^ IR» Sonntag den 19. Septemöcr 1880. XII. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg ganzjährig L fl., halbjährig L fl., vierteljährig l fl. 5V k?.; siir Zustellung in» HauS monatlich 10 kr. — mit Postverseudung: gauzjährig 3 fl.. halbjährig 4 st., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr 3 kr. per Zeile. Sadova im Frirdtn. Marburg, 18. September. Am 7. dieses Monate«, bei dem Manöver zu Sadova in Galizien, starben am Hihschlage süns Soldaten, sechahundertzweiundsechzig wurden marode, also unsähig zu weiterer Leistung und vierunddreißig Pferde fielen. Von Morgens zwei Uhr bis vier Uhr Nachmittag hatte bei Bielen der Marsch gedauert, ohne Rast, ohne Nahrung, bei ungewöhnlichem Sonnenbrand. Die Gesundheitspflege lieb Manches zu wlln-schen übrig. Beim Schuhwerk erneuerte sich die alte Klage. Abgekocht wurde noch um zehn Uhr Nachts, wohl auch gegen Mitternacht. Lebensmittel waren vorschriftswidrig geliefert und die Mehrzahl der Marketender soll gar Alles eher verdient haben, als ihren Namen. Unsere Heeresverwaltung, so weit sie am 7. September betheiligt ist, hat an diesem Tage ihr Sadova im Frieden gesunden. Welche Verluste an lebendem „Material", wo nicht nur Schonung geboten, sondern auch möglich ist! Die Maffenlibung im Frieden bezweckt ja. zu lehren, wie der Krieger kämpft — nicht aber wie er füllt. Und wenn die Verpflegung im Frieden, an lange vorausbestimmtem Tage, im eigenen Lande so wenig ihrer Aufgabe entspricht, wie kann das Heer im Kriege versorgt werden und in Feindesland? Zwölf Jahre der Neugestaltung unseres Heerwesens mit all' seinen Anforderungen an den Staat, an das Volk, an den einzelnen Wehrmann haben uns doch wohl das Recht erworben, die Fehler vom 7. September zu rügen — das Recht erworben, die verantwortlichen Kreise an ihre Pflicht »u erinnern, die wir nicht minder ernst nehmen, als die Pflicht der Staatsbürger, sich in Waffen zu üben. Der Wehrmann foll einem großen Manöver ohne peinliche Besorgniß entgegensehen. Die Angehörigen und das ganze Volk haben das gleiche Interesse und fordern wir debhalb mit Ent-schiedenheit die Wal)rung desselben. Das Sadova im Kriege hat eine gründliche Aenderung der Heeresordnung herbeigeführt das Sadova im Frieden mub zur Folge haben, daß der 7. September 1330 sich nicht mehr wiederholt. Franz Wiesthaler. Zur kies Tage»;. In Budapest hat sich das Erwartete begeben. Die Unterdrückung des Deutschen Theaters aus nationalen Gründen wird beschlossen unter Demüthigungen und Beschimpfungen, welche auch dem bleichsten Deutfchen die Nöthe der Scham und des Zornes in das Antlitz treiben müssen. Bei diefem Veitstänze der Magyaren können auch die Tschechen auf ein freundliches Entgegenkommen hoffen. Oesterreich-Ungarn und Deutschland sollen die Erhebung Rumäniens zu einem neutralen Königreich unter ihrer ge« meinschaftlichen Garantie in hohem Grade begünstigen. Diese Erhebung wär eine glückliche Karte, gegen Nubland ausgespielt. In Ptters-bürg weiß man es und trotzdem wird man dort gute Miene zu diesem Spiele machen. Bevölterungszalil, GebietSumfang und die Ret» tung des russischen Heeres bei Plrvna berechtigen Rumänien — namentlich Rußland gegen-über — zu dem fraglichen Anspruch. Die Pforte soll den Beschluß gefaßt haben, gegen das Erscheinen der europäischen Flolte vor Duleigno bei den Mächten zu pro-testiren. Diese ^Komödie der Irrungen" zu Konstantinopel ist begreiflich, dürfte das euro-päische Konzert aber doch noch dahin bringen, seinen Beginn durch einen Kanonenschuß anzeigen zu müffen. Bei der Enthüllung jenes Denkmals, welches in Lyon den gefallenen Kriegern der Stadt gesetzt worden, hat der Platzkommandant General Breart unter Anderem betont, daf^ die „französischen Soldaten Elsaß und Lothringen noch nicht auf ewig Lebewohl gesagt." Dem Befehl des friedliebenden Präsidenten gemäß wird dieser Theil der Ansprache nun in Abrede gestellt und beruht die übrigens wahrheitsgetreue Mittheilung des Lyoner Blattes auf einem „Mißverständnisse.