Ä'Ä«. MHk a A . iÄ»• »»-» «i. ,l. Mmitai. m v/w M H ^ r.I.r»„ ftc.tt, tntrrartai i«git»!«» H ■ H I ■ Bezugsbediaziuise» minur In ©ona-s.ftmi- ^ A ▲ ■ IM A ^ ▲ V r».q dt« v°» »-»«»«»: Me^|S|IWIIltfifT usHü M? in iiimm n ;ÄT;Ä ▼ ▼▼ ▼ | T ▼ ▼ ▼ V B ▼▼ 'ts&n««. at>tnM. . I W «Pltkttm Bboarcmtril HfrT-'o« »u» «tdiitkllua» Ar. ?Z | «giOt, Will,»och den 17. September 1913 38. Zaljrgaiig Drr wachsenile (Einfluß des Klrrikalismus tut Heere. DaS bischöfliche Konsistorium in Leitmeritz hat an die einzelnen Pfarrämter die Ausforderung ge-richtet, daß diese die für den 1. Oktober einberufe-«en Rekruten vor ihrem Einrücken zu sich berufen und auffordern, sie mögen ihrem kalholischen Glan» den treu bleiben und sich während der Dienstzeit stets gotteSsürchtig erweisen. — So melden die Tagesblätter. Uns nimmt das gar nicht Wunder, weiß man doch schon lange, woher der Wind weht. Eine immer mehr und mehr an Einfluß gewinnende Nebenregierung, deren Politik ein gewisser Beicht-vater leitet, macht sich schon längst auch beim Mi-litär bemerkbar. Recht bezeichnend für das Treiben der Klerikalen ist auch ein Vorgang in Nordböh-men, im Rumburger schwarzen Winkel, über welchen daS „Rumburger Tagblatt" wie folgt zu berichten wußte: Klerikal gedrillte Rekruten! Offen oder ver-stöhlen drückte dieser Tage mancher Pfarrer oder Kaplan den angehenden Rekruten ein blaue« Flug-Matt in die Hand, das da einladet: „?luf nach Filippsdorf bei GeorgSwalde zum RekrutenkurS!" Anfang am 13. Teptentter, abends 8 Uhr, Schluß Tienstag, 16. September, und dann fortfährt: „Burschen! Rekruten! Der Kaiser ruft euch. In lonngen Wochen werdet ihr als Soldaten dem Vater« lande dienen. Ihr werdet als Soldaten ausgebildet }ui Verteidigung des Vaterlandes. Ihr tretet von nra an unter die mutigen Kämpfer für Thron und Altar, für Friede, Ruhe, Ordnung im Lande. Ein hoher, heiliger Beruf! So hoch und heilig, daß un» fere gläubigen Vorfahren aus der Tiefe ihres Glau-benS heraus über den Militärdienst das schöne Wort zesprochen haben: „Fahnenruf ist GolteSruf!" Ihr könnt euch mit Recht freuen, des Kaisers Rock bald tragen zu dürfen. Vieles könnt ihr in der Kaserne für euer späteres Leben gewinnen. Ihr könnt dort au Leib und Seele erstarken. Als Soldaten müßt ihr gehorsam, gewissenhaft und pünktlich im Dienst fein. DaS geht nicht ohne Selbstüberwindung und (Rachdruck verböte«.) Die sehte Aose. Novellette von R. Ziegel. Im Stiftsgarten blühten die letzten Astern und killige späte Rosen. Herbstmorgennebel und traumhafte Stille lag dbcc dem großen, gepflasterten Stiftshofe, ans dem lür an Tür die Wohnungen der Stiftsdamen mün-beten. Eines der kleinsprossigen Fenster ward jetzt ge» Sffnet und ein feines, noch jugendlich anmutiges . Frauenantlitz erschien im Rahmen. Die dunklen Lugen, die in den Morgen spähten, mußten sehr schön gewesen sein, bevor Leid und Sorgen sie ge-■t , Die Hand, die jetzt den Vögeln Futter streute, trug keinen Ehering. Plötzlich hob die Vogelfteundin lauschend den Kops — unter dem großen, altersgrauen Tor ward lia Schritt laut. Gleich darauf war das Fenster leer — eS hatte an die Tür geklopft. Ein Mann in Dienstkleidung stand draußen. „Sie sind Fräulein Helene Engelmann?" fragte er höjlich. Und als diese nickte, fuhr er fort: „Der Herr Stadtrat Weil schickt mich. Sie hatten den Herrn Stadtrat schriftlich gebeten um Zuwendung niiiS Testamentes." „So ist «S. Bitte trete« Sie ein." Selbstbeherrschung. Willensstärke sowie Ehrenhastig-keit und männlicher heldenhafter Sinn (aber gewiß kein Klerikalismus!) ziert den deutschen Jüngling. Als Soldaten werdet ihr gewöhnt an stramme Hal-tung, Reinlichkeit (!) und Abhärtung. Damit ihr den rechten Begriff vom christlichen Soldaten be-kommt, darum findet der RekrutenkurS statt. Große Gefahren bedrohen draußen in der Welt euren christliche» Glauben und eure Tugend und damit euer ganzes LebenSglück. Schlechte Menschen, selbst unter euren Kameraden, werden ausgehen, durch un-gläubige, sittenlose Reden, durch böses Beispiel und Verführung euch an Leib und Seele zu verpesten!! (Brrr!!) Die Lockungen der städtischen Vergnügnn-gen (mit 12 Heller in der Tasche!) werden euren Charakter nicht selten auf harte Proben stellen. Deshalb braucht ihr auch nicht mutlos zu werden und zu verzagen. Die Militärzeit geht vorüber mit all ihren Schwierigkeiten. Damit ihr nun diese Ge-fahren besteht und jeder von euch gläubig und sitt-lich gut nach zurückgelegter Dienstzeit wieder ins Elternhaus zurückkehrt, wo ihr Vater und Mutter verlassen (damit wir euch als dumme klerikale Schaf-lein auch weiter behalten oder gewinnen), darin» findet der RekrutenkurS statt. Ein Priester wird euch in Vorträgen über Sittlichkeit, Charakterstärke und Religion Anweisung geben, wie ihr beim Mi-litär an Seele und Leib gesund bleiben könnt. Ein Ossizier (hört!!!) wird euch belehren, wie ihr über die dieustlichen Schwierigkeiten der Rekruten- und Militärzeit leichter hinwegkommt. (Also eine Re-krutenabrichtung im Kloster! Diesen Klosterleutnant müßte man sich ein wenig näher betrachten!) Darum Burschen! Rekruten! Auf iuS Redemploristenkloster noch Philippsdorf zur Teilnahme an dem Rekruten» kurfe, der am 13. September abends 8 Uhr an-fängt und am DienSlag den 16. September schließt. Die Tage bei der MuttergotteS am Gnadenorte Filippsdorf werden euch unvergeßlich sein." Und jetzt die Kostenfragen. Da heißt es: „Wohnung und Verpflegung im Redemptoristenkloster. Was kostet es? Nichts, nur ein herzliches VergeltSgott und eine brave Aufführung im Kloster." — Nun, strömt herbei ihr Kriegerfcharen! Habt acht! Abteilung marschieren! Direktion Klosterpforte in Filippsdorf! Der Mann folgte der Stiftsdame in das kleine, peinlich saubere Stübchen, dessen schöne, alte Möbel verrieten, daß die Bewohnerin emst bessere Tage ge« sehen. Ein Ausatmen der Erleichterung hob Helene Engelmanns Brust. Der Ankömmling bemerkte es und es ward ihm daher schwer zu sagen: „Der Herr Stadtrat bedauert sehr — leider aber kann er Ihre Bitte nicht erfüllen, eS ist schon alles vergeben. Doch hat er Sie vorgemerkt, — sobald ein Testament ftei kommt, eine der Empsänge-rinnen stirbt — Eine Handbewegung unterbrach den Sprecher. „Ich wünsche allen ein langes Leben. Reden wir nicht mehr davon," stieß die SliftSdame hervor. „Das ist sehr edelmütig gedacht, Fräulein En-gelmann. Aber gewiß kommt es Ihnen doch schwer an, daß eS vorläufig nichts damit ist." DaS feine Frauenhaupt hob sich in stolzer Ab-wehr. Trotzdem kam es zurück: „Allerdings, sehr schwer." „Für diesen Fall hat mich der Herr Stadtrat beauftragt, Ihnen anzuempfehlen, sich mit einer Bitte um Hilfe an einen unserer reichsten Mitbürger zu wenden —.* Die Zuhöhrerin fuhr sich mit der Hand über die Stirn, hinter der sich die Gedanken qualvoll jagten. Ob sie diese Demütigung ertragen würde? Aber welcher Ausweg blieb ihr sonst? Drei Tage Einzelausbildung nach Roms Reglement, Psalmen und Klostersuppe und dann für Altar und Seelenheil in die Kaserne! Ein deutscher Jüngling wird auch ohne Klosterdrill und Heuchelei seinen militärischen Verpflichtungen zu entsprechen ver-mögen. Was das bedrohte Seelenheil aber betrifft, so muß wohl die Sittenlehre tiefer eingepflanzt liegen, als sie ein klerikaler Moralprediger aus Filippsdorf in drei Tagen zu lehren vermag. Zur Geschichte des slowenischen Gyninnsinms. Die Grazer Tagespost veröffentlicht einen Auf« satz „Zur Entwicklung des slowenischen Mittelschul-wefens, den wir hier zum Abdruck bringen, da er von geradezu dokumentarischer Bedeutung ist. Eft heißt darin: Durch die Zusicherung der Errichtung eineS vollständig slowenischen Staatsgymnafiums in Görz haben die Slowenen ein Ziel erreicht, daS sie durch mehr alS 50 Jahre anstrebten. Schon im Jahre 1866 forderte der Slowenensührer BleiweiS im kral» nischen Landtage die teilweise Einführung der flowe-nischen Unterrichtssprache an den Mittelschulen der» art, daß die Hälfte der Lehrgegen stände in deutscher, die Hälfte in slowenischer Sprache vorgetragen wer« den sollte, sein Antrag wurde jedoch mit 18 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Im Jahre 1867 wurde der Antrag, eS möge der Unterricht an den Mittelschulen zur Hälfte in deutscher, zur Hälfte in slowenischer Sprache erteilt werden, neuerdings eingebracht und im Jahre 1868 angenommen. Die Regierung ver» hielt sich jedoch ablehnend. Sie vertrat nämlich die Ansicht, daß der Untericht an den Mittelschulen nur in einer Sprache erteilt werden könne, und stellte die Errichtung von Parallelklassen in Aussicht. Dem» gemäß beantragte Abgeordneter BleiweiS am 8. Oktober 1869, die Regierung zu ersuchen, an allen Mittelschulen in Krain die slowenische Unterrichts-spräche einzuführen und am Laibacher Gymnasium, wenn nötig, deutsche Parallelklassen einzurichten. Auch „— Und zwar an den Herrn Kaufmann Bruno Hillmann," schloß der Mann. Was war? Das Gesicht der Stiftsdame halte sich glühend gefärbt. Als wünsche sie die Unter» redung beendet, erhob sie sich und sagte hastig: „Ich lasse dem Herrn Stadtrat für seinen für« sorglichen Rat danken, vermag ihn aber nicht zu be» sorgen. Ich — ich werde — noch einige — von meinen Möbeln verkaufen — damit mir helfen.. Die Nebel waren gesunken. Matte Sonnen» strahlen tanzten mit dem Wind über die Asterbeete im StiftSgarten hin. Rotes, fallendes Laub kräu-felte sich im Lusthauch und über den Rosenbaum hin, an dem blasse Knospen langsam sich erschlossen, schwebten die Fäden des Altweibersommers .. . Helene Engelniann stand vor dem Rosenbaum im Garten, die Spuren vergossener Tränen noch an den Wimpern. Gedankenschwer hing ihr Blick an den letzten blassen Rosenblüten. „Du bist gerächt, Bruno Hillmann ..." flüsterte sie nnd wie vorhin, als der Mann diesen Namen genannt, färbte» sich ihre Wangen. Die Wucht des Schicksals, das sie erfahren, überwältigte sie von neuem, und mit