^ SS Mittwoch dm 15. Mi 1878. lVII. Jahrgang Vit ^«arburger Seitung" eefchelnt jedtn Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preis, - für Marburg ganziShria 6 fl. ins Haus monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig , halbjShria 8 fl., vierteljährig 1 fl. ö0 kr? für gustellun, 2 fl. Jnsertiontgebühr 8 kr. pr. geile. MV»«»» VarvisMvtchstl ««d flehtadts Hrer. Marblirg, 14. Mai. In diesem Jahre werden wie früher grö-ßere Garnisonswechsel stattfinden: von Saaz nach Raal), von Ebersdorf nach Pest, von Ka-schau nach Wien, von Znaim nach Ezernowitz und von Ezernowitz nach Znaim, von Czegled nach Landshut und von hier wieder nach Czeg» led, vo» Marburg nach Sifsek und umgekehrt, von Eapo d'Jstria nach Marburg. . . Hinüber, herüber, kreuz und quer ziehen die Truppen und wiederholt sich ein Schauspiel, welches der Rechts» und Wirthschasts-Staat im Frieden nicht bieten soll. Der Bürger, der sich zur Vertheidigung des Staates in den Waffen übt, darf seiner Heimat nicht zu dem Zweck entrissen werden, um seinen Standort zu ändern, weil die Vorbereitung zum Kriegsdienst einen derartige!» Wechsel nicht erfordert. Und nach der Lehre vom Haushalt des Staates, welche Oesterreich-Ungarn praktisch zu bethätigen eben so viele Gründe hat, als eS Schuüien verbucht und Steuern eintreibt, muß überall gespart werden, wo die Ausgabe nicht nnerläßlich ist Die MilitÄrpartei versichert, der Garni-sonswechsel im Frieden gehöre zum Wesen des stehenden Heeres. Bei diesem Bekenlltniß sassen wir die Gegner und schmieden aus demsel!.^en uns eine Waffe mehr zum Angriffe aus das ganze System. Der Garmsonswechsel in iOester-reich-Ungarn wird fortdaueln, so lang jene Partei im Befitze der Macht und des betreffenden Versügungsrechtes sich befindet; er wird zu Ende gehen nur mit dem stehenden Heere selbst. Wer anerkennt, daß die Dienstpflichtigen (Krieg, Kriegsgefahr, innere Unruhen und Waffenübungen ausgenommen) ein Recht auf das Verweilen in ihrer Heimat haben und wer verlangt, daß die Militärkosten nicht durch Truppenverlegung L»n Frieden unnöthig erhöht werden, muß bei richtiger Folgerung auch ftlr die Aufhebung des stehenden Heeres stimmen für die Einführung der Volkswehr. Franz Wiesthaler. Vtvrrdlichk Ausgabt«. Professor Reuleaux, Direktor der Gewerbeakademie zu Berlin ist in weitesten Kreisen bekannt geworden durch sein Urtl)eil, welches er gelegentlich der Philadelphier Weltausstellung über die Industrie Deutschlands gesprochen. Reuleatix hat jetzt in Leipzig über gewerbliche Aufgaben einen Vortrag gehalten, der in der Monatsschrift „Nord und Süd" von P. Lindau erschienen und l)ier im Auszug eine Stelle finden mag. Die Wahrheit, für welche der berühmte Fachmann eingestanden, verdient auch in Oesterreich beherzigt zu werden, da hier wie dort gleiche Ursachen die gleiche Wirkung hervorgebracht. Neuleaux sagt unter andern: Auf den Gewerbebetrieb unseres Vater landes hat die Neigung zur Selbstüberschätzung einen weit tiefer greifenden Einfluß ausgeübt, als Viele glauben. Sie hat in derselben Na-tion, von welcher wir wissen, daß sie vor an-verlhalb und zwei Jahrhunderten noch die gründlichste Verachtung des Unechten, des Scheinwesens, des Halben besaß, allmälig eine Nachsichtigkeit der Anschauungen sich entwickeln lassen, welche erschrecken kann. Das große Publikum hat es anfangs verzeihlich gesunden, dann er-tragen, dann fllr richtig erklärt, daß der Schein dem Wesen in den Gegenständen seiner Eitl-käuse vorzuziehen sei. Kleider, Schuhe. Schmuck, Möbel, Geschirre, Geräthe aller Art sollen hübsch aussehen in erster Linie, sie sollen wo immer möglich etwas Echtes verstellen, brauchen es aber nicht zu sein — sie kosten ja auch nicht so viel! Dte Industrie hat anfänglich mit kleiner Unruhe, dann mit Achselzucken uud endlich mit dem Bewußtsein voller Berechtigung das Fabrikat dem entsprechend hergestellt. Imitation, Surrogat sind die verderblichen Schlagworte für eine ganze Reihe von Industrien geworden. Und so sind wir denn in Vezug aus einen beträchtlichen Bruchtheil unserer Industrie in eine falsche Richtung gerathen, welche oft genug geschildert worden ist. Es ist keine Frage der Eitelkeit, sondern eine solche des einfachen Wohlergehens der Nation, daß eine richtige Gewerbepolitik nicht die unbedingte Verwohlfeilung der Produtte, sondern das umgekehrte Ziel, dasjenige, die hochveredelnden Industrien nach Kräften zu heben, im Auge haben muß. Denn die edlere Arbeit lohnt nicht nur besser, sondern sie veredelt auch den Werkmann. Der industrielle Fehler, in welchen Deutschland verfallen ist und welcher manche seiner Jnndustrien schwer herabgedrückt, nur tvenige Ausnahinen ganz ungeschädigt gelassen hat, ist, wie ich an einem andern Orte altSführte, kurz ausgedrückt, die Konkurrenz durch den Preis. Man sucht im In- wie im Auslände durch niedriges Preisangebot den Käufer zu gewinnen, anstatt zu suche» dasselbe Ziel durch Steigerung der Qualität zu erreichen. Daß unsere allgemeine Waaren-qualität