»rjkm»er>rl,us - Preis«: Für Laibach: «auzjShrig . . 8 sl. 40 kr. Halbjährig . , 4 . 2I> „ Merteljährig . 2 .. 10 . Monatlich ... — „ 70 „ Mit der Post: «»"»jährig...............,2 fl. Halbjährig ...... 6 . «i-ttelj»hrig 3 . 8iir Zustellung inS HauS »nelj. 25 k., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Nr. 242. Anonyme Mittheilungen werden nicht berückfichtigt; Manuseripte nicht zurückgesendet. Morgen: Cordula. Montag: Johann Cap. Rr»action Bahnhofgaffe Nr. 15. »rprSitis««- L z»ser«te«-Vnrra«: Eongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. d. -lei«-mayr L Fed. Bamberg.) Ansertt-nspretser Für die einspaltige Pe L 4 kr., bei wiederholter l schaltung L 3 kr. Anzeigen bis 6 geilen SO kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicrerten Satz besondere Vergütung. Samstag, 21, Oktober 1876. 9. Jahrgang. Die istrianer Bahn wurde, wie wir bereits mittheilten, dem öffentlichen Verkehre übergeben. Große Hoffnungen setzten alle interessierten Provinzen und Bevölkerungskreise auf diese Bahn schon zu einer Zeit, in welcher die Berathungen über die Herstellung dieser Bahnlinien und über die Aufbringung des erforderlichen Bauendes gepflogen wurden. In dem in der „Deut-schen Ztg.» von einer mit „X" signierten Fachstimme abgegebenen Gutachten wird hervorgehoben, daß es voreilig wäre, schon jetzt von getäuschten Hoffnungen zu reden, und dennoch erheben sich bereits Stimmen, welche eine Täuschung dieser Hoffnungen wahrnehmen wollen. Die istrianer Bahn ist vorwiegend eine strategische, nebenbei soll sie zweierlei Zwecken dienen: sie soll den Cenlralhafen unserer Krügsmarine Pola — unseren Hinterländern näher rücken und Kultur, Industrie, Handel und Gewerbe in dem bisher stiefmütterlich behandelten Istrien heben. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß in letzterer Beziehung in wenige» Jahren günstige Resultate zu verzeichnen sein werden. Istrien ist nicht nur ein freundliches, sondern auch ein fruchtbares Land, und die dortigen Land» wirthe sind regsamer und strebsamer Natur. Die Bevölkerung anerkennt die Wichtigkeit der neuen Eisenbahn und wird aus derselben sicherlich Nutzen ziehen wollen. Im Länderftriche Istrien ist die neue Bahn ein bisher unbekannt gewesenes, ein neues Verkehrsmittel; die dortige Bevölkerung wird sich mit dieser neuen Dampfstraße bald befreunden und die Wohlthaten einer Eisenbahn bald zu erfassen und zu würdigen wissen. Jedoch in Bezug auf den Erstgenannten Zweck, betreffend das Näherrücken Pola'S an das Hinterland, beziehungsweise an die Reichshauptstadt Wien, dem Sitze der Central Reichsregierung, werden Bedenken laut. Man gibt sich in gewissen Kreisen der Hoffnung hin, daß die sich zeigenden Mängel werden beseitigt werden, nur tauchen die Fragen auf: Wann? und Wie? ES tritt der Wunsch in den Vordergrund, daß diese Mängelbeseitigung in Erwägung der düsteren, bedrohten Lage Oesterreichs, wenn möglich, sogleich geschehe. Der erwähnte Fachmann führt eine Serie von Mängeln an: Die ganzer Strecke von Divazza nach Pola beträgt 123 Kilometer, d. H. 16 2 Meilen, die in der langen Zeit von 5 Stunden 34 Mi> nuten zurückgelegt wird. Fahrgeschwindigkeit für den Personen- und Frachtenverkehr ist von großer Wichtigkeit; leider läßt der Bau dieser Bahn eine schnellere Bewegung derzeit noch nicht zu. Im Kriegsfälle sollen Truppen möglichst schnell befördert werden; dieser Aufgabe dürste der Bau der istrianer Bahn derzeit noch nicht entsprechen. Der erwähnte Fachmann rügt die unpraktische Zusammenstellung des Fahrplanes, der im Vergleiche zu den bestehenden Postrouten einen Vorthcil von »ur zwei Stunden bringt. Einen recht anschaulichen Beweis dessen, was hinsichtlich des Näherrückens Pola'S an das Hinterland gehofft wurde, bietet wol am besten die Post selbst, die jetzt um 2 Uhr nachmittags zur Vertheilung gelangt, während dies früher 2 Stunden später der Fall war. Das ganze Näherrücken beschränkt sich also auf 2 Stunden, und doch umfaßt die Distanz Divazza-Triest Pola — nemlich die alte Postroute — 20 Stunden, indem die in Triest eintreffende wiener Post erst am darausfolgenden Tage nachmittags hier eintraf — in den Wintermonaten auch noch später. Der jetzige Fahrplan hat an Raschheit im Personen- und Frachtenverkehre besondere Errungenschaften nicht zu verzeichnen. Das Marineärar bezieht den größten Theil seiner Materialien aus dem Jnlande und wird nun auch seinen Kohlenbedarf aus dem Jnlande beziehen; auf diesen Hauptversrachter scheint bei Anlage dieser Bahn eine entsprechende Rücksicht nicht genommen worden zu sein. Der Bahnhof in Pola wurde am ungünstigsten Platze, gegen alle denkbaren Factoren des Eisenbahnbaues angelegt. Das Marine-Aerer ist wegen der zu großen Entfernung des Bahnhofes vom See-Arsenale gezwungen, durch einen eigenen Schienenstrang eine Verbindung zwi-schen Bahn und Arsenal herzustellen. Die erwähnte Fachstimme bemerkt schließlich: „Die vielen Jahre, die seit der ersten Tracierung dieser Bahn verflossen sind, die oftmaligen Aende-rungen, die an dem ursprünglichen Projecte vorgenommen wurden, lassen heute viele Zweifel über den eigentlichen Projektanten auskommen. Nur das Jemtleton. Die bisherigen Pfahlbautensunde auf dem laibacher Moore. (Schluß.) Wirst man einen Blick auf die massenhaft ^"gegrabenen Thierknochen, so zeigt es sich, daß Nad- Bewohnern des Pfahlbaues an reichlicher die ihnen sowol die wilden als die zahmen y ere lieferten, nicht gefehlt habe, nekm ^ wilden Thieren der damaligen Epoche Riesen unter den Säugethieren den ersten . 2 Brochs (Los xriwißsmus) und der Bison H. Klient, gemeiniglich Nuerochs genannt (Los ein. Pgn ersteren wurde ein gewaltiges vorn ausgegraben. Von letzterer Art haben die Aufdeckungen viele Reste geliefert. Bei dem umstände, als die Schädelknochen der Thiere meist stud, mit Ausnahme der Schädel ^ des Hundes, kann wol das Stirn-I ua mit den beiden ansitzenden Hörnern von einem A^k-mplar des Wisent als ein seltenes Fund-werden. Dieser Species gehören auch mehrere Kieferstucke von jungen Thieren an. Ihr Fang dürfte durch Fallgruben bewerkstelligt worden sein. Desgleichen kamen Heuer auffallend viele Reste von zahmen Rinderrassen zum Vorscheine. Das diesbezügliche Knochcnmateriale wird an Prof. Dr. Willens an der Hochschule für Bodenkultur in Wien zur wissenschaftlichen Bearbeitung eingesendet. Das häufigste Vorkommen unter den Jagd-thieren ist jenes des Edelhirsches (Osrvus slaxkus). Die heurige Knochenausbeute an Hirschknochen rührt,! nach den Kieferresten zu schließen, von nahezu 200 im Pfahlbaue verzehrten Hirschen her, Ganze Ge-weihstücke vom Hirsch gehören zu den Seltenheiten, jedoch besitzt das Museum davon eine sehr interessant? Collection, die den einstigen König unserer Wälder in allen Altersstufen zur Schau bringt. Sehr zahlreich kam aus dem einstigen laibacher See der Biber (Oastor I'ibor) vor. In dem Pfahlbaue fanden sich Reste von mindestens 80 Stücken vor. Bär und Dachs gehörten nicht zu den Seltenheiten, das Vorkommen ihrer Reste ist ein ziemlich gleichmäßiges. Die Reste vom Wildschwein und Torfschwein nebst jenen Hner gezähmten SchweinS-art können ebenfalls als häufig bezeichnet