-räuumrraiions-prcisc: FürLaiba»: «--zjährig . . . 8 fl. 40 kr. HiibiLhrig . . . 4 „ 20 . S:e-l-ljLhrig. . r iv „ «--aüi-S . . . ^ ^ 7v „ Mir der Post: s--?,jährig . . . fl. _ k. P-U-johrig . , . 5 , zg . dreijährig. . . L , ?s, Faid ach er Äsrellung ins HanS viertel->2^rjg L5 k., monatlich 9 kr. L -zrlnr ^trrmmern 6 kr. tt c d a k 1 i o i: '^nbnbcfgasse Nr. Erxcmtioa und Inseraten önrcan: Ksnsreßplay Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.KIeimuavrLF. Bamberq). Inscrtionsprersc: »vür die einspaltige "Le:it,ci!e o x» bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr dreimal ä 7 kr. I:'.scriion?ncmr>cl jedesmal 30 kr 9c: grötzercn Inirraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 66. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Donnerstag, 21. März 1872. — Morgen: Schmerz. Maria. 5. Jahrgang. Die Bedeutung der Erwerbs- und WirthschastS-Genossenschaften. Die Negierungen in Oesterreich haben es bisher leider versäumt, den wichtigsten national-ökonomischen Fragen, von deren glücklicher Lösung das Aufblühen und Gedeihen des Handels und der Industrie, sowie die gerechte Entlohnung der Arbeit abhängt, ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken oder ihre Lösung zu versuchen. Wenn auch seit dem Jahre 1860 manchmal ein Anlanf genommen wurde, bewährte und zeitgemäße Gesetze über Handel und Industrie bei uns einzuführen, die ewigen Ministerund Systemwechsel ließen es zu nichts lebenskräftigem kommen. In der Reichsrathssession von 1868 und 1869 wurde zwar der Entwurf eines Gesetzes über Aktiengesellschaften, Kommanditen anf Aktien, sowie über Erwerbs- und WirthschaftSgenofsenschaf-ten eingebracht; allein die staatsrechtlichen Wirren kamen dazwischen, der schwäbische Nationalökonom Schaffte ließ es anch beim Reden und hohlen Frafeu bewenden, und das wichtige Gefetz blieb unerledigt. Endlich hat Minister Banhans das einer nochmals gen Durchsicht unterzogene Gesetz über Erwerbs-und Wirthschaftsgenossenschaften vor das Abgeordnetenhaus gebracht, und wir glauben nur eine Pflicht gegen unsere Leser zu erfüllen, wenn wir znr Orien-tirnug derselben die Hanptmomente einer Denkschrift veröffentlichen, welche das Komitee der vereinigten Wiener Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften im Jahre 1860 dem Abgeordnetenhaus«: überreicht hat. „Die frühereu gewerblichen Verbände, die Zünfte nnd Innungen, boten den einzelnen Ge-werbsgcnosscn, mochten dieselben selbständig oder als Gehilfen arbeiten, eine gewisse Sicherheit ihrer Existenz, ein gewisses Wohlbefinden und eine gewisse Garantie für ihr arbeitsunfähiges Alter. Es war dies nur möglich mittelst einer Reihe von Beschränkungen, welche die Zunftordnung ihren Genossen hinsichtlich der Zulassung zum selbständigen Gewerbebetriebe, des Umfanges dieses Betriebes u. dgl. ans> erlegte. Durch dieselben wurde der fabrikömüßige Betrieb eines Gewerbes umnöglich gemacht, die Anlaae großer Kapitalien in gewerblichen Untcrnchmnngcn verhindert und der Arbeit gegenüber dem Kapitale das Uebergewicht gesichert. Diese Beschränkungen erfüllten ihren Zweck und wurden kaum als eine Last empfunden, so lauge sie von dem Geiste getragen wurden, welchem die Zünfte ihre Entstehung verdankten, und so lauge die Produktion mir darauf bedacht war, deu lokalen Bedarf zu decken, nur auf Bestellung zu arbeite». Allein jener Geist verschwand, und die Eröffnung des Weltmarktes rief eine Produktion hervor, welche nicht mehr auf Bestellung, sondern auf Vorrath, auf Spekulativ» arbeitet, ja nicht selten erst durch ihre Erzeugnisse das bis dahin gar nicht vorhandene Vcdürfniß derselben her-vorzuruseu bestrebt ist. Das war mir möglich durch eine immer weiter gehende Arbeitötheilung, durch Möglichste Ersetzung der Handarbeit dnrch Maschinenarbeit, durch die Anwendung der Dampfkraft, dnrch Benützung jeder vou der Wissenschaft gebotenen ncnen Erfindung, endlich durch deu Uebergang vou dem Kleingewerbe zum Großindustrie - Betriebe. Für! diesen paßten die starren Formen der Znnftverfaf-j fung nicht mehr, und es trat an die Stelle der-! selben das System der freien Konkurrenz, die Gewerbefreiheit. Das System der freiem Konkurrenz, desfen Grundlage der Maschinen- und Großiudustrie-Be-trieb bildet, erfordert bedeutend größere Kapitalien als früher und gab damit dem- Kapitale das Ueber-gewicht über die Arbeit. Mit dieser Wandlung wurde dem Einzelnen der Weg zur Selbständigkeit erschwert; der kleine Gewerbsmann konnte zudem nur auf wenigen Gebieten, welche die Maschinenarbeit noch nicht eingenommen hatte, die Konkurrenz behaupten; vielfach wurde er vielmehr aus seiner selbständigen Position getrieben und zum Lohnarbeiter herabgedrückt. Zugleich zog die immer mehr an Ausdehnung gewinnende Industrie große Mengen Arbeiter aus den ländlichen Bezirken an sich, die Zahl der Arbeitgeber wurde immer kleiner, die der Arbeitnehmer immer größer, und es entstand endlich jene zahlreiche Arbeiter-Bevölkerung, welche, wenn sie sich auch besserer Nahrung, Kleidung und Wohnung erfreuen mag als früher, doch in ihrer gefammten wirtschaftlichen Lage viel schlimmer daran ist, als der Handwerker und der unselbständige Arbeiter der früheren Zeit. Der Arbeitslohn gestattet dem Einzelnen nur in den seltensten Fällen, ausgiebige Ersparnisse zu machen, um