Nr. 51. Mittwoch, 4. März 1903. 122. Jahrgang. Mtmcher Zeitung. !'>hrig ^"?<>"»epreis: Mit Postverse nbuna: ganzjährig .W «, halbjährig 15 K. Im «onlur: aa»z. ^^> Iiatt'iiihrig il li. Fiir die Zlislellunc, i»z Hans uanzjiUirig 2 Iv, — Insertlu»onel,ül»r: Mr tleine w^ ''">«atr bis ;» 4 gsile» bN !,. ssws^re per Zelle 12 k; bei öfteren üviederholin^eii per Zeile 'i l>. Die «Lnibacher Zciiniiss» erscheint »änlich, mit A,i^nah,»e der Tom,,' imd Feiertag, Tic AdMli.lstrallon befindet sich Kongresiplau Nr. li, die zitrdc.ltiml Vnlmntinüasje Nr, N. Sprechstunden der Nedaltiu» u,.'» ,^ !M 1» Uhr vormittags. Unfrantierie priese werdcn nicht nx^enonüuen, Manilckripl^ nicht zillik.'lN'sleU Aichtamtlicher Teil. Mazedonien. )N -^r serbisch,.' Ministerpräsident, General Zinzar-^ u-tovic-, hat sich der „Neuen freien Presse" znfolge lrirs'?^ Unterredung über die Neformaltion Oester-^'Ungarns und Rußlands dahin geäußert, Ser- ^ ' ^Ue der geincinsaincn Aktion der Mächte mit !'lel,^^ entgegensehen, wenn es auch außer Zweisel sy^' ^si in die österreichisch-ungarisch-russische Ne-,^ ^^l) nur das Geringste dessen aufgenommen ^. ^ wcis die serbische Negierung zur Erreichung Lau ^, ^"l Zweckes sür imabivendbar und unum» leua ^ notwendig erachtete. Es könne jedoch nicht gc» Nei^^ werden, daß die erwähnte Neformnote eine ^,f .^^'fellos ersprießlicher Vesiimmungen enthält, ^e^ Forderungen der Serben übergehend, be-^llts s, ^" ^Ministerpräsident, das serbische Volt in ^ick^ '^ ^"^ Mazedonien wünsche und verlange ^ai^ ^^ ^^'^ Interessen der europäischen Groß-!c>rt> -^'^ndn'ie mnnderlnusen tonnte. Die Serben i^.^^ ^u' Anerkennung ihrer Bürger» und Men-'lcinv?^' ""^ '-'^ Wahrung ihres nationalen Besitz-^tr ^' ^^ vielbesprochene Autonomie Mazedoniens Lösn ^as serbische Voll' als eine unzweclmäßige k^,. ?6- I„ einein autonomen ^iazedonien halte d^ ^ ?"-' ^lei christlichen Völker, die es bewohnen, t>^_ ^rderliche Uebergewicht über die beiden an-^an^- ^^^en, das alles Interesse hat, mit dem otto-zu,, ?^'^ ^achbarstaate tunlichst gute Beziehungen f^ schalten, könne und loerde die eingeleitete Ne ^oti^ ^ ^^ ständiger sorgfältiger Wahrnng der Gt,' ""^ I,nteressen des serbischen Stannnes ruhig '"arten. lade^.^ "Fremdenblatt" weist darauf hin, daß ge- t,^ .^ unpolitische, rein adniinistrative Charakter ihyp "^'ll,^ichisch-russischen Neformuorfchläge, der ^lcilt Mißbilligung serbischer und bulgarischer ^äai? 6"Ml)t. die ^llstinmumg dos Sultans er-!>zz^uno gesichert hat. Sie haben anch den Beifall säst der gesamten öffentlichen Meinung Europas gc« funden, ^um erstenmale sei jetzt bestimmte Aussicht auf einen friedlichenUebergang zu günftigercn^ustän-den in drei großen Provinzen vorHunden. Mit dem Berliner Vertrage sei an die Stelle des ausschließlich russischen Eingreifens eine gesamteuropäische Fürsorge für die Bevölkerung, namentlich die christliche Bevöl-kcrnng, großer türkischer Neichsteile getreten. Tann kam jene enge Annäherung Zwischen Oesterreich-Ungarn und Nußland, welche die nene Phase der Äe-handlnng der Orientfrage kennzeichnet. Erst das öfterreichisch-ungarisch-rnssische Vorgehen habe auf die richtige Bahn geführt. Tic Schritte der beiden Mächte, die fest entschlossen sind, sich für die Durchführung dessen, was sie als nötig ansehen, einzusehen, und der Druck der übrigen Mächte haben erzielt, was bisher vergebens angestrebt worden ist. Tie einstige Tendenz Nußlands, das ottomanische Neich zu zerstören, sei durch die Tendenz, es zu erhalten, erseht, und der nenen Nichtuug entspreche das neue Verhalten. Das System der Ausarbeitung eines Neformplanes durch die zwei meistinteressierten Mächte und der Unterstützung durch die übrigen habe sich bewährt. Tas „Neue Wiener Tagblatt" betont, es zeige sich immer wieder speziell im Hinblicke alls Griechenland, von welch weiser Berechnung das Programm der En-tentenmächte gerade im Punkte des Ausschaltung der politischeu Tendenzen eingegeben war. Tas Hellenen-turn sei in ganzen Vilajets zumindest ebenso stark als das Bulgarentum vertreten, so daß es Tatsachen ignorieren hieße, wollte man sagen, Mazedonien sei bulgarisches 5/and. Wie Nnmänien so habe sich anch Griechenland in die Neihe derjenigen gestellt, welch<> wffsen, daß ihr eigenstes Interesse am allerbesten gefördert wird, wenn alles, was die friedlichen Lösungen auf dem Balkan stören kann, hintangehalten wird. Frankreich nnd Siam. Man fchreibt aus Paris: Tie Auffassung, als ob der in Paris am 7. Oktober N1l)2 zwischen dem siame- fischen Gciandwn und dom französischen Minister des Aenßern, Herrn Telcass«?, vereinbarte Vertrag nun-mehr nach dem Entschlüsse des Ministers, seine Ver° Handlung im Parlamente zu vertagen, zu uichte ae-macht worden sei, ist unzutreffend. Ter Vertrag bildet noch einen Gegenstand der Kammerverhandlnngen und es hat nicht den Anschein, als ob sich Herr Del» cass^ gegenwärtig seiner entledigen wollte. Die Lage stellt sich vielmehr folgendermaßen dar: Als Herr Telcassö im vergangenen Sommer mit !'ein siamesischen Gesandten über die Grundlagen des Vertrages verhandelte, der an die Stelle der Verträge von 1t^3 nnd lW(i treten sollte, glaubte er mit dein guten Willen und der freundschaftlichen Gefimnmg der Negierung in Bangkok rechnen zu dürfen. Der Vertrag von 1l)<>2 hätte bei beiderseitiger loyaler Aus« legung die Ursachen von Konflikten beseitigt und eine Aera der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Siam und Frankreich herbeigeführt. Allein feit der Nnterzeichnuug des Vertrages ist die siamesische Negierung den guten Absichten, welche die französische Ne-gierung durch die Unterzeichnung des neuen Vertrages kuudgegeben hat, durchaus nicht entgegengekom» men, sie hat vielmehr dem Vertrage eiue den freund» schaftlichen Intentionen desselben zuwiderlaufende. Anslegung zn geben versucht. Sie wollte die Vorteile desselben sich aneignen, ohne auch die ihr auferlegten Pflichten zu erfüllen. Tiefes Verhalten hatte eine erregte Stimmung nicht nur in Frankreich, sondern mehr noch in den französischen Besitzungen in ^ndo-Ehina zur Folge. Denn für das Gedeihen, die gewerbliche und wirtschaftliche Entwickelung des fran» zöfischen Gebietes in IndoEIiina ist es unbedingt er« forderlich, daß Siam die Beziehungen zwischen seinen Provinzen und den französischen Besitzungen erleich« tere. Beim >tönig Chulalongkorn und feinen Ratgebern fcheinen aber die entgegengesetzten Absichten uorzuherrschen, indem sie Siam immer mehr von Indo°Ehina isolieren wollen. Angesichts dieser mit dem Pariser Vertrage vom 7. Oktober v. I. nicht über-einstimmenden Bestrebungen hat der General°Gou- Feuilleton. Cicotto. Bon Mathilde Kerno. ^ ^ (Schluß,) ^schii/^ ^^rx'lnchen aber hatte grunzend den ^iopf «b(>s; ^ und war dann weiden gegangen. Wenn sich ^üt> " ^'schränkten Gemüte der kleinen ein Ge-^i>,<^l)lldet hail^ so vertraute sie ihn ihrem hu'It s'^.""' Alo sie am Abend nach Hanse gingen, ^chm wohl folgende Ansprache: ^tto"^'^ werden wir nach Hanse kommen und Ei-^Utl^?? sich in den Stall legen, dann wird ihm ^'uttl!,> ^""'"liua >"n Nachtmahl bringen, dann wird khr ^ ^tind zu Boden, und dieses erhob fich xiwist ^"^Ul mit Steinen. Tas war ihr einziger ^niilitt ttiM,^>> '" ^ ^'"^ war schlecht und Pascalina Tir alt ^" '"chll'l der „Noten" unbarmherzig, ^'esli k >>ungsor luard nnerträglich'. sie stritt mit 'unices .