Pridm-erati-us-Preik Für Laibach: Ganzjährig . - « fl. 40 h. h-lbjShrig • - 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ lü „ JRottatlt* ~ " 70 " Mit der Poft: Ganzjährig...............l*f>- h-ckbjShrig................» " «irrttljShrig..............ö " Sftt Zustellung ins HauS «J 25 kr., monatl. 9 k. Laibacher % Smzelne Nummern 6 kr. 'agblatl. »nonyme Mitthrilungen werden nicht berückfichttgt; Manuscriple nicht zurückgeseridet. Redactton Bahnhofgaffe Nr. 13fc. Expedition- L Inserate« -Burea»: Longreßplatz Nr. 81 (Buch. Handlung von Jg. v. Klein-mehr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise^ ^ Für die einspaltige ä 4 tr., bei roiefcV fchaltung ä p«. vi V Anzeigen bis 5 Zchlenj Bei größeren Inseraten tock. ' öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 225. Samstag, 2. Oktober 1875. Morgen: Rosenkranzfest. Montag: Franz Ser. 8. Jahrgang. Staatsuaterftützung für die Sonb= wirthschast. (Schluß.) Erhaltung und Veredlung der anerkannt guten in sich, unter Berücksichtigung der allgemeinen «Snlti der Thierproduction, mit anderen Worten ri rlcbttqen Zuchtprincipien. das ist der Weg, welcher der einheimischen Viehzucht eine gedeihliche aJurift verheißt und mit ihr der eigentlichen Boden Stur In der Region der Weideflächen find noch ""größten Schätze zu heben; unsere Alpenwirth-fdmft, im Vergleiche mit jener in der Schnei} m-Bafiiflt und verkommen, wäre berufen, den höchsten Srrttafl von allen Betriebsarten zu liefern, wenn man fich nur entschließen wollte, sie in naturgemäßer Pflege zu betreiben, statt räuberisch auszünützen Sie nimmt eine große Grundfläche des Reiches ein, be-barf daher vor anderen Zweigen einer besonderen Pflege and Beachtung. Wer die bisherigen adnnmstratlven Maßregeln, welche zum Schüfe der Hebung der Viehzucht von unserem Ackerbauministerium ausgingen, unbefangen Kur,heilen wollte, dem wird der Nutzen mancher darunter, wie z. B. der Körungsnormen, das System der Prämiierung, die Vertheilung der Auch.thiere in halbem Ankaufspreise, sofort einleuchten. Die bis jetzt verwendeten Subventionsgelder für Hebung der Viehzucht gereichen unstreitig der Landwirthschaft in solchen Gegenden, wo sie ohne alle technischen gZebenaewerbe betrieben werden muß, zum Segen. Für solche Bezirke und Vänder jedoch, wo die Land- wirthschaft reichlich mit technischen Gewerben, Brennereien, Brauereien, Zuckerfabriken, mit der Industrie überhaupt in nahen Wechselbeziehungin steht, sind freilich die Unterstützungsgelder aus dem Staatssäckel überflüssig; denn dort, wo die landwirthschaft sich bereits zur Industrie erhoben oder mit derselben in inniger Wechselbeziehung steht, ist das Ideal erreicht und wirft die Urproduktion eine genügende Rente ab, so daß der Grundbesitzer in der Lage ist, sich selbst zu helfen, er also nicht nöthig hat, an die Mithilfe der anderen Steuerträger zu appellieren. Aber für Gegenden, die noch nicht so weit sind, ist es ein Gebot der Selbsterhaltung des Staates, dem strebsamen kleinen Grundbesitzer ebenfalls die Mittel zu gewähren, einmal zu besserer Bewirtschaftung, zu Fortschritt und Wohlstand zu gelangen. Gewiß würden die bedürftigen kandwirthschafttreibenden Gebiete auf jede wir immer Naimn habende Unterstützung vonseite des Staates gerne verzichten, könnte man ihnen summt und sonders im Wege der Genoffenschaft oder auf was immer für eine Art einträgliche technische Gewerbe oder industrielle Unternehmungen beschaffen. So lange dies aber nicht der Fall ist und es in der Natur de« landwirtschaftlichen Erwerbszweiges überhaupt li^jt, daß er mit Rücksicht auf seine Ertragsfähigkeit anderen Produktionszweigen gegenüber entschieden im Nachtheile ist, so werden die der Landwirthschaft gewährten UnterstötzungSfummen auch nicht den Chyrakter von Almosen, sondern den eines Pflichtteils tragen, welchen eine weise Regierung diesem wichtigen Kulturzweige angedeihen läßt. Das dafür ausgelegte Kapital wird sich eben in der erhöhten Steuer- und Leistungsfähigkeit einer zahlreichen Klaffe reichlich verzinsen. Ein erstes Erfordernis für die Hebung der Viehzucht und die innigere Verschmelzung derselben mit dem Ackerbau ist die Erweiterung des Futter, baues in den Getreidegegenden. Geeigneter Futter-bau bildet die sichere Grundlage für alle anderen wünschenswerten Verbesserungen. Nur dadurch kann das richtige Verhältnis zwischen Erschöpfung der Felder und Ersatz eingeleitet, der Ertrag nach menschlicher Voraussicht verbürgt und endlich die Wirtschaft zu jener Freiheit der Bewegung übergeführt werden, welche ohne Schaden gestattet, sich sofort der Production zu bemächtigen, welche das Bedürfnis der Zeit zur lohnendsten macht. In den geschützten Gebirgstälern Krains, in den südlichen Klimaten, wo vorzugsweise der Kleinbetrieb herrscht, ist der Uebergang vom Getreidebau zu einträglicheren Kulturen, zu Futter- und Handelsgewächsen u. dgl. besonders zu empfehlen. Der Ausfall an dem nötigen Getreide läßt sich ji ohnehin leicht durch die großen Verkehröerleichterungen von außen her decken. Damit hängt aufs engste zusammen die Be» wäfseri:ngsfrage, die Verwendung des Waffers zum Bortheile der Bodenkultur. Oesterreich ist beinahe durchgehend« reich an natürlichen Wafferläufen, aber ungemein arm an Vorrichtungen zur ausgiebigen landwirtschaftlichen Benützung derselben. Und doch könnte durch geeignete Kanalisierung und Wasser, leitungen der Bodenertrag in gar vielen und ausgedehnten Landstrichen verdoppelt und verdreifacht, die Sicherheit der Ernten verbürgt werden, während Jeuilleton. Professor Benedikts Vortrag über die Anthropologie des Verbrechens. (Gehalten auf der Natursorscherversammlung in Graz.) -Dackstehend geben wir den auch für den Laien h,k,„t?amcn Vortrag des Herrn Profeffors Be-h/It über die Anthropologie des Verbrechens Pr." beinahe vollständig wieder. Die in . niedergelegten Forscherresultate über den Kfö?. —— b,r mit btt £u'.rnbilbung sind, wenn auch in erster Linie - C • gerichtliche Medicin und die Principien des bflC,AtcS von Bedeutung, doch für jeden Gebil-non hohem Interesse, da sie mit viel erörter. beten L.