für das arbeitsunfähige Alter Vorsorge zu treffen, ja nicht cinmal für sein arbeitsfähiges Alter sieht der Arbeiter seiue Lage gesichert. Selbst wenn wir von Krankheitsfällen abfehen, sieht sich der Arbeiter durch jede ueue Erfindung, Gefchäftsstockung bedroht, und cs gewinnen ja die wirthschaftlichen Krisen mit der Vervollkommnung der Kommunikationsmittel, der Ausdehnung der Absatzgebiete und der dnrch den Welthandel herbeigesührteu innige» Verbindung der Interessen aller zivilisirten Völker an Häufigkeit und Heftigkeit. Derart steht der Einzelne rath- uud hilflos inmitten der Gefahren, welche von allen Seiten ihn bestürmen. Die Mitglieder der Genossenschaften haben bei ihrer Bereinigung allerdings zunächst nnr die Absicht, ihre eigene materielle, geistige nnd sittliche Lage zu hebe» und zu stärken; sie verfolgen in erster persönliche Interessen. Allein die heutige Oeiellschast leidet gauz besonders an dem Uebelstande, zahlreiche Klassen zn besitzen, welche materiell, geistig, und itttlich »»günstig gestellt sind, welche vereinzelt nicht die Krast besitzen, sich g»s ihrem traurigen Zustaude emporzuarbeiten, welche vielleicht, sich selbst überlasscn, zu immer größerer Hilflosigkeit herab-siiikeu, um endlich in „dem eigentliche» Abfall und Moder der bürgerliche,, Gesellschaft" zu verschwinden, „wo Noth und Elend in die finsteren Schluchten uud Höhlen des Vergehens uud Verbrechens übergehen." Das Genossenschaftswesen wurzelt so recht eigentlich in den Verhältnissen der Gegenwart, und indem cs deren Nothständen zn begegnen sucht, übt es eine wohlthätige Rückwirkung auf die Lage der gefammten Gesellschaft; sie vor deu Gefahren der materiellen, geistigen uud sittliche,, Noth ihrer zahl- reichsten Mitglieder zu befreien uud ihr thatkräftige Mitarbeiter an dem Fortschritte der Menschheit zuzuführen, das ist seine weitere Aufgabe. Materielles, geistiges und sittliches Elend finden sich in allen Klassen der Gesellschaft; allein in Folge des Entwicklungsganges , welchen unsere wirthschaftlichen Verhältnisse iu den letzten Jahrhnüderien genommen, herrscht dasselbe vorzugsweise in den arbeitende» Klassen, bei dem kleinen Gewerbetreibende» und dem Fabriksarbeiter. Wenn wir daher daran gehen, die wirthschastliche nnd politische Bedeutung, welche die auf Selbsthilfe begründeten Genossenschaften besitze», darznlegen, so beschränken wir uus dabei ausschließlich auf die Erörterung der diese Klassen betreffende,, Verhältnisse. Die Anwendung des gesagten aus die übrigen Klassen wird sich Jedermann selbst machen können. Durch die Auflösung der früheren gewerblichen Verbände wurde die Gesellschaft in Atome zertrümmert, und cs wurde dadurch eine Menge unselbständiger und in ihrer Fortdauer bedrohter Existenzen geschaffen. Dagegen hat man verschiedene Mittel zur Abhilfe vorgeschlagen: die eiuen fanden ein solches in der Wohlthätigkeit, die anderen in der Staats-Hilfe, welch' letztere schließlich auf die Vernichtung des Einzelwillens und den Umsturz der bestehende» gesellschaftlichen Ordnung hinauslänft. Diesen bisher ohne allen praktischen Erfolg nntcrnomnienen Versuchen steht die genossenschaftliche Selbsthilfe gegenüber, welche unsere gegebenen Zustände als die noihwendige Folge der vorausgegaugenen volkswirth-schastlichen Entwicklung ausfaßt, sich den gegebenen Verhältnissen anpaßt, dieselben aber allmälig zu ihren Zwecken umzubilden bestrebt ist. Sic erblickt nämlich in der Wiedervereinigung der gegenwärtigen Atome iu nenen wirthschaftlichen Verbänden, »ämlich deu Erwerbs- und W i r t h s ch a s ts - G en os -se» sch aste», das einzige Mittel, um die bestehende» Uebel zu beseitigen und dem Arbeiter de» Weg znr wirthschaftlichen Selbstständigkeit zu bahnen. Die Selbsthilfe beansprucht vom Staate keine Vorrechte, sie verlangt einzig und allein Freiheit der Bewegung uud Beseitigung der künstlich geschaffenen Hindernisse. Die Selbsthilfe weiß, daß die gegenwärtige Vertheilung des Reichthums und das Ucbcr-gcwicht des Kapitals durch einen Akt der Gesetzgebung nicht verändert werden kann ; sie ist auch dem Kapitale nicht feind, sondern vielmehr bestrebt, das Kapital der Arbeit dienstbar und alle ihre Genosse,, zu Kapitalisten zu machen. Allerdings sind die Anfänge klein. Die genossenschaftliche Selbsthilfe sammelt die wenige» Kreuzer, welche der Einzelne entbehren kann, und wenn sie zunächst eine Erhöhung der Einnahmen nicht zu bewirken vermag, so weiß sie doch Mittel,' um au den Ausgaben für die Lebensbedürfnisse und für die dem Gewerbebetriebe nöthigcn Rohstoffe zu sparen. Durch dic genieiusamc solidarische Haftung, vermöge deren Einer für Alle nnd Alle für Einen eintretcn, schafft die genossenschaftliche Selbsthilfe eine Kreditbasis, welche dem Kapitale Vertrauen einflößt und, indem sie Sin an eine Genossenschaft gegebenes Darlehen zu einem sicheren Geschäfte mgcht, fremdes Geld herbeilockt. Dadurch erlangt der kleine Besitz die Vortheile des großen Kapitals, und da in dem Mangel an Kapital die wescnllichste Ursache für die ungünstige Lage der arbeitenden Klassen besteht, so nimmt die Ansammlung der zahlreichen kleinen Ersparnisse und dadurch die Ausnützung des gewonnenen Kredites die Heilung des Hauptübels unserer wirthschastlichen und sozialen Krankheit in