^ 74 Zsreltag den SZ. Juni 187K. Zahrgaug. MÜM ZkilU. Die Marburger Seituna" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg ^ g^anzjShria 6 fl., in» Haus monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig Cürltischer Vkrfass««gsschwi«dtl. II. Marburg. 21. Juni. Die Verfassung, deren Entwurf von der hohen Pforte genehmigt worden, ist der blühendste politische Schwindel, ist eine wohlgeplante Gaunerei, um Eliropa belügen, die Christen des Reiches in besserer Form und auf leichtere Weise berauben zu können — iminer vorausgesetzt, daß von dieser Seite der „Nationalrath in Konstantinopel" a»lch beschickt wird. Eine Verfassung für die neun Provinzen der europäischen Türkei allein gegeben, müßte den Christen die Mehrheit sichern; dies aber soll verhütet und deßwegen die Verfassung auf die sechzehn Provinzen in der asiatischen Türkei ausgedehnt werden. Die Mahoniedaner befänden sich also in erdrückender Mehrheit sogar dann, wenn das allgemeine Stimmrecht eingeführt würde. Die hohe Pforte wird jedoch das Wahlrecht gewiß an Bedingungen knüpfen. Die hohe Pforte darf auch dasselbe nicht von der Steuer abhängig machen, weil ja die Christen die eigentlichen Steuerträger sind und nach dieser Schä» tzung im Vortheil wären; es wird daher wohl der Besitz entscheiden, um den Mahomedanern die Mehrheit zu gewährleisten auch in jenen Gemeinden, wo die Zahl der Christen größer ist. Der Staatsrath, welcher ausschließlich die Gesetze vorberathen soll, wird von der Regierung erimnnt — wird also aus Anhängern, aus „Kreaturen" derselben bestehen und werden die Entwürfe nichts sein, als was sie nach dein Plane der Versassungüschöpfer sein sollen: die paragraphirte Willkür der Regierung. Der Natiollalrath, welcher die Vorlage»' der Regierung ablehnen darf, wird in Wahrheit und Wirklichkeit nur ein Rath von Mahomedanern sein — die erste Bürgschaft für die Annahme von Gesetzentwürfen, deren Ableh. nung die christlichen Mitglieder beantragen. Die hohe Pforte wird aber auch dafür sorgen, daß dieser Nationalrath eine Versanimlung von Parteigenossen ist. Die türkische Regierung darf sich in dieser Beziehung glücklicher preisen, als ihre Schwestern im Westen des Welttheils. Die türkische Regierung muß nicht zu jenen Mittelchen ihre Zuflucht nehmen, die bisweilen in Europa verschrieben und verdaut werden — o nein! — sie braucht nur ein Mittel anzu« wenden — ein Mittel, welches zu den berechtigten Eigenthilmlichkeiten ihres Stammes gehört : die rohe, rasche Gewalt! tinbav-Agssttllaig ««d Weimarkt in Marbmg. II. (Spezial-Programm.) Nach den allgemeinen Bestimmungen zer-falle»l die Ausstellungsgegenstände in 5 Gruppen: Gruppe I. Weine. In die Gruppe I werden nur Weine aufgenommen, die in Oesterreich erzeugt sind, und voll Produzenten oder Weinhändlern der be treffenden Länder angemeldet werden, nach folgenden Klassen: gewöhnliche Tisch- oder Zapfenweine, a) rotl)e, d) weiße; V. feinere Tisch- und Flaschenweine, li.) rothe, d) weiße; Aeuitteton. Die Wtibttttvliliitil«» z« Kelst. In dieser Zeit, „wo es bestinlmt im hohen Rath, daß man von Allem, was mal; hat, muß steuern", ist es eine zwar etwas wehinüthige Genugthuung, wenn wir, unsere Erinllerung an die gute alte Zeit auffrischend, in naiv geschriebenen Chroniken lesen, daß nian einstens nicht so fromm gewesen, sich derartige quälellde Lasten gefallen zu lassen. Wir führeil in folgenden Zeilen dem gütigen Leser einen solchen Fall vor, der ein besonders heiteres Kolorit zur Schau trägt, weil das zarte und schwache Geschlecht die Zügel in die Hand nahtn und, halb und lialb zu Hyänen werdeild, nnt gewaltiger Eliergie sich gegen aufgedrungene Steuerlasten mehrte, llnd lnit Erfolg. Zwischen Rotterdam und dem Haag liegt die jetzt stille, aber einst durch ihren Gewerbfleiß ausgezeichnete Stadt