werden. Kieferreste von Ferkeln sind nicht selten. Vom Wolf kamen nur wenige Exemplare vor; der Luchs beschränkt sich auf einen schön erhaltenen Unterkiefer, der Fischotter auf einen unversehrten Schädel. Ob nicht etwa einige Vorgefundenen Hörner dem Steinbock angehören, muß durch nähere ostro-logische Untersuchungen ins klare gestellt werden. Unter den HauSthieren nahm die erste Stelle das Schaf ein, und zwar eine gehörnte Art. Das Vorkommen von Kieferresten des Schafes ist ein massenhaftes. Weniger stark ist die Ziege vertreten. Unterkiefer von Lämmern und Kitzen sind gar nicht selten. Auch P, Vogelreften wurde ein ziemliches Materiale zustande gebracht. Unter den ebenfalls sehr zahlreichen Fischresten, fallen die großen Wirbelknochen einer Fischart, auf. desgleichen Kieserstücke von riesigen Hechten, Kiemen« dekel von Welsen, Schlundzähne einer Karpfenart Auch von einer Schildkröte fanden sich Rücken-und Bauchschilder vor, sie scheint von der Schlammschildkröte (^mxs lutans.). die noch jetzt auf dem Moraste höchst selten vorkommt verschieden zu sein. Als treuer Begleiter und Wächter deS Menschen ist auch der Hund in den aufgefundenen Kno-chenresten vertreten. Die meisten aufgefundenen Schädel gehören dem HukidLder Steinzeit an, der nach Dr. JeitteleS' Untersuchungen vom Schakal ab- eine steht fest, daß er sich mit den hiesigen Bedürfnissen absolut nicht vertraut zu machen wußte. Ein bischen Verständnis für die Sache hätte gleich eine solche Anlage zuwege gebracht, die dem Zweck eines Bahnhofes wenigstens annähernd hätte entsprechen können. Aber auch die Militärbehörden dürfte der Vorwurf nicht unverschuldet treffen, daß sie es ver-säumten, rechtzeitig vom militärischen und strategischen Standpunkte aus eine für eine Bahn günstigere Anlage des ganzen Bahnhofes durch ihren mächtigen Einfluß zu erwirken. Finanzielle Bedenken konnten unmöglich vorhanden gewesen sein, da man erwiesenermaßen Grundstücke für diese Bahn um doppelt so viel Tausender kaufte, als sie dem Eigen-thümer Hunderter kosteten, während das „Scudier-Land", welches so ziemlich auf demselben Niveau liegt, wie das Arsenalsplanum, umsonst zu haben war, gewiß auch als seit fünfzehn Jahren angeschütteter Grund zum mindesten an Widerstandsfähigkeit den neuen Anschüttungen im Bahnhofe nicht nachsteht." Die Mängel bei der Anlage dürften wol nicht mehr zu beseitigen sein, jedoch hält man sich in interessierten Kreisen zum Ausdruck des Wunsches berechtigt, e« möge ohne Verzug ein Fahrplan in Wirksamkeit treten, der einen directen Anschluß an die wien-triester Züge ermöglicht, und daß sowol in dieser Hinsicht als auch in jener des Postverkehres, ein wirkliches Näherrücken Pola's an das Hinterland angestrebt wird. In der Erwägung, als keine irdische Schöpfung von Mängeln frei, kein Ingenieur unfehlbar, ja selbst der zum unfehlbaren Gott erklärte, mit der Tiara geschmückte Mensch im Vatican fehlbar ist, wollen wir ungeachtet der zur Sprache gebrachten Mängel die Eröffnung der istrianer Bahn sympathisch begrüßen und der Bevölkerung Istriens ein herzliches Mück auf!" zurufen._____________________________ Zur orientalischen Frage. Man glaubt, daß die Frieden S-Unter-handluugen seitens der Mächte alsbald auf Grundlage der englischen Vorschläge wieder ausgenommen werden. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet von angeblich guter Seite aus Petersburg, der Großfürst-Thronfolger solle sich alsbald von Livadia nach Wien, Berlin und London begeben, um bei den betreffenden Höfen und Eabinetten persönlich für ein einmüthigeS Handeln der Großmächte im Interesse einer gedeihlichen Austragung der orienta-lischen Frage zu wirken. Nach allen Versicherungen der Petersburger Kreise halte Kaiser Alexander un- verändert an dem Entschlüsse fest, nicht isoliert in dieser Frage vorzugehen und nicht seine Allianzen aufzugeben. i Die „Times" glauben, daß eine bloße Gefahr für die Türkei nicht darnach angethan sei, Englands Vorsichtsmaßregeln zu beschleunigen. Das Parlament und das Land wollen keinen Krieg zur Unterstützung der Türken. ES wäre eine strafbare Thorheit, Blut und Geld dafür zu verwenden. Die „Times" melden weiter, daß Rußland den englischen Antrag be-treffs eines sechswöchentlichen Waffenstillstandes bei der Pforte als Ultimatum gestellt habe. Dem „Standard" wird über die Stimmung in K o n st a n t i n o p e l nachstehendes berichtet: „Es herrscht hier eine große und wachsende Unbehaglich, keit, und die Hoffnung, daß ein Krieg mit Rußland abgewendet werden könnte, ruht auf nur schwachem Grunde. Die Volksstimmung gegen Rußland ist ungemein bitter, und man erwartet während des in nächster Woche beginnenden Beiramfestes irgend eine kriegerische Demonstration. Die Türken sprechen jetzt ganz ruhig von ihrem Entschlüsse, sich allein gegen Rußland zu wehren, und wenn man ihnen sagt, daß sie kein Geld für einen solchen Krieg haben, antworten sie, daß ihre Bedürfnisse nicht nach den. jenigen europäischer Armeen bemessen werden müssen, und man werde finden, daß sie mit allem, was sie wirklich brauchen, versehen sind." Die „Eorrespondance HavaS" erfährt, daß Verhandlungen zwischen London und Livadia einge-leitet sind. Ein Erfolg derselben würde von ganz Europa mit Dankbarkeit ausgenommen werden. Die Haltung der Türkei rechtfertigt nicht die BesdrgniS vor einem blinden Widerstande derselben. Man könne demnach ernstlich auf eine Verständigung hoffen. Die letzten Gerüchte über Allianzen angesichts eines Krieges sind vollständig falsch. Betreffend Frankreich, hat dessen Regierung eine Haltung angenommen, die dasselbe nötigenfalls bewahren würde, von der allgemeinen Situation mitgerifsen zu werden, und die es unbeugsam sesthalten wird. Die französische Regierung wird sich allen Vorschlägen zur Erzielung einer Verständigung und einer friedlichen Action der Mächte anschließen. Frank-reich, welches sich ausschließlich und energisch seiner innern Reorganisation widmet, würde sich von dem Werke seiner innern Sammlung nicht abbringen lassen. Seiner eigenen Uneigennützigkeit sicher, zweifelt es nicht an der Aufrichtigkeit der von allen Mächten gleichfalls ausgedrückten friedlichen Gesinnungen, und hat eS ein Recht, auf die Ausgiebigkeit derjenigen Bestrebungen zu zählen, welchen seine Mitwirkung im vorhinein gesichert ist. Reichsrath. (48. Sitzung des Herrenhauses.) Präsident Fürst Auersperg widmet den während der Zeit der Reichsrathsoertagung verstorbenen Herrrnhausmitgliedrrn, namentlich den Grafen Anton Auersperg, einen warmen Nachruf. Das neuernannte Herrenhausmitglied Freiherr von Apfaltrern leistet die Angelobung. Eine Zuschrift des Ministerpräsidenten theilt die Gesetze mit, welche während der Vertagung des Hauses die kaiserliche Sanction erhalten haben. Der Justizminister übermittelt eine Vorlage betreffs einer Veränderung im Besitzstände des gräflich Dürckheim'schen FideicommisseS. Es wird zur Tagesordnung übergegangen, uud zwar zunächst zur ersten Lesung der Regierungsvorlage betreffs des gräflich Dürckheim'schen FideicommisseS. Die Vorlage wird der Fideicommiß-Eommission zur Vor-berathung zugewiesen. Es folgen sodann die Wahlen je eines Mitgliedes in die juridische, Finanz-, Budget-, Eisenbahn- und volkswirtschaftliche Commission. 196. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Präsident Dr. Rechbauer weiht dem Andenken des Dichters und Patrioten Anton Grafen von Auersperg sympathischen Nachruf. Der Minister des Innern legt einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Erstreckung des Beginnes der Rückzahlungstermine für den im Grunde des Gesetzes vom 3. Mai 1873 (R. G. Bl. Nr. 72) aus Staatsmitteln erfolgten unverzinslichen Vorschuß an die im Jahre 1873 in Joachimsthal durch Brand Beschädigten zur verfassungsmäßigen Behandlung vor. Der Finanzminister übermittelt den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Stempel- und Gebührenbefreiung der Verhandlungen über Aufhebung und Ablösung des PropinationSrechteS in der Bukowina. Das Haus geht zur Tagesordnung über. Erster Punkt derselben ist die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Organisation des öffentlichen Sanitätsdienstes. Nach längerer Debatte wird der Gesetzentwurf angenommen. Finanzminister v. Pretis übergibt den Staats« Voranschlag für das Jahr 1877 und ergreift daS Wort zur Begründung dieser Vorlage. Justizminister Dr. Glaser legt einen Gesetzentwurf für Galizien, betreffend die Hintanhaltung der Trunkenheit vor. Fortsetzung i« der Beilage. stammt und in dem Spitz und Rattler noch heutzutage seine Nachkommen hat. Erst in den letzten Tagen wurden aus dem schon oben erwähnten jüngeren Pfahlbaue ein gut erhaltener Schädel des Hundes der Bronzezeit (6anis watrl8 oxtimas Fsitt.) aufgefunden. Diese punde-Art stammt nach obigem Forscher von dem indischen Wolfe ab und wird noch gegenwärtig durch den Schäferhund und andere große Hunderassen repräsentiert. Von erwachsenen Menschen wurden 2 Schädel, denen die vorderen Gesichkiknochen fehlen, von einem Kinde eine Schädeldecke vorgewiesen. Auch mehrere menschliche Extremitätenknochen find vorhanden. Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Menschenreste wird durch die anthropologische Gesellschaft in Wien veranlaßt werden. Als Endergebnis über die gemachten Funde ergeben sich folgende Thatfachen: Am Rande des jetzigen Moorbeckens, welches einst von einem großen, bei 4 Quadratmeilen umfassenden Binnensee ausgefüllt war, lebte in vorgeschichtlicher Zeit als Seecolonie eine Bevölkerung, die sich mit Fischfang, Jagd und Viehzucht beschäftigte. Sie bediente sich ursprünglich der Steinwaffe und lernte erst später die Benützung der Metalle, der Bronze, kennen. Unter ihren HauSthieren ver-rmßt man das Pferd. Eine bestimmte Zahlenangabe über die Zeit, in welche diese Ansiedelung zurückreicht, ist unthun-lich. Jedenfalls ist das laibacher Moorbecken ein Boden, auf dem die Geologie und die prähistorische Forschung Hand in Hand zu gehen haben. Die Ursachen der Moorbildung anstelle des einstigen Sees sind eines eingehenden Studiums der Terrain-Verhältnisse des laibacher Moores werth. Möglicherweise wird auch die in der Lettenschichte vorkommende zahlreiche Konchyliensauna über das geologische Alter des einstigen Sees einige Aufklärung liefern. Greift man auf die historische Zeit des laibacher Moores zurück, so ist wol der älteste Anhaltspunkt die unter der Moordecke vorhandene römische Straße, die von Lauerza über Babnagoriza nach Kremenza nächst Brunndvrf führte. Dieselbe wurde in jüngster Zeit vom Herrn SpinnfabrikSdirector Kraup in einer Strecke von mehreren Klaftern aufgedeckt. An dieser Stelle und weiterhin bei Strojanovgraben, näher am Südrande des MoorbeckenS, hat Herr Martin Pe-ruzzi Durchschnitte an der Römerstraße vorgenommen und konstatiert, daß sich unter derselben in einer Mächtigkeit von beiläufig einem halben Meter Torf und Moorschlamm vorfindet, während die Kulturschichte des Pfahlbaues unmittelbar auf dem einstigen Seegrunde aufgelagert ist. Wollte man nun die Mächtigkeit der alten Torfschichte unter der Römerstraße im Vergleich zu der darüber befindlichen, beiläufig 1b Meter mächtigen nachrömischen Torfschichte als Maßstab zur Bestimmung des Alters de« einstigen Pfahlbaues annehmen, so ist es sehr schwer, sich vor Trugschlüssen zu bewahren, indem die Eomprefsion des Torfes und die Anwachsverhältnisse desselben durch Ziffern kaum auszudrückende Faktoren sind, indem es bekannt ist, daß seit den dreißiger Jahren der Morast an einzelnen Stellen sich um nahezu sechs Meter gesenkt hat. Wenn wir nun auch dermalen nicht imstande sind, einen Maßstab nach Jahrhunderten, ja nach Jahrtausenden für den Zeitpunkt, wann der einstige Pfahlbau verlassen wurde, zu finden, so ist doch mit einiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß derselbe durch viele Jahrhunderte bestanden hat, indem einerseits daS massenhaft zutage geförderte Materiale aus einem Seegrunde im Umfange von nicht einmal einem Joch, sowie das Hinübergreifen der Steinzeit in die Bronzezeit an besagter, Stelle den Schluß rechtfertigen, daß diese verschiedenen Kulturstadien daselbst nur im Verlaufe von Jahrhunderten, durch welche die See-Ansiedelung bestanden hat, nach einander folgen konnten. vetl«,r r»m „Latbacher Tagblatt" «r. 242 vom 21. Oktober 187«. runier viele russische Offiziere. Vorgestern wurde E- gelangt hierauf eine von den Abgeordneten Dr. gandrrlik und Genoffen an den Minister-Präsidenten gerichtete Interpellation zur Ver. lrsung, dahin gehend: „Ist die hohe Regierung geneigt, von dem k. k. Ministerium des Aeußern die nvthigen Aufklärungen rinzuholen und sodann dem Abgeordnetenhaus« mitzuthrilrn, welche Vorkehrungen getroffen wurden und getroffen werden, um auf der Balkan-Halbinsrl für die Zukunft einen den Interessen des Reiches und den lebhaften Wünschen seiner slavische» Bevölkerung entsprechenden, die christliche Bevölkerung der Balkan Halbinsel selbst befriedigenden politischen Zustand zu schaffen?' Politische Rundschau. Laibach, 20. Oktober. Inland. In eingeweihten Kreisen verlautet, daß die österreichische Regierung sicher sei, die AuS -gl eich-Vorlage n im ReichSrathe bis auf die Bankfrage durchzubringrn. In Oesterreich hält man dir CiSleithanirn zugedachten 70 Perzent der Noten-»u-gabe nicht als genügend, Ungarn aber benöthige 30 Perzent dersrlben nicht. Es soll nun ein Ab-kommen dahin getroffen werden, daß nach Bedarf die ungarische Bank der österreichischen von dem nicht benöthigten Theile der Noten.Dotation einen Theil überlasse. Leihweise soll aä Iioe die jeweilige Transaction zugunsten Ungarns gebucht und die Steuer für die aus der Verwendung dieser Bank. Noten resultierenden Erträgnisse an Ungarn entrichtet >oerden. Der „Pester Lloyd" dementiert die Gerüchte über eine Demission des Grafen Andrassy entschieden. Seine Politik, sagt der „P Lloyd", erfreue sich an maßgebender Stelle der unbedingten Zustimmung. Sein Rücktritt wäre ohne bedenklichste Krise undenkbar. Daß aber die Action nach außen durch eine Krise im Innern ein^eleitet werden sollte, s>i so widersinnig, daß man es selbst einer Partei, die schon wahrhaft stupende Beweise ihrrr Berblrn-dung gegeben, nicht zutraurn darf. Ausland. Die „National-Zritung" brspricht die jetzige mißliche Finanzlagr Rußlands und sag«, daSsrlbe sei gegenwärtig so von allen Bar-mittrln rntblößt, daß es unfähig ist, rinen iängerrn Krieg ohne auswärtige matrrirllr Unterstützung zu führen. Den Krieg mit der Pforte allein würde es im Vertrauen auf einen raschen Sieg vielleicht nicht scheuen; jede Verwicklung mit einer dritten Macht würde aber Rußlands Geldmittel überschreiten, ^iit Rücksicht auf dir Aussichtslosigkeit einer An-leihe könne Rußland nur im Einvernehmen mit Deutschland und Oesterreich Vorgehen. Ja der Hand D-sterrelch- liege jetzt der Ausschlag. Der griechische Ministerpräsident Komun buro» wird in der Kammer Gesetzentwürfe ein bringen, betreffend dir allgemeine obligatorische M i litärpflicht, Einberufung von 60,000 Mann der Altersklasse von 20 bis 30 Jahren, Bewilligung eines durch Steuern gedeckten außerordentlichen «redits von bO Millionen Drachmen, Aufnahme ^"er Kriegsmaterial-Anleihe von 10 Millionen ^rachmrn behufs sofortigen Waffenankaufs, endlich Gesetzentwürfe über Straßenbauten, Mittelschul-"»lagen und Waldbau. Vom Kriegsschauplätze. >>! 