Angriff." (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 21. März. Inland. Die Vorbereitungen für die Landtagswahlen im Lager der Czechen gestalten sich immer interessanter. Das Organ jener Kavaliere, von denen Graf Leo Thun so feierlich behauptet hat, daß sie von der Vorsehung dem Throne am nächsten gestellt wurden, das „Vaterland," scheut sich nicht mit einer Proskriptionsliste des verfassungstreuen Adels hervorzutreten, an dessen Spitze drei Mitglieder des kaiserlichen Hauses: Kaiser Ferdinand, d:r Großherzog von Toskana und der Herzog von Modena als „Gegner der czechischen Nation" prangen. Was die feudalen Herren sonst noch an loyaler Gesinnung zu leisten vermögen, lehren die Vorgänge in der „patriotisch-ökonomischen Gesellschaft" zu Prag, aöwo fürsten, Grafen, Barone, die Schwarzenberg, Clam, Harrach u. s. w., zur Berathung über die Betheiligung der Gesellschaft an der Wiener Weltausstellung versammelt, den Vertreter der kaiserlichen Regierung hinanSgeschrien und jede Betheiligung von Leite der Czechen unter den heftigsten Jnvektiven abgelehnt haben. In der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde das Gesetz über die Errichtung einer Hochschule für Bodenkultur in Wien ohne Debatte angenommen und damit hoffentlich der Grundstein gelegt zu einer rationellen Vervollkommnung jenes für Oesterreichs Wohlstand so wichtigen Produktionszweiges der Landwirthschaft und der Bodenkultur überhaupt. Unter den Berichten des Petitionsausschusses nahm die erste Stelle ein der Bericht über Petitionen, welche die Erlassung eines Gesetzes gegen den Mißbrauch der Kanzel zu politischen Hetzereien nach dem Vorgänge der deutschen Gesetzgebung verlangen. Da die bestehende österreichische Strafgesetzgebung hiesür vollkommen ausreicht, beantragt der PetitionSausschuß, daß das Ministerium anfgefordert werde, die unterstehenden politischen und Justizbehörden zur genauen Ueber-wachung der durch den Mißbrauch der Kanzel von Seite des Klerus begangenen Strafgesetz-Verlebungen und zur sofortigen Handhabung der bestehenden Strafgesetze anzuweisen, welcher Antrag ohne Debatte angenommen wurde. Ausland. Dem Siege des Fürsten Bismarck im preußischen Herrenhause in Sachen de« Schul-aussichtsgesetzes widmet die „Saturday Review" einen langen Artikel, in welchem sie bemerkt, daß die Folgen dieses Sieges weit über die Sfäre der preußischen Schulen hinausgehen und sich unvermeidlich auf Frankreich und Italien erstrecken müßten. „Fürst Bismarck" — sagt das Blatt im weiteren — „hat an Italien wie an Deutschland appellirt und gezeigt, daß beide denselben Gefahren anögesetzt find. Angesicht« der Machinationen der Partei, die sich nicht ohne Anzeichen des Erfolges bemüht, sich der Kon-trole über die französische Politik zu bemächligen, müssen Deutschland nnd Italien fest zu einander stehen. Fürst Bismarck hat dnrch das Verfahren, das er eingefchlagen, und den Erfolg, de» er errungen, viel dazu beigetragen, die Aussichten dieser Allianz zu erweitern. Er hat die Einigkeit Deutschlands und daher dessen Stärke konsolidirt, er hat Italic» sowohl gewarnt, wie ermuntert, und er hat Frankreich eine Gelegenheit geboten, bei Zeiten in Erwägung zu ziehen, ob cs de» Beistand klerikaler Jntrignanten annehmen will, und wenn, ob irgend welche vernünftige Aussicht darauf vorhanden ist, daß es sich dieses Beistandes verlohnt." Am 18. d. M. war zugleich der Geburtstag des deutschen Kaisers nnd der Jahrestag des Pariser Kommuneaufstandes. Der erstere ward selbstverständlich auch in den, von den deutschen Truppen noch besetzt gehaltenen Departements Frankreichs gefeiert; doch hat, wie ein Versailler Korrespondent der „Jndspendance" meldet, General Manteusfel der französischen Regierung versprochen, daß man sich mit Rücksicht auf die traurige Erinnerung, die Frankreich die Wiederkehr des 18. März weckt, in der militärischen Begehung des kaiserlichen Geburtstages eine gewisse Zurückhaltung auserlegen werde. Der „Soir" veröffentlicht den von Ehasseloup-Laubat ausgearbeiteten Gesetzentwurf, betreffend die Reorganisation der Armee. Derselbe bestimmt, daß jeder Franzose der persönlichen Wehrpflicht unterliegt und von seinem 20. bis zum 40sten Lebensjahre verpflichtet ist, entweder in der aktiven Armee oder in der Reserve zu dienen. Die Stellvertretung ist aufgehoben, und dürfen die unter den Fahnen stehenden Soldaten an den Abstimmungen nicht theilnehmen. Ein Nichlfranzose kann in die französische Armee nicht ausgenommen werden. Jeder Franzose, der nicht aus irgend einer durch das Gesetz festgesetzten Ursache vom Dienste befreit oder enthoben ist, hat fünf Jahre in der aktiven Armee, vier Jahre in der Reserve der aktiven Armee, fünf Jahre in der Territorial-Armee und sechs Jahre in der Reserve der Territorial-Armee zu verbringen. Ueber den gegenwärtigen Stand der „Ala-bama"-Frage bringt der in London erscheinende „Financier" an der Spitze seines Blattes folgende Mittheilung: „Wie wir mit großem Bedauern vernehmen, hat die Regierung der Vereinigten Staaten nach reiflicher Ueberlegung beschlossen, ihre Gegen-Denkschrift (in Erwiderung auf die englische Denkschrift) am 15. nächsten Monates dem Genfer Schiedsgerichte vorzulegeu, selbst für den Fall, daß der britische Schiedsrichter nicht anwesend sein sollte, und darauf zu bestehen, daß das