^ Für Diplomaten genügt diese Nichtigstellung — das deutsche Volk weiß aber noch bestimmter als früher, daß und wie Volk und Heer in Frankreich der „verlornen Provinzen" noch laut gedenken. Vermischte Nachrichten. (Post-Sparkassen in Frankreich.) Das französische Abgeordnetenhaus hat bekanntlich die Regiernngsvorlage bezüglich der Ein-führung der Post-Sparkassen angenommen. Die Hauptbestimmungen des Gesetzes find folgende: Die französischen Post-Spartafsen unterstehen dem Ministerium für Post- und Telegraphenwesen. Die Einlagegelder werden vom Staate mit 3^4 Perzent verzinst, hievon entfallen 3 Perzenl für den Einleger und V« Perzent dient zur Bestreitung der Verwaltungskosten. Die Minimal-Einlage beträgt 1 Franken, das Ma-ximal-Guthaben per Einlagebuch 3000 Fr. Jeder Einleger ist berechtigt, wenn sein Guthaben zur Anschaffung von mindestens 10 Fr. Rente genügt, sich durch die Post-Tparkaffe diesen, oder nach Maßgabe seiner Einlage auch höhere Beträge Rente kaufen zu laffen, was ohne Anrechnung irgend welcher Spefen zu geschehen hat. Rückzahlungen bis zu 20 Fr. finden längstens sünf Tage, über S0 Fr. längstens acht Tage nach geschehener Kündigung statt. Bei den Einlags-Konti von WohlthätigkeitS'Anstalten, Hilfsvereinen u. s. w. wird das Maximal-Gut-haben auf 8000 Fr. festgesetzt. Der Minister für Post- und Telegraphenwesen wird jede« Jahr einen Bericht über die Lage und das Gebühren der Post-Sparkassen erstatten, der im „Journal Osfiiciel" zur Veröffentlichung gelangt. Ii e u i l l e t o n. Ein Ntvollltionär. Von Julius Grosse. tKortsehung.) „Hintertreiben? — Unmöglich — nachdem alle Vorbereitungen getroffen, nachdem Napoleon selbst die Urtheile unterzeichnet hat —" ..Unmöglich ist nichts in der WUt", entgegnete Fouche", t»as iii ja sein eigener Wahlspruch. So gut wir Moreau gerettet haben, sind auch die Anderen noch zu retten. Eine Eiche sällt nicht auf einen Schlag. Suchen Sie nach einem Einfall, nach einer Möglichkeit, vielleicht erwert)en Sie sich eines Tages deßhalb die Danlbarkeit des Konsuls. Bei solchen Unter« nehmungen muß man eigenmächtig handeln. Also überlegen Sie, noch haben Sie acht bis neun Stunden Zeit. Erst um elf Uhr soll die Aktion stattfinden." „Sie haben recht, ich werde es überlegen", erwiderte Regnier mit kaltem Tone, die Verbeugung des nächtlichen Gasies kaum erwidernd, der ihn jetzt verließ. Vereitelung der Exekution — offener Un« gehorsam gegen den Konsul —- das also war der Rath de» schlauen Fouche, o, es war un- zweifelhaft, er wollte ihn zu irgend einem groben Vergehen gegen die Subordination verleiten — weßhalb? Vielleicht um selbst wieder in die Gunst des Konsuls sich einzudrängen, um im Trüben zu fischen, mit einem Wort, um ihn zu stürzen? Worin lag denn die ungeheure Gefahr, vor der ihn Fouche warnte? Cadoudal würde eine Rede zu dem Volke halten — allerdings, das war bedenklich, und alle Schreckbilder, die ihm Fouche soeben aufgerollt hatte, stiegen mit neuer Gewalt vor Regnier auf. desien Stimmung sich in der höchsten Exaltation befand. Allervings, diese Gefahr war unberechenbar, und feine Verantwortung dafür konnte bei dem geringsten Anlaß dem Konsul, der Negierung — ihm selbst das Leben koslen. Diese Gefahr mußte um jeden Preis umgangen werden. Ein Aufschub der Hinrichtung? — keine Möglichkeit, denn nachher kehrte dieselbe Gefahr wieder, nur in verstärktem Grade. Eine geheime Hinrichtung Eadoudal's? — Dagegen sträubte sich Negniers NechlSgefühl, man würde ihn verflucht haben in Paris, wie die Mörder des Herzogs von Enghien. Eins Verhinderung, Cadouval's Rede zu vernehmen? — Welche gab es? — Das Wirbeln der Trommeln konnte man doch nicht auf die ganze Strecke des Weges ausdehnen, ohne sich lächerlich zu machen, und dann war Alles verloren. Wie aber, wenn man die Exekution befchleunigte, anstatt verzögerte? Regnier erhob sich und seine Brust ath-mete leichter; das Mittel war gesutlden. Aus elf Uhr war die Aktion festgesetzt, gegen zehn Uhr würden sich die Pariser — die Massen der Vorstädter in Bewegung setzen, um sich auf den Straßen und Plätzen zu sammeln — wie aber, wenn man die Exekution bereits um neun Uhr vollzog, wenn man den beabsichtigten Demon» strationen zuvorkam, ehe sich die Massen ge-samlnelt halten . . . Dieser Gedanke ergriff den gequälten Justizminister init unwiderstehlicher Gewalt, darin allein lag die Lösung, sich selbst, die Regierung und den Konsul zu retten. Die Verantwortung für diesen Schritt konttte er um so leichter tragen, als er selbst die Stunde der Exekution angesetzt hatte, sie also auch abändern konnte. Sosort ließ er seinen Sekretär rusen und gab die nöthigcn Befehle. Es war jetzt vier Uhr Morgens — in fünf Stunden konnte Alles vorüber sein nnd die anziehenden Mafien der Vorstädter hatten dann das Nachsehen. An Viktor Deville dachte er nicht; er hatte damals verweigert, ein Gnadengesuch zu stellen und war in regelmäßigem Prozeß verurtheilt worden. Von seinem Briese an den Konsul wußte e; (Ein christlicher König im äquatorialen Afrika.) Mtesa — so ist der Name jenes gewalligen Herricher« von Uganda, der in Folge der glllcklichen Bezwingung der de-ncichbarlen Könige den Titel Kabaka (Sultan oder Kaiser) annahm — besitzt ala Naturmensch grobe Eigenschasten: er fröhnt schon lange nicht mehr dem