-rAastlichen Tagesfragen, zumal mit jener ,tn » »cechnuugsfähigkeit, zufammenhängen. der Zur y ,m wesentlichen: Die tarnet mächtiger wächst der Strom der "Wissenschaften an, der sich endlich mit dem Natur"" i ncuen Weltanschauung vereinigen muß, Meere z^ogen auch für die Maffen ein neues au» veil auftauchen muß. Zu diesem Zwecke Evangenu«' it.,. muß die Weltanschauung jene Breite, Tiefe und Klarheit erreicht haben, daß sie einen Katechismus schaffen kann, der das geistige und ethische Leben eines Volkes beherrscht. Die Naturwissenschaften müssen umsomehr die Ethik in ihr Bereich ziehen, als noch heute wie zur Zeit der Urahnen des Syl» läbus die Meinung verbreitet wird, die „Wissenschaft sei eine Schlange", die uns zur Erkenntnis verführt, um uns den Sündenfall zu bereiten! Des Naturforschers Aufgabe ist es, den verführten Massen, zu denen vielfach auch die machthabenden Kreise gehören, zu beweisen, die Wissenschaft veredle, indem sie klärt! Auf die Entwicklung der Gleichgewichtsgesetze der Moral übergehend, fährt der Redner fort: „Die Empfindung dieser Gesetze ist Rechtsempfindung, die bei gesteigerter Klarheit Rechtsgefühl, bei vollständiger Erkenntnis Rechtsbewußtsein wird. Der Inhalt ideellen Rechts ist die Summe des von der Ethik gebotenen und verbotenen. Die gelungene Feststellung einer der Grenzen bezeichnet immer einen Höhepunkt der Kulturemwicklung. Die Feststellung erfolgt immer früher für ein Individuum als für ein Gemeinwesen. Die Sätze: Du sollst nicht Morden, du sollst nicht stehlen, gelten seit Jahrtausenden für das Individuum — du sollst nicht Schlachten schlagen ist ein Zehngebot einer fernen, du sollst nicht kapern, nicht requirieren einer hoffentlich nähern Kulturepoche. Da die Gesellschaft nicht warten kann, bis die Ethik ihre Vollendung erreicht hat, hat sie sich bemüht, selbst Grenzpfähle, die allerdings gewechselt werden müssen, zu setzen. Innerhalb dieser liegt das positive Recht. Den Flächeninhalt zwischen den Grenzen der Ethik und des positiven Rechtes füllen in negativem Sinne die Schlechtigkeit, in positivem Sinne die Tugend aus. Die Mangelhaftigkeit des positiven Rechtes gestattet nümlich, die Grenzen der Ethik zu überschreiten. Das thut der Kaufmann, der den Werth der Ware zu einer schwindelnden Höhe hinaufschraubt, das thut der Bureaukrat, der innerhalb formaler Gesetzesschranken feine Macht mis-braucht, um auf legale Form Unrecht zu thun; der Gelehrte, der zu egoistischen Zwecken das in ihn gefetzte Vertrauen mißbraucht, um sociale und materielle, oder geistige Cvncurrenz zu unterdrücken. Tugend und Edelsinn hingegen opfern ihre persönlichen Lustgefühle dem Fortschritte und dem Gemeinwohl. Die Grenzpfähle muß die Gesellschaft selbst zugleich eine stete Zufuhr von Befruchtungsmaterial, das jetzt nutzlos davongetragen wird, Acker und Feld allmülig von jedem Wirthschaftszwang frei machen würde. Ebenso wenig als für, ist bei uns gegen das Wasser geschehen; die Kulturen der Ebene sind gegen Überschwemmung nicht geschützt, die Drainie-rung ist ganzen Ländern fremd, die Torf- und Moorkullur ist entweder unbekannt oder wird in der primitivsten Weise betrieben. In allen diesen Dichtungen muß die Vereinigung der Einzelkräfte die rechte Macht bieten, hier zur Bändigung, dort zur wohlthätigen Ausnützung der Naturkräfte. Der Staat hat da mannigfaltige Gelegenheit helfend und ermunternd einzuschreiten; die Bahn ist auch bereits vielfach geebnet durch eine musterhafte Wassergesetz. gebung. Damit kommen wir auf den mächtigsten Hebel zur Förderung der Interessen des Kleingrundbesitzes: das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen. Wenn auch lobenswerthe Schritte in dieser Beziehung ge-than wurden und Anfänge hie und da genugsam vorhanden find, so mangelt doch noch der rechte Zug, welchen freilich erst lange Erfahrung und gereifte Erkenntnis bringt. Wie uns hierin das Ausland in glänzenden Mustern vorangegangen, muß von unten aufgebaut, nicht, wie es leider so oft der Fall ist, daS Dach auf ein unfertiges Gebäude gestülpt werden. Darum begrüßten wir die Schulsparkafsen als willkommene Anfänge der Erziehung zur Sparsamkeit ; landwirthschaftliche Vereine mögen naturgemäß die Bausteine bilden zu Sparvereinen, zu Credit-und Eonsumverbänden, zu Versicherungsgesellschaften, zu landwirthfchaftlichen Genossenschaften zu gemein, famem Ankauf von landwirthfchaftlichen Maschinen, Zuchtthieren rc. und so allmälig zu allen anderen Aeußerungm gesammelter Kräfte. Wo einmal das Vereinswesen platzgegriffen, da sind die Thore geöffnet für Fortschritt, Bildung, Wohlstand. Das Genossenschaftswesen bringt dem Kleinwirth alle Vortheile des Großgrundbesitzes ohne dessen Lasten. Dazu gehört aber Schulbildung, volle, ganze Schulbildung im Sinne der neuen Zeit. Leider ist sie dem eigentlichen Stande der Landwirthe bisher so karg zugemessen worden, daß nicht genug geschehen kann, das Versäumte und Verlorene einzuholen. Bei planmäßigem, von Ueberstürzung freiem Vorgänge ist dies ganz gut möglich. Die Neugestaltung der Volksschule bietet den Keim, der sorgfältig gepflegt und treu gehütet werden muß, denn aus ihm erwachsen alle Blüten am Baume der Menschheit. An die Volksschule knüpft sich naturgemäß nach dem Vorgänge anderer Länder die Fortbildung-- und Winterschule, die Vorträge der Feldprediger und Wanderlehrer, die niedere Ackerbauschule, die Mittelschule u. s. w. Nur möge man sich stets gegenwärtig schützen, nicht nur durch Hebung der Lustgefühle, welche das Rechtsgefühl steigern, sondern auch dadurch, daß sie jenen Unlustgefühlen den Boden entzieht, welche mit elementarer Gewalt das Durchbrechen der Schranken nach sich ziehen, wie Hunger, physische Noth und psychische Noth. In Tagen begeisterter Volksstimmung nehmen die Verbrechen ab,^wie sie in den Tagen des Elends emporschnellen. * Der Verletzung der Schranken muß die Strafe folgen. Allein es ist nicht nur inbetracht zu ziehen, wer gestraft werben soll, sondern auch wer straft. Professor Benedikt vergleicht nun, wie sich das Individuum als strafendes verhält gegenüber dem Elemente, das ihm Schaden zufügt, dann gegenüber dem Thiere und schließlich gegen den Menschen. Wir wissen oder setzen voraus, der Mensch habe ein Gewissen, das heißt, die dunkle associierle Empfindung, oder das Gefühl, oder selbst das vollständig klare Bewußtsein des Rechtes oder de-Unrechte«. Wir haben daher eine gewiffe vernünftige Berechtigung, den Verbrecher als wirkliche Ursache unserer Leiden anzusehen und ihm eine moralisch-intellektuelle Schuld beizumessen. Dazu kommt noch, daß gegenüber dem verbrecherischen Menschen nicht halten, daß die echte Bildung dem Menschen nicht nur das Nützliche, sondern auch das Schöne erschließen soll, ein Umstand, den der bloße Fachunterricht gar zu leicht außer acht läßt. Eine gerechte Forderung ist es ferner, daß nicht nur die Knaben und Jünglinge, sondern auch die Mädchen, die dereinstigen Frauen und Gehilfinnen der Landwirthe, Anspruch haben aus Lehre und Unterweisung in landwirthfchaftlichen Disciplinen. Je mehr Bildung die Landwirthschaft in ihren Vertretern und Pflegern in fich aufnimmt, desto mehr wird sie welt- und gesellschaftsfähig werden, sich den Bedürfnissen und dem Geiste der Zeit anbequemen, desto größere Beweglichkeit wird sie mit anderen Ständen und Berufszweigen gewinnen und siegreich ihren alten Adel behaupten. Politische Rundschau. Laibach, 2. Oktober. Inland. Ein wiener Brief des .Pefti Naplo" eröffnet eine keineSw-gs erfreuliche Aussicht auf den Ausgang der Abstimmung über die Kanonen-frage. Es wird nemlich die Thatsache konstatiert, daß die ungarische Delegation fest entschlossen sei, den Intentionen des Kriegsministers entsprechend, die für Anschaffung