Delst. Berühmt durch ihre vielen Fabriken, besonders eine Fayencefabrik, durch ihre Gärten, die del»en il» Haag nicht nachstanden, und durch die Unmassen von Brücken, ist Delst noch besonders bekannt durch die Grabstätten dreier berühnlter Männer, des Prinzen Wilhelm von Oranien-Stassau, des Ad-lnirals Tromp, eines der größten Seehelden, und Hugo GrotiuS', eines der Gelehrten Hollands. In Delst nun hat sich die folgende „Hi-storie" begeben, die in mancher Hillsicht ihresgleichen in der Geschichte der Menschheit sucht. Man schrieb dell 2Z. Julius des Jahres lklk. Es war ein herrlicher Solninertag ge» wesen, sonnenblauer, klarer Himmel, wie man ihn sich nicht schöner denken konnte. Im Allgenblick des Beainns unserer Erzähluilg warfen die Bäume schon lange Schatten, nnt einem letzten Scheidegrub blickte die Sonne durch die kleinen Zinkfenster des Wirthühauses „zum goldenen Lannn" in Delst und wob ein flinnnern-des Netz von goldenen Fäden an die gegenüberliegende Wand. Am Fenster des sehr geräunii-gen Gastzimmers saß die Wirthin selbst, eine trästige Figur mit markigem GesichtSauSdruck, der man ansah, daß sie trotz ihres Wittwen. standes gar wohl Ordnung in einer vom Trunk erhitzteil Gesellschaft zu halten mußte So mar es. Das „goldene Lanlm" mar eines der be-suchtesteil Gasthällser, der Mittelstaild, Handwerker nlld kleine Kauflente füllten Abellds das Zimmer und mall wußte, daß sich Frau Mar- halbjährig 8 fl., vierteljahrig 1 fl. 60 kr; für Zustellung 2 fl. Insertiontgebühr 8 k. pr. Seile. (?. Bouquetweine; v. Ausbruchweine, a) rothe, b) weihe; L. Schaumweine. Zur Beurtheilung durch die Jury und Preisbewerbung werden zugelassen: 1. Nur jene Weine, welche auf dem Weinmarkte in der Klaffe ^ wenigstens mit 2 Hektoliter und in den anderen Klassen wenigstens mit 100 Flaschen vertreten sind. Jeder Aussteller hat in der Anmeldung anzugeben, welche der auf den Weinmarkt gebrachten Weine derselbe der Beurtheilung der Jury ulld der Preisbewerbung unterziehen will, und hat zu diesem BeHufe bis zum 1. September 3 Flaschen an das Ausstellungs-Komite einzusenden, wovon 2 Flaschen fiir die Jury und eine Flasche zur Konstatirung der Identität der eingesendeten Probe mit dem am Weinmarkte aufgestellten Weine bestimmt silld. 2. Collektiv-Ausstellungen aller im Reichs-rathe vertretenen Königreiche und Länder. Es ist wünschenswerth, daß von jedem österreichischen Krolllande ein möglichst vollkom-lnenes Bild der gesamlnten Weinproduktion geboten »verde und es werden die landwirthschaft-lichell Ulld önologischen Gesellschasten und Vereine, oder Konsortien von Weinproduzenten eingeladen, sür jedes Land eine Collektiv-AuSstel-lung aller im Lande erzeugten Typen von Weinen zur Ausstellung zu bringeil, welche die gallze Produktion des betreffenden Landes nach hervorragenden Weingebietei, oder Rebsorten repräsentirt. Alls den einzelnen in die Collektiv-Ausstellllng aufgenommeneil Proben ist der Nalne des Erzeugers, der Erzeugungsort, die Rebsorte ulld der Jahrgallg ersichtlich zu lna-chen, und es ist der Vergleichung wegen wünschenswerth, daß dieselben von eilleln Jahrgange gret Hopf (fo hieß die Wirthin) ein gut Stück Geld für ihre alten Tage zurückgelegt hatte. Mit der einbrechenden Dämmerullg füllte sich das Zilnmer allmälig «lehr und mehr mit Gästel, an. Die Meisten fchüttelten der Wirthin mit kollegialischeln Gruße die Hand, bevor sie sich hinter ihren Maßkrng setzten, um über die Geschicke der Welt, über Indien, wo Holland dazumal die leitende Macht hatte, über Spanien, den eifersüchtigen Feilid der Holländer, oder über sonstige wichtige Ereigliisse aus der engeren Heilnath zu deliberiren. Heute aber, das merkte inan bald, waren die Gedanken sämmtlicher von nichts Anderem erfüllt, als von der am Tage vorher verkündeten neuen Steuer aus