unter dem Drucke der Preis-Konkurrenz zurückgehen mußte, ist so sicher, daß man es greifen kann, und wird, wie ich glaube, auch nur von sehr Wenigen mehr bestritten. Nunmehr handelt es sich vielmehr urn die uns Allen gleich sehr am Herzen liegende Flage, wie von dem eingesessenen Grundsatze wieder loszukommen sei. Drei Hauptfaktoren sind vor Allem als solche zu bezeichnen, deren richtiger Einwirkung die Besserung zu verdanken sein wird. Sie sind: das Publikum, die Industrielle!, und die Staatsregierung. Das Publ'kum, diese ungreifbare und doch unwiderstehliche Masse, hat sich in seiner er-drlickenden Mehrheit bei uns dem Prinzip der Preis-Konkurrenz in die Arme geworfen; es A e u i l l e t o n. KIßtzt «ad Kroot. Bon H. Schmied. (yortse^ung.) Sparberger inachte seine Angaben mit der vollen Unbefangenheit eines Grschästsmannes, dein es leid thut, in eine solche Angelegenheit verwickelt zu sein, und er lieber eine» beträchtlichen Schaden erlitten haben möchte, wenn chm dadurch erspart würde, in solche Weitläufigkeiten verwickelt zu werden. Er bedauerte lebhost, daß er gerade mit eitlem Nachbar so traurige Erfahrungei» zu »nachen habe, den er itnmer als einen wackeren Mann geschätzt. Er habe übrigeus schon lange gemerkt, daß ihm von Zeit zu Zeit Geld abgehe, ohne daß gerade ein Einbruch stattgesuuden; es hätten ihm dann und wann Bankscheine und auch baares Silbergeld gefehlt. Er leistete seinen Eid mit einer solchen Geberde der Aufrichtigkeit, mit einem solchen Tone der Biederkeit in jedem Worte, mit so tiesem Beileid über das Unglück, daß ein redlicher Mann einer solchen Versuchung nicht zu wlderstehen vermocht habe, daß sein Aussehen wie sein Benehmen unverkennbar einen höchst vortheilhaften Eindruck aus die Geschworenen machten. Einen desto schlimmern brachte es hervor, als Rempelmann im Vollgefühl seiner Unschuld es nicht über sich zu gewinnen vermochte, ruhig zu bleiben, und ihln mehrmals heftig in die Rede fiel, so daß er vom Präsidenten zur Ordnung gewiesen tverden mußte. Als der Zeuge auf die Frage, ob er dein Angeklagten nicht Freund oder Feind, mit aller Ruhe ein schlichtes Nein gesprochen nnd der Präsident am Schlüsse der Vernehmung die Frage gestellt hatte, was Rempelmainl aus die Aussage des Ze igen zu erwidern habe, da erhob sich dieser, blickte in; Saal umher und ries: „Ich habe nichts zu sage», als daß ich unschuldig bin, und wenn ich auch keinen Eid daraus leisten darf, so ist es doch die Wahrheit. Der Herr da sagt, er sei lnir nicht Freund und nicht Feind. Das mag ui»ser Herrgott wissen und richten Ich aber sage es aufrichtig, daß ich den Herrn, solange ich ihn kenne, nie habe ausstehen können, und wenn ich einen Menschen zum Feinde habe, so ist es der." Man sah lvie die Geschworenen die Köpfe schüttelten und zusammensteckten, und es hals wenig, als Rempeltnann im Verlaufe hervorhob, daß er ja schon zuvor, ehe der Einbruch geschehen, Geld besessen und beim Lederhändler Bankzettel ausgegeben habe. Selbst das Er- scheinen seiner Frau war nicht mehr im Stande, den üblen Eindruck völlig wieder zu vertilgeil, welcher das Getnüth des unglücklichen Meisters als ein verstocktes und wohl gar tückisches er-scheinen ließ das eben darum auch wohl andern Hinterhalts sähig sein lnochte. Als dann Frau Rempklmann auf die Belehrung, daß ihr das Recht zustehe, sich ihrem Manne gegenüber der Zeugenschast vollständig zu entschlagetl, daß aber, wenn sie hiervon keinen Gebrauch mache, von ihr desto rücksichtsloser die Angabe der vollen Wahrheit erfordert werde, »nit schlichten Worten und zitternder Stimme erklärte, sie wolle Alles sage»», waö sie wisse, möge es nun zum Vortheil oder zum Schaden ihres Mannes sein, ging das allerdings nicht spurlos an de>» Ge« sqworenen vorüber. Dennoch hatte die Geschichte von dent unbekannten Geldspender und von den entwendeten Stiefeln nach wie vor ein so unglückliches Gepräge der Unwahrscheinlichkeit und der Erfindung, daß dadurch die sonstige Glaubwürdigkeit der Zeugin wieder so gut wie aus-gehoben lvurde. Die Aussage des Gärtuers Schiebele gab schließlich den Ausschlag. Derselbe war wohl ansangs beklommen und stockte, als ob er init einem inneren Hinderniß zu kämpfen hätte; mit einem Male aber war es als ob dieses gehoben wäre. Er wischte sich wohl den Schweiß von will und verlangt in erster Linie, wohlfeil bedient zu werden. Es hat beinahe ganz verlernt, die Qualität seiner Erwerbungen zu prüfen, Überhaupt dieselbe, ehe es sich zum Kaufe ent« schließt, festzustellen; der Preis ist ihm da« Erste und Wichtigste. Im Großen wie im Kleinen läßt stch aber nachweisen, daß der söge» nannte billige Kauf thatsächlich der theure ist, daß das Publikum diesen alten, ehrlichen Satz nicht mehr achtet und demzufolge Denjenigen zur Beute fällt, welche geschickt genug stnd, auf diesen groben Mißverstand zu spekuliren. Ferner wird das Publikum, wenn es die Leiden unstrer Industrie gehoben sehen will, ablassen müssen von dem grundfalschen System des