der Stahlbronce-Geschütze erforderliche Summe in zwei Raten zu bewilligen, während die österreichische Delegation speciell mit Rücksicht auf die Auseinandersetzungen de« Finanz-ministerS v. Pretis diese Mehrbelastung des Reiches nicht gutheißen, sondern eine Verkeilung der An-jchaffungSsumme auf mehrere Jahre beschließen werde. Trotzdem, meint der Correspondent des R., sei daS Endergebnis leicht vorauszusehen. Die dem Herrenhause angehörigen österreichischen Delegierten, die Polen u. s. w. seien bereits für die Wünsche des Kriegsministers gewonnen, und da nicht anzu-nehmen sei, daß diese Elemente in der österreichischen Delegation die Mehrheit erlangen, so werde eS wahrscheinlich zu einer gemeinsamen Abstimmung kommen, die dann nothwendig zugunsten der Forderungen des Kriegsministers Ausfallen würde. Es ist das eben dasselbe Schauspiel, wie es sich fast Jahr für Jahr in diesem sonderbaren Vertretung«-Institute abspielt. Bei den bevorstehenden R e i ch S t a t h « -wählen in Böhmen werden in einigen Bezirken auch verfassungstreue (Kandidaten austreten. Für den Stadtwahlbezirk Jicin werden der dortige Preisgerichts.Präsident Ellenberger und Röthlein kandidieren; für Prag und Pilsen werden die San-didaten demnächst ausgestellt. Nun hat auch daS ultramontane Wahlcomitö von Tirol seine Candidatur-Liste für die bevor- blos das Unlustgefühl des physischen Schmerzes und des materiellen Schadens, sondern auch das Unlustgefühl des verletzten Rechts inbetracht kommt. Hieran schließt sich da» empirische Unlustgefühl, daß ohne Strafe vonfeite de» Verbrechers selbst weitere Schädigungen deS Rechts drohen. Die Strafe ist also zunächst ein elementarer, aus unserer Empfindung von physischem Schmerz, materiellem Schaden und Verletzung unserer elhi-schen Lustgefühle entsprungener Drang, unser Unlustgefühl nach den Gesetzen des Causalnexus zu entladen. Hiemit ist der kategorische Imperativ von Kant, welcher die Strafe als direkte Forderung der reinen Vernunft darstellt, in seinen anthropologischen Elementen aufgelöst. Dieser Drang ist die Basis unseres Straf-rechtsbewußtfeins. Dies ist aber ein höchst compli-ciertes und beruht auf höchst complicierten Lust- und Unlustempfindungen und ist die Aufgabe der induktiven Ethik, dieses complicierte Bewußtsein und diese complicierte Empfindung weiter in ihre Elemente aufzulösen. Sind wir selbst geschädiget, so ist die Gefahr sehr groß, daß wir die Unlustgefühle ohne strenge stehenden Reichsraths-Ersatzwahlen za stände gebracht, und dieselbe wird von den „tiroler Stimmen" publiciert. An Stelle Giovanelli'S in den Landgemeinden von Bozen wird ein Freiherr v. Sehffer-titz, an Stelle des Dr. Rapp in den Landbezirken van Schwaz Ritter v. Wörz, im Stadtbezirke Brixen - Kaltem an Stelle Dipauli'S Franz von Zallinger aus Bozen canbibicrt, der sich in Tirol des Rufes eines ultramontanen Percy erfreut. In den Landgemeinden von Bruneck erscheint wieder Dr. Graf als Candidat. Matt glaubt in Tirol, daß dieses vierblättrige Kleeblatt die „hohe Versammlung' in Wien nicht schmücken wird; freilich ist dann nicht einzusehen, warum nicht einfach wider die alten Abstinenzler als Candidaten aufgestellt wurden. Der Finanzausschuß des ungarischen Abgeordnetenhauses hat am 29. v. M. seine Thätigkeit mit dem Beschlüsse eröffnet, die General-debatte über das Budget erst dann vvrzunehmea, wenn die Budgets der einzelnen Portefeuilles im Detail durchgeprüft sein werden. BiS dahin wurde auch die von Baron Sennyey aufgeworfene Frage bezüglich Vereinfachung der Manipulation der Centralregierung vertagt. Baron Sennyey hatte nemlich erklärt, daß, indem das gegenwärtige Budget ke.ne Rücksicht auf die zu geschehenden Reformen nimmt und sich im Rahmen des alten Systems bewegt, er auch genöthigt fei, innerhalb dieses Rahmens fich an der Verhandlung zu betheiligen, doch behalte er fich vor, seine Meinung bei einer anderen Gelegenheit auszusprechen. Der karlowitzer Kirchencongreß ernannte den Abgeordneten Dr. Polit in Anerkennung seiner Haltung in der Nationalitätenfrage zum Rechtsanwalt sämmtlicher serbischen Kirchen, Klöster und des Nationalfonds. — Die „Zastava" wurde zum Eongreßorgan erhoben. Die Magyaren haben also mit der Verwerfung der Wahl Arsen Stojkovit' zum Patriarchen nichts erreicht; auch unter dem Patriarchen Prokop Jvackoviö benützen die Serben jeden Anlaß, um gegen die .historische Nation" Ungarns zu demonstrieren. Ausland. Die Bemerkungen der auswärtigen Presse zu der Ankündigung, daß die serbische Kaufmannschaft ein Moratorium verlange, scheinen auf das Cabinet Ristik nicht ohne Eindruck geblieben zu sein; wenigstens wirb gemelbet, daß der Ministerpräsident eine kaufmännische Deputation, welche die Angelegenheit urgieren wollte, nicht empfangen habe. RistiL scheint also selbst der Ansicht zu sein, daß die Lage noch nicht eine so gefahrdrohende sei, um eine solche außerordentliche Maßnahme zu rechtfertigen. IC Fortsetzung in der Beilage. -WA Einhaltung des Causalnexus entladen, das ist auf den Unrechten oder ohne gehörige Würdigung der Voraussetzung der intellektuellen — moralische Schuld. Daher sind möglichst unbefangene Richter eine der ersten Voraussetzungen de« complicierten Rechtsbewußtfeins und wir sehen e« als eine na-türliche Forderung des Verstandes an, mit Ausnahme des Falles der directen Nothwehr, unser individuelles Strafrecht auf das Gemeinwesen zu übertragen. Die erste elementare Aufgabe der Justiz — unter Vorausgabe der nachgewiesenen materiellen und intellektuellen moralischen Schuld — wäre also, durch Erzeugung möglichst gleichartiger Unlustgefühle unsere Unlustgefühle zu entladen; die primitive Justiz ist grausam, indem sie vom reellen Wiederver« geltungsrecht (dem jus talionis) Gebrauch macht. Da« unklare Gefühl der Humanität hat die grausame Justiz verdrängt. Weiter ist das Lustgefühl der Existenz und das Unlustgefühl der vernichteten Existenz die mäch. tigste Triebfeder des Strafenden. Eine gehörige affocciierte RechtSempfindung wird daher vor völliger Vernichtung eine« Verbrecher« zurückschaudern, weil wir hiemit bei einem Individuum das oberste Recht vernichten, dessen Wahrung eine oberste Aufgabe Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr. 825 vo« 8. Oktober 1875. Auf dem JnsurrectionS-Schau« v l a tz e rückt inzwischen ein mächtiger Alliierter der Türfei* ein; der Herbst zeigt sich von seiner unfreundlichsten Seite, und in kurzer Zeit wird es mit Actionen im größern Stil ein Ende haben. Dir südslavischen Freischaoren, welche an dem Aufstand tbeilgenommen haben, kehren denn auch, wie der Berichterstatter der „Presse" meldet, decimiert und ent« muthigt über die Save zurück. Etwas überraschend kommt die Meldung, daß der S'tz der serbischen S k u p s ch t i n a von Ikra-auirvac nach Belgrad verlegt worden, also ge-rade dahin, wo im vorigen Jahre der Regierung durch die örtliche AgitationS-Elique und deren