Mittheilungen d e s historischen Vereines für Krain im Februar L8LV. Redigirt vom prov. Vereins »Secretär und Geschäftskeiter Ethbin Heinrich Costa, Doctor der Filosofie und der Rechte. Die Mithras-Grotte bei Tschernembl *)♦ don dieser Grotte gab zuerst die Zeitschrift „Novice« (Zahrg. 1854, S. 279) einen kurzen Bericht, worauf in diesen Mittheilungen (Jahrg. IX., S. 93) eine bessere Erklärung der daselbst befindlichen Inschrift versucht wurde. Eine nähere Beschreibung der Grotte nebst Andeutung einer unter der Inschrift kennbaren Abbildung gab in der dicßjährigen Hauptversammlung des histor. Vereines Herr Deschinan, der dieselbe bei der Bcreisnng jener Gegend selbst in Augenschein genommen (stehe Mittheil. 1856, S. 48). Das Ganze schien näherer Aufklärung würdig zu sein, daher ich Herrn Volcic, Cooperator zu Semitsch, um nochmalige Untersuchung der Grotte, der Inschrift so wie der Abbildnng ersuchte. Seiner Gefälligkeit und Bemühung verdanke ich nun eine genauere Abbildung und Beschreibung des Denkmals, welche hierbei sammt der eigenen Erklärung des Unterzeichneten folgt. Die fragliche Grotte befindet sich in nordwestlicher Richtung vor der Stadt Tschernembl in der Nähe der von daselbst gegen Gottschee führenden neuen Bczirksstraße bei der Ortschaft Rožanc, ungefähr eine Stunde von jener Stadt entfernt. Sie liegt in der Vertiefung eines Hügels, wenige Schritte unterhalb des alten Kirchleins St. Georgii, mitten Wischen dichten Kastanienbäumcn; der Ort selbst führt unter dem benachbarten Volke den Namen Judovje (vielleicht verwert aus Ajdovje). Die Grotte selbst hat die Richtung »m Süden nach Norden, ist 18 Klafter lang und in der Mitte 6 Klafter breit; der bei 5 Klafter breite Eingang führt von der Südseite in ihr Inneres; nach oben zu ist dieselbe nicht geschlossen, sondern nur 2 — 4 Klafter hohe schließen die Vertiefung ringsum ein. An der Westseite der Grotte, wo die Felsenwand am höchsten ist, befindet sich, ungefähr 5 Fuß vom Boden erhöhet, eine alterthüm-% Abbildung sammt lateinischer Inschrift in den natür-üchen Felsen künstlich eingehauen. Das ganze Denkmal *) Eine hiezu gehörige Abbildung wird demnächst ausgegeben. mißt in der Höhe 5 Fuß, in der Breite 41/, Fuß, und ist nach oben etwas schmäler, übrigens in die Fclsenwand durch Kunst etwas vertieft. Der obere Theil enthält folgende, bereits in den oben angeführten Zeitschriften enthaltene Inschrift: D. I. M. P P r AELII. NEPOS ET PROCVLVS ET FIRMINVS PRO SALVTE SVA SVORVMQVE. Die obersten Buchstaben D. I. M. sind etwas größer als die Schrift der untern drei Zeilen, sind die gewöhnliche Abkürzung auf den dem persisch-indischen Mithras, der Personification der Sonne, gewidmeten Denkmälern und find zu lesen: Deo invicto Mithrae, dem unbesiegten Mithras *). In der gleich unter diesen stehenden ersten Zeile ist der dritte Buchstabe nur schwach kennbar, und wird gewöhnlich auch für ein P, wie die ersten zwei Buchstaben, angesehen; der Verbindung nach mit dem folgenden scheint er jedoch ein F zu bedeuten. Darnach ist die weitere Schrift zu lesen: Publius, Publii Filius, Aelii Nepos, et Proculus et Firminus pro salute sua suorumque; das ist: Publius, des Publius Sohn, des Aelius Enkel (ober Neffe), und Proculus und Firminus (haben) für das Heil ihrer selbst und der Ihrigen (dieses Votiv-Dcnk-mal gewidmet). Der untere Theil deö Denkmals umfaßt eine in drei Abtheilungen zu unterscheidende Abbildung, welche halb erhaben in den Felsen eingehauen ist. Die mittlere Abtheft lung, 3' 8" hoch und 2' 9" breit, und zu oberst mit einem hervorstehenden Kreisbogen geschlossen, enthält den Haupt-gegenstand. nämlich die gewöhnliche Abbildung der religiösen Feier der Mithras-Geheimnisse. Es ist ein Jüngling in kurz-geschürzter Tunika, mit fliegendem Mantel und phrygischcr Mütze über einem niedergekauerten Stier mit einem Knie gestemmt, mit der linken Hand dessen Maul fassend, mit der rechten ein kurzes Messer seitwärts in dessen Brust stoßend; *) Vgl. über diese Gottheit die Bemerkungen im Aufsätze „Zur Frage über die ältesten Bewohner Jnncröstcrrcich'S" (Jahrg. 1855, S. 60 und 61). als Nebenfiguren, ein Hund den Stier vorne an der Brust, eine Schlange demselben an der Seite und ein Scorpion, ihn in den Weichen angreifend. Dieses Bild ist der Hauptsache nach hinlänglich kennbar; nur die Kopfbedeckung des Jünglings und der untere Theil der rechten Hand ist stark beschädiget; der vordere Theil des Hundes so wie der Scorpion sind weniger kennbar, die Schlange läßt sich gut unterscheiden. Die zwei Seiten-Abtheilungen, je zu 3' hoch und 9" breit, mit Rahmen eingefaßt und oben abgerundet, enthalten je zu zwei Bilder. Unterhalb sind beiderseits gegen die mittlere Abtheilung gekehrte-, männliche Figuren, gleichfalls mit kurzer Tunika bekleidet und dem Anscheine nach mit phrygtschcr Mütze bedeckt; jene auf der linken Seite scheint sich auf einen Stock oder eine Keule zu stützen, was jedoch, wie sonst auf Mithras-Bildern, eine umgewendete Fackel sein dürfte. Oberhalb sind beiderseits in besonderen Vertiefungen Brustbilder, allem Ansehen nach weibliche Personen vorstellend. Daß diese Grotte oder Fclscnschlucht eine dem Mithras geheiligte Stätte bildete, ist ans der besagten Inschrift und Abbildung an sich klar; aber auch die Beschaffenheit des Ortes spricht ganz dafür, denn die Geheimnisse des Mithras wurden gewöhnlich in Grotten gefeiert, wie sich unter andern auch zu Aqüileja eine solche der genannten Gottheit geheiligte Grotte befand. (Vgl. Muratori Thesaurus inscr. t. I. S. 25). Vor einiger Zeit wurden in der hier besprochenen Grotte, eben an der Stelle unter dem Votiv-Denkmale, verschiedene Gebeine ausgegrasten, welche wahrscheinlich von den einstigen Opfern herrühren durften. Unter den daselbst unter dem Volke gangbaren Sagen spricht die eine von einem Jäger, welcher von einem wilden Thiere, einem Löwen oder Bären angegriffen, dann zum Andenken seiner Rettung das beschriebene Denkmal aufgestellt habe; allein diese Sage erklärt sich leicht ans der unrichtigen Deutung der Abbildung. Eine andere Sage spricht, daß an jener Stelle ein goldenes Kalb vergraben sei; daher wurde einstens von einigen Leuten daselbst gegraben, wobei eben die obbesagtcn Gebeine aufgefunden wurden. Das Denkmal ist übrigens ein fernerer Beleg für die Religions-Gebräuche der einstigen Bewohner Krain's, so wie in seiner ganzen Form ein Beitrag zur Kulturgeschichte derselben. H i tz i n g e r. Statistik von Krairr aus dem I. laTSIK Bei dem allgemeinen Interesse und der Pflege, deren sich die Statistik heut zu Tage insbesondere auch von Staats-wegcn erfreut, dürfte» statistische Daten, Krain betreffend, ans dem I. 1780, nämlich aus einer Zeit, da diese Wissenschaft kaum gekannt, geschweige denn rationel betrieben wurde, nicht ohne Werth sein, zumal zu einer vergleichenden Anschauung der Bewegung aller lebenden und leblosen Elemente unserer Heimat. Welche Resultate sich ans den von mir gesammelten, umfassenden und seiner Zeit zu veröffentlichenden Daten werden ziehen lassen, möge als Beispiel dienen, daß das Herzogthnm Krain im I. 1780, bei einem damaligen Flächenraume von 200 geometrischen Onadrat-Meilcn, nur 405.526 Seelen zählte, während die Bevölkerung in der Folge, wiewohl mehrere Theile von Krain wegfielen und sich dadurch der Flächenraum auf 181-38 Quadrat - Meilen reducirt hat, bis zum I. 1834 auf . . 430.427 1843 „ . . 453.179 1852 „ . . 491.000 und 1854 „ . . 