dem Namen, den sie heute nach langer, langer Zeit wieder nen-nen gehört, mit den blassen Rosen hier, trat die Vergangenheit wieder vor sie hin: Das gastfteie alte Patrizierhaus der Engel» manns war so recht der Sammelpnnkt froher Geselligkeit. Fest reihte sich an Fest, so wie es der Seite 2 dieser Antrag fand nicht die Billigung der Regie-rung, deren Vertreter erklärte, daß der slowenische Unterricht erst dann möglich sei, wenn die ersorder-lichen Lehrkräfte und Lehrmittel zur Verfügung stün-den. Im Jahre 1870 wurde der Antrag neuerlich angenommen. Unter der Regierung des Grasen Ho-henwart wurde den slowenischen Wünsche» in weit-gehender Weise Rechnung getragen. DaS Unterrichts-Ministerium beaustragte dann den krainischen Landes-schulrat. ein Gutachten über die zweckmäßigste Lösung der Sprachenfrage an den krainischen Mittelschulen auszuarbeiten. Der Landesschulrat sprach sich für die Utraquifierung deS Unterrichtes an sämtlichen Mit-telschulen KrainS aus, lie mit dem Mmlsterial-erlasse vom 8. Oktober 1871 in der Tat verfügt lebenslustige Hausherr liebte und der altererbte Reichtum der Familie es erlaubte. Als gar Helene, das einzige Kind ihrer Eltern, in Zugend und Schönheit erblühte, da gingen die Wogen der Lust immer höher, so daß der alte, stolze Patriziermann immer mehr in den Mund der Leute kam. Man begann die Ueppigkeit der EngelmannS zu tadeln; aber der Neid war noch größer als der Tadel und jeder schätzte sich glücklich, dem eS vergönnt war. Gast deS Hauses zu fein. Bei so ausgedehnter Gastfreundschaft kommt eS wohl vor, daß 'mal ein anderes Element mit hinein-gezogen wird. Bruno Hillmann, der Sohn eines armen DorfschullehrerS. aber durch fein eminentes kaufmännisches Talent trotz feiner Jugend bereits angesehen in KausmannSkreisen und Prokurist eines großen HandelShauseS, wußte die Ehre zu schätzen, als sich ihm die Türen des alten Patrizierhauses ösfeten. Doch nicht der Glanz deS alten Hauses war eS, nicht feine üppige Tafel, feine rauschenden Feste, eS war des Hauses größter Schatz, der ihn unwiderstehlich dorthin zog — Helene. Sie war stets freundlich, wenn sie ihn sah, aber sie war eS zu jedem der Gäste. Und wie sollte sie auch nicht, besaß sie doch alles, waS ein junges Herz sich wünscht, und — sie liebte. Seit kurzem machte ein junger, vornehmer Brasilianer von bestechender Persönlichkeit. Furore in den Salons. Bald war es ein offenes Geheim-nis, daß Sennor Pedro Santos sich um Helene erforderlichen Lehrbücher ein. In den Jahren 1894 und '.895 war die Angelegenheit abermals Gegen^ stand der Beratung im krainischen Landtage. Auf das Ansinnen, schon im Schuljahre 1896/97 in der fünften Gymnasialklaffe für die Gegenstände Reli-gionSlehre, Latein. Mathematik und Naturgeschichte den slowenischen Unterricht einzuführen, erklärte der Landespräsident Freiherr von Hein in entschiedener Weise: Die Vorbedingung für die Einführung der slowenischen Unterrichtssprache für die genannten Gegenstände sind die nötigen Lehrbücher in sloweni-scher Sprache. Solange diese Borbedingung nicht ge-geben ist, ent'.ieht sich die ganze Frage jeder Erör-terung. Solange keine Bücher vorhanden sind, sehlt für die Einführung der flowenischen Unterrichtssprache die physische Möglichkeit Man schaffe zuerst die nö-tigen Bücher, dann erst läßt sich über die Sache weiter reden. Auch in den Jahren 1898 und 1900 beschäftigt- sich der krainische Landtag mit der Angelegen-heit, allein der Ersolg. die Schaffung slowenischer Lehrbücher, blieb auS. Erst als der Verein der slo-wenischeu Mittelschullehrer im Jahre 1906 die Sache in die Hand nahm, kam man dem Ziele näher. Eine Reihe von Profefforen, die zu diesem Zwecke deur-laubt wurden, widmete sich der Uebersetzung und Ausarbeitung slowenischer Lehrbücher und schon am 25. Oktober 1907 wurde vom Ministerium die Be-willigung zur allmählichen Einsührung der sloweni-schen Unterrichtssprache für alle Gegenstände, auSge-nommen den Unterricht in der deutschen Sprache, in Geschichte, Geographie und Mathematik, erteilt und im Jahre 1911 auch für den Unterricht in der Ma-themalik das Slowenische zugelassen. Es fehlte also zum vollständigen slowenischen Gymnasium nur ein Schritt: die Slowenisierung des Unterrichtes in Geographie und Geschichte. Dieser Schritt wurde in Görz getan und eS unterliegt keinem Zweifel, daß auch die für slowenische Schüler bestimmten StaatSgymnasien in Krain in Kürze ebenfalls mit vollständig slowenischer Unterrichts-spräche ausgestattet sein werden. Diese Darstellung zeigt, daß die Einsührung der slowenischen Unterrichtssprache an den Gym»a>ien nicht wie die Slowenen behaupten, durch die Regie-rung verhindert wurde, sondern durch die Unzuläng-lichleit der slowenischen Sprache, die ein halbes Jahr-hundert Entwicklung bedürfte, damit man sich ihrer bei der Verfassung der Gymnasiallehrbücher bedie-nen konnte. Man kann daraus ermessen, wie viel Zeit die slowenische Sprache noch brauchen wird» um sür den wissenschaftlichen Unterricht an einer Hoch-schule reif zu fein. So weit die Tagespost. ES blieb »och hinzu-weisen auf die jämmerlichen Erfolge der bestehenden slowenischen Gymnasien beziehungsweise Untergymna-sien, die ein ganz unbrauchbares, wertloses Schüler» Material abgeben. Die Errichtung ganz slowenischer Gymnasien kann aber sür den öffentlichen Dienst nicht gleichgiltig sein. Sie werden zu Hunderten Leute in die Aemter wersen. die der deutschen Sprache auch nicht zum Allernotdürstigsten mächtig sein und dadurch den letzten Rest an Geltung der deutschen Engelmann bewarb, daß sie sich liebten — glühend liebten. Der zuletzt davon ersuhr — Bruno Hillmann — allein wollte eS nicht glauben. Jedensalls aber diktierte ihm sein Herz, nicht länger die Ungewiß-heit zu ertragen, fondern die Entscheidung herbeizu-führen. Es war an einem Tag im Herbst. Nebelduft und Blätterfall; im Engelmannfchen Garten blühte die letzte Rofe. Bruno Hillmann war gekommen, der Familie mitzuteilen, daß er im Auftrage feines Chefs dem-nächst nach Boston übersiedeln werde. alS Filial-leiter eines großen JmporthauseS. Das Ehepaar Engelmann war gerade nicht daheim, nur Helene anwesend. Ein Zufall, den Bruno Hillmann in jenem Augenblick der Vor« sehung glühend dankte. Seite an Seite schritten sie durch den herbst-lichen Garten. Bor dem Rosenbaum, mit seiner letzten Rose, blieb Hillmann stehen. Aus die Rose deutend, sprach er, und seine Stimme bebte: „Vielleicht ein unverschämter, aber jedenfalls ein redlicher Mann, dessen heißeS, starkes Herz für Sie allein schlägt, Helene, bittet Sie, ihm diese Rose zu schenken als Zeichen Ihrer Gegenliebe." Sie war zurückgewichen. Stolz und Empörung malten sich auf ihrem schönen Gesicht. Er sah eS, sah eS verzweifelnd, fuhr aber trotzdem hastig fort: „Meine Stellung in Boston ist eine glänzende. In Nummer 75 Sprache auS den Aemtern einzelner Gegenden be-feitigen werden. Aus diesen Gründen ist eS notwendig, daß unsere maßgebenden Faktoren ihr volle» Augenmerk aus die Mittelschulpolitik der Regierung lenken. Polnische Rundschau. Grohkroatien. Ein aktiver Politiker der kroatischen Recht»-partei bespricht in einer im Wiener Adriaverlage erschienenen Schrift die kroatische Frage. Er be-zeichnet sie als den Kern der südslawischen Frage. Die dualistische Verfassung müsse beseitigt werden: „Niemand mehr wird imstande sei», das kroatische Volt mit dem bestehenden System auszusöhnen, auch nicht durch Anwendung der gewalttätigsten Mittel. — Ein neuer Geist, der Geist der Freiheit, de» Selbstbewußtseins, ist in die Südslawen gekommen. Die Kroaten und Serben der Monarchie sind lief überzeugt, daß sie ihr Ringen nach nationaler Ver-einiguug und Freiheit mit tatkräftiger Unterstützung der Slowenen zum Siege führen muß. Unsere Ler-einigung ist nicht mehr ein Traum der weiten Zu-kunil; sie wird früher oder später ins Leben treten, sei e» nun innerhalb der Habsburgischen Monarchie oder außerhalb derselben, mit ihrer Hilse oder gegen ihren Willen. — Die Vereinigung aller Länder der Monarchie, in denen Kroaten, Serben und Slowe« nen leben, zu einem StaatSgebilde mit kroatischem politischen Charakter ist eine Notwendigkeit, da an die Seite eines Großbulgariens und Großserbieu» ein Großkroatien gestellt werden muß Diese« ze> einigte Königreich Kroatien wäre mit der Gesamt-Monarchie durch die Person des Königs sowie durch jene gemeinsame Angelegenheiten verbunden, welche die Volksvertreter als solche bezeichnen würden, etwa: die Armee und Marine, da» Geld- und Zoll-wesen, auswärtige Angelegenheiten und anderen. Von einer noch größeren Bedeutung für die Mo-narchie wäre es, wenn an die Spitze dieses Staats gebildes ein Mitglied deS Habsburger Hauses ge< stellt würde. — Vor nicht ferner Zeit erschien diese» Programm als eine Utopie, heute ist diese Utopie von gestern nunmehr die einzige reale Möglichkeit, die südslawische Frage zu lösen. — Gewisse Fak to«n sind der Meinung, daß dieser Prozeß durch die sogenannte streng katholische Bewegung aufge> halten oder aber doch paralysiert werden könnte. Auch diese Meinung ist trügerisch, denn gerade diese neuere katholische Bewegung in den Ländern i« Süden hat mit den früheren katholischen Bewegn»-gen wenig gemein. Der Katholizismus der Devise ,.aula est pro nobis" ist in unserem Süden ganz im Verschwinden. Heutzutage verteidigt auch der be-geisterte Katholik ruhigen Gewisjens Personen wie Jukic, Dojcic." (Die bekannten Agramer Attentäters Diese Stichproben genügen, um darzutun, daß die großkroatische Bewegung ebenso wie die großsfrbiiche mit dem ausrechten Bestand der österreichisch-unzari-schen Monarchie unvereinbar ist und ihr ans Lebm greift. Bälde werde ich soweit sein, meiner zukünftige» Frau ein schönes, gesichertes Leben bieten zu können. Helene — alles. was groß und gut in mir ist. jeder Herzschlag, gehört ihnen. Geben Sie mir ei> liebes Wort