Be-üebungen zu den Deputierten so viel Unbcquemlich-L? ^wachsen war. Gerade aus diesem Grunde er-s-late ja in diesem Jahre die Berufung nach dem älteren Sitze in Sragujevac. Sollte den parlamentarischen Weisen bange geworden sein wegen der „rükeren Nähe der türkischen Grenze, und suchen sie ?ima für ihre weitere Thätigkeit Schlitz hinter den Wällen von Belgrad? Eines läßt sich aus dieser Maßregel mit annähernder Gewißheit entnehmen, nemlich daß eine Auflösung der Skupschlina zur Stunde nicht ins Auge gefaßt wird, obwol dieselbe durch unverholene Unzufriedenheit mit seiner Zwie-ttcktSvolitik Herrn Ristit viele unruhige Stunden nmirfacht. Ein maßvolles Verhalten wird durch den Umzug nach dem an Wühlern reichen Belgrad nicht gerade gewährleistet. Die „Times" erklärt die Forderung der -»nsuraentrn betreff« einer europäischen Garantie Mr türkische Reformen in ihren Ländern für unausführbar und gesteht anderseits zu, daß, so lange die Türket nicht auf den Reichsstvlz verzichte, die-Mbt wahrlich keinen neuen suzeränen Staat schaffen werde Am Schlüsse spricht das Blatt trotzdem die Hoffnung aus, daß Oesterreich sich „neuen Arrangements" günstiger erweisen werde als jetzt, namentlich wenn der Aufstand überwintern und dadurch zu einer bedenklichen Unbequemlichkeit für Lurova werden sollte, lieber den Inhalt der „neuen Arrangement»" befriedigt das Cithblatt unsere Neugierde nicht mit einer Silbe. Der Messager d'AthöueS,' jeneS neue Blatt, so wärm für die Freundschaft Griechen- daS s(o fand« mit der Türkei Eintritt und gegen die »KAen Gelüste kämpft, bringt einen Brief aus Ätorab, der merkwürdige Dinge enthält. Es heißt die Milizen seien für einen Krieg kaum zu eS ihnen an Hebung und Offizieren tauchen, da es tynen u.. utuuug uno vffwn« frhle Sie zählten zwar hunderttausend Mann auf Lm' Papiere, aber wenn man sie tinbetuft, so Börde wahrscheinlich nur der zehnte Theil zu den Fahnen eilen der That nicht stärker als sechstausend Mann, und da« Ministerium RlstiL handle ganz unverantwortlich, daß eS mit den Ornlodmisten liebäugle und die Möglichkeit eines Kampfes, für den Serbien nicht im mindesten gerüstet sei, in vertraulichen Erklärungen durchschimmern lasse. Käme eS zum Kriege, so wäre Serbien verloren. Drei oder vier andere Journale Athens sprechen sich dahin aus, daß Griechenland zwar den Aufstand in der Herzegowina mit Theilnahme verfolge, jedoch seiner internationalen Pflichten gegen die Türkei eingedenk sei. Der maiuzerSatholikenvereinhat in seiner jüngsten Generalversammlung energische Resolutionen gegen die geheimen Fonds gefaßt, durch welche dir Regierungen zur Corrumpierung der Presse und der öffentlichen Meinung beigetragen und eine unberechtigte Einwirkung auf da- Urtheil und die Anschauungen des Volkes auSüben. Wie eö scheint, ist er aber hiebei nicht stehen geblieben ; man hat es vielmehr von ultr»montaner Seite unternommen, nach dem Maß der Kräfte Gegengift an-zürnenden. In dem Kassenabschlpß des Vereines figurieren Summen von 5000 Gulden an „Unterstützungen und Ausgaben für die Presse" und über 14,000 Gulden als Darlehen an „minder feindliche Blätter." 6» wäre einigermaßen interessant zu wissen, welche Blätter mit solchen Darlehen beteiligt wurden. Der katholische Congreß in Florenz ist geschloffen worden, nachdem der Präsident Sal-viati denselben noch benachrichtigt, daß die Deputation, die dem Papst die ErgebenheitSadreffe überreichen soll, am 29. d. in Rom werde empfangen werden. Marchese Paganuzzi sprach in der Schlußsitzung von den unsterblichen Rechten des heiligen Stuhles, dem man alles zu opfern bereit sein müsse. Er empfahl die Gründung von Vereinen, Schulen, Gymnasien und erinnerte dabei an die trefflichen Vorgänge in Irland und an den ruhmvollen Namen O'ConnelS. Biele ZustimmungSerklärungen wurden verlesen sowie ein Telegramm der EenirumSfraction de» deutschen Reichstag». D'Onde« Reggio präsentierte schließlich die Petition an da» Parlament in. betreff der UnterrichlSfreiheit. — Kaum ist ein Eon-sistorium beendet, bereitet man im Vatikan schon ein anderes vor. In der Audienz von Samstag abends theilte PiuS IX. dem Confistorialsecretär mit, am 5. Dezember ein neue» Konsistorium hatten zu wollen. Dir Cardinäle Saint More und Antici Mattei werden Titel und Ringe erhalten, Monsignore Nina und Jerafini werden zu Cardinälen promoviert und circa 20 Bischöfe der Propaganda und einige italienische proclamiert. Man hält eine Ansprache de» Papste» für sicher, in der er seine Zufriedenheit darüber kundgeben wird, daß Brasilien Frieden mit der Kirche verlange und Monsignore Hoffun nach Konftantinopel auf seinen Sitz zurück» gekehrt sei. Wie man dem londoner Blatt „Hour" au» Petersburg meldet, wird zwischen einigen Führern der polnischen national-liberalen Partei und dem panslavistischen Eomit6 in Warschau (ein Zweig de» Petersburger Centrolcomit6s) über ein Abkommen unterhandelt, das, wenn eS zu einem erfolgreichen Abschluß gelangte, zur Folge haben würde, doß die Regierung am 1. Jänner nächsten Jahre» eine allgemeine A mnestie für die Polen gewähren wird. Original-Correspondeuz. Wie«, 30. September. (Wiener Eindrücke. Die „M e i n i n g r r.") Ls ist gewiß einer der wesent. lichsten Bortheile, die die Großstadt vor der Provinzialstadt bietet, daß darin jeder ganz nach seinem Geschmacke leben kann. Wer sich im fajhionablen Speisesalon des Restaurants beengt fühlt oder sich den Luxus eines Austerndejeu-nerS mit Burgunder nicht vergönnen kann, geht in die „Schwemme" und thut stch bei einem Guliasch und einem Glase Bier gütlich. Es kommt schließlich doch nur auf die Gewohnheit an. Und was den Speisen der Schwemme an haut-goüt abgeht, wird durch verschwenderische Zuthat von Paprika reich ersetzt. Uebrigens hat sich auch hier der haut-goüt vor der Zubereitung gewiß häufig eingestellt — nur muß man das auch recht verstehen. Sowie mit dem leiblichen verhält es sich auch mit dem geistigen Frühstück. Es greisen jeden Morgen gewiß mehr Menschen nach den Mord- und Skandalgeschichten-Ragout des „Extrablatt," um darin Gesprächsstoff für den langen Tag zu suchen, als nach der „91. Fr. Presse," um sich an einem geistsprühenden Feuilleton des „Wiener Spaziergängers" zu erheitern. Chacun ä son goüt. UebrigenS darf man den Werth der wiener Lokalblätter ebensowenig unterschätzen, wie den der Schwemme oder der Volksküche. Sie bieten eine oft stark gepfefferte, aber dafür billige und für den Mafsenconsum bestimmte Speise. Und in der That werden die Localnotizen des „Extrablattes," „Neuen Wiener Tagblattes" und ähnlicher Blätter von lausenden von Lesern jeden Morgen gierig verschlungen. ES hat dieS, wie gesagt, sein Gutes. Zwar sind die verschiedenen Mord- und Spectakelgeschichten allerdings wenig darnach an» gethan, die Erziehung der Wiener zu fördern, und auch dir daran geknüpften moralischen Reflexionen werden das kaum bewirken, aber sie reizen zum Lesen, und so