Hauptlaster seiner Vorgänger, dem Trünke, zollt mitten unter dem buntgemischten Harem setner Mutter große Ehre, ehrt da« Andenken seine« Vaters durch den Schwur: ^Pei dem Grabe meines Vaters". Wie der Despotismus der Inkaherrscher, so hat aber auch der de« Königs von Uganda etwa« Lächerliche« im Oesolge; dort mubte eine Hosdame mit der flachen Hand dem „Sohn der Sonne" den Spucknaps ersetzen; wenn dieser durch Räuspern seine Absicht kund gibt, so stürzt die ganze Höflingaschaar vor seinem Throne nieder und ein Jeder bittet, seinem Kopstuch die große Ehre zu erweisen. Ein echter Haudegen, hat Mtesa sein Gebiet über die Nord« und Norv-west-Gestade des von dem Engländer Specke 1658 entdeckten groben Nyanza ausgebreitet. Seine Haupt- und Nesidenzsiadt ist ein grob« arlige« Dorf von kugettgen Grashütten auf der Höhe eine« niedrigen, glatt abgerundeten Berge«. Die Größe de« Reiche« beträgt ungefähr ein Drittel des deutschen, seine Bewohnerzahl drei Millionen; lüv.000 tapfere, wohlbewehrte Streiter schützen das Gebiet. Es ist ein „Land der Butter und des Weine« und de« Ueberslusse«"; die Paradiesfeige oder Bananenstaude gibt das tägliche Brot, gegohrener Bananensaft einen labenden Wein, die Rinde eines Feigenbaume« Stoff zur Kleidung. So leben diese Tropenkinder gemächlich von der Freigebigkeit der Natur. Mit diesem Elvorado kontrastiren aber sehr die zu Mord- und Gewaltthaten aller Art neigenden Bewohner; die Furcht vor dem König hält sie aber auf Geheiß auch hievon ab, so daß der Fremde al« Gast de« Herrscher« in vollkommener Sicherheit durch ganz Uganda wandern kann und gastfrei überall bewirthet wird. Kurz vor Stanley'« Ankunft war der König der Könige zum Islam übergetreten. Der Anglo'Amerikaner machte ihn sich bei seiner Durchreise zum Freunde und zum Verehrer europäischer Kultur und der Lehre Christi, ja er gewann ihn für da« Ehriftenthum (Protestanti«mus). Mtesa versprach zugleich, christliche Missionäre mit Freuden aufnehmen zu wollen. Kürzlich hatte er feme Religion wiederum gewechselt; katholischen Missionären ist e« gelungen, ihn zum Katholizismus zu bekehren. Dieser Wankelmuth läßt sreillch defürchten, daß er einst in den Glauben seiner Väter zurückfällt und die Hoffnung Slanley's zu Schanden macht, er werde eine starke Säule de« Ehristenthums im äquatorialen Ost-Afrika werden. nicht«, und hätte er von diefem Schritte auch Kenntniß gehabt, wa« konnte ihm das Schicksal eine« Einzelnen gegen die Gefahr der Regierung und de« Konsuls selbst gelten, den er um jeden Preis retten wollte. Hatte Regnier einmal einen Entschluß ge^ faßt, so war er auch der Mann dazu, ihn rasch und ohne weiteres Bedenken auszuführen. So war k« — nachdem alle seine Anordnungen ausgeführt worden waren — bereits halb neun Uhr geworden, al« er, in seine Amtsuniform gekleidet, im Begriffe war, seine Wohnung zu Verlasien und sich zur Polizeiprä-fektur, von dort aber auf das Hotel de Ville zu begeben, um der Exekution zur bestimmten Stunde beizuwohnen. In diefem Augenblick trat ihm Leonie entgegen mit verstörten Mienen, und auch in ihrem Anzug alle Spuren der Eile und Verwirrung verralhend. „Excellenz sehen mich noch einmal; iil höchster Unruhe und Rathlosigkeit flüchte ich zu Ihnen." ^Madame, was steht zu Diensten?" «Ist Herr von Deville bereits sreigelasien?^ „Durch meine Verfügung nicht, Madame; e« ist mir auch kein Auftrag zugekommen — auch wüßte ich keine Ursache dazu —" »O mein Gott, Excellenz, fo hören Sie (Gesehlichkeit in Rußland.) Der „Augsburger Allgemeinen" wird aus Livland geschrieben: „In einem der Stcidt Riga benachbarten, durch Wilddiebereien vielfach geschädigten Gute begegnete der Besitzer desselben, Herr v. Rautenfeld, vor einigen Tagen zwei mit Jagdgewehren und Jagdtaschen ausgerüsteten Offizieren des 116. Infanterie-Regiments, die in Begleitung ihrer Damen dem Waidwerk obzuliegen schienen. Herr v. Rautenfeld forderte die beiden Freischtitzen auf, ihm in Gemäßheit von Artikel 10e2 und 3391 de« baltischen Provinzial-Gesetzbuche« ihre geladenen Gewehre abzuliefern und ihre Namen zu nennen. Beides wurde in verletzender Weise verweigert und dem auf feinem Rechte bestehenden Gutsbesitzer nichts übrig gelassen, als den renitenten Offizieren durch seine Arbeiter die Gewehre abnehmen zu lassen, wie solche« durch die angezogenen Gesetzesparagraphen au«drücklich für zulässig erklärt wird. Die Offiziere suchten sich des Wagens Herrn v. Rautenfelda zu bemächtigen, riefen bewaffnete Soldaten herbei und und ließen andern Tags di« Gut Lindenruhe durch zwanzig ihrer Kameraden und 32 be-«affnete Soldaten umzingeln und belagern; nur wegen de« zufälligen Umstände«, daß