^^'U' Gärtner, mit ihrem Bruder, mit Ea-liatte iV '"'t ^^'^' aanzen Welt. A,n Sonntag vorher ihr?.- ^ ,"' Pfarrer die Absolution verweigert wegen ^ulausbrüch,. boid«.',/^'"""rtig ^'gnele es ohne Unterlaß und die H^'M '/"^'uude tamen ganz durchnäßt voui Felde '" Nch zu schützen, bedeckte sich Eanituccia unt ihrem Stüä roten Tuches den >lopf und schritt im bloßen Hemdchen, vom Wind gepeitscht, durch den Kot und durch die Pfützen und rief ihrem Gefährten zu: „kaufen wir, schönes Cicottochen, laufen wir fchnell, denn es regnet und ich bin ganz durchnäßt, bansen wir, damit wir uns beim Feuer trocknen köuuen." Oft aber war das Feuer fchon erloschen uud Eani-tuccia legte sich in ihren nassen Sachen schlafen. Im Monate September lief das Gerücht, daß Maria, die „Note", in Eapua am Typhus gestorben sei, und der Pfarrer tadelte in seiner Sonntagspredigt ihr Be-nehmen, so daß Eorketta und Nicoletta, die ähnliche Streiche am Gewissen hatten, ganz rot wurden. Alan teilte auch Eanitnixia die Nachricht von dem Ableben ihrer Mutter mit, aber sie verstand das nicht nud stand nur mit dummem Gesichte da ... Iu diesem Monate war Eicotto so dick, daß er weder mehr laufen, noch auf die Felder geheu kounte: er spazierte mit ernsten Schritten umher. Tas erste« mal, als Eanituccia ihn allein ließ, um in den Wald Holz anflefen zu gehen, brachte sie ihm Eicheln in ihrer Schürze mit. Bevor sie ansging, nm uach ihren Geschäften zu sehen, sagte sie ihm „Guten Morgen", und am Abend, wenn sie heimkehrte, galt ihr erster Gedanke ihm. Sie war ganz entsetzt, daß sie ihn so dick sah, während sie so mager blieb wie c-in Stäbchen. Als sie an einem Tezembcrabcnd vorn Brnnnen zurückkam, fand fie den Pfarrer, Nicola Passaretti und Ere^ceuzo Zamza in lebhafter Diskussion: die drei Mäuner gingen dann zn Eicotto, besichtigen ihn u nd begannen von neuem ^zu streiten. Am nächsten Tage aber sah sn' Sa-batino den Metzger und Nosaria, die ^"^^ sparo Nossis, kommen. Große Bewegung heMchtt 5aus und Hof: auf dem Herde stand ein großer ,^s,l und überall herum Schüsseln Becken, Enner »nd Kasserolen. Pascalina, Tema nnd NoMia hatten die Nöcle hoch gesteckt und große weiße Schürzen vor. Sabatino ging mit wichtiger Miene umher. Eani-luccia fah das alles, ohne zu verstehen. Ganz leis« fragte fie Teresa: „Was gibt es denn heute abend? V" „Es ist Weihnachtswoche und wir werden Ei» »,otto abstechen." Ganz bestürzt kauerte Eanituccia beim Hofein« gange nieder. Sie, sah, wie Sabatino und Nicola Eicotto herbeischleppten, der verzweislungsvoll grunzte und mit aller Gewalt nicht sterben wollte. Sie sah, wie das Mch'or sich in den Hals ihres Frcun< des senkte uud daraus ein Strom von Blnt aufspritzte. Sie sah, wie der Metzger ihm den Kopf rund um den Hals abschnitt und ilm alls eine Schüssel in die Mitte eines Kranzes frischer Lorbeerblätter legte. Sie sah, wie man den Körper in zwei Teile schnitt uud unter Freudenjubel auf der Wage abwog. Sie bieb im Schatten, in ihrem Winkel in der eisigen Nacht, ohne sich zu rühren . . . Man rief sie in die Küche. Nosaria nnd Teresa fertigten mit kleinen Trichtern Würste an, Sabatino nnd Erescenzo bereiteten die Schinken nnd den Speck, während Nicola den Kessel überwachte, in dem sich die weißen Speckstücke iu Fett und Schmalz verwandelten. Pascalina röstete an einer Ecke Blut in einer Pfanne. Alle plauderten fröhlich, die Gesichter von, Feuer und von der Arbeit gerbet u^'oa igt von der Freude an den. Fleisch, den, <"1 ^ ' Iluck, r^V7'^a^l^7Pa^u!^n!^das ^ /^t"dem'v^ergel>enden Tage mchts gegessen , bc und daß doch ein Festtag ie>, und s.e nalmi em Stück Brot, breitete darauf einen Gössel gerösteten Blutes aus, reichte es ihr und sagte: „Ta hast du, Kleiue, iß das." Eanituccia aber, die fast vor Hunger verging, wies mit einer einfachen Kopfbowemmg die Gabe zurück . . . Iaibacher Zeitung Nr. 51. ^__^_^^______________ ^6 4. März 1903. verneur von Int,o.Chma, Herr Veau, den Vorschlag gemacht, der siamesischen Regierung Gelegenheit zn geben, ihren guten Willen an den Tag zn legen nnd ihr die Eröffnung zweier Eisenbahnlinien zur Herstellung von Verbindungen zwischen Siam und Indo» China zu empfehlen. Dieser Vorschlag bildet nunmehr den Gegeilstand des Studiums seitens des Ministers TelcaM und aus diesem Grunde hat er die Kom° mission der Kannner ersucht, im jetzigen Allgenblicke die Verhandlungen über den Vertrag von 1902 zu vertagen. Wenn sich Herr Delcasss, wie es den An° schein hat, den Anträgen des Hern: Veau anschließt, werden neue Verhandlungen geführt werden müssen, von denen da? Schicksal des französisch-siamesischen Vertrages abhängen dürste. Ob diese neuen Verhandlungen in Paris oder in Hanoi stattfindeil werden, ist zwar noch unbestimmt, man hält ab«- ersteres für das Wahrscheinlichere. Politische Ueberficht. Laibach. 3. März. Die „Oesterreichifäle Volkszeitung" bezeichnet es als einen weiteren Schritt auf dem Wege der Neal° Politik, wenn die Deutschen nunmehr offen, er. klären, daß sie mit Ernst und Nachdruck einen L a ndsm an n m inister verlangen. Obwohl über den Zeitpunkt wie auch über die Person noch nichts bestimmt ist, stehe doch grundsätzlich fest, daß die Schaffung des Postens eines deutschen Lands manummisters in die Neihe der ernstesten Forderun gen der Dentschen gerückt ist. Der Abgeordnete Doktor Chiari plaidiert in einer Zuschrift an das Blatt dafür, daß eine solche Stelle möglichst bald geschaffen werde. Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Dr. Kaiser sieht in der Ernennung eines deutschen Landsmannministers ein wünschenswertes „Gegengewicht gegen die slavischen Mnister". Die deutschen Parteien müßten sich über die Forderung eines Landsmann-Ministers nnd über das, was er zu fordern hat, mög. lichst einigen; solange sie sich untereinander befehden, werde anch ein deutscher Landsmannminister nicht viel nützen. — Der „Deutscheu Zeitung" erscheint die Frage eines deutscheil Landsmannmmisterporte-feuilles nicht mehr aktuell, seitdem „Parteiranküne" die deutsche Gemeinbürgschaft zerfchlagen hat. In Lobositz fprach am 2. d. M. Abg. Dr. EPPi n ger über die poIitifche Lag e. Er kritisierte in sä)arfer Weife die Obstrnktion der Iungczechen, trat im Sinne der Anschauungen der deutschfortschritt' lichen Parteigenossen im Abgeordnetenhanse für die Aenderung der (heschästsordnnng ein, besprach das Hinübergreifen der Czechen von dem nationalen ans das wirtschaftliche Gebiet, wobei er auch die Förde-rnng einer Generalratsstelle bei der Oesterreichisch^ ungarischen Bank berührte nnd wies Zugleich auf die czvchische Hetze gegen die Böhmische Sparkasse hin, Eine Verständignngsaktion hält Redner so lange für