508.190 Seelen, folglich von 1780 bis zur letzten Zählung von 1854 um 102.664 Seelen stieg, obfchon in diesem Zeiträume die, der Zunahme der Bevölkerung nichts weniger als günstigen 20 Kriegsjahre von 1795 bis 1815, und die acht Jahre von 1848 in 1855 liege». In der Boden-Cultur stellen sich folgende Differenzen heraus: Im I. 1780. Im I. 1852, nach Hain. Accker 257.615 Joch 236.800 Joch. Weingärten 15.051 16.800 » Gärten 9133 11 3600 11 Wiesen 252.265 » 286.100 1) Weiden 351.319 11 412.200 11 Waldungen 580.588 „ 693.800 » .. Andere Culturen 239 „ 16.100 „ Zusammen 1,466.210 Joch 1,665.400 Joch. Folglich hat die Boden-Cultur bis 1854 um 199.190 Joch zugenommen. Die Prodncte des Ackerbaues bestanden im I. 1780 in 256.949 Metzen Weizen, 244.378 „ Korn, 370.700 „ Gerste und 754.983 „ Hafer, während gegenwärtig, wie der Herr Klun in seinen sehr interessanten und gehaltreichen „industriellen Briefen" aus Krain angibt, 450.000 Metzen Weizen, 360.000 „ Roggen, 250.000 „ Gerste und 560.000 „ Hafer, dann noch 570.000 • 11 Heiden, 300.000 Hirse, 85.000 11 Mais und 2,500.000 „ Kartoffeln erzeugt werden. Die Nachweisung des Vichstaudcs vom I. 1780 beschränkt sich auf Ochsen und Pferde, und zwar gab es damals 48.302 Zug- und 102 Mastochscn, folglich zusammen 48.404 Stück; im 1.1853 aber nach dem Berichte der Handels- und Gewerbekammer, deren 67.692, folglich um 19.390 Stück mehr. Der Pfcrdestand war 1780 548 Hengste, 6452 Stuten, 9276 Wallachen, folglich zusammen 16.276. AM. 1883 bestand derselbe aus 88 Hengsten, 6480 Stuten und 13.234 Wallachen, oder zusammen 19.802 St., mithin mehr 3826. Der Bergbau lieferte 1780 38.480 Ctr. Roheisen, und an Eisen-Erzeugnissen 1400 „ Stangen-Eisen, 1800 „ Streck-Eisen, 13.000 „ Draht und Nägel, 4800 „ Stahl, der in's Ausland verkauft wurde, 6600 „ andere Erzeugnisse, folglich zus. 27.300 Ctr., im Geldwerthe von 226.480 fl. Die Handels- und Gewerbckammer nahm in ihrem Berichte für das I. 1851 die beiläufige Erzeugung an Stabl mit 80.000 Ctr., „ Eisen .. 18.000 ,) „ Gußeisen „ 8000 „ mithin zusammen mit 63.000 Ctr. an, welches Ergebniß jenes von 1780 um 35.700 Ctr. übersteigt. Während dagegen der Bericht der Handels- und Gewerbekammer für 1853 die Producte des Jdrianer Bergbaues nur mit 2715 Ctr. 75 Pfv. 11 Loth Quecksilber und 1384 Centner 38 Loth Zinnober, tut Gesammtwerthc von 678.444 fl. 4% kr. annimmt, erscheint die Erzeugung vom 3.1780 mit 10.967 Ctr. Quecksilber und 713 Ctr. Zinnober, im Geldwerthe von 1,238.555 fl. angegeben. Schließlich sei noch eine eigenthümliche Nachweisung erwähnt, nämlich über den Tabak-Verbrauch in den drei Kreisen und einzelnen Districten des Landes. Es fehlen zwar leider Daten aus der Jetztzeit zu einer dießfälligen Vergleichung, nachdem aber die Tabelle für 1780 bei einer Bevölkerung von 405.526 Seelen — im Ganzen nur 13.784 Tabak - Consumenten des männlichen Geschlechtes, folglich nicht einmal den dreißigsten Theil der Bevölkerung zählt, während sich jetzt gewiß jeder zehnte Landes-Bewohner freiwillig dieser indirecten Steuer unterzieht, so bedarf cs keines weitern ziffermäßigcn Beweises, daß auch in dieser Richtung eine fortschreitende Entwicklung stattfindet, wobei noch zu bemerken, daß laut Ausweis vom 1.1780 damals nur vom 18. Lebensjahre an Tabakraucher gezählt wurden, heut zu Tage aber Hierlands wie anderwärts auch Knaben und das zarte Geschlecht an diesem männlichen Vergnügen Theil »ehmen. Dr. H. Costa. Beiträge zur Geschichte der Alpen- und Douauläuder. i. Ueber die ältesten We-wohner Noricums, von Dr. Franz Jlwof. (Graz 1856. Carl Tendier. *) Mathias Koch in seinem neuesten Werke „Ueber die älteste Bevölkerung Oesterreichs und Baicrns." Leipzig 1886. S. 2, sagt in Hinweisung auf Mone's badische Urgeschichte: *) Vgl. Mittheil. 1856. S. 104 ff. „Es bedarf auch keines besondern Rechcntalcntes, um die Summe dessen zu veranschlagen, was für die allgemeine deutsche Geschichte aus Spezial-Geschichten gewonnen wird, denen Erforschung und Behandlung des Ccltischen zu Grunde gelegt ist." Dr. Jlmof bietet uns in seiner, uns vorliegenden Abhandlung, gleich Monc, einen Summanden zur ältesten Geschichte Deutschlands im Sinne Koch's. Noricum's, also auch Steiermark's, und freilich nur zum Theil Krain's älteste Bewohner sind der Gegenstand ebenerwähnter Schrift. Wir wollen nur ganz in Kürze den Inhalt der sieben Abschnitte, in welche dieselbe zerfällt, besehen und dann erst ein Urtheil fällen. Im I) weist der Hr. Verfasser mit Recht auf die Wichtigkeit der Sprache eines Volkes hin, die mehr als das todte Materiale — Stein, Broncc und Eisen — im Stande ist, uns über die Urgeschichte desselben zu belehren, und in der That hat sich ja auch die vergleichende Sprachforschung in unsern Tagen in ihrer Wirkung auf die Geschichte der Menschheit ganz glänzend bethätigt; an der Hand dieser sichern Lenkerin führt er uns in klaren, schönentworfenen Umrissen das Nacheinander der Völker-Einwanderungen nach Europa und respective in unsere Gegenden vor, und wir sehen, was besonders in Hinsicht auf Krain hervorgehoben werden muß, die Celten vor den Slaven erscheinen, wodurch sich der Herr Verfasser gleich vornherein den Vertretern jener Meinung entschieden entgegenstellt, welche in den Slaven die ältesten Bewohner der Alpen- und Donauländer erblicken. Die Celten haben sich — wie cs S. 5 treffend nachgewiesen wird — das erste Volk von dem Urvolke losgerissen, „die Sprachvergleichung und die mit westlichsten gelegenen Wohnsitze derselben lehren cs uns." (Denn da die Wanderung von Osten nach Westen erfolgte, so ist ein Volk, je westlicher es wohnt, desto älter in seinen Wohnsitzen, und trennte sich um so früher vom gemeinsamen Stanime.) In II) entwirft der Herr Verfasser — nachdem er die Unumstößlichkcit des Satzes: daß die Alpen- und Donauländer und vor allen Rhätien, Vindelicien und Noricum dem Hauptstockc der Bevölkerung nach von celt. Stämmen bewohnt waren, dargethan hat — ein geografisches Bild Noricum's, sich freilich dabei an die spätern römischen Landcs-marken haltend, da für das celt. Noricum wegen Unbestimmtheit der Gebiets-Trennungen nicht scharfe Gränzen gezogen werden. (S. 8—12.) Plinius und Ptolomäus sind ihm in Vielem Gewährsmänner, wo nicht schon celt. Namen jede anderwärtige Meinung gleich von Anbeginn abweisen. Zu Ende des III. Abschnittes, der Abhandlung S. 14, finden wir als Resultat einer auf die zuverlässigsten Quellen der Römer und besten Forschungen unserer Tage gestützten Untersuchung zwei Sätze: 1) das Volk der Celten zog bei seiner Einwanderung ununterbrochen von Osten nach Westen und, nachdem es in Gallien festen Fuß gefaßt hatte, fand keine Rückwanderung eines ganzen celt. Stammes nach Osten mehr Statt, folglich wurden 2) alle ostwärts von Gallien gelegenen lind von Celten bewohnten Länder, mithin auch und zwar unmittelbar von Osten ständigkcit Noricum früher als jenes, her bevölkert; um hiezu zu gelangen, war es nöthig gewesen, den Bellovesus und Sigovesus Zug — den auf eine uns unerklärliche Weise noch neuere Forscher, so Koch 1. c. S. 28 ff., für eine histor. Thatsache erklären — als Mythe nachzuweisen. S. 15 räumt der Verfasser noch der »Frage" den Platz ein: ob die Celten die ältesten Bewohner der Alpenländer seien, oder ob sie bei ihrem Einzuge schon ein anderes Volk vorfanden, von welchem sie erst entweder friedlich oder kämpfend den Boden erwerben mußten, auf welchem sic sich niederlassen wollten, und bezeichnet die Illyrier als das erste vor den Celten in unsern Gegenden seßhafte Volk. In IV) lehnt derselbe die Annahme, die Celten hätten sich selbst einen Gesammt-Namen gegeben, ab, den Umstand hervorhebend, daß ein Volk oder eine größere Zahl von Stämmen eines Volkes sich ursprünglich keinen gemeinschaftlichen Namen zu geben wisse, daß später der Name eines Theiles zum Gesammt-Namen erhoben, ja oft erst von Außen her verliehen werde. Der Name Norici sei ihnen von den Römern bei ihrem Erscheinen in Noricum gegeben worden, nachdem der Name Taurisci schon früher eine Ausdehnung über den denselben tragenden Stamm bei ihnen selbst erfahren hatte, jedoch trotzdem nie