Jagen« nach dem leeren Schein der Waare. Wer Scheinwerke kauft, kaust für Andere, nicht für das eigene Behagen. Er vergißt, daß er darauf hinarbeitet, daß die Industrie sich im Erziehen des falschen Scheins überbietet und sich damit langsam um ihre besten Grundsätze bringt. Denn eines darf Deutschland nicht vergessen : Ein gutes, tüchtiges Volk soll auf eine gute, tüchtige Industrie halten ! Dieser Gedanke muß in das Volksbewußtsein eindringen. Ein Jeder muß wissen, muß fühlen, daß er daran fein Theil hat, daß die Ehre der Industrie die Nation ehrt, daß er aber selbst an der Ehrerwerbung mitarbeiten muß durch seine Kaufweise. Wenden wir uns zu den Gewerbetreibenden. Sie führen untereilmnder eine>l an Raffinement stetig zunehmenden Krieg, in welchem die Konkurrenten sich gegenseitig Schaden über Schaden zugesügt haben bis zum Ruin. Das Publikum aber wird in diefem Kriege durch das Herunter-treiben der Waare auf's fchlimmsie mitgetroffen. Ueber all' diesem schwebt überdies eine Doktrin, fei sie auch fasch verstanden, ^s ist diejenige der Manschesterschule, wie sie sich nach und nach über Europa verbreitet hat. Diese erklärt den erwähnten Krieg für gesund, itldem sie annimmt, daß sür das Publikum ein gutes Resultat von selbst herauskommt. Ich habe vergebens nach einem Beweise geforscht, welcher für dieses „von selbst" beigeliracht worden wäre. Es fehlt meines Erachtens nicht eines, es fehlt eine ganze Reihe von Zwischengliedern, wenn dargethan werden sollte, daß der bloße Kampf rücksichtsloser Interessen einen menschlich utld politisch guten Zustand zur Folge haben müsse. Verschwunden ist jeder leise Anklang an Pflichten, welche die Industrie gegenüber der Nation, auch gegenüber dem Arbeiter hätte, übrig geblieben ist das knochendürre Handels-Prinzip, aber nicht desjenigen Handels, welcher den Austausch der Existenz- und Wohlsahrtsbedürfniffe zu vermitteln übernimmt, sondern desjenigen, welchen die deutsche Sprache als Schacher bezeichnet. Was wir im Allgemeinen thun müsien, ist das, der Stirn, sagte aber seine Angaben so rasch und sicher herab, wie man etwas Auswendig-gelerntes vorträgt, oder wie eine ablausende Uhr herunterschnurrt. Er erzählte, wie er die erbrochene Tl)ür und den ausgesprengten Schrank gefunden, wie er dann herausgelaufen sei und die Rachbarn geholt habe, welche mit ihm die Fußfpuren entdeckt und bis zum Hause und in die Wohnung des Schusters verfolgt hätten. Aus dem Tische des Gerichts lagen die ver-verhängnisvollen Stiefel, aus deren Sohle in der Mitte ein Nagel fehlte, und die seinerzeit von den Fußspuren genommene Zeichnung stimmte auss unwiderleglichste damit überein. Nach diesem Ergebiltß der Verhandlung war die Begründung der Anklage ohne jegliche Schwierigkeit, während anderseits dem Verthei-diger beinahe aller Stoff sÜr seinen Vortrag benommen war. Die bisherige völlige Unbescholtenheit des Angeklagten und der Umstand, daß es wenigstens nicht unmöglich war, daß die Sache sich so verhalte, wie der Angeklagte angab, waren beinahe die einzigen Behelfe, auf die er sich zu stützen vermochte. Der Ankläger hatte seine letzte Rede damit geschlossen, daß er sich init einer Art von Aufforderung an die Geschworenen wendete. „Sie haben", sagte er, .eine erschütternde Scene aus einem ernsten Fatniliendrama vor stch gesehen und keiner von worauf ich vor längerer Zeit bereits hingewiesen habe: wir müssen die Konkurrenz durch Qualität, oder vollständiger: die Werth-Konkurrenz an die Stelle der verderblichen Preis-Konkurrenz setzen. Die Industrie muß überall nicht durch Herabsetzung des Preises, sondern durch Steigerung der Qualität den Käufer zu gewinnen suchen; dieser aber hat die Pflicht gegen sich wie gegen das Ganze, dein Industriellen auf halbem Wege entgegenzukommen. Zur .geschichte des Tages. Die „Deutsche Zeitung" ist am letzten Sumstag tn it Beschlag belegt worden, weil sie die Ausgleichsgegner wider die Verunglimpfungen der halbamtlichen „Preffe" in Schutz genommen. Die Parteigenossen im Abgeordnetenhause haben jedoch, namentlich in der Befürchtung, das genannte Blatt durch ..objektives Verfahren" mundtodt gemacht zu sehen, die Regierung interpellirt ultd den beanständeten Artikel in die Anfrage aufgenommen. Die Regierung wird jedoch antworten: Staatsanwalt und Gericht seien unabhängig, sie könne und dürfe in den gesetzlichen Lauf der Dinge nicht eingreisen. — So lange die Beschlagnahme von Zeitungen erlaubt, ja geboten ist, wird auch das KonsiSjtren von Seite der Staatsanwalte und das Bestätigen von Seiten der Staatsgerichte nicht aushören — es wäre denn, das oben erwähnte JtUerpellations-Beispiel fände Nachahmung und würde in der Folge die Beschlagnahme politischer Artikel als wirkungslos erscheinen. Deutschland ist mächtig erregt wegen des Mordversuches, der auf den Kaiser gewagt worden. Der Thäter behauptet zwar, er habe nur bezlveckt, sich selbst zu tödten und dadurch auf den sozialen Jammer hinzuweisen. Mag die eine oder die andere Absicht strafgerichtlich