Herr v. Rautenfeld nicht zu Hause war, wurden Vergewaltigungen vermieden und die Civilbe-hördttl in den Stand gesetzt, die Untersuchung der Sache in die Hand zu nehmen. Dabei aber ist e« nicht geblieben. Die Rigaer Militärbehörden haben sich der Sache bemächtigt und dieselbe zum Gegenstand einer politischen De-nuncation gemacht, die Herrn v. Rautenfeld mit einer Kriminol-Unterfuchung bedroht. Gleichzeitig ist die rusiische Presse zu erbitterten Angriffen gegen da« Land angestiftet worden, in welchem „rusiifche Offiziere ihre« Lebens nicht mehr sicher seien" und in welchem der „deutsche Uebermuth in seinem Betrauen auf Herrn v. Bismarck so weit gehe, die rusiische Nationalität und deren Vertreter systematisch zu beschimpfen und herabzuwürdigen." Höchst bezeichnend für die Allgewalt de« rusilschen National-Terrorismus ist e«. daß der hier anwesende Graf Totleben, dem Herr v. Rautenfeld von der Sache Anzeige machte, nicht nur nicht den Muth hatte, sich feiner Land«leute anzunehmen, fsndern bei einer perfönlichen Begegnung mit Herrn v. Rautenfeld in verletzendster Weise ihm alles Gehör verweigert und zur hohen Befriedigung der anwefenden Offiziere Beleidigungen entgegengeschleudert hat, wie sie anderswo unerhört wären. Die ganze Angelegenheit beweist auf's neue, daß die Redensarten von der rusiifchen „bürgerlichen und gesetzlichen Freiheit" bloße Redensarten sind, und daß der unmächtige Haß, den unsere Nationalen gegen Deutschland hegen, sich ungestraft gegen die deutschen Provinzen mich doch — ich glaubte seine Mutter bereit« bei Ihnen — ich suche sie seit drei Stunden, ihr Bett ist unberührt, sie muß die Wohnung schon bei Nacht verlassen haben, zu welchem Zwecke begreife ich nicht, denn sie wußte es ja, daß ich um sechs Uhr mit ihr nach Mal-maison fahren wollte, wohin sie der Konsul bestellt hat, um it»r Herrn Deville« Begnadigung mitzutherlen. O, daran ist gar kein Zweifel, und nun läßt sie mich allein — ich bin in Verzweiflung." Regnier konnte in den verwirrten Reden der jungen Witwe keinen Zufammenhang finden. Außerdem drängte ihn dle Zeit. „Madame, ich verstehe nicht, was Sie von mir wollen zu dieser Stunde. Sie entschuldigen mich, Madame, de« Konsul« und de« Staates Heil steht auf dem Spiele." Damit wollte er da« Zimmer verlasien, aber Leonie vertrat ihm den Weg. „Ich losie Sie nicht fort, Exczellenz, ich muß Aufklärung haben. Ich beschwöre Sie, Befehl zu geben, Herrn von Deville bis aus Weiteres zurückzuhalten." „Das steht nicht in meiner Macht, Madame." „Ich wiederhole Ihnen, Excellenz, daß er sich direkt an den ersten Konsul gewendet hat — die einzigen immerdar loyal gebliebenen Theile des Reiches - Luft machen darf. Von einer '^lejtrafnng der beiden Offiziere ist nicht die Rede; Herr v. Rautenfeld aber hat (wie Graf Totleben ihm ausdrücklich fagte) „strengste Beahndung" zu gewärtigen — weil er von einem ihm gesetzlich zustehenden Rechte Gebrauch gemacht hat." (Steuerpflichtigkeit und Quartiergelder.) Die Finanzbehörde hatte einen Theil der den Beamten der Elisabeth-Westbahn gewährten Quartiergelder nach einem bestimmten Schema in die Bemessung der Einkommensteuer einbezogen, so z. B. dem General-Direktor der Westbahn, Alois Ritter v. Czedik, der einen Gehalt von 15.000 fl. und ein Quartiergeld von 3000 fl. bezieht, slir da« Jahr 1876 die Einkommensteuer von dem Betrage von 15,300 Gulden vorgeschrieben wurde. Die Finanzbehörde ging hiebei von der Bestimmung de« Z 4 de« Einkommensteuer^Patente« au«: Die mit Rücksicht auf besondere Ortsverhältnisse oder die Erfordernisse der amtlichen Stellung gewährten besonderen Genüsse, als: die Benützung einer Amtswohnung, Quartiergelder, Funklionszu-lagen u. dal. sind unter der Einkommensteuer nicht begriffen, indem sie au« derselben ihr Recht ableitete, zu prüfen, ob die gewährten Quartiergelder auch den befonderen Ort«ver-Hältnissen oder den Erfordernissen der amtlichen Stellung angemessen seien. Nur insoweit, al« die« der Fall sei, könne die Steuersreiheit der Quartiergelder platzgreifen. Der Generaldirektor und eine Anzahl anderer Beamten der West-bahn brachten gegen diesen Vorgang der Finanzbehörde, beziehungsweise gegen den betreffenden Erlaß der niederösterreichischen Finanz-Landes-Direklion durch ihren Vertreter Dr. Prix die Beschwerde beim Verwattungs-Gerichts-Hofe ein, welche der Finanzbehörde da« Recht absprach, die unter dem Titel Quartiergeld den Beamten gegebenen Beträge einer besonderen Prüfung zu unterziehen und für die unbedingte Steuerfreiheit de« Qnartiergelde« eintrat. Die Befchwerde wurde jedoch nach der heute durchgeführten Verhandlung als unbegründet zurückgewiesen. (Untersuchungshaft