»»W««», »»»>,, str A»t." Rr. S«. Mittwoch, »4. MSr, Jahrgang Die „Marburger Zeitun^/^ erscheint jeden Sonntag, Miitwoch nnd Freitag. Preise — sür Marbnrg: ganzjährig 6 fl.. hnlbjähllg S fl., tiierteljährig 1 fl. 5V kr; für Zustellunv ins monatlich 10 kr. — mit Postversendnng: j^anzjährig 8fl., halbjährig 4fl., vierteljährig 2fl. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 10, bei zweimaliger mit 15. bei dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozn für jedesmalige Einschaltung SV kr. Inseraten Stempelgebühr kommen. Zur.i^l'schichte Tatte-'. Das bisherige Trgebniß der Wahlen in Ungarn veranlaßt den „Pester Lloyd" zu folgender B'Mcrtunq: Wenn auch daS Zahlenverhiiltniß zwischen der Deal Partei und ihren Gegnern sich günstig erhält, so können wir doib andererseits nicht verschweisten. daß die letzten Tage qualitativ für die Deak-Partei durch höchst schmerzliche Verluste Zeichnet »varen. indem sie unS dtiS betrilbende Schauspiel boten, daß Männer, wtlche die Zierde frülzerer Geskßgebungcn geliildet und ebensosehr als Kapazitäten tvie als unermüdliche Werkmeifttr am konstitutionellen Neubau sich l^ervorgethan. im Wahltampfe unteilegen sind oder noch vor demstll»eu zurückzutreten sich gcnötliigt sahen. Nlcht minder sehen lvir cs durch den bisherigen Ga»,g der Wahlen bestätigt, daß gerade in jenen Wahlorten, wo die Sitze des h. Klerus sind, die oppositionelle Gesinnung in schärsfter Form auftritt und, tvie in Eran. Slnhlwtißenburg. Erlau, günftirchen u. s. »v.. ilire Wahlttiumphe feiert. Einundzivanzig Jahre sind vergangen, seit Berlin die Regierung gezivnngen, die Verheißungen zu erfüllen, tvelche fast vierzil^ Jahre srülikr der König gegeben. Und jetzt regiert unumschränkt über Staat und Par-lamenle der entschiedenste, haßerfüllteste Gegner der Märzbewegung. und — sieht man von dtm parlamentarischcn Firlefanz ab — der Stand der preußischen Gesetzgebung wie aller öffcntlichtn Einrichtungen ist ein viel lieferer. als er vor einundzwanzig und selbst vor fünfzig bi« sechzig Iah. ren. zur Zeit der Verljeißungen Frikdrich Wilhelms III., j^kwesen. Alle die großen Schöpfungen Steins sind Stück um Stück nicdergerisscn ivor-den. Die von dem Neugestalter Preußens anj^estrebte Befreiung der Bauern ist durch die LandrathSwirthsch.ift und oie gulSherrliche Polizei zum Scheine herabgelvürdißt. Die Selbstregierung der Städte ljat aufgel)ört; polizeiliche Willkür. Brzjrksregitrungen und Ministerium leiten die städtische Berwal' tung. namentlich die Finanzverwaltung. DaS Wahlrecht der Bürger in Betreff der Stadtbehörden »st durch daS System der 9tichtbestätigungen zunichte gelnacht; dos Gemeindeivahlgesetz ist überdies im reaktionären Sinne revidirt tvorden. Aus dem flachen Lande ist mit den Kreistagen der Feudalismus wiederhergestellt. DaS einst so blühende Schulwesen ist dem Pfaffenthum rettungSloS ausgeliefert worden. Endlich ist die von Stein geschaffene Gewerbefreiheit längst verkürzt worden, und soeben beräth der norddeutsche Reichstag eine Gewerbe-Ordnung. die von A bis A des» selben bnreaukratlschrn Geistes voll ist. wider welchen Stein in so flainmenden Worten gewettert hat. Das sind die Fortschritte binnen sechzig Jahreu. Nßch viel beschleunigter würde der Fortschritt erscheinen. ivoUte man die jetzis,en Zustände mit den Verheißungen des Jahres 1848 vergleichen. Aus Florenz »vird geschrieben, daß der Vertreter Italiens am französischen Hofe nach Paris die Erklärung der Regierung Viktor Ema. nuel'S zurückbringen werde. Italien sei fest entschlolsen, im Falle eineS preußisch sranzösischen Krieges von der Neutralität nitht abzugehen. Einer der ilalienischkn Minister soll bei dieser Gelegenheit geäußert haben: „Wir verdanken Preußen Venetien, Frankreich die Lombardei, wir können also, oline undankbar zu sein, in einer Frage zivischen zivei Mächten, denen wir so »icl schulde«, keine Partei ergreifen." In Frankreich glaubt kein Einsichtiger mehr an die Dauer der jetzigen Herrschafl und nur daS gedankenlose Landvolk hängt noch am Kaiser. Die französischen Bauern haben aber noch niemals den Sturz einer Regieriing aufgelialten. und das umsoweuiger. als sie sich niemals zu einer Warnung der Regierenden aufgeschwungen. Napoleon III. wird nicht wie Ludwig Philipp