dargelegt werden — so viel ist heute schon gewiß: Zustände, unter welchen ein so wahnsinniger Entschluß gereift, sind krankhafter Natur. Die Kundgebungeil des Volkes bezeugen übrigens millionenstimmig, welche Sympathiell der bedrohte Kaiser auch in jenen Kreisen besitzt. Den Russen wird es sogar von der zerschlagenen Türkei schwer gemacht, die Siegesbeute einzuheimsen. Die Pforte weigert sich, vor Beeildignng der englisch-russischen Unterhandlungen die Festungen zn räumen und s^tützt sich auf die Besatzungen, aus die Stimmung der Bevölkerung in den Festungen u»ld in der Nähe derselben und endlich aus die Nachbarschaft der britischen Flotte. Verinischle Kachrichtei». (Aus detn himmlischen Reiche Ihnen ist sicher davon unberührt geblieben; aber Sie lverden auch nicht vergessen meine Herren, daß Sie Männer des Rechts sind, daß hier der Kopf gilt nnd nicht das Herz, daß Sie nach Ihrer Ueberzeugung zu sprechen haben und nlcht nach Ihrem Gefühle." Vergebens hatte der Vertheidiger das ihm gestattete letzte Wort dazu benutzt, aufs nachdrücklichste den Geschworenen aus Herz zn legen, daß ihr Ja oder Nein über Ehre und Wohlstand einer ganzen braven Familie, ja über deren völliges Sein oder Nichtfein entscheide, die kurze Zeit, während welcher die Geschworenen ln ihrem BerathungSzimmer verweilten, ließ erkennen, tvie schnell und leicht sie über ihren Wahrspruch einig geworden waren. Er lautete: Schuldig. Auch die Richter brauchten nicht tange Zeit, um ihren Spruch zu fällen, und verurtheilten Rempeltnann zu lnehrjähriger scharfer Freiheitsstrafe. Lautlos starr wie eine Bildsäule vernahm der Meister vas Wort, das ii)n und die Seinigen sür isnmer vernichtete. Die Frau brach ohnmächtig zusammen und mußte aus dem Saale getragen werden. Für Nachmittag war ein anderer Fall angesetzt und beinahe Nietnand verließ den Saal. Alles wollte abwarten, bis die kurze, den Richtern und Geschworenen zur Erholung gegönnte der Mitte.) Die „Köln. Zeitung" bringt interessante Mittheilungen aus China. Der Kaiser versieht in gewissen Fällen die Stelle eines chinesischen Papstes; wenn die Guten sterbe»!, werden sie durch ein Dekret „des Him. melssohnes" aus den chinesischen Olymp erhoben und zur Anbetung befördert. Im vergangenen Jahre wurde der verstorbene Präfekt Liu von Shanghai kanonisirt wegen seiner Tugend und seines Patriotismus bei der Vertheidigung Shanghais gegen die Thaiping-Rebellen. Aus diese Weise werden stets neue Nationalgötter geschaffen, Tempel werden ihiten zu Ehren gebaut und ihre Statuen in Lebensgröße darin aufgestellt. Das Volk vergißt nach und nach die Ver«nlassung, und die nächsten Generationen wissen nur was ste sehen, und werfen sich vor de»n Götzen nieder. So wachsen die Chinesen in allerlei Aberglauben auf und ist es kein Wunder, wenn, wie im vergangenen Jahre, viel von Geisterspuk erzählt wurde. In vielen Orten wollte man Geister gehört und gesehen haben. Gewicht auf der Brusi gefühlt u. s. w. Dürre, Räuberbanden und besonders geheitne Gefellschaften, deren es mehrere gibt, mögen daran Schuld sein. Es geht nämlich fortwährend ein stiller Haß der Chinesen gegen die herrschenden Mandschu durchs Land, welcher in der Thaiping-Rebellion zum Ausbruch kam und mit Hilfe der Engländer niedergeschlagen wurde, jedoch darum nicht ausgestorben ist. Die geheimen Gesellschaften stnd aber nicht einig, die Regierung ist wachfam und streng und fo bleibt es bei lokalen Ausbrüchen. An manchen Orten wurdet» deil Leuten heimlich die Zöpfe abgeschnitten, was der Chinese für eine große Kalamität hält, obgleich die Zöpfe erst durch die Regierung der Mandschu besohlen wurden. Wer keinen Zopf hat, ist kein guter Unterthan und steht in Gefahr, den Kopf zu verlieren, es sei denn, daß er ein budhistifcher Mönch wäre. (Gartenbau. Trocknen des Gemüses in Frankreich.) Das Trocknen des Gemüses wird von den Franzosen mittels eigener Schränke bewirkt, in welchen stch mehrere übereinander liegende Hürden von feinem Rohr oder Garngeflechten befindet». Diese, von trockenem Kiefernholz fabrizirten, »nöglichst fest schließendeti Schränke werden durch eilte besondere Röhrenleitung »nit anderen Heizapparaten derartig verbunden, daß sie vo»» diesen den iwthigen Hitzegrad eiUlehnen können. Im ersten Falle kann der Boden des Schrankes, falls dieser fest aufsteht, auch ganz fehlen. Um die aussteigenden Dünste, welche das schnelle Welken des Gemüses ohne den Zutritt aller athmosphärischen Lust behindern würde»», rascher wieder abzuführen, »nuß an der Schranktl)ür eine schmale Ritze gelassen u»»d an der Decke zwei oben offene Zint-röhren angebracht werden. Vortheilhafter bleibt Pa»»se vorüber sein würde; versprach doch der zweite Fall ein noch packenderes Schauspiel als der erste gewesen. Die Ai»tlage galt dem Wirthe Moser zum rothen Stern, welcher der Brandstiftung an seine»» eigenen Hause beschuldigt war. Wie bei Rempeltnann war es lediglich eine Menge kleiner A»»zeichen u»»d Verdachtsgründe, welche die Verweisung