wird durch täg. liche Lectüre wenigstens das deutsche Sprachgefühl der Wiener rin wenig gehoben. Diese Frucht zeigt sich auch schon. Ich Hobe nemlich gesunden, daß man hier lange mehr kein so verzerrtes Deutsch spricht, wie man nach den Kriterien ge wisfer laibacher Theaterreserenten glauben sollte. Der urwiener Dialekt erhält sich nur noch als ein Ueberbleibsel der „guten alten Zeit" und wird wie jede? geheiligte Andenken nur bei besonders feierlichen Gelegenheiten von den Altwienern, wenn sie ganz inter se sind, hervorgeholt. In den öfsent- s»r Justiz ist- Die Vollziehung der Todesstrafe ist nffn überall dort, wo sie nicht da« alleinige Mittel ik! ein Verbrechen zu vergüten, eine Rechtsverletzung, unter der Voraussetzung unbedingter in teilet-Laer und moralischer Schuld. Außer zum Zwecke der Entladung unserer elementaren und der complicierten, au« eie* ÜÜrntaten ausgebauten ethischen UnluftgefüHlen, » fen mir noch, um den künftigen Unlustgrfühlen La materiellen und ethischen Schadens vorzubauen. Sie ©träfe soll eine Hernmungsempfineung und eine AmwungSvorstellung gegen künftige Verbrechen Paftlben Individuums und ähnlich disponierter rlJffe«, ohne daß dem Verbrecher überhaupt die «msalichkrit, solche Unlustgefühle zu erzeugen, gr-««amen wird. Der Schutz unserer künftigen wo. teriefle« Existenz ist also mit ein Grund unsere« C°$3tt haben bis jetzt vorausgesetzt, r« werde »roft unter der Bedingung der erwiesenen um« Miellen und intellektuellen moralischen Schuld. Eine erste Frage, die wir uns vorlegen muffen, «tttt die That eine« Menschen unsere Unlustgefühle und un« zur Wiederherstellung unserer gestörten psychischen Ruhe und1 unseres Leben« drängt, ist, ob da« Lust- oder Unlustgrfühl, da« der That zugrunde log,' nicht berechtigt oder ebenso berechtigt ist als unser eigene« Unluftgefühl. Hätte sich die Menschheit und die Gesetzgebung diese Fragen angelegen sein lassen, die mafsenhasten Unthaten im Namen des Gesetzes bei gewissen religiösen und politischen Verbrechen wären nie geschehen. Sind es doch immer nur die edelsten Naturen, welche für ihre Ueberzeugung alle höheren Güter der Lebens einsetzen. Haben wir gewissenhaft geprüft, daß die Entladung unseres Unlustgefühls berechtigt sei, dann stellen wir die Frage auf Zurechnungsfähigkeit. Heute wird gewöhnlich gefragt, ob der Thäter bei klarem Bewußtsein der That und ihrer Folgen war. Da« Bewußtsein wirkt jedoch aus die That nur indirect, indem e« die hemmenden Lust, und Unlust gefühlt wachruft. Neben der Frage auf die intellektuelle Anlage, der Entwicklung derselben im Momente der Thal steht gleichberechtigt jene nach dem ethisch angebomen nach Talente, nach der Entwicklung desselben und dem Zustande im maßgebenden Zeitpunkt'. Dies regt aber die Frage auf, ob dies geistig ethische und motorische Talent überhaupt miteinander harmoniere. Diese Frage müssen wir Im allgemeinen vornehmen. Vaco von Verulam war gewiß hochbegabt; ethisch besaß er keine Widerstandskraft gegen die Fäulnis seiner Zeit. Wir sehen besonders im Privatleben häufig beschränkte Menschen mit hoher ethischer Begabung, voll Liebe, voll Güte, voll Aufopferung. Mangel an sittlichem Ernste schädigt die Werke der Wiffenschast und der Kunst, und selten steht die Begabung auf einer Höhe, auf welche das -ethische Talent keinen Schatten wirft. Geniale, aber korrupte Staatsmänner haben selten Großes geschaffen, denn besonders der politische Verstand kennt und erreicht nur große Ziele, wenn er in dem Boden der edlen Gefühle der Nation wurzelt. Der Criminal-Pshcholog wird nicht also vor allem die Frage aufwerfen, ob es bei normaler intellektueller und motorischer Begabung einen angeboren ethischen Stumps- oder Schwachsinn gebe, d. i. eine fehlerhafte Anlage in dem complicierten (tdjeh Lokalitäten hört ddn gewühnlich (IH Hach normale-, verständliches Deutsch. Ueberiill freilich findet mäti Noch lange nicht Verständnis ftitS Hochdeutsche. „Sie spielen gut, ober fit sprechen etwa- plattdeutsch/ bemerkte neulich- meine Nachbarin aus der vörletzten Galerie des Theaters an der Men — und find doch ehrliche Thüringer LNd sprechen ganz gewöhnliches Theaterdeutsch, die Meininger »reinlich, von denen eben die Äide war. „DaS Stuck ist vielleicht ofo," Meinte der Nachbai der „Same.“ „Ja, es war einmal englisch/' mischte sich meirt linker Nachbar ein. Die herzoglich sachsen-nlti-ningische Gesellschast gab nemlich „Julius Cäsar" von Shakespeare. Dieses Gastspiel, ist überhaupt für Wien das interessanteste Ereigtt!^ der wOft. btrinoWe fich neben allen SeNsationsnachrichtett vom Jnsurrettioüsschauplatz^, Pretis-schen Finanzexposös, neben der Spitzer-Pollak-Affaire und anderem HUmkiug zu behauptet. Der Herzog ebti Sachsen-MciUingett ist nemlich ein bekannter Theaternarr. Er ging soweit, eint Mesalliance mit einer Schauspielerin einzugehen, und richtete sich von dem Schweiße seiner circa 180,000 Unterthanen ein relativ vortreffliches Theater ein. Aber dir Lorbeeren andtrtr weiland sächsischen Großherzoge und Her. zöge ließen ihm keine Rahe, und er beschloß, fich wenigstens auf den Brettern, die die Welt bedeuten, einen NaMen zu Machen, >venn es schon in der Welt selbst nicht "geht. Ct schickte seine Truppe daher erst nach Berlin und dann nach Wien. So wurden die Bretter des Theaters an der Wien wenigstens auf eine Zeitlang wieder klassischer Boden und Offenbach und Strauß haben Shakespeare und Moliöre Platz gemacht. In dem Theater, das von den Roten eineS deutschen Meisters — Mozarts, deflen „Zauberflöte" Schrt«. neder soviel rintirug, daß er davon dieses Schauspielhaus baue« konnte, wie die Papagenothüre und die daranstoßende Papagenogaffe noch heute bezengen — erbaut wurde, füllen fich jetzt wieder allabendlich alle ttäflme mit den Gebildeten Wiens, die den Worten des britischen und des französischen Dramatikers lauschen wollen. Die Darstellnngsweise der Meininger selbst möchten vMt der wiener Tbeaterrecensenten zu einer epochemachenden auf. bauschen. Man schreibt sehr viel von der Mäßigung, mit der sich die Solokrüste dem Zusammenspiel einstigen. Damit wäre allerdings eine eindringliche Forderung aller neuern Dramaturgen von Lesfing bis Köberle erfüllt. Aber ich konnte mich von dieser Thatsache trotz des Opernglases, das ich diesmal ausnahmsweise zuhilfe nahm, nicht überzeugen. Man spricht auch hier noch zeitweise zum Publicum, während die Mitverschwornen andächtig den Worten des Redner« lauschten. Und die sogenannten Abgänge — die namentlich in Richard Wagner einen unversöhnlichen Feind gesunden haben — werden so gut wie irgendwo ausgenützt. In den „BolkSscenen" aber, die die Hauptstärke der Meininger bilden, ist das Unterordnen des Solisten nicht willkürlich, sondern er wird von der Maffe förmlich erdrückt. Die Hundert- Lust. und Unlustgefühle des Rechts und Unrechts fich vollkommen ausbilden und schwer reproduciert werden könne. Die Ueberzeugung, daß