an seinem Eigensinne zu Grunde geheii. er wird durch die eigennützige Starrköpfigkeit seiner Mitarbeiter zu Schaden kommen. Wie sehr es viesem Systeme, welches den Anspruch macht, auf dem allgemeinen Volkstvillen zu ruhen, an Kräften fehlt, ist unter Andecein daraus zu erkennen, daß die Negierung sich genöthigt sieht, die Mitglieder der «Menwärligen Mehrheit alS Kandidaten sür die nächsten Wahlen beizubehalten. Im englischen llnterhause ist die Frage, betreffend die geheime Abstimmung bei den Wal»len zur Verhandlung gekommen. Es wurde nämlich der Antrag begründet, den Wahlausschuß mit vergleichen-den Uiitersttchnngen über die im Ausland gebräuchliche geheime AbstimmkNg zu betrauen. Dringetnäß verbreitete sich denn auch die Rede des Antrag-stkllerS über die verschiedenen Staaten, welche diese Abstimmung bereits eingeführt nnd widerlegte schließlich die sür offene Abstimmung geltend Tante Therese. Von A. V. (1. Fortsetzung.) Es hatte bis zum Jahre 1813 eine schtvere Zeil auf dem deutschen Lande und Volke gelegen. Das deutsche Volk ivar von einem fremden Tyrannen an die Sklavenkette gefesselt, mit ver Sklavengeißel gezüchtigt. Aber keine Geißel, keine Feffel kann ei« edles, kann daS deutsche Volk zu Sklaven machen. Auch unter jcncr fremden Tyrannei lebte fort und fort in dem deutschen Bolke die Liebe zur Freiheit, der Haß gegen den Despotismus, der Ingrimm gegen den Tyrannen. daS glühende Verlangen, die Ketten zu zerbrechen, die Geißel dem Tyrannen zu entwinden, um sie züchtigend und strafend über ihn selbst zu schtvingen. Aber das Verlangen konnte noch nicht sofort zur Tbat werden, die Fürstenpolitik stand it)m entgegen, und daS deutsche Volk trug das Aeußerste um seiner Fürsten willen — auch damals. Nur einzelne glühende Herzen konnten den Un-muth. den Zorn, den Ingrimm nicht in sich verschließen. Sie wurden das Opser ihrer Unvorsichtigkeit. Mein Onkel Fritz, der Zwillingsbruder meiner Tante Therese, war ein Mann von Geist, von Mutb. von lebhastem edlem Herzen. Er hatte die RechtSwisienschosl studirt nnd kam als Doktor der Rechte in die Heimat zurück Er machte stine Ezamina nnd wurde Advokat an dem kaiserlich' napoleonischcn Gerichtshöfe in der Provinzstadt sciner Heimat. Ec liatte sich liald einen Ruf erworben und war der Stolz seiner Familie, der Triumph seincr ZlviUingtschwester Therese. Sein Herz glühte von Liebe zum Vatrrlande. von Liebe zur Freiheit, von Haß gegen den Unterdrückei. Eines Abends — es war im Sommer deS JahreS 1812 — saß er mit Freunden im Weinhause. Es war an dem Tage die Nachricht eingetroffen. daß die französische Armee den Niemcn überschritten habe. Die Freunde sprachen über den möglichen Ausgang deS napoleonischen Krieges gegen Rußland. Sie waren allein und thaten sich keinen Ztvang an und wurden bald in ihrem Gespräche lkbhaster. Anfangs hatten sie Befürchtungen ausgesprochen, dann Hoffnungen. Mein Onkel ergriff sein Glas. „Stoßt an, Freunde! Verderben und Tod dem Tyrannen in der Eisfeldern Rußlands!" Cr rief es mit lauter, erhöhter Stimme. Während er es rief, öffnltc sich die Thür deS Zimmers. Die Freunde wollten mit ihm anstoßen. da hörten sie ein Geräusch hinter stch und sahen sich um. Ein ftanzösischer Offizier stand in der Tt)ür. der Chef der Gensd'armerie der Provinz. Die Freunde stießen nicht an; sie setzten sich still nieder und stellten schtveigend die Gläser vor sich liin; sie blickten Verivirrt zu Boden. Auch mein Onkel schwieg; aber er halte sich nicht gesetzt, er hatte nicht die Augen gesenkt. Er sah ruhig, stolz den Offizier an. der die französische Polizeiuniform trug und ein Dcutschrr war. Er sah ilzn mit Verachtung an. Der Offizier entfernte sich stumm. „Er »vird nichts gel)ört haben." sagten die Anderen. „Cr hat jedes meiner Worte gehört." sagte ruhig mein Onkel. „So tvird er nichtS gehört haben wolle». Er kann nicht. Er ist ein Deutscher." „Und gerade weil er ein Deutscher ist." rief mein Onkel, „hat er jedes Wort gehört, und wird keinS vergessen. Der Deutsche, der gegen Deutsche dem fremden Tyrannen dient, der deutsche Edelmann gar. wie dieser einer ist — Gottlob, er ist kein Westphälischer. in dem westphäli-schen Adel fließt besseres Blut —- ein solcher Mensch ist der verkommenste Renegat, kann nur der elendeste