der Sache vor die Geschlvorenen veranlaßt hatte; dennoch boten die beiden Ai»geklagten schon tn ihrer Erscheinung einen ganz entschiedene»» Gegensatz. War Rempelmann ansa»»gs angegriffen und leidend erschienen, so hatte dies doch nur sür die erste Augenblicke Stand gehalten. Die meiste Zeit über war er im Gesühle der Un»nöglichkeit, den Verdacht von stch al»zuwälzen, in starker Erregung, und sein auffahrendes Wesen, seine heftige Redeweise mochten wohl für die Unruhe eines bösen Gewiffens angesehen werde»». Moser dagegei» erschien ul»d blieb völlig gefaßt und beinahe ganz gleichgültig, als ob ihn die Sache gar nicht beträfe. Mit gesalteten Händen und »»iedergeschlagenen Auge»», die Lippen bewegend, als ob er ei»» Gebet spräche, erschien er i»n Saale, verneigte sich mit Anstand nach allen Seiten und setzte sich so auf die Anklagebank nieder, als wäre er in seiner Schenke und die Gensdarmen neben ih»n ein paar Gäste, welche er zu bedienen hätte. In gleicher Weife ant- es aber noch, die Hitze im Trockenschranke durch Wafferheizung zu erzeugen. In diesem Falle werden die Heizröhren circa '/z Fuß unter den untersten Rahmen angelegt, woraus die Lust durch eine in der Nähe befindliche Spalte angezogen, erwärmt und, nachdem dieselbe die vers^iedenen Abtheilungen durchdrungen hat, durch den Abzugskanal wieder ausgeschieden wird. Vor dem Trocknen sind die Gemlise sorgfältig zu reinigen, alsdann werden dieselben mit einem Zusätze von einem Stückchen krystal» lisirten schwefelsauren Natron oder Soda in kochendes Wasier gethan und einmal aufgekocht, worauf sie mit einem Durchschlage wieder herausgenommen und auf Papier abgetrocknet werden. Zum Trocknen in den Trockenschränken genllgen für gewöhnliche Kilchenkräuter zc. schon einige S0 Grad Reaumur. — Wurzelgewächse, die sehr sein auf die Hürden gestreut werden müssen, t)eanspruchen dagegen wenigstens 45 bis S0 Grad, mitunter auch noch mehr. Sobald ein vollständige» Trocknen stattgesunden hat, werden die Gemüse gepreßt und kommen dieselben dann bei Beibehalt ihres früheren vollständigen Aroma» in blecherne Büchsen, wo sie jahrelang ausbewahrt werden können, ohne an ihrem Wohlgeschmacke irgend welche Einbuße zu erleiden. Vor der Benützung sür die Küche werden diese Gemüse noch einige Stunden in kaltem Wasser aufgequellt und wird mit ihnen wie mit jedem frischen Gemüse bei Bereitung der Speisen dann weiter verfahren. (Für Gesunde und Kranke!) Im Frühjahre regt sich in jedem Organismus neues öeben und die Säste zirkuliren rascher. Auch beim Menschen ist dies der Fall, der Puls schlägt rascher, der ganze Organismus ist erregt. Dabei treten oft allerlei krankhafte Zustände auf, wie: Blutwallungen, Schwindel, Ohrensausen, Blähungen, Verstopsungen, Hämorrhoiden, Leber- und Milzanschwellungen, Gelbsucht, bösartige Ausschläge, Flechten, gichtische und rheumatische Leiden zc. Was ist die Ursache hievon? — Das Blut, — es ist nicht rein, nicht gesund, es ist oft zu dick, faserig, oder es enthält scharfe krankhafte Stoffe, die sich nun einen Ausweg suchen, Schleim und Galle haben sich mit anderen kraiikhasten Ausscheidungen im Jinlern angehäuft, und schlummern als Keim schwerer Krankheiten im Körper. Es thut daher sehr noth, daß sowohl Kranke als Gesunde im Frühjahre der Natur zu Hilfe kommen und durch eine rationelle Blutreinigungs-Kur die schlechten Stoffe und verdorbenen Säfte aus dem Organismus entfernen. Das kräftigste und bewährteste Mittel hiezu bleibt die von allen Aerzten der Welt als das beste Bliltreinigungs-mittel anerkannte „Sarsaparilla", und die bequemste und wirksamste Form, dieselbe zu nehmen, der. „verstärkte zusammengesetzte Sarsa- wortete er auch auf die A»»klage und wußte die einzelnen Verdachtsgründe wo nicht zu besei-tigen, doch um ein Bedeutendes an ihrer Wucht zu verringern. Auf den ersten Anblick mußte der Umstand sehr bedenklich erscheinen, daß er sich in schlimmen Vermögensverhältnissen befunden und außer Stande gewesen sein sollte, sein Anwesen und Geschäft länger zu behalten. Gr wußte da» aber dadurch zu widerlegen, daß ihm nicht nachgewiesen werden konnte, er sei irgendwo seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen, habe seine Zinsen nicht entrichtet oder GeschästSschulden nicht bezahlt. Allerdings hatte sich bei all diesem mancher Anstand ergeben, er war viel überlausen worden, und überall waren kleine Reste stehen geblieben, aber im Ganzen gestaltete sich das Bild seiner Lage doch nicht so ganz ungünstig. „Ich bin nicht so schlecht gestanden, als es schien", sagte er, „und als ich mir selbst den Schein gegeben habe. Ich konnte die meiste Zeit gleich ^ahleil, aber es brachte mir mehr Nutzen, wenn lch das Geld einige Wochen oder Monate länger in der Hand behielt; dann konnte ich es noch ein paar Mal umkehren und noch ein kleines Geschäft damit machen. Es war mir ganz recht, wenn mich die Leute für ärmer hielten, als ich war; denn daß ein solches Un« glück kommen würde, daran hatte ich nicht ge- parilla-Syrup