das Getreide, die nach dein Dekrete des Magistrates und der Bürgerschaft zur Deckung der Kosten, welche für die bei dem in letzter Zeit großartigen Aufschwung des Handels in Delft nothmeildige Erlveiterung des Hafens entstehen lvttrden, beschlossen war. Die eifrigste Debatte über dieses Ereigniß war bald in Gang ge' bracht. Nur wenige Stimmen waren überhaupt gegeit die Ausführung des Projektes, den Hasen zu erlveitern, denn wie scholl vorher gesagt, ill Delst blilhten Handel und Gewerbe, und ganz Holland stand zu jeiler Zeit aus dem Höhepunkt seiner Macht ulid seines Ansehens. Mit der nationalen Größe lvar auch in der herrühren. Die Beurtheilung der Weine wird nach den einzelnen Proben, die Prämirung hingegen nur für die Collektiv-Ausstellung als Ganzes vorgenonlmen. Von jeder einzelnen Probe sollen 3—5 Flaschen eingesendet werden. Die zuerkannten Preise werden noch während der Dauer des Weinmarktes bekannt gemacht. Gruppe II. In diese Gruppe werden aufgel»ommen Weinreben und alle Rebenprodukte des Weinbaues, welche sich bei der Verwerthung der Weinrückstände und Weintrebern ergeben, z.B. Weingeist, Aenantäther, Weinstein zc., dann Produkte der Rebschulen und Reben nach den verschiedenen Erziehungsarten aus allen im Reichs-rathe vertretenen Königreichen und Ländern. Gruppe III. Da im Anschluß an den Weinbau-Kongreß auch die internationale ampelograpbische Kommission in Marburg tagen wird, so ist es «ün-schmswerth, daß aus allen Ländern Traubensortimente der in denselben vorkommenden Traubensorten, sowohl der einheimischen, als der eingeführten ausgestellt werden. Die Weintrauben sollen in Tafel- und Keltertrauben gesondert, und bei den letzteren besonders jene bezeichnet werden, aus welchen die hervorragendsten Weine des Landes erzeugt werden. — Bei den einheimischen Traubensorten soll die lokale. Benennung, bei den eingeführten jene Bezeichnung angegeben werden, unter der ste eingeführt wurden. Bei weniger bekannten Traubensorten ist es wünschenswerth, daß von jeder Sorte wenigstens 2 l^emplare mit mehreren zwischen Papier getrockneten Blättern und etwas Rebholz eingesendet werden, damit die Bestimmung oes Namens, respektive dessen Berichtigung vorgenommen werden kann. Es werden daher insbesondere die landwirthschaftlichen Gesellschaften, die önologischen Vereine, Lehranstalten und Versuchsstationen aller Länder ersucht, solche für die amvelographischen Studien höchst schätzbare Eollettiv-Ausstellungen zu veranstalten. Anmerkung: Die Verpackung der Trauben geschieht am besten in stachen Kisten, worin höchstens 2 Lagen Trauben übereinander zu liegen kommen, welche durch eine Zwischenlage von Farrenkrautblätter oder andere elastische Stoffe zu trennen sind. Jede einzelne Traube wird in einen Bogen nicht zu weichen Fließe papiers eingerollt, und diese Rollen dicht nebeneinander in die Kiste eingelegt. Größere Kisten Brust eines jeden, selbst des kleinsten Bürgers das Gefühl gelegt, einem angesehenen großen Volke anzugehören, und Jeder wollte gerne, sei's mit der Donnerbüchse in der Hand, sei's mit Geld, sein Scherflein dem Staate zuwen-den. Aber wie diese neue Steuer, wenn ste auch für das Gemeinwohl der Stadt Delft berechnet war, die kleinen Bürger und Handwerker so sehr in Aufregung versetzen konnte, begreift mal» erst, wenn man weiß, daß durch dieselbe ganz besonders die weniger wohlhabende Klaffe des Volkes betroffen wurde. Die Steuer war aus das Getreide gelegt, dessen das Volk am allerwenigsten entbehren kann. Nun waren, da Holland selbst bekanntlich nur wenig Ge» treide wegen seiner niederen Lage hervorbringt und fast Alles zu Schiff eingeführt wurde, die großen Lagerhäuser, in denen das Korn aufgespeichert war, natürlich im Besitz der großen reichen Kallfleute, von denen dasselbe in den Detailvertauf gebracht