mit übers Meer." „Ich gab Ihnen niemals Veranlassung, solche» zu hoffen, Herr Hillmann," hatte sie ihn da nater-brochen, noch immer empört über feine „Anmaßung". „Ich habe für Sie nur eine Antwort: ich liebe einen anderen." Hart und kalt und seelenlos hatte es geklioi-gen. So waren sie geschieden. Und dann war das Schicksal gekommen — da» strasende Schicksal, wie Helene sich später in schfa»' merlosen Nächten vorgesagt. DaS plötzliche Fallissement eines großen Sank-Hauses, das viele Familien inS Unglück stiirzic, brachte auch über die Engelmanns den Ruin. lie Eltern überlebten den Sturz nicht lange. Der Bra-silianer Pedro SentoS aber verließ, nachdem dat Unglück bekannt, heimlich die Stadt. Helene, ver« lassen, verarmt und bemitleidet, flüchtete nach i>ta Tode der Eltern zu Verwandten. Doch das Gnade»' brot ißt sich schwer und man erleichterte e» ihr nicht. Die Gaben, mit denen sie einst in der Gesell-schaft geglänzt, aber erwiesen sich im praktisch» Leben als wertlos. So schlichen die Jahre in Erbitterung urd aufreibendem und doch erfolglosem Kamps mit m Leben. Manchen Erwerbszweig hatte sie versucht. wurde. Doch dauerte dieser Zustand nicht lange, denn der Erlaß wurde schon am 20. September 1873 wieder aufgehoben. Als Begründung dieser Maßregel wurde .der nahezu gänzliche Mangel an Schul- und UebungSbüchern für den Unterricht mittels der slo-wenischen Sprache" angegeben. Bemerkenswert sind auch die weiteren AuSsührungen deS Erlasses; „Hinzu kommt, daß der Mangel an Lehr- und HilsSbüchern sowie an anderen Lehrmittel» sür den Mittelschul-unterricht mittels der slowenischen Sprache weitaus nicht so rasch und vollständig behobeu wurde, als seinerzeit in Aussicht gestellt worden war. BiS die-feS Grundgedrechcn behoben ist, erscheint die sonst Nächstliegende Abhilfe der bestehenden Uebelstände, die Errichtung eigener Anstalten mit ganz deutscher und anderer mit ganz slowenischer Unterrichtsiprache unmöglich. Der Zeit und der geistige» Anstrengung de« slowenische» Volkes ist eS anheimgegeben, an der Hand der Anregung durch das deutsche Kulturleben jene Unmöglichkeit in kürzester Frist zu beseitigen." Zugleich wurde die Einführung slowenischer Paral-lelklasse» an dem Unlergymnasium in Aussicht genommen. Um dem Mangel an slowenischen Schulbüchern abzuhelfen, wurde dem krainischen Landesausschusse in der LandtagSsitzung vom 9. Jänner 1X74 ein Betrag von 10.000 Gulden zur Verfügung gestellt, um damit die Herausgabe slowenischer Lehrbücher zu fördern. Die erste Frucht dieser Bemühungen war die Herstellung einer lateinischen Grammatik und eines lateinischen Lesebuches für die erste und zweite Gymnasialklasse. Im Lause der folgende» Jahre wurden slowenische Lehrbücher für die meisten Lkhrgegen > stände deS UntergymnasiumS beschafft, nur daS Grie» chifche mußte von der dritten Klaffe an mit Hilfe deutscher Bücher gelehrt werden. Um auch den Un-terricht im Griechischen in slowenischer Sprache zu ermöglichen, bewilligte der krainische Landtag im Jahre' 1884 dem LandeSausschusfe einen Kredit von 1000 Gulden mit dem Auftrage, für die von Pro-fessor Suman in slowenischer Sprache verfaßte grie-chische Grammatik einen Verleger zu finden. Nun begannen die Vorbereitungen für die Ein-führung deS slowenischen Unterrichtes in den oberen Klaffen deS Gymnasiums. Im Jahre 1890 räumte der Landtag dem LandeSausschusfe einen Kredit von 2000 Gulden zur Förderung der Herausgabe der Nummer 75 Slawisch radikale Dorstöhe in Bosnien. Die MehrheitS«(Koalitions-)parteien im bosni-schen Landtag haben sich auf ein gemeinsames Pro-giamm geeinigt, das Kroaten und Serben einschließlich der orthodoxen Muselmanen als ein Bolk be» zeichnet und folgende Hauptforderungen enthält: Serbokroatische Amtssprache, volle Autonomie Bosnien« unter gänzlicher Beseitigung jedes Einflusses der österreichischen und ungarischen Regierung, Aus-dehnung der Kompetenz des Landtages auf militari-schc Angelegenheiten und auf den Abschluß von Handelsverträgen, vollständiges Budgeirecht, Erwei-ternng der Immunität und des JnterpellationS» rechte«, Reform der Wahlordnung auf iuterkonfes-sivneller Grundlage und endlich kein ernanntes, son-dern gewähltes und von der Krone bestätigtes Land-tagSpräsidium. DaS neue Programm der „gemäßigten" bosnischen LandtagSparlei ist radikal-demokra-tisch, bewegt sich in der Richtung voller staatSrecht-licher Selbständigkeit Bosniens >m Sinne der Zn-sammeiigehörigkeit aller Südslawen und strebt par-lamentarische RegiernngSformen an. — Ganz abgesehen davon, daß schon deshalb dieses Programm sich mit der Existenz der Monarchie nicht verträgt, ist es auch sür die bvSuischen Parteien unbrauchbar. Soeben wird auS Agram gemeldet, daß sich in Kroatien für 300 ^ausgeschriebene Bolksschullehrer-ftellen nur zehn Kandidaten meldeten. In Bosnien wirb es naturgemäß nicht viel besser stehen und darum bedarf es wohl wehr guter Lehrer als Ab-geordneter und mehr gnte Schulen als Redeparla-«rnte. Allein die Südslawen glauben, daß aller Fortschritt nicht in Wissen und Bildung, sondern in der Erhaltung parlamentarischer Demokratie be-griffen sei, damit »hre nächsten Ziele nicht im Staate liegen und sie durch die parlamentarische Demokratie ihre staatliche Selbständigkeit zu erringen hoffen. Aus Stadt und Land. Familiennachrichten. ^Der Oberleutnant« Rechnungsführer Herr Emanuel Huber im 87. In-santnieregimente hat sich mit Fräulein Elfe HaaSz von Grünnenwald vermählt. — Heute fand hier die Vermählung des Fräulein Mitzi Jellenz mit Herrn Eamillo Miheljak, Südbahnasustenten in Sagrado, statt. vom Steiermärkischen Landesschul rate. Der steiermärtische Landesschulrat hat am IZ. d. ernannt: Die Lehrersupplentin in Thesen, Fiiedmke Griletz, zur definitiven Lehrerin in Geist-toi; etn definitiven Lehrer in Rothwein, Max Anletz, zum Lehrer in Geisttal; den provisorischen Lehrer in Doberna, Johann Zagazen, zum definitiven Lehrer; die provisorische Lehrerin in St. Paul bei Pragwald, Hildegarde Sadnik, zur definitiven Lehrerin; die provisorische Lehrerin in Franz, Amalie Zejovsek, zur Lehrerin in Greis; den definitiven Lehrer in MonSberg, Anton Kozuh, zum Oberlehrer in tornaui den definitiven Lehrer in St. Beil bei aber es war, als hefte sich das Unglück an sie fort und fort, — nirgends hatte sie Ersolg. Als ihr schließlich eine Freistelle in dem Frauenstift ihrer Balerstadt angeboten wurde, nahm sie diese dankbar an. Ihr Stolz lag ja gebrochen und sie war müde geworden im Existenzkampf, und dies war ein siche-res Plätzchen. Um die Mittel zur Absolvierung eines LehrkursuS zu bekommen, hatte sie den Stadt-rat um Zuwendung eines Legates gebeten. Und nun? Nun halte das Schicksal den letzten Trumpf ausgespielt — man hatte sie an Bruno Hillmann gewiesen, den Mann, an den sie so manches Mal in Scham und bitterer Reue gedacht. .. Unvermählt war er geblieben und nach Jahren liier ia seine Heimatstadt zurückgekehrt. Seine Ge-suadheit sei erschüttert, sagte man, und er sei ein Wohltäter, ein großer Wohltäter der Armen. — »Du bist gerächt, Bruno Hillmann ..." flüsterte die Sinnende abermals. Ltise strich ihre Hand über die blassen Rosen und wie ein Hauch kam eS von ihren Lippen: „Zu spät..." Es war einige Tage darauf, als eine Mit-genvssin des Stiftes hei Helene Engelmann eintrat, die Morgenzeitung in der Hand. «Der Tod ist wieder einmal an die unrechte Tür gekommen," sagte die Dame. „Im besten Man-Malter ist plötzlich einer unserer angesehensten Mit» dürger gestorben. Ein Mann, der eS durch eigene Lraft zu großem Reichtum gebracht hatte und der ßtedfifr* MmtzK Pettau, Karl Sorec, zum Oberlehrer in Sela; den definitiven Lehrer in Zirkovetz, Karl Planer, zum Lehrer in Riez; den provisorischen Lehrer in Lutten-berg, Johann Baukart, zum definitiven Lehrer. Ber» setzt wurde: die definitive Lehrerin in Tüchern Bik-toria Flerv-Kosi »ach Letusch. Der gegenseitige Dienst-postenaustausch wurde bewilligt: den definitiven Lehrerinnen Therese Cvar in Trennenberg und Marie Jelorsek Hili in Wisell. Der erbetene Austritt aus dem Schuldienste wurde bewilligt: de, definitiven Lehret in in Letusch Frieda Zmerzlikar. — In den dauernden Ruhestand wurden versetzt: der zeitlich pensionierte Oberlehrer in St. Peter i. S. Martin Leitinger: die zeitlich pensionierte Lehrerin in St. Marein bei E. Marie Ferlinc; der definitive Lehrer in Pettau Sebastian Krajnc. Die Anerkennung wurde ausgesprochen der Arbeitslehrerin an den beiden Volksschulen in Tüffer Anna Amon. Neuer givüingenieur für das Forstwesen. Der k. k. Forstrat i. R. Herr Franz Donner wurde als ZivilingenieUr sür daS Forst-wesen mit dem Wohnsitze in Cilli autorisiert nnd hat den Diensteid abgelegt. Veränderungen im Personalstande der Südbahn. Ernannt wurden: zu Verkehrs-kontrolloren: Feigel Alois, Oberrevident beim Be» triebsinspektorate Wie», als Berkehrskontrollor zum Betriebsinspektvrate Klagensurt; Dr. Daser Maxi-milian, Bahnkommissär beim BetriebSinspektorate Graz, als Berkehrskontrollor beim Betriebsinspekto-rate Trieft; zu Stationschef»: Gnezda Johann, Oberrevident in Laibach, zum Stationschef von AdelSberg. — Berfetzt wurden: Burger Hugo Rit-ter von, Oberrevident und Berkehrskontrollor beim BetriebSinspektorate Graz (exponiert in Cilli), expo-niert nach Brnck an der Mur; die Stationschefs: Cvek Franz, Oberrevident und Stationschef in Adels-berg, als Stationschef nach Abbazia-Mattuglie; Fa-bianich Nikolaus, Resident und Stationschef in Ab-bazia-Mattuglie, als Stationschefstellvertreter nach Trieft; Maier Karl, Revident und Stationschef in Mitterdorf, als Revident nach Marburg-Hauptbahn-Hof; der Oberrevident Sekner Friedrich von Matz-leinsdorf »ach Marburg-Hauptbahnhof; der Adjunkt Knöbl Franz von Wiener-Neuftadt nach Graz - die Assistenten: Muzikant Alois von Brück an der Mur nach Graz; Egger Heinrich von Marburg Haupt-bahnhof nach Bozen-GrieS; Drovenik