18- d. um 2 Uhr nachmittags drangen die Türken hinter kopito in der Richtung der «restovacka Banja vor. Hier kam es zwischen fünf Labors Türken und den Bataillonen von Pojarevac und Morava unter dem Eommando des Grasen ? c * Handgemenge und zu Kolbenhieben. In diesem Momente kehrte sich Ostoik mit drei Bataillonen der Brigade Krajina von Rgotina nach Kopito und vertrieb dir Türken von Kopito bis grgen Gamsi-grad. Htedvedovsky, drr von Planinica gekommen var, kämpfte noch fps, abends gegen Zajkar. Der Kampf wurde nicht brrndrt. Sri Kopito hattrn dir ^erbrn 124 ToLte und Verwundete verloren, da« anstelle des AnastazeviL Graf Keller ernannt. Der montenegrinische Wojwodr Maäa Vrbica st über Krusevac nach der Jankova Kliffura abgegangen. Zur Tagesgeschichte. Zum Raubmorde in Wien. Der Name deS Briefträger-Mörders ist, wie wiener Blätter melden, bereit» bekannt, er heißt Heinrich Francesco« i. Uebrr die Art und Weise, wie der Name des Verbrechers entdeckt wurde, verlautet folgendes. Der Verbrecher hat in einer Wohnung auch einen braunen Lodenhut mit der Vignette „I. Nagl, Klagensurt" zuriickgtlafsen. Im Bureau des Obercommifsärs Breitenseld in Wien erschien ein Mädchen mit der Erklärung, es glaube den Mörder zu kennen; es sei nemlich vor einigen Tagen einem Bekannten aus »lagensuri, Namens Heinrich Francesconi, begegnet, wel-cher nach der Personsbeschreibung, die es in den Zeitungen gelesen, mit dem flüchtigen Raubmörder identisch sein dürste. Infolge dieser Anzeige wurde nun nach verschiedenen Richtungen hin recherchiert, um zu ermitteln, mit wem Heinrich Francesconi in Wien in Verbindung gestanden und ob dieser und Mendoza thatsächlich eine und dieselbe Person sei. Ein Heer von Detectives durcheilte die Bezirke und Vororte bes Polizei-RayonS von Wien, und der Abend brachte glückliche Nachrichten. Es gelang nemlich, einer Photographie habhast zu werden, welche gleich auf den ersten Anblick von der Behörde at« die Photographie des gesuchten Raubmörders erkannt wurde. Die Photographie wurde der Anzeigerin vorgewiesen und von derselben mit aller Be-iimnuheil als die Photographie Francesconi'S erkannt. Gestern, den 20. d., wurde der Raubmörder vom Stations-chef in Franzensfeste verhaftet. — Der aufgegriffene Raubmörder befindet sich gegenwärtig bei dem Bezirksgerichte Sterz ing in Hast und wiid morgen nach Klagenfurt eingebracht werden. — Für das Liebig.Denkmal in München sind bereits 140,000 Mark eingegangen, und sollen nunmehr die Sammlungen eingestellt werden Man geht mit dem Plane um, «in Kunstwerk ersten Ranges anzustreben und das Denkmat sowol in München als auch in einer Reproduktion in Ließen, also an beiden Stätten von Liebig's Wirksamkeit, auszustellen. — Gegen die !ReblauS. In einem Berichte d«r sranzöstschen Akademie der Wissenschaften Hecht eS, daß dir Reblaus sosort den Weinstock verlasse, wenn zwischen den Rebenreihen Mais gepflanzt wird, an dem sie sich alsdann sestsetzt. — AuS dem klerikalen Frankreich, Katho-tische Jou.nale geben einen Ausrus zur Betheiligung an einer Wallsahrt, welche vom 4. bis 19. November zu dem Grade des heiligen Martin, dem „Gänsepatron", in TourS stattsinden soll, kund, derselbe lautet: „Mehr alS achtzig Lardinäle, Erzbischöfe und Bischöse haben das Wiederaus leben de« Eultus dieses Heiligen gutgeheißen, der unter allen als der Gründer der sranzöstschen Nationalität begrüßt zu werden verdient. Diese Zustimmung wird nM> durch de» Statthalter Jesu Chr>sti erhöht, der sür die Feierlichkeit bes heiligen Martin sür alle Zeiten lebenslänglichen Ablaß ge. währt. Unsere Feste werden in einem Augenblick vor sich gehen, da in unsern großen politischen Versammlungen die höchsten Interessen der Religion und des Vaterlandes zur Sprache kommen werdrn. Das ist sür gläubige Katho liken ein Grund mehr, zum Grabe de« Thanmaturgen zu wallen, den Frankreich nie vergeblich angefl.ht hat" u. s. w. >!o!lü- und Proviuzial-Augelegeuheiteu. Originai-Correjpon-en;. Stein, 20. Oktober. Vor kurzem wurde in unserer Nähe ein Mann zu Grabe getragen, dessen biederer Lha> rakter allgemein bekannt war. Obwol er im Talare einher schritt, hatte er doch nichts von dem an und in sich, was gewisse Hetz- und RenitenzkaplLiie als eine nationale Tu gend ansehen. Dieser Biedermann», den jedermann achtete und schätzte, war Psarrer Lukas Dolenz zu St. Martin im Tucheinerthale. Nach kurzer Krankheit, hervorgerufen durch einen abermaligen Schlaganfall, mußte er das Zeit liche segnen. Die Trauer um diesen würdigen Priester ist eine allgemeine, man konnte das so recht bei seinem glänzenden Leichenbegängnisse beobachten. Psarrer Dolenz hat diese Liebe auch im vollsten Maße verdient. Ec hals, wo er nur helfen konnte. Sein Auftreten war würdevoll, bei ihm vereinigte sich tiefes Wissen mit edlem Herzen, sein Benehmen war ein gewinnendes und äußerst zuvorkommendes. Der Heimgegangene war auch ein toleranter Priester, der die Neuzeit achtete. Die slovenischen Hetzblätter erfüllten ihn öfters mit Betrübnis, was er seinen Freunden gegenüber häufig zum Ausdrucke brachte. Das Blatt „Slovenec", das sich in seiner Verblendung ein „Freund der Wahrheit und der Religion" nennt, war durchaus nicht nach dem Ge-schmacke des Verstorbenen. Ueber die Verirrungen mancher Angehörigen des geistlichen Standes fällte er sein ofseneS Urtheil, besonders über die Unvorsichtigkeit hitziger Kaplänr. — (Jmpsung.) Für eifrige Verwendung beim Jmpfgeschäste im Jahre 1875 empfingen Staatspreise: Bezirkswundarzt Globoinik in Zirklach 63 fl., BezirkS-wnndarzt Valentin Berwar in Rudolfswerth 52 fl. und Bezirkswundarzt Joses Scheibl in Brunndors 42 fl.; ehrenvolle ministerielle Anerkennung: die Aerzte Dr. Razpet in Adelsberg, Bachmann in Jllyrisch-Feistriz, A. Novak in Jdria, I. Steinmetz in Krainbnrg, Dominik in Tisnern, E. Wolf in Radmannsdorf, W. Heß in Kronau, M. Jansekovic in Oberlaibach, Dr. Roblek in Nafsenfnß, Bobek in Reifniz, I. Posch in Teisenberg, I. Kutschers in Ratschach, I. Mahoriii und N. Sever; Pfarr-dechant I. Hofstätter in Adelsberg, die Psarrer Josef Ber-gant, Ignaz Okorn, Majnik, Ork, die gesammte Lnrat-geistlichkeit