Tribunal mit den schiedsrichterlichen Arbeiten sortfahre, ohne Rücksicht auf dir Proteste oder dir Lossagung Großbritannien«. Die Regierung der Vereinigten Staaten besteht darauf, daß drei SckiedSrichler „eine Majorität der genannten Schiedsrichter bilden (dies sind die Worte des Vertrages), und daß sie kompetent sind, eine endgiltige Entscheidung zu fällen, oder Schadenersatz zuzuerkeuuen." Lokal- und Provinzial-Angelegenheittu. Xokal-Chronik. — (Die k. k. WcltauSstellungS-Lokal-Kommission für Krain) hat in der „Laibacher Heilung" folgenden Aufruf an die Industriellen und Gewerbetreibenden, an die Montanbesitzer, Land-und Forstwirihe, an die Künstler, Freunde der Kunst-und Wissenschaft in Krain zur Bethetliguug an der Weltausstellung in Wien erlassen. „Die Weltausstellung in Wien, deren Eröffnung auf den l. Mai 1873 mit der Dauer blS Ende Oktober 1873 festgesetzt ist. wird alle Gebiete de« menschlichen Schaffens umfassen; sic soll sich zu einem Gesammtbilde de« riesigen Aufschwunges unserer Zeit in alle» Pro-duk>ionS;weigen, zu einem Brennpunkte der rastlos sortschreiienden, alle Völker der Erde einigenden Kulturgeschichte der Menschheit gestalten. Bereits beginnt an den Usern der Donau der kühne Bau emporzu-steigen, dessen Hallen den Leistungen der Urproduktion und de« Gewerbesteißes, den Schöpfungen der Kunst und Wissenschaft zu dem edelsten Wettstreite geöffnet sein werden. Aus sämmilichen Staaten Europas, aus allen Erdiheilen lausen Berichte ein Uber die bevorstehende lebhafte Beiheiligung des Auslandes an dieser Weltausstellung; auch in Oesterreich zielt das allge. meine Sinnen und Trachten dahin, und sind lausend rühriger Hände damit beschäftiget, die Erzeugnisse unseres gesegneien GcsanimiiialerlanbeS, die Schöpfungen deS GewerbefleißeS und Kunstsinnes seiner Bewohner in einer der Weltausstellung Oesterreichs würdigen Weise zur Anschauung zu bringen. Zum Behuse der allseitigen Betheiligung an dieser Weltausstellung haben Se. Majestät mit der a. H. Entschließung vom 8len Februar l. I. besondere Ausstellungs-Kommissionen für die einzelnen Länder eingesetzt. Die sür Krain ernannte AusstellungSkommission hat sich am 9. d. M. konstituirt, und indem dieselbe den Beginn ihrer AmtS-wirksamkeit zur allgemeinen Kenntniß bringt, wendet sie'sich an die Industriellen und Landwirthe, an alle einflußreichen Männer im Lande, an die verschiedenen Korporationen, Gemeinden, Gesellschaften und Vereine, an die vaterländische Presse mit der Bitte, einmüthig dahin zu wirken, daß auch das Land Krain auf der Wiener Weltausstellung entsprechend vertreten werde. Außer den Erzeugnissen des Montamvesens, der Landwirthschaft, der fabriksmäßigen, der gewerblichen und der häuslichen Industrie sollen auch alle jene Naturschätze KrainS, die noch einer entsprechenden Vertretung harren und der industriellen Thätigkeit ein lohnendes Feld versprechen, zur Ausstellung gelangen. Nicht blo« dem Großindustriellen und dem Großgrundbesitzer, auch jedem einzelnen Gewerbetreibenden und Landwirthe, dem Künstler uud Kunstfreunde, den Pflegern der Erziehung und Wissenschaft soll die Weltausstellung Gelegenheit bieten ihren Leistungen und Kunstwerken all-gemeine Beachluug zu verschaffen, ja selbst kleinere Produzenten werden durch Veranstaltung von Kollektiv« ausstellungen höchst schätzbare Beiträge zur Produktion KrainS liefern können, sowie auch alle jene, welche, ohne Produzenten zu sein, die wirthastlichen Verhältnisse des Landes und die Bewegung in den Preisen der kraiuischen Industrie- und Handelsprodukte genau kennen, berufen sind, durch Einsendung von Daten über die Produklionsstatistik Krains die Arbeiten der AuSstelluugSkommission wesentlich zu fördern. Nach d^m von der hohen k. k. Regierung veröffentlichten Reglement ist die Ausstellungskommission für Krain dasjenige Organ, mittelst dessen die hierländigen Aussteller in Angelegenheiten der Ausstellung verkehren werden, daher auch die Anmeldungen für die Ausstellung daselbst zu geschehen haben und die Entscheidung über die Zulassung der einzelnen Ausstellungsobjekte der genannten Kommission zustehr. Die nähern Bestimmungen über die Anmeldungen und Beschickung werden im geeigneten Wege bekannt gemacht werden, und ist die AusstellungSkommission jederzeit bereit, dieS-sallsigen Anfragen zu entsprechen, weshalb auch die H. k. k. Regierung die Portofreiheit des Korrespondenzverkehres zwischen den Ausstellern und der Aus-stellungskommission bewilliget hak. jedoch muß auf der Adresse außer dem Namen des Aufgebers bemerkt werden : „Weltausstellung 1873, über amtliche Auffor- derung." Vorläufig wird bekannt gegeben, daß die Anmeldungen für die Weltausstellung längstens bis 1. Juli d. I. bei der LandcSkouil»iss>on in Laibach zu geschehen haben. Ferner glaubt die AusstellungSkommission die Frage wegen möglichster Nutzbarmachung der Wiener Weltausstellung und wegen Ermöglichung deS Besuches derselben sür minder Bemittelte schon jetzt der sorgfältigen Erwägung und thatkräftigen Unterstützung der verschiedenen Vertretungen und Körperschaften anempfehlen zu sollen. Lastet uns alle einträchtig und unverdrossen wirken, um auch dem Lande Krain ei»en ehrenvollen Platz auf der Wiener-Weltausstellung zu sichern, um aus diesem epochemachenden int.'rnationalcn Werke für