Verrätbcr sein. Meine Stunden sind ,^ezühlt. Ich weiß eS. Entflielien kann ich nicht, ich mag eS auch nicht. Laßt UNS trinken. Tod den Verräthern! Dreifacher Tod den deutschen Verräthern!" Sie stießen wohl mit ihm an. aber ihre Lippen tvaren stumm, und ihre Herzen voll Schreck und Angst nm den Freund, den auch sie ver-liZren sahen. Noch in derselben Nacht lvurde mein Onkel von den sranzösischen GenSd'armen veri^astet. Am andern Morgen wurde er vor ein französisches Kriegsgericht gestellt. Er war angeklagt der Komplottstiftung gegen gemachten Gründe. Ein anderer Redner legte hauptsachlich Rachdruck auf die großen Kosten, mit welchen manche Wahlen erzielt worden. Mit Auf-mer^amkeit Hörle darauf das Hau« den allen Diplomaten Bulwcr. der nach zweiundvierzigjahriger Abwesenheit witder zum ersten Male sich an einer Verhandlung betheiligte und als Anhänger der geheimen Abstimmung bezeichnete, jedoch den Antragsteller irjuchte. seinen Antrag zurückzuziehen, um nicht den Anschein einer Spaltung in den Reihen der freisinnigeu Partei zu geben. Nachdem Bulwer mit zivar schwacher Stimme, aber bedeutender Arische und Lebhaftigkeit seine Ueberzeugung ausgesprochen, daß die Gejeßgebung die Pfticht habe, dem Wähler Freiheit der Wahl zn gewährleisten, leerten sich namentlich die Oppofilionsbänte. und als am Schlüsse der Verhandlung sich der Minifterprüsident erhob, saß dort nur mehr ein einziger Mann. Die Ausführungen Gladstones stimmten mit denen Bulwers im Wesentlichen überein und der Antrag wurde auf sein Ansuchen denn auch zurückgezogen. Landsturm ««d NAlkerrecht. Marburg. 23. Marz. Die Regierung, welche dem Abgeordnetenhaus einen Gese^entwurf über die Bildung des Landsturmes vorgelegt, ist mit ihrem Antrage in großer Minderheit geblieben und haben die Reichsvertretkr zum ersten Male wieder nach langer Zeit dem Willen dkS Volkes Geltung verschafft. Räch dem Entwürfe der Regierung sollte der Landsturm unter den Schutz des Völkerrechtes gestellt iverden — das heißt s kommt es zum Kriege, so tvird zlvifchen Landsturm und Heer kein Unterschied gemacht und der Landstürmler, tvelcher in die Hände deS FemdcS gefallen, als Kriegsgefangener behandelt — er tvird also nicht mit dem Tode bestraft, sondern verpflegt und entiveder noch vor dem Frieden gegen gefangene Soldaten dcs FeindeS ausgewechselt, oder freigelaffen unter der Bedingung, während des Krieges nicht mehr gegen den Feind zu kämpfen, oder er wird nach dem Friedensschluß frei in die Heimat zurückgesandt. Diese Behandlutm ist völkerrechtlich bis jetzt nur uniformirteu Kriegern zu Theil geworden. Die Regierung, nach deren Entwurf die Landstürmler keine Uniform tragen sollten, ist der Meinung, die einfache, einseitige Be» stimmung des österreichischen Gesetzes werde genügen, ein neues Völker-recht zu gründen. Das Völkerrecht entsteht durch Vertrag oder Herkommen. Wollte die Regierung den ersteren Weg einschlagen, so mußte sie die Mächte zu einer gemeinsamen Vereinbarung beivegen: die österreichische Regierung hat dies nicht gethan. ja nicht einmal versucht, wahrscheinlich in der Ueberzeugung. es tvürde nichts fruchten. Gesetzt alier. die Regierung hätte den Versuch gewagt, so »väre eS wohl ein vergeblicher Schritt gewesen ; denn die Mächte, znmal die nachbarlichen, die auf Oesterreichs Verderben sinnen, hätten nie ihre Zustimmung ertheilt. Würde aber diese Zustim« mung im Frieden schon versagt, so könnte Oesterreich um so weniger hsffen, es werde das neue europäische Völkerrecht durch Gewohnheit in Kraft erwachsen — es werde z. B. Preußen im Kriege mit Oesterreich die gefangenen Landstürmler nicht erschießen oder den schimpflichen Tod durch oeu Heuker sterben lassen, sondern in die Kriegsgefangenschaft wegführen. Würde Oesterreich ein von Preußen einseitig und zum Schaden des Feindes aufgestelltes Schutzrech» der Landstürmler achten, die äußerlich nicht durch Uniformen als kampfberechtigte Soldaten erkennbar find? Räch dem bisherigen Kriegsrechte, welches Oesterreich allein nicht zu ändern vermag, würde Preußen ohne Zweisel den ersten gefangenen Land-stürmlee kriegsgerichtlich zum Tode verurtheileu und den Spruch voll- das Leben des Kaisers. Der Kommandant der Gensd'armerie trat gegen ihn als Denunziant und als Zeuge auf. Der