diese Frage zu bejahen sei, habe ich zunächst aus dem Studium moralischer KrankheitSgeschichten gemeiner Mörder und Verbrecher aus unheilbarem Leichtsinn geschöpft ; ferner au« den Präparaten von Betz auf der Wiener Weltausstellung, welche behoben, daß bei den authropologifchkjN Zwillingsgeschwistern, dem Wahnsinn und dem Verbrechen, abnormale Entwicklung des Gehirns vorlag. Ich entschloß mich umsomehr, den Versuch der Gründung sozusagen einer Verbrecherklinik zu wagen, als an der Spitze unseres Justizwesenö und der Gesetzresorm ein Mann steht, der eine Zierde der Wissenschaft und der Stolz unseres Vaterlandes ist. Ich erhielt zuerst das Gehirn eines mir als intelligent und arbeitsam geschilderten Raubmörders, der in Gesellschaft zwei Frauen erschlagen hatte, um sich Hochzeitskleider zu verschaffen. Das Gehirn leugnete seinen entwickelten MenschevlypuS schon an der Oberfläche. Seine Oberfläche fallt gegen die äußere ungewöhnlich steil ab. Seine ober« äußere Oberfläche zeigte ungewöhnlich ausgebildete Längs» furchen und in der Hiefe Uebergangswindungen, die, statt cm die Oberfläche zu kommen, als plto de passagea untergetaucht bleiben. Besonders auS> fünfzig Statisten fuchteln da mit den Händen herum wie besessen? man wird da viel lebhafter an den Eindruck erinnert, den man von der Galerie des Börsensaales genoß, als an eine Bolksversammlung. Und wird gar einmal die „misera plebs“ zu Beifalls- odek MiSfallensäußernngen hingerissen, da gehen alle Aritte in die Höhr und bewegen sich mit rührender Einmüthigkeit nach vorwärts oder rückwärts, und ein wahrhaft markerschütterndes Geheul brich» los — man mag daS immerhin mit der bekannten Lebhaftigkeit der Italiener motivieren,, ästhetisch maßvoll ist es gewiß nicht, und mich erinnerte es immer lebhafter an die Schilderungen der trieftet Theaterkrawalle, als an jene der Tribusversammlungen de« republikanischen Rom. UebrigenS muß man gestehen, daß — abgesehen von diesen Uebertrei» bungen — die Schulung der Mafien eine sorgfältige ist und sie bei ihren AuSrufen^jedeSmal tiitl rechten Empfin-dungston treffen. Und das iff es eben, was die Meininger bewogen hat, fich in der Welt herum nm Veld sehen zu lassen. UebrigenS scheint man mir selbst in Wien an Boll-endetes nicht gewöhnt zu sein; denn wenn ich meinen Ohren trauÄi darf, so glaube ich, daß man in der „Burg" zuweilen eben so gut Eouliffen reißt, wir irgendwo," sagte ich zu meinem gewesenen linken Nachbar, alS alles vorbei und wir bereits aus dem Hause waren. — „Bermuthlich ist daS alte Gebäude den Riesen zu klein, vielleicht finden sie das rechte Maß, wenn sie fich in dem neuen ordentlich strecken können." — Wir waren an eine Brücke über die Wien gelangt; ich mußte hinüber. „Mit wem hatte ich das Bergnügeu?" Ich nannte Mtirttn Namen. „Und ich bin Sp.," stellte er fich vor. „Doch nicht Sp. von der „Neuen Freien?" „Derselbe," erwiderte M. „Dann bin ich stolz darauf, mich den Abend Hindurch mit Ihnen unterhalten zu haben, und bedauere nur, daß ich die Gelegenheit nicht besser ausgenützt habe," sagte ich, empfahl mich und ging — aber ich glaubte ihm ebensowenig, daß er Sp. sei, wie die Wien für einen stolzen und reinlichen Fluß halte. Zur Tagesgeschichte. IN Oesterreich gibt rS jetzt330 pensionierte Generäle. Darunter befinden fich 39 Feldzcugmeister und Generäle vtr GavaflAie, von denen ntit 3 eine Pension von 4 bis 5006 fl., 6 aber mehr als 5000 fl. beziehen. Pensionierte Feldmarschall-Lieutenante gitt es 129, Generalmajore in Pension 172. Der Vesammtauswand für dir in Pension befindliche Generalität beziffert sich auf 1,314,67/fl. Auch an pensionierten Stabsoffizieren hat Oester*«» keinen Mangel; es zählt deren 1908 mit einem Pensionsersordermsse von 2.220,985 'fl. Die 5110 pensionierten Oberoffiziere (vom HauptManu und Rittmeister bi» zum Lieutenant abwärts) beziehen jährlich 2.618,578 fl DaS Befammlerfordernis für die Versorgung tttvalider und pensionierter Militär« ist für 1876 mit rund 10 Millionen veranschlagt. gebildet ist — als Siffenühnlichkeit — dir tzorizon. täte Hinterhauptsspalte mit drei plis de passages. Btftmbtre verkümmert stellte fich der ganze Hinter. hauptSlapprn dar, der das Gehirn nur knapp bebtckt. Nun brüten alle Thatsachen nur darauf hin, daß der Hinterhauptlappen der Sitz des Gefühles und somit auch der moralischen Empfindung sei und es ist kein Zweifel, baß es sich hier am ein höchst verkümmertes Individuum in naturwissenschaftlichem Sinne handelte. Ich müßte mich fragen: „Ist das ein Abenteuer oder ein typisches Geschehen?" In den nächsten Tagen erhielt ich zwei weitere Gehirne von zwei Bauern, die zusammen für geringen Lohn einen Mord begangen hatten, um die Concubine ihres Seelenhirten von dkm ihr lästigen Gemalt zu befreien. Beide MVrber ftartifcn bnrch seltsame Schicksalsfügung an verschiedenen Krankheiten zur selben Sttitibe. Als ich da« erste Gehirn von seinen Hüllen befreite, Itat mit fdfbrt das Verbrechen mit unverkennbarer anatomischer Klarheit entgegen. - Die Hinterkippen deckten da« Lleingehir« nicht und in dieser Deckung wird ja ein Hauplunterfchied zwischen Menschen und Thieren erkannt. Wieder ist es der Hinterhaupllappen, »er bis auf ein Minimum verkümmert ist. (Schluß folgt.) "'!! My;? Vi 7 , -t; > — Der Umschlag dev Temperatur iß eia so bedeutender, daß man in einigen Bezirken Niederösterreichs fich gezwungen sieht, mit der Weinlese zu beginnen. In manchen Gegenden auf dem linken Donauufer sank da« Quecksilber bis auf — 5" R In den Karpathen, im Riesengebirge wie in den Alpen gab es Schneefälle. Bei Spirowo in Rußland wurde der moskauer Lourierzug durch einen starken Schneefall aufgehalten. — Der Lendengürtel der wahren Braut Lhristi. Dem „Franks. Journal" schreibt man aus Mainz: „Im Hinblick ans die StigmatisierungSversuche an im Beichtstühle verarbeiteten Schwärmerinnen ist es wol an der Zeit, darauf hinzuweifen, daß der „Lendengürtel der wahren Braut Christi" eine viel größere Rolle spielt, als man nach den einzelnen EnthüllungSsällen glauben sollte. Diisrr Gürtel, welcher vor allem das Mädchen, welches ihn trägt, vor den Gefahren der profanen (wenn auch, wie der Fall des Pater Gabriel und andere zeigen, nicht immer-bin auch der geistlichen) Welt bewahren soll, ist ein Borrecht des sogenannten „dritten Ordens", eines Anhängsel« des weiblichen Bettelsordens vom heil. Franziskus (Fran* ziskanerinnen). Dieser hauptsächlich unter dem weiblichen Dienstpersonal und.dem reifem Jungfernstande durch fein mystisches Beiwerk sehr beliebte Orden ist verbreiteter, als im allgemeinen angenommen wird. Seine Unhängerinncn haben gewisse kirchliche Verpflichtungen (dreimaliger Kirchengang im Tages u. s. w) und erhalten dafür Ablässe u. dgl. und wenigstens die Hoffnung auf den Himmel. Gegen diese Bortheile find sie oft Aushorcherinnen der Haushaltungen u. f. w. und meistens mehr eifrige als gewissenhafte Zuträgerinnen ihrer