba olrbt lugrlaisrnl Biir^-Lichtsniele C?lli 'rX'"'"'"" Kpleboilen! WorhRnt.nj» um IS und 20 10 Uhr, Sonn-und Pciptl^fi um !'■ :it tl.-.rltin. Mir Ju(|endlicho nhht zugeldskuiil Lirb^sDii^ltHeater CiiirUfeld Freitag, t., SaniN(af|. 10. und Kuiinl.inp II. Juni Das Bud auf der Tenne Bin Farlifilm iler Tobl* mit Ilel» lUnkenzellttr, Will Dohm, Hlr, AUlla Ililrt>lqet, Kiirl Miirlel u. «. Für Jugendllrho nicht ruqotiissi-nI Ton-Lichtspicle Sladtlheater Snl^lrett- P e M a II W 17 |«> i1 Hht i I1.imni.inn, K.ul ludwig Dlehl nd lUn» Stihnkir. — i'enie liiirli W.isrluirrk Muhik r.ibbrcnnrr. — I üi Juij**i*dlli lie nicht iugeld»sBnl i el 2* Pilmtbeater T^ü^or Splehelt! Wo 17 30. 19 45 Uhr, So l.S, 17 :t0 IQ 4S Uhi Trellag, M., Samsltiii lU, iiml Sonuiili), II. Juni Kinmal der liel)e Herrgott sein Für Junendll'bu nirhl inqulaskenl Lies Deine Zeitong täplicii! STAn i 1IIEA I ER M \KDi:KC.-Dr. S ü n n t f» q, den 11. Jimi — 20 Uhr im IlL:iMAI'BUNlj.SAAL Bunfer Abeiü d Vnrvpikruif tdttlic'h von —13 Ulir fln (Irr TluMlcrk.Ksst^i n'«tliihe Karlon 'in der Ahciulkdhso im HtMiniilliuiKlhdrii. Uelsen der \ ol/isfiihhniffsstdUe Mfirbury DrtUi lIiMilp, iMpit.ui, doli 9. Juni l'H4, mit rlem Hrviinn um l'l.'U) Uhr, im Stiril dor Volks-hilduiH|sslälto, Dompliit.'. 17; DIE R E 1 S E r 1 IM E : üt>iils( lilHtid krfii/. und Wiindfi wt'il des Ileltlii's Di'r farhiqii SpoiMItm; Mn'-i're Konniqe Welt — U'>lpr(iqrtiiniii Mit Hörorkcirle 50 Rpf, ohne Ilörnrkfirte 70 Rjif. — Diiiior: Riintl 1 'a SluiidtMi, Für Jucjendliclie zugelassfiil 2733 Kleiner Anzeiger Zu verkaufen .lunger Wolfshund zu verkaufen. Adr. in der «M. 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Suchen drinqend 2 Buchhal-tungskrüfte, welche in der La-qo sind, kleinere Anqpleaen-beiten nach qenatiet Anqabe selbständiq zu erlediqen. Eine davon kann auch Anfängerin sein. Außerdem suchen wir für unfiere Ciefolqschaftskllrhe eine t-IiUskraft und ein Stubenmädchen für Angestelltenzimmer, ^8 wollen sich nur jene mel den, welche die Freigabe durch Id« Arbeitsamt zugesichert hfl tien. 2Ü95-6 \ls zweiter Torliüter wird äl-erer Mann oder Invalide aufgenommen Selfonfnbrlk Lettner Äi Söhne Marburg/Dr., Schlacht-hofgasse 23 4460-6 Hausgehilfin, brav, zu drei Per sonen gesucht. Modesalon Tautz, Marburg-Drau, Hnrrengawe 8, Eingang Schwarzgasse 1. 4501-6 Zu vermieten (lUtgehendes Gasthaus Im Zentrum sofort zu vermieten Anfragen: Granitz, HerrengaMe 7, Marburg-Drau. 4532-7 Wo^n44 in der Geschäftsstelle der »Marhurrier Zeitunq« in Pettau, Unciartorrirtsse 272() Danksagung Geschciftszrihl A 92'44. Einberufung elne^ Erben, dessen Aufenthalt unbekannt ist. .Idseflne Blasinschek, Ltind- und CSastwirtin, Wdldegg 2, ist am 11 April 1944 gestorben. Eine lotztwillige Anoidnung wurde nicht vorgefunden. Die erbl, Söhne Stanislaus und Eduard Blasinschek, deren Aiilenthalt dem Gerichte unbekannt i«t, werden aufnefoulerl, sich binnen «ochs Monaien von heute ab bei diesem Gerichte zu melden. Nach Ablauf dieser Frist wiid die Verld&senscbdft mit den übrigen Erben und dem (ür di^ Abwesenden hestelltPii Kurator Herrn Fortunat Juwan, J A. des Gerichtes Windisch graz, abgehandelt werden 2720 Gericht Windlschgraz, am 5, Juni 1^44. Denken Si« daran — KLBIIME AI\ZEIGEN I haben in der MARBURGER ZEITUNG OWOSS«IV ERFOLG« I Für die innige .Anteilnahme an dem Aijlelien meiner lieben Frau ELLI RODOSCHEGCi geb. Sthossig, sowie für' di(4 ».dhlieiche Beteiligung din