Theodor von Marburg'Kärntnerbahnhof nach Laibach; Heil AloiS von Wartberg-Mürztal nach Pettau ; Krick Richard, provisorischer Assistent, von Pragerhos nach Billach-Hauptbahnhos. Die slowenische Obstruktion im stei-rischen Landtag. In einer Wählerversammlung in Untersteiermark erklärte der Führer der klerikalen Slowenen, Dr. Korosee, daß die slowenischen Abge-ordneten im steirischen Landtag bereit sind, die Ob-struktion sofort einzustellen, wenn die Deutschen Ga-rantien dafür bieten, daß die „bekannten sloweni» schen Minimalforderungen" erfüllt werden. In jedem anderen Falle wird der Kamps fortgesetzt. Solange die slowenische Bolkspartei sür die Politik der Slowenen im Landtag maßgebend sei, würde an doch ein warmherziger und liebenswürdiger Mensch geblieben, der insgeheim viele Tränen getrocknet — Herr Bruno Hillmann." Blaß und stumm saß Helene da. Was sie bis-her an Leid erfahren, beuchte ihr klein gegen dieses. Jeder Herzschlag gehört Ihnen — tönte eS in ihrer Seele. Diese« Herz hatte nun aufgehört zu schlagen ... Zu lieben hatte sie ihn nicht vermocht, das Herz läßt sich nicht meistern. Eine Welt aber hätte sie darum gegeben, hätte sie jetzt das Bewußtsein, einst mit linder Hand ihm die Wunde zugefügt zu haben. „Ich sehe, die Nachricht hat Sie erschüttert, tief erschüttert,* klagte die Besucherin. „Mein Gott, ich ahnte ja gar nicht, daß —." „Nein," fiel Helene Engelmaxn leise ein, „auch ich wußte bis hierher nicht, wie eS tut, wenn — man — an Gräbern — steht und klagt." Die Zeitungen brachten lange Artikel über den Heimgegangenen. Ein Leben, reich an Mühe und Arbeit, doch reich auch an köstlichen Früchten der Arbeit, sei hier geendet und schier unendlich die Gut-taten, die der Entschlafene geübt. Es folgte dessen letztwillige Verfügung, die Auszählung der Bermächtnisse an Stiftungen und zu wohltätigen Zwecken. — Wieder klopfte eS an Helene EngelmannS Tür; Seite 3 dieser Sache auch durch eventuelle Neuwahlen nichts geändert werden. Die .bekannten" slowenischen Min» destsorderungen sind in ihrer Unbekanntheit das Hin-dernis, daS der Flottmachung unseres Landtages im Wege steht. Sie sind wie ein Stück Kautschuk, das je nach der Nachgiebigkeit der Deutschen ins Unge-messen? ausgezogen werden kann. Slowenische Provokationen in Cilli. Auf der Rückkehr von einem in Sachsenfeld stattge-fundenen Sokolfeste benahmen sich Sonntag abendS die Sokolisten in unserer Stadt überaus herauSfor» dernd und es ist nur der überaus großen Gutmütig-seit der Passanten zuzuschreiben, daß nicht den „Nazdar"- und „Zivio"-Schreiern eine empfindliche Lektion erteilt worden ist. Wir glauben, daß unsere Sicherheitswache qut daran täte, derartige Hetzer so-gleich hinter Schloß und Riegel zu bringen, um größere Zusammenstöße zu vermeiden. Dom slowenischen Schulverein. Am vergangenen Sonntag hielt der Cyrill- und Method-verein in Domschale seine Hauptversammlung ab. Dem Rechenschaftsberichte ist zu entnehmen, daß die Einnahmen auS Mitgliederbeiträgen, Festergebnissen und Spenden im Jahre 1912 den Betrag von 146.000 K, die Ausgaben 512.000 K erreichten. Der Fehlbetrag von 360.000 K wurde teils aus dem Slammvermögen entnommen, teil« durch An-leihen gedeckt. Dem Stammvermögen sind in den letzten fünf Jahreu letztwillige Widmungen im Be-trage von einundeinhalb Millionen Kronen zuge-flössen und erst kürzlich ist dem Berein vom Lai-bacher Kaufmann Babic ein Hau« im Werte von 100.000 K hinterlassen worden. Trotz der Eilt» nähme belies sich das Stammvermögen Ende 1912 ans 1,223.000 K. Bom Berein wurden im vergan» gencn Jahre 8 Schulen mit 42 Klassen und 2206 Schulkindern sowie 20 Kindergärten mit 1486 Besuchern erhalten. Ortsgruppen zählte der Perein 186, davon in Krain 107, in Steiermark 95, in Kärn-ten 10 und im Küstenlande 72. Die Leistungen de« Vereines sind, wie man sieht, erheblich und es sollte die Opserwilligkeit, die sich in den vorstehenden Zahlen knndgibt, aus deutscher Seile Nachahmung finden. Verband deutscher Hocbschüler Cillis. Heute Abend findet im Deutschen Hause ein Ber» bandsabend statt. Die ordentlichen Mitglieder wer-den ersucht, möglichst vollzählig zu erscheinen. Rekrutenabschiedsfeier. Der Berband deutscher Arbeiter in Cilli veranstaltet am Samstag den 20. d. im Bereinsheim Krell eine Abschieds-seier der Rekruten des Bereines, wobei ein Schräm-melquartett die Musik besorgen wird. Alle Gönner des Vereines sind zu dieser gemütlichen Feier herz» lichst eingeladen. Benefizkonzert. Am 5. Oktober findet im Deutschen Hause ein Benefizkonzert der Mitglieder der hiesigen Musikvereinskapelle statt. Wie man hört, wird das Programm heuer ein besonders reichhal-tigeS sein, da auch NichtMitglieder ihre Mitwirkung zugesagt haben. Für dieses Konzert macht sich schon jetzt ein regeS Interesse geltend. wieder war e« der Bote des Herrn Stadtrates, der Einlaß begehrte. „Ich komme im Austrage des Herrn Stadt-rateS, Verwalter des Nachlasses des verstorbenen Herrn Hillmann," begann er, das letztere betonend. „Zu den von Herrn Hillmann Bedachten gehören auch Sie, Fräulein Engelmann, — der Verstorbene hat Ihnen 20.000 Mark vermacht." Der Ueberbringer, mit den Verhältnissen ja vertraut, hatte erwartet, daß seine Botschast über-strömende Freude hervorrufen werde. Nun sah er zu seiner Enttäuschung das Fräu« lein dastehen, da« Haupt so tief gesenkt, als habe sie eben einen Schicksalsschlag ersahren. Und nun schritt sie gar ohne eine Erwiderung zum Fenster. Lange, lange stand sie dort — schweigsam. Erst als der Besucher sich ungeduldig räusperte, wandte sie sich ihm wieder zu. Da sah er, daß au« ihren Augen Tränen stürzten . .. Bruno Hillmann deckte der Hügel. Im Stistsgarten war die letzte Rose erblüht, eine blaff«*, aber wundervolle Blüte. Die Frauenhand, welche sie jetzt mit langem Stiele brach, bebte leise. Und nun schritt Helene Engelmann zum Fried-hos. Mit unaussprechlichen Gesühlen legte sie die Rose aus den Hügel dessen nieder, der so treu zu lieben und so edel zu vergelten verstanden. Seite 4 Die Bürgerliche Schützengesellschaft in Tilli hält am 4., 5. und 6. Oktober ein reich dotiertes Preisschießen ab. Sie richtet an alle Schützenbrüder und Freunde des Schießsportes, ins-besondere aber an die Mitglieder die herzlichste Bitte, ihre Bestrebungen durch zahlreichen Besuch zu unterstützen und zu fördern und versichert alle lieb-werten Gäste des herzlichsten Willkomms. Mit der Aussendung der Schießordnung wird dieser Tage begonnen. Kindergesangsschule in der Musik-schule des Cillier Mufikvereines. Dcr an die Schule des Cillier Musilvereines angegliederte KindergesaugSkurS bleibt, wie im Borjahre, bestehen. Bei genügender Beteiligung soll derselbe insofern eine Erweiterung erfahren, als nunmehr drei Ab-teilungen errichtet werden sollen. Der Unterrichts-plan umsaßt folgende Disziplinen: Einzeln- und Chorgesang, Tondenk', Tongedächtnis- und Gchör-bildungSübungen, Stimmbildunz auf phonetisch physiologischer Grundlage, mündliches und schriftliches Musikdiktat. Die erste Klasse (für musikalisch minder-begabte Kinder und für Kinder im vorfchulpslichtigen Alter) besagt sich größtenteils mit dcr Gehörbildung und mit dcr Ausbildung deS rythmischcn Gefühles, um die Schüler für den Jnstrumentalunterricht vor-zubereiten. Die beiden anderen Klaffen umfassen aber alle bereits obenerwähnte Gegenstände. Ganz be-sondere Pflege soll das moderne ein- und mehrstim-mige Kinderlied erfahren. Der Unterricht erfolgt nach den modernsten, bewährten gesangspädagogischen Grundsätzen, und der Leiter dieses Kurses hat in den vergangenen Ferien dem SchnlgesangSkms dcS bekannten Berliner GesangSreformators Direktor Max Batike beigewohnt. Anmeldungen werden in der Direktionskanzlei dcr Cillier Musikschule entgegengenommen, woselbst alle näheren Auskünfte (wie über Alter und Altersgrenze) bereitwilligst erteilt werden. Schließlich fei noch bemerkt, daß das Un-terrichtSgeld ein sehr geringes ist (pro Schuljahr 5 Kronen), um auch Minderbemittelten die Teilnahme zu ermöglichen. Slowenisch leicht gemacht wird in dea praktischen sechSiuonatigen Unierrichtslchrgängen, deren Eröffnung vergangenen Dienstag im Gebäude dcr Landcsbürgerschule stattfand. Die Unterrichtsstunden für die Ansänger sind jeden Dienstag und Freitag, für die Vorgeschrittenen aber jeden Montag und Mittwoch von halb 8 bis halb 9 Uhr abendS. Monatliches UnterrichtSgeld betrügt 4 50 K. Zutritt hat jedermann ohne Unterschied des Geschlechts, Standes und Alters. Der Unterrichtsleiier: Ober-lehrer Fr. Zmerescheg. Reservisten Fürsorge. Hunderte von Re-fernsten, die von der Grenzwacht in ihre Heimat zurückgekehrt sind, wenden sich jetzt an die Gesell-fchaft vom Silbernen Kreuze mit der Bitte um Ar-beit und materielle Unterstützung. Leider erlauben e« die Mittel der Gesellschaft nicht, dem Ansuchen der vielen Petenten ganz zu entsprechen. Sie richtet daher an alle Patrioten — Männer und Frauen — die dringende Bitte, nicht nur durch Bekannt-gäbe von freien Stellen jeder Art, sondern auch durch materielle Zuwendungen dazu beizutragen, da» die Not jener tapferen jungen Krieger, die monale-lang von ihrer Familie fern im Interesse der All-gemeinheit unsere Grenzen geschützt haben, wenig-stenS teilweise gelindert wird. Freie Stellen und Spenden wollen gütigst an tms Sekretariat des ZweigvereineS Steiermark der Gesellschaft vom öster-reichlichen Silbernen Kreuze zur Fürsorge für heim-kehrende Reservisten Graz, Hofgasse 14, geleitet werden, woselbst auch künstlerisch ausgestattete Ver-schlußmarken zum Preise von 2 und 5 Heller er-häitlich sind. Die wirksamste Förderung der patrio-tischen und eminent sozialen Ausgaben deS Silbernen Kreuzes würde allerdings durch einen Massen-beitritt aller edlen Frauen und Männer erzielt wer-den, waS bei dem geringen Jahresbeitrag (Mindest-beilrag 2 K pro Jahr) wohl leicht durchzuführen wäre. Sich