die Hebung der Kuliur und de« Wohlstandes in unserem Lande die nachhaltigsten Vortheile zu erzielen." — (Petitionen an den Reich srath aus Krain.) Ju der letzten Sitzung des ReichS-raihes brachle der Petitionsausschuß unter ändern auch zwei Peiiiionen an« Krain zur Verhandlung. Bezüg-lich der Petition des GenieinderalheS der Landeshauptstadt Laibach an den Reichsrath, um Herstellung einer zweiten Eisenbahnverbindung des Tnester HasenS mit dem Hinterlande auf der Linie Lack-Triest,' beantragt der Ausschuß: eS werde die Pctilion deS Gemeinde-ratheS der Etadl Laibach in gleicher Weise, wie eine Reihe von Pelitionen, welche zu Gunsten der Predil-bahn eingebrachi worben sind, dem Handelsministerium abgetreten. Dieser Antrag würbe auch zum Beschlüsse erhoben. — Die Bezirksärzte des Herzogthums Krain ließen durch den Abgeordnelen Lipp eine Pelttion über- Archen, xg provisorisch zugebrachte Dienstzeit in die definitive eingerechnet werden. — (Benefizanzeige.) Zum Besten unseres wackern Chorpers onales gehen morgen: „ Schnei- Fipps," „Madame Potifar" und ,daS Lied von der Glocke" mit Tableaux in Szene. Das Chorper-Male, voran der weibliche Theil desselben, hat in der heurigen Saison die vollste Anerkennung verdient ""d ist wirklich sehr zu wünschen, daß das Publikum die fleißigen und tüchtigen Leistungen desselben durch einen recht zahlreichen Besuch lohne. In den beiden obgenannten Schwänken hat bekanntlich Herr Schlesinger zwei Glanzrollen, während beim „Liede von der Glocke" ohne Zweifel das Arrangement der verschiede-denen Bilder so anziehend sein wird, das wir in allem einem genußreichen Abend entgegensetzen können. — (Unglücks fall.) Der k. k. Fmanzwachauf-seher Friedrich Ritter v. Födransperg wurde am 15. d. M ^ eilie halbe Stunde von Planina ent« sernt, am Unzstuffe todt gesunden. Die Obduklion kon-stalirie einen 4 Zoll langen Leberriß, muthmaßlich von einem Falle herrührend. Bade- und Schwimmanstalt. (Fortsetzung.) Daß in der Bevölkerung der Stadt das Inter--esse für die Anstalt ein allgemeines geworden, beweisen die vielen Anfragen über den Stand der Verhandlungen mit den Besitzern der Wiesen an dem rechten User der Laibach. Die wenigen Ausnahmen, Von denen heimlich immer eine die andere auslacht und verachtet, vie auS bösem Willen und irre gesühr-ter Meinung noch verneinend abseits stehen, übergehen wir vorläufig; aber dankbar werden die Annalen dieser Stadt den Namen ;eneS Mannes von wahrhaft edler Gesinnung verzeichnen, der jetzt, obgleich mit einem weit größeren gemeinnützigen Werke schon beschäftigt, in richtiger Erkenntniß der wohlthäiigen Wirkungen einer Schwimmschule, sich der Sache ange-nommen hat und durch feine Kraft und Jalellige«; ihr Zustandekommen gewiß bewerkstelligen wird. Wir hatten uns nicht getäuscht, als wir in unserem letzten Artikel die Ansicht auSsprachen, die Besitzer der Wiesen am rechten Laibachuser werden in Anbetracht deö jeder Partei gleich nützlichen Zieles die »Probe Vor der öffentlichen Meinung glänzend bestehen"; es hat sich bisher Herr S . . bereit erklärt, von seinem Grunde am Beginne des Gruber'schen Kanales bas nöthige abzutreten. Die Behandlungen wegen des Grundes näher der Stadt werden noch gepflogen, dürften aber dieser Tage zum Abschlüsse gelangen. Erfreulich ist es, daß uns von mehreren Setten Anerbietungen zu unentgeltlicher ober interesseloser Arbeit und sonstiger Hilfeleistung gemacht werden. Ist einmal das nöthige Terrain der Anstalt gesichert, so wird die Zeichnung der Aktien eröffnet und jenen braven Männern, welche diesbezüglich schon mehrfache Anfragen gestellt haben, Gelegenheit gegeben, ihre Theil-nähme für das offen,liche Wohl zü beihäligen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das nölhige Geld zusammen kommen wird. Das große Kapital wird sich so viel wir vernommen haben, im Jnierefse der Sache lebhaft betheiligen, von den Geldinstituien dür-sen wir wohl dasselbe hoffen; der hohe Adel, steis thätig, wenn eS gilt, guteö oder schönes zu fördern, wird sich nicht zurückziehen; die Militärbehörden imer-essiren sich lebhaft kür das Zustandekommen der Anstalt (und wir werden, darüber anerkennend zu sprechen, Wohl seinerzeit Gelegenheit bekommen); und übernimmt die Gemeinde, woran zu zweifeln vorerst eine boshafte Verkleinerung wäre, die Zinsengarantie, so wird sich auch der Mittelstand zu namhaften Zeichnungen verstehen. Haben wir ja doch schon nuhrere Stimmen gehört: „Ich gebe gerne die 20 fl. sür eine Aküe, wenn ich auch nie mehr etwas davon sehe» würbe, bekommt nur meine Vaterstadt endlich eine Schwunm-schule." Und niemand wird um sei» Gelo kommen, eS wirb ihm vielmehr reichliche Zinsen tragen. Und aus die, übrigens uns sehr gleichailiige «Yesahr hi», von L.uten, die an ein lauteres streben nich, glauben können, für einen flovenischen Parteigänger gehalten zu werden, geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß auch der Klerus sein Schärfletn beitragen werde; denn hier hat er die schönste Gelegenheit zu beweisen, daß er sich als Theil des Volkes fühlt, daß er für die Gesundheit der Jugend und somit für ihre Moralität nach wie vor Sorge trägt. Wir werden nicht ermüden, von der zu errichtenden Anstalt jeden Schein des ParteiintcrefseS abzuwehren. Sollte aber, woran wir jedoch jetzt nicht mehr