in der vezirkshauptmannschast Laibach und Rad-mannsdorf; die Lehrer B. UranLii, A. Konc in Moräutsch, Oberlehrer Arko in Hrenowiz und Jglit in Jdria ; endlich daS Lehrpersonale in Adelsberg, Nußdorf, St. Johann, Slavina, St. Peter und Kvsana. — (Werkmeisterschult.) Da« Handelsministerium hat der Handels- nud Gewerbekammer in Laibach mitgetheilt, daß es mit Interesse von der mit dem Berichte vom 30. September l. I. abschriftlich mit-getheilten Eingabe Kenntnis genommen hat, welche die Kammer in Angelegenheit der Errichtung einer Werkmeister-chule in Laibach au da- k. k. Ministerin:« für Lultu« uud Unterricht gerichtet hat, und daß dasselbe nicht unterlassen wiid, bei sich darbietender Gelegenheit den Wunsch der Kammer beim k. k. Unterrichtsministerium der Berücksichtigung zu empsehleu. — (Die Prüfungen) au der hiesigen Hufbeschlag-und Thierheilanstalt werden am 83., 24. und 25 d. M. abgehalten werden, und zwar am 23 vormittogS au« der Theoretik de» Husbeschlage«; nachmittags au» der Viehzucht, GehurtSlehre, gerichtlichen Thi rkuudr nnd Fleischbeschau; am 24. vormittags an» der Anatomie und Physiologie de« heimischen Viehe«; nachmittag« aus der Behandlung äußerlicher und innerlicher Kranlheiten; am 25. vormittag« aus dem Praktische» Husbeschlage uud uachmittagS au« der thierheilkundlichen Botanik. — (Der Verein der Aerzte in Krain) hält nächsten Mittwoch, d. i. den 25 Oktober, um 6 Uhr abends im Vereinslokale eine wissenschaftliche Sitzung ab. P r o gram in: ».) Innere Ver«insangelegenheiten unter Berichterstattung über den II. österr. Aerzte-Vereins-tag. d) Vorträge: I. Prim. Bleiweis. Demon--stration eines mehrere Liter Wasser gefaßt habenden Herzbeutels sammt Krankengeschichte. 2. Bezirksarzt Dr. Kapp -ler: Mittheilung aus der gerichtsärztlichen Praxis. 3. Prof. Balenta: über habituelle Üxärovkpd^lo-Hellmxoosle. — (Vorzügliches PrüsungSresultat.) Sofie Iama und Joses Zaschel, beide Schüler de» hiesigen bestrenommierten Klavierlehrers Herrn Josef Zöhrer, wnrden nach einer mit glänzendem Erfolge inWien bestandenen Ausnahmsprüfung vom wiener Looservatorium für reis erklärt, in die Ausbildungsklaffe sür das Klavierspiel sosort einzutreten. — (Weiylese in Marburg.) Der heurige Most ist süßer, als man vor einigen Wochen noch gehofft; eS hat eben die überaus günstige Witterung im Oktober die Trau-ben zur erwünschten Reife gebracht. Der Ertrag ist gering. Die östlicher gelegenen Riede haben bekanntlich von Frost und Hagel weniger gelitten und ist darum auch die Lese dort ergiebiger. — (Predilbahnproject.) Der EisenbahnauS-fchntz dr» »bgeordnetenhauses empfiehlt dem Abgeordneten, häuft dt« Annahme folgender Anträge: I. Dasselbe wolle den Vau der in der Regierungsvorlage, betreffend den Vau orner Eisenbahnlinien, im 8 I, Hauptbahnen, Punkt 3, beantragte« Hauptbahn von Tarvi» im Anschluffe au die Kronprinz RudolfSbahn über den Predil nach Görz zur Verbindung mit der Südbahn und die sür diesen Bau beantragte Summe von drei Millionen Gulden nicht bewilligen, ll. Die hohe Regierung wird ausgefordert, dahin zu wirken, »aß durch da« Zustandekommen eine« MitbenütznngSve» trage» zwischen der Südbahn und der Rudolssbahu sür die Strecken Laibach-Triest und durch Regelung der Tarife, eventuell auch durch vom Staate zu gewährende Frachtrefac-»ieu au diese beiden Bahnen für den der projeetierten Predil-bahn zngefchriebenen Güterverkehr die HandelSinteressen Triest« gefördert und die Wünsche dieses Emporiums entsprechend gewürdigt «erden. — (Der RudolfSbahn) wird im Staatsvor-anschlage pro 1877 eine Subvention von b.038,000 fl. zu-gedacht. . — (Zustellung der Seldbriefe.) Die in Dien pattgefundene Ermordung und Beraubung eines Veld-Briefträgers dürste Anlaß geben, daß die betreffenden Parteien die mittelst Post an sie einlangenden Geldbriese von nun an nach voransgegangener «Visierung bei der Post-anstatt in Empfang zn nehmen haben. Die „Deutsche Ztg." theilt mit, daß der Oberpostdirector in Wien infolge des Schauer-Ereignisses die Versitzung getroffen habe, daß Geld-briese von 1000 fl. und mehr künftighin den Parteien nur avisiert werden und von diesen abzuholen sind. Da es aber auch sür Briefträger, die Veldbriese unter tausend Gulden auszutragen, nicht angenehm ist, uwgebracht zu werden, so verweist das genannte Blatt aus die Methode, wie inPren -ßen das gustellen von Geldbriesen besorgt wud. Dort be dient man sich zur Zustellung der Geld^ und Werthsendnn gen eines Wagens in der Form unserer Unnum-rierten, der, mit zwei Pserden bespannt, von einem Postillon ge sührt wird. Aus beiden Seiten befindet sich je ein Fenster, und ein starkes Drahtgitter, aber keine Thür; die Thür, respektive der Zugang zum Wagen, ist nur rückwärts. In dieser Thür befindet sich auch ein Fenster und ein Drahtgitter, dieselbe schließt mittelst einer Feder, zu deren Hebung der im Wagen befindliche Briefträger den Schlüssel an sich befestigt hat, um die Thür schnell zu- und aussperren zu können. Im Wagen find Stellagen, worauf die Briefe und Werthpackete nach ihren Adressen geordnet liegen. Der Brief träger fitzt im Wagen und kann durch eine Schnur dem Postillon ein Zeichen zum Anhalten geben. Beim Aus-steigen nimmt er stetS nur die für das betreffende Haus bestimmten Objekte mit, während die Thitre ins Schloß Mt, sowie er den Wagen verläßt. Die Mehrkosten sür Postillon und Pferde gleichen fich theilweise durch die Mehr expedition mittelst Eine» Briefträger« au». In Hamburg zum Beispiel, wo doch große Werth« ankommen, vertheilt dir preußische Post dir Briese und Packele seit Jahren au diese Weise, ohue daß fich je rin Anstand ergeben hätte. — (Au» der Bühnenwelt.) Die Strauß'sche Operette „Fledermaus" wurdr am Theater a. d. Wien in Wien zum Ivvmale gegeben. Im Lhampagnerliede wurde sagende Strophe improvisiert: „Geseiert und bewundert — Heut' ist'- ein volle» Hundert — Mit seiner „Fledermaus." Die heit'ren Melodien, Die alle Welt durchziehen, Sie schaffen frohe Geister, D'rnm huldigt man dem Meister. Schenkt ein und lasset ihm vor allen Ein donnernd „Hoch" erschallen I" — Herr Sraria, brr auch uuS rühmlichst bekannte Baffist, hatte mit de« Souffleur drS Opernhauses einen Affront. Der Souffleur, welcher infolge de- Auftritt- von der Direktion Plötzlich entlaffen wurdr, will nun dir Affaire vor daS Gr> rWt dringe» und den Nachweis führen, daß nicht er, fon< der« Herr Scaria im Unrecht fei. Die Solisten der Hof-»P« hoben fich bet der Direktion sür den bedrängten Sous fleur verwendet. — (Landschaftliches Theater.) Bei der vor-gestrigen Wiederholung der tzlottov'schen Oper „Martha ging nicht alles so flott, wie bei der ersten Aufführung. Herr Weiß war infolge Heiserkeit minder disponiert, auch im Ensemble und bei den Chören klappte nicht alles; das Orchester offerierte öfter als gewünscht Mißtönr, namentlich vergaß der Hornist, daS im Instrumente befindliche Wasser auszngießen. Bei künstigen Wiederholungen etwas mehr Ansmerksamkeit I — Gestern ging der „A l p e n k ö n i g" über die Bretter. DaS Publikum erwies sich dem Raimund-chen Mährchen gegenüber als „Menschenfeind", das HanS war nahezu leer. Die Rolle des „Rappelkopf" ist eine