Rfgräbnisse und für die schönen Blumenspenden sptet he ir h meinen herzlichsten Dank aus. Insbeoondere danke ich Herrn Dr, Otmar Derniatsch ali Vertretsi der ZahnSrrtPSchnft ffli di« Beteiligung nm BrgrdhnlsM». Marburg Dr«u, 7, Juni 1»»^ ictzte Geleite, Besonders saqen wir ^lU n f-rounden und Bekannten für tlie vielen Kian/ und Blunieu^pen-den unseren innicisten Dank. 4''\S0 Marburq-Dr,, den R, Juni 1944 'amfl p (K'iOJ, Danksa^un^ü Für die iufrtchliqe Antetlnahiae und die vie en Kranz- niid Blumenspenden diiliiMich 'irt, hi bi i*.:/ liehen Verlustes unticirs inuMif.;(it'liei)hii micr-selzlichcn Sohnes, Brudeis, S(hw t u ul KURTL WEBER, hpiecho u h ciiit di"f."iu Wcue meinen iniiiqsleii Dank ans [nsiicsonufie liink-ich dem Kreislührer P(| Strc>b) liit die i'niic.l ml-Grabrede, dem Standai leniiihie '.bn duki SM;I'. Kohlbdcher, der 2. A, K Mii buKj S'.ifll sow e der qpsdmlen Wehrmfuinscluill Aii' b nt iioiieii Dank der Gefolnschait der \ DM Luttfali: i'.»»' Steiermark. Marburg, den 7, Juni 1944 Ftlumena Weber im Naint-n alle' ViMw-Tnd''n Schwei traf un« die .Nritb'.chl tDon .luanc, »Tod und Vcr-kläi iing "T'll Eiilr>nfpie'"ic>! ■ »Za^athn etra«, »Don Quixote«, »Ein Heldenloben«, »Sinfonia domestica« und »Eine Alpensinfonie« das Genre in vielfältigei Lichtbrechung zeigt, gab er der Formgattung die klassische Ausprägung. Entscheidend ist dabei, daß kraft einer eminenten Formbegabung und einer gesunden musikalischen Potenz der stoffliche Vorwurf jeweils sicher und restlos aufgesogen erscheint, womit das .Programm' im Grund entbehrlich wird und die Komposition als .absolute Musik angespio-chen werden kann. Bevor noch der Reigen i.ei byinpho nischen Dichtungen zum Abschluß gekommen war, versuchte sich dei Meister auch in der dramatischen Komposition. Hatte er sich in seinem Üiche-sterschdlfen gleich entschieden von dem Vorbild Liszts distanziert und sc'ii Ei-genprofil restlos zur Geltung gebiacht, so zeigte er sich in seiner Erstlingc,-oper »Guntram« noch deutlich im Banne des Wagnerschen Musikdramas. Schon in seiner »Feuersnot« kämpft aber eine aufgelockerte Schreibweise, die durch Volkslied- und Volkstanzelenienle Suk-kurs erhält, erfolgreich geqen Wagner-sches Pathos. Mit »Salome« hat sich der Bühnendramatiker Richard Strauß dann völlig selbst gefunden. Hier und in der folgenden »Elektra« stößt et bis an die äußersten Grenzen des Tonah-n vor. — Sein gesunder Musikerinstinkt bewahrt ihn jedoch davor, die naturgegebene Grundlage der Tonalität zu verlassen. Mit einer gewaltigen Expansion dei Orchestermittel geht eine kammerniusiVa-lische Durchleuchtung des Partiturbilde« Hand in Hand, die den Meister 7U-gleich neuen Zielen entgegenlührt Eine Art Wahlvnrwfindtschaft mit W A Mozart gibt dem Schaffensbild fortan ini-nii^r stärker das Gepräge. Der Stil sub-liiniert sich zum zarten Schönklanq und zur kamnierniusiUalischen Verfeinerung des vRnsenkdvalier«« und der »Ariad- ne«. Die Formen der italienischen Oper, , Recitativ, Arie und Ensemblestück, leben in moderner Sinngebung auf. Mehrmals klingt der giiechische Mythos I neuerdings an, in der »Ägyptischen Helena«, in Daphne« und dem noch nicht zur Aufführung freigegebenen Werke »Die Liebe der Danae«. In der Märchenoper »Die Frau ohne Schatten« scheint (\c SL;i von »Elektia und »Ariadne« zusanimeni.uf!ioßen. In »Arabella« entstellt ein Gegenstück zur wienerischen Komödie dos »Rosenkavaliers«, lu dei büigerlichen Komödie »Intelmezüo« und in cJi.'in Konversatioiisdlück für Musik »Capriccio« wird auf aparte Art das »\A Ol t-Ton-ProbleniA der Oper behandelt »Die schweig^jame Frau« musiziert im Geiste der opera buffa. »Friedenstag« findet die heldische Geste für einen Stoil aus dem Dreißigjährigen Krieg. Kommt in zahlreichen Opern des Meisters der Tanz bedeutungevoll zu Worte, so ergänzen zwei eigene Tanzspiele noch das vielfältige Bühnenschaffen: »Josephs Legende« und »Schlagobers«. Ausdruckstanz und Ballett kommen da gleicherweise zu ihrc?m Rechte. Dieses reiche Werk des Symphonikers und Musikdramatikers wird tortlaufend umrankt von rund 150 Liedern mit Klavier oder Orchester, die weiteste Ver-breaung fanden Kammermusikwerke, Konzertstücke, Einzelchöre und Vokalzyklen (»Deutsche Motette«, »Tageszeiten«) zeugen von der schöpferischen Vielseitigkeit des Meisters, der aber auch als überra^iende Dirigentenpersönlichkeit, als Verfasser einzelner seiner Operntexte, als Bearbeiter, Opernleiter, Förderer der beruflichen Interessen des ' Komponistenstandes tätig oder anregend eingriff und als Achtzigjähriger mit Stolz und Freude aul die unübersehbare Ernte seines an Arbeit und Erfolgen überreichen Lebens zurückblicken kann. Roland Tenschcrt Der Erbschleicher Herr Andersen, Seniorchef des gleichnamigen Werkes, saß an seinem Schreibtisch und zeichnete auf die Löschpapiei-unterlage ein Männchen. Neben dem Männchen errichtete er einen Galgen, und als auch der fertig war, hängte «r das Männchen graphisch daran auf. Darunter schrieb er: „Hansen". Dann warf er den Bleistift hin, blickte mit einem Auge nach der Tür und mit dem anderen nach der Uhr, die auf zwei Minuten vor elf zeigte. Um 11 Uhr erwartete er nämlich Jenen Hansen, der zwar arm war, aber seine Tochter Gerda trotzdem glücklich machen wollte. Von der heimlichen Verleihung hatte er erst gestern auf dem Umweg über seine bessere Hälfte erfahren. Oh, dieser Skandall „Herr Hansenl" meldete der Diener, und herein strömt« «In langaufgeschos-sener junger Mann. „Also, Sie sind der Vogel?" begrüßte Ihn der Chef des Hauses mit dem Ge-slchtsausdruck eines Löwen, der einen Igel geschluckt hat. „Hansen, nicht Vogel", berichtigte der Jüngling. „Es freut mich, daß Sie so fortschrittlich sind und mich gleich vorließen. Sie sind zwar noch ein recht rüstiger Mann, aber rasch springt der Tod den Menschen an —" „Herr", brüllte Andersen, „halten Sie den Mund und beantworten Sie mir die Frage: VVie groß ist Ihr Vermögen?" „Siebenuntiachzig Kronen", lispelte Hansen und senkte den Blick. „Aber das hat doch damit nichts zu tun —" „Hahlhoha-" wieherte Herr, Andenen. „Das hat ungeheuer viel damit zu tun, junger SSugllng. Oder glaüben Sie, Ich lasse mich bei lebendigem Leib erbbe-schlelchen? Mein unschuldiges Kind können Sie vielleicht verführen, Herr, aber mich nicht. Eine Chance gebe Ich Ihnen noch, bevor Ich Sie beim Fenster herauslasse: Sie unterschreiben hier die eidesstattliche Erklärung, daß Sie sich meiner Tochter Gerda nie mehr nähern werden. Dafür erhalten Sie diesen Briefumschlag mit fünftausend Kronen —" „Aber, Herr —" „Nichts Herr noch hlnl" überschlug sich die Stimme Andersens. „Unterschreiben Sie oder unterschreiben Sie nicht?" Der junge Mann kämpfte einen kunen aber heftigen Kampf mit sich, d«nn unterschrieb er und steckte rasch das Geld ein. Er mochte noch kelnA zwei Minuten aus dem Zimmer gewesen sein, da steckte der Diener den Kopf zur Tür herein: ,,Es