von 5;. Herbabny, Apotheker zur Barmherzigkeit in Wien. VII., Kaiserstraße 90" Dieser Syrup enthält alle wirksamen Bestand, theile der Sarsaparilla und vieler gleich vorzüglicher Mittel in konzentrirtem Zustande, und wirkt dabei erstaunlich rasch, altstösend. mild und schmerzlos. Die mit der Sarsaparilla erzielten Erfolge sind weltbekannt, daher können wir auch I. Herbabny's verstärkten Sarsapa« rilla-Syrup. da er zugleich auch billig ist (1 Flac 85 kr.), nur wärmstens empfehlen. Um ihn echt zu bekommen, verlange man stets ausdrücklich I. Herbabny's verstärkten Sarsaparilla-Syrup. Depot in Marburg bei Herrn Apotheker I. Bancalari, serner bei den Herren Apothekern Deutsch-Landsberg: Müller Feldbach: Jul. König — Graz: A. Nedwed Klagensurt: W. Thurnwald, B. Birnbacher - Laibach: E. Birschitz — Leibnitz: Rußheim — Nadkers-burg: E. Andrieu. Zttarbur^el ZZettchl«. (D i st a n z r i t t.) Die Herren; Lieutenant Gras Zedwitz und Lieutenant Gr^s Szecheny v0ln 15. Hußarenregiment unterncihmen am 4. d. M. einen eintägigen Ritt von Marburg nach dem 17 Meilen entfernten Klagensurt. Sie ver» brachten den 5. daselbst und ritten atn 6. in ebenderselben Zeit nach Marburg zurück. Die Pserde — ein imporlirte» Vollblut und ein sünszehnsäustiges Halblut — waren bei der Rückkunft vollkommen gesund und nnlnter. Diese Leistung verdient hervorgehoben zu werden, weil das durchrittene Terrain größteniheils gebirgig ist. (Presse.) Das „Pettauer Wochenblatt" vom 12. Mai ist in Beschlag genotnmen worden und zwar wegen der handelspolitischen Tendenz des Leitartikels. (Weltausstellung. „Iurore n.") Die „Wiener Zeitung" veröffeittlicht das Ver-zeichniß d^r „Juroren", welche vom Handels-minister für das internationale Preisgericht der Pariser Weltausstellung ernannt worden utld befindet sich darunter auch (für gegohrene Getränke) Herr Dr. Julius Mulls, k. k Notar und Weingnts-BesiKer in Marburg. (Schwurgericht.) Zu jenen Fällen, die nach der Mittheilung dieses Blattes vom 10. Mai während der jetzigen Sitzung des Eillier Schwl,rgerichles verhandelt werden, kommt noch: Diebstahl, Anton Schuran, 21. Mai. (Störs.) Das Eisenwerk Sloro soll nächstens wieder eröffnet wenden nnd werden, wie die „Cillier Zeitung" schreibt, bereits Ausbesserungen der Gel>ände und Bauherstellungen vorgeltonunen. dacht. Auf diese Weise liatte ich mir eine hilb-sche Summe erhaust nnd hatte sie in Papier untgewechselt, das ich nirgends sicherer verwahrt glaubte als im Zimmer meiner Tochter; aber da ist es eben mit allein Andern in Rauch aufgegangen." Den Utnstand, daß er kurz vorher die Versicherungssumme seine» Anwesens um das Dop» pelte erhöht hatte, wußte er einsach dadurch zu erklären, daß ein in der Nachbarschaft entstaw dener, aber glücklicher Weise schnell wieder unterdrückter Brand ihnr die Möglichkeit einer solchen Gesahr recht nahe gelegt und ihn veranlaßt habe, lieber ein Opfer zu bringen. Die Befchuldigung, als habe er werthvolle Sachen vor dem Brande ausgeräumt und beiseite geschafft, zerfiel von selbst; denn der Zen-ge, bei dem dieselben aufbewahrt waren, mußte destä^igen, vaß das schon vor mehr als einem halben Jahre geschehen war. Moser gab an, er habe damals die Absicht gehabt, einige Banver« änderungen vorzunehmen, und war in: Stande, diese Absicht durch den Maurer, mit dem er darüber gesprochen, zu beweisen. Er hatte wegen der fremden Leute, die bei einem solchen Anlaß ins Haus kommen tnußten, sein weniges Silberzeug und sonstige Werthsachen einem guten Freunde zur Aufbewahrung übergeben. Der Bau fei dann zufällig unterblieben, und weil Letzt« Post Der Ausgleich« Ausschuß deS Abgeord-netenhauseS hat die Neretadaruug der Regie-ruagen tiber die Tteuerrest itutivven ver worfen. Im Atathe de» Kaiser» Alexander dürfte die Kriegspartei die Oberhand gewiuneii. Z« Ta» Stefano find russische ^taval lerie Terstärkunge» angekommen. Zwischen Frankreich und England hat fich in jüngster Zeit betreff» der Ocientfrage eine AuuÄyerung vollzogen. Kundmachung. Bon Seite der k. k. Administration der Franz Josrf-Kaserne (chem. Kadetten-Institut) wird hiermit bekannt gegeben, daß die daselbst befindliche mit Mai l. I. eröffnet wird. (552 Bormittag: Nachmittag: Bon ö—7 Uhr Herren. Von 2—6 Uhr Schivimmun-„ 7—N „ Damen. terricht des k. k. Militärs. „11 — 1 „ Herren. Aon 0—8 Uhr Herren. Lntröo: Ol»ne Wäsche filr Damen und Herren .... 10 kr. Mit Wäsche fiir Herren ........1'^ kr. Studierende mit Wäsche 8 kr., ohne Wäsche . . 6 kr. Wäschebenützung sl1r die Herren Offiziere ... 