Gesammt-Bczcichnung war. In V) erfahren wir. zusammengestellt aus Nachrichten bei Livius, Strabo und Cäsar, Allgemeines über der norischen Celten geschichtliche Bethätigung bis zu ihrer Unterwerfung durch die Römer. S. 20—25. VI) beginnt Seite 25 mit folgendem Satze: So wie manche andere irrige Ansichten (Irrthum aller Jener, setzen wir hinzu, die weder des Tacitus Germania noch Jul. Caesars Commentarii de bello gallico gelesen haben), so ist durch eine tiefere wissenschaftliche Forschung auch der Irrthum beseitigt worden, daß die nichtclassischen Völker des Alterthums nur rohe, uncivilisirte Stämme gewesen, daß unsere Vorfahren, die Germanen, und ebenso die ihnen räumlich und zeitlich vorangehenden Celten mit vollem Rechte Barbaren genannt worden seien, und daß sie auf keiner höher» Stufe der Cultur als etwa die Papuas und Alfurus der polynesischcn Inseln oder die Negerstämme Süv-Afrika's gestanden wären. Was insbesondere die Celten anbetrifft, so wissen wir, daß sie eine bedeutende Cultur-Entwicklung hatten, so daß wir sie in m a n -cher Beziehung ein hochcivilisirtes Volk nennen können (und gerade diese Ucberrcife in ihrer Bildung war ein mitwirkendes Moment zu ihrem raschen und jähen Sturze). — Im Weitern folgen interessante Details über die Verfassung, das Cultur- und Gemeinleben der Celten, die uns ein schönes Bild von den Zuständen dieses Volkes, mit frischen, lebendigen Farben gemalt •— aus tiefer Quellenforschung gewonnen — darbieten. Der VII) als letzter, nur 2 S. starker Abschnitt enthält die dem Verfasser gegcntheiligcn Ansichten über Celten überhaupt (Holtzmann) und über die älteste Bevölkerung Noricums (Terstenjak u. 91.), die der Verfasser nur um der Voll- willen berührt. Wir können nicht umhin, Herrn Dr. Jlwof dafür, daß er die Abweisung derselben gleich, sam nur als Anhang gibt, so wie für die dabei nie außer Acht gelassene, heut zu Tage seltene Ruhe, unsern Dank auszusprechen. Wir haben den Inhalt, so gut es im engsten Auszuge möglich ist, kennen gelernt imb haben gefunden, daß nur auf vielseitiges Studium der besten Quellen des Alterthums basirte Sätze vom jugendlichen Herrn Verfasser, der über-dicß tüchtige Forscher (wie Zeuß, M. Koch, Gaisberger. Pratobevera u. A.) im großen Gebiete des Celtenthums sich zu Führern ausersehen hat, dargelegt wurden. — Der Inhalt genügt nicht nur der Geschichtswissenschaft auf ihrem jetzigen Standpunkte, ja man kann die Arbeit eben dem Inhalte nach mit Recht als eine „ganz tüchtige" bezeichnen; und wenn wir nun noch darnach sehen, ob man auch im Stande sei, von der Form das gleiche zu rühmen, so kommen wir nach kurzem Betrachte dahin, sagen zu können, „die Form entspricht dem Inhalte vollkommen." Weit entfernt von allem Phrasenthume und der Ueber-schwenglichkeit hochtrabender Redensarten, weit entfernt, sagen wir, von modernen Eigenschaften manches „gelehrten" Werkes erscheint uns die Forn: von Dr. Jlwof's Abhandlung als eine ganz historische; die Gründlichkeit, mit der im Behandeln der Quellen vorgegangen worden, drückt das unverkennbare Merkmal der Zusammengehörigkeit auch der Form auf. oder besser gesagt, „dieß Erstlingswerk zeigt schon genügend des Verfassers Geschick in historischer Composition." Graz, Ende 1856. P. Radits. Die k. k. Hofspitals-Stiftung in Jdria*). Beitrag zur historischen Topographie von Laibach. Von Johann Steßka. Diese wohlthätige Stiftung verdankt ihren Ursprung betn römischen Könige Ferdinand I., nachmaligen deutschen Kaiser, laut Stiftbriefes ddo. Graz am 8. März 1553. Dieselbe wurde unter dem Namen: „K. k. Hofspital," bei dem St.Jakobskloster des Augustiner-Ordens in Laibach errichtet, und hatte die Verpflegung erwerbsunfähiger Bergwerks-Arbeiter zum Zwecke. Nach Valvasor hat P. Johannes Primosis, Vicarius Provincialis und Prior des Augustiner-Ordens in Fiume, das Gotteshaus und Kloster St. Jakob im I. 1553 an die genannte Stiftung abgetreten. Auf den Bericht des Landeshauptmannes Jacob v. Lamberg zum Stein und des Bicc-dombs Christoph v. Khrüllenberg wurden die Augustiner für die überlassenen Realitäten mit Gütern zu St. Beit am Pflaum (Fiume) entschädiget. *) Vorgelesen vom Vcreins-Sccretär Dr. C o sta in der Versammlung eim 9. October 1856. Die ursprüngliche Fundation bestand in einer Gült von 33 Huben (sogenannte Hofspitals-Gült) aus mehreren einkitten Aeckern und Wiesen, ferner in betn vom hohen Stifter bcivilligten. von Seite des Vicedom - Amtes ansbezahlten Beiträge jährlicher 1000 fl. Rach der in Folge Anordnung des Kaisers Ferdinand II. im I. 1597 erfolgten Einräumung des Klosters St. Jacob an die Jesuiten wurde dem in Rede stehenden k. k. Hofspitale das nunmehrige k. k. Eameral - BezirkS-Verwaltungs-Gebäude mit Schulplatze Nr. 297 überlassen, iwd die gänzliche Verpflegung der Siechen, dann der erwerbsunfähigen, endlich der krüppelhaften Soldaten einer eigens aufgestellten Administration übergeben. Das Verdienst, das Gebäude später in jenen Stand versetzt zu haben, damit dasselbe dem wohlthätigen Zwecke vollkommen entsprechen konnte, muß übrigens dem Bischöfe Thomas Chrön, welcher das Laibacher Bisthum im I. 1598 angetreten, zugesprochen werden. Dieses beweiset ein daran im Gärtchen dcS Canonicat-Hanses Nr. 298 aufgefundener, jetzt in der Skarpgarten-ffianer der Domprobstei Nr. 301, auf der Seite gegen dm Garten des Canonicat-Hauses Nr. 300 eingemauerter Denkstein, welcher auf seinem obern Haupttheile bas Wappen deö Bisthums Laibach mit Jnful und Pastoral, dann das dreifeldige Chrön'sche Familien-Wappen, im Piedestal aber folgende Aufschrift enthält: THOMAS. IX. EPS. LABACENSIS ... COLLAPSAM. EREXIMUS. Die Anzahl der mit allem Nothwendigen Versorgten belief sich im Durchschnitte auf 30 Männer und 6 Weiber (Letztere wohnten jedoch nicht im Gebäude, sondern erhielten auswärts die Geldportion täglicher 7 kr.). Dieselben waren verpflichtet, fünf Mal des Tages das Barer Unser, Ave Maria, Credo und Salve regina, Abends den Rosenkranz und die Litanei zu beten, von 10 bis 11 Uhr Vormittag in der gegenüber liegenden Franziskaner-Kirche (dermal das Schulgebäude) dem Amte beizuwohnen, Nachmittag von 4 bis 5 Uhr bei der Litanei sich einzufinden, und die Andachten für die durchlauchtigsten Stifter des Erzhauses Oesterreich Gott aufzuopfern. Zur Vermeidung des Müßigganges wurden die Pfründ-»er mit verschiedenen Hausarbeiten beschäftiget. Für die geistlichen Verrichtungen, welche das Franziskaner-Kloster für die Hofspitals-Pfründner besorgte, erhielt dasselbe in Folge Resolution des Erzherzogs und nachmaligen Kaisers Ferdinand II., ddo. 1. August 1609 und 21. December 1613, bas Holzpauschale von jährlichen 52 fl., lll|t> zwar bis Ende Juli 1613 aus dem Vermögen des Hofspitals, vom 1. August 1613 angefangen aber bei dem Gencral-Einnehmer-Antte in Laibad). Die Pfründner bewohnten die Localitäten des Spital-Tebäudes zu ebener Erde und jene des ersten Stockwerkes. Das zweite Stockwerk war als Wohnung für die Waisen- kinder benützt, daher man das Gebäude auch häufig das Kindcrhaus nannte. Später wurde ein Theil dieser Waisenkinder auf Kosten des Bisthums im Gesänge unterrichtet und dieselben als Chorsänger in der Domkirche verwendet. Dieß hatte zur Folge, daß das Bisthum, von Georgi 1771 angefangen, für die benützten Localitäten den Miethzins von jährlichen 100 fl. berichtigte. Der letztverstorbene Tenorist, welcher aus dieser Gesangschnle hervorging, war der vieljährige Chorsänger und letztlich Pulvcr-Versilbcrer Joh. Roitz. Die Jdrianer Bergwerk-Regulirungs-Hofverordnung vom 30. August 1747 übte ihren Einfluß in so weit auch auf das k. k. Hofspital, als der §. 