Charakterrolle höheren Ranges, welcher nur eine geringe Dosts Komik beigemengt sein soll; sie muß richtig ausgesaßt und äußerst rasch abgespielt werden, kein Moment dars ausdruckslos vorübergehen und doch muß der Darsteller Maß und Ziel einhalten. Herr Zwerenz bemühte sich, der Rolle deS „Rappelkopf" nach Gebühr Ausdruck zu geben, edoch nicht immer und nicht jedem gelingt es, die Spitze des Lhimborafso zubesteigen. Für mehrere Scenen blieb Herrn Zwerenz der Beifall des Hauses nicht aus. Herr Laska machte als Habakuk" seine Lazzi, erregte wol große Heiterkeit, aber er that des Guten zu viel, überschritt die Grenzen, welche dieser Rolle zugewiesen wurden. „Habakuk" ist ein drolliges und insvlge seines zweijährigen Aufenthaltes in Patts ein bor-niertes Individuum, jedoch kein Bajazzo. Frau Zwerenz (Lieschen) war ein allerliebstes Kammerkätzchen und errang ür ihre Gejangspiece großen Applaus. Herr Ströhl präsenlierte sich als „Alpenkönig" wol etwas zu trocken; reundlicher fiel dessen Copie „Rappellopss" aus. Das Längenmaß der Doppelgänger „Rappelkops" und „Astraga lus" störte de» Eindruck des Charakterbildes wesentlich. Greift die Bühne zu älteren Werken, so muß bei Besetzung und Ausführung der Rollen Individualität, Accuratesse und Präcision ins Auge gefaßt werden. — Heute die präch tige Operette „Fledermaus", morgen die romantische komi sche Oper „Morilla". Die Direktion Fritzsche bietet alles mögliche aus, um das Publikum bestens zu unter> halten. Die eigentliche Theatersaison beginnt erst jetzt, nach Lintrittt ungünstiger Witterung. Möge das sonst theatev sreundliche Publikum Sorge tragen, daß die Saison infolge schlechten Theaterbesuches nicht frühzeitig geschloffen werde. der Abficht gesetzt, um ihn vor Schaden zu bewahren, und bemerkt, er habe beim AuSsteigen in St. Peter zufällig den Zug versäumt. Die Geschwornen würdigten diese sür Jakob P. äußerst bedenkliche Fürsorge vonfeiten Lpjgi DomaniS in entsprechender Weise und bejahten einstimmig die an sie gestellte, auf Diebstahl lautende Hauptfrage. Das Urtheil lautete auf zwei ein halb Jahre schweren Kerker und Landesverweisung. Eingesendet Unter den menschlichen körperlichen Gebrechen, die unter Umständen sehr gefährlich werden können, und bei Groß und «lein häufig Vorkommen, stehen in vorderer Reihe die Als ein vielfach mit außer-ordentlich günstigem Erfolge begleitetes, ganz und gar nn-chädliches Mittel dagegen wird die von in Herisau, Kanton Appenzell, Schweiz, bestens empfohlen. Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 17. Oktober, erhandlung gegen Lui^i DomaniS wegen Verbrechens des Diebstahls. Luigi Domanis, 37 Jahre alt, Ziegelbrenner aus Goricica, im Bezirke Lodroipo, Provinz Udine, suhr am 14. August l. I. mit dem Abendzuge mit Jakob P., dem er fich als Gesellschafter auszudrängen wußte, von Laibach gegen Seffana. Unterweg« entwendete er dem schlummernden P. aus der Westentasche eine Barschaft von 370 fl-, die dieser in ein Zeitungsblatt eingewickelt hatte, und stieg in St. Peter auS. Judeß erwachte Jakob P. in Ober, lesetsche und machte, von einem mitsahrenden Bauer ge mahnt, nach seinem Gelde zu sehen, die unangenehme Ent deckung, daß ihm während deS Schlafes die ganie Barschaft gestohlen wurde. Ueber geeignetes Befragen erzählte ihm der Bauer, daß Luigi DomaniS, während er schlief, seine TascherB visitiert und hierauf in St. Peter ausgestie gen sei. Jakob P. setzte sosort die Station St. Peter von dem Borfalle nebst einer Perfonsbefchreibung deS Luigi Domanis aus telegraphischem Wege in Kenntnis und begab sich selbst zu Fuß dorthin. Luigi DomaniS that fich indejj in St. Peter in der schiedenen Gasthäusern gütlich, zeigte viel Geld und benahm sich so verdächtig, daß die Sicherheitsorgane durch das mittlerweile eingelangte, aus die Person DomaniS paffende Telegramm aufmerksam gemacht, Grund fanden ihn zu verhaften. Der ihn arretierende Gendarmerie-Wachtmeister nahm ihm eine Barschaft von 369 fl. ab, und DomaniS gestand ihm, daß er dieses Geld dem Jakob P. entwendet. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Luigi DomaniS die Anklage wegen Verbrechens des Diebstahl» nach KZ 171 und 173 St. S. Bei der heute durchgeführteu Verhandlung, welcher OLGR. 1kapretz präsidierte und Dr. Moschö als Der thridiger fungierte, verantwortet fich DomaniS dahin, er habe sich in den Besitz deS dem Jakob P. gehörigen Geb deS, daS demselben auS der Westentasche ragte und bei einer geringen Bewegung desselben ihm entsallen konnte, nur in Witterung. Laibach, 21. Oktober. In der Nacht Regen, tagüber bewölkt, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 7-3°, nachmittags 2 Uhr -i- 113° 6. (187S -j- 117«; 1874 18-2° 0.) Barometer Ä. steigen, 734 99 mm. Das gestrig- Lagelmittel der Wärme -s- 9 4°, um 14° unter dem Normale: der aestriae Niederschlag 15.00 mm. Regen. Ärrgekommeue Fremde am 21. Oktober. Hotel Stadt Wien. P. v. Radics mit Familie, und Baron Mallh, Sections Chef, Wien. — Skarja, Postmeister, Krainbmg. — Perko, Thierarzt, Volosca. — Stesandel, Schuhmacher, Gottschee. - Böheim, Commis, W.-Feistriz. — Altschul, Ksm., Prag. Kernfeld, Jglau. Lampe, Agram. Hotel Elefant. Freiherr v. Bolschwing, n. Skender, Ruth. — Conrad, Cilli. — Podboj, Buchhalter, Krainburg. Hotel Europa. Vlad. Andrejevich, Major, Belgrad vaierifcher Hof. Krainz, Lehrer Gonobiz. — Ribano, Stein. — Erlach sammt Familie, Weißensels. Ätodren. Krewiz, Kunstgärtner, Neumarktl. — Dwor-»ig, Postmeister, Krain. — Berschin, Marburg. Kaiser von Oesterreich. Piskar, Möttnig. — Lorbarik, Masle. Ttadt Laibach. Pnzeller, Lafetier, Laibach. — Wam-brechsamrner, Cilli. An den anonymen Blies-schreiber von gestern! (Angeblich Augenzeugen.) Jnsolange Sie Ihren vollen Namen nicht nennen, muß ich Sie als einen Berläumder und Schuft erklären. Jeder ehrliche und charaktervolle Mann, der nichts zu fürchten hat, tritt offen auf. Laibach, 81. Oktober 1876. (578) ,___________________________ Gustav LMP. Wiener Börse vom 2«. Oktober. 5P-rc. Rente, «ft.PaP? «> 90 dto. dto. «ft. in Silb. SS 7» 08-75 Sole»«» iss«, gitaft. lt«bu PrämienI». ». 1861 . 1SS-7S Wnu»«l«»t.-0d1. Siebenbürg. llugar» Fvttm». Lnglo-Bank . . . Lreditailstatt . . . Depositenbank. . ««comvte-ilustalt Franco-Banl . . tzandel«ba»l. . . «ationalbaul . . Lest. Banlgesellj, . Union - Bank .... «erkchr»k>ut MM-BaHn . . S««I rudWigtahn . . »01 71» io» — «ail, Slil.-B-Hn . . iss soIS7-«P «ais. Ar, Ioseflt . . lii — li«'-«taal«baha .... 7,-- küdbahn. . . 74 so 71-,5 71-»L 78S0 I47'80 E- «03 «I — 79.— Ware Si'lv «8 80 tvVbO ,»9- >18'- ir»-- 7, 717» 74'-147 d0 ««»' 804- kkLLÜdrt«»"«. j Beld Ware Allg. öft. Bob.-Sredit. I00-»ö US 78 dto. in »8 Z. Nation, o. w........ ttng. «od.-Sreditanst. ?rtorit»t--OK1. Kran, Iosef»-Bahn . Oeft. Nordweftdahi, . Eiebenbürger . . . . EtaalSbabn . . . . Südbahn L 8 Perz. dto. Bons 1.0»« Sredit - Lose........ Rudolf» - «ose .... (LW»U.) «ug»dnrg io« Mart Hranks. 1l»c Mar! . , Hamburg, , eondvn io Psd.St-rl. Pari» l«o Kranc« Lli»Q»SL. Kail. Enz-Dncaten »»-Francsstück . . . Deutsche Reich»bant. Silber . . 