aussichtslos, als sie unter einer Pression der Czechen sich vollzieht; bei Verhandlungen mit ihnen müsse man deutscherseits die Forderung klar präzisieren. „Hlas" empfiehlt den Jung czechen, sich an den Polen ein Beispiel zu uehmen, die sich durch ihren praktischen Blick und ihr kluges Vorgeheil eine dominierende Stellung im Parlamente wie im Neiche geschaffen haben. Wolle die jnngczechische Partei eine wenigstens annähernd ähnliche Position erringen, dann müsse sie durch Anschluß an die anderen slavischen nnd die deutschkonservativen Parteien eine feste parlamentarische Mehrheit zn bilden snchen. Solange diese nicht bestehe, sei in Oesterreich eine andere als eine Beamtenregicrung nicht möglich. Ill Beantwortnng einer Alifrage des Dep. Su» mein, betreffend das Gerücht, daß gemäß den Bestim-innligen des Dreibund - V e r t r a g e s jede territoriale Vergrößerung Oesterreich Ungarns gleiche wertige territoriale Kompensati o n e n zn Gunsten Italiens im Gefolge hätte, erklärte in der italienischen Kammer Unterstaatssekretär des Aenßern, Bacrelli, er würde, indem er die Frage im bejahenden oder vemeineiiden Sinne beantworte, be-kannt geben müssen, was der Dreibnnds°Vertrag eilt-halte und was er Nlcht enthalte. Da aber dieser Ver>-trag ein geheimer sei, bedanere er, keine Antwort erteilen zu können. Die Nachrichten über weit gedieheile Verhandlungen zwischen der englischen und der französischen Regierung, welche die beiderseitigen Besitznngen in Nordafrika zum Gegenstande haben lind eine endgül tige Vereinbarnng, betreffend Marokko nnd A egypten, in sich fchließen follen, finden, wie man übereinstimmend aus Paris und London meldet, all nnterrichteten Stellen keinerlei Vestätignng, Die finanzielle Lage der Vereinigten Staaten Amerikas ist seit langem schon sehr günstig nnd die Einnahmen des Staates übersteigen seine Ansgaben nm ein Betracht!iäM; so ergab sich für den abgelanfenen Monat Februar wieder ein Einnal),nenüberschuß von rnnd 5 Millionen Dollar. Tiefe finanzielle Lage wnrde fchon zu lmederliolten malen anch im Kongresse erörtert, und im Senate erklärte nun der Republikaner Aldrich, seine Partei werde in der nächsten Session, wenn der Staatsschatz emen Ueberschnß aufweise, auf eine Verringern»« der Einnahmen hinwirken. Tagesueuigteiten. — (Marconi übertroffen?) Mail tonnte e6 für einen Karnevalsscherz halten, lvenn man es nicht in der „Westminster Gazette" lesen würbe, bah sich eine englische Gesellschaft zur Ausnutzung ber Patente Armstrong Orling gebildet hat, bas heißt eines Patents zur Vereinfachung ber Telegraphic unb Telephonic. Mit ihren Apparaten ohne Leiter oder ohne Draht vermögen angeblich die genannten .Herren Votschaflen auf Hundcrle von Metern .zu cnlsenden ober eine Lampe zn entzünden, indem fic den Boden als einzigen Leiter benutzen. Man lann nach dem neuen System ohne jede spezielle Einrichtung, ohne Mast, ohne Stangen durch den Aoden auf jede Entfernung unter 7 bis 8 Kilometern telegraphieren oder sprechen. Die Ausrüstung der Apparate ist auf das Nötigste beschränkt und lann ohne Mühe in einem gewöhnlichen Zigarrenlistchcn untergebracht werben. Der Äoben dient allein als Leiter, und es genügt, den Sender mit demselben durch einen Draht mit ^ Wasser- ober Gasleitung in Verbindung zu bringen. 7 vollständiges Telephon lostet nur 100 Franken. Durch "^ neue englische Erfindung ist die komplizierte FunkenteW phie vollständig in Schatten gestellt. Aber erst abwarten. — (Der Spazierstock des Kandiba^ Man schreibt aus Paris: Eine Hauptqual der Kandis bei den Parlamentswahlen ist in gewissen Gegenden 3^ reichs die Sitte des zMit vori-c. Wo immer man vorsp^ muß man ein Gläschen Schnaps trinlen, und da ber K<>^ dat an allen Häusern anklopft, wo cin Wähler wohnt, so!^ er fich während ber Wahlkampagne zur Vertilgung ung^ licher Quantitäten Alkohols genötigt, bie seinem ^W gerade nicht förderlich sind. Ein bei der letzten Wahl ine!" Departement Mittelfranlreichs a/wählter Deputierter feinen Kollegen in der Deputiertrntammer gezeigt, wie el^ von bicscr Tortur befreit. Der Mann führt bei seinen^ tationsdeslichen einen hohlen Spazierstocl mit, dessen "^ ein Hundctopf mit geöffnetem Maul ist. Nach jedem Gla^ bringt der .ttanbidat diesen Stoägriff an den Mund^ entleert ihn von dem darin zurmlbchaltenen Alkohol. 3la<^ wird dann das untere (5nbe abgeschraubt, und der von Pariser medizinischen Fakultät für Gift, von Professors claux aber für ein Nahrungsmittel erklärte Stoff läufig aus. So ist ber Mann gewählt worden, ohne sich !^ Magen ruiniert zu haben. ,, — (Teure Erdbeere n.) Man schreibt aus P^ 24, u.: Phy'SriAhadha ist ein siamesischer Herr, der" großem sfuße zu leben gewöhnt ist. Von seiner ^gie^,. wurde er unlängst als außerordentlicher und bevollmä'ctM, Gesandter nach Paris geschickt, nm den neuen franlo-sia^ scheu Vertrag zu unterzeichnen. Iu diesem Behufe st^ die Negierung von Siam ihn wahrhaft königlich aus Uw> öffucte ihm cine» „unbegrenzten" Credit. Trotz dieser „ , Personenzug nach Moskau Hal cnn Freitag den Endp^ der Bahn in Port Arthur verlassen. Visher mußte ein ^ ber Reise auf dem Schiltaflusse unb auf bem Am«l > Dampfschiffen zurückgelegt werben. Dieser erste Zug l" Probezug, der reguläre Verlehr wird im Juni eröffnet- Vie rote tocke. Kriminalroman von Gruft von Waldow. (Fortsetzung.) Am Morgen dieses Tages, als Frail Müller ihre Tochter anf den Bahnhof begleitet und Wenzel das Hans verlassen hatte, um die notwendigen Einkäufe zu machen, hatte Lucian, den günstigen Moment benutzend, sich ill das Zimmer der Wirtschafterin ge-fchlichen, das diefe in del' Eile zn schlichen vergessen haben mochte. Er hatte nicht ohne Mühe die verschlossene Glaötür, vor der die Kommode stand und die nach der Vücherkainmer führte, mit dem im Schlöffe steckenden Schlüssel anfgeschlossen nnd da die Tür sich nach der Vücherkammer zu öffnete, gelang es ihm cmch jetzt mit einiger Anstrengnng, sie in den rostigeil Angeln zu bewegen. Mit unheimlichem N^reischen öffnete fich die Glas-tür. Lucian starrte zusammenschreckend nach der Frail auf dem Sofa, aber sie rührt».' sich nicht- die weckte kein Geräusch mehr auf. Lucian fuhr sich mit dein feinen Natisttnche, das er aus der Vrusttafche feines Ueberziehers genommen, über Stirn und Wangen, anf denen der Schweife perlte. Dcn Mord hatte er begangen, wenn ihm aber jetzt dic Kraft fehlte, den Naub an der Leiche anszuführen, dann war das Verbrechen umsonst begangen worden. Nein, mehr noch! Wenn man die ihn kompromittier renden Papiere lx>i der Leiche fand, ging ihm nicht allein ein Vermögen verloren, fondern der Verdacht des Mordes traf ihn. „Mnt!" flüsterte er nnd schob mit Anspannung aller seiner Kräfte die Kommode so llx'it beiseite, um in daß Ammer der Wirtschafterin dringeil zn können. Wie es ihm gelang, die .Nette von dein Halse der Leiche zn lösen lind dieselbe „lit dein daran befestigten Ledertäschchen an sich zn nehmen, Lncian Frieoheim hätte es später niemals zu sageil vermocht. Dann zwängte