wurde. Ein höherer Zoll mußte also ganz allein die ärmere Klasse treffen, da die Preise dadurch für diese erhöht wurden und den großell Kaufherren kein Schaden erwachsen konnte. Diese Erwägungen wurden hin und her über die Tische besprochen, und besonders war es der kleine Schneidermeister Värdwas, der unter heftigen Gestikulationen diese Steuer als sollten durch Zwischenwände in mehrere Abthei« lungen eingetheilt werden, damit der Druck für die Trauben bei starker Erschütterung der Kiste nicht zu groß ist. Bei sehr weiten Entfernungen wird die Versendung in flachen kleinen Kistchen (Zigarrenkistchen) zu empfehlen sein, welche dann wieder in größere Kisten zusammen zu stellen sind. Gruppe IV. In diese Gruppe werden aufgenommen : ?. Geräthe und Materialien zur BeHand» lung des Bodens und zwar: a) Geräthe, wie z. B. WeinbergS-Pflüge, Karste, Hauen zc. ; d) künstliche Dünger. 2. Geräthe und Materialien zur Behandlung der Reben: a) Geräthe, wie^z. B. Scheeren. Messer, Ringelzangen, Veredlungsinstrumente; b) imprägnirte Pfähle. Säulen, Rahmen für verschiedene Rebenanlagen und Erziehungsarten, galvanistrter Draht, Drahtspanner; e) Schutzmittel der Reben, wie z. B. Räucherkerzen und andere Mittel gegen Frost, Schwefelblüthen, pulverisirter Stangen^we-fel und Apparate zu dessen Anwendung, Mittel gegen schädliche Insekten zc.; 6) Geräthe zu Neuanlageli der Weingärten, zum Abmessen und Ausstecken, zur Anlegung der Wasserabzüge. 3. Die bei der Lese in Anwendung kommenden Geräthe und Maschinen, wie z. B. Traubenscheeren, Sortirgefässe, Butten, Tragkörbe, Abbeermaschinell, Traubenquetschmaschi-llell, Pressen. 4. Geräthe und Materialien zur Behandlung der Moste und Weine, wie z. B. Fässer, Kusill, Schaffet, Stützen, Gährbottiche, Gähr-fpunde, Füllflaschen, Lüftungs- und Filtrirap-parate. Pumpen, Schläuche und sonstige Apparate zum Umfüllen, Klärmittel, Filtrirkohle, Laolin, Hausenblase, Gelatine, Materialien zur Unterdrückung der Gährung, Salicylsäure. V. Geräthe für Flaschenweine, als: Bou« teillen, Korke, Kapseln, Flaschenreilligungsma-schinen. Körbe, VerkorkungSmaschinen, Flaschen-träger, Korkzieher, Frappirmaschinen, Decantir-apparate. 6. Geräthe und Einrichtullgen für die Verwerthung der Nebenprodukte des Weinbaues, als: Gelägerpressen, Gelägersäcke, Brennapparate. Da die Ausstellung dieser Gruppe einen illternationalen Charakter hat, so werden die Erzeuger solcher Geräthe »lnd Maschinen und unerträglich, als eine Beleidigung des Volks, als Blutsaugerei bezeichnete. „Warum", rief er, „sollen wir, bie wir unsere Heller im Schweiß unseres Angesichts und lnit harten Händen verdienen lnüssen, waruln sollen wir unser Brod noch theurer bezahlen, währeild die Reichen hinter der schlve ren Tafel fitzen ulld ihren Wein trinken? Hat man denn auch den theuren Wein der Kaufherren, die ihn doch aus Ungarn und aus aller Herrell Ländern kommen lassen können, inehr versteuert?! Nein, und sie können es doch wahrlich besser zahlen als wir." „Er hat Recht", hörte man an allen Tischen, „er hat Recht, den theuren Weil» hätte der Magistrat versteuern sollen, nicht unser Brod!" ,/Ja", suhr der Schneidermeister, befriedigt von dem Eindruck seiner Worte, fort, „das hätte der Magistrat thuil sollell. lind nun hört noch dazu, wie dieser >leue AceiSlneister (ihr kennt den Franzmann ja, der dllrch die Frau von dem Herrn vom Hofe angestellt ist) sich bei dieser neuen Steuer geberdet. Heut' gehe ich bei dem Aceishaus vorbei und da steht er an der Thür, und wie ich ihn frag', ob an dem Gerücht von der Steuer auf das Getraid' was Wahres sei/ da lacht mich der Kerl aus und ruft: „Ihr seid jetzt der Vierundzwanzig- Materialien auch außerösterreichischer Länder eingeladen, diese Ausstellung mit ihren Produkten zahlreich zu beschicken, und da für dieselben