7S »0— »«»», 9« »0 SS LV SL 7« »07<> »7 — 1«» — 9« 1»S — 1»-»L 1»17« 49 SS i-97 9 9» «t-30 104 7» 91 — 87 »0 b8-7S 1»«-— 94-»d 154 -I» 1» 80 80 114 8» 49»» 5»8 9 »7 61 8» 10ö — telegraphischer Lurvbericht «M 81. Oktober. P»p1-r-Reqte gz. Silber-Rente 66 25 - 18ti0tt StaatS-Anlehen 108 85. — Bankaktien 810 Credit l46 4v — London 184 18. —. Silber 106'—. «. k. Münz- »ukaten S SS. - '«-Franc« Stücke S 95. - 100 «»tchs' «»rk kl SV. Vom Büchertische. „Fliegende Blätter an die! ltndler jen -von Curt seits der Berge" (Die Ultramontanen) v. Blankenwill, Zürich 1876. Ein tapferer, muthiger Ritter von Geist ist es, der da mit blankem, scharfem Schwert gegen die Römlinge kämpft, ein zweiter Hutten in moder-nem Gewand. Schon das folgende Motto signalisiert die Tendenz des 144 Blattseiten zählenden Druckwerkchens: „Freie Kirchenmacht Aller Freiheit — Acht, Kirchen-Negiment Aller Staatsmacht — End'!" Ernste Klänge dringen aus einer Collection von 131 Absätzen zum Herzen; der leuchtende Blitzstrahl, die beißende Geißel ist gegen den Batican und seine Handlanger gerichtet. Zur näheren Beleuchtung dessen citieren wir einige dieser Absätze: 3. Ihr erkläret mit dürren Worten, der weltlichen Herr-schast nur mit Vorbehalt euerer kirchlichen Pflicht huldigen, und Treue und Folge geloben zu können. Ist da nicht in der That euer Hochhöchster der Papst, uud wenn der Vorwurf euch zürnt und ihr dagegen euch sträubet, ist es Falschheit nur gegen die weltliche Macht und Verrath an der anderen sowie wieder ein Trugspiel gegen die übrige Welt, euer gewohntes Betrieb; oder, wie soll diese es reimen, wenn sie den Gehorsam einerseits kündigen, andererseits lehren euch hört; hat daS letztere nicht blos eine zeitliche Geltung, bis ihr versichert euch sühlt, daß ihr im ersten gesiegt; und wie kann es der Bürgertreue und Fügsamkeit frommen, wenn schon ihr sie dem Staate beliebig versagt, die ihr den anderen zum leuchtenden Vorbilde dienen solltet und als Hauptstütze des Staates euch rühmt! Welches Erdreisten gegen dessen oberste Hoheit, von euch sicher stets gar wohl und richtig erkannt! 23. Aus den Bergen thront das Licht, in der Gottheit Angesicht, und wenn in verweg'nen Reigen aus den Tiefen Nebel steigen, weisen, wachsam sür das Glück, Blitz und Donner sie zurück. Derart kämpseu auch im geist'gen Lebe», die sich auf die sonn'ge Höhe heben, — der Gesittung und des Wissens Boten — sür das noch viel höh're geist'ge Licht, w-nn sich ihnen Wolken, schwer und dicht, nied'rer Dunkel-sucht entgegenrotten. ^ , Ihr schlagt den Geist in Fessel und brauet Hexenkessel; ihr, einer Kirche Mannen mit der „Unfehlbaren" Namen, und die euch auch noch weiht, vor jeden Schranken seit; wer sollte da nicht klagen, nicht nahezu verzagen?! Doch treibt und müht euch nur; wir sind der Zuversicht, der Mensch hebt die Natur aus ihren Angeln nicht, und was aus ihren Händen, wird seinen Laus vollenden; und sonderlich der Geist, der sich so mächtig weist, trotz Foltern, Flammenherd und Ketten, Bann und Schwert! 30. Ihr bietet uns die Schule, Kirche und Ehe, und selbst die Freiheit süß in goldenen Schalen zu aller sel'gen Lust und Freude; doch wehe, weh' uns! Sie sind von ench sehr trügende Fallen, — und ehe man es sich nichts ahnend versieht, gerathen wir höchst trüber Wirrnis zur Beute, die allmächtig in grause Tiefen uns zieht, und ach, kein Hort, kein Retter steht uns zur Seite! Doch nein, wer wollte, könnte muthlos verzagen, so lange Nacht um uns dem Tageslicht weicht, so lange unser Auge ins Weltenmeer reicht und wir da» Weihemal des Menschenthums tragen?! O, dies wird, wie ihr auch zu kosen, blenden und schrecken, alles um und um zu wenden versucht, in seiner Höh' und Herrlichkeit bestehen, ja wachsen bis zur fernsten Zeit! 36. Der Herr gebot: „Es werde Licht!" doch ihr vertragt es schlechthin nicht. Wenn eine Leuchte sich erhebt, ihr bis ms Innere erbebt, und nimmer ruht, bis euer Gischt wild tobend wirkt, daß sie erlischt; damit nicht jemand eure Schätze des Heiis ins rechte Licht uns setze und niemand all' das Unrecht, Wehe und W>rre eurer Herrschaft sehe. Wer schaut «nd hört es nicht noch heute, wie viele eures Haffes Beute! ? 46. O, ihr prediget ewig Angst und Haß und Verachtung alles, was nnr im geringsten und fern liberal euch ' und findet nicht Rast und nicht Ruhe, tausend und beschoss' donnernd schleudernd allwärts; doch nach-erm die Welt mit Grauen und Schrecken erfüllet, da ^'e nach Sturm und Gewittergebraus, nur noch * Morgen, strahlt nur noch Heller die Sonne, chtet und zaubert nur noch höher und mächt'ger ihr Licht I 52. m,. GottesReich. _ , »-"rein Reich ist nicht von dieser Welt— doch euch ??"Mt nach Macht und Geld, und eben euch zu allermeist, 'hr die ändern auswärts weist; und überreich an Wold Macht ihr über uns're Ohnmacht lacht; dann klaget ihr noa, über Druck und treibt damit den ärgsten Spuck! 55. L Glaubens-Wahrheit. ^ einz'ger Glaube nur ist wahr, doch durch dessen Glauben ohne Zahl, und noch ver> "Art sich ihre Schar; wie weit soll dies denn annoch kom men, und wie soll es der Menschheit frommen I nn>. »,'.k d,e gold'ne Sonne sieht, erglänzt, erglüht und auf sie baut, ob rechts, ob links er dazu tritt, durch welches Farbglas er auch schaut; so werden wol, die Gott lobsingen und ihn in allen Lebenslagen nur wahrhaft stets im Herzen tragen, einst alle einen Platz erringen! Erwäget dies auch, Mutterherzen, und stillet eure Sorg' und Schmerzen, wenn ein geliebter Sprößling — nicht aus leichtem Sinn Recht und Licht, der und Uebermuth, im edlen Drang nach höchsten reinsten Herzensglut — wol jedem reinen Auge klar, und frei auch jedem immerdar, — oft manches anders wiegt und sieht, als ihr zu lehren euch bemüht, und Heil dem, der lichtdürsiend ringt, nicht muth-und rathlos uutersiukt! 64. O, ihr nennet die Bedenken gegen die Unfehlbarkeit: landesläus'ge Albernheiten. Damit wollt ihr Blinde lenken. Triumphiert nicht vor der Zeit; auch die Blinden — hören lauten! 124. Weihen. Ihr spendet viele Schutz- und Schirmes-Weihen an Haus und Hof, an Bilder, Palme, Ringe, an Thiere, Speis' und Trank und Silberlinge; o möchtet ihr zugleich — Verständnis beuen und nie in eitle, träge Ruhe wiegen, allwo nur guter Rath und That obsiegen! Ein offener, freier Ton ist's, der in diesem Werkchen spricht. Der Verfasser ließ seine Dichtung in Prosaform er-scheinen. Dieser Vorgang muß wol als ein Mißgriff bezeichnet werden; alsVerse gedruckt würden sich die Verse besser ausiiehmen und bei der Gedrängtheit des Ausdruckes leichter verständlich fein. Des Verfassers guter Wille ist zu loben, er führt die Geißel immer noch mit gewisser Rücksicht. Lobenswerth ist es, daß der Versafser den Reinertrag dieses Druckwerkchens dem Walther-Denkmale in Botzen zugedacht hat. Bestellungen besorgt die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg, aus Venedig I Originalflasche 25 kr. ö. W. Nur bei __________Apotheker, Wienerstraße. Laibach. (82) 10- Die Oauptnieäerkage in Rrain der Lmcntialmk in Markt TUn befindet sich zu Laibach am alten Markt Nr. IS (k. k. Tabak-Hauptverlag). : pr. 100 Kilo ab obiger Niederlage 2 fl. — kr. ö. W. „ 100 „ „ Bahn Laibach 1 „ 90 „ „ Alle Bestellungen sür direkten Bezug von Tüfser wer-den daselbst entgegengenommen, Muster aus Verlangen zugestellt und Auskunft bereitwilligst ertheilt. (167) 31 Anempfehlung Der ergebenst gefertigte Kunst- und HaPdelsgärtner beehrt sich zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß bei ihm Kränze und Bouquets jeder Größe zu jeder Zeit und aus den schönsten und frischesten Blumen, zu haben sind. Aach werden bei ihm die elegantesten Lorbeer- und Veilchenkränze verfertigt. Ferner steht er mit mehreren Hunderten der schönsten DecoratiouSpslauze» zur Verfügung und besorgt die elegantesten Tccoralioneu am Akerseelentage auf dem FrieShofe, bei Leichrnansbahrungrn, Bälle» und sonstigen Feierlichkeiten. 