Wahrnehmungen, namentlich wenn sie mit sogenannten „Auch-Katholiken" oder gar „Krtzern" verkehren. Das Symbol dieses geheimen Orden« ist jener auf dem bloßen Körper getragene Lendenstrick, an welchem an dem auf der vordem Körperfeite geknllpten Stücke ein kleines Ende mit einem Kreuz herabhängt. Die Aufnahme in den Orden geschieht durch die Beichtväter, und wenn mehrfach und wiederholt beglaubigte Mittheilungen von Einzekfällen, die dem Referenten namentlich aus Land-orteN von durchaus unbefangenen, gewissenhaften Mnnern gemacht worden find, als richtig angenommen werden, so wird die durch Anknüpfen des Lendenstrickes mit dem Kreuze zu bewirkende symbolische Aufnahme in diesen Orden nicht mehr durch Nonnen, sondern sogar durch jünger« Geistliche, namentlich auf dem Lande, vorgenommen. Jedenfalls find die umfassendsten Werbungen für diesen „dritten Orden" unter dem weiblichen Beichtpublicnm eine Thatsache, und daraus erklärt sich zum Theil die oft eingehende Kenntnis der intimsten Familien Verhältnisse, welche dem Orden zn-gebote steht nnd durch welche fich namentlich der Jesuiten-Orden, dessen Mitglieder mehr nnd systematischer als die der übrigen Orden zur Ohrenbeichte verwendet werden, allszeichnet." Local- und Provinzial-Augelegenheite«. — (Militkr-Beteranenverein.) Ge. faif. Hvh«t der Erzherzog Landwehr-Obercommandant Rainer hat dem unter seinem Protektorate stehenden und (einen Namen führenden Militär-Beteranenvereine in Dowjale zu BereinSzwecken einen Barbetrag von 36 st. gespendet. — (Die Ruhe der Stadt.) Dem unmenschlichen, die Ehre des kraiuischen Volke« vor den durchreisenden und hier weilenden Fremden arg bloßstellenden. Verachtung, ja Heßctzeugender. nächtlichen Gebrüllt unserer, sonderbarerweise selbst der besser angezogenen Rekruten sollte endlich doch einmal ein Ende gemacht werden. Es fällt ein fchechte« Licht auf die Lehrer, auf die Geistlichen, die Erzieher des Volkes, auf die Städter, daß sie sich vor solchen Brutalitäten nicht zu schützen und die Ruhe der Stadt nicht zu erhalten vermögen, auf alle jene, die, von dem Steuergulden erhalten, den Beruf haben, nicht nur daS -Reich zu schützen, io» dem auch diejenigen zur Ordnung zu weifen, welche die Langmuth des friedlichen Bürgers herausfordern und da« durch ein Recht aus eine brsondrre Ehre zu haben vermeinen. ES gereicht auch einem Stande nicht zum Vergnügen, wenn man daran denken muß, daß die schamlosen Spectakulanlen ihm angehören werden. Lehrer und Geistliche sollm durch Vorstellungen wirken; daS Bürgermeisteramt möge durch Plakate in sloveuifcher und deutscher Sprache, die jeder Gastwirth in seinem Lokal« auszuhängen verpflichte« Berte das Schreien und Brüllen verbieten; auch das Singen weil diese Leute keinen Unterschied kennen und anderswo die Rekruten, ohne die Städter zu belästigen, ihrer Mcht nachgehen. Aus die Verletzung des Verbotes werde eine Geldstrafe gesetzt. Wird doch mit Geld derjenige be-straft welcher in der Stadt zu stark mit der Peitsche knallt! «uch' die Bürger können viel zur Abstellung des Lärmes beitragen; sie brauchen sich ihn nur nicht gefallen zu lassen. Wenn jeder im Vorbeigehen ihnen zuruft, sie sollen sich wimen und schweigen, und so bin ich überzeugt, daß die Burschen das Richtige und Schickliche erkennen und sich anständiger benehmer werden. (Seht in Wien ein Bengel an einem Detectiv vorbei, so ruft ihm dieser nichts anderes zu tffl. Unständig!" und verhaftet ihn, wenn nicht unbedingt Folge" geleistet wird. Und bei uns? — (Für die Pfahlbautenaufdeckungen dem laibacher Moor) hat der greise Veteran der Komischen Naturforscher, Herr Ferdinand Schmidt, einen Beitrag von 10 fl. gespendet. _ (DieMehrzahl der slov enischen Freischärler) befindet sich gegenwärtig bei den Aufständischen in Nordbosnien, zu denen sich angeblich auch der halb-verschollene Miroslav Hubmayer über Scbenico und Knin begeben hat. Gegenwärtig hausen dieselben in den Wäldern zwischen Unna und Sanna im nordwestlichen Winkel Bosniens hart an der österreichischen Grenze. Ein Lorrespon-D 3 " stattete jüngst den Ausständischen im Wald-, " 0It Pastjrevo einen nächtlichen Besuch ab. Derselbe tt>»ibt unter ändern: „Eine Hauptpersönlichkeit ist der A-vene M e r l a k. Etwas über Mittelgröße, mit braunem und dunklem Backenbart, in französischer Kleidung, mitarünen Jägerstrümpfen und Lederfchuhen sieht er eher einem steirischen Gutsbesitzer als einem Jnsurgenienches ähnlich C« geht ihm übrigens wie Hubmayr, er kann mit Bosniern sich nicht geläufig unterhalten, weil das Slovenische vom Serbischen beträchtlich verschieden ist. Im Ju Inrarntenlager sprechen aber sehr viele Freiwillige deutsch die Anführer von Nordbosnien auch größtenteils, gnexlat ist ein gedienter österreichischer Militär, lieber die Kriegführung der Insurgenten schreibt derselbe wie „Die ganze Kriegführung ist eine barbarische. Wäh- Noilles) charakterisierte mit prächtigen, nur hie und da vielleicht etwas zu Icharsen Pointen. $>?rr Frederigk und Frl. Nord wußten sich in ihren Nebenrollen augenehm bemerkbar zu machen, hingegen müssen wir Frl. Karliczek, abgesehen von ihrem uneleganten Auftreten und ihrer unangenehm berührenden Sprechweise, jedes bessere und schönere Verständnis ihrer Partien absprechen und es steht kaum zu erwarten, daß dieselbe in Zukunft mehr Eifer und Ernst an den Tag legen werde. — In dec darauf gegebenen einactigen Ofsenbach'ichen Operette „Salon Pitzelberger" machte sich die Regie Director Schwabe's wohlthuend bemerkbar und es war auch die erste Operette, von deren Erfolg man halbwegs befriedigt sein konnte. Nicht nur Frau P a u l m a n n (Ernestine), Herr T h a l e r (Pitzelberger) und Herr Steinberger (Brösel) hielten sich in Spiel und Gesang meisterhaft, ja auch Herr Schimmer (Kanafas) hatte einen günstigen Erfolg zu verzeichnen; keineswegs wollen wir aber damit sagen, daß et imstande (ein werde in größeren Partien zu genügen. — Die gestrige Reprise von Flotows „Martha" hat uns, wenn wir gerecht sein wollen, in der Titelpartie weniger befriedigt als letzthin. Wir können die Direktion nicht begreifen, wie sie uns in Partien wie Martha eine Sängerin vorführen kann, die in gesanglicher Beziehung allem Schönen geradezu Hohn spricht; auch die Heiserkeit mit der sich Frl. Loeber entschuldigen ließ, vermag ihre Unfähigkeit nicht zn bemänteln. Frl. Soeber mag ehemals Stimme gehabt haben, jetzt hat sie keine. Die Routine im Spiele, kann das falsche Anschlägen und die gänzliche Unzulänglichkeit der Stimme namentlich in der Höhenlage nicht verdecken; übrigens vermißten wir auch jede Coloratur und die Triller, die das Frl. produciert, sind nur bedauernswerthe Versuche. Frl. Zinnbergs Martha hat uns neulich, hatte sie auch wenig gutes an sich, in gesanglicher Beziehung mehr befriedigt, als Frl. L ö b e r. — Einen erfreulichen Fortschritt bekundete Frl. A d l o r und wir hoffen, daß dieselbe, wenn sie ihre