in Ungarn.) Der ungarische Ober-Staat«anwalt hat an sämmtliche Staatsanwattschaften de« Landea folgenden Erlaß gerichtet: „Sa ist eine That-sache, daß in den Gefängnissen viele Individuen stch in Untersuchungshaft befinden und daß diese Haft oft monatelang dauert, selbst wenn e« sich um geringsügige Angelegenheiten handelt. E« ist daher die Ausgabe der Staatsanwälte, diesem Uedelstande abzuhelfen. Sie mögen nie ohne ernsten Grund die Untersuchungshaft beantragen, in dieser Beziehung sei sür sie 8 45 der provisorischen Instruktion maßgebend; ferner und zwar fo, daß feine Freilassung unzweifelhaft erfolgen muß." „Warum beunruhigen Sie sich dann, Madame? Wenn der erste Konsul einen Gnadenakt Üben wollte, den ich jetzt übrigens nicht mehr begreise, so wird er feine Anordnungen bei Zeiten getroffen haben. Die Sache geht mich nichts mehr an." „Bitte, dann lassen Sie mich zur Concier-gerie dringen, dort allein kann ich Sicherheit erlangen." Das wird nicht angehen, Madame; übrigens können Sie von hier aus den Zug durch-passiren sehen. Er muß in einer Viertelstunde kommen." „Herr von Regnier/ das ist unmöglich! So viel ich weiß, sollte das Schreckliche erst um elf Uhr geschehen." „Bitte, fragen Sie mich jetzt nichts mehr weiter, Madame. Meine Frau wird für Sie Sorge tragen. Warum war Herr von Deville zu stolz, um die Gnade des Konsuls anzuflehen. Was nichl durch meine Hände gegangen ist, kann mich nicht verpflichten." Regnier ging. Es war nicht Hartherzigkeit oder Mangel an Artigkeit gegen eine schöne Dame, um plötzlich so rücksichtslos gegen dieselbe Witwe zu erscheinen, die er früher so schonend und so liebenswürdig protegirt hatte, mögetl sie die rasche Abwicklung der Angelegen^ heile» urgiren. Die Untersuchungshast wird in der Regel aus zwei Griinden angeordnet: wenn nämlich zu liesorgen steht, erstens, daß der Beschuldigte die Flucht ergreisen dürfte, zweitens, daß ohne Nntersuchungshast das Resultat der Untersuchung gesährdet werden könnte. Im ersteren Falle solgt aber daraus, dak der Beschuldigte vielleicht arm ist, noch keineswegs die Berechtigung der Annahme, daß er fliehen dürfte. Beim zweiten Falle, der den meisten Anlaß zu den Beschwerden gibt, darf nie die Bequemlich^ keit des Untersuchungsrichters oder Staatsanwalts maßgebend sein. Die Staatsanwälte haben sich hinfort in jedem einzelnen Falle zu rechtfertigen, wenn die Untersuchungshaft eines Individuums länger als drei Monate dauert; sie sollen überhaupt nichts zulasien, was mit dem Geiste des neuen Strafgesetzes im Widerspruche llllnde." (Ungarisch - Französische Versi--cherungs-Attien-Gesellschaft. I^'raueo livllgroigo.) Im August l. I. wurden bei der Lebensversicherungs-Abtheilung der Hvn- KrmZs 297 Anträge auf 721.900 fl. Versiche-ruttgs-Kapital eingereicht und 250 Polizzen über 615.800 fl. Kapital ausgefertigt. Seit Beginn der Operation in der Lebensbranche d. i. seit I. Februar l. I. wurden 2147 Anträge mit 5,308.200 Verstcherungs ^apital eingereicht und 1814 Polizzen über 4,477.400 fl. ausgefertigt. (Mariazeller Magentropfen.) Aus Grund eine» Gutachtens des k. t. Landessani-tätsrathes hat die k. k. mähr. Statthalterei mit dem Erlasse vom 2. September l. I. Z. 16534, dem Apotheker Karl Brady in Kremsier die Bewilligung zur Erzeugung und zum Vertriebe der Mariazeller Magentropfen ertheilt. ZNarburger Berichte. (Ein Verschollener.) Da» Bezirks-geeicht Marburg r. D. U. hat Herrn Karl Tibo für todt erklärt. Karl Tißo, der jüngste von drei Brüdern, ging (sechzehn Jahre alt) 1846 als Schneider in die Fremve. 1846 wurde er in Ungarn genöthigt, als Honved zu dienen und flüchtete nach der Niederwerfung de» Auf-stände» in die Türkei. Die letzte Spur des Verschollenen findet sich in Salonichi. Dorthin wurden ihm 1352 durch Vermittlung des Spe-dltionshause» Ragg in Marburg neunzig Dukaten gesandt und zwar an die Firma Wessely uud Kompagnie. Diese Firma bestätigte den Empsang und liegt die fragliche Urkunde vor. Die Bestätigung von der Hand des Herrn Tlßo fehlt jedoch und muß dteser zu jener Zeit Salonichi bereits verlassen haben. Nun wird zur Verlheilung des Erbes geschritten, welches ans 13.800 fl. in Baarem sich beläuft. (Weinbau-Schule.) Die hiesige Wein- Aber er hatte wenig Glück mit jener Prötektion gehabt. Jene erste Szene, als er vergeblich versucht hatte, von der schönen Frau etwas Näheres Uber die Verschwörung zu erfahren, ließ ihn vor dem Konsul fast in lächerlichem Lichte erscheinen. Jener zweite Versuch, mit ihrer Hilfe den Stolz und Trotz Devtlle's zu beugen, war ebenfalls verunglückt, so daß er mit gutem Rechte gegen die schöne, junge Frau verstimmt