denken, das Projekt scheitern, so dürfte, vielleicht auf Rechnung der „wenigen Ausnahmen" — der Stadt Laibach arriviren, was den Agramern geschehen ist. Die zogen und zerrten sich von Jahr zu Jahr, und wollten nicht an die Errichtung einer Bade- und Schwimmanstalt; eS sei der Weg zur Save zu weit, es sei kein Bedürfniß, man werde keine Unterstützung finden, und wie die leeren Ausreden verkümmerter Halbheiten lauten, die ihre Stimme eher dem Gegner als dem Freunde geben, wenn er eS wagt, etwas gutes anzuregen. — Da errichtete ein Private auf feine Kosten die jetzt bestehende Anstalt uud nun — ist den Agramern das Bad Bedürfniß, der Weg, obgleich ohne Schatten, nicht zu weit, und jeder zahlt für ein Bad gerne 30 kr. ö. W, und der Besitzer der Anstalt lacht sich Eins, denn er wird re>ch. Aus dem Vereinsleben. Konstitutioneller Verein in Laibach. (Schluß der Sitzung am 16. März.) Als nächster Redner über die galizische Frage sprach Herr Dr. Rühling: Aus den bisher im konstitutionellen Vereine über den galizischeu Ausgleich gepflogenen Verhandlungen scheint mir Hervorzugehen, daß dieser Ausgleich hinsichtlich aller seiner Tbeile und ihrer Konsequenzen zwar allseitig, als ganzes, uiiicrer Bersassung und insbesondere dem Gesetze vom 2 > ten Dezember 1867 gegenüber, aber doch noch zu wenig in Belracht gezogen worden sei. In dieser Richtung möchte ich mir erlauben, die Aufmerksamkeit der geehrten Versammlung auf kurze Zeit in Anspruch zu nehmen. Als nach dem Sturze des Ministeriums Hohenwart die Frage über die direkten Reichsrathswahlen vor allem anderm wieder in den Vordergrund trat, war der leitende Grundsatz der, es beruhe eines Reiches Kraft und Macht auf dem obersten Grundrechte aller Bürger: persönlich, individuell, als Bruchtheil des Reichsganzen an der Bestimmung der Reichsangelegenheiten Theil zu nehmen. Die Kräftigung und Einigung unseres Staates, dieß es, sei mir auf diesem Wege erreichbar, erfordere vielmehr eiue kräftige Lhat. Diesen Grundsatz, meine Herren, und dessen gedachte Durchführungsart kann man wohl für die innere Politik konililutioueller Staaten überhaupt, insbesondere aber für jene unseres, a» niißlnugenen Versuchen so überreichen als den allein richtige» und empsehlenswerthen ansehen, »nd von diesem Standpunkte aus werde ich mir erlauben, Len gali-zischen Ausgleich überhaupt, ohne Rücksicht auf seine Einzelheiten, zu beleuchten. Sowie der einzelne Staatsbürger nur ein Bruchtheil des Staates ist, ebenso ist es jedes einzelne zum Staate gehörige Land, und eben nur als Bruchtheil des Staats-gauzen sollte jedes Land in seinem Verhältnisse zum Ge-iammstaale in Betracht kommen. Durch unsere Verfassung sind die Verhältnisse der österreichischen Länder, ich spreche heute natürlich nur von den im Reichsrathe vertretenen, zum Gesammtstaate geregelt worden, uud zwar in einer Weise, die eS durch die Laudesordnungen jedem Lande ermöglicht, für sein Spezialwohl mittelst seineS Landtage« aus-giebig zu sorgen, wenn diese Segnung der Verfassung seitens gewisser Parteien ehrlich verstanden werden wollte und nicht, wie es leider in der Mehrheit geschieht, zum Nachtheile der Einzelländer und des ganzen Reiches von gewissenlosen Land-tagsinajoriiäieu gerade als Mittel geg.n die Verfassung mißbraucht würde. Die Landesinteressen mit den Reichsinteressen in Einklang zu bringen, ist der Reichsrath berufen, der Uber jene Frage» die ihrer Natur »ach alle» Einzelländern, als Tl> >len oeS ga»zen gemeinsame sind, somit nicht einseitig erledigt weiden können, zn beraihen hat. Das Maß der dem :>üichsrathe znkommenden Kompetenz ^st in dem Gesetze vom 21. Dezember >867 enihalten, und dieses bildet eben Las, was wir unsere Verfassung nennen, zu deren nnge-schinälerte» Bestände mitzuwirlen, wir alle hier entschlossen find. Dies zur Erinnerung vorausgeschickt, wollen wir nun untersuchen, wie sich der galizische Ausgleich im Ganzen zum Gesetze vom ^1. Dezember 1867 verhalt DaS Nesu ial dieses Veitiäliiiisscs durste »nsrr Urtheil über die Zulässig-keit oder Unzulässigkeit dieses Ausgleichs wesentlich erleichtern. Von dem Mangel jeglichen 2>echtstilels sür die gal>z>schen Forderungen wollen wir ganz abshen, Gehen wir nun zur Sache über und deuten wir uns den Ausgleich gescheh», de. keu wir uns, in die galizische LandeSvidi,ung seien Artikel lnarlünlirt, die im Gesetze vuin 2l. Dezember 18»>7 als g ineinsame »nd somit zur Kompetenz des Äieichsrathes gehörige angesührt erscheinen; welche Konsequenzen ergeben sich nun? Ich ziehe deren zwei: 1. Die den, in die galizische Landesordnung inartiku-lirten Konzessionen entsprechenden, im Gesetze vom SIten Dezember 1867 als gemeinsam erklärten Angelegenheiten seien nicht mehr für gemeinsame zu halten, da sie einem Reichsbruchtheile zur selbstständigen Behandlung überwiesen wurden, dessen Jnteressensolidarität mit den Reichsinteressen die gleiche war und bleiben soll, als jene der übrigen Reichs-bruchtheile; oder 2. die Solidarität der Interessen des Reichsbruchtheile-Galizien mit jenen des Reiches sei eine geringere, als jene der übrigen Reichsbruchtheile, weil Galizien trotz der ge-ringeren Mithilfe seiten« der Gesammtheit dieselben Loch zu äquiparireu vermöge. Daß die erstgedachte Konsequenz sämmtlichen Sonder-gelüsten unter verfassungsmäßiger