er sich wieder dnrch die enge Oeff° nung, schob die kiommode an ihre», früheren Platz, verschloß die Air wieder und stürzte ans der Viicher-ka»„ner und durch das Vorhans. All der Haustür angelangt, lauschte er einen Mo-inent. doch kein Schritt lies; sich vernehmen. Jetzt galt es schnall zn sein. um nicht vielleicht m-it dem heimkehrenden Wenzel zusammenzntreffen. Leise öffnete er die Haustür- die Oasse war leer; er schlüpfte hinaus und eilte hastig dem Schottenringe zn. D<'r Nachtwind kühlte seine brennende Stirn; er lüftete den Rock, denn es war ilnii, nls müsfe er er« flicken. „Sie hat es so gewollt!" mnrinelle er vor sich hin. „Und ich muhte «'s tun, sollte der erste Mord nicht umsonst geschehen sein!" 23. N a ch derTat. Erst gegen dreiviertel nach zehn Uhr betrat Wenzel Grisczek ill sehr verdrießlicher Stimmung das Halls seines Hernl wieder, Es war ihn, nicht gelungen, den bewnßten Brief ail seine Adresse zu befördern, so viel Mühe or sich anch gegeben hatte. Ter Dc'tektiv Vergc'mann war in der Silbergasse zn Töbling nicht ansznfinden gewefen und ebenso wenig im Theater ail der Wien erfchienen. Das war aber sehr natürlich, da sich derselbe gar nicht in der Nesidenz befand lind Lncian von Friedheim dieser Umstand sehr wohl bekannt war. Wenzel hatte sich noch dadurch sehr verspätet, , er sich schließlich an dem engeil Ausgange des ^, ters wie eine Schildivache aufgepflanzt nnd " Passanteil aufmerksam geinnslert hatte. .. u 111 übelster Lanne pochte er nnn an die Tül , Wirtschafterin, doch da er keinen Bescheid erhielt,^ melte er ärgerlich vor sich hin: Ä „Die hat fich schon anfs Ohr gelegt, ohne > darum zu kümmern, ob die Hausleute daheim ') Immer nachlässiger wird die Alte und nun 3^ ^ Fräulein Tochter — heiliger Wenzeslaus — ha^ doäi bald nicht ein so hochnäsiges Ding gesehen! ^ daß sie fort ist; die hätte hier gerade noch g^ Wenn ich der Herr wäre, würde ich die noble H. Hanshälterin. die ihre Tochter auf Reisen sw^ kann, dem Mädel nachgesandt habeil. Aber da ^ die Hailsglocke; das wird der Herr sein!" ^ Damit eiidote Wenzel sein Selbstgespräck beeilte sich, zn öffnen. .^ Es war allerdings der Baron, dem er nun 1^ Mißerfolg bezüglich des erhaltenen Auftvches teilte. p Herr von Friedlieim schien sehr unangcneh!^ von berührt; dann sagte er nach knrzem Nachde^, „Kommen Sie hinauf. Wenzel, in mein Arv. ziminer; ich l,abe Ilmen etwas zn fagen, will ind nicht, daß es von anderen Ohren gehört wird." ^ Damit wies er mit der Hand nach del' ^ schafterin-Stube. ..< Wenzel zündete eine Kerze an nnd folgte se' Herrn. ^, Oben trat Lucian ail seinen Schreibtisch, "/ in den dort aufgeschichteten Papieren und sprach' ^ fich nach dem in respektvoller Entfeiilnng hintel stehende» Diener nmznwenden: ,___Lllibacher Zeitung Nr. 51._______________________________________419________________________________________________ 4. März 1903. LolllI- und Provinzial-Nachlichten. ^as neue k. k. Gerichtsgebäude und Gcfangenhaus in Laibach. (Fortsetzung.) ^ ' Alle Räume sind, wo es der Geschäftsbetrieb erheischt, . V^ ^gnalleitungen und Hausielephone untereinander und "u> mit dem Gefangenhause verbunden; in der Präsidial« ^zlei und bei der Staatsanwaltschaft befinden sich außer-^n Telephonstellen für den städtischen und auswärtigen H ^vn den besprochenen Grundsätzen geleitet, erfolgte die lte^lung und Zuweisung der Räume in nachstehender y . Iln Erbgeschosse befinden sich vor allem die bezirkst . glichen Kanzleien, und zwar gelangt man durch das ^uptlor in der Gerichtsstraße rechts: Zur Einlaufstelle, zu -^ Abtriluilgen 1. und VIII. für auherstreitige Rechts-/,^"' zum Bezirlsgerichtsvorstande und den Abteilungen > und III. für Streitsachen. VI. und VII. für Straf-li^ ^^^ dazugehörigen Verhandlungssälen, die strafge- ,M,ch<^ Kanzleien stelln mit dem Gefangenhause durch k^.^ang in Verbindung, so dah die bezirtsgerichtlichen ^"itlinge von und zu den Verhandlungen und Verhören auf M festen Mge, ohne hiebei mit ^den Parteien in Be-. Mng zu kommen, vorgeführt werden können. Die Kang-^°llei dieser Abteilungen sind auch durch den in der Mi-.^'estrahe gelegenen Seiteneingang zugänglich. Recht» vom > ^teingangc befindet sich noch der große Verhanblungs-^l fiir Uebertretungen und daneben ein Zimmer für die ein ^' ^lnts vom Haupteingange und auch vom Seiten- «gange ^,^ yer Cigalegaffe aus zugänglich sind die Kanzc , "l der Exetutionsabteilung V, der Kanzleileitung und ^. ^tlbbuches, der Zustellung»- und Exctutionsabteilung, bt«^ gleichzeitig auch die Geschäfte des gerichtlichen Außen- «hehres für das Landesgericht versieht, und das Grundbuch ^"gebracht. In demselben Flügel mit dem Eingänge in ^ ,^galegafsc befinden sich auch das l. t. Hauptsteuer- und 7.' Ltrichtlich« Deftositenamt. Nie bereits l^ei der Vaubc« ^'bung erwähnt, liegt in Ser Hauptachse der Südfront des «gHschosses auch der Schwurgcrichtstratt, Der Eintritt des h"°ulums in den Saal mit dabei befindlicher Garberobe lick ^ ^ ^^ ^^ Haupttor in der Gcrichtsstraße; nörd-^ dom Saale an einem gegen den westlichen Korridor des "geschosses mündenden, mit einer Türe, zu welcher der Iu-^"g von der Millo8wstlllße aus geschieht, abschließbaren ^Ngt gelegen, sind die für die Geschwornen, Richter, den y,^!^?"walt, die Zeugen, die Sachverständigen und die h.^diger bestimmten Zimmer und die Zellen für die ver-. >ee durch einen für den Zutritt des Publikums nicht offe-«rl .' ^^^'^ Stockwerke mit dem Zugänge über die rechte ^ ^ große Halle des Erdgeschosses angrenzende Haupt-«f^ befinden sich im Mittel-Risalite der Hauptfront der yj °e Verhandlungssaal f^^ ^s Landes- als Erkenntnis-^'chi m Strafsachen samt Ncratungs-, Verteidiger- und tz^enzimmer. daran anstoßend im östlichen Flügel die k. l. t^^anwaltschaft. das Ordinationszimmer für die Ge-^"Uzte und die Kanzleien der Untersuchungsrichter (Ab-Zungen VIII.. IX. und XI.) samt dem Zimnur für h l^ra d^^^. mittelst eines Ganges stehen damit in Vcr-s^?"ng die drei Zellen für das Verhör mit den Untcr-^z ^gefangenen, welche unmittelbar aus dem Südtralte !chtt Typenhauses durch den mit eimm Gittertore ab« >^°baren Gang bor- und abgeführt werden. "Ist Hrau Müller schon zur Ruhe gegangen?" si» "?' bie macht sich bequem, Herr Baron, denn ick Mief schon, als ich heimkam und zwar sehr fest: ' "vpftr an ihre Tür, ohne sie erweck«: zu können." "Sonderbar!" «.., "Das nun eben nicht", sehte der Portier mit ^^fchem Grinsen hinzu, „denn der Nachtrrnnk, den U?" Wüller zu sich nimmt, macht Schlaf. Limonade ° freilich nicht, sondern der gute Vöslauer." h „Go, so! hat sie diese kleine Schwäck)e? ÄAm, si/ Möchte noch hingehen, aber ich habe Angst, daß ks ^ Um etwas Schlimmeres handelt." "lllh — dachte ich's doch l" "Ucian wandte sich hastig um. "WaH dachten Sie, Wenzel?" ' tze» "^' "lchts für ungnt, ich weih freilich nichts tz^UeL. aber daß eine dienende Person stch so viele lv^""lsse aoinacht haben soll, um die Tochter wer ^n wohin in eine fein« Pension zu schicken, das will ^ lncht in den Kopf." 