war, die ihm eigenmächtig in den Weg trat, ohne ihm etwas zu nützen, und ohne seine Anstrengungen mit irgend einem Erfolge zu lohnen. Mochte nun das lAeschick seinen Gang gehen, er Halle sie längst aus dem Buche seiner Gunst gestrichen. Leonie blieb in unbeschreiblicher Aufregung in dem Z.mmer zurlick. Anfänglich wollte sie Negnier nachstürzen, aber der Schrecken hatte sie dergestalt gelähmt, daß sie sich kraftlos sühlte und mit Zittern auf den nächsten Fauteuil sank. Es war ihr, als wenn ein ungeheueres Verbrechen verübt werden sollte, das sie kommen sah und doch nicht verhindern konnte. Vielleicht war Frau von Deville bereits in Malmaifon, vielleicht war die Begnadigung schon unterwegs oder bereits in der Conciergerie — und sie hatte nichts dasür gethan — nichts. (Schluh folgt.) bau-Zchule verösfentlicht anläßlich der Vrazer Landesausstellung einen Bericht über die ersten acht Schuljahre (vom 1. März 1872 lns i. März 1880), welcher zllgleich als Jahresbericht für das letzte Schuljahr erscheint. Dieser Bericht ist eine sehr gründliche Arbeit und verdient die eingehendste Würdigung Aller, die sich für Weinbau uud Obstbau im Allgemeinen und für diese Lehranstalt ganz besonders interessiren. Bisher wurde die Weinbau-Schule von 350 P'?rsonen besucht und befanden sich darunter 199 Schüler (157 Steirer), 89 Hospitanten, 40 Winzer, 22 Lehrer. Der Direktor Herr Hermann Göthe ist zugleich Haupt-Fachlehrer, außerdem zählt die Anstalt 4 Lehrer, 4 Demon-stratoren und Auffeher; der Adjunkt Herr Jul. Hanfel ist zugleich erster Lehrer. Dem Berichte sind sechs Pläne beigegeben. (Aus dem Gerichtssaale. Geistlicher Redakteur gegen Hofkaplan.) Herr Dr. Leopold Gregoretz, Pcl>fessor der Theologie, Redakteur des „Slovenski Gospodar" und Herr Johann Schuscha, fürstbischöflicher Hoskaplan sind lange Zeit schon grimme Feinde. Letzterer wnrde gestern vor dem hiesigen Strafgerichte von feinem Gegner wegen Ehrenbeleidigung angeklagt. Die Verhandlung über den ersten Theil wurde vertagt, weil auf Begehren des Anklägers die Beweismittel durch neue Zeugen ergänzt werden müssen. Der zweite Theil stützte sich auf eine offene Korrespondenzkarte ohne Namensunterschrist vom 16. Juti l. I. Der Korrespondent warf Herrn Dr. Gcegoretz vor, „er sei ein Messemurmler, ein Prediger mit Hahnengeschrei. Nach dem bekannten Vorleben desselben sei das Wort Gottes im Muude desselben wie Brod in einem Schweinsrüssel. Dr. Gregoretz müsse früher deutsch lernen, ehe er deutsch predige. Er möge trachten, von Marburg fortzukomlnmen, ehe er gegangen werde, denn kein ehrlicher Mensch könne ihn mehr leiden." Herr Schuscha stellte ganz entschieden in Abrede, diese geschrieben oder das Schreiben veranlaßt zu haben und mußte der Ankläger den Beweis durch Schriften-vergleichung leisten. Herr Professor Jonasch von der hiesigen Ober^Realschule erklärte als Sachverständiger nach einem aussührlichen Gutachten: die Handschrist auf der Korrespondenzkarte sei die verstellte Handschrift des Angeklagten und wurde dieser vom Richter Herrn Gerichtsadjunkten Nemanitsch wegen Ehrenbeleidigung zu einer Geldbuße von dreißig Gulden, und im Falle des Unvermögens zu sechstägigem Arreste, sowie zur Tragung der Kosten verurtheilt. Der Vertheidiger Herr Dr. Ferdinand Duchatsch meldete sofort die Nichtigkeitsbeschwerde an. Der Ankläger wurde durch Herrn Dr. Franz Radej vertreten. (Sannregulirung.) Da» Ministerium des Innern hat den Plan der steiermärkischen Statthalterei zur Regulirung des Sannflusies von der Kapuziner-Brück.; in Cilli abwärts bis unterhalb Tre»ner»feld mit dem veranschlagten Kostenbeträge von 34,800 fl. genehmigt und mit Rücksicht auf die aus dieser Flußregulirung für die Floßfahrt und die im Ueberschwemmungs-bereiche liegende Triester Neichsstraße erwach senden Vortheile von den obigen Regulirung». Kosten auf das Wafserbau-Aera drel Zehntel mit 10,440 fl. und auf das Straßenbau-Aera ein Zehntel mit 3480 fl., daher zusammen 13,920 fl. auf die genannten ärarifchen Fonds übernominen, zugleich aber die Einleitung zur Konkurreuzverhandlung mit den noch weUer betheiligten Interessenten, einschließlich der Süd« bahn-Gesellschast wegen Bedeckung der übrigen sechs Zehntel ver Regulirungs-Kosten (20,880 fl.) angeordnet. Die Verwirklichung des Planes de-zweckt eine Senkung des gegenwärtigen Wasier-jpiegels um Einen Meter an der Kapuziner-Brücke in r den ersten Unterricht sowohl, wie zur höheren Ausbildung an. Sie war in Paris mehrere Jahre als Lehrerin nud Erzieheriu nur in den vornehmsten Kreisen thiitig; und erwarb sich somit die reinste Pariser-Anssprache, sowie die, dnrch die dortige Akademie vorgeschriebene Lehrmethode, welche sich wesentlich von der iu Deutschland gebriinchlichen unterscheidet. Kärntiterstraße Nr. 8 im 1. Stock. Nr. 7931. (103l Kundmachung. Zum Behuse dkr periodischen Erneuerung«' Wahlen für die im Sinne des Geiches vom 23. Dezember 1871 8 21 L. G. B. Nr. 2 vom Jahre 1672 mit Ende 1880 austretenden Ge-meiuderatbömitglieder und einer Ersatzwahl wird das Berzeichnih aller wahlberechtigten Gemeinde-Mitglieder nebst den Wählerlisten sür alle drei Wahlkörper im Gemeindeamte am Rathhause, HauptplaK Nr.