12 derselben die Bedingungen ausspricht, welche zur Aufnahme in das Spital erforderlich sind. Im nämlid)cn Jahre erfolgte auch die Veräußerung der sogenannten Hofspitals-Gült um den Kaufschilling von 15.532 fl., wovon der Betrag von 14.000 fl. von der Kaiserin Maria Theresia als ein Substdium gegen 5proc. Verzinsung übernommen, unterm 10. Februar 1756 aber mittelst einer 4proc. Hofkammer-Obligation bedeckt, der weitere Betrag pr. 1532 fl. aber mit andern Ersparnissen bei der Landschaft fruchtbringend angelegt worden ist. Da mittelst des Hofdccretes vom 6. April 1771 die Vereinigung aller in Laibach bestehenden VersorgungsAnstalten und die Atifstellung einer einzigen Administration in dem sogenannten Bürger-Spitals-Gebäude ausgesprochen, dem zu Folge auch die Veräußerung des k. k. Hofspitals (auch Kaiser-Spital neben dem Franziskaner-Thor genannt) angeordnet wurde, so ist die Schätzung desselben vorgenommen, der Kaufschilling im Betrage von 8500 fl. entziffert und die Hintangabe im Licitationswege angeordnet worden. Allein bei der am 30. August 1771, dann am 7., 8. und 9. Jänner 1772 und am 3. August 1774 abgehaltenen Lici-tatton ist lein Kauflustiger erschienen, bis sich endlid) die k. k. Tabak - Gefällen - Administration, laut ihrer Erklärung ddo. 13. December 1774, zur Uebernahme des Gebäudes um den Kaufschilling von 8500 fl. herbeiließ. Der dicßfalls aufgestellte, mittelst des Hofdecretes vom 28. Jänner 1775 genehmigte Contract enthielt jedock) die Bedingung, daß sämmtliche Localitäten bis Georgi 1775 dem Fürstbischöfe von Laibach, Carl Grafen v. Herberstein, zu belassen seien, weil derselbe, laut des abgeschlossenen Contractes ddo. 20. Mai 1773, das ganze Gebäude für die Zeit vom 1. Mai 1773, mit welcher die eigene Administration für das k. k. Hofspital aufhörte, bis Georgi 1775 um den Miethzins jährlicher 350 fl. übernommen hat. In diesem Umstande liegt die Ursad-e, daß in den Verzeichnissen der, in der Hauptstadt Laibad) befindlid)en Hätiser und deren Eigenthümer aus jenen Jahren das erwähnte Gebäude häufig als „Bisck/ofhof neben betn Franziskaner-Thor" bezeichnet erscheint. Vom 1. Mai 1773 angefangen wurden die Hofspitals-Pfründner in Gcmeinsd)aft mit den Bürger-Spitals - und Graf Lamberg'sck)en Armen-Pfründnern, dann mit den aus dem damals bestandcncn Waisenfondc verpflegten Waisen- Kindern, jedoch gegen abgesonderte Verrechnungen, unter eine eigene Administration (Verwalter Joseph Pius Kraill) gestellt, welche bis zum I. 1787 dauerte. Durch die in Folge Hofverordnung vom 31. März 1787 angeordnete Errichtung des Hauptarmen-Fondes hörte die gänzliche Verpflegung der Pründner im Bürger - Spitals-Gebäude auf; dieselben erhielten jedoch durch mehrere Jahre die freie Wohnung im Gebäude und wurden mit Geldportionen von verschiedenen Beträgen an die Hand betheilt. Später, da seiner günstigen Lage wegen das ganze Bürger-Spitals-Gebäude in Miethzius überlassen wurde, bekamen die Hosspitals-Pfründner lediglich die Pfründen - Portionen an die Hand, und die Armen-Jnstituts-Vorstehung in Jdria hat nach Auslauf eines jeden Quartals mittelst Vorlage eines Ausweises, in welchem alle zu betheilenden Pfründner mit den dießfälligen Bezügen nachgewiesen wurden, das zur Betheilung erforderliche Geldqnantnm bei der Wohlthätig-keits-Anstalten-Direetion in Laibach, als Administration der Hofspitals-Stiftung, angesprochen, von welcher die entzifferte Summe an die Armen-Jnstituts-Vorstehung in Jdria zur Zuweisung an die Hofspitals-Pfründner allsogleich übersendet worden ist. Mit dem Verwaltungsjahre 1883 wurde die AnstalteN-Direetion in Laibach von der Verwaltung des Vermögens der k. k. Hofspttals-Stiftung enthoben, und es wurde dieselbe in Folge Erlasses des h. k. k. Ministeriums des Innern vom 3. Juni 1882, Z. 12.867, vom 1. November 1882 angefangen, an das k. k. Bergamt Jdria übertragen, diesem Letztem aber alle der Stiftung gehörigen Obligationen sammt dem mit Ende October 1882 verbliebenen baren Casfareste, sonach die Verwaltung des gesummten Vermögens übergeben, übrigens demselben die Betheilung der erwerbsunfähigen Knappen des k. k. Bergwerkes in Jdria, so wie deren Angehörigen überlassen. Literatur-Berichte und wissenschaftliche Nachrichten von Dr. Ethbin Heinrich Costa. 41) Herr Pfarrer Th. Elze veröffentlichte im „Evangelischen Glaubensboten für Oesterreichs (Villach, Hofmann. Jahrgang 1886) eine kurze Geschichte der e v a u g e l. Gemeinde Laibach im 19. Jahrh., in welcher er in „einer Auswahl der Einzelnheiten eines kleinen Gemeinde-stilllebens dem Leser ein anschauliches Bild der Sorgen und Bemühungen der train. Protestanten" gibt, und zugleich ans seine „vielleicht bald erscheinende geschichtliche Darstellung der Reformation und Gegenreformation in Krain während des 16. Jahrh." hinweist. 42) Herr J. Navratil hat bei Braumüller in Wien einen „Beitrag zum Studium des slavischen Zeitwortes aller Dialeete, insbesondere aber den Gebrauch und die Bedeutung der Zeitformen in Vergleich mit den classischen und modernen Sprachen" (Wien 1886) veröffentlicht. Der Verfasser, welcher bereits in der „Beda« 1883 und später in bet „Novice“ gegen die irrthümliche, der Natur der perfective» Zeitwörter und dem Geiste der slovenischen Sprache wenig entsprechende Ansicht, welche den perfectiven Zeitwörtern das Partie, praes. act. absprach, mit so günstigem Erfolg zu Felde zog, sucht im vorstehenden Werke den Geist des slavischen Zeitwortes zu erforschen, und auf Grund seiner doppelten Natur der perfectiven und imperfeetiven Form beit richtigen Gebrauch und die Bedeutung der verschiedenen Zeit-und AuSsage-Formen darzustellen. 43) In einem Aufsätze über das Museum Franc.-Carol. in Linz macht Herr E. v. Heß folgende sehr gegründete Bemerkungen (Oesterr. Bl. f. Liter. 1886. S. 380.): Die Veröffentlichungen der historischen Vereine der Kronlänber haben für Jeden, der die innere Geschichte des Vaterlandes mit Aufmerksamkeit verfolgt, ein besonderes Interesse. Sie geben einerseits die erfreuliche Versicherung, daß durch die oft nur an Ort und Stelle erfolgreiche Einzeln-Forschung auch das Gesammtbild der Entwicklung Oesterreich's sich deutlicher entrollen werde, und bieten uns andererseits bett Maßstab, welche Theilnahme für geschichtliche Studien sich im Lande kund gibt. Sie zeigen, ob nur inhaltsleerer Dilettantismus, welcher, die Mühen scheuend, bloß Curiositäten prahlend zur Schau bringt, oder ernstes Streben nach Wissenschaft die Männer leitet, in deren Händen sich das Schicksal solcher vaterländischen Institute befindet. Allerdings wird es aus mancherlei zunehmenden Rücksichten, selbst bei dem besten Willen, nicht immer möglich sein zu verhindern, daß ein bloßes Kunststück, sei dieß nun in künstlerischer oder literarischer Beziehung, die Stelle usurpire, welche nur dem Kunstwerke gebührt; aber in: Großen und Ganzen muß ihr Wirken dahin gerichtet sein, das engere Vaterland nach allen Seiten hin zu erforschen, kennen zu lernen und dann diese „Landeskunde" wieder zu verbreiten, zu Weiterem anzuregen. Diese Seite der Aufgabe wird meistentheils entsprechend gelöst. Schwieriger aber und bis jetzt kaum angeregt, ist die Gewinnung des höher», wenn der Ausdruck erlaubt ist, gesammt-österreichischen Standpunetes. Jeder einzelne Verein glaubt mit seinem Bestände, seinen Sammlungen, Jahresberichten u. s. w. schon genug gethan zu haben. Zufrieden mit sich selbst, wenn die Erstem vermehrt und die Letzter» an die Mitglieder versendet werden können, kümmert sich, vielleicht die Regelung des Schriften - Tausches ausgenommen, kein Verein um den andern. Selbst die Akademie der Wissenschaften, welche eigentlich die Sonne ist, der alle die Blumen vaterländischer Wissenschaft lichtdurstig ihre Kronen neigen sollten, scheint bis jetzt, trotz der Macht, welche ihr die geistige Kraft ihrer Glieder verleiht, dieser Mannigfaltigkeit gegenüber das leitende Princip noch nicht gefunden zu haben. Oder sollten wirklich Vereine