Flagge alle Pforten öffnen würde, liegt auf der flachen Hand; aber auch die zweite Konsequenz ist nicht minder gefährlich: sie schafft das Präjudiz, es könne Staatsbruchtheile geben, deren Jnteressensolidarität mit den Reichsinteressen geringer sei, als jene ihrer Mitbruchtheile, deren Rechte dem Staatsganzen gegenüber größer seien, als ihre Pflichten. — Die föderalistischen Elemente würden sofort noch andere Länder in Liese Käthe» gorie einzureihen, ihnen galizische Sonderrechte zu vindiziren versuchen, und neue Ausgleichsprojekle zu Tage fördern. Es ist in Anbetracht dieser Folgerungen ganz gleich-giltig, wie viele Punkte aus dem Gesetze vom 21. Dezember 1867 in die galizische Landesordnung übergehen, die Konsequenzen bleiben dieselben und wenn nur eine einzige gemeinsame Angelegenheit für Galizien ungemeinsam werden sollte. Diese beiden Konsequenzen, meine Herren, halte ich, weil einen Grundpfeiler der Verfassung, nämlich die Unterordnung der Einzeliuteressen unter Las Gesammtwohl, bedrohend, für genügend, um ohne weitere Rücksicht auf die Konsequenzen der einzelnen Ausgleichspunkte, über die Zulässigkeit des ganzen Ausgleiches entscheiden zu können. Daß unsere Verfassung aus Ler galizischen Ausgleichsprozedur nicht intakt hervorgehen könne, scheint übrigens ein allgemeines Gefühl; lesen Sie, meine Herren, sämmt-liche versassungstreuen Tagesblätter, nirgends finden Sie eine direkte Anempfehlung — nur Beschönigungen und Entschuldigungen: die Thronrede habe dem Ausgleiche daS Wort gesprochen, das Abgeordnetenhaus sei ihm geneigt; cs müsse auch darum sein, sich der uuverläßlicheu Polen bei Besprechung der gemeinsamen Angelegenheiten zu entledigen n. s. w. u. s. w. Ja sogar das Ministerium entschuldigt sich, wie auf böser That ertappt: Ich will's gewiß nicht wieder thun. Kurz, ein rechtes Vertrauen auf diese Maßregel hat fast niemand, es ist eben wieder nur einer jener Versuche, von denen wir anfangs meinten, sie paßten nicht mehr für Oesterreich. Lassen wir daher die Versuche, bleiben wir bei der kräftigen That, wir können sie verlangen: Eine Schutzwehr gegen der Feinde Strom haben wir ja, zwar vorläufig nur einen Nothbehelf, doch genügend, um mit Muth und Ernst einen kräftigen Damm gegen alle Wuth der Gegner zu erbauen. Soll nun damit begonnen werden, daß in den vor kurzem mühsam geretteten Bau eine Bresche gerissen wird, durch die Ein Feind hinausgeschoben werden soll, zehn andere aber eindringen können? Nein, meine Herren, so etwas kann sich nicht empfehlen, so ein Ausgleich auf Staatskosten ist ungerecht und gefährlich. Ich hege die feste Ueberzeuguug, daß die Ertheiluug der geringsten Sonderechte an ein Einzellaiid ein Angriff aus die Verfassung ist, und vermöge dieser Anschauung kann ich mir den galizischen Ausgleich als annehmbar nicht denken und beantrage daher folgende Resolution, oder welche Kundgebungsart sich im Laufe der Debatte noch ergeben mag, aber jedenfalls folgenden Inhaltes: Der konstitutionelle Verein wolle beschließen: In der Ueberzeugung, Oesterreich könne nur auf Grund seiner ungeschmälerten Verfassung zu Kraft und Frieden im Juliern gelangen, verwirft der konstit. Verein jeden Ausgleich mit Galizien als verfassungswidrig, weil die verfassungsmäßige Kompetenz des Reichsrathes einseitig beschränkend. lieber Dr. Alex. SnppanS Antrag, den der Vor-sitzende unterstützt, wird hierauf die weitere Debatte, da mehrere der vorgemerkten Redner zufällig am Erscheinen verhindert waren und auch die Zeit bereits vorgeschritten sei, vertagt. Hierauf um '/,9 Uhr Schluß der Versammlung. Witterung. Laibach, 21, März. Nachts sternenhell, starker Reif. Kalter Ostwind, wechselnde Bewölkung, in den Alpen Schneegestöber. Temperatur: Mor,eus 6 Uhr —2.6"; Nachm. 2 N r-j-6 6'0. (I87I-j- 8.8"; 1870 ^1-6".) «arometer 728.19Milli-meter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- Z.5", um 0.4" iiiiter dem Normale, __________________________________ Äilijekmiiiiieue Fremde. Am 20, März. Petek, Polsnik, — Suoj, Jllhr.-Feistriz. — Robic, Fiuaiiz-Konimissär, Adelsberg. — Menzinger, Topuska, — Polauzer, Topnska. — Lorber, Wolssberg. — Abramsberg, Besitzer, Wippach, — Grabrian, Dechant, Wippach. — Pipp, Geschäftsmann, Sapiane. — Umek, Plärrer, St, Lamprecht. — Mesec, Wirthin, Gottschee, Bresfani, Kaufm., Wien. — Hirner, Wien. — Hißler, Leipzig. — Roh, Kaufm., Wien. — Wenz, Kaufm., Hamburg. — Frau Lalisckmig, Sieumarktl. — v. Langer, Besitzer, Poganiz. — Regul, Kaufm., Wien. — Graf Lanthieri, Wippach. — Novak, Wien. — Wohlschlager, Hotelbesitzer, Marburg. AIoI»»-«». Schenk, Handlsm., Brixeu.__________________________ Berstorbene. Den '9. März. Dem Johann Ravnohrib, Zimmermannsgesellen, sein Kind Maria, alt 3 Jahre, im Elisabeth-Kinderspital a» der Polauavorstadt Nr. 67 an der Brightischeu Krankheit. Den 20. März. Der hochmürdige Herr Pater Emiliau Struktlj, Franziskaner-Ordens-Priester, alt 69 Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. 16, gähe am schweren Dlul-schlage. — Katharina Pajar, Magd, all 38 Jahre, im Zivilspital am Gebärmnlterlrebse. _____________ Gedenktafel über die am 23. März 1872 stattfindenden Lizitationen. Tomiselj, BG. Laibach. Maliverh, BG. Laibach. Laibach. 