Unbeholfenheit abgestreift, noch ganz zufriedenstellend wirken werde. Herren N e n d o l d t s, R e i ch m a n n s und T i l l m e tz' Leistungen in Martha sind ehrenvoll bekannt und müssen wir schließlich noch bemerken, daß auch Chor und Orchejier, fehlte es auch nicht an Verstößen, unter Müller« Leitung sich wacker hielten. BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Cucek'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Badovinac'sche Real., Bado-vince, BG. Möttling. — 1. Feilb., Logar'sche Real., Grdb. Semonhos, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Brozie'sche Real., VG. Feistriz. — 1. Feilb., Simoneik'sche Real., Arko, BG. Gurkseid. — 1. Feilb., Mersnik'sche Real., Grdb. Psarrgült Dornegg, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Lelcsnik'sche Real., Wolssbüchel, BG. Littai. irtd früher die Insurgenten gefangene Türken frei laufen tiAm bat dieser Brauch aufgehört, je mehr die Erbitterung Das Haus war gut besucht und spendete Frl. Adlor, Neu-fichfiei erte Jetzt ist es so weit gekommen, daß auf beiten 1 ,mh r«*!!*™ Reifall. mäbrenb ©fiten ^kein Pardon mehr gegeben wird. Wenn eine mit-leidige Kugel dem Leben des Gefangenen nicht ein Ende macht muß der Handschar nachhelfen, d. h. man schneidet einfach die Köpfe ab. Daß Verstümmelungen Vorkommen, Rasen und Ohren bilden Lieblingsobjecte doldt, Reichmann und Tillmetz reichlichen Beifall, während es dem Frl. Loeber seine Misgnnst zu bezeugen, root nicht leicht unterdrücken konnte. ist Thatsache Witterung. Laibach, 2. Oktober. Morgens dichter Nebel, nach 9 Uhr heiter, nachmittags Theater. Heute: Ein höflicher Mann. Lustspiel in 3 Acten v. Feldmann. Hierauf: Garibaldi. Schwank in einem Act von I. Rosen. Morgen: Zur Vorfeier des allh. Namenssestes Sr. M. des Kaisers bcißBeleuchtung des äußern Schauplatzes „Trape-z u n t." Operette von I. Offenbach. Telegramme. Wien, 1. Oktober. In der Finanzausschuß-sitzung der ReichöraihSdelegation erkärte Graf An. drassy bezüglich der Herzegowina, daß zur militari, schen (Arenzbewachung und Wahrung der Neutralität bloS das Nothwendige geschehen ist, die Nachrichten von Jnsurgentenzuzügen auS Serbien und Montenegro seien übertrieben, und es geschah alles, um eine Massentheilnahme der Bevölkerung hintanzuhalten. Schließlich erklärt Graf Andrassy, daß die Gesammr. Monarchie nur Ein gemeinsames Interesse habe: Wahrung des europäischen Friedens, Förderung der Entwicklung im Innern und Kräftigung de« Handels und der Industrie. Paris, 1. Oktober. Der Minifterrath prüfte heute die Frage wegen Publikation der Rede Leon Say'S im AmtSblatte, welche Buffet wegen eines Passus beanständete. Nach gegebenen Aufklärungen wurde der Zwischenfall beigelegt. Sämmtliche Minister bleiben. Ragusa, 1. Oktober. Blutige Kämpfe fanden am 28. September bei Klepavizza, am 29. und 30. bei Prapatnizza statt, 1200 Insurgenten gegen 4000 Türken. Die Insurgenten geben ihren eigenen Verlust auf 56, den der Türken auf 500 Mann an. Die Türken erzwangen durch Uebermacht den Durchzug. London, 1. Oktober. Das Bureau Reuter meldet aus Shanghai unterm 30. September: Der britische Gesandte erklärte der chinesischen Regierung, er würde Peking verlassen, falls die Forderungen Englands nicht heute erfüllt würden. • glücklicherweise sind solche Fälle nicht häufig theilweise bewölkt, schwacher NO. W a r m e: morgens 6 Uhr *nm . - „ ’* fremden Freiwilligen dieser barbari- 4" 2 nachmittags 2 Uhr + 14 0“ C. (1874 -+■ 20-8°; 1873 -r- 19 1° 6.) Barometer im Fallen 73783 Mm. • - — um 3 6« and suchen auch die fremdeu Freiwilligen dieser ^ „ teen Sitte Einhalt zu thuii. In der Herzegowina und m Das gestrige TageSmittel Der Wärme + 9 9 m„,.«»nro aeliiigt es den Türken me, einen bewaffneten | unter dem Normale ^ genen zu bekommen. Dort herrscht allgemein der alte1 Verstorbene. girniid) Reh so lange zu wehren, als Aussicht. ^ ^, mtagorzrsche Braua), l w ^ . Den 1. Oktober. Anton Kattn, Handlungsbnch- »rfolg oder Patronen vorhanden find. Der letzte schuß 6a(ter 25 I., «apnzinervorstadt Nr. 2, Typhus. - Äloisia “l S . r._ Sflpnnlm-r. und thor firfc kl.’_____ ono Il'u*.. Q_____' u -f., im Gewehr oder Revolver, und eher tödtet sich ^ ^«eaowiuaer und Montenegriner selbst, bevor er in 15& Gefangenschaft füllt Solche Fälle sind mehrere Sr^rWeThat. In Bosnien «ft die Selbstaufopferung wTLTtiie Bewohner sind nicht so kriegerischer Natur, * iruttq der Waffen ungeübter." «och in FeoUt-«epert0tr für die nächste ~ *,x ©onntog, 3. Oktober: ..Prinzessin von Trap-zunt 4 d.: „Im Schlase," „Mord in Kehlmesser „Zaubergeig-"; ' «/ neu • Mittwoch wurm/ ntu’ 7. b.: D°l°re«. »erolsteio Obermann, 25 Jahre, Stadt Nr. 308, chronische Lungen-tnberculose. K. k. Ga r n iso ns s p i ta l vom 11. bis 18. September 1875. Joses Cfany, Infanterist des 46. Inf. - Regiments, 9. Compagnie, Lungentuberculose. — Ignaz Grabner, Lorporal des 5. Dragoner- Regiments, Typhus. Din8;«fl 5. d.: „Der Gewissens-, 6. d.: „Die Jüdin"; Donnerstag, neu; Freitag, 8. d.: „Großherzogin von Samstag. 10. ..RegimentStochter"; Saun- in „ . Mein Leopold". to9' n IZfieater.) Vorgestern ging Jahns „Richelieu's «rLfsengang" in Scene. Frl. vsirsky gab in Spiel erster ben jugendlichen Herzog Richelieu mit gesun- vnd Bortrag dem Humor und mit jenem Feingefühle für künstlerisches be« H"" , hervorragend auszeichnet und das wir bereits Nußdors, «iö. Adelsberg. — 1- Feilb., «rajner'sche Maß, daß 1 erstemal an ihr hervorgehoben. Frl. Bsirsky Adelsberg. BD. Adelsberg. - 1- Feilb., Podboj'sche °°«renn^^^e die Sympathien Aller erobert, nnr würden I BelSko, BG, Adelsberg. - L Feilb., Lehooii.'sche fc»t fl* in* fehlen, sich 4« bemühen, etwas « vir ihr an fl nur würden I weniger hastig bä dieser Fehler ihren Bortrag mitunter nicht I [ine, BG. Adelsberg. — 1. zn fpre**"' flM*»ächt. Frl. Lhorbach (Herzogin von > BG. Adelsberg. — 1. Feilb.. «abeve»tenv Gedenktafel über die am 5. Oktober 1875 stattfindenden Lici< tationen. 3. Feilb,,.perc. Rente. öst-Pap.^ 69 80 bto. bto. oft. in Gtlb.i 73 60 i!osc von 1854 . . . .105’— Lose von 1860, gameilll-60 Lose von 1860, Fünft. 117-Prämiensll,. ». 1864 . 133.25 Qpundent.-Obl. Siebenbürg. Ungarn ▲ctien. Snglo-Bank .... 6i«bitanftalt .... Dttofiicnbant . . . Escomvie-Anstalt . ittanco«Sani . . . Handelsbank.... Rationolbant . . . Oest. Banlgesells. . Union. Bank . . . . verein-bank .... verkehrSbanl. . . . vlsöw'Lahn . . , Bart Lirbwigbahn . »ais. 6ti(..»abn . »ais. Oft, Soses,b . EtaatSbahu . . . . kübbahn............ 108-25 108-50 iOS 50 203-70 7880 81-25 Ware 69-90 73-60 1(5-15 111-76 117-50 133-50 79-26 81-50 Pfandbriefe. Allg. oft. Bod.-Eredit. bto. in 33 3....... Nation, ö. W........ Ung. Bob.-Lreditanft. Prioritäts-Obi, ranz Ioses«»Bahn , est. 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Druck 3on I». l. Kli-.inmavr * Seh. Bamterq. »rrlcflpr Dtf«*rat Pav berg. $tlli b!r «rbactinn verantwortlich: psranz Spitaler.