ober Gesellschaften die Kirchthurm - Politik in der Wissenschaft zur Geltung bringen wollen? Wir können es nicht glauben, wollen lieber bedauern, daß bisher vielleicht die Wege nicht gebahnt wurden, auf welchen alle Einigung zu erzielen ist. W das sicherste Mittel, eine solche zu Stande zu bringen, muffen wir aber die von dem um Mähren's Geschichte so verdienten Ritter v. Chlumccky empfohlene *) 3 «f n m -mentunft von Abgeordneten aller Vereine und gelehrten Gesellschaften O e st e r r c i ch'S bezeichnen, ein Mittel, welches bei dem erleichterten Verkehre nur geringe Schwierigkeiten der Ausführung bietet, und dessen periodische Erneuerung bald zu den sehr leicht zu bewerkstelligenden Dingen gehören wird. Leider scheint dieser so heachtenswerthe Vorschlag die Stimme des Rufenden in der Wüste zu bleiben. Wir wollen wenigstens Echo sein. Durch einen solchen osten-. Kongreß würde nicht nur das Bewußtsein eines gemeinsamen Vaterlandes einen neuen Ansdruck gewinnen, sondern es würde durch die Männer, welche die Spitzen des geistigen Lebens der Kronländer sind, ein gemeinsames systematisches Wirken der einzelnen Vereine angebahnt, Unternehmungen, welche jetzt aus Mangel an Theilnehmern, theils nur sehr langsam vorwärts schreiten, wie der histor. Atlas von Oesterreich, theils unmöglich sind, wie eine österr. Bibliografie, könnten auf diesem Wege gefördert und in das Leben gerufen werden; Wissenschaften, welche bis nun nur vom Staate oder Privaten gepflegt wurden, mußten in den Kreis des Wirkens gezogen werden. So namentlich die Statistik, welche, so Vortreffliches auch die staatliche Fürsorge zu Staude bringt, ihre befruchtenden Details und die Controlle der Quellen in vielen Fällen nur aus solche» freiwilligen Mittheilungen schöpfen kaun. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß solche Pläne von Seite der kais. Regierung, welche die Wissenschaft mit so ruhmwürdiger Liberalität überall schützt und fördert, nicht nur gebilliget, sondern auch unterstützt würden. Doppelt würde dann das Interesse an diesen Vereinen sich steigern. 44) Am 6. December 1856 eröffnete Dr. v. Kandier in Triest seine Winter-Vorlesungen vor einem höchst gewählten Auditorium, unter welchem sich auch der Statthalter von Triest, der Obcrlandcsgerichts - Präsident, der Bischof, der Podestu und andere Autoritäten befanden. Die Vorlesung galt dem Amfitbcatcr von Pola, welches Kandier nach zwei in einem Durchmesser von mehr als 6 Schuh aus Korkholz verfertigten und der k. k. Wiener Akademie der Künste gehörenden Modellen erläuterte. Auch wurde der Entwurf des Albums, welches dem Kaiser und der Kaiserin überreicht wurde, und das aus 24 Blättern besteht, We theils geografischen Inhalts sind, theils Plaue der Stadt Triest von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart enthalten, vorgewiesen. 45) Unter dem Titel: „Das slavische Eigenthum seit 3000 Jahren oder nicht Zendavesta, sondern Zendasta, d- h. das lebeubringcude Buch Zoroaster's," veröffentlichte der Lector der orientalischen Sprachen an der Berliner Universität, Dr. Ignaz P i e t r a sz e w s k i, eine neue Ausgabe *) Vergl. Oksierr. Blätter für Kunst und Literatur. Nr. 21. des Zendavesta in Text, mit dreifacher Uebcrsctzung und einem Wörterbuch hinter jedem Abschnitt. Hiezu wurde er vornehmlich durch die Entdeckung bewogen, daß überaus zahlreiche in den slavischen. Idiomen enthaltene Sprach-wurzeln aus dem Zend einen neuen Schlüssel zum Vcr-ständniß der letzteren bieten. Ein Kritiker in der „Augsb. Allg. Zeitung" 1856, Nr. 349, bemerkt, „daß für de» mit einem slavischen Idiom vertrauten Gelehrten die häufige Uebereinstimmung und nahe Verwandtschaft slavischer Wörter mit jenen der Zendsprache recht auffällig hervortreten müsse, daß insbesondere die dießfälligcn Nachweise int Wörterbuche sehr überraschend seien." Dem Titel des Buches nach zu urtheilen setzt der Verfasser auch eine nahe Stamm-verwandtschaft der Slaven mit den Persern voraus. Hiezu bemerkt die Redaktion der „Allg. Ztg" : „Wir haben kein Urtheil über diese letztere Frage, erinnern uns jedoch, daß der Patriotismus slavischer Gelehrten in solchen Forschungen auch gerne fiber’s Ziel hinausschießt, wie beim vor nicht langer Zeit der Versuch gemacht wurde, die .altgriechische Sprache als slav. Mundart darzustellen. Daß. Zend-Sanscrit und überhaupt alle alt-arischen Sprachen in einem weiten (japhetischen) Familieu-Zusammenhang mit den europäischen stehen, ist bekannt genug; Bopp und andere Meister der vergleichenden Sprachkunde aber finden, unseres Wissens, diese Verwandtschaft entfernter bei bett slavischen Dialecten, als bei Griechisch, Latein und den germanischen Sprachen. 46) Herr Davorin Terstenjak spricht in Nr. 3 und 4 des heurigen Jahrgangs der „Novice" ausführlich über die Skythen und weiset auf schlagende Weise und mit den genauesten Ouellenbeweiscn (wie cs T ersten ja k's stete Gewohnheit ist), nach, „daß die Skythen niemals und unter keiner Bedingung Slaven waren". So gerne wir die treffliche Abhandlung im Auszuge hier mittheilen würden, so verbietet dieß doch der Raum into wir verweisen demnach auf die „Novice« selbst, indem wir hier nur noch bemerken, daß Terstenjak's Beweise sowohl historischer als filologischer Natur sind, daß Terstenjak ferner die Ansicht aufstellt, „daß die Slovenen vor den Skythen nach Europa kamen, nämlich schon 1500 Jahre vor Christi." — 47) G. D. della Bona „Slrenna chronologies per fantiča storia del Friuli e principalmente per quella di Gorizia siuo all’ anno 1500.“ Gorizia 1856. 144. pp. 8. Der Herr Verfasser hat mit diesem Werke dem histor. Vereine ein höchst dankcnswerthes Geschenk gemacht. Einmal nämlich wurde dasselbe nur in 50 Exemplaren abgezogen, und gehört schon in dieser Hinsicht als typografische und bibliografische Rarität zu den Merkwürdigkeiten unserer Sammlungen; dann aber ist auch der Inhalt nicht nur schon an und für sich äußerst interessant, sondern gerade für unser Land von höchster Wichtigkeit., weil dasselbe von der Geschichte Friaul’s und Görz auf’s innigste berührt wird. Auf den römischen Kalender und die Jndicationen bis 1500 folgt eine chronologische Aneinander.Reihung der vornehmsten.,(Artemis, Selene, Diana), denn auch die alten Slaven haben den Mond verehrt. Die „Lilie" ist ein Attribut der Mond. Göttin.. Und so deutet das älteste Wappen Laibach's, „die Lilie" — «ftb dessen jüngstes „der Drache" auf die Mond'Göttin Emona, Amina, und auf den Sonnen-Gott Krak (Kers) — vgl. Krakau-Vorstadt. — Am Schluffe des Aufsatzes nimmt Terstenjak Abschied von den Lesern der »Novice,« indem er alle seine Kraft auf sein Werk »über die slovcnischen Alterthümer« concentriren will. Es wird dieses auf Pränumeration hcftweise in slovenischer Sprache erscheinen und mit Abbildungen geziert sein. Endlich wendet sich T e r st e n j a k noch gegen K n a b l, Koch und alle Diejenigen, welche ihm politische Hintergedanken in die Schuhe jchicbcn wollten. In kräftigen, wahrhaft erhebenden Worten weist er jede solche Anmuthung zurück und spricht allen jenen, die eine Lanze für ihn einzulegen wagten, öffentlich seinen Dank aus. 80) Dr. Konstantin v. Wurzbach „Biografisches Lexicon des Kaiscrthums Oesterreich,« umfassend die LcbenS-skizzen der denkwürdigsten Personen des Jahrhunderts 1750—1850 im Kaiserstaate und seinen Kronländern." Wien 1856. I. (31 — Blumenthal). Im Vorstehenden liegt der Anfang eines neuen Werkes unseres ausgezeichneten Landsmannes vor, das einem dringenden Bedürfnisse auf unübertreffliche Weise entgegen kommt und einen neuen Beweis des Fleißes Wurzbach's gibt. Dieses Werk, die Frucht 17jährigen ununterbrochenen Sammelns, enthält die Biografien nicht bloß aller berühmte» Ocstcrrcicher, sondern auch aller derjenigen, die irgendwie denkwürdig oder dem Fachmann bei seinen Arbeiten be-merkenswerth sind. Es ist keine trockene Compilation, sondern entbält neu gearbeitete, die hauptsächlichsten Momente des LebenS der darin Erwähnten kurz, aber genau charak-terisircude Biografien, und zeichnet sich insbesondere durch vollständige, überraschend reiche Literatur- und Quellen-Angaben aus. Außer den schon im vorigen Jahrgange dieser Mittheilungen, S. 72 Nr. 375 — 379, erwähnten Biografien von Krainern enthält dieser erste Band noch die des Bischofes Friedrich Baraga (S. 148) und Johann Blei-w c i s (S. 433). 