selbst verraten. Am 16. d. um 7 Uhr abends traf ein hiesiger Wachmann den 32 jährigen Bierführer Rudolf Heinis« aus WieS auf der hiesi-gen Festwiese auf einer Bank schlafend an. AlS ihn der Wachmann, um ihu zu kontrollieren, weckte, sprang er erschrocken auf und stieß die Worte auS: „Ich werde schon alles ersetzen." Aus die eindring» liche Befragung, was denn diese Worte zu bedeuten haben, gestand er, daß er beim Sierdepositeur Gustav Ringhoser in Reicheuau in Niederösterreich, wo er als Bierführer bedienstet war, einen Geldbetrag von 150 Kronen veruntreut habe. Er wurde nun dem Gerichte eingeliefert. Versuchter Mord eines Zigeuners. Erst am 12. d. wurde die bekannte Zigeunerfamilie Gärtner, welche dem Sanutale bereits zur Plage geworden ist, nachdem sie vom hiesigen Bezirks-gerichte wegen eines Diedstahles freigesprochen worden war, auS der Haft entlassen, worauf sie wieder die Richiung gegen das obere Sanntal einschlug. Nachdem sie sich, um ihr Handwerk wirksamer zu gestalten, in mehrere Gruppen verteilt hatte, tauchte am l6. d. Johann Gärtner mit seiner Schwester Anna Gärtner und einem siebenjährigen Knaben in St. Paul bei Pragwald auf und trieb sich dort längS des SannflusjeS in verdächtiger Weise herum. Alt bei»e den patrouillierenden Gendarmcriewacht-meister Speglitsch von St. Paul herbeikommen sahen, flohen sie mit dem Kinde über den Sannfluß in den am anderen User gelegenen Wald. Der Wacht-meister unternahm sodann mit dem Maurer Josef Svct und dem Jnwohnerssohne Franz Koprivfck, beide aus Schöschitz bei St. Paul, die Verfolgung dcr Fliehende» und alle drei durchstreiften in ver-schiedener Richtung den Wals. Hiebei stieß Svet auf die Bande, ergriff den Johann Gärtner und rief den kaum 200 Schritte entfernten Gendarwericivacht-meister, damit dieser den Zigeuner verhafte. Gärtner aber widersetzte sich dem Angreifer und, bevor noch der Gendarm an die Stelle kommen konnte, zog der Zigeuner einen Revolver aus dcr Tasche und ver-setzte damit dem Svct einen derartigen Hieb auf daS Hinterhaupt, daß dieser sofort zusammenfiel. Als er schon am Boden lag. erhielt er »och mit einem Messer am Rücken und am rechten Oberschenkel je eine Schnittwunde, von denen die letztere eine Länge von fast acht Zentimeter erreichte. Als die Zigeuner hierauf die Flucht fortsetzen wollten, feuerte noch Johann Gärtner auS dem Revolver einen Schuß auf den am Boden liegenden Svet, jedoch glück-licherweise ohn; ihn zu treffen. . Der Gendarm, der sofort herbeigeeilt kam. brachte dcm Verletzten die erste Hilfe. Wäre er aber von der Stelle, wo sich dieser Borfall ereignete, weiter entfernt gewesen, so hätte Svet gewiß sein Leben eingebüßt. Die Zigeu-ner verschwanden hierauf spurlos, die Verjolguug wird jedoch eifrigst fortgesetzt. Groher Saccharinschmuggel in Un-tersteier. Von einem gewissen I. Schick in Prag wurden seit geraumer Zeit nach Untersteiermark durch die Post Pakete mit der Jnhaltsdeklaration von Uhrkelten, Uhren, Pretiosen und dergleichen im grö-ßeren Umfange versandt. Da aber dies beim Post-amte Prag 17 ausfiel, weil ein Uhren- und Pretio-fenversandgeschäft der genannte Schick gar nicht be-trieb, vermutete die davon verständigte Finanzbe-Horde, daß sich Genannter mit dem Vertrieb von in Österreich verbotenen Dingen befasse. Da eine Hausdurchsuchung erfolglos blieb, wurden die Post-ümter, an denen solche Sendungen einlangten, ange-wiesen, diesen ein besonderes Augenmerk zuzuwen-de». In Mvntprei« in Untersteiermark gelang es nun der Finanzwoche, einen Adressaten bei der Uebernahme zu stellen, und e- mußte das Paket im Beiseln der Behö-de öffnen. Das Paket enthielt nun anstatt der deklarierten Uhrkette Zaccharin aus Zürich. Die Sendung wurde beschlagnahmt: Adsen-der und Empfänger werden sich wegen Saccharin-fchmuggel gerichtlich zu verantworten haben. Langgesuchte Falschmünzer verhaftet. In den Gerichtsbezirken St. Marein bei Erlach-stein. Rohit^ch und Rann und in Ortschaften an dcr fteirifch kroatischen Grenze wurden wiederholt zur Marktzeit falsche Fünf- und Einkronenstücke in grö ßerer Anzahl in Verkehr gebracht. Run gelang eS endlich, zwei Mitglieder dcr Falichmünzerbande in Kroatien zu verhaften, als sie falsche Fünfkronen-stücke verausgaben wollten. Es sind die Zigeuner Stephan und Michael Kriz. In ihrem Besitze wur-den 40 falsche ^ünskronenstücke und 105» falsche Einkronenstücke gefunden. Die beiden Verbrecher werden nach Adbüßung ihrer Strafe in Kroatien an das KreiSgericht Cilli anSgeliefert werden. Sie setzten der Verhaftung heftigen Widerstand entgegen. Schadenfeuer. Am 9. d. gewährte der Be-sitzer Martin Vrecko in Unterscheger bei Drachen-bürg einem bei ihm abends vorsprechenden unbe-kannten Manne Nachlquariier in seinem Wirtschasts-gebäudc. Zeitlich morgens brach Feuer aus und äscherte daS Gebäude samt den Futtervorräleu und mehreren landwirtichaftlichen Maschinen gänzlich ein. Der Brandschaden beziffert sich auf 10.00) K, die Versicherung beträgt nur 22u0 K. Windifchgraz. (Ab schieb« j ei er.) Am 29. August versammelten sich die Mitglieder dcr Wiudischgrazer Liedertafel nnd des Deutschen Turn-Vereines im Gasthose Sandwirt, um dort von einem treuen Volksgenossen, Herrn Dr. Raimund Gotscher Rummn 75 Abschied zu nehmen. Herrn Ingenieur Pauli dankte dem Scheidenden für sein völkisches Wirken als wehr-jähriger Obmann der Südmarkortsgruppe und Herr Dr. Harps hob die Verdienste hervor, die sich Herr Dr. Gotscher als Sprechwart des Deutschen Turn-Vereines in kritischer Zeit erworben. Herr Dr. Got-scher übersiedelte nach Fürstenfeld, um dort eine Ad-vokaturskanzlei zu eröffnen. Mit schweren Herze» sehen die Deutschen von Windischgra; den ollseils Beliebten scheiden uud werden ihn sicherlich jederzeit ein treues Andenken bewahren. Neue Postablage. Mit 16. d. trat in der Ortschaft Jvcnca. Post Hochenegg. eine Postablaze in Wirksamkeit, deren Geschäftsführer sich auch mit der Bermittlnng bescheinigter Postsendungen zn be> fassen hat. Diese Postablage erhält ihre Verbindung mit dem Postamte Hochenegg durch einen täglich einmaligen, zwischen Sternstein und Hochenegg zu unterhaltenden Botengang. Martyrium einer Mutter. Die bei ihr» Sohne Franz Petelinc in Groß-Obresch bei Ran» wohnende 63 Jahre alte, ehemalige Besitzerin Maria Petelinc hatte ein wahres.Martyrium auszustehen. Ihre Lagerstätte bestand aus faulem Stroh und die Bettwäsche aus Lumpen, wobei noch obendrein ihr Lager eine Brutstätte massenhaften Ungeziefers wir. Alles Bitten um bessere Behandlung fruchtete nicht«. Die Mißhandlungen wurden immer ärger, wenig oder gar nichts zu essen war an dcr Tagesordnung. Die arme Frau sah in letzter Zeit schrecklich aut. Am ganzen Körper war si» mit eiternden Geschwüre» behaftet, die bis an die Knochen reichten; dabei mir sie bis zum Skelett abgemagert. Bor Einigen T^ge» brachien sie Nachbarn in das hiesige Sp'tal, wo fit am 11. d. von ihren Leiden erlöst wurde. Ein autofeindlicher Fuhrknecht. Ans Trisail. 13. d., wird geschrieben: Borgesrcnr fuhr das hier verkehrende Personenautomobil, das Ver Chauffeur Leopold Slanic lenkte, zum Personcnzug aus den Bahnhof. In Rctje kam der beim hieiijen Kaufmann Franz Dezmann als Pferdeknecht bcdien» stete Franz Zupan mit einem deladcnen zweispaltigen Wagen entgegen, der aus das Lignalzeichen i(i genannten Chauffeurs statt auszuweichen mit de» Fuhrwagen sich qucr über die Straße nellte^ un» gegen das Auto. daS Halt machen mußte, Steine ichleuderte. Zupan wurde vom Chauffeur und '.»ch-reren Automodilinsasfen aufgefordert, die Ltraße frei-zugeben, was er aber mit höhnischem Grinsen ab» lehnte. Erst der Gendarmerie gelang es, Abhilfe it schaffe» und den frechen Fuhrknecht zu zwingen, aus-zuweichen. Kroatische Einbrecher. Bor einigen Ta^i, brachen zwei kroatische Diebe nachts in das ver-sperrte WohnhauS des Besitzers und Trafikant« ^ Matthaus Brecko in Fautfch cin. Sie waren bä an die Zahne bewaffnet und drohten den Lewoh-nern deS Hauses, die durch das Aussprengen der Haustür aus dcm Schlafe geweckt wurden, mit f m Niederstechen, wenn sie sich unterstehen würden, ihnen entgegenzutreten. Bei ihren Drohungen zeigte., ic dolchartige Messer Dadurch eingeschüchtert, ließen >ie Hausbcwohncr die S rolchc in ihrem Handwerk un-gehindert. Sie stahlen an 140 Kronen, Fleisch. Tabak, Zigirettcu. riu Gewehr uud «leidet, j Daraus versuchten sie noch in derselben Nacht de» Kaufmann Paulic und in das Postamt rinzitdrcch». | Hier wurden sie aber durch eine G.iidaratiie» zatrouille verscheucht. Die Feidienste der Katholischen Mch, um die Wissenschaft. Die großen Institute der Hierarchie in c3en katholische» Ländern sind unverkennbar, uno »teilt# wären die Wissenschaften längst verarmt, wenn « ' nicht von den überbliebenen Brosamen dieser ala Heiligeiltafel noch spärlich ernährt würden. Zndesse». Hütte man sich auch sür die Irrung am Geist »m-gcr Zeiten. Keine« Benediktiners Hauptabsicht war , der Äckerbau. sondern die MönchSandachr ör hi>:>: auf zu arbeiten, sobald er nicht mehr arbeiten durste, und wie viele summen von dem, wis er er®ui, : gingen nach Rom oder wohin sie nicht sollten! .'Ins die nützlichen Benediktiner sind eine Reihe cnfeerer Orden gefolgt, die zwar die Hierarchie Möglich, dagegen aber Wissenschaften -und Künsten, dem :M und ber Menschheit äußerst zur Last waren, M-züglich die Bcttelmönche. Alle sie, nebst den Siwuia jeder Art (die Brüder und Schwestern der Dar»!-Herzigkeit vielleicht allein ausgenommen) gehör« t«-zig nur in 'jene harte, dunkle, barbarisch« Zttlem. j Wer würde heutzutage ein Kloster nach der ftejd ] au« d-m ^odenteil de- Familien. «nd ^oden.