Name diefes franzöfischen Kommandanten der GenSd'armerie? Ich erzähle hier eine tvahre Geschichte. In der tvestphäiischen Stadt, in der fie pafsirte. ist sie noch heute, nach mehr als fünfzig Iahren. in Jedermanns Andenken. Die älteren Leute, obwohl fle damals Kinder lvaren. haben auch das lvild des schönen murhigen jungen Doktolö nicht vergessen, der zum Tode verurtheilt wurde, weil er auf den Kaiser Napoleon geschimpft hatte, und der so ruhig und muthig in den Tod ging. Sie haben auch den Verrath des deutschen Edelmannes nicht vergessen, der ihn in den Tod trieb. Auch der Name dieses Verrathers lebt noch in dem Gedächtnisse Bieler von ihnen. Aber ich »vill hier den Namen des Verräthers nicht nennen. Der Mann halte Kinder; sie mögen noch leben, sie mögen auch jedenfalls besser gelvorden sein, alö ihr Vater war; sie mögen gar. ivie ihre brave Mutter — aber ich will dem Gange meiner Erzählung ntcht vorgreifen. Jedoch Eins muß ich hier ei klären: der Manu war kein Westphale. seine Heimat war jenseits der Elbe. Die Freunde meines Onkels tvaren als Zeugen für il)n aufgltretcn. Sie bekundeten, daß er in der Aufregung des WeineS gesprochen, daß sie selbst seine Worte ihm nicht zugerechnet hätten. Mein Onkel hatte nicht geleugnet. Er trat stolz der Behauptung entgegen, daß er unüberlegt, daß gar der Rausch auS il)M gesprochen habe. Die l^iichlcr — sie waren sranzösische Offiziere, aber Franzosen, sie ivaren keine Verräther; der schöne, stolze, muthige, junge Mann hatte ihre Theilnahme eriveckl; sie wollten ihm das Leben retten. „Sie selbst. Angeklagter." sagte der Präsident des Gerichts zu ihm^ „können kein klares und richtiges Urtheil darüber haben, ob Sie mit Ueberlegung sprachen, oder in der Hitze deS WeineS. Er steht sest. daß Sie Wein getrunken hatten, und tvcr unserem erhabenen Kaiser und seiner glorreichen Armee Tod und Verderben wünschen kann, von dem ist in einer solchen Lage anzunehmen, daß er nicht den vollen Gebrauch seiner Vernunft hatte." Da verlangte der Kommandant der GenSd'armerie noch einmal das Wort, und er versicherte auf seine Ehre als Offizier und auf seinen Eid als Zeuge, daß der Angeklagte mit der vollen Klarheit des Geistes ge- ziehen lassen. Oesterreich könnte allerdings mit Gegenmaßregeln drohen und zur Vergeltung für jeden erschossenen oder gehängten Landstürmler einen gefangenen Preußen hinrichten; allein es gilt hier auch noch das alte Recht der Nürnberger, die keinen hängen, sie hätten ihn denn zuvor. Nach den Erfahrungen des Zahres 1866 dürfte Oesterreich sehr wahr-scheinlich nicht im Stande sein. Gegenrecht zu halten; kämen wir jedoch in die Lage, die fragliche Drohung zu verwirklichen: würde der Krieg dadurch nicht ein überaus blutiger und grausamer, ein verheerender Krieg ein gegenseitiges Morden. Sengen und Brennen, eine Verwüstung des Landes, ein förmlicher Vertilgungskrieg? Bor diesen Greueln, vor der bloßen Möglichkeit derselben hat der Beschluß des Abgeordneteiihauses über die Bildung des Landsturms uns bewahrt und darum gebührt de» Vertretern, tvelche gegen die Vorlage der Regierung gestimmt haben, die Anerkennung, daß sie ihre Pflicht getreu erfüllt. ____ vermischte Nachrichten. (Griechenland.) Die Redakteure der wichtigeren Zeitungen von Athen haben einen Aufruf verfaßt, ivorin sie erklären, daß sie jede Regie-rung unterstützen »Verden, deren Programm die Rüstung des Landes und die Vermehrung der Streitkräfte zu Wasser und Lande set. Zu diesem Zwecke verlangen sie; 1. Größte Sparsamkeit in Betreff des Staatsdienstes; 2 patriotische Beiträge auch deS geringsten Hellenen zu Anschaffung einer Flotte; 3. im Nothfalle eine allgemeine Steuer zu diefem Zivecke; 4. eine kriegerische Erziehung der ganzen Nation und 5. den Ankauf des zu diesem Zlvecke nöthigen Materials. (Italien.) Hinsichtlich deS iverkaufes der Kirchengüter hat sich eine neue Schwierigkeit erhoben. In drm bezüglichen Gesetze wird nämlich kein Unterschikd zwischen PfarrMtern und eigentlichen Kirchengütern gemacht. In Folge einer diesfalls anlieregten Streitfrage haben die Gerichte entschieden, daß die Pfarr- und m>tl)in Gemeindegüter ntcht in die Klaffe jener gehöreit, ivelche der Staat lzabe einziehen wollen. Diese gerichtliche Entscheidung vermindert um ungefähr 