51) Die Trojaner am Rheine. Festprogramm zu Winke l man n's Geburtstage am 9. December 1856. Herausgegeben vom Vorstande des Vereins von Alterthumsfrcunden im Rheinlande. Bonn 1857. Von der bekannten Stelle des Anno-Liedes ausgehend, daß nach dem Falle Troja's ein Theil seiner flüchtigen Bewohner sich am Rhein-Strome niedergelassen, dort ein neues Troja gebaut und den Back in der Nähe der Stadt vom Flusse Xantus „Saute« genannt habe, weist Professor Braun in Bonn im vorliegenden Programme, auf verschiedene Urkunden gestützt, nach, daß Xanten im Mittel-alter den Namen „Troja« geführt habe. Die weitere Unter-suchung leitet ihn auf die am Niedcrrhcine sich ansiedelnden Friaul und Görz, so wie Aqnileja betreffenden Ereignisse, mit kurzer 3lugabe der betreffenden Quellen. Siegel-, Münzen- und Wappen-Abdrücke, Zeichnungen einschlägiger Römer-Denkmale sind zahlreich eingefügt. Den Schluß bildet der Stammbaum der Grafen von Görz. Die Ausstattung ist sehr elegant. Von Speciellem heben wir hervor: die sehr zweckmäßige alfabetische Erklärung von Namen aus der alten Geografie (p. 10); auf S. 49 ist ein Irrthum in Dr. Klun's Regesten (Archiv) berichtigt, welcher »einen gewissen Erbo. von 1126—1140 Herzog in Krain«, sein und auf diesen im 3.1141 den E n g c l b ert aus dem Hause SponhcimOrten-burg folgen läßt, mährend b eil a Bonna, gestützt auf Pesler und Cocon in i, von 1129—1130 Heinrich den Jüngling, aus dem Geschlechte der Grafen v. Lavant Sponheim - Ottenburg, und im I. 1130 den obgenannten Engelbert, Heinrich's Bruder, aufführt. Auf S. 55 bemerkt della Bonna, daß Klun zum I. 1177 Kärnten mit der Mark Krain verwechselt habe. Im Interesse der heimischen Geschichtsforschung glaubten wir diese Punkte hier hervorheben zu müssen. 48) Obschon es in der Geschichtsforschung nicht darauf ankommt, was etwa hier oder da von einem Schriftsteller gesagt wird, sondern darauf, mit welchem Grunde eine Behauptung aufgestellt und vertheidigt wird, so dürfte doch das Nachstehende über das Verhältniß der Skythen zu den S a r m a t e n nicht ohne Interesse sein und weitere Forschungen vielleicht anregen. Der berühmte russische Staatsmann und Reisende, W. v. F reyg ang. sagt in seinem Reisebericht über Persien vom I. 1812 (aus dem Französischen übersetzt von H. v. Struve. Hamburg 1817, S. 255) Folgendes: Siestrencewiz. Metropolitan von Bohus, in seinem trefflichen Werke „Historische Untersuchungen über den Ursprung der Sarmatcn, Sclavonier und Slaven« nennt die Meder Vorältern der Sarmatcn und Slaven. Die Skythen beschlossen, nachdem sie Medien erobert hatten, dieses Land durch Entvölkerung zu schwächen, und führten deßhalb von da eine zahlreiche Kolonie nach dem T a n a i s, dem heutigen Don. Diese Kolonisten wurden von den Griechen S a r o m a t e n, von den Römern aber Sarmatcn genannt. 49) Prof. Davorin Terstenjak gibt in einem Aufsatze der »Novice« (1857, pag. 22) eine neue Erklärung von Aemona (auch Emona, Emonia, Hemona). Er leitet dasselbe mit großem Scharfsinne und ganz den Regeln der Etymologie und vergleichenden Sprachforschung gemäß vom Sanskrit »Kam« — lieben und Kamana, Emona ist demnach — Ljubljana — Lubljena. (Vergl. Lassen in der Zeitschrift der morgen!. Gesellschaft X. 377, der auch Komana in Ljubljena übersetzt). Außer allem Zwcisel war aber Komana, Kamana, Emona ein Beiname der Mond-Göttin Franken, und namentlich auf etc Sygambrer als das hervorragendste Element dieses Völkerbundes. Das letzte Viertel der Schrift würdigt die Bedeutung der Troja-Sage für die römische Geschichte und weist dieselbe auch die gleiche Abstammung bei den Arvcrncrn, Hedncrn und Scguanern in Gallien, so wie bei den alten Spaniern und Briten nach. Die Schrift ist ein redendes Zeugniß für die Gelehrsamkeit des Verfassers, die Darstellung klar und lichtvoll. Die Schlußworte des Verfassers aber, aus denen seine Neigung, die Frauken oder Sygambrer wirklich für Abstämmlinge der Trojaner zu halten, deutlich hervorblickt, wäre besser ganz weggeblieben. Die Bedeutung der Sage für die Geschichte ist anerkannt — nur freilich in ganz anderem Sinne, als Prof. Braun zu meinen scheint! — Monats - Versammlung. Die am 6. Februar d. st. abgehaltene Versammlung beehrten wieder Se. Exzellenz der Herr Statthalter mit Dero Gegenwart. Prof. Metelko sprach über die Vortrcfflichkcit und Schicksale der cyrillischen Orthografie, deren Hauptgrnndsatz «für jeden einfachen Laut der Sprache ein einfaches Schrift-zeichen zu setzen« sicherlich alle Anerkennung verdient. Diesem gemäß fügte der h. Cyrill zu den 24 griechischen Buchstaben, deren er sich bei seiner Orthografie bediente, 14 von ihm selbst ncucrfundene hinzugefügt, welches Verfahren nicht bloß von Seite Papst Johann VIII., sondern auch von Dobrowsky sehr belobt wurde. Im Gegensatze hiezu ist die Trubcr'sche Orthografie ganz unvollkommen und unzureichend. Es erfreute sich daher die cyrillische Orthografie des Beifalls der tüchtigsten Männer, eines Popovič (P 1774); Kopitaru. A. Dagegen erfuhr dieselbe auch manche Angriffe, was schon im 10. Jahrh, den P. Hraber Cernorizec veranlaßte, cine Apologie derselben zu veröffentlichen. Daß auch Tsch op sich auf eine höchst unpassende und wenig wissenschaftliche Weise zu Gunsten der Trubcr'schen Orthografie aussprach, ist bekannt. Weniger dürfte bekannt sein, daß er selbst — freilich nicht ausdrücklich — bekehrt wurde und der cyrillischen Orthografie ein Zeugniß ihrer Zweckmäßigkeit gab, das eben von ihm, als deren heftigsten Gegner, besondern Werth hat; er pflegte nämlich seinen Namen mit dem cyrillischen Č zu schreiben, so daß er sich also selbst als besiegt zu erkennen gab. Director Neöasck legte die Corrcsponvenz zwischen der Gymnasialdirection von Laibach und jenen von Neustadt!, Krainburg und Adclsbcrg vor und machte andere unser Schulwesen während der französischen Occu-pationsperiode betreffende interessante Mittheilungen, ^us jener Correspondcnz ist die Schwierigkeit recht ersicht-klch. die die Einführung neuer Organisationen mit sich führt. Derselbe verlas hierauf die Vorschrift über den Unterricht und die Disciplin der Zentralschulen für Jllyrien (Universität) i" Laibach vom 22. August 1810, die wegen des genauen Details als Muster für alle derlei Reglements gelten kann, und einen genauen Einblick in die damaligen Zustände Krains noch mehr aber in die Absichten des französischen Gouvernements gestattet. Denn freilich sind nicht bloß kleinere Bestimmungen dieser Vorschrift unerfüllt geblieben, sondern es sind auch — wie aus de» ebenfalls mitgetheilten Personalstandstabellen aus dieser Periode zu erheben ist — von den sieben projcctirten Facultäten mehrere gar nicht in'S Leben getreten, bei den bestehenden manche Obligat-gegenstände nicht vorgetragen worden. Vercins-Sccretär Dr. Co sta machte Mittheilungen über das von Dr. Aufseß in Nürnberg im I. 1862 in's Leben gerufene germanische Museum, dessen Agentur für Laibach und Umgebung Dr. C o ft a auf Wunsch der Vorstehung des genannten Museums übernommen hat. Nachdem Costa auf den Zweck und die Organisation dieser großartigen Schöpfung in allgemeinen Umrissen hingewiesen hatte, forderte er zur Unterstützung derselben, sei cs durch Beiträge von Gegenständen für die