^eitunq für ^est-rreich.5^ngarn-. «''''» « ' » '» I I I . « »♦HtlHIMI » 4 I »41 »elscitige, gebrauchsfertige hnittmusterbogen. i) 26 Schnittmusterbogen für Mode l Schnittmuster- und Äandarbeit«. bogen für WSsche. »er M-d«»I«il bring« jährlich ca. 1200 Modelle für einfache und elegantere SaitiftigctfifrcDc, 600 Novelle fiir einfädle utib elkkanle^UlMtrOtttU—, 600 Novelle Mir «ösiht fflt «rwochseae unn fflnvtr, W MustcrVorlagen tiii WtttlldK g«l>raud>«f-handlnng nichl be-kann! ist, wollen sie nebenstehende Bestelltane ra.< (&s tarni rrlrurljtft durci) bir£kbr roerbrn Probe-Illustration ans Handarbritstril der „Familien- und Hoden-Zeitung für »Mlnrn.i. ff«........ • ........* ............... 1. - ------r" in Vs.)ii«ImjI( ut^ Winbr d«rc<> v3«lbf)anfrrti()UiiH b«r Worberob« und Wäsche enn »glicht die imJäi, m/im /iu sortuuj IU/MA. Abwechselnd bringen die Äest«: I) Mod'i« für (yrluachfcrte. 2) Wische fiir Erwachsene und Wäsche für Kinder. 3) Kinderqarderobe. •4) Aandarbeit«v»ela^en mit gebrauchsfertigen Schnitt» muster unv Kandarbeitsdoge«. In jedem Lieft ein praktischer hauswirischaftlicher Teil mit Artikeln über Haushalt u. Küche, sowie mit erprobten Kochrezepten. Spannende Romane und belehrende Artikel aus allen Gebiete» deS Wissens veroollstän-digen das reiche Programm der »Samilien- und Moden-Zeitung für Oesterreich-Ungarn". Die Beilage „5ür die Kinderwelt" bringt Äerz und Geist an-regende Lektüre für unsre Jugend. Jedes Heft wöchentlich. den 9 wertvollen Beilagen: 1. Neue Wiener Moiten-Zeitung. Monatlich (ca. 1200einfache u.elegantere ModenmotieUe jährlich.) 2. Xeue Wiener Wäsche-Zeitung. Monat/ich. (ca. tSOO einfache u. elegantere Wäschemodellejährlich.) 3. Grosse Kinder-Modemcelt. Monatlich, (ca. 600 Modelle jährlich.) 4. Album praktischer Handarbeiten. Monatlich, (ca. 400 Vorlagen in allen Techniken jährlich.) 5. Doppelseitige, gebrauchsfertige Schnittmuster- und Hamiarh* its/togen m jedem Modetl- und Wäschehtft. 6. Ihr Kochschule. Praktische Mitteilungen fiir Küche und Haus,Gesundheitspflege u. Erziehung. Wöchentlich. 7. Farben jn-fichhge Kunstbeilagen nach Gemälden berühmter Künstler. Wöchentlich, 8. Illustrierte Chronik der Zeit. Wöchentlich. 9. Für unsere Jugend. Vierzehn!glich. Gestellungen <5iLÜ= P^A bonnementi nebmen alle Buchhandlungen entgegen. Wo Ihnen an» Orte eine ^uchbandlung nicht bekannt ist, wolle» Sie die ^stelltarle aus der letzten Seite dieses Prospektes ausschneiden und, mit Ibrer Unterschrift versehen, an die Administration der „Familien- und Moden-Zeitung für Oesterreich.Ungarn", Wie« I, Dominikanerbastei 10, einsenden. Vornehmste illustrierte Familien-und J-rauen^eitung der Monarchie. ///i // /«, /« C iUciicic/} Ufii/ain. C/ Bestellkarte hier abzuschneiden! (tianto durch dt« foR K Z 2» »Htf uiKiHrun». Illustrierte Zeitschrift für die Jnteressen des Haushalts und der Jamilie, m...... . . . ........ . .. . .. . .U.fTVi-7^. .... > U UM ' ^ I*rob*- Illustration a** tt> >n J/an.•arh< ii*tril ,,Familien- «n<* \loden-7.+ttnng für lUstfrre Ungarn'*. (Detail« finden Sie in den einzelnen 5efl ' Mach dem Gemälde von « JA. Wachsmuth. Zusage Zeus au« der „Familien» und Moden» Zeitung fiiir Oesterreich-Ungarn": robe-Illustration ^^cfteUunslCn 7) Die monatliche, praktisch bewährte Betlag .Grosse Kinder-Modenwelf bringt jährli-nehmen alle Buch» ca. -.ymbeUe zur «etvsianfertiaung dc Handlungen ent- einfachen und eleganteren Kinderaarderob gegen. «WvchentUch mit gebrauchsfertigen Schnittmusterbogei ^erda^e^ fcnden' L —'— _J Probe-Illustration ant dem Handarbeitsteil. Wöchentlich abwechselnd bringen die einzelnen Äefte der „Familien- und Moden-Zcitung für Oesterreich-Ungarn": V JAoden für Erwachsen», 2) Wäsche für Erwachsene und Wäsche Jür Xinder, 3) Xindergarderobe, 4J Handarbeitsvartagen. Probe-Illustration ati» äem ll airkrteit der „1 Hm. und Hoden-Zeitung Jür UesterreiA-Unf jbiermit bestelle ich auS dem Verlage von W. Vobach & Co., Wie ZSHrlich etwa 1?üvModellefureinfacheund elegantere j Damengarderobe, 600 Modelle für einfache und elegantere : Jfindcr^leidunff. i 600 Modelle fiir einfache und eleganter/^? Wäsche für Erwachsene und tfinder, 400 Mustervorlagen für alle Techniken : weiblicher Landarbeiten. 2« -ebrai«b«ferl>,- »chnil»muftrrd»«,e» für - Mvd« und 24 »ediau(ti«fo e^reis pro Heft 24 h to5c^c IM- Franko durch die Post X 3.20 vierte Mit der «oldenen Medaille ausgezeichnet! Probe-Illustration ant drm |F v8£lfr M. : Ilandarbeitsteil der „Fa.ni- .. / \ lien - und Itodi n - Zeitung > für Oesterreit* • Vugaru". w»»-ww"«rww^* ~ <<«VfnH« und 91nl«itu«a flut»« t J'robe lltustration aus Probe-Illustration ant dem Wä^thwteU der „ram\ heu und Moden-Zeitung für itesterrei h-Ungarn' lafter eines Hochsrist» die beste Einrichtung der Schule lernen wolle»? Damals indessen war alles, was der Wissenschaft. Sittlichkeit, Ordnung und Milde auch nur in seinen Nebenzwecken diente, von un-schätzbarem Wert. Daß man indes die erzwungenen Gelübde der Enthaltsamkeit, des MüßigangS und der klösterlichen Armut zu keiner Zeit und unter keiner Neligions-Partei dahinrechne! Dcm päpstlichen Stuhl waren sie zu seiner Oberherrschaft unentbehrlich; er mußte die Knechte dcr Kirche von der Welt losreiße», da-mit sie seinem Staat ganz lebten; der Menschheit aber waren sie nie angemessen, noch ersprießlich. Lasset ehrlos bleiben, betteln und Psalmen singen, lasset sich geißeln und Rosenkränze beten, wer kann und mag; daß aber Zünfte dieser Art unter öffent-lichem Schutz, ja unter dem Siegel der Heiligkeit und eines überströmenden Verd euiles auf Kosten des geschäftigen, nützlichen FleißcS, eines ehrbaren Hauswesens, ja der Wünsche und Triebe unserer Natur selbst mit Vorzügen. Pfründen und einem ewigen Einkommen begünstigt werden; wer ist, der dies zu loben oder zu billigen vermöchte? Gregor den Sie-beuten kümmerten die Liebesseufzer der kranken Nonnen, die verstohlenen Wege der Ordensbrüder, die stummen und lauten Sünden der Geistlichen, die durch sie gekränkten Ehen, die gesammelten Güter der toten Hand, der genährte Ehrgeiz des adgeson-derten heiligen Standes und jede andere Verwirr^ ung nicht, die daraus erwachsen mußte; im Buche der Gesch'chte aber liegen die Folgen davon klar am Tage. Johann Gottsr. Herder „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Mensch-heit". 1. Teil. 19. Buch 11/4. Ncrmifchtcs. Bom lustigenOnkel Sam. Die schwache Stelle. Er: „Warum greift eigentlich ei» Schau-spieler, wenn er höchste Erregung ausdrücken will. >lch immer an den Kopf, und eine Schauspielerin immer ans Herz?" Sie: „Jeder greift halt »ach seiner schwächsten Stelle." — „Jnesfigie" ansge>. hängt. „Ich möchte bloß wisse», warum Sie dieses Bild ausgehängt haben? Wahrscheinlich konnten Sie den Maler nicht kriegen." — Er weiß eS besser. „Nun, Harold," sogt der Lehrer, „rechne mal aus: wenn elf Schafe in einer Umzäumung siud und sechs kriechen duich ein Loch im Zaum, wie vitl bleiben doch noch drin?" „Keins", antwortete Harold sehr Prompt. „Doch, doch, es bleiben welche," will ihm kr Lehrer helfe», aber Harold behairt unerschütter-lich dabei: „ES bleibt keinS", und mitleidig fügt er hinzu: „Sie mögen ja rechnen können, Herr Lehrer, aber Schafe kennen Sie nicht." — Ein Gipfel des Erfolges. „Nun, wie gehlS Ihrem Sohn, dcm Rechtsanwalt in TexaS?" „Schlecht, der a.me Kerl sitzt im Gefängnis." „Aber wieso denn?- „Er hatte eine» Pferdedieb zu verteidige» und hielt dabei ein lo g:oßes Plaidoyer, daß ihn die Richter gleich als Helfershelfer da behielten.' — Nicht sein Stil. Der Laler, ein Palvenu, fragt den Freier hochmütig: «Junger Mann, werden Sie auch meiner Tochter ein Leden in d.m Stil bieten können, den sie ge-wohnt ist?" „Ich könnte wohl," antwoitete dcr an-deie, „aber ich würde mich genieren.' Der Schnurrbart wird wieder mo-der». Der Schnurrbart kehrt wieder. Die Männer der „tonangebenden Eleganz" zeigen sich im Schmucke ihrer Lippenhaarc, braun, blond oder dunkel, aber jedenfalls wird er wieder getragen, der Schnurrbart, den man vergebens so lange zu verbannen suchte. Kaum ist daS Edikt der Mode erlassen, als schon die viele», die sich gestern noch bartlos gezeigt, heute dazu entschlossen haben, den Flaum aus der Lippe wachsen zu lassen, bis er die stolze Länge des mo-deinen Schnunbarles erreicht hat. Die englische Buche, zu der sich diejenigen entschlosien, die sich nicht ganz und gar bartlos zeigen wollten, weicht dcm lang ausgezogenen Schnurrbart, wie er wohl zu unserer Väter Zeiten bereits modern gewesen. Die aufwärts strebcnde Form „ES ist erreicht" ge. nount, wird ebenso verschmäht, wie die kurzgescho-renc Art. Dcr Stolz der kommenden Zeiten soll, wie gcsagt, der lang ausgezogene Schnurrbart sein, der an den Enden ein klein wenig gekraust wird. Aeniicke Wacht Auf diese Weise bekommt er eine gefälligere Form, die Spitzen werden zugedreht und dir männliche Ge« sichtsprofillinie wird auf diese Weise sich von der bisherige» unterscheiden. Ä Rosegger der „Windmacher". DaS Septkmberheft des „Stroms", ein Rosegger-Heft, enthält folgende Schnurre von Rosegger selbst: „Daß ich in meiner Hirtenzeit nicht den Spitznamen „Wind-macher" davongetragen habe, wundert mich. Ich konnte Wind machen, wirklichen Wind, wie er über die Berge hinstrich und in dcn Bäumen rauschte. Eines Sommertages war ich mit mehreren Nach-barshirten auf der Hochmatte, wo wir unsere Rinder weideten. Es schien die warnie Sonne, so daß wir unsere Joppen wegwarfen, und plötzlich war es wieder so kühl, daß wir alle in die Joppen hineinschlüpften. Der Wind ging zeitweilig. „Buben!" rief ich vorwitzig aus, „ich kann Wind machen!" — „Geh, plausch nit!" — „Auf Spaß und Ernst, ich kann Wind machcn. Soll ich? Schaut's einmal!" Ich hob den befeuchteten Finger hoch: „Kein Lüstel jetzt. Wetten wir, in einer Minute geht der Wind!" —' Laß Dich nit auslachen!" Ich riß meine bunt-gestreifte Zipfelmütze vom Kopfe, hielt sie wie einen Sack an dcn Mund, und mit dem Auge in den Himmel ansluge.id, wo just ein Wollenbillen sich der Sonne nahte, rief ich in die Mütze: „Wind, Wind, komm' geschwind! Lapipapi-tschapilorum!" Dreimal