100 Mill. die fraglichen Güter und die Pfarrgüter sind es gerade, die sich am leichtesten und vortheilhastesten hättet, verkaufen lassen, v'ksem Umstände schreibt man eS zu. daß die Bankiers aller Lüni^er sich heute viel weniger gcneigt zeigen, wegen der geistlichen Güter mit der italienischen Regierung in Uiitcrliandlung zu treten. (F r i e d e n S bü rg sch aft.) Der Landrath von Neustadt (Regie-rungsbezirk Danzig) hat eine Bekanntmachung erll'ss,n. deren Pulvergeruch ivohl bis nach Paris dringen wird. Man weiß dort nämlich, daß die Küstenbefestigungen, Errichtung von Strandbatterien ic. von der preußischen Kriegsverwaltung befondcrs emstg betrieben werden, weil man vor allen Dingen die Landung der Rothhosen an den Ostseeküsten fürchtet. Diefen Besorgnissen gegenüber klingt die Kilndmachung des Reustädter Landrathes recht tierausfordernd; fie lautet: „Für den Fall einer Mobilmachung sollen außrr den königlichen Proviantivagcn für das erste Armeekorps 400 zwei-spännige bespannte Wagen z»»m Transport von Berpflegungsgegenständen, Armeematerial u. für die Dauer des Feldzuges gemieth't werden. In denjenigen Korpsbetilken. welche muthmablich d,m Kriegstheater nahe liegen, toll auf die Beschaffung von 300l) solcher Wagen ausgegangen werden. Die Gestellung des gesammten oder eines Theiles des Bedarfes an Trans-portlvagen soll im Wege der Lizitation vergeben »Verden." (Oesterreich.) Die Getreideausfuhr Oesterreichs betrug im Jahre 1868 12 Millionen Zollzentner Weizen, 6 Mill. Zollzentner Roggen — die Ausfuhr des Mehles 2.833.4b3. des Bieres 381,000 Zollzentner. sprochtn und auf ihn Blicke des Haffes und der Herausforderung geworfen habe; über seinen bedachten bösen Willen könne kein Zweifel sein. Und das Kriegsgericht mußte den Angeklagten zum Tode Ver- urthcilen. Mein Onkel wurde am folgenden Morgen erschossen. Erst als er todt war. erfuhren die Seinigen da hinten an der großen Haide feine Untersuchung, seine Verurtheilung, seinen Tod. Meine Groß. Mutter warf der Schreck aus das Krankenlager. Der Tod ging an ihr vorüber, abcr sie ivar gelähmt. ui»d fie blieb es ihr Leben lang. Meine Tantc Therese war bis zu dcm Tage frisch und blühend gewesen, wie das srischeste junge Leben, obwohl der Tod schon einmal recht hart ihr an das Herz lzerangetreten war. Von der Stunde der entsetzlichen Nachricht an hat Keiner einen Blutstropfen mehr in ilzrem Gesichte gesehen. Doch, damit das Gesicht ihr ganz so weiß und blutleer ivurde. wie eS war. als ich sie sah. dazu hatte noch anderer Schreck, ailderes Entsetzen kommen müssen, und davon erzähle ich jetzt. Jenes hatte sich im Sommer des Iahrcs 1812 ereignet. Es kam der Herlist deS Jalzres 1813. Die glorreichen Armeen des sranzösischen Kaisers waren längst in den ruffischen Eisfeldern vom Tode, vom Verderben errilt. Die Schlacht bei Leipzig war darauf geschlagen. Die Macht Napo-lron'S in Deutschland lvar völlig vernichtet. Der Feind floh auS Deutschland Erst jenseits deS RheinS suhlte» die Fliehenden sich sicher, die Massen wie die Einzelnen. Im Süden bei Hanau nur mußte erst noch am Vorles^ten Oktobertage eine zweite Schlacht geschlagen werden, und im Nordtveftrn Deutschlands, »ach dem Rheine hin. hielt in manchen Gegenden das fremde Regiment sich noch fest, bi« die ersten Preuscn oder die erstea Kosaken ankamen. Dann wurde noch schnell raubmäßig zusammengerafft, gsplündert. Mitunter gemordet, und nun begann in der rasenden Eile deS letzten Augenblicks die wilde Flucht vilr den verfolgenden Befreiern, die oft in das eine Thor einer Stadt einrückten, tvährend die letzten Fliehenden noch durch das cntgegengesehte Thor sich hinausdrängten. Manchmal war aber auch die Flucht zn spät, und die Räuber traf blutige Züchtigung. Manchmal kam eS aber auch noch anders. (Handelsbewegung.) Der Mangel an Zutzerläffigkeit bei der Lieferung österreichisch-ungarischer Landeserzeugniffe ist eine Klage, die so alt ist. lvie der Handel selbst. In dieser Beziehung haben Ach die „Leitha. ner" Nicht» vorzuwerfen; Wien und Pest spielen diestlbe lkolle und können sich hie und da sogar dkn Rang streitig machen; Jude und Christ. Produzent und Kaufmann. Deutscher und Magyare huldij^en demselben „Prinzipe" des „Uebers Ohr Hauen»". Trotz aller Ermahnungen und