ein reichlicher Absatz zu erwarten steht, sich insbesondere bei den kleineren Geräthen mit einem entsprechenden Vorrathe zu versehen. Gruppe V. In diese Gruppe gehören: 1. Apparate zur Bestimmung der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Bodens und darauf Bezug habende Analysen, Bodenarten, grafische Darstellungen, Pläne von WeinbergSanlagen zc. 2. Apparate zur chemischen und physiologischen Untersuchung des Weinstockes und darauf Bezug habende Präparate und Abbildungen:c. 3. Mikroskopische und anschauliche Präparate der verschiedenen Rebenkrankheiten und der dieselben bedingenden llrsachen. 4. Mikroskopische und anschauliche Prä« parate und Darstellungen der schädlichen Insekten, insbesondere über das Leben, die Vermehrung und Vernichtung derv»8tatrix. b. Apparate und Materialien zur Unter-suchullg der Moste, Weine und Hefen, aus den letzteren gewonnene Präparate und anschauliche Analysen, Most- und Weinwagei», Sacharometer, Säuremesser, Versuche zur Veranschaulichung des Einflusses verschiedener BeHandlungsweisen auf den Verlauf der Gährung. Versuche über die Anwendung der Salicylsäure zc. 6 Modelle und Abbildungen beim Weinbaue und der Weinbehandlung üblicher Geräthe und Apparate. 7. Mikroskopische Präparate und anschauliche Darstellungen der die Weiilkrankheiten ver-ursachendell Organismen, Modelle von Apparaten und sonstlge Mittel zur Verhütung oder Heilung der Weinkrankheiten, wie z. B. Erwär-mungsapparate zc. 8. Literatur des Weinbaues uild der Kel^ lerwirthschast. Bei dem großen Einflüsse, den die Beschaf-fenheit des Bodens auf die Entwicklung der Rebe u»ld auf den Wein hat, erscheint es als wünschenswerth, daß aus allen Lälldern mög^ lichst vollständige Sammlungen der vorkommenden verschiedenen Bodenarten zllr Ausstellung gebracht werdell. Die Probe»» solleil auf I Meter Tiefe in 3 Abtheilungen und zwar vonl Ober-, Mittel- mld Untergrlinde und jede Probe in der Quantität von l—2 ei l>illige Wohnungen zu finden sind; er kann dann mit dem Dampfwagen den Aus-stellungsplatz so schnell erreichen als mit den Straßenpserdebahnell, die aus dem Innern der Stadt Philadelphia komnren. (M urad V.) Der „France" wird aus Konstantinopel geschrieben: „Was Mnrad V. betrifft, so werden die Blätter, welche den Regierungsantritt des Prinzen nlit Freude l^egrüßt und ihn als einen mit der modernen Civilisa- tion vertrauten Mann dargestellt haben, der die Lehren der Vergangenheit beherzigen werde, bald ihren Jrrthum einsehen. Womit hat er sich, seitdem er den Thron bestiegen, beschäftigt? Mit nichts Gutem. Dagegen hat er sein Geld für Lappalien vergeudet. Da er seit acht Tagen in beständiger Angst lebt, beschäftigt er sich zum Beispiel damit, eine besondere Garde einzukleiden, die ihn Tag und Nacht bewachen soll. Diese Garde ist eine Kompagnie von dreihundert Hellebardieren, welche die Tracht der ehemaligen Schweizer der Urkantot,e und als Waffe den großen Degen und die Hellebarde tragen sollen. Ferner hat Murad Architekten zu sich beschieden und bei ihnen einen neuen Palast bestellt. Endlich kaufte uild kauft er noch täglich für unsinniges Geld Seidenstoffe für die Weiber seines Harems. Ich sage: die Weiber; denn ihrer sind, wie ich Ihnen versichern kann, über dreihundert an der Zahl. Glauben Sie mir, die Türkei wird bleiben, was sie war, und nicht Murad V. wird fie aus dem Abgrunde retten, in den fie mit jedem Tage tiefer versinkt. Der neue Sultan ist ein unentschlossener Kopf, ohne Energie, durch übermäßigen Genuß scharfer Getränke geschwächt, und denkt an nichts weniger als an den Fortschritt. Er unterliegt dem Einflüsse seiner fanatischen Mutter und will auf ihre Eingebung, daß die türkischen Frauen, welche durchsichtige Jachmaks (Schleier) angenommen haben, wieder ganz dichte Schleier tragen und sich das