Sammlungen des Museums, sei es von kleinern oder größcrn einmaligen oder jährlich wiederkehrenden subscribirlen Geldbeträgen, oder durch Uebernahme einer Actie des Museums auf, und vertheilte schließlich den dritten höchst interessanten Jahresbericht der Anstalt, welcher auch andern Freunden derselben und der Wissenschaft überhaupt beim Dr. Costa bereitwilligst zu Diensten steht. Der Vereins - Secretär hatte auch dreier eingesendeter Arbeiten erwähnt, nämlich einer Abhandlung des verdienstvolle» Mandatars Hitzing er über die s. g. Mithrasgrotte bei Tschcrnembl, eine ausführliche Anzeige des Vcrcinsmit-gliedes Professor Dr. Ilwof in Graz über die Schrift Prinzingers „die älteste Geschichte des baierisch-österr. Volks-stamnies« und eine Kritik Terstenjak's über Mone's „celrische Forschungen." Jlwof sowohl als Terftenjak sagen von den betreffenden genannten Werken wenig Gutes, und widerlegen dieselben in eingehender wissenschaftlicher Weise. Seine Exzellenz der Herr Statthalter brachten die vollständige Mittheilung dcö interessanten Aufsatzes von Hitzingcr über die s. g. Mithrasgrotte in Vorschlag und geruhten, denselben seinem ganzen Inhalte nach selbst vorzulesen und am Schlüsse eine Discusion über denselben anzuregen und zu leiten. Das Resultat derselben war jedoch bloß ein negatives. Es wurde nämlich anerkannt, daß Hitzinger's Hypothese — die bei der Ortschaft Rožanc etwa eine Stunde von Tschcrnembl in einer nach oben offenen Grotte befindliche altcrthümliche Abbildung gebe die gewöhnliche Darstellung der religiösen Feier der Mithras-Geheimnisse — zwar viele Gründe für sich habe, derselben aber doch auch gewichtige Bedenken entgegenstehen. Der Gegenstand verdient übrigens gewiß die volle Aufmerksamkeit unserer einheimischen Gcschichts- und Alterthumsfrcunde. Berzeich n iß Cer von dem historischen Vereine für üntin im J. 1857 erworbenen Gegenstände: IV. Von der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien: 6) Sitzungsberichte filosofisch - historischer Classe. XX. Bd. 2. und 3. Heft. XXL Bd. 1. Heft. 7) Denkschriften filosofisch-historischer Classe. VII. Bd. 8) Archiv für Kunde östcrr. Geschichtsquellen. XVI. Bd. 2. Heft. 9) Fontes rer um Austriacarum. 2. Abtheil. Bd. XI. 10) Notizenblatt de 1856. Nr. 15 inclus. 21. V. Von dem 1501. Vorstände der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Brunn: 11) Schriften der historisch - statistischen Sectio» der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, redigirt von Christian v. Elvert, k. k. Finanzrathe. IX. Bd. Brünn 1856. 8. VI. Vom Herrn Peter v. Radits, Doctorand der Filosofie in Graz: 12) Franz Anton v. Steinberg, inner-östcrr. Hofkammer-Rathes , gründliche Nachricht von dem in Jnnerkrain liegenden Zirknitzer - Sec. Graz 1761. 4. VII. Vom Herrn Dr. Franz S u pp a n tsch lisch, im Namen der Erben des verstorbenen Herrn Vincenz Ve lasti, folgende in dessen Verlaß gehörige Münzen: A. In Silber: 13) Römische Familien - Münze. Familia Furia. Brochus. Ac. Brocchi III. Vir. Mir Aehrcn gekrönter Kopf der Ceres, fleu. L. Furi. Cn. F. Ein curulsicher Stuhl zwischen zwei Bündeln Ruthen, ans deren jedem ein Beil hervorragt. 14) und 15) Römische Familien - Münzen. Familia Furia. Crassipes. Av. Aed. Cur. Ein weiblicher gekrönter Kops. Ren. Crassipes. Ein cnrulischcr Stuhl. 16) 17) und 18) Römische Familien-Münzen. Familia Furia. Philus. Av. M. Fouri. L. F. Doppelkopf des Janus mit Bart. Rec. Phli. Roma. Eine stehende, mit einem Helme bedeckte Figur hält in der linken Hane einen Spieß und krönt mit der rechten ausgestellte Sieges-Trophäen. 19) Denar vom römischen Kaiser Maximinus Thrax. 20) Denar von Carl dem Kleinen und dessen Gemalin Maria (gest. 1392), Königin von Slavonien. 21) Grossetto von Ragusa, 1645. 22) Fünf Kreuzer von Neapel, 1744. 23) 24) und 25) Silberkrcuzcr. B. In Kupfer: 26) Von Lucius Vcrus. (161—169.) 27) Von Probus. (276—282.) 28) Von Galiienus. (260 — 268.) 29) — 32) Von Con,stans. (337—350.) 33) Von Magnentius. (350—353.) 34) Halber Grossetto von Ragusa, 1701. 35) Fünf - Centesimi - Stück von Fclir und Elise, Fürsten von Lneca und Piombino, 1806. 36) Drei-Centos-Stück von Napoleon. 37) Drei - Gentes - Stück von Venedig, 1849. 38) 39) und 40) Chinesische Münzen. VIII. Vom Herrn Dr. Andreas Napreth in Laibach: 41) Original einer vom Vorstande des Marktes Neumarktl an den Kaiser Napoleon überreichten, in französischer und dcntsä)er Sprache verfaßten Danksagungs-Schrift, ddo. Neumarktl 20. Juni 1812, für die zur Unterstützung der durch Feuer verunglückten Bewohner von Neumarktl übersendeten 70.000 Francs. IX. Vom Herrn Joh. Petritsch, k. k. Landcögcrichts- Sccretär in Laibach: 42) Journal de 1’ Empire. Vom Juli 1812 bis Juni 1813, X. Vom Herrn Dr. Heinrich Coft a, k. k. Gefällen- Obcramts-Director re. in Laibach, folgende Broschüre» und Manuscripte: 43) Rede Sr. Hochwürdcn des Herrn Canonicns Lcinhak, welche am 1. November 1813 bei der Dankfeier für den großen Sieg der alliirten Mächte bei Leipzig gehalten wurde. Laibad), 8. 44) Predigt, welche Seine fürstl. Gnaden der Hochmnr-digste Herr Angustin Gruber, Doctor der Theologie, Erzbischof zu Salzburg :c., am 2. Mai 1824 in der Domkirche zu Salzburg gehalten. 45) Zwei Acten in Ansehung der vormals zum Sä)Ntze der Schifffahrt am Laibachflnsse vor dem Sturmwinde vorgeschrieben gewesenen Anpflanzung der Ufer des Laibach-flnsses mit Bäumen. 1774 und 1779. 46) Entwurf einer Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 43. 1715—1810. Manuscript. 47) Acten, betreffend die Berichtigung der Gränze zwischen Kram und Kroatien. 1766, 1767, 1829. XI. Durch Tai:sch erworben: 48—50) Drei verschiedene Silbcrmünzen von Mailand ans der Zeit Kaiser Friedrichs I. 51—55) Fünf verschiedenartige Silbcrmünzen der Stadt Bergamo, ans der Zeit Kaiser Friedrichs I. 56) Eine Silbermünze von Piacenza, ans der Zeit Kaiser Friedrichs 1. 57) Eine do. von Johann Galeaz Visconti II., Herrn von Verona. 58) Eine do. von Anton und Barthol. della Scala, Herren von Verona. (Vergl. Appel III., III. 891.) 59) Eine do. von Johann Trivulzio, Herrn v. Vicevano. 60) Eine do. von Johann Galeaz Maria Visconti, Herzog von Mailand und Herrn von Verona. 61) Eine do. von Genua. 62) Eine do. von der Republik Genna 814. Sub luwn praesidium. 63) Eine do. von Vincenz II., Gonzaga. Herzoge von Mantua und Montserrat. 64) Eine do. von Mailand, Carl VI., römischer Kaiser, zugleich Herzoge von Mailand. 5 Soldi. 65) Eine do. von Mailand, unter spanischer Herrschaft. Providentia. 66) Eine do. von Mailand, unter Kaiser Josef II. 1784. 67) Eine do. von Victor Amadeus, König von Sardinien. 68 und 69) Zwei venetianische Silbermünzen vom 1.1734, und zwar vom Dogen Alois Pisani, gest. 1734, und von dessen Nachfolger Carl Nnzzini. XII. Vom Herrn Franz v. Beck, Bczirkswundarzte in Stein: 70) Groschen vom Erzherzoge Carl, Regenten von Jnner-österreich, 1585. XIII. Vom Herrn Carl Raab, k. k. Landesrath in Laibach: 71) Laibacher Zeitung vom Jänner bis cinschlüssig Mai 1821. 72) Stenografische Reichstagsberichte von Krcmsier de 1849. 73) Tableau, enthaltend die vorzüglichsten Civil- und Mili-tärpcrsouen Frankreichs, und die merkwürdigsten, auf Frankreich Bezug nchmenben Begebenheiten zur Zeit des Kaisers Napoleon, mit der, über dem ans Kränzen gebildeten Buchstaben N in einem Lorberkranze angebrachten Inschrift: Immortalile. Entworfen von Carl Touissaint, kamal. Pvlizei-Director von Laibach, lithogr. zu Laibach von Hyacinthus Maina. 1812. Selten. 