'ch cv'^"u, Wenzel, wenn Sie so denken, dann kann yes. en anvertrauen, weshalb mir so viel daran !b? 3^ war, den Detektiv Bergemann heiüe noch zu ^UI^' ^w fehlm nämlich fünfzehnhundert "^chls Maria!" "^till, Mann, schreien Gie doch nicht so!" ein '^ ^ Herr Baron, das ist ja sckirecklich! Ich bin tzil^ ^ Mensch, vor nur können Sie Gold un5 H^N' "l Haufm liegen lassen, ich würde mir eher die nn^"^'"men, als etwas anrühren —" '-^r verdächtigt SW dmn?" U,^ '(^"' ^^n im Hunse ettvas fehlt, trifft es jeden, "e Gedankm sind zollfrei!" (Fortsetzung folgt.) Ein an der Norbseite des Gerichtsgeba'ubeS befindlicher Gang verbindet den Ost- und Weslfliigel und somit auch die Kanzleien der Untersuchungsrichter mit den im letzteren gelegenen Kanzleien der strafgerichtlichen Abteilungen VI, VII und XII und deren Vorsitzenden. An diesen Korridor grenzt auch die Echreiberabteilung und lithographische Anstalt und das Haftlolale des Exelutionsgerichtes. Die genannten Abteilungen find auch von dem Seiteneingange in der Cigale-gasse, die im Ostflilgel untergebrachten Kanzleien vom Sei-teneingange in der Milloäi5straße unmittelbar zugänglich. Ueber die linle an die Erbgeschohhalle grenzende Hauptstiege gelangt man zur landesgerichtlichen Einlaufstelle, zum Lan-dcsgerichtspräsibium und Gremialsaale, zur Kanzleidireltion und landesgerichtlichen Gelb buch stelle. Im zweiten Stockwerke befinden sich in gleicher Gruppierung fämtliche zivilgerichtlichen Abteilungen (I, II, III, IV) des Üandesgerichtes, die Landtafcl, das Grundbuch für die Stadt, das Verg- und Eisenbahnbuch, das Handeln und Ge,wssenschafi«register. das Notariaisarchiv, die Bibliothek und die Veihandlungssäle für Zivilrechtssachen nebst den dazugehörigen Neratungs-, Advokaten- und Zcugenzimmern, In jedem Stückwerke gibt es auch eine Registratur für die in demselben untergebrachten Gerichts»- und Kanzleiabteilun-gen. wahrend sich die besonderen Archive des Landes- und Bezirksgerichtes im Kellergeschosse befinden. In der links im Hauptvestibül neben dem Haupttore gelegenen Portierloge befindet sich auch eine Stempelverschleih-stelle für die Bedürfnisse des Geschäfts- und Parteicnver-tehres,- dem gleichen Zwecke dient ein an der Hauptfront des Gebäudes am Kreuzungspunttc der Gerichts- und Mitlo^i?-struhe angebrachter Vriefeinwurflasten. An die Nordseite des Gerichtsgebäubes schließt sich das mit diesem durch Korridore verbundene, in Kreuzform gebaute Gefangenhaus an, welches aus einem Kellergeschosse, einem Erdgeschosse und drei Stockwerken besieht, zu denen zwei abgesonderte Stiegen führen. Sämtliche Decken sind aus Beton nach dem System Monier ausgeführt, die Wohn-räumc mit hartem Vrettelboden, alle übrigen Räume mit weichem Schiffboden versehen, die Gänge und Aborte mit Zementplatten gepflastert. Im Kellergeschosse sind die Dampftesselanlagen für die Zentralheizung, die Bäder samt Kessel, eine Kochküchc samt Kessel- und Nebcnräumcn, der Desinfektor mit Dampfbetrieb, vier Disziplinarzellen, die komplett eingerichteten Wertstätten für Tischler, Schlosser, Schmiede. Buchbinder. Schneider und Schuster, und die Depots. Die Zellen (Arreste) für die bczirlsgerichtlichen Häftlinge befinden sich im Südtralte des Erdgeschosses und stehen durch den bereits erwähnten mit einer Gittertüre abgeschlossenen Korridor mit den strafgerichtlichen Kanzleien des Bezirksgerichtes in Verbindung. Die landesgerichtlichen Häftlinge sind im übrigen Teile des Erdgeschosses und in den drei Stockwerken verteilt, und zwar befinden sich im nördlichen, panoptisch angelegten Trakte die Zellen für Einzelhaft, im südlichen, östlichen und westlichen Trakte die Zellen für Gemcinschaftshaft und — jedoch räumlich geschieden — für Untersuchungshaft. Die Zellen für weibliche Gefangene sind im nördlichen, jene für jugendliche Sträflinge im westlichen Trakte des dritten Stockwerkes gelegen, woselbst sich auch das mit den neuesten hygienischen Einrichtungen ausgestattete Gefangenhausspital mit einem Belegraume für 24 Männer und 8 Weiber, das ärztliche Ordinationszimmer samt Apotheke, die Bäder für Kranke, znxi Isolierzellen und die geräumige Kapelle samt Sakristei und Vorraum befinden. Im Südtralte des Zweiten Stockiverles ist ein geräumiges Echulzimmer und daneben das Lehrerzimmer samt Häftlingsbibliothel. Das Gefangenhaus hat einen Normalbelegraum für 380 Häftlinge, darunter 74 in Einzelhaft; im Bedarfsfälle können auch 500 Häftlinge untergebracht werben, es ist so angelegt, dah es sich ohne gröhere bauliche Umänderung auch zur Verbühuna, von Strafen nach neueren Strafsystcmen eignen wird. Der äuhere Zutritt in das GefangenhauZ kann durch vier Tore geschehen; hievon sind jedoch drei stets geschlossen, und vollzieht sich die Ein- und Ablieferung der Häftlinge und der sonstige nach der Hausordnung zulässige Verkehr lediglich durch das grohe an derOstseite in der Milloöiöstrahe gelegen« Haupttor. welches durch einen Gang zu den inneren Räumen führt, und zwar zunächst zu den im Erdgeschosse für die Aufnahme und Umkleidung der Eingelieferten bestimmten Raum und den Einlieferungszellen. Sämtliche Gänge und Flügel sind mit schweren sowie bei d vouin zelebriert. Der Feier wohnte in der Kirche eine überaus große Anzahl von Andächtigen bei. Den Schluß der Feierlichkeit bildete ein Nachmittagsfestgottesdicnst mit anschließender Prozession, an welcher mehr wie 3000 Personen aus allen Kreisen der Bevölkerung teilnahmen. —ik. — (Das Jubiläum des heiligen Vaters P a p st Leo XIII) wurde in Gurlfeld mit einem feierlichen Hochamte in der Pfarrkirche begangen, welchem der Herr t. l. Vezirlshauptmann Oreöel mit mehreren Beamten, Deputationen des Vürgerlorps und der freiwilligen Feuerwehr, die Schuljugend der Volks- und Bürgerschule mit den Lehrkörpern und eine größere Anzahl Andächtiger beiwohnten. —o. — (Verliehene In v al i de n st i f tun ge n.) Die Landesregierung für Krain hat die Erträgnisse der in Erinnerung an den am 11. März 1857 stattgehabten Besuch der Abelsberger Grotte durch Seine Majestät den Kaiser und weiland Ihre Majestät die Kaiserin errichteten Adelsberger-Grotten-Invalidenstiftung und der aus dem gleichen Anlasse errichteten Franz Metelloschcu Invalidenstiftung für das Jahr 1903, und zwar erstere den Invaliden Michael K o -v a ö und Anton Sever aus Abelsberg, letztere den Invaliden Johann Gaönil aus Nassenfuß, Simon Ilo-var aus Radula, Johann Gomilar aus Mallovec, Josef Kotzian aus Kamen, Johann Tolanc aus Kersch-dorf und Vartholomäus Ullepitsch aus Unter-Alten-borf verliehen. — (K. l. Ze n tral lom m i ssi o n für Künste und historifche Denkmale.) Aus der Sitzung vom 6. Februar: Das l. l. Ministerium für Kultus und Unterricht erklärt, zu den Kosten der Restaurierung der vier Altäre und der Kanzel der Pfarrkirche zu Draögoüe einen Staatsbeitrag in der Höhe eines Drittels der auf rund 6800 X veranschlagten Kosten bewilligen zu wollen, wenn das Resterforbernis durch die lokalen Faktoren, insbesondere durch das Land Krain gedeckt wirb. — (Spende.) Herr Franz Kollmann, Glashändler und Hausbesitzer in Laibach, hat für die Armen der Vinzenz-Konferenz zu St. Peter in Laibach aus Anlaß des KOjährigen Bestandes seiner Glashandlung in Laibach den namhaften Betrag von 50 X gespendet. — V esitz wech se l.) Herr Baumeister Wilhelm Treo hat kürzlich die in der Neugasse gelegene Hausrealität samt Gasse, welche bisher Privatbesitz war, vom Herrn Karl 2 auz her käuflich erworben und die bezeichnete Gasse durch Beseitigung des eisernen Gittertores dem öffentlichen Verkehre überlassen. — Bekanntlich hat Herr Baumeister Treo im Vorjahre anstoßend an diese Hausrealität einen dreistöckigen Neubau aufgeführt, woselbst in Kürze zwölf Wohnungen zur Vermietung gelangen sollen. — (Stimme aus dem Publikum.