Gesicht wie die Egypterinnen vergittern. Das ist das goldene Zeitalter, welches mit Murad beginnen sollte. (Obstbau. Bäume an Landstraßen.) Die Direktion der Landstraßen in Mecklenburg hat an alle Wegbauämter die Verftgung erlassen, alsbald sämmtliche Pappelbäume längs der Staatsstraßen zu sällen und zu verkaufen. An ihrer Stelle haben die Wegwürter im nächsten Frühjahre Obstbäume zu pflanzen und die Wahl der Sorten nach dem Boden und dem Klima des künftigen Standortes der Bäume zu bemessen. (Vaterländische Lebensvers i-cherungs-Bank in Wien.) Der Geschäftsstand stellt sich dem Jahresbericht zusolge mit 31. Dezember 1875 auf 3,556.235 fl. ver^ sicherte» Kapital und 7.400 fl. versicherte Rente, was gegen das Vorjahr einen Geschäftszuwachs von 5:^2.012 fl. ergiebt. Die Prämieneinnahmen beziffern sich auf 149.882 fl. 72 kr., gegen 1874 eine Mehr-Einnahme von 27.^53 fl. 81 kr., die Reserve,» betrugen einfchließlich der Associa-tionsfondü 567.123 fl. '.Z6 kr., um 125.051 fl. 5 kr. mehr als im Vorjahre. Die, mit 568.482 fl. 69 kr. bewertheten Realitäten der Bank haben trotz der stellenweife eingetretenen 25perzentigen Zil^s-Ernmbigung eine durchschnitt» liche Verzinfung von 5 Prozent abgeworfen. Die Schadenfälle bliebet! wie in: Vorjahre bedeutend hinter der erwartungsinäßigen Sterb' lichkeit zurück, und bezifferi» sich auf 22 Leben mit 16.901 fl. 40 kr. Kapital, während 28 Leben mit 29.365 fl. 56 kr. erwartungsgemäß zur Auszahlung hätten gelangen solleil. Es war somit ein Kapital von 11.464 fl. 16 kr. weniger erforderlich, was der großen Vorsicht bei Auswahl und Annahme der Risken zuzuschreiben ist. Der Direktion ist es gelllngen, im Jahre 1875 bei der Regie die Summe von 14.006 fl. 24 kr. zn ersparen und sind auch für 1876 weitere Erfparungen in Aussicht genommen. Der Ausfall von 5.837 fl. 58 kr., der stch durch die Kosten der rumainschen Or» ganisirung und anderen Gefchäftsverhältnissen ergeben, wurde aus dem Refervefonde gedeckt, und sind nach dem Rechenfchaftsbericht folche VorsichtSinabregeln getroffen, daß selbst fiir den Fall, als die sozialen Verhältnisse wider Erwarten noch längere Zeit sich nicht bessern sollten, auch bei dem leblvscstcil Geschäftsgange ein ungünstiger Jahresabschluß uicht zu er. warten ist, uud die Vaterländische Lebeus-Ver-sicherungs-Bank sich einer allmallig aber sicher fortschreitenden Konsolidirung zu erfreuen haben wird. (Die Bilanz der Bank mit 31. Dezember 1875, sowie der Bericht der Revision«,Kommission vom 30. Mai 1876 ist im Jnseratentheile veröffentlicht.) «Nkarburger Kerichtk. (Steuernachlaß wegen Frostschäden.) Der Statthalter Freiherr von Kübeck hat bekanntlich in einer Denkschrist an den Finanzminister beantragt, wegen des Frostschadens vom 20. Mai ausnahmsweise einen Steuernachlaß gewähren zu wollen. Diesem Antrage entsprechend, gestattet nun der Minister, den Frostschaden in den Weingärten festzustellen. (Gerädert.) Am 16. Juni fuhr Martin Medved, Sohn eines Grundbesitzers in St. Lorenzen bei Pettau Laubstreu nach Haus<^: durch Unvorsichtigkeit gerieth er unter den Wa-gen nnd starb sofort unter den Verletzungen. (Brand.) In Rottenbach, Gerichtsbezirk Windisch Graz, brach am 18. d. M. zur Nachtzeit bei dem Grundbesitzer Anton Jesenko Feuer aus und wurde das hölzerne Wirthschaftsge-bäude gänzlich eingeäschert. Der freiwilligen Feuerwehr von Windisch-Graz und den Arbeitern des dortigen Senfenwerkes (Zeilinger) gelang es, das Wohnhaus theilweise zu retten und die mit Stroh gedeckten Nachbargebäude vor Schaden zu bewahren. (Ein neuer Feind der Obst bäume.) Dem „Volksfreund" wird geschrieben: In einem Dorse bei Radkersburg, NameilS Dornau, haben die Obstbäume einen sehr schlimmen Feind er-erhalten, ein kleines Insekt, das dem Borkenkäfer ähnlich, doch größer und dunklerer Farbe