Warnungen verständiger Leute erinnert ein Bericht au» Leipzig neuerding» daran, wie sehr man e» im Au»lande bei dem Handel mit österreichischen Landeieezeugniffen al» Uebelstand betrachte, daß z. B. Getreide. Klcesamen und ähnliche Artikel nichl so gereinigt geliefert werden, wie man e» auf deutschen und anderen Märkten fordere. In der Regel werde dieser Mangel bei dem Preise in Anschlag gebracht. Eme.andere Klage sei. daß die ab-gegebene erste kleine Probe, z B. von Kleelaat. schon mit der Pfundprobe nicht stimmt und auch gegen letztere die !idaare gewöhnlich noch al»faUe. Man könne in Oesterreich nicht aufmerksam genug sein auf diese Beschwer« den der ausländischen Märkte. Früher wurde auf dem Leipziger Waaren. markt ungarischer Tabak in großen ParthlM umgesetzt und waren dort stet» bcträchtliche Kommlssion»lager davon vorhanden. Wenn der ungarische Tabak so gut wie verschwunden sei. so verschulde da» wesentlich einmal die ihm fehlende, für den Markt erforderliche Behandlung, andererseit» der Mangel an festem Lager, so daß e» möglich wäre, gewisse Erzeugnisse stcher bttiehen zu können. (Verein »Wesen.) Dem ersten allgemeinen Beamtenvereine der österreichischkN Monarchie find im Jahre 1868 1379 Beamte (de» öffent» lichen und Privatdienste») al» Mitglieder beigetreten. Vertreten wurde der Berein durch 43 Ort»au»schüfle. 91 BereinSbevollmä^vtigte. 231 Berlins, ärzte und 396 Agenten. In der Leben»verslcherung» Abtheilung standen 41ök Versicherung»-Verträge über 3.2b0.384 sl. Kapital und 1147S st. Renten in Kraft; die auf 34Tod<»fälle entfallenden Bersicherung»kapitalirn betragen 27.0ö0st. Der Prämien Reservefond — 125.000 st. — ist theil» aus Hypotheken, theil» in Werthpapieren angelegt. Die Vorschuß-Abtheilung zählte 2b Borschußgesellschaften mit 2127 Theilhabern und 97.66S st. Antheil»einlagen. Im verflossenen Selchäst»jahre wurden 2218 Vorschüsse im Betrage von 176.292 ft. ertheilt. ^ (Heerwesen.) In Folge der neuesten militärischen Versügung. derzufolge Pensionisten sich einem bürgerlichen Erwerb widmen können, find Fälle vorgekommen, daß Pensionisten Nebengeschäste betrieben, welche uach militärischen Begriffen der Stande»khre abträglich find; daher hat da< Krieg»ministerium eine Verordnung vorbereitet, in welcher die gestatteten Rebenbeschäftigungen genau bezeichnet sein werden. Der Pensionist kann jede geistige Thätigkeit au»üben. in jeder öffentlichen Anstalt, in jedem Privatgeschäft arbeiten, er darf aber nicht bewerben vorstchen, wo er dem Publlknm gegenüber al» eine Art Diener austritt, z. B. al» Wirth. Greißler oder überhaupt in einer untergeordneten Stellung. In diesem letzteren Falle soll er verhalten werden, den Charakter abzulegen und sich der bürgerlichen Gericht»darkeit unterzuordnen; er verbleibt jedoch im Venusie der Pension. Äst die Nachricht ivahr, so dürfte ein Wirth zc. auch nicht die Stelle ciues Reserve oder Landwehr Offizier» bekleiden; au» welchem Grunde, ist nicht einzusehen. Nach unjerem Dafürhalten »oll man dem pensionirten Offizier, wie de« Reserve, und Landwehr Offizier ein jede» Geschäft zu betreiben gestatten, welche» seinen Man« auf eine ehrliche Art zu ernähren im Stande ist. Wir hatten Gelegenheit, in der Prätigau (Schweiz) einen eidgenöstischen Oberstliiutenant kennen zu lernen, welcher gleichzeitig Gastwirth »var. Der Mann verstand sein Geschäst al» Soldat über al» eine Art Diener auftritt, so glauben wir. daß dies noch immer anständiger ist. als wenn der Offizier dies einzelnen Personen gegenüber wirtlich ist. wie das doch in einer großen Armee bei den sogenannten In-Habers Adjutanten bis vor Kurzem zum großen Theile der Fall gewesen. Marburger Berichte. lDiebstahl.) Am 19. d. M. zur Nachtzeit ivurden auf der Lände die kupfernen Rühren von drei Brunnen gestohlen; zwei derselben hat man am 20. schon bei einem gimmergesellen in der Kärntner Vorstadt entdeckt und glaubt man. der Verdächtige habe auch die gußeisernen Röhren von den Brunnen des Herrn Joseph Stauder. sowie der Frau Maria k Schmiederer entwendet. ^ (Nachtbuben.) Herrn Karl Gerdes d. j.. welcher den Abhang am Ufer der Drau bei seinem Landhause in St. Magdalena mit be-trächtlichen Kosten zu einer Anlage umgestaltet, sind in der Nacht vom 20. auf den 21. März