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Da jetzt alle Vorkehrungen gegen die Tuberkulose getroffen werden, so wäre es auch angezeigt, die Dienstmänner und Fialer darauf aufmerksam zu machen oder sie polizeilich zu verhalten, auf ihren Standplätzen die Trottoire nicht in der elligen Weift zu bespucken, wie dies seit Menschengedenlen der Fall ist. Man sehe sich nur einmal das Trottoir beim Hotel Elefant an! — (Todesfall.) In St. Marein starb gestern früh der dortige Dechant, Herr Matthäus Sitar, im 42. Lebensjahre. Der Verblichene, im Jahre 1860 in Ieiica geboren, hatte in Villichgraz, Oberlaibach, St. Peter in Inner-lrain, St. Georgen bei St. Marein und endlich seit 1900 als Dechant in St. Marein gewirkt. Herr Dechant Sitar war ein Fachmann in der kirchlichen Kunst und hat darüber zahlreiche Artitcl veröffentlicht sowie im hiesigen Vereine für christliche Kunst Vortrage gehalten. — Das Leichenbegängnis findet morgen um 9 Uhr vormittags in St. Marein statt. — (Schwurgerichts - Verhandlungen.) Wegen Verbrechens des Dicbstahles hatten sich gestern zu verantworten: Maria Kit, 49 Jahre alt, in Tcrsain geboren, ohne bestimmten Aufenthalt. Antonia Dolenc, 33 Jahre alt. Schuhmachersgattin aus Kozarje, und Johanna Zupan. 30 Jahre alt, aus Predassel, Arbeiteisgatlin. die beiden ersteren ob gleichen Verbrechens schon wiederholt abgestraft. Alle drei Vorbenannten haben gelegentlich des am 5. Jänner l. I. abgehaltenen Jahrmarktes in Krainburg gemeinschaftlich verschiedene Diebstähle verübt und sich außer Geldbörsen auch andere Effekten. als Hemden. Leinwand. Metallwarcn u. s. w., im Gesamtwerte von 133 X 86 k angeeignet. Die Angeklagten leugnen entschieden trotz der bestimmten Zeugenaussagen, diese Diebstähle verübt zu haben. Die Geschwornen hatten 39 Fragen zu beantworten, welche bezüglich der Maria Krt und Antonia Dolcnc auf Schuldsprnch, hingegen bei Johanna Zupan auf Freispruch lauteten. Der Vorsitzende. H«lr Qberlandesgerichtsrat Dr. Föhn, verkündete hierauf da» Urttil. Maria Krt wurde zu fünf Jahren und Antonia Awlenc zu drei Jahren schweren, mit einem Fasttage am 5. jeden Monates verschärften Kerlers verurteilt. Johanna Zupan wurde von der Anklage freigesprochen. — (Vom Artillerie-Schießplätze bei Gurlfeld.) Das Arbeitsbctachement ist am 1. b. M. in Gurtfeld eingetroffen, um die Vorbereitungen für die Probe-batteric. welche am 14. b. M, mit dein Schießen beginnen soll, zu treffen. —o. — (Zur Voltsbewegu ng in Krai n.) Im politischen Vezirle Krainburg (53.027 Einwohner) wurden im abgelaufenen Jahre 315 Ehen geschlossen; die Zahl der Geborenen belief sich auf 1945, jene der Verstorbenen auf 1320, welch letztere sich nach dem Alter folgendermaßen verteilten: Von der Geburt bis zu fünf Jahren 522, von 5 bis zu 15 Jahren 45, von 15 bis zu 30 Jahren 82, von 30 bis zu 50 Jahren 135, von 50 bis zu 70 Jahren 251. über 70 Jahre 285. Todesursachen waren: bei 73 angeborene Lcbensschwächc, bei 224 Tuberkulose, bei 80 Lungenentzündung, bei 20 Dysenterie, bei 14 Keuchhusten, bei 10 Scharlach, bei 6 Masern, bei 3 Typhus, bei 3 Dysenterie, bei 34 Gchirnschlagfluh, bei 29 organische Herzfehler, bei 25 bösartige Neubildungen, bei allen übrigen sonstige verschiedene Krankheiten. Verungliiclt sind auf verschiedene Weise 24 Personen. Selbstmorde kamen keine vor, dagegen ereigneten sich 9 Totschläge. ' —«. — (Eine Laibacherin als Studentin der Medizin.) Wie man uns aus Frankfurt a. M. mitteilt, haben kürzlich am Gymnasium in Hanau auch vier Damen, darunter Frau Ernestine Glaesmer, geb. Zaff (Tochter des hiesigen Geometers Herrn K. Z a f f), die Reifeprüfung bestanden. Frau Glaesmer, gewesene Schülerin der hiesigen Lehrerinnenbildungsanstalt, hat das normalerwcise anf neun Jahre berechnete Gymnasialpensum durch Privatstudium in weniger als einem Jahre bewältigt. Sie wirb Medien studieren. — (Franz Labislaus Freiherr von Nieger -f.) In Prag ist gestern das Herrenhausmitglied Dr. Franz Ladislaus Freiherr v. Niegcr im Alter von mehr als 84 Jahren gestorben. Die „Neue Freie Presse" widmet ihm folgende Charakteristik: Mit ihm verschwindet eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, welche die czechische Nation hervorgebracht hat, von der Vildfläche, ein Mann, der jahrzehntelang nicht nur den Werdegang seines Volles in entscheidender Weise beeinflußte, sondern auch in die Verfassungsgeschichte der Monarchie einschneidend eingriff, ein glänzender Organisator, ein bedeutendes rednerisches Talent, — (Ein jugendlicher Di e b.) Der beim Besitzer Franz Lazar in Brezje. Gemeinde Trojana. Bezirk Stein, bcdienstetr, fünfzehnjährige Hirte Josef Zajc hat vor kurzem die dem genannten Besitzer gehörigen acht Stück Schafe von der Weibe weggetrieben und dieselben der Besitzerin Maria Kova<1 in Hemnil, Gemeinde Arschische, Bezirk Liltai, um den Preis von 5 X per Stück zum Verlaufe angeboten. Das Anbot kam der Kovaö etwas verdächtig vor, weshalb sie dem Zajc mitteilte, daß sie gewillt sei. die Schafe zu laufen, jedoch solle sich derEigentümer derselben zu ihr bemühen.Zajc begab sich daraufhin in die Stallung der genannten Besitzerin zum Schlafe, verschwand jedoch am nächsten Morgen spurlos aus der Gegend, Nach dem Diebe, welcher trotz seiner Jugend bereits mehrfache Dirbstähle ausgeführt hatte, wirb eifrigtst gefahndet. —ik. — (A syl f ü r geistige A »weiter in L aiba ch.) Ueber dieses Thema hält heute abends um 8 Uhr Herr M. S < ergar einen Vorlrag in Hafners Bierhalle, Pcters-straße. — (Sanitär e>5,) In Aueisperg herrscht seit einigen Wochen der Scharlach epidemisch, ist jedoch in entschiedener Abnahme begriffen. Derzeit befinden sich von 16 erlranlten Kindern noch 8 in ärztlicher Behandlung, —o. - (S ch a r l a che p i d e m i e.) Laut einer Anzeige der Schulleitung in Heil. Kreuz bei Littai ist im Schulsprengel daselbst die Scharlachepibemie ausgebrochen, -^k. — (Schnelles Fahren.) Der Fialer Johann ttocmnr fuhr gestern nachmittags in einem sehr schnellen Tempo die Pre^-rrngasse herab. Am Marienplatze rannte er mit seinem Wagen den Handwagen des Dienstmanncs Jakob Marinlo um und stieß den Dienstmann nieder. Marinlo wurde leicht verletzt. " (Nach Ameril a.) Gestern nachts haben «icy vom Sübbahnhofe alls 184 Auswanderer (148 aus Krain und 35 aus Dalmatien) nach Amerika begeben. Mehrere stellungs^ Pflichtige Burschen, die auch auswandern wollten, wurden angehalten nnd verhaftet. — (N a ch A merit a,) Im Monate Februar haben sich ans dem Verwaltungsgebietc Littai insgesamt 56 Personen nach Amerika begeben, beziehungsweise wurden soviel Personen Reisepässe behördlich ausgestellt. Nach den amtlich geführten Aufzeichnungen bildet dies die höchste Ziffer, welche seit Jahren bei Ausstellung von Reisepässen für Amerika erreicht wurde. —iii. " (Verlöre n.) Vorgestern abends uerlor die Köchin Maria Rozman auf dem Wege von der Polanastraße über den Kaiser Iosefsplatz bis zum Domplatze eine Zehnlronen-Note. __________ Theater, Suust und Literatur. — (l.