ist. Viele der schönsten Bäunle, die im Frühjahre zu treibeu begannen, starben nacheinander ad, und als man sie untersuchte, fand man den Stainm oberhall' vom genannten Insekte ganz durchlöchert. (Evangelische Gemeinde.) Am nächsten Sonntag den 25. Juni findet in der hiefigen evangel. Kirche ein öffentlicher Gottesdienst statt. (Teleg raphe nlinie Cilli-Juden- b u r g.) Zwischen Cilli llud Judenburg soll ullmittelbiir eine Telegraphenverbuldung herge» stellt werden und zwar iiber Neuhaus-Wöllan, Schöusteiu, Windisch-Graz, Wolssbera, St. Leonhardt'Obdach. Letzte Post. Der neue KriegSmintster GrafBhlandt gehört zur Partei de» Albrecht. Andrassy wird de» Kaiser nach Netch-»tadt begleiten, wo die Zusammenkunft mtt »em Kaiser von Rußland stattfindet. «.3''^ siidlichen Ungarn wird für die Auf-ständischen Geld gesammelt und geworben; ^^^dürfte der Belagerungszustand verhängt Die tiirttschen Truppen find im Kozara gebirge nach drei fruchtlosen Angriffen auf die Stellung der AufstAndische» in die Flucht geschlagen worden. Eingesandt Unter den Zahnpräparateu, welche sich in jeder Weise bewähren, nilumt jed.'nsaUs das Anatherin-Mundwaffer des Herrn Dr. I. G. Popp, k. k. Hofzahuarzt in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2, die erste Stellung ein. Dieses Ana-therin-Mundwasser hat sich seit mehr als -.Z5 Jahren bewährt, und in Tausendeil von Flacons nach allen Welttheilen verschickt, wird es von vielen Aerzten bei Zahn« und Mundkiankheiten angeordnet. Sehr zu empfehlen ist auch Dr. I. (H. P>^pp's Vegetabilisches Zahnpulver, welches bei täglicher Benützung zur Reinigung und Ge-sttnderl)altung der Zähne treffliche Dienste leistet. Die Anatherin-Zahnpasta, welche nicht der Ge-sllndheit schädliche Stoffe eilthält, ist eines der besten und dabei bequenlsten der existirenden Zahnreinigungsmittel. Hol)le kariöse Zähne kann man am besten mit der Zahn-Plombe mit Erfolg ausfüllen, wodurch dann die Caries eingeschränkt und die Auflockerung der Knochenmasse verhindert wird. Wir machen daher mit bestem Gewissen Jeden, der sich eines gesunden Mundes mit gesunden Organen zu erfreuen wünscht, aus die Auatherin-Präparate des k. k. Hos-Zahnarztes Herrn Dr. I. G. Popp in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2, ausmerksam, von welchen sich in allen Apotheken, Parsumerien, Droguen- und Galanteriewaaren-Handlungen Niederlagen befinden. AMLMr.Ill'.I'Ii.Mß KivItillSrstrttSiSS INI« H vis-^-vis ^er evan^. Xireke. M GW Haus sa««t WirthschaftSgebaude« nebst Aecker und Gemüsegarten in der Magda-lena-Borstadt ist auS freier Hand zu verkaufen; darauf wird gegenwärtig Wirthsgeschäft betrieben; im Hause befinden sich 4 Zimmer und 1 Küche, im WirthschaftSgebäude 2 Zimmer und 1 Küche. Auskunft im Comptoir d. Bl. (762 Winterkorn (NxM) ungefähr zweihundert Zollzentner, ist entweder zusammen oder in kleineren Partien sofort billig zu verkaufen. (689 Auskunft „Hotel zum schwarzen Adler" in Marburg. Gasthaus« ««d Meischerei-Verpachtaag. 3« Aötsch bei Franz Sernetz ist das Gasthaus sammt Fleischerei mit 1. September zu verpachten. (754 liekxsbsuxt xsbsll vir VM üöw ^blvbsQ ullserss mmxstxsusdtsll Lokuvs, bsziiokullgssvgisv öruäors 8tu«n«l'tnö»ll »n Ilsi' KlSAlgSII k. k. volcksr am 21. ä. I^orxsQs 5rüd, vor» sotlSQ mit tisu I'röitulleso äse d. in geivöm 13. I^sbsvs^kars 8oI!K im Lerrv slltsolilkksn ist. Das I^aiotieobs^kvxllisi knäst k'rsitag^ ävQ 23. »lulli ö Ilkr vom tiausv ill ävr aus statt. vis k. Lsslsllmssss virä Lamstax äoiz 24. ^ulli um 10 litir iu äsr vomicirodo xslsssn. ^arburx am 21. ^uui 137L. I^teUael Alareo AarKv A>are<» al8 Lltsro. ködert Alsrev 767 als KruZsr. > ^ II. stoisrm, I^sieltslikukbaltrungs» u. Looräigvnzss-^ustillt. I Eingesandt. (7ss Die Stammgaste des Hotels „Stadt Wien" aeben hiemit Kunde von der vorzüglichen