sagte ich es uud schleuderte baun die Mütze in die Luft. Da verdunkelte sich die Welt und es strich ein kühler Wind. Bor Staunen sperrten sie die Mäuler auf und der einfältigste von ihnen wollte vor mir niederknien. Als der kalte Strich vorüber war und die warme Sonne schien wie früher, be-gehrien sie, daß ich dcn Zauber noch einmal tue. Sie wollte» mir wahrscheinlich draufkommen,. wie das gemacht wird. Ich blickte demütig geu Himmel, wo in der Sonnennähe keine Wolke war. „Jetzt nit, Buben, Ihr kunntet Euch verkälten!" Aber sie drängten so lange, bis wieder ein Wolkensetzen dcr Sonne znstrich. „Na, meinethalben, wenn Ihr schon durchaus wollt!" Und in die Zipfelmütze hinein: ..Wind. Wind, komm' geschwind! Lapipapi-tschapi-lorum!" Und die Mütze wurde in die Luft gewor-sen. Husch, rauschte es wieder im Ahornbaum, eS ging der Wind. Bald wußte es ganz Alpel: Dcr Klnppcnegger-Peterl kann Wind machen! Die Ehie dauerte bis zum nächsten Sturm, der dem Riegel-berger einen schönen Lärchenbanm entwurzelte. Der Geschädigte kam in Begleitung des „FürstenstandtS" in unser Haus, fragte dem Peterl nach und hinter dem Rücken hielt er — ungebrannte Asche! Ich beeilte mich, vor ihm, meinem Vater uud dem Ge^ meiudevorstand meine ganze meteorologische Wissen-schaft preiszugeben. „Wen» eine Wolke vor die Sonne geh», so streicht allcmal ein kühler Wind ... ich kann nix dasür!" — „So hust uns g'soppt!" schrie der Riegelberger. „Wird schier .nicht anderschier sein," entschied der Borstand, „wer sich nil einmal so viel ausrenkt bei Sonn' und Gewölk und Wind, zu dem sagt man halt nachher: Lapipapi-tschapi-lorum!" Ein wackerer Knabe. Die mutige Tat eines 14 jährigen Knaben kam — wie aus London mitgeteilt wir» — dieser Tage vor dem Polizei-Gericht von Marylebone znr Sprache. Dort hatte sich die 34 Jahre alte Handmerkersfrau Robina Walford wegen Selbstmordversuchs zu verantworten. Ein Konstabler sagte ans, er hätte die Fran völlig durchnäßt auf dem Treidelpfad am RegeniSkanal neben ihrem ebenfalls triefenden Sohn gefunden, als er zu Hilfe gerusen wurde. Wie Passanten be-kündeten, war die weibliche Person, von dem Kua> be» gesolgt, zum Wasser geeilt und hineingesprungen. Der Junge hatte sich ihr nachgestürzt, aber nicht, wie man zuerst glaubte, in der gleichen Ab-sicht, sich das Leben zu nehmen, sondern nm seine schwachen Kräfte zur Rettung der Frau, die seine Mutter war, einzusetzen. Es gelang den» Kinde anch, die sich sträubende Lebensmüde an« dcm tiefen Kanal schwimmend an das Ujer zu bringen. Dem Polizei-richter. der sein Erstaunen über den Mut uud die physische Kraft des schwächlich aussehenden Jungen nicht verbarg, erzählte Robert Walsord unter hef--' tigem Schluchze» folgendes: Am Tage vorher hatte der Baier von feinem 25 Schilling betragenden Wochenverdienst der Mutter 20 Schilling gegeben. Die Mutier war damit nicht zufrieden und hatte sich noch zwei Schilling au» des BalerS Tasche ge-nommtn. Darüber gerieten die Eltern in Äreit, der damit endete, daß die Frau mit der Drohung, sie werde nicht wiederkommen, aus dem Hause lief. Robert hörte heran», daß die Mutier eS ernst meinte, und eilte ihr nach. Bevor er sie einholen konnte, warf sie sich vor seinen Augen in den Kanal. Seite 5 DeS Sohnes letzter Wunsch. Ei» See-begräbnis mit militärischem Gepräge fand unlängst in der Meeresbucht von Falmouih, im Süden Eng» lands, statt. DaS Londoner Blatt „Daily Mail" berichtet darüber: Die Leiche des südafrikanischen Minen-ZngcnieurS John O'Sullivan wurde, dem Wunsche des Verstorbenen gemäß, durch seinen Vater dem Hauptmann O'Sullivan vom Artillerie-Regi-ment zu Falmouth, auf die See hinausgeleitet und nach kurzer Einsegnung an Bord de» Schiffe» ins Meer versenkt. Soldaten von der Kompagnie de» Bäte,» trugen den blumenbeladenen Sarg auf den zur Verfügung gestellten RegierungSdampser „JaS-per". Nur Hauptmann O'Sullivan »nd der intimste Freund des Entschlafenen bildeten das Gefolge. Zwei andere'Dampfer gaben dem „JaSper" da« Geleit. Nach einer Fahrt von etwa sieben englischen Meile» wurde die nur wenige Minnten in. Anspruch neh-mende Zeremonie vollzogen. Der Vater sprach die letzten Gebete über der irdischen Hülle; doch als der Sarg langsam in die Wogen glitt, überließ er eS dann dem Freunde, die kleine Tranerfeier zu be-schließen. Das gutbewachte Staatsgeheimnis. Im Londoner Kriegsminiflerium hat sich jüngst ein merkwürdiger Vorsall abgespielt: Der Ches einer Abteilung deS Ministeriums wollte eines Vvlmit-tag» sein Amiszimmer betreten, allein er fand eS polizeilich abgesperrt und allen seinen Untergebenen haue man ebenfalls den Zutritt verwehrt. Siatt dessen waren die Bureanräume von Polizisten be» setzt. Dcr l^hef ver Polizei erkannte natürlich gleich den hohen Beamten »nd gab ihm folgende Ansklii-rung: Er selber hätte, wie am vorangegangenen Abend ein Schutzmann bemerkt habe, in seinem Zimmer den Schlüssel im Stahlschranke stecken lassen: zum Schutze des Staatsgeheimnisse» habe die Polizei alsbald die Wache vor dem Schranke bezogen und aus demselben Grunde seien die Unterbeamten fern gehalten worden. Wohl oder übel mußte sich der hohe Beamte aus dcm Kriegsministerium mit den Anordnungen der Polizei einverstanden erklären. E» stiegen ihm nur Zweifel auf, ob nicht etwa einer dcr Wache haltenden Schutzleute au» Neugier den unverschlossenen Stahlschrank gcöffnct und einen Blick hineingeworfen habe, aber das. so sagte der Polizei-ches, sci unmöglich. Er erbot sich sogleich mit dem Ministerialbeamten an den Stahlschrank zu gehen, um ihn von der Zuverlässigkeit der Polizei zu über» zeugen. Der Beamte wollte davon aber nichts wissen. Er entließ die Polizei mit bestem Danke, schloß sich dann in fein Zimmer ein und öffnete dann erst den Stahlichrank. Es war wirklich so, wie der Polizei-ches gcsagt hatte, alle» lag unberührt da: die Krawallen, die Oberhemden, die Geiellschasisanzüge und was der Herr Beamte alles sonst in dem Stahl-schrank aufzuheben pflegte, um sich in seinem Bureau gesellschaftssähig machen zu können, sallS es nötig sei- Die Polizei hatte das Staatsgeheimnis wirklich gut bewacht. Entführung eines Mädchen» aus einem Kloster. Aus Serajewo wird vom 10. d. folgende Aufsehen erregende KonvertierungSaffä« berichtet: Z» Beginn dieses JahrcS verschwand die 2Ljahnge serbische Dinrnistin Georgija Paolovic au» dem Elternhause und blieb verschollen, bi» die Mutter erfuhr, daß die Tochter in ein-'m Kloster fci. Die Mutter erstattete die Anzeige Im fei Polijci, doch konnte da» Mädchen nicht eruiert werden. Bon Erzbiichos Stadler ersuhr die Mutter, daß ihre Tochter Serajewo verlassen hibe. Sie nulle katholisch werden. Vor einigen Tagen erhielt die Mutter von der Tochter einen Brief aus dem Serajewoer Kloster der Schwestern Zesu. Das Mädchen schrieb, daß sie sich glucklich sühle, bereits katholisch gewor-den sei und den Wamsn Margerita erhallen habe. Sie wolle No»ne werden. Das Mädchen besuchte vom Kloster ans die Lehrerinnenbildungsanstalt. Als Margerita eines Morgens mit Freundinnen in die Schule ging, wurde sie von der Mutter »nd einigen Serben entführt und verborgen gehalten. Der Erz-bischof erhob beim Landeschef Protest und einige serbische Abgeordnete erschienen beim RegierungSkom-misjär und verlangten die Rückgabe des Mädchen» an die Mutter. Da das Mädchen nach dem Gesetze großjährig ist, mußte ihre Entscheidung eingeholt werden. Bor dcm RegierungSkommissär erklärte daS Mädchen, daß sie zur Mutter zurückkehren wolle. Die KonvertierungSaffäre erregt namentlich unter den Serbe» großes Aufsehe». DaS österreichische Deutschtum und der Alkohol. Die reichSdeutsche Zeitschrift „Hell-aus" schreibt: Die opferwillige Hingabe der Deut-schen Oesterreich» an ihr Bolkstum und ihre deutsche Muttersprache kann uns Reichsdeutschen nur zum Seite 6 Deutsche Wacht Nummer 75 Porbilde dienen. Die mochtvolle Entwicklung ihrer nationalen Schutzvereinsdewegnng gibt davon ,ühm< liche Kunde. Nicht unbedenklich ist jedoch die Tat-sache, daß auch im Habsburgerstaate das Deutschtum am Alkobolverbrauch in erschreckend hohem Maße beteiligt ist. Bei 35 Prozent der Gesamtbevölkerung bezahlen die österreichischen Deutschen 52 Prozent der Branntwein-, 71 Prozent der Wein- und 81 Pro-zent der Bursteuer. Im vergangenen Jahre der Teuerung und der Geldknappheit haben sie nicht weniger als 1200 Millionen Kronen sür Bier, Wein und Branntwein ausgegeben. Das Organ des Bunde» der Deutschen NordmährenS bemerkt hierzu mit vollem Recht: ..Die Deutschen geben demnach wehr für alkoholische Getränke aus als die übrigen Nationen in Oesterreich. Sie zahlen den giißten Teil der Alkoholsteuern, die dann zum nicht gerin. gen Teile den anderen Völkern zugute kommen. Die Deutschen schwächen sich roher nicht nur körperlich, sondern auch wirtschastlich und stärke» die anderen Nationen.