74) Erinncrnngsblätter vom Laibacher Congresse. Enthaltend die Begebenheiten vom 15. December 1820 bis 8. Februar 1821. Manuscript. XIV. Vom Herrn Carl Fux, Doctor der Medicin und Operateur in Laibach: 75) Silberne Medaille zum Gedächtnisse der Vermälnng der kaiserlich österreichischen Prinzessin Maria Antonia, mit dem französischen Dauphin und nachherigcm König Ludwig XVI. 1770. In Zwanziger - Größe. XV- Von dem Vorstände des Museums der niederländischen Altcrthumsknnde zu Leiden: 70) Verhandlungen dieses Museums vom Jahre 1856. (In holländischer Sprache.) XVI. Von der k. k. geografischen Gesellschaft in Wien: 77) Sitzungsberichte derselben für die Zeit vom 1. Deccmber 1855 bis 2. December 1856. XVII. Vom Vorstande des Vereines für meklenburg'sche Geschichte und Alterthnmsknnde in Schwerin: 70) a. Jahrbücher und Jahresbericht des Vereines für meck-lenburg'sche Geschichte und Alterthnmsknnde, herausgegeben von G. C. F. Lisch und W. G. Beyer, Sccretären des Vereins. Einundzwanzigster Jahrg. Schwerin 1856. b. Register über den eilfteu bis zwanzigsten Jahrgang der Jahrbücher und Jahresberichte des Vereines für mecklen-burg'schc Geschichte und Alterthnmsknnde. Drittes Register. Schwerin 1856. XVIII. Vom Herrn Josef Dominik delta Bonna iit Görz: 79) Die von demselben in italienischer Sprache verfassten Regesten von Frianl und Görz, von den ältesten Zeiten bis zum Tode des letzten souveränen Grafen Leonhard, 1500. Mit Abbildungen von Wappen und Münzen; ferners mit dem Wappen und Stammbaume der Grafen von Görz. Görz 1856. XIX. Von der k. k. Central - Commission zur Ersorschnng und Erhaltung der Bandcnkmale in Wten: 80) 81) und 82) Mittheilungen derselben von den Monaten October, November und December 1856. 4. XX. Von der k. k. geografischen Gesellschaft in Wien: 83) Sitzungsbericht vom 30. December 1856. XXI. Vom Herrn Theodor Elze, evangel. Pfarrer zn Laibach: 84) Die von ihm verfaßte Geschichte der evangel. Gemeinde zu Laibach. Villach 1856. 8. XXII. Vom Pater B e n v e nut Crobath, Priester des Franziskaner - Ordens in Laibach : 85) Biografien einiger um das Jahr 1800 in Laibach verstorbenen Ex-Jesuiten, und Verzcichniß der in der Gruft der St. Jacobi-Kirche zu Laibach seit 1734 bis 1779 beigesetzten Jesuiten. Aus diesem Verzeichnisse ist zu ersehen, daß in diesem Zeitraume von 45 Jahren in der Gruft der gedachten Kirche, welche die Jcsnitcn bis zu ihrer im 1.1773 erfolgten Aufhebung inne hatten, 40 Jesuiten beigesetzt worden waren. XXIII. Von der historischen Gesellschaft zu Basel: 86) Von derselben herausgegebene geschichtliche Darstellungen zur fünften Säcnlarfeicr des Erdbebens am St. Lucas-tage 1356, betitelt: „Basel im vierzehnten Jahrhunderte." Basel 1856. 8. XXIV. Von dem Präsidium der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur zu Breslau: 87) Dreiunddrcißigstcr Bericht der Gesellschaft für vaterländische Cultur. Enthaltend Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft int I. 1855. Breslau. 4. XXV. Von der k. k. geografischen Gesellschaft in Wien: 88) Sitzungsbericht vom 20. Jänner 1857. XXVI. Vom Vorstande des germanischen Museums in N ü r n b e r g : 89) Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. Neue Folge de 1857. Organ des german. Museums. Nr. 1. XXVII. Vom Herrn Dr. Hein r. Costa, k. r. Gefällen-Obcramts - Director re. in Laibach: 90) Drucksachen, betreffend den Gemeindcrath nnd dessen Wahlen in Laibach, vom I. 1850 und 1851. XXVIII. Von der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag: 91) Bericht über ein bisher unbekanntes rechtsfilosofisches Manuskript eines österreichischen Verfassers. Von Dr. Robert Zimmermann, orb. öffentlichen Professor an der k. k. Universität in Prag, 1855. 4. 92) Zeugenverhör über den Tod König La dis laws von Ungarn und Böhmen, im 1.1457. Eine kritische Zusammenstellung und Würdigung der darüber vorhandenen Quellenangaben. Von Franz Palacky, staub. Historiografen des Königreiches Böhmen re. Prag, 1856. 4. 93) Geschichte der Stadt Prag. Von Wenzel Wladiwoy Tomek, k. k. Professor der österr. Geschichte an der Prager Universität. 1. Band. Ans dem Böhmischen übersetzt vom Verfasser. Prag, 1856. 94) Abhandlungen der königl. böhmischen Gesellschaft der Wisscnschaftcu fünfter Folge. Neunter Band. Von 1854—1856. Prag, 1857. 4. XXIX. Vom P. T. Herrn Vereins-Director Anton Frei-hcrrn v. C o d c l l i: 95) Pinacotheca Insignium quibus Academiae per univeram Europam celeberrimae earumque singulae Facilitates, societates item Literariae etc. usi sunt et adhuc utuntur, exposita per Fridericum Rothscholzium. Augustae Vin-delicorum.. 1741. Fol. XXX. Vom Herrn Georg Pajk, Zintmermeister und Hausbesitzer in Laibach: 96) Der wichtigste Canal in Europa, durch eine Vereinigung des sä)warzen Meeres mit der Ost - und Nordsee vermittelst der Weichsel nnd des Dniesters, erneuert vorgeschlagen von Johann Gottfried Braumüller. Nebst einer hydrografischen Karte. Berlin, 1815. XXXI. Von Herrn Dr. Heinrich Martina!, k. k. Landesgerichts - Secretär re. in Laibach: 97) Instanz - Schematismus für das Herzogthum Kram. Vom I. 1796. 98) Einzelne Blätter der Laibacher Zeitung seit 1784—1814. 99) Laibacher Wochenblatt, Jahrgang 1814, Nr. 8. 10, 13, 14, 18, 20, 23. 24 und 25. 100) Telcgraphe officiele vom 15. August 1812. 101) Auszug aus dem Moniteur vom 3. August 1814, enthaltend die Entsetzung Napoleons, und eine bezügliche Proclamation der provisorischen Negierung an die Armee. 102) Proclamation des F.M. Bellegarde an die Völker Italiens de dato: 5. Februar 1814. —— -----------------------------------------------------e— Druck von Jgn. v. Klcinmayr XXXII. Von den Anwälten des historischen Vereins für Mittclfranken zu Ansbach: 103) Vier und zwanzigster Bericht des historischen Vereins in Mittclfranken. Ansbach, 1855. 4. XXXIII. Vom Herrn Wilher in P l a n i n a, durch Herrn Professor Valentin Ko lisch eg — folgende zwei auf Pergament geschriebene Urkunden: 104) Bclehnnngs-Urknnde des römischen Königs Ferdinandi., lautend an Jury Andlischck zu der Alben, de dato Wien, 25. Juli 1835. — Original; auf Pergament. Siegel abgerissen. 105) Carl, Erzherzog von Oesterreich je., belehnt seinen Unterthan Andr. Pogorclz mit einer halben und Drittel-Hube zu Lipplach, bei dem Dorfe Alben, unter Herrschaft Haasberg, de dato Grätz 25. December 1568. Original; auf Pergament. Siegel abgerissen. Unreins - Nachrichten. 4) Bei der D i r e c t i o n s - S i k n n g vom 7. Fcbr. 1857 wurde a. das Programm der General-Versammlung festgestellt; b. ein Gesuch an's h. Handels - Ministerium um Gestattung der Porto - Freiheit auch im Verkehr mit den Vereins - Mandataren beschlossen; c. die Aufnahme eines Hilfsschreibers zur Beschleunigung der Arbeiten des Vereins, besonders des Registers über den Jahrgang 1856 der Mittheilungen, genehmigt; d. die Rechnungen, das von Dr. Klun herausgegebene Archiv betreffend, welche, in Gemäßheit des §. 14 des Sitzungs-Protocollcs vom 16. October 1856, betn Herrn Ausschuß < Mitgliede R e h i t s ch zur Prüfung übergeben, aber von diesem zurückgelegt wurden, werden zu diesem Ende dem Vcreins-Secretär überwiesen; e. ein Antrag des Herrn Korn, „der Verein möge das Manuscript eines sloven. Katechismus von Vodnik um den Preis von 15 fl. ankaufen," kann zwar wegen der sonstigen Auslagen des Vereines für jetzt nicht acccptirt werden, es wird aber der Werth des Mann-scriptcs nichtsdestoweniger vollkommen anerkannt; f- da Gymnasial-Schüler nicht Mitglieder von Vereinen werden können, es aber dennoch höchst wünschenswertst erscheint, sie in die vaterländische Geschichte einzuführen, so wird die Eröffnung einer Prännmcration auf die „Mittheilungen," jedoch bloß für dieselben, beschlossen; g. die Modalitäten der Genehmigung der Rechnung für zwei neue, dem Vereine gelieferte Bibliotheks-Kästen werden festgesetzt. 5) Die Gkschästsleitung bestätigt, mit Bezug auf die vorher (S. 10, Nr. 3) gemachte Bemerkung, nachfolgende Geldempfänge: 3. Triest ddo. 13. Februar, mit 22 fl. 3D fr.; j 4. Krainburg ddo. 17. Febr. 1857, mit 13 fl. SS Fedor Bamberg in Laibach.