bübischer Weise die Bänke zerschlagen, die Bäumchen ausgerissen ode? abgebrochen worden. (V e r b rau ch sv e re i n.) In der Sitzung vom 21. März wurde einstimmig bejchjossen. der Aufforderung, welche der Ausschuß der vereinigten Wiener Erwerbs- und Wirthschaftsgenoffenschaften an den Verein gerichtet, zu entsprechen und an das Abgeordnetenhaus sich mit folgender Petition zu wenden: ..Da» hohe Abgeordnetenhan» möge die Befreiung der Erwerb»» und Wirthschaft» Genossenschaften von der Erwerbsteuer, sowie von der Stempelgettühr für die Einlagen. Zinsen und Dividenden au»sprechen. wenn dieselben ihre Thäligkeit auf den Krei» ihrer Mitglieder beschränken — diejenigen Genossenschasten dagegen, welche ihre Thätigkeit auf Nicht-Mitglieder au»dehnen, mit der Eriverbsteuer und der Stempelgebühr für Dividenden in ,so weit bele^l?n. al» da» der Besteuerung zu Grunde zu legende Reincrträgniß auS dem Berkehre mit NichtMitgliedern herstammt." — Heule Abend 7 Uhr findet eine Sitzuirg diese» Berein» im Gasthose zum „Erzherzog .Johann" statt. (Verein „Fortschritt") Der politisch - volkswirthschaftliche Verein, welcher seine Denkschrift über die Schulfrage auch an verschiedene Lehrervereine Versandt, hat vom Lehrerverein des Bezirke» Pettan die Antwort erhalten, daß am 8. April eine Versammlung stattfindet und bei dieser Geltiienheil die Denkschrift zur Verhandlung kommt; die Erklärung de» Verein» werde unverzüglich in Marburg eintreffen. (Eine Verordnung Joseph II.) Frau Maria Josepha Gräfin Brandis, die am 17. März. 78 Jahre alt. in Flödnig bei Laibach gestorben, sollte am vorigen Montag in der Kirchengruft der hiesigen Franziskaner beigesetzt iverden. Das Stadtamt untersagte die» aber, gestützt aus eine Verordnung Joseph II au» dem Jahre 1784. derzufolge solche Bestattungen nicht Mehr zuläffig. Die Familie der Verblichenen wandte sich tclegraphisch an die Statthalterei und ist gestern Nachmittag Herr Lande»Mkdicinalrath Dr. Best zur kommissionellen Untersuchung hieher gekommen. Wir hoffen, die Wächter de» allgeineinen Gesetze» tverden keine An»nahme zugeben. Letzte Post. Die Dea?vartei zählt bis jetzt 16», die ganze Li»ke IIS Gewählte. Zn der Titrkei soll eine Landwehr a»s Maho«eda«er« und Ehriften gebildet werden. wenigstens ebenso gut wie miancher Jnnker-General. Wa» endlich die Ge. Der gesetzgebende Körper hat für das nächste Jahr t00,0«« schäste anbelangt, bei deren Au»übung der Offizier dem Publlkum gegen, Rekrnten bewilligt. In jene Haiden Westphalen» waren die Befreier noch nicht vorgedrungen. In der Provinzstadt hausten noch die Franzosen. Bereiteten sie zu jener hastigen, räuberischen Flucht sich vor, so geschah es heimlich, und nur Wenige erriethen e». Die e» ist erriethen. waren um so mehr von Sorge befangen. Die Flncht der Franzosen mußte bald und unver-«eidlich eintreten: aber waren nicht e'^en so unvermeidlich Raub und Plünderung mit ihr verbunden? Trotzdem erwartete man die Befreier mit heißer, brennender Sehnsucht. Da» Schloß Hawichhorst lag. ivie gesagt, einsam an dem Ende der großen, unübersehbaren Haide. In nächster Näl)e <»ar nicht einmal ein Dorf. Die Landstraße zog sich, über eine Stunde weU entfernt, am andern Ende der Haide, jenseit» de» Walde» entlang, der sie begrenzte. Anch im Schlöffe Hawichhorst hatte man von der großen Völker fchlacht bei Leipzig erfahren. Seitdem tvaren aber über acht Tage der gangen, ohne daß man weitere Krieg»nachrichten erhalten hatle. Niir Gerüchte waren über die Haide gedrungen, osl widersprechend genug. Bald hieß e». die Preußen und lkusien seien als Befreier im Anzüge. Bald sollten au» Frankreich neue Truppenmassen heranrücken, um in neuem, verzweifeltem Kampfe die Verfolger aufzuhalten, zurückzuiversen. Da wurden die Bewohner de» Schlöffe» plötzlich durch KriegSgetümmel in ihrer unmittelbaren Nähe erschreckt. Es war gegen Abend. Der Tag war kalt und naß. Meine Großmutter und meine Tante Therese waren in dem geivöhn lichen Wohnzimmer. Die kante las der Großmutter vor. dir in ihrem RoUstuhl lag. die Tante saß am Fenster und strickte bei dem Lesen. Ueber Buch und Strickzeug glitt manchmal ihr Blick durch das Fenster, durch da» ste weit in die Haide hinein sehen tonnte. Sie war unruhig und schien etwas zu erwarten, was sie