Qualität des jüngst eingetroffenen Pilsner Bierts. der k. k. priv. von ^ Aliszr in rirkenliainnirr v. Sedviil «oiichiatz 4 Sklzdiii'x empfiehlt ihr reichhaltig afsortirtes Lager in allen Sorten von Verkauf M drs Ochi«al-/abrikspttistil. OaKsvI>aR»»I»v»ßt»Vi^i» werden die denkbar günstigsten Conditiouen bewilligt. Austrage von auswärts werden gewissen« hast und sofort ausgeführt. Nicht Convenirendes, wenn franeo zurückgesandt, wird bereitwilligst ausgetauscht. (694 Zu kMfen wird gesucht: ein kleines Haus mit Garten, oder ein kleines Haus mit schön gelegenem Weingarten in der nächsten Nähe von Marburg zu Studentenwohnungen. (743 Auskunst im Comptoir d. Bl. Das Gasthaus Nr. 91 in der Magdalena-Borstadt ist mit I.Juli 1876 zu verpachten oder zu verkaufen. Näheres beim Eigenthümer selbst. (751 Gi«e ga«z «e«e Gewölb- für Spezerei und Manufaktur geeignet, wird verkauft. ^755 Auskunft im Comptoir d. Bl Dampf'«.Wamenbad m drr Kiirlitlltr-VlirAadt täglich von 7 Uhr Früh biS 7 Uhr Abends. 156) Alois Vchmiderer. Ei» G-wSlb Z im Rathhaushose ist sogleich zu vergeben. Anfragt bei Marie Schräml. VAtsrlÄiäiscks I.ödö2S-VsrgickörmiLg-LaÄ^ in V^isv. So« Kiläv^-Vont«. tiRdsn Kotiva Obligationen der Antheilschein.Besitzer . . Saffa............. Realitäten ........... Portefeuille........... Effecten zum Course 31. Dezember !875 und Cassascheine Filial-Saldi und gestundete Prämien . . Darlehen auf Effecten....... Polizzen-Belehnungen ....... Debitoren per Saldo........ Inventar an Mobilien, Schildern und Drucksorten ........... Organisationskosten........ Provisionen und sonstige Vorauslagkn . . Saldo der Einnahme» und Ausgaben pro 1876 Reserve-Antheil der Rückversicherer . . . ?. sr. 52.500 12.287 20 568.482 69 4.272 56 43.277 54 46.194 75 29.997 48 10.518 81 46.127 39 17.160 41 16.186 32 86.655 09 3.656 34 8.746 89 946.063 47 ! ?ss8iva. Ausgegebene Äntheilscheine....... Prämien-Reserven.......... Reservefond............ Associationsfond.....sl. 385.955 60 Ab Polizzen-Darlehen. . „ 4.363 36 Creditoren per Saldo ........ Pendente Schäden für eigene Rechnung . . si. 105.00G 185.531 813 381.592 266.331 6.795 V46.063 kr. 02 23 24 81 17 47 Geprüft und mit den Büchern übereinstimmend befunden: Die Revisoren: Morttz Abeles w. x. Varl Tauer m. p. Der Oberbuchhalter: Leisner m. p. (753 Geehre lSeneral-Versammlung! Die Gefertigten, von der fünsten ordentlichen General^Versammlung gewählten Revisoren haben am 30. Oktober 1875 in Gemeinschaft mit dem seither in den Verwaltungsrath berufenen Mitgliede der Revisions-Commission, Herrn Adolf Sallmayer. den halbjährigen Ab-schluß der „Vaterländischen LebenS-VersicherungS'Bank" einer genauen Revision nnterzogen und dessen vollständige Richtigkeit durch einen eingehenden Vergleich der vorgelegten Rohbilanz mit den Haupt- und Nebenbüchern conslatirt. In gleicher Weise wurde am heutigen Taj;e die Schlußrechnung füc das Jahr 1375 auf das Sorgfältigste geprüft; es wurden die einzelnen Posten der publicirten Bilanz an der Hand der Rühbilanz mit den Eintragungen in fämmtliche Bücher der Anstalt verglichen und die erstern in vollkommener Uebereinstimmung mit den letz« tern befunden. Die an beiden Tagen vorgenommeR evision der Cassen- und Werthbestände ergab den Beweis correctester Vermögensgebahrung und stellen die Gefertigten auf Grund dessen den Antrag: Die sechste ordentliche General Versammlung der „Vaterländischen LebenS-VersichernngS-Bank" wolle dem Verwaltungsrathe und der Direktion der Anstalt unter Anerkennung der Richtigkeit der vorgelegten Abschlüsse beziiglich der gesammten Geschästs- und Fondsgebahrung im Jahre 1875 unbedingtes Absolutorium ertheilen. _Wien, den 30. Mai 1876. Morttz Abeles m. p. Carl Sauer m. p. Berautwortliche Redokttou. Vmck und Verlag vou Eduard Ianlchih tn vtarbUrg. A.N.L^.