2. Feilb., Smole'sche Real. — 2. Feilb., Strezek'sche Real., — 2. Feilb., Puh'sche Real, Perovo I. Feilb., Bruß'sche Real., Jdria, BG. Jdna. — 1 Feilb., Sever'sche Real., Briindl, BG Senosetsch. -- 3. Feilb., BlaZic'sche Real., Bründl, BG. Senosetsch. - Rezitation Germ'sche Real., Zagorica, BG, Großlaschitz. -- 3. F>ilb., Arko'sche Real., Reifniz, BG Reifniz. — 3. Feilb., änk'sche Real., Lome, BG. Jdria. — 3. Feilb, Keffem'sche Real., Radna, BG Gurkseld. — 2. Frilb., Plevuik'sche Real., Jgglack, BG Laibach. — 1. Feilb., Poznik'sche Real., Kropp, BG RadmanuSdors. — 1. Feilb., Sterger'sche Real , Hasclbach, BG Gurkseld. - - 2. Feilb , Znidnsic'sche Real., Malavas, BG. Großlaschitz. — 2. Feilb., Gerni'sche Real, Kompolje, BG. Großlaschitz. Telegramme. Wien, 20. März. Das Herrenhaus und Abgeordnetenhaus erledigten die auf der heutigen Tagesordnung stehenden Gesetzentwürfe im Sinne der Kommissionsanträge. Im Abgeordnetenhaus« wurde der Handelsminister wegen des Bahnbaues Villach-Tarvis interpellirt. Im Herrenhause morgen Budgetdebatte. Wiener Börse vom 20. März. Rente, öK-P.'>>. dtv. Lff.inSnd. »on isst. . . Lsjc »oi> Ev, >j»use «ose «°>> r»«o, füllst. Biämienich. v. »SSt . HriiLÄsut!.- St. i. Eretcrmark znSVtc. iiärnre», Krain ' n. jtiiftrnlaiid L , Ungarn. . »«S ^ »roal. r>. S!av. , Sicbenbjirg. » S . jkationalbLNl - - -Union - Lank . . . ir«dila»stall . ö. «trizlo-oft-rr. B.ink OeN. vodenciid.--«. 8!ci». Sscompr.-ibl Franko - Austria . «als. Fcrd.-Nordd. «liddad» Äeselllch. Sais. Ltisabet^Bahu «arl-üudw>g-«adn tzieb-nb. Eisenbah» «taatSbahn. - - -«ail. Franz-I°l-j»k, .günfl.-B-rclcr E, L» «Uöld-ffiUM. Bad" Aatton. ö.W. verloöb. Nnq. B^d.^Ereditan!'. «Nq.öst.Bvd.^redit. »to. tu 83 rr. ruü». Geld Ware ' 65.— 65.in 70.30 70.30 ;4.L5 91.50 103.- IM.35 132.- 133 148.- 148.50 90.,- 91.- 85.75 86. 81.Lü 8!.35 83. 81 78.L5 76.75 837. 337.-342.35 958. -3r0.— 282.— V8.— 362. 143.50 3810. 206.-3.7--356 52 188.— 385. -311. 19^.50 183.- 838.- 337.50 343.75 '.«60.-330-5u 384.-103. 363. 1,3. 23 t 5 306.20 2»7.50 ^57. 188 50 386.-211 50 190 50 183.50 Geld'Ware Orst. Hvpoth.-Bair? 95.50196.- ;u500tzr 113.- ^ b!o. BonS 6 PZr ^30 - j ^'rdb. (loo st. 6M.> 101.5t^ SLeb.-B.-200ft.v.W. 94.25 LtaatSbahn pr. Stück 132.50 i StaatSb. pr. St. 1867 131. >-?udolfdb.^800st.ö.W.)> i^4.35 .Zrarrz-Ios. (200fl.S., 90-50 rrcLit 100 fi. ö. 188.50 189.— Dkri.-DampfsH.-Ge'. M lOO fl. EM. . 99.50 100.50 > düster 100 fi. CM. 130.50 131.50 ew. 50 fl. ö. W. 58.- 59. . l-Ut-r . 40 fl. ö.ro 31.50 33 - Salm . „ 40 ^ r/a-qv . ^ 40 ^ 38.50 L9- ^ 40 ^ 36.— 38.— c c. GenolS ^ 40 ^ L9.— 30.- Windisl-stratz 20 „ 34. - 25— Wal^P.LlU . 20 » 33 50 33 . 10 , 16. 17. NnkoltMst. 10 i>.W 14.50 15- (8 Mou.- ^ ugsb. 100 st. südd.L( 93.5» Franks. 100 fi. ^ ^ 92.60 v-.il- I-'^ndoa 10 Pf. Sterl I09.»0 110.— Pari) loo svranü» 43-30 43.25 9t.70 92.- 5:,.is.Mün,-Ducat-.t ! 5 35 5.37 90.50 9!. ,30-'Zrancdstü'l . . 8.75 8.70 105. >05.501 NLre-nSi-a'.er . . 1 <;Z , 164 87.50 88.-I ^'U.er 92.60 93.70 107.75,108.50 ! Telegrafischer Kursbericht der Filiale derLteierimirll. Lsluimptel'liiil! i» Laibach. von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 2t. März. Schlüsse der Mittagsbörse. 6perz. Metalliques mit Mai- und November-Zinsen 64.95. — üperz. Natioiial-Nnlehen 70.20. — t-der Staats-Aiilehen 102 80. — Bankaktien 838.— Kredit 3-!8.-. - j Züglobank 324.—. - Frankobank 143.-. — Lombarden ^ L07 M. — Unionbanl 337.-.- Wechslerbauk 333.:',''. ! Baubank 126.40. — Anglobaubank —.—. — Wechslerban bank —. - Anslrotmk. Siredit-Anstalt —. — London 110.25. — Silber 108.—. — A, k. Minz-Dukaten 5.28. — 20-Frank-Stücke 8.76. < >» i beehrt sich dem x. t. Publikum bekannt zu geben, daß er Dienstag de» 26. d. M. in Laibach wieder eintrisst uud wie gewöhnlich durch längere Zeit die zahnärztliche Praxis ausüben wird. Wohnt wie früher im Lotii»«v1«?I»'schen Sternallee Nr. 37 im I. Stock. — LrvinationSstnnden von i) bis 5 Uhr. (151) Graz, 19. März 1872. Annonce. in Original-Fässern, vm;üglichster Qualität, in Säcken nnd Fässern, (153—I) in Säcken L I Zentner; Meersalz als Kochsalz »Säcke» Ä 1 nnd 2 Zentner; Eisenvitriol (Grünvitriol)». 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(II9-3» Bcitritts-^lkliiriilülen mit Cinsenöiinil des Betrages übernimmt die Gcner,il-Nei>ni'sc>iti>»; des österreichischen Ze»tral-Ba»-Pereins: Wien, chpernring 2l, woselbst Prospekte, Statuten rc. unentgeltlich verabfolgt uud versendet werde». .jirtxl un iNn i 11 oL t>ii! "WU Xlti86i-I. tinä Xöui§I. ^ ' - ' , au88t>I>l. ;niviIo^irt68 ircIitL8 von i'einbtg, bs8ts, NÄtünIieli8tv nnä snsekrinnt xvii'I<8LM8i6 IVIiiikI gegsn tiixl M gögsn Llo'oföln, ^ktuiau88l:>il3g6, 0i'Ü86nIil'LnIt- Iiöitsn, Lcliv/kiclilicliksil u. s. >v. ist — V 1 1l. enl>v6«lor in woiuer I''al,tiIc8-^ioä6ll:tFö: Wien, Käel<6>'8t»'kt88g k'ii'. 12, oäör i» clon lgiiouiniirtoLton ^i>otI>oIcou uinl 8xM6i'6iItn.uälunS0u äor Nonareliis öoltt xn bokommön, 80 unter ltnävrn dsi tol^onäöli 1'irmvn : 1^ a i >,a 6 I>: I-'»'K'vuI)ci'!L't;rr; » it»t>, ttttukilr ^Mliolcor, uinl )I I<:ulkmrtnn; 6illi: kenn/. .li»»t;8(!l>, Xu.tilimmn; .1 n,1 u n I) „ i-^X:ml'»umn ; N.irliur^: .s. I». ^I>otli6lc6r; I'rivsaelt: Olt,» ^potlwkvr; Villaolt: .1. I'. Mrli», Ktmkmami. (83-5) Druck von Ign. ». «leinwahr t g«d. «ambcrq in Laibach- Berleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottouiar «amberg