^96, vom 10. September bis 20. Oktober 1880 zu Jedermanns Einsicht aufgelegt. Gleichzeitig wird die Zustellung der Wählerlisten an die Wahlberechtigten veranlaßt und eS können Diejenigen, welche die Wählerlisten auS waS immer für einem Grunde nicht zugestellt erhalten sollten, diefelbe im Gemeindeamte felbst übernehmen. Zur Einbringung der Einwendungen gegen die Ansätze in der Wählerliste wird die Präklusivfrist vom 21. bis 28. Oktober 1880 hiemit festgesetzt. Marburg am 10. September 1880. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Die Gefertigte gibt einem Verehrten ?. 1. Publitam zu wisse», daß sie da« Gafthau« „zum Maöety-Kesser« von heute an unter eigener Regie fortführt, und erlaubt sich sonach mit Ausschank echter Wtiae, sowie mit guter Küche bestens zu empfehlen. — Auch werden Kostgänger auf At»ouutmtuts aufgenommen. — Fortwährend frische Mehlspeistn. 1028) Achtungsvollst Mimi Slanitfch, Hastgeöeri«. Uetler süßer Wein beim „lustigen Bauer" Viktringhofgasse. (1034 Nr. 8432. (1032 Kuudmachuug. Das Verzeichniß aller jener Personen, welche nach dem Gesetze vom 23. Mai 1873 R.G.B. Nr. 121 zu Geschworenen berufen werden können, für daS Jahr 1881 ist bereits verfaßt und liegt in meiner AmtSkavzlei am Rathhause, Hauptplatz Nr. 96 durch acht Tage, d. i. bis zum 26. September 1880 zu Jedermanns Einficht auf. Den Betheiligten steht es frei, während diefer Frist Wege»; Uebergehung gesetzlich zulässiger oder wegen Eintragung unzulässige! Personen schristlich oder mitndlich Einspruch zu erheben oder in gleicher Weise allfällige Be-freiungSgründe geltend zu machen. Äadtrath Marburg am 17. Sept. 1880. Der Bürgermeister; Dr. M. Reifer. Als Erwerb sür Jedermann, der Vergnügen am Reisen findet, bei einem Dritttheil des Einkaufspreises, d. i. von 900 fl. — heute um 300 fl. — wird eine gute und sichere Erwerbsquelle überlassen und nebstdem die genaue Information gratis ertheilt. Per sofort wegen Todesfall. Adresse in der Expedition d. Bl. (103ö Schöne Wohnung im I. Stock des Hauses Nr. 5, Schulgasie, bestehend aus 4 Zimmern, Küche, Speise, Keller und Holzlage, ist vom 1. Oktober an zu vermiethen. (865 Anfrage bei M. Trethan daselbst. Neue (1029 sind bei mir zu haben. Die find mit Schnhmarke versehen. Die haben ein Gewicht. Die gehen 8 Tage lang. Die koste» Stück nur S. W. fl. !0.—. Auch führe ich daS Urttsste SvrtlmviRt in M MMlirlMMii SMiiediM zu Fabriks-Preisen unter Garantie. Nyrenyandtung, Aomgaffe 1. Eine Wohnung im 1. Stock, Hofseite, bestehend auS 2 Zimmern, ist mit 1. September zu vergeben. Anfrage bei Franz Pichler fen. Eine Wohnung im 2. Stocke deS Hauses Nr. S, Herreugasse, bestehend auS 5 Zimmern, Küche, Speise, Keller und Holzlage, ist vom 1. Oktober an zu vermiethen. ^760 Ebenso ein Keller auf SS Ttartin. Anzufragen bei Herrn H. Reichenberg. Eingesandt. Ernst ist unfere Zeit, darum liebe Wähler wählet einen von Schicksalen eiprobten ernsten Mann, der seinen Ueberzeugungen treu bleibt und das Wohl des Volkes im Auge hat. Wir brauchen einen Mann in dieser Zeit, der auch Gesebes-Kenntnisse besitzt und doch ein einfacher gefühlvoller Mensch sein soll und der mit jedem Tag die Erinnerung an sich vorüber gehen läßt: ich bin ein Gewählter und Gezahlter, ich muß thätig sein, damit ich daS verdiene, tvaS Steuerzahler für mich empfindlich fchwer opfern. Und dieser Mann, denken wir, tväre Herr Franz WieSthaler in Marburg. Mehrere Wähler in Marburg. Wohnungen! 