möchte Sie schon wieder ein Herr Hansen sprechen 1" Da kam auch schon ein blondgelockter Jüngling ins Zimmer geschritten, trat vor den Schreibtisch, breitete die Arme aus und sprach mit silberheller Stimme; „Ich bin Gerdas helmlicher ßrftutlgam, Ich bitte um deinen Segen, mein teuerster Schwiegerpapal" Worauf Herr Anrtprsen mit einem Seufzer die Augen schloß, um sie erst wieder im blauen Zimmer der Nervenheilanstalt 7U öffnen. Der Agent Hansen aber von der Le-bensversirherungsgesell Schaft „Sterbe-froh" verbrachte seinen Urlaub im besten Hotel von Hornbäck. Ralph Urban Dürers Fahrt aul dem Main Im Sommer des Jahre« 1520 unternahm bekanntlirh Albrecht Dürer seine große Reise nach den Niederlanden. Am 12. Juli verließ er Nürnberg und fuhr von Bamberg den Main hinab nach Mainz und dann auf dem Rhein hl« Köln und setzte von dort ru Land die Reiee nach Antwerpen fort. Am 2. August traf er an seinem Ziel ein. Auf dem Main mußte Dürer an nicht weniger als 27 Mainzollstellen seinen Zollbrief vorzeigen. Dürer echreiht u. a. In eelneon Taqe-buch: »... Von Aschaffenburg fuhren wir nach Seligenstadt, von da nach Steinheim, dort wies Ich meinen Zollbrief vor, da Hefl man mich fahren und wir blieben bei Johanne« flu Groß-Steln-heim) Aber Nacht, der uns die Stadt aufsperrte und gar freundlich gegen un« war. Da gab Ich 16 Pfennige au«. Sodann fuhren wir am Freitag, 20. Juli, früh nach Kesselsfadt, Wer zeigte Ich meinen Zollbrief, da ließ man mich fahren.« Von Bamberg bl« Frankfurt zahlte Dürer dem Fährmann «echs Goldguldeii nach heutigem Grlde etwa fiO Mark. Kann man in der Antarktis leben? Ein Streit um Bodenschätze am Südpul England h.it mit ijroßer Heimlichkeit eine L'cpuHitiori in die Antaiktis tiusge-rüsU't, ci :• v;o:i.c|c'r wissenb(huis-zogen, um der sprühenden Fontane cles riesigen Wassertieres nachzujagen, man zeigte auf die kleine Gletscherinsel Südgeorgicn, wo 1500 Walfänger und eins europäische Frau leben, maa dacbla an Grytviken, wo die südlichste Kirche der Welt steht — zweimal In der Woche wird eine Leinwand vor den Altar gespannt, dann ist dort Lichtspielvor-führung — man erzählte von kleinen, nameniosen Felsinseln, wo Seeeleute in langen Pelzstiefeln wie zottige Eisbären einem Fußball nachlaufen, und die Amerikaner zogen schließlich Byrd zu Rate, den Hansdampf des Südpols, der dann seine .Meinung über die Erträglichkeit des antarktischen Klimas gegen schweres Geld an die »New York Times« verkaufte. Allerdings dürfte es mit dem Traumbild der amerikanischen Schwerindustrie: rauchenden Schornsteinen, spielenden Seilscheiben, Bcrg-werkstätlen Im ewigen Eis — noch gute Weile haben. Wenn sich auch kartographisch das Bild der Antarktis immer mehr entschleiert, so stehen die Wissenschaftler doch noch recht unschlüssig in den Spuren, die beherzte Forscher traten! besonders den Meteorologen dürfte der von gewaltigen Eisorkanen umtoste südlichste Punkt des Globus viele Rätsel aufgeben. Wichtige Ergebnisse aus dieser fichlimmsten Wetterküche der Erde brachte schon die Ritscher-Expedition mil, der es weniger darauf ankam, einer verschwommenen Jules-Verne-Vision nachzurennen und sich ausschließlich damit zu beschältigen, eine Flache von (iOUOOO Qu.iilratkilometern mit Haken-kieiizflaggen abzustecken, als vielmehr unserer jungen Walfang-Flolte die meteorologischen und nautischen Eifahrun-gen zu liefern, die notwendig waren zur erfolgreichen Jagd auf den »König des Metrsif. •