^ u I) I^':» n ^k i /5 V u n.) Die Märznummcr dieser Monatsschrift weist neben Gedichten von A. A 5 lerc. t d., Ivan Proselar, Ivan Kavei6, Samo Va-siljev. Ivan Romano», Utva und Petri^ta folgenden Inhalt auf: Ios. Jeranov: Hcautontimoriil menos (Erzählung), I. Vavpotiö: Manes im Hagen-liunde. Josef Dolinar: Augenblicke aus dem Lchrerlcben (Skizzen). Podlimbarski: Erdbeben - Erzählung . Dr, H. D o l e n e c: Ueber den Wald und einige seiner Men^ schen. Dr. Fr. Ile 5 i 5: Ueber Korytlo und andere polnische Emigranten. In den anschließenden Notizen sind A. Hali. N. Perukel. Dr. Fr. Z l) a 5 n i t. Dr. Fr. Ile5i5 u. a. vertreten. Geschäftozeiwllg. — (K. l. Postsparlasse.) Im Monate Febru»' betrugen in Krain die Einlagen im Sparverlehre 85.952 b 27 I,, im Scheclocrlehre 3.901.244 X 18 1i, die NUckzahM gen im Sparvcrlehre 58.205 X 14 II, im Scheckverkehr 1.945.509 X 76 ii. — (Verkehr mit Fleisch und tierische' Produlten.) Zufolge Beschlusses des internationale» Weltpostvereines in Bern wurde die Einfuhr von frischt Fleische und anderen tierischen Produlten wie Feti unl Schweineschmalz in Postpaketen nach Italien verboten. Telegramme des k. k. Telegrnphen-Korrespondenz'ßureaus« Ncichsrat. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien. 3. März. Das Abgeordnetenhaus beendet b'l Spezialdebatte des Gesetzes, betreffend die Revision der ^' werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, und trat sämtliche" von dem Herrenhaus? daran vorgenommenen Abänderung^ bei und nahm hierauf das Gesetz in dritter Lesung an. ^ Sozialdemotraten überreichten einen Dringlichleitsantlas> worin der Landesuertcidigungsminister aufgefordert w'^ unter Berücksichtigung der vorgebrachten Beschuldigung" baldigst einen wahrheitsgetreuen' Bericht über die VerlM nissc im Bereiche des X. Armeekorps zu erstatten. — Na'W Sitzung morgen. Die Krlmungsfeicr in Nom. Rom. 3. März. Heute vormittags fand in der Sa^ Pcterstirche eine feierliche „Papsttapelle" zur Erinnerung a" die vor 25 Jahren erfolgte Krönung des Papstes statt. D>< Zeremonie vollzog sich unter dem festlichen Gepränge, >^ solches vor dem Jahre 1870 üblich war. Das Public wurde nur gegen Vorweisung von Tribüncnlarten oder a"' gemeinen Erlaubnisscheinen für die Menge und die P'^ in die Basilika eingelassen. Schon in den ersten Morgenstunden war ein ungetvM licher Andrang des Publikums an den Zugängen der Basils und in allen zn St. Peter führenden Straßen wahrzuneh' men. trotzdem seit gestern Rrgenwelicr herrscht. Um Ml lw mußten die Tore der Vasilila geschlossen werden. Man ^' merkte zahlreiche Pilgerscharen aus Italien und ans bi«" Auslande. Die Zahl der Personen, welche auf Grund vo" Eintrittskarten in der Vasilila anwesend waren, lann a"' 50.000 bis 60.000 geschätzt werden. Inmitten des Gott^ Hauses war eln weiter Raum abgegrenzt, durch den sich ^/ feierliche Zug mit dem Papste bewegen sollte. Der Papst tl^ aus seinen Gemächern in it der Sänfte zur Vasilila getrags"' um 1N,'i Uhr in der ('n^Nn «.le, In piotü. von allen Ä^ denträgern des päpstlichen Hofes sowie von der Nobel- U? Schweizergarde begleitet, ein. 50 Kardinäle sowie Erzbischb" und Bischöfe in gleicher Anzahl erwarteten die Anlunft ^. Papstes. Er nahm in der 8< ^ innerhalb des von den Palastgarben gebildeten Spaliers," Bewegung setzte. DerPapst. mit dem goldgeschmücktenPluv" bekleidet, trug die lostbaree Tiara, die ein Geschenk der ^, tholilen des ganzen Erdkreises ist. Der Einzug des Pap^/ im großen Mittelschiff wurde nut dem Geschmetter der p' bernen Trompeten von der Höhe der Ix'lfk'i" dolla be^' <^ion<,' begrüßt. Die ungeheure Menge brach in die beA sterten Rufe aus: „Es lebe der Papst! Es lebe Leo Xl"' In sichtlicher Bewegung spendete der Papst. hochaufgeriM zur Rechten und Linlen den Segen, Der Zug bewegte I'" im Mittelschiff weiter, »mschritt rechts den Altar c^lw ^ t'o^ism«- und gelangte zum Throne, wo sich der Papst "" dem Thronsessel niederließ. Die Hofwürdcnträger gruppierten sich um den PaP>7 während die Kardinäle. Erzbischöfe und Bischöfe die für'" bestimmten Plätze einnahmen. Nachdem die Kardinäle de>" Papste durch den Handkuß ihre Obedicnz bezeigt hat«"' schritt Kardinal Langenieux zum Altar (tl-Uu cont'essiov hinauf und brachte das feierliche Meßopfer dar. ^ Nach der Beendigung der Messe erhob sich der Papst ""' stimmte das Tebeum an. in welches die versammelte M"s einfiel, während gleichzeitig die Glocken von St. Peter U» aller übrigen Kirchen Roms mit vollem Geläute einseht Nach dein Tedeum wurde der Papst auf der «o^ und eine andere Person schwer verletzt wurde. n Paris, 3. März. Depeschen aus La Rochelle. »"> nnd Bordeaux melden einen heftigen Sturm, der zeit>^', den Umfang eines Zyllons annimmt. Der von Hagel begl tetc Orlan zerstörte Schornsteine, Dächer u. s. w. ^ Schaden ist bedeutend. Bei La Nochelle lenterte ein uN" lanntes großes Schiff anf offener See.. Laibacher Zeitung Nr. 51._________________________ 421 4. März 1903. Angekommene Fremde. Hotel Elefant. „,. Am I.März. Reichmann, Kfm,, Prag. — Scheu. 3'°'' Vriinn. — Herzfeld, Kfm., Vöslau. — Newellowsli, U"uer, Leoben. — Pick, Tratmann, Hein, Laufer, Rsde.; ^"Mann. Iacet, Me., Wien. — Cizel, Ökonom, Novidvori. — A""». Rsd.. Lriest. — Värwart. lksm., Pecs. — Kahn, Nsd.. "Mgllit. — Tictolo, Selrelär, Wien. — Strukelj. Pfarrer. ^'". — Nathan, Rsd. Kiibl. — Schwend. Rsd., Stuttgart. — ^edved. l. l. Beamter. Hallein. .,,.,, «m 2. März. Löw. Wein. Smolla. Kleinberger. Nuf. ^'h. Neufeld. Kstte.; Koralel. Ingenieur; Vruckschlögl, Deutsch. oenz.Nallcirevidl-nt; Vela von Szilvinyi, Hoch» und Deutsch. u^'l"'scher Rat: Tintner, Sekretär; Spitzer. Fabrikant, s. Frau z/ Tochter; Handovsly, Heuhapel, Speizer, Melnil. Reisende, M> -- Loeb. Reisender; Gorup. «enezian, Fiedler, Me.. "^- - Desusse. Kim.. Lyon. — del' Perruggia. Kfm,, Florenz, w 'dtern. Kfm; Lustig, Pollal, Reisende, Graz. — Kalbor. H Mder, Budapest. — Koritnil, Pfarrer. Vlole. — Patini, , ""e. Trisnt. — Lusnil, Kfm.. Dornberg. — Ttalzer. ^" ' Marinelommisfarials^leoe, Vellona. — Nihlcr, Reisender, lvi.^"' ^ Sziga, Npothclersgattin; Sladovic', Beamtens» Lond' ^'p't'Velovar. - Gangl. ltfm., Aussig. - Vater, Kfm.. Verstorbene. ^tli.»