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Islles VIstt >81 elnreln fiii- 50 ki-. ru ksben. öei vsrtiien öestellun^en xelsllißst Zensus Lnßobe, ob 8t»6l- oder Vor»t»6t-8eits lies bstroissnäsn Kindes xemeint ist. Visse xetreu nsek o»t-krs.rroo »»od Lieiien-Ugbmen rur 2ieräs kür Lslgs, I^ündkiiuser. Loreiöor», ktotsis, (401) 14-15 Alini!»tur-Vit»nw »»es«cher. IllMkn-Dytz-, Meiß- linä Moäewllrm'^anäkung. ComgrcMah Nr. 2, empfiehlt für dir gegenwärtige Saison: Damen- und Kinder-Jacken, Nöcke, Mäntel, Negenmüntrt, Pellerinen etc.. Wiener Jutzhüte, Kommt- unä Fikz-Lüte, Vutzt>üub^»ea, Mokkeapotten, diverse (576) 2—1 in Damen-Mode-Gegen ständen in reicher Auswahl und zu billigen Preisen. Stellegesuch. Ein in der doppelten Buchführung und GefchäftScorre-spondenz vollkommen bewanderter, im besten Alter stehender Mann, welcher der deutschen und slovenischen Sprache mächtig ist und vorzügliche Referenzen aufweisen kann, wünscht bald-möglichst placiert zu werden. Geneigte Anträge werden unter M. M. IO« poste restsnts Laibach erbeten. (577) 3—1 Mkrlkibs-Drlichlki-kllde finden in der durchaus nnseliLällcb wirkenden von kr«tt» I» in «>«- (Schweiz) ein überraschendes Heilmittel sowol gegen Uliil«, als WHuttervo^llüII«. Zeugnifle und Dankschreiben sind der Gebrauchsanweisung beigesügt. Zu beziehe» in Töpsen zu ö. W. fl. 3'rO sowol durch G. Sturzenegger selbst, als durch die Landschasis-apotheke des Herrn E. Birschiy in Laibach. (574) 12-1 Dem Herr« Sraumeister der Kosier'schen Srauerei einen schönen Dank für die Behandlung der Binder und sür seine Binder-Beschäftskenntnisse. (572) 3-3 Die Binder. ^isver 1873 VorälsQstivöäaille. HieilirrlaKv äer k. k. LIslI» MUM von k<»8vndaum L kerelk bei 5. Ziselier i-sibsek, Kunäseküftsplstr k^r. 222. Verkauf ru IHbriköxreisen. kr eiscvnrsnte snk Verlanxen xr»tis. HM k'ür ecbüve nnä xute^Vsre vircl xsisvtiert, (>87) 9—8 Loeben bei IK. H. ILIt li-n,»), «L W < «i. «ttittke, K erscbienen nnä änreb »Ile Lnekdünälunxen 2u berieben: kostavs in uks.212L Ijuäsko Lolstvo. Ee^ehe unll Verorllmmgen lieg ^min. Vo^8^ukwe^N8. RerLusZkAödtzv vom Iti'siniseksn t.ski'sfvvrvl'ns. 414 Leiten. kreis ü. 1 50. Diese» Hsnäbueb äer irrsiniseben Volirssebnlxesetre entbält äen krutben-tisoben lext äer süinmmtliebo» keieds- n. I^näes-Volkösekulgesstrs, LrlLsse, Veroränungen unä linn ämsolinugen ete., äie ttir das IlsrMßtbnm Lr»in ßiltix siuä, nebst einem ensbültenä ä»s 6esetr, betreikenä äen 8cbntr! äer kür äie Loäenknltur nütriicden Vöxel unä äs« ^esetü, betreissnä ätzn Lcbntr äer Doäenknltnr gegen Verbeernnx änrcb Rsupen etc , unä einein alpbkbetiseb 8»vräneten kexister in beiäen I^näessxrkcden. Visse 6esetress»wwlunx, äie einsm lünggekUblten Keäürsnisse Lbrnbelken berufen ist, ist ein nnentbebrliebes I^üodseblsxebncb für äie Mtglieäer äer I^snäes-, Bezirks- unä OrtsscbuIrLtbs, iür I^sbrer unä I^ebrerinnen, sovie für »Ile, äie mit äer Sebnle unä ibren Organen in üwtlicken oäer xriväteii Verkedr komruen. (504) 8 Gedeuktafel rber die am 24. Oktober 1876 siaunndenden ^icitationen. 3. Feilb., Rojc'scke Real., Iablanic, BG. Feistriz. — S. Feilb., Prudik.scbe Real., Niederdorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Penko'sche Rea!.. Zareöje, BG. Feisiriz. — !^te Feilb., Princ'sche Real., To-polz, BG. Feistriz. — 2te Feilb., Fatur'sche Real., Za-gorje, BG Feistriz. LsImsM llp.Isnrei' Doeent äer Zak»nkeik^«aäe an äer Universität in 4traz, hält auch in dieser Woche in Laibach, „Hotel Clefant" Zimmer Rr. 35 und 36, ober dem Hausthor, 11. Stock, feine zahnärztlichen nnd Mhntechnischen Ordinationen. <566)3-3 MS. Jenen x. t Patienten, welche ungesehen allein in einem Hotelzimmer sich ordinieren und operieren lassen wollen, stehen solcke auf Wunsch — nach voriger Anmeldung beim Stubenmärchen — zur Verfügung. Dr. IniiLer» k. k. priv 2ubni>r!ipui'ute: Antifep-tikon-Mundwasser L Flacon 1 fl., eine große Schachtel Zahnpulver L 1 fl,, eine Dose Pasta ü, 80 kr. und ein Päckchen Pasta ü 30 kr., sind sowol bei ihm als bei den Herren Mahr. Birschitz und Lusinaro in Laibach zu bekommen. Muslrlrtv LlloQ rvit LooLt > a^8 oin vorlroMlekv» popvl»1r-moül, 1 > rtnisokog ompeolilsa vsräsQ. — I VorrLtlü» Ir» »UoQ LuotiLLnälungsQ, (544) 4 C°iv-M°h 0, ^g,M0MlH0, Juwelier, Gokä^ unä §ikberaröeiter, erlaubt sich dem p. t. Publikum in Laibach und in der Provinz anzuzeigen, daß er soeben aus den bestrenommierten Fabriken des In- und Auslandes die neuesten, elegantesten und modernsten Artikel in Kmelerr, GM- uml Iilkermbeiten erhalten hat. Auswärtige Aufträge sowie ave in dieses Fach einschlagenden Neu-arbeiten und Reparaturen werden auf das prompteste efsectiiiert. Juwelen, Perlen, Gold und Silber im Bruch sowie Antiquitäten werden zu den höchsten Preisen bezahlt. (551) 3—3 Für reelle und billige Bedienung bürgt das altrenommierte Häns <7. k^ür Xi-sin sinrig unä allsin vekl dsim Ksfontiglsnl liebst äsn Orlxiiiul-Iülilts IIr»vv-MLscbinen sind sbvnkaUs Lus-svkltssslivk bei mir Original-8ing6r unä Ki-over L Lakgr- LU I'g.brilrsxreisell en ßras L en äätLÜ erbiiltlieb. ^.usseräem Wbre stets nur beste aaslLn-äisebe ^»sebinen rin sebr ber-Lbxxesetüten kreisen, unä 2iv»r: 'VVbecler L 'Wilson, ürover L valcer «r. 19, rbe 1>ittle Wan-rer (letztere rruk Wuiijeb »me-rilrLnisebe), ^lor, 6orw»ni», ^Viloox Ä 6ibbs, Express, Lincoln, 6Mnäer LI»stie, >V»IK-müsebinen ete. ^Lcbxeg.bmt6 oäer gebrauebte susgelsulsne Llasebinen vLren unter vwstünäen um 20 bis IO kers. billiger ru baben, er-sobeinen äitlier momentan preis-. vüräiger, sivä über äsßegen um 50 Vorn, vemger vvertk, »Is oben LUßetilbrte ^ure. — Oaber Vorsiolit in äer ^usvsbl l Wer also eins solide gute Lls.sclii.os >vünscbt, venäe sieb vertrauensvoll Lv micb, icb bin vis seit .labreu bemübt, äurcb reelles Auftreten meinen onten liuk rin vkbrsn. t»nri>»tje reell. — auf Iik>te»LaIiluuj;eu. Laikael», ^,r. 168 Im Mrll^elieii »aase Loobrlodtunxsvoll ^ Detter. ^usErts nimmt mein Lsisenäer Herr .Inton krvbvnir ^nktrüZe bereitvillixst entgezen unä ertbeilt sueii ruzleicb äen erloräer-Ueben Dnterriciit 8e!lle, Zwirn, ^»äeln, Apparats, krustfsltenstrelfer etc. stets in erösstsr ^nsvsnl bäliZst vorbanäsn. Franz Our cd LllkLlIix ans Lnä«r«r yasll« LuktLuobsnäe OSsrto -Ivivk nLmiKvr kslivks war» sivl» Llvdt trrv liilirvi» rv lL»sen, ä«i»n sodo» «1er Lvsuvb meines rvtekkLltt^sa I-sxsrs ^ärcls «Iva ovlLtsvtsstvll ^Lbrbsitsdsv^eis iidvr It«5«rn > YSix/sr-, Druck oo, Jg. v. Kleinmavr L ffed. Bamberg. Berleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.