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Da in letzterer Zeit unser Erzeuguip nachgeahmt und gefälscht wild, ersuchen wir, seloe» bloS aus einem der ovgenannteu Depot» zn beziehen, hauptsächlich jedoch auf folgende Kenuzeichen der Echtheit zu achten: Auf dem Glase müssen die Worte: Echte Mariazeller Mageutropfen —.Brady «d Dostal — Apotheker — aufgeprägt sein, die Klasche muß mtt unserem Originalsiegel gesiegelt sein, auf der Gebrauch», auweisung sowohl wie auf der mit dem Bildnisse l)er heil. Mutlergottes von Mariazell versehenen Emt»allage muß sich der Abdruck unserer gerichtlich hinterlegten Schutzmarke neben dem Bildnisse befinden, die Em. vaUage selbst muß mit unserer Schutzmarke verschlos-senlseui. Erzeuguiffe ähnlichen oder gleichen Namen», die diese Merkmale der Echtheit nicht tragen, sind al» Kälschnngen zurückzuweisen und bitten wir, nn» derlei Kalle behuss gerichtlicher Abstrasuug sofort anzuzeigen. Eisemöbel-Fabrik von Neiellarll üi i» Wien III., Marxergasse Nr. K7, neben dem Sophienbad. Da wir die EommisfionS Loger in den Provinzen sämmtlich eingezogen, weil e» häufig vorgekommen, daß unter dem Namen unserer Airma fremde» und geringere» Fabrikat verkauft wurde, so ersuchen wlr ilusere geehrten Kunden, sich von je^t ab d»reete an unsere Fabrik in Ättten wenden zu wollen. (764 Solidest qcarbeitete Mi^del für Salon, Zimmer und Märten sind fietS auf Laster und verkaufen von nun an, da die Spesen für die früher gehaltenen Eommission».Lager eutfaÄen, zu lU*/, Otachlaß vom PretStarif, welchen auf Verlangen gratis und franco einsenden. Für Familien und tesecirkel, Bibliotl^ekeil, l^otcls, Caf^s u,ld Restaurationen. Probe-Nummern gratis und franco. Abonnements - L>reis vierteljätsrlich e Mark. — Zu beziehen dmch alle Bnchtfandlnngen und postanstal^en. 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Provinz-Aufträge prompt gegen Nachnahme, auf Wunsch Muster grati» und franko, die nach getroffener Wahl zu retourniren sind._ Da» wegen seiuer sihnelreu und gruWicheu Mt' feitiguug von Sch«ervörtgkett» temporärer Hauö-^eit, Hyreusausen und Hyreuffuss, Hyreusteche« und HyreU'Katarrh bkrühmt geworbene und vor wie nach uuÄöertrosiene (6b9 Wlitrstatisarzt Dr. G. Schmidt'« Ksdör-0ö1 ist nnr echt, wenn ouf der rothen Papierumhüllung nebenftthendt Kchntzmarke vorhat»den! Anderenfalls hat man es mit unechtem Fabrikat zu thun! in i>bö,'UA!?t Ein .»trbtsstrtt«" Vber-ftabsant Ar. Schmidt'sche» Ketzör- gibt t« «icht^W» — dagtgcn ..""b'sscric« FalMat«. welches fälschlicherweise sur Dr. Schmidt sches Gehör-Oel von Wiener Nachahmern in den Handel gebracht wurde! Preis pr. Flasche mit Gebrauchsanweisung fl. 2; ist allein echt und unverfälscht zn haben in Graz bei Apoth I. Purgleitner, Apotheke znm Hirsche«. liö. 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Darmkatarrh: Antal Rosa, Mafchini. ften»tochter, 18 Tage, Biktringhofgasse, angeborne Leben», schwäche: l0.: Kritz Louise, Kleischermeister»tochter, ö I., Urbanigasse, Diphtheriti»; Sovrano Karl, Haudluna»-retsenden-Sohn, 1'/, I., Tegetthoffstraße, Diphtheriti»: 17.: Weingerl Maria, Lehrer»tochter, 7 Tage, Schillerstraße, Tri»mu» und Titanu»; IS.: Antal Augusta, Maschinistei.»tochter, ZL Tage, viktringhofgasse, angeborne veben»schwäche. werden aichtiscbe, rhematische Leiden nebst deren Folgen mit äußern Mitteln, wodurch seit 30 Jahren Tausende von ihrenl oft jahrelangen Leiden befreit wurden und wo andere Mittel wirkungslos blieben, was mit zahlreichen Atierkennungsschreiben bewiesen wird. Um eine Krankheitümittheilutlg wird gebeten, da nur durch diese und meine große Erfahrung die paffendsten Mittel zufammengesetzt werden können. Preis sür 1 Alacon wie bisher 1 sl. — Fttr wirklich Arme billiger. Tpezial Arzt öS) in VI»«»? bei Ua», Vtrvl. Svo KM»» 923 zahle ich D^19 5', Minimum durch Strah-lung-j-12 9°E. Wind tag»über schwach au» SWO, Nacht» stark au» SO. Am 11. Abend» Wolkenbruch. Wolfgangi-Temperatur 11 0' C. Marvurg, l8. Sept. (Wvchenmartt»dericht.) Weizen fl. 8.20, «oru fl. 6.30, «erste st. 5.10, Haser fl. 8.S0, «uturutz fl.e.L0, Hirse fl.5.b0, Hetden fl. b.90, Erdäpfel fl. 2.50, Kisolen 14 kr. pr. Kgr. Linsen 24, Erdsen 21 kr. pr. Kgr. Hirsebrein 14 kr. pr. Ltr. Welzengrie» 28kr. Mundmehl 26, Semmelmehl 22, Polentamehl 14, Stindschmalz fl. 1.2V, Schweinschmalz 74, Speck frlsch bb, geräuchert 72 kr., Butter fl. 1.0K pr.Kigr. Tier 1 St. 2 kr. Rindfleisch 53, Kalbfleisch 54, Schtveiufleisch jung 53 kr. pr. «lgr. Milch fr. 12 kr., abger. 10 kr. pr. Liter. Holz hart geschwemmt fl. v.—, ungeschwemmt fl. Z.20, weich geschwemmt fl. 2.S0, ungeschwemmt fl. 2.50 pr. Meter. Holzkohlen hart fl. 0.70, weich 50 kr. pr. Hktltr. Heu fl.2.—. Stroh Lager fl. 1.90, Streu 1.10 pr. 100 «lgr. Eisenbahn-Fayrorvnung Marburg. Vpm la. Juli Z8«v. Kärutnerzüge. Nach Kranzen»feste: Eilzug 2 U. 10 M. Nacht». Perszug. 9 U. 15 M. Borm Nach «illach: S N. — M. «achmitt. Ankunft: 12 U. 23 M. Mttt. und 6 U. 5 M Abend-Eilzug 1 U. 40 M. Nacht». Ctlzüge. Triest - Wien: Ankunft 1 U. 56 Min.' Abfahrt 2 U. — M Nackt« Ankunft 2 U 38 Min. Abfahrt 2 U. 41 M. Nachm' W»en-Trlest: «nluus, l u. Min. «dsahrl l u. dl M. «acht«, «nluiijl :t U. M»i. «bsa^rl ü ,g .A, «aqm. Postzags. Bon Trieft nach Wien: Ankunft SU. SM. Krüh und S U. 52 M. Abend». Abfahrt tt U. 11 M. Krüh und 7 U. 20 M. Abend»'