- Es ist erfreulich daß die österreichischen Schutzvereine den Trust dieser Gefahr erkennen und ihr zu begegnen bemüht sind. So versucht nach den Mitteilungen deS Bereitn« sür das Deutschtum im Ausland die Südmark unter ihren Mitgliedern „Hun-derlschasten" zu bilden, -eren Zugehörige sich ver-pflichten, an einem Tage jeder Woche oder jedes MonatS auf Alkobol und Tabak zu verzichten und da» so ersparte Geld der deutschen Schularbeit zu-zusühren. Bei den Tschechen bestehen ähnliche Ein richtungen bereit« länger und wirken mit bestem Erfolge. Ueber die wunderbare Muskel-kraft der Infekten sinn schon viele Untersuchungen angestellt worden. Tie Lprungkraftdes FlohcS ist, an menschlichen Fähigkeiten gemessen, ganz unbegreislich. Sehr merklich ist in der Hand daS ungestüme Drängen der Hirschkäfer und Mai-käfer. Ueber die Leistungen der Maikäfer hat, wie die »Naturwisfenschafiliche Umschau der Chemiker-Zeitung" berichtet, Professor Plateau genaue Zahlen gesunden. Er stellte mit Hilfe von sinnreichen Vor-richtungen fest, daß »in Maikäfer im Verhältnis zu feiner Größe dieselbe Kraft entwickelt wie eine Loko-motive. Plateau hatte für Maikäfer einen besonder ren Wagen, der mit Grammgewichtcn beschwert war, und dazu ein passendes Geschirr herstellen lassen. Dann wurde der Maikäfer gewogen, damit seine Kraftleistung durch den Bergleich zwischen dcm eige-nen Gewicht und dem Gewicht dcr gezogenen Last festgestellt werden konnte. Aus diese Weise sand Plateau, daß ein Maikäser im Verhältnis 21 mal mehr ziehen kann als ein Pferd, währen» die Biene 30 mal mehr zieht. DaS Pferd zieht sechs Siebentel, der Maikäfer das Bierzehnsache feines Gewichts. Noch stärker ist die Biene, denn sie zieht das Zwanzig-fache ihre» GewichtS, wobei unter Gewicht immer der Widerstand gegen die Fortbewegung, nicht etwa nur die Last, verstanden ist, was ja viel weniger be-de»ien würde, _ Die Eingenommenheit des Kopses, Schwindel. Kopfweh. Verstimmung und Verdrießlichkeit, selbst auch Melancholie, die zur Verzweiflung treibt, sind die bedenklichen und gesähr-lichen Folgen der Stuhlverstovtu»». Die moderne Me dizin sucht ihr daher in jeder möglichen Weile bei,» kommen und bedient sich unter dcn Bitterwässern am liebsten de« „Hunyadi Jäno»", da« die ersten Autoritäten auf dem Gebiete der Chemie, wie I. v. Liebig, Sunsen, FreseniuS, Ludwig usw. als hervorragendsten Repräsentanten der Bitterwässer bezeichnet huben. Vor dem Schlafengehen zu einem halben oder ganzen Wein-glaS voll genommen, ruft SaxlehnerS Hunyadi J^uoS Bitterwasser am anderen Morgen I—2 breiige, zwanglose Entleerungen hervor, von Erwachsenen zu 1 biS 2 Weingläsern nüchtern getrunken, wirkt e» al» souverä« ne«, unvergleichlich sichere« und angenehme« Abführ-Mittel, da» mehrere Stühle mit sofortiger eklatanter Erleicherung und dauerndem Wohlbefinden bewirkt. MömarMüHkvki befindet sich im Slädchen-Ä iirg tischni-gebäude nnd ist jeden Montag und Öonn erstag von 7,7—:7,8 Ahr geöffnet. Gelichtsfacl. Kindesmord. Die 24°jährige Besitzerstochter Marie GorinSek au» Tepina bei Gonvbitz hatte feit mehr als 2 Jahren ein intimes Verhältnis mit dem Grund-besitzer Anton Fuhrmann in Breg bei Gonvbitz Sie rechnete damit, daß Fuhrmann sie heiraten werde und geriet in die größte Verzweiflung, als er um die Jahreswende ein« andere zum Altar führte. Natürlich schämte sie sich ihres Zustandes und ver-läugnete ihn auch. Am 15. Mai 1913 arbeitete sie zusammen mit Anna Walland im Garten des Baron Bih in Preurat bei Gonobitz. Die Arbeit ging ihr nicht recht von dcr Hand, da sich ein allgemeines Uebelbesinden eingestellt hatte, das von Anna Walland als Vorbote der Geburt, von Maria Gorinsek aber nur als Magenverstimmung gedeutet wurde. Sie ging nach ihrer Trennung von Anna Walland von der Villa Vay längs der Bahn Gonvbitz Heiligengeist-Pöltschach drannabwärts bis Preschigal und gebar dort einen Knaben. Den weiteren Verlauf dcr Ereignisse schilderte sie dann verschieden; Zuerst behauptete sie, sie habe daS Kind tot geboren und die Leiche in die Drann geworfen. Dann, als dus eifrige Suchen nach der Leiche ergebnislos blieb, schritt sie zu dem Ge> ständnisfe. daß sie das — allerdings totgeborene Kind nachhause getragen und im Weingarten ver-scharrt habe. Tatsächlich sand man beim Nachgrabe» am angegebenen Orte die Leiche eines starken, vollkommen entwickelten männlichen Kindes, dessen Obduktion nur die Tatsache ergab, daß e» nach der Geburt gelebt habe, ohne daß eS jedoch gelungen wäre, die Todesursache festzustellen. Dazu war die Verwesung schon zu sehr fortgeschritten. Schließlich gestand die Angeklagte unter allen möglichen Aus-flüchtungen, felbst, daß sie das Kind gleich nach der Geburt erwürgt habe. Sie gab zu, daß eS kräftig geschrien hatte und verantwortete sich damit, sie habe gerade an der Eisenbahnstrecke entbunden, als der Abcndzug (halb 8 Uhr) gegen Gonobitz gefahren sei. Ans Scham und ihrer Not habe sie dann, ohne zu achten wie, das Kind leicht am Halse gegriffen und 30 Schütte weit seitwärts getragen. Das Kind sei hiebei gestorben. Sie habe jedoch nicht die Absicht gehabt, cö zu töten. Das tote Kind habe sie dann nachhause getragen, i» der Laubstreu verborgen und tagsdaranf im Weingarten vergraben. Schließlich legte sie aber auch der Zeugin Marie Korosrc gegenüber ein viel umfaßenderes Geständnis ab. Sie sagte ihr während der Untersuchungshaft, daß sie das Kind zuhause in einer Hütte geboren und es absichtlich erwürg» habe, weil sie zornig, beschämt und in Angst vor ihren Eltern gewesen sei. Das Erwürgen sei so vor sich gegangen, daß sie das Kind dreimal am Halse faßte und würgte, bis es „fertig" gewesen sei. Auch äußerte sie wiederholt der Zeugin gegenüber die Besorgnis, daß die GerichtSärzte an der Leiche Würgespuren finden könnten und bat um Stillschweigen in dieser An-gclegenheit. Der Verdacht, daß sie das Kind ab> sichtlich ermordet habe, erschien nach alledem wohl gerechtfertigt. Nach dem Wahrspruche der Geschworene« wurde Marie Gorinsek wegen Verheimlichung der Geburt zu 3 Monaten Arrestes verurteilt. Die Schuldfragen auf Kindesmord wurde einstimmig verneint. Brandlegung und Betrug. Am 15. d. begann unter dem Vorsitze des Kreis-gerichtspräsidenten Adalbert Kotzian die dritte Schwur. gerichtSsession dieses Jahres. Gegenstand der ersten Verhandlung war nachstehender Vorfall: Der 55-jährige Besitzer Josef Vodusck d. Ae. aus Negaun bei Sauerbrunn, dessen Gattin Anna Voduse, Eigen-tümerin der Liegenfchaft E.-Z. 75 Kat.-Gem. Negaun mit dem Wohnhaus« Nr. 24 ist. besitzt 300 Schritte davon entfernt zwei kleine Anwesen, nämlich die Liegenschast E.-Z. 14 Kat. Gem. Negaun mit dem Wohnhause Nr" 10 und E.-Z. 47 mit der Keusche Nr. 42. Letztere Liegenschaft hat er mit dem Kauf-vertrage vom 24. Oktober 1911 von Josef und AgneS Perkovii um 600 Kronen erworben. Wie-wohl die Keusche Nr. 42 nur einen Wert von 200 bis 300 Kronen hatte und darin nur ein Tisch und eine Bank standen, ließ er sie samt Einrichtung am 1. Mai 1912 bei der Wechselseitigen Brandschaden-versicherungSgesellschast in Graz um 1060 Kronen versichern. Schon in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli 1912, 2 Uhr morgens, brannte diese Keusche ganz nieder und Josef Vodusek erhielt eine Entschädigung von 472 42 Kronen von dcr Per-sicherungSgesellschast ausbezahlt. Durch den damali-gen Brand war daS benachbarte strohgedeckte Wohn« Haus der Eheleute Simon und Agnes Blasina der Feuersgejahr ausgesetzt, denn dieses Haus steht nur 7:5 Meter von der abgebrannten Keusche entfernt. Diese Nähe hatte zur Folge, daß tatsächlich das Stroh an der dem Brande zugekehrten Seite des Daches zu glimmen begann, so daß daS Ueber-greifen deS Feuers nur durch Begicßen diefeS DacheS verhindert werden konnte. Wäre daS Feuer auch hier auSgcbrochen, wäre augenscheinlich Simon Blasina mit Gattin und Kind der Gefahr ausgesetzt gewesen, da sie sich bei spätem Erwachen vielleicht nicht mehr hätte» retten können. Josef Vodusek, welcher sich ständig in Geldnöten befand, ist geständig, die Keusche in der Absicht selbst in Brand gesteckt zu haben, um die Brandschadenvergütung zu bekommen. Da dabei au-h das Wohnhaus Nr. 1t), welches übrigens von ihm übertrieben hoch versichert worden war, gesähr, det war, hat er kurz vor der Brandlegung, wie die» seine eigenen Kinder und Simon Blasina beobachtet haben, alle brauchbaren Fährnisse daraus entfernt und auch die ständig dort eingestellte Kuh in den Stall seiner Frau überstellt. Um jedoch für die zu erwartende gerichtliche Untersuchung eine Entlastung in dem Sinne z» haben, daß er sich in der kriti-schen Nacht nicht auS dcm Kreise seiner Familie auf dem Anwesen seiner Gaitin entfernt habe, belehrte er seine beiden Söhne Josef und Anton Vodusek, wie dies ersterer angibt, der Gendarmerie gegenüber und vor Gericht auszusagen, daß alle drei gemein-sam schlafen und am Morgen gemeinsam erwacht seien. Voiusek gibt aber selbst zu. daß er sich am Abende des 12. Juli erst 15 bis 30 Minuten nach feinen Söhnen zur Ruhe begeben und diese im Heu schon schlasend angetroffen habe. Die Geschworenen bejahten die Schuldsrage, worauf der Gerichtshof Jofef Vodnsck ?n drei Jahien schweren Kerkers ver-urteilte. ___ Hingesendet. Die Ziehung der Kaiserin Elisabeth Künstlerheimlotterie findet bereits am 27. d. statt. Es geht an jene Privatpersonen, welchen be-reit# Lose zugeschickt wurden, das Ersuchen, die nicht akzeptierten Lose der Lotterreleitung retournieren zu wollen, damit dieselbe in die Lage kommt, die Lose im Interesse deS humanitären Zweckes anderweitig plazieren zu können. Zahn-Crem Mundwasser^ 3 & 18 merke man sich, wenn man wissen will, aus welchen der Zodener GemeindeheilqueUen Fay» ächte Sodener Mineral-Pastillen — und nur diese! — gewonnen werde». » und IS sind zugleich die mit am meisten va-ordneten un'' benutzten Soden» Gemeinde-Heil-quellen, und der Wert von Jays Sodener Mineral-Pastillen 'ergibt sich sonach ganz von selbst. Man verwendet sie bei Heiserkeit, Verschleimung. tarrhen des Keblkopf« und der Bronchien, stini»-licher Indisposition mit stets gleich ausgezeichnet» Erfolg. Doch achte man aus den Namen ans die amtliche Bescheinigung de» Bürgermerster-Amtes zu Bad Soden a. T. aus weißem Kontrvll-streifen und lasse sich keine Nachahmungen a,s> ' schwayen. Steckenpferd- Lilienmilchfeife von Bergmann & ffo., leisesten a. Elbe bleibt »ach wie vor unerreicht in ihrer Wirkung grgen Sommersprossen sowie unentbehrlich für eine rationelle Haut und Schönheitspflege, was durch täglich einläutende Anerkennungsschreiben unwiderleglich be-stäligt wird, a 80 h oorrälitz in Apotheken, Troge-rien und Parfümeriegeschüsien ic. Desgleichen bewährt sich Bergmann'S Liliencreme .Manera" wunderbar zur Erhaltung zarter DamenhSnde i in Tuben i 70 h überall vorrätig. Welchen Kaffee-Zusatz verwenden Sie, Fra» Nachbarin? 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