sürchtete. Die Großmutter bemerkte ihre Unruhe nicht. Mitten im Lesen hörte die Tante Therese plötzlich aus und horchte nach dem Fenster hin. hinaus in die Haide. „Was gibt es da?" sragte die Großmutter. „Nichts. Mutter." „Aber Du siehst so sonderbar aus, Therese." „Ich meinte, ich hätte draußen etwas gehört." „Was Dich erschreckte?" „In der jetzigen Zeit kann Einen »vohl jedes plötzliche Geräusch erschrecken. Wir wohnen hier so allein." Die Großmutter wollte etwas erwidern. Die Tante war rasch auf-gesprungen. „Mein Gott!" rief fie. Ihr bleiches Gesicht war bläffer geworden. „Aber was ist da. Therese?" „Nichts, nichts. Mutter." In demselben Augenblicke zuckte auch die Großmutter auf. Auffahren tonnte der gelähmte Körper nicht. „Da wird geschaffen. Therese!" „Ja. Mutter." „Und da wieder, und wieder. ES ist jenseits des Waldes." „Wenn e» nicht schon im Walde ist. Mutter l" Die Großmutter liocchte. „Nein." sagte sie dann bestimmt und ruhig. Man hörte schießen. E» war ein regelmäßige» Gewehrfeuer, aber noch in weiter Ferne; darum hörte man auch nur die regelmäßigen Salven, nicht die einzelnen Schüffe. die vielleicht auch fielen. E» kam von dem Walde her. E» sei schon im Walde, hatte die Tante gefürchtet; e» sei noch jenseit» desselben, meinte die Großmutter. Die Tante widersprach ihr nicht weiter, ste wollte wohl die alte Frau nicht unnöthig ängstigen. Ein andere» Geräusch wurde plötzlich laut. ES war in der Haide und schien sich dem Schlosse zu nahen. Ansang» war e» ein dumpse» Dröhnen de» Haidegrunde»; al» e» näher kam. unterschied man daS Stampfen von Pferde«, dazwischen da» Feuern von Waffen Die Großmutter konnte in ihrem Rollstuhle, der mitten in dem Zimmer stand, wohl in die weitere Ferne der Haide blicken, nicht aber da» sehen, wa» in der Nähe darin war. „Da» ist Kavallerie, Therese?" sragte sie. „Ja. Mutter, Franzosen. E» find Karabinier»." „Wohin ziehen fie?" „Sie sprengen dem Walde zu." „Also zu dem Kampfe dort?" „Ja." (Fortsetzung folgt.) Rm 3 fi. S. W. lostet ei« Antheilscheiu des steirischen ÄunstvereineS. Da auf jeden Antheilscheiu ein Priimitnblatt entfällt, welches im Werthe denjenigen der großen Kunstvereine mit 8 — 12 fl. für die Aktie vollkommen gleichkommt und im Kunsthandel nicht nntcr 6—10 fl. zu erhalten ist. so bietet die Betheiligung am steirischen Kunstvercine die Ge-legenheit, auf die billigste und vortheilhastefte Art sehr werthvolle Bilder zu erhalten. Denn außer dem Erhalt des PrämienblatteS spielt jeder Antheilschein bci der am 18. April 1869 stattfindenden Gewinnft-Zithung alS LooS auf eirka 7(t Treffer mit. Für dieses Jahr sind bereits die große preisgekrönte Landschaft: Das Wetterhorn von Hanfch (1200 fl.) und das auf den AuSstellunaen so außerordentlich günstig beurtheilte liebliche große Genrebild von Hostmann in Dresden: Las Hirtenmädchen im Sabmer-aebirge (650 fi.) nebst anderen Bildern anerkannter Meister als Treffer bestimmt, welche noch durch spätere Ankäufe vermehrt werden. Außer diesen Bortheilen, welche der steirische Kunstverein bei dem geringsten Preise für die Antheilfcheine unter sämmtlichen Kunstvereinen Deutschlands und Oesterreichs bietet, fördert man durch die Betheiligung an demselben auch die edleren und höheren Zwecke desselben: verbrei-wng nnd Hebung der Knnft und dadurch der Sildung überhaupt. Graz, im August 1868. Nv. Antheilscheine sind unter Adresse deS steirischen KunstvereineS in Graz entweder direkte zu beziehen oder durch Herrn Friedrich Leyrers Buchhandlung. A. k. priv. Siidbahn-Gesellschast. Bergebung von Bauarbeiten. Am Bahnhofe in Marburg ist die Herstellung von Arbeiter-Wohnhäusern sammt den hiezu gehörigen Wegherstellungen. Gartenan-lagen, Einfriedungen. Brunnen ze. an Unternehmer zu vergeben. Pläne, Baubeschreibung und Bedingniffe find bei der gefertigten Direktion, Südbahnhof. AdministrationSgebäude. 3. Stock. Abtheilung für Hschbau, einzusehen. (203 Die mit vorschriftsmäßigem Stempel versehenen Offerte find läng-stenS bis 1. April, d. 3. schriftlich, versiegelt unter der Aufschrift „Angebot für die Arbeiterhäuser in Marburg" franeo einzusenden. Hierorts unbekannte Bewerber haben Rachweise über ihre technische Befähigung beizubringen. Die General Direktion. 20S) bei 187) kerröNAkSZs, ?azssr's