^" ^ März. Franzisla Laszeler. Gärtnersgattin, 64 I.. "'«tstlaße 3l. Nronediti». ^»ra«mu8. b»la n ^ ^^^^' Johann W,der, Gärtner. 70 I., Schellen« Msse 6, Inclerruher uud Lungenentzündung. Im givilspitale: »„,,. ^l m 1. März. Egidius Pegan, Arbeiter, 45 I., '"'lunionir. zi^^ln L. März. Gertrud Vregant. Näherin. 64 I., l)^^ner»tic) eorüi». kara!^l>i» coräi». — Magdalen» 1lr°n» -^"llldhnerin, 73 I, >l»r28mu» gsnili». — Johann ""r, Arbeiterssohn. 3 I., ^lel.ineiti» ba»ll»rl8. ^andestheater in Laibach. ^ Vorstellung, Gerader Tag. Oeute Mittwoch, den 4. März. y Der Rastelbinder. ^e in einem Vorspiel und zw.'i Alten von Viktor Leon. y. Musil von Franz Lrhir. ^"'ang halb 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. ^ainische Kunstwebeanstalt de/^^Sasse 2,11. 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Als solches darf der als schmerzstillende, Muskel und Nerven kräftigende Einreibung bestbelannte «Molls Franzbranntwein und Salz» gelten, der bei Gliederreißen und den anderen Folgen von Erkältungen allgemeinste und erfolgreichste Nnwendung findet. Preis einer Flasche k 1-90, Täg° licher Versandt gegen Postnachnahme durch Apotheker A. Moll. l. u. l. Hoflieferan, Wien, I., Tuchlaulien 9. In den Depots der Provinz verlange man ausdrücklich Molls Präparat mit dessen Schutzmarke und Unterschrift. (26) 6-2 ^nikssiiok meiiisL Loksicisn» von I»aid«,ok 8k>.s6 lok allen VsrvsailätLii, k'rsunäsQ UQÄ LskkQQttzQ (915) k. u. lc. 0dsr»t1suw2Qt2 'vVitvsg. Anlässlich meines Scheidens von Laibach sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl! Florentine Tormin (916) k. u. k. Oberstleutnants Witwe. TllNlsllgllllg. ! Für die unzähligen Beweise des Veileidcs an- > läßlich der Krankheit und des Ablebens unseres > unvergeßlichen Bruders und Schwagers, des Herrn > Direktors Andreas Sumer sprechen wir den Vertretern des l. k. Landesschul» > rates, des Bezirksschulrates und der l. l. Bezirks» » hauptmannschaft von Krainburg und Radmannsdorf > und des Laibacher Stadtschulrates. dem Professoren» ^ lolleginm des Krainburger Gymnasium?, der Lehrer» ! schaft von Krainburg und Umgebung sowie den I Vertretern aller Lehrervereine, ferner den Gerichts- ! und sonstigen Beamten, der löbl. Stadtgemeinde- ^ Vertretung von Krainburg, Vischoflack und anderen > Wemeindeuertretungm. dem hiesigen Gendarmerie« > ltommandu, der löblichen «Naroön» öitalniell» in > Krainburg und dem «Li-aino äruütva tiorje», der > hiesigen städtischen Kapelle, namentlich aber dem > Citalnicagesaugevereme für die ergreifenden Trauer» > chöre und Herrn E. Gangl flir die schwungvolle > i Grabrede den tiefgefühltesten Vank aus. Schli.ßlich > sei aus vollem Herzen auch den Spendern der > zahlreichen herrlichen Kränze sowie überhaupt allen > Freunden und Belanuten, die von Nah und Fern > herbeigeeilt waren, um dem /teuren Verewigten « die letzte Thre zu erweisen, der herzlichste Hank l erstattet. l Die trauernden Verwandten, l ttrainburg am 3. März 1903. (917) AWentenstelle. An der landwirtschaftlich«chemischen VcrsnchS« Ttaiion für Krain in Laidach gelangt spätestens mit 1. Mai l. I. die Stelle eines Assistenten mit den: Iahrcögehalte von 20W Kronen zur Böschung. Bewerber, die ihre chemischen Fachstudien an einer inländischen technischen Hochschule absolviert und beide Staatsprüfungen abgelegt haben, genießen vor anderen Bewerbern den Vorrang. Kenntnis dcr slovenischen Sprache ist unbedingt erforderlich. Die mit den erforderlichen Zeugnissen und dem Nachweise über die Vprachlenntnisse belegten Gesuche sind längstens bis 15. April l. I. an die Direktion der NersuchS'Btation einzusenden. Laibach am L.März 1903. Das Kuratorium der landw.« chemische» VersuchS-Station für Krain: Vetela m. p. Služba asistenta. Na kmetijsko-kemiönem preakušallfièu za Kranjsko v Ljubljani oddaja s<» tiH)k? l aller Anverwandten die traurige Nachricht, daß ihr > l geliebter Gatte, beziehungsweise Vater, Großvater, > Onkel und Schwiegervater, Herr > Johann Wider ! Gärtner , > am 2. März um halb 11 Uhr nachts nach langem, V l schwerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbe« > l salramcnten, int 70. Lebensjahre selig im Herrn ent- ^ schlafen ist. > l Die irdische Hülle deS teuren Dahingeschiedenen > l wird Mittwoch, den 4. Mä,z l. I., «m halb > ! 5 Uhr nachmiitagS im Tmuerhaust, Schellenburg» ^ > I gaffe Nr. 6. eingesegnet und sodann auf dem Frirdhofe ^ ! zu St. Christoph im eigenen Grabe bestattet. V ! Die heiligen Seelenmessen werden in mehreren ! l Nirchen gelesen werden. ! l Der teure Verblicheue wird dem frommen An- > > denken und Gebete empfohlen. > I Laibach am 3. März 1903. ! ! (916) Die trauernden Hinterbliebenen. ! Kurse an der Wiener Börse vom 8. März 1903. Na«dem oWeenKurmate Die notlttlen KuiI« verstehen sich l» Kimienwährung, Die Notierung lämllichei «ttti.'n und der »Diversen L,'!mk>?"^" "°ten Mai. " «ilb'K'«Uss.pl.», 4 »«/« l(w e.l. 1L<1 7k l3> °""°Ie i!l»0 ,l. 5 !l°/« 1?» - ,8» - Mi» " luo l. 4°/„l«ü-1««7'- ^«' " »00 l. . .»45-24»'- ^-bf»Nd'll, ^ öO l. . . «45'- l«'- ll„. "° kl. ü°/, . 8U4-- 80« - ^N«ldd.l,m3.tch°. '""»N'nKÜni8l,tch» ^""ttnd.r. d.?"lte in». ' ' ' - 4°/°'«! ll! 1L1-U0 ^^°n« °"""°^..stfr„ ! ^.H.^" UMmo . 4°/ 10l o» ,Ut ili. G,''-V°hn in Silber "tut^ u°°Yn in ltionenwühr. «» ». "^ «"„en . 4°/« 100-40 I0l>-7b«V"dd..schr..b«n. Z^b-t'<..,0«,^.W^. "''"'' Veld War« No» Gtoate z»» Z«hl»»> iiber»o«»tue Vls«n».»Prlor. Obligation«,. «lllllbethbahn SO« u. 3000 Vi. 4«/, <»b ,0«/«...... li«- N6?b »lisllbethbahn, 400 U. «000 Vi. 4°/,......... ns iz l«a 1b Franz gosel»«., Em. l»34 (blv. Gt.) Gilb.. 4°/»..... 100 <0 1014' »allzllche «arl Lubwla»Bal,n (div, St.) Kllb, 4°/, . . . 100-1(11-— Vorarlberger Vahn, Em. l»«4 (di«. St.) Ellb. 4°/, . . , 100 10 101- zwalsschuld der Länder d»t ungarlsch»« Klon». 4°/, UN«, «oldrcntt per Nasse . Ill 10 löl 3C btll. dto, per Ultimo . . . . 1»t i« »i!i'80 4»/« dtl). Rente iu Kronenwllhr., fteuelsrel, p«r Kasse ... 92 l>d 9» ?b 4°/, bto. bto. bt«. per Ultinu, . 9Sb0 99?o Ung. Bt..n^»i> f>c> bto. bto. (1894). . . . 9» 40! W-.0 bto. dto. (1888). . . . 1NU 60^101 bU Vorlebau-Anlehen, verloOb. L»/, izb ion?b 4«/, «trainer Lano,«-«lnlehen . j 9?-—! 97 »0 Geld Ware Dfllndbrils» »ll. Vodtl,all»,i!ft,in b«I.«rl.4°/° 9» »h iW »5 3l.'österi,L«nde»"H«p..«l»sl.4''/° 1W 10 1011" vest.-una, «anl 40>/^äl,r, verl, 4°/,......... 100 9.» 101 90 bto, bto, 50jähr. verl, 4°/° iou 9» 101 90 Vparlasse, 1.«ft.,«nI.,veil.4°/« I0iil» 10« 15 Glstubahn-Prtllrltat«« Vbllglltiontn. sserbinant>«.N«rbbahu Vtalltsbahn....... <4»'—^445 - Eudbahn l^ 3°/„verz.Iann,-Iull 80» 5U 3«b - btu. ^5°/«...... 1»3 50 124 50 Una,'8lll Unterlrainer lijahnen . . 99 b0 100 - Dlverft itos» «»8 - »71 50 8°/« „ „Tm. 1889 »«5 —»»? - 4°/, DllNllll'Tampssch. 1 sl. . —-— —'— 5«/° Dllnau.»legul,'L°se . . . »80 - 2»4 - N»verzini»liche Lose. Vubap.-Vasilica (Dombau) b si. 19 50 «0 ky «reditlose 100 sl...... «2 - "« — «lary-Uose 40 fl. «W. . . . l?9 - 180- Osener Uose 40 fl..... !««'- "l. - Palffy.Lole 4U sl. 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