3 kr. „ „ „ n Unteroffiziere . S kr. /^donnvmvnt. Ohne Wäsche pr. Monat 2 fl., pr. Saison 4 fl. Mit „ „ „ 2fl.50kr.. „ 7 sl. Schwimmunterricht: Für je 10 Lektionen 2 Das Mitnehmen der Hunde ist verboten. »toirisodo Viokz^-Vassor) krigedsr k'iilluuA, Lv^is libriZe 480) empüktilt unä 492)_ iÜonäitor. _ Wohnuug. Im Hause Nr. 17, Herrengasse ist eitie hosseitige Wohnung im erstm Stocke mit drei Ztmmern, Sptnherdküche, Keller und Boden sammt Zugkhör zu staunend billigem Preis zu vergeben. Anfrage ebendaselbst. (533 er die Sachen doch nicht gebraucht und qut aufgehobeil wußte, seien sie eben bei denl Be-kaitnten liegen geblieben. Der schwerste Verdachtsgrund lag iir dein Umstatld, daß das Feuer in einem abgelegenen und unbenutzten Gemache entstanden zu sein schien, zu welchem Niemand als er den Schlüssel beseffen hatte, sowie daß er während des ganzen Brandes nirgends zu sehen gewesen, und als er endlich im Gärtchen an der Rückseite zuni Vorschein gekommen, sich in höchst auffallender und verdächtiger Weise benommen habe. Die erste Beschulvigung wideriegte sich aber sehr natürlich und ungezwungen dadurch, daß d^'v Doppel- oder Hauptschlüssel zu allen Räumlichkeiten des Hauses, insbesvtidere auch zu dein fraglichen Gelasse sich sür besondere Fälle in den Händen seiner Tochter befunden, daß diese, welche leider manchinal sich in etwas gestörtem Geisteszustände befinde, das Ltchl nicht immer mit gehöriger Borsicht verivahrt habe und daß er einige Male mit itir deshalb Verdruß gedabl; das Madchen habe ihm überhaupt große Sorge gemacht. (Fortsetzung folgt.) Ledmerzierüillt Asdev 6is OsfertiZtsu divmit allsv Vervanätsu unä LskaoatoQ 6js trauriZs ^aeliriokt von äem HivLokeiäeii ävr illMAstgeliodtöll (Zattin, dsziivtlunKs-^viss I^utter uvä Lek^ieZermutter, äer I^Vau voleliL Iiouto I^aedmittagZ 3 uaek Icu»26w I^siäsv, vsrsvdvll mit äsv tiöil. Ltvrdö-Latcramentöv, iv iliröm 53. I^ebsllsjatlre seUZ iu äsiu lIsrrQ eutgedlummerte. Das I^siekevbexävßvisZ 6sr ttieuereQ VerblietievvQ üväst ävll 15. IlsaeliwittaAs 4 Ildr vom eigerlvv liauss, kärntaerstrasZS, au3 3tatt. vas döil. Re!IardUfg am 13. ^ai 1878. 8c>lFiFiIÄI, Laug- uvä ttsalitätsobssitLsr, al« Vnttv. (b63 Itxi»aZL iSczIir»1ÄK, Oai'l ^1o1sla als Iil«6vr. .iKTlIa»» xsb al« Selt^IvAertoekter. II. 8toiorm. I«siodvu»uN'»drallz»- uock Vosräj?lluz«»^vst»1t. Anläßlich größerer, al» 16. Mai auf der Kaiserin Elisabethbahn und der Kronprinz Rudolfbahn eintretenden Fahrplanänderungen werden auch die Personenzüge auf der TLroltt Linie einige Modifikationen in dem Detail ihrer Mr-ordnung erfahren. Die Anschlüsse von Wien sowohl, als von München via Kufstein nach und aüö Tirol erleiden hiedurch lediglich insoferne eine bemerkenSwerthe Aenderung, als der um 4 U. 45 M. Nachmittags von Innsbruck nach Kufstein und Salzburg abgehende Personenzug in Salzburg keinen unmittelbaren Anschluß nach Wien findet. Auf der Linie Vien-Tritft wird der um 7 U. 10 M. Früh von TNtft nach Wien verkehrende Postzug Nr. 5 vom 15. Mai an um 5 Minuten früher alS bisher, nämlich schon um 7 U. 5 M. abgehen, um in Laibach Anschluß an den von dort um 12 U. 53 Min. Mittags abgehenden Personenzug der Kronprinz Rudolfbahn zu erreichen. Die Aien-Triefter Eilzüge halten vom 15. Mai an auch in Froijnlkiten, Markt Tüster und Kömerbad. Auf der Linie Zt. Peter-Finme wird eine Beschleunigung der Personenzüge und aus diesem Anlasse eine neue Fahrordnung daselbst eingeführt; die Lage der dortigen Züge wird hiedurch im Allgemeinen nur unwesentlich geändert und bleiben die Anschlüsse an die Züge der Linie WieN'Triest in St. Peter dieselben. Das Nähere Über diese Fahrplanänderungen enthalten die veröffentlichten Kundmachungen und die Fahrplan-Plakate vom 15. Mai l. I. (562 Z. 6709. Gxekutive (560 Reatttäten-Verfteigeeung. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg l. D.U. wird bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Sparkasse in Marburg durch Dr. Duchatsch die dritte exekutive Versteigerung der dem Johann und der Rosalia Wols geborigen, gerichtlich auf 4020 fl. geschätzten Realität C. Nr. 113 aä Stadt Marburg bewilligt und hiezu die dritte FeilbietungS-Tagsatzung auf den SS. Mai 1878 Vormittags von 11—12 Uhr in der Gerichtskanzlei, Zimmer Nr. 4 mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealität bei dieser Feilbietung auch unter dem Schätzwerthe hintangegeben werden wird. Die LizitationSbedingnisse, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein 10^^/o Vadium zu Händen der LizitationSkom-Mission zu erlegen hat, sowie das SchätzungS. Protokoll und der Grundbuchsextrakt können in der diesgerichtl. Registratur eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg l. D. U. am 26. April 1873. _ Wohnungvermiethen ebenerdig in der Franengasse Nr. 9, vom 1. August an. bestehend aus 3 großen Zimmern nebst geräumiger Küche und Zugehör. Auch sind daselbst ein neuer SpeiSkasten und 8 völlig neue Fensterrouleaus zu vergeben. Anzufragen daselbst im 1. Stock oder in besagter Wohnung. (564 Nr. 3026. ^ Kundmachung. Der Gemeindcrath von Marburg hat in der Sitzung a»n 25. April 1878 beschlossen, daß ein LandeSgesetz zu erwirken sei. womit der Stadtgemeinde Marburg für jede ausdrückliche Aufnahme in den Heimatsverband die Einhebung einer Gebühr biS 200 fl., welche in die Gemeindekassa zu stießen hat, bewilligt wird. Mit Hinblick auf den A 78 deS Gemeindestatutes vom 23. Dezember 1871 L. G. L. Nr. S vom Jahre 1872 berufe ich demnach sämmt-liche wahlberechtigte Mitglieder der Gemeinde Marburg zu einer Versammlung auf den 22. Mai 1878, um darüber abzustimmen, ob der obige GemeinderathS-Aiitrag zur höheren Ge nrhmignng vorzulegen sei. Die Abstimmung geschieht mündlich mit Ja oder Nein zu dem diesfälligin in meiner AmtS-kanzlei am Rathhause anfgelegten Protokolle, wird am S?D. Mai 1878 um 9 Uhr Früh begonnen und um 12 Uhr Mittags geschlossen. Die Nichterscheinenden werden als mit dem Gcmeinderaths'Anttage eiitverstanden angesehen. Stadtrath Marburg am 10. Mai 1878. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Vom 20. Mai an bleibt vas Gasthaus im Gschaiderhof zu Proßegg geschloffeu. 565) Achtungsvoll ). Vschaider. Zu verkaufen: Eiot litUt schöne voliMidigt Zimmrr-Einrichtung, bestehend auS 1 Bett. Nachttasten, Divan, Tische, 2 Kasten, Sessel Zu erfragen bei der Expedition dieser Zeitung._(559 Eine ältere Witwe mit einer kleinen Pension wünscht blas gegen Kost als Verschleißerin in ein Gewölbe oder als Aushilfe der Hausfrau eine Beschäftigung. Anfrage im Comptoir d. Bl. biö 1. Znni. (557 Sommer-Wohuuug (separates HauS) bestehend aus 2 Zim mern, Kitche, Speise und Dachboden, ist in Pickerudorf zu vergeben bei Franz Popmai er^^__(558 Lokal Berä«d-r«ng. Der ergebenst Gefertigte beehrt sich hiemit anzuzeigen, daß er seine kiillvr-, Lpivgvl-, ponliviutii'vn- unli kilvtivi'-/^gvntui' von der Domgasse Nr. 2 in die (554 Herrengaffe Nr.2K, vis a vis Cafs Pichs überlegt hat, woselbst Bestellungen und Ntean-einzahlungen auf genannte Artikel entgegengenommen werden. Dem Wohlwollen eines geehrten ?. 1'. Publikums sich bestens empfehlend, zeichnet hochachiungSvoll ZAiRckvtkHV«trK»Il»», Agent. Wohnungen zu vermiethen im Hause Nr. 40 alt, Nr. 38 neu, Kärntnervorstadt. Im ersten Stock: (551 Zimmer, Sparherdküche, Speisetammer, Keller und Bodenantheil. Zimmer, Sparherdküche, Speisekammer. Bodenantheil. Zu ebener Erde: Zimmer, Sparherdküche, Speisetammer, Bo-denantheil. Im Hause Nr. 189 alt, Nr. 19 neu, in der Pfarrhofgasse: Zu ebener Erde: Zimmer, Sparherdküche, Speisekammer, Keller und Bodenantheil. platz Nr. 6 zu beziehen. Verantwortliche Vtevaktion, Druck und «erlag von Cduard Ianschitz tn Marburg. ÜXVtG. lil»» bist« ckvm Vlkokv cki« N«iick l Z7S.000 « Iilarl! )aupt'Gewinn im günstigen Aalle bietet til lätlUtiitjtt große vtld»lrl««s»«g. welche von der hohen Regierung genehmigt und garantirt ist. (468 Die vortheilhafte Einrichtung de« neuen Planes st derart, daß im Laufe von wenigen Monaten durch 17 Verlosungen M icheren Enscheidung kommeu, darunter befinden sich Haupttreffer von eventuell Ä'T'S.VVV oder «. ö. speziell aber 1 Gewinn ^12,000, 23 Gewinne ^10,000, 4 Gewinne ^ V000, 31 Gewinne 74 Geivimie 20V Gewinne ^ 412 Gewinne 621 Gewinne Ail 706 Gewinne >1 23,015 Gewinne All sto. sto. plantnähig 5000, 4000, 2400, 1200, 500, 250, 138, Gewinn I>l250,000,I 1 Gewinn ^1'^5,000, 1 Gewinn ^ 30,000, 1 Gewinn L0,000, 1 Gewinn ^ 50,000, 2 Gewinne ^ 40,000, 1 Gewinn ^ 36,000, L Geivinne 30,000, 1 Gewinn ^ 25,000, 5 Gewinne N '20,000, 6 Gewinne >l 15^000, Die Gewinnziehnnge'n sind plantnähig amtlich festgestellt. Zur llüokLtsll öl-gtsa Geivinnziehnng dieser großen vom Staate xarsatirtsa Geidverloosung kostet 1 Original-LooS nnr läsrll 6 oder 3'/, ti.« 1 dklbvs „ » „ S ^ „ 1'/«? 1 viortsl „ „ „ 1'/, „ 90 kr.a Alle Aufträge werden Lo5ort gegen liüassQäullS» I'oLtoillsakluuzs oilvr äos KotrsKSS mit der grüßten Sorgsalt anSgeführt uud erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Orixiusl-I^ooss selbst in Händen. Den Bestellungen werden die erforderlichen amt lichen Pläne gratis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten unaufgefordert amt liche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt llQtvr 3l»ats-(AkrkQtis und kann durch direkte Zusendungen oder auf Verlangen der Interessenten durch unsere Verbinduilgen an allen größeren Plätzen Oester-reich'S veranlaßt werden. linsere Collecte war stets vom Glücke begünstigt und hatte stch dieselbe uutsr vislsv »uäorsu bv-cisutslläsQ (i^Hvivusu ottw»Is dsr spstou trsSsr zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten direkt ausbezahlt wurden. AorauSstchtlich kann bei einem solchen auf der so li6v«t«n gegründeten Unternehmen überall au^ eine sehr rege Betheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden und bitten wir daher, um alle Aufträge aus-führen »u können, unS die Bestellungen baldigst und jedenfalls vor dem 6t. ä. .1. zukommen zulassen. kÄukmanu ^ Kaak- llttd Wechselgeschiist in Haindurg, Liu- uuä Vsrkaut »Usr ^rtov Li8vlldtttiu-^IctisQ unä ^lllvkvQslooss. t'' Wir danken hiedurch für daS unS seither ge schenkte Vertrauen und indem wir bei Beginn der neuen Berloosung zur Betheilignug einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, durch stets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenheit nnserer geehrten Interessenten zu erlangen. 0. v Eilt schön tiagerichtetes Zimmer im 1. Stocke ist sogleich am Dom« __^